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Premium News 01|10 Aktuelles Forum zu Energiefragen

Liebe Kundin, lieber Kunde Diese Premium News stehen im Zeichen der runden Zahlen. Rund 10 Jahre ist es her, seit das Erfolgsprogramm EnergieSchweiz gestartet wurde, und um weitere 10 Jahre wird es nun verlängert. EnergieSchweiz verfolgt das Ziel – die Verminderung des Energieverbrauchs und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien – weiter mit neuen Schwerpunkten.

Erfolgsprogramm EnergieSchweiz wird verlängert Mit dem Programm EnergieSchweiz fördert der Bund erneuerbare Energien und die sparsame Nutzung von Energie – beruhend auf freiwilligen Massnahmen. Das breit abgestützte Aktionsprogramm hat sich seit der Lancierung im Jahr 2001 zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Nun wird EnergieSchweiz bis 2020 verlängert. Als einziges nationales Netzwerk, in dem die wichtigsten Akteure in den Bereichen Energieeffizienz und erneuerbare Energien eingebunden sind, ist EnergieSchweiz zu einem Erfolgsprogramm der Schweizer Energie- und Klimapolitik geworden. Minergie, EnergieSchweiz für Gemeinden und das Energiemodell der Wirtschaft etwa sind freiwillige und wirkungsvolle Massnahmen von EnergieSchweiz. Sie werden durch gesetzliche Massnahmen wie die CO2-Abgabe ergänzt. Mehr Tempo und Flexibilität Der Bundesrat gab unlängst grünes Licht für die zweite Programmetappe von 2011 bis 2020. Das Programm soll auch in Zukunft einen massgeblichen Beitrag zum Ausbau der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien leisten. Zehn Jahre nach dem Start befindet sich EnergieSchweiz jedoch in einem anderen Umfeld. Die Sicherheit der Energieversorgung und die Bekämpfung des Klimawandels sind heute die dringlichsten Themen. Die zentrale Plattform EnergieSchweiz soll

Mit dem Label Energiestadt werden Gemeinden und Städte ausgezeichnet, welche die Bevölkerung und das Gewerbe mit vorbildlichen Taten zu einem nachhaltigen Umgang mit Energie motivieren. Dieses Jahr erhielt in der Schweiz bereits die 200. Gemeinde das Label Energiestadt, die Zahl steigt laufend an. Nur 14 Gemeinden haben bis jetzt die höchste Auszeichnung für Energiestädte, den «European Energy Award Gold», erlangt. Eine davon ist Winterthur. Lesen Sie in dieser Ausgabe, was es braucht, um das Label Energiestadt zu bekommen – und es zu halten. Blicken Sie mit uns 150 Jahre zurück auf die Geschichte der Winterthurer Gasversorgung. Das anfangs eingesetzte Stadtgas wich 1974 dem umweltschonenden Erdgas, mit dem Stadtwerk Winterthur heute noch die Stadt versorgt. In Zukunft wird das Erdgasnetz verdichtet und der Einsatz von CO2-neutralem und erneuerbarem Biogas ausgebaut.

auch künftig dafür garantieren, dass der Mix von freiwilligen und gesetzlichen Massnahmen durch den Einbezug aller Partner erfolgreich sein wird. Um ihre Rolle als Multiplikator und Umsetzungsmotor erfolgreich auszufüllen, sollen neue Partnerschaften und Kooperationen im Sinne von «Public Private Partnerships» aufgebaut werden. Weitere Schwerpunkte sind Information, Beratung, Sensibilisierung für Energiefragen sowie die Aus- und Weiterbildung. EnergieSchweiz will aber auch flexibler und schneller werden. Schliesslich will man sich als Anschubhilfe für gute Projekte verpflichten, die sich auf dem Markt behaupten können. Durch den vermehrten Einbezug der Partner bei der Finanzierung kann das Gesamtbudget von EnergieSchweiz in der bisherigen Höhe von rund 40 Millionen Franken pro Jahr belassen werden. Bis Mitte 2010 wird das überarbeitete Programm vom Bundesrat verabschiedet. Der Neustart erfolgt ab Januar 2011.

