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Gedenkfchrift zum

25 j채hrigen Befteben der

Porzellanfabrik Heinrieb & Co. Selb in Bayern


W . Immenkamp


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ie Firma Heinrich & Co. begeht in dielen Tagen das Feft der Erinnerung an ihre Entftehnng, die vor nunmehr 25 Jahren eingelegt hat. Es wäre keine undankbare Aufgabe, in der diefer Feier gewidmeten Denkfchrift lieh auf eine Schilderung zu beschränken, wie fich ihre Fabrikationseinrichtungen von den befcheidenften Anfängen zu ihrem heutigen nach Umfang und technischer Vollkommenheit achtunggebietendem Ausmaß entwickelt haben, wie die Arbeiterzahl und der Absatz von Jahr zu Jahr geftiegen lind, wie es die Firma verftand, ihr Tätigkeitsgebiet zu erweitern und ihren Erzeugnissen den Ruf hervorragender Güte und Schönheit zu sichern und wie sie sich hierfür den Weltmarkt eroberte, sich selbst aber Ansehen und Geltung in den Fachkreisen und selbst in Übersee erwarb. Wir fürchten nur, daß wir damit den Freunden der Firma, die solche Denkschrift erreichen würde, nicht viel Neues sagen würden. Was weitere Kreise interessiert und diese Denkschrift wohl erft wert macht, geschrieben und gelesen zu werden, scheint uns die Aufzeichnung der Hemmnisse zu sein, die sich dieser Entwicklung entgegenstellten, und der Mittel, mit denen sie überwunden wurden. Der Sieg der Idee soll dargestellt werden, die der Gründung und dem Ausbau des Unternehmens zugrunde lagen, und der Gründer und Überwinder und seine getreuen Mitarbeiter sollen zu ihrem Rechte kommen. Aber freilich, so dankbar diese Aufgabe wegen der Fülle von Material, von Verdiensten ist, der Chronist weiß, daß er


fich bei allem Bemühen, Sich durch den festlichen Anlaß nicht zur Lobhudelei verführen zu laffen, kaum die Zustimmung und den Dank der Seele des Unternehmens vom Beginn bis zur Gegenwart, des Gründers Herrn Franz Heinrich verdienen kann, der nach Art der wirklich bedeutenden Männer nicht liebte, gelobt und geehrt in den Vordergrund gestellt zu werden, den bürgerliche Einfachheit und Schlichtheit ziert. ES scheint uns aber ein höherer Grund dafür zu sprechen, uns hierdurch nicht von unserem Vorhaben abbringen zu lassen, und wir bauen auf den bekannten Gemeinsinn, auf den Patriotismus des Herrn Franz Heinrich, daß er auch diesen Grund gelten läßt. Unser Vaterland muß heute unter den schwierigsten, fast jede Hoffnung auf ein Gelingen erstickenden Verhältnissen den Wiederaufbau seiner Wirtschaft in Angriff nehmen. Da gilt es, Zaghaftigkeit und Verzweiflung zu bannen, ein Beispiel vorzuführen, wie Entschlußkraft, Zielstrebigkeit, Arbeitsamkeit und Opferfähigkeit immer wieder das Wort bestätigen: dem Mutigen gehört die Welt, immer wieder befähigen, schier Unmögliches, Unglaubliches zu vollbringen. Als ein 45 jähriger begebt Herr Franz Heinrich das Fest des 25 jährigen Bestehens des von ihm begründeten, bis zum heutigen Tag geleiteten und zu hohem Ansehen gebrachten Unternehmens. Und doch gibt er Anlaß, ihn über den Gründungsakt zurück zu verfolgen. Schon der Knabe ist absonderlicher Art. Franz Heinrich verlebte eine harte Jugend. Der Vater war Kommunbrauer und besaß eine Bierwirtschaft neben seinem bescheidenen, landwirtschaftlichen Betriebe. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend gibt es im väterlichen Geschäft zu arbeiten. Nach Entlassung aus der Volksschule erlernt er die Porzellanmalerei. Nach fünf Jahren wird er freigesprochen. Er hat ehrlich ausgelernt, aber er ist nicht befriedigt und wirft deshalb seine Palette auf den Kehrichthaufen, verzichtet darauf, den Gesellen als Freigesprochener vorgestellt zu werden,


