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Das Monatsjournal fĂźr Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf

Januar 2012

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Wie ist es um den Kinderschutz in der Region bestellt? Seite 20 Heimliche Landnahme

100 Kilo Koks: der Zoll-Report

Freie Schulen als Airbag?

Interview: Schlagzeuger der Toten Hosen


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Unsere Leistungen für Ihren Erfolg. Satz, Layout & Druck von Drucksachen aller Art. Magazine · Zeitungen · Flyer · Broschüren Bücher · Postkarten · Plakate Kundenzeitschriften · Firmenchroniken Werbemittel · Geschäftsausstattung und vieles mehr individuell & professionell Teltower Stadt-Blatt Verlags- und Presse GmbH Potsdamer Straße 57 · 14513 Teltow Tel.: 0 33 28 - 31 64 50 Fax: 0 33 28 - 31 64 72 info@stadtblatt-online.de www.stadtblatt-online.de

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lokal.report | Januar 2012


Editorial

Es werde Licht!

Impressum

Der lokal.report erblickt das Licht der Welt – ein Editorial

22. Jahrgang in Fortführung des Teltower Stadt-Blatts, Stahnsdorfer Ortsanzeigers und der Kleinmachnower Zeitung

Verlag: Teltower Stadt-Blatt Verlags- und Presse GmbH, Potsdamer Straße 57, 14513 Teltow, Tel.: (0 33 28) 31 64 50, Fax: (0 33 28) 31 64 72, www.stadtblatt-online.de Herausgeber: Andreas Gröschl Verantwortliche Redakteurin: Cornelia Schimpf Redaktion: Rolf Niebel, Jana Wierik, Beate Richter, Mathias Schimpf Tel.: (0 33 28) 31 64 - 65, Fax: - 76, lokal.report@stadtblatt-online.de

Beim Teltower Zoll brennt noch Licht. Der lokal.report schaut mal nach, warum. Foto: M. Schimpf

Region. Und zünde ich drei Lichtlein an ... Aus drei mach eins! In den vergangenen zwei Monaten stellten wir Ihnen den lokal.report als moderne Illustrierte für die gesamte Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf vor. Viele Themen, die längst kommunenübergreifend von Relevanz sind, sollen hier neben den klassischen lokalen Inhalten ihren angemessenen Niederschlag finden. Die Ergebnisse unserer letzten Leserbefragungen haben bei der Konzeption des lokal.reports Pate gestanden und geholfen, die lokalen und regionalen Inhalte in einem hochwertigen Magazin zu präsentieren. Mit dieser Ausgabe erhalten Sie das erste offizielle Heft des lokal.reports, entstanden aus einer Fusion des Teltower Stadt-Blatts, der Kleinmachnower Zeitung und des Stahnsdorfer Ortsanzeigers, mit der wir Spannendes und Wichtiges aus der ganzen Region beleuchten. Wussten Sie beispielsweise, dass die Silvesternacht in diesem Jahr ein klein wenig dunkler war? Schuld tragen die Teltower Fahnder von der hiesigen Dienststelle des Zollfahndungsamtes Berlin-Brandenburg (Seite 26 bis 28). Und wussten Sie, dass gleich in einem der Nachbarorte ein Kind lebt, das sich noch vor nicht allzu langer Zeit die täglichen Mahlzeiten wie Jagdbeute vom Tisch stahl, und dass deutschlandweit etwa 3,5 Kinder pro Woche Opfer von Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge werden (Seite 20 bis 22)? Dass sich jugendliche Teltower Schüler gegenüber ausländerfeindlichen Auswüchsen „neutral“ verhalten, erschreckt. Dass der Teltower Ortsverein der SPD, das „netzwerk tolerantes teltow“ oder der Verein „Gesicht Zeigen!“ versuchen, dem entgegenzuwirken (Seite 8 und 32). Dass der Stahnsdorfer Reinhard Horstkotte, hinter einer roten Nase versteckt, einbeinigen Kindern den Kauf von Einzelschuhen empfiehlt und den leuchtenden Mond herbei trommeln kann, das zaubert hingegen ein Schmunzeln nicht nur auf Kindergesichter (Seite 29). Am 1. Dezember 2012 schloss die Schriftstellerin Christa Wolf für immer die Augen. Der lokal.report wirft ein wenig Licht auf ihr Kleinmachnow. Der lokal.report wünscht Ihnen ein gesundes neues Jahr, heller werdende Tage, eine erkenntnisreiche sowie unterhaltsame Lektüre dieses Heftes und vielleicht gar die eine oder andere Erleuchtung. Rolf Niebel lokal.report | Januar 2012

Grafik, Layout: Marian Rolle, Sabine Engelmann, Jacob Kielhorn, Claudia Heinze Titelfoto: Sebastian Semmer Anzeigen: Patrick Brückner, Tel.: (0 33 28) 31 64 - 57, Fax: - 74, patrick_brueckner@stadtblatt-online.de Druck: Druckerei Conrad GmbH Anzeigenliste: Zur Zeit gilt die Anzeigenliste 2/11 und die Kleinanzeigenliste Nr. 04/09. Für unaufgeforderte Zuschriften, Bilder und Zeichnungen übernehmen wir keine Haftung. Copyright: Copyright und Copyrightnachweis für alle Beiträge bei der Teltower Stadt-Blatt Verlags- und Presse GmbH. Bei Nichtlieferung ohne Verschulden des Verlages oder in Fällen höherer Gewalt und Streiks kein Entschädigungsanspruch. Abonnement: für Ortsansässige 21 Euro, für Auswärtige 33 Euro (inkl. Porto). Die Abonnementgebühren sind im Voraus fällig.

Termine für den Februar: Redaktionsschluss: 17.1.2012 Anzeigenschluss: 17.1.2012

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Inhalt

06 Aus den Orten

26 Die Region in

06 Die Region auf einen Blick 07 Sieben Jahre – kein Ergebnis 08 Aus den Rathäusern 09 Bürgermeisterfragen 10 Anschläge 11 Volksbegehren für ein Nachtflugverbot 11 Investition in die Zukunft 13 Straßengespräche 14 Landnahme – Wenn das Grundstück heimlich wächst. Die lokal.reporter sind Landdieben auf der Spur 16 Anmelden für das Schuljahr 2012/13 17 Kompromiss in Sicht? 18 Punkt Punkt Komma Strich 19 Adiós Kammerspiele

100 Kilo Koks (S. 26)

24 Stunden

26 100 Kilo Koks – Der Geburtstag des Zollfahnders

29 Porträt 29 „Sach mal, schnarcht die?“ Reinhard Horstkotte ist ein Filou und macht Kinderherzen froh

30 Ratgeber Garten 30 Kölle‘s Gartenschule – Raumklima

Topthema (S. 20)

20 Topthema 20 Abgehängt – Wenn Kinder auf der Strecke bleiben

31 Bildung 31 Freie Schulen als Airbag? – Landtag beschließt Kürzungen – Die Freien Schulen in Brandenburg tragen Trauer

24 Leserpost 24 Kinder halfen Kindern 24 Historisches Kopfsteinpflaster? 24 Gelungener Nachmittag 25 Schildbürgerstreich in Teltow 25 Imker spendete Honig 25 Busreisen und Gänsebrust 25 Täuschung Weihnachtsmann

32 Kinder/Jugend 32 Überlebt! 32 „Gehen wir ins Canarito?“ 33 4 000 Besucher erwartet – Messe wirbt um die klügsten Köpfe der Region

Fotos: M. Schimpf (oben), S. Semmer (unten)

10 Euro für Ihren Einkauf! Abonnieren Sie den lokal.report für 21 Euro im Jahr und Sie erhalten bei Abgabe dieses Coupons bei Pflanzen-Kölle an der Kundeninformation einen Gutschein über 10 Euro. Abonnent

Hiermit bestelle ich den lokal.report inklusive kostenfreiem Online-Abo zum vorteilhaften Jahresbezugspreis von 21 Euro (für Ortsansässige)

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Unterschrift

Name, Vorname Straße/Hausnummer PLZ Telefon

Ort

lokal.report | Januar 2012


Inhalt

34 Sport

42 Historisches

34 Fußballtabellen 34 „Angstgegner“ stoppt Teltower 35 SC Schenkenhorst wird 100 35 Kletterpark kommt!

36 Gesundheit/

Soziales/Senioren

36 Was für ein Irrsinn! 37 Förderung von Bildungsangeboten 37 Psychosoziale Arbeitsgemein- schaft wieder aktiv 39 Weihnachtliches Frühstück 39 Kinderärzte und Apotheken bereitschaften im Dezember

42 Der Kleine Fritz und die kleine Rübe – Ein historischkulinarischer Beitrag von Günter Duwe 44 Grüner, wuchernder, wilder, üppiger Garten – Christa Wolfs Kleinmachnow

45 Kulturteil:

Tipps und Termine 45 Wie der Mond steht – Josef „Joe“ Dederichs im Interview 46 Romeo liebt eine Wärmflasche 47 Faszination Indien 47 Grenze im Buch 52 Eine Tote Hose im Interview 52 Gottesdienste 55 Selbsthilfegruppen 56 Preisrätsel: Freikarten Ihrer Wahl zu gewinnen! 57 Empfehlungen aus Berlin & Potsdam

40 Ratgeber recht 40 Schadensersatz nach Verkehrsunfall 40 Mietkürzung bei Mängeln 41 Kontopfändung

Eine Tote Hose im Interview (S. 52) bulist cnatot F n(S. eb44) elslaW :trops Christa Wolf

Und der Veranstaltungskalender für den Monat Januar mit den Kulturtipps für Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf

Fotos: Veranstalter (oben)/Bundesarchiv, Bild 183-B05090010-006/Eckleben, Irene/CC-BY-SA (unten)

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Aus den Orten

Teltow – Kleinmachnow – Stahnsdorf

Die Region auf einen Blick Region. Auf ihre Motive angesprochen sagt sie: „Ich liebe die Vielfalt.“ Die Stahnsdorfer Künstlerin Frauke SchmidtTheilig stellt in ihren Gemälden alles dar, Kamele, einen Frankfurter Kranz, Friedrich den Großen oder auch Sängerin Amy Winehouse. Seit dem 15. Dezember schmückt diese Vielfalt den Fraktionsflur der SPD im Potsdamer Landtag. Bis auf wenige Ausnahmen sind diese 49 Werke alle 2011 entstanden. „Wenn eine Ausstellung ansteht, bin ich besonders produktiv“, so die Malerin. Text/Foto: cos

Text/Foto: Beate Richter

Kleinmachnow. Immer wieder eine Schlagzeile wert ist der Nordahl-Grieg-Lauf. Am 3. Dezember 2012 fand er zum nun bereits 5. Mal statt. Diesmal angereist waren auch Verwandte des am 2. Dezember 1943 beim Absturz eines britischen Bombers ums Leben gekommenen norwegischen Dichters Nordahl Grieg. Jonas und Frieda Grieg erkämpften sich auf der 3,5-km-Strecke einen 3. Platz auf dem Treppchen. Der 84-jährige Niels Otto Wiersholm walkte immerhin die 600-Meter-Strecke. Es gingen fast 400 Läufer an den Start. R.N.

Schmidt-Theilig und Sören Kosanke (SPD, MdL)

Stahnsdorf. Im Winterfahrplan ist die Bushaltestelle Lindenstraße nicht mehr aufgeführt. Die Haltestelle nennt sich von nun an Friedrich-Weißler-Platz, entsprechend dem angrenzenden kleinen Platz, der bereits seit der Wendezeit diesen Namen trägt. Da der Name des Platzes nirgends ersichtlich war, enthüllte Bürgermeister Bernd Albers zusammen mit dem Heimatvereinsvorsitzenden Jürgen Böhm ein Schild zum Gedenken an den 1937 im KZ Sachsenhausen ermordeten Friedrich Weißler. Er war Jurist und protestantischer Christ jüdischer Herkunft.

Foto: Meister

Güterfelde. Wer derzeit die Güterfelder Kreuzung passiert, dem wird beim Anblick der umfangreichen Rodungen schwer ums Herz. Dies sind vorbereitende Maßnahmen für den Bau des Anschlusses an die Ortsumfahrung Güterfelde (L40) im April 2012. Wolfgang Heck vom Landesbetrieb Straßenwesen sagte: „Diese leider notwendigen Rodungen im Landschaftsschutzgebiet seien im Rahmen der Eingriffsregelung bewertet worden, und dies schlage sich natürlich in entsprechend hohen Ausgleichsmaßnahmen nieder. Zum Teil werden diese auch in Güterfelde realisiert.“

Text/Foto: Beate Richter

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Text/Foto: BBIS

Teltow. Ab Anfang Januar öffnet die Tourist Information ihr neues Domizil inmitten der Teltower Altstadt am Marktplatz 1/3. Nach vier Jahren in der Ladenzeile der Potsdamer Straße 57 erhält die Anlaufstelle für Touristen, Neubürger und Menschen der Region nun im Erdgeschoss des Rathauses neue Räumlichkeiten. Die Stadt erwägt auch, die bisherigen Öffnungszeiten für die Sommermonate auszuweiten. Dann stünde die Tourist Information nicht nur werktags von 10 bis 18 Uhr, sondern auch an den Samstagen für Kunden offen.

Kleinmachnow. Seit Herbst 2011 bietet die Berlin Brandenburg International School als erste Schule weltweit alle vier Ausbildungsprogramme der International Baccalaureate Organization an: Die drei Unterrichtsprogramme, die vom Kindergarten bis zur Oberstufe zu einem internationalen Abitur führen, werden durch ein viertes Lehrprogramm ergänzt – das „IB Career-related Certificate (IBCC)“. Der praxisnahe IB Bildungsgang ist für 11. und 12. Klassen geeignet, wenn die Schulausbildung mit einem IB-Zertifikat ab geschlossen werden soll.

Text/Foto: jaw

Kindergarten bis Abitur

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Aus den Orten

Sieben Jahre – kein Ergebnis Sachstandsberichte auf der KAT-Sitzung Region. Seit am 7. September 2011 die KAT-Sitzung ersatzlos ausfiel, hat sich viel angestaut. Immerhin ist seit der letzten Zusammenkunft der 25 Mitglieder ein halbes Jahr ins Land gegangen. Folglich tagte die KAT am 7. Dezember im Stahnsdorfer Gemeindezentrum mehrere Stunden. Das Problem der KAT, der kommunalen Arbeitsgemeinschaft „Der Teltow“, ist bekannt: die KAT spricht nur Empfehlungen aus. Es wird informiert, vorgetragen, beraten und diskutiert. Die Mitglieder aus Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf sollen letztendlich miteinander reden – mehr gibt das Gesetz nicht her. Mag sich bei einzelnen Themen, wie z.B. Fluglärm, eine gewisse Gruppendynamik entwickeln und die Kommunalparlamente gleiche Entscheidungen treffen, hört das An-einem-Strangziehen spätestens beim lieben Geld auf. Bestes Beispiel ist die aktuelle Diskussion um die Zuschüsse zur Hoffbauer-Sporthalle, die entsprechend der Schülerverteilung aus den drei Orten kommen sollen. Einzig Teltow ist bereit, dem Projekt die volle Summe von 437 000 Euro beizusteuern. Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert bekräftigte am 7. Dezember noch einmal in aller Deutlichkeit, dass die Summe aus Kleinmachnow nur 206 500 Euro betragen werde – statt der von der Hoffbauer-Stiftung veranschlagten 875 000 Euro. Entweder die Stiftung selbst kommt für den fehlenden Betrag auf, was sicherlich Teltow und Stahnsdorf sauer aufstoßen könnte, oder aber dieses Projekt stirbt ebenso wie die 2009 anvisierte Mehrzweckhalle. Mehr Gewicht wurde an diesem Abend allerdings auf Sachstandsberichte gelegt. Kurz vor Inkrafttreten des neuen Winterfahrplans musste die Havelbus Verkehrsgesellschaft mbH Rede und Antwort stehen. Genau vor einem Jahr war das TKS-Netz 2010 an den Start gegangen. Doch bis heute hapert es an vielen Ecken. Dabei sei der Arbeitskreis, so berichtet René Poleske, Leiter Verkehr und Prokurist bei Havelbus, über das Jahr nicht untätig gewesen. Neben dem Problemfall Förster-Funke-Allee in Kleinmachnow sei man u.a. mit einer Lösung für Teltow-Seehof beschäftigt gewesen. „Die momentane Situation ist nicht zufriedenstellend“, räumte Poleske ein. Man strebe einen Arbeitskreis mit den Berliner

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Verkehrsbetrieben an, um endlich95eine verbesserte Anbindung zu realisieren.75Das Problem bestehe aber im festen Kilometerkontingent. Nur, wenn in Berlin Kilometer frei würden, könnten diese in Teltow eingesetzt 25 werden. Poleske teilte den KAT-Mitgliedern auch mit, dass die Auslastung der Busse 5 bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Die angestrebte 350  000-Eu0 ro-Marke der Mehreinnahmen wurde um 70 000 Euro unterschritten. Bei der Planung des TKS-Netzes wurde Havelbus übrigens eine Frist von drei Jahren eingeräumt, um ein stabiles Netz zu gewährleisten. Die Ingenieurgruppe IVV erstellt derzeit ein integriertes Verkehrsentwicklungskonzept für die Region TKS. IVV-Mitarbeiter Stefan Geier informierte die KAT darüber, dass die in dieser Region angemeldeten 30 000 Pkw „deutlich über Brandenburger Durchschnitt liegen“. Die Kleinmachnower Andrea Schwarzkopf und Klaus-Jürgen Warnick gaben zu bedenken, dass in ihrer Gemeinde viele Beamte mit Dienstwagen leben, deren Autos aber in Bonn oder Hamburg registriert seien. Man möge außerdem die Lokale Agenda in die Erhebung mit einbeziehen, da diese zum Teil andere Werte ermittelt hätte, so die zwei Abgeordneten. Nun wird nachgebessert. Wenig erfreut waren vor allem die Kleinmachnower Abgeordneten, als sie dem Bericht aus Teltow bezüglich des Kanalauenweges lauschten. „Wir kommen einfach nicht weiter. Wir reden seit sieben Jahren, und es gibt kein Ergebnis“, kritisierte Dr. Jens Klocksin den Stand der Dinge. Es sei ernüchternd in der Gesamtschau. Zuvor hatte Teltows Erste Beigeordnete Beate Rietz berichtet, dass der Kanalauenweg in Arbeit sei. Bis Herbst 2012 soll in diesem Bereich 100 NachBaurecht geschaffen werden – für die barkommunen eindeutig zu spät. Denn be95 reits im Juni 2012 findet der 112. Deutsche Wandertag statt, der auch 75in diese Region führen soll. In Teltow wurde kürzlich eine Beiratsgruppe, bestehend aus Fachleuten, damit beauftragt, Ideen zu entwi25 bespreckeln und mit Investoren Projekte zu chen. „Diese Anregungen werden dann von der Verwaltung aufgenommen“, so5 Rietz. Im Gegensatz zum Kanalauenweg werde der 0 BUGA-Weg zum Juni 2012 fertig. Die nächste Sitzung der KAT findet am 14. März 2012 statt. C. Schimpf

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Mittwoch, 7. Dezember 2011 11:56:32


Aus den Orten

Aus den Rathäusern Warten auf Windkraft

Geld für Hoffbauer

Haushalt verabschiedet

Teltow. In Teltow wartet man vor den Feiertagen sehnsüchtig auf ein Gutachten. Das sollte Aufschluss darüber geben, ob städtischer Grund und Boden für die Errichtung von Windrädern geeignet ist. Bereits im März 2011 sprachen sich die Abgeordneten für die Beauftragung einer Kartierung sowie einer vertiefenden artenschutzfachlichen Untersuchung in sechs Gebieten aus und stellten für selbige knapp 52 000 Euro zur Verfügung. Mitte Dezember lag der Stadtverwaltung endlich das vorläufige Endgutachten vor. Nach Angaben von Teltows Erster Beigeordneten Beate Rietz sei im Falle der Vögel das Gebiet nördlich der L40 problematisch, südlich der Landesstraße jedoch nicht. Bei den Fledermäusen gäbe es Einschränkungen südlich der L40. Die sechs Gebiete befinden sich alle südlich der L40. „Weil uns aber von den Investoren noch nicht alle Unterlagen vorliegen, haben wir im Bauantrag erst einmal Nein angekreuzt“, erklärt Rietz. Die Stadt Teltow sei nicht gegen Windräder, sondern möchte sich vielmehr absichern. Bis zum 3. Januar 2012 hat die Stadt Zeit, den Bauantrag beim zuständigen Landesamt einzureichen. Im August 2011 nahm das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege den SaberskyPark in die Denkmalliste des Landes auf. „Rein rechtlich gesehen, ist es Sache des Eigentümers“, erklärte Beate Rietz auf die Frage, ob sich die Stadt Teltow an den Erhaltungskosten beteiligen werde. Wenn die Abgeordneten eine Beteiligung der Stadt wollen, müsste es politisch diskutiert werden“, erklärte Beate Rietz. Bisher läge aber kein Antrag vor. cos

Kleinmachnow. Die Hoffbauer-Stiftung möchte auf ihrem Campus am Schwarzen Weg eine neu zu errichtende Vierfeldsporthalle erwerben. Im August 2011 beantragte sie Fördermittel vom Landkreis Potsdam-Mittelmark sowie den Kommunen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Großteil der Schüler, die diese Halle künftig nutzen würden, aus Kleinmachnow kommen, veranschlagte die evangelische Stiftung im Antrag 875 000 Euro als erbetenen Beitrag von der Gemeinde. Auf der Gemeindevertretersitzung vom 15. Dezember bewilligten die Abgeordneten mit 14 Ja-, neun Nein-Stimmen und vier Enthaltungen einen Finanzierungszuschuss von 206 500 Euro. Das Geld ist bereits in den Haushalt 2012 eingestellt, der im Fortgang der Sitzung ebenfalls beschlossen wurde. Den Beschlüssen vorangegangen waren kontroverse Debatten. In der Öffentlichkeit sei im Vorfeld bereits kolportiert worden, es gäbe über die Summe von 875 000 Euro verbindliche Absprachen mit Hoffbauer, und die Gemeinde reduziere nun den Zuschuss auf Kosten der Kinder. Hier hätte jedoch ein Beschluss der Gemeindevertreter vorliegen müssen. Das jedoch sei nicht der Fall, so bspw. Jens Klocksin (SPD). Die Stadt Teltow hatte bereits im September 2011 den gewünschten Zuschuss von 437 000 Euro bewilligt. Die Gemeinde Stahnsdorf hingegen beschied aufgrund knapper Kassen abschlägig. Rolf Niebel

Stahnsdorf. In der Gemeindevertretersitzung am 1. Dezember wurde die veränderte Straßenreinigungssatzung einstimmig beschlossen. Die Sommerreinigung und Winterwartung wurde von der Verwaltung neu ausgeschrieben. Die in Stahnsdorf ansässige Fa. RUWE übernimmt diesen Dienst. Einige Straßen sind neu in die Liste der von der Gemeinde zu pflegenden Straßen aufgenommen worden, und in den Hauptverkehrsstraßen, die asphaltiert sind, wird in diesem Winter ein Feuchtsalzgemisch zur Schnee- und Eisbeseitigung zum Einsatz kommen. In den Straßen, wo Bürger selbst für die Gehwegreinigung verantwortlich sind, ist die Breite des zu fegenden Streifens von 0,80 bis max. 1,50 Meter auf max. 1,30 Meter herabgesetzt worden. Desweiteren wurde mit 13 Ja-Stimmen, acht Nein-Stimmen und einer Enthaltung eine Baumschutzsatzung beschlossen. Sie gilt ab dem 1. Januar 2012. Diskussionspunkt war, neben einigen Anregungen von Einwohnern, ob die Baumschutzsatzung auf Grundstücken mit Ein- und Zweifamilienhäusern gelten soll oder ob hier das Eigentumsrecht vorgeht. Auch die fertige Haushaltssatzung der Gemeinde für das Jahr 2012 konnte mit den eingearbeiteten Änderungen zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Mit 14 Ja-, sechs Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen wurde die Satzung verabschiedet. Harald Mushack (LINKE) gab bekannt, dass er sein Amt als Gemeindevertreter nach 21 Jahren zum März 2012 aus persönlichen Gründen niederlegen wird. B.Ri.

Rechtsextremismus entgegenwirken! Teltow. Fallen Rechtsextremisten plötzlich vom Himmel? Sicher nicht! Jeder, der sehen oder hören wollte, konnte es wahrnehmen! Viele haben es verdrängt. Die Wenigen, die gewarnt haben, wurden mitleidig belächelt oder als linke Spinner eingestuft. Nach dem verheerenden Attentat in Norwegen resümierte der Bundesinnenminister, in Deutschland habe man zwar die rechtsextremen „Freien Kräfte“, aber so etwas wie in Norwegen könne in Deutschland nicht passieren! Nach dem Bekannt werden der Morde der sogenannten

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„NSU“ geht ein Wehklagen durch die Republik, die Länder, Kreise und Gemeinden. Gegenwärtig stehen die NPD und die „Freien Kräfte“ im Mittelpunkt der Untersuchungen. Allmählich wird deutlich, dass diese Gruppen nur die Spitze des Eisberges darstellen. Verkannt wird noch immer, dass rechtes bis rechtsextremes Gedankengut in unserer Gesellschaft weiter verbreitet ist als angenommen. Dies hat die „Friedrich-Ebert-Stiftung“ (FES) in anerkannten Studien festgestellt. Das von Rechtspopulisten verbreitete Gedankengut kommt mit einfachen Wahrheiten und

starken Sprüchen daher. Die Verbreitung erfolgt schleichend. Es werden Ängste angesprochen und geschürt. Sie setzen sich in die Köpfe der Menschen, die mit gutem Gewissen von sich behaupten: „Rechtsextremismus? Damit habe ich nichts zu tun!“ Wo also beginnt Rechtsextremismus? Um diese Frage zu beleuchten, lädt der SPD Ortsverein Teltow in Zusammenarbeit mit dem „netzwerk tolerantes teltow“ am 19. Januar, 19 Uhr, zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion in den Ernst-von-StubenrauchSaal im Rathaus Teltow ein. PM lokal.report | Januar 2012


Aus den Orten

Bei den Bürgermeistern nachgefragt

BM Thomas Schmidt (Teltow)

BM Michael Grubert (Kleinmachnow)

lokal.report: Ab dem 1. Januar gibt es eine Klimaschutzmanagerin für die Orte Teltow und Kleinmachnow. Welche Aufgaben sollen mit dieser Stelle angegangen werden, und welche Vorteile ergeben sich daraus für die beiden Kommunen? Thomas Schmidt: Erstmals wird eine ausschließlich mit dem Thema kommunaler Klimaschutz befasste Mitarbeiterin in unserer Stadt tätig sein. Teltow und Kleinmachnow verdanken dies dem Vorhandensein eines kommunalen Klimaschutzkonzeptes – sozusagen dem künftigen Handlungsleitfaden der Klimaschutzmanagerin. Hier sind all die Dinge formuliert, die in Umsetzungsstrategien einfließen sollen. Die Vorteile des Vorhabens liegen auf der Hand: Konkrete Ansätze werden hochqualifiziert betreut. Die Stadt soll dabei ihre Vorreiterrolle wahrnehmen, um die ehrgeizigen Ziele in den nächsten Jahren auch zu erreichen. Gerade die Novellierung des Baugesetzbuches gibt für künftige Investitionsvorhaben reichlich Hausaufgaben mit auf den Weg. Ich bin im höchsten Maße davon überzeugt, dass wir mit unserer neuen Mitarbeiterin eine Idealbesetzung gefunden haben, die ihr erworbenes Fachwissen in Teltow und Kleinmachnow hervorragend einsetzen kann.

