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Das Magazin von Stadtwerk Winterthur

1/2014

Kehrichtverwertungsanlage fertig umgebaut

Mehr Strom und Wärme aus unserem Abfall Die modernisierte Kehrichtverwertungs­ anlage ist auch ein Kraftwerk, das ­Fernwärme und Elektrizität liefert. || Seite 8 Neues Pumpwerk

Das neue Stufenpumpwerk Kemptthal verbessert die ­Wasserversorgung. || Seite 17

Energiewende

Zwei Ingenieure disku­tieren über die zukünftige ­Stromversorgung. || Seite 18


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Inhalt   4 Spots Maddalena Pellegrino Leiterin Kommunikation Stadtwerk Winterthur

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 8 Kehrichtverwertungsanlage modernisiert

Wärme und Strom aus Abfall

Die umgebaute Kehrichtverwertungsanlage in ­Winterthur liefert mehr Energie als vorher. 10 Mitfahrgelegenheit dank Internet

Wo willst du hin? Ich nehm’ dich mit!

16 Energievorschriften für Staubsauger

Ich bin auch …

Eine der wohl erfolgreichsten Schweizer Werbekampagnen der letzten Jahrzehnte ist jene des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV), die 2000 / 2001 lanciert wurde. Wie keine an­ dere hat es diese Kampagne verstanden, das Konzept des ZVV mit einem einfachen Slogan auf den Punkt zu bringen. «Ich bin auch ein Schiff / ein Tram / ein Bus» ist heute allen Kantonszürcherinnen und -zürchern geläufig, hat sich in die Köpfe eingeprägt und ist sozusagen zum Allgemeingut geworden. Als solches wurde der Slogan tausendfach ­kopiert und musste für alles Mögliche herhalten. Nun denn, auch wir reihen uns ein in die zahlreichen «Ich bin auch …»-Verkünder und sagen stolz in Bezug auf ­unsere vor wenigen Monaten fertig umgebaute Kehrichtverwertungsanlage (KVA): «Ich bin auch ein Kraftwerk.» Und es stimmt wirklich. Die KVA verbrennt nicht nur Abfall, sondern produziert auch Strom und Wärme, nach dem Umbau mehr denn je. Überzeugen Sie sich selbst. Sie sind herzlich eingeladen, die KVA am Tag der offenen Tür am 4. Mai 2014 zu besichtigen. Wir freuen uns auf Sie!

Gut geputzt mit wenig Strom

17 Wasserversorgung besser vernetzt

Neues Stufenpumpwerk Kemptthal

18 Energiewende

Zwei Ingenieure, eineinhalb Meinungen

20 Infografik

Photovoltaik gestern, heute und morgen

22 LED-Kunstprojekt «Speed of Light»

Licht, Landschaft, Langstreckenlauf 25 Strom aus Fitnessgeräten

Kraftsportler als Kraftwerke

26 Lebensmittelabfälle

Unhaltbare Zustände: Essen im Müll

28 Leserangebot «Robo Clean» von Trisa

Robotersauger zum Vorzugspreis

30 Preisrätsel

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Edle Gartenliege von Hunn zu gewinnen

31 Galerie Energie

Titelbild: Jolanda Flubacher Derungs

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Rumhängen auf der Stromleitung

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Blühende Glückwunschkarten

Verschicken Sie den Frühling! «Lassen Sie Blumen sprechen!» Diesen Satz kennt jeder. Aber wie wär’s mal umgekehrt? Sprache blühen lassen? Ein Dichter oder eine Poetin müssen Sie dafür nicht sein. Schreiben Sie Ihre lieben Worte, Ihre Glückwünsche oder Einladungen einfach auf blühendes Papier. Der Adressat kann das von Hand geschöpfte und biologisch abbaubare Recyclingpapier nach dem Lesen der Nachricht eintopfen. Je nach Saatgut spriessen dann schon bald Wildblumen oder Küchenkräuter.

Das blühende Papier ist in verschiedenen Farben und mit verschiedenen Saatgut­ mischungen erhältlich:

Fotos: zVg, Herbert Zimmermann, iStockphoto / Martine Doucet

wunder-werk.ch

Impressum:   92. Jahrgang  |  Heft 1, März 2014  | Erscheint vierteljährlich | ISSN-1421-6698 | Verlag und Redaktion: Infel AG, Postfach 3080, 8021 Zürich Telefon: 044 299 41 41, Telefax: 044 299 41 40 E-Mail: redaktion@strom-zeitschrift.ch   Chefredaktion: Matthias Bill, Simon Fallegger (Stv.)  Art Director: Franziska Neugebauer Layout: Melanie Cadisch, Marina Maspoli  Bildredaktion: Diana Ulrich (Ltg.), Matthias Jurt, Yvonne Schütz | Druck und Distribution: Vogt-Schild Druck AG, Derendingen  |  Anzeigenmarketing: Publicitas Publimag AG, Telefon: 044 250 38  03  | Gesamtauflage: 678 875 Ex. (WEMF / SW-beglaubigt)

Der Weg des Winterthurer Trinkwassers

Petrus und der Winterthurer Wald Wollten Sie schon immer einmal Petrus spielen und gleichzeitig den Weg des Trinkwassers in die Winterthurer Häuser verfolgen? Stadtwerk Winterthur bietet Ihnen vom 23. bis 25. Mai 2014 die Gelegenheit dazu. 2014 feiert Winterthur 750 Jahre Stadtrecht. Aus diesem Anlass organisiert die Naturwissenschaftliche Gesellschaft Winterthur die Ausstellung «Waldzeit – Mensch · Wald · Wissenschaft». Sie findet auf dem Neumarkt in Winterthur statt und macht die Bedeutung unserer Wälder hinsichtlich unserer Lebensqualität interaktiv erlebbar. Winterthur ist in der komfortablen Lage, über genügend Trinkwasser von ausgezeichneter Qualität zu verfügen. Der Wald erfüllt dabei eine wichtige Funktion. Besuchen Sie den Stand von Stadtwerk Winterthur und lassen Sie es – wie Petrus – regnen!


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Prototyp auf Dach installiert

Erster Härtetest für neuartige Windturbine Nach nur fünf Monaten Konstruktions- und Bauzeit wurde im Dezember 2013 in Marthalen der erste ­Prototyp einer neuartigen Windturbine montiert. Sie heisst «WindRail» und steht auf dem Dach eines Getreidesilos. Die Windturbine befindet sich in einem Gehäuse und nutzt fast geräuschlos drei Energiequellen: die Windkraft, die Druckunterschiede, die entstehen, wenn der Wind ein Flachdachgebäude umfliesst, sowie die Sonneneinstrahlung. Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur hat den Prototyp mit 150 000 Franken mitfinanziert. Bevor der Markt mit der neuen Technologie erobert werden kann, gilt es, die Messdaten von Mar­ thalen auszuwerten. In den nächsten zwölf Monaten wird sich zeigen, ob sich das System im Feld bewährt. Stadtwerk Winterthur gratuliert den Initianten von «WindRail» zum erfolgreichen Start des Testbetriebs! Mehr Informationen:

stadtwerk.winterthur.ch/klimafonds

Der Prototyp des «WindRails» auf dem Dach des Getreidesilos der Landi in Marthalen gleicht einer Lüftung, nicht einem Windrad.

