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Frühjahr/ Sommer 2017

Frühjahr/ Sommer 2017 ANTON V ELTINS

CARL VELTINS

Leute, Leute... Echte Sauerländer Kerle

Wo bisse wech?

Im 19. Jahrhundert brauten die Brüder Carl und Anton Veltins in der Grevensteiner Brauerei ein vorzügliches Bier, das weit über die Grenzen hinaus Beliebtheit erlangte.

Wir stellen Dreislar und Neuastenberg vor

Runter vom Sofa...

Schutzgebühr 3,80,– €

Foto: Rita Maurer

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An diese Historie knüpft die Brauerei C. & A. Veltins mit „Grevensteiner“ wieder an. Das naturtrübe Grevensteiner Original ist ein süffiges Landbier, das mit weichem Quellwasser und erntefrisch verarbeitetem Hopfen gebraut wird. Traditionsreiche Malze verleihen dem Bier seinen bernsteinfarbenen Glanz und sein vollmundiges Aroma. Getreu dem deutschen Reinheitsgebot.

Heimatliebe Winterberg . Medebach. Hallenberg

...raus in die Natur


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Wenn Himmel und Straße sich näher kommen.

Sportlich aktiv im Sauerland Erfrischung gefällig? Tanken Sie neue Kraftreserven im Restaurant Woods des Ferienparks Landal Winterberg! Direkt an ausgezeichneten Wander- & Mountainbike-Routen gelegen verwöhnt das Restaurant aktive Gäste mit kühlen Getränken und köstlichen Speisen auf Ihrer Durchreise. Das Restaurant ist täglich ab 9 Uhr geöffnet.

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Skilift-Karussel Winterberg Direct naast het hoofdgebouw is de skiverhuur en d Skischool Poppenberg. Openingstijden skiverhuur e 08:00 uur - 17:00 uur

Tip: Koop de skipas bij de receptie dan voorkomt u lange wachttijden aan de liftkassa.

Haben Sie eine längere Tour geplant? Dann übernachten Sie nach einem aktiven Tag in der Natur im Ferienpark Landal Winterberg. Hier entspannen Sie im Hallenschwimmbad oder im Whirlpool und starten nach •Waar gaan we eten? •Wat gaan we doen?einem erholsamen Aufenthalt wieder sportlich aktiv durch! •Wat kunnen we beleven?

Informationen: Parkwijzer weekWeitere 3 15 - 22 januari 2016 landal.de/winterberg Ontdek wat groen kan doen. Das neue Audi A5 Cabriolet1 begeistert mit weiter geschärftem Design, intelligentem Leichtbau und einem neu entwickelten Fahrwerk. Ein Audi A5 VarioCredit-Angebot: z. B. Audi A5 Cabriolet 2.0 TFSI, 6-Gang* Xenon plus, LED-Heckleuchten, Klimaautomatik, Audi drive select, Audi pre sense city, FAhrerinformationssystem, BluetoothSchnittstelle, Akustikverdeck vollautomatisch, Glanzpaket, Multifunktionslederlenkrad im 3-Speichen-Design u.v.m.

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Effektiver Jahreszins: Vertragslaufzeit: Schlussrate Jährliche Fahrleistung: Gesamtbetrag: 36 monatliche Finanzierungsraten à

2,90 % 36 Monate € 23.945,– 10.000 km € 34.709,– € 299,–

Ein Angebot der Audi Bank, Zweigniederlassung der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für die wir als ungebundener Vermittler gemeinsam mit dem Kunden die für die Finanzierung nötigen Vertragsunterlagen zusammenstellen. Bonität vorausgesetzt. 1

Kraftstoffverbrauch l/100 km: kombiniert 6,6 – 4,5; CO2-Emissionen g/km: kombiniert 151 – 118

* Kraftstoffverbrauch l/100 km: innerorts 7,6; außerorts 5,0; kombiniert 5,9; CO2-Emissionen g/km: kombiniert 136; Effizienzklasse B Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. Abgebildete Sonderausstattungen sind im Angebot nicht unbedingt berücksichtigt. Alle Angaben basieren auf den Merkmalen des deutschen Marktes.

Friedrich Hoffmann GmbH & Co. KG

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Remmeswiese 24, 59955 Winterberg Tel.: 0 29 81 / 92 07-8 30 info@friedrich-hoffmann.de, http://audi-winterberg.de/

Niedereimerfeld 37 - 39, 59823 Arnsberg-Niedereimer Tel.: 0 29 32 / 8 90 18-0 info@friedrich-hoffmann.de, http://audi-arnsberg.de/

Openingstijden vrijdag

zaterdag

zondag

maandag

dinsdag

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ETEN EN DRINKEN Café-Bistro Woods

09:00 - 22:00

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Take Away

12:00 - 20:30

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Keuken

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SPORT EN ONTSPANNING Zwembad 09:00 - 21:00

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08:00 - 17:00

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SHOP ParkShop

08:00 - 21:00

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INFORMATIE Receptie

08:00 - 21:00

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SERVICE Wasruimte

09:00 - 21:00

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09:00 - 21:00

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Receptie Voor vragen en info kunt u altijd terecht receptie. De recep dagelijks geopend.

Belangri telefoon nummer Receptie +49(0)2981 92 87 Bij noodgevallen +49(0)2981 92 87

Geef ongewe bezoek geen


Ausgabe Frühjahr/Sommer 2017

3 Warum eigentlich Heimatliebe? 5 Kurz & Knapp

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6 Runter vom Sofa, rauf aufs Rad GeoRadroute und Dörferradweg (S. 6 bis 9) Trailpark, Bikepark und geführte Touren (S. 50 bis 55) 10 Wo bisse wech? Unsere Dorfportraits Dreislar (S. 10 bis 15) Neuastenberg (S. 40 bis 49) 16 Das Interview FORT FUN - das Abenteuerland in der Erfolgsspur 18 Firmenportrait Zu Gast beim Getränke-Großhändler H.O. Jäger in Usseln 20 Lecker! HEIMATLIEBE geht durch den Magen Wir gucken in Töpfe und Backöfen … 24 34

Wandern: Wenn es zum Erlebnis wird Sauerländer Kerle Edmund Kräling und Winfried Borgmann

38 Umme Ecke Eine Auszeit im Heilstollen Nordenau

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56 Sportlich, sportlich… Mit dem Wakeboard auf dem Hillebachsee Was macht eigentlich ein Greenkeeper? 62 Wir brauchen Bräuche! Denn wir sind Schützenfest, Osternacht und noch viel mehr 70 Hinter den Kulissen… Unsere Kinderreporter in den Sauerland Pyramiden und im Besucherbergwerk Ramsbeck

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74 Angekommen & Ausgeflogen Von Buiterlingen und Welteroberern 78 Langeweile? Nööööö! Sauerland SommerCard und „SpielBerg Aventura“ 82

Kulturell! Hallenberg, Chicago, Lummerland & zurück Freilichtbühne Hallenberg spielt Jim Knopf und „Sugar - manche mögen‘s heiß“

86 Handgemacht! „byzille“ – Leidenschaft mit Nadel und Zwirn Carolin Sommer kreiert ihre eigene Mode 88 Jetzt sind Sie gefragt Wer kennt die Heimat und was lieben unsere „Dorfkinder“? 90 Da ist was los… Unsere Veranstaltungstipps haben es in sich

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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Foto: Steffi Rost

Das HEIMATLIEBE-Team an der Schwedenhütte in Altastenberg: Thomas Simon (Werbstatt), Lennert Krüger (Konzept), Christina Merten (Anzeigen), Ralf Hermann und Rita Maurer (Redaktion), Pascal Möhrke (Vertrieb).

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017


Was ist das eigentlich?

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issenschaftlich betrachtet könnte man Heimatliebe vielleicht so erklären: „Heimatliebe ist ein feminines Substantiv und das 229.230-häufigste Wort im deutschen Wortschatz. Es setzt sich zusammen aus den beiden Begriffen Heimat (die) und Liebe (die). Die Silbentrennung ist Hei·mat·lie·be.“ Ein Kommentator im Internet beschreibt es folgendermaßen: „Heimatliebe ist für mich die Verbundenheit mit einem Gebiet, welches natürlich meine Heimat ist. Man fühlt sich mit Sitten, Bräuchen, Menschen und der regionalen Natur verbunden. Dazu kommt noch ein gewisses Maß an Stolz auf seine Herkunft im Sinne von: Ja, ich bin ein Teil dieser Region.“ Und damit kommt dieser Kommentator dem, was wir vom Redaktions- und Vertriebsteam mit Heimatliebe verbinden, schon ziemlich nah: Heimatliebe, das ist unser neues Magazin für Winterberg, Medebach und Hallenberg. Darin liefern wir Ihnen ab jetzt dreimal im Jahr auf rund 100 Seiten bunte Geschichten aus unseren Dörfern, stellen Ihnen Menschen von nebenan vor und das, was sie mit viel Herzblut beschäftigt, gucken bei unseren heimischen Firmen hinter die Kulissen, lassen unsere Kinderreporter aus ihrer speziellen Sicht berichten und greifen unsere guten, alten Bräuche auf, die uns selber so selbstverständlich erscheinen, unsere Region aber unverwechselbar machen. Hier ist nun unser erstes Journal – für alle Einheimischen und Gäste, die unsere Heimat lieben. Heimatliebe eben!

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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WAS SIESIE ALS SAUERLANDWAS ALS SAUERLANDGASTGEBER WISSEN GASTGEBER WISSENSOLLTEN SOLLTEN!! Brancheninfos des Sauerland-Tourismus Brancheninfos des Sauerland-Tourismus Der Sauerland-Tourismus wird unter dieser RubrikininZukunft Zukunftregelmäßig regelmäßig zu Der Sauerland-Tourismus wird unter dieser Rubrik aktuellen Branchenthemen -terminen informieren.InIndieser dieserAusgabe Ausgabe aktuellen Branchenthemen undund -terminen informieren. möchten wir mit einem Überblick über unsere verschiedenen Informationsmöchten wir mit einem Überblick über unsere verschiedenen Informationskanäle -angebote starten. kanäle und und -angebote starten.

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S AU E R EVENT LANDS 201 7

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Sauerland-Tourismus, Johannes-Hummelweg 1, 57392 Schmallenberg www.sauerland.com - tourismus@sauerland.com


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Kurz Knapp

aus Winterberg, Medebach und Hallenberg „Energie“-Dorffest in Titmaringhausen rund um den Kreisel Titmaringhausen. Nach zwölf Jahren feiern die Titmaringhäuser am 25. Mai wieder ein zünftiges Dorffest. Gründe dafür gibt es genug: Bereits seit Anfang Februar wird das Dorf mit Nahwärme aus dem eigenen Ort versorgt. Vor 90 Jahren wurde der Ort an das öffentliche Wassernetz angeschlossen und 2015 wurde die Hellohquelle saniert und wieder in Betrieb genommen.

Attraktionen in und um Medebach wie gewohnt in deutscher und niederländischer Sprache. Das Magazin ist in der Tourist-Info Medebach (auch online www.medebach-touristik.de und unter 02982 9218610) erhältlich. Ab April neu: Stadtführungen mit dem „Handelsmann“ für Einheimische in Winterberg

Aus diesen Gründen steht das Dorffest unter dem Motto „Energie“. Bei dieser Gelegenheit wird gleich der neue Wendeplatz in der Ortsmitte eingeweiht. Deshalb findet das Fest auch genau dort statt: Rund um den Kreisel.

Winterberg. Auch die eigene Stadt hält immer noch Überraschungen bereit und birgt so manches Geheimnis. Auf Spurensuche begeben sich deshalb Bürger aus Winterberg und Umgebung bei den Altstadtführungen für Einheimische. Die Touristiker laden ab 1. April an jedem ersten Samstag im Monat zu einem Rundgang ein. Treffen ist um 16 Uhr an der Handelsmann-Statue am Marktplatz Untere Pforte. Einheimische, die sich bis zum jeweils vorhergehenden Freitag um 13 Uhr unter 02981 92500 bei der Tourist-Info anmelden, zahlen einen Sonderpreis von nur 5 Euro.

Druckfrisches neues Urlaubs-Magazin in Medebach erschienen Medebach. Das neue Medebacher Urlaubsmagazin 2017 ist da! Es ist schlanker, etwas kleiner und es wurde mit vielen Bildern neu gestaltet. Die Image-Broschüre enthält neben den Gastgeberanzeigen auch Infos zu Radund Wanderwegen, Ausflügen und

„Art by Steinmann”: Ausstellung bis zum 29. April im Hallenberger Kump Hallenberg. Die am 25. März eröffnete Ausstellung „Art by Steinmann“ im Hallenberger Kump ist noch bis zum 29. April zu bewundern. Lorena und Barbara Steinmann malen Starportraits auf Leinwand. Mittels kräftiger Farbkontraste und einer klaren Pinselführung erschaffen sie hochwertige, lebendige und spontane Kunstwerke. Beide verfügen über ein ausgeprägtes Farbgefühl und lieben das spontane Zusammenspiel von Materialien, Farben und Inhalten.

Foto: Claudia Pape

Foto: Rita Maurer

In ihren Bildern begegnen dem Betrachter verschiedene Legenden aus der Musik- und Filmgeschichte: von David Bowie, Steve McQueen und Prince bis hin zu Amy Winehouse oder Rihanna. Der Eintritt ist frei. Infos zum Kump und den Veranstaltungen unter www.kump-hallenberg.de. Geologische Dauerausstellung in Borgs Scheune Züschen Züschen. Wer eine Zeitreise 400 Millionen Jahre in die Vergangenheit unternehmen möchte, der ist in Borgs Scheune in Züschen genau richtig. Im Mittelgeschoss des Museums ist eine kleine Dauerausstellung aus der bewegten Erdenzeit des Devon vor 400 Millionen Jahren mit Mineralien aus der Region untergebracht. Das Jahresprogramm 2017 gibt aber noch mehr her. Zum Beispiel am 7. Mai das Concertino-Klassik oder am 13. Mai das Konzert der Band „Sleepness Night“. Kontakt: Borgs Scheune in Züschen, Telefon 02981-1270 (allgemeine Infos und Führungen) oder 0298150 896 96 (Veranstaltungen).

Foto: Rita Maurer

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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Grenzenloses Fahrrad-Vergnügen zwischen Ruhr- und Edertal Die GeoRadroute der Sauerland-Radwelt vermittelt 400 Millionen Jahre Erdgeschichte Von Ralf Hermann

Foto: Ferienwelt

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auerland. Genug ist genug. Sie hatten jetzt einfach mal ausreichend Pause, die Drahtesel in ihren Garagen während der Wintermonate. Die Zeiten, in denen kaum jemand so wirklich Lust hat, in die Pedale zu treten, sind vorbei. Frühling und Sommer nahen und es wird Zeit, das Fahrrad wieder ans Tageslicht zu holen. Denn es warten attraktive Strecken auf die Freizeit-Radler. Zum Beispiel die im Jahr 2015 eröffnete GeoRadroute Ruhr-Eder der Sauerland-Radwelt. Ein tatsächlich grenzenloses Vergnügen und ein Ausflug in 400 Millionen Jahre Erdgeschichte. Also nichts wie raus mit dem Zweirad, die Kette geölt und die Bremsen getestet. Schließlich gibt es viel zu verpassen auf den 210 Kilometern Wegstrecke. Flache Flusstäler zum Beispiel oder ehemalige Bahntrassen, auf denen das Rad fast von alleine rollt. Und natürlich bergige Passagen. Die GeoRadroute Ruhr-Eder ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Mittelgebirge zu genießen und dennoch entspannt zu radeln. Sie verbindet

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

nicht nur zwei Regionen, sondern zahlreiche attraktive Orte, das Ruhrund das Edertal sowie mit Nordrhein-Westfalen und Hessen auch zwei Bundesländer. Perfekte Infrastruktur Auch die Infrastruktur stimmt, so macht das Raderlebnis von der Planung bis zum komfortablen Radeln so richtig Spaß. Die GeoRadroute bietet einen informativen Internetauftritt, ein unverwechselbares Logo und eine durchgehende Beschilderung auf der gesamten Runde. „Die GeoRadroute ist sicherlich eine der anspruchsvolleren Radrouten, die man im Sauerland erfahren kann. Aber zugleich ist der Erlebniswert, den die landschaftlichen Gegensätze und die Fülle an Sehenswürdigkeiten ausmachen, einzigartig“, sagt Jannik Müller, Projektleiter bei der Sauerland-Radwelt. Radler, die ihre Tour in Winterberg beginnen, fahren bis Olsberg auf einem Teilstück des Ruhrtal-Radwegs, mit dem die neue Route parallel läuft. Weiter geht es dann über Brilon nach

Willingen, um über Medebach, Lichtenfels und Korbach an den Edersee zu gelangen. Zwischen Korbach und Waldeck folgt der Weg der ehemaligen Bahntrasse des Ederseebahn-Radwegs bis Waldeck. Entlang des Edersees fahren die Radler dann über Edertal und Vöhl auf dem Eder-Radweg nach Frankenberg. Bei Allendorf (Eder) verlässt die Route das Edertal und folgt der ehemaligen Bahntrasse leicht ansteigend über Bromskirchen und Hallenberg zurück zum höchsten Punkt nach Winterberg. Somit verknüpft die Route auch das Sauerland mit dem Waldecker Land. Zeugnisse der Geschichte Außerdem nimmt die Route die Radfahrer mit auf eine Reise durch den „Geopark GrenzWelten“. Unter dem Motto „GrenzWelten – WeltenGrenzen“ zeigt dieser seinen Besuchern anschaulich, wie Geologie und Landschaft zusammenhängen und wie Mensch und Natur zusammenspielen. Rechts und links der Route warten zahlreiche Zeugnisse, die einen Einblick in die Entwicklung der Natur-


• Die Sauerland-Radwelt, die für das radtouristische Produktmanagement im Sauerland verantwortlich ist, hat das Projekt federführend im Rahmen einer projektbezogenen Partnerschaft auch für die beteiligten Kommunen in Hessen entwickelt. • Alle Informationen zur GeoRadroute Ruhr-Eder gibt es unter www.georadroute.de • Wie bei allen touristischen Radwegen ist auch die GeoRadroute Ruhr-Eder durchgehend ausgeschildert: In NRW mit der rot-weißen und in Hessen mit der grün-weißen, jeweils landesweiten Radverkehrsbeschilderung.

Foto: BWT

und Kulturlandschaft in den beiden Regionen geben. Gut und gerne 400 Millionen Jahre Erdgeschichte werden so auf der GeoRadroute lebendig. Sehenswert ist zum Beispiel die Korbacher Spalte, eine weltberühmte Fossilienfundstelle, in der das Fossil des Procynosuchus entdeckt wurde. Dieses säugetierähnliche Reptil findet man somit im Logo der Route wieder. Es wird auch „Korbacher Dackel“ genannt, denn das urtümliche

Foto: D. Stratmann

Wesen erinnert an einen Hund. Außerdem wartet die UNESCO-Weltnaturerbe-Stätte Nationalpark Kellerwald-Edersee auf radelnde Entdecker. Ein weiterer landschaftlicher Höhepunkt ist der 27 Kilometer lange Edersee, eine der größten Talsperren Deutschlands. Attraktive Ausflugsziele am Wegesrand Es gibt aber noch viele weitere Ausflugsziele am Wegesrand, für die sich eine Verschnaufpause fernab des Sattels lohnt. Zum Beispiel führt der Weg kurz nach dem Einstieg in Winterberg an der Ruhrquelle vorbei. Es ist kaum zu glauben, aus welch kleinem Rinnsal sich später der bekannte Fluss entwickelt. Auch Museen zählen zu den vielen Glanzlichtern auf der Route. Zum Beispiel das Museum Haus Hövener in Brilon, Borgs Scheune in Züschen oder das Schwerspatmuseum in Dreislar. Die Schiefergrube Christine, das Gold-Besucherbergwerk Eisenberg bei Korbach und das Bergwerksdorf Goldhausen entführen in die spannende Welt unter Tage.

Dass auch Steinbrüche faszinierend sind, beweist die GeoRadroute eindrucksvoll am Steinschab bei Hallenberg sowie am Hellenköpfchen bei Züschen und in der Nähe von Frankenberg am Hohenäcker. Der Geologische Rundweg in Düdinghausen, das GeoFoyer Kalkturm Korbach mit Fossilienfundstätte sowie der Ettelsberg in Willingen sind weitere Ziele, die sich die Radfreunde nicht entgehen lassen sollten. Und wer dann noch Lust auf mehr hat, der darf sich auf das Schloss Waldeck, das Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach und die Burgruine Eisenberg freuen. Langweilig wird es also bestimmt nicht auf der Rundtour. Und auch die herzliche Gastfreundschaft darf genossen werden in den zahlreichen Hotels, Pensionen, Gasthöfen und Restaurants an der Wegstrecke.

Weitere Infos Service-Hotline: 02974 202190 täglich von 8 bis 20 Uhr www.sauerland-radwelt.de

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Die Toskana des Sauerlandes auf dem Fahrrad entdecken Der Medebacher Dörferradweg M6 – eine Rundtour mit Charme Von Ralf Hermann

Medebach. In die Pedale, fertig, los… Der Startpunkt? Ist egal! Der Ausstieg? Auch! Wer die Medebacher Dörfer einmal auf aktive Art und Weise erleben möchte, der sollte sich dem M6 anvertrauen. Dieser rund 60 Kilometer lange Radrundweg verbindet alle Ortschaften. Und wer möchte, kann auch einen Abstecher in die Medebacher Kernstadt unternehmen oder dort starten.

Foto: Touristik Medebach

Die alte Hansestadt Medebach mit ihren idyllischen Dörfern wird nicht umsonst die „Toskana des Sauerlandes“ genannt. Landschaft und Klima verleihen dieser Region ihren besonderen Reiz, jedes Dorf versprüht seinen ganz eigenen Charme. Warum also nicht - entweder gleich an einem Tag oder aber in kurzen Etappen - diese facettenreiche Region auf dem Fahrrad erkunden und gleichzeitig aktiv etwas für die eigene Gesundheit tun? Kommen Sie mit auf einen virtuellen Streifzug! Auf geht´s… Es ist egal, wo Sie in den Sattel steigen und Ihre Rundtour beginnen. Ein Einstieg ist in jedem Dorf möglich. Nehmen wir für unsere Tour einfach den Startpunkt Oberschledorn, das größte Medebacher Dorf mit rund 850 Einwohnern. Auf geht’s…

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

scheune ist einen Besuch wert, bevor es uns weiterzieht nach…

Foto: Touristik Medebach

…Oberschledorn liegt nah an der hessischen Grenze und gilt als Künstlerdorf. Ein Geheimtipp ist KUMA, das Kultur- und Malzentrum im neuen Dorfmittelpunkt. Dort erleben Sie Kunst im Kunst-Café und in einer interaktiven Ausstellung der Kirchenmalerfamilie Bergenthal, deren Atelier von 1887 bis 1994 existierte. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Kirche St. Antonius im Ortskern. Und schon geht die Tour weiter Richtung…

Foto: Touristik Medebach

…Düdinghausen! Das schmucke Bergdorf besticht durch seinen historischen Dorfkern mit der denkmalgeschützten neugotischen Kirche. Eine kurze Spritztour auf den nahen Kreuzberg wird mit einem großartigen Ausblick belohnt. Ein besonderes Erlebnis bietet der Premiumweg auf dem Kahlen Pön mit grandiosen Weitsichten und einer Hochheide. Eindrucksvolle Einblicke in die Erdgeschichte ermöglicht der Premiumweg „Geologischer Rundweg“. Und auch die Dreggestobe mit Kultur-

Foto: Touristik Medebach

…Referinghausen! Im wald- und bergreichen Norden des Stadtgebiets liegt das Dörfchen, das nach eigenen Angaben mehr Kühe als Einwohner (250) hat. Zum Innehalten lädt die Marienkapelle mit Gedenktafel ein. Sie erinnert an den jahrhundertealten Heer- und Handelsweg Heidenstraße, der von Leipzig nach Köln führte. Kulturinteressierte Radfahrer sollten unbedingt die Heimatstube besichtigen sowie den Dorfplatz mit historischer Kirche und das Ehrenmal. Allerdings nicht zu ausgiebig, denn die Route führt weiter nach… Ein Etappenziel: Das Ende der Welt!

Foto: Werbstatt, Conny Pieper

…Titmaringhausen, zum Ende der Welt! Im Tal der wilden Aa liegt das Dorf zwischen den Ausläufern des


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Rothaargebirges. Dieser besonderen Lage hat der Ort auch seine Bezeichnung als „Ende der Welt“ zu verdanken. Denn hier endet tatsächlich die Autostraße. Versäumen Sie es nicht, den Fresenhof (1708) mit Speicher (1658) in der Dorfmitte anzuschauen! Nun zieht es uns nach…

Foto: Werbstatt, Conny Pieper

…Deifeld und Wissinghausen! Diese zwei idyllischen Orte bringen es zusammen auf 270 Einwohner. Zu den ältesten Sakralbauten der Stadt Medebach zählt u.a. die auf Sankt Johannes Baptist geweihte Kirche in Deifeld aus dem 13. Jahrhundert. Im restaurierten Backhaus wird manchmal Steinofenbrot gebacken. Nach einem Abstecher in die Bergheide in Wissinghausen lohnt sich wieder ein Tritt in die Pedale hinauf in Richtung… Foto: Touristik Medebach

…Küstelberg! Am Osthang des Rothaarkamms thront das Höhendorf mit 650 bis 830 Höhenmetern weit über der Kernstadt Medebach. Der nahe dem Ortskern gelegene Schlossberg dient auch als Ski-Gebiet. Die Lage Küstelbergs an der „Heidenstraße“ trug zur weiteren Entwicklung des Ortes bei, der eine stark frequentierte Station wurde. Die Heidenstraße war auch Teil des Jakobsweges. Rauf auf den Sattel und ab geht’s nach… Faszinierende Fernsichten …Medelon! Im malerischen Orketal, das sich durch seine kristallklaren

Foto: Touristik Medebach

Bäche, ausgedehnten Wälder und seinen Wildreichtum auszeichnet. Medelon bietet mit seinen gepflegten Grünanlagen Entspannung pur. Der Sauerland Höhenflug, der Medebacher Bergweg und die neu geschaffenen Wanderwege „Gewässerpfad - der Orke auf der Spur“ und „Orketalrundweg“ sind weitere attraktive Angebote für Naturliebhaber. Die vorletzte Station heißt…

gebenden Wanderwegen. Der kleine Ort wurde im Jahr 1126 urkundlich in den Dokumenten der Abtei Corvey erwähnt und war im Laufe der Geschichte eng mit dem ehemaligen Kloster Glindfeld verbunden. Bis heute hat der Ort seinen ländlichen Charakter bewahrt.

Foto: Touristik Medebach

Geschafft! Nun lohnt sich noch ein Abstecher in die Kernstadt Medebach, um von dort aus wieder zum Startpunkt Oberschledorn zurückzukehren. Herzlichen Glückwunsch, 60 Kilometer und 740 Höhenmeter haben Sie gemeistert. Medebach mit seinen Dörfern lohnt sich eben immer!

Foto: Werbstatt, Conny Pieper

…Dreislar! Das Bergbaudorf begrüßt seine Gäste als typisches Mittelgebirgsdorf in einer landschaftlich ausgesprochen reizvollen Lage mitten im Vogelschutzgebiet Medebacher Bucht. Im Schwerspatmuseum Dreislar bekommt der Gast einen Einblick in die Erdgeschichte und in die einzigartige Kristallwelt. Mit der Erlangung der Bergbaurechte in der Mitte des 19. Jahrhunderts gewann Dreislar an Bedeutung. Auf zur letzten Etappe Richtung…

Foto: Werbstatt, Conny Pieper

• Pausen sollten nicht fehlen. Ideale Einkehrmöglichkeiten gibt es in den Dörfern Medelon, Küstelberg, Dreislar und natürlich in der Kernstadt Medebach • Startpunkt der Rundtour kann auch in Medebach selbst sein. Es gibt einen eigenen Zubringer.

Foto: Touristik Medebach

…Berge! Nur wenige Kilometer südlich von der Kernstadt Medebach liegt Berge mit rund 130 Einwohnern und tollen Fernsichten von den um-

Weitere Infos Tourist-Info, 02982 9218610 oder www.medebach-touristik.de

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WO BISSE WECH?

Dreislar, mein Dreislar Ein Dorf arbeitet eindrucksvoll an seiner Zukunft Von Rita Maurer

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reislar. Der Ort Dreislar liegt ziemlich am Rande. Wenn man auf der Karte einen Blick in den südöstlichsten Zipfel des Hochsauerlandes wirft, muss man das unweigerlich zugeben. Aber genau das hat früher wie heute die Dreislarer ausgemacht: Sie mussten ihre Geschicke immer selber in die Hand nehmen, und das tun sie mit Erfolg immer noch. 355 Einwohner hat das Dorf inmitten der weitläufigen Naturschutzflächen

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mit seinen malerischen Fachwerkhäusern und dem in Eigenleistung angelegten Dorfmittelpunkt – angesichts der vielen Vereine, Aktivitäten, Ideen und auch Firmen im Ort könnten es locker doppelt so viele sein. Denn besonders bezeichnend ist das Engagement der Einwohner in der Dorfgemeinschaft quer durch alle Altersgruppen nach dem Motto „Gemeinsam statt einsam“. 50 Vollerwerbsbeschäftigte arbeiten in den ortsansässigen handwerklichen Unternehmen, in der Landwirtschaft, in der

Fotos: privat

Gastronomie mit allein vier Gaststätten und im Tourismus, dazu kommen noch zahlreiche Teilzeitarbeitsplätze. Aktive Dorfgemeinschaft 13 aktive Vereine hat Dreislar zu bieten. Vereinsmeierei um den eigenen Kirchturm ist aber dennoch kein Dreislarer Ding: Die „Ginsterkönige“ - so lautet der Spitzname der Einwohner wegen der vielen Ginsterbüsche in der Umgebung - stellen sich dem demografischen Wandel, indem sie Kooperationen mit Nachbarorten eingehen. Und so spielen die Fußballer aus Dreislar gemeinsam mit den Hesbornern erfolgreich in der A-Liga, die Feuerwehrkameraden führen ihre Übungen zusammen mit den Löschgruppen aus Berge und Medelon durch, die Knappenkapelle überzeugt musikalischen Nachwuchs auch aus den Nachbardörfern mit einem durchdachten Ausbildungskonzept. Jüngstes Beispiel einer gelungenen Kooperation ist die Ausrichtung der Kreisschützenversammlung durch die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Dreislar mit ihren Schützenbrüdern aus Oberschledorn: Zum ersten Mal


hat in der Geschichte des Kreisschützenbundes Brilon ein kleiner Schützenverein, der eigentlich nicht über die ausreichende Hallenkapazitäten verfügt, gemeinsam mit einem größeren Verein mit entsprechend großer Schützenhalle, eine Kreisversammlung ausgerichtet – eine ganz neue Idee, die es ab sofort auch kleinen Vereinen ermöglicht, einmal Gastgeber für die Kreisschützen zu sein. Die Zusammenarbeit hat super funktioniert“, erinnert sich der 1. Vorsitzende der St. Hubertus Schützenbruderschaft, Georg Kappen, gerne an die Versammlung. Aus dem Wettbewerb der Südwestfalen Agentur „Dorf ist Energie(klug)“ gingen die Dreislarer vor gut zwei Jahren als Sieger hervor und gewannen mit ihrer Idee für ein Nahwärmekonzept als Bioenergiedorf ein Coaching durch Energie-Spezialisten. Kleiner Wermutstropfen: Durch die inzwischen gesunkenen Ölpreise liegen die Nahwärme-Pläne aktuell auf Eis. Energie bringen die Einwohner aber auch in anderer Form auf: Mit gemeinsamem Ärmelaufkrempeln von Privatleuten und Vereinen wurde vergangenes Jahr ein herrlicher, neuer Aussichtspunkt für den Ort und seine Touristen geschaffen - mit dem weithin sichtbaren, beleuchteten Holzkreuz auf dem Berg Opolt, wofür sogar der „Medebacher Bergweg“ verlegt wurde. „Von dort aus haben Wan-

derer ab sofort einen wunderschönen Ausblick“, weiß Matthias Schulte, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Dreislar. Apropos Wandern: Vom Sauerländer Höhenflug führt seit dem vergangenen Jahr eine 16 Kilometer lange Extraschleife über Medelon, Berge und natürlich Dreislar. Dort sollten die Wanderer auf keinen Fall den Wellness-Rastplatz „Im Schwinkel“ verpassen!

fähigen Internetleistungen versorgt.

Aber die Ziele gehen der engagierten Dorfgemeinschaft trotzdem nicht aus: Nach der abgeschlossenen Renovierung der denkmalgeschützten St.-Franziskus-Kirche soll als nächstes das in die Jahre gekommene Pfarrheim mit viel Eigenleistung renoviert und barrierefrei umgerüstet werden. Damit sind dann alle öffentlichen Gebäude in Dreislar behindertengerecht ausgestattet.

Die Natur ist ebenfalls ein wichtiges Ziel für die Dreislarer. Die Landschaft ist geprägt durch die typisch schroffen Sauerländer Berge, aber auch durch die sanften Weiten der Medebacher Bucht und des direkt angrenzenden Hessenlandes - ein spannender Gegensatz! Weiteres Merkmal sind die markanten großen „Hudebäume“, allein stehende uralte Eichen und Buchen mit ausladenden Baumkronen, die früher den Hirten und dem Vieh beim Hüten zum Unterstellen dienten. Um diese Landschaftseindrücke auch für die künftigen Generationen zu erhalten, werden nun nach und nach im Projekt „Naturdenkmal 2100“ neue Laubbäume gepflanzt, die zu stattlichen Nachfolgern der noch vorhandenen Hudebäume heranwachsen sollen.

Silber im Landeswettbewerb Stolz sind die Dreislarer mit Recht darauf, dass es keine Leerstände von Wohnhäusern gibt. „In den letzten Jahren kamen sogar einige junge Leute wieder zurück in ihr Heimatdorf, um hier eine Familie zu gründen“, sagt Gerhard Brocke, Vorsitzender des Fördervereins Dreislar. Einen entscheidender Pluspunkt gerade für junge Leute, aber auch für die Firmen im Dorf ist die Breitbandanbindung, die nun endlich ausgebaut wird und die Haushalte bis 2018 mit wettbewerbs-

Im Sommer 2015 wurden die vielseitigen Ideen und Ziele, aber auch die bereits erfolgreich umgesetzten Projekte der Dreislarer mit der Silbermedaille im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ belohnt. Die Bewertungskommission verabschiedete sich damals mit folgenden Worten: „Wir alle sind begeistert von dem, was Sie uns hier in Dreislar gezeigt haben. Und um die Realisierung Ihrer geplanten Projekte machen wir uns keine Sorgen: Bei Ihrem Engagement schaffen Sie das alles mit links!“

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Von Rita Maurer

Über die Severinsbrücke zum Severinusbrunnen Was Dreislar mit der Stadt Köln gemeinsam hat Eigentlich seltsam - was hat Dreislar mit der Stadt Köln zu tun? Kölner Schutzpatron ist der Heilige Severinus, nach dem u.a. die berühmte Severinsbrücke, das Severinsviertel oder die St.-Severinskirche benannt sind. Der ehemalige Kölner Erzbischof aus dem 4. Jahrhundert prägt die berühmte Metropole am Rhein bis heute. Und dabei wäre Severin um ein Haar fast ein Dreislarer geblieben! So besagt es zumindest diese Legende:

em des Vögleins, nahm Abschied von sein bei Bei einem Gutsbesitzer in Dreislar in. Rhe am Köln Dienstherrn und zog gen Medebach stand um das Jahr 348 ein from smer Knecht mit Namen Severin in Dien üWie der fromme Knecht über die Rheinbr und gte pflü e Feld dem ten. Als er einst auf die in Fuß cke geschritten war und seinen Da dabei betete, hörte er ein Vöglein singen. alsStraßen der Stadt setzte, begannen bte, schaute er erstaunt auf; denn er glau von bald die Glocken sämtlicher Kirchen das Vöglein habe mit menschlicher Stim er selbst an zu läuten, als sei ein gar groß verme zu ihm gesprochen. Und tatsächlich die Feiertag angebrochen. Erstaunt eilten ernahm er ganz deutlich die Worte: „Sev ten frag und ßen Stra die Bewohner auf en in, Severin, du sollst Erzbischof zu Köll of einander, wer denn eigentlich Erzbisch das er ob , sin!“ Um sich zu vergewissern e sollt e Tag em dies an n geworden sei; den e, Vöglein nicht doch missverstanden hatt hofs Bisc n igte erled die Neuwahl für den n entgegnete er: „Nein, Vöglein, das kan nkon aber and stuhl stattfinden. Niem nicht sin, es sei denn, dass diese Pflugger in te Antwort geben, bis die Geistlichkeit Sete fängt an zu blüh´n!“ Damit stieß en icht schl den feierlichem Zuge kam und , verin seine Pfluggerte in den Ackerboden Bauernknecht zur Kirche führte. Einstim und alsbald trieb sie Knospen und Blät und of, isch mig erkor man ihn zum Erzb dig ter. Das Pferd aber scharrte ungedul er, der bisher nur den Pflug geführt, lenk es den Boden mit den Hufen, und ein neu selte mit te von da an die große Erzdiözese eich Wunder offenbarte sich: Aus dem Erdr bis it ner Umsicht, Klugheit und Helligke bis sprang ein munterer Quell hervor, der zu seinem Tode im Jahr 403. nie heute auch bei größter Trockenheit noch me versiegt ist. Da glaubte Severin der Stim

So verloren die Dreislarer also ihren Severin an die Stadt Köln. Aber geblieben ist ihnen über viele Jahrhunderte der stattliche Baum, der aus der Pfluggerte gewachsen ist. Bis ins vorige Jahrhundert wollen sich angeblich noch ältere Dreislarer an ihn erinnert haben. Und geblieben ist auch die Quelle, die Severins Pferd aufgescharrt hatte. Im Jahr 1988 bauten die Dreislarer ihr zu Ehren im Rahmen ihrer 600-Jahr-Feier einen stattlichen Brunnen um sie herum – den Severinusbrunnen. 12

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Foto: privat

600-Jahr-Feier – das bedeutet, dass Dreislar also nicht schon zu Severins Zeiten urkundlich nachgewiesen wurde, sondern erst rund 1000 Jahre später im Jahr 1388. Damals kaufte der Medebacher Heinemann Hagemeister ein Gut in Dreislar für 30 Goldgulden. Aber es ist ziemlich wahrscheinlich, dass Dreislar deutlich älter ist. Alleine der zweisilbige Name könnte dafür ein Beleg sein, denn erst ab ungefähr dem Jahr 800 bekamen neu gegründete Orte oftmals deutlich längere Namen mit „inghausen“ am Ende, wie sie im Sauerland ganz häufig zu finden sind. Im 4. Jahrhundert gab es zudem einen bedeutenden Klimawandel mit vielen Niederschlägen, so dass sich zahlreiche Menschen versuchten, in Regenschattengebieten anzusiedeln. Und hierfür ist die Medebacher Bucht ja bis heute bestens bekannt.

