KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 12 | 21 bis 2 | 22

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140. Ausgabe

SO MUSS S T A D T

LEBEN MEINE STADT MEIN LEBEN MEIN KOMPASS

Themen Sascha Stiehler Kulturregion Chemnitz 2025 »Anton - Die Kärrnersage« »C´est La Vie« - Thomas Hübler 150 Jahre Theater Altenburg Gera

12 | 21 bis 02 | 22 WINTERAUSGABE

STADTMAGAZIN

ant! Interess ! nd Aufrege NKT! GESCHE

DER 7-JAHRE-MYTHOS

GESCHMÄCKER IM WANDEL FANKLUB

BLINDE FLECKEN

ERKENNE DEINE SCHWÄCHEN

WINTERBRÄUCHE

AUS LIEBE ZUR MUSIK COVER ÖLGEMÄLDE VON DAVID AMBARZUMJAN



DIE GESC

HENK-IDE

E

18. bis 27. März 2022 HAUS VOGTLAND IN PLAUEN

Showballett - Dagmar Frederic - Akrobatik - Licht- & Laser-Show Sonderausstellung - Fingerfood - Aftershow-Party LIMITIERTE TICKETS ONLINE UND IN DER TOURIST-INFO PLAUEN

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12 140. Ausgabe

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CHEMNITZ IN ZAHLEN EIN PORTAL MIT POTENZIAL

STARS & FANS - NEUE KÜNSTLERPLATTFORM

bis

02 HIP TEENS WEAR ÖKO - JEANS

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WIE WIR UNS VERÄNDERN EIN LEBEN LANG

TITEL

K L E I N E W E LT

16 WINTERBRÄUCHE IN EUROPA Licht und Schatten 24 BLINDE FLECKEN Warum wir eigene Schwächen nicht sehen

THEMA 78 MEDIENKONSUM Wieviel ist zuviel?

K U N S T & K U LT U R

TIPPS F ÜR KIDS 80 QUERBEET Unterhaltung für Augen und Ohren

THEMA 70 FANKLUB Aus Liebe zur Musik 74 DAVID AMBAURZUMJAN Pinselstriche als Zeitfenster

LEBENSSTIL

FILM 76 HEIMKINO Filme von der Ladentheke

TREND 82 JEANS-LIEBE Aber nachhaltig! 86 GESCHMÄCKER IM WANDEL Die Siebenjahresperioden

MUSIK & LITERATUR 77 NEU IM HANDEL Rezensiert und vorgestellt

TECHNIK 14 FOG CHEMNITZ Markt- und Meinungsforschung

ER SIE ES

KARRIERE

DRUNTER & DRÜBER 06 WEITBLICK 360° über den Tellerrand

BERUF 90 GHOSTING Bewerber oder Arbeitgeber verschwunden!

THEMA 12 BOCK AUF TOUR? Auf zur Ziegenwanderung

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www.deinkompass.de

INHALT

www.facebook.com/deinkompass

www.instagram.com/kompass_so_muss_stadtmagazin


E D I T O R I A L LiebeINHALT Lesende, ONLINE OHNE ENDE DIGITALE MEDIEN UND KINDER

78

90

ABSOLUTE FUNKSTILLE VERLOREN IM BERUF

S TA D T L E B E N LOKAL TOTAL 28 INHALT Meine Stadt, mein Leben, mein KOMPASS

U N T E R H A LT U N G KOLUMNE 95 DOC SCHRÖTER 98 DAS KLEINGEDRUCKTE AUSSICHT 96 HOROSKOP Die Sterne im Winter

fragen Sie sich auch: War nicht gerade noch Sommer? Richtig, doch Zeit zum Verzagen bleibt kaum, denn der Winter naht bereits und mit ihm die wohl festlichste Zeit des Jahres. Prasselnde Kaminfeuer, üppige Speisen, geselliges Beisammensein. Ja, der dunkleren Jahreszeit fehlt es in unseren Breiten nicht an Gemütlichkeit. Doch nicht jeder Brauch ist besinnlich, wohlduftend und voller strahlender Kinderaugen. So manch düstere Gestalten besiedeln Europas winterliche Traditionen. Unser Jahresendtitel lädt zu einem kleinen Exkurs zum Thema Winterbräuche in Europa und dem ewigen Kampf von Licht und Schatten. Licht und Schatten sind auch immer zugegen, wenn wir uns mit unserer eigenen Persönlichkeit beschäftigen. Wie wäre es sonst möglich, dass wir für unsere Freunde immer einen guten Rat haben. Wir wissen, warum sie immer an den gleichen Typ Mann geraten, sie Probleme mit Kollegen oder keine Zeit für Erholung haben, zusammengefasst: Wir sind die besten Hobby-Psychologen und haben für alles eine Erklärung auf Lager. Doch bei uns selbst scheitern wir nur zu gerne. Eine Erklärung für dieses weitverbreitete Phänomen präsentiert Redakteurin Jessica Laqua in: »Blinde Flecken Warum wir eigene Schwächen nicht sehen«. Dass wir Menschen uns im Laufe des Lebens verändern, dürfte jedem bekannt sein und viele haben dieses Entwicklungsphänomen wahrscheinlich auch schon an sich selbst beobachten dürfen. Was man früher als Kind mochte, sagt einem als Erwachsener überhaupt nicht mehr zu. Wir bleiben vielseitig und so manches ist auch für einen selbst nicht vorhersehbar. Die Siebenjahresperioden besagen, dass wir im Durchschnitt alle sieben Jahre ein nahezu neuer Mensch werden– Veränderungen inklusive. Ob das stimmt? Lesen Sie mehr in: »Siebenjahresperioden - So verändern wir uns über die Lebensspanne hinweg« Wir jedenfalls danken für Ihre Aufmerksamkeit und verabschieden uns für dieses Jahr. Genießen Sie die Feiertage, kommen Sie gut ins neue Jahr und vor allem: Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!

S TA N D A R D S 92 GEWINNZONE 97 IMPRESSUM

Ihre Redaktion.

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INHALT

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KRANK AUF ARBEIT - JEDER ZWEITE TUT ES Die Nase trieft, der Hals schmerzt. Sich kränklich auf Arbeit zu schleppen macht in der Regel keinen Sinn und einen selbst nicht unbedingt zum Mitarbeiter des Monats. Dennoch zeigt eine langfristig erhobene Studie, dass jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland genau das tut. ARBEITSWELT Für die Studie1 »How's work? Was Beschäftigte in Deutschland bewegt und belastet«, die das Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) zusammen mit der Techniker Krankenkasse (TK) durchführte, wurden zwischen 2018 und 2021 mehr als 11.000 Beschäftigte aus 43 Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen befragt. Die Auswertung zeigt, dass weibliche Beschäftigte eher zu Präsentismus neigen als ihre männlichen Kollegen. So geben 56 Prozent der befragten Frauen an, manchmal, häufig oder sehr häufig krank zu arbeiten, bei den Männern sind es immerhin 47 Prozent.

Auffällig weiterhin: Ob ein Beschäftigter krank arbeiten geht, hängt unter anderem auch mit der Arbeitslast im jeweiligen Job zusammen. Demzufolge gilt: Wer viele Überstunden macht oder generell zu wenig Zeit für berufliche Aufgaben hat, geht häufiger krank zur Arbeit. Ein Drittel der Befragten mache demnach oft oder immer Überstunden, knapp 40 Prozent haben oft oder immer zu wenig Zeit, um alle beruflichen Aufgaben zu erledigen. Weitere Schlüsselfaktoren für eine höhere Arbeitszufriedenheit unter den Beschäftigten sind eine gute, wertschätzende Führung sowie die Möglichkeit, Einfluss auf die Arbeit nehmen zu können. Äußere Faktoren wie beispielsweise die Gestaltung des Arbeitsplatzes spielen für die Befragten laut Studie ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier wünschen sich viele zudem auch mehr Angebote seitens des Arbeitgebers. Top-Belastungsfaktoren, also Faktoren durch die sich die Befragten stark oder sehr stark belastet fühlen, sind lange Bildschirmzeiten (56 Prozent) und die Arbeitshaltung (48 Prozent), gefolgt von der Raumtemperatur (19 Prozent) und Lärm (17 Prozent). Foto Brittany Colette | Diana Polekhina // unsplash.com

[1] https://www.tk.de/resource/blob/2116866/a41e1279d603f6fd7c98c5dcb0b999cd/studie-how-is-work-data.pdf

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ER SIE ES

DRUNTER & DRÜBER »


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Yves Macak: R-Zieher

Sa. 8. Januar 2022 Carlowitz Congress Center Chemnitz

Tobias Beck

Sa. 12. Februar 2022 Carlowitz Congress Center Chemnitz

»CRINGE« JUGENDWORT DES JAHRES Ist ihnen etwas peinlich, unangenehm oder gar zum Fremdschämen, dann nutzen Jugendliche gern das Wort »cringe«. Der Begriff setzte sich im finalen Voting des Langenscheidt-Verlages, der seit 2008 jährlich das Jugendwort kürt, mit 42 Prozent aller Stimmen gegen die Mitbewerber deutlich durch.

Johann König So. 20. Februar 2022 Stadthalle Chemnitz

Herr Schröder

Fr. 25. Februar 2022 Carlowitz Congress Center Chemnitz

JUGENDSPRACHE »Cringe«, ausgesprochen: krinj, so lautet also das Jugendwort des Jahres 2021. Übersetzt man den Begriff wörtlich, bedeutet er zusammenzucken oder auch erschaudern. Die Jugend nutzt ihn, um etwas Peinliches oder Unangenehmes, etwas zum Fremdschämen zu umschreiben. Scheinbar war in diesem Jahr so einiges »cringy«, denn das Wort konnte sich auch nach mehreren Abstimmungsrunden mit 42 Prozent der Stimmen ganz vorn positionieren, wie der Verlag mitteilte. Sehr beliebt in der deutschen Jugendsprache sind auch die Begrifflichkeiten »sus«, die Abkürzung steht für »suspekt« und kommt immer dann zum Einsatz, wenn etwas »verdächtig« scheint. Ebenfalls gebräuchlich der auf Rang drei positionierte Ausdruck »sheesh«, er soll Erstaunen ausdrücken. Verwendet wird er beispielsweise am Ende eines Satzes, um dem Gesagten etwas mehr Drama zu verleihen.

Gewählt werden die Wörter mittels dreistufigem Onlinewahlverfahren. Im Vorfeld dürfen die Jugendlichen Begriffe vorschlagen und anschließend über ihre Favoriten abstimmen. Immerhin rund 1,2 Millionen Jugendliche beteiligten sich in diesem Jahr an der Wahl. Im vergangenen Jahr wurde übrigens »lost« zum Jugendwort des Jahres gekürt und meinte damit Ahnungslosigkeit und Unsicherheit. Der diesjährige Sieger »cringe« belegte im vergangenen Jahr bereits Platz zwei. Interessanter Fakt: Erst seit 2020 bestimmen die Jugendlichen selbst, welches Wort sie zum Jugendwort des Jahres küren wollen. Zuvor hatten tatsächlich Erwachsene über das Jugendwort entschieden. »Als ob!« Foto Tabitha Turner // unsplash.com

Torsten Sträter Mi. 16. März 2022 Stadthalle Zwickau

Rainald Grebe Do. 31. März 2022 Neue Welt Zwickau

Paul Panzer

Do. 31. März & Fr. 1. April 2022 Stadthalle Zwickau

Tickets und Infos 030-755 492 560 www.d2mberlin.de sowie bei allen guten VVK-Stellen

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KROKODILANGRIFF IN DOWN UNDER AUSTRALIER WEHRT SICH Nerven bewies ein 60-jähriger Angler im australischen Bundesstaat Queensland. Als er von einem Salzwasserkrokodil attackiert wird, wehrt er sich mit einem kleinen Gürtelmesser. TIERISCH Dumm gelaufen, könnte man sagen. Zumindest für das Salzwasserkrokodil, das seine vermeintlich leichte Beute ausgerechnet in dem Angler sah. Konnte ja keiner wissen, dass der 60-Jährige im wahren Leben einen auf Crocodile Dundee macht. Dabei hatte der Australier tatsächlich richtig Glück. Salzwasserkrokodile, auch Leistenkrokodile (lat. Crocodylus porosus) genannt, sind die größten ihrer Art, ein ausgewachsenes Exemplar erreicht zwischen 4 und 5 Metern Länge und ein Gewicht von bis zu 500 kg … ja, da lacht man nicht mehr. Das Reptil hatte den 60-Jährigen, der an einem abgelegenen Abschnitt des McIvor River fischte, plötzlich angegriffen und an den Füßen zu packen bekommen, wie der Sender 9 News berichtete. Dem Mann gelang es demnach, sich zunächst an einen Mangrovenzweig zu klammern. Gereicht hat es nicht, das Monster zerrte ihn Richtung Wasser.

Trotz der gefährlichen Situation gelang es dem Australier geistesgegenwärtig, ein kleines Messer aus seinem Gürtel zu ziehen und auf den Kopf des Angreifers einzustechen. Das ist es nicht wert, dachte sich vermutlich das Reptil und ließ von ihm ab. Der Mann schaffte es sogar noch selbst, in ein nahe gelegenes Krankenhaus zu fahren, von dort aus wurde er in eine Klinik nach Cairns ausgeflogen. Wie schwer der Krokodiljäger beim Angriff tatsächlich verletzt wurde, war zunächst nicht klar. Das örtliche Umweltministerium bestätigte aber, dass die Wunden mit den Angaben des Mannes übereinstimmten. Nun feiert die Presse den Mann unterdessen als »echten Crocodile Dundee«. Einen ordentlichen Schreck hatten am Ende aber sicher beide, Krokodil und Angler. In den Gewässern des tropischen Queensland im Nordosten von Down Under tummeln sich zahlreiche Krokodile.

Foto Amber Kipp // unsplash.com

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FOREVER AMY KLEIDER BRINGEN REKORDSUMME Die Familie der verstorbenen Ausnahmekünstlerin versteigerte zahlreiche Kleidungsstücke aus ihrem Nachlass. Der erzielte Gewinn kann sich durchaus sehen lassen. Besonders ein Stück hatte es den Bietenden angetan, es brachte eine Rekordsumme ein. AUKTION Das letzte Bühnenkleid von Amy Winehouse und weitere rund 100 Kleidungsstücke aus dem persönlichen Nachlass der Engländerin kamen kürzlich in Beverly Hills unter den Hammer. Unter anderem jenes kurz geschnittene, grünschwarz glänzende Outfit, welches sie bei ihrem letzten Konzert im Juni 2011 im serbischen Belgrad getragen hatte. Der Auftritt geriet zum Trauerspiel, die Britin konnte nur noch lallen, taumelte hilflos über die Bühne, das Konzert wurde nach rund einer Stunde unter den Buhrufen der Fans vorzeitig beendet. Nur wenige Wochen später starb die 27-Jährige an einer Alkoholvergiftung. Nun erzielte eben jenes Kleid eine exorbitante Summe. Im Vorfeld der Veranstaltung wurde das Outfit auf stattliche 15.000 Dollar geschätzt, unter den Hammer kam es schlussendlich für sage und schreibe 240.000 Dollar. Das Kleid war eines von elf Designs, welche die Souldiva gemeinsam mit ihrer Stylistin und Freundin Naomi Parry für die anstehende Europatournee entworfen hatte. Die Tour allerdings wurde nach dem wenig glamourösen Auftritt in Belgrad abgesagt. Neben dem Kleid zählte auch die herzförmige rote Moschino Handtasche, die Winehouse 2007 bei den BRIT Awards getragen hatte, zu den Auktionshighlights. Ein Bieter sicherte sich das kultige Accessoire für 200.000 Dollar. Insgesamt nahm die Familie der »Back to Black« – Sängerin rund vier Millionen Dollar ein. Das Geld kommt nach Angaben der Eltern von Amy Winehouse einer Stiftung zugute, die sie im Namen ihrer Tochter gegründet haben. Die Foundation unterstützt Jugendliche im Kampf gegen Suchtkrankheiten. Fotos vinicius amnx amano // unsplash.com | rama@wikimedia.org

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« DRUNTER & DRÜBER

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k c o B auf Tour? AUF ZUR ZIEGENWANDERUNG

Warum eine Wanderung mit Ziegen? Sind die nicht eigentlich ziemlich doof und stinken? Quatschfug, sagt Nora Krasse und sie muss es wissen, immerhin sind Ziegen ihre ständigen Begleiter.

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ER SIE ES T H E M A

Z I E G E N WA N D E R U N G


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Ziegen sind großartige Tiere, die wirklich unterschätzt werden. Sie sind mächtig schlau, kleine große Clowns und sind auch so ganz schön quirlig unterwegs ...« Genau diese wundervollen Eigenschaften sind es auch, die sich die sympathische Liebstädterin zunutze macht. Gemeinsam mit ihren meckernden Mitarbeitern hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen aus ihrem Alltag heraus zu holen, ganz unkonventionell nach dem Motto: Kopf aus Herz an.

Kirschblüte

Der Duft der

© GrooveZ/Shutterstock.com

Textile Kunst aus Japan

Streicheleinheiten erwünscht Neben einer ordentlichen Portion Streicheleinheiten stehen die Paarhufer natürlich auch auf Leckerlis. Den Beutel mit den Schmankerln gibt es zu jeder Wanderung dazu.

WANDERN MIT ZIEGEN

Ziegenflüsterin und Pferdenärrin Nora Krasse: gut gelaunt, empathisch, selbstbewusst und lebendig.

Durch dick und dünn li. Seite: Mit Leitziege Heidi verbindet Nora Krasse eine ganz besondere Freundschaft.

IM ZIEGENWAHNSINN Begonnen hat im Übrigen alles mit Heidrun. Eigentlich wünschte sich Nora zu Weihnachten ja ein Pferd, doch unterm Festtagsbaum lag dann zu ihrer Überraschung definitiv kein Pony, sondern ein Ziegenkitz. Irrtum ausgeschlossen. Glücklicherweise wussten Noras Eltern um die Tierliebe ihrer Tochter, weshalb sie sich, nachdem der erste Schock überwunden war, sogleich mit Heidrun, kurz Heidi anfreundete. Heute trägt die Leitziege des Rudels ganz standesgemäß einen gepflegten Damenbart, zählt stolze neun Lenze und ist zur treuen Begleiterin und liebsten Freundin Noras geworden. »Aus einer wurden ganz schnell zwei, aus zwei Ziegen fünf ... Und diese da möchte auch noch in ein neues Zuhause! Und ach, ... die ist aber auch süß! Nehmen wir die auch? Ich liebe Ziegen!«, schwärmt Ziegenmama Nora heute. Und ihren Mann, den liebt sie auch. Denn er unterstützt sie nicht nur, er hält auch ihrem Ziegenwahnsinn stand! Und dass sei nicht immer der einfachste Job, gibt die 26-Jährige lachend zu. »Dank meinem Mann und meinem Vater hat meine verrückte Ziegenbande ein hammermäßiges Spaß-Gehege errichtet bekommen. Ausbruchssicher! Außer Frau Nora lässt das Tor offen stehen. Dann sind ratzfatz die Gemüsebeete geplündert. Das sind Momente in meinem Leben wo es deftig nach Ziegenknackwurst in meiner Nase riecht. Nach kurzer Verschnaufpause kann ich dann aber doch wieder über diese Halunken lachen! Irgendwie sind 'se ja süß.«

Wer so viel Zeit mit den bezaubernden kleinen Meckerern verbringt, für den ist es dann auch nur ein »Bocksprung« zur Idee mit Ziegen und Menschen auf Wanderschaft zu gehen. »Und was soll ich sagen? Durch die Wanderungen habe ich großartige Menschen und deren Geschichten kennengelernt, die mich auf meinem Herzensweg geprägt haben. Nebenbei streifen wir durch das wundervolle Osterzgebirge und sind zwischen dem Seidewitz- und Müglitztal unterwegs, entdecken verträumte Orte und kunstvolle Kreationen von Mutter Erde.« Für Nora steht fest, dass die Urkraft des Waldes und die Seele der Natur dabei helfen können, die eigene Mitte wieder zu finden. Es sei die Leichtigkeit der Ziegen, welche die Menschen ermuntere sich zu öffnen und im Hier und Jetzt anzukommen. Für wen ist die Wanderung geeignet? Ganz klar für all jene Menschen, »die Natur und natürlich die Tiere lieben, die Erdung und Entschleunigung erfahren und gern das Leben durch einen anderen Blickwinkel betrachten möchten. Denn unsere Herde gibt dir zurück, was du bereit bist hineinzugeben.« Klein aber fein lautet die Devise, die maximale Teilnehmerzahl pro Wanderung liegt bei vier erwachsenen Menschen. Alle Wanderungen finden individuell statt, es gibt keine »zusammengewürfelten« Gruppen! Die Wanderung selbst dauert eine reichliche Stunde. Eine Stunde mit meditativem Hufgetrappel und viel Erdung, verspricht Nora. Wer geballte Erholung und Ziegenunsinn gern mit Kulinarik verbinden möchte, für den empfiehlt sich die Ziegenwanderung mit Picknick. Den Gaumenschmaus mit regionalen Köstlichkeiten genießt man selbstverständlich bei aromatischer Waldluft und in entspannter Atmosphäre. Ob nun mit oder ohne Gaumenfreude, die Wanderungen sind in jedem Fall ein Hochgenuss für die Seele und machen immer wieder Bock auf Tour.

Schlossallee 1 | 09577 Niederwiesa / OT Lichtenwalde Gästeservice: Tel. +49 (0) 37291 380-0 service@die-sehenswerten-drei.de

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27.2.2022

Text JoKri Fotos Nora Wehner | Fellkeks - Fotografie Info www.bock-auf-tour.de

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Eine Zahl sagt (manchmal) mehr als tausend Worte W I E M A R K T- U N D M E I N U N G S F O R S C H U N G I N CHEMNITZ ENTSCHEIDUNGEN VORBEREITEN

Zugegeben, eigentlich heißt das Sprichwort »Ein Bild sagt mehr als tausend Worte«, aber, dass das auch auf Zahlen zuzutreffen scheint und am Ende trotzdem um Bilder geht, zeigt der nachfolgende Beitrag.

A

ls der Verfasser dieses Beitrages anbot, für die nächste KOMPASS-Ausgabe einen Beitrag aus Chemnitz zum Thema Markt- und Meinungsforschung zu verfassen, war zu Anfang eine gewisse Skepsis zu vernehmen, ob das nicht ein Thema sei, das so staubtrocken daherkomme, dass man es den Leserinnen und Lesern eines bunten Stadtmagazins wohl eher nicht zumuten könne. Mal sehen, ob Sie, liebe Leserin und lieber Leser, wenn Sie den Beitrag bis zu Ende gelesen haben, immer noch dieser Meinung sind. Ganz kurz müssen wir allerdings noch ein wenig akademisch bleiben. Die Wissenschaft nämlich, auf der die Datenerhebung über soziale Tatsachen basiert und deren Ziel es ist, aus diesen Daten und Befragungsinterviews Zusammenhänge sozialer Relevanz abzuleiten und zu verbildlichen, heißt empirische Sozialwissenschaft. Sie hat ihre Ursprünge bereits im 19. Jahrhundert; in Chemnitz allerdings dürfte sie so lange noch nicht verortet sein. 12 21 bis 02 22

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TECHNIK T H E M A

An einem regengrauen Novembervormittag sitze ich in einem Büro auf der Chemnitzer Theaterstraße; der Regen, der nun bereits seit einem geschlagenen Tag nicht nachlässt, hat mich schon auf dem kurzen Weg über die Straße eingeweicht und dann noch dieses Thema »Empirische Sozialforschung«; mir schwant nichts Gutes für den zu schreibenden Beitrag. Und dann kommt der Auftritt von Ulrich Weiser, bepackt mit zwei Kisten, über deren Inhalt ich noch aufgeklärt werde, dazu eine Tasse Kaffee … Ob ich auch einen möchte? Ich nicke. Als der Kaffee vor mir auf dem Tisch steht, dampfend und duftend, bessert sich meine Laune sichtlich. Und Ulrich Weiser tut sein Übriges dazu, denn innerhalb weniger Minuten sind wir in einem angeregten Gespräch. Warum ich mich zum Interview bei ihm eingeladen habe, ist leicht erklärt. Er steht dem FOG-Institut in Chemnitz vor. Auf der Homepage ist zu lesen, dass das Institut unter Zuhilfenahme sozialwissenschaftlicher und wirtschaftswissenschaftlicher Methoden auf unterschiedlichen Märkten unterschiedlichste Fragestellungen beantwortet.

FOG INSTITUT


DER »HERR DER ZAHLEN« Das lasse ich mir dann von Ulrich Weiser doch etwas genauer erklären. Aber dazu später mehr, jetzt erst einmal noch zur Person. Ulrich Weiser ist Jahrgang 1980 und nach eigenen Aussagen »tief verwurzelter Chemnitzer«. Das, so sagt er, habe er sozusagen von seinen Eltern mit in die Wiege gelegt bekommen. Dann zählt er auf, Ulrich Weiser wo er schon überall in Chemnitz gewohnt hat: Institutsleiter beim FOGbeeindruckend. Aber eben immer in Chemnitz, Institut für Markt- und wo er auch an der Technischen Universität von Sozialforschung Foto FOG Institut 2000 bis 2005 Soziologie studiert und mit dem Berufsabschluss des Diplomsoziologen die Uni verlassen hat. Kurz stutze ich, was Ulrich Weiser zu bemerken scheint. »Ja, erstaunlich, stimmts? Ich habe tatsächlich mein Studium in der Regelstudienzeit absolviert« – aus heutiger Sicht wahrscheinlich eine Seltenheit. Und weil ihn die Arbeit in der Markt- und Meinungsforschung interessierte, gründete er mit zwei weiteren Kommilitonen bereits 2003 die Firma Chempirica – man sieht schon an der Schöpfung des Kunstwortes, dass es um Chemnitz und empirisch geht. Diese Firma bestand bis 2014 und seither gibt es das FOG-Institut, das den gleichen Unternehmenszweck hat. Spricht man ihn auf den (inoffiziellen) Titel »Herr über die Zahlen« an, dann lächelt er. Nun, als Herrscher über die Zahlen möchte er sich nicht bezeichnen, aber sein wichtigstes Handwerkszeug seien sie schon. Jetzt müssen aber Beispiele ran, dränge ich. Chemnitz in Zahlen li. Seite: Markt- und Meinungsforschung basiert auf einer eigenen Wissenschaft Foto Bru-nO // pixabay.com | Luke Chesser // unsplash.com

CHEMNITZ IN ZAHLEN – EIN PORTAL , DAS ES IN SICH HAT An dieser Stelle kommen die beiden Pappkartons ins Spiel, mit denen Ulrich Weiser in den Besprechungsraum kam. Einem entnimmt er eine Broschüre mit dem Titel »Chemnitz in Zahlen« und dem anderen ein Plakat des gleichen Inhalts. Gemeinsam blättern wir in der Broschüre. Abgebildet ist Chemnitz in seinen Stadtteilen, und zwar immer nach unterschiedlichsten Kriterien und Kennziffern. Schnell sind wir in einer angeregten Diskussion. Auf Seite fünf zum Beispiel geht es um die Zugehörigkeit der Stadtteile zu Chemnitz, grafisch farblich hinterlegt nach dem Jahr der Eingemeindung. Ich staune, denn zur historischen Kernstadt gehören nur die heutigen Stadtteile Zentrum, Sonnenberg, Lutherviertel, Kapellenberg und Kaßberg. Alle weiteren Stadtteile wurden ungefähr ab 1880 nach und nach in die Stadt eingemeindet. Die letzten Eingemeindungen – zum Beispiel von Grüna, Mittelbach und Wittgensdorf - erfolgten erst am Ende des vergangenen Jahrhunderts. So enthält jede der rund 50 Seiten interessante Informationen, die für Entscheidungsträger nützliche Hinweise für zu treffenden Entscheidungen beinhalten sollten.

Als ich mich von Ulrich Weiser nach einer knappen Stunde verabschiede, stelle ich fest, dass Chemnitz auch aus Sicht seiner Zahlen interessante Einblicke bietet; alles andere als trocken, denke ich und setze mich wieder dem schüttenden Regen auf der Straße aus. Text Stefan Tschök Grafiken FOG Institut Info www.fog-institut.de

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Der Winter naht und mit ihm die wohl festlichste Zeit des Jahres. Prasselnde Kaminfeuer, üppige Speisen, geselliges Beisammensein. Ja, der dunkleren Jahreszeit fehlt es in unseren Breiten nicht an Gemütlichkeit. Doch nicht jeder Brauch ist besinnlich, wohlduftend und voller strahlender Kinderaugen. So manch düstere Gestalten besiedeln Europas winterliche Traditionen.

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TITEL

WINTERLICHE TRADITIONEN »

Foto standret // freepik.com

DER EWIGE KAMPF V O N L I C H T & S C H AT T E N


BUCHTIPP Das kleine Buch der Weihnachtsbräuche

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enn die Tage kürzer, die Nächte aber länger und kälter werden, häufen sich nicht nur die Festtage. Das Gefühl, wieder näher zusammenzurücken in dieser naturgemäß unwirtlichen Zeit lässt die Menschen schon immer den verschiedensten Bräuchen und Traditionen folgen. Darunter sind natürlich bekannte, wie das Fest des Hl. Nikolaus am 6. Dezember, aber auch unbekanntere, manchmal durchaus merkwürdig anmutende Bräuche. Grund genug, einen Blick über den Tellerrand unseres »Neinerlaa« zu wagen, um ein paar Winter - und natürlich auch Weihnachtsbräuche näher zu beleuchten. Auch wenn es einige nicht wirklich wahrhaben wollen – von wegen viel zu zeitig – aber die Weihnachtszeit beginnt tatsächlich in jedem Jahr am 11. November, nämlich mit dem Fest des heiligen Sankt Martin und endet - Anfang Februar - mit Mariä Lichtmess. Während das Verspeisen einer knusprigen Martinsgans vielen geläufig ist und regelmäßig mundet, ist die Geschichte dahinter deutlich weniger bekannt. Ja, schon klar, man beschränkt sich aufs Wesentliche. Grund genug, sie noch einmal aufleben zu lassen. Der Legende nach war Martin ein römischer Soldat, der wohl um das Jahr 316 nach Christus geboren wurde. Er ritt an einem kalten Wintertag an einem frierenden und hungernden Bettler vorbei, der ihm sehr leidtat. Also stieg Martin ab, teilte seinen Mantel mit dem Schwert in zwei Hälften und gab eine davon dem Frierenden. In der darauffolgenden Nacht erschien Martin der Bettler im Traum und gab sich als Jesus Christus zu erkennen. So weit so gut. Und was hat es nun mit der Gans auf sich? Das Erlebte war derart einschneidend für den freigiebigen Martin, dass er sich taufen und im christlichen Glauben unterrichten ließ. Einige Jahre später baten ihn die Einwohner der Stadt Tours, im heutigen Frankreich gelegen, ihr Bischof zu werden. Der bescheidene Mann allerdings hielt sich der Legende zufolge nicht für würdig und versteckte sich in einem Gänsestall. Die schnatternden Vögel verrieten den Plan und so wurde er doch zum Bischof geweiht. Rund 30 Jahre lang hat Martin im Anschluss als Bischof von Tours gewirkt. Am 11. November 397 wurde er zu Grabe getragen und später heiliggesprochen. Heute gilt St. Martin als Schutzpatron von Winzern, Webern und Schneidern, außerdem kümmert er sich um Bettler, Soldaten - und Haustiere.

Verlag: Jan Thorbecke ISBN 978-3-7995-0276-4 Preis: 9,90 EUR

Inhalt Adventskranz, Weihnachtsgebäck und Sternsingen – viele schöne Bräuche beschert uns die Weihnachtszeit alle Jahre wieder. Manche von ihnen sind uralt, andere jünger, als man denkt. Dieses Büchlein beschäftigt sich auf liebevolle und informative Weise mit den schönsten Weihnachtsbräuchen. Begleitet werden die kurzweiligen Texte von stimmungsvollen Bildern.