Aufruf an unsere Leser! Haben Sie Fragen an den Bürgermeister von Teltow, Kleinmachnow oder Stahnsdorf? Schicken Sie diese einfach an die Redaktion des lokal.reports: lokal.report@stadtblatt-online.de oder rufen Sie an: (0 33 28) 31 64 65. lokal.report | Januar 2012

Michael Grubert: Die Stadt Teltow und die Gemeinde Kleinmachnow haben die Stelle eines Klimaschutzmanagers gemeinsam geschaffen. Die Chance dazu ergab sich, weil es für drei Jahre im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative eine Förderung mit insgesamt 110 000 Euro durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gab. Das sind 65 Prozent der Gesamtausgaben. Grundlage für die Förderung waren die in beiden Kommunen bereits existierenden Klimaschutzkonzepte. Rechtsverbindlicher Antragsteller ist die Stadt Teltow, die die Stelle ausgeschrieben und im Einvernehmen mit der Gemeinde Kleinmachnow besetzt hat. Der Eigenanteil der Gemeinde Kleinmachnow beträgt für die drei Jahre 29 600 Euro. Ziel ist es nun, in beiden Kommunen ein Energie- und Klimaschutzmanagement aufzubauen, die Umsetzung von dafür erforderlichen Maßnahmen einzuleiten und im verwaltungsinternen Handeln die Rolle des Klimaschutzes fest zu verankern. Außerdem wollen wir eine systematische Datenkontrolle aufbauen für alle energie- und klimaschutzrelevanten Verbrauchsbereiche und zudem unsere Ziele und Leitlinien der Klimaschutzkonzepte weiter entwickeln. Die Arbeit der Klimaschutzmangerin soll beide Kommunen dabei unterstützen, effizienter mit den vorhandenen Energiereserven umzugehen und mögliche Einsparpotentiale aufzuzeigen.

BM Bernd Albers (Stahnsdorf)

lokal.report: Das Bundesministerium für Umwelt fördert Teltow und Kleinmachnow ab dem nächsten Jahr eine Klimaschutzmanagerin. Wie setzen Sie sich dafür ein, den Klimaschutz in Stahnsdorf voranzubringen? Bernd Albers: Klimaschutz ist nach wie vor in Stahnsdorf ein Thema und mir persönlich ein sehr wichtiges Anliegen. In Stahnsdorf setzen wir eher auf konkrete Maßnahmen als auf beschriebenes Papier. Allein im letzten Jahr haben wir auf gemeindeeigenen Gebäuden zwei Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Im nächsten Jahr wird eine weitere folgen. Im Jahr 2012 wird die Gemeinde Stahnsdorf einen Mitarbeiter im neuen Regionalbüro im Teltower Rathaus einsetzen. So wird sichergestellt, dass der Klimaschutzmanager bei dessen Tätigkeit auch Stahnsdorf im Blick behält. Voraussetzung für die befristete Förderung der Personalkosten war unter anderem die Durchführung einer Klimaschutzkonferenz. Eine derartige Konferenz ist in Stahnsdorf von niemanden gefordert und so auch nicht durchgeführt worden. Dies hat Gründe. Anders als im Klimaschutzkonzept von Teltow gibt es in Stahnsdorf einen breiten übergreifenden gesellschaftlichen und politischen Konsens, dass die Maßnahme „Flächenausweisungen für Windkraft“ innerhalb der Gemeinde Stahnsdorf nicht gewünscht wird. Andere Maßnahmen zur CO²-Vermeidung sind bereits heute gemeinsam in TKS umgesetzt. Hier ist zum Beispiel die von allen drei Kommunen finanzierte Reduzierung des Individualverkehrs durch Ausbau der Busverbindungen im Rahmen des TKS-Buskonzepts zu nennen.

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Aus den Orten

2012 Radfahren ist gesund, so das gängige Klischee. Per Pedale morgens zum Job, abends noch schnell zur Bio Company, so man sich in Kleinmachnow doch noch auf den Investitionsstandort in der Förster-Funke-Allee einigen kann, oder am Wochenende zum mondänen Edel-Lunch in der neuen Teltower Asia-Lounge. Und ist man mit dem Rad unterwegs, dann gehen auch mal zwei Reiswein mehr. In Kleinmachnow bringt die Velo-Lobby jetzt den „Masterplan Fahrrad“ an den Start. Dort haben die Zweirad-Enthusiasten bereits einen Verkehrsanteil von 27 Prozent. 40 Prozent immerhin wären möglich, schenkt man den verantwortlichen Planungsbüros Glauben. Und den Benutzungszwang für Radwege halten die Experten auch für überflüssig. Was die Benutzungspflicht am Zehlendorfer Damm diesbezüglich angeht, hat der ADFC bereits Widerspruch eingelegt. 40 Prozent Fahrradverkehr – die frischgebackene Klimaschutzmanagerin für Teltow und Kleinmachnow wird sich freuen über derartige Prognosen. Weg vom motorisierten Individualverkehr mit Orientierung auf das emissionsfreie Veloziped. Und wenn der BioMarkt dann wirklich kommt, dann muss auch für die politisch korrekte Energiezufuhr der Zweiradlenker keine Hausfrau mehr mit dem Zweitwagen zur Bio Company nach Zehlendorf. Freie Fahrt für ÖPNV und Radler auf dem Zehlendorfer Damm. Radfahren ist gesund, so das Klischee – bis man im morgendlichen Berufsverkehr auf der Lichterfelder Allee in Teltow oder besagtem Zehlendorfer Damm am Abgas-Stau der quasirepräsentativen Mittelklassewagen vorbeistrampelt. Wem einmal hinter einem Havelbus der olfaktorische Hochgenuss von Dieselfeinstaub über die Nasenschleimhäute geblasen wurde, der hat eine schwummerige Ahnung von den Termini Teer und Kondensat, die auf jeder Kippenschachtel ausgewiesen sind und wechselt vermutlich gerne wieder in die klimaregulierte Fahrerkabine seiner Stuttgarter Sternelimousine, um den Familiennachwuchs im kollektiven Autokorso des Nachmittags von der Waldorfschule auf dem Seeberg heimwärts zu chauffieren. Brandenburg hat eine der restriktivsten Rauchergesetzgebungen bundesweit. Tabakgenuss im öffentlich geschlossenen Raum – nahezu unmöglich. „Rauchen schadet der Gesundheit.“ Selbst die zumindest ethnisch einem ausgewiesenen Klimasünderland entstammende Betreiberin des neuen Teltower Edel-Asia-Restaurants würde den penetranten Drinnenraucher gnadenlos vor die Tür setzen – zu Recht. Der gesundheits- und klimabewusste Radfahrer hingegen ist der tagtäglichen Körperverletzung motorisierter Bequemlichkeit ausgesetzt. Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf haben eine weit über dem Durchschnitt liegende Automobildichte. Mit dem Knacken der 20  000-Einwohner-Marke darf Kleinmachnow nun auch Aufgaben der Unteren Verkehrsbehörde übernehmen. 40 Prozent Abgas-Schnüffler im lokalen Verkehrsaufkommen? Das kann niemand wollen. Liebe Fahrradmasterplaner: Entweder Fahrradverbot für alle, oder aber abgasfrei bis zur B2! Wat soll´n dit? Rolf Niebel

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lokal.report | Januar 2012


Aus den Orten

Volksbegehren für ein Nachtflugverbot Votum des Potsdamer Landtags schürt Empörung bei Bürgerinitiativen Region. Es ist abgeschmettert. Am 16. Dezember sprachen sich die Abgeordneten des Potsdamer Landtages gegen das von der Volksinitiative angestrebte strenge Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr aus. „Unser Weg in Brandenburg führt jetzt direkt zum Volksbegehren“, kündigt Matthias Schubert, Brandenburger Sprecher des neuen großen „Aktionsbündnisses für ein lebenswertes Berlin-Brandenburg“, in einer gemeinsamen Pressemitteilung der regionalen Bürgerinitiativen an. „Statt den Gestaltungsspielraum der Legislative zu nutzen, verschanzt sich die Mehrheit des Parlaments hinter dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts“, erklärt der Sprecher der „BI Stahnsdorf gegen den Fluglärm“, Wolfgang Brenneis. Das Urteil vom 13. Oktober 2011 lasse bis zu 103 Flüge pro Nacht in Schönefeld zu. Noch Anfang November hatte der Hauptausschuss die Volksinitiative für zulässig erklärt. Zwei Wochen später fand im Verkehrsausschuss des Landtages die Anhörung der Volksinitiative statt. Dann folgte die Ablehnung. Spielte dabei etwa

die Richtung eine Rolle, die zuvor das Nachbarland Berlin eingeschlug? Denn der Berliner Senat hatte sich bereits Mitte November für die Ablehnung eines Volksbegehrens ausgesprochen. In Brandenburg sind es theoretisch noch zwei Schritte bis zum möglichen Nachtflugverbot am künftigen Flughafen „Willy Brandt“ (BER). Nachdem mit der Volksinitiative die nötigen 20 000 Unterschriften quasi in doppelter Menge zusammengetragen werden konnten, sind im Volksbegehren nun 80 000 Unterschriften vonnöten. Erst dann käme es zum Volksentscheid gegen Nachtflug. Beim Volksentscheid reicht wiederum die einfache Mehrheit. Ende Januar 2012 entscheidet der Landtag in Potsdam zudem über eine Änderung des Volksabstimmungsgesetzes. Das Volksbegehren selbst kann erst vier Monate nach Ablehnung der Volksinitiative starten. In öffentlichen Einrichtungen wie Rathäusern und Kitas können die Bürger dann ihre Unterschriften für ein Nachtflugverbot leisten. Auf der KAT-Sitzung vom 7. Dezember sprachen sich alle Mitglieder dafür aus, die Öffnungszeiten der Einrichtungen entsprechend anzupassen. Cornelia Schimpf

Veranstaltungen im Januar: 21. Januar, 14 Uhr: Großdemo „Nein zu Nachtflug und Überflügen“, Start: Berlin, Banhof Friedrichstraße 19. Januar, 19 Uhr: Bürgerforum der BI „Kleinmachnow gegen Flugrouten e.V“ im Bürgersaal Rathaus Kleinmachnow

Investitionen in die Zukunft Stahnsdorfer Haushalt 2012 beschlossen Stahnsdorf. Seit dem 1. Dezember ist die Haushaltssatzung 2012 der Gemeinde Stahnsdorf beschlossene Sache. Mit Mehrheit stimmten die Gemeindevertreter dieser Satzung zu, in deren Maßnahmenkatalog Investitionen von fast vier Millionen Euro festgehalten sind. Nicht ohne Stolz nennt Bürgermeister Bernd Albers diesen Haushalt „Zukunftsinvestitionsprogramm“, doch wisse er auch, wieviele dringend notwendige Projekte auf der Warteliste stehen. Zufrieden mit dem Ergebnis waren auch die Ortsvorsteher von Schenkenhorst und Sputendorf. Während sich die Güterfelder bereits über ihre neue fast eine Million teure Sporthalle freuen, gingen die beiden anderen Ortsteile in der Vergangenheit so gut wie leer aus. 2012 soll nun auch hier investiert werden. So sind in der Haushaltssatzung 300 000 Euro für die Planung und den Bau eines Vereinshauses auf dem Schenkenhorster Sportplatz sowie 85 000 Euro Planungskosten für den Erweiterungsbau des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr in Schenkenhorst eingestellt worden. Das Bürgerhaus in Sputendorf wird weiter saniert. 2012 sind dafür 60.000 Euro vorgesehen. Die größte Investition in diesem Jahr stellt die Planung und der Neubau eines Hortgebäudes (870 000 Euro) sowie die weitere Aufstockung des Hauses C an der Heinrich-Zille-Schule dar (470 000 Euro). In der Kita Waldhäuschen und Buddelflink werlokal.report | Januar 2012

den neue Fenster für insgesamt 65 000 Euro eingebaut. Die Kita Mäuseburg erhält Akustikdecken in den Gruppenräumen und der Parkplatz vor dem Haus soll ausgebaut werden (75 000 Euro). 236 400 Euro wird das neue Tanklöschfahrzeug für die Ortswehr Stahnsdorf kosten, beim Güterfelder Depot soll die Toranlage für etwa 30 000 Euro verbessert werden. Entsprechend einer Prioritätenliste sind dieses Jahr Planungskosten in Höhe von insgesamt 315 000 Euro für den Enzianweg und die Starstraße vorgesehen. Der Bau selbst steht erst 2013 an. Des Weiteren sollen rund 80 000 Euro für die Erneuerung der Beleuchtung in einigen Straßen Stahnsdorfs ausgegeben werden. Für Kienwerder wird eine neue Straßenbeleuchtung mit 20 000 Euro geplant. Für den Breitbandausbau im Gewerbegebiet, Güterfelde und in Teilen von Stahnsdorf will die Gemeindeverwaltung 50 000 Euro ausgeben. Dazu rechnet man mit 450 000 Euro Fördermitteln. Trotzdem Stahnsdorf mit erheblichen Gewerbesteuer-Mehreinnahmen rechnen kann, weil ein großes Unternehmen den hiesigen Standort entgegen seinen Plänen doch aufrecht erhält, wird sich vorraussichtlich eine Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben von knapp 275 900 Euro ergeben. Diese würden aus den Überschüssen des ordentlichen Ergebnisses gedeckt werden. Die Zahlungsfähigkeit Stahnsdorfs sei damit mittelfristig gesichert, so die Kämmerin. B.Ri.

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Straßengespräche

Wünsche für 2012? Es war nicht wirklich viel los in der Region, so zwischen den Jahren. Und so nimmt es nicht Wunder, dass wir lediglich einige Herren mit eigentümlichen Namen trafen. Texte/Abb.: Niebel Santa Klaus Naja, ich hätte ja gern wieder ´n neues Rentier. Wissen Sie, mein altes hatte ich in Teltow untergestellt. Da ist das allerdings auf tragische Weise zu Tode gekommen. Der Zaun ringsum der war einfach nicht hoch genug und irgend so ein Hund ist dann drüber gesprungen. Jetzt musste ich mit ´nem Wildschwein Geschenke ausfahren. Aber mal im Ernst, wer möchte denn Weihnachten schon die Sau durch den Ort treiben. Und dann würde ich gern Ferien machen, auf der Osterinsel vielleicht.

Caspar, Melchior, Balthasar (drei Weise mit Migrationshintergrund) C: Wär cool, wenn die Sternsinger dieses Jahr mal fett rappen würden, jetz wo der Bushido hier inner Kirche in Kleinmachnow wohnt. M: Aber das war doch ´ne Freikirche, Alta – fett nich katholisch. B: Na und, Alta! Wir sind ja auch mal ´ne krasse ÖkumeneGang?! … Und ich wünsch mir noch ´n Edding für fett C+M+B schreiben, bei die Bürgameista, Alta.

Silvester Also ich wünsch ja eigentlich nich. Ich bring´ ja eher so Sachen. Mal sehen, was das neue Jahr so bringt, wie der Volksmund sagt, hö, hö. Na schau´n wir mal: Also für Kleinmachnow hab ich da … 27 Prozent Arbeitslosigkeit. Teltow? Moment, … jaaah, da isses: vier SPD-Fraktionen in der SVV. Und Stahnsdorf … aaah ja: 75 Windräder auf den Rieselfeldern und … tss, tss, tss, … der Bürgermeister wird gestürzt. … Was? Nee, nee, war alles nur ´n Scherz. lokal.report | Januar 2012

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Die lokal.reporter

Landnahme – Wenn das Grundstück heimlich wä Die lokal.reporter sind Landdieben auf der Fährte

Region. Als der Wikinger Ingólfur Arnarson 871 nach abenteuerlicher Reise im nordischen Provinzflecken Island anlangte, um sich dort auf einem schmucken Grundstück mit Seeblick niederzulassen, folgte er dem uralten Brauch der Landnahme. Er warf die Pfosten seines Hochsitzes über Bord. Dort wo diese an Land getrieben wurden wollte er eine Siedlung errichten. Drei Jahre später fanden seine Sklaven die Pfosten in der Bucht von Reykjavik. Dass die Landnahme über 1 000 Jahre später im dicht besiedelten Berliner Speckgürtel anders funktioniert, als im Frühmittelalter auf einer nahezu menschenleeren Insel, mutet verständlich an. Sie sind subtiler, die Landnahmen, doch nicht weniger mittelalterlich. „Ich nenn‘ so was ja kalte Enteignung“ Die lokal.reporter begeben sich auf eine ebenfalls abenteuerliche Reise. Ihr erstes Ziel ist die Händelstraße in Teltow (siehe Foto oben). Hinter der Häuserzeile auf dem Feld treffen sie ein Pärchen vom Niederrhein. Das Ackerland, auf dem sie stehen, gehört ihnen. „Die haben ja hier schon einiges weggemacht“, stellt die Eigentümerin fest. Zwischen Acker und Maschendrahtzaun der angrenzenden Grundstücke wachsen Blumen und Sträucher, Komposthaufen, Gurken- und Kürbispflanzungen – überhaupt wirkt es, als hörten die Grundstücke erst etwa zehn Meter hinter der Einzäunung auf. „Schon vor einiger Zeit haben wir die Anlieger abgemahnt“, erzählt sie den lokal.reportern. Die Frechheit einiger Eigentümer sei unfassbar, so die Frau, und reiche bis: „Sie

sind bestimmt krank, das bleibt hier so wie es ist – Sie wohnen doch in Mönchengladbach. Haben Sie das hier überhaupt schon mal gesehen?“. Ein anderer, so ist einem Schreiben an das Ordnungsamt der Stadt Teltow zu entnehmen, „ist der Meinung, die paar Zentimeter kann er doch für 100 Euro pro anno pachten, er habe doch nur ein paar Blümchen zwischen das Unkraut gepflanzt“. An dieser Stelle hat der okkupierte Streifen hinter dem Zaun eine Breite von fünf bis acht Metern. Das Ackerland hinter der Häuserzeile ist von den beiden Mönchengladbachern an die Agro Saarmund e.G., einen Landwirtschaftsbetrieb in Nachfolge der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Pflanzenproduktion (LPG) aus DDR-Zeiten, verpachtet. Das illegale Kleingärtnern hübscht also nicht nur Brachland hinter dem Grundstück auf, es verursacht auch wirtschaftlichen Schaden – theoretisch. Denn aufgefallen war die Usurpation fremden Grundbesitzes erst, als die Eigentümer nach Jahren mal einen Blick hinter die Anwesen warfen. Die Treckerfahrer der Agro Saarmund zogen einfach Jahr für Jahr ihre Furche bis an die illegale Blumenrabatte, keinen Meter weiter. Die lokal.reporter läuten an mehreren Haustüren. Doch wildes Gärtnern ist ein Freizeitvergnügen. Aufgemacht wird ihnen nicht. Vermutlich geht man regulärem Broterwerb nach, jetzt um die Mittagsstunde. Ein Anwohner-Statement ist nicht zu bekommen. „Ich nenn´ so was ja kalte Enteignung“, äußert sich ein Nachbar von der anderen Straßenseite.

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Die lokal.reporter

chst Eine Beseitigungsverfügung könne nur der Landkreis aussprechen, wenn Zäune im Außenbereich gezogen wären – im aktuellen Fall sei es eine zivilrechtliche Auseinandersetzung, so Beate Rietz, Teltows erste Beigeordnete. Zäune im Außenbereich allerdings sind grundsätzlich baugenehmigungspflichtig. „Die sehen mich ja hier nicht“ Ob die Zäune auf dem alten Stammbahn-Streifen zwischen Kleinmachnow und Berlin-Zehlendorf bauamtlich genehmigt wurden, darf allen Ernstes bezweifelt werden. Der Berliner Kleingartenverein Schlachtensee-Süd e.V. expandiert an vielen Stellen klammheimlich ins Brandenburgische (siehe Foto unten). Auch hier Kompost- und Laubhaufen, kleine Anpflanzungen – geraubtes Land mit Gartentor. „Die sehen mich ja hier nicht“, meint ein Pächter und schmunzelt. Für ihn ist es ein kleiner Schritt von Berlin nach Brandenburg – ohne dabei die eigene Parzelle zu verlassen. Etwa drei Meter ragt der Garten auf Kleinmachnower Gemarkung. Andere länderübergreifende Einfriedungen reichen bis zu zehn Meter ins andere Bundesland. Zu Zeiten Ingólfur Arnarsons wäre solcherart Landraub wohl schon Anlass für eine blutige Fehde gewesen. „Eingreifen können wir nur, wenn es sich bei dem Grundstück auch um Gemeindeeigentum handelt“, legt die Pressesprecherin des Kleinmachnower Rathauses, Martina Bellack dar. Das Gelände des ehemaligen Grenzstreifens hingegen gehört der Deutschen Bahn AG (DB). Burkhard Ahlert, DB-Sprecher für die Länder Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpom-

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mern, erklärt dazu: „Wenn das Stück nicht entwidmet ist, muss die Fläche freigehalten werden. So ist es nicht statthaft und kann bei Bedarf der Bahn jederzeit abgerissen werden.“ Auf Kosten der eigenmächtigen Nutzer versteht sich. „Es sind meist die Nachbarn“ Wie schnell das auch mal gehen kann, zeigt eine Anekdote aus Stahnsdorf. Die Untere Bauaufsicht des Landkreises Potsdam-Mittelmark erließ vor etwa einem Jahr eine Beseitigungsverfügung in Güterfelde. Dort hatte ein Eigentümer den Zugang zum Uferweg des Güterfelder Sees mit einem selbst errichteten Schlagbaum versperrt. Landnahme nach Raubrittermanier? „Es war nicht mehr möglich, die Wendeschleife zu nutzen“, erinnert sich Bürgermeister Bernd Albers. Er vermutet, dass Spaziergänger seinerzeit den Landfrevel meldeten. „Es sind meist Nachbarn, die anschwärzen“, bestätigt auch Beate Rietz. Das Ordnungsamt leitete den Güterfelder Fall an die zuständige Kreisbehörde weiter. Der Verursacher zeigte sich jedoch sehr kooperativ und entfernte den Schlagbaum wieder. Im frühen Mittelalter wäre es schwerlich bei einer rot-weißen Schranke geblieben. Mit einer wehrhaften Palisade als Befestigung hätte man wohl wenigsten rechnen müssen – und mit einigen Fleischwunden im Falle eines Rückeroberungsversuches. Doch auch hier sind die Methoden subtiler geworden. Text/Fotos: Cornelia Schimpf/Rolf Niebel

Sie haben einen Hinweis für die lokal.reporter, was unbedingt aufgedeckt werden muss? Schreiben Sie uns eine E-Mail an: lokal.report@stadtblatt-online.de 15


Aus den Orten

„Wir leben das!“

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Seit 20 Jahren: Gaststube Mc Hartung

Ein Ausschnitt des Flyers zur Eröffnung 1992

„Es sollte ein besserer Imbiss werden, mit Tellern, Tassen und richtigem Besteck“, erinnert sich Dittmar Hartung an die Anfänge vor 20 Jahren. Mit dem Eröffnungstag der Gaststube Mc Hartung in Ruhlsdorf am 18. Januar 1992 wurden sogleich die Weichen für ein überaus erfolgreiches Familienunternehmen gestellt. Damals hinterließ ein Besucher einen Wunsch im noch jungfräulichen Gästebuch: „Lasst es in der Kasse klingeln und euch von vielen Gästen schnell umzingeln!“ Gesagt, getan. Aus dem „besseren Imbiss“ mit ursprünglich geplanten zwölf Plätzen ist inzwischen ein Unternehmen mit 70 Innenplätzen geworden, das täglich geöffnet ist und Familien, Vereins- und Firmenfeiern das perfekte Ambiente bietet. Für die durchweg deutsche Küche sorgt Angela Hartung selbst. Daneben ist die Gaststube Mc Hartung so tief in Ruhlsdorf und Umgebung verwurzelt, dass es für die Hartungs eine Selbstverständlichkeit ist, regionale Sportvereine zu unterstützen. Am 18. Januar 2012 begeht die Familie Hartung nun ihr 20-jähriges Jubiläum. Gemeinsam mit Stammgästen, Geschäftskunden, Freunden und dem Potsdamer Polizeiorchester werden sie dann die vergangenen Dekaden Revue passieren lassen. Und wie geht es dann weiter? „Wir sind gesund und wollen noch lange nicht aufhören“, verspricht Dittmar Hartung. Na dann, alles Gute für die nächsten 20 Jahre! Gaststube Mc Hartung Teltower Straße 22 A, 14513 Teltow Tel.: (0 33 28) 47 27 32/www.gaststube-mchartung.de

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Anmelden für das Schuljahr 2012/2013! Region. Kaum hat das neue Jahr begonnen, rollen schon die ersten Termine lawinenartig über Schüler und Eltern weg. Soll Ihr Kind ab kommenden Schuljahr eine Grundschule, eine Oberbzw. Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe oder ein Gymnasium besuchen, beachten Sie bitte folgende Anmeldefristen. Auch für Berufsschulen und Schulen des Zweiten Bildungsweges finden Sie hier alle wichtigen Informationen: Grundschule: Zum Schuljahr 2012/2013 werden alle Kinder schulpflichtig, die bis zum 30. September 2012 das sechste Lebensjahr vollenden. Bis zum 28. Februar können Sie Ihr Kind in der zuständigen Grundschule anmelden. Informationen erhalten Sie in der Schule selbst. Die Adressen der Grundschulen bekommen Sie in der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung. Informationen zur Aufnahme jüngerer Kinder gibt die Schule. Wünschen Sie, das Ihr Kind in die Jahrgangsstufe 5 einer Gesamtschule oder an einem Gymnasium mit einer Leistungs- und Begabungsklasse aufgenommen wird, dann stellen Sie bis zum 6. Januar einen Antrag auf Ausstellung einer Empfehlung der Grundschule. Die Anmeldung an den Schulen erfolgt bis zum 2. März. Sekundarstufe I: Am 27. Januar erfolgt in der Grundschule die Ausgabe der Grundschulgutachten und der Anmeldeformulare für die Oberschulen, Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe. Bis zum 8. Februar sind die Anmeldeunterlagen in den Grundschulen abzugeben. Sekundarstufe II: Möchten Sie Ihr Kind für eine gymnasiale Oberstufe an Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe bzw. Beruflichen Gymnasien an Oberstufenzentren (OSZ) anmelden, haben Sie vom 27. Februar bis 2. März an der entsprechenden Schule die Möglichkeit. Berufsschulen: Jugendliche mit einem Berufsausbildungsvertrag werden von ihrem Ausbildungsbetrieb am zuständigen OSZ angemeldet. Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag melden sich am für ihren Wohnort zuständigen OSZ an. Schulen des Zweiten Bildungsweges: Informationen sind jederzeit erhältlich an den Schulen des Zweiten Bildungsweges in Potsdam, Cottbus und Königs Wusterhausen, an den Schulen schulabschlussbezogener Lehrgänge an Volkshochschulen, an den Oberstufenzentren Uckermark und Brandenburg/Havel sowie an den staatlichen Schulämtern. Anmeldezeitraum ist vom 12. März bis zum 27. April. Am 6. August ist der erste Schultag. Mehr Informationen erhalten auf www.brandenburg.de. PM/cos

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Teltow. Schon seit über zweieinhalb Jahren plant die Stadt Teltow den Ausbau der Richard-Wagner-Straße. Nun scheint alles auf einen Kompromiss zwischen Anwohnern und Stadtverwaltung hinauszulaufen. Udo Bauer, Sprecher der Anliegerinitiative, bezeichnet eine mögliche Reduzierung der Erschließungskosten von 90 auf 70 bis 80 Prozent dennoch als „Aberwitz“. Denn 80 Prozent der Gesamtkosten entsprächen in etwa der Summe, die der Ausbau der Richard-Wagner-Straße ohne die Errichtung eines Gehweges die Anwohner kosten würde – und diese haben sich mehrheitlich gegen einen Bürgersteig entschieden. Das Bauamt, so berichtet Udo Bauer, zeigte sich den Vorschlägen der Anwohner gegenüber zwar aufgeschlossen, hob die bisherige Planung auf und bezog Mitglieder der Initiative in die neue Planungsphase mit ein – „Aber die Planungshoheit hat letztendlich die Stadt“, erklärt Teltows Erste Beigeordnete Beate Rietz die Vorgehensweise der Verwaltung. Die müsse die Eigentümer zwar beteiligen, aber nicht das machen, was diese wollen, so Rietz weiter. „Der Hauptausschuss hat die Verwaltung schließlich damit beauftragt, die Richard-Wagner-Straße mit einer Fahrbahnbreite von 3,50 Meter und einem Gehweg zu planen“. Ein Teilerfolg für die Anwohner, denn die Verwaltung sah ursprünglich zum Entsetzen der Bewohner zwei Einbahnstraßen mit jeweils einer Breite von fünf Metern vor. Verglichen mit anderen Straßenausbauplänen stellt die RichardWagner-Straße tatsächlich einen Sonderfall dar. Weil es sich bei dieser Straße, deren Fahrspuren ein Grünstreifen trennt, um eine „einseitig anbaubare Straße“ handelt, so lautet der Fachausdruck, würden die anteiligen Kosten für die einzelnen Anwohner automatisch höher. Wie Beate Rietz mitteilt, plane die Verwaltung deshalb eigens für die Richard-Wagner-Straße eine maßnahmenbezogene Satzung – als Kompromiss für diese außergewöhnliche Belastung. Udo Bauer hält diesen möglichen Kompromiss, nur 70 bis 80 Prozent der Gesamtkosten auf die Eigentümer umzuschlagen, für fragwürdig. „In beiden städtischen Satzungen über Ausbau und Erschließung von Straßen wird von Eigentümern, die ein Eckgrundstück besitzen, nur eine Abgabe von zwei Dritteln des üblichen Beitrags verlangt. Diesen Härtefall übertrifft die Richard-Wagner-Straße mit ihrer einseitigen Bebaubarkeit. Also wäre es nur gerecht und billig, wenn die ermäßigten Erschließungskosten auch nur zwei Drittel von 90 Prozent betragen würden“, regt Bauer an. Beate Rietz hält das Entgegenkommen der Stadt für einen fairen Kompromiss. Allerdings müsse die geänderte Satzung dann noch von den zuständigen Ausschüssen abgesegnet werden. C. Schimpf lokal.report | Januar 2012