geht vielmehr frifch zum Vater und offenbart ihm, daß er nicht als Porzellanmalergefelle arbeiten wolle, fondern in die Fremde gehe, um fich nach einem anderen, selbständigeren Beruf umzusehen. Der Vater lacht den 18 jährigen aus, der aber trotjdem lein Glück in der Fremde fucht, es aber nicht findet. 20 Jahre alt geworden, kehrt Franz Heinrich Ende 1896 in die Vaterstadt und zu dem ursprünglichen Beruf als Porzellanmaier zurück. Er erbittet sich im elterlichen Hause bescheidene Räume für die Einrichtung einer Schmelzmalerei. Der Vater erfüllt diese Bitte und überläßt dem Sohne einen kleinen Raum. Franz Heinrich ist Meister, er beschäftigt - e i n e Arbeiterin. An seinen Eltern, insbesondere an der weitblickenden Mutter, findet er eine ihm mit Rat und Tat an Hand gebende Stütze. Im Frühjahre 1897 gebt Franz Heinrich bereits eine gescbäftliehe Verbindung mit Herrn Adolf Graf ein und die Doppelfirma „Heinrich & Gräf" ist fertig. Durch Mieten einer über der Straße gelegenen Scheune wird das Geschäft auf eine breitere Basis gestellt. Aber das Hin- und Hertragen der halbfertigen Ware erweist sich als störend, und so reift in Franz Heinrich der Gedanke, ein eigenes Grundstück zu erwerben. Trotz aller Anspruchslosigkeit der Lebensführung reicht das Ersparte nicht zu. Franz Heinrich wagt es gleichwohl. Er kaufte ein Grundstück an der Vielitzerstraße und stellte darauf ein Haus, der bescheidene Grundstock der beutigen ausgedehnten Fabrikanlage. Er spart sich den Pfennig vom Munde ab, die Fristen einzuhalten, und tauscht den Teilhaber. Herr Wolfgang Hertel bringt ein für beutige Verbältnisse kaum nennenswertes Kapital ein, aber Franz Heinrich versteht mit dem Pfennig zu rechnen. Für sich selbst braucht er fast nichts, alle Erträgnisse fließen in das Geschäft. Franz Heinrich und Wolfgang Hertel ergänzen sich auch vorteilhaft. Das Geschäft gebt voran, da stirbt Herr Hertel schon im Jahre 1900 zu Franz Heinrichs Schmerz und neuen Sorge, denn er soll sein Kapital zurückzahlen.


Franz Heinrich führt die Firma „Heinrich & Hertel" unter großen Schwierigkeiten allein fort und setjt fich durch unermüdlichen Fleiß, größte Anspruchslosigkeit und unbestreitbare Tüchtigkeit durch. Schon 1901 wächst der Betrieb auf etwa 50 Arbeiter an, aber immer klarer wird es Franz Heinrich daß fein Unternehmen nur dann fichergestellt, das gesteckte Ziel, Qualitätsware zu erzeugen, nur dann erreichbar ist, wenn er sich das weiße Porzellan selbst herstellt. Franz Heinrich ist kein Zauderer. Kaum den größten Sorgen und Schwierigkeiten entgangen, baut er 1902 seinen ersten Brennofen und die unerläßlichen, damit im Zusammenhang stehenden Nebenbetriebe. So bescheiden all das in seinen Größenverbältnissen gegriffen wird, gebt es doch über seine Kraft. Aber schon bat er ein anderes Kapital erworben, den Ruf eines vorwärts strebenden, tüchtigen Fachmannes, dem man unbesorgt Kredit einräumen könne. Der Färbereibesitjer Herr Ernst Adler im benachbarten Asch, selbst ein industriell bocbbewäbrter Herr, erklärt sich bereit, als stiller Teilhaber in das Geschäft einzutreten und das notwendige Kapital einzubringen. Er ist großdenkend genug, den Wunsch Franz Heinrichs zu respektieren, an der Selbständigkeit der Entschließung und an der Ausschließlichkeit der Verantwortung nichts einzubüßen, und er hat es nicht zu bereuen gehabt bis zum beutigen Tage. Die Verbindung gereicht beiden Herren zur Ehre. Umgekehrt wußte sich Franz Heinrich die geeigneten Kräfte dienstbar zu machen zur Überwindung der technischen Schwierigkeiten, den Kinderkrankheiten, die ja jeder neue Betrieb durchzumachen bat, und der Chronist gedenkt hier pflichtgemäß der aufopfernden und erfolgreichen Mithilfe zweier Herren, des Oberdrebers Neupert und des Oberbrenners Christian Gräf. Der Versuch der Eigenfabrikation von Porzellan erschien als geglückt. Das Fabrikat gewann Eingang in bessere Geschäfte. 80 Personen hatten ein gesichertes Brot.