Geöffnet: ganzjährig, Do/Sa/So, 14-17 Uhr Am Scheidt 2, 59964 Medebach-Dreislar Fon: 0152-22382296, info@schwerspatmuseum.de www.schwerspatmuseum.de

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Schwerspatmuseum Dreislar Mit viel Herzblut haben die Dreislarer ihrer Bergbaugeschichte ein Denkmal gesetzt Von Rita Maurer

Dreislar. Wer an Dreislar denkt, hat fast gleichzeitig das Schwerspatmuseum im Kopf. Es ist noch keine zehn Jahre alt und dennoch zu einer weit über die Region hinaus bekannten Sehenswürdigkeit geworden. „Wie können wir die Bergbautradition von Dreislar gebührend darstellen und außerdem die leer stehende alte Schule vernünftig weiter nutzen?“ Diese beiden Fragen standen im Jahr 2001 am Anfang eines Projektes, das letztlich zu einem Aushängeschild sondergleichen wurde. Der Förderverein Dreislar wurde gegründet, die Ärmel hochgekrempelt: In 20000 Arbeitsstunden, die von mehr als 150 Dreislarer Bürgern ehrenamtlich geleistet wurden, entstand das Schwerspatmuseum, das seine Besucher seit seiner feierlichen Eröffnung am 08.08.08 mitnimmt auf eine fesselnde multimediale Reise durch die 4,6 Milliarden Jahre der Bergbaugeschichte. Und es zeigt eindrucksvoll, dass Dreislar bis 2007 eins der modernsten Schwerspat-Bergwerke in ganz Europa besaß. Erster schriftlicher Nachweis aus dem Jahr 1777 Der erste schriftliche Nachweis, dass in Dreislar Bergbau betrieben werde sollte, datiert aus dem Jahr 1777. Statt der damals erhofften Eisenerze fanden die Bergleute jedoch Schwerspat oder Baryt, wie es fachmännisch heißt. In den folgenden beiden Jahrhunderten wechselten die Besitzrechte für die Dreislarer Grube oft, denn für Schwerspat, der

heute eine wichtige Rolle bei der Herstellung von Schwerbeton und Röntgen-Kontrastmitteln oder aufgrund seiner Dichte auch in der Tiefbohrtechnik spielt, gab es damals noch keine Verwendung bzw. es konnte in Dreislar noch nicht wirtschaftlich abgebaut werden. Erst ab 1957 brachte die Firma Sachtleben den industriellen Abbau nach Dreislar und machte die Grube zu einem innovativen Vorzeigebergwerk, das auch im Ausland große Beachtung fand. Rund 27000 Tonnen pro Jahr wurden hier von zeitweise 60 Bergleuten gefördert, bis die Grube dann 2007 wegen Erschöpfung der Schwerspat-Vorkommen geschlossen werden musste. Schöne Andenken im Museums-Shop Dass diese prägenden 230 Jahre Bergbaugeschichte für Dreislar nicht in Vergessenheit geraten, ist das Ziel des Schwerspatmuseums. Neben der Arbeit in den Stollen

Fotos: Alfred Koebe

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zeigt die fast 500 Quadratmeter große und überwiegend barrierefreie Ausstellung auch einen spannenden Abriss der Entstehung der filigranen Schwerspat-Kristalle unter Tage. Bekannt als „Dreislarer Rosen“ werden sie aufgrund ihrer Schönheit bei Mineralien-Fachleuten auf der ganzen Welt geschätzt und finden sich sogar in amerikanischen Museen wieder. Selbst absolute Bergbau-Laien werden fasziniert sein von der multimedialen Präsentation dieser Millionen Jahre alten funkelnden Kristalle mit Tönen, Farben und Licht. Im Museums-Shop gibt es zudem Mineralien, Andenken und Literatur zum Thema, in der man dann bei einem guten Stück Kuchen im Museums-Café in aller Ruhe stöbern kann.

Wissenswertes am Rande In den zwanziger Jahren gab es handfeste Pläne, den Schwerspat von Dreislar nach Liesen mit einer Schmalspurbahn zu transportieren und damit die Pferdefuhrwerke zu ersetzen. Von 1923 bis 1926 wurde deshalb eine 75 Zentimeter breite Trasse sowie ein bis heute erhaltener Tunnel oberhalb von Liesen gebaut. Doch dann ging der damalige Grubenbetreiber pleite, der Bau wurde eingestellt. Als die Firma Sachtleben 1957 den Schwerspat-Abbau wieder aufnahm, hatten LKW der Bahn längst den Rang abgelaufen. Eine interessante Zahl am Rande: Zwischen 1957 und 2007 legten die „Spatkutscher“, wie die LKW-Fahrer scherzhaft genannt wurden, beim Pendeln zwischen Liesen und Dreislar 5,6 Millionen Kilometer zurück, das entspricht acht Mal der Entfernung zum Mond und wieder zurück. Eintritt Erwachsene Kinder unter 14 Jahren Familienkarte (2 Erwachsene + Kind)

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Und wofür eignet sich ein Ort, der so sehr vor Schönheit und Unendlichkeit strotzt, besser als zum Heiraten? Deshalb sind in dem ganz besonderen und unverwechselbaren Ambiente des Schwerspatmuseums auch standesamtliche Trauungen möglich. Öffnungszeiten Donnerstags, samstags und sonntags von 14.00 - 17.00 Uhr, bei vorheriger Anmeldung sind Führungen möglich. Schulklassen und interessierte Gruppen ab 10 Personen können das Schwerspatmuseum auch außerhalb dieser Zeiten nach Vereinbarung besuchen. Das Museum bietet außerdem Tagungen und Events für bis zu 200 Personen an.

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Weitere Infos & Kontakt Schwerspatmuseum Dreislar Am Scheidt 2 59964 Medebach-Dreislar 02982 – 929 85 924 info@schwerspatmuseum.de www.schwerspatmuseum.de

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Fotos: Fort Fun

DAS INTERVIEW

Andreas Sievering & Christine Schütte

Foto: Ralf Hermann

FORT FUN steigert mit klarer Strategie Besucherzahlen Freizeitpark setzt auch auf Indoor-Erlebnisse Jump Arena im Winter geplant

Von Ralf Hermann und Rita Maurer

Bestwig. Die Wintermonate sind eine spannende Zeit für das Team des FORT FUN Abenteuerlandes in Wasserfall bei Bestwig. Die Hochsaison ist noch ein Weilchen hin, der Kopf ist frei für neue Ideen und Projekte. FORT FUNGeschäftsführer Andreas Sievering und Marketingleiterin Christine Schütte genießen diese Zeit. Weil sie so wertvoll ist für die konzeptionelle Gestaltung des „Freiheitparks“. Im Interview mit der HEIMATLIEBE verraten die beiden, warum das Team so wichtig ist, welche Investitionen anstehen und warum FORT FUN auf die ganz großen Fahrgeschäfte verzichtet. Sie wirken sehr entspannt und gleichzeitig hochmotiviert. Ist der Winter wie eine Energiequelle für Sie? Sievering: Es ist die beste Phase der Welt, weil es eine sehr kreative, strategische Phase ist, in der wir unseren Fünf-Jahres-Plan hinterfragen, neue Ideen entwickeln, analysieren, was in der Saison geklappt hat und was nicht. Und wir werten unsere Umfragen bei den Gästen aus. Außerdem haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal unsere neue Indoor-Erlebniswelt FORT FUN L.A.B.S. geöffnet. Für uns ein besonderes Ereignis, weil wir mit dem FORT FUN Abenteuerland, den L.A.B.S und dem Skigebiet nun drei Standbeine haben und auch im Sommer wetterunabhängiger sind.

Bevor wir in die Zukunft blicken, wie ist die Saison 2016 gelaufen? Sievering: Wir sind zufrieden und haben den positiven Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Wir konnten das Betriebsergebnis und auch die Besucherzahlen steigern. Waren es 2013 noch 232.000 Besucher, haben wir uns im Jahr 2015 auf 261.000 und im vergangenen Jahr auf 16

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266.000 Gäste gesteigert.

Schütte: Besonders stolz sind wir auf den Bereich der Besucher-Zufriedenheit. Wir gehören in dieser Kategorie in unserer Gruppe (Compagnie des Alpes, Anmerkung der Redaktion) zu den Top 3 mit einer Wiederempfehlungsquote von 99 Prozent. Woran liegt der Aufschwung? Im Jahr 2012 stand das Abenteuerland ja fast vor dem Aus nach dem betrügerischen Handeln eines Investors. Sievering: Wir haben ein besseres Management (lacht) und eine klare Strategie, einen Fünf-Jahres-Plan. Und ein frisches, junges und engagiertes Team. Wir sind schnell, machen zwar einige Fehler, aber auch vieles richtig. Die Krise 2012 hat uns zusammengeschweißt, wir haben einen hohen Identifikationsgrad. FORT FUN ist für viele Mitarbeiter nicht nur ein Job, sondern eine Lebensaufgabe. Ohne die Krise 2012 ständen wir jetzt nicht da, wo wir jetzt stehen.


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Blicken wir nach vorne: Wird es 2017 neue Attraktionen geben? Sievering: Wir investieren zwischen 300.000 und 500.000 Euro in die Renovierung des Parks. Außerdem bekommt unsere Achterbahn „SpeedSnake“ einen neuen Zug mit Beckenbügel. Damit bietet sich unseren Gästen ein ganz neues Fahrgefühl, die Fahrqualität steigt. Schütte: Im Winter werden wir zudem eine neue Jump Arena eröffnen und so unsere L.A.B.S. erweitern. Die Arena ist eine Trampolin-Halle mit vielen Sprung-Elementen und seit einigen Jahren der Trend in den USA. Wir wollen damit in unserer Indoor-Erlebniswelt die Zielgruppe der etwas älteren Kinder erreichen. Ausgerichtet ist das Angebot für die Menschen in der Region.

investieren. Was es wird, ist noch nicht klar entschieden. Klar ist nur, dass es an unsere L.A.B.S. andocken soll und auch im Winter nutzbar sein muss.

Schütte: Außerdem dürfen wir die Instandhaltung der bestehenden Fahrgeschäfte und Attraktionen nicht vernachlässigen. Was nutzt uns eine Top-Attraktion, wenn der Rest nicht stimmt. Das wäre nicht nachhaltig. Natürlich müssen wir aber auch Neukunden gewinnen mit unseren Angeboten. 75 Prozent unserer Besucher sind Wiederholungstäter. Es ist also Segen und Herausforderung zugleich, mit unserer Strategie gleichzeitig alte Kunden zu halten, immer wieder zu begeistern und auch neue Kunden zu gewinnen.

Besonders stolz sind wir auf den Bereich der BesucherZufriedenheit. Wir gehören in dieser Kategorie in unserer Gruppe zu den Top 3 mit einer Wiederempfehlungsquote von 99 Prozent. Marketingleiterin Christine Schütte

Wie wichtig ist es strategisch für Sie, immer neue Glanzlichter zu setzen? Sievering: Das kommt auf die Strategie an, man muss seinen Weg kennen. Wir haben nichts davon, eine TopAttraktion mit langen Wartezeiten zu haben, unter der die Kundenzufriedenheit leidet. Unsere Attraktionen sind gleichwertig, die Gäste sind zufrieden. Wir haben es geschafft, die Kapazitäten auch ohne den ganz großen Thrill zu erhöhen. Wir hören dem Gast zu, sind deshalb nah dran und kennen die Wünsche. Unsere Zielgruppe ist die gesamte Familie. Hier bei uns sollen sich alle frei fühlen, fernab des Alltags mal alles das zu machen, was sonst nicht geht. Deshalb auch unsere erfolgreiche Kampagne „Freiheitpark“ 2016. Für 2019 werden wir aber in ein neues Fahrgeschäft

Wie wichtig ist der Tourismus für FORT FUN? Schütte: 20 Prozent unserer Gäste sind Touristen, die auch im Sauerland übernachten. Wir sind ein klassisches Tagesausflugsziel. Zudem konnten wir auch die Zahl der Übernachtungen im FORT FUN Abenteuercamp um 16 Prozent steigern. Sievering: Wir haben 25 Bungalows mit 100 Betten auf einfachem Standard.

Schön wären weitere Betten in der Nähe mit höherem Standard. Auch für Tagungen. Wenn wir es schaffen wollen, an die 350.000 Besucher zu kommen, ist dies ohne Übernachtungen schwierig. Deshalb hoffen wir weiter auf den geplanten Bungalow-Park. Sollten sich diese Pläne zerschlagen, überlegen wir, selbst tätig zu werden.

Was hebt FORT FUN von anderen Parks ab? Sievering: Wir können bei uns einen entspannten Tag für die gesamte Familie bieten, stressfrei und in angenehmer Atmosphäre. Ohne lange Wartezeiten wie in anderen Freizeitparks mit einem ausgeglichenen Angebot an Attraktionen. Die Familie wird nicht auseinandergerissen. Wir wissen, dass uns die Gruppe der Jugendlichen ab 16 Jahren bis zu den dann werdenden Eltern fehlt. Damit können wir aber umgehen, auch wenn wir gerne Teenager bei uns haben. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Schütte: Ich möchte weiterhin ein Teil der positiven Entwicklung des FORT FUN sein. Es ist eine spannende Zeit. Sievering: Ich bin zufrieden, wenn unsere Strategien weiter aufgehen und der HSV Deutscher Meister wird.

FORT FUN GmbH Aurorastraße 50, 59909 Bestwig (Wasserfall) / Sauerland 02905 81-0 www.FORTFUN.de

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FIRMENPORTRAIT

In fünfter Generation ein zuverlässiger und kompetenter Getränke-Lieferant Das Usselner Familienunternehmen H.O. Jäger setzt auf Service und regionale Verankerung Von Rita Maurer und Ralf Hermann

Usseln. Sie fällt nicht wirklich auf, diese eingerahmte Foto-Collage in dem kleinen Flur direkt hinter dem Empfangs-Foyer. Dabei spiegelt sie mit nur wenigen Bildern eine eindrucksvolle, weil bis heute erfolgreiche Firmengeschichte wider. Aber vielleicht ist es genau diese Bescheidenheit, die den Getränke-Verlag H.O. Jäger in Usseln seit fünf Generationen ausmacht. Ein familiengeführter Getränke-Fachgroßhandel, der sich seit 141 Jahren allen Veränderungen der Branche innovativ stellt, ohne die eigene Identität zu verlieren. Es war im Jahr 1876, als der gelernte Bierbrauer Heinrich Jäger eine eigene Brauerei im Upländer Hof in Usseln gründete. Heute beherbergt dort das Hotel „Brügges Loui“ seine Gäste. 18

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Rund 90 Jahre wurde dort Upländer Bier gebraut. Erst von Heinrich Jäger, dann unter Federführung seines Sohnes Karl und später seines Enkels Karl-Heinz. Urenkel Hans-Otto Jäger übernahm den Familienbetrieb in den 1960er Jahren und legte zusammen mit seiner Frau Margarete den Grundstein für den heutigen Getränke-Verlag H.O. Jäger mit einer Lagerfläche „Zur Heide“ in Usseln. Im Jahr 1980 folgte als zweites Standbein der Neubau in Willingen. 25 Jahre sollte dieser Standort die Basis für ein wachsendes Unternehmen sein, das immer der Heimat verbunden blieb. 2005 Wechsel an der Unternehmens-Spitze Die fünfte Generation der Familie Jäger rückte im Jahr 2005 an die

Insgesamt 2000 Getränkesorten lagern im Logistikzentrum, darunter alleine 13 verschiedene Biere sowie ein breites Angebot an Weinen, Mineralwässern und Säften. Mit 32 Fahrzeugen verfügt das Unternehmen

Fotos: Rita Maurer

Foto: H.O. Jäger

Spitze des Unternehmens. Die Brüder Dieter und Heiner Jäger übernahmen leitende Positionen: Heiner Jäger als Geschäftsführer, Dieter Jäger als Leiter der Logistik. Verbunden mit diesem personellen Wechsel investierte das Unternehmen kräftig in ein neues, 2250 Quadratmeter großes und überdachtes Logistikzentrum in Usseln „Zum Ohl“. Zudem setzten die Brüder strategisch wichtige Entscheidungen um. Mit der Veltins-Brauerei ist seit 2005 ein starker Partner an der Seite von H.O. Jäger, und mit Marcus Voeste vom Brauerei-Riesen aus Grevenstein sitzt ein erfahrener Geschäftsführer mit in der Führungs-Etage. „Der Markt in unserer Branche konsolidiert sich. Ohne einen starken Partner wird es immer schwieriger, sich zu behaupten. Deshalb sind wir froh, mit der Veltins-Brauerei diesen Partner gefunden zu haben“, sagt Heiner Jäger.


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dann herrscht Hochbetrieb im Logistikzentrum. Die gute Wintersaison 2016/2017 mit viel Schnee und Kälte und entsprechenden Touristen-Strömen besonders im Raum Willingen und Winterberg schlägt sich in den Getränke-Umsätzen deutlich nieder. Denn wo Ski oder Bob gefahren wird, gibt es auch anschließend Aprés Ski. über eine große Flotte. 20 Mitarbeiter kümmern sich darum, dass die Kunden immer rechtzeitig beliefert werden. Nordhessen sowie das Sauerland zählen zum Stammgebiet von H.O. Jäger. „Wir setzen auf Service, Kompetenz und Zuverlässigkeit. Das ist unser Anspruch, dem wir mit unserer modernen Infrastruktur auch gerecht werden“, sagen Heiner und Dieter Jäger. Dabei bleibt das klassische Bier bis heute der Haupt-Umsatzfaktor. Die Liebe zum Bier ist trotz des sich verändernden Konsumverhaltens der Menschen sowie der zunehmenden Mixgetränke und Weizenbiere geblieben. Dienstleister für die Gastronomie zu sein, das bedeutet für die Firma Jäger keinen Feierabend. Gehen in einer Kneipe zum Beispiel in Winterberg, Willingen oder Korbach unerwartet die Getränke zur Neige, gibt es außerhalb der regulären Öffnungszeiten einen Notdienst, der schnell und unbürokratisch Nachschub bringt. Das Kerngeschäft liegt heute jedoch in der Belieferung von Gastronomie und Vereinen. Dazu gehört nicht nur die Versorgung mit Getränken und eine entsprechende Beratung über die Zusammenstellung des Sortiments: Angefangen vom Schnapspinnchen über Bierdeckel und Getränkekörbe bis hin zu Verkaufs- und Kühlwagen oder einer kompletten Festausstattung mit Biergarnituren und Stehtischen bietet H.O. Jäger seinen Kunden ein Rundum-Sorglos-Paket an. Das Geschäftsjahr ist gut durchstrukturiert. Im Winter steht der Tourismus ganz oben auf der Agenda. Liegt Schnee im Mittelgebirge,

Gut strukturiertes Geschäftsjahr Nach dem Wintergeschäft folgt eine kurze Verschnaufpause, bevor dann im Mai bereits die ersten Schützenfeste starten und die Grillsaison beginnt. Auch das Festival „Schlagerstern“, das im Spätsommer jeweils über 10.000 Schlagerfans nach Willingen zieht, ist ein markanter Termin im Jahreskalender. Der Herbst ist geprägt von Schwerpunkten wie Jahrmärkten, verschiedenen Hotel-Events und dem Clubtouren-Geschäft. Und dann folgt nach einem Monat Durchatmen im November schon wieder der Start in die Wintersaison. „Das Unternehmen ist gut aufgestellt und erfolgreich. Daran arbeiten wir mit fortlaufenden Investitionen“, betont Jäger.

• Zukunftsorientierter Dienstleister für erfolgreiche Gastronomie • Getränke-Innovationen und aktuelle saisonale Erfrischungen • Sommelier der Firma ist kompetenter Ansprechpartner • Familien-Unternehmen übernimmt Verantwortung für die Region • Unter www.getraenke-jaeger.de findet sich z. B. der Leitfaden zur Fest- und Feierkultur, erstellt vom Willinger Präventionskreis zum Thema Jugendliche und Alkohol. Und auch zu Mehrweg für Klimaschutz gibt’s dort Informationen.

Weitere Infos Getränke H.O. Jäger 05632 6655 www.getraenke-jaeger.de

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LECKER...

Die HEIMATLIEBE geht auch durch den Magen Serie: Eine kulinarische Reise mit Blick in Töpfe und Backformen

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Von Rita Maurer

andschaftlich ist das Hochsauerland kaum zu schlagen. Und auch kulinarisch hat unsere Heimat viel zu bieten. Da die HEIMATLIEBE nicht nur was fürs Herz, sondern auch für Leib und Seele sein soll, blicken wir in jeder Ausgabe mit Profis in Kochtöpfe und Backstuben. Und dürfen sogar deren Rezepte verraten!

…Los geht unsere kulinarische Reise in Medelon. Rita Maurer hat sich in die Küche von Müllers Landhotel geschlichen und mit Chefkoch Marcus Elsenheimer den Kochlöffel geschwungen. Kasseler mit einer Zwiebel-Senf-Kruste, dazu Dicke Bohnen, Bratkartoffeln und ein Grieß-Flammeri mit Preiselbeeren als Nachtisch sind das herzhafte Ergebnis der beiden. Und jede Menge Spaß inklusive!

…Einen Blick in die Backstube von Walter Krämer in Winterberg hat Ralf Hermann geworfen und beim Backen einer Flockensahne-Torte festgestellt, dass es junge Menschen gibt, die gerne früh aufstehen. Außerdem hat uns Walter Krämer verraten, wie sein normaler Alltag aussieht, warum er immer noch Torten mag, es ab und zu aber auch gerne ein Stück Fleischwurst sein darf…

…Tipps für Dips rund um Bärlauch und Giersch verrät uns die Wildkräuterpädagogin Birgit Grebe-Frese aus Deifeld. Beide Pflanzen haben bald Hochsaison und sind ganz einfach und sooo lecker zuzubereiten! Lassen Sie sich auf den nächsten Seiten verwöhnen und kommen Sie mit auf die erste Etappe unserer kulinarischen Reise durch unsere Heimat!

Grieß-Flammeri á la Brümmes 1 Liter Milch Mark einer Vanilleschote 100 g Zucker 120 g Hartweizengrieß

mit und aufkochen einrieseln lassen, beim Quellen rühren und dann abkühlen lassen.

Fotos: Rita Maurer

Tipp vom Chef: Dabei ein Stück Klarsichtfolie direkt auf die Grießmasse drücken, damit es keine Haut gibt! Vor dem Servieren einen Becher geschlagene Sahne unterheben (für die Großen darf es auch ein Schuss Eierlikör sein), mit einem Klecks Preiselbeeren oder anderen Früchten garnieren und genießen!

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macht, das steht in Müllers Landhotel bei allen Gerichten ganz oben an.

In der Küche von Müllers Landhotel in Medelon Die HEIMATLIEBE kocht mit Chef Marcus Elsenheimer typisch regional Von Rita Maurer

Medelon „Was soll ich kochen?“ Diese Frage stellen wir heute mal nicht uns selbst, sondern Marcus Elsenheimer, der mit seiner Frau Britta „Müllers Landhotel“ in Medelon in der vierten Generation betreibt. Der gelernte Hotelfachmann und Koch lässt sich für die HEIMATLIEBE über die Schulter gucken. Ein Gericht, das typisch für die Region ist, nicht zu schwer, aber trotzdem Pfiff hat und keine ausgefallenen Zutaten braucht, habe ich mir gewünscht. Vorschlag vom Chef: Kasseler mit Zwiebel-Senf-Kruste, dazu Dicke Bohnen mit SchalottenJus und Bratkartoffeln – das alles für vier Personen. Also los! Als erstes machen wir Dicke Bohnen. Huh – da werden ungute Erinnerungen an glibberige Mehlschwitze wach. Aber keine Sorge: „Dicke Mehlsoßen gibt es bei uns nicht“, beruhigt mich Marcus Elsenheimer. Ruckzuck würfelt er eine große Zwiebel und dünstet sie mit Speck, Salz und einer Prise Zucker glasig. Zwei abgetropfte Gläser Bohnen und ein guter Schuss Sahne

dazu, etwas Bohnenkraut, dann mit Mondamin abbinden und kurz einkochen lassen. Schon fertig und tatsächlich kein bisschen glibberig! Beim Kochen haben wir viel Zeit zum Unterhalten. Seit 1919 gibt es „Brümmes“ in Medelon, wie der Hausname des Landhotels lautet. Von Wilhelm Müller als Kneipe gegründet, hat sich das heutige Müllers Landhotel mit seinen mittlerweile 19 modernsten Hotelzimmern zu einer Topadresse entwickelt, das nicht nur unter Motorradfahrern und Wanderern wegen seiner bekannt guten Küche einen hervorragenden Ruf genießt. In den letzten Jahren haben Marcus und Britta Elsenheimer die beiden Restaurants sowie das Hotel grundlegend umgebaut und erweitert - Prunkstück ist der große sonnige Wintergarten mit herausnehmbaren Scheiben. Die Küche entspricht neuesten Standards, denn hier muss alles fluppen: Neben dem normalen Restaurantbetrieb bieten die Elsenheimers auch noch einen Partyservice für bis zu 400 Personen an. Regional, saisonal und selbst ge-

Inzwischen haben wir acht Schalotten geviertelt, mit Salz und Zucker angeschwitzt und Portwein abgelöscht. Dazu kommt eine bereits vorbereitete Grundsoße á la Brümmes, die der Chef selber aus Knochen, Suppengemüse und Rotwein herstellt. Eine fertige dunkle Soße tut es aber auch, versichert er. Die abgekühlten Pellkartoffeln werden klein geschnitten, in ordentlich Butter kross gebraten und mit Rosmarin bestreut. Kalte Butterstückchen kommen neben Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker auch ins Schalotten-Jus: „Butter ist ein idealer Geschmacksträger. Zum Abnehmen ist die Küche der falsche Platz“, schmunzelt der Chefkoch. Zufriedene Besucher Als nächstes bestreicht er je eine Seite der vier Kasseler-Scheiben dick mit Senf, stippt sie erst in angedünstete Zwiebelwürfel, dann in Mehl und brät sie von beiden Seiten an. Danach gehen sie noch acht Minuten bei 215° in den Backofen. Damit sie richtig zart werden, hat Marcus Elsenheimer einen Tipp: „Nach dem Schmoren kurz ruhen lassen und dann nochmal für zwei Minuten in den Ofen. Das funktioniert auch bei Steaks.“ Stimmt, das Fleisch zergeht auf der Zunge, beim Schalotten-Jus hält mich nur meine gute Kinderstube davon ab, den Teller abzulecken, die Dicke Bohnen á la Brümmes besiegen mein Kindheitstrauma. Und ich kann den Gästebuch-Eintrag eines zufriedenen Besuchers von Müllers Landhotel absolut bestätigen: „Das Essen ist der Hammer, hier kocht der Chef noch selbst. Da braucht‘s wahrlich keinen hippen Fernsehkoch, der mir die kulinarische Welt erklärt.“ Landhotel Müller Orkestraße 26 59964 Medebach-Medelon 02982 8116 www. landhotel-mueller.de

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Man nehme … reichlich Unkraut!

Noch viel einfacher zu finden ist ab ungefähr Ende April der Giersch. Das Kraut mit den markanten dreizähligen Blättern (ähnlich einem Ziegenfuß) und dem dreieckigen Stängel wird von vielen Gärtnern als Unkraut verflucht, weil es so stark verbreitet ist. Zu Unrecht, weiß Birgit Grebe-Frese: „Giersch enthält viel Kalium, Vitamin C, Karotin und Eisen. Er wirkt entwässernd, abführend, entzündungshemmend und regt den Stoffwechsel an.“ Früher nannte man den Giersch übrigens den „Spinat des armen Mannes“!

Mit Kräuterexpertin Birgit Grebe-Frese auf grüner Schatzsuche Von Rita Maurer Fotos: Birgit Grebe-Fresen und Rita Maurer

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ndlich! Endlich wird es draußen gaaaanz langsam wieder grün. Das bedeutet, dass auch die Natur uns bald schon die ersten Schätze bietet. Schätze, die am Wegesrand wachsen, supergesund und dazu noch kostenlos sind. Die Deifelder Wildkräuter- und Heilpflanzenpädagogin Birgit Grebe-Frese vom Verein Kräuterpädagogik in Westfalen e.V. hat uns von der HEIMATLIEBE zwei Rezepte für Dips verraten, die ganz einfach und unkompliziert nachzumachen sind und vor allem klasse schmecken!

Gerade jetzt ist nämlich Bärlauchzeit. Die mit dem Knoblauch verwandte Pflanze wächst gerne im Wald an halbschattigen und feuchten Stellen. Vorsicht! Nicht mit Maiglöckchen oder der Herbstzeitlosen verwechseln! Den Bärlauch erkennt leicht man am deutlichen Knoblauch-Duft; die Blätter haben eine matte Unterseite, und es wachsen fast immer zwei Blätter unten aus dem Stiel. Bärlauchpesto

100 g Pinienkerne leicht anrösten 80 g Bärlauchblätter hacken und mit ca. 150 ml Nuss- oder Olivenöl, den Pinienkernen und 100 g Parmesankäse pürieren. Mit Salz, Pfeffer und evtl. Muskat abschmecken und in kleine Schraubgläser füllen. Im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält das Pesto sich ca. vier bis sechs Wochen. Alternativ kann es auch eingefroren werden und hält sich dann ein halbes Jahr.

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Giersch - Kräuterdip

1 Becher Frischkäse mit Kräutern 2 Becher Creme fraiche 1 Packung Schafskäse 2 Knoblauchzehen 2 Handvoll Giersch (nur die zarten, hellgrünen Blätter) Pfeffer, Paprika Giersch waschen und klein zupfen. Knoblauchzehen schälen, pressen oder in kleine Würfel schneiden. Frischkäse, Creme fraiche, Schafskäse, Knoblauch und Giersch in eine Schüssel geben und pürieren. Mit den Gewürzen abschmecken. Schon fertig! Der Dip passt prima zu Ofenkartoffeln, Brot oder auch zu Rohkost.


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In der Backstube von…Walter Krämer Winterberger Bäckermeister setzt auf Handwerkskunst und ist erfolgreicher Unternehmer Von Ralf Hermann

Winterberg. Die Brötchen? Sind schon lange fertig. Die Kuchen und Torten? Noch nicht ganz. Der Besuch in der Backstube von Walter Krämer um 9 Uhr ist fast ein wenig spät. Noch drei Stunden, dann ist Schicht für den 44-jährigen Bäckermeister aus Winterberg und seinen Auszubildenden Kai Schmidt. Auch Geselle Alexander Rickert, schon 32 Jahre im Betrieb, packt dann seine Sachen. Direkt nebenan, im Café Krämer, geht der Betrieb indes noch weiter bis 18 Uhr. An sieben Tagen in der Woche.

eifrig an der Schwarzwälder Kirschtorte bastelt. Ein Traumberuf sei es, sagt Kai, und Walter Krämer schmunzelt. Weil es nicht einfach ist, Nachwuchs zu bekommen. „Die Arbeitszeiten und die Bezahlung sind halt nicht jedermanns Sache“. Dabei ist es wie immer eine Frage der Perspektive. Gegen 3.30 Uhr fängt der Arbeitstag gewöhnlich an, mittags ist Feierabend. Da bleibt noch viel Zeit für das ein oder andere Hobby.

Walter Krämer wurde das Backhandwerk in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Karl-Wilhelm Krämer stand in der Hagenstraße 1 direkt am Winterberger Marktplatz am Ofen. Seit 1998 ist Walter Krämer Meister seines Fachs und wuselt fleißig in der kleinen Backstube hin und her. Seit dem 22. September 2000 ist er mit seiner Frau Ines alleinverantwortlich für den Betrieb.

Ich esse am liebsten Sachertorte!

Und dieses Loch wird gefüllt mit Aufträgen für besondere Ereignisse wie Hochzeiten, Kommunion, Taufe oder Jubiläen. Themen-Torten lautet das Stichwort. „Die fertigen wir nach den Wünschen der Auftraggeber individuell an“, sagt Walter Krämer im Vorbeihuschen, denn Azubi Kai braucht Hilfe. „Was fehlt denn hier, Kai…?“ – Alltag halt im Hause Krämer, herzlich, ehrlich und sympathisch… Weitere Infos Café Krämer, 02981 523 www.cafe-kraemer-winterberg.de

Bis sechs Uhr morgens sollten die Brötchen ofenfrisch in der Auslage liegen, denn dann öffnet das Café. Danach stehen die Torten auf dem Plan, um den Gästen nachmittags eine möglichst große Auswahl zu bieten.

Fotos: Ralf Hermann

„Was musst du jetzt machen? Du musst die Krümel runtermachen und dann den Rand mit Sahne einstreichen. Aber es ist okay“ – Kai Schmidt ist klare Worte gewöhnt von seinem Chef. Hart, aber herzlich ist die Ausbildung für den 17-Jährigen, der

Zuerst die Brötchen, dann die saisonal abgestimmten und frisch zubereiteten Kuchen und Torten – so sieht der Alltag aus in der gemütlichen Backstube, in der neben dem Ofen noch ein paar altehrwürdige Maschinen stehen, die ihren Dienst tagtäglich zuverlässig versehen. „Qualität halt. Die Brötchenpresse zum Beispiel wurde kurz nach dem Krieg hergestellt und funktioniert perfekt. Auch unsere Kunden achten auf Qualität, möchten wieder mehr alte Handwerkskunst“, hat Walter Krämer beobachtet. Dies entspricht genau seinem Credo. Schließlich wird der Brötchenteig noch selbst zusammengemischt, denn „du weißt halt nie wirklich, was im industriellen Fertigteig so drin ist“.

40 bis 60 Kilogramm Mehl verbraucht der Ur-Winterberger täglich in seiner Backstube. Gab es in den Sommermonaten früher noch die ein oder andere saisonale Verschnaufpause, läuft der Betrieb nun an fast 365 Tagen im Jahr auf Hochtouren. „Gerade die grüne Saison hat aufgeholt. Jetzt spüren wir eigentlich nur direkt nach dem Winter noch ein kleines Loch.“

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d n a l r e u a S g u l f n e h ö H – nur Fliegen ist schöner!

Ein Fernwanderweg zum Verlieben – inklusive Entspannungsgarantie

Von Ralf Hermann

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auerland. Das Sauerland hat sich gemausert, schon lange. Wer wandern möchte und dabei eine Mittelgebirgsregion ins Auge fasst, der kommt nicht mehr vorbei am „Land der 1000 Berge“. Zertifizierte Qualitätswanderwege sind mittlerweile Standard, um Gästen und Einheimischen erstklassige Routen zu präsentieren. Das Sauerland hat gleich eine ganze Reihe dieser Touren im Angebot. Und ganz oben auf der Liste steht der Sauerland-Höhenflug. Denn das Wandern auf dem Höhenflug ist ein Erlebnis mit Prädikat. Im Jahr 2013 wurde der Fernwanderweg als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet.

250 abwechslungsreiche Kilometer, atemberaubende Fernsichten, herrliche Naturidylle und viel Ruhe und Entspannung fernab jeglichen Trubels – viel mehr Argumente braucht es eigentlich nicht, um für den Sauerland-Höhenflug die Wanderschuhe zu schnüren. „Der Wanderer kann zwischen zwei Startpunkten wählen. Einmal die Meinhardus-Schanzen in Meinerzhagen oder die Burg Altena mit der Weltjugendherberge“, erläutert Mona Mause vom Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Höhe neu erleben Wo auch immer es losgeht, nach 250 faszinierenden Kilometern auf den Bergrücken des Mittelgebirges steht die Stadt Korbach im Kreis Waldeck-Frankenberg mit ihrer historischen Altstadt als Ziel. Selbstverständlich ist der Sauerland-Höhenflug keine Einbahnstraße. Auch umgekehrt ist dieser Fernwanderweg eine oder mehrere Touren wert, denn auch der Genuss-Wanderer kommt bei kurzen, gemütlichen Wanderungen auf seine Kosten. Der Sauerland-Höhenflug verläuft über die Kämme von 24

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Ebbegebirge, Homert, Hunau und Rothaargebirge, die überall fantastische Aussichten über tiefe Wälder, weite Wiesen und sanft schwingende Berge und Täler eröffnen. In seinen einzelnen Etappen geht es mal gediegen, aber auch teilweise sportlich auf und ab. Ob von den Höhen rund um Neuenrade, Attendorn oder Wenholthausen, ob von der Nordhelle, dem Oberbecken bei Rönkhausen, der Hunau, dem Kahlen Asten oder dem Kahlen Pön bei Düdinghausen - überall wird der Wanderer belohnt mit beeindruckenden Panorama-Blicken. „Ganz besondere Aussichtspunkte sind sicherlich die am Weg liegenden Aussichtstürme, die den Blick noch weiter schweifen lassen. Nicht ohne Grund heißt das Motto des Sauerland-Höhenfluges: Nur Fliegen ist schöner“, betont Mona Mause. Naturbegegnungen Wer auf dem Sauerland-Höhenflug unterwegs ist, der genießt ausgedehnte Wälder, verwunschene Moore, weite Bergwiesen, idyllische Orte, traumhafte Ausblicke und faszinierende Naturschätze. An den Hängen der Nordhelle führt der


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Schweden-Hütte iginal

Fotos: Sauerland Höhenflug und Rita Maurer

...das Or

Die SCHWEDEN-HÜTTE befindet sich auf 780 m ü. N. N. Genießen Sie von der Sonnenterrasse den einmaligen Panorama-Blick auf das Rothaargebirge Im Frühjahr / Sommer ist die SCHWEDEN-HÜTTE von mittwochs bis sonntags ab 11.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet

Höhenflug den Wanderer durch die seltenen Ebbemoore. Unvergessliche Eindrücke vermitteln im Spätsommer die blühenden Heiden auf dem Kahlen Asten und der Usselner Hochfläche. Zwischen Hallenberg und Medelon führt der Sauerland-Höhenflug durch die Medebacher Bucht, die zu Recht als „Toskana des Sauerlandes“ bezeichnet wird. Denn hier ist das Klima wärmer und trockener als im Rothaargebirge. Zahlreiche gefährdete Vogelarten sind in diesem als Vogel- und Naturschutz (Fauna-Flora-Habitat, kurz FFH) ausgewiesenen Areal zu Hause – auch der Rotmilan, die Leitfigur des Sauerland-Höhenfluges! • Unter der Adresse www.sauerland-hoehenflug.de/Service finden Interessierte viele Downloads, um sich direkt über das Angebot zu informieren. • Ob Wanderpass, Übersichtskarte oder Booklet – mit einem Klick ist der Sauerland-Höhenflug direkt auf dem PC, Handy oder Laptop. • Zudem gibt es auf dieser Seite viele wichtige Informationen, Kontaktadressen und aktuelle Meldungen.

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Orte zum Erleben Der Sauerland-Höhenflug bietet aber noch weitaus mehr. Am Wegesrand warten 19 Städte und Gemeinden mit einer Fülle von historischen und kulturellen Schätzen darauf, entdeckt zu werden. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele laden dazu ein, die Region nach der Wanderung noch besser kennen und lieben zu lernen. Wie wäre es mit einer Schifffahrt auf dem Bigge-, Sorpe- oder Hennesee? Wer mag, taucht ab bei einer Besichtigung der bekannten Atta-Höhle oder schürft nach Gold im Besucherbergwerk am Eisenberg. Geschichte, Industrie und Handwerk der Region werden bei einem Museumsbesuch z.B. im Südsauerland-, Draht-, Schiefer- und Maschinenmuseum kennen gelernt. Oder Wanderer kommen mit auf eine Zeitreise in das Ritterleben auf der Burg Altena.

Das Wegeleitsystem Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für die gesamte Wander-Region Sauerland ist das ausgefeilte und lückenlose System der Wegemarkierung. Der Sauerland-Höhenflug ist durchgängig und in regelmäßigen Abständen mit einem weißen „H“ auf gelbem Quadrat markiert. Die Zuwege sind mit einem weißen „H“ auf schwarzem Grund gekennzeichnet, und das blaue Symbol beschildert Rundwege Rundwanderwege am Sauerland-Höhenflug • Sie möchten den Sauerland-Höhenflug erleben, aber für eine Etappentour keine Koffer packen, sondern ganz entspannt nach Ihrer Wanderung zu Ihrem Ausgangspunkt zurückkehren? Dann wandern Sie doch einfach mal auf den Rundwegen! Unter www.sauerland-hoehenflug.de sind faszinierende Rundtouren im Detail beschrieben insbesondere ein Rundweg, der Dreislar, Medelon und Berge miteinander verbindet. • In Planung sind zwei neue Rundwanderwege auf dem Sauerland-Höhenflug in Altena-Evingsen und Herscheid, die wohl im nächsten Jahr eröffnet werden. • Im Frühjahr wird zudem ein Booklet mit den drei Fernwanderwegen Sauerland-Höhenflug, Sauerland-Waldroute und Rothaarsteig und ausgesuchten ÖPNV-Touren erscheinen.