Der heilige Martin Gemälde von Fritz Boehle (1873-1916) Foto gemeinfrei

Sankt -Martins-Zug Gemälde von Heinrich Hermann, 1905. Viele der Bräuche an St. Martin lassen sich auch auf das Datum selbst zurückführen. So steht der 11. November im Mittelalter für das Ende des Erntejahres und wurde mit einem Feuer auf einem abgeernteten Feld gefeiert. Kinder konnten daran selbst gebastelte Fackeln entzünden oder eben Laternen. Aus Buntpapier waren sie damals freilich nicht, sondern beispielsweise aus ausgehöhlten Rüben. Foto gemeinfrei

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BARBARAZWEIG Die Mythen um christliche Heilige sind oft genug wahrlich keine geeigneten Gutenachtgeschichten, so auch die Legende um die Heilige Barbara. Die junge Frau soll, immer wenn ihr Vater Dioskuros die Stadt verließ, in einen Turm eingesperrt worden sein. Grund: die väterliche Angst um die Jungfräulichkeit der Tochter. Wie immer in derartigen Geschichten hindert der väterliche »Käfig« Barbara nicht daran, fleißig zu lernen und sich für den christlichen Glauben zu interessieren, den sie schlussendlich auch annimmt - problematisch insofern, das Ganze passiert während der Christenverfolgung um 300 n. Chr. Der Papa ist – wir ahnen es - nicht sonderlich amüsiert und weil ihm drakonische Strafen scheinbar Spaß machen, lässt er das Töchterlein in den Kerker werfen. Doch auf dem Weg dorthin bleibt ein Kirschzweig in Barbaras Gewand hängen. Im Verlies entdeckt die Maid den Zweig an ihrem Kleid und tränkt ihn mit dem wenigen Wasser, welches ihr zur Verfügung steht. Am Tag ihrer Hinrichtung (!) - sie wurde der Überlieferung nach vom eigenen Vater geköpft - erblühte der Zweig, obwohl es tiefster Winter war. Die junge Frau deutete die Blütenpracht als Zeichen auf das für sie kommende Himmelsreich. Vor ihrem Tod erschien ihr Jesus und verheisst ihr, dass kein Christ, der sie künftig anruft, ohne die heiligen Sakramente werde sterben müssen. So wurde Barbara zur Schutzherrin der Sterbenden. Über die Jahrhunderte kamen dann noch ein paar zu Schützende hinzu, u. a. die Bergleute, Maurer, Zimmerer, Artilleristen und Glockengießer. Die heilige Barbara in einer bewaldeten Landschaft Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. um 1510 Foto gemeinfrei

Von der Geschichte selbst blieb eigentlich nur der erblühende Kirschzweig übrig. Daraus entwickelte sich der Brauch, am 4. Dezember, dem »offiziellen« Barbaratag Kirschzweige möglichst vor Sonnenaufgang vom Baum zu schneiden. Diese stellt man in der warmen Stube in eine Vase, auf dass sie am Weihnachtstag erblühen, was Glück und Segen bringen soll. Lange Zeit galten die Barbarazweige auch als Orakel. So konnte man von der Anzahl der erblühten Knospen auf die kommende Ernte oder die Anzahl der Kälber schließen. Und auch in Liebesdingen half die jungfräuliche Schutzherrin. So ritzten Verliebte den Namen des/der Angebeteten in die Rinde und stellten den Zweig ins Wasser. Erblühte dieser bis Weihnachten, so wurde die Liebe erwidert – ganz einfach. Für all jene, die sich fragen, was aus dem »fürsorglichen« Vater Barbaras wurde: Gott strafte ihn, er wurde vom Blitz erschlagen.

Die Bauernregel besagt:

»Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.« Wer den Brauch gerne einmal ausprobieren möchte, dem sind hier noch ein paar Tipps an die Hand gegeben:

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Geeignet sind neben Kirschen auch Pflaumen und andere Obstsorten – außer Äpfel. Wichtig: Auf Triebe mit dicken, rundlichen Knospen achten. Den Zweig schräg anschneiden und in lauwarmes Wasser stellen. Gab es in diesem Jahr schon Frostnächte ist alles gut. Wenn nicht sollten die Zweige für ein paar Stunden in den Tiefkühler gelegt werden, um die Frostnacht zu simulieren, denn die braucht es um nach der Erwärmung auszutreiben. Wenn jetzt noch das Wasser regelmäßig gewechselt wird, steht einer Blütenpracht an Weihnachten eigentlich nichts mehr im Weg.

Weitere Infos unter: www.erzbistum-koeln.de/presse_und_medien/magazin/Die-heilige-Barbara-und-der-bluehende-Zweig

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TITEL

WINTERLICHE TRADITIONEN »


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DER TIROLER KRAMPUS

DIE Kart-Arena Deutschlands

Nicht immer fällt es uns leicht, Gut und Böse zu trennen. So ist es auch beim Heiligen Nikolaus. Denn während der barmherzige ältere Mann mit weißen Bart und in Begleitung kindlicher Engel erscheint und traditionell den braven Kindern Süßigkeiten und kleine Geschenke überbringt, wandert in seinem Schatten zugleich ein grausiger Gesell, der teuflische Krampus. Jetzt mag sich der eine oder andere an den viel beschworenen und selten gesichteten Knecht Ruprecht erinnern. Der Krampus allerdings ist im Tiroler Raum sehr real und echt schaurig. Von Haus aus kein Einzelgänger, ziehen ganze Krampusscharen am Abend vor Nikolaus durch die Gemeinden und verbreiten Angst und Schrecken. Der Name lässt sich herleiten vom altdeutschen Wort »Krampen«, was wohl so viel wie »Kralle« bedeutet und natürlich auf seine Gestalt anspielt. Wie auch immer, der Krampus präsentiert sich in zotteligem Fell mit langer Zunge, Hörner und einer furchteinflößenden Teufelsfratze. In Tirol tragen die Krampusse zudem große Eisenglocken und Ketten am Körper; nicht zu vergessen die Rute ist immer in der Hand. Man mag sich das Getöse vorstellen, wenn der Krampuszug durch die Gemeinde zieht. Was in früheren Zeiten sicher für »über den Kopf gezogenen Bettdecken« sorgte, wird heute begleitet von Glühwein, köstlichen Tiroler Kiachln und Volksfeststimmung. Der schaurig schöne Einzug der Krampusse ist ein vorweihnachtlicher Höhepunkt, dem sich kein Zuschauer entziehen kann. Auch wenn sich die Kleinsten schon mal ängstlich hinter den Eltern verstecken und mit den Tränen kämpfen. Die prachtvollen Kostüme und kunstvollen Masken werden oft von Generation zu Generation weitergereicht. Ganz ungefährlich ist das Brauchtum freilich nicht, wie überall, wo man jugendlichen Übermut mit Nussschnaps und gestalterischer Freiheit kombiniert. Und so herrscht in der Nacht meist Hochbetrieb in den örtlichen Notaufnahmen. Verbreitet ist der Krampusbrauch übrigens auch im südlichen Bayern, der Oberpfalz und in Österreich allgemein. In Ungarn, Slowenien, Tschechien, Norditalien und Südtirol ist die teufelsähnliche Figur zumindest bekannt.

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Ein Krampus kommt selten allein Foto Mike_68// pixabay.com

SONDERÖFFNUNGSZEITEN 27. bis 30. Dezember 2021 täglich von 10 bis 19 Uhr

12. bis 27. Februar 2022 täglich von 10 bis 19 Uhr

Bitte beachten Sie bei Ihrer Buchung die aktuell geltenden Corona-Regelungen. Alle Infos finden Sie unter www.arena-e.de Weitere Infos: www.tirol.at/reisefuehrer/kultur-leben/brauchtum/krampuslaeufe

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Telefon: 037604 7560-0 Fax: 037604 7560-50

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ES WERDE LICHT

EIN LIED GEHT UM DIE WELT

Gerade noch wähnen wir uns in Begleitung dunkler Schattenwesen, da wird es hell am nördlichen Horizont. Der Tag der Heiligen Lucia steht am 13. Dezember ins Haus. Besonders in den skandinavischen Ländern spielt der Luciatag eine besondere Rolle. Lucia lebte um 286 im sizilianischen Syrakus, ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort »Lux« ab, was »Licht« bedeutet. Der Feiertag erinnert an die Märtyrerin Lucia von Syrakus, die der Legende nach Christen Essen brachte, die sich in römischen Katakomben versteckten. Um den Weg zu beleuchten, aber die Hände frei zu haben, setzte sich die mutige Wohltäterin einen Kranz aus Kerzen auf den Kopf.

Mit großen Schritten nähern wir uns dem Höhepunkt der Festtagssaison. Doch bevor wir mit kleinen und größeren Besonderheiten rund um die Weihnacht auftrumpfen, gilt es die Herkunft des wohl berühmtesten aller Weihnachtslieder ein für alle Mal zu klären. »Stille Nacht, heilige Nacht« gilt als Inbegriff des Weihnachtsbrauchtums im deutschen Sprachraum. Das Lied wurde bis heute in 320 Sprachen und Dialekte übersetzt und natürlich auch gesungen. Aber tatsächlich erstmals aufgeführt wurde das musikalische Kleinod am 24. Dezember 1818 in der römisch-katholischen Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg. Der Text stammt aus der Feder Joseph Mohr und die Melodie steuerte Franz Xaver Gruber bei. Von den ursprünglich sechs Strophen werden heute im Allgemeinen nur mehr drei gesungen. Im Jahr 2011 wurde »Stille Nacht, heilige Nacht« von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Republik Österreich anerkannt. Die Kirche St. Nikola steht heute nicht mehr, eine kleine Kapelle erinnert an den Ort der Uraufführung.

Zu Ehren Lucias begehen die Schweden den »Luciatåg« singend. Eine Prozession mit Sängern in weißen Roben, angeführt von einer Lucia. Alle tragen Kerzen und bringen Licht, wohin sie auch kommen: in Kirchen und Kindergärten, Schulen, Pflegeheime und Büros im ganzen Land. Noch heute wartet das Publikum traditionell in der Dunkelheit auf den Umzug. Nähern sich Lucia und ihr Gefolge, ertönen schon von Weitem glockenheller Gesang, gefolgt von flimmerndem Kerzenschein. Obwohl das Luciafest kirchlichen Ursprung ist, hat es in Schweden nur noch wenig mit selbiger zu tun. Was allerdings auf gar keinen Fall fehlen darf, sind die traditionellen süßen Gaben: konkret knusprige Pfefferkuchen und das berühmte Safrangebäck namens Lussekatter. Es erinnert der Form nach an ein S und genießt einen ähnlichen Kultstatus wie die Zimtschnecke. Allerdings werden Lussekatter nur einen Monat im Jahr gebacken. Und nicht wenige Schweden empfänden es als Blasphemie, das Safrangebäck vor dem Luciatag oder nach Weihnachten zu essen.

Stille-Nacht-Gedächtniskapelle in Oberndorf Die Kapelle wurde auf dem Schuttkegel der abgerissenen Kirche zwischen 1924 und 1936 erbaut. Sie ist dem Gedächtnis des Weihnachtsliedes »Stille Nacht, heilige Nacht« und seines Textdichters Joseph Mohr sowie seines Komponisten Franz Xaver Gruber gewidmet. Foto TVB Oberndorf

Stille Nacht, heilige Nacht Handschriftliches Original Foto Salzburger Land Tourismus

Mag uns auch dies eine Lied einen, so sind die einzelnen Bräuche rund um die Weihnachtstage vielfältig, bunt und von Region zu Region unterschiedlich. Eine umfassende Übersicht würde nicht nur jedweden Rahmen sprengen … Dennoch, ein kleiner Blick zu den lieben Nachbarn im europäischen Umland sei gestattet. Und was macht da mehr Sinn, als sich die kleinen Besonderheiten von denen erzählen zu lassen, die sie leben …

Weitere Infos: www.visitsweden.de/aktivitaten/kultur-geschichte-und-kunst/schwedische-traditionen/schwedische-weihnachten-julbord-lucia-und-andere-traditionen/lucia/

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WINTERLICHE TRADITIONEN »

Foto Ian Keefe // unsplash.com

Foto Fredrik Magnusson // wikimedia.org

Im Übrigen fiel nach dem julianischen Kalender der 13. Dezember auf den kürzesten Tag des Jahres (heute Wintersonnenwende 21./22. Dezember). Jedenfalls weiß der schwedische Volksglaube, dass diese Nacht eine besonders gefährliche ist, da böse Geister ihr Unwesen trieben. Um sich wach zu halten gab es etwas Leckeres zu essen. Kein Wunder also, dass das Luciafest noch heute mit besonderen Speisen verbunden ist. Bereits um 1764 trat Lucia zum ersten Mal in einem schwedischen Landhaus auf, als etabliert sieht man den Brauch aber erst im 20. Jahrhundert an.


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ANDERE LÄNDER, ... »In meinem Heimatland Mazedonien findet Weihnachten nach dem orthodoxen Kalender statt, das heißt, wir feiern es am 7. Januar. Eine besondere Tradition an Heiligabend ist das Teilen eines Laibs Brot, in das eine Münze eingebacken wurde. Man teilt es unwissend, wo das Geldstück versteckt ist, unter den Familienmitgliedern auf. Dieses Brot habe ich mithilfe von meiner Großmutter für die Familie gebacken. Es wird gesagt, dass, wer die Münze findet, darf auf ein glückliches Jahr hoffen. Mein Mann war derjenige, der sie letztes Weihnachten gefunden hat. Simona Stojkovska, BSV Zwickau e.V. Die 29-Jährige spielt seit 2019 für den BSV, ihre Heimat ist Mazedonien. Foto Marko Unger

Die Feierlichkeiten allerdings beginnen schon einen Tag früher. Am 5. Januar wird ein Nachbarschaftsfest abgehalten. Das Fest wird Kolede genannt. Zu diesem Fest wird spezielles Zuckerwerk gebacken und zusammen mit kleinen selbst gebastelten Geschenken an die sich gegenseitig besuchenden Nachbarn verschenkt. Im Freien kommen die Anwohner der Nachbarschaft, Freunde, Familie zusammen und entfachen an einem zentralen Platz gestapelte Holzstämme zu einem Feuer, dem Badnikov Ogan. Es wird Musik gemacht, getanzt und traditionell wird heisser Rakija getrunken. Wie in der ganzen Welt, Weihnachten ist der Tag für das Zusammenkommen der Familie und Freunde.«

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»Wir essen am Weihnachtsabend Karpfen und natürlich gibt es auch Geschenke. Anschließend gießen wir Blei und sehen, welche Muster/Formen dabei herauskommen und was es uns für das kommende Jahr verheißt. Traditionell stecken wir auch kleine Kerzen in eine Nussschale und stellen sie auf das Wasser.«

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Adam Simonek, RB Zwickau e.V. Der junge Rollstuhlbasketballer kommt aus Budweis in Tschechien und unterstützt den RB als Forward. Foto Bert Harzer

Bei unseren tschechischen Nachbarn spielen die Kinder und manchmal eben auch die Erwachsenen an Weihnachten ein kleines Spiel. Dafür stellen sie eine große Schüssel mit Wasser auf und lassen in ihr kleine Walnuss-Schiffchen mit kleinen Kerzen schwimmen. Durch Pusten bewegen sich die Schiffchen in der Schüssel hin und her. Der Überlieferung nach wird, wessen Schiffchen am längsten mit brennender Kerze schwimmt, das höchste Lebensalter erreichen.

»Bei Winterbräuchen denke ich sofort an Weihnachten und wenn ich an Weihnachten denke, dann kommen die Erinnerungen an meine Kindheit. Ein Fest mit der ganzen (riesigen) Familie und was durfte da auf keinen Fall fehlen? ›Bejgli‹, das ist eine Heferolle, die mit Nüssen oder Mohn gefüllt wird, natürlich selbst gemacht von der Oma. Ich probiere das erst gar nicht nachzumachen, weil so wie bei der Oma schmeckt es sowieso nicht. (lacht) Den Brauch eines speziellen Baumschmuckes, den führe ich allerdings auch fort, wenn ich den Weihnachtsbaum in Deutschland schmücke. ›Szaloncukor‹, das sind kleine Pralinen in buntem Stanniolpapier, waren mein absoluter Lieblingsbaumschmuck. Schmeckt gut und war perfekt, um die anderen Familienmitglieder zu ärgern, weil wir Kinder einen Spaß damit hatten, das leere Stanniolpapier wieder unbemerkt auf den Christbaum zurück zu hängen. Heute nasche ich sie noch immer gerne, allerdings wandert das leere Papier dann auch meistens gleich in den Mülleimer.« Petra Nagy, BSV Zwickau e.V. Die 28-jährige Rückraumspielerin stammt aus Ungarn und ist seit 2017 im Verein. Foto Marko Unger

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Teemu Partanen, RB Zwickau e.V. Der finnische Nationalspieler und Playmaker stammt aus Helsinki.

Dabei gibt es im Hause Partanen eine Tradition: Teemus Mama verkocht die Reste des großen Weihnachtsschinkens in einer köstlichen Erbsensuppe. Das Rezept hat sie KOMPASS zur Verfügung gestellt.

FINNISCHE ERBSENSUPPE (ca. 6 Portionen) Zutaten: • 500 g getrocknete grüne Erbsen, nat. gehen auch TK-Erbsen, dann entfällt das Einweichen • 400 g Weihnachtsschinken, es geht aber auch gepökelte Schweinshaxe oder Kassler • 1 große Zwiebel • 2 TL getrockneter Majoran • Salz • weißer Pfeffer • Senf • Schmand Die Erbsen zunächst gut abspülen und in 3 L Wasser für acht bis zehn Stunden oder über Nacht eingeweicht. Erbsen abgießen und in 2 L frischem Wasser aufkochen. Die geschälte und fein gehackte Zwiebel zusammen mit dem Majoran und dem Schinken in den Topf zu den Erbsen geben. Nun braucht es etwas Geduld, auf kleiner Hitze muss die Suppe für drei bis vier Stunden köcheln. Regelmäßiges Umrühren gehört dazu und manchmal muss man auch etwas Wasser nachgießen, wenn die Suppe zu dick wird. Die Erbsen sollen nach der Garzeit schön zerfallen sein und die Suppe sämig. Dann nimmt man den Schinken heraus und rupft man in kleine Stückchen. Nun kann serviert werden, der Schinken kommt wieder zur Suppe. Dazu reicht man Schmand und Senf.

BUCHTIPP Geheimnisvolle Rauhnächte Rituale, Rezepte, Räucheranleitungen für 2020–2022 Caroline Deiß Verlag: MVG Verlage ISBN 978-3-7995-0276-4 Preis: 9,99 EUR

Inhalt Die Rauhnächte, die zaubervollen zwölf Schicksalstage zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, gelten seit alters als magische Schwellenzeit, in der gefeiert, Rückschau gehalten und orakelt wird. Die Räucherexpertin Caroline Deiß gibt einen faszinierenden Einblick in die mythologischen Hintergründe und liefert leckere Rezepte sowie Anleitungen zu Ritualen und Räucherungen. Neben sieben weiteren, oft unbeachteten Rauhnächten geht sie speziell auf die Jahre 2020, 2021 und 2022 ein und zeigt, welche Rolle die Planeten, die Symboltiere und unsere Träume in dieser Zeit spielen. 12 21 bis 02 22

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RAUHNÄCHTE: MYSTIK ZWISCHEN DEN JAHREN Das Gefühl kennt wahrscheinlich jeder: Weihnachten ist vorbei, das neue Jahr hat noch nicht wirklich begonnen. Es ist eine Zeit der Schwebe, die Arbeit ruht größtenteils, man nimmt sich Zeit für die Familie. Früher sprach man von den sogenannten Rauhnächten. Selbstverständlich ranken sich zahlreiche Mythen um diese besondere Zeit rund um den Jahreswechsel. Zwölf Nächte, zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag, in denen die Grenzen zwischen den Zeiten verwischen. Dunkle Nächte, in denen die Menschen zusammenkamen, sich Geschichten erzählten. Man einen Blick in die Zukunft werfen konnte, aber sich auch vor den wandelnden Seelen so mancher Verstorbener in acht nehmen musste. Der genaue Ursprung der Rauhnächte ist nur schwer zu ermitteln, vermutet wird, dass diese bereits auf die Zeit des germanischen Mondkalenders zurückgehen. Der Mondkalender unterteilte das Jahr in zwölf Mondmonaten mit insgesamt 354 Tagen. Zum heutigen Sonnenkalender fehlen entsprechend elf Tage oder eben zwölf Nächte. Klar so weit? Noch heute gibt es Bräuche, die mancherorts fortgeführt werden. So wäscht man dort bis heute in dieser Zeit keine Wäsche, weil man sie nicht aufhängen darf. Warum? Damit sich die Geister nicht darin verfangen. Denn wenn sich das Tor zum Jenseits nach der letzten Rauhnacht wieder schließt, muss die ausgesperrte Seele für ein Jahr auf Erden wandeln, was sie sehr zornig macht. Stichwort: Poltergeister, Ernte zerstören etc. Jetzt werden einige vielleicht denken: Wie gut, dass es heute Wäschetrockner gibt. In jedem Fall gibt es eine Vielzahl ganz wunderbarer Legenden, Rituale und kleiner Gebräuche rund um diese zwölf mystischen Nächte. So gehört beispielsweise das Räuchern mit Kräutern um Geister und alles Schlechte – ja vielleicht auch Gedanken – zu vertreiben, immer mit dazu. Es ist eine Übergangszeremonie nicht nur in ein neues Jahr, es ist ein Neuanfang, der gerade in Zeiten wie diesen vielleicht dazu dienen könnte, einmal innezuhalten, sich rück zu besinnen und so wieder ein Stück weit mehr bei sich selbst und unserer Natur anzukommen.

Foto Edz Norton // unsplash.com

»Für mich ist es das Wichtigste an Weihnachten, Zeit mit der Familie zu verbringen. Einfach die Zeit genießen, gutes Essen und die Gesichter der jüngeren Familienmitglieder sehen, wenn sie ihre Weihnachtsgeschenke erhalten. Traditionelle Weihnachtsessen sind ein großer Schinken, verschiedene Arten von Aufläufen zum Beispiel Leber-, Karotten- und Kartoffelauflauf.«

Wer sich näher mit den Wintertraditionen auseinandersetzt, erkennt schnell, ein umfassender Überblick ist nahezu ausgeschlossen. Von der Imster Fasnacht im Tiroler Oberland über die Vogelhochzeit im Spreewald bis hin zu den verschiedenen Traditionen um Maria Lichtmess, sie alle sind einzigartig und bewahrenswert. Und vielleicht birgt ja der bereits zweite Winter mit reduzierten Kontakten die Gelegenheit, den alten Bräuchen und Traditionen ein wenig nachzuspüren, bevor die Osterfeuer den Frühling endgültig willkommen heißen.

Text JoKri

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Blinde Flecken WARUM WIR EIGENE SCHWÄCHEN NICHT SEHEN

Für unsere Freunde haben wir häufig einen guten Rat, wir wissen, warum sie immer an den gleichen Typ Mann geraten, sie Probleme mit Kollegen oder keine Zeit für Erholung haben, zusammengefasst: Wir sind die besten Hobby-Psychologen und haben für alles eine Erklärung auf Lager. Doch bei uns selbst scheitern wir nur zu gerne. Blinde Flecken sind die Erklärung dafür. 12 21 bis 02 22

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enn Sabines Freundin Emma sich mal wieder ausheult, weil keines ihrer Dates sie häufiger als dreimal treffen will, so hat sie eine Erklärung parat: Emma wird schnell anhänglich, sie stellt bereits beim ersten Treffen die Fragen nach den Zukunftsvorstellungen des Mannes und sie kann es nicht lassen, sich danach stündlich bei dem Date zu melden. Dass so etwas schnell nerven kann, ist klar. Sabine weiß, wie sehr sich Emma eine Beziehung wünscht und wie engagiert sie ist, wenn sie erst einmal in einer festen Partnerschaft steckt – so engagiert, dass die Männer Panik bekommen, weil sie es kaum noch schaffen, Luft zum Atmen zu holen … und ehe man sich versieht, sind sie auch schon über alle Berge. Obwohl Sabine Emma Tipps gibt, was sie anders machen soll, damit sie eine glückliche Partnerschaft führen kann, klappt es einfach nicht – denn Emma kann sich nicht von ihrem Verhalten trennen. Auch hierfür hat Sabine die passende Erklärung: Emmas Vater hat die Familie früh verlassen, seitdem ist Funkstille. Und aufgrund dieser großen Verlustangst, wird Emma haftend und fixiert sich auf ihre Traummänner. Doch was ist mit Sabine? Sie ist zwar die beste Ratgeberin in Sachen Beziehung und Dating, ihre Freunde fragen sie ständig um Rat, doch ihre eigenen Probleme bekommt sie selbst nicht so richtig auf die Reihe. Eines ihrer Muster ist, dass sie, egal wo sie arbeitet und mit wem, immer wieder aneckt und häufiger in Konflikte mit Kollegen verstrickt ist. Dabei ist Sabine eigentlich sehr verträglich und kann sich auch gut an neue Situationen anpassen … und dennoch, für manche Dinge hat die HobbyPsychologin einfach keine Erklärung.

Das Unbekannte in uns

Foto rex way // unsplash.com

li. Seite: Blinde Flecken sind uns nicht bewusst. Dennoch erfüllen sie eine Funktion, denn sie schützen uns vor ungeliebten und dysfunktionalen Persönlichkeitsanteilen und Verhaltensweisen. Foto Mark Broadhead // unsplash.com

Kopfzerbrechen Sich mit den blinden Flecken zu befassen, kommt einem Puzzle oder Labyrinth gleich: Zu verstehen, Lösungen zu finden oder Zusammenhänge zu sehen gelingt nicht auf den ersten Blick. Foto Morgan House // unsplash.com

BLIND FÜR DIE EIGENEN SCHWÄCHEN Oft können wir schnell benennen, was unsere Stärken sind, was wir gut können. Psychologische Studien konnten im Bereich der Selbsteinschätzung sogar zeigen, dass Menschen sich im Bereich der Stärken gerne mal überschätzen. Aber wie sieht es mit den eigenen Schwächen aus – insbesondere im Bereich des interpersonellen Verhaltens? Genau hier haben wir Menschen blinde Flecken, wie Experten dieses Phänomen bezeichnen. Makel und Schwachstellen wollen wir nicht sehen und das hat auch einen guten Grund: Ungünstiges oder dysfunktionales Verhalten bzw. Eigenschaften können selbstwertschädigend sein und dazu führen, dass wir uns nicht so komfortabel in unserer Haut fühlen. Deswegen heißt die Devise: Lieber ausblenden und sich gut fühlen. Insofern können blinde Flecken auch schützend sein, da sie uns den Zugang zu ungünstigen Anteilen in unserer Persönlichkeit verwehren und wir dadurch in Balance bleiben. Auch fällt es uns schwer, Ursachen für unser Problemverhalten zu finden, wir verstehen die Muster nicht, können nur schwer Zusammenhänge zu unseren früheren Erfahrungen herstellen. Wenn man so will, sind blinde Flecken das Gegenteil von Geheimnissen. Diese sind einem selbst bekannt, den anderen bleiben sie jedoch verborgen. Bei den blinden Flecken verhält es sich genau umgekehrt: Diese sind einem selbst nicht bekannt, jedoch den Menschen, die uns gut kennen. Was nachteilig klingt, kann sich langfristig dennoch als Vorteil erweisen. Natürlich kann es schmerzhaft sein, sich mithilfe der anderen mit den eigenen blinden Flecken auseinanderzusetzen. Es können negative Gefühle wie Scham, Wut, Trauer und Angst in uns hochkommen, aber langfristig gesehen hilft ein Konfrontations- und Bearbeitungsprozess bei einer langfristigen Verhaltensveränderung. Weisen uns unsere Mitmenschen auf problematisches Verhalten oder unschöne Eigenschaften hin, sind wir im ersten Moment gekränkt. Nur selten gelingt es, dass wir solch persönliche Kritik verarbeiten und annehmen wollen. Dabei kann genau das dazu beitragen, dass wir umlernen und gewisse Dinge in Zukunft anders machen. 12 21 bis 02 22

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FEEDBACK EINHOLEN Wer bemerkt, dass er in seinem Leben immer und immer wieder die gleichen Situationen erlebt, sei es Kontaktabbrüche oder Konflikte mit Freunden, erfolglose Partnersuche, ein ständiges Stresserleben, dem sei geraten, sich mit der eigenen Person intensiver auseinanderzusetzen. Im ersten Schritt gilt es, Problemsituationen zu sammeln, was meint, sich dieser auch bewusst werden zu können. Wo zeige ich immer wieder ein typisches Verhalten? Welche Situationen erlebe ich in unterschiedlichen Kontexten immer wieder? Die besten Ratgeber, um das eigene Verhalten zu reflektieren, sind Freunde und Familie. Diese kann man bitten, ehrlich zu sagen, was sie sehen bzw. wie sie uns in den besagten Situationen einschätzen. Es ist wichtig, dieses Feedback nicht als persönliche Kritik zu sehen und gekränkt zu reagieren, sondern als eine Methode zu betrachten, um die eigenen blinden Flecken zu entlarven, daran zu wachsen und langfristig den eigen Selbstwert durch funktionaleres Verhalten stabilisieren und verbessern zu können. Bei wem dieses Thema zu schambesetzt ist, der kann auch versuchen, die blinden Flecken im Alleingang zu enttarnen: Welche Gefühle treten in den besagten Situationen auf? Woher kennt man dieses Gefühl – wann kam es früher (im Kindes- und Jugendalter) schon einmal hoch und wie geht man seitdem damit um?

Sich selbst verstehen Sich mit seinen ungeliebten inneren Anteilen zu beschäftigen, kann anfangs schmerzend sein und vielleicht sogar schockieren. Langfristig können wir aber nur davon profitieren. Foto Richard Jaimes // unsplash.com

Freunde als Berater Unsere blinden Flecken sind unseren Mitmenschen oft sehr gut bewusst. Gerade deswegen sollte man Freunde und Familie in den Reflektionsprozess mit einbeziehen. Foto Jorge Saavedra // unsplash.com

Ideal ist es, sich auf eine Metaebene zu stellen und das eigene Empfinden von dort aus zu betrachten und zu analysieren. Ganz wichtig: Leben Sie Akzeptanz, versuchen Sie Veränderung herbeizuführen und seien Sie liebevoll im Umgang mit sich selbst – denn schließlich ist keiner von uns perfekt.

Text Jessica Laqua

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20.00 Uhr Neue Welt, Zwickau

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INHALT THEMA 30 LEINWANDABENTEUER Im Gespräch mit Mike Riemenschneider 34 SÜSS IST DAS LEBEN Konditorei in Thalheim 38 KRÄFTE BÜNDELN Chemnitz im Kulturhauptstadtprozess VERANSTALTUNGEN 40 PROMOTION Aktuelles aus der Region 52 DIE HIGHLIGHTS DES MONATS

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20.00 Uhr Wasserschloss, Klaffenbach

Mörderische Geständnisse

KUNST UND KULTUR 56 »ANTON - DIE KÄRRNERSAGE« Ein Herzensprojekt 60 ELISABETH DECKER 90 Jahre Kunst in Zwickau 62 DAS KNARREN DER BRETTER 150 Jahre Theater Altenburg Gera 66 MUSIKER MIT HERZ Provinz ist, was man selbst draus macht

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Tipp des Monats Ausstellung im DHMD

»Künstliche Intelligenz« Die neue Sonderausstellung »Künstliche Intelligenz: Maschinen - Lernen - Menschheitsträume« gibt einen Überblick darüber, in welchen Bereichen Künstliche Intelligenz heute zum Einsatz kommt.

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Insgesamt fast vier Jahre dauerte der komplette Umbau des traditionsreichen Hauses am Zwickauer Poetenweg. Aus vormals sieben Kinosälen wurden elf und die bieten neben höchstem Komfort, hervorragende Bild- und Tonqualität auch verstellbare Ledersessel mit viel Beinfreiheit und mehr Raum für cineastische Vielfalt. Mit Kompass Stadtmagazin plaudert Theaterleiter Mike Riemenschneider über Ideen, Herausforderungen und das Kino als Ort der Begegnung.

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STADTLEBEN T H E M A

FILMPALAST ASTORIA »


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KOMPASS: Sie sind gebürtiger Zwickauer, waren aber viele Jahre im Raum Leipzig/Halle tätig, was hat Sie bewogen ihren Arbeitsmittelpunkt wieder nach Zwickau zu verlegen? Was schätzen Sie an Zwickau besonders?

Mike Riemenschneider: Ja, das ist richtig, ich bin ein Kind dieser Stadt. Und obwohl ich in den letzten Jahren die unterschiedlichsten Projekte für verschiedene Auftraggeber oder Arbeitgeber in den verschiedensten Regionen Deutschlands realisieren durfte, befand sich meine private »Homebase« schon seit geraumer Zeit im Zwickauer Umland. Wie so oft im Leben hat der Zufall mitgespielt, sodass ich nun auch mit meinem neuen Arbeitsmittelpunkt wieder zurück zu meinen Wurzeln gefunden habe. Wenn man die Gelegenheit bekommt, von außen auf die Stadt zu blicken, erkennt man auch viele Vorzüge, die man im Alltag meist nur bedingt wahrnimmt. Für mich: Die Kompaktheit einer modernen Innenstadt mit einem intakten historischen Stadtkern, kurzen Wegen, ausreichend grünen Oasen zur Erholung und eine gute Anbindung zur Autobahn – einzig eine schnellere Bahnanbindung wäre für mich noch ausbaufähig …

Wie unterscheidet sich aus Ihrer Sicht der Leipziger vom Zwickauer in seinem »Kulturkonsum«, gibt es da überhaupt einen Unterschied?

Ich bin mir nicht sicher, ob es »DEN Leipziger« oder »DEN Zwickauer« überhaupt in dieser Form gibt. Der Kulturkonsum richtet sich im Wesentlichen nach den persönlichen Vorlieben und natürlich auch nach den Angeboten. Da ist Zwickau für seine Größe sehr gut aufgestellt, sodass ein Vergleich mit einer 500.000 Einwohner Metropole wie Leipzig ein wenig hinkt. Zwickau hat so viel zu bieten und sollte dies mit Stolz nach außen tragen. Mit dem gerade aufwendig sanierten und wiedereröffneten Gewandhaus besitzt die Stadt ein Vier-SpartenHaus, um das uns andere Regionen beneiden. Neben unserem Kino natürlich ... Aber ernsthaft, die kulturellen Angebote insgesamt sind so vielfältig wie der individuelle Geschmack der Gäste. Was uns allerdings mit allen Regionen eint, sind die allgegenwärtigen Herausforderungen der Coronapandemie. Das hat direkten Einfluss auf alle im Kulturbereich Aktiven, denn langfristige Planungen, Ticketvorverkäufe und die Durchführung von Veranstaltungen selbst, werden für alle Beteiligten zum stetigen Vabanquespiel. Für Kulturinteressierte und potenzielle Gäste, sind die Möglichkeiten des »Kulturkonsum« daher sehr stark eingeschränkt.