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Aus den Orten

Punkt Punkt Komma Strich Die Berlinerin Sonja Wüsten hat Teltow in Aquarellen festgehalten

Zwei Aquarelle: Teltow hinter der Mauer kurz nach der Wende 1989 (links) und die Teltower Altstadt 1994 (rechts)

Teltow. Sonja Wüsten erinnert sich. „Im Alter von zwei Jahren habe ich bei meiner Urgroßmutter zum ersten Mal gezeichnet.“ Aus zwei Punkten, Komma und Strich entstand damals ein Mondgesicht. Das Malen entwickelte sich zur Leidenschaft der heute 84-Jährigen Berlinerin. Aufgewachsen in Schönow und Zehlendorf verbrachte sie besonders viel Zeit im nahen Teltow. In den 1980er Jahren und zur Wendezeit hielt Sie das alte Teltow mit Pinsel und Farbe fest. Ins-

Scan: C. Schimpf

gesamt sechs Teltower Aquarelle entstanden, die Sie nun dem lokal.report zur Verfügung stellte. Sonja Wüsten machte ihr Hobby zum Beruf. Sie studierte Malerei und Kunsterziehung u.a. in Berlin, Stuttgart und Weimar. Anschließend arbeitete sie etliche Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Berliner Humboldt Universität. Vor allem Landschaftsdarstellungen und Architektur haben es ihr angetan. Zuletzt stellte sie ihre Werke anlässlich ihres 80. Geburtstages aus. cos

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lokal.report | Januar 2012


Aus den Orten

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lokal.report | Januar 2012

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Kleinmachnow. „Ich denke, die Positionen sind ausgetauscht – seit vielen Jahren“. Diese Position des Kleinmachnower Gemeindevertreters Frank Musiol (WIR) fasst die Tragikomödie um die Kammerspiele weise zusammen. Vor dem Hintergrund, dass sich fast alle Parteien für den Erhalt der Kammerspiele ausgesprochen hatten, erklärte Jens Klocksin (SPD) im Oktober 2003: „Ist der politische Wille da, wird auch alles geregelt.“ Acht Jahre später ist dann tatsächlich alles geregelt. Die Kammerspiele als Ort kultureller Vielfalt für die Allgemeinheit sind perdu – wohl für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. „Wir haben alle sehr unterschiedliche Vorstellungen von den Kammerspielen“, so ein resignierter Jens Klocksin auf der Sitzung der Gemeindevertreter am 15. Dezember. „In 15 oder 30 Jahren möchte ich nicht nur ein paar Schulhöfe haben, wo die älter werdende Bevölkerung Sport treibt. Aber wir müssen auch mal einen Schlussstrich ziehen. Kleinmachnow hat heute Abend eine Chance vergeben. Ich bedauere das sehr.“ Mit zwölf Ja- und 15 Nein-Stimmen hatten sich die Abgeordneten gegen den Kauf der Kammerspiele durch die Gemeinde entschieden. Der Eigentümer Karl-Heinz Bornemann hatte im Dezember 2011 erklärt, das Haus nur noch bis maximal Mitte dieses Jahres 2012 zu öffnen. Zwar solle es einen neuen Kaufinteressenten, das Unionhilfswerk aus Berlin, geben, ob aber der Wohlfahrtsdienstleister hier aktiv werden kann und wie die Finanzierung der dringend notwendigen Sanierung geregelt wird, bleibt derzeit Spekulation. Immerhin ist das Gebäude an eine kulturelle Nutzung gebunden. War Bürgermeister Michael Grubert noch im Monat zuvor beauftragt worden, die Beschlussvorlage zum Kauf des Hauses bezüglich einer Kostensenkung auf 2,5 Millionen Euro zu überarbeiten, so hatte sich dies nun als illusorisch herausgestellt. Ein Gutachter hatte das Gebäude noch einmal auf Bauschäden überprüft und einen erheblichen Instandsetzungsrückstand festgestellt. Eine Dachreparatur sei überhaupt nicht mehr möglich. Es müsse komplett erneuert werden. Außerdem seien teilweise Schadstoffbelastungen diagnostiziert worden. Allein für Minimalreparaturen wären etwa 3 Millionen Euro vonnöten. Allerdings hätte man dann zwar ein gedämmtes Dach, jedoch noch keine Wärmedämmung im Kinosaal, so Grubert. Die veranschlagten Sanierungskosten von 4,15 Millionen ließen sich einfach nicht herunterrechnen. Der politische Wille, den Klocksin 2003 so beschworen hatte, er war nicht da. Nun wird man abwarten müssen, ob ein Nachbarschaftshaus, welches sich das Unionhilfswerk eventuell in den denkmalgeschützten Mauern vorstellt, den Kiez am Uhleneck kulturell wieder aufwerten könnte. Ob das denkmalgeschützte Haus nach dem angekündigten Ende des Kinobetriebes den Weg alles Irdischen geht oder ob sich ein solventer Investor findet, der auch das Identifikationspotential des Hauses für die Kleinmachnower in Rechnung stellt, das wird die Zukunft unweigerlich zeigen. Die Gemeinde hat mit der Entscheidung ihrer gewählten Vertreter am 15. Dezember einen Großteil ihrer Gestaltungsmacht aus der Hand gegeben. Allerdings war der weitere Weg auch nicht wirklich klar gewesen und darin lag das Problem: „Wir zahlen einen Eintritt von mehreren Millionen für eine Straße wo wir nicht wissen, wohin sie führt“, so Holger Baumgraß (PRO). Rolf Niebel

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Topthema des Monats

Abgehängt – wenn Kinder auf der Strecke bleib Kinderschutz in Land und Region: Theorie und Praxis, Schwächen und Chancen Region. „Pornodarstellerin klagt gegen Amt, weil sie ihren Sohn zurück will“ – „Betrunkene Mutter schiebt Kinderwagen durch die Nacht“ – „Polizei fahndet nach Exhibitionisten in Teltow“ – „Stark unterernährtes Baby; Mutter erhielt Haftbefehl“ – „Säugling aus dem Fenster geworfen“ Fünf erschüttende Meldungen aus Teltow und Berlin, die im November des vergangenen Jahres in Tageszeitungen und Polizeipressedienst zu lesen waren. Zurück bleiben Gefühle wie Hilflosigkeit, aber auch Wut. Und viele Fragen. Die traurigste: Warum musste es soweit kommen, warum musste dieser neugeborene Junge sterben?

3,5 Todesfälle in der Woche Zum Glück kommen grausame Todesfälle wie dieser vom 20. November aus BerlinCharlottenburg selten vor. Zumindest vermutet man das. Dennoch steht diese Zahl im Raum: 183. Wie UNICEF in seinem Report 2011 „Kinder vor Gewalt schützen“ veröffentlichte, gab es allein in Deutschland im Jahr 2010 eben jene 183 Kinder, die Opfer von Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge wurden oder starben, weil die Aufsichtspflicht grob vernachlässigt wurde. Das sind im Schnitt 3,5 Todesfälle in der Woche! Es fällt angesichts solcher Zahlen immer schwerer, von seltenen Ausnahmen zu sprechen. Weiter ist aus dem UNICEF-Report zu erfahren, dass im Jahr 2009 in Deutschland nach Angaben des statistischen Bundesamtes 33 700 Kinder von den Jugendämtern in Obhut genommen wurden. Im Vergleich zu 2004 kam es zu einer Steigerung von 30 Prozent. Desweiteren habe 2009 die polizeiliche Kriminalstatistik 11 319 angezeigte Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung und sexuellen Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen verzeichnet.

Zuflucht Kinderdorf Ganz bei uns in der Nähe, im ruhigen Stahnsdorfer Ortsteil Kienwerder, gibt es ein Kinderdorf. 1995 fing alles mit einigen Kindern an, die die ehemalige Schulleiterin Inge Rahmel in ihre eigene Familie aufnahm. Es entstand die Idee, diese Form der Betreuung auszuweiten. Mit dem Sozial- und Heilpädagogen Hans-Hermann Borreck hatte Inge Rahmel einen professionellen Partner gefunden. Gemeinsam bauten sie in Form einer privaten und frei-

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en Trägerschaft ein ganzes Kinderdorf auf. In Kienwerder leben heute 35 Kinder und Jugendliche verteilt auf acht Häuser in Familienwohngruppen oder in Gruppen mit innewohnendem Erzieher. Für die Älteren gibt es betreutes Einzelwohnen. Außerhalb des Kinderdorfes wurden an mehreren Orten, darunter auch in Teltow, ebenfalls familienorientierte Wohngruppen mit knapp 40 Plätzen geschaffen. Mit ihrer engagierten Arbeit tragen die Mitarbeiter jeden Tag ein Stück dazu bei, dass „ihre“ Kinder in ein normales Leben zurück finden. Die Kinder in Kienwerder kommen aus allen sozialen Schichten, meist aus Berlin, Potsdam und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark. Der Bedarf ist groß. Es gibt Wartelisten. Manchmal sind die Kinder nur ein Jahr da, in der Regel zwei bis drei Jahre, wieder andere bleiben bis zum Ende der Ausbildung. Die Mitarbeiter versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten, den Kindern ein gesichertes und liebevolles Lebensumfeld zu geben. Ob die Kinder glücklich werden, ist eine andere Sache. „Sicherlich werden wir für einen Großteil der Kinder zur Ersatzfamilie, sie fühlen sich wohl hier und wollen keinesfalls zurück in die Ursprungsfamilie,“ erzählt Hans-Hermann Borreck, „aber es gibt auch Kinder, die würden sofort wieder zurück nach Hause gehen.“ Es können nie alle Wunden geheilt werden. Es gäbe ehemalige Kinderdorfkinder, die es als Erwachsene – beruflich wie privat – schaffen. Dennoch sei insbesondere die frühkindliche Entwicklung in den ersten drei Lebensjahren wesentlich für die Persönlichkeitsentfaltung. „Wenn ein fünfjähriges Kind zu uns kommt, dass jahrelang misshandelt wurde, kann es so maximal geschädigt sein, dass wir zwar positiven Einfluss nehmen können, aber es wird später ein Risikoerwachsener bleiben“, meint Borreck. Diese Menschen hätten dann häufig mit denselben Problemen zu kämpfen wie schon die Eltern, machen vielleicht die gleichen schlimmen Fehler. „Darum brauchen wir unbedingt ein engmaschiges Netzwerk und Rechtssicherheit, um frühestmöglich handeln zu können.“ Es ist noch gar nicht so lange her, da bekam Hans-Hermann Borreck öfter den Spruch zu hören: „Die schlechteste Familie ist immer noch besser als das beste Heim.“ Selbst in jüngster Vergangenheit habe eine Lehre-

rin zu einem Kinderdorfschützling gesagt: „Von dir kann man nichts anderes erwarten, dort gehörst du auch hin.“ Nicht von ungefähr hat Borreck, der selbst einmal ein Heim mit 100 Plätzen leitete, seit Jahrzehnten an der Entwicklung hin zum familienorientierten Ansatz in der stationären Betreuung von Kindern mitgewirkt. „Noch immer ist Fremderziehung negativ besetzt“, bedauert der Sozialpädagoge. „Wir wollen unsere Kinder vor Stigmatisierung schützen“, so Borreck. Darum finden sich im gesamten Kinderdorf keine Hinweisschilder auf die Einrichtung. Die Schicksale der Kinder sind tragisch genug, nun sollen sie in einem neuen Lebensabschnitt Normalität erfahren. Die fängt mit einer schlichten Hausnummer an.

Zuhause auf Zeit oder auf Dauer: die Pflegefamilie „Öffnen Sie Ihr Zuhause für ein Pflegekind“ – Damit wirbt die gemeinsame Fachstelle Pflegekinderdienst der Landeshauptstadt Potsdam und des Landkreises Potsdam-Mittelmark in der Öffentlichkeit für Pflegefamilien. Der Aufruf richtet sich an klassische Familien mit Kindern, Paare, Alleinerziehende, gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Jeder, der sich berufen fühlt, kann sich bewerben: Tel. (0 33 27) 73 93 19. Auch im Jugendamt Teltow, im Lankeweg 4, sind Mitarbeiter des Pflegekinderdienstes vor Ort. „Wir suchen für Kinder Eltern, nicht für Eltern Kinder“, betont Christian Gunkel, Sozialarbeiter im Pflegekinderdienst, der für die Ausbildung von Bewerbern und die sozialpädagogische Begleitung von Pflegefamilien zuständig ist. In intensiven Gesprächen versucht der Sozialarbeiter zu prüfen, ob ein Bewerber geeignet ist. Pflegeeltern sollten sich stets bewusst machen, Eltern auf Zeit zu sein. Sie müssen damit klar kommen, dass sie im Grunde als Dienstleister des Jugendamtes agieren. „Pflegefamilie zu sein, hat etwas Öffentliches, es schaut immer jemand mit,“ erklärt Teamleiterin Gabriela Anger. „Ich mache das stellvertretend“ – das wäre eine wichtige Haltung, die Pflegeeltern einnehmen sollten, um die emotionalen Belastungen zu bewältigen. Im Vergleich zum Kinderheim mit Wohngruppen könne eine Pflegefamilie mehr Nähe schaffen, so Sozialarbeiter Gunkel. Auf der anderen Seite birgt das Modell Pflegefamilie auch Risiken durch den täglichen emotionalokal.report | Januar 2012


Topthema des Monats

en len Spagat zwischen starker Bindung einerseits und nötiger Distanz andererseits. Die Option auf Rückführung des Pflegekindes in die Herkunftsfamilie steht immer im Raum – auch wenn „der Plan für eine Rückführung zeitlich begrenzt“ ist, so Gunkel. Das Kind behält zwei Familien. Ein regelmäßiger Kontakt zu den leiblichen Eltern gehört in den meisten Fällen zum Alltag.

Eine neue Familie für Gregor „Hier ist einfach Platz für Kinder,“ sagt Peter Maier* (40), von Beruf Zimmermann. Er lebt mit seiner Frau Susanne* (32), in einer 200-Seelengemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die Kinder Jan* (5) und Gregor* (3) sind zwar gerade in der Kita, aber im großen Hof sind überall ihre Spuren anzutreffen: ein Bobbycar, ein großer Sandkasten mit Piratenflagge und Rutsche. Im Wohnzimmer hängen die üblichen Familienfotos. Immer wieder blicken zwei putzige Jungen aus den Bilderrahmen. Sie sehen sich ähnlich, echte Brüder eben, denkt man automatisch. Doch Gregor, der Jüngere, lebt erst seit einem Jahr in der Familie. Er ist ein Pflegekind. Als Gregor im Alter von zwei Jahren kurz vor Weihnachten 2010 von Familie Maier zur Langzeitpflege aufgenommen wurde, muss die Kinderseele schon einiges mitgemacht haben. „Er hat anfangs nicht gesprochen, nur geschrien“, erzählt Pflegevater Peter. Ein zweijähriges Kind weiß sich nicht anders zu verständigen. Schlimm. Von Kindeswohlgefährdung und Entwicklungsverzögerung war von Seiten der Amtsärzte die Rede. Was alles im ursprünglichen Elternhaus vorgefallen ist, wissen die Pflegeeltern nicht. Aber an bestimmten Verhaltensmustern Gregors, merkt der aufmerksame Pflegepapa, dass es wohl auch Schläge, Vernachlässigung und unregelmäßige Nahrungsversorgung gegeben haben muss. Wenn der kleine Gregor Angst hatte, hielt er instinktiv die Arme schützend hoch. „Wir haben Monate gebraucht, um ihn an eine vernünftige Esskultur heranzuführen. Am Tisch gemeinsam sitzen und essen, das kannte Gregor nicht. Er hat sich lokal.report | Januar 2012

was geschnappt und ist mit seiner Beute gleich wieder verschwunden“, erinnern sich Peter und Susanne. Mittlerweile funktioniere es ganz gut. „Gregor hat viele Fortschritte gemacht, aber vermutlich braucht er zusätzliche therapeutische Förderung, die Kita schreibt gerade an einer Beurteilung“, sagt „Mama Susi“. So nennt Gregor seine Pflegemama. Wenn es mal Streit gibt, dann sucht er sofort die Rückversicherung, dass er bleiben kann. „Wohne ich hier?“ – fragt Gregor auch ganz unvermittelt. Für den Moment können die Pflegeeltern ihm versichern, er ist bei ihnen richtig zu Hause. Dennoch, es schwebt immer die Ungewissheit mit. Wie lange bleibt Gregor tatsächlich? Das entscheiden nicht Peter und Susanne, das entscheidet das Jugendamt und eventuell ein Familiengericht. „Wenn wir uns von Gregor trennen müssten, hätte ich schon große Probleme damit“, gesteht Mama Susi. Peter versucht, sachlich und objektiv zu bleiben: „Ich sage mir immer, es ist nicht unser Kind, auch die leiblichen Eltern haben ein Recht.“ Zu seinen leiblichen Eltern hat Gregor einmal in

der Woche für zwei Stunden Kontakt – unter Beobachtung einer Sozialarbeiterin. Als die leiblichen Eltern vor gut einem Jahr zugestimmt hatten, Gregor in eine Pflegefamilie abzugeben, lebten sie in Trennung. Die junge Mutter, Anfang Zwanzig, war arbeitslos, fühlte sich allein mit zwei kleinen Kindern überfordert. Sie selbst sei bereits in einer Familie aufgewachsen, die unter Jugendamtsbeobachtung stand. Das jüngere Kind ist bei der Mutter verblieben. Inzwischen leben die leiblichen Eltern von Gregor wieder zusammen. Die Familie wird kontinuierlich von einer Sozialarbeiterin unterstützt, auch immer unter dem Aspekt, ob eine Rückkehr von Gregor in Frage kommt. „Im Moment kann von einer Rückführung nicht die Rede sein“, schätzt Pflegevater Peter. Die Ursprungsfamilie sei nicht stabil genug. „Mama Susi“ und „Papa Peter“ bezweifeln stark, dass Gregor dort gut versorgt wäre. Gregor selbst spricht so gut wie nie von den „anderen“ Eltern. Er scheint in seiner neuen Familie richtig angekommen.

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Topthema des Monats

Warum haben sich Peter und Susanne für das Modell Pflegefamilie entschieden? „Wir hatten uns immer ein zweites Kind gewünscht, als es nicht klappen wollte, kam die Idee mit einem Pflegekind. Wir kannten das bereits aus dem Bekanntenkreis“, erzählen sie. Das Paar informierte sich beim Jugendamt und besuchte einen zweimonatigen Kurs. 13 Elternpaare hatten teilgenommen, am Ende blieben nur drei Familien dabei. Bei den Maiers hatte vor allem Susanne mit sich gerungen. Dass Pflegefamilien finanziell unterstützt werden, ist kein Geheimnis. Aber um das bisschen mehr Geld geht es nicht. Peter und Susanne geht es um Glück, dass sie im Familienleben finden. Und um viel Platz im Herzen – für ein Kind wie Gregor. *Namen geändert

Deutschland weit entfernt von einer kinderfreundlichen Gesellschaft. Warum ist es so schwer, Kinder wirksam vor Gewalt, Vernachlässigung und Missbrauch zu schützen, obwohl sich doch alle einig sind? Tun wir alles zum Wohl der Kinder? Nein, sagt Sebastian Sedlmayr von UNICEF: Bis heute fehle ein angemessener Gesamtrahmen zur Umsetzung der Kinderrechte. UNICEF, Kinderschutzbund und viele Experten fordern, die Kinderrechte im deutschen Grundgesetz zu verankern. „Dann würden Kinder endlich als vollwertige Persönlichkeiten respektiert, deren freie Entfaltung verfassungsgemäß geschützt wäre. 20 Jahre nach der Verabschiedung der UNKinderrechtskonvention ist dies überfällig“, so der Kinderschutzbund.

Kinder haben Rechte

Einigung im Streit um neues Bundeskinderschutzgesetz

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“ – Auch wenn seit 2000 das Recht auf gewaltfreie Erziehung im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1631) verankert ist, bleibt Gewalt für viele Kinder in Deutschland traurige Realität. Das Gesetz steht in engem Zusammenhang mit der 1989 verabschiedeten UN-Kinderrechtskonvention, die Deutschland 1992 ratifiziert hat. Damit verpflichtet sich Deutschland, die Kinderrechte in der Gesellschaft zu stärken und entsprechende Rahmenbedingungen für die positive Entwicklung von Kindern zu schaffen. Dennoch sind wir in einem so zivilisierten und reichen Industrieland wie

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Immerhin – seit fünf Jahren wird unter Politikern und Fachkräften in Deutschland um ein Kinderschutzgesetz gestritten. Ende November 2011 waren die Fronten zwischen Bund und Ländern verhärtet. Der Bundesrat hatte den Gesetzentwurf blockiert. Die SPD-regierten Länder kritisierten die ungesicherte Finanzierung solch sinnvoller Initiativen wie Familienhebammen. Diese psychosozial geschulten Hebammen begleiten bis zu einem Jahr konfliktgefährdete Eltern in ihrem Lebensalltag mit Baby. Damit sollen die von Fachkräften wie Kinderärzten immer wieder geforderten „Frühen Hilfen“ unterstützt werden. Die Konferenz der Familienminister aller Bundesländer hatte vergeblich gefordert, die Krankenversicherungen an der Finanzierung zu beteiligen, da

Kinderschutz und Gesundheitsfürsorge nicht getrennt zu behandeln sind. In letzter Minute einigte man sich Mitte Dezember. In der Finanzfrage hat der Bund nachgegeben. Nach der vierjährigen Anschubfinanzierung wird er einen zusätzlichen Fonds mit jährlich 51 Millionen Euro einrichten, um langfristig die Projekte zu sichern. Zum Januar tritt das neue Bundeskinderschutzgesetz in Kraft. Über die „Frühen Hilfen“ hinaus müssen nach dem neuen Gesetz hauptamtliche Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Damit will man einschlägig Vorbestrafte ausschließen. Das Gesetz beinhaltet zudem eine Befugnisnorm für „Berufsgeheimnisträger“ wie Kinderärzte oder Lehrer. Wenn diese „gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen“ erkennen, dann sollen sie zunächst auf das Annehmen von Hilfsangeboten hinwirken, können in einem nächsten Schritt das Jugendamt informieren. Die Kinderärzte haben zudem selbst Anspruch auf fachliche Beratung in solch schwierigen Abwägungsprozessen zwischen Schweigegebot und vermuteter Kindeswohlgefährdung. Justitiare des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. befürchten für die Praxis, „dass Risikofamilien den Kinder- und Jugendarzt nicht als Helfer für ihr Kind verstehen, sondern als weitere Behördeninstanz, die zu vermeiden ist“. Es gäbe keine neue klare gesetzliche Regelung, sondern lediglich eine Klarstellung des Meldewegs. Mit dem Bundeskinderschutzgesetz sind nicht alle offenen Fragen vom Tisch. So ist der Gesundheitsbereich weitgehend aulokal.report | Januar 2012


Topthema des Monats

ßen vor geblieben. Ebenso offen ist die gesetzliche Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. Das hatte zuvor auch der Bundesrat gefordert. Das Gesetz ist ein wichtiger Schritt. Ob die praktische Umsetzung klappt, wird sich erst zeigen.

Kinderschutz im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kinderschutz ist vor allem eines: Netzwerkarbeit. Es gibt keine zentralgesteuerte Kinderschutzbehörde, sondern eine Vielzahl von Instanzen, die staatlich oder nichtstaatlich gelenkt sind. Wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche vor Vernachlässigung, Missbrauch und Gewalt zu schützen, dann funktioniert das in Deutschland über das Kooperieren aller beteiligten Fachkräfte in den Jugend- und Gesundheitsämtern, der Hebammen, Ärzte sowie Pädagogen in Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen und der Fachkräfte bei Polizei und Justiz. In erster Linie sind die Jugendämter der Landkreise und der kreisfreien Städte für alle Fälle von Kindeswohlgefährdung, wie es im Amtsdeutsch heißt, zuständig. Der 2005 neu aufgenommene § 8a im Sozialgesetzbuch VIII verstärkt den Schutzauftrag des Jugendamtes gegenüber dem gefährdeten Kind. Die Landesregierung Brandenburg hat ein Jahr später ein eigenes Kinderschutz-Programm beschlossen mit dem Ziel, die Handlungssicherheit bei den Fachkräften der Kinderund Jugendhilfe zu stärken. Zur Umsetzung wurde die Fachstelle Kinderschutz eingerichtet. Seitdem hat sich der Kinderschutz in

Brandenburg weiterentwickelt. Es gibt klarer geregelte Verfahrenswege und eine besser abgestimmte Netzwerkarbeit. Das bestätigt die Kinderschutzbeauftragte Heike Wolff vom Jugendamt im Landkreis PotsdamMittelmark. Vor anderthalb Jahren wurde ihre Stelle eingerichtet. Jahrelang hatte die Sportlehrerin und Sozialpädagogin zuvor in Berlin-Neukölln direkte Fallarbeit im Sozialdienst gemacht. Sie kennt die Not von Kindern. Nun blickt sie mehr von außen auf die Kinderschutzfälle, vermittelt zwischen Fachbereichen und entwickelt Präventionsprojekte mit. „Wir versuchen ein soziales Frühwarnsystem aufzubauen, Potsdam-Mittelmark stellt die ‚Frühen Hilfen‘ in den Fokus“, berichtet Heike Wolff. Kinderschutzarbeit ist einerseits präventiv angelegt, andererseits muss sie auf Intervention zielen, wenn das Wohl des Kindes nicht mehr gesichert ist. „Die Fälle im Graubereich sind schwierig zu beurteilen,“ erzählt Heike Wolff, „es sind eben nicht alle Vernachlässigungen mit einem blauen Fleck zu erkennen.“ Gewalt hat viele Gesichter. Die Dunkelziffer unerkannt gebliebener Fälle von sexuellem Missbrauch und emotionaler Vernachlässigung möchte sich niemand vorstellen. Auf „feinfühliges Hinschauen“ komme es an, bei Behörden wie bei Nachbarn und dem sozialen Umfeld von gefährdeten Familien. „Insgesamt sind in den letzten Jahren die Menschen sensibler geworden, wir bekommen deutlich mehr Meldungen“, schätzt die Kinderschutzbeauftragte ein.

Jugendamt mit schlechtem Ruf? Das Jugendamt hat ein schwieriges doppeltes Mandat zu erfüllen: Es muss Elternrecht gegen Kindeswohl abwägen. Oft steht das Jugendamt in der Öffentlichkeit schlecht da: Entweder habe die Behörde schwere Fehler gemacht und viel zu spät bei gravierenden Fällen eingegriffen. Oder man wertete das Kontrollieren von Familien als Einmischung bzw. das Kinderwegnehmen als unberechtigt. Schwarze Schafe gibt es in allen Behörden, aber auch Unzählige, die einen verantwortungsvollen Job machen. Pauschalisierte Kritik ärgert Heike Wolff: „Das Jugendamt will nicht gegen den Willen der Eltern arbeiten. Der Knackpunkt ist der Kooperationswille. Erst wenn die Eltern nicht kooperativ sind, weil sie nicht wollen oder nicht können, dann werden wir intervenieren.“ Letztlich habe das Kindeswohl Vorrang. Erst nach einer ganzen Kette von versuchten, aber abgelehnten bzw. unwirksamen Hilfen und sozialdienstlichen Betreuungsmaßnahmen kann eine Inobhutnahme des Kindes erforderlich sein. Ob ein Kind aus seiner Familie herausgenommen wird, darf nicht als Entscheidung behördlicher Willkür verstanden werden, sondern ist erwachsen aus Abwägungsprozessen mehrerer beteiligter Fachkräfte und mit Zustimmung der Eltern. Bei Streitfällen kann in letzter Instanz das Familiengericht die Inobhutnahme des Kindes gegen den Willen der Eltern anordnen. Eingriffe in das elterliche Sorgerecht passieren nicht einfach so. Jana Wierik/Fotos: Marian Rolle

Wo gibt es Hilfe und Rat? Adressen und Telefonnummern für den Notfall Wo finden Kinder und Jugendliche Hilfe, wenn sie nicht mehr weiter wissen? Wohin können sich überforderte Eltern wenden, bevor sie die Fassung verlieren? Was tun, wenn man einen Verdacht hat?