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entlang des Sauerland-Höhenfluges. Diese Markierung wird in Zusammenarbeit mit dem Sauerländischen Gebirgsverein und den Rangern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW ständig kontrolliert. Zusätzlich finden Wanderer an allen Kreuzungen Wegweiser mit Angaben über den genauen Standort, die Höhe sowie zu Nah- und Fernzielen auf dem Sauerland-Höhenflug. Die Ranger Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW setzt sowohl auf dem Sauerland-Höhenflug als auch auf der SauerlandWaldroute und dem Rothaarsteig Ranger ein, die hier zahlreiche Aufgaben übernehmen: Sie pflegen die Wege, helfen bei der Instandsetzung der Waldmöbel, sind Ansprechpartner für Wanderer, geben Tipps, berichten Wissenswertes über Flora und Fauna und legen den Menschen den Schutz der Natur ans Herz. Und sie bieten interessante Führungen, die für Kinder und Jugendliche kostenlos, für Erwachsene gegen eine geringe Gebühr zu buchen sind. Dafür gibt es eine eigene Ranger-Hotline unter der Tel.-Nr. 02972- 970255. Wer den Sauerland-Höhenflug mit Bus und Bahn entdecken möchte, hat viele attraktive Möglichkeiten dazu. Auf der Webseite unter www.sauerland-hoehenflug.de haben die Experten einige Touren zusammengestellt, bei denen vor oder nach der Wanderung die Etappenorte mit Bus und Bahn erreichbar sind. Lieser Stuhl auf dem Königsloh bei Hallenberg Fotos: Rita Maurer


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Übernachten und Angebote • Ob Wellness, kulinarische Genüsse oder der Genuss gepflegter Gastfreundschaft: Wer sich gerne auf dem Sauerland-Höhenflug ein paar Tage eine aktive Auszeit vom Alltag gönnen möchte, kann unter vielen Pauschalen wählen. • Das Portfolio an Möglichkeiten finden Interessierte unter www.sauerland-hoehenflug.de.

Weitere Infos Sauerland-Höhenflug Johannes-Hummel-Weg 1, 57392 Schmallenberg 02974 202-199, www.sauerland-hoehenflug.de

Trailrun

auf dem Sauerland-Höhenflug

M

it seiner Wegeführung bietet der SauerlandHöhenflug auch ideale Voraussetzungen für ein einmaliges Lauf-Event – den Trailrun.

Auch 2017 findet diese s Rennen st att und zw ar am

Sonntag, 1

1. Juni!

Wunderschöne Pfade und herrliche Aussichten belohnen die Läufer und ermöglichen ein einzigartiges Trail-Lauferlebnis in den Wäldern rund um Sundern-Hagen. Der Startpunkt ist das Mega-Sports-Center in Hagen. Drei verschiedene Streckenlängen mit Halbmarathon, 10 Kilometer und 5 Kilometer stehen zu Wahl - hier ist bestimmt für jeden Läufer die passende Runde dabei! Selbstverständlich ist für die Verpflegung auf der Strecke bestens gesorgt. Am Veranstaltungsgelände selber werden verschiedene Getränke und ein reichhaltiges Buffet angeboten. Toiletten und Duschen sind vorhanden. Veranstalter ist der Sportverein SC Hagen-Wildewiese, der sich durch das jährliche Mountainbike-Rennen, bei dem mehr als 1600 Biker an den Start gehen, bestens mit Sportgroßveranstaltungen auskennt. Der Trailrun in Stichpunkten: • Termin: 11. Juni 2017 • Start- und Ziel: Mega-Sports-Center, Selbecke, 59846 Sundern (Sauerland) – Hagen • Die Strecken: Halbmarathon, 10 Kilometer und 5 Kilometer • Anmeldung unter https://anmeldung.hoehenflug-trailrun.de

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EXTRA-TOUR

g r e b n e Hall

Einmal rund über die Höhen von

Die HEIMATLIEBE stellt mit Experte Michael Mause tolle Wander-Touren vor

Fotos: Rita Maurer

Von Ralf Hermann und Rita Maurer

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allenberg. Es ist kein Geheimnis, dass das Hochsauerland zu den schönsten Wanderregionen in ganz Deutschland zählt. Doch insbesondere die Städte Winterberg, Medebach und Hallenberg überzeugen durch ihr ausgeprägtes, qualitativ hochwertiges Wanderwege-Netz mit vielen zertifizierten Touren. Der Medebacher Bergweg, der Hallenberger Wanderrausch oder auch die Winterberger Hochtour sind nur drei von unzähligen Beispielen dafür. Die HEIMATLIEBE stellt in jeder Ausgabe eine attraktive Tour vor. In der ersten Ausgabe geht es am Hallenberger Marktplatz los. „Startpunkt der Wanderung ist das Wanderportal rechts vor der Kirche. Von dort geht es erstmal geradeaus die Petrusstraße hinunter zur bekannten Marien-Wallfahrtskirche, die im 11. Jahrhundert gebaut wurde“, sagt Michael Mause, unser HEIMATLIEBEWanderexperte, der sich in diesem Jahr vorgenommen hat, zum zweiten Mal binnen sechs Wochen von Hallenberg bis nach Rom zu wandern.

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Bereits im Jahr 2012 ist der 58-Jährige in die Ewige Stadt gelaufen, in diesem Jahr wird er eine andere Route nehmen. Hallenberg immer rechtsseitig im Blickfeld haben Aber zurück nach Hallenberg. Von der Wallfahrtskirche führt der Weg durch den Marienpark auf den Fernwanderweg X15 in Richtung Bromskirchen, Hallenbergs hessischer Nachbargemeinde, dann rechts ab und immer bergauf. Wanderer müssen ein wenig

aufpassen, denn an einem Steinfindling müssen sie rechts abbiegen. Kleiner Tipp: Hallenberg sollte möglichst immer rechtsseitig im Blickfeld bleiben. Wer sich bis dato noch nicht verlaufen hat, wird am Grenzweg ankommen. Und an dieser Stadt-, Religions- und Kreis-Grenze zwischen NRW und Hessen geht es erneut rechts ab zum Kreuzberg. „Von dort erwartet die Wanderer ein herrlicher Blick auf Hallenberg, besonders auf die Kirche, das Rathaus und die Altstadt“, weiß Michael Mause, der diesen Weg wie sein Westentasche kennt. Auf einem schmalen Waldpfad führt die Tour vorbei an der KreuzbergKapelle. Dann heißt es links abbiegen, bis wieder der Grenzweg erreicht wird. Nun rückt der Wanderweg „H5“ in den Blickpunkt. Rechts ab geht es bergan Richtung Weifetal mit wunderschönen Ausblicken. Weiter geht‘s auf dem „H5“ bis zur Trambach. Vorsicht beim Überqueren der Landstraße L717. Schließlich wartet das Skilanglaufzentrum Pastorenwiese auf die Wanderer.


• • • •

Tour-Länge: 18 Kilometer Schwierigkeitsgrad: mittelschwer Höhenmeter: ca. 600 Verpflegung aus dem Rucksack

Toller Blick über das Wittgensteiner Land Zeit für eine kurze Rast an der Skihütte. „Anschließend müssen wir uns vom H5 verabschieden. Der Weg führt dann halb rechts an der Skihütte vorbei durch jungen Buchenwald, bis wir nach einer kurzen Anhöhe einen tollen Blick über das Wittgensteiner Land und den Streitwald haben“, weiß Michael Mause. Wittgenstein grenzt mit der Stadt Bad Berleburg direkt an das Hallenberger Stadtgebiet. Tipp: Insbesondere Bad Berleburg mit seinem Schloss ist einen Ausflug wert. Aber erstmal geht‘s weiter an der nächsten Querung zum Mollseifer Wanderweg ,,M“. Diesem folgen die Wanderer aber nur wenige hundert Meter, denn am „Süßen Plätzchen“ wartet der Panoramawanderweg ,,Sauerland-Höhenflug“, der zurück nach Hallenberg führt. Nach kurzer Zeit auf dem Höhenflug ist auf der linken nördlichen Seite die St.Georg-Schanze in Winterberg zu sehen, weiter östlich kann man zudem den Aussichtsturm auf dem Ettelsberg in Willingen erkennen.

Auf abenteuerlichen Pfaden führt die Tour weiter zum Gaulskopf, um danach auf den Sperrweg zu treffen. Ein kurzer Stopp lohnt an den Hinweistafeln, die die Geschichte dieser historischen Plätze erläutern. Bergan führt der Weg weiter Richtung Heidekopf bis zur SGV-Hütte, die zur Rast einlädt. „Nach kleiner Stärkung beginnt der steile Aufstieg zum 704 Meter hohen Heidekopf. Die Mühe lohnt sich, denn vom Turm

aus bieten sich herrliche Ausblicke in alle Himmelsrichtungen“, betont unser Wander-Experte. „Auf dem Südbalkon des Sauerlandes können wir nach Winterberg, in die Medebacher Bucht, das Ederbergland, den Westerwald, den Taunus und sogar bis nach Thüringen schauen.“ Nach dem Gipfelsturm lockt das Tal Nach diesem Gipfelsturm lockt das Tal. Über ganz schmale Wald-Serpentinen führt der Weg am Schneiderkreuz vorbei hinunter nach Hallenberg. Aufgepasst beim Abstieg, denn der Weg führt steil die letzten Meter hinab an der Schieferkötte vorbei über den Heideweg und die Bangenstraße zur Kirche. „Damit kommen die Wanderer wieder am Marktplatz an, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Nach 18 Kilometer Strecke haben sich alle eine Belohnung in einer der schönen Hallenberger Gaststätten verdient“, lacht Michael Mause, der sich freut, wenn viele Wanderfreunde diese Tour genießen. Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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Ein „Goldener Pfad“ zum Entschleunigen und Auftanken Die Niedersfelder Hochheide ist Natur pur mitsamt rustikaler Hochheidehütte und Wirt Ralf Geilen Von Ralf Hermann

– so einfach ist das ErholungsRezept der Hochheide in Niedersfeld. Und kostenlos noch dazu, ohne lange Wartezeiten und Termindruck. Denn der „Goldene Pfad“ lädt an 365 Tagen ein, erkundet und erforscht zu werden. Zehn Stationen warten auf die Naturliebhaber auf einem fünf Kilometer langen Rundweg durch die Hochheide am Fuße des Langenbergs, der mit 843 Metern der höchste Berg des Sauerlandes ist – noch zwei Meter höher als der Kahle Asten!

Foto: Rita Maurer

N

iedersfeld. Fast könnte man sie übersehen, die Schilder im Ortskern des Winterberger Dorfes Niedersfeld. Schlicht „Hochheide“ steht auf ihnen geschrieben. Doch dahinter verbirgt sich viel mehr als nur ein landschaftlich ansprechendes Erholungsgebiet. Auf knapp 800 Höhenmetern erstreckt sich oberhalb von Niedersfeld die wohl schönste und größte Hochheide in ganz Deutschland. Ein Natur-Spektakel zu jeder Jahreszeit. Aufgewertet von der Ferienwelt Winterberg durch den „Goldenen Pfad“, der Wanderer und Spaziergänger nicht nur durch die einzigartige Landschaft führt, an vielen markanten Stellen über die faszinierende Fauna und Flora sowie über die Geschichte

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der Hochheide informiert, sondern einlädt, sich eine ganz spezielle Auszeit zu nehmen. Ein Versuch lohnt sich, probieren Sie es einfach mal aus. Völlig kostenlos und mit Mehrwert-Garantie… Keine Wartezeiten, kein Termindruck Mit dem Auto hochfahren oder die Wanderstiefel schnüren, tief durchatmen und sich einfangen lassen von der außergewöhnlichen Atmosphäre

Foto: Ferienwelt Winterberg

Entschleunigen ist angesagt in einer einzigartigen Natur, die besondere Achtsamkeit erfordert. Achtsamkeit, die den Wanderer auch zu sich selbst führt. An zehn Stationen werden die Gäste sanft gefordert, Kontakt mit sich selbst und der Natur aufzunehmen, den Alltag ein wenig zu vergessen oder ihn zumindest entspannter Foto: Ferienwelt Winterberg

anzugehen. Sei es beim Genuss eines wunderbaren Panoramas oder bei einer Entdeckungsreise inmitten von Wacholderbüschen, Heidekraut, bizarr gewachsenen Kiefern, Gräsern und Moosen. Die Augen schließen, reinhören in das Konzert der Natur oder sich am Feldkreuz ein wenig Inspiration holen – auch dies ist möglich auf dem Landschafts-Therapiepfad.


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Weitere Informationen zum „Goldenen Pfad“ gibt es bei der Tourist-Information Winterberg unter 02981 92500 sowie im Internet unter

www.winterberg.de Foto: Ferienwelt Winterberg

Inspiriert durch die so facettenreiche Landschaft darf der Wanderer gerne seine eigene Phantasie schweifen und sich einfangen lassen von märchenhaften Geschichten über Riesen und Feen, über Geister und Zauberer. Keine Auszeit ohne Auszeit – dies fällt besonders leicht an einem Kraft-Ort, der zur Meditation motiviert und anregt, die Gedanken wie Wolken an den Baumwipfeln vorbeiziehen zu lassen. Und das Sauerland ist auch ein Land der Quellen. Auf der Niedersfelder Hochheide entspringt die Hoppecke-Quelle. Die beste Gelegenheit, sich den Kreislauf der Natur bewusst zu machen, den Fluss des Lebens und die eigene Lebensfreude neu zu entdecken. Um dann nicht nur optisch die Reise fortzusetzen, denn auch Gerüche und Düfte ziehen über die Hochheide, die nur selten zu erleben sind. Einfach mal reinschnuppern… Beschwingend ist auch das Finale des „Goldenen Pfades“. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Windharfe setzen die Gäste selbst in Schwung. Geheimnisvolle Töne lassen diese fantastische Reise ausklingen. Ein perfekter Moment, die Erlebnisse der vergangenen 5000 Meter noch einmal Revue passieren zu lassen und in vollen Zügen zu genießen. Und vielleicht den ein oder anderen schönen Moment mit nach Hause zu nehmen…

Ur-Sauerländer Ralf Geilen betreibt die Hochheide-Hütte Aber nicht zu schnell, denn mit dem Ende des „Goldenen Pfades“ ist das Abenteuer Hochheide noch längst nicht beendet. Schließlich heißt es ja, die Hochheide mit allen Sinnen zu genießen. Da darf eine Einkehr in die rustikale Hochheide-Hütte natürlich nicht fehlen. Begrüßen wird Sie mit Hüttenwirt Ralf Geilen ein Ur-Sauerländer, der die Gastronomie an einem der schönsten Fleckchen des Sauerlandes mit der wunderschönen Sonnenterrasse inklusive herrlichem Ausblick über das Land der tausend Berge seit Jahren betreibt. Leckere, bodenständige Speisen, Omas Kuchen, frische Waffeln oder einen guten Kräuterlikör sowie ein frisches Veltins vom Fass - in seiner aus Naturholz gebauten Hütte erfüllt Ralf Geilen mit seinem freundlichen Team gerne die Wünsche seiner Gäste. Und wer gerne eine Familienfeier, ein Firmen-Event oder einfach ein zünftiges Kartoffelbraten in uriger Atmosphäre erleben möchte, der ist bei Ralf Geilen in und an der HochheideHütte bestens aufgehoben.

Foto:Rita Maurer

Auch für Wanderer ist die Hochheide-Hütte ein idealer Ort, um ein wenig die Beine auszustrecken, sich von dem ein oder anderen Anstieg zu erholen und die herrliche Natur bei einem Getränk und einem kleinen Imbiss zu genießen. Die Hütte liegt unübersehbar am beliebten Rothaarsteig. Hochheide-Hütte und „Goldener Pfad“ – eine perfekte Kombination für alle Generationen. Weitere Infos Hochheide-Hütte Niedersfelder Hochheide 59955 Winterberg-Niedersfeld 02985 908989, www.heidehuette.de

Geöffnet ist die Gastronomie täglich von 10 Uhr bis zum Anbruch der Dämmerung an sieben Tagen in der Woche.

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Bunte Bergwiesen

Nur noch Nostalgie? Schon lange nicht mehr LIFE-Projekt hat ein Herzstück des Hochsauerlandes vor dem Verschwinden bewahrt

Von Ralf Hermann

nebenbei entstanden sie mit ihrer Blumen- und Farbenpracht durch die Landwirtschaft überall dort, wo Heu gemacht wurde. Doch Heu ist schon längst nicht mehr das Futter der Wahl in der Landwirtschaft, Silage ist angesagt und damit wurde auch das Ende des Lebensraumes Bergwiesen eingeläutet.

Fotos: Biologische Station

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interberg. Die Natur holt sich das zurück, was ihr schon immer gehörte. Oft stimmt dieser Satz. Doch sind artenreiche Bergwiesen, Magerwiesen und Hochheiden ein Stück Kulturlandschaft, für deren Entstehung und Erhalt neben der Natur auch der Mensch einen unverzichtbaren Beitrag leisten muss. In dem sechsjährigen LIFE-Projekt „Bergwiesen bei Winterberg“ hat sich die Biologische Station des Hochsauerlandkreises mit viel Engagement darum gekümmert, ein charakteristisches Stück Hochsauerland vor dem Verschwinden zu bewahren.

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Vor dem Projekt, das 2011 begann, stand es schlecht um die bunten Hoch-

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land-Wiesen im Rothaargebirge. Viele Bergwiesen waren inzwischen alles, aber keine Bergwiesen mehr. Gegen den Wandel in der Landwirtschaft war in den letzten Jahrzehnten irgendwie kein Kraut gewachsen. Die oft stark gedüngten und mitunter viermal im Jahr gemähten Wiesen verwandelten sich durch das veränderte Fütterungs-Verhalten der Landwirte von Berg- in Silage-Wiesen mit nur noch wenigen Grasarten und Löwenzahn. Mit der Aufgabe der ursprünglichen Heuwirtschaft verschwanden somit auch die bunten Wiesen. Und das Gesicht des Sauerlands verlor seine charakteristischen Züge. Silage ist angesagt Dabei sah es mal ganz anders aus in den Hochlagen des Sauerlandes. Artenreiche Bergwiesen waren hier früher eine Selbstverständlichkeit. Wie

Mit unserem LIFE-Projekt haben wir aktiv und erfolgreich gegen diese Entwicklung angesteuert. Und wir hoffen, dass auch nach dem offiziellen Projekt-Ende, das Ende 2016 war, das BergwiesenProjekt nachhaltig getragen wird von den Beteiligten und dem Tourismus,

Dr. Axel M. Schulte von der Biologischen Station (wissenschaftlicher Mitarbeiter) In sechs Jahren hat sich viel getan in den Projektgebieten rund um Winterberg sowie in der Nähe der Dörfer Altastenberg, Neuastenberg, Langewiese, Lenneplätze, Mollseifen, Elkeringhausen und Siedlinghausen. Erforderlich dafür waren großzügige Flächenankäufe, um hier wieder artenreiche Bergwiesen zu entwickeln. Charakteristische Pflanzenarten wurden wieder angesiedelt sowie Fichten- und Weihnachtsbaumkulturen in vielfältiges montanes Grünland umgewandelt. Wichtiges Anliegen war es auch, die naturschutzgerechte


Nutzung der Wiesen für die Landwirte rentabel zu gestalten. Denn nur wenn sich Heuwirtschaft lohnt, haben die bunten Wiesen eine Zukunft. Neben einer besseren Vermarktung für das wertvolle Bergwiesen-Heu spielt dabei der Vertragsnaturschutz eine unverzichtbare Rolle. Dabei erhalten die Landwirte eine Entschädigung für ihre Ernteeinbußen, wenn sie die Wiesen auf traditionelle, extensive Art pflegen, sie also erst im Juli mähen und auf starke Düngung verzichten. Doch nicht nur die Landwirtschaft war gefragt, das Projekt mitzutragen und zu fördern, schließlich profitiert auch der Tourismus und damit der Gast von einer blühenden Landschaft. „Wir haben bei der Konzept-Erarbeitung schnell erkannt, dass neben einer wirtschaftlicheren Nutzung der Flächen das landschaftliche Potential auch für den Sommer-Tourismus ein wichtiger Image-Faktor sein kann“, erklärt Winterbergs Tourismus-Direktor Michael Beckmann. Welche Mittelgebirgs-Region hat schon die Möglichkeit, mit so einem natürlichen Potential zu werben? Und so bedurfte es keiner großen Überzeugungsarbeit, auch die Touristik- und Freizeitbranche ins Boot zu holen, um kreative Pilot-Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Gütesiegel „Wiesen Wonne“ Mit Erfolg, schließlich gibt es mittlerweile sogar das eigene Gütesiegel „Wiesen Wonne“, mit dem qualitativ hochwertige Bergwiesen-Angebote ausgezeichnet werden. Entdecker-Spiele mit dem GPS-Gerät (Nature Cache), Bergwiesen-Yoga, Heu-Sauna und -Bäder sowie Kosmetik aus Heu und Kräutern, Imkerei-Produkte (Bergwiesen-Honig, Honig-Liköre und Met), Kräuterund Heu-Menüs in den Restaurants, dekorative Heukissen, ein Heu-Badekissen sowie das Bergwiesen-Memory, Postkarten, Bierdeckel und vieles mehr werden inzwischen angeboten. „Daneben haben wir viel Wert auf die Öffentlichkeitsarbeit gelegt, um

den Menschen das Projekt näher zu bringen“, sagt Axel M. Schulte. Führungen und Vorträge, eine Wanderausstellung, ein Projektfilm und ein Foto-Wettbewerb sollten animieren, einen faszinierenden Lebensraum vor der Haustür zu entdecken und die Bemühungen zu dessen Schutz erläutern. Nun, nach dem offiziellen Ende des Projekts, geht es um die Nachhaltigkeit. „Wir möchten natürlich, dass dieses Projekt wirksam bleibt und weiter getragen wird von den Akteuren im Tourismus und in der Landwirtschaft als Werbeträger für die Region. Für 2017 ist bei den Tourismus-Infos wieder ein farbenfroher Fotokalender zu haben sowie eine 100-seitige Broschüre, die auch den Projektfilm auf CD bzw. Blu-ray enthält“, sagt Axel

M. Schulte. In Altastenberg können Sauerländer und Gäste seit Mai 2016 zudem das Bergwiesenzentrum im Haus des Gastes besuchen und sich in der Ausstellung von der Faszination Bergwiesen begeistern lassen. Zwei Themenwege bei Altastenberg und am Kreuzberg bei Winterberg locken darüber hinaus in die Natur. Ein Ausflug lohnt sich also in die Welt der Bergwiesen, die sich mit Hilfe engagierter Akteure das wiedergeholt hat, was ihr eigentlich schon immer gehörte.

Weitere Infos Biologische Station 02977 93908-14 www.bergwiesen-winterberg.de

Pflanzen und Tiere • Wald-Storchschnabel, Schwarze Teufelskralle, Goldhafer und Weicher Pippau • Schmetterlinge wie DukatenFeuerfalter, Lila-Gold-Feuerfalter und Ampfer-Grünwidderchen

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SAUERLÄNDER KERLE

g n i l a r K Edmund en s e i L s u a Foto: Rita Maurer

Von Rita Maurer

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iesen. „Es steckt einfach in den Knochen drin!“ Edmund Kräling aus Liesen spürt seine 90 Jahre mittlerweile deutlich. Doch wenn er an „seiner“ kleinen, einmanualigen Orgel in der St.-Thomas-Kirche sitzt, ist alles vergessen. Weihnachten 1951 hat Edmund Kräling zum ersten Mal diese Orgel gespielt, am 1. Februar 1952 wurde er als Organist angestellt – zum Monatslohn von fünf Mark. Sage und schreibe 63 Jahre später zog er auf eigenen Wunsch zum letzten Mal die Register, als einer der dienstältesten Organisten in ganz Deutschland. In dieser Zeit hatte er genau zwei Mal krankheitsbedingt gefehlt und einmal eine Messe nur mit der rechten Hand gespielt, weil die linke eingegipst war. 34

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Während seiner Kindheit war Orgelspielen für den gebürtigen Siedlinghauser nie ein Thema. Auch einen festen Berufswunsch hatte er damals nicht. Nach dem Abitur 1941 am Briloner Petrinum ging es mit 15 Jahren in den Krieg, anschließend musste er als französischer Kriegsgefangener drei Jahre jede Nacht in einem Kohlebergwerk arbeiten. Kriegsgefangenschaft prägt ihn bis heute Das Entwickeln von Kulturprogrammen wird dort zum wichtigsten Lebensinhalt für ihn: „Das war unser Strohhalm zum Überleben“, erzählt Edmund Kräling. So lernt er ohne Noten Harmonium, Geige und Cello zu spielen. Die Zeit hinter dem Stacheldraht hat sein Leben entscheidend geprägt: „Dort habe ich alles gelernt, was ich nicht wusste, das Abi bedeutete damals nichts.“ Und es wächst


Es steckt einfach in den Knochen drin!

Der 90-Jährige zählte zu den dienstältesten Organisten in ganz Deutschland

in ihm der Gedanke, entweder Pastor oder Lehrer zu werden, denn „was unter Hitler an Erziehung geschah, das darf nie wieder passieren!“ Sein Briloner Lateinlehrer Dr. Brocke rät ihm nach der Gefangenschaft zum Lehramt. Und so kommt Edmund Kräling 1951 nach dem Studium als Dorflehrer nach Giershagen. Als er kurz darauf nach Liesen versetzt wird und seine Schüler deshalb bitterlich weinen, wird ihm die Bedeutung seines Berufes bewusst: „Es ist eine große Verantwortung, jedes Kind nach seinem Talent zu fördern.“ Dieser Gedanke wird zu seiner Lebensaufgabe und hält ihn an der Volksschule in Liesen, auch als das Gymnasium in Schmallenberg lockt: „Es hätte mich schon sehr gereizt, Fächer wie Englisch und Latein unterrichten zu können.

Doch in einem kleinen Dorf kann man als Lehrer ganz andere Akzente setzen und die Kinder viel mehr prägen.“ So gründet Edmund Kräling mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Inge, die ebenfalls Lehrerin ist, eine Familie in Liesen. Sie bauen das Haus, in dem er bis heute wohnt, und bekommen sechs Kinder. Nach der Schule richtet er für seine Schüler, die in ihrer Freizeit ja fast nur die Arbeit in der Landwirtschaft kannten, eine Tischtennis- und Modellbastelgruppe ein und dirigiert den Lieser Gesangverein, später auch den in Braunshausen. 1969 wird die Volksschule in Liesen geschlossen, Kräling unterrichtet daraufhin noch 20 Jahre lang als Rektor an der Grundschule Hallenberg. Sein tiefer Glauben ist ihm dabei bis heute immer sehr wichtig gewesen: „Der schulische Lehrstoff ist das eine, aber ich wollte den Menschen mehr mit auf ihren Lebensweg geben: eine innere Sicherheit, die aus dem Glauben wachsen kann.“ Fürs Foto legt Edmund Kräling ein Notenbuch aufs Orgelpult und beginnt voller Inbrunst zu spielen. Nur bei genauem Hinsehen fällt auf, dass er gar nicht in die Noten guckt, sondern mehrere Lieder hintereinander auswendig spielt und diese so gekonnt quer durch die Tonarten miteinander verbindet, als wäre es ein einziges Stück. „Hier, hören Sie mal, wie wunderbar es klingt, wenn man beim höchsten Ton von Amazing Grace diesen Septakkord greift!“ Es steckt eben einfach in den Knochen drin – hoffentlich noch viele Jahre! Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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SAUERLÄNDER KERLE

ann m g r o B Winfried eld f s r e d e i aus N

Fotos: Ralf Hermann

Ein Mann für (fast) alle Fälle Winfried Borgmann ist Winterbergs Wirtschaftsförderer und Ehrenamtler pur Von Ralf Hermann

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iedersfeld. Freizeitkleidung? Braucht der Mann eigentlich nicht! Tagsüber lockeres Business-Outfit, abends dann entweder Schützen-Jacke oder Feuerwehr-Uniform, in der Kirche wohl eher der Anzug. Mehr passt auch kaum in einen Tag. Obwohl es noch eine Reihe mehr Funktionen gibt, die sich im Terminkalender quetschen. Zum Beispiel die eigene Familie. Der Name Winfried Borgmann ist bekannt, nicht nur in Winterberg, sondern weit darüber hinaus. Natürlich trägt auch sein Amt als Wirtschaftsförderer dazu bei, vielmehr ist es aber sein ehrenamtliches Engagement, das er wohl wie kaum ein Zweiter in seiner Freizeit lebt. Ein Mann für (fast) alle Fälle halt.

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„Das ehrenamtliche Engagement habe ich wohl von meinem Vater abbekommen, der viele Jahrzehnte in Politik, Kirche und Dorfleben sehr engagiert war und auch heute noch im kleinen Rahmen ist. Um mich herum war also immer schon viel Ehrenamt“, sagt der 41-jährige Vater zweier Kinder. Schon in der Jugend war er als Messdiener und in der Jugendfeuerwehr aktiv. Seinen ersten Vorsitz übernahm er in der Katholischen Jugend. Es sollte nicht sein letzter sein. Es folgte der Pfarrgemeinderat und aktuell ist er im Kirchenvorstand, bei den Schützen sowie im Stadtmarketingverein in den Führungsgremien tätig.


Ein „familiärer Spätzünder“ Bis vor einigen Jahren alles nicht wirklich ein Problem. Der selbst ernannte „familiäre Spätzünder“ war Herr seiner (Frei)zeit. Dann kam Ehefrau Julia ins Spiel, mit der er nicht nur seit fünf Jahren verheiratet ist, sondern auch zwei kleine Kinder hat. „Da verschieben sich einige Prioritäten zu Ungunsten des ehrenamtlichen Engagements. Der Beruf geht natürlich dem Ehrenamt vor, denn die ehrenamtliche Freizeit will schließlich auch finanziert werden.“ Im Alltag stößt dann auch ein Winfried Borgmann manchmal an seine Grenzen. Dann fehlt die „leichte Schulter“, mit der er früher vieles habe einfacher erledigen oder geduldiger hinnehmen können. Schritt für Schritt hat der Diplom-Verwaltungswirt in den letzten Jahren sein Engagement zugunsten von Beruf und Familie bereits runtergefahren. Zeitlich befristete Posten wie bei den Schützen oder in der Kirchengemeinde könnten demnächst auch Vergangenheit sein. Nur die Feuerwehr, die ist für den „Winni“ keine Verhandlungsmasse. „Diese Aufgabe verstehe ich schon anders und dauerhaft.“ Welches Ehrenamt dient bzw. hilft den Mitmenschen am meisten? Welches erfüllt mich mehr mit Zufriedenheit? Wo wird mein Engagement am dringendsten gebraucht? Das sind Fragen, die sich der 41-Jährige immer gestellt hat. Eine Rangfolge gibt es aber nicht. „Jedes Ehrenamt hat seine Reize und Herausforderungen. Ich würde dennoch den besonderen freiwilligen Dienst in der Feuerwehr an erste Stelle setzen.“ Warum er sich überhaupt so engagiert? Winni will mitgestalten, Angebote erhalten, die sonst schmerzlich vermisst würden. Er ist Überzeugungstäter, weiß, dass Ehrenamt ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität ist und die Heimat ohne Ehrenamt viel ärmer wäre. Sorge um das ehrenamtliche Engagement Deshalb versucht er durch sein Engagement auch mehr Menschen ins Ehrenamt zu lotsen. Der Trend, dass sich immer weniger Menschen immer mehr freiwillige Aufgaben teilen, besorgt ihn. „Das Ehrenamt wird zunehmend personell vernachlässigt und gegenüber den persönlichen Interessen teils weit zurückgestellt. Es wird zunehmend schwieriger, an die Freizeit anderer zu kommen, damit sie diese zum Wohle anderer einsetzen“, weiß er aus Erfahrung.

gute örtliche Rahmenbedingungen für ihr Tun haben. Das Ganze mache ich nicht allein, sondern im Team mit der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH, dem Stadtmarketingverein und der Stadtverwaltung.“ Unternehmen in Winterberg halten und unterstützen Dass der Erfolg einer Wirtschaftsförderung oft an der Anzahl der Neuansiedlungen gemessen wird, kann der 41-Jährige nicht nachvollziehen. Die Infrastruktur in Winterberg ohne direkte Autobahnnähe sei weniger für große Ansiedlungen geeignet. Vielmehr biete Winterberg Raum für Kreativität und Qualität. „Der Fokus liegt bei der Haltung und Unterstützung der hier wirtschaftenden Firmen. Dennoch ist es uns ja schon oft gelungen, unsere Unternehmenslandschaft zu verstärken“, sagt Borgmann und nennt mit der Wasserski-Anlage in Niedersfeld, Hapimag, Landal oder den Rothaarsteig-Hütten gleich einige Beispiele. Nicht vergessen will er auch die Investitionen in die Hotels, in die Wintersport-Gebiete und Handwerksbetriebe oder auch in das Bahnareal sowie so junge Firmen wie zum Beispiel Metallbau Kirschner, Tagespflege Dönekes, Shokotraum, Kaefer-Baustoffe, MomentMal, Die Sperre, Landfein oder SI-Werbeform. Aktuell stehen die Entwicklungen des Bahnareals sowie der ehemaligen Freibadfläche im Fokus. „Aber auch im Gewerbegebiet Lamfert gibt es Ansiedlungs- und Erweiterungspläne. Und im Bereich der Freizeitinfrastruktur könnte sich was tun.“ Die Gewerbegebiete seien wichtig, um den örtlichen Unternehmen eine Entwicklungs-Perspektive zu geben. Es gibt also weiter viel zu tun für Winfried Borgmann – ob mit oder ohne Freizeitkleidung…

Foto: Steffi Rost

Kaum zu glauben also, dass Winfried Borgmann tatsächlich noch einer beruflichen Tätigkeit nachgeht. Als Wirtschaftsförderer hält er Kontakt zu den Unternehmen, baut Netzwerke auf, akquiriert neue Unternehmen oder berät Existenzgründer. „Ich unterstütze, initiiere, berate und vermittle, damit die Unternehmen in unserer Stadt möglichst

Zur Person • 41 Jahre • seit 5 Jahren verheiratet • 1 Tochter (3 ½ Jahre), 1 Sohn (1 Jahr) • Erlernter Beruf: Diplom-Verwaltungswirt (FH), seit 2005 für die Bereiche Wirtschaftsförderung und interne Steuerung in Winterberg zuständig.

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UMME ECKE

Ganzjährig täglich geöffnet von 8.00 – 17.30 Uhr

Von Rita Maurer

Im Heilstollen von Nordenau Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen heilende Wirkung Ein Selbstversuch

Fotos: Heilstollen Nordenau und Rita Maurer

Nordenau. Es tropft. Leise und in immer gleichen Abständen. An einer anderen Stelle plätschert Wasser. Nein, es ist nicht still im Heilstollen in Nordenau, aber sehr entspannend. Warm eingepackt liege ich dort im Halbdunkel auf einem hölzernen Waldsofa. Seit 25 Jahren zieht dieser ehemalige Schieferstollen, der zum Landhotel Tommes gehört, tausende von Besuchern in das kleine Fachwerk-Dorf Nordenau. Der Luft im Stollen und dem dort entspringenden Wasser werden heilende Kräfte nachgesagt, die auch durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt wurden. Deshalb will ich die Atmosphäre im Heilstollen einmal selbst auf mich wirken lassen. Der Stollen sieht nicht danach aus, als würde hier seit fast 100 Jahren kein Schiefer mehr abgebaut. Aus der nied38

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rigen Decke im Eingang ragen spitze Steine, deshalb ist das Tragen eines Helms Pflicht. Ein Mitarbeiter bringt und holt die Erholungssuchenden in regelmäßigen Zeitabständen. Nach einigen Metern öffnet sich der Stollengang zu einem hohen Gewölbe. Schlichte Lampen an den grob gehauenen Wänden, stabile Holz-Liegen, in der Mitte eine Theke neben einem Brunnen, aus dem das stetig fließende Stollenwasser geschöpft wird. „Auf kunstvolle Beleuchtungen und Musikberieselung wurde bewusst verzichtet“, sagt Torsten Tommes, der das fast 130 Jahre alte Familien-Unternehmen in fünfter Generation führt. Schon seinem Ururgroßvater Peter Tommes gehörte der alte Schieferstollen. Als dieser im Jahr 1889 ein Herrenhaus in unmittelbarer Nähe baute, legte er gleichzeitig den Grundstein für die Hotelgeschichte der Familie.


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Von 1866 bis 1927 ist in dem Stollen Schiefer abgebaut worden. Danach wurde es still um ihn, bis der ebenerdig liegende Schacht mit seiner ganzjährig konstant bleibenden Temperatur von 8 Grad Celsius als Weinkeller weiter genutzt wurde. Was lag also näher, in dem urigen Ambiente auch Weinproben durchzuführen? Von der besonderen Energie des Stollens ahnte damals niemand etwas. Im Gegenteil: Als immer mehr Besucher nach einer solchen Weinprobe berichteten, dass ihre Allergiebeschwerden oder Schmerzen nach dem Aufenthalt im Stollen nachließen, konterte Theo Tommes, der Vater von Torsten Tommes, lakonisch: „Nach ein paar Gläsern Wein geht es fast jedem Menschen besser!“ Erste messbare Ergebnisse ergaben sich Anfang der 1990er Jahre durch Zufall: Eine Gruppe von 40 Kindern aus Tschernobyl zeigten nach einigen Wochen Aufenthalt im Sauerland inklusive regelmäßiger Stollenbesuche deutlich verbesserte gesundheitliche Werte. Erdstrahlen und Energiefelder sollten die Ursache sein. Auch die Medien waren durch Berichte von Hotelgästen und ärztliche Umfragen inzwischen deutschlandweit auf den Nordenauer Stollen aufmerksam geworden. Ihre Beschreibungen schwankten zwischen „Sauerländischem Lourdes“ oder „Wundergrotte“ über Skepsis bis hin zum totalen Verriss. Positive Effekte durch Energiefelder Theo Tommes beauftragte daraufhin ein unabhängiges Ärzte- und Psychologen-Team mit der Erforschung des „Stollen-Phänomens“. Hatte der alte Stollen tatsächlich heilende Kräfte – wenn ja, auf welche Beschwerden? Und welche Wirkung hat das klare Wasser, das im Stollen aus einer eigenen Quelle sprudelt? Die Mediziner befragten über Jahre rund 1000 Besucher vor, während und drei Monate nach ihrem einwöchigen Aufenthalt in Nordenau, bei dem sie zwei Stunden täglich im Stollen verbracht und zwei Liter Stollenwasser getrunken hatten. Außerdem untersuchte eine Forschungsgruppe der japanischen Kyushu-Universität das Wasser. Die Auswertung ergab, dass die Energiefelder im Stollen eine besonders positive Wirkung auf Menschen mit Atemwegs-, Lungen- und Heuschnupfen-Erkrankungen haben – bedingt durch das fast völlig reizfreie Klima im Stollen mit einer Luftfeuchtigkeit von

nahezu 100 Prozent. Auch Patienten mit Wirbelsäulensyndromen, Verdauungsproblemen, Tinnitus, Herzkreislaufbeschwerden, Schlafstörungen oder Diabetes berichten von einer Linderung bis hin zum kompletten Verschwinden ihrer Symptome nach den Stollengängen. Aus der in Europa einzigartigen Stollen-Quelle sprudelt sogenanntes „reduziertes Wasser“, das einen hohen pH-Wert hat, nachweislich arm an Natrium und Mineralien ist und freie Radikale im Körper bindet. Das Wasser wird regelmäßig vom Hygiene-Institut in Gelsenkirchen untersucht. Stollenbesucher dürfen das Wasser kostenlos trinken und mitnehmen. Oder sie baden in dem mit Stollenwasser gefüllten Swimmingpool des Hotels. „Wunder passieren in unserem Stollen nicht, die Linderungen und Heilungen sind physikalisch erklärbar“, betont Torsten Tommes. Seit Januar 2011 ist Nordenau staatlich als Kurort mit Heilstollen-Kurbetrieb anerkannt. Das bedeutet, dass zahlreiche Krankenversicherungsträger die Kosten für eine Kur erstatten oder bezuschussen. Das Landhotel Tommes bietet zusammen mit dem angeschlossenen „Zentrum für Ganzheitsmedizin und Naturheilverfahren“ entsprechende Therapiepakete unter Betreuung eines Arztes und eines Psychologen an, auf Wunsch in barrierefreien oder allergikergerechten Zimmern. Vor einigen Jahren hat Torsten Tommes zudem einen Wellness-Bereich angebaut. Ein Kuraufenthalt ist auch ambulant in einer anderen Unterkunft möglich. Tiefgreifende Veränderungen kann ich nach meinem einmaligen Besuch im Nordenauer Heilstollen nicht feststellen. Aber die halbe Stunde Ruhe fernab vom Alltag hat richtig gut getan – einfach mal an nichts denken, dösen und auf die leisen Wassertropfen konzentrieren. Eine Flasche vom guten Stollenwasser steht immer noch auf meinem Schreibtisch und erinnert mich an diese wohltuende Auszeit! Weitere Infos Land- und Kurhotel Tommes Heilstollenweg 9, 57392 Schmallenberg-Nordenau 02975 9622-0, www.landhotel-tommes.de

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Fotos: Ferienwelt Winterberg und Rita Maurer

WO BISSE WECH?

