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STAHL 4.0 Vernetzte Produktion, optimale Arbeitssicherheit und umfassender Kundenservice: Industrie 4.0 eröffnet vielfältige Möglichkeiten. Wie stahlproduzierende Unternehmen bereits heute digitale Lösungen umsetzen und damit Barrieren überwinden, zeigen die folgenden Beispiele.

Big Data trifft Big Steel Mehr als 100 Terabyte Prozessdaten – so viele Informationen verarbeitet die Saarstahl AG mit Hauptsitz in Völklingen jährlich. Um die Wertschöpfungspotenziale der gigantischen Datenmengen, die bei der Produktion von Stahlprodukten anfallen, zu erschließen, setzt das Unternehmen auf ein Pilotprojekt namens „iPRODICT“. Dabei analysieren Sensoren im Völklinger Walzwerk in Echtzeit Produktionsdaten und erstellen daraus intelligente Prozessprognosen. So lassen sich beispielsweise Abläufe automatisiert steuern, Wartungsarbeiten vorausschauend planen und Produktionskapazitäten optimal nutzen. „Ziel von iPRODICT ist es, das zur Produktionsüberwachung eingesetzte Sensornetzwerk mit der betriebswirtschaftlichen Ebene zu verbinden“, sagt Dr. Björn Stahmer, Leiter IT bei der Saarstahl AG. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS).

Verzahnung auf allen Ebenen Das Warmbandwerk der thyssenkrupp Hohenlimburg GmbH in Hagen hat sich auf vernetzte Kunden- und Zuliefererbeziehungen spezialisiert. Beim westfälischen Bandstahl-Hersteller geben Kunden ihre Aufträge direkt in das IT-System ein und legen den Zeitpunkt der Ausführung fest. Auch Änderungen der Materialeigenschaften sind dank solchen horizontal integrierten Prozessen flexibel möglich. Zugleich steuert thyssenkrupp Hohenlimburg durch direkte Vernetzung die Belegung der Stranggießanlage seines VormaterialLieferanten Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg. Die vertikale Verknüpfung von kaufmännischen, administrativen und technischen Daten optimiert Abläufe über Unternehmensgrenzen hinweg und spart Lagerkosten. Voraussetzung dafür sind innovative digitale Anwendungen: „Horizontale und vertikale Integration stellen eine große technologische Herausforderung dar, die wir zusammen mit unseren Partnern aus der Soft- und Hardwarebranche gemeistert haben“, sagt Ulrich Schneppe, Leiter IT bei thyssenkrupp Hohenlimburg.

Stahl - DAS MAGAZIN | 1/2018  

Schwerpunktthema: Die Zukunft ist smart

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