Modernisierte Lehre «Netzelektriker/-in EFZ»

Junge Netzelektriker gesucht Jedes Jahr sucht die Energiebranche mindestens 200 Jugendliche, die Netzelektriker werden möchten. Mit der Energiestrategie 2050 und den damit verbundenen Netzmodernisierungen kommt dem Beruf in Zukunft eine noch stärkere Bedeutung zu. Umso wichtiger ist es, dass das Berufsbild «Netzelektriker/-in EFZ» mo­ derne Bildungsvorgaben erfüllt, aktuellen Marktbedürfnissen entspricht und für Lernende attraktiv bleibt. Die zuständigen Verbände haben deshalb die Ausbildung gründlich modernisiert. Die Lernenden, die im Sommer 2014 mit der Lehre beginnen, können nebst ­der Grundausbildung neu zwischen drei Schwerpunkten auswählen: Energie, Telekommunikation und Fahrleitungen. Das garantiert berufliche Perspektiven. Hier finden interessierte Jugendliche wichtige Informationen zu den offenen Lehrstellen und können sich mit Gleichaltrigen austauschen:

netzelektriker.ch, yousty.ch, facebook.com/lehrstellenschweiz


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Kommunikative Abfallcontainer

Die Frage an Alexander Jacobi

Was ist ein negativer Strompreis? Es kommt manchmal vor, dass in Europa mehr Strom produziert wird, als eigentlich gebraucht wird, vor allem Windenergie und Sonnenstrom. Im Stromhandel sinkt dann der Strompreis und kann sogar negativ werden, das heisst, der Stromproduzent muss dafür bezahlen, dass ihm jemand den Strom abnimmt. Haushalte profitieren davon aber nicht, da für diese der Strommarkt (noch) nicht geöffnet ist.

Klimafonds unter­stützt Füllstandmessung per Funk Bevor ein Kehrichtsammelfahrzeug frühmorgens ausrückt, wird seine Tour minutiös geplant. Dabei helfen batteriebetriebene Füllstandsensoren. Sie messen mithilfe von Ultraschall, wie voll ein Container ist, und übermitteln die Daten über das Mobilfunknetz an einen Empfänger. Anhand dieser Daten lässt sich eine Tour für jene Behälter planen, die zu mehr als 80 Prozent gefüllt sind. Swisslogix hat nun eine Technik entwickelt, welche die Füllstanddaten neu über Funk sowie in Echtzeit übermittelt. Diese Technik ist energiesparender als die bestehende, da die Aussenhülle des Abfallcontainers als Antenne dient. Rund 20 Prozent der CO2-Emissionen der Sammelfahrzeuge sollen sich dank der Füllstandmessung künftig einsparen lassen. Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur unterstützt den ersten Feldtest dieser Technik mit 50 000 Franken. Mehr Informationen:

stadtwerk.winterthur.ch/ klimafonds

Wollen Sie auch etwas wissen zu einem Energie­thema? Senden Sie Ihre Frage an:

jacobi@strom-zeitschrift.ch Schon voll oder noch halb leer? Dank Füllstand­ sensoren fährt das Kehricht­ sammelfahrzeug nur zu vollen Abfallcontainern.

20 Prozent Rabatt für «energie»-Leser

Fotos: Stefan Kubli, zVg, 2013 Superpedestrian Inc, shutterstock / WDG Photo, zVg

Günstiger zu CYCLOPE CYCLOPE, ein poetisch-verrücktes Spektakel frei nach Jean Tinguely, kommt nach Winterthur und Basel. Eine internationale Künstlertruppe vereint Artistik, Theater und Livemusik – ganz ohne Worte – zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle und erweckt Tinguelys «Le ­Cyclop» mit einer rasanten Show und einem 17 Meter hohen Bühnenbild zum Leben. «energie»-Leser erhalten 20 Prozent Rabatt auf die Tickets. Die Uraufführung am Ufer des Bielersees im Sommer 2012 begeisterte Presse und Publikum. 27 000 Personen sahen die Produktion. Nun geht die Erfolgsgeschichte in einer Neuinszenierung weiter. Seit dem 28. Feb­ruar 2014 in Winterthur in der charaktervollen, alten Indus­ triehalle 52 und ab dem 10. Juli 2014 in Basel als OpenAir-Inszenierung am Klybeckquai zu sehen. Der Rabatt von 20 Prozent für «energie»-Leser gilt für alle Vor­ stellungen (ausser sonntags) in Winterthur bis zum 6. April und in Basel vom 10. Juli bis zum 17. August. Buchen Sie Ihre Tickets (max. 6) mit dem Promocode STROM14CL online, per Telefon oder an den Vorverkaufsstellen:

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Elektroantrieb für jedes Fahrrad

Vorneweg mit Hinterradantrieb Ihr Velo wird schöner, schneller und intelligenter – mit einem Handgriff. «The Copenhagen Wheel», entwickelt am Massachusetts Institute of Technology und benannt nach der dänischen Hauptstadt – Projektsponsor und Fahrradmekka –, macht aus jedem «Göppel» ein E-Bike. Im formschönen Hinterrad befindet sich ein Elektromotor, der sich automatisch dem Tretrhythmus anpasst und wo nötig – zum Beispiel am Berg – unterstützend eingreift. Auf einmal haben Sie drei- bis zehnmal mehr Power und erreichen ohne Schweiss Geschwindigkeiten von 25 Kilometern pro Stunde. Es dauert vier ­Stunden, um die Batterie in der feuerroten Nabe komplett aufzuladen. Das reicht sicher für 50 Kilometer Tretunterstützung. Auf Abfahrten und beim Bremsen lädt sich die Batterie aber auch unterwegs wieder auf. Eine Smartphone-App sperrt und entsperrt nicht nur das Rad, sondern erfasst auch statistische Daten wie Höchstgeschwindigkeit, zurückgelegte Kilometer, überwundene Höhendifferenz oder verbrannte Kalorien – bereit, um per Twitter oder Facebook verbreitet zu werden. Sie können «The Copenhagen Wheel» zurzeit für rund 800 Dollar vorbestellen:

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Gute Akzeptanz von Windkraftanlagen

Anwohner fühlen sich kaum gestört Die meisten Anwohner (78 %) von Windenergieparks in der Schweiz stehen der Windenergie positiv gegenüber. Ähnlich viele (76 %) sagen, dass die Windkraft­ anlagen keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden hätten. Umgekehrt fühlen sich 6 Prozent der Anwohner stark belästigt, vor allem durch Geräuschimmissionen. Diese Resultate ergab eine Meinungsumfrage, die Forschende der deutschen MartinLuther-Uni­versität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen 2012 / 2013 durchgeführt haben. Übrigens: Anwohner potenzieller Standorte haben eine negativere Einstellung zu Windkraftanlagen als Anwohner bereits bestehender Anlagen.


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Kehrichtverwertungsanlage modernisiert

Gestärktes Kraftpaket

Fotos: zVg

Die umgebaute Kehrichtverwertungsanlage in Winterthur ist eine der modernsten Europas. Mit der Abwärme wird mehr Strom und Fernwärme produziert als zuvor. Während rund sechs Jahren wurde in Winterthur an der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) gebaut. Seit Herbst 2013 ist die Sanierung beendet, und die KVA präsentiert sich technisch auf modernstem Stand und architektonisch in neuem Kleid. «Zusammen mit der Planungszeit und dem umfangreichen politischen Pro­ zess dauert so ein Projekt rund eine Dekade», sagt ­Eugen Meile, der das Erneuerungsprojekt bei Stadt­ werk Winterthur von Planungsbeginn im Jahr 2004 bis im November 2011 leitete. Danach übernahm Frank Schilt die Projektleitung. Ausgangspunkt der Erneue­ rung war das Ende der technischen Lebensdauer der 1978 in Betrieb genommenen Verbrennungslinie 1. Stadtwerk Winterthur nahm den Umbau zum Anlass, nicht nur den Ofen 1 zu ersetzen, sondern diverse ­weitere Verbesserungen zu realisieren: • Eine zusätzliche, vierte Rauchgasreinigungsstufe führt dazu, dass die Schadstoffwerte noch weiter un­ ter den von der Luftreinhalteverordnung definierten Grenzwerten liegen.