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Mike Riemenschneider Seit September 2021 Theaterleiter im Filmpalast Astoria Zwickau.

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Wie zufrieden sind Sie mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebes – auch in Hinsicht einer umfassenden und teuren Sanierung? Gehen schon wieder genügend Menschen ins Kino?

Da halte ich mich an Oscar Wilde: »Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden«. Der Spielbetrieb konnte nach langer Pause im Juli dieses Jahres wieder aufgenommen werden und natürlich überwiegt die Freude, dass sich unsere Besucherinnen und Besucher im »schönsten Wohnzimmer Sachsens« wohlfühlen. Dabei sind es die Vielfalt sowie die positiven Reaktionen unserer Gäste, die nicht nur mich, sondern auch das zum Großteil langjährig erfahrene Team des »Astoria« begeistern, wofür ich sehr dankbar bin. Unser Ziel ist es, allen Kinobesuchern mit den Filmen oder den individuellen Formaten wie der beliebten »Ladies Preview«, dem Familienkino, den Liveübertragungen aus der MET in New York oder dem BOLSCHOI in Moskau unvergessliche Erlebnisse zu bereiten. Wenn es uns gelingt, Kino als kulturelle Begegnungsstätte stärker herauszuheben und Menschen nach 30 Jahren Kino-Abstinenz zu motivieren, erneut Blockbuster oder Arthouse-Filme im Kino anzuschauen, käme ich einer gewissen Zufriedenheit schon sehr nahe.

Kinobegeistert Ein kleiner Teil des engagierten Teams des ASTORIA.

Inwieweit verändern sich das Konsumverhalten der Zuschauer durch die quasi omnipräsenten Streamingdienste wie Netflix, Amazon prime oder auch Disney +?

Da bin ich grundsätzlich eher optimistisch. Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Die Sehnsucht nach gut erzählten Geschichten, bildgewaltigen Dokumentationen oder aufwendig produzierten Filmen wächst stetig. Davon profitieren alle Marktteilnehmer. Natürlich haben Couch-Surfing und »Binge-Watching« ihre Berechtigung. Unsere Chance sehe ich in der bereits beschriebenen Herausstellung des Erlebnisortes »Kino« als Garant für gute Filme, gute Unterhaltung und einem einzigartigen Gemeinschaftsgefühl bei individueller Rezeption der bewegten Bilder. Schließlich kann man mit STAR WARS, MARVEL & Co. auch ganze Nächte im Kino verbringen. Und auch wenn man bei uns in ausgewählten Kinosälen sein Mobiltelefon kabellos aufladen kann, liefern ein bequemes, bewegliches italienisches Sitzmöbel mit ausreichend Ablagefläche für Popcorn & Co. und ein abgedunkelter Kinosaal mit großer Leinwand eindeutige Argumente für einen unterbrechungsfreien Filmgenuss. Wie reagieren Sie auf diese Konkurrenz und welche Konzepte sollen die Zwickauer zukünftig in den Filmpalast locken?

Es gibt viele Ideen, die wir gern ausprobieren möchten. Neben den bereits erwähnten Vorzügen eines Kinobesuches planen wir, unsere neu sanierten Kinosäle auch stärker als Event-Location zu vermarkten. Mitarbeiterversammlungen und Kunden-Events haben wir dabei ebenso im Fokus wie individuelle private Vermietungen, um endlich das lang versprochene Hochzeitsvideo oder den letzten Urlaubsfilm präsentieren zu können. Die Reihe ließe sich mit Lesungen, Kabarettabenden, Talk-Runden oder Filmgesprächen mit Cast & Crew oder Premieren beliebig fortsetzen. Alle Ansätze vereint, dass wir unseren Gästen mit besonderen Ereignissen bleibende Erinnerungen ermöglichen wollen. Wie könnte das Kino der Zukunft aussehen?

Das ist insbesondere in den aktuellen Zeiten keine leicht zu beantwortende Frage. Wenn ich in meine Glaskugel schaue, dann sehe ich das Kino auch in Zukunft als Ort der Begegnung und der Unterhaltung. Wir haben das Glück, dass wir mit unseren insgesamt elf Kinosälen ein sehr breit 12 21 bis 02 22

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Individuell buchbar Kleinere sowie größere Kinos (hier Kino 2) lassen sich neben Filmen auch für Events anmieten.

gefächertes Filmangebot präsentieren können. Vielleicht wird sich das zukünftig noch individueller an den Wünschen der Zuschauer orientieren. Ein gutes Beispiel ist die Reihe »Best of Cinema«. Hier treffen wir auf Kinomeisterwerke wie z. B: »Die fabelhafte Welt der Amélie«, die als restaurierte Fassungen zurück auf die Leinwand finden. Welchen in den nächsten Wochen erscheinenden Kinofilm dürfen wir auf keinen Fall verpassen?

O.K., wie viel Zeit haben wir? Zum Ende des Jahres starten naturgemäß die meisten Kinofilme. Bei den internationalen Produktionen freue ich mich persönlich auf »Spider-Man 3 - No Way Home«, »West Side Story« oder »Matrix 4: Resurrections«. Mit »Wunderschön« läuft in unserer Ladies-Preview am 15. Dezember ein ebenso sehenswerter Streifen wie die mit Moritz Bleibtreu besetzte Verfilmung von »Caveman«, der am 23. Dezember die Leinwand erobert. Last but not least, etwas Weihnachtliches und etwas zum Mitsingen: »Ein Junge namens Weihnacht« oder »Sing 2 – Die Show Deines Lebens« sollten Sie keinesfalls verpassen.

Interview JoKri Fotos Filmpalast Astoria Zwickau Info www.zwickau.filmpalast.de

« FILMPALAST ASTORIA


region-zwickau.de

Voller Chancen für unsere Zukunft.

Eine Initiative der AG Zwickau

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Die Mitfinanzierung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie erfolgt auf der Grundlage des vom Deutschen Bundestag beschlossenen Haushaltes.


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C'EST LA VIE »


vie DAS LEBEN IST SÜSS

Thomas Hübler betreibt eine Konditorei in Thalheim. Er ist Handwerker und Kreativer, Patissier und Frankreichliebhaber, Erzgebirger und Skifahrer. Ein vielseitiger Mann, aber ohne Schnörkel, bodenständig und einfach geradeaus. Ganz anders seine Produkte. Es sind kunstvolle, süße Versuchungen mit einem Hauch französischem Esprit. So geschmackvoll und bunt wie das Leben.

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ür die französischen Momente im Leben kommt man an der Konditorei von Thomas Hübler nicht vorbei. Ich besuche ihn an einem Montag, dem einzigen Ruhetag der Woche. Wobei Ruhetag heißt: Das Ladengeschäft hat geschlossen, die zwei Verkäuferinnen haben frei, zu tun gibt es trotzdem. Eine kurze Begrüßung und schon stehe ich mit in der Backstube. Während der Schneebesen durch eine Edelstahlschüssel mit Pudding fegt, beginnt Thomas Hübler, mir seine Geschichte zu erzählen.

Sein Vater Johannes hat die Konditorei 1971 gegründet. Ende der 1980er Jahre geht der Junior hier in die Lehre. Nach dem Abschluss 1990, der Fall der Mauer liegt erst ein paar Monate zurück, zieht es ihn in die Alpen, nach Garmisch-Partenkirchen. Er arbeitet in Hotels und in einer Konditorei. Nach den Wanderjahren kommt er zurück, steigt ins Geschäft des Vaters ein und macht 1997 den Meisterabschluss in Chemnitz. Mit der Zeit, so sagt der 50-jährige Thomas Hübler, seien er und sein Vater ein eingespieltes Team geworden. Die ganze Familie, auch Hüblers Frau Lydia und der 7-jährige Sohn Arne, lebt und arbeitet zusammen in einem Haus. Ganz so geradlinig war der Weg allerdings nicht, es hätte auch anders kommen können.

Wunderschöne Kuchenkreationen li. Seite: Die Törtchen von Thomas Hübler sind der farbliche Hingucker auf jedem Buffet.

Thomas Hübler Mit viel Liebe zum Detail entstehen süße Kunstwerke.

DEN EIGENEN WEG GEHEN Während seiner Zeit in den Alpen lernt er über einen Arbeitskollegen die Telemark-Ski-Szene kennen. »Ich will da jetzt nicht besonders philosophisch werden, so im Sinne ›Ich fühle mich besonders frei‹. Es ist einfach eine andere, anspruchsvollere Art Ski zu fahren. Es ist aber auch keine Hexerei, jeder kann es lernen, ob Alpinskifahrer oder Snowboarder.« Hübler ist Feuer und Flamme, fährt sogar Skirennen. Doch aus einer Profikarriere wird leider nichts. Dem Telemarken bleibt er treu und bringt es mit ins Erzgebirge. Vor 17 Jahren etabliert er das jährliche Telemark Camp in Oberwiesenthal. Mittlerweile ist es mit über 100 deutschen und internationalen Teilnehmern das größte Event der Szene in Deutschland und bietet Kurse für Leistungsniveaus vom Anfänger bis zum Weltcup-Fahrer. »Kaffee, Kuchen, Telemark« wird deshalb zu seinem Claim. Da fragte ihn anfangs der eine oder andere Kunde: »Ist das auch etwas zum Essen?« Thomas Hübler kokettiert gern mit seinem Image als »Verrückter« im Ort. Verrückt meint eigentlich nur: anders. Als kleiner Betrieb müsse man seine Nische finden und besetzen, Unterschiede herausstellen und kultivieren. »Du musst deinen eigenen Weg gehen«, sagt Thomas Hübler. Er investiere viel in neue Ideen, in Qualität und Kundenservice, um langfristig zu ernten: »Ich wollte mich spezialisieren, nicht in der Masse versinken.« Die klassische Buttercremetorte sei nicht so sein Ding. Ihm hat es die französische Patisserie angetan, die er aus der Garmischer Zeit kennt. Auch das hat er mit ins Erzgebirge gebracht und sich inzwischen damit einen guten Namen gemacht. 12 21 bis 02 22

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DIE WELT EIN BISSCHEN MIT INS ERZGEBIRGE BRINGEN Patisserie ist die Feinbäckerei nach französischer Art. Und die verkauft er nicht nur in seinem Geschäft, sondern liefert sie zu besonderen Anlässen und Events an Kunden aus. Süße Desserts und »verrückte Brote«, die nicht nur genussvoll schmecken, sondern auch etwas fürs Auge bieten. Das Einzugsgebiet reicht bis Chemnitz und ins Obere Erzgebirge. Durch seine Skileidenschaft hat er viele Kontakte in Oberwiesenthal, beliefert dort Hotels. Die Anlieferungswege haben ihre Grenzen, so Hübler, er wolle die Produkte nicht zu lange beim Transport strapazieren. Wir gehen auf einen Kaffee nach nebenan, in einen Vorbereitungsraum. Seine Frau gesellt sich zu uns. Sie wolle sich im Gespräch eigentlich zurückhalten, meint sie. »Ich habe von Backstube und Laden gar keine Ahnung.« Sie lacht. »Wir arbeiten beide irgendwie im Handwerk, aber organisatorisch passt das eigentlich gar nicht zusammen.« Sie hat gerade eine lange Schicht im Klinikum hinter sich. Lydia Hübler ist Hebamme. Da prallen eigentlich zwei unvereinbare Welten und Dienstpläne aufeinander. Und doch gelingt es, alles zu organisieren, auch wenn die gemeinsame Zeit knapp bemessen ist. Als ich Lydia Hübler frage, welche Kreationen ihres Mannes sie am liebsten isst, überlegt sie zunächst, zögert mit der Antwort – und sagt: »Eine Knacker«. Wir lachen alle köstlich. Frau Hübler ist wohl eher der herzhafte Typ, wenn es um Leckereien geht. Also Wurst, mit dieser Antwort hatte ich nicht gerechnet. Thomas Hübler ist natürlich ein »Süßer«, keine Frage. Geschmack ist eben eine Typfrage. Wie in der Familie, so sei das auch in der Gesellschaft, meinen die beiden: man liebe die Vielfalt und den Unterschied.

Künstlerische Handarbeit Feinbäckerei nach französischer Art: so geht Genuss in und aus Thalheim.

C´EST LA VIE – SO IST DAS LEBEN. Ob die Kunden kritischer gegenüber Inhaltstoffen geworden seien, frage ich in diesem Kontext. Verträglichkeit und Allergien würden eine große Rolle spielen. Auch der Zeitgeist beeinflusse das Geschäft. Thomas Hübler hat dafür eine pragmatische Herangehensweise: Er spricht mit seinen Kunden, sagt, was geht und was nicht geht. Rein vegane Süßspeisen hätten ihre handwerklichen Grenzen. Ausprobiert habe er das, aber es funktioniere nicht zu hundert Prozent. »Es hat mir nicht geschmeckt, deshalb kann ich es nicht produzieren, weil ich kein Gefühl dafür habe.« Das überlässt er lieber anderen Spezialisten. Er will vom Geschmack selbst überzeugt sein. Es steckt viel von Thomas Hüblers feinem Gespür in den Produkten. Die Menge der Produktbereiche und Zutaten muss bei aller Vielfalt in dem kleinen Betrieb aber in Grenzen gehalten werden. Grenzenlos dagegen ist seine Fantasie, immer neue Formen, Farbspiele und Geschmacksnoten zu kreieren. Und die speist sich aus seinen Reisen, etwa wenn er mit der Familie per Wohnmobil durch Frankreich tourt. Beide schwärmen von den wilden Küstenlandschaften der Bretagne und Normandie, den traumhaften Orten, der Weite des Atlantiks. »Ich versuche, die Welt ein bisschen mit ins Erzgebirge zu bringen.« In diesem Sommer habe er auf dem Rückweg von der Bretagne nach Hause extra in Paris haltgemacht, um sich ein paar spezielle Patisserien anzuschauen. Er ist auch privat ein Genießer, aber der professionelle Blick stellt sich automatisch ein, wenn er ein Geschäft betritt. »Ich hole mir neue Ideen, wie man etwas anrichten kann. Was ich interessant finde, kaufe ich mir und verkoste es.« Seine süßen französischen Versuchungen zwischen Baguette, Pain au chocolat und Tarte au citron werden auch im Ladengeschäft in Französisch ausgezeichnet. Zutaten kommen aus der Region, vom Großhandel oder direkt aus Frankreich, etwa das Mehl für seine Brote aus dem Elsaß oder die Fruchtpürees für die Desserts aus Paris. Die Konditorei Hübler ist eine fantasiereiche Mélange, eine ganz persönliche Mischung aus den vielen Facetten der Persönlichkeit von Thomas Hübler. Da sei auch noch eine Note Südtirol mit dabei, lacht seine Frau: »Er ist auch schon mal der Reinhold Messner von Thalheim wegen seines langen Haares und dem Bart.« Anders sein ist eben Programm: C´est la vie – so ist es halt im Leben. Wörtlich: Das ist das Leben.

Text Carsten Schulz-Nötzold Fotos Erik Wagler | Regionalmanagement Erzgebirge 12 21 bis 02 22

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Foto Maximilian Schefler // unsplash.com

E I N E K U LT U R R E G I O N U N T E R S T Ü T Z T C H E M N I T Z I M K U LT U R H A U P T S TA D T P R O Z E S S

Dass man, um etwas zu erreichen, Kräfte bündelt und gemeinsame Strategien entwickelt, ist eine Binsenweisheit, die so abgedroschen wirkt, dass man sich kaum getraut, auf dieser Basis eine Geschichte zu erzählen. Dass wir es trotzdem tun, soll als Beleg dafür gelten, dass man zielgerichtete Gemeinsamkeit immer neu erfinden kann; und mit immer neuen Inhalten. Die Inhalte dieser Geschichte sind die Bewerbung der Stadt Chemnitz um die Europäische Kulturhauptstadt 2025 und die Rolle der Städte und Gemeinden des Umlandes in diesem Prozess.

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rgendwann in 2016 kam in Chemnitz das Gerücht auf, dass sich die Stadt um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt für das Jahr 2025 bewerben wolle. Nun gibt es Gerüchte zuhauf, Skeptiker allenthalben, Kritiker sowieso immer und außerdem wird ja nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und Chemnitz als Kulturhauptstadt, da lachen ja die Hühner … Dass es sich um mehr als ein Gerücht handelte, wurde klar, als sich Gremien mit dem Thema befassten, die Zeitungen anfingen darüber zu schreiben, Initiativen sich für das Thema interessierten – die Sache schien ernst gemeint zu sein. Die sowieso Interessierten fingen an, sich mit dem Thema zu befassen.

Der Titel der Europäischen Kulturhauptstadt wird jährlich an zwei Europäische Städte vergeben. Im Jahr 2025 würden diese Städte aus Slowenien und Deutschland kommen. Die Städte in diesen Ländern waren aufgefordert, sich in einem zweistufigen Prozess um die Titelvergabe zu bewerben. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, sich genauer anzuschauen, was mit dem Begriff Kultur gemeint ist. Häufig wird er ausschließlich mit Kunst als Synonym verwendet, was der Begriffsbestimmung durchaus nicht entspricht. Denn der Kulturbegriff fasst die Art und Weise, wie wir als Gesellschaft zum Beispiel in einer Stadt oder Region leben, deutlich weiter, als über die Zahl der Museen und Opernpremieren nachzudenken.

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CHEMNITZ 2025

Für Chemnitz bedeutete die Bewerbung, sich mit solch renommierten Städten wie Dresden, Nürnberg, Magdeburg, Hannover oder Hildesheim messen zu müssen. Natürlich traten sofort wieder die Pessimisten auf den Plan: Na, dann wird das doch nie was! Aber es wurde: In der ersten Bewerbungsrunde, in der nur noch einige Kandidaten übrigblieben, wurde Chemnitz nicht ausgesiebt. Nun wurde der Kampf um den renommierten Titel und die damit im Zusammenhang stehende Chance schon greifbarer.


WAS HAT DAS MIT DER REGION UM CHEMNITZ ZU TUN? Schnell wurde den Verantwortlichen in Chemnitz klar, dass die Chancen auf den Titel sich vergrößern würden, wenn sie auf eine breitere Basis als nur die Stadt Chemnitz gestellt würden. Und auch aus den Städten und Gemeinden des Umlandes vernahm man Signale, dass man die Bewerbung von Chemnitz mit Interesse verfolge. Immerhin stellt es keinen unwesentlichen Unterschied dar, ob eine ganze Region mit rund einer halben Million Einwohnern von dem Prozess profitiert und ihn mitgestaltet oder die Stadt mit etwas weniger als 250.000 Einwohnern allein. Und das nutzbare kulturelle Potenzial vergrößert sich mit der Einbeziehung der Städte und Gemeinden rund um Chemnitz sofort auch. Warum also diese Chance nicht nutzen? Und mit dem Chemnitzer Modell, der umsteigefreien Schienenverbindung des Oberzentrums mit dem Umland, hatte man sogar so etwas wie eine materielle Basis, die – in einem ersten Schritt – eine Kulturregion, die über die Grenzen von Chemnitz hinausginge, begründen könnte. Gesagt, getan: Am 14. November 2018 besiegelten 24 Städte und Gemeinden entlang des Chemnitzer Modells die Unterstützung von Chemnitz bei der Bewerbung um den Titel. Als Assoziierte Kommunen sind außerdem Freiberg, Zschopau und Zwickau mit an Bord.

SZENENWECHSEL ZWEITES HALBJAHR 2021 An einem sonnigen Tag im Frühherbst sitze ich bei Bernd Birkigt in Oelsnitz im Erzgebirge in seinem Dienstzimmer im Rathaus am Tisch. Bernd Birkigt, 55 Jahre alt, ist Bürgermeister von Oelsnitz. Vor meinem Besuch im Rathaus hatte ich Gelegenheit, zu Fuß eine kleine Runde durch den Ortskern zu machen: aufgeräumt, ordentlich, einladend waren die Eigenschaftswörter, die mir sofort einfielen. Es vergeht keine Minute, und ich bin mit Bernd Birkigt in einem angeregten Gedankenaustausch.

Bernd Birkigt Bürgermeister von Oelsnitz / Erzgebirge Foto Stefan Tschök

Warum ich gerade nach Oelsnitz gefahren bin, um mich in der Kulturregion umzuschauen und herauszufinden, wie man gemeinsam mit der Stadt Chemnitz das Kulturhauptstadtjahr und die Zeit bis dahin und natürlich auch nach 2025 gestalten will, ist ziemlich einfach. Bernd Birkigt sitzt mir nämlich nicht nur als Bürgermeister gegenüber, sondern auch als Mitglied des Aufsichtsrates der neu gegründeten Kulturhauptstadt GmbH sowie als Vorsitzender des Fördervereins »FreundInnen der europäischen Kulturregion Chemnitz 2025 e.V.«

DIE REGION EINBEZIEHEN Schnell kommen wir auf den 28. Oktober 2020 zu sprechen, den Tag, an dem klar war, dass Chemnitz auch die zweite Bewerbungsrunde mit Bravour gemeistert haben würde. »Aber«, so Bernd Birkigt, »wie das immer so ist in solchen Prozessen: Man hat ein ganz wichtiges Ziel erreicht, aber die Strukturen, um kontinuierlich die Arbeit fortsetzen zu können, konnten bis zu dem Zielpunkt noch gar nicht aufgebaut werden. Zum Beispiel sind eben diejenigen, die für die Bewerbung zuständig waren, nicht dieselben, die sich um das Programm für 2025 kümmern müssen. Und uns als Orte in der Region war daran gelegen, den Prozess über diese Zeit der Etablierung der Organisationsstrukturen zu verstetigen. Also gründeten wir den Förderverein, der fortan Kontinuität in der Region sichern helfen soll und auch ein Stück weit dafür sorgen kann, dass die Region mit einer Stimme spricht.« Dabei, so der Bürgermeister, gebe es ja mit dem »Purple Path« bereits einen ersten guten Ansatz, den man weiterentwickeln wolle. Zwar hatte ich den Begriff »Purple Path« schon mal gehört, wusste jedoch auch, dass da noch eine Wissenslücke klafft. Aber auch die wird im Gespräch schnell geschlossen.

DER »PURPLE PATH« ALS MARKE Der »Purple Path« ist ein Kulturerlebnispfad, der die Orte der Kulturregion miteinander verbindet. Und das Schöne daran ist die Tatsache, dass er sich bis 2025 weiterentwickeln soll und auch danach noch erhalten bleiben und weiterentwickelt werden wird. Bernd Birkigt und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter möchten gern, dass er so etwas wie eine Marke der Kulturregion wird, und zwar eine nachhaltige Marke. Auf meine Frage, wie man denn gerade auf die Farbe Lila gekommen sei, setzt der Bürgermeister ein verschmitztes Lächeln auf. Nein, ausnahmsweise habe das mal mit Fußball nichts zu tun. Dann erklärt er: »Sie kennen doch unsere Wanderwegmarkierungen, die es schon lange gibt. Da sind gelbe, grüne, blaue, rote Balken, Kreuze und Kreise verewigt. Aber die Farbe Lila kam da bisher noch nicht vor. Das haben wir ausgenutzt.«

o: Fahnen des »Purple Path« in Aue Foto Bernd Birkigt

u: Kulturreise am »Purple Path« Foto Stadt Oelsnitz

EIN FÖRDERVEREIN, DER ALLEN OFFEN STEHT Dann kommen wir noch ausführlich auf den Förderverein zu sprechen, dem Bernd Birkigt vorsteht. »Der Verein«, so Bernd Birkigt, »steht allen offen. Er ist also gar nicht an die kommunalen Strukturen gebunden. Der Zweck des Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur in der Region. Und das ganz speziell in Bezug auf die Initiativen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025. Ich bin nämlich davon überzeugt«, so der Bürgermeister weiter, »dass es uns gemeinsam gelingen kann, dass sowohl Chemnitz als auch die Kulturregion von diesem großartigen Titel profitieren können. Und dafür lohnt es sich doch, Anstrengungen zu unternehmen, oder?« Dass ich Bernd Birkigt in diesem und allen anderen Punkten absolut nicht widersprechen kann, merke ich nach unserem mehr als einstündigen Gespräch, das wir mühelos noch über zwei weitere Stunden hätten fortsetzen können. Als ich das Rathaus wieder verlasse, habe ich das Gefühl, den Rathausplatz etwas anders wahrzunehmen, mehr als Teil einer Kulturregion, als das vorher der Fall war. Vielleicht spüren Ähnliches ja auch diejenigen, die diesen Beitrag lesen. Schön wäre es.

Text Stefan Tschök

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WEIHNACHTS- UND SPIELZEUGMUSEUM AUF BURG SCHARFENSTEIN

Das Weihnachts- und Spielzeugmuseum auf Burg Scharfenstein zeigt mit über 1000 Exponaten einen einzigartigen Schatz an Volkskunstobjekten aus dem Erzgebirge und dokumentiert wie kaum ein anderes Museum die erzgebirgische Tradition der »Männelmacher«. Erzgebirgische Volkskunst wie Nussknacker, Räuchermännchen, Engel, Weihnachtspyramiden und Spielzeug sind Zeugnis des Überlebenskampfes der Bergleute. Als Ende des 18. Jahrhunderts die Quellen für Silbererze versiegten, wurde die handwerkliche Herstellung von Holzfiguren zur neuen und überlebenssicheren Einkommensquelle. Die Ausstellung »Volkskunst mit Augenzwinkern« lädt zudem zum Berühren, Kurbeln und Ausprobieren ein. Typisch erzgebirgische Figuren und Episoden erscheinen in neuem Licht, weil sie lustig und beweglich sind und musikalisch inszeniert werden. Über Karl Stülpner, den 1762 geborenen »Robin Hood des Erzgebirges«, erfahren Sie hingegen im Burgmuseum allerlei spannende Geschichten. Die Burg Scharfenstein lädt Dienstag bis Sonntag von November bis März, 10 bis 17 Uhr (an Feiertagen auch montags geöffnet) ein.

Foto Carsten Beier

Foto Sylvio Dittrich

Foto ASL | Info www.die-sehenswerten-drei.de

BÜRGERLICHE KLEINE WELT - PUPPEN UND PUPPENSTUBEN 1820 BIS 1920 Foto Michael Mieke | Info www.wasserschloss-klaffenbach.de

Tauchen Sie ein in die Lebenswelt der Menschen von 1820 bis 1920. Puppen und Puppenstuben, liebevoll zusammengetragen von der Berliner Sammlerin Anne Kamratowski, lassen den Zeitgeist vom Biedermeier bis in die Zwanziger Jahre hinein erspüren. In einem Zeitraum von 50 Jahren stellte die Sammlerin mit viel Liebe zum Detail und historischer Fachkenntnis charakteristische repräsentative Ensembles zusammen. Ihr umfangreiches Wissen und handwerkliches Geschick erlaubten es ihr, die Stücke fachgerecht zu restaurieren. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich sowohl um Unikate als auch um Beispiele der Serienfertigung der damals weltführenden deutschen Spielzeugindustrie. Die Bekleidung der Puppen eröffnet einen Blick auf die Mode der damaligen Zeit; die eingerichteten Stuben, Küchen und Läden sind Miniaturausgaben der originalen Einrichtungen und Ausstattungen, wie sie so heute kaum noch zu finden sind. Die Detailgenauigkeit der Exponate erlaubt zuverlässige Rückschlüsse auf die damalige Lebensweise der Menschen und macht »die alte Zeit« zum Greifen nah. Die Ausstellung ist bis 6. Februar 2022, von Dienstag bis Sonntag von 11-17 Uhr (außer am 24. Dezember 2021) im Wasserschloß Klaffenbach geöffnet. .

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B Ü R G E R L I C H E iW E LT 2021 2022

Gestaltung Nicolaus Ott © Foto: Michael Mieke

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n klein PUPPEN UND PUPPENSTUBEN 1820 – 1920 AUS DER SAMMLUNG ANNE KAMRATOWSKI AUSSTELLUNG IM WASSERSCHLOSS KLAFFENBACH

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WEIHNACHTEN IM DREILÄNDERECK Fotos Veranstalter | Info www.schloss-voigtsberg.de

Seit jeher gilt Weihnachten als das Fest der Freude, des Friedens und der Nächstenliebe. Was liegt näher, als eine grenzüberschreitende Begegnung benachbarter Regionen über ihre weihnachtlichen Traditionen zu versuchen? Über Jahrhunderte waren die Regionen der Franken, Sachsen und Böhmen in der Mitte Europas miteinander verbunden. Gerade im Erzgebirge und rund ums Ascher Ländchen lebten Deutsche und Tschechen unter böhmischer Krone friedlich beieinander. Handel und Siedlungsbewegungen sorgten für einen regen Kulturaustausch in gegenseitigem Respekt. Die Sonderausstellung in den Museen Schloß Voigtsberg vom 27. November bis 20. Februar 2022 eröffnet einen Blick auf die weihnachtlichen Bräuche der Nachbarn sowie auf – teilweise fast vergessene - Traditionen der eigenen Heimat und zeigt dabei Unterschiede, aber vor allem auch die Gemeinsamkeiten in den Regionen. Stimmungsvoll aufbereitet, mit einem kleinen Weihnachtsmarkt für Kinder, einer Bastelstube voller Heimlichkeit, sowie Einblicken in die Gute Stube aus Uromas Zeiten bietet die Schau Altbekanntes mit Nostalgiefaktor und unerwartete Entdeckungen. Dabei kann mit allen Sinnen genossen werden und tief in die weihnachtliche Stimmung eingetaucht werden.

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DAS PERFEKTE WEIHNACHTSGESCHENK UNTER DEM BAUM? DAS PUPPENTHEATER ZWICKAU HAT WAS FÜR SIE! Grafik Puppentheater Zwickau | Info www.puppentheater-zwickau.de

»360° Virtual Pupperty« - Das Puppentheater Zwickau in VR bei Ihnen im Wohnzimmer: Um Daheim im Warmen und Trockenem bleiben zu können, hier ein besonderes Angebot zur kalten Jahreszeit: Wir bieten eine besondere Inszenierung in »360° Virtual Reality« produziert. Mit einer VR-Brille, die Sie bei Buchung ab Ende dieses Jahres nach Hause geliefert bekommen, können Sie sich buchstäblich in die poetische Welt von Goethes Ballade »Der Erlkönig« mit ganzem Körper katapultieren lassen. Sie stehen mitten im Geschehen und erleben den Ritt durch die Nacht hautnah. Probieren Sie es einmal aus – ein VR-Erlebnis mit Theater-Feeling. »Magische Samstage« im Jahr 2022 - Es ist eine Inspiration, KünstlerInnen und Kulturschaffenden zu begegnen und Ihnen das Wort zu erteilen. Einblick in ihre Welt zu bekommen, zuzuhören, Figurentheater auch anders zu erleben und sich darüber auszutauschen. Diese Möglichkeit bieten Ihnen unsere »Magische Samstage«, die auch 2022 wieder mit lokalen und internationalen Kompagnien gespickt sind oder wo wir Ihnen selbst ein Stück zeigen, das an diesem Abend im Monat nur für Erwachsene ist. Wählen Sie aus. Träumen Sie zusammen mit dem Puppentheater Zwickau, plaudern und genießen Sie Kunst mit ein paar Snacks und gutem Wein. Mehr Informationen oder Buchungen gerne über: info@puppentheater-zwickau.de oder auf der oben genannten Website, sowie auf den Social Media Kanälen Facebook, Instagram und Youtube.

