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oben die Reiter und Reiterinnen auf ihren Pferden). Sehr schwierige Projekte und menschlich erschöpfend. Grosse Equipen und viel Geld zu verwalten, kulturelle Schwierigkeiten, grossartig, aber auch zum Verzweifeln… und ich war sehr jung. Aber ! Wir haben für riesige Menschenmengen gespielt wie auch für Weiler mit zehn Personen. Und ohne Druck von aussen (grooosser Luxus !) : keine Presse, keine dieser « ganz wichtigen Leute aus dem Milieu » kein « Spielen um die Karriere ». Einfach nur das beste Stück, das wir bieten konnten. Für zehn wie für tausend. Und es ging nicht um Höflichkeit : Wenn sich jemand im Publikum langweilte, stand er auf und ging. Ganz einfach. Und da, da haben wir etwas gelernt. Aber es tat auch weh. Wir waren ins Theater St.-Gervais in Genf eingeladen, um mit der nicaraguanischen Truppe den Kaukasischen Kreidekreis zu spielen, ein Stück, das wir in Nicaragua eingespielt und mit dem wir dort auf Tournee gewesen waren. Da wollten wir plötzlich… Anerkennung. Zu Hause. Die Säle füllen. Eindruck machen. Wir füllten die Säle. Wir machten Eindruck. Die Leute, die Presse, der Typ, weisst du, dieser « ganz wichtige aus dem Milieu », sie alle liebten uns. Aber wir, wir hassten uns. Wir hatten alles vergessen. Wir wollten gefallen. Es war so traurig. Ich verlor fünf alte Freunde und acht Kilo bei diesem Projekt. Und wir lösten die Truppe auf. Dass der Saal voll ist, das ist wichtig für die sieben vom Vorstand, die das Geld auftreiben müssen und dir sagen : « Julie, das Stück muss gut sein, der Saal muss voll sein, sonst verlieren wir Geld. » Das ist eine Realität. Dass der Saal voll ist, das ist wichtig, damit die Schauspieler, die Sänger, die auf der Bühne schwitzen, Lampenfieber haben und glücklich sind und eine Reaktion, einen Austausch ernten, den Atem des Publikums hören im Saal. Dass der Saal voll ist, das ist wichtig, damit die Zuschauer ein Fest erleben, eine Begegnung, jeder für sich und alle zusammen, eine Versammlung von Männern und Frauen, die zuhören, sehen, ihre eigenen Mythen spüren und sich ein bisschen sammeln, in sich selbst. prix d’encouragement / förderpreise

Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011  

Catalogue: Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011 / Katalog: Kulturpreise des Staates Wallis 2011 Prix Culturel / Kulturpreis: André Raboud...