Neuastenberg Das Nesthäkchen unter den Winterberger Dörfern Höhendorf ist 304 Jahre alt Gegründet von Graf Casimir zu Sayn-Wittgenstein

Von Rita Maurer

Neuastenberg. Nesthäkchen sagt man ja bekanntlich nach, dass sie es nicht immer leicht haben, aber dass sie sich gerade deswegen durchsetzen. Und genau das kann man auch von Neuastenberg behaupten. Mit dem fast zarten Alter von gerade mal 304 Jahren ist das Dorf deutlich jünger als viele andere Sauerländer Orte. Die dichten, steilen Waldgebiete in rund 700 Metern Höhe am südlichen Hang des „Astenberges“, also dem Kahlen Asten, gehörten damals zu Wittgenstein. Die unmittelbare Grenznähe zum kurkölnischen Winterberg beschwor den Ärger zwischen den katholischen Sauerländern und den protestantischen Wittgensteinern deshalb geradezu herauf: Bis heute zeugen Bezeichnungen wie Zwistmühle, Zwistberg oder Streitwiese von diesen Auseinandersetzungen um die Grenzen, die unter „Winterberger Streit“ in die Geschichte eingingen.

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raf Casimir zu Sayn-Wittgenstein entwickelte daher einen Plan: Er gründete auf dem umstrittenen Territorium „das große neue Dorf Astenberg“ und kurz darauf auch Langewiese, Mollseifen und Hoheleye, die heutigen Höhendörfer. Neben der Sicherung der Grenzen verfolgte er zusätzlich das Ziel, die unwirtliche Waldregion zu besiedeln und damit wirtschaftlich zu machen.

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Neben Wittgensteinern wurden dort auch Sauerländer sesshaft. Nach fast 100 Jahren weiterer Querelen mit Winterberg wurde schließlich 1805 die Grenze vertraglich festgelegt, die Neuastenberg und die anderen Höhendörfer endgültig zu Wittgensteinern machte. Erst 1975 kamen sie durch die kommunale Neugliederung zur Stadt Winterberg und sind seitdem Hochsauerländer.

Ernte: Fünf Wochen Herbstferien für die Kinder Die von der Landwirtschaft lebenden Menschen hatten in den Höhendörfern aufgrund des rauen Klimas einen noch schwereren Stand als sowieso schon im restlichen Sauerland. Das Vieh wurde nachts heimlich auf Waldweiden getrieben, damit es auf den kargen Böden überhaupt genug


Notizen am Rande zu fressen bekam. Getreide gedieh so gut wie gar nicht. Was lag in einer so waldreichen Gegend also näher, als sich durch die Köhlerei etwas dazu zu verdienen? Außerdem schnitzten die Neuastenberger aus dem Holz Löffel und andere Gebrauchsgegenstände. Mit diesen gingen sie auf Hausierhandel und kamen erst im Spätsommer zurück, wenn die Erntezeit anstand. Das königliche Landratsamt in Bad Berleburg genehmigte beispielsweise ab dem 1. September fünf Wochen Herbstferien für die Schulkinder, damit die Ernte eingebracht werden konnte – deutlich später also als in tieferen Regionen. Und das Neuastenberger Schützenfest wurde bis 1894 im August gefeiert, damit die Handelsmänner dabei sein konnten. „Jeder Flock ´n Daler wert“ Der Wintersport und der Tourismus gewannen erst gegen Anfang des 20. Jahrhunderts langsam an Bedeutung. 1884 kamen immerhin schon so viele Sommerfrischler, um die gute Luft am Astenberg zu genießen, dass der Grundstein für den heutigen Turm auf dem Kahlen Asten als Ausflugsziel gelegt wurde. Die einschneidende Wende brachte dann 1906 die Eisenbahn-Anbindung aus dem Ruhrgebiet bis Winterberg. Fast zeitgleich wurde 1908 die „Ortsgruppe Astenberg-Süd“ des Skiklubs Sauerland und damit der heutige SC Neuastenberg-Langewiese gegründet. „Jeder Flock ´n Daler wert“, das erkannte damals nicht nur der Gastwirt Rossel. Schnell wurden die seltsamen langen Holzteile vom bis dato nur vereinzelt bekannten Fortbewegungsmittel im Tiefschnee zum beliebten Sportgerät zuerst bei den Gästen, später auch bei den Einheimischen, und die so oft verfluchten langen Winter zum wertvollen Kapital. Das einstige Nesthäkchen Neuastenberg hat sich damit zu einem der heute bedeutendsten Wintersportorte in ganz Westdeutschland gemausert.

Heute kaum noch vorstellbar: Bis fast zur Mitte des vorigen Jahrhunderts durften die evangelischen Kinder aus Neuastenberg nicht vor Ort in die katholische Volksschule gehen, sondern mussten nach Langewiese oder Mollseifen laufen. Im Schuljahr 1946/47 unterrichtete der Lehrer Isenberg allein 113 Kinder in der Neuastenberger Schule. Neuastenberg war bis zum Zweiten Weltkrieg bekannt für Kratzbürstigkeit: Die Firma Lorenz Sander war mit zeitweise bis zu 30 Mitarbeitern der erste und einzige industrielle Betrieb im Ort und stellte Bürsten und Pinsel in Serie her. Berühmtestes Mitglied des SC Neuastenberg-Langewiese ist der Biathlet Gerd Winkler. Neben weiteren internationalen Erfolgen brachte er 1980 von den Olympischen Spielen in Lake Placid die Bronzemedaille im Staffellauf mit nach Hause! 1977 wurde in Neua s te n b e r g der erste Biathlonschießstand des Westdeutschen Skiverbandes eröffnet. Die gesamte Anlage, die mehrfach ausgebaut und modernisiert wurde, ist heute ein wichtiger Teil der Außenstelle Winterberg vom Olympiastützpunkt Westfalen. Die Neuastenberger haben eine bemerkenswerte Schützenhalle: Im Jahr 1900 erbaut, ist das zeltartige Fachwerk-Gebäude das einzige weit und breit mit einem Pfosten mitten auf der Tanzfläche. Markante Biss-Spuren zeugen davon, dass hier nach dem Ersten Weltkrieg die Pferde der dort stationierten Soldaten das Holz angenagt haben.

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WO BISSE WECH?

Ein Dorf mit Zukunft, in das kräftig investiert wird Neuastenberg hat sich zu einem attraktiven Ferien-Domizil entwickelt

Foto: Meinolf Pape

Von Ralf Hermann

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euastenberg. Nicht selten wird in der Politik, in der Tourismus-Branche, aber auch an vielen Stammtischen über das langsame Sterben der ländlichen Region und damit der Dörfer philosophiert. Demografischer Wandel, infrastrukturelle Defizite sowie das nicht immer üppige Arbeitsplatz-Angebot sind nur drei Gründe, warum immer mehr Städte und Dörfer fernab der Ballungsgebiete um das Überleben kämpfen. Doch nicht überall ist dieses Schicksal zwingend. Im Winterberger Höhendorf Neuastenberg zum Beispiel sieht die Situation ein wenig anders aus. In den vergangenen 15 Jahren wurde kräftig in die touristische Infrastruktur des Dorfes investiert. Achtstellig ist die Summe, die in vielfältige Projekte geflossen ist. Hauptsächlich von privaten Investoren, aber auch von der öffentlichen Hand. Ein Dorf hat Zukunft. Warum das so ist? Lesen Sie hier.

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Stichwort „Postwiese“: Wer im Internet den Begriff Neuastenberg sucht, wird sofort auf die Postwiese stoßen. Und dies nicht ohne Grund. Schließlich liegt die Postwiese nicht nur mitten im Dorf-Zentrum, sie ist auch der Wirtschaftsfaktor Nummer 1 Neuastenbergs und ein echtes Aushängeschild der Region in den Wintermonaten. Schon immer war diese Wiese für Skifahrer und Rodelfans ein beliebtes Ausflugsziel, doch so richtig Fahrt hat dieses Skigebiet erst im Jahr 2002 aufgenommen. Damals tüftelten unter anderem die Postwiesen-Verantwortlichen mit den Touristik-Experten von Stadt und Land an einem Masterplan mit dem Titel „Wintersport-Arena“. Ein Pilotprojekt mit Signalwirkung Ziel war es, die Skigebiete durch private und öffentliche Investitionen nach bescheidenen Wintermonaten

in den 1990er Jahren wieder fit für die Zukunft und damit konkurrenzfähig zu machen. Schneesicherheit für mindestens 80 Tage – so lautete eine der Maßgaben für die Umsetzung des Masterplans. Eine entscheidende Rolle nahm dabei Neuastenberg ein, denn die Postwiese sollte als Pilotprojekt dienen. Investitionen in Schneekanonen standen ganz oben auf der Liste für das Höhendorf. Vom Land finanziell gefördert, erhielt schließlich das Postwiesen-Skigebiet als Startprojekt für den gesamten „Masterplan Wintersport-Arena“ die Anschub-Finanzierung für eine Beschneiungsanlage. Eine Initialzündung – dies ist heute, knapp 15 Jahre nach dem Pilotprojekt in Neuastenberg, klar. Denn aus den Schneekanonen der Postwiese ist weit mehr geworden. Mehr als 100 Millionen Euro sind inzwischen überwiegend von privaten Investoren unter anderem in die 57 Skigebiete der Wintersport-Arena im Sauerland


sowie im Siegerland und in Siegen-Wittgenstein geflossen. Das Kernziel, 80 Tage Schneesicherheit zu haben, wurde in den meisten Wintern klar erreicht. „Natürlich haben wir vom Masterplan profitiert, die Postwiese hat sich gut entwickelt“, sagt Meinolf Pape von der Betreibergesellschaft. Dies zeigt sich auch an der über die Jahre gewachsenen Infrastruktur. Zuletzt wurde in einen modernen Sessellift investiert, um den Komfort für die Gäste noch weiter zu erhöhen. Und auch die Rodler kommen inzwischen sehr bequem mit einem Rodellift und einem so genannten „Zauberteppich“ nach der rasanten Abfahrt den Berg wieder hoch. Alleinstellungsmerkmal – auch damit kann das mittlerweile in „Skidorf“ umbenannte Wintersport-Gebiet im Höhendorf glänzen. „Wir haben sicher den besten Funpark nördlich der Alpen. Das zieht viele Gäste auf die Postwiese“, weiß Meinolf Pape. Hinzu kommen zugkräftige Veranstaltungen wie das Nostalgie-Skirennen alle zwei Jahre, der Snow Groove oder der Silvester-Nachtskilauf. Die Postwiese ist und bleibt also das touristische Zugpferd des Höhendorfes mit Außenwirkung für die gesamte Ferienregion. Rund 100.000 Übernachtungsgäste und bis zu 80.000 Tagesgäste pro Jahr sprechen eine deutliche Sprache. Da hat sich der Mut gelohnt, im Jahr 2002 kräftig zu investieren. Komfortabel und modern anstatt rustikal und altmodisch Stichwort „Jugendherberge“: Wer investiert fünf Millionen Euro in einen Standort ohne Zukunft? Wohl kaum jemand. Auch der Jugendherbergs-Landesverband Westfalen-Lippe hat sich sicher konkrete Gedanken gemacht, ob der Standort seiner Jugendherberge auch in den kommenden Jahrzehnten eine Zukunft hat, bevor er diese fünf Millionen Euro in den vergangenen zwei Jahren in die komplette Renovierung der historischen Jugendherberge am Ortseingang von Neuastenberg in die Hand genommen hat. Am 19. Juni 2016 wurde das neue Schmuckstück wiedereröffnet. Seitdem hat die Jugendherberge ihre Übernachtungszahlen um sagenhafte 60 Prozent gesteigert und damit sämtliche Prognosen übertroffen. Das eher rustikale, fast schon altmodische Flair der Jugendherberge ist gänzlich Geschichte. Doppelbetten sind abgebaut worden. Auf drei Etagen gibt es jetzt Komfortzimmer für zwei, vier, oder sechs Personen mit Dusche und WC. In der barrierefreien Jugendherberge mit neuem Aufzug gibt es auch Tagungsräume für Seminare und Musikgruppen. Der Neubau mit insgesamt 286 Betten ist typisch westfälisch mit Holz und Schiefer innen vertäfelt. Draußen können Jugendliche und Kinder Kletterwand, Soccer-Court

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WO BISSE WECH?

und Niedrigseilgarten nutzen. Der westfälisch-lippische Landesverband will künftig vor allem Schulklassen, Gruppen und Familien ansprechen.

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Stichwort „Villas Winterberg“: Zur guten Infrastruktur gehören auch die touristischen Betriebe von den Hotels über die Pensionen und Restaurants. Dass das Höhendorf Neuastenberg ein interessanter Standort für ausländische Investoren ist, beweisen die exklusiven Ferienhäuser in unmittelbarer Nähe der Postwiese und des Westdeutschen Wintersportmuseums. 24 Häuser wurden dort gebaut. Investor Peter Antonissen aus den Niederlanden investierte rund fünf Millionen Euro. Optisch sind die Häuser ein Blickfang, grenzen sie sich doch von der typisch sauerländischen Bauweise ab. Qualitativ hochwertig ist die Innenausstattung, unter anderem mit Sauna, Kamin, Fußbodenheizung und Whirlpool. „Ein Grund für die Umsetzung des Projektes neben dem Standort in der Dorfmitte in Neuastenberg ist die Möglichkeit, hier die Doppelsaison

im Winter sowie im Frühjahr und Sommer zu nutzen. Wichtig in der Entwicklung war es, etwas Neues zu schaffen, um so neue Gäste zu locken und zudem die Infrastruktur vor Ort zu stärken“, sagte Peter Antonissen schon im Rahmen des Spatenstichs. Das Konzept ist erfolgreich: Die 24 Häuser, die einen Preis zwischen 150 000 und 285 000 Euro hatten, sind alle verkauft. Die Eigentümer werden die Immobilien zeitweise selbst als Urlaubsdomizil nutzen können, überwiegend werden die Wohneinheiten über eine Betreiberfirma aber an Touristen vermietet. Tourismus-Direktor Michael Beckmann brachte die Wirkung dieser Investition wie auch Ortsvorsteher Klaus Homrighausen und Bürgermeister Werner Eickler nach dem Spatenstich auf den Punkt: „Für uns ist es eine Schlüsselinvestition. Sie bringt uns neue Gäste, hilft den Menschen in Neuastenberg. Wir sehen schon jetzt, dass sich im Zuge des Projektes die Leerstands-Probleme auf Sicht lösen.“ Wichtig ist den Beteiligten, dass der Ferienpark nicht in sich als Insellösung geschlossen ist, sondern die örtliche Infrastruktur wie zum Beispiel Bäcker oder Restaurants künftig von den neuen Gästen frequentiert werden. Die Bilanz: Investitionen sichern Infrastruktur Die Infrastruktur ist in Neuastenberg auch oder gerade dank der Investitionsfreude in den vergangenen Jahren sehr gut. Handwerksbetriebe sind ebenso ansässig im Ort wie die Bäckerei, ein Seniorenheim und eine Fleischerei. Dass Neuastenberg vom Tourismus lebt, beweist das breite Angebot an Hotels, Pensionen, Restaurants, Gasthöfen und Ferienwohnungen. Zu den größten Arbeitgebern zählen neben der Postwiese in den Wintermonaten das Dorint Hotel & Sportresort sowie das Seniorenheim „Haus Waldesruh“ und die Jugendherberge.


Zur Infrastruktur zählen aber auch die Freizeitangebote für Gäste und Einheimische. In der Indoor-Kartbahn des Dorint dürfen sich Hobby-Rennfahrer austoben. Wer lieber klettert, der ist im Klettergebiet „Steinkuhle“ mit geschiefertem Tongestein seit Sommer 2011 genau richtig. Die Wand verfügt über 16 Routen vom 3. bis 6. Schwierigkeitsgrad bei einer Wandhöhe zwischen 12 und 15 Metern mit südöstlicher Ausrichtung. Der schwierigste Weg ist der „Asten-Blitz“- eine 6+. Die meisten Klettertouren liegen im leichten 3. und 4. Schwierigkeitsgrad. Ohnehin sind die Natur und die optimale Lage des Höhendorfes weitere Pluspunkte im Wettbewerb um den begehrten Gast. Denn unter anderem mit der „Winterberger Hochtour“, dem Erlebnispfad sowie der direkten Anbindung an den beliebten Fernwanderweg „Rothaarsteig“ haben die Neuastenberger bei Wanderfreunden viele Trümpfe im Ärmel. Und wer lieber auf dem Mountainbike das wunderschöne Sauerland erkundet, der darf sich auf viele attraktive Routen der Bike-Arena Sauerland freuen. Ein Dorf hat Zukunft – in Neuastenberg trifft dies definitiv zu!

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Neuer Radweg verbindet bald Neuastenberg mit Winterberg Es wäre fast eine unendliche Geschichte geworden, jetzt wird der Plan eines Radweges von Neuastenberg nach Winterberg aber doch noch umgesetzt.

TRAUMHAFTES PANORAMA Viele unserer Zimmer bieten einen wunderbaren Ausblick auf die sauerländischen Höhen. WANDER- UND GENIESSERTAGE Wandern und die wunderbare Landschaft des Sauerlandes genießen, das ist Entspannung pur! VERWÖHNWOCHENENDE Nehmen Sie sich ein Wochenende Zeit und lassen Sie sich einmal so richtig verwöhnen!

„Mehr als 30 Jahre laufen die Planungen bereits. Immer mit vielen Pausen dazwischen. Jetzt ist es fast geschafft“, freuen sich Meinolf Pape als Geschäftsführer der Liftbetreiber im Sauerland und Ortsheimatpfleger Jürgen Basedow. Auch Ortsvorsteher Klaus Homrighausen ist optimistisch, dass mittelfristig die Räder rollen werden. Damit wäre das erklärte Ziel der Bevölkerung, für mehr Mobilität im Dorf zu sorgen, mit dem dann auch öffentlich geförderten Radweg sowie dem inzwischen eingeführten Bürgerbus erreicht. Die asphaltierte Strecke soll an der Südostseite des Kahlen Asten entlang bis zum Parkplatz am Nordhang führen. Knapp vier Kilometer wird die Trasse lang sein und auch die die Orte Langewiese und Mollseifen über bereits vorhandene Wege anbinden.

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WO BISSE WECH?

Dorfleben ohne Ehrenamt? Das geht gar nicht! Wintersport-Museum und Bürgerbus nur zwei Beispiele für das Engagement Von Rita Maurer

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euastenberg. Da werden Erinnerungen an die eigene kratzige Keilhose mit eingesteppter Bundfalte aus Kinderzeiten und die derben Lederschuhe mit den ewig festgefrorenen meterlangen Schnürbändern in den klemmenden SpiralSkibindungen aus Metall wach: im Westdeutschen Wintersportmuseum in Neuastenberg. In einer ehemaligen Werkstatt ist dieses einmalige und komplett ehrenamtlich betriebene Museum vor knapp 20 Jahren eröffnet worden und ein lebendiger Beweis dafür, was durch privates

Foto: Ferienwelt Winterberg

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Engagement alles geschaffen und bewegt werden kann. Denn was wäre das Sauerland ohne die Ideen und das tatkräftige Zupacken der unzähligen Freiwilligen in unserer Region! Auf rund 250 Quadratmetern Fläche nimmt das Neuastenberger Wintersportmuseum die Besucher mit auf die Reise durch 110 Jahre Wintersport-Geschichte rund um die Region am Kahlen Asten bis in heutige Zeiten. Anfangs waren die „Schnee-Trittlinge“ einfach nur ein probates Mittel, um sich in den schneereichen

Höhenlagen besser fortzubewegen. Erst ab Anfang des 20. Jahrhunderts bekamen die Skier zusätzlich einen volks- und leistungssportlichen Stellenwert. Nicht nur das Skifahren, sondern auch Eislauf, der Bobsport und das medienwirksame Biathlon werden ausführlich auf Infotafeln und Filmen und natürlich Original-Exponaten dargestellt. Das Wintersportmuseum zeigt außerdem einen Streifzug durch die Skimode von gestern bis heute, die sicherlich so manches Aha-Erlebnis hervorrufen wird.


Weitere Infos Westdeutsches Wintersport Museum & Bistro-Restaurant Landfein Neuastenberger Str. 17 (an der Kirche) 59955 Winterberg-Neuastenberg 02981 9899961 02981 2636 (Museum) www.skimuseum-winterberg.de

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag 15 - 17 Uhr sowie nach Absprache Preise: Erwachsene mit Sauerland-Card: 2 Euro, 3 Euro ohne Kinder bis 15 Jahre: 1,50 Euro

Ein besonderer Tipp Alle zwei Jahre – das nächste Mal im Februar 2019 - sind die historischen Ski- und Kleiderschätzchen nicht nur in den Museumsräumen zu bewundern, sondern beim Nostalgischen Skirennen auf der Postwiese mit Hindernislauf und Schanzenspringen wie zu Opas Zeiten!

Fotos: Rita Maurer

Ein weiteres herausragendes Beispiel für ehrenamtlichen Einsatz ist der neue Bürgerbus der Höhendörfer. „Der Bus kommt!“, heißt es dort seit Ende 2016. Der Bürgerbus – von ehrenamtlichen Fahrern gelenkt - pendelt auf zwei Linien von montags bis samstags jeden Vormittag sowie außerdem dienstag- und donnerstagnachmittags von Mollseifen über Neuastenberg und Langewiese in die Winterberger Innenstadt bis hin zum Kahlen Asten und wieder zurück. 65 Haltestellen fährt der Bürgerbus an in Bereichen und Zeiten, die sich für die konventionellen Buslinien nicht rechnen würden. Verantwortlich für den Betrieb ist der neu gegründete Bürgerbusverein „Höhendörfer Win-

terberg“. Die Finanzierung der Betriebskosten erfolgt über Fahrpreise, eine Landespauschale und Sponsoring-Maßnahmen. Die Idee zu diesem Bürgerbus kam von den Einwohnern selbst: In einem Workshop hatten sie dieses Projekt neben dem Radweg nach Winterberg, der in diesem Jahr umgesetzt wird,

angestoßen: Ziel war und ist eine verbesserte Mobilität und Anbindung an den Personen-Nahverkehr: „Der Bürgerbus zeigt, dass die Dörfer tatsächlich gemeinsam etwas erreichen können“, freut sich Klaus Homrighausen als Ortsvorsteher von Neuastenberg/ Lenneplätze und Vorsitzender des Bürgerbusvereins.

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017 Foto: Rita Maurer

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WO BISSE WECH?

.. Lenneplatze Von Rita Maurer und Ralf Hermann

Einfach ein schönes Fleckchen Erde Der kleine Nachbar gehörte ursprünglich zu Altastenberg

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enneplätze. Allein der Name klingt schon wie eine Postkartenidylle: Lenneplätze – ein herrliches Plätzchen nicht weit von der Lennequelle entfernt. Zugegeben, es ist nicht außerordentlich groß, aber seine Lage ist genial. Genau 46 Einwohner zählte das kleine Winterberger Örtchen Lenneplätze Ende 2015. Klein, aber fein – dieses Prädikat trifft einfach zu auf dieses Höhendörfchen am Fuße des Kahlen Astens als direktem Nachbarn von Neuastenberg. Dabei zählte Lenneplätze kommunalpolitisch bis vor gut 40 Jahren trotz der geographischen Nähe nicht zu Neuastenberg, sondern als Exklave zur Gemeinde Altastenberg im Amt Niedersfeld, also zum damaligen Kreis Brilon. Ursprünglich soll es sogar von Köhlern aus Oberkirchen und 48

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Westfeld besiedelt worden sein. In Lenneplätze stoßen somit drei ehemalige Kreisgrenzen aufeinander; die von Brilon, Wittgenstein und Meschede. Dazu gibt es eine nette Anekdote: Der Hof „Groben“ stand seinerzeit genau auf der Grenze dieses Dreiländerecks. Unerklärlicherweise tauchte einer der Söhne des Hauses nicht in den Unterlagen des Standesamtes in Winterberg auf. Die Lösung: Er war in einer kalten Winternacht in der Küche vor dem warmen Ofen geboren worden,

und diese gehörte seinerzeit zum Amt Oberkirchen, wo er korrekt gemeldet worden war! Durch die Gebietsreform wurde die Gemeinde Altastenberg mit Lenneplätze dann am 1. Januar 1975 in die Stadt Winterberg im neu gebildeten Hochsauerlandkreis eingegliedert, genau wie Neuastenberg. Und seitdem gehören die beiden Nachbarn nicht nur aufgrund ihrer Lage, sondern auch kommunalpolitisch zusammen. Natürliches Ferienparadies, attraktive Hotels Wandern, Langlauf, Schlitten fahren – der kleine Ort inmitten von idyllischen Wiesen und Wäldern ist geprägt durch den Tourismus. Mit dem herrlich gelegenen Vier-Sterne-Landhotel am Rothaarsteig „AstenRose“ am Rande des Örtchens sowie dem Berggast-


Stiefel zu schnüren, denn nicht nur Rothaarsteig und Sauerland-Höhenflug sowie die Winterberger Hochtour führen durch Lenneplätze. Wer es lieber etwas zügiger mag, der kann sich auf das Mountainbike schwingen und zum Beispiel die zahlreichen Touren der Bikearena erkunden oder auf eigene Faust die wunderschöne Landschaft des Hochsauerlandes erobern.

Bob-Bundestrainer René Spies der aktuell berühmteste Einwohner Die Infrastruktur hat aber noch mehr zu bieten, schließlich ist es bis Neuastenberg nicht weit. Und dort gibt es neben dem Wintersport-Angebot zur kalten Jahreszeit zudem eine Indoor-Kartbahn in unmittelbarer Nähe des Dorint-Hotels. Und wer die Geschichte des Wintersportes im Sauerland kennen lernen möchte, der sollte einen Besuch im Westdeutschen Wintersportmuseum auf jeden Fall nicht versäumen. Auch der Kahle Asten mit dem Astenturm liegt in Blicknähe. Also, das Dach Nordrhein-Westfalens ist immer einen Ausflug wert. So klein Lenneplätze auch ist, so reich ist es an prominenten Bewohnern! Der derzeit wohl berühmteste Einwohner des Dorfes ist in den Wintermonaten an den Eiskanälen in der ganzen Welt unterwegs: René Spies. Der ehemalige Weltklasse-Bobpilot, der sich im Zweierbob auch den Europameistertitel sicherte, ist mittlerweile Chefcoach der deutschen Kufen-Asse und dabei überaus erfolgreich. Und mit dem Skispringer Alfred Grosche ist ein weiterer international bekannter Sportler hier zuhause: In den 1970er Jahren hatte der mehrfache Deutsche Meister, Gesamt-Weltcup-Zweite und Olympia-Teilnehmer alle Ski-Schanzen weltweit unter den Füßen, jetzt genießt er seinen sportlichen Ruhestand im beschaulichen Lenneplätze.

Fotos: Ferienwelt Winterberg und Rita Maurer

hof „Zur Glocke“ und dem Berghotel Lenneplätze im Dorfkern finden Touristen dann auch gleich drei Hotels und Gasthöfe - eine bemerkenswerte Quote im Verhältnis zur Einwohnerzahl! Die Gäste schätzen insbesondere die ideale Lage des Ortes im Süden des Kahen Astens verbunden mit der Möglichkeit, zu entschleunigen und zur Ruhe zu kommen. Wer möchte, kann sich im Winter auf der Postwiese beim Ski alpin und beim Rodeln austoben oder aber die Loipen gleich vor der Haustür zum Langlauf nutzen. Das ganze Jahr hindurch laden die zahlreichen Wanderwege dazu ein, die

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Fotos: WTW

Auf einsamen Pfaden das Hochsauerland erkunden Der Trailpark Winterberg bietet Mountainbikern fünf Berge, Natur pur und Nervenkitzel

Von Ralf Hermann

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interberg. Sie heißen „Ski Jump Road“, „Red Arrow“ oder „King Uppu“ und schlängeln sich ein wenig unscheinbar durch die reizvolle Landschaft des Hochsauerlandes. Und das sollen sie auch, schließlich ist es ein wichtiger Teil des Konzeptes, nicht aufzufallen, sondern sich der Natur anzupassen. Langweilig wird es auf den Strecken des Trailparks Winterberg jedenfalls nicht, denn die abwechslungsreiche Landschaft rund um Winterberg mit den fünf Bergen Herrloh, Bremberg, Sürenberg, Poppenberg und Butzhol verleiht auch den Streckenprofilen dieses natürlichen Freizeit-Angebotes eine besondere Note. Wer kann schon unter fünf Gipfeln mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen? Profi auf dem Mountainbike muss man nicht sein, um den Trailpark zu erobern. Sowohl Könner als auch Anfänger finden das passende Angebot, um puren Fahrspaß zu erleben. Saisonstart ist am 1. April, dann sind die Strecken wieder freigegeben - kostenlos. Einen geografisch besseren Einstieg in den Trailpark hätten die Entwickler nicht wählen können als in unmittelbarer Nähe des international renommierten Bikeparks. Dort, wo sich einmal im Jahr bei Europas größtem Bike-Festival die Könner der Mountainbike-Szene waghalsige Duelle liefern und sich vom Frühling bis zum Herbst Zweirad-Akrobaten 50

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

tummeln, beginnt auch das Streckennetz des Trailparks. „Konzipiert ist das Angebot für jedermann. Allerdings kommen auch anspruchsvolle Mountainbiker auf ihre Kosten“, weiß Ludger Wahle, der sich um die Beschilderung der Touren kümmert. Der Trailpark werde ständig weiterentwickelt. So werden die Biker nun über gelbe Markierungspfeile auf den jeweils gewünschten Gipfel der fünf Berge gelotst. Singletrails machen den Reiz aus „Den besonderen Reiz des Streckennetzes machen aber die Singletrails aus“, empfiehlt Ludger Wahle. Dies sind schmale, weitgehend naturbelassene Pfade, die aufgrund ihrer Ausprägung nur in eine Richtung befahren werden können. Diese Pfade machen den Trailpark erst wirklich zu einem Abenteuer. Denn kleine, eingebaute Herausforderungen wie Wurzel- oder Steinpassagen geben den letzten Kick. „Allerdings müssen sie auch ständig gepflegt werden. Der Trailpark ist ein Ganzjahres-Job, um die gewünschte Qualität zu liefern“, erzählt „Hausmeister“ Ludger Wahle. Die Gestaltung des Streckennetzes ist kein Zufallsprodukt. „Dafür haben wir erfahrene Mountainbike-Profis engagiert, die unsere Wald- und Wirtschaftswege gekonnt mit den Singletrails kombiniert haben“, erläutert Tourismus-


Direktor Michael Beckmann. Für Winterberg und die gesamte Region ist der Rad-Tourismus mittlerweile neben der Wintersport- und der Wandersaison ein wichtiges Standbein geworden. „Deshalb war es uns wichtig, wie in allen Bereichen eine hohe Qualität zu liefern, um auch hier echte Alleinstellungsmerkmale zu kreieren“, so Beckmann, selbst ein begeisterter Mountainbiker. Entscheidend sei bei einem Trailpark, dass die Strecken flüssig zu fahren sind. Nur so sei die Kombination Naturerlebnis und sportliche Herausforderung wirklich gelungen. Die fünf Berge bieten vielfältige Strecken. Wer sich im alpinen Skisport ein wenig auskennt, der wird sich auch bei der Auswahl der richtigen Tour kaum verzetteln. Denn blau gekennzeichnete Strecken sind eher für Anfänger und Genuss-Biker konzipiert, rote Strecken haben bereits einen höheren Anspruch und die schwarzen Touren sollten nur ambitionierte Mountainbiker ins Auge fassen. Regeln und Fahrtrichtung beachten Am Poppenberg finden Einsteiger die richtigen Touren. Sie sind für die ganze Familie geeignet und bieten bewusst kleinere Hindernisse und Streckenelemente, die das Leistungsvermögen ein wenig kitzeln. Wurzeln, Steilwandkurven und kleine Sprünge sind zum Beispiel zu meistern. Kleiner Tipp: Über Wurzelhindernissen, in Steilkurven und auf den Holzstegen sollte man nicht mehr bremsen. Zu beachten sind allerdings auch im Trailpark einige Regeln. So sollte unbedingt die Helmpflicht beachtet werden. Denn bei einem Sturz ohne Helm sind schwere Kopfverletzungen nie auszuschließen. Auch die beschilderte Fahrtrichtung müssen die Biker dringend einhalten, um nicht unversehens auf Gegenverkehr zu treffen. Insbesondere bei den Singletrails ist dies wichtig, da diese tatsächlich nur in eine Richtung befahren werden können. Wer sich also an die Regeln hält und sein fahrerisches Können richtig einschätzt, der wird jede Menge Spaß haben, auf der „King Uppu“-Tour oder der „Black Challenge“… • Mehr Infos zum Angebot gibt es unter www.trailpark-winterberg.de • Der Trailpark Winterberg ist das größte frei nutzbare und ausgeschilderte MountainbikeStreckennetz im Sauerland. • Ob Etappen- oder Tagesziel, in bewirteten Hütten können sich die Mountainbiker erfrischen, neue Strecken planen oder den Tag ausklingen lassen. • Zwischen dem 15. November und dem 31. März ist der Trailpark geschlossen. • Die Nutzung ist immer auf eigene Gefahr. • In der Dunkelheit ist das Fahren im Trailpark untersagt, auch mit Licht.

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• Das Tragen von Helmen ist Pflicht. Empfohlen werden ein Voll-Visier-Helm sowie weitere Schutz-Ausrüstung, die in der Bikestation geliehen werden können. • Erster Anlaufpunkt im Bikepark ist die Bikestation am Übungsparcours. Dort gibt es neben allen Infos auch Liftkarten, Leih-Ausrüstung und eine Service-Werkstatt an sieben Tagen in der Woche. • Wer Lust hat, kann sich auch die Gravity-Card kaufen. Damit erhalten Inhaber freien Eintritt in 14 Top-Bikeparks in ganz Europa. Infos: www.gravity-card.com.

Bikepark Winterberg Europas Eldorado für Zweirad-Artisten

Neue Strecken für Anfänger und Profis 2017 sowie eine bessere Infrastruktur Von Ralf Hermann

Winterberg. Die Strecke lesen können gehört zu den wesentlichsten Merkmalen guter Mountainbiker. Nur so kommen sie sicher, schnell und mit viel Spaß vom Start ins Ziel. Im Bikepark Winterberg beweisen auch die professionellen Strecken-Designer seit der Eröffnung im Jahr 2003 jedes Jahr ein gutes Auge, um die ohnehin qualitativ hochwertigen Strecken weiter zu optimieren und neue Angebote zu kreieren. Der Bikepark Winterberg gilt als attraktivste Anlage in ganz Deutschland. Auch im Jahr 2017 wird es auf dem weitläufigen Gelände am Erlebnisberg Kappe wieder ein neues Angebot geben. Der so genannte „Flow Country Trail“ über 1,6 Kilometer ist nicht nur ein Trendsetter, er unterstreicht

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

auch das Konzept der Bikepark-Betreiber, sich einem breiten Publikum zu öffnen. Denn diese Bergab-Strecke ist sowohl für Anfänger und Familien als auch für ambitionierte Mountainbiker entwickelt worden. Im Mittelpunkt des Strecken-Designs steht dabei die Vorgabe, die komplette Strecke flüssig, also im „Flow“, befahren zu können. „Wir wollen die sehr gute Entwicklung des Bikeparks natürlich fortsetzen und werden mit diesem neuen Strecken-Angebot die Zielgruppe noch einmal deutlich erweitern“, ist sich Bikepark-Chef Nico Brinkmann sicher. Entspannt und mit viel Spaß vom Start bis ins Ziel rollen Der Trail ist gespickt mit Hindernissen wie kleinen Sprüngen, Anlieger-

kurven und Wellen, verspricht viel Spaß und ist sehr einfach, flüssig und geschmeidig zu befahren. Er führt überwiegend bergab, enthält aber auch kurze Bergauf-Passagen, um auf natürliche Art die Geschwindigkeit zu reduzieren und das „achterbahnähnliche“ Gefühl zu steigern. „Nie steil, nie extrem, nie gefährlich - diese Attribute beschreiben eindrucksvoll den größten Unterschied zu herkömmlichen Downhill-, Freeride- oder Single-Trails“, definiert Designer Diddie Schneider den Charakter der Strecke. So könne der Anfänger entspannt vom Start bis ins Ziel rollen und der Profi spezielle Details finden und diese für Sprünge oder eine direktere Linie nutzen. Eine perfekte Kombination also. Die Betreiber des mit dem Zertifikat „Germany at its best: Nordrhein-Westfalen“ ausgezeichneten Bikeparks setzen aber nicht nur auf ständige Strecken-Pflege und -Erweiterungen, auch die Infrastruktur wird laufend verbessert. „Zusätzlich zu dem bereits bestehenden Sechser-Sessellift wird in dieser Saison ein neuer Vierer-Sessellift in Betrieb genommen und den Mountainbikern zur Verfügung stehen. Zudem werden wir unseren Continental Track bis zum Einstieg in den neuen Sessellift erweitern“, sagt Nico Brinkmann.