Tag der offenen Tür am 4. Mai 2014

Blick hinter die Kulissen Folgen Sie den Spuren des Abfalls! Am Sonntag, 4. Mai 2014, öffnet die Kehrichtverwertungsan­ lage ihre Türen für die Winterthurer Bevölkerung. Von 10 bis 17 Uhr erwartet Sie ein spannender Rundgang durch die modernisierte Anlage. Stellen Sie den Fachleuten von Stadtwerk Winterthur Ihre Fragen und erfahren Sie mehr über die KVA. Freuen Sie sich auf Attraktionen für Gross und Klein sowie auf Feuriges und Flammendes für Ihr leibliches Wohl. Im Rahmen des Tags der offenen Tür präsentiert zudem das Tiefbauamt den neuen Werkhof und seinen vielfältigen Fahrzeugpark. Mehr Informationen:

stadtwerk.winterthur.ch/kva


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Die Winterthurer Kehrichtverwertungs­ anlage reduziert das Abfallvolumen auf rund ein Zehntel und ist gleichzeitig ein Kraftwerk, das Elektrizität und ­Fern­wärme produziert. Von links nach rechts: Blick in einen Ofen; Wärme­ zentrale; Greiferbagger beim Handablad.

• Dank der neuen Energiezentrale kann heute aus der­ selben Menge Kehricht (rund 180 000 Tonnen pro Jahr) mehr Strom und Fernwärme gewonnen wer­ den als vorher. Der Gesamtwirkungsgrad der Anlage stieg um rund ein Drittel. Pro Jahr produziert die KVA nun Strom für etwa 20 Prozent des Bedarfs der Stadt Winterthur sowie Fernwärme für etwa 8 Prozent des Wärmebedarfs. • Ein grösserer Bunker erlaubt das Speichern grösserer Abfallmengen, sodass der 24-Stunden-Betrieb der Verbrennung und damit die Lieferung von Fernwär­ me auch in jenen Zeiten gewährleistet ist, in denen weniger Müll angeliefert wird wie beispielsweise während der Weihnachtsfeiertage.

Ehrgeizige Ziele erreicht Der KVA-Umbau war die bisher grösste Baustelle Win­ terthurs. Zudem war der dafür benötigte Objektkredit der höchste, über den Winterthur je abgestimmt hat. Für den Bau standen dadurch 230 Millionen Franken zur Verfügung. Doch der von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern im Jahr 2007 mit überwältigender Zustimmung (82 Prozent) genehmigte Kredit musste nicht ausgeschöpft werden, da sich die Gesamtkosten auf unter 220 Millionen beliefen. Auch konnte die Inbe­ triebsetzung früher beginnen als geplant. Beides ist für ein derart grosses Projekt keine Selbstverständlichkeit, umso weniger, als die Bauarbeiten während des laufen­ den Betriebs der KVA stattfanden. Alexander Jacobi

In den Luftaufnahmen zeigen sich die grossen Veränderungen zwischen der alten (links) und der neuen Winterthurer Kehrichtverwertungsanlage.


Fotos: Markus Bertschi, zVg

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«Unser Mitbringservice reduziert den Verkehr und schont die Umwelt.» Stella Schieffer, CEO von «BringBee»


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«Während des Studiums wird man mitgenommen, nach dem Studium nimmt man mit.» Daniel Ruppert, Teilnehmer bei «mitfahrgelegenheit.ch»

Kollaborative Mobilität

Zwischen dem Individualverkehr und dem öffentlichen Verkehr entsteht ein dritter Weg des Unterwegsseins: die kollaborative Mobilität. Nutzer suchen situativ passende Mobilitätsangebote und vernetzen sich mit privaten Anbietern über Online-Plattformen und Apps.


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Mobilität beginnt im Jahr 2014 mit Kommunikation. Und alles, was es für die Kommunikation zwischen Nachfrager und Anbieter im Verkehrsmarkt braucht, ist ein Laptop mit Netzanschluss. Ortstermin in einem umgenutzten Postgebäude im Zentrum von Zürich: Stella Schieffer sitzt an einem leeren Besprechungs­ tisch und schaut sich die neuesten Bewegungen auf ihrem Online-Portal «BringBee» an. «Co-Founder & CEO» steht auf ihrer Visitenkarte. «BringBee» ist ein Mitbringservice, der Einkaufs­ willigen die Fahrt und die Zeit zum Einkaufen sparen soll. Wer zum Beispiel ein paar Dinge aus der Ikea braucht, schreibt eine Einkaufsliste auf dem Portal. Und wer sowieso ins Shoppingcenter oder ins Fach­ geschäft fährt, meldet sich als «Mitbring-Bienchen» und kauft gleich für zwei ein. «Das verursacht weni­ ger Verkehr und schont die Umwelt», fasst Stella Schieffer, die das Unternehmen mit gerade mal 24 Jahren gegründet hat, den Deal zusammen. Der Ein­ käufer erhält für seine Dienste eine kleine Beloh­ nung, «BringBee» sorgt für einen reibungslosen Ab­ lauf und die sichere Transaktion der Kosten. Die Motivation für ihren Frachtendienst holte sich die Transportingenieurin mit Abschlüssen an der ETH Zürich und am MIT in Boston aus der Erkenntnis, dass rund 70 Prozent aller Transportkapazitäten im Ver­ kehr ungenutzt bleiben. Zusammen mit einem Kom­ militonen lancierte sie «BringBee»; das Start-up-­ Unternehmen ist mehrfach prämiert worden und wird neben anderen durch die Klimastiftung Schweiz, den WWF und die SBB unterstützt. Schieffer und ih­ ren Partnern ist es wichtig, ein Projekt mit «ökologi­ schem Tiefgang» zu betreiben – auch wenn sie mo­ mentan aus dem Geschäft noch keinen Gewinn zieht. Geburt eines neuen Mobilitätsmarktes Die Jungunternehmerin reiht sich mit ihrer Idee ein in eine Reihe von neuen Online-Portalen und Smart­ phone-Apps, die Lösungen im Mobilitätsbereich an­ bieten. «Wir beobachten die Geburt eines neuen Marktes zwischen dem öffentlichen Verkehr und dem Individualverkehr», bestätigt Jörg Beckmann, Direk­ tor der Mobilitätsakademie in Bern. Er bezeichnet ­diesen dritten Weg als «kollaborative Mobilität», kurz: ­Ko-Mobilität. Der Grundgedanke ist der gleiche wie bei anderen Angeboten des gemeinschaftlichen ­Konsums in der modernen «Share Economy»: tau­ schen, teilen und auf Zeit nutzen statt auf Dauer besit­ zen und alleine fahren. «Ko-Mobilität ermächtigt die Nutzer», sagt Jörg Beckmann. «Der Konsument wird auch zum Produ­ zenten von Mobilitätsdienstleistungen und umge­ kehrt» (siehe Interview rechts). Dabei erhalten auch

Ein privates Auto steht im Durchschnitt 23 Stunden am Tag still. Ein geteiltes Auto ist in der Regel ein bewegtes Auto. Mobilitätsakademie Schweiz

altbekannte Mobilitätsformen wie das Trampen neuen Schub. Wer heu­ te von A nach B will, stellt sich nicht mit dem ­Daumen nach oben und ei­ nem Schild seiner Wunschdestina­ tion an den Strassenrand, sondern sucht sich das passende Angebot auf Websites wie «mitfahrgelegenheit. ch». Der Dienst ist der Schweizer Ableger der deutschen Plattform «carpooling.com». Diese vermittelt Fahrgemeinschaften in mehr als 45 Ländern; mehr als 5 Millionen Nutzer und Nutzerinnen haben sich bisher europaweit registriert.

