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bringen würde ; anderseits, um die Zurückhaltung des Autors beim Wort zu nehmen. Obwohl es offensichtlich ist, dass der Stil den Namenszug fordert. Coma widersteht der Spannung dieses Widerspruchs. Coma, das soll nicht der Autor, sondern eine vielschichtige Spur sein. Coma findet man per Zufall, oder sie fällt vom Himmel. Man sieht sie auf einer Bank liegen, auf einem Gestell in einer Buchhandlung, in einem Briefkasten, im Abfall. Oder man weiss nichts davon. Im Grunde ist Coma vom Aussterben bedroht. Dies ist ihr Antrieb. Aufgrund der Berücksichtigung einer Unterbrechung, der Dekadenz eines Zustands akzeptiert Coma unvollständige Texte, solche, die probieren, brabbeln, künstlich atmen. »4 Julien Maret studierte Philosophie in Strassburg (2000– 2005), wo er zusammen mit dem Philosophen Michel Vanni ein Seminar über Nietzsche betreute. Dann schrieb er sich am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel ein. Dieses gehört der Hochschule der Künste Bern an und bildet seit einigen Jahren junge Schriftsteller aller Landessprachen zum Bachelor und Master in literarischem Schreiben aus. Er profitierte von diesem Ort des Austauschs und des Wetteifers, wo er an der Präzision der Sprache arbeitete, an der Bewegung der Syntax, namentlich in Form von « Satzstudien ». Während dieser Zeit machte er eine wichtige Begegnung mit dem Schriftsteller Marius Daniel Popescu, aus der eine Freundschaft entstanden ist. Julien Maret veröffentlicht heute Texte für seine Künstlerfreunde (Luc Mattenberger, Valentin Carron, Rania Ezzat), beteiligt sich am Onlinemagazin coaltar5 und gibt verschiedene Performance-Lesungen in Genf. Eine kürzlich erschienene Anthologie von Studententexten des Literaturinstituts enthält einen vibrierenden Text über die Entstehung von « heute » aus seiner Feder :

4 Zitiert in : http://www.culturactif.ch/invite/coma.htm, abgefragt am 23. Juni 2011. 5 www.coaltar.net J.M.

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Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011  
Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011  

Catalogue: Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011 / Katalog: Kulturpreise des Staates Wallis 2011 Prix Culturel / Kulturpreis: André Raboud...

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