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Evangelische Zeitung für Österreich

Evangelische Kirche A.B. in Österreich Urlaubsheft 2013

Herzlich willkommen! Neben den landschaftlichen Schönheiten finden Sie in Österreich kulturelle Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören auch die evangelischen Kirchen. Schon in der Zeit der Reformation gab es einen regen evangelischen Kirchbau, von dem aber nur wenige Beispiele erhalten sind. In der Zeit der Toleranz entstanden ab 1781 die schlichten Bethäuser. Später wurden vor allem in den Städten evangelische Kirchen gebaut. Die Kirchbauten unserer Tage verbinden moderne Architektur mit dem evangelischen Verständnis von Glaube, Kirche und Gottesdienst. Feiern Sie einen Gottesdienst mit! Sie werden eine Gemeinschaft erleben, die ihre Tradition liebt und offen ist für die Zukunft.

Herzlich willkommen in Österreich!

Einen schönen Urlaub!

Welcome!

Foto: Uschmann

In addition to the scenic beauty found in Austria, there are cultural objects of interest, to which the protestant churches belong. Already during the time of the Reformation there were active protestant churches, but only a few examples remain. Under the Patent of Tolerance starting in 1781 simple prayer houses developed. Later protestant churches were built in the cities. The churches of our day combine modern architecture with the protestant understanding of faith, church, and service. Celebrate a service with us! You will experience a community, which loves its traditions and is open to the future. Have a nice vacation!

129 Fragen

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Bischof Michael Bünker


Evangelische Christuskirche Kitzbühel Die evangelische Christuskirche in Kitzbühel/Tirol wurde von 1962 bis 1965 am Fuße des Kitzbüheler Horns gebaut. Entworfen und geplant hat das Gebäude der bekannte Architekt Clemens  Holzmeister. In Kitzbühel war der Bedarf nach einem eigenständigen Gemeindeleben mit dem Wiederaufleben des Tourismus in der Nachkriegszeit gestiegen,

Die Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau ist ein spektakuläres Wahrzeichen der Heimatstadt des Architekten Wolf Dieter Prix, Mitbegründer von COOP HIMMELB(L)AU. Besonders das Stahldach mit seinen drei Öffnungen und der markante Glockenturm verleihen dem Gotteshaus besonderen Charakter. Jede der drei Dachöffnungen steht für jeweils eine Person Gottes und sorgt für atmosphärisches Licht. Der hohe Gottesdienstraum in Form eines riesigen Tisches symbolisiert die Bedeutung des Abendmahls für die christliche Gemeinde. Nur 300 Quadratmeter standen Prix, der sonst Großprojekte wie den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt oder den Umbau der Gasometer in Wien plant, zur Verfügung.

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UrlaubsHeft ✲ Sommer 2013

Das Gebiet der evangelischen Pfarrgemeinde Kitzbühel erstreckt sich über 17 Gemeinden im Bezirk. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist inzwischen auf rund 1220 angestiegen, wovon die meisten in Kitzbühel und St. Johann leben. http://www.evangkitzbuehel.info, Ölberg 6, 6370 Kitzbühel, Gottesdienst sonntags 10 Uhr

129 Fragen, die die Welt erhellen

17 Gemeinden gehören zur Pfarrgemeinde Kitzbühel in Tirol. Beeindruckend ist das offene Dachgestühl der Kirche.

Martin-Luther Kirche Hainburg

Holzmeister entwarf ein Gebäude, das sich gut in die Umgebung einfügt, beeindruckend ist auch das offene Dachgestühl im Inneren der Kirche. Erst zwei Jahre nach der Einweihung der Kirche konnte aus finanziellen Gründen eine Glocke installiert werden, weitere Jahre später kam eine Orgel dazu.

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Vor rund 1700 Jahren wurde am Standort der Kirche das erste Mal im Edikt von Nikomedia durch Kaiser Galerius die Duldung der Christen im damaligen römischen Reich ausgesprochen.