«Elektromobilität ist heute alltagstauglich, und es macht Spass, Pionier zu sein.» Simon Schlauri teilt seinen E-Smart über «eMotion Zürich»

Sichere Fahrt und gute Unter­ haltung Eine davon ist Dvora Ben-Haim. Die angehende Sängerin aus Zürich hat den Dienst schon mehrfach genutzt: «Ich habe keinen Führerschein, möch­ te aber dennoch ohne Umsteigen an mein Ziel gelangen.» Bevor sie sich in ein über «mitfahrgelegenheit.ch» ge­ fundenes Auto setzt, informiert sie sich über die Fahrer. «Vertrauen und Sicher­ heit sind für mich wichtige Aspekte, da helfen mir die Profilangaben der Anbie­ ter auf der Plattform sehr.» Einer ihrer Fahrer auf dem Weg von der Schweiz nach Süddeutschland war ein ange­ hender Frachtschiffkapitän. «Bei die­ sem Mann würde ich jederzeit an Bord gehen», berichtet Dvora Ben-Haim. Ein weiterer Gewinn für die 31-Jährige: der soziale Austausch im Auto. «Mit einer anderen Mitfahrerin habe ich mich spä­ ter auf Facebook verlinkt und bin noch heute mit ihr in Kontakt.» Diesen Aspekt schätzen auch Fah­ rer mit eigenem Fahrzeug, die über das Portal Mitfahrer suchen. Daniel Ruppert ist Unternehmensberater, nimmt über längere Strecken fast im­ mer Mitfahrer mit und hat dabei schon einige interes­ sante Konstellationen erlebt: «Wenn eine Kranken­ schwester, ein Künstler und ein Finanzexperte zusammen unterwegs sind, entsteht meist ein soziales Erlebnis mit grossem Unterhaltungswert.» Gemein­ sam Auto zu fahren und so verschiedene Ansichten und Kulturen kennenzulernen, findet Daniel Ruppert allemal besser, als alleine unterwegs zu sein und höchstens mit dem Autoradio zu reden. Da nimmt er auch mal in Kauf, dass ein Mitfahrer Räucherstäbchen anzündet für sein Wohlbefinden. Daniel Ruppert hat den Mitfahrservice als Student in München für sich entdeckt und fühlt sich nun auch in der Rolle des Anbieters in der Schweiz wohl: «Für mich ist das auch eine Art Generationenvertrag: Während des Studiums wird man mitgenommen, nach dem Studium nimmt man mit.» Er ist überzeugt, dass sich Carpooling auch für kürzere Strecken


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Vier Fragen an Jörg Beckmann

«Teilen hat in der Schweiz Tradition» Haben soziale Netzwerke, Online-Plattformen und Apps die neue Art der Ko-Mobilität erst möglich gemacht? Es ist ein entscheidender Punkt, denn die Masse ist ein wichtiger Faktor in diesem Geschäft, das sich vorwiegend über Transaktionskostenbeiträge finanziert. Smartphone-Apps geben den Nutzern zudem die Möglichkeit, situationsbedingt und kurzfristig ein Mobilitätsangebot zu wählen.

Geht es nur um die Nutzung der Mobilität oder auch um das Erlebnis? Die Motive sind verschieden. Den einen geht es vor allem darum, mit wenig Ressourcenverbrauch von A nach B zu kommen. Für andere ist der soziale Aspekt wichtiger. So geben etwa Nutzer der Mitfahrzentrale «BlaBlaCar» auch an, wie kommunikativ sie unterwegs sind.

Teilen Schweizer gerne ihr Fahrzeug mit anderen? Ist das Auto nicht immer noch ein sehr privater Besitz? Teilen hat in der Schweiz durchaus Tradition, das zeigt auch der Erfolg von Mobility Carsharing. Bei der jüngeren Generation und in städtischen Milieus schwindet zunehmend die emotionale Bindung ans eigene Auto. Es wird immer mehr als reines Nutzobjekt angesehen und deswegen auch leichter mit anderen geteilt.

lohnt, stellt aber fest, dass hierzulande noch eine ge­ wisse Zurückhaltung besteht, andere Leute im eige­ nen Fahrzeug mitzunehmen oder jemandem «aufzu­ sitzen». Das Elektromobil über eine Plattform teilen Keine solchen Berührungsängste hat Simon Schlauri. Der Rechtsanwalt für Technologie- und Informations­ recht aus Zürich hat seit vielen Jahren ein Abo des Carsharing-Anbieters Mobility. Seit diesem Frühjahr hat er ein eigenes Auto – das er mit anderen Nutzern teilt. Sein neuer Smart ist ein reines Elektromobil: «Ich würde nie mehr einen ‹Verbrenner› kaufen. Das ist veraltete Technik aus dem letzten Jahrhundert, die laut ist, stinkt und unser Klima zerstört.» Simon Schlauris E-Smart kann im Rahmen des Projekts «eMotion ­Zürich» über die Online-Plattform «sharoo» oder über die entsprechende App mobil gebucht werden. Hinter

Welche Rolle spielt die E-Mobilität in der Ko-Mobilität? Elektromobile stehen für eine technische Innovation, Ko-Mobilität für eine soziale Innova­ tion. Zusammen ergeben sie eine ökologische Modernisierung der Mobilität. Bereits heute gibt es viele Carsharing-Projekte mit Elektromobilen, zum Beispiel an einigen Standorten von Mobility Carsharing, bei «eMotion Zürich» über das Portal «sharoo» oder bei verschiedenen Anbietern in europäischen Städten. Zur Person: Dr. Jörg Beckmann ist Direktor der Mobilitätsakademie in Bern. Die 2008 vom Touring Club Schweiz gegründete Denkfabrik befasst sich mit nachhaltigen Mobilitätsinnovationen. Sie veranstaltet auch den «World Collaborative Mobility Congress». Der nächste Kongress findet am 7. / 8. Mai 2014 in Bern statt.

mobilityacademy.ch, wocomoco.ch


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«Ich möchte auch ohne Führerschein an mein Ziel gelangen.» Dvora Ben-Haim nutzt das Angebot von «mitfahrgelegenheit.ch»

dem Portal steht «m-way», eine Tochterfirma der ­Migros. Unterstützt wird das Projekt unter anderem durch das Programm EnergieSchweiz des Bundes. «‹eMotion Zürich› kombiniert mit Sharing und Elek­ tromobilität zwei wichtige Trends», sagt Simon Schlauri. «Elektromobilität ist heute alltagstauglich, und es macht Spass, als Pionier bei einer sinnvollen Sache mitzumachen.» Über «eMotion Zürich» hat der Anwalt nicht nur sein Fahrzeug gekauft: Durch das Teilen er­ hält er eine Kostenbeteiligung und eine professionelle Schnellladestation vor dem Haus. Vorhandene Infrastrukturen besser nutzen Die Ko-Mobilität sucht sich neben den Bereichen Car­ pooling und Carsharing auch noch weitere Nischen wie etwa die effiziente Nutzung von (privaten) Parkplätzen. Mit Plattformen wie «parkit.ch» und «parku.ch» sind

hier gleich mehrere Anbieter am Start. Alle Angebote der Ko-Mobilität haben den Grundgedanken, umwelt­ verträglicher und ressourcenschonender zu sein als bestehende Mobilitätsformen. Zwar gebe es in der Schweiz ein gutes Angebot des öffentlichen Verkehrs, meint Mobilitätsexperte Jörg Beckmann. «Durch die Ko-Mobilität wird aber auch das Auto Teil des ÖV.» Dies wiederum habe Einfluss auf die städtische Ver­ kehrsplanung: «Ko-Mobilität leistet einen Beitrag, die vorhandene Infrastruktur besser zu nutzen», sagt Jörg Beckmann. Für ihn ist die Ko-Mobilität keine Glau­ bensfrage. Er ist überzeugt, dass das Potenzial vorhan­ den ist und ein grundlegender Wandel eingesetzt hat: «Durch die ‹Share Economy› wird auch das Vertrauen in die Gesellschaft neu gestärkt, wenn man sich ­gegenseitig mit Dienstleistungen unterstützt.» Patrick Steinemann