Schnelle, anonyme, kostenlose Hilfe am Telefon Bundesweit gibt es gebührenfreie Notrufnummern für Kinder und Eltern: z.B. Kinder-Notruf-Telefon (08 00) 1 51 60 01 oder die Nummer gegen Kummer des Kinderschutzbundes (08 00) 111 0 333 (Kindertelefon) bzw. (08 00) 111 0 550 (Elterntelefon).

Wo man sich auskennt mit Kinderschutz und Opferhilfe Wer in unserer Region eine erfahrene Beratungsstelle sucht, wird gleich um die Ecke fündig – im STIBB e.V. in Kleinmachnow, Zehlendorfer Damm 43. Das sozial-therapeutische Institut Berlin-Brandenburg ist als landesweit anerkannter freier und gemeinnütziger Träger seit 1991 im Bereich des präventiven und intervenierenden Kinderschutzes, der Erziehungs- und Familienberatung und der Opferhilfe tätig. Über viele Jahre hat sich das STIBB-Team mit Leiterin Annelie Dunand insbesondere dem Bereich sexueller Gewalt gewidmet. Kontakt: Tel. (03 32 03) 2 26 74, www.stibbev.de. lokal.report | Januar 2012

Letzter Ausweg Babyklappe Es muss nicht sein, dass Kinder in Not geraten oder Eltern kriminell werden. Ein letzter Ausweg scheint manchmal nur die Babyklappe. In Berlin gibt es sie an vier Standorten, wo Mütter anonym und straffrei ihr Baby abgeben können. Dadurch sollen Verzweiflungstaten verhindert werden. In den meisten Fällen kommen die gesunden Findelkinder zunächst zu einer Pflegefamilie. Nach acht Wochen wird das Kind durch das Jugendamt zur Adoption freigegeben – es sei denn, die Mutter überlegt es sich anders. Dann bekommt sie das Kind zurück. Deshalb liegt in der Babyklappe ein Brief mit wichtigen Informationen bereit, den die Mutter für alle Fälle an sich nehmen sollte. In unserem Umfeld bietet das Krankenhaus Waldfriede in der Argentinischen Allee 40, in Berlin-Zehlendorf eine Babywiege. Die im Jahr 2000 von Pastorin Gabriele Stangl initiierte Babyklappe ist die erste in Berlin gewesen und hat in den vergangenen zehn Jahren 130 Babys gerettet. Der Weg zur grünen Babywiege am Krankenhaus Waldfriede ist ausgeschildert. Nachdem ein Baby in das Wärmebettchen gelegt wurde, lösen Sensoren zeitversetzt ein Signal im Krankenhaus aus. Die Mutter hat genügend Zeit, unerkannt das Klinikgelände zu verlassen.

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Leserpost Teltow

Region

Kinder halfen Kindern

Historisches Kopfsteinpflaster?

Weihnachtspäckchenaktion wieder erfolgreich

Zum Leserbrief „Kopfsteinpflaster hat seinen Reiz“ (12/2011)

Dank der Mithilfe vieler freundlicher Spender konnte auch in diesem Jahr die Weihnachtspäckchenaktion der Hilfsorganisation ADRA e. V. wieder mit großem Erfolg durchgeführt werden. Viele Teltower, Kleinmachnower und Stahnsdorfer Kinder haben mit Unterstützung der Eltern und Erzieher den Kindern in Waisenheimen und aus sozial benachteiligten Familien eine besondere Weihnachtsfreude bereitet. Wie schon in den letzten sechs Jahren, waren die Kinder des Evangelischen Kindergartens Mahlower Straße, Heinrich-Zille-Schule Stahnsdorf, viele Ärzte wieder sehr fleißig. Die Mitarbeiter des Teltower Stadt-Blatt Verlages und das Mehrgenerationenhaus haben uns dabei tüchtig unterstützt. Viele haben in diesem Jahr das erste Mal mitgemacht. Dank an alle, die mit ihren Sach- und Geldspenden sowie ihrem persönlichen Einsatz diese Aktion ermöglicht haben. In unserer Region, Potsdam und Umgebung, wurden 470 Päckchen, 32 Bananenkartons mit Hygieneartikeln und Wäsche sowie 2 050 Euro am 1. Dezember auf die Reise in den Kosovo geschickt. Die Geldspenden werden zum Teil die Transportkosten decken, außerdem werden dadurch nachhaltig Hilfsleistungen in Kosovo-Einrichtungen ermöglicht. Insgesamt verließen 3442 Päckchen und 386 Bananenkartons Berlin in Richtung Kosovo. W. Hartmann, Foto: ADRA e. V.

Richtigstellung Auf Seite 19 der Ausgabe 12/2011 hieß es, die angedachte Fusion von Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf zu DDR-Zeiten sollte Ernst-Thälmann-Stadt genannt werden. Hierbei handelt es sich offenbar lediglich um ein hartnäckiges Gerücht. Niebel

Dieser Slogan „Kopfsteinpflaster hat seinen Reiz“ steht nicht nur in der Überschrift dieses Leserbriefes, sondern auch im Text. Nun, wozu „reizt“ denn dieses übel holprige Kopfsteinpflaster? Auf keinen Fall ist es ein „Anreiz“ für den ganz normalen, durchschnittlichen Autofahrer, auch kurze alltägliche Wege zu Fuß oder per Fahrrad zurückzulegen. Es ist ein „Anreiz“, auch Kurzstrecken innerhalb Teltows wieder mit dem Auto zurückzulegen, auch für Teltower, die guten Willens wären, bei allgemein insgesamt besseren Verkehrsverhältnissen, Ziele innerorts ohne Auto aufzusuchen. Schon das Überqueren solch holprigen Kopfsteinpflasters ist insbesondere für betagte Fußgänger eine Tortur. Dazu kommt die Lärmbelästigung durch darüber brausende Autos. Beispielsweise ist auf der offiziellen Website der Stadt Teltow (www.teltow.de) beim interaktiven Service „Maerker Teltow“ unter ID 269653 nachzulesen, wozu solch fahrlärmintensives Kopfsteinpflaster in der Beethovenstraße Ecke Ernst-Schneller-Straße führt. Des Weiteren steht im Leserbrieftext: „Viele Kommunen geben viel Geld aus, um ihrer Stadtmitte solch historisches Pflaster zu kaufen“. Gut beobachtet; auch die Stadtverwaltung Teltow hat vor wenigen Jahren beim Neupflastern der Altstadt solch ein pseudohistorisches Kopfsteinpflaster verlegen lassen. Das war eine der krassen Fehlentscheidungen, weshalb die erhoffte Belebung der Altstadt (insbesondere Ansiedlung von florierenden Geschäften) ärgerlicherweise ausgeblieben ist! Insbesondere wegen der abschreckenden Wirkung auf Fußgänger und Fahrradfahrer. Wo es doch im Lande mustergültige Beispiele gibt für sorgfältig plan verlegtes Natursteinpflaster mit gänzlich ebener Pflastersteinoberseite. Angefangen vom kleinen märkischen Dorf bis hin zur Landeshauptstadt. Pseudohistorisch ist das o.g., in der Teltower Altstadt neu verlegte Kopfsteinpflaster (industriell hergestellt mit Pflasterspaltmaschinen) schon deshalb, weil das ehemals tatsächlich „historische“ Pflaster, insbesondere in so einer märkischen Ackerbürgerstadt, in Wirklichkeit Katzenkopfpflaster war. Also diese abgerundeten Lesesteine, die von den Ackerbürgern bspw. auf ihren Feldern gefunden und aufgelesen wurden. Als ich Anfang 1975 nach Teltow gezogen war, konnte man noch vereinzelt Reste solchen Katzenkopfpflasters in den Altstadtstraßen sehen. Roland Schmid

Teltow

Gelungener Nachmittag Weihnachtsfeier bei der AWO Teltow

Liebe Leserin, lieber Leser Die Redaktion weist darauf hin, dass Artikel, die namentlich oder als Leserpost veröffentlicht werden, nicht der Meinung der Redaktion entsprechen müssen. Verantwortlich für den Inhalt ist der Verfasser. Aufgrund der vielen und oft sehr langen Zuschriften behält sich die Redaktion das Recht der auszugsweisen Wiedergabe von Zuschriften vor. Wir bitten um Verständnis. Bitte nutzen Sie auch unsere E-Mail-Anschrift: lokal.report@stadtblatt-online.de.

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Ein festlich gelungener Nachmittag von der Arbeiterwohlfahrt Teltow, Potsdamer Straße, neben dem Schandfleck Kino. Fast 70 Menschen trafen sich auf Einladung der AWO zum weihnachtlichen Einstimmen. Festlich geschmückte Tische und Menschen. Eine kulturelle Darbietung von Frau Popp, zauberhaft, wundervoll. Alle sangen aus vollem Herzen Weihnachtslieder bei Kaffee und Kuchen und Abendbrot. Ein wunderschöner Nachmittag mit einem guten Gefühl, roten Bäckchen und einem Gläschen Sekt geht zu Ende. Danke, danke Allen. Barbara Loof lokal.report | Januar 2012


Leserpost Teltow

Teltow/Region

Schildbürgerstreich in Teltow

Busreisen und Gänsebrust

Wem gehörten diese Steine?

Teltower Heimatfreundekreis 1987 hilft Seit vielen Jahren unterhält der Teltower Heimatfreundekreis 1987 enge partnerschaftliche Beziehungen zu den Mädchen und Jungen des Kinderheims „Eva Laube“ des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes in Potsdam und des „Märkischen Kinderdorfes“ in Ludwigsfelde. Mitglieder, Freunde, Gäste und Partner des Freundekreises spendeten immer wieder Geld oder auch Sachwerte, um den Kindern kostenfreie Busausflugsfahrten zu ermöglichen. So organisierte er für die Potsdamer Patenkinder seit April 1997 23 Busfahrten sowie 42 weitere Veranstaltungsbesuche und setzte dafür Spendenmittel in Höhe von 18 610,19 Euro ein. Den Ludwigsfelder Patenkindern widmete er elf Busausflüge und wandte dafür 2 413,66 Euro auf.

Hier handelt es sich wahrhaft um einen Schildbürgerstreich im Teltower Musiker-Viertel. In der Händelstraße lagen seit über einem Jahrzehnt auf dem Grünstreifen, der zu den jeweiligen Gärten der Anwohner gehört, wunderschöne friedliche Findlinge. Diese schönen Feldsteine schmückten das Erscheinungsbild, und die Anwohner erfreuten sich daran in der verkehrsberuhigten Zone „Kinderspielstraße“. Nun stellte ein jedoch findiger Ordnungsangestellter fest, dass eventuell jemand hier stolpern könnte. Oder eventuell ein PKW bei Schrittgeschwindigkeit, bedingt durch die Steine, zum Unfall kommen könnte. Man einigte sich, wie immer, im stillen Kämmerlein – ohne Anhörung der Anwohner, die Steine zu entfernen. Die Kosten hierfür tragen natürlich die Steuerzahler und die vermissenden Anwohner. Gut gemacht, liebes Bürgeramt. Petra Sieg, Fotos: privat

Kleinmachnow

Im September 2011 vereinte der Teltower Heimatfreundekreis 1987 beide Benefizaktionen, um die Potsdamer und Ludwigsfelder Kinder gemeinsam bekannt zu machen und zusammenzuführen. Am 3. Dezember lud der Freundekreis seine Gäste zu einer „Adventsfahrt in den Harz“ ein. Dank der gesammelten Spenden konnten an diesem Tage insgesamt elf Gäste der beiden Pateneinrichtungen teilnehmen. Die kleinen Gäste erlebten eine heimatkundlich moderierte Fahrt, genossen ein leckeres Bordfrühstück, ließen sich das schmackhafte Gänsebrust-Essen im Salzlandkreis munden und erlebten die wunderschöne weihnachtlich gestimmte Atmosphäre in der Oberharzer Stadt Wernigerode. Die sie begleitenden erwachsenen Gäste des Freundekreises beschenkten die Kinder unterwegs mit Süßigkeiten und Taschengeld. Nun freuen sich Patenkinder und Pateneltern schon auf die nächste gemeinsame Busfahrt, die Ende Juli an die Ostsee führen wird und für die mittlerweile schon Spenden in Höhe von fast 600 Euro gesammelt wurden. Horst Fleischer

Imker spendeten Honig

Region

Es ist in den zurückliegenden Jahren zu einer guten Tradition geworden, dass die Mitglieder des Imkervereins Region Teltow (früher IV Kleinmachnow) zum Ende des Kalenderjahres für einen guten Zweck eine Honigspende zusammenstellen. Dieser Tradition folgend konnten auch in diesem Jahr Spenden an soziale Einrichtungen der Region übergeben werden. In würdiger Form wurden sie im Rahmen von Weihnachtsfeiern einem Seniorenzentrum in Teltow und einem Pflegeheim in Stahnsdorf überreicht. In Kleinmachnow erhielt die Ev. Kirchengemeinde die Spende für den Adventsmarkt. Die „süßen Produkte“ unserer Bienen wurden mit großer Dankbarkeit entgegengenommen, und es ist eine Verpflichtung für den IV Region Teltow, diese sinnvolle Tradition weiter zu pflegen. Geteilte Freude ist doppelte Freude. B. Wackrow lokal.report | Januar 2012

Täuschung Weihnachtsmann? Zu „Lügen für Kinder“ (12/2011) Zu Ihrem Artikel in der Dezember-Ausgabe des lokal.report Seite 26, „Lügen für Kinder – lasst bloß den Weihnachtsmann am Leben“, zitiere ich aus dem Büchlein „Was Weihnachten für mich bedeutet“ von Mary Baker Eddy, einer Frau mit überragendem geistigen Weitblick: Die Kinder sollten nicht gelehrt werden, zu glauben, dass der Weihnachtsmann irgendetwas mit diesem Fest zu tun habe. Eine Täuschung oder Lüge ist niemals weise. Es kann nicht zu viel getan werden, um das aufkeimdende und lenksame Denken des Kindes gut zu hüten und zu leiten. Günter Elter

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Die Region in 24 Stunden

100 Kilo Koks Der Geburtstag des Zollfahnders Teltow. „Glückwunsch Gröhni“, ruft jemand durch die halbgeöffnete Bürotür. In der obersten Etage des Teltower Dienstsitzes vom Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg riecht es nach frisch gebrühtem Kaffee. „Danke, danke.“ Zollamtsinspektor Marcus Gröhn* pustet sachte in seine Tasse. Er wird 40 in dieser Nacht. Seinen Geburtstag kann man sicher anders verbringen, als im Nachtdienst mit Rufbereitschaft. Aber Dienst ist eben Dienst und Schnaps ist … naja, man kennt derartige Binsenweisheiten. Während sein Kollege, Zollamtmann Thilo Rückert*, an seinem Kaffee nippt, klingelt das Telefon. Die Stimme des Anrufers knistert leise und für Außenstehende unverständlich in die Stille des Büros. Denk macht sich kurze Notizen. „Los geht´s!“ Die beiden Beamten sind zum Einsatz gerufen worden. „A12, Abfahrt Fürstenwalde, kurz vor Petersdorf“, erklärt er dem Jubilar am Schreibtisch gegenüber knapp. „Zigaretten … sind wohl Ukrainer.“ Gröhn hebt seinerseits den Hörer ab und tippt eine Nummer in den Apparat. „ … ja, wir brauchen einen Dolmetscher – Russisch, besser Ukrainisch …“ In der Ecke steht die Einsatztasche: Schusssichere Weste, Handschellen, Gummihandschuhe, Laptop, Fotoapparat, Formularvordrucke, Drogentests, ein 500-Gramm-Hammer … alles drin, was der Zollfahnder so im Einsatz braucht. Ein schneller Gang zur Waffenkammer, dann ab in die Garage. So ungefähr könnte er aussehen, der Beginn eines Einsatzes der Teltower Zollfahnder – zwischen routiniertem Aufbruch und den Überraschungen, die die Nacht jetzt bringt. Geburtstag allerdings hat Marcus Gröhn wirklich. „Vor zwei Stunden hätten Sie dabei sein müssen“, erklärt er uns. „Da hatten wir einen hier, so richtig mit Handschellen und allem.“

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Die Region in 24 Stunden

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Die Region in 24 Stunden

Der Dienstsitz des Zollfahndungsamtes in Teltow ist einer von mehreren im Raum Berlin-Brandenburg. Klingelt das Telefon der Rufbereitschaft, dann müssen sie jedoch raus, egal ob nach Wittenberge oder Angermünde. „Wir sind die Kriminalpolizei vom Zoll. Wenn ich hier als Bereitschaft sitze, weiß ich nie, was die nächsten Stunden passiert“, so Gröhn. „Das kann auch zum Supergau werden.“ Norbert Scheithauer von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit des Zollfahndungsamtes macht den Unterschied zu Polizeieinsätzen deutlich: „Wenn die Polizei gerufen wird, dann sind häufig Einzelpersonen die Geschädigten. Bei Zolldelikten ist es immer die Allgemeinheit.“ Kaum jemand würde in der Regel losgehen und wegen derartigen Vergehen die Polizei holen. Nicht selten würden solche Fälle als Kavaliersdelikt betrachtet. „Das Unrechtsbewusstsein ist da häufig nicht so groß.“ Aber es sind eben meist nicht die kleinkriminellen Grenzverfehlungen, die Gröhn, Rückert und ihre Rufbereitschaftskollegen auf den Plan rufen. „Großenteils haben wir es ganz klar mit organisierter Kriminalität zu tun“, macht Scheithauer deutlich. „Die machen tagein, tagaus nichts anderes, als schmuggeln. Klassisch sind Zigaretten, aber vor zwei Monaten hatten wir auch 100 Kilo Koks.“ In Teltow kann man da schnell und adäquat reagieren. „Staatsanwalt und Amtsgericht sind in Berlin 24 Stunden erreichbar“, erklärt Gröhn. So bekommt man, wenn nötig, umgehend einen Haftbefehl. „Das ist anderswo nicht so.“ Seit Mai 2004 sind peu à peu die herkömmlichen Grenzkontrollen weggefallen. Die Schmuggler werden dreister. „Seit nicht mehr regulär an der Grenze kontrolliert wird“, so Scheithauer weiter, „liegen die Zigaretten teilweise auf dem Rücksitz – nur noch mit ´ner Decke drüber“. Erst wenige Tage zuvor hatte man einen derartigen Fall. Scheithauer lässt Fotos die Runde machen: Ein ausgebrannter metallic-grüner Pkw im nächtlichen Straßengraben – ringsum fast winterlich anmutend Löschschaum – auf den herunter geklappten Rücksitzen dicht gestapelt Zigarettenstangen der Marke Jin Ling. Die rote Kelle der Straßenkontrolle wurde schlicht ignoriert. Ende der Flucht: Straßengraben jenseits der Leitplanke. Der Fahrer entkam in die Dunkelheit. „Das Auto hat sofort gebrannt“, erzählt Scheithauer. „Von den 200 000 Zigaretten wurden 110 000 sichergestellt.“ Der Rest – Opfer der Flammen und des Löscheinsatzes. „Auffällig ist

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die zunehmende Rücksichtslosigkeit. Die knallen schon mal mit 110 durch die Ortschaft, auf der Flucht“, sagt Scheithauer. „Und teilweise stehen die unter Drogen.“ Vor ein paar Jahren hatte er selbst einen Einsatz, bei dem ein polnischer PKW flüchtete. „Der hatte dann eine 90-Grad-Kurve nicht gekriegt und ist auf dem Bahngleis dahinter liegen geblieben. Die verfolgenden Kollegen landeten auf dem zweiten Gleis.“ Ein Anwohner hatte den Knall gehört und brüllte: „Macht bloß, dass Ihr weg kommt, da kommt gleich ein Zug!“ Den Dienstwagen hatte der Express-Zug aus Warschau fast einen Kilometer vor sich her geschoben. „Wegen nicht mal 20 000 Zigaretten“, ergänzt Gröhn. Doch die Arbeit der Zollfahnder ist mehr, auch in Teltow. Rufbereitschaft ist nur ein Teil des Jobs. Alle Zollfahnder sind für bestimmte Sachgebiete zuständig: Betäubungsmitteldelikte, Geldwäsche, Zigarettenschmuggel. Bei Rufbereitschaft aber müssen sie für alles da sein. „Ein hohes Maß an fachlicher Kompetenz“, so Scheithauer. Die wirkliche Größenordnung wird sichtbar, wenn er quasi aus der Einsatztasche plaudert: „Im Frühjahr haben wir einen ganzen Ring hochgenommen. Das waren 900 Millionen Zigaretten und Festnahmen in vier Ländern …“ Ergebnis von zwei Jahren länderübergreifender Zusammenarbeit: „In Polen haben wir die illegale Zigarettenfabrik ausfindig gemacht.“ Häufig ist es Kommissar Zufall, der den Zollfahndern auf die Spur hilft. „Vor einigen Jahren hatte ein LKW-Fahrer 40 Paletten Tee in einer Lagerhalle in Mitten-

walde abgestellt“, plaudert Scheithauer. „Ein paar Kilometer von hier. Die sollten am nächsten Tag nach England weitergehen.“ Pech nur, dass ein Gabelstaplerfahrer dagegen fuhr. „Der hatte mit dem Stapler die Verpackung aufgeschlitzt. Als wir die Paletten dann kontrollierten, waren das zehn Millionen Zigaretten.“ LKWs haben meist eine Legalfracht. Finden die Zollfahnder irgendwo dazwischen Schmuggelgut im Container, sagen die Fahrer meist, sie wüssten davon nichts. „Gegenindiz ist dann immer, wenn der schon mal deswegen auffällig war“, erklärt Gröhn. Auf seinem Schreibtisch stapeln sich Akten. Die bearbeitet er während der Bereitschaft, solange es ruhig ist. „Zur Zeit hab ich hier einen Großschmuggelfall, da sitz´ ich schon zwei Jahre dran.“ Viel Zeit zum Abarbeiten von Akten wird ihm auch an seinem Geburtstag nicht bleiben. Gerade verabschieden wir uns, da läutet das Telefon. Rückert nimmt den Anruf entgegen. „… Oderberg? Vermutlich Zigaretten …“ Los geht´s für die Teltower Zollfahnder. Ergebnis des nächtlichen Ausrückens: Ein aus Polen kommender niederländischer Kleintransporter war bis unters Dach voll mit nicht zugelassenen Feuerwerkskörpern. Der Fahrer wurde mit Hilfe eines Dolmetschers vernommen, und ein Strafverfahren eingeleitet. Eine rasante Flucht hätte desaströse Folgen haben können. Text: Rolf Niebel, Fotos: M. Schimpf * Namen und Amtsbezeichnungen der Diensthabenden wurden von der Redaktion geändert. lokal.report | Januar 2012


Porträt des Monats

„Sach mal, schnarcht die?“ Reinhard Horstkotte ist ein Filou und macht Kinderherzen froh Stahnsdorf. Die Situation ist angespannt zwischen Mutter und Sohn in irgendeinem Zimmer in irgendeinem Berliner Krankenhaus. Das kommt vor und ist nicht weiter besonders, auch wenn man wie der Junge an Mukoviszidose, einer unheilbaren angeborenen Stoffwechselkrankheit leidet. Wenn Reinhard Horstkotte seine rote Nase aufsetzt, wird er zu Filou, dem Clown. An diesem Tag besucht er eben jenes Zimmer im genannten Krankenhaus und versucht vergeblich, die Stimmung zwischen Mutter und Sohn aufzuhellen. „Dann hab ich einen ganz blöden Luftballon raus geholt und aufgepustet“, erzählt er. „Da hat sich die Mutter die Finger in die Ohren gesteckt.“ Filou ergreift seine Chance. „Aah, da können wir ja über die reden. Sach mal, schnarcht die?“ Das Eis ist gebrochen. „Und pupst die auch im Schlaf?“ Als Horstkotte zwei Wochen darauf wieder das Krankenhaus besucht, ist der Junge tot. Über eine Psychologin des Hauses erfährt er vom Dank der Mutter: „Als der Clown da war, haben wir das letzte mal zusammen gelacht.“ Seit 2005 ist der 45-jährige Stahnsdorfer Clown für den Rote Nasen e.V. und seit 2007 künstlerischer Leiter der Rote Nasen Clowns. Die Roten Nasen gehen auf ClownVisite in Krankenhäuser oder Seniorenheime und verabreichen Gelächter – rezeptfrei. Krankenhäuser sind keine Ferieninseln. Krankheit ist negativ besetzt. „Krankheit ist scheitern“, philosophiert Horstkotte. „Der Clown aber weiß, wie man glücklich scheitern kann.“ Aus seiner Sicht muss ein Clown ambivalent sein. „Der Clown ist ein Wanderer zwischen den Welten. Man missbraucht ihn, wenn der Clown immer nur lieb sein soll.“ Gerade in Einrichtungen wie Altenheimen oder Kliniken wird die Zweideutigket besonders klar. „Einem beinamputierten Kind kann ich schon mal sagen: Oh, da brauchst Du Dir ja nur noch einen Schuh kaufen. Dann lacht es und antwortet: Man kann sich doch nicht einfach nur einen Schuh kaufen.“ Horstkotte lebt diese Zwiespältigkeiten. „Filou ist der Teil von mir, der immer im Moment lebt, der über die Welt staunt, aber mit dem Schalk im Nacken.“ Auf der Homepage www.reinhardhorstkotte.de findet sich das Zitat des Kirchenvaters Augustinus: „In Dir selbst muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.“ Und Horstkotte erklärt: „Wenn man als Clown kein Vergnügen empfindet, kann man niemanden anstecken. Man kann keinen Witz erzählen, den man selbst nicht gut findet.“ Seit sieben Jahren lebt der in Frankfurt am Main Aufgewachsene mit Frau und drei Kindern in Stahnsdorf. Eigentlich wollte er hier gar nicht her. „Wir wohnten damals in Berlin am Winterfeldplatz.“ Als die Mutter eines Bekannten gestorben war, fuhr er aber mal mit einem Freund vor die Tore der großen Stadt. „Mein Freund schaute dann so aus dem Autofenster und sagte, Mensch, ist doch ganz schön hier. Dann schaute ich auch und meinte: Ja, stimmt“, plaudert Horstkotte über seine Entdeckung Stahnsdorfs. „Als ich dann wieder nach Hause kam, sagte meine Frau bloß: Stimmt´s, wir ziehen nach Stahnsdorf.“ Zur Clownerie kam Horstkotte peu à peu. „In Frankfurt, da ging das irgendwie immer weiter runter.“ Damals war er 18. „Da hatte ich so´n Kumpel, zu dem hab ich gesagt: Och komm, lass uns abhau´n! Und dann sind wir nach Italien und haben in der Wohnung von ´nem Fotografen überwintert.“ In Florenz machten die lokal.report | Januar 2012

beiden Straßenmusik und entdeckten das Gauklerleben. „Da hab ich gemerkt, wie man mit dem Publikum kommuniziert.“ 1985 begann er dann eine vierjährige Ausbildung für Artistik, Akrobatik, Schauspiel, Mime, Ballett, Jonglieren und Stepptanz und erweiterte seine Fähigkeiten 1990 an der Scuola Theatro Dimitri in der Schweiz. Die größte Faszination blieb dann der Clown. Es waren biografische Stationen, wie ein kleiner Zirkus auf dem frisch vereinigten Potsdamer Platz in Berlin, das Artship Dance Theater in Oakland/Kalifornien oder der Kinderzirkus Donnerwetter, die Horstkotte irgendwann auch an Orte führte, an denen „man privat eigentlich gar nicht sein wollte“. Es ist diese Offenheit und Neugierde des Clowns, die er sich immer wieder in den Alltag hinüberrettet und die ihn jene Zweideutigkeiten und das gewisse Magische von Orten und Situationen entdecken lässt. „Beim Adventsauftritt in Stahnsdorf baute ich so auf und hab dabei schön improvisiert. Plötzlich Wolkenbruch – alle Kinder stoben auseinander. Da hab ich den Himmel angemeckert: Ey, so geht das nicht! Und dann die Kinder gerufen: Seid Ihr noch alle da?“ Horstkotte redet sich in Begeisterung. „Jaaa! Dann hab ich mit meiner Trommel den Regen weg trommeln wollen. Funktionierte nicht. Ich zu den Kindern: Ja, ihr müsst auch tanzen! Und dann war das richtig Magie. Meinte ich: Wenn ich jetzt weiter trommle, dann reißen die Wolken auf, und die Sonne scheint – nachmittags um Vier im Winter. Und dann kam tatsächlich der Mond.“ Warum kann man das nicht Magie nennen, fragt er und antwortet gleich selbst: „Weil wir uns dann selber eingestehen müssten, dass wir darauf keinen Einfluss haben.“ Dass der Clown Filou mit seiner roten Nase Einfluss auf die Kinder hat, davon ist Horstkotte überzeugt – der staunend scheiternde Clown mit der Portion Magie. „Im Bergmann-Klinikum in Potsdam meinte letztens eine Mutter zu mir: Wegen Ihnen will mein Sohn immer ins Krankenhaus.“ Für das Alter hat Horstkotte die Vision vom alten Clown, der vor seinem Wohnwagen sitzt. Und vielleicht kommt dann ja auch eine Rotnase auf ClownVisite vorbei, in seiner Seniorenpension und verabreicht Gelächter-Medizin. Rolf Niebel/Foto: privat

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Ratgeber Garten

Tipp Nr. 3

★ ★ ★ ★ B E R L I N S E I N Z I G E 4 -STE R N E - P R E M I UM GÄ RTN E R E I

Wir bedanken uns für das Vertrauen, das Sie uns entgegenbringen, und wünschen Ihnen einen guten Start ins neue Jahr.