Eine Stimme aus der Solarbranche rundet diese Ausgabe der Premium News ab. David Stickelberger, Geschäftsführer von Swissolar, berichtet im Interview, was die Branche nach der nationalen Photovoltaik-Tagung in Winterthur bewegt.

www.energieschweiz.ch

Partner von Swisspower

Herzliche Grüsse Stadtwerk Winterthur

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Lokal Jubiläum mit Zukunftsperspektiven Klimafonds unterstützt Weltneuheit Aktuell Vorbildlich handeln als Gold-Stadt Rückseite Im Gespräch mit …


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Jubiläum mit Zukunftsperspektiven Stadtwerk Winterthur feiert das 150-jährige Bestehen der Gasversorgung. Verschiedene Aktivitäten würdigen die Vergangenheit, informieren über die Gegenwart und weisen mit neuen Ideen in die Zukunft.

Klimafonds Stadtwerk Winterthur unterstützt Weltneuheit Obwohl Methan (CH4) 21 Mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid (CO2) werden diese Treibhausgas-Emis-

Die Zeiten haben sich geändert. Vor 150 Jahren galten die 1500 Gaslaternen, die Winterthur erhellten, als Zeichen des Fortschritts. Heute stehen die Sicherung des Biogasbezugs und die Verdichtung des Erdgasnetzes im Vordergrund. Dazwischen liegt eine Entwicklung, die in Winterthur stets mit Weitsicht vorangetrieben wurde. 1860 als «Actiengesellschaft für öffentliche Gasbeleuchtung» gegründet, wurde der Betrieb 1874 in ein städtisches Unternehmen umgewandelt. Dies schaffte für alle Abnehmer die gleichen Bedingungen. 1974 erfolgte ein weiterer Meilenstein: Die Verantwortlichen entschieden sich, vom so genannten Stadtgas auf das umweltschonende Erdgas umzustellen. Erdgas verursacht bei der Verbrennung rund 25% weniger Kohlendioxid und bis zu 95% weniger Stickoxide als Erdöl. Dadurch konnten allein in Winterthur seit 1974 mehr als 700 000 Tonnen CO2 vermieden werden. Ein schöner Erfolg. Biogas ergänzt Erdgas Immer mehr gewinnt auch das CO2-neutrale und erneuerbare Biogas an Bedeutung. Biogas wird bei der Vergärung von Gülle, Grünoder Schlachtabfällen gewonnen und kann in gleicher Weise eingesetzt werden wie Erdgas.

Biogas wird aktuell als Treibstoff eingesetzt, wo es mindestens 10% des Erdgas-BiogasGemisches ausmacht. Mit der Beteiligung an der Biorender AG in Münchwilen (TG) – einer Biogasanlage, die primär fleischhaltige Reststoffe verarbeitet – und mit der geplanten Vergärungsanlage Riet in Oberwinterthur sichert sich Stadtwerk Winterthur den Bezug von Biogas für die Zukunft.

sionen in der Schweiz nicht begrenzt. Die bestehenden Hauskehrichtdeponien in der Schweiz emittieren jährlich mehrere Millionen Kubikmeter Methan. Umgerechnet entspricht dies ca. 100 000 bis 250 000 Tonnen CO2 und somit mehr als dem jährlichen CO2-Ausstoss des gesamten Winterthurer Verkehrs. Deponiegase mit Methangehalt über 40% können zu Strom und Wärme verbrannt werden. Beträgt der Methangehalt 25% und mehr, brennen noch Gasfackeln, die das Gas zwar nicht mehr nutzbar, aber

Erdgasnetz wird verdichtet Rund 8200 Kundinnen und Kunden beziehen heute von Stadtwerk Winterthur jährlich 500 Millionen Kilowattstunden Erdgas. Das Erdgas wird an Stationen in Oberwinterthur und Wülflingen aus der Transportleitung der Erdgas Ostschweiz AG übernommen. Insgesamt umfasst das Erdgasnetz des Versorgungsgebiets rund 250 km Rohrleitungen, die permanent überwacht und gewartet werden. Und die Entwicklung geht weiter. Stadtwerk Winterthur will das Gasversorgungsgebiet verdichten und damit die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Gasnetzes kontinuierlich steigern. So kann der Anteil des umweltschonenden Erdgases am gesamtstädtischen Energieverbrauch weiter erhöht werden.