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Energievorschriften für Staubsauger

Gut geputzt mit wenig Strom Die Nennleistung von Staubsaugern wird begrenzt. Dauert der Frühlingsputz deshalb bald länger? Die Europäische Kommission begrenzt die aufgenom­ mene Leistung von Staubsaugern per 1. September 2014 auf 1600 Watt. Eine weitere Reduktion – auf 900 Watt – folgt drei Jahre später. Die Schweiz beabsichtigt, diese Anforderungen zu übernehmen, und zwar auf den 1. Januar 2015 bzw. auf den 1. September 2017. Muss der tüchtige Hausmann oder die fleissige Haus­ frau nun damit rechnen, dass der Frühlingsputz länger dauert? Sauberer Teppich hat nichts mit Leistung zu tun Die Antwort lautet Nein. Eine Untersuchung von top­ ten.eu hat nämlich ergeben, dass eine hohe elektrische Nennleistung kein Mass für eine besonders hohe Saug­ Runter mit dem Energieverbrauch

Foto: iStockphoto / Lise Gagne

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leistung ist. Zudem legt die Europäische Kommission parallel zur Leistungsbegrenzung Mindestwerte für die Staubaufnahme fest, getrennt nach Teppich- und Hartboden. So geht die Reduktion der elektrischen ­Leistung nicht zulasten der Saugleistung. «Mit den neuen Vorschriften wird dem Trend zu im­ mer höheren Leistungen von Staubsaugern ein Riegel geschoben», sagt Anette Michel von Topten. «Gleich­ zeitig wird für die Hersteller ein Anreiz geschaffen, effizientere Motoren einzusetzen.» Warendeklaration für Staubsauger Neu eingeführt wird eine Energieetikette für Staub­ sauger. Sie gibt einerseits den Jahresenergieverbrauch an (basierend auf 50-maligem Saugen von 87 Quadrat­ metern, wobei 4-mal über jeden Punkt gefahren wird), macht anderseits aber auch A ­ ngaben über die Reini­ gungswirkung. So lassen sich Staubsauger in Zukunft mit einer hohen Saugkraft bewerben statt mit einer hohen Nennleistung. Alexander Jacobi Geräte mit besonders niedrigem Energieverbrauch, die bereits heute die kommenden Vorschriften erfüllen, sind hier aufgelistet:

topten.ch > Haushalt > Staubsauger

Lassen Sie saugen! Auf Seite 28 gibt’s den Sau­g­roboter Robo Clean von Trisa Electronics zum Vorzugspreis.


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Wasserversorgung besser vernetzt

Trinkwasser auch in Notlagen Ein Pumpwerk macht’s möglich: Bei Engpässen oder Ausfällen können sich die Städte Zürich und Winterthur jetzt gegenseitig mit Wasser aushelfen.

Das neu gebaute Stufen­ pumpwerk Kemptthal ist wesentlich leistungs­ fähiger als das alte.

Fotos: Jolanda Flubacher Derungs

Der kantonale Trinkwasserverbund ermöglicht es, dass in Notfällen zwischen den grösseren Zentren im Kanton Zürich Trinkwasser ausgetauscht werden kann. Dazu sind diese Zentren über Wasserleitungen miteinander vernetzt. Das alleine genügt jedoch nicht, es braucht auch Pumpstationen. Eine solche Pumpstation ist das Stufenpumpwerk Kemptthal. Es wurde zwischen Oktober 2012 und No­ vember 2013 neu gebaut und ersetzt das ursprüngli­ che Pumpwerk. Dieses war während 35 Jahren – we­ sentlich länger als ursprünglich geplant – in Betrieb und konnte pro Tag bis zu 5000 Kubikmeter Wasser in die Region Glatttal pumpen. Ein halber Tagesbedarf für Winterthur Das neue Pumpwerk erlaubt es nun, pro Tag bis zu 40 000 Kubikmeter Wasser in Richtung Glatttal zu pum­ pen oder von dort bis zu 12 000 Kubikmeter zu bezie­ hen. Letzteres entspricht rund einem halben Tages­ bedarf der Stadt Winterthur, der sich auf 25  000 Kubikmeter beläuft. Dank hochmoderner Pumpen mit sparsamen Moto­ ren ist der Betrieb des neuen Pumpwerks deutlich ef­ fizienter geworden. Die Pumpen brauchen deshalb – ­bezogen auf die gleiche Menge Wasser – rund 20 Prozent weniger Strom. Alexander Jacobi

Bruno Marthaler, Mitarbeiter von Stadtwerk Winterthur, prüft mit einem Stethoskop, ob eine Pumpe rund läuft.

Technikersprache

Warum «Stufenpumpwerk»? Bei der Trinkwasserversorgung werden zwei Arten von Pumpwerken unterschieden: einerseits Grundwasserpumpwerke, die das Wasser aus dem Untergrund fördern, anderseits Stufenpumpwerke, die das Wasser in ein höher gelegenes Reservoir («eine Stufe höher») pumpen.


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Energiewende

Zwei Ingenieure, eineinhalb Meinungen

Fotos: Daniel Winkler

Mit welchen Produktionsformen ist in der Schweiz die Energiewende zu schaffen? Die zwei ETH-Ingenieure Anton Gunzinger und Walter Müller diskutieren über Selbstversorgung, Verbrauchsprognosen und Produktionsanlagen in den Alpen.

Herr Gunzinger, Sie haben mehrere Szenarien durchgespielt, wie die Energiewende ablaufen könnte. Von welchen Voraussetzungen sind Sie ausgegangen? Anton Gunzinger: Wir legten unseren Berechnun­ gen die Annahme zugrunde, dass sich die Schweiz komplett selbstständig mit Strom versorgen soll. Das ist insofern sinnvoll, als wir als «Schweiz AG» dadurch in Zukunft selbst bestimmen könnten, zu welchen Zeiten wir mit Strom handeln wollen. Der Bund würde dazu die entsprechenden Rahmenbedingungen vorgeben, innerhalb deren sich die Kraftwerksbetreiber – wie «Die Energiewende gelingt schon heute – frei be­ alleine mit Erneuerbaren.» wegen könnten. Anton Gunzinger Walter Müller: Das Wettbewerbsprinzip auf dem Strommarkt würde aber eingeschränkt. Die Folge wären höhere Preise für die Verbraucher. Aus deren Sicht ist es nicht wesentlich, ob die Schweiz jederzeit 100 Prozent des benötigten Stroms selbst produzieren kann. Das ist heute schon nicht der Fall. Im Winter ver­

brauchen wir viel mehr Strom, als wir produzieren. Die Versorgungssicherheit wird durch die Einbindung in das europäische Verbundnetz verbessert, weil man sich beim Ausfall von Kraftwerken grenzüberschrei­ tend aushelfen kann. Aus elektrotechnischer Sicht ist die Produktion «vor Ort» allerdings wichtig. Das Netz wird weniger belastet, es braucht weniger Leitungen. Wie sind wir für die Zukunft aufgestellt? Wenn nicht die heutigen Importe, gilt es doch zumindest, über kurz oder lang die Kernkraftwerke zu ersetzen? Gunzinger: Wir haben genügend Leistung in den bestehenden und im Bau befindlichen Speicherseen und Pumpspeicherwerken, um zusammen mit Wind­ kraft und Photovoltaik die Energiewende alleine mit Erneuerbaren zu schaffen. Das geht klar aus unseren Simulationen hervor. Die Gaskombikraftwerke aus der Strategie des Bundes wären nur nötig, wenn der Aus­ bau der Photovoltaik tatsächlich so langsam vorangin­ ge wie vom Bund angenommen. Schon heute sind wir aber auf dem Niveau, das bis 2020 angestrebt wird.