Seit 1700 Jahren gute Christen Vorgespräche dafür dürften bei der so genannten Kaiserkonferenz in Carnuntum im Jahr 308 stattgefunden haben. Heute wird die Kirche von rund 500 evangelischen ChristInnen im Hainburger Einzugsbereich genutzt. http://evang-hainburg-bruck.at, Alte Poststraße 28, 2410 Hainburg an der Donau, Gottesdienst jeden 2. und 4. Sonntag im Monat um 9.30 Uhr

2013 steht unter dem Motto: „Wer nichts weiß und nichts gefragt hat, könnte alles glauben!“ Und als Anleitung fürs persönliche Durchdenken in Glaubensfragen bietet sich eine Bekenntnisschrift als Einstieg gut an. Den Heidelberger Katechismus hat Zacharias Baer vor 450 Jahren im Auftrag des Kurfürsten Friedrich III. aus der Pfalz als ein evangelisches Bekenntnis zusammengestellt. Und der Text ist trotz „Weltruhms“ kein reformiertes „Weltbekenntnis“. Es handelt sich um 129 Fragen und Antworten, die einladen, sie zu beantworten, abzulehnen oder umzuformulieren. Denn mein Glaube steht immer auf dem Prüfstand, und eine befreundete Agnostikerin könnte durchaus einmal die Frage stellen: „Was tröstet dich die Auferstehung der Toten oder die Verheißung des ewigen Lebens?“ Schon die Art der Fragen bewahrt vor einer Flucht in Mystifizierungen und Geheimniskrämerei in Glaubensdingen. Vor 450 Jahren hat der Heidel-

Impressum: Evangelische Kirchenzeitung SAAT/Reformiertes Kirchenblatt, Herausgeber dieses Extrablattes: Evangelische Kirche A.u.H.B., Severin-Schreiber-Gasse 3, 1180 Wien, www.evang.at, Redaktion: M. Bünker, T. Hennefeld, M. Uschmann (Texte), Wien 2013, Satz: K. Kerndl, Fotos: S. 1: H. Leban, S. 2: W. Nessizius, S. 3: reformierterbund.de, S. 1, 3, 4: M. Uschmann. Hergestellt im Evangelischen Presseverband in Österreich.


Fresach: Toleranzbethaus In der evangelischen Pfarrgemeinde Fresach ist ein historisches Gebäudeensemble aus der Zeit kurz nach Erlass des Toleranzpatentes von 1781 erhalten geblieben, das sich in seinem Bestand seit damals kaum verändert hat. Bethaus, Pfarrhaus und Karner liegen noch heute eingerahmt von historischen Steinmauern und altem Baumbestand südlich des Ortskerns.

1781 hat sich nach dem kaiserlichen Toleranzpatent in Fresach eine evangelische Gemeinde konstituiert.

Fresach war einer von insgesamt 13 Orten in Kärnten, in denen sich nach dem Toleranzpatent vom Oktober 1781 eine evangelische Gemeinde konstituierte. Schon bald nach der Gründung errichtete die Kirchengemeinde Fresach ein hölzernes Bethaus. Dabei musste man die Bestimmungen des Toleranzpatentes beachten. Verboten waren Glocken, Türme und ein repräsentatives Portal. Die evangelischen Bethäuser sollten wie normale Wohn-

berger Katechismus den Nerv der Zeit getroffen. „Was glaubst du…?“ „Was tröstet dich …?“ „Was hilft es dir …?“ „Was nützt uns …?“ Heute nehmen sich in Heidelberg Künstler aus der Rapszene dieser pulsierenden Fragen an. So wie Rapper Pie mit seinem Youtube-Hit.

Rapper Pie auf Youtube „129 Frage, die die Welt erhellen, die dir sagen: nicht verzagen, die dich lehren, Gott zu ehren und nichts anderes zu begehren, die anregen zu handeln, und viele Menschen verwandeln. Die 129 Fragen aus Heidelberg sind geschrieben als wahres Wunderwerk, und zeitlos bewegen sie noch heute die Menschen. 129 Fragen, die dich zu einem Glauben bewegen und deiner Seele den göttlichen Segen geben. Lasst die 450er Party jetzt steigen!“

häuser aussehen. 1784 brannte das erste Bethaus von Fresach ab. Die Ursache wurde nie geklärt. 1785 wurde ein neues Bethaus aus Stein gebaut. Dieses ist ein wertvolles Baudenkmal der Toleranzzeit, weil es nahezu unverändert erhalten geblieben ist. Der Außenbau ist streng gegliedert. An der Apsis gibt es zwei Rundbogenfenster, die Langhausseiten weisen zwei Reihen von Rechteckfenstern auf, nord- und