zumindest unschädlich machen können. Bei unter 25% entweicht das Gas unbehandelt in die Luft und trägt zum Klimawandel bei. Neuentwicklung des Ökozentrums Langenbruck Das Ökozentrum Langenbruck hat eine SchwachgasBrennertechnik entwickelt, welche Abgase aller Art, auch Brennstoffe mit nur rund 5% Methangehalt, äusserst emissionsarm verbrennen kann. Gleichzeitig wurde vom Ökozentrum in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) eine weltweit einzigartige Mikroturbine entwickelt, welche ebenfalls mit Schwachgas betrieben werden kann. Die Schwachgasfackel soll jetzt zusammen mit der Mikroturbine auf einer seit 1986 geschlossenen Siedlungsmüll-Deponie im Kanton Zürich installiert und im Feldtest während mehrerer Jahre geprüft werden. Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur unterstützt diesen Test mit CHF 116 000. Bestätigt der Feldtest die erwarteten Ergebnisse, könnten die Komponenten welt-

Einladung zum Energie- und Umweltapéro Im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten lädt Stadtwerk Winterhur in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW zu einem Energie- und Umweltapéro ein. Thema: Innovation Gas – 150 Jahre Gasversorgung Winterthur. Zeit: 2. Juni 2010, 17.45 Uhr | Ort: ZHAW, Technikumstrasse 9, Winterthur Leitung: Prof. Dr. Joachim Borth | Eintritt frei | www.stadtwerk.winterthur.ch/gasjubilaeum

weit eingesetzt werden und helfen, den Ausstoss von klimaschädlichen Gasen aus Deponien zu verringern. Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur wird durch die Stromkundschaft von Stadtwerk Winterthur mit einem freiwilligen Aufpreis von 2 Rp./kWh verbrauchtem Strom geäufnet. Informationen dazu unter Tel. 052 267 22 22 oder www.stadtwerk.winterthur.ch/ klimafonds


Aktuell

Vorbildlich handeln als Gold-Stadt Was steckt hinter dem Label Energiestadt, mit dem bereits über 200 Gemeinden in der Schweiz und im grenznahen Ausland zertifiziert sind? Konkrete Massnahmen für eine nachhaltige Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik, wie das Beispiel der Energiestadt Gold Winterthur zeigt. «Energiestadt» ist im Rahmen von EnergieSchweiz ein Werkzeug für Gemeinden, um ihre Ökobilanz und die Lebensqualität der Bevölkerung zu steigern. Dazu gehört auch die Vorbildfunktion für Bevölkerung und Gewerbe. Das Label ist ein Leistungsausweis für einen umfassenden Prozess, der die Gemeinde über verschiedene Stufen zu einer nachhaltigen Energiepolitik führt – in Bereichen, mit der sich eine Stadt täglich auseinandersetzt: Raumplanung, Gebäude, Versorgung/Entsorgung, Mobilität, interne Organisation und Kommunikation. Erst wenn eine Gemeinde in diesen sechs Bereichen die Hälfte der möglichen Massnahmen beschlossen und realisiert hat, kann das Gütesiegel Energiestadt erreicht werden. Die Vision, die von immer mehr Energiestädten angestrebt wird, ist der Weg in die 2000-Watt- und 1-Tonne-CO2-Gesellschaft. Diese Vision hat auch die Stadt Winterthur, die bereits 1999 als Energiestadt zertifiziert wurde. Im Jahr 2007 wurde Winterthur für seine konstanten und weiter verstärkten Sparanstrengungen im Energiebereich mit dem «European Energy Award GOLD» ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung für Energiestädte. Dieser Award wurde in der Schweiz bis heute nur von 14 Gemeinden erreicht. Klug gebaut, viel gespart Besonders gross ist das Energiesparpotenzial beim Bauen. Heute stammen in der Schweiz rund 40 Prozent des CO2 aus Gebäudeheizungen. Mit gezielten Sanierungsmassnahmen kann allein hier der Energieverbrauch halbiert werden. Ein Vorzeigeprojekt in Winterthur ist eine Neubausiedlung im Quartier Oberseen. In einem