Der Chronist darf und muß hier etwas abschweifen und bat des Lebensbundes zu gedenken, den Herr Franz Heinrich im Herbst 1898 mit Fräulein "Jette Krippner einging. Fluch er war auf Hrbeit, Sparsamkeit und Opferfähigkeit gestellt, aber wer den Vorzug hat, die allzeit heitere und innerlich mit den besten Eigenschaften einer Gattin und Hausfrau ausgestattete Gemahlin des Herrn Franz Heinrich zu kennen, der wird uns beipflichten, daß in diesem harmonischen Bunde die starke Wurzel für die Beständigkeit und Kraft des auf Hrbeit eingestellten Lebens des Herrn Franz Heinrich ruht. Seit dem Eintritt des Herrn fldler in die Firma im Jahre 1 903 lautet diese „Heinrich & Co." Herrn Franz Heinrichs neu in die Erscheinung tretende Tugend ist nun die Selbstbeherrschung. Er vermeidet eine übereilte Vergrößerung, sondern baut die Erweiterung der Fabrikationsanlagen auf den gesicherten flbsatj auf. Hierin aber gebt er neue und weite Wege. Das Exportgeschäft wird aufgenommen, insbesondere nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Hucb hier findet das Unternehmen bald einen guten Freund und treuen Berater, der es bis zur Gegenwart geblieben: Herr W. G. Mueller in Chicago, seit 1. September 1921 Generalvertreter der Firma für Nordamerika mit dem Sitze in New-York. Dank der Qualität des Heinricb-Porzellanes findet es überall Eingang, und so ergibt sich bereits 1904 die zwingende Notwendigkeit zu einer erbeblichen Vergrößerung der Fabrikationsanlagen. Es werden zwei weitere Öfen, eine Massemüble, eine Kraftanlage, eine Malerei, ein Expeditionsgebände mit Packerei, ein Lagerhaus und ein Stallgebäude geschaffen. • 1906, in welchem Jahre die Zahl der Werks-Hngehörigen bereits auf über 200 angewachsen ist, folgt der Bau zweier weiterer Brennöfen und eines Kobaltofens, ferner auf der linken Seite der Vielitjerstraße der eines Malereigebäudes, das


den Grundstock der heutigen Porzellanfabrik Gräf & Krippner bildet. Beide Inhaber genannter Firma sind Schwäger des Herrn Franz Heinrich und haben seinem Unternehmen in jahrelanger Mitarbeit bis zu ihrem Ausscheiden zwecks Selbständigmacbung durch Übernahme dieser Malerei wertvolle Dienste geleistet. Im Frühjahr desselben Jahres brannte das Gebäude, in dem sich der erste Brennofen befand, aus und der Dachstuhl nieder. Obwohl der Schaden ziemlich beträchtlich war, hatte die Fabrikation unter diesem Unglück verhältnismäßig wenig zu leiden. Fluch des langjährigen Prokuristen der Firma Heinrich & Co. und jetzigen Direktors der Porzellanfabrik Gebr. Bauseber, Hkt.-Ges. in Weiden, Herrn Karl Lang, sei an dieser Stelle für seine fleißige, treue und erfolgreiche Mitarbeit besonders gedacht. In die Jahre 1906, 1908, 1909 und 1911 fallen Käufe von Geländen, landwirtschaftlichen Hnwesen, der Bau eines Schneidsägewerks und der Bau des einen oder anderen Gebäudes für ergänzende Nebenbetriebe, fils fruchtbarste Jahre für den organischen Ausbau des Gesamtunternebmens auf Grund des fortgesetzt gesteigerten Absatzes erscheinen die Jahre 1912—1914. Es wurde eine großzügige, hochmoderne Finlage durch Hufführung eines 6 stöckigen Eisenbetonbaues geschatfen, der außer einer idealen Dreherei und einer gleichen Kapseldreberei, einer Formgießerei, Modellierräumen, geräumigen Formen- und Modellagern und einem mustergültigen Tongewölbe, 4 weitere Brennöfen einschließt. Gleichzeitig mußten die Massemüble und das Masselager der neuen Finlage entsprechend vergrößert werden. Weiter fällt in diese Zeit die Schaffung der für das Unternehmen lebenswichtigen Industriegleisanlage mit fast 1700 m Gesamtlänge und die hierzu nötigen Geländeankäufe. So war bei Ausbruch des großen Krieges ein Werk vollendet, das zu den größten der Branche zählt. Unter den Einflüssen des Krieges, die sich zunächst in dem Einzug der