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„Qualität“ – so lautet das Erfolgsrezept Mit elf Strecken untermauert der Bikepark Winterberg seinen Status als vielseitigste Anlage in der Branche deutschlandweit. Nicht umsonst wird jährlich Ende Mai am Erlebnisberg Kappe Europas größtes FreerideFestival, das „iXS Dirt Masters“ mit rund 1.500 Fahrern vor mehr als 35.000 Fans erfolgreich ausgetragen. Das Erfolgsgeheimnis hat nur einen Namen: Qualität! Schließlich locken nicht nur die elf Strecken ins Hochsauerland, auch die Infrastruktur stimmt einfach an der Kappe. Angefangen von ausreichend vorhandenen Parkplätzen direkt am Bikepark und dem bequemen Lift-Transport über

die Fahrtechnik-Kurse auf dem eigenen Übungsparcours, dem Verleih von Bikes und Ausrüstung bis hin zu einem Online-Shop, in dem sowohl Einsteigern als auch Profis fast jeder Wunsch erfüllt wird. Zudem ist auch mit zahlreichen Angeboten für den kleinen oder großen Hunger zwischendurch entweder am Imbiss oder aber im Panorama-Café-Restaurant bestens gesorgt. Damit nicht nur Strecken-Designer, sondern auch die Mountainbiker bestens gestärkt wieder den Blick frei haben, um die Trails zu lesen…

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Früh übt sich… Dieser Satz gilt auch im Bikepark Winterberg. Deshalb bieten die Betreiber im Sommer 2017 wieder sechs Jugendcamps über jeweils eine Woche an. Ziel ist es, die jungen Mountainbiker an den Sport und den Bikepark heranzuführen. Maximal 30 Teilnehmer zwischen 10 und 17 Jahren machen pro Camp mit. Übernachtet wird in unmittelbarer Nähe des Bikeparks, im Hostel Erlebnisberg Kappe. Zum Programm zählen unter anderem Vollverpflegung sowie ein attraktives Freizeit-Programm, tägliches MTB-Techniktraining sowie

Bike-Schulungen durch sechs erfahrene Trainer. Die Teilnehmer sollten auf jeden Fall Bikepark-Erfahrung mitbringen, müssen aber noch keine Fortgeschrittenen sein. Alle weiteren Infos unter www.bikepark-winterberg.de

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Jugendcamps im Bikepark Winterberg

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Die Camp-Termine: • 09.07. – 15.07.2017 • 23.07. – 29.07.2017 • 30.07. – 05.08.2017 • 13.08. – 19.08.2017 • 20.08. – 26.08.2017

Am Waltenberg 19, 59955 Winterberg T 02981.2220, info@uppu.de Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017 53 www.uppu.de, www.uppu-bike-tours.de UTM 32 N 467166 5671466


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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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Mit dem Papst der Stollenreifen durch die Wälder radeln… Geführte Mountainbike-Touren mit „Uppu“ sind ein echtes Erlebnis Von Ralf Hermann

Winterberg. Niemand kennt sie so gut wie er, die besten Mountainbike-Strecken rund um Winterberg. Er ist quasi der Papst der Stollenreifen im Hochsauerland: Joseph Gruß aus Winterberg! Besser bekannt als „Uppu“. Warum also nicht mit „Uppu“ die besten Trails rund um den Kahlen Asten entdecken und genießen?!?

kommt ohnehin kein Mountainbiker vorbei. Zumal alle Touren nicht nur einen großen Spaß-Faktor, sondern zudem Spannung und einen Adrenalin-Schub versprechen.

Knackige Anstiege, rasante Abfahrten, herrliche Ausblicke, tiefe Täler: Das „Land der tausend Berge“ und speziell die Region um die Städte Winterberg, Medebach und Hallenberg bieten fast grenzenlose Möglichkeiten für MTB-Fans. Mit 1700 Kilometern Wegenetz ist alleine die Bikearena ein Eldorado für Hobby-Fahrer und ambitionierte Zweirad-Sportler. „Hinzu kommen der Ruhrtalradweg sowie der Rothaarsteig, der Sauerland Höhenflug, die Winterberger Hochtour und viele örtliche Rundwanderwege. Sie alle bieten attraktive und spannende Singletrails mit aufregenden Abfahrten und ambitionierten Anstiegen, die bei der einen oder anderen Tour teilweise genutzt werden“, plaudert „Uppu“ gerne aus dem Nähkästchen. Und seine leuchtenden Augen verraten, dass das Mountainbiken seine Leidenschaft ist.

Einsteiger-Kurse und Experten-Trails Perfekt ist die MittelgebirgsRegion sowohl für durchtrainierte Biker-Waden als auch für Familien mit Kindern und für Anfänger. „Wir passen unsere Touren natürlich den Wünschen der Gäste und ihrem Leistungsniveau an. Deshalb umfasst unser Angebot sowohl Einsteiger-Kurse mit Einführung in unser liebstes Sportgerät als auch Experten-Trails. Gruppen- und Einzelführungen sind ohnehin möglich.“ Die erfahrenen Touren-Begleiter kennen die Strecken wie ihre Westentasche. Viele Routen führen über gut beschilderte Hauptwander- und Waldwirtschaftswege. Also, rauf auf den Sattel! Denn niemand kennt die Trails so gut wie „Uppu“…

Fotos: Uppu

Viele Sehenswürdigkeiten inklusive Viele gute Gründe also, mit „Uppu“, der im „normalen Leben“ das gleichnamige Bistorant in Winterberg betreibt, nicht nur die Wälder auf zwei Rädern zu erkunden, sondern zudem seinen Geschichten zu lauschen. Schließlich kann der Ur-Winterberger so manche Anekdote über die Entwicklung der Region erzählen. Langweilig wird es mit ihm nie. Und an der ein oder anderen Sehenswürdigkeit wie dem Astenturm, der St. Georg-Schanze, aber auch dem historischen Stadtkern in Hallenberg, der Freilichtbühne oder dem Schlossberg im Medebacher Ortsteil Küstelberg

• A uch Firmen und größere Gruppen dürfen sich auf attraktive Touren-Angebote freuen - von Ein- und Mehrtagestouren mit Verpflegung, Pausenstation und Übernachtung in urigen Unterkünften hier im Sauerland. • Insbesondere für Familien mit Kindern ab 12 Jahren sind die Führungen ein Freizeit-Knaller. • Die Winterberger Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins lädt während der Sommermonate immer mittwochs zur Spritzfahrt ein. Die angemeldeten Teilnehmer treffen sich um 10:30 Uhr im Bistorant Uppu und ziehen dann auf einer „Überraschungsroute“ los. • Mountainbikes können zu den Touren entweder selbst mitgebracht oder bei „Uppu“ ausgeliehen werden (Mountainbikes und E-Bikes der Marke Radon)

Weitere Infos Bistorant Uppu Am Waltenberg 19, 59955 Winterberg, 02981 2220, info@uppu.de, www.uppu.de

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SPORTLICH, SPORTLICH!

gleicht der junge Mann jede Welle geschickt aus, verlagert intuitiv sein Körpergewicht und entwickelt schnell ein Gefühl für den ungewohnten Untersatz. „Jetzt aufrichten“, brüllt der 64-Jährige Senge über den idyllisch gelegenen See des kleinen Winterberger Ortsteils und nickt zufrieden, als sein Schützling auch die erste Kurve mit Bravour meistert. Wolfgang Senge lebt seinen Sport. Der Betreiber zweier „Wake & Water“-Anlagen ist selbst Profi, war Welt- und Europameister. Eröffnet hat er die Anlage im Juli 2014. Bis dato war der Hillebachsee ein eher beschauliches Plätzchen zum Entspannen. Jetzt ist dieses Fleckchen Erde ein beliebtes Ausflugsziel aller Generationen. Sowohl für Adrenalin-Fans, die sich am Seil mit 30 km/h Geschwindigkeit rund um den See ziehen lassen wollen, als auch für Erholung-Suchende, die an der ebenfalls neuen Badebucht gerne den Profis und Amateuren auf dem Wakeboard zuschauen.

Von Ralf Hermann

Wakeboarding in Niedersfeld – ein Sport für jedes Alter / Neue Investitionen geplant

Niedersfeld. Die Gelassenheit schwindet, von Sekunde zu Sekunde. Dafür wächst sie, die Anspannung. Der Blick fokussiert sich auf das dünne Seil, das sanft auf den Wellen des Hillebachsees in Niedersfeld tanzt. Noch hängt es schlaff im schwachen Wind, doch das leise Brummen der Seilwinde kündigt ihn an, den baldigen Start. „Körperspannung, leicht in die Knie gehen, den Bügel fest in der Hand halten“ – dies sind die letzten 56

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

Worten von Wolfgang Senge an den jungen Probanden im hautengen Neoprenanzug. Mit einem satten „Klack“ rastet das Seil in die Aufhängung ein. Nur Sekundenbruchteile später spannt sich nicht nur der Körper des jungen Mannes, auch das Seil bekommt mächtig Zug. Mit einem gewaltigen Satz schießt das Wakeboard vom Holzsteg ins Wasser. Die Arme gestreckt, den Po nur knapp über der Wasseroberfläche balancierend,

Kurse für Kinder und für über 80-Jährige Wakeboard und Wasserski sind für jedermann geeignet. Mit ein wenig Übung dauert es nicht lange und man wird süchtig. Die Anlage ist für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis gleichermaßen konzipiert. Wer will, kann die ersten „Gehversuche“ am Trainingslift absolvieren. „Wir werden uns bemühen, noch mehr Familien mit Kindern an unseren schönen See zu ziehen, denn Wasserski fahren

Fotos: Wake & Water und Rita Maurer

Auf den Wellen des Hillebachsees reiten


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lernen können schon Kinder ab ca. 5 Jahren. Sie müssen aber gut schwimmen können. Zudem bieten wir auch einige Kurse für über 80-Jährige an.“ Ein zweiter Schwerpunkt der Saison 2017 ist der Aufbau eines Wettkampf-Teams. Wer das Wakeboard schon fest im Griff hat, kann sich seinen Kick am Kicker, Slider oder auf der Funbox holen. Dies sind Sprung- und Geschicklichkeitselemente auf dem Hillebachsee, die dann schon einiges an Können und Erfahrung erfordern. Wer noch keine eigene Ausrüstung hat, kann sich Neoprenanzug, Schwimmweste und Wakeboard direkt am Hillebachsee ausleihen. Bevor es dann aufs Wasser geht, erfolgt von erfahrenen Trainern zunächst eine ausführliche Einweisung. „Wir bieten natürlich auch Kurse an, damit der Einstieg dann ein wenig leichter fällt. Eine gute körperliche Fitness ist zwar ein Vorteil, aber keine Pflicht“, sagt Wolfgang Senge. Klar ist, nach einem Sturz ist schwimmen angesagt bis zum Ufer und ein kurzer Fußmarsch zurück zum Start. Aufgeben gilt nicht in der Szene. Weltmeister kommt ins Hochsauerland Nach zwei Jahren Betriebszeit hat sich die Wakeboard-Anlage schon etabliert. Nun setzt der Betreiber im Jahr 2017 nicht nur auf weitere Investitionen in die Anlage, sondern auch auf einige Veranstaltungen, um auf das Angebot in Niedersfeld aufmerksam zu machen. Offizielle Saisoneröffnung ist bereits am 15. April ab 14 Uhr. Zwei Wochen später, am 30. April, reist der dreifache Weltmeister Frederic von Osten ins Hochsauerland, um zu demonstrieren, was auf einem Wakeboard so alles möglich ist. „Wir investieren zudem in eine sogenannte 2.0-Anlage, einen Slalomkurs und in eine Flugschanze. So wird die Anlage insgesamt noch attraktiver“, so Wolfgang Senge. Neben dem Seefest am 6. August wird zudem am 9. September die „1. Winterberger Boarden & Skien Meisterschaft“ an den Hillebachsee locken. Das Saison-Ende ist dann für den 17. Oktober geplant. Dann werden zum letzten Mal mutige Frauen und Männer gespannt auf das Seil blicken und dem dynamischen Start entgegenfiebern…

Eine 2.0-Anlage soll Anfänger noch individueller und gezielter unterstützen sowie Profis dabei helfen, den ein oder anderen besonderen Sprung zu erlernen. Weitere Infos unter www.wakeandwaterwinterberg.de.

Die Veranstaltungen im Überblick 15. April Saisoneröffnung ab 14 Uhr 29. April Einweihung 2.0-Anlage, Unterhaltung für Jung und Alt 30. April Dreifacher Weltmeister Frederic von Osten zeigt sein Können 04. Mai Niedersfelder Abend ab 18 Uhr 06. Mai Goodboard-Camp mit Präsentation 14. Mai „Liquid force“ testen der Besten ab 10 Uhr 18. Mai Niedersfelder Abend ab 18 Uhr 20. Mai Einweihung des Slalomkurses 21. Mai Einweihung Slalomkurs mit Welt rekordhalter Simon Herrmann 27. Mai „Blob let‘em fly“, Blobbase öffnet ab 13 Uhr 01./08. Juni Niedersfelder Abend ab 18 Uhr 10. Juni Flying great 11. Juni Einweihung der Flugschanze 22. Juni Niedersfelder Abend ab 18 Uhr 06./20. Juli Niedersfelder Abend ab 18 Uhr 06. August Seefest, der Hillebachsee wird gefeiert 31. August Niedersfelder Abend ab 17 Uhr 09. September 1. Winterberger Boarden & Skien Meisterschaft 10. September Ehrung der Besten auf Slalom, Trick, Sprungski und Wakeboard 14./28. Sept. Niedersfelder Abend ab 17 Uhr 19. Oktober Saison-Ende, 17 Uhr

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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SPORTLICH, SPORTLICH!

Von Ralf Hermann

Für die Greenkeeper des Golfclubs Winterberg beginnt im Frühjahr die heiße Saison-Phase

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Heimatliebe HeimatliebeFrühjahr/Sommer Frühjahr/Sommer2017 2017

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interberg. Es ist still, morgens um kurz vor 5 Uhr in der Büre. Der Tag erwacht langsam aus seinem Schlaf und vertreibt nur zögerlich die Schatten der Nacht. Die fast schon romantische Stimmung wird wenig später aber jäh unterbrochen. Motorengeräusche durchbrechen die Stille und lassen den Träumer schnell wieder in die Realität zurückkehren. Auf den idyllischen Golfplatz in Winterberg. Der Arbeitstag beginnt für Eric Temme und Michael Welzel. Die beiden Greenkeeper des Golfclubs Winterberg sitzen schon um kurz nach 5 Uhr auf ihren Mähmaschinen und rattern auf die Anlage. Ein nicht alltäglicher Job an einem nicht alltäglichen Arbeitsplatz! Greenkeeper? Der Name ist Programm, zumindest frei übersetzt. Denn das Berufsbild schreibt zwingend vor, das Grün auf einem Golfplatz zu hegen und zu pflegen, damit die Golfsportler ihren Ball möglichst störungsfrei im gewünschten Loch versenken. Der frühe Morgen ist für die Pflege die beste Zeit. Noch sind keine Golfer am Abschlag, und die rund 25 Hektar große Fläche direkt neben dem Skigebiet gehört ausschließlich den beiden Experten auf ihren Maschinen. „Die Mäharbeiten nehmen den deutlich größten Teil des Arbeitstages ein. Wir sitzen jeden Tag auf dem Bock, damit die Golfer optimale Bedingungen vorfinden“, erzählt Michael Welzel. Der 55-Jährige ist schon seit 21 Jahren dabei und kennt fast jeden Grashalm persönlich.


... wo Gast sein Freude macht!

Akribische Vorbereitung des Platzes wichtig Auf dieses Abenteuer eingelassen hat sich auch Eric Temme, der zweite Greenkeeper. Der 26-Jährige hat wie sein Kollege eine zweijährige Ausbildung zum Fachagrarwirt für Golfplatzpflege absolviert. „Ohne diese Ausbildung ist es nicht möglich, bei uns Greenkeeper zu sein“, hatte der Ende 2016 verstorbene Platzwart Wolfgang Gerlach beim Besuch auf dem Golfplatz betont. Und ohne Leidenschaft für einen gepflegten Rasen ist der Job ohnehin nicht zu meistern. „Irgendwie entwickelt sich so ein Platz zu einem eigenen Kind. Sie müssen die Arbeit lieben, sonst leidet die Anlage früher oder später darunter“, sagt Eric Temme. Im Frühjahr muss diese Liebe besonders groß sein, denn dann braucht der Golfplatz Winterberg nach dem langen

Winter sehr viel Zuneigung. Schließlich ist die akribische Vorbereitung der Sportanlage die Grundlage dafür, dass die Golfer die gesamte Saison ideale Verhältnisse vorfinden. „Wir freuen uns immer, wenn es im März langsam etwas wärmer wird, dann können wir loslegen“, sagt Michael Welzel. Dann wird der Platz auf den so genannten Fairways, also auf den Flächen, auf denen der Ball nach dem ersten Schlag landen sollte, gestriegelt. Dabei wird das Gras aufgehoben und durchlüftet. „Aufwändiger in der Pflege sind die Grüns“, weiß Eric Temme. Striegeln, vertikutieren und aerifizieren steht bei den neun kurz gemähten Flächen auf dem Stundenplan. Wichtig ist, dass Sauerstoff unter die Grasnarbe kommt, damit das Wasser gut abfließen kann. 25 Tonnen Sand werden pro Aerifizierung in den Boden der Grüns eingebracht. Chemische Spritzmittel zum Beispiel gegen Unkraut sind auf Golfplätzen nicht erlaubt - biologisch abbaubar lautet hier das Stichwort. 97 Prozent eines Grüns besteht aus Sand, nur drei Prozent aus Mutterboden. „Bei guten Temperaturen wird auch gedüngt, denn ab 5 Grad Celsius“, so Eric Temme, „beginnt das Gras zu wachsen“. Ohne das passende Wetter läuft ohnehin nichts. Ist es zum Beispiel zu trocken, muss jede Nacht bewässert werden. Mittlerweile erledigt das eine automatische Berieselungsanlage, „früher mussten wir erstmal die Schläuche verlegen, um zu bewässern. Da blieben dann andere Arbeiten liegen.“

Herzlich willkommen bei Freunden! Schauen Sie sich diese wunderbare Umgebung an, in der sich unser kleines, aber feines Hotel befindet. Hier können Sie in vollen Zügen genießen. Wandern, Rad fahren, golfen, die Natur atmen und im Anschluss am Kamin entspannen. Viele internationale Gäste und Künstler haben das seit den 1960er Jahren hier schon getan. Die kreativen und anspruchsvollen Gerichte unserer Küche genießen Sie in der eleganten Kaiserstube und im Sommer auch gerne auf unserer Komfort-Terrasse.

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Bildquelle: futec AG Agentur & Verlag, Gerhard Besler

Arbeitsplatz wie ein zweites Zuhause Der Golfplatz, der zu den schönsten 9-Loch-Anlagen in Deutschland zählt, ist irgendwie auch sein zweites Zuhause. Von Frühjahr bis Spätherbst verbringt er mehr Zeit auf dem Grün als zuhause auf der Couch. „Da kommen schon 12 Stunden täglich zusammen. An sieben Tagen die Woche. Gut, die Überstunden feiern wir im Winter ab, aber Grillen im Sommer oder Urlaube finden ohne uns statt“, sagt der gelernte KFZ-Mechaniker. Dass er Motoren nicht nur von Fotos kennt, erleichtert die tägliche Arbeit ungemein, und der Maschinenpark mit einem stolzen Neuwert von rund 500.000 Euro ist gut gepflegt.

Hotel Kaiserhof Orkestraße 42 59964 Medebach-Medelon Telefon: (02982) 8547 www.kaiserhof-medelon.de Heimatliebe Heimatliebe Frühjahr/Sommer Frühjahr/Sommer2017 2017 59 Fotos: Golfclub Winterberg, Ralf Hermann und fotolia.com


SPORTLICH, SPORTLICH!

Was kostet die Mitgliedschaft? • Der Golfclub Winterberg bietet für ein Jahr eine Schnuppermitgliedschaft für 445 Euro Jahresbeitrag an oder 37,50 Euro monatlich • Der normale Jahresbeitrag kostet 840 Euro • Vorbereitungskurse für die Platzreife kosten ab 180 Euro inklusive Leihschläger (12 x 45 Minuten Gruppentraining) • Kinder bis 14 Jahre zahlen 108 Euro Jahresbeitrag • Jugendliche, Auszubildende und Studenten bis 27 Jahre zahlen zwischen 140 und 200 Euro • Der Jahresbeitrag für den Kurzplatz kostet 99 Euro • Weitere Infos zum Golfclub, zur Mitgliedschaft, zum Training und zu den Turnieren gibt es unter 02981 1770 oder unter www.golfclub-winterberg.de

Die Golfanlage Winterberg in Zahlen • • • • • • • •

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Gesamtfläche des Geländes: 25 Hektar Die Turnierplatz-Fläche beträgt 20 Hektar Die Gesamtlänge der 9 Bahnen beträgt 2739 Meter Die Fläche der Grüns beträgt einen Hektar Der Kurzplatz ist 5 Hektar groß 622 Meter ist die Gesamtlänge der neun Kurzplatz-Bahnen Die Gesamtkosten für die Platzunterhaltung und Pflege betragen jährlich 120000 Euro plus die Kosten für Sand, Dünger und Treibstoffe sowie für die Reparaturen und Anschaffungen im Maschinenpark Zur Kostendeckung sind mindestens 300 zahlende Mitglieder erforderlich. Diese Zahl ist aktuell erreicht.

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Nicht liegen bleiben darf das Mähen. Allein die empfindlichen Greens müssen jeden Tag gemäht werden. Drei bis vier Stunden dauert diese Aufgabe. Hinzu kommt das Versetzen der Löcher. Fünf unterschiedliche Mähmaschinen stehen in der Garage. „Der Golfverband schreibt unterschiedliche Grashöhen zum Beispiel für Grüns und Fairways vor. Dafür brauchen wir die Maschinen, sonst kämen wir nicht weiter auf dem Platz“, resümiert Michael Welzel. Und mit dem 9-Loch-Platz ist die Arbeit nicht getan. Auch der angrenzende, öffentliche Kurzplatz braucht Pflege, die Driving Range als Übungsplatz für Abschläge und die Bunker sowieso. Langeweile? Ein Fremdwort.

Golfbälle treffen auch mal die Mähmaschinen - unabsichtlich Dennoch wollen Eric Temme und Michael Welzel zumindest mit dem Mähen am frühen Vormittag fertig sein, um die Golfer nicht zu stören. Dass viele Mitglieder des Golfclubs Winterberg die Greenkeeper nur selten auf ihren Maschinen auf dem Platz begrüßen, ist das größte Lob für das Duo, dann ist der Zeitplan perfekt. Sollten sich Greenkeeper und Sportler dennoch auf dem Platz begegnen, „versuchen wir natürlich Rücksicht zu nehmen“, sagt Michael Welzel. Nicht immer verlaufen diese Begegnungen gefahrenfrei. „Der ein oder andere Ball hat unsere Mähmaschinen schon getroffen. Natürlich unabsichtlich.“ Überzeugungsarbeit muss manchmal aber auch geleistet werden. Zum Beispiel, wenn ein Baum oder eine Hecke so ungünstig steht, dass kaum Licht auf die Abschläge oder die Grüns fällt und so die Rasenqualität nicht stimmt. Nicht immer fällt dann die Entscheidung leicht, die Kettensäge zu zücken und für Abhilfe zu sorgen. Unter dem Strich ist das Verhältnis zwischen Pflegepersonal und Sportlern beim Golfclub Winterberg aber sehr gut. Es gibt viel Lob für die Platzpflege. Und einmal im Jahr packen die Mitglieder auch ehrenamtlich mit an, schließlich haben alle etwas davon, wenn der Golfplatz ein echtes Schmuckstück bleibt. Und dieser freiwillige Einsatz beginnt nicht – wie üblich bei Michael Welzel und Eric Temme – morgens um 5 Uhr in aller Stille…


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Mode Fotos: Ralf Hermann

Und nach dem letzten Loch im Clubhaus entspannen Kathleen Lange freut sich mit ihrer Familie auf die Golfer, Gäste und Einheimischen

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Von Ralf Hermann

interberg. Es liegt direkt am Loch 1, idyllisch eingebettet in die schöne Anlage des Golfclubs Winterberg. Im Frühling und Sommer ist die Terrasse der ideale Ort, um den Freunden und Bekannten bei ihrem ersten Abschlag zuzusehen und dabei eine Tasse Kaffee oder auch ein kühles Pils zu genießen. Kein Golfclub ohne das passende Clubhaus – dies gilt auch für den Golfclub Winterberg. „Wir sind zufrieden“ Sei es auf der gepflegten Terrasse im Sonnenschein oder aber im gemütlichen Schankraum des Clubhauses, der Gast wird sofort eingefangen von einer gemütlichen und gleichzeitig herzlichen Atmosphäre. Dafür sorgt nicht nur das ansprechende und qualitativ hochwertige Ambiente, sondern auch Kathleen Lange. Die gelernte Hotelfachfrau hat im März 2016 die Clubhaus-Gastronomie in der „Büre“ übernommen und kümmert sich seitdem leidenschaftlich gemeinsam mit ihrem Mann Andreas sowie den

Kindern Justin und Jessica um das Wohl ihrer Gäste. „Ich habe hier bereits vor zwei Jahren bei meiner Vorgängerin ausgeholfen und nicht lange überlegt, als ich gefragt wurde, das Clubhaus zu übernehmen“, lächelt Kathleen Lange und zapft dabei gekonnt ein leckeres Bier. Bereut hat sie ihren Entschluss bisher nicht. „Unser Angebot wird sehr gut angenommen, wir sind zufrieden.“ Das Angebot ist vielfältig, die Gastfreundschaft herzlich. Wer nur einen Kaffee trinken möchte, ist bei der Familie Lange genauso willkommen wie die Familie zum gemeinsamen Abendessen. Warme Küche gibt es durchgehend. Und nicht nur die rund 300 Mitglieder des Golfclubs dürfen sich auf das kulinarische Angebot des Clubhauses freuen, auch Gästen und Einheimischen steht die Gastronomie offen. „Unser Ziel ist es, uns für alle weiter zu öffnen und die Clubhaus-Gastronomie über die Mitglieder des Golfclubs hinaus präsenter zu machen“, freut sich Kathleen Lange auf viele Gäste.

Öffnungszeiten und Kontakt • März bis April von 11 bis 20 Uhr, Mai bis August von 11 bis 22 Uhr sowie September bis November von 11 bis 20 Uhr. • Weitere Infos zu ihren Angeboten gibt Kathleen Lange unter 02981 81233 sowie unter 0151 17290199 und per Mail: info@juniorspoint.de.

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WIR BRAUCHEN BRÄUCHE

Wenn die Rasseln in der Karwoche das Sagen haben Die Hallenberger Osternacht ist einmalig in Deutschland Tradition seit mehr als 225 Jahren

Von Rita Maurer

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allenberg. Karsamstag – in Hallenberg ein Tag mit ganz besonderen Traditionen. Osterurlauber wundern sich vielleicht, warum die Einheimischen an ungewöhnlichen Gerätschaften und Handwagen herumschrauben. Dazu liegt morgens um 7 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr ein unerklärliches, lautes Summen in der Luft, das sich beim Näherkommen als eine große Jungenschar erweist, die mit dubiosen Holzteilen einen ohrenbetäubenden Lärm machen – das Rasseln. 23.45h - Rundherum aus den Straßen ziehen Leute in Richtung Kirche. Um den Marktplatz hat sich bereits eine riesige Menschenmenge versammelt, darunter viele Jungen und Männer, die seltsame Gerätschaften bei sich haben: drei mehrere Meter hohe Kreuze, dicht mit roten Papier-Lampions behängte Holzgestelle, große ungewöhnliche Holzkästen auf Besenstielen, selbstgebaute Handwagen mit auf Stangen aufmontierten Sägeblättern, Gasflaschen oder alten, handbetriebenen Kriegs-/Feuersirenen oder dicke Masten, auf denen oben ein großes Sägeblatt angebracht ist.

23.55h – In ganz Hallenberg gehen unter dem Raunen der vielen Menschen sämtliche Lichter in allen Straßen und Häusern aus, die sowieso schon mystische Stimmung wird immer gespannter. Es ist stockdunkel, nur der Vollmond leuchtet hinter dem Kirchturm. 0.00h - Die Kirchenglocke schlägt viermal die volle Stunde an, dann folgen zwölf dumpfe, tiefe Schläge, die jeder 62

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für sich still mitzählt. Wenn der letzte Schlag verstummt, singen die Hallenberger Männer fünf Strophen eines uralten Passionsliedes, das vermutlich in der Barockzeit (ca. 1600 – 1750 n.Chr.) entstanden ist. Ab der vierten Strophe kommt Bewegung auf: Die drei großen Kreuze und die Fackelbäume werden rot erleuchtet und setzen sich mit den Fackeln an die Spitze des Zuges. Die ominösen Holzkästen werden geschultert, Eisenhämmer knapp über die Sägeblätter gehalten, die Sirenenräder vorsichtig angedreht – und beim letzten Ton der fünften Strophe bricht dann ein unfassbarer Lärm los: Die vielen Holzkästen erweisen sich als riesige Rasseln, die an Stielen gedreht werden, während dazu eine alte Landknechtstrommel geschlagen wird. Hört diese auf, setzt ein Nachtwächterhorn ein, die Rasseln haben Pause, dafür werden die Sirenen zum Heulen gebracht und mit Hämmern auf die Sägeblätter und Gasflaschen eingedroschen, dass die Funken nur so stieben. Der lange Zug geht rund anderthalb Stunden an den historischen Stadtgrenzen entlang und umrundet unterwegs drei Mal die Kirche. Ehrenkodex: Krach nur aus Körperkraft Organisiert wird dieser in Deutschland einmalige Brauch der Osternacht (nicht Krach- oder Rappelnacht, wie oft behauptet!) vom Hallenberger Burschenverein, der urkundlich belegt seit 1746 besteht und dessen Wurzeln vermutlich sogar bis zurück bis ins Mittelalter gehen. Die Osternacht findet seit 1781 in fast unveränderter Form


Viele Hallenberger, die es in die Welt hinaus verschlagen hat, kommen Ostern extra von weit her nach Hause, um die Osternacht mitzufeiern. Das Rasseln oder anderswo auch Klappern, Kläppstern, Räppeln oder Rärteln ist ein weit verbreiteter Karwochen-Brauch in katholischen Gegenden. Angeblich reisen die Glocken zur Beichte nach Rom und schweigen von Gründonnerstagabend bis zur Osternacht. In dieser Zeit übernehmen Kinder mit speziellen Holzinstrumenten das Angelusläuten um 7 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr. In Hallenberg gelten dafür ganz besondere Traditionen: Hier gehen ausschließlich Jungen konfessionsübergreifend im Alter von ca. fünf bis fünfzehn Jahren mit. Die Ältesten hiervon bilden das Rasselkommando und achten auf die Einhaltung der überlieferten Regeln: Bis ca. zum achten Geburtstag haben die Jungen kleinere Holzklappern.

Im Jahr ihrer Kommunion setzen sie aus, anschließend dürfen sie eine Rassel benutzen. Sowohl die Rasseln als auch die Klappern sind oft uralte Familien-Erbstücke. Es gibt in Hallenberg jedoch auch Schreiner, die diese urigen Holzinstrumente anfertigen können – ein beliebtes Geschenk zur Geburt oder zur Kommunion für kleine Hallenberger! Auch die Strecken folgen alten Traditionen Die Jungen treffen sich zu festen Zeiten am Rathaus, stellen sich dem Alter nach in einer bestimmten Formation auf und zählen dann zur vollen Stunde die Schläge der Kirchturmuhr rückwärts laut mit. Sobald diese verstummt, legen die großen Rasseln mit ohrenbetäubendem Krach los. Auf ein Zeichen des Rasselkommandos wechseln sie sich mit den Klappern ab und ziehen so ungefähr eine Stunde durch die Straßen. Auch die Strecken folgen alten Traditionen. Beim letzten Rasseln am Karsamstagmittag gibt es als Abschluss den begehrten Rasselkuchen. Das Rasselkommando darf abends auch in der Osternacht mit seinen noch etwas kleineren Rasseln mitgehen. Im nächsten Jahr am Palmsonntag können die Jungen dann offiziell in den Burschenverein eintreten und in vollem Umfang bei der Osternacht mitmachen. Und der nächste Rasselkommando-Jahrgang wird auch dann wieder die ehrenvolle Aufgabe übernehmen, die uralten Hallenberger Traditionen weiterhin mit jungem Leben zu füllen.

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Fotos: Rita Maurer

statt. Erst ein einziges Mal ist sie ausgefallen und zwar 1945, zwei Tage nach dem Einmarsch der amerikanischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Für die meisten Hallenberger ist die Teilnahme selbstverständlich. Viele Gruppen um ein Kreuz, eine Rassel oder einen Handwagen haben sich bereits in jungen Jahren zusammengefunden und gehen Jahrzehnte später noch in der gleichen Konstellation mit. Manche haben sich anhand von historischen Fotos ihre Krach-Gerätschaften nachgebaut und vererben sie an ihre Kinder oder Freunde weiter. Es ist bis heute ein Ehrenkodex, dass der Krach ausschließlich mit Körperkraft erzeugt wird.


Fotos: Rita Maurer

Wenn das Trömmelken geht... Von Rita Maurer

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chützenfest - die Straße ist gefegt, der Rasen gemäht, bunte Fahnen schaukeln im Wind. Am Schrank hängen frisch gebügelte weiße Hemden und Klamotten für die nächsten drei Tage, auf dem Herd köchelt ein riesiger Pott Gulaschsuppe, im Kühlschrank stehen palettenweise Eier, das alles muss irgendwie bis Dienstag reichen. Männer in einheitlichen Uniformen, Frauen in bunten Festroben, Schüsse auf einen Holzvogel; Blasmusik und ein Adrenalinstoß, wenn von Weitem das unnachahmliche „Bumm. Bumm. Bumbumbumm“ zu hören ist. Altbekannte Gesichter, die schon lange auswärts wohnen, fahren extra für diese drei Tage wieder nach Hause. Man kommt mit ganz vielen Menschen ins Gespräch, wofür im Alltag meistens keine Zeit ist. Schützenfest - für die einen ist es ein seltsam altbackener und alkoholgeschwängerter Brauch. Für die meisten Sauerländer aber ist es ein echtes Lebensgefühl. Ein liebgewonnenes Ritual, das schon seit Jahrzehnten fast immer

gleich und damit eine verlässliche Konstante in der sonst so schnelllebigen Zeit ist. Ein Ausnahmezustand, auf den man sich das ganze Jahr über freut. Die Welt bleibt drei Tage stehen und dreht sich nur ums Schützenfest. Und an Tagen wie diesen wünschen sich Sauerländer und ihre Gäste auch schon mal Unendlichkeit… Alle Schützenfest-Termine in Hallenberg, Medebach und Winterberg finden Sie auf Seite 102.

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Fotos: St. Bonifatius

„Vertraut den neuen Wegen“ in Elkeringhausen

Von Ralf Hermann

Es ist Zeltkirchenzeit im Bildungs- und Exerzitienhaus St. Bonifatius

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lkeringhausen. Tiefes Vertrauen in ihre Idee hatten die Verantwortlichen des St. Bonifatius Bildungs- und Exerzitienhauses im Winterberger Dorf Elkeringhausen im Jahr 2009, als sie am Palmsonntag zum ersten Mal die Zeltkirche öffneten. Anders sollte er sein, der Gottesdienst, ohne allerdings die Tradition aus den Augen zu verlieren. Kamen zunächst nur wenig mehr als eine Handvoll Gäste in das Zelt, ist der Gottesdienst-Termin am Sonntagmorgen von Ostern bis Oktober mittlerweile zu einem festen Ritual für viele Menschen geworden. Rund 250 Besucher pilgern Woche für Woche auf das Gelände der katholischen Einrichtung, feiern ihren ökumenischen Gottesdienst und bleiben danach gerne noch bei einem Imbiss auf einen Plausch mit Freunden und Bekannten. Neue Sitzordnung und Altar-Gestaltung Vertrauen ist auch das Thema im Jahr 2017. „Vertraut den neuen Wegen“ heißt der Leitspruch, der sich vom Palmsonntag bis zum Erntedankfest durch das ganze Jahr zieht. „Wir freuen uns, auch in diesem Jahr diese gewachsene, offene und ökumenische Gottesdienst-Gemeinschaft fortzusetzen“, sagt der Direktor des Bildungsund Exerzitienhauses, Pastor Stefan

Tausch. Dem eigenen Anspruch, Jahr für Jahr nicht nur das Leitwort zu verändern, sondern dem Kirchenzelt durch eine neue Sitzordnung sowie einer kreativen Altar-Gestaltung wieder eine völlig neue Atmosphäre zu verleihen, sind die Zeltkirchen-Macher auch 2017 wieder gerecht geworden. Mit einer neuen Heizung sowie einer verbesserten Parkplatz-Situation hat sich zudem auch die Infrastruktur in und rund um das weiße Kirchenzelt weiter verbessert. „Dass die Zeltkirche überhaupt funktioniert, ist dem ganzen Mitarbeiter-Team der Bildungsstätte zu verdanken. Nur wenn hier alle an einem Strang ziehen, wird es ein Erfolg“, weiß Silke Otte, die stellvertretende Leiterin. Ein fester Bestandteil der Zeltkirchen-Gottesdienste ist neben der Gräbersegnung im angrenzenden Ruhewald an Christi Himmelfahrt auch die Live-Musik – seien es Bands, andere Musikgruppen oder Chö-

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re. Auf die Suche nach passendem Personal müssen Stefan Tausch und Co. nicht mehr gehen. „Inzwischen gibt es sogar eine Warteliste von interessierten Musikgruppen. Dies wirkt sich auch positiv auf die gesamte Einrichtung aus“, erzählt der Direktor. Denn mit einem Auftritt verbinden viele Gruppen gleich ganze ProbeWochenenden in Elkeringhausen. Das Sommerloch ist schon lange Geschichte Sommerloch? Zeit zum Durchschnaufen gibt es mittlerweile nicht mehr in den Sommermonaten. Das Kirchenzelt ist immer voll, nach Hause geschickt wird niemand. Dann tragen die Mitarbeiter liebend gern weitere Bänke auf das Zelt-Gelände. Denn genau das zeichnet die Zeltkirchen-Zeit aus, die besondere Atmosphäre der Gemeinschaft. Und das Vertrauen, einfach weiter neue Wege zu gehen…

Weitere Infos zum Bildungs- und Exerzitienhaus gibt es unter www.bst-bonifatius.de oder unter 02981 9273 0 bzw. info@bst-bonifatius.de Wie schon 2016 wird auch in diesem Jahr im Anschluss an alle (!) Zeltkirchengottesdienste der Zeltkirchen-Imbiss angeboten einzige Ausnahme sind Ostersonntag und -montag. Darüber hinaus finden ganzjährig (außer im Dezember) an jedem letzten Samstag im Monat um 21 Uhr Taizé-Gebete für alle Interessierten statt.