solchen Minergie-Haus wird unter dem Strich sogar mehr Energie produziert, als eine vierköpfige Familie verbraucht. Ein Komfortverzicht ist dafür nicht notwendig. Die erfreuliche Bilanz wird allein durch das Zusammenspiel von guter Bausubstanz, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien erreicht. So verfügt das Haus dieser Familie zum Beispiel über ein 30 Zentimeter dickes Mauerwerk, eine kontrollierte Gebäudelüftung, eine Solarstromanlage auf dem Dach und eine Erdsondenheizung. Nicht alle neu erbauten Häuser und Siedlungen weisen aber einen Standard auf, der zu mehr Klimaschutz und Energieeffizienz beiträgt. Darum hat die Stadt Winterthur gemeinsam mit vier weiteren Energiestädten den Gebäudestandard 2008 lanciert. Dieser verpflichtet öffentliche Bauherrschaften zu Standards für energie- und umweltgerechtes Bauen, die deutlich über das gesetzlich vorgeschriebene Mass hinausgehen. So wird im Vergleich zu den heute geltenden Vorschriften der Verbrauch um rund 40 Prozent reduziert. Zudem muss beim Gebäudestandard 2008 der gesamte Energiebedarf zu mindestens 40 Prozent aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die Arbeit geht weiter Kurt Egger ist im Auftrag des Bundes Programmleiter von EnergieSchweiz für Gemeinden. «Energiestadt ist im Rahmen von EnergieSchweiz eines der erfolgreichsten Projekte, weil es eine hohe Marktabdeckung erreicht», hält Egger fest. In der Schweiz leben bereits rund 42 Prozent aller Einwohner in einer Energiestadt. An der Gold-Stadt Winterthur hebt Egger spontan

den hohen Anteil an erneuerbaren Energien hervor, die in Winterthur eingesetzt werden. «Zudem bietet Stadtwerk Winterthur umfassende Dienstleistungen an wie etwa eine Energieberatung für Unternehmen», sagt Kurt Egger. Auch eine engagierte Energiestadt wie Winterthur kann sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Alle vier Jahre überprüft eine unabhängige Label-Kommission die Umsetzungen der Massnahmen. Ebenso werden die Standards für die Label-Vergabe laufend den neuen technischen und energiepolitischen Erkenntnissen angepasst. Eine Dynamik, die zu Winterthur passt. In Winterthur werden das städtische Energiekonzept und der kommunale Energieplan überarbeitet im Hinblick auf verstärkten Klimaschutz. Neben dem finanziellen Engagement im Projekt Ocean-Breeze wird die Entwicklung bei den Geothermie-Projekten aufmerksam verfolgt, und eine Machbarkeitsstudie für tiefe Geothermie für die Region Winterthur ist in Arbeit.

Nachhaltigkeit online Auf der erweiterten und neu gestalteten Website von Stadtwerk Winterthur ist dem Thema Nachhaltigkeit neu ein ganzer Bereich gewidmet. Informieren Sie sich über das Engagement von Stadtwerk Winterthur auf: www. stadtwerk.winterthur.ch/nachhaltigkeit

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Rückseite

Im Gespräch mit David Stickelberger Geschäftsführer von Swissolar, dem Schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie. David Stickelberger, Swissolar vertritt die Anliegen der solaren Wirtschaft in der Schweiz. Wie ist die aktuelle Stimmungslage unter Ihren Mitgliedern? Es herrscht Aufbruchstimmung. Die Solarmärkte verzeichnen erfreuliche Wachstumsraten, die Erkenntnis beginnt sich durchzusetzen, dass der weltweite Einsatz von Solarenergie in rund 20 Jahren ein wichtiges Standbein der Energieversorgung sein wird. Allerdings wird der Optimismus getrübt durch die immer noch ungenügende Bereitschaft seitens der Politik, Rahmenbedingungen für ein kontinuierliches Wachstum der Solarenergie zu schaffen. Wir geraten gegenüber unseren Nachbarländern in Rückstand. Zusammen mit dem Bundesamt für Energie hat Swissolar Anfang Februar in Winterthur die 8. Nationale Photovoltaik Tagung organisiert. Welche Erkenntnisse haben Sie aus dem zweitägigen Treffen mitgenommen? Für mich hat sich wieder einmal gezeigt, wie unglaublich innovativ unsere Forschungsinstitute, Hersteller und Anwender sind. Besondere Highlights sind die Entwicklung neuer Dünnschichtzellen sowie die Integration von Solarmodulen in die Gebäudehülle, womit auch höchste ästhetische Anforderungen erfüllt werden können. Frustrierend ist jedoch, wie wenig diese Produkte im eigenen Land eingesetzt werden können. Der wichtigste Grund dafür ist die ungenügende Förderung, aber in manchen Fällen bremsen auch allzu restriktive Bauvorschriften den Elan der Bauherren. Der fehlende Heimmarkt ist Anlass zur Sorge, es droht die Abwanderung des Know-hows. Deshalb kam an der Tagung die einhellige Forderung, dass die kostendeckende Einspeisevergütung baldmöglichst deblockiert werden muss.

