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NEID IM JOB VErÄnDErUnGEn ForcIErEn, zUFrIEDEnEr sEIn //

Neid ist kein schönes Gefühl, kennt aber wohl jeder von uns. Einige empfinden es häufiger, andere seltener. Sehr häufig lässt sich Neid im Berufsalltag finden, zum Beispiel dann, wenn der Kollege die begehrte Stelle oder die Gehaltserhöhung bekommt und nicht man selbst. Neid kann auf Dauer schädlich für die eigene Gesundheit sein.

Ein gEfühl , das JEdEr von uns kEnnt Neid ist eine soziale Emotion und entsteht aus einem sozialen Vergleich und einer Bewertung heraus. Der Neider beobachtet den Beneideten und ist neidisch auf etwas, was dieser hat und er selber gerne hätte, aber eben nicht besitzt. Es entsteht eine Unzufriedenheit, welche sich in der Emotion Neid äußert. Dieses Gefühl gibt es nicht nur hierzulande, sondern ist eine Emotion, welche kulturübergreifend zu finden ist. Bei Gefühlen handelt es sich um psychophysische Reaktionsmuster, die auf mehr oder weniger komplexen Bewertungen einer Reizsituation beruhen. Diese entsprechenden Bewertungen sind mit körperlichen Veränderungen gekoppelt und sie motivieren zu einem bestimmten Verhalten, das sich in spezifischer Mimik und Körperhaltung ausdrücken kann. Zudem kann ein subjektives Erleben hinzukommen.

Emotionen sind wichtig für das gesellschaftliche Zusammenleben und sagen immer etwas aus, denn sie zeigen uns, wie wir über gewisse Sachen denken und wie wir uns in Situationen oder mit Ereignissen fühlen. Neid ist eine Emotion, welche im sozialen Umgang erlernt wird und auf Bewertungen basiert, die sich in unserem Verhalten niederschlagen. Neid ist also ein soziales Phänomen und tritt überall dort auf, wo Menschen sich mit anderen vergleichen.

Doch wie fühlt sich Neid an? Die meisten von uns würden wohl sagen, dass es sich um ein irrationales, unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl handelt, welches mit Empfindungen von Minderwertigkeit und Missgunst einhergeht und durch die Überlegenheit einer anderen Person ausgelöst wird. Neid ist immer auf etwas, d.h. materielles oder immaterielles, gerichtet und zieht die Begierde nach sich, das Gut, den Erfolg etc. der anderen Person zu besitzen oder den Wunsch, dass die andere Person eben diese Sache oder Eigenschaft nicht besitzt. Gerade berufliche Situationen sind prädestiniert für dieses Gefühl, denn hier geht es stark um Leistung und Belohnung (finanziell, durch Lob von Kollegen oder Vorgesetzten, Beförderungen etc.).

Foto: pixabay.com

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as will ich auch!!! Jeder Mensch kennt diese Emotion, doch niemand spricht gerne über sie: Neid. In Deutschland erblassen wir vor Neid, in den USA ist es das »green-eyed« Monster. Schon im Katechismus findet sich Neid unter den sieben Todessünden und auch heutzutage gibt kaum einer zu, manchmal neidisch auf etwas oder jemanden zu sein. Der beste Freund hat einen neuen Job und verdient nun mehr als man selbst, die Freundin hat eine intakte, glückliche Beziehung mit einem attraktiven, intelligenten Mann, der Nachbar hat einen neuen Sportwagen gekauft, die Arbeitskollegin sieht auch mit 40 Jahren noch aus wie ein frischer Teenager und hat eine tolle Figur, der Bruder hat zu Weihnachten das bessere Spielzeug von seinen Eltern bekommen – es gibt viele verschiedene Gründe, warum Menschen neidisch sind. Wie sich Neid in unserem Erleben zeigt und was es mit uns macht, ist inzwischen gut erforscht.

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KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 12 | 17  
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