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Müller: Das ist erfreulich, aber ich bleibe skeptisch. Im Gegensatz zum Bund glaube ich nicht, dass wir den Stromverbrauch von heute 60 Terawattstunden jähr­ lich auf 50 senken können. Mit der Bevölkerung und der Wirtschaft wird auch der Stromverbrauch wach­ sen. Bisher hat sich noch keine Rückgangsprognose bewahrheitet. Darüber hinaus bezweifle ich, dass der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik dort möglich sein wird, wo er im Winter am meisten bringen würde. Nämlich in den Alpen. So müss­ «Wird der Ausbau von ten zum Beispiel Windkraft und Photovoltaik die Photovoltaik­ dort möglich sein, wo anlagen auf den Lawinenverbau­ er im Winter am meisten ungen so starke bringen würde?» Winde aushalten Walter Müller können, dass sie kaum finanzier­ bar wären. Von den Einsprachen aus Natur- und Land­ schaftsschutzgründen ganz zu schweigen. Gunzinger: Was den Verbrauch betrifft, glaube ich weder an einen Rückgang noch an einen Anstieg. Wir rechnen damit, dass sich der Verbrauch bei 60 Tera­ wattstunden stabilisiert. Der höhere Stromverbrauch aufgrund des Bevölkerungswachstums, der Wärme­ pumpen und der Elektromobilität hebt die Einsparun­ gen durch Energieeffizienzmassnahmen in etwa wie­ der auf. Was die Akzeptanz von Windparks und Photovoltaikanlagen in den Alpen betrifft, bleibe ich optimistisch. Wir scheinen ja auch kein Problem damit

Walter Müller ist Geschäftsführer der Gruppe Grosser Stromkunden und der EnergyOn AG. Als unabhängiger Energieberater unterstützt der Diplom-Umweltingenieur ETH Kunden aus Industrie und Gewerbe bei der Optimierung von Strombeschaffung und Energieeffizienz.

zu haben, in den Bergen weiterhin Strasse um Strasse zu bauen. Es wäre schade, wenn wir die einzigartige geografische, topografische und klimatische Situation der Schweiz nicht nutzen würden. Im Gegensatz zu anderen Ländern mit «Einheitswetter» scheint bei uns immer irgendwo die Sonne. Interview: Matthias Bill

Ökologisch wertvollen Strom beziehen

Solarstrom ist goldrichtig

Professor Dr. Anton Gunzinger gründete 1993 die Firma Super Computing Systems AG, die unter anderem die Simulationsumgebung «Energielandschaft Schweiz» entwickelt hat. Das «Time Magazine» zählt den Diplom-Elektroingenieur ETH zu den 100 Top-Leadern des 21. Jahrhunderts.

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Photovoltaik gestern, heute und morgen

Strom aus Sonnenlicht hat Tradition – und glänzende Zukunftsaussichten Meilensteine in der Geschichte der Photovoltaik

Funktionsweise Photovoltaikzelle

Kristallziehverfahren

Sonnenlicht

Schmelzen von polykristallinem Silizium (links) und Einbringen eines Keimlings

negativ dotiertes Silizium

Leiter Gleichstrom –

Siliziumschicht

Leiter Gleichstrom +

Kurzwelliges Licht

positiv dotiertes Silizium

Grenzschicht

1883 baute Charles Fritts eine erste Solarzelle mit einem Wirkungsgrad von 1– 2 Prozent, basierend auf Selen. Die Grafik zeigt die Funktionsweise einer der heute gängigen, auf Silizium basierenden Photovoltaikzellen.

– –

1905 lieferte Albert Einstein eine theoretische Erklärung des fotoelektrischen Effekts, basierend auf seiner Hypothese der Lichtquanten (Welle-TeilchenDualismus). Dafür erhielt er 1922 den Nobelpreis für Physik.

1916 entdeckte Jan Czochralski das nach ihm benannte Kristallziehverfahren, mit dem sich Monokristalle herstellen lassen. Es wurde in den 1940erJahren weiterentwickelt und kam in den 1950er-Jahren mit dem steigenden Bedarf nach Halbleiterbauteilen in grösserem Massstab zur praktischen Anwendung.

Heute für die Stromproduktion auf der Erde relevante Photovoltaiktechnologien Solarmodule aus kristallinem Silizium:

Dünnschicht-Solarmodule:

aus monokristallinem Silizium

aus Silizium

aus polykristallinem Silizium

aus Cadmiumtellurid

aus Kupfer, Indium, Gallium, Diselenid (CIGS-Solarmodule)

14–16%

13–15%

4–7%

11–12 %

12–14 %

2,9 Jahre

2,9 Jahre

1,7 Jahre

1,4 Jahre

2,2 Jahre

38%

48%

2,7 %

8,2%

2,9%

Wirkungsgrad

Energierückzahlzeit in Mitteleuropa (Zeit, die ein Solarmodul in Betrieb sein muss, um die zur Herstellung notwendige Energie wieder einzuspielen)

Marktanteil weltweit 2011 (ausgelieferte Module)

Quelle: Empa, Stephan Bücheler, publiziert in Tec21 45/ 2 012

Infografik: Daniel Karrer; Bilder: Wikipedia, janczochralsky.com, Alcatel-Lucent Bell Labs

1839 entdeckt Alexandre Edmond Becquerel den fotoelektrischen Effekt. (Er ist der Vater des bekannteren Henri Becquerel, der zusammen mit dem Ehepaar Curie die Radioaktivität entdeckte.)

Beginn des Kristallwachstums (links) und Ziehen des Kristalls


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Die Bedeutung der Photovoltaik – also der Gewinnung von Strom aus Sonnen­ licht – hat in den letzten Jahren stark zugenommen, auch wenn sie in der Schweiz erst rund 1 Prozent zur Strom­ produktion beisteuert. Bis sie jedoch die vom Bundesrat im Rahmen der Energie­

wende für das Jahr 2050 angepeilten 19 Prozent des schweizerischen Strom­ bedarfs decken kann, sind noch grosse Anstrengungen nötig. Die Anfänge der Photovoltaik sind aber schon 130 Jahre alt, und die Technologie entwickelt sich stetig weiter. Alexander Jacobi

Kristallstruktur von Silizium mit p- und n-Dotierung

Positiv-Halbleiter: Silizium-Atom

Energieversorgung mithilfe von Photovoltaikmodulen

Elektron

Elektronenpaarbindung

BorAtom

Fehlendes Elektron (Loch)

Negativ-Halbleiter:

Freies Elektron PhosphorAtom

1939 konnte Russell S. Ohl den fotoelektrischen Effekt beim Halbmetall Silizium feststellen.

1954 präsentierten Daryl Chapin, Calvin Fuller und Gerald Pearson kristalline Silizium-Solarzellen mit einem Wirkungsgrad von 6 Prozent.

1955 kamen in den USA die ersten kommerziellen Anwendungen von Solarzellen auf den Markt, z.B. für Dollarnoten-Wechselautomaten.

1958 flog der erste Satellit mit Photovoltaikzellen – Vanguard 1 – ins All. Er ist der älteste Satellit, der sich immer noch in einer Umlaufbahn um die Erde befindet.

Mögliche zukünftige Photovoltaiktechnologien

Infografik

Nr. 01 | 2014 Konzentratorzellen Durch optische Einrichtungen wird die Sonneneinstrahlung konzentriert. Für die gleiche elektrische Leistung braucht es deshalb weniger Halbleiterfläche, was einen Kostenvorteil ergibt.

Mehrfachsolarzellen Kombiniert man Solarzellen aus mehreren Materialien, kann ein grösserer Teil des Sonnenspektrums in Strom umgewandelt werden.