Arbeitskräfte und dem Stocken des Absatzes äußerten, wurde es sofort zum Gegenstand der Sorge. Im späteren Verlauf des Krieges und seiner Folgezeit übte insbesondere der Kohlenmangel eine beängstigende Wirkung aus. Durch all das ließ sich Herr Franz Heinrich nicht entmutigen. Er steuerte mit ruhiger Hand sein Scbitf durch die brandende See. Mußten auch anfangs schwere Verluste in Kauf genommen werden, so verstand es Herr Franz Heinrich doch, Herr der Situation zu bleiben. Er nahm mehrmalig eine Umstellung des Betriebes vor und nahm die Herstellung von elektrotechnischen Artikeln in größerem Maßstabe auf, insbesondere von Hoch- und Niederspannungsisolatoren. Dank der Überwindung aller technischen Schwierigkeiten und der allgemeinen Wertschätzung auch für diese Erzeugnisse Heinrich'scher Herkunft, wird diese Fabrikation dauernd betrieben. So hat das Unternehmen aus dem Kriege den Nutzen gezogen, sein Arbeitsprogramm zu erweitern. Es hat aber auch die Mittel gewonnen, seine volle Unabbängigkeit hinsichtlich der Rohstotfe sicherzustellen, indem es 1918 in Meierböfen bei Karlsbad in Böhmen die Kaolinschlämmerei mit Wohn- und Wirtschaftsgebäuden der Firma Brendel & Hain mit wertvollen und ausgedehnten Kaolingründen und in Tascbwitz bei Karlsbad Kohlenfelder erwarb. Trotz dieser Erfolge, die den Ausbau der vertikalen Organisation des Gesamtunternehmens ermöglichten, fühlt sich die Firma Heinrich & Co. und ihr Leiter Herr Franz Heinrich durch den unseligen Krieg schwer geschädigt. Sie bedauern und betrauern den Verlust von 36 Werksangehörigen, durchwegs treue und brave Mitarbeiter, die auf dem Felde der Ehre geblieben oder an den Folgen von Krankheit oder Verwundung gestorben sind. Die Firma erkennt es als Ehrenpflicht an, die Namen der Helden auf einem im Fabrikbof zu errichtenden Denkmal zu dauerndem Gedächtnis festzuhalten.


Umgekehrt find im labre 1919 die beiden Brüder des Herrn Franz Heinrich, die Herren Bucbdruckereibefitzer Ernft Heinrich und Kaufmann Michael Heinrich als Teilhaber in die Firma eingetreten. Herr Ernft Heinrich hat die kaufmännifche, Herr Michael Heinrich die tecbnifcbe Leitung übernommen. Der Verzweigtheit und Erweiterung des Gefamtunternebmens wäre auch eine Arbeitskraft wie die des Herrn Franz Heinrich auf die Dauer wohl nicht mehr allein gewachfen gewefen. Dem vereinten Bemühen ift die Umftellung auf die Friedenswirtfcbaft in dem Maße gelungen, daß die zurückgeftrömten Kriegsteilnehmer lückenlos wieder eingeftellt werden konnten und das Unternehmen bereits 1921 wieder reichlich 700 Perfönen gegenüber 350 bei Eintritt der Demobilmachung bcfcbäftigte. Eine eigene Buch- und Steindruckerei, Scblofferei und fonftige Handwerksnebenbetriebe wurden den bereits beliebenden angegliedert. Diefes günftige Ergebnis ift insbefondere dem erfolgreichen Bemühen zu danken, den Export wieder zu feiner alten Bedeutung zu verhelfen. Der amerikanifcbe Markt nimmt bereits wieder einen großen Teil der Erzeugniffe des Unternehmens auf. Daneben wird das Gefcbäft nach den fkandinavifcben Ländern, Holland, der Schweiz und Italien befonders gepflegt, wo die Firma eigene Vertretungen unterhält, fo daß weitaus der größte Teil der Gefamterzeugniffe den Weg ins Ausland findet. Wer möchte angefichts des Dargeftellten die Bedeutung des Unternehmertums anzweifeln. Wenn Deutfcblands Wirtfcbaftsfchitf eine Vielheit Kapitäne von der Tüchtigkeit und Pflichttreue eines Herrn Franz Heinrich bat, dann mag die See ftürmen und branden, wir brauchen nicht verzagen. Mit dem Kinde des Hydrioten kann dann das deutfche Volk in die vertrauenden Worte ausbrechen: Der Vater fitzt am Steuer, da bat es keine Not!