JUNGE TALENTE GESUCHT Foto Mondstaubtheater | Info www.mondstaubtheater.de

Für unsere Kurse im Schauspiel und im Tanz für Jugendliche suchen wir neue, begeisterte und motivierte TeilnehmerInnen. Mit Theater machen verbinden wir Lebensfreude, Energie und unendliche Möglichkeiten, sich auszudrücken. Körperbewusstsein und Kommunikation werden dabei ebenso gefördert wie Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit (auch im Kopf). Bei uns darf und soll man über die Stränge schlagen, mal was rauslassen und sich selbst von einer anderen Seite kennenlernen. Jugendtheater: mittwochs 17 bis 18.30 Uhr für Jugendliche ab 14 Jahren unter der Leitung von Annegret Thalwitzer. Der Jugendtanzkurs findet immer dienstags 17.45 bis 19.15 Uhr für Jugendliche ab 14 Jahren unter Leitung von Gabriele Bocek statt. Ihr seid jederzeit eingeladen bei uns reinzuschnuppern! Anmeldung für eine Schnupperstunde unter kontakt@mondstaubtheater.de oder 0375/60610655. 12 21 bis 02 22

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»A NEW DAY« DIE NEUE HOLIDAY ON ICE Fotos Veranstalter | Info www.kultour-z.de

»Holiday On Ice« ist zurück! In der neuen Show »A New Day« nehmen 40 der weltbesten Eiskunstläufer zusammen mit Artisten die Zuschauer mit auf eine fantastische Reise. In der Zwickauer Stadthalle ist die Show vom 16. Februar bis zum 21. Februar zu sehen. In »A New Day« erlebt das Publikum unseren Planeten und die Wunder des Lebens durch die Augen der Hauptdarstellerin Aurora, eines sensiblen Wesens aus einer anderen Dimension. Von der Schönheit und Einzigartigkeit aller Dinge, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen bis hin zur großen Welt der menschlichen Emotionen – eine Liebeserklärung an das Leben. »Wir wollen die Menschen einladen, zu träumen und sich wieder in unsere Welt und unsere Natur zu verlieben. ›A New Day‹ öffnet die Herzen und Augen für unser einmaliges Geschenk, als Mensch auf dieser bunten Welt leben zu dürfen«, so Kreativdirektor Francisco Negrin. Die szenische Inszenierung sorgt für einmaliges, multidimensionales LiveEntertainment auf und über der Eisfläche, wie es noch nie zuvor auf deutschen Eisbühnen zu sehen war. Durch die außergewöhnlichen Lichteffekte verschmelzen die Künstler mit den innovativen Bühnenbildern und den fantasievollen Kostümen zu einem einzigen lebendigen Gesamtkunstwerk. 01.02. ZWICKAU Stadthalle |04.02. PLAUEN PLAUNEN Festhalle |14.02. CHEMNITZ Stadthalle

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TORSTEN STRÄTER: »SCHNEE, DER AUF CERAN FÄLLT« Foto Guido Schröder | Info www.kultour-z.de

Guten Tag, Sträter hier. Mein drittes Programm. Titel: »Schnee, der auf Ceran fällt«. Worum gehts? Nun ja … QUATSCH. Kommen Sie, ernsthaft jetzt. Wollen Sie das wirklich schon vorher wissen? Doch wohl nicht. Das Leben folgt ohnehin schon strengen Regeln, immer will wer was, man kommt zu nichts, man gönnt sich kaum was - also ist es ja wohl das MINDESTE, wenigsten mal am 16. März in der Zwickauer Stadthalle lockerzulassen. Sie wissen doch, wie das bei mir läuft: Ich bringe ganz, ganz frische Geschichten mit, nichts, was Sie vorab schon aus dem TV kennen, und zwischendurch erzähle ich Ihnen, was sonst noch war. Eine Führung durch die ganze Welt der Idiotie, die Einsicht, dass nichts Menschlicher ist als das Missgeschick, seltsame Berichte vom Rand der schiefen Ebene, dann ergänze ich den Abend noch mit Schilderungen, die ich mir auf gar keinen Fall verkneifen kann, mache den Sack zum Ende hin mit einer sehr guten Geschichte zu, und wenn Sie dann noch können, hagelts Zugaben. Klingt erst mal ein bisschen krude. Wird aber verhältnismäßig überwältigend. Beste Grüße, Torsten Sträter

KASTELRUTHER SPATZEN

CHINESISCHER NATIONALCIRCUS

Foto Kotter Steger | Info www.kultour-z.de

»Die Liebe für die Ewigkeit« – ein Versprechen, das zwischen den Kastelruther Spatzen und ihren treuen Fans seit Jahrzehnten ungebrochen ist. Es gilt! Und jetzt ganz besonders! Erstmalig in der einzigartigen Erfolgsgeschichte der Kastelruther Spatzen musste über mehr als ein Jahr darauf verzichtet werden, die Ausnahmemusiker aus Südtirol live erleben zu dürfen. Doch endlich ist es so weit, Licht am Horizont: Das lange vermisste Wiedersehen wird am 2. Februar 2022 in der Stadthalle Zwickau wieder gemeinsam gefeiert werden. Nicht nur die sieben Vollblutmusiker aus den Dolomiten fiebern den Livekonzerten »Liebe für die Ewigkeit« und der wiedergewonnenen, befreienden Nähe entgegen. In diesen ganz besonderen Zeiten hat sich erneut bewiesen, wie einmalig und stark die Verbindung der Kastelruther Spatzen und ihrer Fans ist. Eine Treue, die die Herzen erfüllt. Eine Freundschaft, die sich bewährt hat. Eine gemeinsame und unvergängliche Liebe zur Musik und zur Lebenslust. Und dafür möchten die Kastelruther Spatzen bei ihren anstehenden Konzerten »Danke« sagen.

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Getragen vom Wunsch, das Publikum zu unterhalten und zu berühren, suchte man im Umfeld des weltberühmten Chinesischen Nationalcircus neue Wege auf alten Pfaden. So lag es nahe, die Visionen zu einer neuen, Völker verbindenden Akrobatikshow der besonderen Art, mit dem unerreichten musikalischen Werk David Bowies zu unterlegen und somit ein neues Gesamterlebnis zu kreieren. Das Ergebnis: »China Girl – Liebe ist stärker als Blut«. Analog zum Titel präsentiert sich bei dem innovativen Showkonzept Acrobatical die hohe Kunst der chinesischen Akrobatik auf dem Soundteppich der live performten Highlights aus dem musikalischen Gesamtwerk der legendären Popikone David Bowie. Die Liebesgeschichte zwischen Dou Dou und Roberto, die am 10. April 2022 auch in der Stadthalle Zwickau erzählt wird, spielt sich dabei vor dem Hintergrund einer stetigen Auseinandersetzung rivalisierender ethnischer Gruppierungen ab: der westlich geprägten Bewohner aus »little Italy« und der chinesischen Einwanderer.

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Foto Raoul Schoregge | Info www.kultour-z.de

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IT’S CHRISTMAS TIME: DIE WEIHNACHTSGALA Fotos Veranstalter | Info www.v-ph.de

It’s Christmas Time – Mit diesem Programmtitel lädt die Vogtland Philharmonie unter Leitung von GMD Stefan Fraas für den 5., 17. und 20. Dezember in die Wisentahalle Schleiz, ins Neuberinhaus Reichenbach und das Stadttheater Glauchau zu einer festlichen Gala rund um die besinnliche Zeit ein. Dabei kann sich die Riege der musikalischen Mitstreiter bestens sehen lassen: Mit Fernsehstar Stefanie Hertel, dem ehemaligen Adoro-Tenor Nico Müller und dem fast schon zum Ensemble der Philharmonie gehörenden Frauentrio Voc A Bella hat Fraas wieder erfolgreich in die Kiste der Publikumslieblinge gegriffen. Damit führt er die Weihnachtsprogramme der bekannten Künstler in einem Konzert zusammen und kleidet sie im sinfonischen Gewand des Orchesters neu ein. Doch auch das Programm selbst wird nichts Althergebrachtes werden, wie Fraas verlauten ließ, sondern bewegt sich zwischen besinnlich und lustig, hält ebenso Klassiker wie Eigenkompositionen parat und stellt Weihnachtslieder aus der ganzen Welt vor. »Lassen sie sich doch mal überraschen.« schmunzelt Fraas auf Nachfrage und gibt mit dem »Rachermannl in Brazil« nur eine ungefähre Ahnung von einigen »tollen Neufassungen«.

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Mi, 08.12.21, 16.00 & 19.30 Uhr, Reichenbach, Neuberinhaus 03765-12188 Fr, 10.12.21, 16.00 & 19.30 Uhr, Greiz, Vogtlandhalle 03661-62880 Konzerteinführung jeweils 45 Minuten vor Beginn im großen Saal

SILVESTER- UND NEUJAHRSKONZERTE

Wer sich überraschen lassen will, sollte auf Grund des reduzierten Platzangebotes schnellstens seine Karten sichern. Diese gibt es für Schleiz unter www.wisentahalle.de, für Reichenbach bei Eventim, das Stadttheater Glauchau nutzt den Ticketanbieter Reservix. Weitere Termine und Infos gibt es unter www.v-ph.de.

5. SINFONIEKONZERT

Mi, 26.01.22, 16.00 & 19.30 Uhr, Reichenbach, Neuberinhaus 03765-12188 Fr, 18.01.22, 16.00 & 19.30 Uhr, Greiz, Vogtlandhalle 03661-62880 Konzerteinführung jeweils 45 Minuten vor Beginn im großen Saal

ABBA Tribute in SYMPHONY

Die größten ABBA-Hits mit Revivalband und Sinfonieorchester

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zuhause daheim: wertvoll • einzigartig • grenzenlos Neue Kalender-Edition der Volksbank Chemnitz eG zeigt eindrucksvolle Bilder unserer Region In welchem Winkel neigt sich der Schiefe Turm von Pisa? Wie hoch sind die Niagarafälle? Und wie viele Jahre wird eigentlich schon an der Sagrada Família gebaut? Ist man als Tourist in der Welt unterwegs, erhält man schnell die Antworten auf Fragen wie diese und weiß damit oft besser über die Urlaubsziele und deren Sehenswürdigkeiten Bescheid als über den Ort, an dem wir den Großteil unserer Zeit verbringen: unser Zuhause. Genau aus diesem Grund richtet die Volksbank Chemnitz eG mit ihrer Kalender-Edition 2022 den Blick auf das, was nah ist, auf längst Vergessenes oder bisher kaum Bemerktes: besondere Orte und Naturschauplätze in der Region Chemnitz-ZwickauErzgebirge.

Die eigene Region entdecken und erleben Die eindrucksvollen Motive der Kalender-Edition bringen die besonderen und bemerkenswerten Orte und Sehenswürdigkeiten näher und inspirieren so die Betrachter*innen, die Vielfalt der eigenen Heimat (neu) zu entdecken. Begleittexte auf der Rückseite aller Kalenderblätter schaffen nicht nur den Kontext für die auf der Vorderseite dargestellten Bildmotive, sondern lassen die Geschichten und Besonderheiten rund um die Schauplätze und Ausflugsziele mit wissenswerten Hintergrundinformationen erlebbar werden. Dazu zählen unter anderem die Wolkensteiner Schweiz, die ihre Besucher*innen mit faszinierenden Felsformationen überrascht, der Moorlehrpfad Kühnhaide, der die Bedeutung von Mooren und deren dringend notwendigen Schutz eindrucksvoll vermittelt, die romantisch-versteckte Muldenwarte in Zwickau oder der Rochlitzer Porphyrbruch.

„Die Rückbesinnung auf die unzähligen und vielfältigen Möglichkeiten, die unsere Heimat bietet, liegt nicht nur beim Einkauf von regionalen Lebensmitteln und Produkten voll im Trend. Gerade die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass es besonders bei Reisen und Ausflugszielen auch anders geht: Der Blick über den Tellerrand muss gar nicht weit schweifen, sondern darf vielmehr von den Wundern unserer direkten Umgebung eingefangen werden“, blickt Gunnar Bertram, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Chemnitz eG, begeistert auf die für den Kalender ausgewählten Orte.

Mit Kreativität die Begeisterung neu entfachen Eingefangen und als Bildmotive für die Kalender-Edition 2022 aufbereitet, wurden die besonderen Schauplätze auf den 12 Kalenderblättern durch das Team von oregion – ein junges Unternehmen, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Begeisterung für die Schönheit der Region mit einzigartigen Bildern und Beiträgen in den sozialen Medien zu entfachen. Mit Kreativität, Herzblut und dem Blick für das Besondere gelingen den jungen Männern spektakuläre Landschaftsaufnahmen und Drohnenbilder ihrer Heimat, bei denen man sich nicht selten fragt, ob diese Orte wirklich direkt vor der eigenen Haustür zu finden sind oder nicht etwa doch in den Weiten Kanadas. Die Kalender-Edition, die sich in ihrem 30-jährigen Bestehen zum begehrten Sammlerobjekt entwickelt hat, ist wie gewohnt auf 4.000 Exemplare limitiert und seit Anfang November in den 24 Filialen der Volksbank Chemnitz eG für Kund*innen sowie Interessierte erhältlich. www.volksbank-chemnitz.de/kalender2022 @volksbankchemnitz

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BAUMESSE CHEMNITZ 2022: EIN BESUCH LOHNT SICH! Fotos Veranstalter | Info www.baumessse-chemnitz.de

Und nicht nur das: Die Handwerkskammer wird die Messe auch wieder nutzen, um interessante Bau-Ausbildungsberufe vorzustellen. Somit lohnt sich ein Messebesuch auch für all die, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Mehr Infos finden Sie im Internet unter: www.baumesse-chemnitz.de

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Vom 4.- 6. Februar 2022 verwandelt sich die Messe Chemnitz wieder in einen großen »Bauplatz«. Denn dann lädt die »Baumesse Chemnitz 2022« zum Schauen, Zuhören, Fachsimpeln und Mitmachen ein. Die Vorbereitungen auf die 17. »Baumesse Chemnitz« laufen bereits auf Hochtouren. Mit einer großen Themenvielfalt, hochkarätigen Vorträgen, einem Bauhandwerkstag und noch mehr interaktiven Angeboten für die Besucherinnen und Besucher wollen Veranstalter und Aussteller nach einem Jahr Zwangspause etwas ganz Besonderes kreieren: Ob beim Sonderschauschauthema »Kreative Wohnideen – individuell und einzigartig«, in den »lebendigen Werkstätten« der Handwerkskammer oder auf den Ständen der Innungen und Einzelaussteller – überall werden Hobbybauer wie Profis viele Anregungen und noch mehr Expertentipps rund um ihre Bauprojekte finden.

03.02.2022 ZWICKAU K O N Z E R T & B A L L H A U S N E U E W E LT Weitere Info unter: www.wacky-showkultur.de

Tickets: www.reservix.de und an allen bekannten VVK-Stellen

Jetzt schon an Weihnachten denken:

Gutscheine verschenken! Karten [0375] 27 411-4647 / -4648 www.theater-plauen-zwickau.de

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HOCHSCHULINFOTAG AN DER WHZ - FINDE DEINEN STUDIENGANG! Foto Veranstalter | Info www.fh-zwickau.de/hit

Beim Hochschulinformationstag am 13. Januar informiert die Westsächsische Hochschule Zwickau über ihre mehr als 50 Studiengänge. Technik, Wirtschaft, Sprachen, Gesundheit und Angewandte Kunst – das Studienangebot der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) ist vielfältig. Neben bekannten Studiengängen wie KFZ-Technik, Maschinenbau, Informatik und BWL bietet die Zwickauer Hochschule auch viele einzigartige Fächer an. So kann man sich an der WHZ unter anderem zum Datenwissenschaftler, Ingenieurpädagogen, Umwelttechniker oder zum Gebärdensprachdolmetscher ausbilden lassen. Wer einen Überblick über die mehr als 50 Studiengänge erhalten will, sollte den Hochschulinformationstag am 13. Januar nicht verpassen. Dort informieren Professoren, Studierende und Studienberater nicht nur zu den einzelnen Studiengängen, sondern auch zu den Themen Studienfinanzierung, Wohnen und Studentenleben. Sollte eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, findet die Veranstaltung in digitaler Form statt. »Wir freuen uns auf viele Schülerinnen und Schüler, die uns mit ihren Fragen löchern - ganz gleich, ob das live vor Ort oder in digitaler Form geschieht«, berichtet Organisatorin Lisa Schulze. Das komplette Programm sowie aktuelle Informationen zum Hochschulinformationstag ist auf der Website der Westsächsischem Hochschule Zwickau unter www.fh-zwickau.de/HIT zu finden. Ein weiterer Hochschulinformationstag an der WHZ ist für Samstag, den 30. April 2022 geplant.

PUPPENTHEATER IM WASSERSCHLOSS KLAFFENBACH Foto Meike Kreim | Info www.wasserschloss-klaffenbach.de

Einmal im Monat gastiert in den Wintermonaten im Wasserschloß Klaffenbach ein Puppentheater. Am 9. Januar 2022 spielt das Theater im Globus das Märchen »Der Wolf und die sieben Geißlein«. Die sympathische und originelle Märchenbearbeitung zieht insbesondere die Kinder aber auch die Erwachsenen in ihren Bann. Einen Monat später am 6. Februar 2022 zeigt das Theater Papperlapapp Meike Kreim eine feinfühlige und fantasievolle Inszenierung des Märchens »Schneeweißchen und Rosenrot«. Die beiden Schwestern lebten in einer kleinen Hütte am Waldesrand. Eines Winterabends klopft ein frierender Bär an die Tür und die Mädchen lassen ihn ein. Sie verbringen wundervolle Stunden mit ihm und ahnen nicht, dass sich ein verzauberter Prinz hinter dem gutmütigen Bären verbirgt. Das traditionelle Marionettentheater Dombrowsky aus dem Altenburger Land zeigt am 6. März 2022 das beliebte Märchen »Rotkäppchen«. Die Marionetten und die kleine Bühne sind in den 1990er-Jahren nach dem Vorbild des größeren, von 1917 stammenden Theaters der bekannten Puppenspieler-Familie angefertigt worden. Die Dombrowskys bestreiten jährlich etwa 250 Auftritte und begeistern Klein und Groß mit ihren traditionellen Aufführungen. Für Kinder ab 4 Jahre geeignet. Spielbeginn 15 Uhr, für 40 – 50 Minuten. Weitere Termine und Tickets erhalten Sie unter www.c3-chemnitz.de, unter Tel. 0371 458-722 sowie im Wasserschloß Klaffenbach und unter 0371 26635-0.

ZU WEIHNACHTEN EIN STADTGUTSCHEIN Grafik Stadt Zwickau | Info www.stadtgutschein-zwickau.de

Zwickau bekommt einen Stadtgutschein. Der Startschuss für den Verkauf fällt am 1. Dezember. Der lokale Einkaufsgutschein kann dann im Bürgerservice des Rathauses erworben werden. Außerhalb der Öffnungszeiten steht rund um die Uhr ein Internetportal – www.stadtgutschein-zwickau.de – zur Verfügung, über den der Gutschein online gekauft und als PDF ausgedruckt werden kann. Der Betrag ist sowohl im Bürgerservice als auch online frei wählbar zwischen 5 und 150 Euro. Einlösen kann man den Stadtgutschein in zahlreichen Zwickauer Geschäften und Betrieben. Es haben sich bereits erfreulich viele Unternehmen aus dem gesamten Stadtgebiet als Akzeptanzstelle registriert. Eine Anmeldung ist auch nach dem Start unkompliziert möglich: Händler, Gastronomen und Dienstleister, die den Gutschein anbieten wollen, können sich unter www.zwickau.de/ stadtgutschein anmelden. Dort sind auch weitere Informationen zu finden, etwa zu den Voraussetzungen und Konditionen. Der Starttermin liegt extra in der Vorweihnachtszeit: Der Geschenkgutschein ist ein schönes Weihnachtspräsent, mit dem die Kaufkraft in der Stadt gebunden wird. Übrigens, der Stadtgutschein ist als wiederaufladbare Gutscheinkarte erhältlich. Unternehmen können ihn somit ihren Beschäftigten als steuerfreien Sachbezugsgutschein (bis zu max. 44 Euro pro Monat) dauerhaft – oder einmalig – zukommen lassen. Interessenten wenden sich bitte an das Büro für Wirtschaftsförderung (stadtmanagement@zwickau.de, Telefon 0375 83-8007). 12 21 bis 02 22

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STADTLEBEN PROMOTION

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GLASFASER KOSTENLOS VON DER TELEKOM FÜR ZWICKAU Foto Telekom | Info www.telekom.de/glasfaser-zwickau

Superschnell im Internet der Telekom surfen – auch Mieter und Unternehmen profitieren Der Bedarf an höherer Internet-Bandbreite steigt ununterbrochen. Daher wird die Telekom rund 19.000 Haushalte in Zwickau mit Glasfaser bis in die Wohnungen versorgen. Die Anbindung an das neue Netz ist kostenfrei. Damit die Bewohner und Geschäftsinhaber beim Glasfaserausbau berücksichtigt werden, müssen sie einen Glasfaseranschluss bei der Telekom beauftragen. Mieter können dazu einfach einen Wunsch-Glasfasertarif auswählen und die Daten der Hausverwaltung bzw. des Eigentümers angeben. Die Kontaktaufnahme übernimmt dann die Telekom. Dazu können die unten genannten Kontaktwege genutzt werden.

Auch Eigentümer profitieren Der Technologiewechsel lohnt sich auch für Immobilienverwalter und Eigentümer. Denn stimmen diese dem Ausbau kurzfristig zu, zahlen sie dafür nichts. Danach kostet die Installation eines Glasfaseranschlusses rund 800 Euro. Und noch ein wichtiger Punkt: Die Telekom verlegt ihr Glasfasernetz diskriminierungsfrei und somit ist dieses auch anderen Anbietern zugänglich.

Glasfaserkabel bis in die Wohnung Vom Glasfaseranschluss verlegt die Telekom in Mehrfamilienhäusern die Glasfaser bis in jede Wohnung oder Geschäftseinheit. In Einfamilienhäusern wird die Innenhausverkabelung bis zum Router vom Techniker durchgeführt. Ein bestehendes, modernes Heimnetzwerk kann weiter genutzt werden. Damit die Bewohnerinnen und Bewohner einen Glasfaseranschluss erhalten, müssen sie ihn bei der Telekom beauftragen. •

Im Internet unter www.telekom.de/glasfaser-zwickau

Vor Ort im Telekom Shop Zwickau, Innere Plauensche Str. 6, Zwickau, Tel.: 0375/301909

Telefonisch kostenfrei unter 0800/22 66 100.

Quelle basierend auf TOM TOM Multinet, Geobasis-DE/BKG und Nexiga Gmbh, GeoBasis-DE/BKG/ZSHH/2020/geoGLIS oHG

Glasfaser-Ausbaugebiet der Telekom in Zwickau

Info-Abend der Telekom am 7. Februar Ein Livestream zum Glasfaserausbau findet am 7. Februar 2022 ab 19 Uhr statt. Dabei erklären Experten der Telekom, wie man einen Glasfaseranschluss beauftragt und welche Vorteile man davon hat. Alle Teilnehmer im Livechat können sich an der Diskussion beteiligen und Fragen stellen. Eine Registrierung oder Installation vorab ist nicht notwendig – ein Internetzugang reicht. Der Link zur Teilnahme ist unter www.telekom.de/glasfaser-zwickau oder im unten stehenden QRCode zu finden. Der Livestream wird aufgezeichnet und ist weiterhin über die oben genannten Internetadresse abrufbar. Die InfoVeranstaltung, welche bereits am 8. November 2021 stattgefunden hat, ist ebenfalls weiterhin online verfügbar. QR-Code scannen, um weitere Informationen zu erhalten.

Quelle Telekom

Für rund 19.000 Haushalte in Zwickau baut die Telekom ihr Glasfasernetz aus. 12 21 bis 02 22

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+++ Alarmstufe Rot! +++ Livekultur in Bedrängnis Zwanzig Monate Pandemie und kein Ende in Sicht. Gerade nimmt die vierte Welle noch einmal so richtig Fahrt auf, im Gepäck neue Zugangsbeschränkungen, Hygieneauflagen und kaum übersehbare Mehrkosten für Veranstalter. Kompass Stadtmagazin hat mit Kultour-ZGeschäftsführer Jürgen Flemming über die derzeitige Situation gesprochen.

Kompass: Die Lage in der Veranstaltungswirtschaft ist nach nunmehr 20 Monaten Pandemie sehr angespannt. Deutschlands sechstgrößter Wirtschaftszweig ist stark gebeutelt. Handelte es sich im letzten Jahr noch um direkte Veranstaltungsverbote, sind es aktuell starke Reglementierungen mit denen Veranstalter klarkommen müssen. Wie geht es Ihnen damit bzw. worin bestehen aktuell die größten Herausforderungen für Sie? Jürgen Flemming: Zunächst einmal ist Corona eine epochale Katastrophe, für die es bisher keine Notfallpläne gab. In diesem Zusammenhang steht es auch außer Frage, dass es Niemand vermocht hätte, immer die einzig richtigen Entscheidungen zu treffen. Dennoch müssen wir inzwischen konstatieren, dass im Kontext mit Veranstaltungen kaum noch nachvollziehbare Vorschriften erdacht werden, die es uns fast unmöglich machen, wirtschaftlich sinnvoll zu agieren und gegenüber Künstlern und Besuchern widerspruchsfrei aufzutreten. Noch immer haben wir einen bundesweiten Flickenteppich an Regelwerken, was für die Bedarfe von Veranstaltern, die Tourneen für Künstler geplant haben wirtschaftlich extrem risikobehaftet, ja in Teilen bisweilen logistisch nicht umsetzbar ist. Es wird an dieser Stelle immer wieder klar, dass die politischen Entscheidungsträger, die sich mit Corona auseinandersetzen müssen, schlicht nicht wissen, wie das Geschäft »Veranstaltungswirtschaft« funktioniert. Die vorhandene Frustrationstoleranz bei Veranstaltern, deren Mitarbeitern, aber auch unserem eigenen Team, Partnern und Dienstleistern ist nach wie vor auf eine sehr harte Probe gestellt. 12 21 bis 02 22

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STADTLEBEN PROMOTION

Jürgen Flemming ist - als gut vernetzter und erfahrener Kulturmanager - bereits seit ihrem Planungsverfahren eng mit der Stadthalle Zwickau verwoben und und hat deren Leitung seit der Eröffnung im Jahr 2000 inne. Nachdem Jürgen Croy 2012 in den Ruhestand ging, übernahm er die Geschäftsführung der Kultur, Tourismus und Messebetriebe Zwickau GmbH. Mit zukunftsorientierten Strukturen und wirtschaftlichen Erfolgen beweist der Zwickauer Kulturbetrieb regelmäßig seine hohe Flexibilität und Kompetenz. Ob internationale Top-Stars wie Bob Dylan, Ringo Starr oder David Garrett in der Stadthalle bzw. auf dem Platz der Völkerfreundschaft, Ballveranstaltungen in der »Neuen Welt«, Open-Air-Termine auf der Freilichtbühne oder zum Jahreswechsel in der Zwickauer Innenstadt, ob Bau-, Reise- oder Bildungsmesse, ob traditioneller Weihnachtsmarkt, thematische Stadtführung, oder Puppentheater – Kultour Z. steht für eine große Vielfalt und Qualität sowie ein tragfähiges Kooperationsnetzwerk.

Fotos Kultour Z.


Auch gesellschaftlich lassen sich inzwischen größere Verwerfungen feststellen. Spüren Sie dies auch im Kontakt mit Ihren Kunden, den Veranstaltungsbesuchern bzw. Ticketinhabern? Niemand konnte sich in der nahen Vergangenheit dem Thema Corona entziehen und Jeder hat in diesem Kontext seine ganz persönlichen Herausforderungen zu meistern. Auch die damit verbundenen Ängste sind individuell höchst unterschiedlich zu verorten. Wir haben größtes Verständnis für diese Tatsachen. Unsere Kunden sind zum überwiegenden Teil sehr verständnisvoll, was wir sehr zu schätzen wissen. Sie können die Nöte der Branche ein Stück weit nachvollziehen und versuchen stellenweise sogar Mut zu machen, oder finden die Zeit für ein Lächeln. Wie an vielen anderen Stellen auch, sehen sich unsere Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt aber auch einen deutlich raueren Tonfall ausgesetzt, werden beschimpft und verunglimpft. Ein solches Verhalten kritisieren wir aufs Schärfste. Es bringt uns in der aktuellen Situation keinen Schritt weiter und ist überdies völlig falsch adressiert. Wir sitzen doch gegenwärtig wieder alle in einem Boot und haben die vor uns liegende Route dementsprechend auch selbst in der Hand – Jeder für sich und für seine Mitmenschen. Woher rühren die aktuellen Unsicherheiten bei Ihren Gästen? Nun, wie eingangs bereits erwähnt liegt die für uns größte Schwierigkeit derzeit sicherlich darin begründet, dass es, angesichts sich monatlich ändernder Schutz-Verordnungen auf Länderebene, nicht den einen Königsweg für unsere Veranstaltungen geben kann und sich daraus ein unglaublicher Informationsaufwand gegenüber den Kartenbesitzern ergibt. Ein Großteil der beispielsweise jetzt in der Stadthalle anstehenden Veranstaltungen - allesamt Großveranstaltungen mit über 1000 Gästen, die hinsichtlich der Hygienevorschriften stärker reglementiert sind - sind bereits vor Corona in den Verkauf gegangen und dementsprechend sehr gut ausgelastet. In Abhängigkeit von den individuellen Rahmenbedingungen seiner Veranstaltung oblag es in der nahen Vergangenheit jedem Veranstalter selbst, welche Zutrittsbeschränkungen (3G, 2G, 2G+) er für seinen Termin wählt. Inzwischen muss für Veranstaltungen infolge der aktuellen Inzidenzlage und Hospitalisierungen die 2G Regel angewendet werden. Grundsätzlich können wir dabei festhalten, dass es nicht darum geht, Besucher nach eigenem Gusto vom Veranstaltungsbesuch auszuschließen. Es ist dann vielmehr ein zwingender Schluss aus den geltenden Regelwerken, dass eine Veranstaltung, die bereits mit nahezu 5.000 Tickets ausverkauft ist, mit den Abstandsregeln in der Stadthalle nicht realisierbar ist. Es bleibt uns daher aktuell nur, bei unseren Besuchern um Verständnis zu werben.

Überdies empfehlen wir einen Blick auf unsere tagesaktuelle Website, auf der wir, sobald uns die entsprechenden Informationen vorliegen, alles Wichtige zu den einzelnen Terminen bereithalten. Auch ein umfangreicher und stetig aktualisierter FAQ-Bereich findet sich an dieser Stelle. Die Weihnachtszeit ist nicht mehr weit. Sind Eintrittskarten nach wie vor eine gute Geschenkidee? Gibt es in Ihrem Kalender 2022 geeignete Termine? Wie lautet Ihr persönlicher Wunsch für das nahende Jahr 2022? Mit Eintrittskarten verschenken Sie vor allem eines: gemeinsame, unvergessliche Zeit. Natürlich stellt man sich angesichts der aktuellen Entwicklungen die Frage, inwieweit es eine Sicherheit für einen solchen Kauf geben kann. Zahlreiche Künstler bieten Ihren Fans diese Sicherheit, indem sie festlegen, dass ihnen ihr Geld erstattet wird, wenn das Programm aufgrund von Corona nicht stattfinden kann. Unser Veranstaltungskalender für das kommende Jahr ist prall gefüllt und bietet für jedes Interesse die passende Veranstaltung. Es fällt daher schwer, hier einzelne Veranstaltungen herauszugreifen, aber die brandneue Show von »Holiday on Ice«, oder die Konzerte von US-Größen wie »Manowar«, »Alice Cooper«, »Melissa Etheridge«, »Kool and the Gang«, oder »Richard Marx« sind sicherlich einige der Höhepunkte im kommenden Jahr. Natürlich wird auch das so dringend benötigte Lachen nicht zu kurz kommen, denn wir haben wieder eine breite Riege an Comedians am Start. Mein persönlicher Wunsch für 2022 ist eigentlich ein ganz einfacher. Ich ersehne mir echte Begegnungen und die LiveKultur zurück. Dafür ist es jetzt wichtig zusammenzuhalten, besonnen und in einem offenen Austausch zu bleiben. In diesem Sinne wünsche ich allen - auch im Namen unserer Mitarbeiter - ein gesundes, frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

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Foto Wolfgang Gebhardt

Foto Andreas Wetzel

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Dezember Mi

10.00 Uhr Altmarkt, Plauen

»Liebes- und andere Gaben«

Weihnachtsmarkt Plauen

Foto alegria

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www.plauen.de

www.heinrich-hartmann-haus.de

Dezember Di

16.00 Uhr Stadthalle, Chemnitz

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Dezember Fr

20.00 Uhr Neue Welt, Zwickau

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Januar Do

8.30 Uhr WHZ, Zwickau

Ingo Appelt

Hochschulinformationstag

Es sind ganze Familien, die zur Weihnachtszeit beglückt vor dem Fernseher sitzen und Aschenbrödel auf ihrem Ritt durch tief verschneite Wälder folgen - dem Spott ihrer aufgeblasenen Stiefmutter und Stiefschwester zum Trotz direkt in die Arme des Prinzen. Allein im letzten Jahr ging die Geschichte in wenigen Tagen 23 Mal über den Bildschirm! Highlight neben dem strahlenden Kinoerlebnis auf der Großbildleinwand: Die Musik Karel Svobodas, live gespielt von einem hochkarätigen Orchester, und Szene für Szene mit den romantisch-witzigen Abenteuern auf der Großleinwand synchronisiert.

Wenn er kommt, haben die Nörgler Sendepause! Ingo Appelt hat ein Geheimrezept gegen die deutsche Depression gefunden: Es gibt so lange auf die Zwölf, bis die Sonne wieder scheint. Schon ein einziger Besuch einer Appelt-Show ersetzt mehrere Jahre Therapie – und zwar für Männer wie für Frauen! Denn er gibt der allgemeinen Miesepetrigkeit den Rest – zur Not mit einem gezielten Tritt in den Arsch. Als Bundesarschtreter will Ingo Appelt zu Silvester aufrichten und trösten, – wenn es sein muss eben mit Wahrheit und Zweckoptimismus. Ganz getreu seinem Motto: Alles Scheiße – Laune super! Erleben Sie also elfenhafte Leichtigkeit und seien Sie dabei, wenn am 31. Dezember im Konzert- und Ballhaus »Neue Welt« ein Comedy-Tsunami durch Zwickau rollt!

Mehr als 50 Studiengänge hat die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) zu bieten. Das Angebot reicht von Technik und Wirtschaft über Gesundheit und Sprachen bis hin zur Angewandten Kunst. Welcher Studiengang für dich der richtige ist, erfährst du bei unserem Hochschulinformationstag am 13. Januar 2022. Außerdem kannst du dich zu den Themen Studienfinanzierung, Wohnen und Studentenleben beraten lassen. »Wir freuen uns auf viele Schülerinnen und Schüler, die uns mit ihren Fragen löchern - ganz gleich, ob das live vor Ort oder in digitaler Form geschieht«, berichtet Organisatorin Lisa Schulze. Sollte eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, findet der Infotag digital statt. Aktuelle Informationen und das Programm findest du unter www.fh-zwickau.de/hit.

www.kultour-z.de

www.fh-zwickau.de/hit

T

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Als Liebes- und andere Gaben bezeichnen Bettina Haller und Wolfgang Gebhardt die Werke in dieser Ausstellung, die anlässlich von Geburtstagen oder anderen Gelegenheiten als Geschenke gegenseitig ausgetauscht werden. Gezeigt werden Collagen und phantasievolle Objekte, sowie Grafiken, die nicht auf dem Gabentisch lagen. Literarische Einflüsse, persönliche Erlebnisse aber auch Tagespolitik finden Eingang. Während Bettina Haller überwiegend auf dem Gebiet des Holzschnittes bzw. Holzstiches arbeitet, stehen bei Wolfgang Gebhardt Collagen unter Verwendung alter Fotografien oder Buchillustrationen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Beide verbindet ein gewisser Hang zu absurden oder surrealen Konstellationen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Dezember 2021.