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Steuer-Willkür: Als wütende Frauen die Soldaten attackierten Die Weiberschlacht von Wissinghausen ist noch heute in den Dörfern präsent

Von Claudia Pape

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issinghausen. Nein, das Stöhnen über zu hohe Steuern ist wahrlich keine Erscheinung nur der Gegenwart. Dies beweist eine Begebenheit, die sich vor mehr als 250 Jahren im Sauerland zugetragen hat und in der Weiberschlacht zu Wissinghausen ihren Höhepunkt erlebte. Die Geschichte nahm ihren Lauf - mehr als 100 Jahre nach der Teilung der Freigrafschaft Düdinghausen im Jahre 1663. Trotz des langen Zeitraums waren die Einwohner noch immer nicht zur Ruhe gekommen. Hillershausen, Eppe und Niederschleidern waren 1663 beim evangelischen Waldeck geblieben, während Düdinghausen mit Referinghausen, Oberschledorn, Deifeld/Wissinghausen und Titmaringhausen dem katholischen Kurfürstentum Köln zugesprochen wurde. Abgaben zahlte man aber weiterhin auch an Waldeck. Als nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) der Wiederaufbau anstand, erinnerte sich auch der Erzbischof von Köln an seine Untertanen im fernen Sauerland. Er erhob Anspruch auf verschiedene Steuern, u.a. für Branntwein, Kaffee und Militärschulden. Richter Weise spielt eine umstrittene Rolle Die Einwohner der Grafschaft Düdinghausen jedoch sahen nicht ein, gleich zwei Landesherren Steuern zu zahlen. Da das einfache Volk aber weder Schreiben noch Lesen konnte, war bei jedem Behördengang die Hilfe eines Anwaltes nötig. In diesem Fall war das der noch junge Richter Weise aus Medebach. Und der spielte in seiner Unerfahrenheit eine wichtige, aber auch sehr umstrittene Rolle in der Auseinandersetzung zwischen Volk und Obrigkeit. Denn mehrmals forderte er, teils unter militärischem Schutz, die Grafschafter erfolglos auf, die Sondersteuern zu begleichen. So entschied sich die Obrigkeit, die Steuern mit Gewalt einzutreiben, und setzte am 13. Januar 1765 etwa 100 Soldaten in Brilon in Marsch. Über die dann folgenden Begebenheiten liegen mehrere Berichte aus der Deifelder Kirchenchronik und den Vernehmungsprotokollen der Festgenommenen vor. Aber auch im Volksmund hat der Vorfall bis in die heutige Zeit überlebt. 66

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Foto: Claudia Pape

So schlug der Trupp auf seinem langen Marsch von Brilon in die Grafschaft sein nächtliches Lager in Niedersfeld auf. Ein Einwohner, ein gebürtiger Grafschafter, erfuhr, was seiner Heimat bevorstand und machte sich sofort mit seinem Pferd auf, um die Bevölkerung zu warnen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht von der bevorstehenden Gefahr. Sämtliche Männer bewaffneten sich daraufhin mit Heuforken und Mistgreipen. Auch die Weiber schwangen die Dreschflegel, der 18-jährige Johannes Sauerwald aus „Gläsekes“ in Deifeld schlug eine Trommel im Takt. Als nun die Soldaten vor Wissinghausen ankamen, erkannten sie nur hochragende, sich bewegende Stangen und hörten lautes Geschrei und das vermeintliche Schlagen einer Militärtrommel aus dem Nebel. Ein Tumult, Schüsse, Verletzte und eine Tote Der kölnische Kompanieführer, Hauptmann Meunier, ließ wohl einige Warnschüsse abgeben und nahm durch einen Erkundungstrupp Verbindung mit den Bauern auf. Diese beharrten jedoch auf ihrem Standpunkt. Die Soldaten nahmen daraufhin Johann Jakob Gerbracht aus

Deifeld fest. Als die Frauen in den hinteren Reihen dies mitbekamen, schritten sie kurz entschlossen ein und attackierten die Soldaten. Die Bauern sollen dann zudem angeblich „Schützen vor!“ gerufen haben. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse entstand ein Tumult, es fielen Schüsse. Laut Aufzeichnungen wurden Maria M. Hesse aus „Görs“ in Referinghausen und Anna E. Völlmecke aus „Mülldiekes“ in Deifeld getroffen. Die 18-jährige Johanna Über aus „Spielmanns“ in Düdinghausen, die als Magd bei „Greten“ in Referinghausen arbeitete, wurde laut Kirchenbucheintrag mit einem „Schwert durchbohrt und an der rechten Hand schwer verwundet“. Sie starb für „Gesetz und Freiheit der Heimat“ und wurde am folgenden Tag auf dem Friedhof in Deifeld beigesetzt, notierte Pfarrer Birkenhauer.

Eichen-Stamm erinnert an die nebligen Januartage Aber auch dieser Vorfall, der später als „Weiberschlacht“ von Wissinghausen in die Geschichte eingehen sollte, hielt die Grafschafter nicht davon ab, die Zahlung der Sondersteuer zu verweigern. Nach weiteren sieben Monaten wurden 600 Soldaten in die Grafschaft geschickt, um die Abgaben einzutreiben. Sie hausten mehrere Wochen in den Dörfern und mussten dort versorgt werden. Viele Höfe verschuldeten sich derart hoch, um die Prozesskosten von 3000 Talern aufzubringen, dass sie verkauft werden mussten. Zur Erinnerung wurde später an der Stelle der Weiberschlacht eine Eiche gepflanzt, die leider in den 60-er Jahren dem geplanten, aber nie verwirklichten Straßenbau weichen musste. Noch heute liegt der mächtige Stamm der Weiberschlachteiche am Ortseingang von Wissinghausen und erinnert an die nebligen Januartage des Jahres 1765. Auch die Band ZOFF sang 1983 in ihrer Sauerlandhymne: „Sauerland… wo die Mädchen noch wilder als die Kühe sind...!“ Ob sie dabei an die tapferen, wilden Weiber aus der Grafschaft gedacht haben?

Hauptmann Meunier ließ seine Soldaten nun weiter vorrücken und nahm fünf Männer, die sich zu Verhandlungen bereit erklärt hatten, als Rädelsführer fest. Einer entkam auf dem Weg ins Zuchthaus nach Münster, die anderen blieben dort drei Monate in Haft. Heimatliebe HeimatliebeFrühjahr/Sommer Frühjahr/Sommer2017 2017

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Wat sachsse denn für... Die HEIMATLIEBE sucht typische Wörter! Von Rita Maurer

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n ein so regional geprägtes Magazin wie unsere HEIMATLIEBE gehört auch die plattdeutsche Sprache. Finden wir. Deshalb wollten wir eigentlich an dieser Stelle eine Art „Platt-Schule“ bringen. So war unser ursprünglicher Plan. Doch dann ist uns aufgefallen: Es gibt im Sauerland vermutlich nicht oft drei direkt benachbarte Städte, die so unterschiedliche plattdeutsche Wurzeln haben. In Winterberg wird – wenn überhaupt noch – das gängige Sauerländer Platt gesprochen, das die Menschen weitestgehend auch in Schmallenberg, Brilon oder Arnsberg kennen. Auch in Medebach wird dieses Platt bis auf so einige regionale Abweichungen gesprochen und verstanden. Allerdings gibt es hier das so sauerland-typische „Woll“ nicht, das ist eher noch ein Winterberger Merkmal.

Hallenberg dagegen hat ein ganz eigenes Platt. Es hat kaum Sauerländer Züge, sondern ist mehr hessisch-wittgensteinerisch geprägt und doch noch wieder anders. Hier gibt es sogar eine Trennung im Stadtgebiet selbst. Während Hesborner und auch Lieser eher noch das Sauerländer Platt können, wird in Hallenberg und Braunshausen dagegen fast völlig anders geredet – sofern die Einwohner wie überall sonst auch überhaupt noch die plattdeutsche Sprache kennen. Das liegt in Hallenberg an der sogenannten „Benrather Linie“: Diese teilt Deutschland in Bezug auf die niederdeutschen Dialekte quasi in zwei Hälften, führt historisch gesehen von Belgien bis nach Polen und dabei tatsächlich mitten durch Hallenberg – ungefähr entlang der Nuhne.

Tja, und da standen wir also mit unserer Platt-Schule. Was tun? Wie sollen wir alle Hallenberger, Medebacher und Winterberger sprachlich unter einen Hut kriegen? Deshalb haben wir uns gedacht – wir fragen einfach! Für ein und dasselbe Ding gibt es oft so viele verschiedene Namen. Und die möchten wir gerne wissen. Für einen abgenagten Apfel soll es in Deutschland alleine 50 unterschiedliche Bezeichnungen geben, hier ist er u.a. unter Nüssel, Knerges, Kietsch und bestimmt noch viel mehr bekannt. Deshalb haben wir jetzt drei Bilder für Sie. Und wir möchten von Ihnen gerne wissen, was oder wie Sie zu den Abbildungen sagen? Haben Sie eine plattdeutsche Bezeichnung dafür, oder verwenden Sie das hochdeutsche Wort?

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Fotos: Rita Maurer

Also, wat sachsse fü

Blage, Jaust, Pööste

oder...

oder... Bömsken, Klümpken

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

Känteken oder ...

Die Redaktionsbude rmann Rita Maurer und Ralf He berg llen Gartenweg 4, 59969 Ha

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HEITER BIS WOLKIG

Vom „Frieren” und „Schwitzen” der Sauerländer im Frühjahr Unser HEIMATLIEBE-Wetterexperte berichtet über eine extreme Jahreszeit

• Viele weitere Informationen zum Wetter im Sauerland gibt es im Internet unter www.wetter-sauerland.de; • Auf dieser Seite finden Interessierte unter anderem aktuelle Wetterdaten, Webcams sowie Informationen zum Wander- und Winterwetter; • Auch allgemein Wissenswertes zum Thema Wetter ist auf der Seite abrufbar.

Vorgezogenes Hochsommer-Wetter Besonders in den vergangenen 20 Jahren machten die Frühjahrsmonate dagegen oftmals durch vorgezogenes Hochsommer-Wetter auf sich aufmerksam. Hier und da wurde der April sogar schon als der neue Juli bezeichnet. Durch warmes und sonniges Hochdruckwetter mit Temperaturen von 20 Grad und mehr ließen sich die Betreiber von Freibädern z.B. in den Jahren 2007, 2009 und 2011

zu einem sehr frühen Saisonstart hinreißen. Tatsächlich war so mancher Julitag in diesen Jahren deutlich kühler als die sonst als so wechselhaft empfundenen Apriltage. Auch die Sonnenstunden der Frühjahrsmonate konnten in den vergangenen Jahren oftmals mit denen der Sommermonate Juni bis August mithalten. Fast 300 Sonnenstunden im Jahr 2007 bedeuten nahezu zehn Stunden freien Blick auf die Sonne pro Tag. Dieser Wert wurde seit 1955 erst zweimal, im Mai 1989 und im Juli 2006, überboten. Schaut man sich die Statistiken genauer an, so ist es tatsächlich vor allem der April, der zu der klimatischen Erwärmung der letzten 30 Jahre beiträgt. So ist der launische Frühlingsmonat in den vergangenen 30 Jahren um rund ein Grad wärmer geworden, beim Februar war es nur ein halbes Grad, die Herbstmonate September und Oktober haben sich praktisch nicht verändert. Trotz dieser Erwärmung bleiben kalte Frühjahre auch in diesen Zeiten nicht aus und in so manchem Jahr weht den Sauerländern selbst im Wonnemonat Mai noch ein kalter Wind um die Nase.

Frisches Grün in den Buchenwäldern des Sauerlandes ist für so manchen der Inbegriff des Frühjahrs. Oft treiben die Bäume wie hier rund um den 1. Mai aus. 2007 waren die Bäume nach einem sehr milden Winter und warmem Herbst aber schon Anfang April grün.

Gerade nach einem kalten Winter lässt sich die milde Frühlingsluft dagegen oft Zeit und kommt nur sehr zögerlich in die Höhen des Sauerlandes voran. Die Wiesen können dabei noch bis in den Mai hinein eher fahl-grau sein und letzte Schneereste sind noch sehr spät zu finden.

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Fotos: Julian Pape

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auerland. In Mittelgebirgsregionen wie dem Sauerland ist besonders das Frühjahr immer schon eine Jahreszeit der Extreme gewesen. In vielen Jahren, besonders in den 1960er und 1970ern, waren der März und April noch viel mehr Winter- als Frühjahrsmonate. So konnte man beispielsweise im Jahr 1970 noch am Maifeiertag auf der Nordseite des Kahlen Astens bei einer Schneedecke von einem knappen halben Meter Wintersport betreiben. Im März und April desselben Jahres wurden verbreitet Rekordschneehöhen gemessen. Auf dem Vater der Sauerländer Berge stellt der 9. März 1970 mit 239 Zentimeter Schnee bis heute den Spitzenwert in Sachen weißer Pracht. Im Jahre 1962 sorgten empfindliche Fröste selbst Anfang Juni noch für große Schäden an den jungen Trieben der Vegetation. Rund um den Weißen Sonntag des Jahres 1936 (Anfang April) waren viele Orte des Sauerlandes tagelang durch heftigen Schneesturm von der Außenwelt abgeschnitten. Die Kommunionkinder mussten teilweise durch Schneetunnel in die Kirche gebracht werden.

Von Julian Pape


KINDERREPORTER

Was machen Pyramiden eigentlich mitten im Sauerland? Von Johanna Ebert (9) und Maximilian Pape (11)

HEIMATLIEBE-Kinderreporter erforschen den GALILEO-PARK in Lennestadt-Meggen

Lennestadt-Meggen. Was machen denn Pyramiden mitten in den Sauerländer Bergen? Diese Frage haben wir uns auch gestellt und besuchten deshalb den 2009 erbauten Galileo-Park mit seinen sieben Pyramiden oberhalb von Lennestadt. Da das Museum wegen eines Ausstellungswechsels in die Winterpause gegangen ist, waren wir die einzigen Besucher dort. Kennt ihr den Kinofilm „Nachts im Museum“? So ähnlich haben wir uns gefühlt. Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man alleine an einem Ort ist, an dem sonst viele Besucher sind. So konnten wir zum Beispiel im leeren Labyrinth herumtoben und entdeckten Türen, die sonst für den Besucher unsichtbar sind.

Durch das eindrucksvolle Besucherportal gelangt man in den Park. Dort wurden wir von der Werbeleiterin Yvonne Hennecke begrüßt, die uns die Pyramiden gezeigt hat. Jede beherbergt eine eigene wissenschaftliche, naturwissenschaftliche oder grenzwissenschaftliche Ausstellung, die jährlich wechselt. Insgesamt waren schon 45 Ausstellungen zu verschiedenen Themen wie die Geschichte der Medizin, Aliens, Schilfschiff Abora, Haifische oder Zauberei zu sehen. Alle Ausstellungen sind ausdrücklich zum Lernen und Anfassen gedacht, also für uns Kinder optimal. Ende März haben neue Ausstellungen eröffnet Die Idee zu dem Museum mit der außergewöhnlichen Architektur hatte Inhaber Wolfgang Schmidt. Allein die Gebäude bleiben einem lange in Erinnerung. Yvonne Hennecke zeigte uns viele Zaubertricks aus der letzten Ausstellung. Da konnten wir ganz in Ruhe selber zaubern. 70

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Seit Ende März sind die Pyramiden wieder geöffnet, und es gibt drei neue interessante Ausstellungen zu sehen: Als erstes geht es um „Bionik - Lernen von der Natur“ in der Science-Pyramide. Hier soll gezeigt werden, was sich der Mensch von der Natur abgeschaut hat, z.B. Klettverschlüsse von Kletten oder den Lotuseffekt bei Farben von der Lotusblume. „Die Zeitmaschine“ in der Museumspyramide steht unter dem Motto „Trictures – werde Teil der Ausstellung“. Trictures sind Gemälde mit speziellem 3D-Effekt. Auf der Homepage wird das so beschrieben: „Die Bilder bedienen sich der optischen Täuschung, die in Architektur und Fotografie unter der Bezeichnung ‚erzwungene Perspektive‘ genutzt wird. Dies führt dazu, dass Objekte im Auge des Betrachters durch seine Erfahrung mit der realen Welt größer oder kleiner bzw. im Vordergrund oder Hintergrund zu sein scheinen. Das Faszinierende und Einzigartige der


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Galileo-Park Sauerland Pyramiden 4-7 57368 Lennestadt/Meggen 02721-60077-10

Fotos: GalileoPark und Claudia Pape

Trictures ist die Interaktivität an einem handgemalten Bild. Der Ausstellungsbesucher darf mitmachen, anfassen und wird so Teil der Illusion. Die Objekte scheinen aus dem Rahmen zu fallen und in unsere Realität überzugehen.“ Das heißt, man kann sich in lebensgroße Bilder stellen und fotografieren lassen. So sieht es aus, als wenn man wirklich an diesem Ort gewesen wäre und wird in diesem Moment Teil der Ausstellung. Im „Labyrinth des Unerklärlichen“ erwartet die Besucher Hightech aus dem antiken Griechenland. Auch damals hatten die Griechen schon eine Art Roboter, der bei Festen als Attraktion den Gästen Wein nachschenken konnte. Außerdem Feuerwehrpumpen, Uhren oder Spielzeuge und vieles mehr. Drei Nasenbären bewachen die Pyramiden Aber nicht nur innerhalb der Gebäude gibt es viel zu sehen, sondern auch außerhalb: So werden die Pyramiden von den drei Nasenbären Isis, Osiris und Coati bewacht, die schon seit dem Altertum als Wächter der Pyramiden gelten. Seit dem letzten Jahr helfen ihnen dabei sechs Katta-Lemuren. Das sind Äffchen, die in einem großen Freigehege auf dem Gelände leben. Sie hören auf die Namen Maiki, Dr. Otz, Krätze und Edward. Die beiden Jungtiere haben noch keinen Namen und sollen in diesem Jahr mit Hilfe der Besucher einen Namen bekommen. Manchmal dürfen Besucher sogar bei der Fütterung helfen. Wir hatten Glück und konnten mit in das Affengehege.

Eine winzige Pyramide steht auf einer kleinen Insel eines Teiches, darin ist die Technik für einen kleinen Nachbau der „Nautilus“ aus dem Roman „20000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne. Dieses U-Boot taucht im Teich umher und filmt die bis zu zwei Meter großen Fische, die dann live auf einem Bildschirm zu sehen sind. Familienfeste und Firmentagungen in der „Show-Pyramide“ Außerdem gibt es auf dem Gelände noch einen Container, der eine Ausstellung über einen Asteroiden-Einschlag in Russland beim Fluss Tunguska Anfang des 20. Jahrhunderts und seine Auswirkungen auf die Natur zeigt. Dieser Container kann auch an einen anderen Ort, wie Schulen oder Feste, gebracht werden. Das Museum bietet auch die Durchführung von Familientagen und Kindergeburtstagen sowie Lernprogramme für Schulen als Ergänzung zum Unterricht an. Die „Show-Pyramide“ kann zudem für Familienfeste oder Firmentagungen gebucht werden. An Sonntagen kann man den Besuch des Galileo-Parks mit der Besichtigung des Bergbaumuseums „Siciliaschacht“ gleich nebenan verbinden. Der Galileo-Park ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, in den NRW-Ferien sogar jeden Tag. Obwohl noch nicht viel aufgebaut war, hat es uns ganz toll gefallen, und wir kommen bestimmt im Sommer wieder!

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Fotos: Besucherbergwerk und Claudia Pape

KINDERREPORTER

„Glück auf!“ - Unsere Erlebnisse im Besucherbergwerk Ramsbeck HEIMATLIEBE-Kinderreporter blicken im Stollen hinter die Kulissen Von Johanna Ebert (9) und Maximilian Pape (11)

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Ramsbeck. Abenteuer im Stollen: Anfang Januar besuchten Johanna und Maximilian gemeinsam das Sauerländer Besucherbergwerk in Ramsbeck. Unterwegs waren die Kinderreporter für die „HEIMATLIEBE“. Wenn Sie wissen möchten, was die Beiden erlebt haben, dann sollten Sie auf jeden Fall weiterlesen. Der Erfahrungsbericht:

baut wurden hauptsächlich Zink, Blei und Silber. In mühevoller Arbeit wurden jahrhundertelang insgesamt über 250 Kilometer Tunnel und Schächte in die Berge gegraben. Das schwere Gestein musste zunächst mit Holztragen, später mit Holzloren über mehrere Kilometer ans Tageslicht befördert werden.

Von außen sieht das Gebäude gar nicht aus wie ein Museum. Ist ja klar, es ist ja auch die Arbeitsstätte tausender Bergleute gewesen. Es ist von außen auch nicht besonders groß. Auch klar: Die Hauptarbeitsstätte lag ja unter Tage. An der Kasse wurden wir von Manuel Dech, einem Museumsmitarbeiter, begrüßt. Er erklärte uns, dass schon im 12. Jahrhundert in Ramsbeck Bergbau betrieben wurde. Zu Spitzenzeiten um 1850 arbeiteten mehr als 1.000 Bergleute dort. Abge-

Mit der Elektro-Grubenbahn wird vieles einfacher Ab Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Bergleute es dann einfacher: Die Elektro-Grubenbahn war fertig. Nun wurde das Erz mit Loren, von denen jede drei Tonnen fassen konnte, zur Erzaufbereitungsanlage „Willibald“ gebracht. Das Gestein ist dort anfangs per Hand, später maschinell sortiert worden. Bis vor ungefähr 100 Jahren mussten das teilweise auch Kinder machen. Daher kommt wahr-


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scheinlich die Legende, dass in Gruben Zwerge gearbeitet haben. Da haben wir es heute mit unserer Schule doch viel einfacher! Die neueren Stollen sind zwischen 2 und 2,5 Meter hoch. Der uralte Venezianerstollen im Bastenberg misst teilweise aber auch nur 90 x 55 Zentimeter. Das muss man sich mal vorstellen, in so einem engen Gang in Finsternis mit nur einer kleinen Kerze als Lichtquelle schweres Erz abzubauen. Ab dem 17. Jahrhundert wurde mit Schwarzpulver gesprengt. Vor dieser Zeit musste alles in Handarbeit mit Hammer und Meißel mühsam gehauen werden. Es gab lediglich die Methode, ein großes Feuer zu entzünden, um das Gestein so stark zu erwärmen, dass es zu Spannungsunterschieden zwischen den oberen und tieferen Gesteinsschichten kam. Dabei entstand jede Menge Rauch und Staub. Bergmänner wurden deshalb früher auch meistens nicht älter als 35 bis 40 Jahre und starben oft an der sogenannten Staublunge. Manuel Dech zeigte uns dann die Ausstellung mit alten Werkzeugen und bunten Erzen. Am besten hat uns aber die Maschinenhalle gefallen. Da gibt es riesige Bohrer, Bagger und Gruben-Loks, auf denen man sogar nach Herzenslust herumklettern darf. Unterirdischer Bahnhof unter dem FORT FUN Danach ging es in die Waschkaue, ein riesiger Wasch- und Umkleideraum, und wir wurden für unsere Fahrt in die Grube eingekleidet. Der Helm ist wichtig für die Sicherheit unter Tage. Die rumpelige Fahrt mit der Grubenbahn durch den Eickhoff-Stollen tief in den Dörnberg hinein macht viel Spaß, und nach 1,5 km kamen wir am unterirdischen Grubenbahnhof an, direkt 300 Meter unter dem Parkplatz des Fort Fun Freizeitparks. Mit einem lauten „Glück Auf!“ begrüßte Manuel Dech nun auch die Museumsbesucher und erklärte, dass sich über uns noch weitere vier Sohlen befänden. Auch unter uns seien noch sieben Sohlen, die aber komplett unter Wasser stünden. In der Grube selbst sieht es immer noch so aus, als kämen die Bergleute gleich zurück. Alle Arbeitsgeräte sind noch da und einsatzbereit, eine Wiedereröffnung ist auch nicht komplett ausgeschlossen, denn es gibt im-

mer noch eine eiserne Erzreserve in Ramsbeck. Die große Fördermaschine mit einem Durchmesser von 4,5 Metern wurde in Einzelteilen mit der Grubenbahn an ihren jetzigen Ort gebracht und dort zusammengebaut, das hat von 1960 bis 1962 gedauert. Damals war sie die größte Doppeltrommelfördermaschine in ganz Europa. Außerdem ließ Manuel Dech kurz eine riesige Bohrmaschine laufen. Das war ganz schön laut und wir erfuhren, dass die Bergmänner den Krach den ganzen Tag hörten, deshalb wurden viele auch schwerhörig. Ein Kübelmajor hatte es nicht leicht Besonders lustig fanden wir auch die Geschichte von den Kübelmajoren. Eine Arbeitsschicht dauerte acht Stunden. Mit dem langen Weg, den die Bergleute bis zu ihrem endgültigen Arbeitsbereich hin- und zurückgehen mussten, waren sie oft über neun Stunden unter Tage. Aber auch die Bergleute müssen ja irgendwann mal auf die Toilette. Dafür standen überall sogenannte „Sch....- Kübel“ bereit. Sie sehen aus wie eine alte Mülltonne und haben natürlich keine Wasserspülung. Irgendwann ist so ein Kübel aber voll, und man kann sich vorstellen, dass die keiner gerne sauber macht. Dafür hatte der Steiger (das war der Vorarbeiter) aber immer eine gute Lösung: Die Bergleute, die zu spät zur Arbeit kamen, wurden zur Kübeltransportschicht eingeteilt. Diese Bergleute wurden von ihren Kollegen scherzhaft und wahrscheinlich auch schadenfroh als „Kübelmajore“ bezeichnet. Am 31. Januar 1974 wurde die Grube aber wegen der Weltwirtschaftskrise geschlossen. Damals arbeiteten immer noch 460 Bergleute dort und es war ein großer Verlust für die Ramsbecker. Deshalb beschlossen sie auch sofort, die Grube nicht komplett zu schließen, sondern ein Museum daraus zu machen. Und so hört man noch bis heute den Gruß der Bergleute durch die Schächte hallen: „GLÜCK AUF!“ • Die Mitarbeiter des Museums bieten auch die Durchführung von Kindergeburtstagen an. • Das Museum ist ganzjährig dienstags bis sonntags von 9-17 Uhr geöffnet. • Weitere Infos: www.sauerlaender-besucherbergwerk.de.

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ANGEKOMMEN & AUSGEFLOGEN

Fotos: Rita Maurer

Bei Freunden im Blackwater Irish Pub in Winterberg Kunterbunt gemischte Truppe sorgt unter der Leitung von Inhaber Dan Corcoran für Wohlfühlatmosphäre Winterberg. Dienstagabend, Anfang der Woche. Nicht der beste Tag für einen Kneipenbesuch. Auch das Wetter verleitet nicht unbedingt zu einem Abendspaziergang mit spontaner Einkehr. Die Tür zum Irish Pub in Winterberg aufschieben und – volles Haus! Die Theke und fast alle Tische sind besetzt mit Menschen, die sich fröhlich unterhalten, dabei Fußball gucken, Musik hören oder sich ein saftiges Steak gönnen. Inhaber Dan Corcoran kommt direkt zur Begrüßung und um ein paar freundliche Worte zu wechseln. Gibt es irgendeinen besonderen Anlass zum Feiern 74

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heute? Nein, es ist ein ganz normaler Tag im Blackwater Irish Pub. „There are no strangers, only friends, who haven´t met yet!” – „Es gibt hier keine Fremden, nur Freunde, die sich bis jetzt noch nicht getroffen haben.“ Dieses Zitat steht an der Wand, es ist zugleich Dans Lebensmotto. Er stammt aus Cork in Südirland. Als junger Mann hatte er in London einen Irish Pub, dann reiste er mit 60 Mark in der Tasche nach Deutschland, um in Frankfurt zu jobben. Drei oder vier Monate sollte das dauern, so war damals sein Plan. Geworden sind

Von Rita Maurer

daraus mittlerweile über 20 Jahre, in denen er sich erst in Frankfurt hochgearbeitet hat und nun gemeinsam mit seiner Frau Mina seit zehn Jahren das „Blackwater Irish Pub“ in Winterberg leitet. Jeder ist willkommen und spürt das auch Warum „Blackwater“? „Die Landschaft und das Klima im Südwesten Irlands sind sanft, und der Fluss Blackwater fließt gemütlich hindurch“, erklärt Dan mit typisch irischem Akzent. „Es gibt selten einen Grund, hektisch zu werden. Die ganze


Foto:Rita Maurer

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Umgebung lädt dazu ein, den Alltag zu feiern.“ Und wo geht das besser als in einem Pub? Diese Aussage ist nicht nur eine Floskel, sie wird gelebt im Irish Pub und überträgt sich sofort auf die Gäste. Ob extra zum Ausgehen fein gemacht, auf einen Absacker nach Feierabend oder gerade aus dem Bett gefallen – jeder ist hier willkommen und spürt das auch. Das Küchen- und Service-Team im Irish Pub ist eine kunterbunt gemischte Truppe: Deutsche, Belgier, ein Philippiner und natürlich Iren. Mit dabei sind auch Afrikaner, die als Asylbewerber ins Sauerland gekommen sind, so wie Tony aus Eritrea. Der 26-Jährige heißt eigentlich Brhane, aber das war seinen Kollegen im Irish Pub zu kompliziert. Sein Vater wurde ermordet; Tony rettete sich in ein Flüchtlings-Camp in Äthiopien, verlor dort seine Schwestern, schlug sich auf einem überfüllten Schiff nach Italien und dann nach Deutschland durch. Er erzählt seine Geschichte abwechselnd auf Deutsch und Englisch mit einer solchen Selbstverständlichkeit, dass es einem als Kind des behüteten Sauerlandes ganz flau im Magen wird. Erst bei der Frage nach seiner Mutter sacken die Schultern nach vorne und ein Schatten fällt über sein Gesicht: „Manchmal kann ich sie anrufen. Ich vermisse sie so. Es ist doch meine Mutter. Aber ich werde sie wohl nie wiedersehen.“ Der 24-jährige Sam Addo aus Ghana ist eigentlich Landwirt. Auch sein Vater wurde aus politischen Gründen erschossen, er selber ging vor fünf Jahren auf die Flucht. In Winterberg hat er nun eine neue Heimat gefunden und ist mittlerweile fest angestellt im Irish Pub. Dan gibt nicht nur den beiden, auch anderen Menschen, die woanders durchs soziale Netz fallen, gern eine Perspektive. „Ich arbeite hart und erwarte das auch von meinen Leuten. Die Leistung und die Zusammenarbeit im Team müssen stimmen, das ist wichtig. Herkunft, Status oder Hautfarbe sind

Öffnungszeiten   Mo - Do 16.00 - 1.00 Uhr Fr 16.00 - 2.00 Uhr Sa 13.00 - 2.00 Uhr So 13.00 - 24.00 Uhr

mir egal.“ Denn das Gefühl, nicht erwünscht zu sein, hat Dan schon am eigenen Leib erfahren: Noch vor rund 40 Jahren, während seiner Zeit in London, hingen an englischen Ladentüren Schilder mit der Aufschrift „No dogs, no blacks, no Irish“ (Keine Hunde, keine Schwarzen, keine Iren). „Die Jungs hier haben eine Chance verdient. Wir Iren sind 1845 auch aus unserem Land geflohen und in Amerika oder Australien gut aufgenommen worden. Das ist zwar 170 Jahre her, aber bis heute nicht vergessen.“ Harte Arbeit ist an der Tagesordnung Und hart arbeiten müssen die Angestellten im Irish Pub definitiv, denn es ist immer etwas los. Schwer haben es die Gäste nur bei der Auswahl, die ihnen die Getränke- und Speisekarte bietet: Allein zehn Fassbiere sind zu haben, darunter sieben irische inklusive der beiden Hausmarken Corcoran´s Celtic Red und Corocoran´s Celtic Gold Lager. Original Whiskey aus Irland darf in einem Irish Pub natürlich auch nicht fehlen – neun Marken sind im Angebot. Legendär sind neben den vielseitigen anderen Gerichten außerdem die Burger und Steaks auf der heißen Platte bei Dan - von echten irischen Weiderindern! Alle wichtigen Sportereignisse werden auf großen Fernsehern übertragen, jeden Samstag gibt es irische Live-Musik – und das alles bei freiem Eintritt. Das Blackwater Irish Pub in Winterberg - ein Kommentar im Gästebuch bringt es ganz einfach auf den Punkt: „Weltweit eines der besten Irish-Pubs - außerhalb Irlands!!“

Weitere Infos Blackwater Pub, Inhaber: Dan Corcoran Nuhnestrasse 2, 59955 Winterberg 02981 899539, friends@blackwater-irishpub.de www.blackwater-irishpub.de

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Der Winterberger Jonas Wahle erzählt von seiner Zeit in den USA und seinen Zukunftsplänen Fotos: privat und Rita Maurer

Den Kirchturm im Rücken, den Blick in die Welt

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interberg. Jonas Wahle aus Winterberg ist der Inbegriff von HEIMATLIEBE. Mit einer Sauerland-Kappe kommt er zu unserem Termin. Diese Sauerland-Kappe sowie einen Stapel Winterberg-Shirts hatte der jetzt 24-Jährige mit in den USA, genauer in Mason City im Norden von Iowa. Bis zum vergangenen Sommer hat er dort am „Parlamentarischen Patenschafts-Programm“ (PPP) teilgenommen. Dabei handelt es sich um ein Austauschprogramm des Deutschen Bundestages und des amerikanischen Kongresses, das jedes Jahr 75 jungen Deutschen und 75 jungen Amerikanern die Chance gibt, das jeweils andere Land mit seinen Menschen und 76

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Von Rita Maurer

seiner Kultur ein Jahr lang intensiv kennen zu lernen und als Botschafter seine eigene Heimat(-liebe) zu repräsentieren. Sein Pate während dieser Zeit war der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese aus Brilon. Durch das Leben in seiner Gastfamilie und einer WG sowie der Arbeit in einem sozialen Club hat Jonas Wahle den „American way of life“ von August 2015 bis Ende Juli 2016 hautnah erlebt und seinen Gastgebern im Gegenzug bei jeder Gelegenheit das Leben in Winterberg und dem Sauerland nahe gebracht. Im ersten halben Jahr stand ein Studium am College auf seinem Programm, für die zweite Hälfte musste er sich eigenverant-

wortlich Arbeit suchen – und hat sie in einer Holztüren-Fabrik gefunden, wo es ihm bestens gefallen hat. Die Deutschen seien in den USA aufgrund ihrer Wirtschaftskraft, der führenden Technologie sowie des Sozial- und Bildungssystems und auch wegen ihrer Flüchtlingspolitik überall sehr hoch angesehen. Die Amerikaner wiederum hat Jonas als sehr offen, hilfsbereit und unkompliziert erlebt: „Sie denken nicht so viel nach oder nörgeln, sie machen einfach und stehen dann auch dazu. Außerdem sehen sie eher, was sie alles haben, und nicht, was ihnen fehlt.“ In dieser Mentalität sieht er allerdings auch den Grund dafür, dass Donald Trump zum Prä-


sidenten geworden ist: „Viele Menschen sehen nur, was er beruflich erreicht hat, und schließen daraus, dass er also ein guter Geschäftsmann sein muss. Sie reflektieren weniger, was er eigentlich sagt.“ Auf dem Winterberger Schützenfest zu fehlen, hat dem aktiven Fahnenbegleitoffizier der Schützengesellschaft Winterberg, der sich extra für sein Amerika-Jahr ein Foto seiner Offiziers-Kollegen auf seine ec-Karte hat drucken lassen, überraschend wenig ausgemacht. Per Skype war er im Festzelt zugeschaltet, hat so dem neuen Schützenkönig gratuliert und den Jungschützen das Trinkkommando gegeben. Schützenfest war überhaupt ein häufiges Thema für ihn,

um den Amerikanern diese Sauerländer Tradition zu vermitteln, denn solche Feste mit Jahrhunderte alten Wurzeln sind dort weitestgehend unbekannt. Dass die Deutschen nur einmal im Jahr und dann unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen schießen dürfen, hat Jonas´ Gesprächspartner dabei stets überrascht: „Ich habe dort mit scharfen Kriegswaffen geschossen. Das ist ganz normal, davor fehlt schlichtweg der Respekt. Gut, dass es in Deutschland so strenge Waffengesetze gibt!“ Nur ein Klischee konnte er den Amerikanern nicht abschließend ausreden: Sie sind alle fest davon überzeugt, dass Deutsche warmes Bier trinken! „Nah am Kirchturm gebaut“, so beschreiben seine Eltern den überzeugten Winterberger, der sich neben der Schützengesellschaft auch aktiv im Skiklub und der KJG engagiert. Er sagt von sich selber, dass seine Freunde zwischen 18 und 80 Jahre alt seien. Gespräche mit Älteren empfindet er als absolute Bereicherung, weil sie ihm zeigen, wo seine Generation eigentlich herkommt. Noch vor einigen Jahren hätte sich Jonas Wahle einen Auslands-Aufenthalt nicht vorstellen können. Nach dem Abitur im Sommer 2012 am Geschwister-Scholl-Gymnasium machte er eine kaufmännische Lehre bei HSK-Duschkabi-

nenbau KG in Olsberg. Durch eine Kollegin kam ihm die Idee, sich für das PP-Programm zu bewerben, er wurde unter 460 Bewerbern als einer der 75 Kandidaten ausgewählt. „Das war bisher die beste Entscheidung meines Lebens, das Jahr hat mich sehr geprägt“, sagt Jonas. Und hat sich gefragt: „Was kann ich danach machen? Ich bin stolz auf Winterberg und das Sauerland, ich bin hier aufgewachsen und möchte anderen Menschen und Kulturen zeigen, wie schön es bei uns ist und welche Werte wir haben.“ Deshalb hat er im vergangenen Herbst in Worms begonnen, Tourismus- und Reise-Management zu studieren. Sein Ziel ist es, danach im Tourismus für das Sauerland und natür-

lich Winterberg aktiv zu sein und die Welt von der Schönheit seiner Heimat zu überzeugen: „Bei der Teilnahme am PP-Programm war ich mir zum ersten Mal in meinem Leben ganz sicher, dass genau das richtig für mich ist. Dieses Gefühl habe ich jetzt bei meinem Studium und meinen Berufsplänen wieder.“ Doch so lieb ihm der Winterberger Kirchturm auch ist, das Amerika-Jahr hat das Fernweh in Jonas Wahle geweckt: Im Frühjahr 2018 geht er deshalb für ein Auslandssemester nach Korea, um dort wieder in eine völlig neue Kultur einzutauchen. Außerdem will er während seines Studiums nach Südamerika zum Spanisch-Lernen. Die Sauerland-Kappe und seine Winterberg-T-Shirts sind dabei garantiert immer mit im Koffer! Botschafter für sein Land und dessen Werte zu sein, das war das Ziel von Jonas Wahle und ist es auch weiterhin. Auf eine sympathischere und authentischere Art und Weise kann man der Welt diesen herrlichen Landstrich wohl nicht nahebringen. Wer dem Sauerland nicht sowieso schon längst verfallen ist, wird es spätestens nach einem Gespräch mit Jonas Wahle sein. Versprochen! Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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LANGEWEILE? NÖÖÖ!

Von Ralf Hermann

Urlaub ohne Nebenkosten

Ferienregion Winterberg/Hallenberg macht es möglich Aus der WinterbergCard Plus wird die Sauerland SommerCard mit neuen tollen Angeboten Fotos: Ferienwelt Winterberg

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interberg/Hallenberg. Stellen Sie sich vor, Sie fahren in den Urlaub und haben schon vorher die volle Kostenkontrolle. Da fangen die Ferien bereits vor dem Kofferpacken stressfrei an und die Vorfreude auf die schönste Zeit des Jahres steigt. Die Ferienregion Winterberg/Hallenberg bietet schon seit einigen Jahren genau diesen Urlaub ohne Nebenkosten. Hieß diese All-Inclusive-Card zunächst WinterbergCard Plus, dürfen sich die Gäste ab sofort auf die Sauerland SommerCard freuen. Aufstehen, frühstücken, ab ins Auto und los geht’s zu den schönsten Ausflugszielen im Sauerland. So soll es möglichst sein im Urlaub. Manchmal bremst ein Blick in den Geldbeutel allerdings den Enthusiasmus ein wenig. Mit der Sauerland SommerCard ist dies Geschichte, den täglichen Freizeitspaß gibt es zum Nulltarif. Dank der All-inclusi78

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

ve-Card brauchen Eltern ihren Sprösslingen nun keinen Wunsch mehr abschlagen. Sie erleben Ferien prall gefüllt mit Spaß, Abenteuern und sogar einigen Gesundheitsangeboten. In und um Winterberg herum umfasst die Sauerland SommerCard alle Hauptattraktionen der Region, denn sie ist der Schlüssel zu rund 40 Freizeitangeboten. Die Auswahl ist also so groß, dass die Wahl schwerfällt. Vierköpfige Familie spart bis zu 1000 Euro Wie funktioniert das Angebot und wer kann es nutzen? Rund 80 Übernachtungsanbieter haben sich dem Angebot angeschlossen. Bei diesen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen erhält jeder Gast während seines Aufenthaltes die Sauerland SommerCard. Und zwar unabhängig davon, ob der Urlaub nun zwei Übernachtungen oder länger dauert. Der gesparte Eintrittspreis schlägt gerade bei Familien


• • •

Die Sauerland SommerCard ist gültig vom 1. April bis 5. November 2017 und ab einer Aufenthaltsdauer von zwei Übernachtungen in allen teilnehmenden Betrieben erhältlich. Alle Infos zu den Angeboten, zu Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen finden Interessierte im Internet auf der Seite www.sauerland-sommercard.de. Auch die Tourist-Information Winterberg hält alle Informationen bereit. Die Kontaktdaten: Telefon 02981 92500 oder im Internet unter www.winterberg.de.

kräftig zu Buche. Bis zu 1000 Euro beträgt der Wert der Karte für eine vierköpfige Familie. Die Sauerland SommerCard beinhaltet darüber hinaus alle Leistungen der Sauerland Card. Damit ist übrigens auch das Fahren mit Bus und Bahn kostenfrei. Die Gäste erhalten die Sauerland Card bei ihrem jeweiligen Übernachtungsanbieter. Auf der Karte sind alle persönlichen Daten erfasst. Diese Karte wird bei den teilnehmenden Betrieben durch einen Zusatz automatisch zur Sauerland SommerCard. Weiter erhalten Urlauber eine Broschüre mit der Übersicht aller Freizeitangebote mit genauem Leistungsumfang und weiteren wichtigen Informationen. Beim Besuch der Freizeitanlage zeigen sie die Karte einfach vor, die Nutzung wird elektronisch bzw. manuell erfasst und registriert. Jedes Freizeitangebot ist während der Aufenthaltsdauer auf diese Weise einmal zur vergünstigten Nutzung freigegeben.