Umgekehrt verkennen Unternehmer von der Art des Herrn Franz Heinrich nicht, daß fie auf die vertrauensvolle Gefolgfchaft und die treue Mitarbeit von Angestellten und Arbeitern angewiesen find, foll das Werk den Meifter loben. Darum muß ebenfo der I. Teil des Wortes fich bewahrheiten, wie der II. Teil: „„ Einer für Alle, Alle für Einen! Aus diefem Gedankengange heraus glaubt der Cbronift diefe Denkschrift nicht beschließen zu dürfen, ohne nachstehend die treuen und langjährigen Mitarbeiter des Herrn Franz Heinrich noch besonders anzuführen, deren nicht schon in vorstehendem gedacht ist. Es sind dies die Herren: Herr Karl Richter, Obermaler, eingetreten am l 2. November 1902 Herr Hans Leps, Modelleur, bei der Firma seit 15. September 1903 Herr Albin Wolf, Oberglasurer, eingetreten am 19. Oktober 1903 Herr August Kießling, Betriebsleiter, eingetreten am 15. Februar 1908; ihm wurde anläßlich des 25jährigen Bestehens der Firma Handlungsvollmacht erteilt Herr Adolf Rogler, Expeditionsleiter, in der Firma seit 3. Mai 1909, dem aus Anlaß des 25 jährigen Be•

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stebens der Firma Prokura erteilt wurde Heinrich Grießbammer, Malereileiter, eingetreten am 27. Dezember 1912 Hermann Lange leistet der Firma seit 1. Januar 1914 treue Dienste; es wurde ihm im April 1919 EinzelProkura erteilt Ottomar Polier, ebenfalls Prokurist, ist seit 1. September 1914 bei der Firma Wilhelm Zeidler, der lange Jahre die Expedition leitete. machte fich 1919 selbständig Karl Welzel, Schneidsägewerks- und Hofverwalter, gefallen im Weltkrieg 1914 Martin Krippner, ebenfalls bereits 1914 im Kriege gefallen


Herr Ernft Lang, Berlin, der die Firma feit einer Anzahl von Jahren in Berlin vertritt Herr Gnftav Schmeißner, Schloffermeifter, eingetreten am 15. April 1919 Herr Georg Schmeißner, Prokurift in Meierhöfen bei Karlsbad, zwar erft kurze Zeit bei der Firma, leitet aber umfiebrig und erfolgreich das Karlsbader Kaolinwerk. Nacbftebende Arbeiter haben der Firma jahrzehntelang treue Dienfte geleistet: Herr Johann Blendinger, Kapfeidreher, jetzt Beamter Johann Bedk, Zimmermann „ Wolfgang Heinrich, Kiftenmacber „ Johann Wunderlich, Maler „ Martin Wunderlich I., Maler „ Heinrich Paul, Maler Georg Voit, Schneidmüller, geftorben 1921 „ Guftav Bechert, Sortierer Wolfgang Wölfel, Brenner, geftorben 1915 „ Cbriftian Tröger, Brenner, geftorben 1914 „ Johann Purucker, Dreher, geftorben 1915 „ Georg Scbödel, Dreher, geftorben 1916 Die fozialen Aufgaben, die dem Unternehmen durch das rafche An wachten im allgemeinen und Herrn Franz Heinrich im befonderen erwachten find, verdienten ein befonderes Kapitel. So wurde dem Bau und dem Verbeffern von KleinWohnungen neben der Werkvergrößerung und -erbaltung ftets ein befonderes Augenmerk zugewendet. Der gemeinnützige Bauverein fand durch Herrn Franz Heinrich und durch die Firma eine jahrzehntelange erfolgreiche Mitarbeit und reichliche Unterstützung. Aber auch Werkwobnungen wurden ftändig gefchatfen. Erft im Jahre 1921 wurde wieder mit dem Bau einer Kolonie von Kleinwohnungen am Goldberg begonnen, wovon 26 fchöne Wohnungen in allernächster Zeit bezogen werden können.


