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gaturen sehen, Erinnerungen an mesoamerikanische Architektur oder kaligrafische Inspirationen aus dem fernen Osten. Doch ist es vor allem der Symbolismus seiner Formen, der auf ein gemeinsames ursprüngliches Repertoire verweist. Weit entfernt von überflüssigem Gerede und dekorativem Schnörkel, zieht er daraus eine reine Geometrie der Heftigkeit und der Sinnesfreude. Bis in die 90er-Jahre ging es viel um Altare, Opfertische, Äxte, Ambosse und spitze Klingen, Boote und Gräber, Menhire und Priester oder Offizianten. Figuren also, die an antike Zeremonien erinnern, die den Menschen mit dem grossen Rätsel des Ursprungs und mit den Kräften, die darüber hinausgehen, in Verbindung bringen sollten. Dann wurden die Formen geometrischer, abstrakter, universeller, aber nicht weniger symbolisch : Räder, Ringe, Gesteinsspiralen, Tore, Säulen, Flügel, gespannte Bogen, versteinerte Perlboote oder Wellen. Und nicht zu vergessen sind diese emblematischen, aufs Äusserste stilisierten Figuren, die immer wieder in seinem Werk vorkommen. Sie kreuzen seit den 90er-Jahren seine Laufbahn : eine beeindruckende Reihe von Köpfen aus Lava und Serpentin, dem « Schreienden Menschen » gewidmet. Diese realisierte er nach einem Besuch des Atombombenmuseums in Hiroshima. Ausserdem die bewegenden und poetischen Variationen rund um die Thematik der Mädchen und Engel : « Das Mädchen und der Tod », « Die Mädchen », « Mädchen in einem Boot », « Tor für einen Engel », « Dialog mit einem Engel »… Steinerne Erinnerung

Vielleicht war es zu diesem Zeitpunkt, als Raboud seine archaische Zeit abschloss und in seine eigene Klassik überging. Mit einer noch nüchterneren Ausdrucksweise, strenger, eleganter und geläuterter als im ersten Teil seiner Laufbahn. Raffinierter und weiter zur ästhetischen und technischen prix culturel / kulturpreis

Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011  

Catalogue: Prix Culturels de l'Etat du Valais 2011 / Katalog: Kulturpreise des Staates Wallis 2011 Prix Culturel / Kulturpreis: André Raboud...