westseitig befinden sich schlichte Portale. Zwei Bibelsprüche sind der einzige Schmuck der Außenwand. Auch die originale Innenausstattung aus den 1780er Jahren ist noch vorhanden. Dies betrifft insbesondere den Kanzelaltar und die Holzbänke. www.evangelischeskulturzentrum.at, Dorfplatz 48, 9712 Fresach, Gottesdienst sonntags 10 Uhr (ausgen. 3. Sonntag im Monat).

Kreuzkirche am Ölrain, Bregenz Fortsetzung von Seite 4 Baubeginn der Kirche war 1862, die Pläne stammten von Christian Friedrich Leins aus Stuttgart, der als bedeutendster Kirchenarchitekt Württembergs im 19. Jahrhundert gilt. Eingeweiht wurde die Kirche 1864.

Beim Aushub für die Fundamente kamen römische Funde zutage, darunter die Reste einer Therme. Bregenz ist seit der Frühbronzezeit dauernd besiedelt. Die Grafen von Montfort gründeten in der Mitte des 13. Jahrhunderts die mittelalterliche Stadt. 1451 an die Habsburger gekommen, wurde Bregenz im 16. Jahrhundert zum Vorposten gegen die evangelischen Reichsstädte in Schwaben ausgebaut. Die Reformation konnte in Bregenz nicht Fuß fassen.

Das heutige Erscheinungsbild des Kircheninneren, eines Saalraums mit offenem Holzdachstuhl, geht auf PS: Und dass es in Wien eine Erst- die 1940 vorgenommene Umgestalausgabe des Heidelberger Katechis- tung zurück. mus in der Österreichischen Nationalbibliothek gibt, hat die refor- www.evang-kirche-bregenz.at, mierten Gemeinden veranlasst, eine Kosmus-Jenny-Straße 1, 6900 Bregenz, Buchpatenschaft für dieses Kleinod Gottesdienst sonntags 9.30 Uhr zu übernehmen. Harald Kluge

UrlaubsHeft ✲ Sommer 2013

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Evangelische Kirche H.B. in Österreich

Evangelische Kirchenzeitung Urlaubsheft

2013

Grüß Gott! Nach reformiertem Verständnis ist ein Kirchengebäude ein Versammlungsort, an dem Menschen zusammenfinden und miteinander Gottesdienst feiern. Reformierte Kirchen sind meist schlicht, ohne Prunk, ohne Bilder und auch ohne Kreuze. Das Kirchengebäude ist nicht an sich heilig. Heilig wird es durch die Menschen, die dort singen, beten und das Wort Gottes verkündigen bzw. hören. Ich wünsche Ihnen, dass sie in Ihrem Urlaub Kirchen kennenlernen und in Kirchen auch Gottesdienste feiern, die eine Ausstrahlung haben und die etwas spürbar werden lassen vom Geist Gottes, der auch durch Kirchen wehen kann.

Grüß Gott! Volgens onze gereformeerde opvatting is een kerkgebouw een plaats van samenkomst, waar mensen met elkaar kerkdienst vieren. Meestal zijn gereformeerde kerken eenvoudig van buiten en binnen: zonder pracht en pronk, zonder schilderijen en ook zonder kruis.

Foto: Uschmann

Het kerkgebouw zelf is niet heilig. Heilig wordt het door de mensen, die daar zingen, bidden, Gods woord verkondigen of daarnaar luisteren. Mijn wens aan U is, dat U in Uw vakantie kerkdienst in kerken kunt vieren, die iets uitstralen van de geest van de Here, die ook door kerken waaien kan.

Landessuperintendent Thomas Hennefeld

Die Kirche in Bregenz ist eine typische Vertreterin der neugotischen Bauweise: Das Gebäude vereint Langhaus und Querschiff unter einem Satteldach. Der eingezogene Vorbau besitzt eine Giebelfassade mit Rosette und Spitzbogenfenster. (weiter geht´s auf Seite 3)


Ferien-SAAT 2013