Der ftaatlicben Facbfcbule in Selb wurde von den leinerzeitigen beiden Inhabern der Firma, den Herren Ernft Fidler und Franz Heinrich, der Bauplatz unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Den Kriegsinvaliden freute Herr Franz Heinrich ein Ökonomieanwefen vorerft zur 10jährigen, unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung. Immer fanden gemeinnützige Vereinigungen und Beftrebungen, wie der Naturheilverein, Rotes Kreuz, nationale Turnvereine, Krieger- und Militärvereine ufw. eine offene Hand und Verftändnis für ihre Ziele. Zum Schluß fei noch der Stiftung an die Stadtgemeinde Selb Erwähnung getan, die Herr Franz Heinrich aus FInlaß feines Jubiläums mit 100000 Mark errichtete und von der Firma auf 300 000 Mark erhöbt wurde und bezweckt, das Stiftungskapital an kreditwürdige und -bedürftige Gewerbetreibende in Selb zu mäßigem Zinsfuß auszuleihen und die Zinfen zur Hälfte auf das Kapital zu fchlagen und die andere Hälfte zur Verfchönerung der Stadt zu verwenden.


Abbildungen aus den Betrieben


im

Straßenfront der Fabrik

Rückanficbt der Fabrik


Fabrik aus der Vogelfcbau (Fliegei^aufnabme)

Handwerkergeb채ude und Rangiergeleisanlage


Vordere Maffemüble

Tongewölbc


Modelleurzimmer

FormgieĂ&#x;erei


Modellboden

Formenboden


Linker FlĂźgel der Oefcbirrdreberei

Teilanficbt aus der GieĂ&#x;erei


Hnficbten aus der Ifolatorendreberei


Garniererei, anfcbließend Gießerei

Teilanficbt der Stanzerei


Verputjerei f端r Stanzporzellane

Neue Glafurerei


Gl端bboden im neuen Brennbaus

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Linker Fl端gel der Kapfeldrcberei


Innenanficbt eines Gl端hofens

Neues Brennbaus


Sortierftube

Hintere Schleiferei


Hotclgefcbirr-Lager

Oefcbirr-Husgabe und WeiĂ&#x;-Teillager


Hintere Stabldrudierei

Teilanficbt der Buntdrud<erei


Untere alte Malerei

Teilanficht der Unterglafurmalerei


Neue Schmelze

Gefcbirrpackerei


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Unterer Mafcbinenfaal der Buch, u n d Steindruckerei

Schreinerei


S채gewerk mit Kiftenmacberei u n d HolzwoUefabrikation

Brennbolzzerkleinerungsmafcbinen


Villa des Herrn Franz Heinrich

Stammbaus der Familie Heinrich, in welchem fich die erften öefchäftsräume der Firma befanden, je^t Wohnhaus des Herrn Ernft Heinrich


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Expedition, WeiĂ&#x;lager, Schleiferei

Handwerker u n d Hofarbeiter


1921 mit dem Bau begonnene Kolonie von Wobnbäufern ^ am Goldberg

Ökonomiegut in Vieliö mit Foblenweide


Fuhrpark des Betriebes in Selb

Fabrikkantine


Kaolinfcblämmerei in MeierbÜfen bei Karlsbad

Ein Blick in die Kaolingrube (24 m unter der Erde)


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ÂťMK Originalaufnahmen, DrudÂŤ und Ausstattung von der Graphisctien Kunstanstalt ]. C . F. Piei<enhahn & S o h n , Chemnitz, S a .


Chronik Heinrich 25 Jahre