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GARTENTIPP VON GÄRTNERMEISTER WIESNER AUS DEM ROSENGUT LANGERWISCH

Orchideen – prächtige Blüten im Winter Der Garten liegt momentan unter Eis und Schnee im Winterschlaf. Doch zum Glück muss man auf prächtige Blüten Winter nicht verzichten. Besonders Orchideen macht den Pflanzenfreunden zu jeder Jahreszeit Freude. Sie bilden mit ca. 1000 Gattungen und 30.000 Arten die größte Familie im Pflanzenreich. Ihre Verbreitung erstreckt sich von den tropischen Regenwäldern über Bergwälder in Asien, Südamerika und Afrika bis hin zu unseren kühl gemäßigten Breiten. Um in den dicht bewachsenen Wäldern genügend Licht zum Wachstum einfangen zu können, wurden 70 % der Orchideen zu Baumbewohnern, genannt „Aufsitzerpflanzen“ oder „Epiphyten“. Sie ernähren sich von Niederschlägen und abgelagerter organischer Substanz. Diese Orchideen können in Ästen mit etwas Moos verankert werden, man kann sie aber auch mit speziellem Rindensubstrat in Töpfen halten. Andere Arten, wie der Frauenschuh, leben auf dem Boden oder auf felsigem Gestein. Fast alle Orchideen sind auf Insekten oder Vögel als Bestäuber angewiesen, um diese anzulocken, werben die Pflanzen mit außergewöhnlichen Blütenformen, -farben und -düften. Mehr über die Pflege, das Wässern, das Düngen sowie das Verhalten nach der Blüte und beim Umtopfen der Orchideen erfahren Sie bei Ihrem Gärtnermeister im Rosengut Langerwisch. Am Gut 5 • 14552 Michendorf Tel.: (03 32 05) 4 66 44 E-Mail: info@rosengut.de Web: www.rosengut.de

Orchideenwoche vom 13.–22.01.2012 Erleben Sie über 2000 Orchideen • ... darunter viele Raritäten, Neuheiten und Sonderangebote • tolle gratis Seminare rund um die Orchidee am 14. und 15. sowie am 21. und 22. Januar um 11.00 und 14.00 Uhr • kostenlose Umtopf-Aktion für Ihre Orchideen Nicht verpassen: „Lichterabend“ mit vielen Überraschungen, exotischen Speisen und Unterhaltung am 13.01. von 16–20 Uhr

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Teltow. Waren die letzten beiden Tipps aus Kölle´s Gartenschule mit Winterschutz und Weihnachtsstern saisonalen Themen gewidmet, so sind die Hinweise in dieser Ausgabe das ganze Jahr über aktuell. Etwa zwei Drittel der Zeit verbringen die meisten Menschen in geschlossenen Räumen. Ob im Büro oder im Bett, die Qualität der Raumluft spielt eine wesentliche Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden. Saubere Luft besteht aus 78 Prozent Stickstoff, 21 Prozent Sauerstoff, 0,93 Prozent Edelgasen und 0,03 Prozent Kohlendioxid. Die optimale relative Luftfeuchtigkeit sollte bei etwa 50 Prozent liegen. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, trocknen die Schleimhäute aus, und man wird anfälliger für Bakterien und Viren. Zu hohe Luftfeuchtigkeit wirkt drückend. Die Luftverhältnisse ändern sich, sowie sich Lebewesen oder Gegenstände im Raum befinden. Ein aktiver Vier-Personen-Haushalt schwitzt bis zu 10 Liter Wasserdampf täglich. Das ist eine gefüllte Badewanne pro Woche. Menschen und Tiere atmen Kohlendioxid aus. Zu hohe Kohlendioxid-Konzentration in der Luft verursacht Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche. Ines Müller ist Klima-Expertin – für Raum- Zimmerpflanzen können regulierend Einfluss auf die klima Foto: Pflanzen Kölle Qualität des Raumklimas nehmen. So setzen Pflanzen Kohlendioxid in Sauerstoff um und filtern viele weitere Schadstoffe aus der Luft. Yucca-Palme, Drachenbaum oder Birkenfeige sehen nicht nur gut aus, sie tragen wesentlich zu besserer Luft in geschlossenen Räumen bei. Raucher beispielsweise sind mit einer Birkenfeige oder Grünlilie im Zimmer gut beraten. Durch die Spaltöffnungen in den Blättern geben Pflanzen bis zu 97 Prozent Feuchtigkeit ab. Hydrokulturen können täglich bis zu 1,5 Liter Wasser ausscheiden. Weitere Tipps für gesunde Luft im Raum gibt Ihnen Ines Müller auf der nächsten Pflanzenschulung bei Pflanzen Kölle. Rolf Niebel Die nächste Pflanzenschulung findet am 13. Januar um 17 Uhr statt. Interessenten melden sich bitte an der Information. lokal.report | Januar 2012


Bildung

Freie Schulen als Airbag?

Foto: Cornelia Schimpf

Landtag beschließt Kürzungen – Die Freien Schulen in Brandenburg tragen Trauer

Region. „Nächstes Jahr haben wir uns dann so richtig warmgelaufen“, versichert eine aufgebrachte Barbara Nieter von der Volksinitiative Schule in Freiheit. Das Unverständnis der Kleinmachnowerin über den Haushaltsbeschluss des Brandenburger Landtages vom 16. Dezember und die damit verbundenen Kürzungen bei den Schulen in freier Trägerschaft ist gewaltig. Gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern, Lehrern und Schülern sagte sie schon vor Monaten den Sparplänen der rot-roten Landesregierung den Kampf an. Unzählige Diskussionsrunden und Demonstrationen folgten. Aber ein richtiger Dialog kam ihres Erachtens nicht zustande. „Herr Jungkamp hat kurzfristig immer wieder Gespräche abgesagt.“ Auch der von Schulträgern und Opposition geforderte Runde Tisch, wie z.B. auf der Podiumsdiskussion am 5. Dezember im Rathaussaal Kleinmachnow, blieb bloße Wunschvorstellung und prallte an der Landesregierung ab. „Wir sitzen aber doch vor Brandenburger Kindern“, mahnte an jenem Abend Jürgen Kraetzig vom Verband Freier Schulen. Alle Proteste verhallten – die Änderung des Schulgesetzes wurden mit den Stimmen der rot-roten Koalition beschlossen. Bis zum Schuljahr 2014/2015 sollen mehr als 40 Millionen Euro eingespart werden. 2012 erhalten die Träger freier Schulen 4,3 Millionen Euro weniger. Damit stehen die Freien Schulen vor Problemen, deren Dimensionen nicht absehbar sind. „Wir haben nur drei Komponenten, die wir anfassen können: Lehrergehälter, Schulgeld und Schülerzahlen“, erläutert Markus Althoff von der Hoffbauer-Stiftung das Dilemma. Zwischen staatlichen Schulen und denen in freier Trägerschaft werde nun ein Konkurrenzverhältnis geschaffen, das auf Kosten des sozialen Gleichgewichtes gehe. „Eltern von Kindern an staatlichen und freien Schulen werden gegeneinander ausgespielt“, meint Nieter. Beide Schulformen werden künftig um Schüler buhlen. Lehrergehälter seien aufgrund des in den nächsten Jahren zu erwartenden Lehrermangels kein Thema. Die politischen Entscheidungsträger beteuerten zwar immer, die Freien Schulen zu brauchen, ließen aber zugleich verlauten, dass die Sorge den staatlichen Schulen gelte. Freie Schulen waren bisher als Puffer gut genug, während die Staatsschule langsam gegen lokal.report | Januar 2012

die Wand fährt, sich aus vielen ländlichen Gebieten zurückzieht. Unterrichtsausfall und große Klassen an staatlichen Schulen sind nur zwei Faktoren für die wachsende Beliebtheit Freier Schulen. Allein In Potsdam besuchen 20 Prozent der Kinder Schulen in freier Trägerschaft. Auch wenn Burkhard Jungkamp, Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport, felsenfest behauptet, alle Schüler könnten problemlos an staatliche Schulen wechseln, ist das für die Initiativen purer Hohn. Selbst der Potsdamer Oberbürgermeister Jann Jacobs (SPD) appellierte erfolglos an seine Parteigenossen im Landtag, ihre Entscheidung genau zu überdenken. Denn die Stadt Potsdam könne diese Schüler eben nicht auffangen. Wer die Schulsituation in Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf kennt, dürfte das ähnlich sehen. In den letzten Jahren öffneten allein in dieser Region fünf Freie Schulen. Die Grundschule des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin sieht sich in der Funktion einer Stadtteilschule für Teltow-Seehof. „Wir sind keine Schule für Eliten, wir nehmen hier eine staatliche Aufgabe wahr“, erklärt Vorsteher Pfarrer Matthias Blume. Das Schulgeld werde nach dem Einkommen der Eltern berechnet. So zahlen Hartz-IV-Empfänger gar kein Schulgeld. Diese soziale Mischung ist durch die beschlossenen Kürzungen nun gefährdet. Aber ungeachtet der Kürzungsentscheidung „hält das Diakonissenhaus an seinem Engagement für Bildung fest“, wie Pressesprecher Alexander Schulz mitteilte. Besagtes Engagement reiche von der Grundschule über eine Förderschule bis hin zur beruflichen Bildung. Unterhalb des Potsdamer Landtages hatte bereits Mitte Oktober ein Bildungscamp seine Zelte aufgeschlagen. Insgesamt 24 Brandenburger Schulen haben bis zum 15. Dezember mit über 500 Schüler das Camp besucht. Darunter auch die Schulkinder der jahrgangsübergreifenden Klassen 4 bis 6 aus der Evangelischen Grundschule Kleinmachnow (siehe Foto). „Wir wären doch auch davon betroffen“, kommentierte Schulleiterin Antje Legien noch Anfang Dezember die Sparpläne der Landesregierung. Zehn Tage später, als auch ihre Befürchtungen Realität geworden waren, tauschte das Camp die bunten Plakate an den Bauzäunen gegen einen schwarzen Trauerflor, bevor es sich ganz auflöste. C. Schimpf

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Kinder/Jugend

„Gehen wir ins Canarito?“

Klaas Heufer-Umlauf als Störungsmelder in Schule

Ein Tag im Leben der Marktkinder von Cochabamba – spielen und lernen in Canarito

Foto: Karwath

Überlebt!

Teltow. „In dem Moment konnte ich nichts machen keiner meiner Kumpels.“ Der Moderator Klaas Heufer-Umlauf erinnert sich im Dezember an der Teltower Mühlendorf-Oberschule an ein Erlebnis aus seiner Jugend in Oldenburg – für ihn eine Schlüsselsituation. Ein dunkelhäutiger Musiker wurde während eines Stadtfestes fast totgeprügelt. „Er hat geradeso überlebt.“ Mit dieser traurigen Geschichte eröffnet Heufer-Umlauf die Diskussionsrunde in der Klassenstufe 10. „Welche Erfahrungen habt ihr in eurem Umfeld gemacht?“, fragt er in die Runde. „Persönlich hab ich nichts gegen Ausländer, aber ...“, „ich bin nicht rechts oder so, aber ich finde, ...“ oder „ich verhalte mich neutral“, bekam er häufig von den Teltower Schülern zu hören. Klaas Heufer-Umlauf ist seit einigen Jahren als „Störungsmelder on tour“. Er besucht Schulen und Jugendclubs, um mit Jugendlichen zum Thema Rassismus ins Gespräch zu kommen. Auf Initiative seines ehemaligen MTV-Kollegen Markus Kavka wurde das Projekt 2007 ins Leben gerufen. Pädagogisch unterstützt werden die prominenten Mitstreiter vom Verein „Gesicht Zeigen!“. Der Projekttag in Teltow zeigte einmal mehr, dass Vorurteile weit verbreitet sind, häufig unüberlegt Aussagen getätigt werden. Am Ende bleibt die Frage stehen: „Macht jemand Stress, weil er Ausländer ist oder ein Arschloch?“ Das Projekt soll in erster Linie Denkanstöße vermitteln. „Denn wann redet denn sonst jemand so offen mit Jugendlichen“, stellt Heufer-Umlauf fest. Wohl viel zu selten! Lesen Sie mehr in der Februar-Ausgabe des lokal.reports! cos

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Kleinmachnow/Bolivien.  Jeden Morgen gegen 9.30 Uhr betritt der kleine José mit seiner Mutter das „Centro Canarito Pampeño“ am riesigen Markt in Cochabamba. Der kleine Bolivianer gehört zu den wenigen Kindern im Canarito, die noch nicht in die Schule gehen. Aber da seine Mutter genauso wie die anderen Marktfrauen von Cochabamba von früh morgens an auf dem Markt arbeiten muss, ist das Erziehungs- und Bildungszentrum in der Avenida Barrientos eine unverzichtbare Möglichkeit für sie, ihren Sohn in sichere Obhut zu geben, und ihm dabei auch noch die Möglichkeit zu geben, schon vor der Schule ein bisschen Schreiben, Lesen und Rechnen zu lernen. José ist vier Jahre alt und ein sehr fröhliches Kind. Am liebsten spielt er mit seinen Freunden im Canarito oder auf dem nahegelegenen Spielplatz. Und wenn er nicht gerade auf dem Rücken des neuen deutschen Erziehers, dem Kleinmachnower Robert Huebner, durch das Canarito reitet oder seine Kletterkünste an Fenstern oder Treppengeländern präsentiert, zeigt sich sein künstlerisches Talent beim Malen mit Acrylfarben – manchmal aber auch in seinem Gesicht und nicht auf dem Papier. Ist die Schule aus, kommt Anna, ähnlich wie José, fast jeden Tag ins Canarito. Allerdings gehört sie in die Nachmittagsgruppe und somit schon zu den größeren Kindern. Anna ist geistig behindert und demzufolge nicht auf dem Bildungsstand eines gesunden Kin-

des ihres Alters. Ihre großen Konzentrationsschwächen und Probleme beim Lesen und Schreiben erschweren ihr die Bewältigung des Schulalltags. Da es hier in Bolivien nur wenige Förderschulen für behinderte Kinder gibt, muss Anna am Unterricht an normalen staatlichen Schulen teilnehmen. Zwar wurde sie zurückgestuft, aber auch das ersetzt keine gezielte Behindertenförderung. Im Canarito versuchen dann die Erzieher mit viel Geduld und verschiedenen Methoden, ihr trotzdem bei den Hausaufgaben zu helfen. Anna hat vor allem Probleme mit sprachlichen Aufgaben. Lesen und Schreiben fällt ihr besonders schwer, wobei sie aber im Bereich der Mathematik oft verblüffend gute Fähigkeiten zeigt. Dass Anna und José ab nächsten Monat in einem neuen, größeren und praktischeren Canarito lernen und spielen können, ist ein kleiner Lichtblick in der Arbeit der Siempre Iniciativas Solidarias in Cochabamba. Diese trägt sich seit ihrer Anfangszeit vor allem über finanzielle Unterstützung aus der Schweiz. Da diese Spenden aber im kommenden Jahr ausgesetzt werden sollen, steht die Siempre Iniciativas Solidarias vor großen Problemen und finanzieller Ungewissheit, die sich auch auf das Canarito und die zugehörigen Kinder auswirken werden, wenn zu wenig Gelder aus den Industrieländern Deutschland, Schweiz und Spanien in Bolivien ankommen. Spendenhotline: (03 32 03) 8 59 33 Text/Foto: R.H. lokal.report | Januar 2012


Kinder/Jugend

4 000 Besucher erwartet Messe wirbt um die klügsten Köpfe in der Region

2012 wirbt ein 40 Meter langes Banner von Big Image für die Messe.

Region. Am 21. Januar öffnet die Regionale Ausbildungsmesse Teltow zwischen 10 und 15 Uhr bereits zum fünften Mal ihre Pforten im OSZ Teltow. Mit zahlreichen Neuerungen werben die Veranstalter 2012 wieder für den Ausbildungsstandort Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf und Ludwigsfelde. Schon in den vergangenen Jahren beteiligten sich die genannten Rathäuser aktiv an der Einladung der ortsansässigen Unternehmen und luden zudem die Jugendlichen mit 60 000 Postkarten zur Messe ein. 2012 legen die Bürgermeister gemeinsam mit dem Stadtmarketing Teltow ein eigenes Messeheft auf, in dem alle teilnehmenden Unternehmen ihre Aus- und Weiterbildungsangebote vorstellen. „Die 15 000 Hefte werden im Januar direkt an den Schulen verteilt. So können sich die Schüler schon vor Besuch der Veranstaltung über das Angebot informieren und gezielter nachfragen. Das verbessert die Qualität der Gespräche erheblich und führt hoffentlich dazu, dass möglichst viele Jugendliche ihren Wunsch-Ausbildungsplatz finden“, so Mathias Schimpf vom Stadtmarketing Teltow. Um die zukünftigen Fachkräfte in der Region zu halten, wird von Seiten der Messeveranstalter und der teilnehmenden Unternehmen einiges geboten. „Die Chancen, einen tollen Ausbildungsplatz in seiner Heimat angeboten zu bekommen, sind in den vergangenen Jahren ganz erheblich gestiegen“, weiß der Manager des Stadtmarketing Teltow aus Gesprächen mit vielen Partnerunternehmen. Zwar stehe man in der Region im bundesweiten Vergleich noch relativ gut dar, doch der Wettbewerb um die klügsten und kreativsten Köpfe von morgen ist auch hier in vollem Gange. „Die Unternehmen können häufig nur unter wenigen Bewerbern auswählen. Da wird auch schon mal eine vier in Mathe im Bewerbungsgespräch akzeptiert“, sagt Schimpf. Mehr als 65 Firmen werden im Januar um die besten jungen Köpfe der Region werben. Erfreut sind die Organisatoren vor allem auch darüber, dass viele namhafte und bei den Jugendlichen beliebte Ausbilder wie die Bundespolizeiakademie, der Rundfunk Berlin-Brandenburg oder die Bundeswehr auf die Messe aufmerksam geworden sind und sich 2012 erstmals beteiligen. Es werden wieder mehr als 4 000 Besucher erwartet. Alle Infos unter www.regionale-ausbildungsmesse-teltow.de. Text: Stadtmarketing Teltow, Foto: J. Müller lokal.report | Januar 2012

Der Computerspezialist (Tipp 207) Hybridfestplatten für Notebooks Neben der Standart-Festplatte mit Motor und rotierender Magnetplatte und der SSD-Platte (Solid State Disk) gibt es die Hybridfestplatte. Sie soll die Vorteile beider Varianten vereinigen: viel Platz, preiswert, schnell und geringer Stromverbrauch. Die normale Festplatte ist preiswert und bietet viel Platz (bis 3 Terabyte), braucht relativ viel Strom und wird heiß. SSD ist teuer, dafür aber sehr schnell, braucht wenig Strom und hat maximal 512 GB (500 €). In Hybridfestplatten werden beide Systeme eingebaut: eine herkömmliche Platte (250–750 GB) und ein Flash-Speicher, der allerdings nur wenig, dennoch ausreichend Speicher besitzt: ca. 1 bis 8 GB.

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Sport

„Angstgegner“ stoppt Teltower

Fußballtabellen Stand: 11.12.2011 1. Kreisklasse 1. SV Dallgow 47 15 53:15 38 2. Eintracht Teltow II 14 39:17 34 3. SG Michendorf II 15 40:21 33 ... 15. Ketzin/Falkenrehde 15 16:50 16. FSV Babelsberg 74 II 15 29:55 2. Kreisklasse 1. ESV Lok Potsdam 15 2. Seeburger SV 99 15 3. Bl.-W. Groß Behnitz 15 4. SG Saarmund II 15 5. Teltower FV II 15 6. Werderaner FC III 14 7. SG Michendorf III 15 8. Caputher SV 1881 II 15 9. Potsdamer Kickers III 15 10. Paulinenaue/Hertefeld 15 11. SG Golm/Töplitz II 15 12. ESV Lok Elstal II 15 13. Eintracht Friesack II 15 14. Germania 90 Berge 15 15. SV 05 Rehbrücke 14 16. Eintracht Glindow II 15

81:20 52:18 48:31 46:29 41:26 32:24 42:30 25:42 35:38 36:40 21:30 20:36 27:40 16:38 19:44 18:73

TFV II verspielt bessere Ausgangsposition

7 6

39 37 31 26 25 24 22 21 20 20 18 16 14 10 7 6

Kreisklasse, Staffel B 1. Eintr. Potsdam West 9 54:10 27 2. RSV E. Teltow III 9 29:18 20 3. SV Dallgow 47 II 9 43:20 18 4. SG Schenkenhorst 8 33:25 12 5. FC Blau-Weiß Stücken 9 33:31 12 6. FSV Groß Kreutz II 9 30:31 12 7. SG Saarmund III 8 10:23 7 8. SV Ruhlsdorf II 8 12:26 5 9. Blau-Gelb Falkensee II 8 13:45 5 10. Kienberger SV II 9 15:43 4 11. FC Falkensee 08 II zurückgezogen Die Tabellen der Landesliga Staffel Nord, Landesklasse Staffel Mitte und der Kreisliga Havelland-Mitte werden in der FebruarAusgabe abgedruckt. PM

Gegen Mannschaften der Potsdamer Kickers kann der Teltower FV II (dunkle Trikots) – hier in einer Szene aus einem früheren Spiel – einfach nicht gewinnen. Foto: Marcus Lukas.

Region. Die Hinrunde der Fußballsaison 2011/12 ist abgeschlossen. In der 2. Kreisklasse ist unsere Region durch den Teltower FV II vertreten. Die Schützlinge von Trainer Oliver Crone hatten sich nach Platz 4 im Vorjahr vorgenommen, in der Tabelle wieder oben mitzumischen. Nach einem reichlich verpatzten Saisonstart und Platz 12 nach sechs Spieltagen schien der Zug in Richtung der Aufstiegsplätze bereits abgefahren. Vier Niederlagen hatte es in diesen ersten sechs Partien gegeben. Doch mit dem 4:1-Heimerfolg über Friesack II drehte sich das Blatt. Die Teltower gewannen danach auch in Elstal (3:1), gegen Golm/Töplitz II (3:1) und in Caputh (3:0). Zwar besiegte der ungeschlagene Spitzenreiter Lok Potsdam den TFV II am 11. Spieltag mühsam mit 1:0, doch damit war die Siegesserie der Crone-Elf nur kurzzeitig unterbrochen. Die Aufholjagd Richtung Spitzengruppe wurde schnell wieder fortgesetzt. Das Schlusslicht Glindow II wurde mit 8:1 geschlagen nach Hause ge-

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schickt, in Michendorf dann mit 2:1 und gegen Berge mit 3:1 gewonnen. So standen in den acht Partien seit jener Wende vom 7. Spieltag sieben Siege mit stolzen 26:7 Toren in der Bilanz. Und in der letzten Partie der Hinrunde ging es als Tabellenfünfter zu den Potsdamer Kickers III; einem Kontrahenten, gegen den der TFV II bislang noch nicht hatte gewinnen können. Es begann an jenem Dezember-Sonntag aber vorzüglich. Routinier Mathias Rupnow und Spielmacher Rico Haym brachten die Teltower in der ersten Halbzeit in Führung, doch dann drehte der „Angstgegner“ das Spiel, gewann noch mit 3:2. Zwar hatte die Konkurrenz auf den Plätzen 3 und 4 ebenfalls gepatzt, aber das war für die vermeidbare Niederlage nur ein schwacher Trost. Nun heißt es für den TFV II, ab Februar einen neuen Angriff auf die Spitzengruppe zu starten. Dazu dürfen gerade die ersten Rückrundenspiele nicht verloren werden, in denen es gleich gegen direkte Kontrahenten um die vorderen Plätze geht. Volk.

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Sport

SC Schenkenhorst wird 100

Stahnsdorf. Auf einer 40  000 Quadratmeter großen Fläche zwischen Ruhlsdorfer Straße und Grünem Weg wird die Berliner Sports Ground GmbH einen Kletterpark mit Hochseilgarten errichten. Die Fläche sei bereits gepachtet, gab Bürgermeister Bernd Albers bekannt. Bestenfalls könne der Park im Sommer schon fertig sein. Verschiedene Parcours bis zu zehn Meter Höhe, ein Bistro mit Biergarten und eine Spiellandschaft für ganz Kleine sollen entstehen. Auch Familien- und Firmenfeiern sowie andere Veranstaltungen könnten hier stattfinden. B.Ri.