Wegen der stark gesunkenen Marktpreise für Photovoltaikmodule senkt das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für Solarstrom um 18 %. Stehen Sie hinter dieser Entscheidung? Wir haben Verständnis für diese ausserordentliche Absenkung, sind jedoch unglücklich über die viel zu späte Ankündigung. Das gefährdet die Investitionssicherheit. Solche Änderungen der Spielregeln müssten mindestens ein halbes Jahr vor Inkrafttreten bekannt gegeben werden. Swissolar bemängelt den Deckel für die kostendeckende Einspeisevergütung für die Solarstromproduzenten. Haben Sie kein Verständnis für die knappen Bundeskassen? Hier gibt es ein oft gehörtes Missverständnis: Die kostendeckende Einspeisevergütung belastet die Bundeskasse überhaupt nicht. Es handelt sich um einen Aufschlag auf die Strompreise, der heute bei etwa 2,5, künftig bei maximal 4,5 Prozent der Stromkosten liegt. Das ist pro Durchschnittshaushalt monatlich weniger als eine Tasse Kaffee – eine verkraftbare Belastung, wenn es darum geht, unsere künftige Energieversorgung nachhaltig sicherzustellen. Für den Stromkonsumenten soll Strom aus Photovoltaikanlagen dereinst gleichviel kosten wie konventionell produzierte Elektrizität. Wann kann diese so genannte Netzparität in der Schweiz erreicht werden, so dass es keine separaten Fördermassnahmen für Sonnenenergie mehr braucht? Dies hängt nicht nur von der Kostensenkung beim Solarstrom, sondern auch vom zu erwartenden Anstieg der Preise für konventionell produzierte

Elektrizität ab. In der Schweiz dürfte die Netzparität für Privatkunden spätestens 2020 erreicht sein. Wie sehen Sie für die Energiezukunft in Europa das Zusammenspiel der Solarenergie mit anderen erneuerbaren Energien? Im Strombereich ergänzen sich die verschiedenen erneuerbaren Energien ausgezeichnet: Wenn es windet, scheint die Sonne meist nicht. Wasserkraft und Biomasse können verbleibende Versorgungslücken decken. Dazu braucht es aber noch weitere Massnahmen wie Lastmanagement und den Einbezug der Elektromobilität als möglichen ÜberschussSpeicher. Diese liessen sich in der Zukunft über das Smart Grid, ein intelligentes Netz, realisieren. Auch im Wärmebereich ergänzen sich die Technologien perfekt: Zukunftstaugliche Heizsysteme sind beispielsweise die Kombinationen von Holzschnitzel-Wärmeverbünden mit Sonnenkollektoren für grössere Überbauungen oder Erdwärmesonden mit Photovoltaik-Modulen für private Liegenschaften. Am 8. Mai 2010 findet in Winterthur im Rahmen der internationalen Tage der Sonne in Winterthur ein Solarmarkt statt. Welche Ziele will Swissolar als Initiantin der Tage der Sonne erreichen? Die Tage der Sonne bringen die Solarenergie zu den Leuten und machen sie sichtbar. Und dies auf vielfältige und phantasievolle Weise, dank der aktiven Mitwirkung von Gemeinden, Schulen, Energieversorgern und Anbietern. Damit können wir noch viel mehr Menschen für die Solarenergie begeistern. www.swissolar.ch und www.tagedersonne.ch

Solarmarkt in Winterthur

Impressum

Absender

Am Samstag, 8. Mai findet im Oberen Graben in der Winterthurer Altstadt ein Solarmarkt statt. Im Rahmen der internationalen Tage der Sonne informieren von 10 bis 16 Uhr verschiedene Anbieter über Solarwärme, Solarstrom und solares Bauen.

Erscheint halbjährlich und geht an die Kundinnen und Kunden von Ökostrom und Klimafonds Redaktion: Swisspower | Text: textpunkt.ch Gestaltung: Process – Partner für Design, Zürich Druck: 100 % Recyclingpapier

Stadtwerk Winterthur Postfach, 8402 Winterthur Telefon 052 267 61 61, Fax 052 267 61 33

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