Organische Solarzellen Kohlenwasserstoffverbindungen sind die Basis organischer Solarzellen. Deren Wirkungsgrad ist zwar tiefer als jener anorganischer Solarzellen, doch die Herstellung ist günstiger. Organische Solarzellen können transparent, farbig, biegsam und selbstklebend sein. Eine Sonderform ist die Grätzel-Zelle (benannt nach ihrem Erfinder, dem ETH-Professor Michael Grätzel), die organische Farbstoffe nutzt.

Photovoltaik Online sehen und verstehen Alle Schaubilder finden Sie auch im Internet:

strom-online.ch


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LED-Kunstprojekt «Speed of Light»

Licht, Landschaft, Langstreckenlauf

Fotos: Christian Nielinger

«Speed of Light» bringt mit Hobbyathleten in LED-Anzügen nächtliche Landschaften auf der ganzen Welt zum Flimmern.


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Bei den choreografierten Langstrecken­ läufen von «Speed of Light» mit über 100 Hobbyathleten in LED-Anzügen ver­schmelzen Bewegung, Farbe und Um­gebung zu einem Gesamtkunstwerk. Vergänglich zwar, aber festgehalten auf langzeitbelichteten Fotos (nächste Seite). Licht durch Laufen Jeder Teilnehmer liefert durch seine körperliche Leistung beim Laufen kine­ tische Energie, die die Batterien seines Anzugs auflädt und so die Lämpchen zum Leuchten bringt. Farbe, Frequenz und Helligkeit der LEDs steuert ein zen­ traler Computer – wireless.

Die schottische Performancegruppe NVA um den künstlerischen Leiter Angus Farquhar hat zwei Jahre lang an den LEDAnzügen getüftelt. Seit der Premiere 2012 auf dem Arthur’s Seat, dem Hausberg von Edinburgh, hat «Speed of Light» auch schon im englischen Salford und im japa­ nischen Yokohama Station gemacht. Unsere Bilder stammen vom Oktober 2013, als 120 Läufer während dreier Nächte den stillgelegten Bergbaustätten im deutschen Ruhrgebiet neues Leben einhauchten. Matthias Bill Mehr Informationen:

nvaspeedoflight.org.uk, speed-of-light-ruhr.de

9 von 120 Hobbyläufern, die die stillgelegten Bergbaustätten des Ruhrgebietes zu neuem (Nacht-)Leben erweckten.


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Leuchtspuren in der Nacht – hinter­ lassen von Läufern in LED-Anzügen.


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Strom aus Fitnessgeräten

Kraftsportler als Kraftwerke

In Fitnesscentern werden nicht nur jede Menge Kilokalorien, sondern auch Kilowattstunden vernichtet. In Lugano gibt es seit Kurzem ein «leuchtendes» Gegenbeispiel. Jetzt schwitzen sie wieder besonders zahlreich – in den Muckibuden und Gesundheitstempeln. Die «Win­ terpfunde» sollen bis spätestens zur Badesaison wie­ der runter sein. Über Mittag und am Feierabend ist je­ des Spinning-Bike, jeder Crosstrainer besetzt. Es wird geradelt und gehebelt, bis das Schwungrad glüht. Kilo­ meter um Kilometer spulen die Fitnessjünger ab, ohne dabei auch nur einen Zentimeter vom Fleck zu kom­ men. Schade eigentlich. So viel verpuffte Energie.

Stromerzeugung im Fitnesscenter ist zwar eine gut Idee, aber auch anstrengend und nichts für die mobile Versorgung. Anders die Erfindung von «SolePower». Zwar wird auch hier der Mensch zum Kraftwerk, der Strom entsteht aber quasi im «Vorbeigehen» und überall dort, wo man sich gerade «bewegt». Das US-amerikanische Start-up bringt im Verlauf dieses Jahres eine Schuhsohle auf den Markt, die beim Joggen, Wandern oder Gehen einen externen Akku auflädt. Dieser kann über einen USB-Port elektrische Kleingeräte aufladen. In einer ersten Phase strebt «SolePower» Partnerschaften mit Non-Profit-Organisationen an, die in Ländern tätig sind, wo keine oder nur eine mangelhafte Stromversorgung besteht.

Schwitzen für einen vollen Akku Ein durchschnittlich trainierter Ausdauersportler er­ zeugt so etwa 0,1 Kilowattstunden Strom pro Stunde. Damit könnte das «Move» etwa sieben Tassen Kaffee machen oder einen modernen mittelgrossen Fernse­ her während anderthalb Stunden betreiben. Tatsäch­ lich unterstützen die strampelnden Kunden in Lugano die B ­ eleuchtung ihres Fitnessclubs. Das «Move» ist der erste Fitnessclub der Schweiz, der seine Kunden «anzapft». Die Idee, mit Fitnessgerä­ ten Strom zu produzieren, ist jedoch schon älter. Be­ reits seit 2009 können die Kunden des «Green Gym» in Berlin während des Schwitzens die Akkus ihrer Smart­ phones oder MP3-Player aufladen. Die belgische Firma «WeWatt» hat die Idee vom Fit­ nesscenter ins Büro übertragen. Ihre Erfindung «WeBike» ist ein Sitzungstisch mit eingebauten Pedalen. So laden die Sitzungsteilnehmer während des Brainstor­ mings oder des Teammeetings mit ein wenig Beinarbeit ihre Tablets auf. Mit ein paar Sitzungsmarathons reicht es nebenbei vielleicht sogar zur Strandfigur. Matthias Bill

Mehr Informationen:

Mehr Informationen:

solepowertech.com

clubmove.ch, greengymberlin.de, wewatt.be

Strom aus dem Turnschuh

Sohlen-Power

Illustration: Rahel Nicole Eisenring

Könnte man diese sportlichen Leistungen nicht in elektrische Leistung umwandeln? Man kann. Seit Kurzem stehen im Club «Move» in Lugano Fit­ nessgeräte der neusten Generation. Sobald das Work­ out beginnt, startet auch der Bildschirm am Gerät auf. Den Strom für dessen Betrieb erzeugt der Benutzer gleich selbst. Die überschüssige Energie fliesst ins ­interne Stromnetz des Clubs.


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Lebensmittelabfälle

Unhaltbare Zustände: Essen landet im Müll Wir werfen ein Drittel unserer Lebensmittel weg. Mit gesundem Menschenverstand und der richtigen Interpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums liesse sich das ändern.

Fotos: Cortis & Sonderegger

Grosshandel 2 %

Detailhandel 5 %

Gastronomie 5 %

Landwirtschaft 13 %

Verarbeitung 30 %

Haushalte 45 %

Ein paar schwer verdauliche Fakten vorweg: In der Schweiz landen jährlich über zwei Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das entspricht einem Drittel der produzierten Menge oder 300 Kilogramm pro Person. Entgegen der landläufigen Meinung sind nicht nur Handel oder Gastronomie für die Verschwendung ver­ antwortlich: Der Salat ist winzig, der Apfel fleckig oder das Rüebli unförmig – ein grosser Teil der Verluste ent­ steht bereits in der Landwirtschaft und in der Verarbei­ tungsindustrie. Produkte, qualitativ einwandfrei, fal­ len unseren hohen ästhetischen Ansprüchen zum Opfer. Oder sie müssen aufgrund von Nachfrage­ schwankungen oder Beschädigungen während Trans­ port und Lagerung entsorgt werden. Happig ist aber vor allem die Tatsache, dass fast die Hälfte (siehe auch Grafik) der Lebensmittel bei uns zu