2012 wird neues Vereinshaus gebaut

Schenkenhorst. Die HSG Ahrensdorf/ Schenkenhorst ist die Handball-Spielgemeinschaft der Stammvereine SG Ahrensdorf 1911 e.V. und der SG Schenkenhorst 1912 e.V. 1972 hatten sich die beiden Vereine zunächst im Kinder- und Jugendbereich, später mit allen Mannschaften zusammengeschlossen, um die sportliche Leistung voranzutreiben und erfolgreicher an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Sport hat eine lange Tradition in Schenkenhorst. Während der SG Ahrensdorf im vorigen Jahr 100 Jahre alt wurde, kann der SC Schenkenhorst 1912 e.V. in diesem Jahr seinen 100-jährigen Geburtstag begehen. Fast wie ein Geschenk soll nun auf dem Schenkenhorster Sportplatz endlich ein neues Vereinshaus gebaut werden. „Das ist fantastisch,“ freut sich Heike Hoffmann. „Dies ist wichtig für uns, damit der Verein und unsere Gemeinschaft weiter bestehen kann.“ Doch es werde auch Schwierigkeiten geben, denkt sie, während der Feierlichkeiten und Turniere zum Jubiläum, die sich über das gesamte Jahr 2012 hinziehen werden, die Baumaßnah-

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men zu realisieren. Wie immer wollen die Vereinsmitglieder selbst tüchtig anpacken und bspw. den Abriss des maroden alten Gebäudes in Eigenleistung übernehmen. „Zum 100-Jährigen sind aber besondere Veranstaltungen und Turniere geplant und viele auswärtige Gäste werden erwartet“, erzählt Hoffmann. Da sei es problematisch, das alte Gebäude abzureißen. Bis der Neubau fertig ist, ständen z.B. keine Küche, kein Ausschank und auch keine Toiletten zur Verfügung.“ In einem ersten Verein schlossen sich bereits 1908 Radfahrer zusammen und nachdem der Breitensport einen wahren Aufschwung erlebte, öffneten sich die Radfahrer auch für andere Sportarten wie Gymnastik, Turnen, Leichtathletik usw. So wurde auch das Handballspiel in die Vielfalt des damaligen Männersportvereins Schenkenhorst aufgenommen und erlebte einen wahren Boom. Handball wurde zum Lieblingsspiel. Die Disziplin zählte die meisten Mitglieder. Heute hat der Verein etwa 140 Mitglieder. Neben den Handballern trainieren auch

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Fuß- und Volleyballer innerhalb des Vereins. Die Handballer jedoch sind hierzulande längst nicht mehr unbekannt. Erst kürzlich siegte die A-Jugend ganz knapp in einem spannenden punktreichen Spiel gegen den LHC Cottbus II und vier Tage später, ebenfalls knapp und unter vollem Einsatz, gegen den VfL Potsdam II. Im Moment ist die HSG mit neun Mannschaften im Punktspielbetrieb angemeldet, drei davon im Senioren- und sechs im Jugendbereich. Während die männliche A-Jugend auf Landesebene spielt und die weibliche BJugend in der Oberliga, kämpfen sowohl die Frauen als auch die 2. Männerauswahl auf Kreisebene um die Ligaspitze mit. Für die Jugend, wo drei Mädchen- und drei Jungen-Mannschaften über die verschiedenen Altersklassen trainieren und eine MinisGruppe an das Ballspiel herangeführt wird, setzt sich der Verein besonders ein. Für die kleinen Sportler wird seit zehn Jahren traditionell ein Mini-Handballspielfest veranstaltet. Das diesjährige Fest, zu dem 14 Mannschaften aus acht Vereinen angereist waren, begeisterte wieder alle. Foto/Text: B.Ri

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Soziales

Zu: „Arbeit? Nur ohne meine Tochter“, lokal.report 12/2011, Seite 33:

Was für ein Irrsinn! Das Schicksal von Britta H. berührt die Menschen – viele Leser helfen

Teltow. Eine sichtlich mitgenommene Frau sitzt mir gegenüber. Die Augen sehen verweint aus, aber dennoch lächelt sie. Und immer wieder schüttelt sie ungläubig ihren Kopf. „Ich fühle mich richtig überrumpelt, das war nicht meine Absicht“, sprudelt es aus ihr heraus. Sie spricht von den vielen Briefen, E-Mails und Anrufen, die sie nach der Veröffentlichung des lokal.reports im Dezember über unsere Redaktion und den Teltower Tisch erreichten. In der vergangenen Ausgabe dieses Journals konnte jeder über das Schicksal dieser alleinerziehenden Mutter unter der Rubrik „Porträt“ lesen. Die 41-Jährige ist arbeitslos. Seit der Geburt ihrer heute zehnjährigen Tochter kämpft die gelernte Altenpflegerin um die Rückkehr ins Berufsleben, aber vor allem kämpft sie mit den Behörden. Erst im September 2011 kürzte ihr das Arbeitsamt das ohnehin wenige Geld um 50 Euro – sie habe einen Umzug nicht angemeldet, so lautet die Begründung. Seitdem läuft ein Widerspruchsverfahren. Unsere Leser haben an diesem Schicksal regen Anteil genommen, wollten Geld spenden, Weihnachtswünsche erfüllen – einfach nur helfen. Aber all diese positiven und gut gemeinten Hilfeleistungen aus der Bevölkerung bewirken letztendlich das Gegenteil. „Es ist doch ein Irrsinn“, erklärt Britta H., „so schön es ist, dass die Leute uns helfen wollen, aber ich darf nichts annehmen.“ Denn jede Geld- oder Sachspende müsse sie dem Amt melden, erläutert sie das Problem. Automatisch würde alles auf ihre Bezüge angerechnet. So tief bewegt und dankbar die Arbeitslose auf der einen Seite ist, so verärgert ist sie verständlicherweise auf der anderen. Deshalb möchte Britta H., dass alle Spenden und Geschenke dem Teltower Tisch zu Gute kommen. „Ich fände es schön, wenn die Menschen nicht nur mir helfen wollen, sondern allen. Es gibt so viele Familien, die Hilfe brauchen“, erklärt sie. Gleichzeitig empfindet sie ihre Ablehnung als unfair gegenüber den Helfern. Aber jeder versteht ihre Beweggründe, auch wenn niemand verstehen kann, warum es so sein muss. Bei den Bürgern bleibt am Ende nur im Gedächtnis hängen, dass gezieltes Helfen häufig mehr Schaden anrichteten kann, als es nützt. Und das ist nicht Sinn der Sache!

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Auch Wolfgang Leube, der seit Jahren ehrenamtlich den Teltower Tisch organisiert, muss die ganze Anteilnahme erstmal verdauen. „Ich habe mich so für Britta gefreut, aber gleichzeitig tut es mir unendlich leid“, erzählt er nachdenklich. Er habe gedacht, dass der Artikel etwas in die Wege leiten, etwas verändern könne. „Am Ende ist es das Gegenteil von dem, was wir alle wollten“, so Leube ein wenig resignierend. „Aber vielleicht bewegen wir doch noch was“, hofft er. Er bewundert die mutige Frau. Leube hat die Spenden genutzt, um allen Mitgliedern des Teltower Tisches ein schönes Festmahl bereiten zu können – mit jeder Menge Enten und allem drum und dran. Auf die Nachfrage beim Jobcenter Potsdam–Mittelmark, wie es sich denn nun wirklich mit Spenden bzw. Schenkungen jeglicher Art verhalte, erklärte deren Pressesprecher Kai-Uwe Schwinzert, Arbeitslosengeld-I-Empfänger dürften alles annehmen, da es sich bei ihnen um eine Versicherungsleistung handele. Bei Hartz-IV-Beziehern sei es brisanter. „Größere Geldbeträge werden in diesem Falle als Einkommen und Vermögen angerechnet“, erklärt Schwinzert. Bei kleinen Summen, etwa 20 bis 50 Euro, komme es auf den Einzelfall an – sie werden aber, so Schwinzert, in der Regel nicht berücksichtigt. Zweckgebundene Geschenke, wie z.B. einem Fahrrad für den Enkel, um dessen Weg zur Schule zu erleichtern, seien auch kein Problem. Ähnlich verhalte es sich mit anderen Sachspenden. Wie KaiUwe Schwinzert mitteilte, sei auch Kinderspielzeug kein Thema. Wenn es natürlich am Ende im Ermessen des Sachbearbeiters liegt, und dieser im Einzelfall anders entscheiden kann, nützen diese Beteuerungen den Arbeitslosen wohl wenig. Britta H. gibt die Hoffnung dennoch nicht auf. „Vielleicht liest ein Sachbearbeiter der MAIA in Teltow die Artikel und prüft meinen Antrag noch einmal.“ Dann müsste er merken, so die Teltowerin, dass sie im Recht sei. Das fehlende Geld helfe der kleinen Familie sehr. Aber vielleicht geht noch ein ganz anderer Wunsch in Erfüllung. Unter den vielen Zuschriften war nämlich auch ein Stellenangebot für die gelernte Altenpflegerin. Der lokal.report drückt Britta H. die Daumen und bleibt selbstverständlich an dieser Geschichte dran! Text: Cornelia Schimpf, Foto: Rainer Sturm/pixelio.de lokal.report | Januar 2012


Gesundheit/Senioren

Förderung von Bildungsangeboten Potsdam-Mittelmark. Auch 2012 stellt der Landkreis Potsdam-Mittelmark finanzielle Mittel zur Förderung von Bildungsangeboten für Seniorinnen und Senioren sowie für generationenverbindende Aktivitäten bereit. Gefördert werden bspw. die Schaffung oder die Nutzung von Bildungsangeboten speziell für Senioren des Landkreises, aber auch Projekte, in denen Menschen verschiedener Generationen zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen und dabei voneinander lernen. Antragsformulare sind über die Homepage des Landkreises abrufbar sowie im Fachdienst Soziales und Wohnen abzufordern. Der Antragsschluss für Maßnahmen, die im ersten Halbjahr 2012 umgesetzt werden sollen, war am 31. Dezember. Für Maßnahmen und Projekte, die im 2. Halbjahr stattfinden sollen, sind die Anträge bis zum 30. Juni beim Landkreis einzureichen. Informationen erhalten Sie unter (03 38 41) 9 13 68. PM

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Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft wieder aktiv! Potsdam-Mittelmark. Das erste Vorstandstreffen der wieder eingesetzten „Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG)“ im Landkreis Potsdam-Mittelmark fand kürzlich bei der Union Sozialer Einrichtungen in Teltow statt. Die Anwesenden repräsentierten 27 Träger sozialer Einrichtungen, Dienste und Initiativen. Mit der Wiederbelegung der PSAG werden einseitige Planungsprozesse vermieden und eingeschlafene Kommunikations- und Handlungsstrukturen belebt. „Wir brauchen eine verbindliche Vernetzung, eine Kommunikation auf Augenhöhe und Strukturen, die fachlich und professionell den Anforderungen der betroffenen Menschen gerecht werden“, erklärt Lothar Kremer (AWO) Vorsitzender der PSAG. „Unser Ziel ist ein Psychiatriekoordinator für den Landkreis“ so Kremer. Vom Landkreis erwartet die AG Unterstützung und konstruktive Zusammenarbeit. PM

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lokal.report | Januar 2012


Soziales

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Beim weihnachtlichen Frühstück: Andrea Wicklein im Gespräch mit Betroffenen

ansprechbar sein. Es gibt Menschen, die unsere Unterstützung brauchen. Wir dürfen keinen zurücklassen!“, so das Anliegen der Politikerin. Und so musste Andrea Wicklein manches Teltower Problem mitnehmen nach Berlin. Unter anderem wurde sie über die schlechten Arbeitsbedingungen des Teltower Tisches informiert. Beim Tisch gäbe es echte Probleme, sowohl für die ehrenamtlich Arbeitenden als auch für die anstehenden Bedürftigen, hieß es aus dem Teilnehmerkreis. „Wir brauchen in unserer Gesellschaft viel mehr Zuwendung und vor allem tatkräftige Unterstüt-

Fotos: Beate Richter

zung für bedürftige Menschen“. Um die wolle sie weiter werben, sagte Wicklein. Auch Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers und Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert waren zu Gast, führten zahlreiche Gespräche mit den Anwesenden und informierten sich über die Situation der Arbeitslosen in der Region. Beide Kommunen unterstützen den tav, der Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung und zu Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten für Arbeitslose und schwer vermittelbare Menschen entwickelt und unterstützt. Beate Richter Anzeige

Erste Versicherung für Mensch und Hund ist da! Alles in Einem: Die Uelzener Versicherungen bieten mit „Mensch & Hund aktiv“ das erste Versicherungspaket speziell für Hundehalter. Der beste Freund des Menschen kann seinen Halter ganz schön auf Trab halten. Wenn Bello, Fiffi & Co. eine Fährte aufnehmen, gibt es oft kein Halten mehr – selbst, wenn ein Auto naht. „Ein Unfall verändert das Leben des Hundehalters und das des Tieres“, weiß Jürgen Großkrüger, Marketing-Direktor der Uelzener Versicherungen. „Mit der richtigen Versicherung lassen sich neue Lebensumstände eher meistern.“ Das Versicherungspaket „Mensch & Hund aktiv“ beinhaltet deshalb Hinterbliebenenschutz und Unfallschutz für den Hundehalter. Obwohl aktive Hundehalter nachweislich seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden, kann es auch sie treffen. Darum hat die Uelzener den Unfallschutz auf lokal.report | Januar 2012

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diese Risiken erweitert. Das zusätzlich im Paket enthaltene Unfall-Krankenhaustagegeld hilft dem Wuffis Warnung – leider zu spät. Patienten, z.B. das Einbettzimmer im KrankenUnser Unfallschutz – sofort zur Stelle. Wuffis Warnung Wuffis Warnung – leider – zuleider spät. zu spät. haus zu bezahlen und gleichzeitig seinen Hund Unser Unfallschutz Unser Unfallschutz – sofort – zur sofort Stelle. zur Stelle. gut versorgen zu lassen. Uelzener-Kunden mit eis da – v ti Hund ak ak spei sch & eru erungspaket ch-et Men rsich rsi ner Hunde-OP-Schutz-Versicherung erhalten zuVetiv Ve Zw s ak rng – da –etda füsen ak akrn nd nd Hu spge .gern toben. & ng chictiv tobdie ru nsrs Mensch & Hu MeVe he die n. er, er, be ein to rbein Vierbdi dem kostenlos eine Hunde-Lebensversicherung.für Zwei- unfürd Vie Zwei- und in er, e gern und Vierbe 1984 wurden die Uelzener Versicherungen als Erfinder der Tierkrankenversicherung bundesweit bekannt und behaupten seitdem die Spitzenposition in diesem Markt. Mit „Mensch & Hund aktiv“ erweitern die Uelzener nun ihr Portfolio um ein Produkt, das den Bedarf älterer, aktiver Hundehalter punktgenau trifft. Mitglied im Finanz- und Immobilienservice GmbH Potsdamer Straße 57, 14513 Teltow Finanz- und Immobilienservice GmbH Tel.: (0 33 28) 3 12 47 - 0, Fax: 3 12 47 - 99 Telefon: (0 33 28) 3 12 47 - 0 E-Mail: lochmann-immobilien@arcor.de ADAZWAU_92x125_nT_4c.indd ADAZWAU_92x125_nT_4c.indd 1 1

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Ratgeber Recht

Schadensersatz nach Verkehrsunfall Sind Sie mit Ihrem Fahrzeug unverschuldet in einen Unfall verwickelt worden, so steht Ihnen Schadensersatz zu. Dieser setzt sich aus unterschiedlichen Positionen zusammen: Am bekanntesten ist, dass das Fahrzeug wieder repariert wird, sofern kein Totalschaden vorliegt. Die meisten wissen auch, dass man einen Mietwagen bekommen kann bzw. dass ein Gutachten eingeholt werden darf. Hier wird es schon etwas problematischer. Den Mietwagen bekommt man nur unter bestimmten Voraussetzungen vollständig bezahlt. Hierzu gehört unter anderem, dass Sie die Preise für den Mietwagen vergleichen. Der Gutachter wird oft von der Versicherung

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angeboten, die den Schaden bezahlen soll. Hier rate ich immer, vorsichtshalber einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen. Eine nicht so bekannte Schadensposition sind die Kosten für die Beauftragung eines Rechtsanwaltes, der die gesamte Regulierung des Schadens für Sie organisiert. Das bedeutet, dass Sie sich bei einem unverschuldeten Unfall immer den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens nehmen können. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht berät Sie neutral und umfassend über die Möglichkeiten der Unfallabwicklung und Ihre daraus resultierenden Rechte. Die Kosten für Ihren Anwalt werden dann von der gegnerischen Versicherung übernommen. Weitere mögliche Schadenspositionen nach einem Unfall können zum Beispiel Arztkosten, eine Erwerbsminderung, Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Abschleppkosten, Nutzungsausfall statt Mietwagen, Standkosten oder eine Wertminderung Ihres Fahrzeugs sein. Denken Sie immer daran, dass ein Verkehrsunfall für die Versicherung Tagesgeschäft ist. Für Sie ist es immer neu, Sie kennen Ihre Rechte nicht. Da ein Anwalt ohnehin von der Versicherung bezahlt wird, regulieren Sie Ihren Unfall nie ohne seine Hilfe. Fachanwalt für Verkehrsrecht John Christall aus Teltow, Mitglied der AG Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins, Telefon: (0 33 28) 33 66 040

Mietkürzung bei Mängeln Die Mieträume sind dem Mieter vom Vermieter in einem vertragsgemäßen Zustand zu überlassen und während der Mietzeit so zu erhalten. Was aber, wenn während dieser Zeit ein erheblicher Mangel in den gemieteten Wohn- oder Geschäftsräumen auftritt? Zunächst muss der Vermieter den vertragsgemäßen Zustand wieder herstellen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, kann bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen die Miete gemindert werden. Die Höhe der Minderung ist stets am konkreten Fall zu bemessen. Ferner kann der Mieter ein Zurückbehaltungsrecht an der Miete geltend machen. Den einbehaltenen Betrag kann der Vermieter erst herausverlangen, wenn der vertragsgemäße Zustand der Räume wieder hergestellt ist. Zu beachten ist jedoch, dass die Miete erst einbehalten werden kann, wenn der Mangel gegenüber dem Vermieter angezeigt wurde. Sonst riskiert der Mieter nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) die fristlose Kündigung. Dem BGH lag ein Fall zur Entscheidung vor, in dem eine Wohnung großflächig von Schimmel befallen war. Die Mieter stellten daher ihre Mietzahlung für mehrere Monate ganz bzw. teilweise ein, teilten dem Vermieter jedoch den Schimmelbefall nicht mit. Aufgrund des Mietrückstandes kündigte der Vermieter fristlos. Zu Recht, so der BGH. Denn wird ein Mangel nicht angezeigt und die Mietkürzung gegenüber dem Vermieter nicht als Druckmittel gekennzeichnet, stellt dies einen Vertragsbruch dar, der zur fristlosen Kündigung berechtigt. Diese ist selbst dann rechtens, wenn der Mieter eine ausführliche Mängelanzeige nach Ausspruch der Kündigung nachholt. Der nach erfolgter Mangelanzeige einbehaltene Betrag muss stets angemessen sein. Denn das Risiko einer aufgrund des Mietrückstandes möglichen fristlosen Kündigung trägt allein der Mieter. Es ist daher ratsam, nicht unbedacht mit diesem Druckmittel umzugehen, sondern fachlichen Rat einzuholen. Rechtsanwältin Nancy Busching Telefon: (0 33 28) 33 66 581 E-Mail: info@nancy-busching.de

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Ratgeber Recht

Kontopfändung

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Wegfall des Pfändungsschutzes Bisher waren u. a. eingehende Sozialleistungen in den ersten 14 Tagen vor einer Pfändung geschützt. Ab dem 1. Januar 2012 gibt es Schutz vor Kontopfändungen nur noch auf einem Pfändungsschutzkontos- kurz P-Konto. Auch als Empfänger von Sozialleistungen können Sie dann nicht mehr wie früher innerhalb von 14 Tagen über Ihr Geld verfügen. Guthaben erhält ab 1. Januar 2012 Ihr Gläubiger, es sei denn Ihr Konto ist als P-Konto geschützt. Gehen Sie also rechtzeitig zu Ihrer Bank oder Sparkasse und lassen Ihr Konto in ein P-Konto umwandeln. Ist Ihr Konto nicht in ein P-Konto umgewandelt, besteht die Gefahr, dass Sie ab Januar 2012 über Ihr Geld nicht verfügen können. Entweder richten Sie ein neues Konto gleich als P-Konto ein oder wandeln das bestehende Konto in ein P-Konto um. Hierzu müssen Sie einen entsprechenden Antrag bei Ihrer Bank stellen. Das können Sie auch dann noch, wenn bei Ihrer Bank schon eine Kontenpfändung vorliegt. Die Umstellung eines bestehenden Girokontos in ein P-Konto ist kostenlos. Die Bank ist verpflichtet, die Umwandlung spätestens nach vier Geschäftstagen vorzunehmen. Ein P-Konto kann nur als Einzelkonto geführt werden; d. h. eine Umwandlung eines Gemeinschaftskontos in ein P-Konto ist nicht möglich. Es besteht aber die Möglichkeit, ein Gemeinschaftskonto in zwei Einzelkonten aufzuteilen und danach die Konten in PKonten umzuwandeln. Jede Person darf nur ein P-Konto führen. Für Guthaben auf dem P-Konto ist ein pauschaler Pfändungs-Basisschutz in Höhe von derzeit 1 028,89 Euro automatisch je Kalendermonat gegeben. Die Herkunft des Geldes spielt dafür keinerlei Rolle. Sind auf dem P-Konto dennoch monatlich höhere Eingänge zu erwarten, als die vom Basisschutz umfassten 1 028,89 Euro, sollten Sie sich um eine Freigabe weiterer Beträge kümmern. Hierfür ist eine geeignete Bescheinigung bei Ihrem Kreditinstitut vorzulegen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie als Kontoinhaber Ihrer Bank eine Bescheinigung vorlegen, dass es sich um geschützten Freibeträge oder Geldeingänge wie Kindergeld oder Sozialleistungen handelt. Arbeitgeber, Familienkassen, Sozialleistungsträger, anerkannte Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen oder Rechtsanwälte können eine solche Bescheinigung ausstellen, sie sind dazu aber nicht verpflichtet. Als Bescheinigung in diesem Sinne gelten auch die Leistungsbescheide des Fachbereiches Soziales, Jugend, Schule und Gesundheit. Die laufenden Geldleistungen des Fachbereiches Soziales, Jugend, Schule und Gesundheit werden in der Regel zum Anfang eines Monats für den Monat ausgezahlt. Das Gesetz ordnet an, dass der Inhaber eines P-Kontos über das gepfändete Kontoguthaben jeweils monatlich in Höhe des Freibetrags verfügen kann (sogenannter „Sockelpfändungsschutz“). Es ist durch gesetzliche Vorschriften sichergestellt, dass Ihnen Sozialleistungen, die am Monatsanfang eingehen, im laufenden Monat zur Verfügung stehen. Sollte Ihre Bank sich nicht so verhalten, können Sie sich an das örtlich zuständige Vollstreckungsgericht oder an die Vollstreckungsstelle des öffentlichen Gläubigers (Stadtkasse; Finanzamt) wenden. Als Schuldner können Sie dort die Freigabe zum Beispiel von empfangenen Sozialleistungen beantragen. Weiter Informationen finden Sie unter www.bmj.bund.de. Pressemitteilung lokal.report | Januar 2012

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Historisches

Der kleine Fritz und die kleine Rübe Ein historisch-kulinarischer Beitrag von Günter Duwe

Schauspielerin Anna Thalbach als der junge Friedrich (aus TV-Film: „Friedrich – Ein deutscher König“), Foto: Edel:Motion

Der Kronprinz mit seinem Erzieher (Federzeichnung von Adolph Friedrich Erdmann von Menzel, Scan: C. Schimpf)

Teltow. Diese Geschichte wird sich deutlich unterscheiden von denen, die in diesen Tagen anlässlich seines 300. Geburtstages über Friedrich II., den Großen (geboren 24. Januar 1712, gestorben 17. August 1786), geschrieben werden. Denn ich beschäftige mich nicht mit dem König von Preußen, sondern mit dem kleinen Fritz, den seine ältere Schwester Wilhelmine wohl Fritzchen nannte. Der Gedanke, über Fritzchen zu schreiben, ist mir gekommen, als ich in einem alten Ordner über die Teltower Rübchen auf handschriftliche Notizen stieß, die ich mir bei der Konzeption meines vor sechs Jahren geschriebenen Buches „Das Teltower Rübchen“ gemacht hatte. Ich recherchierte damals im Geheimen Staatsarchiv, um in Erfahrung zu bringen, ob die preußischen Könige kleine Speiserüben, von denen es damals schon hieß, die Teltower seien im Geschmack am besten, gekannt haben. Antwort: Ja, sie haben Rübchen gespeist. Ich fand auch mehrseitige handschriftliche Aufzeichnungen vom 23. November 1717. Das war zu der Zeit, als der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“ (geboren 14. August 1688, gestorben 31. Mai 1740), man kennt ihn von Bildern als einen Mann von großer, kräftiger Gestalt, noch ein junger Mann von 28 Jahren war. Und sein Sohn, der Kronprinz Friedrich, war ein Kind von fünf Jahren. Auf dem Papier las ich zuerst „CrohnPrinzenTafel“ in großer Schrift. Daneben gab es die Tafel „Seiner Königlichen Mayestet“ und die sogenannte Marschall-Tafel. Die Nennung des Kronprinzen erweckte sofort mein Interesse. Vor meinem inneren Auge sah ich den Jungen an der Tafel sitzen. Ich wusste, dass er von Wuchs klein und schmächtig war; selbst als Friedrich der Große maß er nur 1,60

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Aufzeichnung des preußischen Hofzeremonienmeisters Johann von Besser aus dem Jahre 1713 vom Tage des ersten Geburtstages des kleinen Fritz (Scan: Sächsiches Staatsarchiv)

Meter. Man musste ihm also ein oder zwei Kissen unter den Popo schieben, damit er überhaupt über die Tischplatte reichen konnte. Ich war neugierig zu erfahren, was dem kleinen Fritz an dieser Tafel serviert wurde. Aus Mehl gefertigte Speisen – also Nudeln und Klöße gab es nicht. Die hat man wohl gar nicht gekannt. Süßspeisen fehlten gänzlich, vermutlich, weil es an Zucker fehlte (Importware). Dafür gab es zu jeder Mahlzeit, also am Mittag und am Abend, eine Überfülle – acht bis zehn Gänge – Fleischgerichte. Ich habe anhand der Speisen, die einzeln auf den Tisch kamen, die Zahl der Personen kalkuliert, die an einer Tafel saßen. Die Majestäten hatten oft Gäste. Für diese Tafel und die MarschallTafel habe ich zehn Personen kalkuliert. Da ja im Mittelpunkt meiner Betrachtungen der Kronprinz steht, möchte ich mich, bevor ich mich weiter mit den Speisen beschäftige, ihm zuwenden. Fritz, aber auch seine Schwester, die natürlich mit an der Tafel saß, waren jeder von einem Gefolge umgeben. Schon mit vier Jahren hatte Fritz einen Erzieher bekommen. Der Soldatenkönig wählte einen Mann, der ihm nicht nur wegen seiner Klugheit, sondern besonders wegen Tapferkeit aufgefallen war. Es war der Hugenotte Jacques Egide Duhan de Jandun. Er lehrte den kleinen Fritz nicht nur Französisch, sondern machte ihn auch mit der französischen Kultur vertraut. Das hat sich, wie man weiß, in Fritz verfestigt. Überhaupt scheint ihm dieser Mann im Wesen nahegestanden zu haben. Was man bekanntlich vom Verhältnis VaterSohn nicht sagen kann. Fritz scheute sich vor der polternden Art seines Vaters. So hat ganz offensichtlich der Erzieher Fritz mehr geprägt als der eigene Vater. lokal.report | Januar 2012


Historisches

Jacques Duhan saß also mit am Tisch und auch die Gouvernante, Frau von Roucolles. Ich schätze, auch an dieser Tafel saßen zehn Personen. Aber auch, wenn es mehr gewesen wären, die Speisen, die auf den Tisch kamen, hätten sie nie verzehren können. Rechnen wir von zehn auf eine Person um, die Kinder mit einbezogen, so bekäme jeder etwa drei Pfund (ein preuß. Pfund=467,71 Gramm) Fleisch! An der Spitze stand zu meinem Erstaunen Hammelfleisch – auch ein Zeichen für große Tierhaltung –, dann folgte Kalbsfleisch und mit großen Abstand Rindfleisch – letzteres war auch das preiswerteste. Insbesondere Kalbfleisch war häufig zusammen mit Geflügel zu Pastete verarbeitet. Überhaupt nahm Geflügel etwa die Hälfte der Gesamtfleischmenge ein. Als Ergänzung kam Fisch auf den Tisch, allerdings wenig, dafür aber – zu meiner Überraschung – auch für die Kinder Austern. Schweinefleisch wurde für die an der Tafel servierten Gerichte nicht genutzt, wohl aber für die in der Küchenstube Tätigen. Darüber hinaus versorgte die königliche Küche an jenem Tag im Jahr 1717 auch zwölf Pagen und fünf Kadetten. Vier kranke Soldaten bekamen besondere Kost. Insgesamt wurden 153 Eier verbraucht. Doch es gab keine Eierspeise, etwa Omelett, wie ich sie gern als Kind aß und ich frage mich, im Wissen um das, was heute Kinder lieben, ob der Fritz überhaupt eines der Fleischgerichte gern mochte. Vielleicht bevorzugte er eher das Gemüse, das es als Beilage gab. Dazu gehörten neben Sellerie, Erdschocken (Topinambur), Pastinaken und Carde (spanische Artischocken) auch die Speiserüben. Dass es tatsächlich kleine Rübchen waren, leite ich daran ab, dass ihr Verbrauch nicht wie Tauben und Meerrettich als Stück gezählt, sondern als Menge wie Erbsen und Zwiebeln angegeben ist. Und auch die Jahreszeit passt. Zum Abschluss möchte ich von den insgesamt 50 servierten Gerichten sehr wohlschmeckende Beispiele nennen, die möglicherweise auch den Kindern gemundet haben und die heute so nicht in Restaurants angeboten werden: Kalbs-Hühner-Suppe mit Maroneneinlage Taubenragout mit Schinken Braungespicktes Kalbsfleisch Hühnerfleisch mit Krebsen Ragout von Rebhühnern Erdschocken mit Holländer Soße Hühnerfleisch mit Austern Hammelfleisch mit weißen Rüben Am Ende des Tagesberichtes der Küche ist in preußischer Korrektheit auch der Verbrauch jener Produkte angegeben, die nicht an den Tafeln serviert wurden. Dazu gehören: Zitronen, 19 Stück. Sie wurden einzeln namentlich genannten Personen zugeteilt. Dann eine für die Königskinder zubereitete Bouillon, wofür vier Pfund Rindfleisch und zwei Pfund Kalbfleisch zum Einsatz kamen. Der letzte Eintrag lautet: „Vor Sr. Königliche Mayestet Extra“. Das waren wohl die extra für eine abendliche Männerrunde bereit gestellten Produkte: „Zwei geschmorte Kapaune (Masthähne) u. Vas Bier, dazu fünf Pfund frische Butter und 600 Austern“. Es heißt, dieser König sei sehr sparsam gewesen. Günter Duwe lokal.report | Januar 2012

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Porträt

Historisches

Grüner, wuchernder, wilder, üppiger Garten Christa Wolfs Kleinmachnow – eine Art Nachruf Kleinmachnow. Es ist viel geschrieben worden, über Christa Wolf, in den Gazetten, Journalen und Online-Publikationen zu Beginn des letzten Monats. Ihr Ableben am 1. Dezember 2011 war trauriger Anlass nicht nur für Nachrufe, sondern auch für die Auseinandersetzung der schreibenden Zunft mit einer ihrer umstrittenen Vertreterinnen. Christa Wolf war, gerade wegen ihres schaffensreichen Lebens, das sie, mal abgesehen von den frühen Kinderjahren in der Weimarer Republik, durch drei Gesellschaftssysteme führte, Gewährsfrau für eine Biografie der Auseinandersetzung. Es war eine Auseinandersetzung mit sich und der Welt, in der sie lebte – von der Kindheit, die sie durchaus zu einer strammen NS-Gefolgsfrau hätte werden lassen können, bis zu einer freigeistigen Sozialistin, die sich für kurze Zeit gar mit den Schergen eines schlecht verstandenen Sozialismus eingelassen hatte. Ihr literarisches Werk wurde anlässlich ihres Todes kommentiert, interpretiert, gelobt und kritisiert, ihr Leben wohlwollend oder distanziert unter die Lupe des publizierenden Standes genommen. Wenig nur würde man vermutlich Neues erfahren, über den Menschen Christa Wolf und ihre Welt, nach den Feuilletons der vergangenen Wochen. Doch neben all den hochgestochenen Rückblicken auf die Welt einer Literatin hatte diese Frau eben auch einfach mal gelebt – ganz individuell, mit Mann und Kindern, mit Einkaufen, des Sommers im Liegestuhl sitzen oder mit nachbarschaftlichem Zwist – ein ganz normales, dennoch vielfach ungenormtes Leben, neben dem einer Literaturkoryphäe. Es war ein üppiger grüner Garten, in dem sie im Liegestuhl saß – im Juni 1965 – zwischen dem weinbehangenen Staketengitter der DDR-Kleinbürgerlichkeit und wilder Minze, die auch dort gedeihen musste, weil ihre Kinder ständig danach rochen. Es war ein üppiger Garten, in der Förster-Funke-Allee, Kleinmachnow, in der Familie Wolf seit 1962 lebte. Und es waren die Butterblumen des üppigen Gartens, die zum Ärgernis des Nachbarn wurden.

