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GELD & BÖRSE

Porr – ein Konzern baut auf den arabischen Raum

Sprungbrett Türkei Foto: Dennis Scheck - www.pixelio.de, Bildbearbeitung: GEWINN

Der neue Zehn-Prozent-Miteigentümer der Porr AG, die türkische Renaissance-Gruppe, soll Tür und Tor im arabischen Raum für das heimische Unternehmen öffnen.

Porr hat sich mit der türkischen Renaissance-Gruppe einen potenten Partner geangelt. Mit Sitz in Ankara, ist Renaissance umsatzmäßig die zweitgrößte Baugesellschaft in der Türkei. Gegründet 1994 im russischen Sankt Petersburg vom türkischen Unternehmer und derzeitigen Eigentümer Erman Ilicak, ist sie mit 12.000 Mitarbeitern primär im Hochbau tätig. Ihre gute Position auf den Märkten Nordafrika, Naher Osten, arabischer Raum und den ehemaligen Sowjetstaaten soll Porr dort zu Aufträgen verhelfen

VON STEFAN TESCH

„R

enaissance weiß, wie die Märkte funktionieren“, begrüßt Porr-Sprecher Peter Walder die neue strategische Partnerschaft mit der türkischen Baugesellschaft Renaissance. „Renaissance ist auf den Märkten im Nahen Osten und Nordafrika gut etabliert und Porr liefert das nötige Know-

öffentliche Ausgabe neuer Stammaktien. Mitte September sollen 660.000 dieser Aktien bestehenden Aktionären im Verhältnis 3:1 angeboten werden. Dadurch hofft man, das Grundkapital von derzeit rund 14,4 Millionen auf rund 19,2 Millionen Euro aufstocken zu können. Angesichts der 5,93 Millionen Euro Nettoverlust im ersten Halbjahr 2009 und knapp 30 Prozent weniger Aufträge kann man auf die Früchte des neuen Bündnisses gespannt sein. Prognosen zu den Auswirkungen auf die PorrVorzugsaktien will das Unternehmen aktuell keine geben, sondern erst wenn gegen Ende November die neuen Aktien in den amtlichen Handel der Wiener Börse eingebunden sind.

Libyen wird mobil Zwar spricht Walder von Zielen und Bewerbungen auf den neu erschlossenen Märkten Libyen, Bahrain, Turkmenistan, SaudiArabien, Russland, Ukraine und der Türkei, jedoch Konkretes will man noch nicht sagen. Vor allem Libyen sei interessant, da dieses Land in den nächsten Jahren stark in seine Infrastruktur investieren will. Dabei geht es etwa um den Bau von Autobahnen und Eisenbahnlinien. Die Porr Construction Holding GmbH plant Investitionen in der Höhe von ca. 160 Millionen US-Dollar in den kommenden zehn Jahren. Nicht nur Porr hat ausländische Miteigentümer. Ohne die Finanzkraft der Vereihow für künftige Bauprojekte.“ Ende August nigten Arabischen Emirate (Staatsholding wurde daher ein 50:50-Jointventure „Porr IPIC, siehe Tabelle) wäre die OMV wohl Construction Holding GmbH“ gegründet. kaum zu einem Global Player aufgestiegen, Am Unternehmen Porr selbst halten die Tür- der derzeit auch in der Türkei (Übernahme ken etwa zehn Prozent. der Tankstellenkette Petrol Ofisi) expandieren will. Auch Wienerberger holt sich Neue Aktien = mehr Kapital und Märkte ausländisches Geld. In den Ziegelkonzern Porr nutzt die Kooperation, um die geplan- soll Libyens Staatschef mit zehn Prozent te Expansion in die neuen Märkte finanzie- im Zuge einer Kapitalerhöhung einsteigen – ren zu können. Sie erfolgt durch die nicht mit einer Option auf 15 Prozent.

Die fünf größten österreichischen Bluechips – wer wen besitzt Unternehmen/Aktie Erste Group Bank AG OMV AG** Telekom Austria AG

Marktkap.* Besitzverhältnisse (Aktionärsstruktur) 7,0 Mrd. € • Erste Stiftung (31%) • Institutionelle Anleger (39,1%) • Sparkassen (9,3%) • Criteria Caixa (5,1%) • Priv. Anleger & Mitarbeiter (10,5%) • Austria Verein (5%) 4,2 Mrd. € • ÖIAG (31,5%) • Streubesitz (49,3%) • IPIC – International Petroleum Investment Company; V. Arab. Emir. (19,2%) 4,1 Mrd. € • ÖIAG (27,37%) • Streubesitz (72,63%)

Verbundgesellschaft AG

2,7 Mrd. € • Republik Österreich (51%) • Streubesitz (24%) • Wiener Stadtwerke (10%) • EVN (10%) • TIWAG (5%)

voestalpine AG

2,7 Mrd. € • Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (15%) • Mitarbeiterbeteiligung (10%) • Oberbank (5%)

Beteiligungen + Tochterunternehmen • Slovenska sporitelna Bratislava (98%) • Ceska sporitelna Prag (95%) • Banca Comerciala Romana Bukarest (26,9%) • Borealis (36%) (IPIC zu 64% an Borealis beteiligt) • MOL (20,2%) • Petrol Ofisi Türkei (41,6%) • Petrom (51%) • BAYERNOIL Raffinerie (45%) • EconGas (50%) 100% mobilkom austria: • Paybox Austria (83,33%) • Vip Mobile Serbia (100%) • Si.mobil Slovenia (100%) • FE VELCOM Belarus (100%) • MobilTel Bulgaria (100%) • Ennskraftwerke AG (50%) • Energie Klagenfurt (49%) • KELAG (35%) • Enerjisa und Baskent (Türkei) (50%) • Steweag-Steg (34%) • Energie AG Oberösterreich (5%) • Sorgenia (Italien) (45%) • Poweo (Frankreich) (45%) • Kühne & Nagel Euroshipping (49%) • Böhler-Uddeholm AG (100%) • Buderus Edelstahl (100%)

*) Stand 26. 8. 2009; **) Stand 2008

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September 2009


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