Hause im Müll landet. Anders ausgedrückt: Ein VierPersonen-Haushalt wirft pro Jahr Lebensmittel im Wert von 2000 Franken weg. Am häufigsten landen Brot, Früchte und Obst im Kübel. Das ist ethisch fragwürdig und ökologisch unsinnig, denn die Lebensmittelproduktion verursacht CO2Emissionen und ist ressourcenintensiv: Um ein Pfün­ derli Brot herzustellen, benötigt man schätzungsweise 800 Liter Wasser – für ein Kilo Rindfleisch mehrere tausend Liter. Ein Grund für diese «Wegwerfgesellschaft» liegt un­ ter anderem in der strengen Auslegung des Begriffs «Mindesthaltbarkeitsdatum» (siehe Box). Denn anders als beim «Verbrauchsdatum» können wir solche Le­ bensmittel Tage, Wochen, ja gar Monate oder Jahre über das Datum hinaus und ohne Bedenken verzehren. Vor­ ausgesetzt, sie werden richtig gelagert. Stattdessen lan­ den sie in der Tonne. Essig, Salz und Honig beispielswei­ se sind fast unverderblich. Auch Konserven, Öl und Teigwaren überdauern die Frist je nachdem um Jahre. Etwas heikler ist die Situation bei gekühlten Frisch­ produkten mit dem Hinweis «zu verbrauchen bis». Doch auch hier sind Milchprodukte wie Hartkäse und Jogurt in der Regel länger haltbar als angegeben (siehe Interview). Mit etwas gesundem Menschenverstand und einer sensorischen Prüfung der Produkte würden wir schnell herausfinden, ob die Lebensmittel noch ge­ niessbar sind oder nicht. Wenig Kompromisse sollte man allerdings bei Hackfleisch, Fisch und Meeres­ früchten eingehen. Simon Fallegger Mehr Informationen:

Hier entstehen Lebensmittelabfälle in der Schweiz

foodwaste.ch konsumentenschutz.ch/themen/lebensmittelabfall


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3 Fragen an Otmar Deflorin

Auf seine Sinne achten Was tun Sie mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist? Nicht wegwerfen! Vor allem nicht, wenn sie noch originalverpackt sind. Die Produkte schmecken im schlimmsten Fall nicht mehr so gut wie vor dem MHD. So wird zum Beispiel Mais in einer Konservendose mit einer mehrjährigen Haltbarkeit nicht eine Minute nach Ablauf der Haltbarkeitsfrist schlecht, weil das Datum so auf der Dose steht, sondern voraussichtlich erst Jahre später. Die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums ist den Konsumentinnen und Konsumenten häufig nicht klar.

Wie sieht es bei Frischprodukten mit Verbrauchsdatum aus?

Gut zu

wissen

Das Ablaufdatum gibt es nicht «Mindestens haltbar bis» Ein Produkt bleibt bei richtiger Lagerung bis zu diesem Datum qualitativ einwandfrei. Danach verdirbt es nicht, sondern weist höchstens eine verminderte Qualität auf (Geschmack, Geruch, Konsistenz). Typisch: Teigwaren, Reis, Öl, Konserven, Getränke in Pulverform, Schokolade, UHT-Milch.

«Zu verbrauchen bis» Das Verbrauchsdatum ist das Datum, bis zu welchem ein Lebensmittel zu verbrauchen ist. Nach diesem Datum darf das Lebensmittel nicht mehr als solches an Konsumenten abgegeben werden. Gilt generell für gekühlte, leicht verderbliche Frischprodukte. Ein Verzehr über das Datum hinaus ist aber durchaus möglich (auf Sensorik achten, siehe Interview rechts). Typisch: Fleisch, Fisch, Milchprodukte.

Man darf auch dieses Datum durchaus hinterfragen. Dabei kann man auf seine Sinne achten. Das Produkt ansehen, daran riechen und davon probieren. Bei Milch zum Beispiel merken Sie schnell, ob sie lediglich «abgelaufen» oder ob sie tatsächlich nicht mehr zum Konsum geeignet ist, weil sie sauer oder ranzig ist.

Ab wann wird’s trotzdem heikel? Bei Lebensmitteln mit Schimmelbefall. Verschimmelte Lebensmittel gehören gänzlich entsorgt. Bei gewissen schimmelgereiften Käsesorten (z.B. Gorgonzola) und Fleischerzeugnissen (z.B. Salami) ist ein kontrollierter Schimmel jedoch gewollt; diese Produkte können bedenkenlos konsumiert werden. Zur Person: Otmar Deflorin ist Präsident der Kantonschemiker der Schweiz und Vorsteher des Kantonalen Laboratoriums Bern.


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Reinigungsroboter

Roboter erobern das Haus(dach) Forschende der Hochschule Luzern haben einen neuartigen Reini­ gungsroboter für Photovoltaik­ anlagen entwickelt.

Fotos: Matthias Jurt, Hochschule Luzern / Martin Vogel, zVg

Roboter können uns Menschen einiges abnehmen. Zum Beispiel Reinigungsarbeiten. Auf schwer zugänglichen und steilen Dächern sorgen sie dafür, dass Photovoltaikanlagen immer effizient Strom erzeugen.

Die Geschichte der Photovoltaik begann schon im ­19. Jahrhundert (siehe Infografik auf Seite 20). Aber es dauerte einige Jahrzehnte, bis sich auch jemand Gedanken darüber machte, wie die Oberfläche der Anlagen sauber gehalten werden kann. Denn so viel ist «klar», nur unverschmutzte Panels entfalten auch ihren vollen Wirkungsgrad. Aktuell Gedanken ma­ chen sich die Hochschule Luzern und das Centre ­Suisse d’Electronique et de Microtechnique. Dass Roboter ideal sind für die Putzarbeit auf den schwer zugänglichen und steilen Dächern, hat sich schon bei bestehenden Systemen gezeigt. Neu am Schweizer

Prototyp ist hingegen die Kopplung von Putz- und Fort­ bewegung. Statt auf separaten Rädern bewegt er sich mittels seiner Bürsten vorwärts. Durch deren Drehung kommen auch die kreisförmig angeordneten Raupen aus haftendem Silikon in Schwung. Der neuartige Reini­ gungsroboter bewegt sich nicht während des Putzens, sondern quasi durch das Putzen. Das spart Energie. Trotz­ dem muss er ab und zu an die Ladestation. Das funktio­ niert vollautomatisch. Genau gleich wie bei unserem «energie»-Leserangebot auf der rechten Seite, einem ­Saugroboter, der seine zuverlässigen Dienste nicht auf dem, sondern im Haus verrichtet. Matthias Bill


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1 Rodel, Verzeichnis

2 Rockmusilebhaft, ker † (Steve) lebendig, Fluss in rührig München

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Kriegsgott

Ereignis, Geschehnis Geltung, Bedeutung

Stadtteil d. portugies. Hauptstadt Lissabon

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Karibikrepublik schweiz. TVGesellschaft

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Staat der USA

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zwölf Dutzend Rückentraggestell

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Überschlag in der Luft

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1. Preis Die Übernachtungen im Hotel Cervosa hat gewonnen: Ciril Schiess, Winterthur

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flauschiger Zellstoff als Verbandsmaterial

französisch: Insel

Königin im Schach Speichenmitte

2. Preis Das Raclettegerät von Stöckli hat gewonnen: Angelika Hornung, Adligenswil

Albernheiten, Dummheiten, Unfug

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3. Preis Die Polaroidkamera hat gewonnen: Isabella Leuthardt, Arlesheim Wir gratulieren!

… gewinnen! 1. Preis

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Fluss (frz.) Leuchtdiode (Abk.) hauslich, ökonomisch ausser Betrieb (Abk.)

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Foto: iStockphoto / villorejo

Auf der ganzen Welt baumeln Schuhe an Stromkabeln. Wer den Trend gestartet hat, ist unklar. Hinterbliebene von gefallenen Soldaten oder die unversehrt zurückgekehrten? Gangmitglieder oder junge Männer nach ihrer ersten Liebesnacht? Im deutschen Flens­ burg (Bild) zumindest waren es die Kunden eines Skate-Shops, die ihre ausgelatschten Treter zurückgelassen haben.

Fotografiert von villorejo

Galerie Energie

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Energie-Heft 1/2014