Butterblumen werden zu Pusteblumen. Und deren Samen wollte selbiger Nachbar keinesfalls auf seinem gepflegten Rasen wissen. Es ist die kleine Erzählung „Juninachmittag“, in der Nachbar Ingenieur, Sinnbild für die besser bezahlte Intelligenzform des DDR-Proletariers, seinen lindgrünen Trabbi zur sonnabendlichen Autowäsche aus der Garage schob. Es ist diese kleine Erzählung von 1965, die eben auch zeigt, dass sich im Grunde vielleicht nur wenig geändert hat, im Kleinmachnower Lebensgefühl. Den Vorgänger jenes lindgrünen Trabant hieß man im DDR-Volksmund einfach „Kugel-Porsche“. Er symbolisierte den kleinen Wohlstand im Arbeiter- und Bauernparadies. Die wirklichen Luxus-Karossen-Lenker werden ihre Automobile heutzutage kaum noch selbst schrubben, wie einst der Nachbar von Christa Wolf. Die Flugzeuge sorgen wohl auch für mehr Unruhe, heute 21 Jahre nach der DDR, obwohl bereits Christa Wolf seinerzeit im Sommer 1965 nicht wusste, „ob anderswo der Himmel auch so dicht besetzt ist, wie bei uns. Indem man sich platt auf die Erde legte und in den Himmel starrt, könnte man in einer Stunde die Flugzeugtypen vieler Herren Länder kennenlernen“. Nur die beiden Hubschrauber, die am Nachmittag immer die Grenze abflogen und den Drahtzaun kontrollierten, lärmen nicht mehr über den Himmel. Und die geizige Witwe Horn, die keine Zwiebeln an Kartoffelpuffer machte und ihren verstopften Ausguss nicht reparieren ließ, die wird wohl auch nicht mehr da sein. Auf diese Weise kann man sich doch prima erinnern, an eine Schriftstellerin, über die bereits alles gesagt und geschrieben wurde – erinnern an einen „Juninachmittag“ in Kleinmachnow 1965. Text: Rolf Niebel, Fotos: Bundesarchiv, Bild 183-B0509-0010-006/ Eckleben, Irene/CC-BY-SA (oben), Bundesarchiv, Bild 183-1989-1027-300/ Rehfeld, Katja/CC-BY-SA (unten)

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lokal.report | Januar 2012


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Kultur

Wie der Mond steht Der 85-jährige Künstler Josef „Joe“ Dederichs im Interview über sein bewegtes Leben

Text/Foto: Cornelia Schimpf Teltow. Seit dem 20. November 2011 schmücken besondere Werke die Wände des Teltower Bürgerhauses. Der Neu-Teltower Künstler Josef „Joe“ Dederichs (signiert dede) stellt aus. „Solch unterschiedliche Werke hatten wir noch nie“, schwärmt Regine Schädlich, die im Jahr bis zu sechs Ausstellungen organisiert. Der 85-jährige Dederichs lebt seit knapp eineinhalb Jahren in Teltow. Erstmalig sind seine Bilder nun in einer Einzelausstellung (noch bis 2. Februar 2012) zu sehen. Der lokal.report traf den gebürtigen Rheinländer zum Interview. l.r: Herr Dederichs, wann setzte Ihre Begeisterung für Kunst ein? dede: Ich habe schon als Kind, sehr zum Entsetzen meines Vaters, die Wände bemalt. Mein Zeichenlehrer hat meine Kreativität erkannt und geleitet. Die ersten Werke entstanden dann am Gymnasium in Köln. Leider ist mein erstes prämiertes Bild „Bremer Stadtmusikanten“ nach einem Fliegerangriff im Reichstag verbrannt. Konkrete Vorbilder habe ich aber bis heute nicht, schaue mir aber gern andere Bilder an. l.r: Auf Ihrer Internetseite steht: Kunst verbindet Menschen, Kreativität öffnet Herzen. Wie beurteilen Sie Kunsterziehung bei Kindern? dede: Kinder können nur kreativ sein, wenn sie es mitbringen. Man kann ihnen nichts beibringen, was sie nicht haben. l.r: Sie arbeiten mit unterschiedlichen stilistischen Mitteln, Ihre Motive sind farbenfroh, sehr abstrakt. Woher bekommen Sie kreative Anstöße? dede: Nach meinem Thailand-Aufenthalt in den 1950er Jahren habe ich Farbveränderungen und andere Farbmischungen vorgenommen. Die kräftigen Farben waren dort viel früher gebräuchlich. Im Grunde male ich je nach Laune, fast nur in der Nacht – wie der Mond gerade steht. Und wenn mir was nicht gefällt, wird es sofort zerstört, übermalt. Bin eben Skorpion. Aber Darstellungen von Häusern mag ich gar nicht. Den Kölner Dom habe ich nur einem Freund zuliebe gemalt. l.r: Was verschlägt überhaupt einen Kölner in das beschauliche Teltow? dede: Mein Sohn lebt seit einiger Zeit hier. Außerdem spielte die Nähe zu Berlin für mich und meine Frau eine entscheidende Rolle.

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Die Berliner Kunstszene ist doch um einiges reicher als die in Köln. l.r: Und wie bringen Sie sich in die hiesige Kunstszene ein? dede: Im November 2010 habe ich am Teltower Kunst-Sonntag teilgenommen. Danach fand eine gemeinsame Ausstellung aller Teltower Künstler im Neuen Rathaus statt. Ich war auch schon des Öfteren bei Dieter Leßnaus „Eckige Gespräche am runden Tisch“. l.r: Sie haben weltweit schon überall ausgestellt. Wo gefiel es Ihnen besonders gut? dede: Egal, ob Moskau, Paris oder New York – ich liebe alles. Es ist schön, meine Bilder gehen um die ganze Welt. Ich habe überall Freunde und komme mit allen Menschen gut aus. Ich kann mir nur keine Namen merken – aber das war schon immer so. l.r: Wie hilft Ihnen das Malen Gefühle, Erlebnisse und Schicksalsschläge zu verarbeiten? dede: Sehr! Mein Lieblingsbild „Sprachlos-Heinzchen Bunsenstraße“ von 1970 erzählt die traurige Geschichte meines Jugendfreundes, der bei einem Bombenangriff auf Köln umkam. Er starb gemeinsam mit seiner ersten großen Liebe. In meinen Bildern habe ich auch den Krebstod meiner ersten Frau verarbeitet. Diese Bilder hängen aber bei meinem Sohn. l.r: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dederichs und alles Gute! Zur Person: geb. 1926 bei Köln, 1950 erstes Modestudio, ab 1954 längerer Aufenthalt in Asien, 1963 Atelier in Köln, 1985 Studium bei Prof. Zoltan Düsseldorf, 2010 Umzug nach Teltow

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Kultur

Romeo liebt eine Wärmflasche Großes Theater auf kleiner Bühne: TAW setzt seine Shakespeare-Tradition fort

Nach getaner Arbeit ein befreites Ständchen für Regisseurin und Publikum: Das Ensemble des Abends mit (v.l.) Christopher Liefeldt (Shakespeare), Julia Peschel (Julia/Lucretia), Daniel Schubert (Romeo/Pater Lorenzo) und Cynthia Schulz (Amme). Mit großer Spiellust, Herzblut und einer gehörigen Portion Schweiß haben die vier Weinberg-Schauspieler ihre sechs Figuren ausgefüllt.

Kleinmachnow. Romeo und Julia – wer kennt es nicht, das größte Liebespaar aller Zeiten, tragisch vereint im Tode für immer und ewig. Ganz anders in Kleinmachnow am 16. Dezember auf der Bühne des Theater am Weinberg: Im großen Doppelbett schlafen Romeo und Julia – nicht miteinander, sondern einfach nur nebeneinander. Sie schnarcht. Er räkelt sich in den Federn, gähnt und gähnt und schafft es tatsächlich, aufzustehen. An Brust und Bäuchlein drückt er liebevoll seine Wärmflasche „Lisa“. Ein Kichern geht durch das Publikum, das sich von der ersten Minute an köstlich amüsiert. Zum Abschluss des 20-jährigen Jubiläums des Theater am Weinberg (TAW) bringen vier ehemalige Weinberg-Gymnasiasten das heitere Trauerspiel „Es war die Lerche“ vom israelischen Erfolgsautor Ephraim Kishon unter Regie von Kathrin Heilmann auf die Bühne. Das von der Deutschlehrerin ins Leben gerufene TAW steht für 20 Jahre Theaterverrücktheit un-

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ter zahllosen Schülern. Shakespeare-Inszenierungen wurden dabei zur beliebten Tradition. Ephraim Kishon erzählt jedoch die Geschichte von Romeo und Julia als bissige Satire. Die großen Liebenden sind nicht gestorben, sondern 30 Jahre verheiratet. Im Laufe der Jahre kann die Romanze schon mal auf der Strecke bleiben. Romeo und Julia scheinen ihre Liebe verschlafen zu haben. Endlich wacht Julia auf und mit der Ruhe ist es dahin. Das Gezeter kann losgehen. Szenen einer Ehe – keiner glücklichen. Während die frustrierte, gelangweilte Ehefrau mit ihrer Eifersucht auf Wärmflasche Lisa kämpft und ihren Mann für einen Versager hält, ist der Ehemann wiederum frustriert, weil er seiner ewig streitenden Frau nichts recht machen kann. Und vielleicht das Schlimmste: Sie ist kalt wie ein Fisch und weist ihn immer ab. Im Bett herrscht schon lange Funkstille. Beide tragen sich mit Scheidungsgedanken. Selbst das scheitert, weil Julia mal wieder nicht zuhört, als Romeo mit ihr redet. Wäre

das alles nicht schlimm genug, die pubertierende 14-jährige Hippi-Tochter Lucretia muss auch noch dazwischen zicken. Halt: Höchste Zeit, dass sich der Schöpfer Shakespeare einschaltet, um seine Geschichte zurechtzurücken. Wie? Natürlich muss ein tragischer Tod her. „Falls einmal eine Tragödie ins Stocken gerät, habe ich immer ein Fläschchen Gift dabei, für alle Fälle“, kokettiert der Dichter. Romeo und Julia spielen mit – scheinbar. Mit vergiftetem Rotwein wollen sie sich gegenseitig ins Jenseits befördern. Pech gehabt: „Weil Kathrin so geizig ist, gibt’s nur rosa Traubensaft“, zwinkert Romeo dem Publikum zu. Ganz im Sinne Shakespeares spielen sie ihre tragische Todesliebesszene am Ende so überzeugend, dass sich der Geist des Dichters zufrieden aus dem Staub macht. Romeo und Julia haben ihren Schöpfer überlistet. Aus scheinbarem Todesschlaf gibt es am nächsten Morgen natürlich wieder ein böses Erwachen: Szenen einer Ehe … Text/Foto: Jana Wierik

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Kultur

Faszination Indien

Grenze im Buch

Birkenstaedt stellt im Gemeindezentrum aus „FREUNDwärts – FEINDwärts“-Katalog

Stahnsdorf. Ab dem 12. Januar wird im Gemeindezentrum, Annastraße 3, zu den regulären Öffnungszeiten eine neue Ausstellung zu bewundern sein. Eine Fotoausstellung – „Faszination Indien“. Die Künstlerin, Renate Birkenstaedt, wird vielen nicht unbekannt sein. Im vergangenen Jahr präsentierte die Teltowerin schon einmal Fotos, die „Unterwegs in Tibet“ entstanden sind. In diesem Jahr werden Bilder aus Indien zu sehen sein, die sie während mehrerer Reisen durch das Land aufgenommen hat. Schwerpunkte sind Menschen, Tempel und Landschaften. Die erste Rundreise startete 2007 in Delhi, wo sie mit unvorstellbarem Reichtum und unvorstellbarer Armut konfrontiert wurde. Die zweite Reise führte 2010 in das landschaftlich grünere Südindien, wo neben den vielen Hindu-Tempeln mit ihren sagenumwobenen Götter-Abbildungen vor allem die freundlichen Menschen zu erwähnen sind, mit denen die Künstlerin, auch ohne ihre Sprache zu sprechen, sofort in Kontakt kam. Von der letzten Reise ist Renate Birkenstaedt gerade erst zurückgekehrt. Sie führte nur an einen Ort, nach Kerala (Südindien). Der Kontakt mit den Menschen war dafür umso intensiver. Unvergessen war auch ein Besuch in Trivandrum zur Pilgerzeit. „Die zahlreichen und vielfältigen Reise-Erlebnisse begründen meine Liebe zu Indien und die Faszination, die es auf mich ausübt“, sagt die Fotografin und lädt zusammen mit dem Soziokulturellen Verein 1A zu einem Ausstellungsgespräch am 10. Februar um 18.30 Uhr herzlich ins Gemeindezentrum Stahnsdorf ein. Text: Beate Richter/Foto: Veranstalter

Zur Person Renate Birkenstaedt • geboren 1940 in Großenhain in Sachsen • Berufsausbildung zur Chemielaborantin in Coswig/Anhalt • später erneute Lehre zur Fotolaborantin in Zittau und Caputh • Fachschulstudium zur Landwirtschaftlich-Technischen Assistentin in Kleinmachnow • seit 1965 in Teltow wohnhaft • bis zu 62. Lebensjahr berufstätig, Fotografie nebenher • seit 2002 intensive Beschäftigung mit Fotografie und Malerei, verschiedene Ausstellungen in Teltow

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Kleinmachnow. Historische Orte erklären sich nicht immer von selbst. Auch wenn die zweifelhafte Funktion solcher Orte gerade einmal gute zwei Jahrzehnte zurück liegt, bedarf es nicht selten einiger Erklärungen. Von den Anlagen der Grenzübergangsstelle Drewitz ist nicht viel geblieben, seit Beginn des Abrisses am 1. Dezember 1993. Vor allem um den verbliebenen Kommandoturm zu sichern und zu restaurieren, um dort eine Erinnerungs- und Begegnungsstätte einzurichten, gründeten Kleinmachnower und Zehlendorfer 1998 den Förderverein Checkpoint Bravo. Am 8. November 2009, zum 20-jährigen Jubiläum des Mauerfalls wurde die ständige Ausstellung „FREUNDwärts – FEINDwärts“ am historischen Ort in Dreilinden eröffnet. Jetzt haben der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Boeger und die Autorin Lydia Dollmann den Katalog der Ausstellung herausgegeben. In 20 Kapiteln dokumentiert das Buch anhand zahlreicher zeitgenössischer Fotos, Dokumente und Ausstellungsstücke die Geschichte der deutsch-deutschen Grenzübergangsstelle Drewitz/Dreilinden. Waren die Alliierten im Mai 1945 noch Freunde in einer Anti-Hitler-Koaltion, so änderte sich das ab dem Sommer bereits mit Meinungsverschiedenheiten zwischen der Sowjetunion und den Westmächten. Drei Jahre darauf blockierten die sowjetischen Truppen alle Zufahrtswege nach Westberlin. Amerikaner und Briten sicherten die Versorgung der Westberliner fast ein Jahr lang mittels der Luftbrücke. 1949 entstanden aus der Amerikanischen, Britischen und Französischen Besatzungszone einerseits und der Sowjetischen Besatzungszone andererseits die zwei deutschen Staaten. 1961 kulminierte die Deutsche Teilung in der Errichtung massiver Grenzanlagen, die über die folgenden Jahrzehnte zu einem perfiden Befestigungsring ausgebaut wurden. Der Kleinmachnower Kommandoturm ist ein Denkmal gewordenes Zeugnis. Das im Verlag Willmuth Arenhövel erschienene Buch zeigt sowohl die Auswirkungen der großpolitischen Lage, als auch damit verbundene persönliche Schicksale. Der reich bebilderte Katalog vermittelt mit seinen detaillierten Hintergrundinformationen jene Fakten, die den historischen Ort des Grenzüberganges Drewitz/Dreilinden mit seiner Dauerausstellung zu einem lebendigen Zeitzeugnis machen, auch wenn nur noch wenig Bausubstanz erhalten ist. Text: Rolf Niebel/Foto: Anett Kirchner

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Ausstellung

Ausstellung Freitag, 6. Januar 11.30 Uhr 2. Kunstausstellung der Maxim Gorki Gesamtschule Kleinmachnow

Malerei, Grafik, Plastik der Klassen und Kurse der Jahrgänge 7–13 Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt, die Kunst ihre Seele. (Maxim Gorki) Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 21. Januar 2012. Bürgersaal im Rathaus Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10

Ein weiterer Teil vermittelt Kenntnisse über das Judenhaus in Kleinmachnow. Zudem wird sich ein Bereich mit Fragen und Bedingungen rings um das Thema Exil befassen. Dauer: bis 7. Februar 2012 Bürgersaal im Rathaus Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10

Freitag, 27. Januar

Foto: Veranstalter

19.30 Uhr Aktion Stolpersteine stellt aus Der 27. Januar ist der Tag, an dem das Konzentrationslager Auschwitz befreit wurde. Dieser Tag gilt als Gedenktag. Die Aktionsgruppe Stolpersteine lädt zu einer Ausstellungseröffnung in den Bürgersaal. Die Ausstellung wird aus vier großen Themen zusammengestellt. So können Sie erfahren, wie es um die noch zu verlegenden Stolpersteine steht. Ebenso gibt es Arbeitsentwürfe für eine Stelengruppe für die Stillen Helden und diejenigen Menschen, denen geholfen wurde.

Foto: Wierik

DVD- und TV-TIPP Friedrich – Ein deutscher König „Eine Krone ist lediglich ein Hut, in den es hineinregnet …“, so Friedrich II. zu Lebzeiten. Anlässlich seines 300. Geburtstages am 24. Januar 2012 strahlen ARD und ARTE das hochwertige Doku-Drama „Friedrich – Ein Deutscher König“ mit Katharina und Anna Thalbach aus. Er wird verehrt und verteufelt, geliebt und gehasst: Friedrich II., König von Preußen. Der „Alte Fritz“ ist eine der monumentalen Erscheinungen der Geschichte – und eine der Umstrittensten. Unter den bedeutenden deutschen Herrschern vereinte kein anderer so unterschiedliche Rollen und Eigenschaften in sich wie Friedrich der Große. Er war ehrgeizig und sensibel, skrupellos und kultiviert, eigensinnig und hochbegabt, autoritär und tolerant. Er war ein Philosoph auf dem Thron und ein unbarmherziger Feldherr in der Schlacht. Er war Literat und Soldat, Feingeist und Aggressor, Reformer und Eroberer. Den meisten seiner Zeitgenossen erschien er schon zu Lebzeiten als „ein Rätsel“. In markanten Schlüsselszenen beschreibt der Film die wesentlichen Lebensstationen des Preußenherrschers.

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Fotos: Edel:Motion Katharina Thalbach spielt den „Alten Fritz“, Anna Thalbach den Kronprinzen und jungen König. Der Film ist als DVD ab sofort im Handel erhältlich. PM/cos TV-Ausstrahlungen: ARTE: 7. Januar, 20.15 Uhr ARD: 16. Januar, 22.45 Uhr

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Bühne

Bühne Freitag, 13. Januar 20.00 Uhr Filmvorführung im Teltower StubenrauchSaal: „Halt auf freier Strecke“, vorgestellt von Regisseur Andreas Dresen Der 40jährige Frank hat einen Gehirntumor und nur noch wenige Monate zu leben. Er will die Zeit, die ihm bleibt, zu Hause verbringen – ein Kraftakt für die Familie. Seine Frau kommt bei der Pflege an die Grenzen ihrer Kraft. Der achtjährige Sohn kümmert sich liebevoll um den Vater, der langsam die Beherrschung über seinen Körper und sein Gedächtnis verliert. Die pubertierende Tochter flüchtet in den Sport. Mitten in der Lebensfahrt kommt es zum abrupten „Halt auf freier Strecke“. Im erst kürzlich gebauten Häuschen verbringt er im Kreise seiner Familie die Zeit, die bleibt. Dresen lotet die Gefühlspalette aus, von der Wut auf das ungerechte Schicksal, die Angst vor dem Unausweichlichen, die Trauer um nicht verwirklichte Sehnsüchte bis hin zur Akzeptanz des baldigen To-

des. Trotz aller Verzweiflung lässt Dresen seinem Protagonisten die Würde, man bemitleidet ihn nicht, sondern leidet mit ihm.

henhaus spielt sich ein Großteil der gesamten Handlung ab, so dass dieses für den Film bis zum Ende Dreh- und Angelpunkt ist und zum Bild der Normalität im Ausnahmezustand wird. Im Anschluss an die Vorführung ist ein Filmgespräch mit Regisseur Andreas Dresen und Bürgermeister Thomas Schmidt geplant. Eintritt: VVK: 5,00 Euro, AK: 6,00 Euro; Ermäßigt: 3,00 Euro; Rabatt: 20 % auf das Rübchenbuch- und den Familienpass Ernst-von-Stubenrauch-Saal, Marktplatz 1/3, Teltow Donnerstag, 19. Januar

Regisseur Andreas Dresen Foto: Petr Novák Die Szenen im Haus der Familie wurden in Teltow-Ruhlsdorf gedreht. In jenem Rei-

10.00 und 16.00 Uhr „Die Hexe Klapperzahn“ Aufführung des Berliner Puppenkoffers – Ein umwelt- und ernährungspädagogisches Handpuppenspiel in zwei Akten für Kinder ab 3 Jahren. (Spieldauer 45 Min.) Eintritt: 3,50 Euro für Gruppen ab 20 Pers. (Erzieher frei), normal 5,00 Euro Bürgersaal im Rathaus Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10

Buchvorstellung für Kinder aus der Bibliothek Kleinmachnow Susanne Fülscher: Mia und das Liebeskuddelmuddel – Von Anna Sophie Pampel, Kleinmachnow: Im vierten Band der turbulenten Abenteuer um Mia und ihre Freundinnen dreht sich alles um die große Liebe. Mia kann die Welt nicht mehr verstehen. Was ist nur in ihren Bruder Lukas gefahren? Und ihre beste Freundin Jette verhält sich so seltsam, dass es schon fast nicht mehr auszuhalten ist – Liebeskuddelmuddel eben. So vertraut Mia ihre Verwunderung und

den Ärger ihrem Tagebuch an. All das beginnt an einem pieselig-nassen Morgen mit einem klitzekleinen roten Punkt, der für Jette als ein dicker fetter Pickel in ihrem Mundwinkel herumschmarotzt. Und dann schreiben sie gleich auch noch Englisch. Anna Sophie findet, dass es lustig und spannend zugleich ist, mit Mia und ihren Freundinnen ein derartiges Liebesabenteuer zu erleben. Foto: Fichtmüller

Buchvorstellung für Erwachsene aus der Bibliothek Kleinmachnow Irina Korschunow: Das Spiegelbild – Von Jenny Guillarmain, Kleinmachnow: Im Mittelpunkt des einfühlsamen und auf biografischen Recherchen beruhenden Romans steht der 150 Jahre mühelos überbrückende Dialog der Journalistin Amelie mit der toten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. lrina Korschunow erzählt in ihrem neuen Roman zwei Lebensgeschichten, die sternenweit voneinander entfernt scheinen. So wird im Spiegel der heutigen, ver-

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meintlich freien Karriere-Frau die glücklose Existenz der Droste-Hülshoff lebendig, deren Sehnsüchte unerfüllt blieben. Alles beginnt an einem Herbsttag des Jahres 1992, als Amelie die beiden Porträts betrachtet, die über dem Sterbebett der Droste hängen. Der mit Sympathie erzählte Roman, war für Frau Guillarmain eine Entdeckung, denn über alltägliche Dinge wird amüsant und berührend in einer hervorragenden Sprache berichtet. Foto: Fichtmüller