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

TICKE

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nur zum Verkauf anbieten. Bereits zum 9. Mal haben Plauener Vorschläge gemacht, wie das Design der Glühweintassen für den nächsten Weihnachtsmarkt aussehen soll. Anfang Dezember startet die Abstimmung über das Motiv für die 4.200 Glühweintassen des Weihnachtsmarktes 2022. Abgestimmt werden kann bis 19. Dezember per Stimmzettel, die auf dem Weihnachtsmarkt in den einzelnen Buden ausliegen, oder online unter www.plauen.de/buergertasse. Der Siegerentwurf wird am 21. Dezember gekürt. Bis 9. Dezember öffnet die Postamt-Außenstelle des Christkindls aus der österreichischen Partnerstadt Steyr im Vogtlandmuseum. Wer mag, kann komplett fertige Briefe oder Postkarten, nach Entrichtung eines Portos, versenden. Der Empfänger erhält die Sendung mit dem originalen Stempel des Christkindlpostamts.

Foto Ava Elderwood

Seit dem 23. November erstrahlt Plauens Innenstadt, vor der herrlich erleuchteten Kulisse des Alten Rathauses, wieder in weihnachtlichem Glanz. Voraussichtlich bis zum 22. Dezember sind die festlich geschmückten Buden auf Altmarkt, Herrenstraße und Rathausstraße geöffnet. Neu in diesem Jahr ist ein Stand mit Olivenholzprodukten. Wieder dabei sind zahlreiche Händler, die warme Mützen, Schals, erzgebirgische Volkskunst, Kerzen, Tischdecken, Weihnachtsdeko, Backwaren, Wurstspezialitäten, Antipasti sowie Glühwein und Bratwurst anbieten - alles, was das Weihnachtsherz begehrt. Der diesjährige Plauener Weihnachtsmarkt ist in Flanier- und Verweilbereich eingeteilt. Der Verweilbereich befindet sich auf dem Altmarkt. Dort finden alle Händler mit gastronomischem Angebot ihren Platz. Im Flanierbereich rund um den Altmarkt, sowie auf Herren- und Rathausstraße – sind alle Händler angeordnet, die Waren

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Dezember Do

9.00 Uhr H.-Hartmann-Haus, Oelsnitz/Erz.

Verlosung auf Seite 92 www.semmel.de

STADTLEBEN V E R A N S T A LT U N G E N

HIGHLIGHTS IM WINTER


Foto Mirko Hannemann

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Dezember Fr

19.30 Uhr Stadttheater, Glauchau

Eine scha(r)fe Mahlzeit

Die Showpianisten

Was haben Schafe mit Wölfen zu tun? Lieber nichts! Sie leben verschieden – die einen streunen durch die Wälder, die anderen leben warm und kuschelig in einem festen Domizil. Angelehnt an das Kinderbuch »Ein Schaf für’s Leben« setzte sich die Kindertheatergruppe des Mondstaubtheaters Zwickau mit verschiedenen Sichtweisen auf die Welt auseinander. Dabei rückt der Prozess des Erlebens der Gegensätze in den Fokus und handelt vom Einlassen auf die Lebenswelt der anderen, mit zahlreichen Momenten der Überraschung, Erinnerung, Empfindungen und des Staunens. Weitere Termine sind der 12. Dezember 2021 um 15 Uhr im Mondstaubtheater Zwickau, sowie der 15. Dezember 2021 um 11 Uhr im Stadttheater Glauchau.

Sie sind das wohl gefragteste Klavier-Duo Deutschlands. Ein Abend mit David Harrington und Götz Östlind, den Showpianisten, verspricht nicht nur Virtuosität am Klavier, sondern auch Charme, Witz und spritzigen Humor. Diese zwei Pianisten werden Sie für einen Abend verzaubern und mit erstklassigem Klavierspiel und zweistimmigem Gesang, sowie Moderatorin und humoristischen Einlagen um den Finger wickeln. 2 Flügel, die sich gegenüber stehen, 2 Tastenvirtuosen und rund 100 Auftritte im Jahr weltweit. Das Leben gestalten und an die eigene Kraft glauben. Passt das zu Show und Unterhaltung? Aber Ja! Träume leben. Leidenschaft Raum geben und den erträumten Weg gehen. Auch wenn es schwierig oder nicht möglich erscheint.

www.mondstaubtheater.de

www.glauchau.de

Foto Jan Walford

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Dezember Sa

15.00 Uhr Mondstaubtheater, Zwickau

Musikalische Weihnachten und brillantes Kabarett im neuen Jahr Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und wer dies mit einem Konzert feiern möchte, ist hiermit herzlich zum Weihnachtskonzert der Erdmöbel (11.12.) eingeladen oder kann die FRONTM3N (Foto // 9.12.), mit den Sängern der Bands Hollies, 10cc, Sweet oder Sailor und ihren jeweils größten Hits, genießen. Im neuen Jahr haben wir dann vielfältige Veranstaltungen, bei denen sich für jede und jeden etwas finden lässt. Dieses Jahr finden auch endlich viele der verschobenen Termine der letzten zwei Jahre statt. So zum Beispiel das Ensemble Weltkrieg Deluxe (28.1.) mit ihrem ausgefeilten Kabarettprogramm. Weitere Kabarettisten und Comedians sind unter anderem Simone Solga (15.1.), Stephan Bauer (22.1.), Frank Fischer (11.2.) und das Kult-Comedy Caveman (25. & 26.2.). Andreas Kümmert (29.1.) beschert uns mit seiner tollen Soulstimme wohlige Gänsehaut, während Stefan Eichner (12.2.) uns die geliebten Lieder von Reinhard May spielen wird. Auch das Kino Casablanca präsentiert wieder ausgewählte Filme. Dazu gehören Notre Dame (11.1.), À la Carte! - Freiheit geht durch den Magen (18.1.), Plan A (1.2.) und Willkommen in Siegheilkirchen (8.2.). Für Kinder und Jugendliche gibt es in den Winterferien, wieder den Zirkusworkshop zum Mitmachen, in dem sie ihre kreativen und akrobatischen Künste ausprobieren können, und viele weiter Angebote. Mehr Infos und das vollständige Programm gibt es unter www.alter-gasometer.de Alter Gasometer e.V. Soziokulturelles Zentrum Kleine Biergasse 3, 08056 Zwickau Telefon: 0375 / 277 21 0 www.alter-gasometer.de

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Januar So

19.30 Uhr Wasserschloss, Klaffenbach

»Hautnah! ...«

Im Rahmen der Reihe Mörderische Geständnisse, nimmt Joe Bausch Sie hinter Gittern mit und liest aus seinem Buch »Wieder frei«. »Hätte mir damals jemand prophezeit, du wirst mal die Hälfte deines Lebens im Knast verbringen, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Ich konnte mir fast alles vorstellen, aber Knast: niemals.« Das bisher persönlichste Buch von Bestsellerautor, Gefängnisarzt und Tatort-Schauspieler Joe Bausch. Er war über drei Jahrzehnte Arzt in Deutschlands härtestem Knast. Was hat das mit ihm gemacht? Ein persönlicher Blick zurück in eine Welt hinter Gittern und ein Blick nach vorn auf ein Leben in ungewohnter Freiheit. 32 Jahre im Knast – das reißt keiner auf einer Arschbacke ab – egal auf welcher Seite der Zellentür er sich befunden hat.

Die junge Band liebt nicht nur die Tradition, sondern auch die Innovation: Sie schreibt den überwiegenden Teil ihrer Songs selbst, aber interpretiert diese auf traditionellen Instrumenten wie Harfe, Fiddle, Bodhrán,Tin Whistle, Akkordeon und Gitarre. So haben neue musikalische Ideen trotzdem eine Anbindung an den Sound, den man vom Irish Folk her kennt. Aber auch die Inhalte der Lieder sind am Irland von heute orientiert und an dem, was junge Iren aktuell umtreibt. Eine rein traditionelle Irish Folk Band wird wohl dank unserer verkrusteten Medienlandschaft nie einen Hit haben, aber Singer/Songwriter vom Kaliber wie Billow Wood können es schaffen. Diese Band hat einfach eine überragende Bühnenpräsenz!

... Musikgeschichte(n) mit Veronika Fischer - In seiner Live-Talkshow trifft Kai Suttner auf Veronika Fischer. Sie erzählt »hautnah« und sehr persönlich die Geschichte ihres Lebens und ergänzt diese Erinnerungen durch eine filmische Zeitreise. Sie stand als Leadsängerin von Panta Rhei auf der Bühne und startete 1974 mit Veronika Fischer & Band kometenhaft durch, überzeugte mit musikalischer Vielseitigkeit und großer, unverwechselbarer Stimme. Mit Liedern wie »Dass ich eine Schneeflocke wär« und »Auf der Wiese« lieferte sie den Soundtrack für eine ganze Generation. Sie war ein Star in der DDR und ist eine Künstlerin mit Haltung, die sich nie verbiegen ließ. Bis heute gehört sie unbestritten zu den ganz großen deutschsprachigen Interpretinnen.

www.wasserschloss-klaffenbach.de

www.liederbuch-zwickau.de

www.wasserschloss-klaffenbach.de

Foto Dirk Hanus

Foto Christoph Jorda

Billow Wood

Januar So

15.00 Uhr Wasserschloss, Klaffenbach

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Februar Mi

20.00 Uhr Versöhnungskirche, Zwickau

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Februar Do

16.30 Uhr Stadthalle, Zwickau

8. Klaffenbacher Lichtmess

Ganes - Or brüm - blaues Gold

Holiday On Ice

Das Wasserschloß Klaffenbach feiert das Ende der Weihnachtszeit. Zur Lichtmess am 30. Januar 2022 entfernen Gräfin Frederike von Grünberg (Birgit Lehmann) und ihre Mägde den Weihnachtsschmuck in der festlich geschmückten Hutzenstube. Dabei kommen Sie ins Plaudern. Heitere Anekdoten und Geschichten über das Erzgebirge und seine Traditionen, aber auch über das Lichtmessfest werden dabei zu hören sein. Zahlreiche Gäste wie u. a. die Sängerinnen Claudia Müller-Kretzschmer und Susanne Müller-Kaden zaubern mit traditionellen Liedern und modernen Hits den Winter herbei. Umrahmt vom letzten Weihnachtsmarkt der Saison (ab 15 Uhr) erlischt pünktlich um 18 Uhr die weihnachtliche Beleuchtung im Wasserschloß.

Leicht, fließend, verträumt. Kraftvoll, episch, einnehmend. All das können Ganes mit ihrer Musik sein. Seit über zehn Jahren musizieren die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen als Ganes. Gemeinsam sind die Schwestern in La Val aufgewachsen, einem verwunschenen Dorf in den Südtiroler Dolomiten. So abseits von flirrenden Metropolen, so nahe an der wilden, urtümlichen Offenheit der Natur. Die große Welt steckte in der kleinen. Seit 2018 steht die Bassistin Natalie Plöger mit den beiden Südtirolerinnen aufder Bühne. Die Arrangements des Trios sind federleicht und wunderschön, die Stimmen der drei Musikerinnen ergänzen sich perfekt. Gesungen wird bei Ganes auf Ladinisch – das man als Zuhörer mit dem Herzen versteht. Eine neue, akustische Traumreise mit Ganes.

»Holiday On Ice« ist zurück! In der neuen Show »A New Day« nehmen 40 der weltbesten Eiskunstläufer zusammen mit Artisten die Zuschauer mit auf eine fantastische Reise. In der Zwickauer Stadthalle ist die Show vom 16. Februar bis zum 21. Februar zu sehen. Das Publikum erlebt unseren Planeten und die Wunder des Lebens durch die Augen der Hauptdarstellerin Aurora, eines sensiblen Wesens aus einer anderen Dimension. Von der Schönheit und Einzigartigkeit aller Dinge, die wir mit unseren Sinnen wahrnehmen bis hin zur großen Welt der menschlichen Emotionen – eine Liebeserklärung an das Leben.

www.wasserschloss-klaffenbach.de

www.liederbuch-zwickau.de

HIGHLIGHTS IM WINTER

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TICKE

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20.00 Uhr St. Barbara, Lichtentanne

Mörderische Geständnisse

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Foto Felix Weber

FotoCorinne Beattie

Foto Wolfgang Schmidt

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20.00 Uhr Wasserschloss, Klaffenbach

Verlosung auf Seite 92 www.kultour-z.de


Tickets für den 16.02.22 nur über die Freie Presse erhältlich

Jetzt Tickets buchen: www.holidayonice.de / 01805 4414*

*0,14 EUR/Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunkpreis max. 0,42 EUR/Min.

16.02.– 21.02.2022 | STADTHALLE ZWICKAU


» A N T O N – D I E K Ä R R N E R S A G E « A L S A M AT E U R F I L M

Foto Eberhard Erossgasteiger // unsplash.com

Geschichten faszinieren die Menschheit seit jeher. Sagen, Legenden und Märchen beflügeln die Fantasie. Sie berichten jedoch auch vom alltäglichen Leben, sie sind Wegweiser und Kompass. Mithilfe von Erzählungen lernen wir die Welt besser kennen. Wie sich dabei Tradition und Moderne begegnen, zeigt ein Filmprojekt aus Hartenstein.

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RAMONA MARKSTEIN »


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ie letzten Sonnenstrahlen schimmern über den weißen Baumwipfeln. Eiskristalle glitzern. Der Schnee knirscht unter den Schritten. Ein kalter Wind umspielt die Nasenspitze. Im Erzgebirge ist man strenge Winter gewohnt. Wie mag dies erst in früheren Zeiten gewesen sein? Zu Beginn des 17. Jahrhunderts führten raue Pfade durch die dichten Wälder. Händler transportierten hier ihre Waren. Eine wichtige Aufgabe kam dabei dem Karrenführer, dem sogenannten »Kärrner« zu. Um einen solchen Fuhrmann dreht sich auch die Sage über den »Kärrner zu Stollberg«. Die Künstlerin Ramona Markstein hat jene alte Geschichte aus dem Erzgebirge in die Gegenwart geholt. In einem aufwendigen Amateurfilm wird sie neu interpretiert. Begleitet haben das Projekt insgesamt 23 Darsteller, Freunde und Familienmitglieder. Weihnachtlich Die Kärrnersage beginnt kurz vor dem Christabend – und so dreht die Filmcrew auch Szenen auf verschneiten Wegen.

Land und Leute Hauptdarstellerin Laura Seidel (Mitte) erzählt in dieser Szene von der Verlobung ihrer Figur mit dem Kärrner Anton.

Bedrohlich Der Panzerreiter erhebt sich vor stahlblauem Himmel.

9. DEZ

FRONTM3N [SWEET, 10CC, HOLLIES, SAILOR]

INTERPRETATIONEN UND INSZENIERUNGEN Bereits zum zweiten Mal widmet sich das Team rund um Ramona Markstein einem Filmprojekt. Im Jahr 2018 sorgte es mit »Dederon – eine erzgebirgische Heimatkomödie« für Furore. Hierbei geht es allen Beteiligten stets darum, mit Fingerspitzengefühl und Fantasie zu erzählen. Die historischen Wurzeln der Region werden auf außergewöhnliche Art und Weise in Szene gesetzt. Es ist ein ästhetisches Feuerwerk. Es ist ein Lichtspiel, bei dem tatsächlich das Spielerische im Mittelpunkt steht. Ramona Markstein sagt dazu: »Beim Amateurfilm gefällt mir vor allem die große Freiheit und Spontanität. Ich habe einen groben Fahrplan für die Geschichte und dann kommen Darsteller, Locations, Requisiten dazu, welche die ganze Idee mit Leben füllen. Meistens wird es anders als geplant, aber selten schlechter. Im Schnitt habe ich dann noch die Möglichkeit der Gestaltung, kann mit Musik Stimmungen erzeugen und eine eigene kleine Welt erschaffen.« Es ist auf jeden Fall ein besonderes Universum, welches in »Anton – Die Kärrnersage« kreiert wird. Es ist ernst und humorvoll zugleich, geheimnisvoll und dennoch leichtfüßig. Man merkt den Schauspielerinnen und Schauspielern, wie überhaupt allen Teilhabenden, die Freude an der Arbeit an. Ohne Berührungsängste widmen sie sich ihrem Stoff. Gesprochen wird in Mundart, gedreht wird an Schauplätzen rund um den Heimatort der Künstlerin. Die Hauptrollen obliegen Tobias Markstein und Laura Seidel, die schon viele Jahre lang zum Kern der künstlerischen Riege gehören. Untermalt wird das Ganze musikalisch von »hERZpochen«, einer kleinen Band, die sich im Zuge der Filmarbeiten gründete. Auch hier mischen die Marksteins mit: Ramona und Tobias Markstein werden unterstützt von Heiko Gödel, einem befreundeten Violinisten.

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ERDMÖBEL WEIHNACHTEN

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STOPPOK SOLO

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SIMONE SOLGA

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STEPHAN BAUER

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Teamwork Neben Ramona Markstein, Tobias Markstein und Laura Seidel (v.l.n.r.) haben noch weitere 20 Laiendarsteller am Film mitgewirkt.

Gemeinsam entsteht eine moderne Version der Sage rund um den Kärrner Anton. Zunächst ist dies vor allem eine tragische Geschichte. Denn großes Unglück erwartet den jungen Burschen, wo eigentlich das Weihnachtsfest und die Hochzeit vor der Tür stehen. Kurz vor dem Christabend macht sich der fahrende Händler noch einmal auf den Weg, um einige letzte Waren auszuliefern. Doch er kehrt nie zurück! Am nächsten Morgen macht sich die Braut auf die Suche nach ihrem Geliebten. Und sie verzweifelt darüber, ihn nicht finden zu können. Aus diesem zugrundeliegenden Handlungsfaden wird bei Ramona Markstein ein fiktives Märchen gesponnen. Ihr Film verbindet Legende und Poesie, Landschaft und Leute.

Geheimnisvoll

Tierisch gut Besonders viel Freude hatten die Regisseurin und ihr Team an der Arbeit mit Husky »Spike«.

EIN HERZENSPROJEKT Für Ramona Markstein war die Arbeit an dem Projekt eine Herzensangelegenheit. Vor vielen Jahren wurde sie, eher zufällig, bei Heimatforschungen auf die Erzählung aufmerksam. Zunächst hatte die Künstlerin die Idee, die Geschichte durch ein Theaterstück bekannter zu machen. Monatelang lag das Skript jedoch unvollendet in einer Schublade. Erst die Pandemiezeiten im Jahr 2020 und der damit verbundene Lockdown führten schließlich zu einer Ausarbeitung. Mit dem Drehbuch sollte die Sage kreativ gedeutet und digital vermittelt werden.

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Dies war auch eine Bereicherung für die Künstlerin, wie sie betont: »Man lernt bei jedem neuen Dreh dazu und entwickelt sich mit dem Film. Am spannendsten waren diesmal für mich die Szenen mit Husky und Pferd. Da musste man einfach schauen, was können und wollen die Tiere mitmachen. Dann muss genug Material gefilmt werden, damit man im Schnitt etwas Passendes daraus entwickeln kann.« Ramona Marksteins Augen leuchten vor Begeisterung. Und mit Fug und Recht darf behauptet werden: Es hat sich gelohnt. Eindrucksvoll erhebt sich die Silhouette des »Panzerreiters« vor stahlblauem Himmel. Flink jagt der Hund mit seinem Schlitten durch die verschneite Winterlandschaft. Das Filmteam beweist hier einen dezidierten Blick für Details. Obwohl es sich um eine Arbeit von Laien handelt, wird an jeder Einstellung intensiv gefeilt. STADTLEBEN K U N S T & K U LT U R

Stück für Stück entsteht der Film als Gesamtbild. Einfallsreichtum trifft auf Engagement. Am Schluss kann sich jeder der Beteiligten in dem kleinen Kunstwerk wiederfinden. »Es ist einfach herrlich, was jeder einzelne Spieler aus seiner Rolle macht«, berichtet die Regisseurin. »Ich lasse da gern Raum für eigene Ideen und bin immer wieder überrascht, wie der Film dadurch eine besondere Dynamik bekommt.«

NEUES AUS DER IDEENSCHMIEDE Auch in Zukunft bleibt es spannend: »Bis Weihnachten dieses Jahres, wo auch der gesamte Film auf YouTube kommen soll, wollen wir noch ein paar Liedauskopplungen veröffentlichen. Für unsere Musik kreieren wir regelmäßig kurze Videoclips. Das sind schöne übersichtliche Settings, wo ich experimentieren kann«, erzählt Ramona Markstein. »Für ein größeres Projekt werde ich erst einmal wieder Ideen und Kraft sammeln müssen, aber vielleicht gibt es nächstes Jahr einen kleinen Kurzfilm zu einer weiteren Sage. Da will ich aber nicht zu viel verraten oder versprechen. Auf jeden Fall ist Film ein interessantes Medium, um Bilder, Töne und Geschichten miteinander zu verflechten und wenn am Set die Mitwirkenden Spaß haben, in andere Rollen und Welten zu schlüpfen, dann ist das ein schöner Ausgleich zur alltäglichen Routine.« « RAMONA MARKSTEIN

Der Waldgeist ist eine im wahrsten Sinne des Wortes sagenumwobene Gestalt, die auch im Film auftaucht.

Als schaurig schönes Wintermärchen ist »Anton – Die Kärrnersage« ein Ausflug für die Sinne. Der Film entführt in eine Welt der Mythen und Legenden. Manche Zuschauerinnen und Zuschauer aus der Region dürfen sich freuen, wenn sie Schauplätze oder Darsteller wiedererkennen. Generell hat das Werk für Groß und Klein viel zu bieten. Von der urigen Atmosphäre im »Durstigen Dachs« lässt sich nicht nur der Protagonist Anton verzaubern, auch als Betrachter möchte man sich zu der geselligen Runde an den Tisch setzen. Lieder wie »Myrte, Samt und Rosen« versprechen einen Ohrwurm. Es ist der Filmcrew zu wünschen, dass sie mit derselben Leidenschaft noch weitere gemeinsame Projekte verwirklichen kann. Wunderschöne cineastische Bilder und vielschichte Geschichten warten auf ihre Umsetzung. Die Arbeit von Ramona Markstein und ihrem Team zeigt, dass es für einen guten Film vor allem eines braucht – Passion. Es geht darum, etwas erzählen zu wollen. Es geht darum, Menschen mit Geschichten zu erreichen. Während draußen der Schnee in dichten Flocken fällt, kann man es sich drinnen gemütlich machen. Die Füße werden hoch-, eine weiche Decke über die Beine gelegt. Es duftet nach Spekulatius. In den Fenstern leuchten die Schwibbögen. Und für den heimischen Kinoabend wird empfohlen: Die Kärrnersage.

Text Dorothea List Fotos Ramona Markstein Info www.anton-sagenfilm.blogspot.com



Elisabeth Decker 90 JAHRE KUNST IN ZWICKAU

Elisabeth Decker wurde am 22. Juli 1931 geboren. In diesem Jahr gratulieren wir ganz herzlich zum runden Geburtstag. Ihre ausdrucksstarken Bilder zeigen vor allem Landschaften, aber ebenso Architektur, Porträts und Stillleben. Die Naturgewalten sind bei Elisabeth Decker immer mit tiefen Emotionen verbunden. Ihre Bilder sind stimmungsvoll. Sie erzählen von Lebensfreude und Trauer, von Leidenschaft und von stillen Momenten.

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as beinhaltet das künstlerische Werk von Elisabeth Decker? Es sind Wanderungen durch die Gegenwart und durch ihre Erinnerungen. Es sind Spaziergänge entlang von steilen Küsten und wilden Stränden. Es sind Bilder der stürmischen See. Schaumkronen tanzen auf dem Wasser, Wellen brechen sich an bizarren Felsformationen. Elisabeth Decker zeigt uns das kühle, blaue Wasser vor der irischen Steilküste. Hier trifft der Atlantik mit voller Wucht auf das Festland. Man meint das Rauschen des Ozeans zu hören, die Sturmböen zu spüren. Es sind Berge und Licht, auf Leinwand gebannt. STADTLEBEN K U N S T & K U LT U R

ZWICKAU ALS ZENTRUM Elisabeth Decker ist eine Grande Dame der Zwickauer Kunstszene. Seit vielen Jahrzehnten prägt sie die Region mit ihrem kreativen Schaffen. Geboren wird sie 1931 in Dux, sie wächst in Nordböhmen auf. Nach ihrer Ankunft in Zwickau beginnt die damals 16-Jährige eine Ausbildung an der legendären Mal- und Zeichenschule unter Leitung von Carl Michel. Von 1949 bis 1991 arbeitet sie als Lehrerin, hauptsächlich als Kunsterzieherin. Nebenbei ist sie stets freischaffend tätig. In den 1960er Jahren gehört sie zu den Gründungsmitgliedern des Förderstudios für Malerei und Grafik in Zwickau.

ELISABETH DECKER


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Nach dem Ende ihrer beruflichen Verpflichtungen widmet sie sich vollkommen der Kunst. Hierbei entwickelt sie sich mit enormen Schaffensdrang zu einer der wegweisendsten Künstlerinnen Westsachsens. Im Mittelpunkt steht dabei auch die enge Freundschaft zu ihrem Mentor Karl Heinz Jakob. Ihre Anfänge sind dementsprechend stark von der Stilrichtung des Realismus beeinflusst. Das künstlerische Oeuvre von Elisabeth Decker spiegelt das Leben in allen Facetten. Auf diese Weise verdeutlicht sich ihr ganz eigener Stil. Ihre Arbeiten werden mit den Jahren abstrakter, expressiver. Die kontinuierliche künstlerische Tätigkeit sowie ein breit gefächertes Ausstellungsportfolio machen sie bekannt. Im Jahr 1992 wird sie mit dem ChristophGraupner-Kunstpreis für Malerei und Grafik des Landkreises Zwickau ausgezeichnet. Seit 1996 ist Elisabeth Decker Mitglied des Chemnitzer Künstlerbundes e.V. und des Bundesverbandes Bildender Künstler.

30.1.2022 15-18 UHR

WASSERSCHLOSS KLAFFENBACH

Lassen Sie sich am Sonntag vor dem Lichtmessfest noch einmal vom Zauber der Weihnacht gefangen nehmen, erleben Sie ein weihnachtliches Lichterspektakel und genießen Sie den letzten Weihnachtsmarkt der Saison. Rolf Ein besonders persönliches Bild ist die Zeichnung ihres verstorbenen Mannes Rolf Decker

KUNST ALS BIOGRAPHIE

FACETTEN VON 90 JAHREN

In manchen Bildern der Künstlerin lassen sich eindeutig Details ihres Lebenslaufes wiederfinden. Ganz offensichtlich ist das beispielsweise bei dem Porträt ihres Mannes Rolf Decker, dessen Wesen sie mit starkem Bleistiftstrich eingefangen hat. Elisabeth Decker verarbeitet dabei Schmerz und Hoffnung. Sie beschäftigt sich mit dem Verlust eines geliebten Menschen und dem Überdauern der Liebe, mit dem Verlust der alten und der Entstehung einer neuen Heimat. Ihre Werke sind, jedes für sich, voller Sehnsucht und voller Kraft. Für Elisabeth Decker ist die Kunst eine Möglichkeit, die Welt kennenzulernen und zu verstehen. Das hat die Malerin fortwährend angetrieben. Für sie ist es eine Spurensuche. Sie möchte mit Pinsel und Stift, mit Leinwand und Papier den Dingen auf den Grund gehen. Es geht ihr darum, das Leben zu beschreiben. Das kreative Wirken hat sie immer begleitet. Die Kunst ist ihr Lebensmittelpunkt. Ihre Bilder sind ihre Biografie.

In ihrer Wohnung stapeln sich zahlreiche Bilder, hunderte Skizzenblätter, kleine und große Werke. Was für eine Vielfalt! Oftmals findet Elisabeth Decker ihren Ausdruck in Mischtechniken, gern nutzt sie Acrylfarben. Hierbei scheut sie sich nicht vor starken Kontrasten und intensiven Tönen. In ihren Arbeiten finden sich dunkle Felsschluchten, durch die sich helle Sonnenstrahlen ihren Weg bahnen. Elisabeth Decker widmet sich dem Abendrot und der Morgensonne. Für sie sind dies Sinnbilder. Es sind gemalte Gleichnisse, die entschlüsselt werden sollen. Nicht zufällig widmet sich Elisabeth Decker häufig dem Sujet »Stein« oder »Fels«. Ein Berg steht für Standhaftigkeit, für Beständigkeit, für Unverrückbarkeit und Unerschütterlichkeit. Ebenso, wie die Risse in eben jenem Gestein für das Aufrütteln unserer fest verankerten Gewissheit stehen. Daher stehen diese Konturen auch bei der Malerin für bedeutende Momente. Jeder Riss ist eine Lebenslinie. Jeder Kiesel ist ein Meilenstein. Man sollte sich in die Tiefe dieser Naturlandschaften fallen lassen, ihren Emotionen und Zeichen folgen.

Voller Lebensfreude Auch mit 90 Jahren steckt Elisabeth Decker noch voller Energie

15.01.22 Holger Biege – Das Leben eines Ausnahmekünstlers 23.04.22 Musikalische Lesung mit Dirk Zöllner & André Drechsler Tickets im Wasserschloß Klaffenbach, Tel. 0371 26635-0 sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.c3-chemnitz.de

Es ist ein eindrucksvolles Werk. Im wahrsten Sinne des Wortes eindrucksvoll – voller Eindrücke. Denn Elisabeth Decker kann viel erzählen. Ihre Bilder plaudern, offenbaren. Sie flüstern und veranschaulichen. Sie schildern ein Leben. Und bei 90 Jahren, da gibt es wirklich viel zu berichten.

Text Dorothea List Fotos Dorothea List Info www.elisabeth-decker.de

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I N A LT E N B U R G H I N T E R D I E T H E AT E R - K U L I S S E N G E S C H A U T

Müßig zu versuchen, die Frage zu beantworten, ob etwas in einem Alter von 150 Jahren noch jung oder schon alt ist; Eiben zum Beispiel können auch bei uns bis zu 1.000 Jahre alt werden, da sind 150 Jahre wenig. Schildkröten wiederum, die wirklich alt werden, gehören mit 150 Jahren, sollten sie die erreichen, zu den Greisen. Dass ein Theater, das seinen 150. Geburtstag begeht, tatsächlich noch jung sein kann, sieht man im thüringischen Altenburg.

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s ist ein Sonntag Mitte Oktober. Im Theaterzelt in Altenburg, eines von insgesamt fünf Spielstätten des Theaters, das gemeinsam mit dem Theater in Gera betrieben wird, haben sich ungefähr dreißig Theaterenthusiasten versammelt, um der öffentlichen Buchpräsentation anlässlich der Herausgabe der Festschrift zum 150. Geburtstag des Theaters zu lauschen. Das Theaterzelt agiert als Interimsspielstätte, denn ofFelix Eckerle fensichtlich ist auch in Altenburg, wie an so Chefdramaturg des Theaters Altenburg. vielen anderen Theatern, das eigentliche Haus in einer aufwändigen Sanierungsphase. Auf der Bühne des Theaterzeltes steht unter anderem Felix Eckerle, seines Zeichens Chefdramaturg des Theaters und Mitherausgeber des Buches. Man merkt dem 1970 in Karlsruhe geborenen Eckerle seine Begeisterung für das Thema Theater an. Eckerle hat unterschiedlichste Theater kennengelernt, ehe er im Sommer 2011 Chefdramaturg am Theater Altenburg Gera wurde. So führte ihn sein beruflicher Werdegang unter anderem auch an die Semperoper nach Dresden, an das Schauspiel Frankfurt, das Theater Baden-Baden, das Mainfranken Theater Würzburg oder das Stadttheater Fürth. Tatsächlich gelingt es ihm mit seinen Gesprächspartnern an diesem sonnigen Sonntagmorgen einen weiten Bogen zu spannen, der von der eigentlichen Theatergeschichte bis zur heutigen Zeit reicht – sozusagen bis zur Bedeutung des Theaters für die Gegenwart.

EINE FESTSCHRIFT, DIE ES IN SICH HAT Theater hat in Altenburg eine lange Geschichte, eine Geschichte, die deutlich weiter in die Vergangenheit reicht, als ausschließlich 150 Jahre. Überliefert ist zum Beispiel, dass bereits 1619 unter Leitung des damaligen Rektors Schülertheateraufführungen stattfanden. Vorgänger des heutigen monumentalen Theaterbaus waren das Hoftheater im Schlosspark oder das Komödienhaus in der Pauritzer Gasse.