Vielfalt der Angebote ist unschlagbar „Wir gehen mit diesem Angebot bereits ins sechste Jahr und haben aktuell noch mehr Beherbergungsbetriebe und Attraktionen. Für unsere Desti-

nation ist so eine All-inclusive-Card ein absolutes Muss im Wettbewerb. Und wir merken, dass wir uns damit von anderen Ferienregionen abheben. Deshalb dürfen sich unsere Gäste auch in Zukunft auf ihren Urlaub ohne Nebenkosten freuen“, sagt Tourismusdirektor Michael Beckmann. Unschlagbar ist die Vielfalt der Angebote, die sich hinter der Sauerland SommerCard verbirgt. Da kommt die ganze Familie auf ihre Kosten, ohne große Kompromisse eingehen zu müssen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind so außergewöhnliche

Attraktionen, wie das Biathlon-Schießen in Winterberg-Neuastenberg oder das „DampfLandLeute-Museum“ in Eslohe. Wer es gerne rasant mag, ist unter anderem auf der Sommerrodelbahn am Erlebnisberg Kappe oder auf der Indoor-Kartbahn in Neuastenberg goldrichtig. Großes Theater erwartet die Gäste insbesondere bei den Karl-May-Festspielen in Elspe oder auf der Freilichtbühne in Hallenberg. Museen wie das Schwerspatmuseum in Dreislar, das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn als größtes Computermuseum der Welt, die Minigolf-Anlage der Familie Korn im Winterberger Kurpark, Schwimmbäder sowie der Freizeitpark Fort

Fun sind weitere Partner der Sauerland SommerCard. Nicht zu vergessen die Sauerland-Pyramiden in Lennestadt-Meggen, Wanderungen oder ein Ausflug in die Wisent-Welt in Bad Berleburg verschaffen der gesamten Familie nicht nur frische Luft, sondern auch einen erholsamen und intensiven Einblick in die Landschaft und Natur des Sauerlandes.

Wellness, Kutschfahrt und Golf Und wer sich einmal einfach nur entspannen möchte, liegt mit der All-inclusive-Card sowieso goldrichtig. Denn Wellness-Angebote oder aber eine idyllische Kutschfahrt laden ein zu einer Auszeit der besonderen Art. Auch eine Runde Golf auf der wunderschönen 9-Loch-Anlage in Winterberg ist sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Spieler möglich und dient dazu, in herrlicher Landschaft richtig zu entspannen. Es gibt also kaum noch Argumente, warum sich ein Urlaub in der Ferienregion Winterberg/Hallenberg nicht lohnen sollte. 100 Prozent Vergnügen, keine Nebenkosten. Eigentlich sollte der Koffer jetzt schon gepackt sein für wunderschöne Ferien… Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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Von Ralf Hermann

Von Europas längstem Spielgerät direkt ins Schwimm-Paradies Aventura, Aqua Mundo und Co.: Medebach lockt die ganze Familie Medebach. Hochkonzentriert ist die kleine Lea (8). Schritt für Schritt setzt sie ihre kleinen Füße auf die dünnen Seile. Mit den Händen umklammert sie bei ihrer Kletter-Tour Richtung Gipfel des Brombergs hartnäckig das Führungsseil. Fast scheint es, als wenn die wachen Augen Meter für Meter heller leuchten. Noch ein Schritt und die nächste Plattform ist erreicht, die nächste Etappe geschafft. Die Anspannung verwandelt sich in stolze Freude, als Mama und Papa direkt unter ihr am „SpielBerg Aventura“ am Rande der alten Hansestadt Medebach ihrer Tochter applaudieren. Direkt am Center Parcs gelegen, gilt „Aventura“ als Europas längstes Spielgerät. Nach dem Einstieg am Fuß des „SpielBerges“ warten 160 Meter Kletter-Vergnügen auf die jungen Eroberer. Und das sogar, ohne den Geldbeutel der Eltern zu belasten, denn „Aventura“ ist für die gesamte Familie kostenlos. Herausforderungen warten auf die Kletter-Künstler genug – ob mit oder ohne Papa im Schlepptau. Sechs verschiedene Tür80

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me wollen erobert werden. Durch Tunnel und über Brücken führt der aufregende Weg hinauf zum Gipfel. Aber Achtung, manchmal muss auch balanciert werden; dann ist Körperbeherrschung gefragt. Aber keine Angst, der „SpielBerg“ ist absolut sicher. Und wer unterwegs einfach mal aussteigen möchte, um auszuruhen oder sich bei Mama eine leckere Belohnung zu holen, der darf eine der drei rasanten Rutschen nutzen, um mit Schwung auszusteigen. Ein atemberaubender Blick auf die Medebacher Bucht Die jungen Gipfelstürmer werden nach der Kletterpartie gleich mit einem atemberaubenden Blick auf die Medebacher Bucht und die Hansestadt selbst belohnt. Ein fantastisches Panorama, das die gesamte Familie genießen darf. Und wer die Bergsteiger nur am Rand begleiten möchte, der findet auf dem angrenzenden Weg nach oben ausreichend Möglichkeiten zum Verschnaufen. Ruhepunkte wie Bänke, Waldsofas und Pavillons zum Beobachten der Sprösslinge laden

zum Verweilen ein. Die Gipfelstürmer können auch an der parallel verlaufenen Treppe zum Aufstieg angefeuert werden, um den Ausblick von ganz oben genießen zu können. Klettern macht hungrig und durstig. Aber keine Sorge, auch dafür ist seit Herbst 2016 gesorgt. „Hasenstall“ – so lautet der Name der Ausflugsgastronomie direkt am „SpielBerg“. Im „Hasenstall“ gibt es auch Toiletten und einen Wickeltisch. Natürlich wurde beim „Aventura“-Konzept an die Kleinsten gedacht. Denn für alle, die noch nicht groß genug für die Besteigung des „Aventura“ sind, erstreckt sich unmittelbar am Fuß des Brombergs ein eigener Parcours. Hier heißt es: Üben, üben, üben - bis die Fitness stimmt für die große Herausforderung. Ein Tag Urlaub für alle Generationen „Der SpielBerg Aventura ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal für unsere Tourismus-Stadt Medebach. Er ist aber auch ein wichtiges Puzzlestück


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• Der „SpielBerg Aventura“ ist über den Center Parcs Hochsauerland erreichbar. • Parkplätze gibt es ausreichend direkt im Center Parcs Hochsauerland. Von dort ist der „SpielBerg“ zu Fuß bequem zu erreichen. Weitere Infos und Freizeitmöglichkeiten: www.medebach-touristik.de oder T 02982 9218610 oder www.tagesausflugcenterparcs.de/SL

in unserem Gesamt-Angebot. Unsere Botschaft ist klar: Bei uns können Familien einen tollen Tag verbringen“, sagt Karuna Eckel von der Touristik-Gesellschaft Medebach. Schließlich liegt nur wenige Meter Luftlinie entfernt vom SpielBerg der große Market Dome des Center Parcs mit vielfältigen Spiel- und Sportmöglichkeiten vom Indoor-Soccer über das Disco-Bowling bis zur Laser-Battle sowie dem Schwimm-Paradies „Aqua Mundo“. Also, schnell das Kletter-Outfit wechseln, ab in die Badehose und sich in die tropische Bade-Erlebniswelt mit Wasser-Abenteuerspielplatz, Outdoor-Pool sowie spektakulären Rutschen stürzen. Nirgendwo geht es so einfach wie in Medebach – inklusive kulinarischer Vielfalt in der

bunten gastronomischen Welt des Market Dome. Stadterlebnisweg führt in die schöne Innenstadt Und wem das noch nicht genug ist, der kann auf dem Stadterlebnisweg, der vom Market Dome in die Medebacher Innenstadt führt, viel Wissenswertes über die Hansestadt erfahren. Am Ruder der Hansekogge können kleine Entdecker große Abenteuer erleben und die ganze Familie das gepflegte Einzelhandels- und Gastronomieangebot nutzen. Wetten, dass diesen Tag weder die kleine Lea noch alle anderen Abenteurer vergessen werden? Also, auf nach Medebach, es lohnt sich…

Direkt am AventuraKletterpark!

Herzlich Wil kommen!

Gutes Essen und Trinken – das ist ein Stück Lebensqualität.

• Sauerländer Gemütlichkeit • Regionale Speisen, frisch zubereitet • Kuchen und Torten aus eigener Konditorei • Grandioser Blick über die Medebacher Bucht • gleich nebenan Europas längstes Spielgerät • Firmen- und Familienfeiern Unsere Wanderhütte „Der Hasenstall“ am Bromberg vereint die Wünsche von Groß und Klein. Genießen Sie unsere frische westfälische Küche – zubereitet mit dem Besten aus Wald und Wiese. Am Nachmittag verwöhnen wir Sie zusätzlich mit köstlichen Kuchenund Waffelspezialitäten – natürlich hausgemacht.

Fotos: Alfred Koebe

Unser Serviceteam freut sich auf Ihren Besuch Dienstag bis Sonntag 12 - 21 Uhr (Saisonabhängige Änderungen)

„Der Hasenstall“ – Die Hütte am Bromberg Hasenkammer 101, 59964 Medebach, Tel. +49 (0) 2982 - 62 999 85 Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017 81 www.facebook.com/hasenstallmedebach info@hasenstall-medebach.de, www.hasenstall-medebach.de


KULTURELL

Spieltermine, Kartenvorverkauf & weitere Infos www.freilichtbuehne-hallenberg.de oder 02984 92 91 90

Hallenberg – Chicago – Lummerland und zurück Freilichtbühne bereitet sich auf die kommende Spielsaison vor Hallenberg. Georg Glade aus Hallenberg arbeitet tagsüber als Ausbildungsleiter bei der Firma Viessmann in Allendorf oder kümmert sich ehrenamtlich um das Stadtarchiv. Ab späten Nachmittag dagegen wird er zum schillernden Manager einer ziemlich schrägen Girl-Band im Chicago der zwanziger Jahre. Auch als Hoher Priester oder meistens angetrunkener Weinhändler war er schon sehr erfolgreich. Wie können solche sprunghaften Rollen- und Ortswechsel funktionieren? Die Freilichtbühne Hallenberg macht‘s möglich – in diesem Sommer mit „Jim Knopf und die Wilde 13“ als Kinderstück sowie „Sugar Manche mögen‘s heiß“ für die Erwachsenen.

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

Von Rita Maurer

Die Hallenberger Freilichtbühne feierte im vergangenen Jahr ihr 70-jähriges Bestehen und gehört zu den besucherstärksten Freiluft-Theatern in ganz NRW. Schon allein die Bühne ist sehenswert: In einem fast hundert Meter breiten ehemaligen Steinbruch haben die fast 150 Laien-Schauspieler viel Platz für große Gesten und Kulissen. Seit 1946 erobern sie hier feindliche Inseln oder französische Barrikaden, werden von Bösewichten verfolgt und retten die Guten. Weit über eine Million Besucher ließen sich bisher nicht nur durch Sprechtheater, sondern auch durch live gesungene Operetten und Musicals verzaubern. Ein ganz besonderer Publikumsmagnet ist alle zehn Jahre die Passion, das Spiel vom Leben und Sterben Christi. Bis auf die beiden professionellen Regisseure Peter Hohenecker und Bärbel Kandziora arbeiten alle Aktiven der Freilichtbühne Hallenberg rein ehrenamtlich - von den Darstellern über Bühnenbau oder Technik bis hin zur Kostümschneiderei,


Fotos: Rita Maurer

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Maske, Requisite oder die Verwaltung und den Service. Unbeschwerte und heitere Sommertheater-Stunden Nach mehreren historischen Stücken wie dem Musical „Maria Magdalena“, der „Päpstin“ oder „Les Misérables“ wird es in diesem Jahr ein Stück weit moderner, wenn auch die Hallenberger Spielschar wieder einen Zeitsprung von fast 100 Jahren zurück macht: Mit dem Erwachsenen-Stück „Sugar – Manche mögen´s heiß“ tauchen die Darsteller unter der Regie von Peter Hohenecker in das Chicago der 1920-er Jahre ein. Die musikalisch-übermütige Komödie wurde

bekannt durch den Kult-Film „Some Like lt Hot“ von Billy Wilder mit Marilyn Monroe. Die Hallenberger Mimen geraten darin zwischen rivalisierende Gangsterbanden, Girl-Bands, heiratswillige Jazzmusikerinnen und Mafiabosse. Ob sich diese Verwicklungen alle wieder auflösen und die Verliebten sich tatsächlich am Ende kriegen? Das Publikum wird es nach einigen unbeschwert heiteren Sommertheater-Stunden ganz bestimmt erfahren! Im diesjährig inszenierten Kinderstück nehmen Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, die Zuschauer mit auf eine abenteuerliche Reise. In der Inszenierung von Bärbel Kandziora machen sich die beiden Helden aus der Augsburger Puppenkiste mit ihren Lokomotiven Emma und Molly von Lummerland aus auf die spannende

Suche nach dem sagenumwobenen Land Jamballa. Unterwegs treffen sie ihren alten Freund, den Scheinriesen Tur Tur, den Halbdrachen Nepomuk oder den Oberbonzen Ping Pong und reparieren das Meeresleuchten. Doch dann verschwindet plötzlich Jims kleine Lokomotive Molly. Sicher hat hier die Wilde 13 ihre Finger im Spiel: die gefährliche Piratenbande, von der Jim einst in der Spielsaison 2011 als Baby entführt wurde! Können Lukas und Jim die Wilde 13 zur Strecke bringen und Molly befreien? Es wird spannend auf der Hallenberger Freilichtbühne, versprochen!

1.000 Arbeitsstunden pro Saison für Kulisse und Kostüme Doch was wäre das spannendste Theater ohne stilechte Kulissen und Kostü-

me? Mit einem Zeitaufwand von rund 1000 Arbeitsstunden pro Saison werden die Bühnenbilder in Eigenleistung so entworfen und gebaut, dass

sie zu beiden Inszenierungen passen. Im Kostümfundus haben sich über die Spielzeiten hunderte der verschiedensten Kostüme von Dschungeltieren über mittelalterliche Gewänder, Uniformen und Trachten bis hin zu Phantasiewesen angesammelt. Jedes Jahr kommen neue Kostüme dazu, die das Schneidereiteam entwirft und individuell für jeden Schauspieler näht. Diese Kostüme werden übrigens auch verliehen. Wer also für die nächste Karnevalsfete oder eine historische Veranstaltung eine originelle Verkleidung auch für größere Gruppen sucht, kann sich gerne bei der Freilichtbühne melden. Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

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KULTURELL

Ohne meine Frau wäre das alles nicht zu schaffen gewesen. Sie hat mir tagsüber, wenn ich beruflich für die Deutsche Bahn unterwegs war, ganz viel Arbeit abgenommen.

Foto: Rita Maurer

war, weil seine ganze Familie ihn unterstützt, ist keine hohle Phrase. erinnert er sich. Deshalb war sein Hobby quasi im Heiratsantrag mit inbegriffen! Ursula Knecht ist selbst aktive Darstellerin und betreut die Geschäftsstelle der Freilichtbühne. Auch beide Söhne wurden mit der Freilichtbühne groß. Als der zweite Sohn geboren wurde, stand Heribert Knecht

Ein Kümmerer und Problemlöser mit Herz fürs Theater Heribert Knecht und die Freilichtbühne Hallenberg - eine besondere Liebe

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allenberg. „Ich bin nun mal ein Kümmerer und vielleicht auch ein Problemlöser.“ Damit umschreibt Heribert Knecht (66) aus Hallenberg eigentlich seine Aufgaben früher im Beruf. Aber auch privat zieht sich dieser Wesenszug durch sein ganzes Leben. Seine ruhige Art, sich zuverlässig zu kümmern, hat ihn mittlerweile als Verbandspräsident bis an die Spitze der 90 bundesdeutschen Freilichtbühnen gebracht. Und das alles ausnahmslos ehrenamtlich! Mehr als 40 Jahre lang war Heribert Knecht „Stimme und Gesicht der Freilichtbühne Hallenberg“, wie es 2011 bei seinem Abschied aus dem Vorstand hieß. Seit 1971 hatte Heribert Knecht den Posten als Pressesprecher inne. Was das gerade in den Anfangsjahren hieß, kann man sich heute kaum noch vorstellen: Auf einer 84

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mechanischen Adler-Schreibmaschine tippte er Texte für Programme und Zeitungsberichte: „Ganz unten auf der Seite fiel mir dann ein Fehler auf, also alles von vorn!“ Fotos brauchten Tage zum Entwickeln; wenn es innerhalb von 24 Stunden gehen musste, fuhr Heribert Knecht extra nach Siedlinghausen zu Foto-Kräling. Zum Vervielfältigen kurbelte er im Rathaus oder Pfarrbüro Matritzen durch, erst Jahre später gab es dort Kopierer, die er nutzen durfte. In den 80er Jahren schaffte er sich einen Commodore 128 an, um die Pressearbeit effektiver zu bewältigen. Neben der Freilichtbühne ist er darüber hinaus seit Jahrzehnten im Pfarrgemeinderat, als Lektor und auf Dekanatsebene tätig. Dank an Ehefrau Ursula für die Unterstützung Dass dieses Engagement nur möglich

Von Rita Maurer

nur Stunden später in „Don Camillo“ auf der Bühne. Sein Spielpartner baute damals spontan einen Glückwunsch in den Text ein. Während das Publikum begeistert applaudier-

Foto: privat


te, hatte Heribert Knecht vor Rührung einen Texthänger. Dabei wurde Heribert Knecht die Liebe zum Theater gar nicht in die Wiege gelegt. In seinen Kinderzeiten parkten die Zuschauer auf einem Grundstück seines Vaters in der Nähe des Bühnengeländes; dadurch war Klein-Heribert ständig vor Ort. 1960, als er neun Jahre alt war, meinte jemand: „Der Junge läuft sowieso immer hier rum, steckt ihn mal in ein Kostüm!“ Drei Jahre später erschien er offiziell auf der Darstellerliste als „v.V.“. „Viel Volk“ heißt das übersetzt für Statisten. 1968 bekam Heribert Knecht dann in „Ben Hur“ seine erste Sprechrolle. Bis heute hat er nur 1975 eine einzige Spielsaison wegen seines Wehrdienstes ausgesetzt, sprang aber als Regieassistent für den erkrankten Horst Grimmig ein. Viele große Rollen hat Heribert Knecht seitdem gespielt, u.a. zweimal den Jesus in der Passion. Kleine Rollen sind ihm jedoch genau so wichtig: „Dabei bekommt man viel mehr vom familiären Ablauf hinter der Bühne mit und muss doch punktgenau diszipliniert sein. Bei einer Hauptrolle bleibt dafür keine Zeit, da steckt man die ganze Aufführung lang voll in seiner Konzentration. Es tut gut, diesen Wechsel immer wieder zu erleben.“ Viel Arbeit als Verbandspräsident der Freilichtbühnen Aus dem Vorstand der Freilichtbühne ist Heribert Knecht 2011 auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Jetzt ist er „nur noch“ Schauspieler, kümmert sich nebenher mit um die Bühnenanlagen und hilft beim Kulissenbau. Sein „Ruhestand“ hielt jedoch nur wenige Monate an - dann wurde er zum Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Freilichtbühnen (VDF) für die Region nördlich des Mains gewählt, nachdem er schon einige Jahre als Stellvertreter fungiert hatte. Wie arbeitsintensiv dieses Amt ist, wird während unseres Heimatliebe-Gesprächs klar: Immer wieder klingelt das Telefon, es gilt Tagungen vorzubereiten, Workshops zu organisieren, Artikel für die Verbandszeitung zu schreiben, die Vorstände der einzelnen Mitgliedstheater bei Fragen zu beraten. 15 bis 20 Bühnen pro Jahr besucht er während der Spielsaison. Außerdem vertritt Heribert Knecht den VDF als Präsident im Bund Deutscher Amateurtheater. Für seinen unermüdlichen Einsatz hat er hier die „Goldene Maske“ erhalten, die zweithöchste Auszeichnung überhaupt. Die Stadt Hallenberg verlieh ihm 2016 die Verdienstmedaille, außerdem lud ihn Alt-Bundespräsident Joachim Gauck zum Bürgerfest nach Berlin ein.

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Was treibt einen Menschen an, freiwillig über Jahrzehnte so viel Zeit und Herzblut zu investieren? „Es ist die Leidenschaft, auch wenn sie manchmal Leiden schafft“, antwortet Heribert Knecht schmunzelnd und wird dann ernst: „Uns geht es hier in der Region und in Deutschland so gut, auch wenn wir das oft nicht wahr haben wollen. Vielleicht kann ich durch mein ehrenamtliches Engagement ein bisschen dazu beitragen, dass diese kleine heile Welt so bleibt.“

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HANDGEMACHT!

Von Rita Maurer

Verspielt, farbenfroh und ein bisschen schräg

Fotos: Rita Maurer

Kleidung und Accessoires: Carolin und Ilka Sommer eröffnen „byzille“ in Winterberg

Winterberg. Wenn man Carolin Sommer ansieht, bekommt man automatisch gute Laune: ein kunterbuntes Kleid mit roter Jacke, dazu geringelte Stulpen und Glitzer-Gummistiefel. Gerade jetzt, wo die Natur draußen noch eher trist und grau ist, ein echter Hingucker! Bunt, fröhlich, ausgefallen, nichts von der Stange und ganz individuell, so sind auch die Kleidungsstücke und Accessoires, die Carolin Sommer zusammen mit ihrer Schwester Ilka selber entwirft und näht – bisher zuhause im CentralHotel in Winterberg, das sie mit ihrem Mann leitet - ab dem 3. April in ihrem gerade fertig gewordenen Geschäft „byzille“ in der Marktstraße 4. „byzille“ heißt ihre Marke, die als Etikett an jedes fertige Stück genäht wird. Woher kommt der Name? „Zille ist der Spitzname meiner Tochter. Durch sie bin ich erst zum Nähen gekommen, weil ich für sie Kleidung wollte, die nicht jeder hat.“ Völlig 86

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übersättigt von grell-rosa MädchenDesigns, Massenware und billigen Materialien erinnerte sich Carolin Sommer an die unvergänglichen Kleidungsstücke ihrer Oma, einer gelernten Schneiderin. Und so machte sie vor sechs Jahren ihre ersten eigenen Nähversuche - anfangs auf einem Stück Papier, um erst einmal Nähte und die Bedienung einer Nähmaschine zu üben. Angesteckt vom Nähfieber Schnell entwickelte sie ihren eigenen Stil: sehr verspielt, farbenfroh, ein bisschen schräg und vor allem nicht an Trends gebunden. Das gefiel nicht nur ihr selbst und natürlich ihrer Tochter, sondern ruckzuck auch Freunden und Bekannten. Mit Christiana Wiegelmann traf sie in deren Stoffladen in Olsberg-Bruchhausen eine Gleichgesinnte mit einem Faible für außergewöhnliche Stoffe und Schnittmuster: „Christie hat mich mit ihrem Näh-Fieber endgültig angesteckt, von

ihr habe ich sehr viel gelernt.“ Bis heute bezieht Carolin Sommer dort ihre Stoffe. Auf dem Regionalmarkt Ende Oktober 2013 stellte sie ihre Werke zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor und holte sich für die Vorbereitung Schwester Ilka ins Boot. Carolin Sommer erinnert sich lachend: „Wir haben schon vier Wochen vorher jeden Tag genäht. Morgens um 5 Uhr kurz vor der Eröffnung saß dann endlich der allerletzte Knopf.“ Der Auftritt auf dem Regionalmarkt wurde ein voller Erfolg und aus dem anfänglichen Hobby ein gemeinsamer Nebenberuf. Zur normalen Nähmaschine kamen nach und nach eine Overlock-, eine Coverlock- und eine Stickmaschine dazu. Mit letzterer kann nun jedes handgefertigte Stück mit WunschNamen oder -Motiven bestickt und so noch persönlicher gemacht werden. Auch selbstgestrickte oder -gehäkelte


Mützen, Stulpen und Socken gehören zum Angebot. Außer in ihrem Laden zeigen die beiden Schwestern ihre Sachen auch auf Messen und Märkten oder sammeln dort neue Ideen. Als nächstes steht zum Beispiel die Messe „FrauenZimmer“ am 1. und 2. April in Winterberg im Kalender. Eigener Laden ab 3. April Mit dem eigenen im 70er-Jahre-Stil eingerichteten Laden in der Marktstraße haben sich Carolin und Ilka Sommer nun einen Traum erfüllt. Neben selbstgenähter Kleidung für Kleine und Große - teilweise im Partnerlook für Mama und Tochter- und verschiedenen Marken wie Blutsgeschwister, Tranquillo oder den skandinavischen Mode-Labels Danefae und Nordkinder, bieten die beiden hier originelle Gummistiefel von Tom Joule‘s samt passenden Regenmänteln an; außerdem Taschen, Krabbeldecken, Bettwäsche, gestrickte oder gewalkte Stulpen für Beine und Hände, Mützen, Schultüten, Stofftiere, Geschenkartikel oder kleine Habseligkeiten – eben fast alles, was sich aus Stoff und Wolle zaubern lässt. Außerdem gibt es in ihrem neuen Laden einen Extra-Raum mit Tischen und Nähmaschinen, in dem neben Workshops auch regelmäßig ihr Nähtreff stattfinden soll, der sich schon im Central-Hotel etabliert hat. Hier werden Erfahrungen und Ideen ausgetauscht, die ersten Schritte an der Nähmaschine erklärt oder hilfreich

über die Schulter geguckt, wenn die Naht mal nicht so richtig sitzen will. Aber auch geklönt, gelacht und einfach den Alltag für ein paar Stunden vergessen. „Betreutes Nähen“, nennt Carolin Sommer dieses Angebot. Hier können auch Nähmaschinen ausprobiert werden, die das Mescheder „Nähkästchen“ von Lore und Heinz Goesmann ausleiht.

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Der gesamte Laden ist ein Paradies zum Stöbern für Mädchen- und Frauenherzen. „Das, was ich verkaufe, würde ich alles selber tragen. Mein Geschäft ist bunt wie eine Blumenwiese.“ Aber auch Jungensachen liegen Carolin Sommer am Herzen: „Kleidung für Jungen ist oft nur in blau, grün, braun oder grau gehalten. Warum nicht einfach mal mehr Farbe wagen?“ Was macht Carolin Sommer nach einem langen Tag als Ausgleich? „Andere lesen ein Buch zum Entspannen, ich habe immer Wolle und Stricknadeln dabei, auch im Urlaub. Das ist mein Weg, um einen Gang runter zu fahren. Eine Nähmaschine passt ja leider nicht in meine Tasche.“ Wieviel Herzblut Carolin Sommer in ihre handgearbeiteten Sachen steckt, beweist ihr Tattoo am linken Unterarm: eine Kleiderpuppe mit Garnrolle und Schere! Kontakt Carolin Sommer Marktstr. 4, 59955 Winterberg 0152 33545522, byzille@web.de www.byzille-winterberg.de

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Hallo Kinder,

wir sind mal neugierig: Was versteht Ihr denn unter „Heimatliebe“? Euren Sport- oder Musikverein, die KJG, vielleicht auch die eigene „Bude“ im Wald, die Jugendfeuerwehr oder den Lieblings-Spielplatz? Habt Ihr Lust, uns ein wenig mehr über Eure Heimat zu erzählen? Wir zeigen Euch außerdem ein paar coole Tricks, wie Ihr mit wenigen Mitteln draußen tolle Spielsachen basteln könnt. Es ist super, wenn Ihr mitmacht. Das gilt natürlich auch für alle Urlauber-Kinder. Schließlich ist das Hochsauerland ja mindestens Eure zweite Heimat oder??

Mitmach-Aktion

uch Heimatliebe? Also, was ist für E

ne kurze auf Fotos und ei Wir freuen uns gsplatz oder n Eurem Lieblin Beschreibung vo bude.de io be@redakt ns lie at im he an n -verei lichen wir Eure Glück veröffent en ch ss bi n ei Mit r HEIMATLIEBE! sten Ausgabe de ch nä r de in st Po

„Wir bauen…uns ein Wald-Orchester!“

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nd jetzt zeigt uns der Hallenberger Waldpädagoge Markus Genster, wie man Instrumente aus Ästen baut. Der Wald ist ein prima Spielplatz, auch ganz ohne Rutsche und Sandkasten. Das beste Spielzeug liegt dort einfach herum, weiß Markus, denn er arbeitet im Wald. Für eine Holzrassel braucht man einfach nur eine Astgabel. Einen Faden an einer Seite dran knoten, Kronkorken, Überraschungsei-Kapseln oder Holzstückchen auffädeln und an der anderen Seite festknoten, fertig. Fallen Euch noch andere Dinge zum Dranbinden ein? Etwas schwieriger ist es, ein ungefähr unterarmlanges Stück Stamm zu finden, der in der Mitte schon ziemlich morsch ist. Das faulige Holz schält Ihr raus, so dass sich eine Röhre ergibt, und spannt auf einer Seite ein Stück Backpapier, Plastiktüte oder Reifenschlauch mit Heftzwecken fest. Schon habt Ihr eine Trommel mit einem echt tollen Klang! Aus verschieden langen und dicken Ästen lässt sich außerdem ein Wald-Xylophon bauen: Entweder die Äste mit Schnüren aufhängen oder auf zwei langen Ästen auf dem Boden anordnen und dann vorsichtig anschlagen. Achtet mal darauf, wie unterschiedlich dabei die einzelnen Baumarten klingen. Man hört auch, ob das Holz frisch ist oder schon länger herumliegt. Vielleicht schafft Ihr es ja sogar, die Äste so anzuordnen, dass sich die Töne wie ein Lied anhören!

Fotos: Rita Maurer

Schon mal ausprobiert, wie gut Holz den Schall überträgt? Einfach das Ohr an einen Baumstamm legen und leise auf das Holz tippen. Erstaunlich, wie gut man dieses Geräusch so

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Foto: Markus Genster

dicht am Holz hören kann, oder? Nur einen Schritt zurück versteht man es schon nicht mehr. Auf diese Weise hören Eichhörnchen oder Vögel, die in Baumlöchern brüten, ganz genau, wenn sich ein Raubtier an ihr Nest hochschleichen will! Für den Hunger im Frühling: Die frischen Laubblätter, die jetzt wieder wachsen, schmecken nicht nur Tieren gut! Nehmt Euch mal ein geschmiertes Butterbrot mit und legt ganz zartgrüne Buchenblätter drauf. Echt lecker! Die frischen, noch weichen Fichtenspitzen schmecken außerdem nach einer Mischung aus Zitrone und Weihnachtsbaum! Probiert mal!


Jetzt sind Sie gefragt! Wir freuen uns auf Sie und Ihre Post!

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or die Tür gehen, Menschen treffen, sich vor Ort unterhalten, Geschichten erzählen, schöne Fotos zeigen – dies ist der Anspruch unserer HEIMATLIEBE. Denn der Dialog ist das A und O für unsere Recherche. Dialog geht aber auch anders. Ganz traditionell über den Postweg, per eMail, als Kommentar auf unserer Facebook-Seite oder auch mit unserem Fotowettbewerb.

Drei gedruckte Ausgaben HEIMATLIEBE pro Jahr sind Ihnen zu wenig? Dann haben wir ein kleines Trostpflaster: Natürlich ist die HEIMATLIEBE auch ganz modern in den sozialen Medien bei Facebook präsent. Wer möchte, kann dort unsere regelmäßigen Posts lesen und auch gerne kommentieren. Also, auf ins weltweite Netz und der HEIMATLIEBE folgen!

Genau dafür ist diese Seite da. Ihre Leserzuschriften, Meinungen und guten Ideen für neue HEIMATLIEBEGeschichten aus unserer schönen Region helfen uns, jede Ausgabe noch ein Stückchen besser und lesenswerter zu gestalten. Kontakt zur Redaktion Wir von der Redaktionsbude kümmern uns um die redaktionellen Inhalte der HEIMATLIEBE. Und so sind wir für Sie zu erreichen: Die Redaktionsbude Rita Maurer und Ralf Hermann Gartenweg 4, 59969 Hallenberg 02981 5993603, heimatliebe@redaktionsbude.de www.heimatliebe-magazin.de www.facebook.com/HEIMATLIEBE.MAGAZIN.WiMeHa

Rätsel-Gewinnspiel:

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Kennen Sie unsere Heimat?

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er sie hat, die Liebe zur Heimat, der kennt sich dort aus wie in der eigenen Westentasche! Oder zumindest ein bisschen? Vielleicht kennt sich sogar der ein oder andere Urlauber noch viel besser aus bei uns?!? Foto: Rita Maurer

Wir wollen es wissen und steigen ein in unser Gewinnspiel „Wer kennt die Heimat?“ Wissen Sie, wo wir dieses Foto geknipst haben? Wenn Sie die Lösung wissen, dann schreiben Sie uns eine eMail oder Postkarte mit Ihrer Lösung sowie Ihrer Anschrift mit Telefonnummer. (siehe Infobox) Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir ein Spargel-Menü für zwei Personen in Müllers Landhotel in Medelon. Pssst, kleiner Tipp: Sie sollten sich Richtung Hallenberg orientieren. Oder auf Seite 26 vorblättern... Viel Glück!!

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Fotos: stephanpeterdesign

DA IST WAS LOS!