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musik

Musik

Gottesdienste Ev. Kirchengemeinde Teltow. 01.01.: kein Gottesdienst in Teltow; 08.01.: 10.30 Uhr Andreaskirche, Pfrn. i.R. Bindemann, mit Taufe und Kindergottesdienst; 15.01.: 10.30 Uhr Pfarrhaus, Ritterstraße 11, Pfr. Karzek; 10.30 Uhr Siedlungskirche, Pfrn. i.R. Bindemann; 22.01.: 10.30 Uhr Pfarrhaus, Pfr. Karzek, mit Kindergottesdienst; 29.01.: 10.30 Uhr Pfarrhaus Prädikant Noack Kirchengemeinde Ruhlsdorf. Die Gottesdienste finden immer sonntags um 8.45 Uhr statt. Am 1. Januar entfällt der Gottesdienst. Ev. Magdalenen-Kirchengemeinde Teltow. 01.01.: 10 Uhr, Dr. Sitzler-Osing; 06.01.: 10 Uhr, Dr. Sitzler-Osing; 08.01.: 9.30 Uhr, Noack; 15.01.: 9.30 Uhr, Noack; 22.01.: 9.30 Uhr, Dr. Bookhagen; 29.12.: 10 Uhr, Blume Paul-Gerhardt-Gemeinde ELFK. Die Gottesdienste finden immer sonntags um 10 Uhr im Familienzentrum „Philantow“, Mahlower Straße 139 in Teltow, statt. Kath. Pfarrgemeinde Ss. Eucharistia. So: 9 Uhr Teltow,11 Uhr Klm.; Mo: 8.30 Uhr Teltow; Di: 8.45 Uhr Teltow; Mi: 8.30 Uhr Klm.; Do: 18.30 Uhr Klm.; Fr: 18.30 Uhr Teltow; Sa: 18 Uhr Klm.; 01.01., Hochamt: 9 Uhr Teltow, 11 Uhr Klm., 18 Uhr Teltow; 06.01., Hochamt: 8.30 Uhr Klm., 18.30 Uhr Teltow Ev. Auferstehungs-Kirchengemeinde. 08.01.: 9.30 Uhr Augustinum, Pfr. Möllering; 10.30 Uhr Auferstehungskirche, Pfr. Duschka; 15.01.: 10.30 Uhr Auferstehungskirche, Pfr. Duschka u. Pfrn. Rosenthal; 22.01.: 9.30 Uhr Augustinum, Pfr. Möllering; 10.30 Uhr Auferstehungskirche, Pfr. i.R. Heichen; 29.01.: 10.30 Uhr Auferstehungskirche, Pfrn. Rosenthal Ev. Kirchengemeinde Stahnsdorf. Die Gottesdienste finden immer sonntags um 10 Uhr in der Dorfkirche statt. Am 1. Januar findet der Gottesdienst erst um 15 Uhr statt (Pfarrer Edert). Ev. Kirchengemeinde Güterfelde. 08.01.: 9.30 Uhr Gemeindehaus Güterfelde (Kulla); 11 Uhr Schenkenhorst (Kulla); 15.01.: 9.30 Uhr Gemeindehaus Güterfelde (Kulla); 11 Uhr Sputendorf (Kulla); 22.01.: 9.30 Uhr Gemeindehaus Güterfelde (Kulla);

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Eine Tote Hose im Interview Hauptberuflich ist der Engländer Vom Ritchie seit 1998 Schlagzeuger bei den Toten Hosen. Am 28. Januar spielt er mit seinem Nebenprojekt „Cryssis“ – das eigentlich keines ist – im Ludwigsfelder N.V.A.CLUB. Dem lokal.report stand der Musiker Rede und Antwort. l.r: Vom, wie seid ihr auf den N.V.A.CLUB in Ludwigsfelde gekommen? V.R.: Über TV Smith, als er seine LiveCD „live at the N.V.A.“ dort aufgenommen hat. Ich wollte immer mal mit ihm zusammen dort spielen, es hat aber zeitlich nie geklappt. Als ich dann die „Cryssis“-Tour geplant habe, fragte ich und es passte. Jetzt kann ich es kaum erwarten, dort zu spielen. l.r: Seid wann spielst du schon bei „Cryssis” und was erwartet die Konzertbesucher? V.R.: Schon seit 1980, damals noch unter dem Namen „Cry Dyaan“. Aber einer stieg aus, heiratete und nahm einen „normalen“ Job an. 32 Jahre später holte ich ihn zurück und alle sind wieder glücklich. Das Publikum kann sich auf eine tolle Show gefasst machen. l.r: Du betreibst „nebenbei“ auch das Plattenlabel „Drumming Monkey Records“ und machst bei vielen dieser Bands selber mit. Wie kriegst du alles unter einen Hut? V.R.: „Cryssis“ ist eine richtige Band – nicht nur ein „Nebenprojekt“. Ich versuche bei allem, was ich mache, immer 100 Prozent zu geben. Aber „Die Toten Hosen“ stehen immer an erster Stelle. So gesehen sind „Cryssis“ eine Art Hobby, aber ein teures! l.r: Wie ist es, mit den Toten Hosen unterwegs zu sein, mit genügend Roadies und Helfern an der Seite, und dann wieder mit „Cryssis“ sich um alles selber

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„Cryssis“ Foto: Veranstalter kümmern zu müssen? V.R.: Es wäre wirklich seltsam nach 2,5-stündiger Show auf die Bühne zurückzukommen und vor tausenden Menschen das Schlagzeug selbst abzubauen. Aber bei kleineren Shows stört mich das nicht. Jeder packt mit an. Außerdem verdienen wir damit nicht genug, um irgendwen bezahlen zu können. Alles geht für Bus, Fahrer, Benzin, Poster usw. drauf. Schön wäre es schon, die Beine hoch zu legen, aber der Platz reicht eh nicht im Bus. Aber, wenn ich es mir recht überlege, sollte ich doch noch schnell jemanden anrufen … l.r: Vom, vielen Dank für das Interview! cos Samstag, 28. Januar 21.00 Uhr Cryssis & State Of Evidence 7,00 Euro N.V.A.-CLUB Erich-Klausener-Straße 30, Ludwigsfelde

Sonntag, 15. Januar 18.00 Uhr Neujahrskonzert des Akkordeonorchesters Euphonia 7,00 Euro, ermäßigt 4,50 Euro Bürgersaal im Rathaus Zehlendorf Teltower Damm 18, 14136 Berlin-Zehlendorf Foto: Veranstalter

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vortrag/führung

Vortrag Dienstag, 3. Januar 14.00 bis 18.00 Uhr Energieberatung – Schimmelbildung ist zu dieser Jahreszeit ein aktuelles Thema. Beispielsweise sind modriger Geruch und dunkle Flecken in den Raumecken offenkundige Zeichen eines ungebetenen Gastes: Schimmelpilz entsteht im Haus oder in der Wohnung aufgrund von zu hoher Material- oder Oberflächenfeuchtigkeit. Die Energieberater der Verbraucherzentralen erklären Ihnen gern die Zusammenhänge zwischen Schimmelbildung, Heizen und Lüften und Wärmedämmung. Darüber hinaus geben sie Tipps, wie man ein Gebäude energetisch sinnvoll saniert und informieren über Fördermittel für Energiesparmaßnahmen. Eine Terminvereinbarung ist erforderlich unter 01805 / 00 40 49 jeden Mo. bis Fr. von 9 bis 16 Uhr (14 Ct/min a. d. dt. Festnetz, mobil max. 42 ct/min) oder in jeder Verbraucherberatungsstelle des Landes. Neue Straße 3, Teltower Altstadt

nem Schlagwort geworden. Es beschreibt unsere Zeit, die von einer Beschleunigung der Kommunikation, weltweitem Handel und trans-nationaler Produktion, internationaler Banken, inter-kultureller Migration, Öffnung der Lebensverhältnisse und Fernreisen in exotische Länder geprägt ist. Der Vortrag und die anschließende Diskussion soll einige gesellschaftliche und politische Folgen der Globalisierung aufzeigen. Dozent: Dr. Stefan Büttner-von Stülpnagel Mittwoch, 18. Januar Friedrich der Große ... zum 300. Geburtstag Referent: Herrmann Lamprecht

Führung Samstag, 14. Januar 10.00 Uhr Teltower Altstadtführung Die AG Altstadt der Lokalen Agenda 21 Teltow und der Teltower Heimatverein laden ein zum Stadtspaziergang. Der Vorsitzende des Heimatvereins, Peter Jaeckel, erzählt gemeinsam mit Hermann Lamprecht interessante Geschichten aus der Teltower Altstadt. Spenden für die kostenlose Führung sind erwünscht. Treffpunkt: Zehlendorfer Straße/ Ecke Berliner Straße

Mittwoch, 25. Januar „Der arme Kauz aus Brandenburg“ Heinrich von Kleist – Als Dramatiker („Der zerbrochene Krug“), aber auch als Erzähler („Michael Kohlhaas“) erweist sich Kleist als bedeutender deutscher Dichter zwischen Klassik und Romantik, der an den deutschen Verhältnissen zerbrach. Ein Überblick mit Filmausschnitten über sein Leben und literarischen Schaffen. Referentin: Frau Dr. Edith Gaida

Mittwochstreff Oderstraße 22–25, 14513 Teltow Tel.: (0 33 28) 47 31 34 Alle Veranstaltungen beginnen um 9.00 Uhr, Teilnahmegebühr 2,00 Euro Mittwoch, 11. Januar Auswirkungen der Globalisierung auf Deutschland – Globalisierung ist zu ei-

Mittwoch, 1. Februar Wertorientierungen im Wandel Der Referent betrachtet Werte als in Individuen verankerte soziale Regeln oder Einstellungen, auf denen Denken und Handeln beruhen kann und liefert Diskussionsstoff. Dozent: Herr phil. habil. Hartmut Salzwedel

St. Andreaskirche – Das ältestes städ­tische Bauwerk und Wahrzeichen der Teltower Altstadt Foto: Veranstalter

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Diese Produkte wurden durch Menschen mit Behinderung im Kräutergarten des Teltower Diakonischen Werkstättenverbund gefertigt.

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Der lokal.report online:

www.stadtblatt-online.de

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Kinder & Jugend Senioren

Kinder & Jugend Clab Stahnsdorf Bäkedamm 2, 14532 Stahnsdorf Mittwoch,11. Januar ab 16.00 Uhr Billardturnier – Wir ermitteln den Billard-King und die BillardQueen und vergeben einen Wanderpokal. Mittwoch, 25. Januar ab 16.00 Uhr Ergometermeisterschft – Wer „radelt“ am schnellsten die 5 km? Wir vergeben einen Wanderpokal.

Dienstag, 3. Januar 14.00 bis 17.00 Uhr Mädchen-NeujahrsRunde – Deine Wünsche und Anregungen für das Jahr 2012 sind gefragt. Plaudern über gute Vorsätze und Pläne. Mittwoch, 11. Januar 16.00 bis 18.00 Uhr Seifenwerkstatt – Gestalte bunte, duftende, kleine Kunstwerke aus Seife. Beitrag: pro Seife 50 Cent. Bitte mit Anmeldung unter (0 33 28) 47 10 55 16. bis 19. Januar 8.00 bis 14.00 Berufsplanspiel „Spiel das Leben“ Gemeinschaftsprojekt mit dem ClaB Stahnsdorf am Stahnsdorfer Gymnasium. Die MZW bleibt geschlossen.

Carat – Jugendarbeit Kleinmachnow Förster-Funke-Allee 106 a 14532 Kleinmachnow Tel.: (03 32 03) 7 86 35 carat@jugendarbeit-kleinmachnow.de www.jugendarbeit-kleinmachnow.de Mittwoch, 4. Januar 15.00 bis 18.00 Uhr Schrottgeschenke-Tausch-Basar – Deine Großtante hat dir mal wieder rote Socken geschenkt? Oma kann sich einfach nicht merken, dass du „Hello Kitty“ nicht magst? Der große Schrottgeschenke-Tausch ist eröffnet! Bring‘ deine schaurig-schönsten Geschenke ins Carat und tausche sie! Vielleicht bekommst du ja etwas, was du gebrauchen kannst. Mittwoch, 11. Januar 16.00 bis 20.00 Uhr Hochleistungs-Chillen – Wir sind völlig geschafft von den vielen Weihnachts- und Neujahrs-Aktivitäten. Geht es euch auch so? Dann chillt mit uns auf ganz hohem Niveau bei einem Film und kleinen Snacks. Wir tanken Energie für ein neues spannendes CaratJahr! Donnerstag, 19. Januar 15.00 bis18.00 Uhr Wii-Dreikampf – Werde Wii-Wintermeister! Messe dich in drei verschiedenen Disziplinen mit den anderen!

MädchenZukunftsWerkstatt Oderstraße 34–36, 14513 Teltow, Tel.: (0 33 28) 47 10 55 www.maedchenzukunftswerkstatt.de

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Samstag, 21. Januar 10.00 bis 15.00 Uhr Ausbildungsmesse Teltow im OSZ – Die MZW ist mit eigenem Stand vertreten und gibt Tipps und Anregungen zu Praktika und/ oder Berufswahl. Infos unter: (0 33 28) 47 10 55 OSZ-Teltow, Potsdamer Straße 4 Jugendhaus „Schiffer“ Boberstraße 1, 14513 Teltow Tel.: (0 33 28) 31 76 44 Email: JH.Teltow@job-ev.de Neue Öffnungszeiten: Mo–Do 13.00– 20.00 Uhr Fr/Sa 13.00–21.00 Uhr Dienstag, 3./17./31. Januar 15.00 Uhr Gesellschaftsspieletag Donnerstag, 5./12./19./26. Januar 16.00 Uhr Kochen Freitag, 6. Januar 16.00 Uhr Pokerabend Samstag, 7. Januar 11.30 Uhr Neujahrsbrunch Dienstag, 10./24. Januar 16.00 Uhr Jonglierkurs Freitag, 13. Januar 14.00 Uhr Kreativtag Freitag, 20. Januar 16.00 Uhr Billardturnier

Senioren Dienstag, 10. Januar 10.00–12.00 Uhr Sprechstunde des Seniorenbeirates Frau Katharina Ecker, Akademie „2. Lebenshälfte“ und Herr Dr. Herbert Franke, Vorsitzender des Seniorenbeirates, stehen im Vorraum des Rathaussaales den Kleinmachnower Senioren zur Verfügung. Rathaus Kleinmachnow, Adolf-Grimme-Ring 10

AWO Haus Teltow Potsdamer Straße 62, 14513 Teltow Telefon (0 33 28) 33 97 77 E-Mail: awokvpm@t-online.de Mittwoch, 4. Januar 14.00 Uhr „Unser Jahrhundert“ – Interessantes aus der Zeit von 1900 – 1915 Sonntag, 8./22. Januar 14.00–17.00 Uhr „TanzTee“ Jetzt schwingen wir auch am Sonntag das Tanzbein. Montag, 9. Januar 14.00 Uhr „Gemeinsam singen wir lauter“ Wer hat Lust mit uns zu singen. Mittwoch, 11. Januar 14.00–18.00 Uhr „Tanz mit mir“ Wir tanzen miteinander. Sonntag, 15./29. Januar 14.00–17.00 Uhr „Der gemütliche Sonntagnachmittag“ – Ab 15.00 Uhr schauen wir einen Film. Mittwoch, 18. Januar 14.00 Uhr „LeseTresen“ Wir lesen gemeinsam. Wer möchte Kurzgeschichten, Gedichte oder Ausschnitte aus Büchern seiner Wahl vorlesen? Montag, 23. Januar 14.00 Uhr „Autogenes Training“ Mittwoch, 25. Januar 14.00 Uhr „Klock8, achtern Strom“ – Rosemarie Berger erinnert mit Gesang und viel Charme an ihre Zeit bei Klock8, achtern Strom.

Freitag, 27. Januar 17.00 Uhr Stockbrotbacken

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Soziales

AWO Seniorentreff Kleinmachnow Förster-Funke-Allee 108, Tel.: (03 32 03) 2 23 90/7 06 88/ 8 73 64 Donnerstag, 5. Januar Beginn 14.30 Uhr Kaffeetafel Wir beginnen das neue Jahr mit einer geselligen Kaffeetafel im AWO-Treff Donnerstag, 12. Januar Beginn 14.30 Uhr Lesung Die Autorin der Bannwaldhexe, Frauke Gohlke, liest aus ihrem neuesten Werk Donnerstag, 19. Januar Beginn 14.30 Uhr Physiotherapie Wir bewegen uns zusammen mit der Physiotherapeutin Frau Birka Schulz Donnerstag, 26. Januar Gemeinsames Mittagessen im Landgasthaus Hammers (Genshagener Str. 1, 14513 Teltow/Ruhlsdorf) Abfahrt in der Förster-Funke-Allee um 12.00 Uhr

Seniorenclub Toni Stemmler Hohe Kiefer 41, 14532 Kleinmachnow Tel.: (03 32 03) 60 96 06 Freitag, 6. Januar 14.00 Uhr Preisrommé wer wird der erste Sieger im neuem Jahr sein Dienstag, 10. Januar Neujahrempfang der OG II, Herr Haak Dienstag, 10.00 Uhr Neujahrempfang der OG IV, Frau Wackrow Mittwoch, 18. Januar 10.00 Uhr Neujahrempfang der OG V Frau Haak Samstag, 28. Januar 14.30 Uhr Konzert mit Elena Askkenazy Violine und Herr Scholl Die Kaffeetafel ist ab 14.00 Uhr wie immer für Sie gedeckt. Sonntag, 29. Januar 10.00 Uhr Die Philatelisten sind Im Klub Donnerstag, 8. März Frauentagsfahrt Preis: p.P. 46,00 Euro Anmeldung ab sofort!

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Selbsthilfegruppen Teltow. Selbsthilfegruppe Schwerhörige 20.01.2012; 14.00 Uhr (jeden 3. Freitag, 14.00 Uhr), im Hörgeräte Center (HC), Potsdamerstr. 12 b, 14513 Teltow “Elternkreis drogengefährdeter Jugendlicher” 03.01.2012, 19.00 Uhr (jeden 1. Dienstag im Monat), Evangelisches Gemeindezentrum Siedlungskirche, Mahlower Str. 150, 14513 Teltow Deutsche Rheuma-Liga; LV Brandenburg e.V.; AG Teltow 06.01.2012, um 17.00 Uhr, Vortrag: Sicherheitstipps der Polizei, Bürgerhaus Teltow, Ritterstraße 10 Selbsthilfegruppe Parkinson Gruppengymnastik im Sportraum der Physiotherapeutischen Praxis John (Kellergeschoss im Gesundheitszentrum, südlicher Gebäudeflügel) jeden Donnerstag, 13.00 Uhr, Praxis Physotherapie im Gesundheitszentrum Teltow Potsdamer Str. 7-9, 14513 Teltow Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“, Treffen: 04.01.2012, um 18.00 Uhr (jeden 1. Mittwoch, 18.00 Uhr), Familienzentrum „Philantow“ in Teltow, in den neuen Räumen des Familienzentrums „Philantow“ in der Mahlower Str. 139, in Teltow (ehemals Café Wien) Stahnsdorf. „Weil unsere Kinder anders sind“ 02.01.2012 (jeden 1. Mo. im Monat), 19.00 Uhr, Treff bei einem Gruppenmitglied, neue Interessenten bitte anrufen: (0 33 29) 61 23 25 Selbsthilfegruppe AD(H)S, Aufmerksamkeits-DefizitHyperaktivitäts)-Störung, Dienstags (ungerade Woche) 03., 17.und 31.01.2012; 18.30–20.00 Uhr, „ClaB“, Bäkedamm 2, 14532 Std. Verein Behinderter und ihrer Freunde e. V. Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf, Sprechzeiten: Montag 15.00 bis 17.30 Uhr, Telefon: (0 33 29) 61 19 78, VBF Beratungsstelle im Gemeindezentrum Stahnsdorf, Annastraße 3, 14532 Std.

Kleinmachnow. Wassergymnastik AG Kleinmachnow/Stahnsdorf Mittwoch (im 14-tägigen Wechsel), jeweils um 11.30 Uhr; 17.00 Uhr und 18.00 Uhr, Wohnstift Augustinum, 14532 Kleinmachnow, Erlenweg 72 Trockengymnastik, AG Kleinmachnow/Stahnsdorf Mittwoch (im 14-tägigen Wechsel), jeweils 11.30 Uhr; 12.30 Uhr und 18.00 Uhr, JFE in Kleinmachnow, Förster-Funke-Allee 106 a Selbsthilfegruppe Pflegende Angehörige und Angehörige von Alzheimer-Erkrankten 18.01.2012, 15.30 Uhr (jeden 3. Mittwoch 15.30 – 18.00 Uhr), AWO-Treff, AWO-Ortsverein Kleinmachnow e.V., Förster-Funke-Allee 108 Deutsche Rheuma- Liga e.V. Arbeitsgem. Kleinmachnow/Stahnsdorf, 16.01.2012, 16.00–18.00 Uhr; Gruppenleitertreffen und Sprechstunde (jeden 3. Montag im Monat), Kontakt: Frau R. Zeh, Tel.: (03 32 03) 7 91 76, o. Herr G. Kleinke, Tel.: (0 33 29) 61 06 99 · 17.00 Uhr, Gruppe 1 02.01., 16.01. und 30.01.2012 · 17.00 Uhr, Gruppe 2 09.01. und 23.01.2012 · 18.00 Uhr, Gruppe 3 02.01., 16.01. und 30.01.2012 · 18.00 Uhr, Gruppe 4 09.01. und 23.01.2012 SHG Rolligruppe Teltow 12.01.2012, 14.00 Uhr (jeden 2. Donnerstag, 14.00 Uhr), Rathaus Kleinmachnow (Bürgersaal) Region. Rat und Unterstützung für pflegende Angehörige geben die ehrenamtlichen und dafür geschulten Pflegebegleiterinnen in der Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf, jeden Mittwoch 9.00–10.00 Uhr; Kontakt: AWO Ortsverein Kleinmachnow e.V. AWO-Treff, Förster-Funke-Allee 10, Tel.: (03 32 03) 8 73 64

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Gewinnspiel

Freikarten zu gewinnen! Lösen Sie das Rätsel, nennen Sie uns Ihre Lösung und mit etwas Glück gewinnen Sie Freikarten für Ihre Lieblingsveranstaltung! Für das Gewinnspiel ist der Einsendeschluss der 20. Januar 2012. Für die Teilnahme an der Kartenverlosung schicken Sie das richtige Lösungswort bitte per E-Mail und mit Angabe Ihrer Telefonnummer an info@ti-stadtmarketing.de, per Post oder persönlich an die Tourist Information in der Potsdamer Straße 57, 14513 Teltow. Bitte geben Sie auch an, für welche Veranstaltungen Sie Freikarten gewinnen möchten. Die Gewinner werden schriftlich bzw. telefonisch informiert und in der nächsten Ausgabe hier veröffentlicht. Wir wünschen viel Glück!

‚Gold‘ aus zwei Metallen

italienischer Dirigent † 1975

nicht weit entfernt

Urzeitechse (Kw.)

Staat in Nahost

betreuen, pflegen

Schliff im Benehmen englisch: nach, zu

1

Vorname von USFilmstar Gibson

Zugmaschinen (Kw.)

Schutzblech am Auto

von genannter Zeit an

Tiroler Kurort

modisch elegant

Schwur

Teufel in Goethes ‚Faust‘

4

A Abk.: Färbeindex

mehrere ‚Irland‘ in der Landessprache

Lehre von der Raumfahrt Segelkommando: wendet!

Kfz-Z. Erlangen

Naumburger Domfigur

musik.: flink ungebraucht Emirat am Persischen Golf

Vorname des Sängers Richard

Gehalt der Soldaten

USBundesstaat

griechischer Wasserdämon

empfehlen

Kriminalpolizei (Kw.)

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spanisch: Jahr

dt. Skiläuferin

2

Gattin des Gottes Zeus

Gegenteil von chronisch

Abk.: Dezigramm neuindische Sprache

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Haben Sie das Rätsel gelöst?

G

kerniggemütlich

aktueller Bericht

Musikabschnitt

K V

Ex-Frau von Prinz Charles (Lady...) †

Figur der ‚Sesamstraße‘

Gemüsepflanze

Kletterzweig

3

sparen durch Regeln vereinheitlicht

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A

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5

6

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Cryssis & State Of Evidence 28. Januar I 21.00 Uhr

Die Schatzinsel 12. Februar I ab 15.00 Uhr

Wladimir Kaminer – Lesung 10. Februar I 20.00 Uhr

2 x 2 Freikarten

2 x 2 Freikarten

1 x 2 Freikarten

N.V.A.-CLUB E.-Klausener-Str. 30, 14974 Ludwigsfelde

Hans Otto Theater – Reithalle, Schiffbauergasse 11, 14467 Potsdam

Lindenpark, Stahnsdorfer Straße 76 14482 Potsdam

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Gewinner der Dezember-Ausgabe: Hr. Stumpf; Fr. Meckelburg; Fr. Grunert; Fr. Hübner; Fr. Reichmann; Fam. Siml; Hr. Meinig

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Berlin/Potsdam

Empfehlung aus Berlin – Berliner Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ 3. und 4. Februar

von dem Wahnsinn eines ganz normalen Familienlebens. Er fragt sich: wie bleib’ ich der coole Typ, der ich mit 20 war und stehe trotzdem dazu, dass ich 19 Milupa-Sorten am Geschmack unterscheiden kann? Lücks neues Programm ist jedoch nicht nur Väter-kompatibel, gerade für die, die es erst werden wollen, ist es sogar Pflicht!

20.00 Uhr Ingolf Lück – Lück im Glück

ner atemberaubenden, turbulenten und saukomischen Geschichten. Diesmal über das, was wir auf jeden Fall vor dem Verschwinden retten müssen.

21. bis 25. Februar 20.00 Uhr Horst Schroth: Was weg ist, ist weg

Ingolf Lück

Foto: Veranstalter

Die Kontinente sind entdeckt, das Weltall erobert und die Meere erforscht – Doch die größte Herausforderung steht noch immer unberührt vor dem Mann: Ein Leben mit Familie und Kindern. Ingolf Lück hat sich dieser Herausforderung gestellt und erzählt in seinem neuen Programm

Horst Schroth

Foto: Veranstalter

Verloren, verschwunden, vergessen. Im Schleudergang vom Kopf auf die Füße und zurück! So erleben die Deutschen ihre gefühlte Wirklichkeit. Befinden wir uns denn alle mitten in einer riesigen Lawine, die unaufhaltsam alles und jeden mitreißt und durcheinanderwirbelt? Bleibt denn gar nichts mehr, wie es war? Und was sollten wir festhalten und bewahren? „Was weg ist, ist weg“ – ist das neue KabarettSolo von Horst Schroth. Wieder eine sei-

Karten unter www.wuehlmaeus.de oder Tel.: (0 30) 30 67 30 11

riskiert er sein Leben, um seine Freunde, den Schatz und sich selbst zu retten … Spielplan: 9./10./12./13. Februar 2012 Hans Otto Theater – Reithalle Schiffbauergasse 11 14467 Potsdam

Freitag, 10. Februar

Berliner Kabarett-Theater „Die Wühlmäuse“ GmbH Pommernallee 2–4 14052 Berlin

Empfehlung aus Potsdam Ab Februar

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Die Schatzinsel - In der Bearbeitung von Andreas Gruhn Das Leben in dem kleinen Ort an der englischen Küste verläuft ruhig, bis sich eines Tages ein alter Seemann mit einer geheimnisvollen Kiste im Gasthaus einquartiert. Jim Hawkins, der Sohn des Wirts, ist sofort fasziniert und übernimmt bereitwillig kleinere Dienste für den trunksüchtigen Gast. Der alte Seemann erzählt ihm auch die Geschichte vom gefährlichen Käpt’n Flint. So kann sich Jim nach dem Tod des Alten Flints Schatzkarte aneignen. Kurz darauf geht Jim als Schiffsjunge an Bord der »Hispaniola«, um gemeinsam mit seinen väterlichen Freunden Livesey und Trelawney auf Schatzsuche zu fahren. Allerdings ahnen die drei nicht, dass auch einige Männer aus Flints früherer Piraten-Crew angeheuert haben. Als Jim zufällig mit anhört, dass die Schurken eine Meuterei planen und den Schatz mit Gewalt an sich bringen wollen, wird ihm klar, wer sich hinter dem einbeinigen Schiffskoch Silver verbirgt und in welcher Gefahr sie alle schweben. Kein Zweifel – Jim muss handeln! Wagemutig

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Die Reithalle am Hans Otto Theater Foto: HL Böhme

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20.00 Uhr Lesung Wladimir Kaminer Wladimir kommt wieder, diesmal „Typisch deutsch und trotzdem lustig“. Was Euch zu erwarten hat? Ganz klar eine Lesung aus eben diesem Buch mit Wortwitz, Situationskomik und scharfer Beobachtung unter dem verschmitzten Lächeln unseres Russendisko-Initiators …. denn Deutschland hat viel Liebenswertes zu bieten: Sparkassenberater, die von jeder Geldanlage abraten, Zeitungsenten aus Plüsch, ein findiges Finanzamt oder Vegetarier, die gerne Fleisch essen – nur nicht das von Tieren. Wladimir Kaminer sieht seine Wahlheimat mit viel Verständnis für deren Schrullen und Besonderheiten. Und so sind wir am Ende von uns selbst ganz bezaubert. Denn wer hätte gedacht, was für ein lustiges Volk wir im Grunde sind! VVK: 12,00 Euro zzgl. Gebühren AK: 15,00 Euro Lindenpark Stahnsdorfer Straße 76 14482 Potsdam

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