Der Auftrag für den Bau eines neuen Theaters ging 1868 von Herzog Ernst dem I. aus, der den Geheimen Baurat Julius Robert Enger mit den notwendigen Planungen beauftragte, denn das alte Theater im Schlossgarten genügte in keiner Weise mehr den Anforderungen eines geordneten Theaterbetriebs. Enger galt als Schüler Gottfried Sempers und er hatte am Bau des Königlichen Hoftheaters, der heutigen Semperoper in Dresden, mitgewirkt. Ähnlich imposant sollte auch das Theater in Altenburg werden. Enger aber erkannte wahrscheinlich, dass seine Erfahrungen für solch einen Monumentalbau nicht ausreichen würden, weshalb im Frühjahr 1869 der Leipziger Architekt Otto Brückwald in das Projekt eingebunden wurde. Die eigentliche Theatergeschichte begann am 16. April 1871; an diesem Tag wurde das Herzogliche Hoftheater Altenburg, so die damalige Bezeichnung, eröffnet. Es war die erste Theaterneugründung im deutschen Kaiserreich, welches ja genau in jenem Jahr und nur wenig vorher durch die Kaiserproklamation im Spiegelsaal von Versailles aus der Taufe gehoben worden war. Das im Verlag »Theater der Zeit« erschienene Buch beleuchtet schlaglichtartig die wechselvolle Geschichte des Hauses, das sich in fünf unterschiedlichen Gesellschaftssystemen behaupten musste. Und nicht nur einmal musste das Theater als Repräsentationsort politischer Macht herhalten. Aber auf der Theaterbühne, dies macht das Buch sehr deutlich am Beispiel der Ring-Inszenierung Wieland Wagners in den Jahren 1943/44, wurden auch eigene Positionen bezogen; ein Unterfangen, was gerade in jener Zeit nicht leicht gewesen sein dürfte. Politisch stand das Haus ganz in den Diensten der Propaganda der Nationalsozialisten, und trotzdem ging der Wagner-Enkel ästhetisch neue Wege, die heute gleichsam als Tor in die Nachkriegsmoderne gelten. Das Buch an sich genügt sowohl einem hohen akademischen Anspruch, beinhaltet es doch eine Vielzahl aufwändig recherchierter Fachbeiträge, die einen durchaus wissenschaftlichen Charakter verkörpern. Daneben ist es aber auch reich bebildert und beinhaltet einen umfassenden, chronologisch geordneten Teil aller Premieren von 1871 bis 2020. Besondere Lesefreude bereiten aber auch die Statements Altenburger Künstlerinnen und Künstler, die fragebogenartig ihr Verhältnis zu dem Altenburger Haus artikulieren. Insofern hat das Buch wohl auch eine populärwissenschaftliche Bedeutung und dürfte auch für Menschen interessant sein, die sich einfach an »ihrem« Theater in Altenburg erfreuen und vielleicht auch Stolz empfinden, dass es dieses Haus gibt.

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DIE ROLLE DES THEATERS Neben der Buchpräsentation, die Felix Eckerle souverän moderiert, bleibt noch ein wenig Zeit, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Ich spreche ihn noch einmal auf die auch im Buch geschilderten Umbrüche durch wechselnde politische Systeme an. Eckerle gibt mir recht, dass das tatsächlich Zäsuren waren, die einschneidend gewirkt haben – aber der prägendste Einschnitt der bisherigen Theatergeschichte war tatsächlich die Coronapandemie. Nachdenklich blickt er zurück: »Die Coronapandemie war in der 150-jährigen Geschichte des Theaters Altenburg der größte Einschnitt, den wir verzeichnen mussten. Seit dem 14. März 2020 konnten wir nicht mehr so spielen, wie gewohnt. Von März bis Mai 2020 sowie von November 2020 bis zum 3. Juni 2021 mussten wir unseren Spielbetrieb und monatelang auch unseren Probenbetrieb einstellen. Dazwischen haben wir unseren Spielbetrieb auf kleinere Formate umgestellt, um den Hygieneregeln gerecht zu werden. Außerdem sollte und soll der Spielplan Bezug nehmen auf die Ausnahmesituation, wie wir sie seit dem Ende des 2. Weltkriegs nicht mehr hatten. Auch in den Zeiten der Schließung sind wir mit digitalen Formaten präsent geblieben – eigenen Angeboten wie »Auf der Seitenbühne«, Rundfunkaufzeichnungen in Kooperation mit DLF Kultur und MDR Kultur sowie Filmen in Kooperation mit TV Altenburg. Nachdem es uns bis zum 3. Juni 2021 verboten war zu spielen, haben wir den Spielbetrieb am 4. Juni in Altenburg und Gera wieder aufgenommen und unter Verzicht auf die übliche Sommerpause bis zum 29. August durchgespielt. Direkt im Anschluss daran hat die Spielzeit 2021/22 begonnen. Das Publikum war und ist sehr dankbar für unsere vielfältigen Spielplan-Angebote. Aufgrund von coronabedingten Limitierungen der Besucherzahlen konnten wir jedoch nicht die ansonsten üblichen Platzkapazitäten in den Verkauf geben.« In dem Zusammenhang interessiert mich ganz besonders, ob und wie das Publikum mit dieser pandemiebedingten Zwangspause umgegangen ist und ob es das »neue Theater« wieder in ähnlich euphorischer Art und Weise in Beschlag genommen hat, wie das vor Corona gewesen ist. Felix Eckerle, der diese Frage fast erwartet zu haben schien, lässt keinen Zweifel daran, dass man in Altenburg regelrecht stolz sei auf das Publikum, welches den ambitionierten Spielplan schon immer gut angenommen habe. Die Herausgeber des Buches Felix Eckerle (links) und Harald Müller im Gespräch.

Das Theaterzelt ... ... befindet sich in unmittelbarer Nähe des Großen Teiches, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die Stadt genießen kann.

DIE FRAGE, DIE IMMER GESTELLT WIRD Natürlich kommen wir auch auf Themen von Ökonomie und Wirtschaftlichkeit in unserem Gespräch. Über den relativ geringen Kostendeckungsgrad von Theaterbetrieben kann man ja landauf, landab in jeder Zeitung lesen. Meine Frage lautet also ganz konkret, ob Theater auch außerhalb der Ballungszentren aus Sicht des Chefdramaturgen eine Zukunft hat und wie die aussehen könnte. Felix Eckerle lässt keinen Zweifel an der Zukunft des Theaters auch außerhalb der Ballungszentren. Wichtig sei, dass es für die Menschen relevant bleibe. Und Relevanz bedeute regionale Verwurzlung und überregionale Ausstrahlung. Das Theater sei dazu da, Diskurse anzustoßen und aufzunehmen, ambitioniert und vielfältig, kreativ, aber nicht überheblich.

DAS BESONDERE AM THEATER Auf der Rückfahrt von meinem Termin in Altenburg habe ich ausreichend Zeit, mir zu dieser Frage Gedanken zu machen. Ich lasse meine eigenen Theaterbesuche, die mich schon in viele Häuser dieser Republik geführt haben, so neben Altenburg nach Chemnitz, Freiberg, Döbeln, Annaberg-Buchholz, Dresden, Leipzig, Potsdam, Schwerin, Berlin natürlich und weitere Häuser, Revue passieren. Ja, im Zuschauerraum eines Theaters herrschen ein ganz eigenes Klima und eine eigene Atmosphäre – das beginnt beim Knarren der Sitze und setzt sich über das Tuscheln und Räuspern, bevor der Vorhang sich öffnet, fort. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille, fällt mir ein. Viel wichtiger ist es, dass Denkanstöße vermittelt werden und Diskussionen in Gang kommen … Theater wird von der Gesellschaft, in der es sich befindet, geprägt und im Gegenzug prägt es dieselbe auch. In diesem Sinne sind dem Theater in Altenburg noch mindestens 150 weitere Jahre zu wünschen. Text Stefan Tschök Fotos Ronny Ristok Info www.theater-altenburg-gera.de

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DAS LEISE IM LAUTEN

Namhafte Künstler wie Max Prosa, Clueso, Elif, Daniel Hope oder seit Neuestem auch das Söhne Mannheims Jazz Department schwören auf seine talentierten Hände am Piano und legen das Gelingen ihrer Livekonzerte gern in eben jene. Nun bringt der gebürtige Zwickauer Sascha Stiehler sein erstes Soloalbum heraus und beweist damit einmal mehr: Provinz ist ausschließlich das, was man selber draus macht.

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enn man mit fünf, sechs Jahren, also wirklich in Kindertagen mit Klavierspielen beginnt, dann passiert das natürlich nicht mit dem Ziel irgendwann Musiker zu werden, echte Leidenschaft könne man aber dennoch entwickeln, sagt Sascha Stiehler und er muss es wissen. Der Wahlleipziger beherrscht sein Instrument wie kaum ein anderer. Man müsse sich das ein bisschen vorstellen wie beim Sport, zeige man Talent und habe man einen guten Lehrer, dann würden auch relativ schnell andere Leute auf einen aufmerksam und dann beginne es Spaß zu machen. »Dann hast du auch kleine Auftritte, spielst mal was vor und merkst: Ich stell mich nicht ganz so blöde an. Deshalb habe ich das Ganze immer ernsthaft betrieben und war nie so der, der gedacht hat, na ja ich muss jetzt. Ich hatte immer Bock drauf, dieses Instrument zu spielen.« Bereits mit 12 Jahren verliebt er sich in den Jazz, »davor hatte ich nur Klassik gespielt, aber das ist natürlich eine super Voraussetzung vom Handwerklichen her. Ich hatte aber auch Bock, mich auf dem Instrument selber auszudrücken. Das ist etwas, was sich bis heute durchzieht, ich versuche eine eigene Stimme auf dem Instrument zu finden. Obwohl die 88 Tasten natürlich für alle zunächst einmal gleich sind.«

LEHRJAHRE Es sei ein fast spielerischer Zugang zum Jazz gewesen, beschreibt er das jahrelange Üben als unbeschwerten kindlichen Zeitvertreib. »Natürlich war ich ja kein Sänger, der getextet hat, sondern ich habe nach einer Musikrichtung gesucht, in der ich mich ausdrücken kann, und das war Jazz in seiner Improvisation. Das hat mich wahnsinnig begeistert.« Seine schulische Ausbildung nimmt in weiterer Folge mit dem Besuch der Musikspezialklasse des Zwickauer »Clara-Wieck-Gymnasiums« auch immer konkreter Formen an. »Parallel hatte ich noch Unterricht am Konservatorium und dann bot sich die Gelegenheit, in Leipzig an der Musikhochschule eine Nachwuchsförderklasse zu besuchen. Dafür musste man vorspielen, ich wurde genommen und hatte dadurch die Möglichkeit, schon als Jungstudent bei den Profs Unterricht zu haben. Gerade im Bereich Jazz gibt es ja nicht so viele. Für mich war das mega und ich hatte mit einem Mal unfassbar viel Input. Als junger Mensch, du willst einfach immer nur essen, essen, essen - du brauchst überall Futter. Und da gab es so einen amerikanischen Jazz-Professor, der Typ steht in jedem Jazzlehrbuch, der hat mit Chet Baker und Stan Getz gespielt und ich war 16 oder 17 Jahre alt und plötzlich war das mein Lehrer. Ich hatte gefühlt gerade angefangen, mich für diese Art von Musik zu interessieren und plötzlich hast du so eine Legende vor dir sitzen ...«, erinnert sich Sascha lebhaft. Vielleicht war es genau dieser Moment, der den Weg vorzeichnete. Nach dem Abitur zog es ihn nach Leipzig, wo er sein Studium im Fach Jazzpiano u. a. bei eben jener Jazz-Legende, Prof. Richie Beirach, absolvierte.

TALENT, FLEISS UND EIN QUÄNTCHEN GLÜCK Bei allem Rüstzeug ist es dennoch immer auch eine kleine Portion Glück, die den Unterschied macht, weiß der heute 33-jährige Pianist. »Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um die richtigen Leute kennenzulernen. Nichts ist schlimmer, als dass dein Talent verborgen bleibt. Ich glaube aber auch, dass man Glück bis zu einem gewissen Grad erzwingen kann.«, fügt er augenzwinkernd an. »Vor allem wenn man in einer Sache richtig gut ist, weil sich dann eben nicht nur eine Möglichkeit bietet, sondern viele und ich glaube das ist etwas ganz Entscheidendes. Mein Duo-Partner Antonio Lucaciu und ich, wir waren immer superumtriebig. Wir sind einfach in die Welt gezogen und haben alle ›vollgequatscht‹«. Auf gut Deutsch: Klappern gehört zum Handwerk. Natürlich seien die Künstler mit denen das Duo zusammenarbeitet am Ende selber auf sie zugekommen, das müssen sie auch. »Aber wichtig für einen Musiker – fern ab von dieser Voice of Germany oder DSDS-Denke – ist das Netzwerken in Kunst und Kultur. Das ist ein ganz entscheidender Punkt, den wir schon sehr früh verfolgt haben. Wir haben unsere eigene Band gegründet, unser eigenes Booking, haben ein eigenes Label aus dem Boden gestampft, haben sogar einen eigenen Klub in Leipzig gegründet. Und vieles davon geht auch schief und das muss es auch.« Also ist Scheitern ein Teil des Weges? »Auf jeden Fall, aber du lernst darüber wieder andere Leute kennen. Beispielsweise haben wir über Jan Roth (Kompass 06/2018, Anm. d. Red.), der uns mit nach Erfurt genommen hatte, Clueso kennengelernt. Der saß da einfach so mit rum. Am Ende haben wir abends in seiner Bude Minigolf gespielt.«

»... wichtig für einen Musiker (...) ist das Netzwerken in Kunst und Kultur ... Das ist ein ganz entscheidender Punkt, den wir schon sehr früh verfolgt haben.« 12 1221 21 bis bis 02 0222 22

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Natürlich gebe es auch Gegenden, wo Kunst und Kultur noch eine ganz andere Szene haben, ganz anders gestärkt sind, beispielsweise in Berlin oder Köln. Aus manchen Regionen wiederum sei es eben ein bisschen weiterer Weg, weil dort eben nicht an jeder Ecke jemand sitze, der sagt: Ich erkenne dein Talent. Würdest du also sagen, es macht durchaus Sinn, in Städte zu gehen, wo das kulturelle Leben eher blüht als hier in der »Provinz«? »Teils ja, teils nein. Ich wohne seit Abschluss der Schule in Leipzig und bei mir gab es natürlich auch die Überlegung: Ziehst du jetzt noch mal woanders hin? Vielleicht nach New York zum weiterführenden Studium, das bot sich für JazzKlavier an oder gehst du nach Berlin? Aber im Leben gehts ja eigentlich darum, Wurzeln zu schlagen. Der entscheidende Punkt war, dass ich gemerkt habe, wenn du irgendwann im Leben die Leute gefunden hast, die dich zu einem besseren Menschen oder zu einem besseren Musiker machen, dann bleibe bei ihnen. Klar gibt es in New York auch Wahnsinnsmusiker, aber es geht ja nicht darum, ob die vielleicht besser sind, sondern darum, wenn ich mit denen zusammenspiele, ob das dann besser ›klingt‹? Und ich hatte immer das Gefühl, ich bin hier am richtigen Ort.«

SOLOPIANO Nun also das erste Soloalbum. Schon der Titel präsentiert sich ebenso schlicht wie anmutig. Und von anmutiger Schönheit sind auch die Kompositionen auf dem Debüt eines Komponisten, den man im wahren Leben eher als überschwängliche Frohnatur denn als leisen Schöngeist beschreiben würde. Musik im Widerspruch zur Person? Oder vielmehr die Manifestation eines Teils der Stiehlerschen Persönlichkeit im Klavierspiel verwirklicht, wie es Musikerkollege und Songpoet Max Prosa so treffend formulierte? Was auch immer es ist, es ist magisch, unglaublich beruhigend, perlt wie frischer Morgentau und es fühlt sich unsagbar leicht an ... »Ja, meine Musik steht, wenn man sie hört, schon in einem gewissen Widerspruch zu meiner Person. Ich bin einfach superlebendig, ich durfte hier in Zwickau nicht mal auf die städtische Grundschule, sondern musste aufs Dorf nach Königswalde, weil alle sagten: Der Junge ist hyperaktiv. Und das zieht sich bis heute durch. Meine Musik ist also ein bisschen so, als höre man einem lauten Typen dabei zu, wie er leise ist. Genau diesen Teil wollte ich in meine Musik packen. Ein ganz wichtiger Punkt war diese Leichtigkeit. Das ist wie ein Zaubertrick, der Magier übt den Trick so unfassbar lange, bis die Illusion perfekt ist.« Entstanden ist ein Album, dass den Zuhörer nicht nur auf sanfte Weise erdet, sondern der vom Alltag gebeutelten Seele wahrlich guttut. Ein dreißigminütiger Kurztrip vom Rauschen des Meeres bis hin zum Klang der Nacht. Eine Liebeserklärung an ein Instrument, das für die allermeisten Menschen nur 88 Tasten hat, durch ihn aber tatsächlich mit einer eigenen Stimme klingt.

PROGRAMMHINWEIS Live erleben können Sie Sascha Stiehler gemeinsam mit Antonio Lucaciu anlässlich ihrer Weihnachtstour am 12. Dezember 16.30 Uhr und 19.30 Uhr in der Versöhnungskirche in ZwickauPlanitz. Das neue Programm des Duos Stiehler/Lucaciu ist abgestimmt auf die Akustik und Räumlichkeit dieser ausgewählten Spielorte. Gerade die sphärische Musik der beiden wird sich auf besondere Art und Weise entfalten. Die zwei Leipziger sind virtuose Geschichtenerzähler auf ihren Instrumenten. Deine Fantasie sind ihre Texte! Duo Stiehler/Lucaciu stehen für instrumentalen Pop mit Saxophon und Klavier, Musik zwischen dem Mut zum Augenschließen und Tobsucht im Sitzen. Als Gast präsentiert das Duo die Leipziger Sängerin Sarah Lesch. Sarah Lesch ist eine der großen Songwriterinnen der neuen deutschen Liedermacherszene. Sich berufend auf die Tradition, auf das »Geradeheraussprechen«, aber mit dem Blick und der Haltung im Jetzt, im Morgen.

»SOLOPIANO« Das Album von Sascha Stiehler ist am 12. November beim Label »Egolaut« erschienen

Text JoKri Fotos Sandra Ludewig

Verlosung auf Seite 92

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Info www.saschastiehler.de

« SASCHA STIEHLER


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»KÜNSTLICHE INTELLIGENZ« AUSSTELLUNG IM DEUTSCHEN HYGIENE-MUSEUM

Die neue Sonderausstellung »Künstliche Intelligenz: Maschinen - Lernen - Menschheitsträume« gibt einen Überblick darüber, in welchen Bereichen Künstliche Intelligenz heute bereits zum Einsatz kommt und über welche damit verbundenen Fragestellungen und Probleme in der Gesellschaft diskutiert werden muss. Ausgehend von den vorindustriellen Träumen von der intelligenten Maschine zeigt die Ausstellung, wie eng die Entwicklung und Anwendung von KI heute mit dem Ausbau ihrer globalen Infrastruktur zusammenhängt. Sie erläutert, wie das maschinelle Lernen funktioniert und sie verdeutlicht, inwiefern KI der menschlichen Intelligenz ähnelt und sich doch fundamental von ihr unterscheidet. Anhand zahlreicher Beispiele erfahren die Besucher:innen, wie der Einsatz von KI-Systemen unser Verständnis von Alltag, Mobilität, Arbeit, Gesundheit und Politik schon jetzt prägt und weiter verändern wird. Damit verbunden sind aber auch kritische Fragen an den Einsatz von KI: Welche Probleme können wir überhaupt mit KI lösen? Welche Entscheidungen wollen wir in die Hände von KI-Systemen legen? Wo wollen wir Grenzen ziehen? Künstliche Intelligenz wird heute als eine Schlüsseltechnologie im internationalen wissenschaftlichen und ökonomischen Wettbewerb betrachtet. Sie bietet aber auch Anlass für kontroverse Diskussionen. Denn einerseits ermöglicht und verspricht ihr Einsatz die effizientere, sicherere und bequemere Erledigung vieler komplizierter technischer Prozesse; andererseits ruft KI aber auch berechtigte Bedenken hervor: Nach welchen Kriterien trifft KI welche Entscheidungen? Wie verlässlich und neutral sind automatisierte Prozesse? Können unsere Privatsphäre und unsere informationelle Selbstbestimmung vor dem Zugriff von KI geschützt werden?

MARIE! ROMY! PETRA! (UA) Tanzstück von Annett Göhre über Marie Curie, Romy Schneider und Petra Kelly Plakatmotiv der Ausstellung Gestaltung: Dominik Schech

Auf 800 qm Ausstellungsfläche ermöglichen kulturhistorische Exponate, wissenschaftliche Objekte und Beiträge sowie audiovisuelle Medien differenzierte Einblicke in den aktuellen Entwicklungsstand von KI und den menschlichen Umgang mit dieser neuen Technologie. Darüber hinaus bieten internationale zeitgenössische Künstler:innen mit ihren Arbeiten Reflexionsangebote, um über den Einfluss von KI auf unser Zusammen-Leben nachzudenken. »Learning to See«, 2017, Computerinstallation li.: KI-Systeme lernen aus Beispieldaten, Formen und Farben abzuleiten und selbst Bilder zu generieren. Der türkische Künstler Memo Akten trainierte ein KI-System ausschließlich mit Abbildungen von Blumen, Feuer, Wasser, Wolken oder Sternen. Das System interpretiert daher alle Gegenstände, die durch die Kamera erkannt werden, als eines dieser Motive. So wird verdeutlicht, dass KI-Systeme neue Bilder nur auf Grundlage ihnen bereits bekannter Dinge generieren können. Foto Memo Akten

Sonderausstellung bis 28. August 2022

Deutsches Hygiene-Museum Dresden Lingnerplatz 1 01069 Dresden

In ihrem neusten Tanzstück Marie! Romy! Petra! (UA) widmen sich Ballettdirektorin Annett Göhre und das Ballettensemble des Theaters Plauen-Zwickau drei außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick nicht viel verbindet: Marie Curie, Romy Schneider und Petra Kelly. Was diese drei Frauen jedoch vereint, ist eine bedingungslose Hingabe an ihre Arbeit und visionäre Ziele, deren Strahlkraft bis heute anhält. In ihrer Choreografie spürt Annett Göhre der Stärke, Zerbrechlichkeit und den Widersprüchen dieser drei Persönlichkeiten nach. Auch musikalisch rückt der Abend weibliche Künstlerund Musikerinnen in den Fokus. Vorstellungen im Gewandhaus Zwickau: 28.01.2022 - 19.30 Uhr | 06.02.2022 18.00 Uhr | 25.03.2022 - 19.30 Uhr | 08.04.2022 - 19.30 Uhr | 18.04.2022 18.00 Uhr | 19.04.2022 - 19.30 Uhr Vorstellungen im Vogtlandtheater Plauen: 26.02.2022 - 19.30 Uhr | 05.03.2022 19.30 Uhr | 18.03.2022 - 19.30 Uhr | 29.03.2022 - 19.30 Uhr | 03.04.2022 15.00 Uhr | 14.05.2022 - 19.30 Uhr | 22.05.2022 - 18.00 Uhr www.theater-plauen-zwickau.de

Info www.dhmd.de

Theater Zwickau 0375 27 411 4647/4648 Vogtlandtheater Plauen : 03741 2813 4847/4848

AU S S T E L L U N G | T H E AT E R

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Foto Tijs van Leur // unsplash.com

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FANKLUB »


Aus Liebe zur Musik DIE REVOLUTION DER BEZIEHUNG VON MUSIKERN UND FANS

Mit Fanklub ist eine neue Digitalplattform gestartet, auf der Musikschaffende bestmöglich mit ihren Fans kommunizieren und zudem ein stabiles Einkommen generieren können – eine gute Alternative zu kostspieliger Werbung auf anderen Social-Media-Kanälen und ein Schritt in die richtige Richtung, um Künstler fair für ihre Arbeit zu entlohnen.

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ie »brotlose Kunst« – treffender könnte man die Pandemiemonate für viele Künstler tatsächlich nicht beschreiben. Denn wer sich als kleiner Act von Show zu Show und Aufnahme zu Aufnahme hangelt und die Musik mit Hingabe gar als Vollzeitjob ausübt, stand seit Frühjahr 2020 vermutlich zunächst einmal vor dem Nichts. Heutzutage, in denen viele kleine Bands höchstens Centbeträge mit Streaming verdienen, waren Live-Auftritte schließlich die beste Einnahmequelle.

Nicht nur für Clubbetreiber und Festivals waren die Monate, die hinter uns liegen, also eine schwierige Zeit. Besonders kämpfen mussten und müssen noch immer Acts, die ohnehin am Existenzlimit leben und arbeiten. Deshalb haben Andreas Jantsch, Arne Thamer und Sebastian Król die digitale Plattform Fanklub gegründet. Alle drei sind seit vielen Jahren fest in der Independent-Musikszene verankert und haben deshalb auch mitbekommen, wie hart die Branche von den pandemiebedingten Restriktionen getroffen wurde. »Die Idee, den Fanklub zu gründen, entstand vor etwa anderthalb Jahren, während des ersten Lockdowns. Die Managerin der lettischen Band Carnival Youth, Guna Zučika, hatte uns damals von ihrem Plan berichtet, einen exklusiven Klub mit Paywall für die Fans der Band zu gründen.« »Viele Musikfans wurden in den vergangenen Monaten dafür sensibilisiert, dass Bands nicht allein von Luft und Liebe leben. Ihnen wurde klar, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ihre Lieblingsbands alle zwei Jahre ein neues Album produzieren und ständig auf Tour kommen.« Denn auch Studiozeit oder das Fahren von Stadt zu Stadt ist teuer und will bezahlt werden. »Die meisten Fans wissen auch, dass die Streaming-Einnahmen den Wegfall von Tonträgerverkäufen bisher nicht kompensieren können.«

MUSIKALISCHES GRUNDEINKOMMEN ZU FAIREN REGELN Bereits kurz nach Beginn der globalen Ausbreitung des Coronavirus, genauer gesagt im April 2020, entstand daher die Idee zu Fanklub: Es brauchte eine Plattform für Bands und Fans, die Musikliebhabern unvergessliche Momente schenkt und Musikschaffenden zugleich ein regelmäßiges Einkommen verschafft, um ihnen etwas mehr Sicherheit bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zu geben. Seitdem hat die Idee Form angenommen und nach 16 Monaten Arbeit, Entwicklung, dem Schmieden und Verwerfen von Plänen konnte die Plattform Mitte September nun endlich starten. Bereits seit Ende August können Acts ihr eigenes Profil anlegen. Schon jetzt ist die lettische Indie-Band Carnival Youth dabei, die auf dem Eurosonic Festival mit dem The European Border Breakers Award ausgezeichnet wurde. Zudem ist unter anderem die Wiener Pop-Musikerin PIPPA und der niederländische Soul-Pop-Act The Cool Quest an Bord.

Foto Fanklub

DIE VORTEILE VON FANKLUB AUF EINEN BLICK • Faire Bezahlung für Musiker • Günstige Mitgliedschaft • Exklusive Einblicke hinter

die Kulissen

• Livestreams • Verlosungen und weitere

Fan-Aktionen

• Direkter Draht zu den

»Es gibt so viele treue Fans, die Konzerte waren gut verkauft. Doch jetzt ist alles abgesagt und ohne diese Einnahmen wird es schwer für uns.« - Guna Zučika

Lieblingskünstlern

Zusätzliche Einnahmequelle für Acts Auch Indie-Künstler, die nichts vom großen StreamingKuchen abbekommen und aufgrund der Corona-Krise keine Einnahmen hatten, können von dem Projekt profitieren. Foto Nick Moore // unsplash.com

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»LASS DICH VON DEINEN FANS TRAGEN ... « Die neue Plattform Fanklub ist ein völlig neues Konzept für Bands und Fans. Egal ob Newcomer oder etablierter Act, auf der Webseite haben Gruppen, DJs/DJanes und andere Musikschaffende die Möglichkeit, völlig kostenlos und mit wenig Aufwand und Zeit einen eigenen Fanklub zu eröffnen. Die Idee ist eine All-in-one-Lösung für alle, die Funktionen einer klassischen Bandwebseite mit den Vorteilen von Social-Media-Kanälen und Crowdfunding-Aktionen verknüpfen wollen. Der Spaß an der Musik und ihre Fans stehen dabei zu jederzeit im Vordergrund: Anders als bei den gängigen sozialen Medien, bei denen inzwischen sogenanntes Social Payment vorrangig den Betreibern der Plattformen nützt, liefert Fanklub eine faire Alternative, die allen nützt.

»Die Idee ist eine All-In-OneLösung ... « Die drei Gründer Hinter Fanklub stecken drei »alte Hasen« aus dem IndieShowgeschäft: Andreas Jantsch, Arne Thamer und Sebastian Król. Foto Fanklub

SO FUNKTIONIERT FANKLUB In den jeweiligen Fanklubs der Bands erhalten ihre Fans durch Abschluss einer Mitgliedschaft um 1,99 Euro pro Monat – oder freiwillig auch mehr – exklusive Einblicke hinter die Kulissen ihrer Lieblings-Acts. Sie können außerdem Livestreams erleben, aber auch an exklusiven Verlosungen und Umfragen teilnehmen. 90 Prozent der daraus generierten Erlöse gehen direkt an die Bands, wodurch sie ein regelmäßiges Einkommen zu fairen Konditionen erhalten. »Egal, ob gerade eine Pandemie die Tour verhagelt oder nicht.« Der Rest des Geldes dient dazu, die Plattform zu betreiben und weiter voranzutreiben – etwa, um die einzelnen Fanklubs der Künstler mit Interviews, Bandvorstellungen zu füttern und News aus der Musikbranche, Tutorials, Workshops durch ein eigenes Redaktionsteam erstellen zu lassen. Fanklub kooperiert darüber hinaus mit mehreren Musikfestivals und möchte in Zukunft auch eigene Events veranstalten.

Faire Konditionen Fanklub hebelt das unfaire Prinzip von gängigen Social-MediaKanälen aus – kleine Künstler müssen sonst für Werbung bezahlen, um ihre Fans zu erreichen. Foto Marc Olivier // unsplash.com

MEHR ÜBER DIE MACHER DES PROJEKTS Andreas Jantsch gründete 2005 das Wiener Indie-Label LasVegas Records, das auch Tourbusse und Proberäume vermietet. Arne Thamer und Sebastian Król betreiben aktuell die Musikfirma Backseat in Hamburg, eine PR-Agentur und Indie-Label. Zudem ist Backseat verantwortlich für das Musik-Booking des NORDENFestivals in Schleswig und für die Aktivitäten des tschechischen Musik-Exportbüros SoundCzech in Deutschland. Daneben sind Andreas, Arne und Sebastian mehr oder weniger professionell selbst als Musiker aktiv. »Uns drei verbindet die Nähe zu den Musiker*innen und Bands und der dringende Wunsch, sie in ihrer Leidenschaft zur Musik und der professionellen Vermarktung zu unterstützen. Wir hoffen, mit dem Fanklub einen Teil dazu beitragen zu können!« Den drei Gründern gefiel insbesondere der Ansatz der direkten Fan-Kommunikation und sie begannen, das Konzept größer zu denken: »Denn nicht nur Carnival Youth haben zahlreiche Fans und dennoch Schwierigkeiten, ihre Kunst auszuüben. Viele Medienberichte haben auf die prekäre Situation von Musiker*innen in der Pandemie aufmerksam gemacht. Auch wir wissen durch unsere jahrelange Arbeit in der Branche: Es ist ohnehin eine Kraftanstrengung, die Kosten einer Studioproduktion, Plattenherstellung, PR und Marketing wieder einzuspielen, und vom Geldverdienen haben wir dann noch gar nicht gesprochen. Die fehlenden Konzerteinnahmen treiben das Problem nur auf die Spitze und damit viele Musikschaffende an den Rand ihrer Existenz.«

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POSITIVES FEEDBACK BESTÄRKT DIE GRÜNDER

Deutsches Hygiene-Museum

»Fanklub macht es möglich, dass wir uns mit unseren Fans auf einem ganz neuen Level connecten können, und wir können es kaum erwarten, es zu benutzen.« - Carnival Youth (Band)

Maschinen — Lernen — Menschheitsträume »Ich finde, Fanklub ist eine ausgesprochen gute Idee – plus die Gründer zählen für mich mit zu den seriösesten Motherfuckers, die es in diesem gottlosen Biz gibt. Werde es also mehreren Künstlern, mit denen ich arbeite, weiterempfehlen. Free all Prisoners and let the good times roll!« - Stefan Redelsteiner (Manager / Lotter Label)

6. November 2021 —— 28. August 2022 Ausstellung

»Wir freuen uns sehr, dass aus der IndieSzene diese Plattform gestartet wird und wir sind gespannt, was am Ende rauskommt. Wir können uns natürlich momentan sehr gut vorstellen, dass wir das der ein oder anderen Band bei uns in der Agentur empfehlen werden!« - töchtersöhne (Label, Agentur)

»Ein Geschäftsmodell, das eigentlich nur Gewinner hervorbringen kann.« - Szene Hamburg

HOFFNUNG NACH DER KRISE Der Tiefpunkt, den viele durch die Corona-Krise erlebten, berge also auch die Chance auf einen Wandel, so die Macher. Daher sei genau jetzt die richtige Zeit für den Launch der Herzensidee Fanklub gewesen. »Es braucht ihn, weil die Musiker*innen hier mehr als nur ein Like zurückbekommen. Die sozialen Netzwerke verlangen den Bands viel finanzielles Investment ab, um alle Follower*innen wirklich zu erreichen. Im Fanklub hingegen erhalten die Bands die wohlverdiente Wertschätzung, auch für die zeitintensive Arbeit neben der Musik. Jeder Beitrag, den Bands in ihren Profilen teilen, erreicht jeden Fan.« »Wenn wir drei in diesen Tagen endlich wieder Bands auf der Bühne sehen und ihnen - wenn auch mit Abstand – zujubeln dürfen, dann wünschen wir uns, dass Fanklub ihnen Hoffnung verleiht. Wir wünschen uns, dass sich junge Musiker*innen durch Fanklub ermutigt fühlen, ihre Kreativität auszuleben; ohne die Sorge, davon nicht leben zu können.« Aber auch etablierte Bands sollen mit durch die Idee ein ideales Fanbase-Management-Tool an die Hand bekommen. Genre, Alter und Herkunft spielen für die Eröffnung des eigenen digitalen Fanklubs keine Rolle. »Fanklub steht für Offenheit, Vielfalt und Toleranz. Sexistische, rassistische, nationalsozialistische oder homophobe Inhalte dulden wir nicht.«

Text Kristina Baum Info www.fanklub.com

Lingnerplatz 1 • 01069 Dresden • Di – So 10 – 18 Uhr « FANKLUB

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David Ambarzumjan David

PINSELSTRICHE ALS ZEITFENSTER

Ein detaillierter Hintergrund, der das Weltall, eine Landschaft oder das Großstadtflair zeigt, plötzlich ein breiter Pinselstrich mitten auf dem Gemälde, der einen gegensätzlichen Einblick in eine andere Szenerie gibt das sind die Merkmale, die die Bilder David Ambarzumjans ausmachen und Unverkennbares wiedererkennbar machen. Der gigantische Pinselstrich enthüllt Vergangenheit und Zukunft. 12 21 bis 02 22

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er 22-Jährige hat sich mit seiner Serie »Brushstrokes in Time« (engl. soviel wie: Pinselstriche in der Zeit) seiner Faszination für die Natur in all ihren Facetten und deren Unvorhersehbarkeit verschrieben. In seinen Bildern stellt er mittels des Pinselstrichs zwei weitgehend unterschiedliche Landschaften zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten gegenüber.