Das iXS Dirt Masters erfindet sich (ein wenig) neu

Von Ralf Hermann

Europas größtes Bikefestival lockt Ende Mai an den Erlebnisberg Kappe in Winterberg

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interberg. Die Welt hat zwei Räder, einen Lenker, gute Bremsen, mitunter bunte Rahmen und ein eigenes Zuhause. Zumindest vom 25. bis 28. Mai 2017 – dann geht Europas größtes Bikefestival am Erlebnisberg Kappe in Winterberg in die 11. Runde. Und das „iXS Dirt Masters“ wird sie wieder locken, die 35.000 Zuschauer und knapp 1.500 Fahrer aus ganz Europa. Nach zehn Jahren haben die Veranstalter ein wenig am Konzept geschraubt. Das Rahmenprogramm und die Infrastruktur standen auf der Checkliste – die Lösungen sollen die Qualität des Festivals weiter verbessern und den Fokus wieder mehr auf den Sport lenken, ohne den unterhaltenden Charakter zu vernachlässigen. Staunen sollten sie, die Zuschauer, über die Höchstleistungen der Zweirad-Akrobaten im Winterberger Bikepark. Und Lust bekommen, vielleicht selbst aufs Rad zu steigen sowie die eine oder andere Disziplin auszuprobieren. Mit diesem Ziel sind die Pioniere des Festivals um Frank Weckert vom Mountainbike Rider Magazin und Hans-Georg Brinkmann vom Erlebnisberg Kappe vor elf Jahren gestartet. Lange Zeit erfolgreich, doch die Entwicklung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass strukturelle Veränderungen notwendig waren. „Wir haben eine Tendenz beobachtet, die weg vom Sport und immer mehr in Richtung 90

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Party ging. Zudem sind die Kosten für die Sicherheit und Ordnung stetig gestiegen. Auch der Vandalismus hat zugenommen. Deshalb haben wir uns entschieden, den Fokus wieder mehr auf den Sport, die Expo-Area und ein reduziertes Abendprogramm zu legen“, sagt Nico Brinkmann, der die Geschicke des „iXS Dirt Masters“ nun federführend an Stelle seines Vaters Hans-Georg Brinkmann lenkt. Ziel ist es, weniger finanzielle Mittel in die Security- und Ordnungsdienste zu stecken, um damit den Kern des Festivals, die sportlichen Wettbewerbe, wieder zu stärken. Camping-Situation verändert sich Ein wesentlicher Punkt im neuen Gesamtkonzept ist der Wegfall der bisherigen Camping-Möglichkeiten in der Nähe des Bikeparks. „Die Kosten haben die Einnahmen um ein Vielfaches überstiegen. Diese Verantwortung kann keiner mehr übernehmen. Niemand muss nun aber befürchten, sein Zelt nicht mehr aufschlagen zu können oder kein Bett zu finden. Es gibt in Winterberg sehr gute Camping- und Übernachtungs-Möglichkeiten in jeder Preisklasse“, betont Nico Brinkmann. Sorge, nicht die passende Unterkunft zu finden, muss also niemand haben. Neben der Camping-Situation wird sich auch das Abendprogramm spürbar verändern. Der Umfang wird geringer


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und die Konzertstätte wird in das Festival-Gelände integriert. „Ganz verzichten werden wir also nicht auf die musikalischen Elemente. Sie waren immer Teil des Konzeptes“, so Brinkmann. Deshalb wird es auch wieder ein Konzert geben am Samstagabend. Die Veranstalter kündigen Punkrock an. Beide Entscheidungen haben sogar einen positiven Nebeneffekt für die Besucher und die Sportler an der Kappe. Durch den Wegfall der Camping- und Konzertflächen wird wieder mehr Parkraum frei. Gäste hatten oft kritisiert, dass die Parkplatz-Situation eher unbefriedigend sei. So wird dieser oft schwierigen Situation Rechnung getragen. Und das Budget wird entlastet. Spitzenfahrer wollen unbedingt nach Winterberg Das Gesamtkonzept steht. Zeit also, sich auf den Festival-Kern zu konzentrieren, die vielfältigen sportlichen Wettbewerbe. Das das Bikefestival nichts an Reiz verloren hat, beweist schon jetzt das Interesse zahlreicher Spitzenfahrer der Szene, im Mai nach Winterberg zu reisen. Doch auch viele Amateure und Hobby-Fahrer werden sich einfinden und das „iXS Dirt Masters“ so zu der Veranstaltung machen, die sie so besonders macht. Ein Mix aus professionellem Sport und ein

Treffpunkt für Mountainbike-Begeisterte jeden Alters in einer besonderen Festival-Atmosphäre. Wer sich zwischen den sportlichen Glanzlichtern an den Downhill-Strecken oder aber im Slopestyle-Parcours ein wenig über die neuen Trends in der Biker-Szene informieren möchte, der ist in der Expo-Area genau richtig. Mehr als 100 Top-Marken werden ihre Artikel als Aussteller präsentieren. Spaß-Wettbewerb mit tollem Preis Im Rahmen des Festivals wird auch wieder ein Spaß-Wettbewerb der Extraklasse stattfinden. Einschreiben kann sich jeder, und auch die Wahl des Fahrrades obliegt jedem Teilnehmer selbst. Wer den Wettbewerb für sich entscheidet, darf sich über ein nagelneues „Upforce Clothing Set“, bestehend aus einer Hose und einem Jersey, freuen. „Die Vorbereitungen sind im vollen Gange und die Resonanz der Bike-Industrie und der Teilnehmer ist enorm. Wir sind uns sicher, dass wir ein Wochenende der Extraklasse bieten werden“, freut sich auch Nico Brinkmann auf den 25. Mai. Denn dann besteht die Welt für vier Tage wieder aus zwei Rädern, einem Lenker, guten Bremsen und und und…

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Slopestyle • Anmeldung 10 - 11 Uhr • Warm Up AM 12 - 14 Uhr • Qualification AM 14 - 16 Uhr • Contest AM 17 - 18 Uhr Ridefirst Fahrtechnikkurs • Spezial Workshop Bunny Hop & Mehr 14 - 16 Uhr

Stichwort Camping: Für die Festivalbesucher, die Übernachtungsmöglichkeiten benötigen, bietet Winterberg eine Vielzahl von Unterkünften der verschiedensten Kategorien, buchbar z.B. auf www.winterberg.de. Für den kleinen Geldbeutel empfiehlt sich das Hostel Erlebnisberg Kappe sowie das Big Mountain Hostel, beide in Laufweite zum Festivalgelände. In Winterberg-Neuastenberg (5 km vom Festival) gibt es außerdem eine Jugendherberge. Stichwort Programm: DONNERSTAG, 25. MAI 2017: Öffnungszeiten Festival/Expo 14 - 20 Uhr iXS German Downhill Cup #1 • Startnummernausgabe 17 - 19 Uhr BMO 4X ProTour #1 • Anmeldung 16 - 19 Uhr • Freies Training 18 - 19.30 Uhr TSG Cash for Tricks • Anmeldung 14 - 16 Uhr • Warm Up 18 - 19 Uhr • Contest 19 - 20 Uhr Specialized Rookies Downhill Cup #1 • Startnummerausgabe 8 - 10 Uhr • Pflichttraining 8 - 13 Uhr • Streckensperrung 13 - 13.30 Uhr • Seeding Run 14.30 Uhr, Rennlauf anschließend

FREITAG, 26. MAI 2017: Öffnungszeigen Festival/Expo 12 - 22 Uhr iXS German Downhill Cup #1 • Startnummerausgabe 9 - 16 Uhr • Kursbesichtigung zu Fuß 10 - 12 Uhr • Freies Training 12 - 19 Uhr • Pflichttraining alle Klassen 16 - 19 Uhr BMO 4X ProTour #1 • Anmeldung 8 - 10 Uhr • Freies Training 10 - 14.30 Uhr • Gate Training 11.30 - 12.30 Uhr sowie 14 - 14.30 Uhr • Streckensperrung 14.30 - 15 Uhr • Qualifikation 15 Uhr • Freies Training 17 - 18.30 Uhr • Streckensperrung 18.30 - 19 Uhr • Rennen 19 Uhr Upforce Bunny Hop Battle • Contest 16 -17 Uhr

Kontakt • Alle Informationen und Neuigkeiten zum „iXS Dirt Masters” unter www.dirtmasters-festival.de • Auch die Tourist-Info Winterberg steht für Fragen zum Festival und zu Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung unter 02981 92500 oder unter www.winterberg.de

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017

SAMSTAG, 27. MAI 2017 Öffnungszeiten Festival/Expo 12.00 - 20.00 Uhr iXS German Downhill Cup #1 • Startnummerausgabe 8 - 9 Uhr • Pflichttraining alle Klassen 7 - 11 Uhr • Pflichttraining Elite/Pro 11 - 12 Uhr • Non-stop Training Elite/Pro 12 - 13 Uhr • Streckensperrung 13 - 13.30 Uhr • Seeding Run 13.30 Uhr Slopestyle • Anmeldung 10 - 11 Uhr • Warm Up PRO 12 - 15 Uhr • Qualification PRO 16 - 18 Uhr • Contest PRO 19 - 20 Uhr Warsteiner Whip Offs • Warm Up 20.30 - 21 Uhr • Contest 21 - 21.30 Uhr Ridefirst Fahrtechnikkurs • Spezial Workshop Wheelie & Manual 9 - 11 Uhr • Spezial Workshop Spitzkehren & Versetzen 15 - 17 Uhr Music Night • On Slopestyle Stage: Live Concert 22 - 24 Uhr SONNTAG, 28. MAI 2017 Öffnungszeiten Festival/Expo 12.00 - 17.00 Uhr iXS German Downhill Cup #1 • Offizielles Training alle Klassen 7 - 10 Uhr • Offizielles Training Elite/Pro 10 - 11 Uhr • Streckensperrung 11 - 11.30 Uhr • Rennlauf 11.30 Uhr Ridefirst Fahrtechnikkurs • Spezial Workshop Wheelie & Manual 9 - 11 Uhr • Spezial Workshop Bunny Hop & mehr 15 - 17 Uhr


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Fotos: Kerstin Neumann-Schnurbus

Asphalt-Künstler erobern die alte Hansestadt Von Kerstin Neumann-Schnurbus

Medebach verwandelt sich beim Straßenmalerfest in eine einzigartige Galerie

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edebach. Ihre „Staffelei“ ist außergewöhnlich, ihre Werke sind nicht lange zu bewundern. Gerade deswegen lockt jedes Jahr im Frühling das vom Medebacher Gewerbeverein und der Touristik-Gesellschaft organisierte Straßenmalerfest nicht nur viele Hobbyund Profikünstler, sondern auch Tausende von Besuchern in die Hansestadt. Und wenn man einen Medebacher bittet, die fünf interessantesten Veranstaltungen im Jahr aufzuzählen, ist fast immer das Straßenmalerfest dabei. So findet in diesem Jahr bereits die 18. Auflage statt. Dabei wird die Medebacher Innenstadt immer wieder zum längsten Bildband auf Asphalt in dieser Region. Mittler-

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weile versammeln sich stets mehr als 200 kleine und große Künstlerinnen und Künstler, um mit Kreide vergängliche Spuren ihrer Phantasie zu hinterlassen sowie die Ober-, Nieder- und Oesterstraße in einen wunderschönen, bunten und rund 500 Meter langen Kreideteppich zu verwandeln. Petrus meint es nicht immer gut mit den Künstlern Schon oft hatte Petrus in den vergangenen Jahren kein Einsehen mit den Straßenmalern und öffnete in den Abendstunden die Himmelsschleusen. Manchmal hat es die Jury gerade noch geschafft, die so wunderschön farbenfrohe, begehbare Bilderwelt zu beurteilen, bevor sie dann weggespült wurde.


Schillernde Mittelpunkte des Straßenmalerfestes waren schon oft die Meistermaler, die seit Jahren in Medebach Kostproben ihres Könnens abgeben. Zu ihnen gehörten Giovanna La Pietra, Viktor Adolfo Boni, Heike Brinkmann, Tatjana Urbiks, Frederike Wouters, Stefan Pollack, Elke Janssen, Udo Lindenthal, Sahra Albarello sowie die Lokalmatadore Wilfried und Melina Berg. Die 23-jährige Melina Berg, die seit ihrem sechsten Lebensjahr bei jedem Straßenmalerfest erfolgreich dabei war, hat ihr Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht und arbeitet als selbstständige Malerin und Straßenmalerin für bekannte Veranstalter und Agenturen. Und auch die Tiefgarage bekam 2014 ein neues Gesicht durch den Graffiti-Künstler Philipp Hiller aus Korbach, der eine Stadtansicht an die tristen Wände gesprüht hatte. Buntes Rahmenprogramm rundet das Fest ab Für die Juroren ist es jedes Jahr schwer, die Siegerinnen und Sieger zu nominieren. So beobachten sie zum Beispiel auch während des Tages die Entstehung der Kindergemälde ganz genau, um sicherzustellen, dass das vergängliche Kunstwerk wirklich aus Kinderhand entstanden ist. Denn manchmal greift auch eine (über)eifrige Mutter unerlaubt zur Kreide, um zu helfen.

Spaß am Straßenmalerfest haben aber nicht nur die Malerinnen und Maler, egal ob es nun Kinder, Jugendliche, Anfänger oder auch Profis sind. Auch die Besucher kommen voll auf ihre Kosten und staunen über die Ideenvielfalt und das hohe Niveau der auf den Asphalt gemalten Bilder und über die Begeisterung der Künstler. Außerdem laden viele Standbetreiber mit den unterschiedlichsten Angeboten sowie die Medebacher Geschäftswelt zum Bummeln, Stöbern und Kaufen ein, während Straßenmusiker, Tanzgruppen, Zauberer und Gaukler für Unterhaltung sorgen. An vielen Ständen gibt es kulinarische Köstlichkeiten für die hungrigen Gäste. Viel Beachtung findet auch stets die Gesundheitsstraße, die sich in der Hinterstraße präsentiert. Zahlreiche Praxen, Dienstleister und Betriebe aus dem Gesundheitswesen informieren über Themen wie Gesundheit, Heilung oder Prävention. Ein Kinderflohmarkt, die Kleinbahnausstellung im Hansesaal und das geöffnete Museum runden das vielfältige Angebot ab. Für die Straßenmalerinnen und -maler heißt es in diesem Jahr am Sonntag, 28. Mai, wieder mitmachen und vielleicht sogar einen Preis gewinnen. Und für die Besucher heißt es wie immer „kommen, schauen und genießen“… und natürlich Daumen drücken für gutes Wetter.

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Minigolf – Bowling – Indoor-Soccer Klettern – Bogenschießen • Die Anmeldungen sind bis um 12 Uhr am Veranstaltungstag (28. Mai) bei der Touristik-GmbH Medebach, die auch Kreide in 25 Farben und Abdeckfolien kostenlos zur Verfügung stellt, am Marktplatz möglich. • Wer nicht alleine malen möchte, kann auch zu zweit oder zu dritt ein Bild malen. • Alle Teilnehmer erhalten eine Urkunde für ihre Kreativität und die Sieger der fünf Altersgruppen erhalten aus der Hand von Bürgermeister Thomas Grosche gegen 18 Uhr schöne Preise überreicht.

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EINTRITT FREI!

1. - 2. April 2017

STADTHALLE IM G OVERSUM WINTERBER r Uh 11 ab Sa. ab 12 Uhr, So.

Von Rita Maurer

„Frauenzimmer“ sollten sie auf jeden Fall reservieren Eine Messe (fast) nur für Frauen am 1. und 2. April im Winterberger Oversum

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interberg. Männer müssen draußen bleiben. Oder dürfen ihren besseren Hälften zumindest nicht reinreden, wenn diese am 1. und 2. April in aller Ruhe im Winterberger Oversum bummeln wollen. Kein Aprilscherz – an diesem Wochenende wird das Oversum zum „FrauenZimmer“, der Messe (fast) nur für Frauen. Hier dreht sich Samstag von 12 bis 19 Uhr und Sonntag von 11 bis 18 Uhr Uhr alles um tolle Mode, modische Accessoires, um das Wohlfühlen von Körper und Seele... eben einfach um schöne Dinge für Frauen(zimmer)!

Den Frühling in Form von Deko und Blumenschmuck bringen die Firmen Comes, Nicole Beulen und Mooij Blumen mit ins FrauenZimmer. Das passende Outfit für jeden Geschmack und jeden Typ haben Carolin Sommer von „byzille“, Damenmode U-SHE und das Modehaus Klante. Dazu Schuhe aus dem Schuhhaus Faupel, eine schicke neue Brille von V & K Optik sowie raffinierte Dessous aus der West 15 Lingerie - und der Frühling kann kommen! Die Fotokünstlerinnen Steffi Rost und Hilda Horn rücken die Besucherinnen ins perfekte Licht. Um die perfekte Darstellung geht es auch bei SI-Werbeform aus Niedersfeld.

Hier ein Pfündchen zuviel, da sollen ein paar Körperstellen definierter sein, die Bikinifigur für den nächsten Sommerurlaub ist noch ausbaufähig? Die Fitness-Experten von Pulsschlag und Körperformen haben da garantiert die individuell passenden Tipps. Wer es lieber etwas sanfter in Richtung Wellness mag, besucht die Stände von Stremme Health & Beauty, der Vital Oase vom Hapimag oder den Wellness-Spezialisten vom Oversum. Die Heilpraktikerin Stefanie Dietrich hat sich zudem auf Frauengesundheit spezialisiert und stellt ihre Praxis vor.

Naja, und seien wir doch mal ehrlich, so ganz ohne Haushalt geht es im Leben ja leider doch nicht. Aber so einige Pflichten lassen sich mit den richtigen Helfern mit ein bisschen mehr Spaß erledigen. Deshalb sind Experten von der Firma Vorwerk vor Ort, die die neueste Thermomix-Generation und die effektivsten Staubsauger zum Testen mitgebracht haben. Und dass Putzen mit den richtigen Tüchern und Reinigungsmitteln zur Spielerei wird (naja, fast wenigstens), demonstriert Jemako.

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Faupel_Heimatliebe Q1 2017_55 x 119_Layout 1

Bei richtigen Frauenzimmern dürfen selbstverständlich gute Getränke nicht fehlen: Ausgefallene Kaffee- und Tee-Spezialitäten haben das Kaffee-Haus Winterberg und das Teehaus Ronnefeldt dabei, Cocktails bereitet die PlanBar zu, spritzige Weine dürfen bei Getränke H.O. Jäger probiert werden und Gesundheit pur in flüssiger Form und als Kosmetik gibt es am Cellagonstand. Auch die Ernährungs- und Achtsamkeitsexpertin Antje von Korff aus der SinnESSwerkstatt ist vor Ort.

WINTERBERG I FRANKENBERG I KORBACH

Und nicht zu vergessen: Wir von der HEIMATLIEBE stellen uns mit unserer noch fast druckwarmen ersten Ausgabe und unserem Redaktionsteam auch vor! Auf der Wiese vor dem Oversum wird ein Aktions-Zelt aufgebaut. Dort gibt es gute Tipps zu aktuellen Frühjahrstrends sowie Vorträge von Gesundheitsexpertinnen. Am Samstagabend wird es in diesem Zelt eine After-Show-Party mit Live-Musik von Matthias Dicke aus Siedlinghausen geben. Zu späterer Stunde haben alle Teilnehmerinnen dann freien Eintritt in der Tenne. Und Sonntagmorgen geht es im Zelt gleich mit einem ausgiebigen Frühstücksbuffet inklusive Sekt für die Damenwelt weiter. Außerdem sind dort Lesungen, Tanzvorführungen und ein Poetry-Slam geplant. Am Sonntag um 15 Uhr darf gelacht werden – beim Lach-Yoga mit Stefanie Dietrich. An beiden Tagen gibt es dort außerdem eine Getränkebar sowie warme Snacks für den kleinen und großen Hunger – auch vegetarisch.

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Also, schnell die besten Freundinnen zusammentrommeln und ein klasse Mädels-Wochenende im FrauenZimmer verbringen! Und wenn die Männer doch unbedingt mitkommen wollen: Das Autohaus Hoffmann hat das eine oder andere chromblitzende Schätzchen (u.a. den neuen Skoda Kodiaq, den VW-Tiguan sowie den Audi Q5) zum Gucken und Probefahren vor dem Oversum geparkt, so dass garantiert auch die Herren der Schöpfung ihren Spaß am FrauenZimmer haben werden!

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Einkaufs-Erlebnis in der Kernstadt Osterhasensafari in Medebach am 2. April 2017 Wenn die letzten Schneereste verschwunden sind und der Frühling in Medebach Einzug hält, findet alljährlich die Osterhasensafari statt. In diesem Jahr lädt der Gewerbeverein am Sonntag, 2. April, zu diesem besonderen Einkaufserlebnis ein. Bunte überdimensional große und mit viel Liebe gestaltete Osterhasen weisen den Besuchern den Weg in die von 13 bis 18 Uhr geöffneten Läden. Hier können Gäste in aller Ruhe schauen, stöbern und natürlich shoppen. An die Kinder verschenkt ein kuscheliger Osterhase Süßigkeiten, für das leibliche Wohl wird in der Innenstadt bestens gesorgt und auf dem Marktplatz finden alljährlich lustige Aktionen statt. Vorbeischauen und den Sonntagsspaziergang in die Hansestadt verlegen lohnt sich da auf jeden Fall.

Fotos: Kerstin Neumann-Schnurbus

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Termin: Sonntag, 2. April 2017, von 13 bis 18 Uhr Ort: Medebacher Kernstadt Südwall 1a, 59964 Medebach Veranstalter: Gewerbeverein Medebach (Ortsausgang in Richtung Hallenberg) Tel.: 0 29 82/ 7 36, Fax: 0 29 82/ 80 90 Öffnungszeiten: - Sa2017_55x119_Layout 9.00 - 13.00 Uhr Mo - Fr_Heimatliebe 9.00 - 18.00 &Q1 Comes 1 1 www.eunova-medebach.de

Bogenjagd Referinghausen am 22. April 2017

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Anlegen, tief durchatmen, zielen und im richtigen Augenblick den Pfeil auf die Reise schicken: Sie ist wie eine kleine Zeitreise zurück in die Vergangenheit, die beliebte Bogenjagd in Referinghausen. Schon im sechsten Jahr lockt sie jedes Jahr im April insgesamt 180 Teilnehmer in das „Klein, aber oho“-Dorf nahe Medebach. Veranstalter sind die „Nighthunters Referinghausen“. Bereits um 7 Uhr morgens wird sich am 22. April an der Schützenhalle Referinghausen angemeldet und eingeschossen. Ab 9.30 Uhr beginnt dann die Jagd auf die insgesamt 28 Ziele auf dem 3D-Parcours in der freien Natur. Geschossen wird u.a. mit Primitivbögen, Langbögen, Jagdbögen und Blankbögen. Der Verein „Nighthunters Referinghausen“ bietet seit November 2015 das Bogenschießen an. Wer sich noch anmelden möchte, sollte dies schnell tun.

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Termin: Samstag, 22. April 2017, ab 7 Uhr Alle weiteren Infos unter www.nighthunters-referinghausen.de

Fotos: Claudia Pape

Mit Pfeil und Bogen auf der Jagd in Referinghausen


Lake Run am 29. April 2017 Ganz normal joggen kann jeder. Aber den Lake Run in Winterberg, den können nur die richtig Harten! Drei Streckenlängen über 8, 12 und 20 Kilometer für Einzelstarter und Teams bietet dieser Geländelauf. Doch dabei gilt es nicht nur geradeaus zu rennen. Rund 50 Hindernisse machen die Veranstaltung erst zu einer spektakulären Herausforderung – je dreckiger und anstrengender, desto besser! Das Gelände in Winterberg bringt dabei einen Nervenkitzel, der einmalig in dieser Serie ist: Kein anderer Austragungsort kann Strecken durch eine Bobbahn, Skipisten oder Sprungschanzenausläufe hinauf und hinunter bieten. Mindestens genau so viel Spaß haben die Zuschauer, die von ihren warmen und trockenen Plätzen aus beobachten, wie sich die Teilnehmer durch Schlammgruben oder eiskalte Wasserteiche quälen.

Foto: Rita Maurer

Normalität geht anders…

Termin: Samstag, 29. April 2017, ab 10.30 Uhr Am Waltenberg 115, 59955 Winterberg (Großraum-Parkplatz am Schneewittchenhaus/Bremberg) Weitere Infos unter www.lake-run.de/2017-winterberg-nrw/

Gruselatmosphäre in Medebach

Foto: Touristik Medebach

am 18. April 2017 Gänsehaut-Atmosphäre am 18. April um 21 Uhr in Medebach. Bei der Gruseltour nach Sonnenuntergang mit Fackel begleiten die Teilnehmer dunkle Gestalten durch die Straßen der alten Hansestadt. Schaurige und spannende Geschichten aus längst vergangenen Zeiten werden wieder lebendig und so mancher Schrecken lauert in den versteckten Winkeln und Gassen. Der Kostenbeitrag beträgt 5 Euro inklusive Fackel. Geeignet ist die Tour für Schulkinder ab 10 Jahren sowie für Familien und Erwachsene. Treffpunkt ist „Am Marktplatz 1“ vor der Tourist-Info in Medebach. Kerstin Neumann Schnurbus vom Heimat- und Geschichtsverein Medebach hat sich mit den dunklen Geschichten der Stadt Medebach und der Umgebung befasst und die Schaurigsten davon für diese Nachtwanderung vorbereitet. Die Fackeln werden am Marktplatz entzündet. Für Schäden an der Kleidung wird keine Haftung übernommen. Eine Einkehr wird anschließend angeboten. Termin: Dienstag, 18. April um 21 Uhr ab Tourist-Info Anmeldungen und Infos unter 02982/9218610 oder an a.hegel@medebach-touristik.de.

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Oldtimer Sauerlandrundfahrt in Brilon am 13. Mai 2017 300 alte „Schätzchen“ zum Bewundern Bei den Fans alter Schätzchen (natürlich nur motorisierter Art!) steht die Oldtimer Sauerlandrundfahrt des Autohauses Paul Witteler in Brilon seit 19 Jahren ganz dick im Kalender. Am Samstagmorgen, 13. Mai, gehen wieder an die 300 Fahrzeuge aus dem In- und Ausland auf die weit über 100 Kilometer langen Touren durch den Sauerländer Frühling. Ob PKW, Lastwagen, Bus oder Motorrad, ob Oldtimer oder Youngtimer - die ältesten Vehikel sind dabei an die 90 Jahre alt. Der Start auf die jährlich wechselnden Strecken erfolgt morgens zwischen 8 und 10 Uhr vom Gelände der Firma Witteler aus in Etappen. Gegen 17 Uhr ist eine Siegerehrung geplant. Bereits am Nachmittag vorher machen viele Oldtimer auf dem Marktplatz Brilon Station. Weitere Infos und Anmeldungen unter www. witteler-automobile.de. Termin: Samstag, 13. Mai 2017 Ort: Firma Paul Witteler GmbH & Co.KG, Möhnestr. 54, 59929 Brilon www.witteler-automobile.de

Bike-Festival Willingen Mountainbike-Spektakel vom 19. bis 21. Mai 2017 Das Sauerland rund um Willingen wird vom 19. bis 21. Mai 2017 Schauplatz der größten deutschen Mountainbike-Veranstaltung. Neben einem bewährten Programm-Mix aus Rocky Mountain BIKE Marathon, der Scott Junior Trophy und dem iXS European Downhill Cup dürfen sich Teilnehmer und Besucher auf die erstmals in Willingen stattfindende Deutsche MTB Enduro Meisterschaft freuen. Bei der Pump Battle World Series fahren jeweils zwei Fahrer im K.O.-Modus direkt gegeneinander. Im Wechsel von Asphalt-, Schotter-, Wald- und Wiesenwegen geht es beim Gravel-Ride auf eine wunderschöne Strecke rund um Willingen. Mit dem Warsteiner Sauerland-Giro wird das Festival abgerundet. Zudem wird die größte deutsche Outdoormesse im MTB-Bereich mit rund 150 Ausstellern geboten. Der Eintritt ist frei! Foto: Bike Festaival

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Termin: Freitag, 19. Mai, bis Sonntag, 21. Mai 2017 Alle weiteren Infos unter www.bike-festival.de


Kraft + Energie tanken im Juli 2017 Meditationsseminare mit Yongey Mingyur Rinpoche in Neuastenberg Zur Ruhe kommen, das Gedanken-Karussell zumindest kurz abschalten, den zumeist hektischen Alltag einmal hinter sich lassen – wer wünscht sich das nicht?!? Meditation ist eine Form, diesem Wunsch Schritt für Schritt näher zu kommen. Leben im „Hier und Jetzt“, den Moment erkennen und sich für die Gegenwart Foto: privat öffnen, Kraft und Energie tanken – dies ist das Ziel jeder Meditation. Vom 3. bis 9. sowie vom 10. bis 16. Juli wird der tibetisch-buddhistische Meditationsmeister Yongey Mingyur Rinpoche im Dorint-Hotel Neuastenberg zwei Meditations-Seminare anbieten, die sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene konzipiert sind. Die Titel der Seminare heißen „Joy of Living – Lebensfreude“ und „Path of Liberation – Pfad der Befreiung“.

Endlich Sommer, besuchen Sie uns in Winterberg oder Züschen

Termin: Montag, 3. Juli, bis Sonntag, 9. Juli, sowie Montag, 10. Juli, bis Sonntag, 16. Juli 2017 Alle weiteren Infos unter www.tergar.de

Rasante Duelle auf Pfingsten Altwagen-Rennen und Autocross auf dem Hochsauerlandring nahe Düdinghausen Motorsportler und Fans PS-starker Boliden haben den Termin schon längst notiert: Am Pfingstsonntag und -montag, 4./5. Juni 2017, ist der „Hochsauerlandring“ wieder Austragungsort des beliebten Altwagenrennens sowie des Autocross. Schon seit mehr als 20 Jahren veranstaltet der Renn-Sport-Club Düdinghausen diesen außergewöhnlichen Renntag auf dem anspruchsvollen Rundkurs auf einem Brachgelände zwischen Willingen-Usseln und Düdinghausen. Motorsport-begeisterte Hobbyfahrer können auf der bestens präparierten Strecke ihren Idolen nacheifern und auch die Zuschauer sind nah dran am Rennzirkus. Beim Altwagenrennen werden nur ausgediente Serienfahrzeuge zugelassen, an denen keine wesentlichen leistungsbestimmenden Veränderungen vorgenommen wurden. Fahrerische Klasse ist neben einem guten Boxen-Team also gefragt auf Pfingsten in Düdinghausen. Termin: Pfingsten, 4. und 5. Juni 2017, ab 10 Uhr Alle weiteren Infos zum Zeitplan und zur Anmeldung unter www.renn-sport-club-duedinghausen.de

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017


Schützenfeste Datum Schützenverein 20.-21. Mai Schützenbruderschaft St. Johannes 1964 e.V. Berge

Willkommen auf der Alm!

24.-26. Mai Schützenbruderschaft St. Sebastian Hildfeld 26.-28. Mai Schützenverein St. Hubertus 1965 e.V. Küstelberg 3.-5. Juni

Schützenbruderschaft St. Engelbertus 1889 Medelon

3.-5. Juni

Heimat- und Schützenverein Altenfeld-Walbecke

9.-11. Juni

Schützenverein Elkeringhausen

16.-18. Juni Schützengesellschaft 1825 e.V. Winterberg 24.-26. Juni Schützenverein St. Hubertus 1887 e.V. Grönebach 24.-26. Juni Schützenbruderschaft St. Hubertus 1889 e.V. Silbach

Lässig. Lecker. Liebenswert.

1.-3. Juli

Schützenverein Harmonie 1845 Altastenberg

1.-3. Juli

Schützenbruderschaft St. Johannes 1869 e.V. Deifeld

1.-3. Juli

Schützenbruderschaft St. Hubertus 1878 e.V. Hesborn

7.-9. Juli

Schützenbruderschaft St. Sebastian 1891 e.V. Referinghausen

8.-10. Juli

Schützengesellschaft 1827 e.V. Hallenberg

8.-10. Juli

Schützenverein Neuastenberg

15.-17. Juli Schützenbruderschaft St. Hubertus 1903 Dreislar 15.-17. Juli Bürgerschützenverein Düdinghausen 15.-17. Juli Schützenbruderschaft St. Hubertus e.V. Niedersfeld 15.-17. Juli St. Johannes Schützenbruderschaft 1876 e.V. Siedlinghausen 22.-24. Juli Schützenbruderschaft St. Hubertus 1876 e.V. Züschen 25.-27. Juli Schützenbruderschaft St. Antonius 1908 e.V. Braunshausen 29.-31. Juli Schützenverein Langewiese 1874 e.V. 29.-31. Juli Schützenbruderschaft St. Antonius 1874 e.V. Oberschledorn

Dein Platz an der Sonne. Dorf-Alm Willingen Briloner Str. 44 34508 Willingen T 05632 966190

Dorf-Alm Winterberg Am Waltenberg 35 59955 Winterberg T 02981 929592

Warme Küche: täglich 11-22 Uhr Infos zu Aktionen Events: 2017 102 Heimatliebeund Frühjahr/Sommer www.dorf-alm.de

29.-31. Juli Schützenbruderschaft St. Hubertus 1898 e.V. Liesen 4.–6. August St. Sebastianus-Schützenbruderschaft 1486 Medebach e.V. 5.-7. August Schützenbruderschaft St. Antonius 1904 e.V. Titmaringhausen 12.-13. Sept. Kreisschützenfest Medebach 10. Juni

Frauenvogelschießen Braunshausen

26. August

Frauenvogelschießen Küstelberg


Frauen an die Gewehre am 10. Juni 2017 Offenes Frauenvogelschießen in Braunshausen Nicht genug Königsanwärter unter der Vogelstange? Das gibt es vielleicht in der Männerwelt, nicht aber beim Frauenvogelschießen der Antonius-Schützenbruderschaft in Braunshausen. Das kleine Dorf im südöstlichsten Zipfel von Hallenberg kommt bei diesem Fest jedes Jahr ganz groß raus, wenn aus dem halben Sauerland und weit darüber hinaus die Frauen die Gewehre stürmen und auf den pinken Vogel mit Glitzertäschchen und Sektglas statt Apfel und Zepter halten. Mehr als 120 Mitbewerberinnen feierten in den letzten Jahren ihre neue Schützenliesel! Und auch sonst ist bei diesem Schützenfest so manches anders: Disco- statt Blasmusik, Lockerheit statt Etikette, eine Königin in der Sänfte statt zackigem Vorbeimarsch. Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht nötig, jede Königin-Aspirantin ist willkommen.

Besuchen Sie unsere Entspannungs- & Wohlfühlquelle!

Termin: Samstag, 10. Juni 2017, ab 16 Uhr Vogelstange Braunshausen (am Ortseingang aus Richtung Hallenberg) Anmeldungen sind vor Ort möglich

Sparkassen Open Air ab dem 19. Juli in Winterberg Live-Musik im Kur- und Vitalpark Brennende Fackeln tauchen den „Konzertsaal“ in ein besonderes Licht, der Platz vor der Bühne ist gefüllt mit gut gelaunten Menschen, erwartungsvolle Stimmung breitet sich aus an einem lauen Sommerabend im Kurund Vitalpark Winterberg. So wird es auch in diesem Sommer wieder sein bei der dritten Auflage des „Sparkassen Open Air“, das jeweils mittwochs am 19. und 26. Juli sowie am 2. August mit hochkarätigen Bands nach Winterberg lockt. Mehr als 1500 Gäste kamen allein im vergangenen Jahr und genossen die ungezwungene Gelegenheit, bei guter Musik Freunde zu treffen – live, umsonst und draußen. Denn das Sparkassen Open Air kostet keinen Eintritt, die Besucher erwerben lediglich einen Getränke-Becher für drei Euro, den sie an jedem Festival-Abend wieder verwenden können. Man sieht sich beim Sparkassen Open Air!

Atmen Sie die Urkraft der Natur

Termin: jeweils Mittwoch, 19. und 26. Juli sowie 2. August von 18 bis 22 Uhr Kur- und Vitalpark Winterberg

Winterberg-Elkeringhausen 103 Tel. 02981 9296700 SalzGrotte-Winterberg.de

Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017


Wir sind... offen, kommunikativ, zuverlässig, engagiert und schnell – als leidenschaftliche Textprofis aus dem Journalismus und der PR-Branche Wir lieben... zufriedene Kunden und wertvolle Texte Wir entwickeln... mit Ihnen gemeinsam Ideen, finden die passenden Worte und bringen Ihre Nachricht optimal auf den Punkt – ob im Print oder im Internet Wir halten... Wort Die Redaktionsbude Ralf Hermann & Rita Maurer Gartenweg 4, 59969 Hallenberg Telefon: 02981 - 599 3603 info@redaktionsbude.de www.redaktionsbude.de

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Herausgeber: Standpunkt-Verlag GmbH Alte Landstraße 52 33397 Rietberg 02944 978180

Die HEIMATLIEBE erscheint drei Mal im Jahr - jeweils am Monatsanfang April, August und Dezember.

Negertraße 1b 59955 Winterberg 02983 970637 www.standpunkt-verlag.de Redaktion: Die Redaktionsbude Ralf Hermann & Rita Maurer Gartenweg 4 59969 Hallenberg 02981 5993603 www.redaktionsbude.de Anzeigen: Werbeberatung & Vertrieb Pascal Möhrke Negertstr. 1b 59955 Winterberg 02983 970637 www.pascalmoehrke.de

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Gestaltung: Werbeagentur Werbstatt Senge-Platten-Str. 2 59955 Winterberg 02983 1632 www.werbstatt.info

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Druck: becker druck, F.W. Becker GmbH Grafenstraße 46 59821 Arnsberg 02931 52190 www.becker-druck-verlag.de

Sie möchten in der nächsten Ausgabe des Magazins HEIMATLIEBE eine Anzeige platzieren? Werbeberatung & Vertrieb - Pascal Möhrke Winterberg-Siedlinghausen, Negertstr. 1b, Tel.: +49 (0) 2983 970637 info@pascalmoehrke.de, www.pascalmoehrke.de

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Heimatliebe Frühjahr/Sommer 2017


- Vaatwasser leeghalen - Bedden afhalen - Vuilnis wegbrengen Luxe check-out vanaf € 12,50 per accommodatie.

Wenn Himmel und Straße sich näher kommen.

Sportlich aktiv im Sauerland Erfrischung gefällig? Tanken Sie neue Kraftreserven im Restaurant Woods des Ferienparks Landal Winterberg! Direkt an ausgezeichneten Wander- & Mountainbike-Routen gelegen verwöhnt das Restaurant aktive Gäste mit kühlen Getränken und köstlichen Speisen auf Ihrer Durchreise. Das Restaurant ist täglich ab 9 Uhr geöffnet.

Das neue Audi A5 Cabriolet1.

Skiverhuur

Skilift-Karussel Winterberg Direct naast het hoofdgebouw is de skiverhuur en d Skischool Poppenberg. Openingstijden skiverhuur e 08:00 uur - 17:00 uur

Tip: Koop de skipas bij de receptie dan voorkomt u lange wachttijden aan de liftkassa.

Haben Sie eine längere Tour geplant? Dann übernachten Sie nach einem aktiven Tag in der Natur im Ferienpark Landal Winterberg. Hier entspannen Sie im Hallenschwimmbad oder im Whirlpool und starten nach •Waar gaan we eten? •Wat gaan we doen?einem erholsamen Aufenthalt wieder sportlich aktiv durch! •Wat kunnen we beleven?

Informationen: Parkwijzer weekWeitere 3 15 - 22 januari 2016 landal.de/winterberg Ontdek wat groen kan doen. Das neue Audi A5 Cabriolet1 begeistert mit weiter geschärftem Design, intelligentem Leichtbau und einem neu entwickelten Fahrwerk. Ein Audi A5 VarioCredit-Angebot: z. B. Audi A5 Cabriolet 2.0 TFSI, 6-Gang* Xenon plus, LED-Heckleuchten, Klimaautomatik, Audi drive select, Audi pre sense city, FAhrerinformationssystem, BluetoothSchnittstelle, Akustikverdeck vollautomatisch, Glanzpaket, Multifunktionslederlenkrad im 3-Speichen-Design u.v.m.

€ 299,– monatliche VarioCredit-Rate

Leistung: 140 kW (190 PS) Fahrzeugpreis: € 39.900,– inkl. Werksabholung und zzgl. Zulassungskosten Anzahlung: € 7.620,– Nettodarlehensbetrag: € 32.280,– Sollzinssatz (gebunden) p.a.: 2,86 %

Effektiver Jahreszins: Vertragslaufzeit: Schlussrate Jährliche Fahrleistung: Gesamtbetrag: 36 monatliche Finanzierungsraten à

2,90 % 36 Monate € 23.945,– 10.000 km € 34.709,– € 299,–

Ein Angebot der Audi Bank, Zweigniederlassung der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für die wir als ungebundener Vermittler gemeinsam mit dem Kunden die für die Finanzierung nötigen Vertragsunterlagen zusammenstellen. Bonität vorausgesetzt. 1

Kraftstoffverbrauch l/100 km: kombiniert 6,6 – 4,5; CO2-Emissionen g/km: kombiniert 151 – 118

* Kraftstoffverbrauch l/100 km: innerorts 7,6; außerorts 5,0; kombiniert 5,9; CO2-Emissionen g/km: kombiniert 136; Effizienzklasse B Angaben zu den Kraftstoffverbräuchen und CO2-Emissionen sowie Effizienzklassen bei Spannbreiten in Abhängigkeit vom verwendeten Reifen-/Rädersatz. Abgebildete Sonderausstattungen sind im Angebot nicht unbedingt berücksichtigt. Alle Angaben basieren auf den Merkmalen des deutschen Marktes.

Friedrich Hoffmann GmbH & Co. KG

Friedrich Hoffmann GmbH & Co. KG

Remmeswiese 24, 59955 Winterberg Tel.: 0 29 81 / 92 07-8 30 info@friedrich-hoffmann.de, http://audi-winterberg.de/

Niedereimerfeld 37 - 39, 59823 Arnsberg-Niedereimer Tel.: 0 29 32 / 8 90 18-0 info@friedrich-hoffmann.de, http://audi-arnsberg.de/

Openingstijden vrijdag

zaterdag

zondag

maandag

dinsdag

woensdag

donderdag

ETEN EN DRINKEN Café-Bistro Woods

09:00 - 22:00

09:00 - 22:00

09:00 - 22:00

09:00 - 22:00

09:00 - 22:00

09:00 - 22:00

09:00 - 22:00

Take Away

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

Keuken

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

12:00 - 20:30

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12:00 - 20:30

SPORT EN ONTSPANNING Zwembad 09:00 - 21:00

11:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

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09:00 - 21:00

Ski verhuur

08:00 - 17:00

08:00 - 17:00

08:00 - 17:00

08:00 - 17:00

08:00 - 17:00

08:00 - 17:00

08:00 - 17:00

SHOP ParkShop

08:00 - 21:00

07:30 - 20:00

07:30 - 20:00

07:30 - 20:00

08:00 - 19:00

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08:00 - 19:00

INFORMATIE Receptie

08:00 - 21:00

07:30 - 20:00

07:30 - 20:00

07:30 - 20:00

08:00 - 19:00

08:00 - 19:00

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SERVICE Wasruimte

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

09:00 - 21:00

Receptie Voor vragen en info kunt u altijd terecht receptie. De recep dagelijks geopend.

Belangri telefoon nummer Receptie +49(0)2981 92 87 Bij noodgevallen +49(0)2981 92 87

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Frühjahr/ Sommer 2017

Frühjahr/ Sommer 2017 ANTON V ELTINS

CARL VELTINS

Leute, Leute... Echte Sauerländer Kerle

Wo bisse wech?

Im 19. Jahrhundert brauten die Brüder Carl und Anton Veltins in der Grevensteiner Brauerei ein vorzügliches Bier, das weit über die Grenzen hinaus Beliebtheit erlangte.

Wir stellen Dreislar und Neuastenberg vor

Runter vom Sofa...

Schutzgebühr 3,80,– €

Foto: Rita Maurer

19538FS1703

An diese Historie knüpft die Brauerei C. & A. Veltins mit „Grevensteiner“ wieder an. Das naturtrübe Grevensteiner Original ist ein süffiges Landbier, das mit weichem Quellwasser und erntefrisch verarbeitetem Hopfen gebraut wird. Traditionsreiche Malze verleihen dem Bier seinen bernsteinfarbenen Glanz und sein vollmundiges Aroma. Getreu dem deutschen Reinheitsgebot.

Heimatliebe Winterberg . Medebach. Hallenberg

...raus in die Natur

Heimatliebe Winterberg Medebach Hallenberg Frühjahr Sommer 2017  

HEIMATLIEBE - das sind bunte Geschichten aus Winterberg, Medebach und Hallenberg mit den jeweiligen Dörfern. Entweder drei Mal im Jahr in un...

Heimatliebe Winterberg Medebach Hallenberg Frühjahr Sommer 2017  

HEIMATLIEBE - das sind bunte Geschichten aus Winterberg, Medebach und Hallenberg mit den jeweiligen Dörfern. Entweder drei Mal im Jahr in un...

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