DER PINSELSTRICH ALS PORTAL

Seine ersten Bilder von Pinselstrichen messen gerade einmal 20x20 Zentimeter. Darin sind natürliche Landschaften zu sehen, die den schwarzen und kalten Weiten des Weltalls gegenüber gestellt sind. »Ich wollte zeigen, wie vielseitig die Natur ist und wie unglaublich es ist, dass all dies aus nichts weiter als Staub im Weltall entstanden ist. Quasi ein Pinselstrich voller Leben auf einer leeren LeinA m bwand«, a r z u m j so a n Ambarzumjan. Um das Thema zu vertiefen, wie sich die Erde im Laufe der Zeit verändert hat, suchte er ein Mittel, um dies auch visuell darstellen zu können. Fasziniert von Zeitreisen aus Büchern und Filmen, kam ihm die Idee mit dem Pinselstrich, den man »als eine Art Portal nutzen könnte, um denselben Ort zu einer anderen Zeit zu erkunden. Das war für mich die perfekte Möglichkeit, mit Farben und Kontrasten zu experimentieren und mir verschiedene Szenarien für die Zukunft vorzustellen.« Was die technische Seite des Pinselstrichs angeht, ist das Setzen bzw. Malen dessen ein besonderer Augenblick. Denn zunächst malt Ambarzumjan den Hintergrund in all seinen Details und Farben, dann setzt er mit einem breiten Pinsel die Farbe auf und zieht den Pinselstrich über das Bild. Ist der Pinselstrich getrocknet, malt er darauf die entgegengesetzte Szenerie. Zurückerobern li. Seite: »Recover« - Öl auf Holz, 50x70 cm, 2019): Irgendwann wird die Stadt von der Natur zurückerobert – so die Vision.

Haie in Montmartre unten: »Sharks in Montmartre« - Öl auf Holz, 50x50 cm, 2020: Das bizarre und surreale Aufeinandertreffen von Hai und Hund in einer Fußgängerstrasse des Montmartre macht es für den Künstler so spannend, den Pinselstrich als Portal zu nutzen.

Streuner re.: »Stray« - Öl auf Holz, 50x50 cm, 2020): Wie würde sich die Landschaft durch den Menschen verändern? Der Pinselstrich offenbart es.

DIE BEDEUTSAMKEIT DES PINSELSTRICHS Ist der Pinselstrich ein Blick in die Vergangenheit oder in die Zukunft? Nach Ansicht des Künstlers kann der Pinselstrich viele verschiedene Bedeutungen haben: »Manchmal ist er eine Erinnerung an die Vergangenheit, manchmal eine Vorahnung dessen, was auf uns zukommen könnte. Er kann die Kraft und Widerstandsfähigkeit der Natur zeigen, aber auch, wie die Menschheit sie beeinflusst hat.«

Miniaturgemälde Eine Serie von 20x20 Zentimeter kleinen Ölgemälden, die die Schönheit und den Reichtum unserer Landschaften auf der Erde im Gegensatz zum kalten schwarzen Weltraum, wo alles anfing, verdeutlichen. (v.l.n.r.: »Ashun«, »Auronzo«, »Garni«, »Litus«; 2021)

Passend zur immerwährenden Debatte rund um die Auswirkungen des Menschen auf unseren Planeten trifft Ambarzumjan mit seinen Bildern den Nerv der Zeit, gehört doch der Künstler auch zur jungen Generation, die sich Sorgen um die Zukunft des Planeten macht: »Ich finde es faszinierend, aber auch besorgniserregend, dass wir es nach den Milliarden Jahren, in denen es die Menschheit nicht gab, geschafft haben, in so einer kurzen Zeit den Planeten so stark zu beeinflussen. Ich betrachte das Ganze gerne als einen Kampf zwischen Natur und Mensch um die Kontrolle über den Lauf der Dinge. Manchmal macht die Natur Dinge, über die wir keine Kontrolle haben, sie hält den Pinsel sozusagen mit fester Hand. Dann gibt es Zeiten in denen wir den Pinsel an uns reißen und das übermalen, was einmal war. Doch die meiste Zeit stoßen wir den Pinsel durch unser Handeln nur leicht an, aber merken anscheinend nicht, dass wir dabei Probleme schaffen, mit denen wir uns in Zukunft auseinandersetzen müssen.«

ÜBER DEN KÜNSTLER Die Malerei wurde David Ambarzumjan anscheinend in die Wiege gelegt. Das künstlerische Talent hat er von seinem Vater, der jedoch nie Unterstützung oder Förderung von seinen Eltern erfuhr. Im Gegensatz dazu wurde David Ambarzumjan von seinen Eltern bereits früh gefördert und sein Interesse an der Malerei unterstützten sie mit Wohlwollen. Um seine Fähigkeiten zu verbessern, ermöglichte ihm sein Vater eine künstlerische Ausbildung. »Dazu besuchte ich einmal in der Woche einen Kunstkurs für Kinder in der Kunstschule Greifswald, wo ich mit verschiedenen Techniken von der Malerei bis hin zur Keramik experimentieren konnte. Gleich danach ging ich in das Pommersche Landesmuseum für einen weiteren Kunstkurs, der sich eigentlich an ältere Menschen richtete. Als einziges Kind in der Gruppe habe ich mit ihnen Stillleben gemalt und traditionelle Gemälde aus dem Museumsarchiv nachgemalt. Zudem lernte ich für eine kurze Weile bei einem armenischen Künstler die Bildhauerei kennen«, so der gebürtige Greifswalder mit armenischen Wurzeln. Arbeitsbedingt zog die Familie nach München, wo Ambarzumjan wöchentlich auch eine Kunstschule besuchte. Um beruflich der Malerei treu zu bleiben, entschied er sich nach seinem Schulabschluss Kunst und Multimedia an der Ludwig-Maximilian-Universität in München zu studieren. Er wollte die Möglichkeiten der Kunst in Verbindung mit der Informatik ausloten. Jedoch wurde ihm schnell bewusst, dass seine Leidenschaft in der traditionellen Kunst liegt. So fasste er den Entschluss, sich ausschließlich der Kunst zu widmen und als Künstler selbstständig zu machen. In dieser Zeit entstanden die ersten Bilder der Serie »Brushstrokes in Time«. Seit drei Jahren arbeitet er nun schon an dieser Serie und wird diese auch fortsetzen. Aktuell lebt und arbeitet Ambarzumjan in München. Seine Bilder finden weltweit Anklang und wurden bereits international ausgestellt. Seine letzte Ausstellung fand im August diesen Jahres im australischen Melbourne statt. Text Dr. Sandy Alami

Fotos David Ambarzumjan Info www.david-ambarzumjan.com

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KINO Ab 16. Dezember im Kino

Einem Idealbild nachzueifern, kennt fast jeder von uns. Mütter, Töchter, Männer, Alt und Jung stecken im permanenten Optimierungswahn. »Wunderschön« erzählt ihre Geschichten: Da ist Frauke (Martina Gedeck), die sich »kurz vor der 60« nicht mehr begehrenswert findet, während ihr pensionierter Mann Wolfi (Joachim Król) ohne Arbeit nicht weiß, wohin mit sich. Ihre Tochter Julie (Emilia Schüle) will als Model endlich den Durchbruch schaffen und versucht verbissen, ihren Körper in das Schönheitsideal der Branche zu pressen. Das verfolgt wiederum Schülerin Leyla (Dilara Aylin Ziem), die überzeugt ist, mit Julies Aussehen ein besseres Leben führen zu können, und selbst keinen Bezug zu sich findet. Auch Julies Schwägerin Sonja (Karoline Herfurth) hat mit ihrem Körper zu kämpfen, der nach zwei Schwangerschaften zum Ausdruck einer Lebenskrise wird. Ihr Mann Milan (Friedrich Mücke) hat dabei nicht im Blick, welchen Druck sie sich als junge Mutter auferlegt. Das ist wiederum für Sonjas beste Freundin Vicky (Nora Tschirner) keine große Überraschung, ist sie doch überzeugt davon, dass Frauen und Männer nicht und niemals gleichberechtigt auf Augenhöhe zusammenfinden werden, zumindest nicht in der Liebe. Ihr neuer Kollege Franz (Maximilian Brückner) würde sie allerdings gern vom Gegenteil überzeugen. Fotos Warner Bros.

KINO

DVD

STREAM

Ab 23. Dezember im Kino

Ab 9. Dezember im Handel

Streaming Film | ARD Mediathek

Caveman The Green Knight

Freunde

Eigentlich sollte Rob Becker (Moritz Bleibtreu) seinen großen Tag feiern. Schon als Kind wollte der erfolglose Autoverkäufer unbedingt als Comedian aktiv werden – nun will er beim Openmic Abend des lokalen Comedyclubs sein Talent auf die Bühne. Das perfekte Thema für sein Programm hat Rob auch schon parat: Vor kurzem ist ihm nämlich der Caveman – ein imaginärer Freund aus der Steinzeit – begegnet. Seitdem tauscht sich Rob regelmäßig mit dem Höhlenmenschen aus und glaubt, den Unterschied zwischen Männern und Frauen besser verstehen zu können, als alle anderen. Es beginnt ein wilder Ritt: Ist Rob ein Vollidiot oder erleuchtet?

Basierend auf der zeitlosen Artuslegende erzählt »The Green Knight« die abenteuerliche Geschichte des tollkühnen Sir Gawain, Ritter der Tafelrunde. Gawain, der Neffe von King Arthur, will sich vor seiner Familie und vor seinem Königreich beweisen. Als der mysteriöse Grüne Ritter in Camelot auftaucht, nimmt Gawain dessen Herausforderung an. Ein Jahr später muss er sich auf den Weg machen, um den Grünen Ritter zu bezwingen. Während seiner ereignisreichen Reise trifft er auf Geister, Riesen, Diebe und Betrüger. Schließlich steht er dem ultimativen Gegner gegenüber.

Foto Constantin Film

Foto eurovideo / entertainment kombinat

Als seine Frau stirbt, bricht auch für Patrick (Justus von Dohnányi) eine Welt zusammen. Tatsächlich hat er selbst mit seinem Leben abgeschlossen. Doch dann taucht am Tag der Beerdigung Malte (Ulrich Matthes) auf. In ihrer Jugend waren beide enge Freunde, haben alles miteinander geteilt. Bis Malte die Heimat verließ. Später brach der Kontakt zwischen ihnen ab, mehr als 30 Jahre haben sich die zwei nicht gesehen. Bei Patrick überwiegt deshalb zunächst die Skepsis, er will sich nicht so recht auf die Versuche einlassen, die alte Freundschaft wiederzubeleben. Dabei haben sich die zwei jede Menge zu erzählen, wie sie im Laufe des mehrstündigen Gesprächs feststellen. Mehr, als ihnen bewusst gewesen ist. Der Film ist bis zum 3. März 2022 in der ARD Mediathek streambar.

Verlosung demnächst auf Facebook 12 21 bis 02 22

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Foto ARD Mediathek

KUNST & KULTUR

FILM | STREAM


Ab 28. Februar im Handel

Ab 24. Januar im Handel

RONJA VON WURMB-SEIBEL Wie wir die Welt sehen

GERDA BLEES Wir sind das Licht

Was negative Nachrichten mit unserem Denken machen und wie wir uns davon befreien - Der Mutmacher von Autorin Ronja von Wurmb-Seibel bei Schlagzeilen-Burnout. Terroranschläge, Naturkatastrophen, Corona-Krise: Schlechte Nachrichten verfolgen uns immer und überall. Morgens im Radio, abends im Fernsehen und immer wieder zwischendrin als Pushnachricht auf dem Smartphone. Laut Erkenntnissen der Traumaforschung haben sie sogar ähnlich negative Auswirkungen auf uns wie das Durchleben der Katastrophe selbst. Dabei sind wir der gefühlten Dauerkrise nicht hilflos ausgeliefert: Ronja von Wurmb-Seibel lebte als Reporterin zweieinhalb Jahre in Kabul, wo sie lernte, dass seriöse Nachrichten gleichzeitig gesellschaftlich relevante Probleme aufdecken und Lösungen entwerfen können. Nur wenn wir es schaffen zu verstehen, warum wir die Welt so sehen, wie wir es tun und lernen, unsere Geschichten so zu erzählen, dass sie Mut machen, können wir reflektiert und aufgeklärt zu einer besseren Zukunft beitragen.

Preisgekröntes Literaturdebüt aus den Niederlanden – ausgezeichnet mit dem europäischen Literaturpreis 2021. Die Geschichte einer stillen Radikalisierung: Eine Wohnung, drei Frauen, ein Mann. Eine der Frauen ist tot. Als der Notarzt eintrifft, herrscht eine ruhige, ja unheimliche Atmosphäre, und er stellt fest: Elisabeth ist – vor den Augen ihrer Mitbewohner – verhungert. Muriel, Petrus und Elisabeth haben, jeder auf eigene Art, den Halt im Leben verloren. Elisabeths Schwester Harmonie und der Verzicht auf Nahrung scheinen diese Lücke zu füllen. Was sich von innen – bis in den Tod – richtig anfühlt, ist von außen nur sehr schwer zu fassen. Die Autorin erzählt ihren Debütroman 25 unterschiedlichen Perspektiven. Gerda Blees, geboren 1985, wohnt in Haarlem, unterrichtete an verschiedenen Universitäten und hat in Amsterdam an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam Fine Arts studiert. Im April 2020 erschien ihr Romandebüt »Wir sind das Licht« (nl. Wij zijn licht). 2020 wurde es mit dem Nederlandse Boekhandelprijs und 2021 mit dem Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet.

Foto Kösel

Foto Random House Audio

ALBUM

PODCAST

Erhältlich im Handel

Free Streaming

JOHNNY CASH At the Carousel Ballroom

ATZE SCHRÖDER, LEON WINDSCHEID Betreutes Fühlen

Mit Johnny Cash verbinden Sachkundige das Jahr 1968 in dem die beiden Klassiker »At Folsom Prison« und »At San Quentin« des Country-Stars erschienen. Doch sollte man nun auch diese erstmals vorliegenden Aufnahmen berücksichtigen, wenn es um jene Monate geht. Das neue Live-Album von Johnny Cash wiederbelebt den Auftritt von Cash vom 24. April 1968 im Carousel Ballroom des Fillmore West in San Francisco. Nicht nur musikalisch war diese Zeit für Cash bemerkenswert, wie auch der Cash-Historiker Mark Stielper gegenüber dem Rolling Stone in einer E-Mail klarstellt. Die Show zeigt dem Künstler »an der Spitze seines Aufstiegs. Kurz bevor er ein Prophet, Pilger und Bergbeweger sowie Freund von Präsidenten und die Stimme Gottes wurde.«

Da hat man den Salat! Atze Schröder geht zum Psychologen. Sein Kopf ruht im Schoß von Dr. Leon Windscheid. Wie besiege ich meine Ängste? Warum kann ich nicht mehr abschalten? Wie lernt man sich selbst zu lieben? Zusammen suchen die ComedyLegende und der junge Forscher nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Zwei völlig verschiedene Köpfe, verbinden Erfahrung mit Wissenschaft. Herauskommt Psychologie, die wirklich hilft! Max Leon Windscheid ist ein deutscher Psychologe, Autor und Unternehmer. Zusammen mit dem bekannten Comedian Atze Schröder beantworten die beiden in der Podcast-Reihe »Betreutes Fühlen« weltbewegende Fragen des Alltags in bekanntlich humoristischer Form.

Foto Warner Music

Foto Copyright Guido Schröder

L I T E R AT U R | M U S I K

SING - DIE SHOW DEINES LEBENS Buster Moon und seine All-Stars träumen von der Show ihres Lebens und riskieren alles dafür! In der Weihnachtssaison 2021 wird im Kino die Bühne noch größer und das Scheinwerferlicht noch heller, denn mit dem neuen Animations-Abenteuer »SING – DIE SHOW DEINES LEBENS« präsentieren die Macher von »Ich – Einfach unverbesserlich«, »Minions« und »Pets« aus dem Hause Illumination Entertainment die mit Spannung erwartete Fortsetzung des Publikumserfolgs »SING«. Natürlich wieder mit toller Musik und viel Spaß für die ganze Familie. Diesmal will Koala Buster Moon die extravaganteste und schillerndste Bühnenshow präsentieren, die es je zu sehen gab. Große Träume und spektakuläre Hits verlangen aber auch nach einer größeren Bühne als die des Moon Theater. Das Crystal Tower Theater in der glamourösen Großstadt wäre perfekt – aber es gibt ein kleines Problem. Eigentlich drei. Zuerst müssen Buster Moon, Schweinemutter Rosita, Rocker-Stachelschwein Ash, Elefantin Meena, Gorilla Johnny und der PopProvokateur, Schwein Gunter, irgendwie bis zum Büro des Musikmoguls Jimmy Crystal vordringen und den skrupellosen Wolf davon überzeugen, ihnen sein Theater zu überlassen. Ein hoffnungsloses Unterfangen, bis Gunter ihm spontan die Sensation verspricht: Rocklegende Clay Calloway (Bono) wird für diese Show auf die Bühne zurückkehren! Das Problem: Buster hat Clay, einen Löwen, der sich vom Showbusiness zurückgezogen hat, noch nie getroffen!

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Foto Universal Pictures

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n r e d n i K i e b

Foto Emily Wade // unsplash.com

Medien sucht W E N N Z O C K E N Z U M L E B E N S I N H A LT W I R D

Während des Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr griffen viele Kinder und Jugendliche vermehrt zu Smartphone und Co. Wer will ihnen das schon verübeln, irgendwie musste man sich ja die Zeit vertreiben und seine sozialen Kontakte pflegen. Folgenlos ist der verstärkte Konsum allerdings nicht geblieben, wie eine aktuelle Studie eindrücklich zeigt.

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as Ergebnis war fast erwartbar und ist doch ernüchternd zugleich. Die Mediensucht bei Kindern- und Jugendlichen ist in der Corona-Pandemie stark angestiegen. Demnach nutzen aktuell 4,1 Prozent der 10- bis 17-Jährigen Computerspiele in einem Maß, das als nicht mehr gesund gilt. Hochgerechnet sind das rund 220.000 Mädchen und Jungen, was einen Anstieg im Vergleich zum Jahr 2019 um 52 Prozent bedeutet. Damals waren 75.000 Kinder und Jugendliche betroffen. Die Studie1 der DAK-Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) befragte dafür mehrfach bundesweit 1.200 Familien über einen Zeitraum von fast zwei Jahren zur Mediennutzung ihrer Kinder. So wurden Erhebungen im September 2019, im April 2020, im November 2020 und im Mai 2021 durchgeführt.

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KLEINE WELT T H E M A

[1] www.dak.de/dak/gesundheit/fortsetzung-der-dak-studie-gaming-social-media-und-corona-2507354.html#

MEDIENKONSUM VON KINDERN


Auf Grundlage der Daten kommt die Studie zum Ergebnis, dass die längeren Nutzungszeiten einen Anstieg der Mediensucht begünstigen. Zeigten vor der Pandemie noch 2,7 Prozent der Befragten ein krankhaftes Spielverhalten, sind es aktuell 4,1 Prozent. Jungen sind mit 3,2 Prozent deutlich häufiger betroffen als Mädchen, die kommen auf »lediglich« 0,9 Prozentpunkte. Die durchschnittliche Spielzeit beim Gaming an einem Werktag beträgt derzeit 109 Minuten. Das sind gut 31 Prozent mehr als vor der Pandemie. Während im September 2019 Jugendliche an einem durchschnittlichen Wochentag 83 Minuten mit digitalen Spielen verbrachten, waren es während des ersten Lockdowns im April 2020 ganze 132 Minuten täglich. Zwar gingen im Mai 2021 die Nutzungszeiten auf besagte 109 Minuten zurück, dennoch liegen sie damit noch immer signifikant höher als vor Corona.

AUCH SOZIALE MEDIEN MACHEN SÜCHTIG Ganz ähnlich wie beim Gaming steigt die Mediensucht auch im Bereich Social Media deutlich an. Aktuell beträgt die Nutzungsdauer wochentags im Schnitt 139 Minuten. Im November 2019 verbrachten Mädchen und Jungen werktags »lediglich« 116 Minuten in den Sozialen Medien. Und auch der Anteil der pathologischen Nutzung wuchs seit 2019 von 3,2 auf 4,6 Prozent, macht satte 44 Prozent mehr. Das entspricht insgesamt fast 250.000 Betroffenen. Korrespondierend zum Gamingverhalten geraten auch hier Jungen mit 3,1 Prozent doppelt so oft in Abhängigkeit wie Mädchen (1,5 Prozent). »Der Anstieg der Mediensucht ist vor allem auf die wachsende Zahl pathologischer Nutzer unter den Jungen zurückzuführen«, sagt Prof. Dr. Rainer Thomasius, Studienleiter und Ärztlicher Leiter am Deutschen Zentrum für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters am UKE Hamburg. »Auffällig ist auch der Anteil der Betroffenen bei den 10- bis 14-Jährigen. Digitale Medien waren und sind für Kinder und Jugendliche weiterhin ein relevantes Mittel zum Umgang mit herausfordernden Situationen. Und dazu zählt auch die Corona-Pandemie mit ihren vielen einschränkenden Maßnahmen.« Eine exzessive Mediennutzung kann nach Einschätzung von Thomasius zu einem Kontrollverlust mit weitreichenden Folgen führen. So könnten persönliche, familiäre und schulische Ziele in den Hintergrund treten, im schlimmsten Fall drohe ein Stillstand der psychosozialen Reifung. Auch Kinder- und Jugendärzte bewerten die durch die Pandemie erhöhten Mediennutzungszeiten mit Sorge, wie Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, verdeutlicht: »Es ist zu befürchten, dass sich diese Fehlentwicklung auch nach Ende der Pandemie nicht einfach vollständig rückabwickeln lassen«, so Fischbach. Früh übt sich ... Längst keine Seltenheit mehr, immer früher werden Kinder an die digitalen Medien herangeführt. Foto mckaela taylor // unsplash.com

Kaum verwunderlich Gerade während des ersten Lockdowns der Corona-Pandemie wurden Spitzenwerte in Sachen Medienkonsum gemessen. Grafiken DAK

WIE VIEL IST ZU VIEL? Von Gaming-Sucht oder sogenanntem pathologischen Verhalten sprechen Forscher nach Auswertung der Studie immer dann, wenn Kinder und Jugendliche täglich vier oder mehr Stunden mit Zocken am PC verbracht haben. Bei der Nutzung von Sozialen Medien gilt ein Richtwert von 4,2 Stunden pro Tag. Problematisch: Wie die Studie herausfand, stellt rund die Hälfte aller Eltern keinerlei Regeln zu Art und Dauer der Nutzung digitaler Medien auf. Auch im Verlauf der Pandemie und in den Lockdowns änderte sich das kaum. Entsprechend alarmiert zeigt sich Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit: »Die Gesundheitspolitik muss die zunehmende Mediensucht bei jungen Menschen stärker in den Fokus nehmen.« Storm fordert eine breite Präventionsoffensive, um die Medienkompetenz von Kindern und Eltern zu stärken. Wichtig seien zudem eine verstärkte Aufklärung und Vorsorge, zum Beispiel durch ein Mediensuchtscreening bei den Kinder- und Jugendärzten. Hier finden sich fünf Anzeichen für einen ungesunden Umgang mit digitalen Medien: www.dak.de/dak/meine-familie/ mediensucht-bei-kindern-2295590.html Fest steht: Digitale Medien sind für uns längst selbstverständlich. Doch PC, Smartphones und Co. können süchtig machen. Ein gesunder Umgang mit digitalen Medien ist ungemein wichtig und durchaus erlernbar. Klare Regeln können helfen.

Tipps und Hilfen bei problematischem Nutzungungsverhalten im Kindes und Jugendalter finden sich auf der neuen Online-Anlaufstelle unter: www.computersuchthilfe.info

Info www.dak.de 12 21 bis 02 22

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KINO

DVD

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Beflügelt – Ein Vogel namens Penguin Bloom Turbulente Zeiten auf dem Immenhof! Während Charly die Kunstakademie besucht, kümmern sich Lou und Emmie um den Hof. Unterstützung bekommen sie dabei von ihrer Cousine Josy, einer flippigen Großstadtpflanze, die keinerlei Ahnung von Pferden hat und ein Pferd nicht von einem Zebra unterscheiden kann. Dann wird auch noch Champion Cagliostro von einem Unbekannten vergiftet. Josy ist fassungslos. Auf welchem Gangster Hotspot ist sie da nur gelandet?

Für Samantha Bloom bricht nach einem schweren Unfall eine Welt zusammen. Aber es gibt auch Hoffnung. Ihre Geschichte steht stellvertretend für Mut und unsere Fähigkeit, schwere Zeiten hinter uns zu lassen und neu anzufangen. Foto leonine

Erhältlich im Handel

Emily und der vergessene Zauber

Fotos leonine

Eine geheimnisvolle Truhe öffnet Emily die Tür zu einer magischen Welt. Doch diese ist dem Untergang geweiht, weil die Kinder der Erde ihre Fantasie verloren haben und zu ganz gewöhnlichen Menschen geworden sind. Emily ist die einzige, die das Land retten kann ... Foto sony pictures

CD | HÖRBUCH

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Erhältlich im Handel

Ab 10. Januar im Handel

THALITA REBOUÇAS

LANA DEL REY

Bekenntnisse eines unsichtbaren Mädchens

Blue Banisters

Tetê's Vater hat den Job verloren und jetzt wohnt sie mit der ganzen Familie bei den Großeltern. Die brasilianische Bestsellerautorin Thalita Rebouças erzählt mit viel Witz, Schwung und Herz von den Sorgen und Nöten des Erwachsenwerdens und der ersten Liebe.

»Blue Banisters« ist das achte Studioalbum der US-amerikanischen Popsängerin Lana Del Rey. Mit Ausnahme eines Liedes wurden alle Titel von Lana Del Rey selbst, gemeinsam mit wechselnden Koautoren, geschrieben. Die meisten Lieder schrieb sie gemeinsam mit dem USamerikanischen Musiker Drew Erickson.

Foto cbj Jugendbücher

Foto universal

Ab 28. Februar im Handel

Ab 21. Februar im Handel

MIKE MARZUK, GESA SCHEIBNER

KATRINA NANNESTAD

Der junge Häuptling Winnetou

Wir sind Wölfe Ein berührender Roman für Kinder über eine Flucht im Zweiten Weltkrieg und das bewegende Schicksal der Wolfskinder. Liesl hat ihrer Mama versprochen, auf Otto und Mia aufzupassen. Sie trägt als Älteste Verantwortung. Die drei Geschwister schlagen sich im Winter alleine durch die Wälder Ostpreußens.

Während sich der zwölfjährige Häuptlingssohn Winnetou selbst bereits als großer Krieger sieht, ist sein Vater der Meinung, sein Sohn muss erst noch lernen, sein hitziges Gemüt zu zügeln und Verantwortung für andere zu übernehmen. Dabei begibt er sich auf ein gefährliches Abenteuer ...

Foto cbj Kinderbücher

Foto der Hörverlag

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U M W E LT F R E U N D L I C H E J E A N S - L A B E L S K R E M P E L N DIE FASHION-BRANCHE UM

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Jeans sind ein lässiges Kleidungsstück und daher in fast jedem Schrank zu finden. Doch gerade sie gelten als echte Umweltsünden. Einige Labels wollen dem Problem aber mit nachhaltigen Ideen und technischen Innovationen ein Ende setzen.

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Hip Teens don't wear blue jeans« – was das Frank Popp Ensemble 2003 besang, könnte heute wieder eine Hymne für alle sein, die sich für nachhaltigere Produktionsweisen in der Modebranche einsetzen. Die Umweltbelastung, die durch den weltweiten Bedarf ohnehin schon nicht unerheblich ist, wird noch verstärkt, wenn Chemikalien ins Spiel kommen. Daher ist es umso wichtiger, dass nicht nur Verbraucher von Fast Fashion abkommen, sondern sich auch die Modebranche verpflichtet fühlt, die Produktionsweisen immer nachhaltiger zu gestalten. Inzwischen gelobt Hauptproduzent China Besserung und agiert eigenen Angaben zufolge deutlich umweltfreundlicher. Beim Einkaufen kommt man durch eine simple Geruchsprobe aber schon manchmal ins Zweifeln: Denn wenn die Jeans giftig und stechend riecht, handelt es sich auch mit ziemlicher Sicherheit um ein Kleidungsstück, das stark mit Chemikalien behandelt worden ist. Übrigens: Nicht nur beim Färben kommt Chemie zum Einsatz, neben dem Sandstrahlverfahren sowie mechanischen Methoden sind Chemikalien oft auch bei der anschließenden Bearbeitung des Stoffs für den beliebten Used-Look vonnöten. »Destroyed«-Jeans sind seit Jahren gerade im Fast-Fashion-Bereich besonders gefragt, da das eigene Eintragen und Abnutzen wegfällt. Hoher Wasserverbrauch bei der Jeansproduktion Für eine Jeans werden im Schnitt 7.500 Liter Wasser benötigt – ein Großteil, nämlich 85 Prozent, fließt in die Baumwollproduktion, die übrigen 15 Prozent werden beim Färbeprozess verwendet. Zum Vergleich: Mit dieser Menge an Wasser kommt eine Person für etwa fünf Jahre aus. Schon da sieht man, wie verschwenderisch wir für das Kleidungsstück mit wichtigen Ressourcen umgehen müssen. Hinzu kommt das Problem der eingesetzten Pestizide. Denn wenn keine Bio-Baumwolle angebaut wird, ist es wahrscheinlich, dass der Rohstoff belastet ist und auch Böden und Gewässer leiden. Foto Trisha Downing // unsplash.com

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Einsatz von Chemikalien So sah Abwasser in Xintang im Jahr 2010 aus: Greenpeace berichtete damals über die Missstände in der chinesischen Stadt am Perlfluss, die sich den Ruf als Metropole zur Herstellung von Blue Jeans erarbeitet, aber zugleich auch die ganze Region schwer belastet hat. »Beim Färben, Bleichen, Waschen und Bedrucken von Textilien werden Unmengen gesundheitsschädigender Chemikalien eingesetzt«, so Greenpeace damals. Hinzu kamen zu jener Zeit auch Schwermetalle, die sich in Wasser- und Sedimentproben wiederfanden. Eine Belastung nicht nur für die Natur, sondern auch für die dort lebenden Menschen. Foto Lu Guang // Greenpeace

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JEANS RICHTIG ZU PFLEGEN, SCHONT AUCH DIE NATUR Am umweltschonendsten ist natürlich noch immer die Jeans, die gar nicht erst produziert wird. Denn auch wenn wir noch so sehr auf umweltschonende Färbeprozesse achten, bleibt ein hoher Wasserverbrauch. Mit unserem Kaufverhalten tragen wir zum Glück maßgeblich zu einer Veränderung bei. Wer trotzdem nicht auf den Jeans-Look verzichten möchte, kann beim Waschen einige Tipps beachten, damit das eigene Lieblingsstück möglichst lange hält.

• Seltener waschen:

Gute Pflege

Mit jedem Waschgang leidet der Stoff. Er wird dünner und verliert an Farbe. Wenn die Jeans nicht schmutzig ist oder unangenehm riecht, genügt es, sie auch einfach auszulüften. Kleine Flecken lassen sich auch punktuell auswaschen. Als Faustregel gilt: Erst nach dem fünften oder sechsten Tragen ist eine Wäsche fällig.

Wer seine Jeans gut behandelt, spart Geld und Ressourcen. Foto Sarah Brown // unsplash.com

»NUDIE JEANS«: GOTS-ZERTIFIZIERTE KLEIDUNG MIT NACHHALTIGKEITSCHARAKTER Die schwedische Marke »Nudie Jeans« bietet nicht nur Jeans an – das 2001 in Göteborg gegründete Unternehmen hat sich dem Gedanken verschrieben, dass Jeans mit ihren Trägern altern sollen. Abnutzung und Gebrauchsspuren sind Teil des Konzepts: »Ab dem Moment, in dem du in deine neuen Drys schlüpfst, werden sie beginnen, sich an deinen Körper anzupassen, sie werden nach und nach weicher. Aufgrund der Eigenschaften des Indigo-Farbstoffs wird sich die Farbe langsam abreiben. Das Blau verblasst. Je öfter du sie trägst, umso mehr kommt der Stoff durch. Dein Lifestyle und alles, was du während der letzten Monate getan hast, hinterlässt eine Spur auf deiner Jeans. Sie erzählt deine Geschichte«. So verleiht Nudie Jeans dem Eintragen von Jeans wieder etwas Ursprüngliches und wendet sich vom Fast-Fashion-Gedanken ab. Und je länger man aufs Waschen verzichtet, umso stärker wird der gewünschte Abnutzungseffekt. Mit ihrem lebenslangen Reparaturservice verlängern sie das Leben viel benutzter Fashion-Items. Und selbst wenn eine Jeans mal ausgedient hat, kann sie von der Firma noch wiederverwertet oder recycelt werden. Die Produkte entsprechen dem anerkannten GOTS-Standard und werden aus 100 Prozent Bio-Baumwolle hergestellt. Und auch was den Einsatz von Chemikalien angeht, halten sich die Schweden an geltende Gesetze.

Gutes länger tragen Je weniger Jeans wir kaufen, desto besser. Foto Ergita Sela // unsplash.com

• Vorbereiten:

Idealerweise wäscht man Jeans auf links, mit geschlossenen Knöpfen und Reißverschlüssen sowie mit anderem Jeansstoff oder farblich passender Wäsche.

• Sanfte Wäsche: Jeans sollten stets im Schon- oder Feinwaschgang bei 30 °C gewaschen werden – bei maximal 1000 Umdrehungen im Schleudergang. Modelle mit Stretchanteil sollten bei 700 Umdrehungen geschleudert werden, damit sie nicht ihre Form verlieren. Reine Baumwolljeans vertragen, wenn nötig, 60 °C.

• Waschmittel: Keinesfalls Vollwaschmittel verwenden, da dies Bleichmittel enthält – besser auf Fein- oder Colorwaschmittel zurückgreifen. Auch auf Weichspüler sollte verzichtet werden, da dies die Stretchfasern und die Farbe angreift.

Der Hype um die Jeans scheint nach wie vor ungebrochen. Doch scheint seit einigen Jahren ein Umdenken in der Branche stattzufinden. Auch das Technologie-Unternehmen Jeanologia arbeitet kontinuierlich an neuen Konzepten, um die Branche mit umweltfreundlicheren Produktionslösungen zu optimieren. Weitere Labels, die sich dem Nachhaltigkeitstrend angeschlossen haben, sind Kings of Indigo, Forbidden Denimeries, Armed Angels und Upper Class. Beim Kauf ist es trotzdem ratsam, auf etablierte Siegel wie das der Fair Wear Foundation sowie auf Zertifizierungen wie GOTS und Naturtextil IVN zertifiziert BEST zu achten. Denn auch leidiges Greenwashing (dem Vorgaukeln von Nachhaltigkeit) ist nach wie vor bei vielen Labels »en vogue«.

Text Kristina Baum Info www.greenpeace.org | www.nudiejeans.com 12 21 bis 02 22

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« ÖKO-JEANS



Gibt es

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SO VE R ÄN DE R N W I R U N S Ü B E R DI E LE B E N SSPAN N E H I N W EG

Foto wayhomestudio // freepik.com

Siebenjahresperioden

Dass wir Menschen uns im Laufe des Lebens verändern, dürfte jedem bekannt sein und viele haben dieses Entwicklungsphänomen wahrscheinlich auch schon an sich selbst beobachten dürfen. Was man früher als Kind mochte, sagt einem als Erwachsener überhaupt nicht mehr zu. Wir bleiben vielseitig und so manches ist auch für einen selbst nicht vorhersehbar. Die Siebenjahresperioden besagen, dass wir im Durchschnitt alle sieben Jahre ein nahezu neuer Mensch sind – Veränderungen inklusive. Ob das stimmt? 12 21 bis 02 22

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LEBENSTIL T R E N D

GESCHMÄCKER IM WANDEL »


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P L A U E N E R

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23.11. 22.12.

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Informationen zu den aktuell geltenden Hygienevorschriften und Coronaregeln unter www.plauen.de/weihnachten.

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ls Kind mochten viele Menschen kein Gemüse: Brokkoli, Spinat und überhaupt alles Grüne war pfui. Da konnten sich die Eltern noch so bemühen und das Grünzeug pürieren oder unter die Kartoffeln mischen – die meisten Kinder haben es einfach wieder ausgespuckt. Natürlich gab es auch welche, die gerne Gemüse aßen, aber die Vielzahl der Kinder bevorzugte süße Speisen. Kein Wunder, denn auch die Muttermilch schmeckt süß. Je älter man nun wurde, umso häufiger hat man sich auch an andere Speisen herangetraut. So folgte nach der süßen Phase oft eine Vorliebe für salziges und fettiges Essen; bitter hingegen mögen die wenigsten Kinder. Je älter man nun wird, umso mehr Nahrungsmittel kommen auf dem Speiseplan hinzu und umso experimentierfreudiger wird man. Im Erwachsenenalter bevorzugt man auch gerne intensiv schmeckendes Essen oder Scharfes. Doch der persönliche Geschmack ist nur eine Sache, die sich verändert – jedoch eine Veränderung, über die sich viele von uns wundern und uns sehr bewusst ist. Dabei ist die persönliche Vorliebe für spezifisches Essen vor allem genetisch prädisponiert, aber auch sozial erlernt. Was sich des Weiteren noch verändert, sind die persönlichen Interessen. Früher konnte man sich für Dinge begeistern, heute fasziniert etwas vollkommen anderes. Auch der Körper verändert sich: Das Hautbild, die Haarstruktur, die Figur, das persönliche Fitnesslevel. Ganz klar, wir altern, aber was passiert da eigentlich noch? Wahrscheinlich haben es viele von uns schon einmal gehört: Die Aussage, dass wir alle sieben Jahre ein (fast) vollkommen neuer Mensch sind. Zellen erneuern sich und nach sieben Jahren soll sich alles in unserem Körper einmal rundum erneuert haben: Haut-, Muskel-, Knochenzellen. Alles neu, aber nicht unbedingt besser. Denn schließlich fühlen wir uns nach sieben Jahren nicht wie neugeboren, sondern die Zeichen der Zeit nehmen kontinuierlich ihren Lauf. Was ist also wahr an diesem Mythos?

DIE SIEBENJAHRESPERIODEN Wer genau hinschaut, der erkennt, dass es tatsächlich so etwas wie eine Siebenjahres-Periode gibt: Im 7. Lebensjahr haben Kinder ihre Milchzähne verloren, im 14. Lebensjahr ist man meist in der Pubertät, im 21. Lebensjahr kapselt man sich von zu Hause ab, man hat die Schule, das Studium oder die Ausbildung abgeschlossen und nochmal sieben Jahre später schreiten viele von uns in Richtung Familienplanung. Der Mythos um die sieben Jahre stammt ursprünglich von Rudolf Steiner, einem österreichischen Publizisten und Esoteriker, der die Anthroposophie begründete und u. a. die Waldorfpädagogik konzipierte. So esoterisch dieser Mythos um die sieben Jahre zunächst anmuten mag: Ganz unrecht hatte Steiner mit seiner Aussage nicht. Moderne Forschung zeigt nämlich, dass sich der Körper tatsächlich erneuert. Zellen sterben ab – ein ganz normaler Prozess – und neue Zellen werden daraufhin gebildet. So erneuert sich die Haut alle 28 Tage, die Zellen im Magen und im Darm müssen noch schneller schnell erneuert werden, die Leber erneuert sich alle zwei Jahre, die Knochenzellen benötigen zehn Jahre für einen kompletten Austausch und einige Zellen, wie z. B. die des zentralen Nervensystems oder des Herzens, bleiben ein Leben lang (fast) unverändert. Früher süß, heute scharf Auch der Geschmack verändert sich im Laufe eines Lebens und gerade im Erwachsenenalter sind wir in Bezug auf die Nahrungsauswahl auch recht experimentierfreudig. Fotos Meritt Thomas | Monika Grabkow // unsplash.com

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Dieses Jahr wieder mit Malbogen.

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SO MUSS

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Alterungsprozesse, der Lebensstil schädliche Umwelteinflüsse, Stress, Erkrankungen – all das hat Einfluss auf die Zellerneuerung und führt dazu, dass der Prozess sich verlangsamt oder eben nicht mehr ganz so reibungslos abläuft und wir folglich keine fitteren, gesünderen oder jüngeren Menschen werden. Bei uns allen verlangsamt sich der Prozess über die Jahre, d. h. die Siebensjahresperioden sind eher ein Mythos als Fakt, da die Veränderungen, die bei uns Menschen vonstattengehen, nicht genau alle sieben Jahre nachvollziehbar sind.

PHYSIS VS. PSYCHE Doch nicht nur der Körper verändert sich, sondern auch unsere Psyche. Dass wir nun andere Interessen haben, liegt schlichtweg daran, dass wir reifen und uns in neue soziale Kontexte begeben. Nicht immer sind alle Interessen von früher verschwunden. Manchmal werden sie nur durch erwachsenere Hobbys überlagert, z. B. weil wir schlichtweg mehr finanzielle Mittel haben und so andere Dinge leisten können als noch im Jugendalter. Trotzdem können gewisse Dinge uns triggern: So beobachtet man immer wieder, dass Erwachsene beim Spielen mit Kindern selbst leuchtende Augen bekommen, z. B. beim Bauen von Legoautos, beim Spielen mit Konsolen wie Nintendo Switch oder Playstation, Bastelmaterialien und anderen Dingen. Nur spielen eben die wenigsten von uns heutzutage noch ganz bewusst mit Lego, sondern gehen lieber einem anderen Hobby nach, was manchmal auch an der wenig verfügbaren Zeit liegt, die man als berufstätiger Erwachsener hat. Hinzu kommen natürliche Entwicklungsstufen, die wir als Mensch durchleben und automatisch zu einer Veränderung führen – nicht unbedingt alle sieben Jahre, sondern mal eher, mal später. So will man in den jungen Erwachsenenjahren Neues erleben, ist neugierig auf das Leben, versucht seinen Weg zu finden. Etwas später kommt das Bedürfnis nach Sicherheit und Stabilität auf, viele sind im Job und in der Partnerschaft angekommen.

Natürliche Veränderungen Über die Lebensspanne hinweg verändert sich der Mensch – auf physischer wie auch auf psychischer Ebene. Die ist ein absolut natürlicher Prozess, den wir nur begrenzt beeinflussen können. Foto Caroline Veronez // unsplash.com

Damals vs. heute Gerade durch Kindheitserinnerungen fühlen sich viele von uns in die Vergangenheit versetzt und stellen eine Analyse an: Wie habe ich mich verändert und entwickelt? Wo sehe ich Gemeinsamkeiten, wo Veränderungen im Vergleich zum früheren Ich? Fotos Jose Aljovin | Sergio Salamanc | Annie Spratt |// unsplash.com Rudy and Peter Skitterians // pixabay.com

All dies sind Prozesse, die in der menschlichen Entwicklung normal sind und nicht unbedingt mit einer Abfolge von sieben Jahren eintreten müssen, aber durch Zufall natürlich diesen Rhythmus aufzeigen können.

Text Jessica Laqua

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LEBENSTIL T R E N D

« GESCHMÄCKER IM WANDEL


Alles okay im Dekolleté. Lass uns über Gesundheit reden. Jetzt vorsorgen: plus.aok.de Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen.


GHOSTING

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im Job

SOS: BEWERBER ODER ARBEITGEBER VERSCHWUNDEN!

Ghosting in der Beziehung ist ein Phänomen, von welchem viele Menschen schon einmal gehört haben dürften. Bei Ghosting im Job weiß man zunächst nicht sofort, wovon die Rede ist. Dabei ist es keine Seltenheit, dass Stellenbewerber den (potenziellen) neuen Arbeitgeber ghosten, also sich nicht mehr auf E-Mails im Bewerbungsverfahren melden bzw. nicht zum Stellenantritt auftauchen. Aber auch Arbeitgeber können Ghosting betreiben, beispielsweise, wenn sie keine Rückmeldungen mehr im laufenden Bewerbungsprozess geben.

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KARRIERE B E R U F

GHOSTING IM JOB


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arlen ist promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, hat sich auf Marketing spezialisiert und möchte nun den Jobeinstieg wagen. Nur ausgewählte Unternehmen kommen in Betracht, so muss der Standtort stimmen, es müssen Aufstiegsoptionen gewährleistet sein, das Image muss passen und auch die Tätigkeiten der ausgeschrieben Stelle müssen Marlen vollends zusagen. Mit Doktortitel muss sie sich eh keine Gedanken machen, denkt die junge Absolventin. Schon kurz nach dem Abschicken der Bewerbung flattern die ersten EMails in ihr Postfach. Die Arbeitgeber scheinen die Bewerbung gut zu finden, sind interessiert, wollen sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Erst einmal gibt es ein kleines Kennenlernen via Zoom, dann wird alles Weitere abgesprochen. Es folgt ein strenges, ganztägiges Assessment-Center. Da sie sich gut geschlagen hat, kommt sie in die engere Auswahl. Dabei ist sie stets zuversichtlich, fühlt sich immer gut vorbereitet, überzeugt mit Hard und Soft Skills, weiß, worauf es bei solchen Gesprächen ankommt. Drei weitere persönliche Gespräche folgen, jedes Mal fährt sie von Berlin nach Hamburg, zahlt sogar die Hotelkosten, wenn der Termin auf den kommenden Morgen datiert ist. Es wird gesprochen über das Gehalt, wie man sich einbringen und entwickeln möchte, wo man sich in 5 und in 10 Jahren sieht. Und dann: Kontaktabbruch. Erst verging eine Woche, dann zwei. Die finale Zu- oder Absage hätte schon längst erfolgen sollen. Marlen schreibt eine Mail an die Ansprechpartner, versucht diese telefonisch zu erreichen. Nach zwei Monaten versteht sie die Welt nicht mehr. Es ist ja in Ordnung, wenn die Wahl nicht auf sie gefallen sei und ein anderer Kandidat den Job bekommen habe – aber gar nicht absagen? Man denke an all die Kosten, finanziell und zeitlich, die die junge Frau investiert hat. Die Flucht ergreifen Auch gibt es Arbeitnehmer, die plötzlich am Arbeitsplatz verschwinden und auf den einen oder anderen Tag nicht mehr kommen. Meist folgt dann eine Krankmeldung und dann eine Kündigung. Zum Glück ist dieses Phänomen ein seltenes. Foto Magnet.me // unsplash.com

Bin ich nicht mehr interessant? Wenn im weiteren Bewerbungsverlauf ganz plötzlich keine Rückmeldung mehr kommt, dann verunsichert das den Interessenten enorm. Ohne Erklärung kann so ein Kontaktabbruch zu einen schlechten Ruf führen. Foto USA Reiseblogger // pixabay.com

ABSOLUTE FUNKSTILLE Dass Unternehmen sich auf Bewerbungen nicht melden, keine Absagen verschicken, ist allseits bekannt. Dass dies aber auch gang und gäbe ist, wenn man bereits mehrmals eingeladen wurde, zu den engeren Kandidaten gehört, weiß nicht jeder. Und doch handelt es sich bei der Art von Arbeitgeber-Ghosting um keine Seltenheit. Man sitzt da und wartet, macht sich Hoffnungen, im schlimmsten Fall schlägt man sogar andere Angebote aus. Dieser plötzliche und unerwartete Kontaktabbruch macht etwas mit einem, denn man fragt sich, was man beim letzten Termin womöglich falsch gesagt oder gemacht hat. Passiert dies mehrmals, dann kann sich dies sogar auf den Selbstwert auswirken, insbesondere dann, wenn man noch keine Berufserfahrung hat und erst einmal in der Arbeitswelt durchstarten möchte. Man zweifelt an sich und seinen Qualifikationen. Dabei ist es nicht immer böswillig vom Arbeitgeber, wenn keine Rückmeldung kommt. Oft haben Unternehmen so viel zutun, dass man letztlich wirklich nur eine Nummer im Prozess ist, welche durchgearbeitet werden muss. Es kann aber auch durchaus sein, dass die Personaler gemerkt haben, dass die Chemie nicht stimmt oder die Qualifikationen nicht ausreichen … oder Mitbewerber eben mehr Erfahrung in dem Berufsfeld aufweisen konnten. Was fehlt, ist eine Begründung, eine Erklärung. Das sorgt für Frust und sofern dem Bewerber solch ein Procedere mehrmals widerfährt, kann die Motivation gewaltig nachlassen, was den Einstieg in das Berufsleben erschwert.

Doch wie geht man damit um, wenn man geghostet wird? Wichtig ist zunächst einmal, nachzufragen. Es ist auch in Ordnung, bei einer Absage noch einmal nach dem genauen Grund zu fragen. Dies hilft einem, sich selbst besser einzuschätzen und Fehler bei zukünftigen Gesprächen zu vermeiden. Kommt keine Antwort, so sollte man den Fehler nicht bei sich suchen. Denn eine Sache ist sicher: Ghosting hat immer etwas mit fehlendem Respekt sowie fehlender Wertschätzung zutun und gehört sich nicht – egal um welche Seite es sich handelt. So ist es durchaus auch nicht selten, dass Bewerber den Arbeitgeber ghosten, beispielsweise, indem nicht mehr auf E-Mails (auch nach Zusagen oder zur Vereinbarung weiterer Termine) geantwortet wird oder sie nicht an das Telefon gehen, wenn das Unternehmen sich meldet. Im extremsten Fall tauchen Bewerber nicht zum Antritt der neuen Stelle auf. All das kann viele Gründe haben, am populärsten ist aber wahrscheinlich, dass sich einfach eine neue, passendere Stelle ergeben hat.

ERWACHSEN KOMMUNIZIEREN Im professionellen Setting sollte es jedoch in jedem Fall üblich sein, sein Gegenüber von seinen Entscheidungen und Absichten in Kenntnis zu setzen – auch, wenn es sich bei einer Absage erst einmal um keinen schönen Grund handelt. Dennoch zeigt Kommunikation auf beiden Seiten, also Arbeitgeber und Bewerber bzw. Jobeinsteiger, dass ihm die Sache wichtig war und man erwachsen mit einer Absage umgehen kann. Zudem sollte man auch an seine Zukunft denken – und auch dies gilt für beide Seiten: Ghosten Unternehmen, so kann sich dies rumsprechen und dadurch schnell ein schlechter Ruf aufbauen, was dazu führt, dass das Unternehmen für andere Bewerber unattraktiv wird. Auf der Seite des Bewerbers kann es sein, dass man sich den Namen merkt und man somit automatisch für zukünftige Stellen ausscheidet, auf die man sich vielleicht bewerben möchte. Das zeigt eine klare Tendenz: Ghosting ist ein klares No-Go!

Text Jessica Laqua Info www.karrieresprung.de/ghosting

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GEWINNZONE

»Drei Haselnüsse für Aschenbrödel« Der Originalfilm mit Live-Orchester »Ein Hütchen mit Federn, die Armbrust über der Schulter – aber ein Jäger ist es nicht. Ein silberdurchwirktes Kleid mit Schleppe zum Ball – aber eine Prinzessin ist es nicht.« Es sind ganze Familien, die zur Weihnachtszeit beglückt vor dem Fernseher sitzen und Aschenbrödel auf ihrem Ritt durch tief verschneite Wälder folgen – dem Spott ihrer aufgeblasenen Stiefmutter und Stiefschwester zum Trotz direkt in die Arme des Prinzen. Die Musik Karel Svobodas, live gespielt von Prague Royal Philharmonic – dirigiert von Heiko Mathias Förster - und Szene für Szene mit den romantisch-witzigen Abenteuern auf der Großleinwand synchronisiert. »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel- der Originalfilm mit Live Orchester« gastiert am 28. Dezember 2021 (16.00 & 19.30 Uhr) in der Stadthalle Chemnitz. KOMPASS verlost 2x2 Tickets für die Veranstaltung. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‹ ! Foto Alegria | Info www.semmel.de

Artikel auf Seite 54

Artikel auf Seite 76

»Holiday On Ice« ist mit dem neuen Programm »A new day« zurück! In der Zwickauer Stadthalle ist die Show vom 16. Februar bis zum 21. Februar zu sehen. KOMPASS verlost 1x2 Tickets. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Holiday On Ice‹ !

Der Neffe von King Arthur, will sich vor seiner Familie und vor seinem Königreich beweisen. Als der mysteriöse Grüne Ritter in Camelot auftaucht, nimmt er dessen Herausforderung an. KOMPASS verlost drei DVDs. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›The Green Knight‹ !

TICKE T

Foto Raoul Schroegge

Foto Kottersteger

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In »Sing - Die Show deines Lebens« träumen Buster Moon und seine All-Stars von der ganz großen Bühne und riskieren alles dafür! KOMPASS verlost 1x2 Kinotickets. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Sing - Die Show deines Lebens‹ !

Artikel auf Seite 44

Das lange vermisste Wiedersehen mit den Kastelruther Spatzen hat ein Ende und es kann wieder gemeinsam gefeiert werden. KOMPASS verlost 3x das aktuelle Album der Kastelruther Spatzen. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Kastelruther Spatzen‹ !

Artikel auf Seite 68

Eine Geschichte über Liebe, Sehnsucht und Hass. Dargestellt mit Akrobatik, Musik und Tanz. KOMPASS verlost 2x2 Tickets für die Show am 10. April 2022 in der Stadthalle Zwickau. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Chinesischer Nationalcircus‹ !

Foto Sandra Ludewig

TICKE

Artikel auf Seite 44

Artikel auf Seite 77

Der gebürtige Zwickauer Sascha Stiehler bringt sein erstes Soloalbum heraus und beweist damit einmal mehr: Provinz ist ausschließlich das, was man selber draus macht. KOMPASS verlost sein aktuelles Album. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Solopiano‹ !

Zur Teilnahme am Gewinnspiel senden Sie uns bitte bis spätestens zum 15.02.2022 eine E-Mail mit entsprechendem Betreff an die E-Mailadresse: gewinnen@deinkompass.de. Viel Glück!

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UNTERHALTUNG

GEWINNZONE



Meine Stadt. Meine Musik. Mein Radio.


Doc Schröter KO LU M N E

Das elterliche Zusammenleben mit kleinen und größeren Menschen führt in aller Regel irgendwann zu, na nennen wir es vorsichtig unerwünschten Begegnungen. Was ich damit konkret meine? Irgendwann steht irgendwer in der Tür und es passt gerade so überhaupt nicht! Die Szenerie eindeutig, die Geräuschkulisse im besten Fall auch – quasi in flagranti erwischt! Was also tun? Früher neigte so mancher wohl dazu, kreischend den Bettbezug über das längst Gesehene zu ziehen … Damit machen wir es allerdings weder unges(ch)ehen, noch entspannen wir eine eigentlich völlig normale Situation. Klar darf man sich für den Moment erschrecken, doch dann gilt: Komm runter (und das in mehr als einer Hinsicht), es ist kein Weltuntergang! Denn sind wir mal ehrlich: Elterliche Intimität ist etwas Wunderbares und Wertvolles, eine erfüllte Partnerschaft ist die Basis für ein harmonisches familiäres Miteinander. Warum also machen wir mit unserer Reaktion daraus etwas Falsches, denn genau das vermitteln wir dem kleinen oder auch größeren »Störenfried«. Wie also vorgehen? Zunächst einmal gilt es die Aktion ENTSPANNT abzubrechen! Für die meisten dürfte der Zwischenfall sowieso ein Stimmungskiller par excellence sein, weitermachen gilt entsprechend nicht als mögliche Option. Kreischen und Decke über den Kopf hatten wir schon ausgeschlossen. Ausschweigen ist eventuell auch nicht das Wahre, nicht zuletzt, weil das fast einem Schuldeingeständnis gleichkommt und wir haben ja eigentlich nichts verbrochen! Reagiert möglichst gelassen, Hektik und Scham bringen die Kids erst auf die Idee, dass hier etwas »Verbotenes« abgehen könnte.

» CAUGHT IN THE ACT «

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe Bestenfalls löst man sich aus der Situation, indem man seine Aufmerksamkeit dem »Störenden« widmet, immerhin scheint dieser ja etwas zu wollen, sonst wären wir ja nicht in dieser Bredouille! Dieses »sich Hinwenden« kann man dann gegebenenfalls gleich nutzen, um über Grenzen zu sprechen. Dass man beispielsweise anklopft, wenn Türen geschlossen sind und man abwartet bis ein »Herein« ertönt, das verstehen Kinder auch schon in jungen Jahren. Aber Achtung: Selbiges gilt dann auch umgekehrt. Zudem sind Schulkinder und Teenager auch so gar nicht drauf versessen, zu wissen, was Eltern hinter ihrer Schlafzimmertüre so treiben, glaubt mir! Es ist also eine wertvolle Lektion für beide Seiten. Gleiches gilt übrigens auch für die Situation: Eltern, die ihre Sprösslinge auf frischer Tat und so … Insbesondere dann, wenn der mütterliche oder väterliche Störenfried danach noch zum Gespräch »darüber« bittet. Ab einem gewissen Alter ist man den Eltern schlicht keine Rechenschaft mehr schuldig, solange alles einvernehmlich und wohl verhütet stattfand. Ein Recht auf Intimsphäre haben beide, Teenager und Erwachsene. Ein beiderseits diplomatischer, respektvoller Tonfall ist allerdings durchaus von Vorteil und denkt dran: Eltern sind auch nur Menschen. Und weil es mir gerade noch einfällt, eine derartige Situation mit dem Ausspruch: »Das ist nicht so, wie es aussieht« versuchen zu cleanen, funktioniert nicht nur im Film nie. In diesem Sinne: Habt Spaß!

röter

Euer Uwe W. Sch

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GLOSSE

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M O N AT S H O R O S K O P

Dezember, Januar & Februar Wintermonate Zum Winter gehören die Monate Dezember, Januar und Februar. Der Winter (von althochdeutsch »wintar«) ist die kälteste der vier Jahreszeiten in den subtropischen, gemäßigten, subpolaren und arktischen Klimazonen der Erde. Astronomisch bzw. kalendarisch beginnt der Winter mit der Wintersonnenwende - dem Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem Wendekreis der anderen Erdhälfte steht und die Tage am kürzesten sind.

Liebe

STEINBOCK

WASSERMANN

FISCHE

Super Monate!

Solide Linie

Sehr inspiriert

Gesundheit

Beruf

Das werden ein paar super Monate, denn Venus verwöhnt Sie. Singles punkten mit Heiterkeit, einer lässigen Art und einer Menge Ausstrahlung. Schnell sprechen Sie jemanden an, jetzt sind Sie unglaublich kontaktfreudig. Bei Paaren läuft es. Sie verstehen sich wunderbar und stimmen die gemeinsamen Bedürfnisse perfekt aufeinander ab. Die Bindung festigt sich, Treue fällt leicht. Starke Sterne beleben Sie und wecken Ihr Interesse für alles, was Ihr Leben und Ihre Gesundheit verbessert. Venus im Steinbock bringt Ihnen mehr Zuversicht und innere Harmonie. Zudem wirken Pflege und Wellness unglaublich günstig. Sie setzen Beautytreatments und Wellness gekonnt ein. Prima läuft es auch in Sachen Lebensgenuss: Sie vertragen gerade im Winter von allem Guten etwas mehr. Merkur und Venus inspirieren Sie bei allem, was kreativ ist, bei lukrativen Ideen und finanzierbaren Konzepten. Teamwork und Kommunikation machen Spaß.

Liebe

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Liebe

Gesundheit

Beruf

Singles sind im Winter mit ihren eigenen Lebensplänen beschäftigt und fühlen sich unabhängig sehr wohl. Flirts nehmen sie zwar mit, aber an eine feste Bindung denken sie noch nicht. Paare setzen im großen Ganzen auf eine solide Linie, neigen aber zu Diskussionen und kleinen Meinungsverschiedenheiten. Anfang des neuen Jahres entspannt sich die Situation. Mehr Verständnis und Großzügigkeit tun der Beziehung gut. Glücksplanet Jupiter unterstützt Sie in Sachen Gesundheit. Sie möchten schlechte Gewohnheiten ablegen und denken vernünftiger. Noch gelingt es nicht ganz nach Maß, weil auch schwierige Sterneneinflüsse vorhanden sind. Sich mehr Zeit fürs Relaxen zu nehmen, ist nun besser als Freizeitstress und Vollgas beim Sport. Nicht ganz ohne, Ihre Karrieresterne: Merkur und Mars laufen quer und sorgen für Stress und Zeitverlust. Bei Diskussionen und Geldgeschäften zählen Fakten, aber keine Emotionen. Stark bleiben!

Liebe

Gesundheit

Beruf

Das sieht richtig gut aus in diesem Winter! Harmonische Sterne inspirieren Sie: Liierte gehen gerne auf ihren Partner zu und erhalten auch viel Zuneigung. Das Wir - Gefühl ist stark. Prickelnde Impulse machen Ihnen auch als Single Freude. Sie entwickeln beim Flirten und Dating schnell tiefere Gefühle und sagen auch offen, wie Ihnen ums Herz ist. Das kommt sehr gut an. Ende des Jahres gelingt Ihnen ein perfekter Spagat zwischen Lebensgenuss und Disziplin. Sie sind inspiriert und nehmen sich für die schönen Dinge des Lebens mehr Zeit. Gutes und hochwertiges Essen zuzubereiten und mit mehr Muße zu essen, tut Ihnen ebenso gut wie geistige Nahrung. Sie sind sehr aufnahmefähig und denken blitzschnell. Jetzt haben Sie prima Tendenzen, die vor allem Ihre Kreativität fördern. Bei Vertragsverhandlungen argumentieren Sie klug und können sich durchsetzen. Erfreulich sind auch die Finanzsterne, Schnäppchen und Sparpotenzial sind drin.

WIDDER

STIER

ZWILLING

Nur Geduld

Mehr Drive

Optimismus

Gesundheit

Beruf

Jetzt wird es spannend und Sie brauchen alles, aber bloß keine Routine. Stattdessen setzen Sie auf Abwechslung und Verständnis in der Beziehung. Jupiter unterstützt Sie dabei, Routine zu durchbrechen, und so kann es endlich wieder prickeln. Probleme lassen sich lösen. Singles suchen Anschluss, sind aber ziemlich anspruchsvoll. Geduld ist gefragt, wenn es klappen soll. Ab Anfang des nächsten Jahres läuft es beim Dating besser, sie wirken attraktiver auf ihre Fans. Jupiter und Saturn stärken Ihnen im November den Rücken. Ihre körperliche Verfassung ist stabil und Sie können sich eine Menge zutrauen. Dazu kommt noch ein Extra in Sachen Charisma und Ausstrahlung hinzu. Allerdings vertragen Sie schweres und fettes Essen weniger gut. Merkur sorgt für bessere Einnahmen, Sie gehen klug mit Ihrem Geld um. Ihre Herangehensweise an wichtige Aufgaben ist gut, Ihr Draht zu wichtigen Leuten auch. Auch Verträge und Abmachungen sind begünstigt.

UNTERHALTUNG A U S S I C H T

Liebe

Gesundheit

Beruf

Ihre Liebessterne bieten ein ganz schönes Kontrastprogramm im Winter. Venus steigert Ihre Außenwirkung und macht Sie begehrenswert. Doch Mars läuft quer und sorgt für Stress. Bei Paaren wird es da ganz sicher nicht langweilig.Singles brauchen Kuscheleinheiten und Freiheit gleichermaßen. Kein Wunder, dass es beim Dating ein bisschen chaotisch wird. Ihr Energielevel ist in den Wintermonaten eher niedrig. Beim Fitnesstraining fehlt Ihnen der nötige Drive und Sie kämpfen öfter mit Müdigkeit. Ganz klar: Sie brauchen eine Extraportion Schlaf und viel Zeit zum Relaxen. Prima ist: Wellness und kreative Hobbys wirken besonders günstig auf Sie. Beruflich geht es rund und Sie müssen beweisen, dass Sie teamfähig und belastbar sind. Bei Verhandlungen mit neuen Geschäftspartnern gilt es, vorsichtig zu agieren und finanzielle Absprachen gut im Auge zu behalten. Sie neigen dazu, wichtige Details zu übersehen.

HOROSKOP

Liebe

Gesundheit

Beruf

Jupiter bringt Glück: Singles wissen im Winter genau, was sie sich von einem Gefährten erwarten und was sie selbst zu geben bereit sind. Sie suchen mit Strategie nach einem geeigneten Partner. Bei Paaren sorgen die Sterne für Optimismus und Stabilität. Winterdepressionen haben keine Chance, stattdessen sind spannende neue Pläne und Experimentierfreude angesagt. Gemeinsame Projekte gedeihen prima. In Sachen Lebensführung machen es Ihnen Jupiter und Saturn leicht, Erfahrung, Weisheit und positives Denken auf ideale Weise miteinander zu verknüpfen. Auf sportlicher Ebene sind Sie gerne aktiv und halten sich mit regelmäßiger Bewegung fit. Sie sind konsequenter, was Ihre Ernährung betrifft. Man schätzt Sie auch als Kollegen und arbeitet mit Ihnen gerne in einem Team. Anspruchsvolle Projekte machen Ihnen Spaß. Mit Ihrem Geld gehen Sie sorgfältig um: Sie vergleichen Preise und nutzen Sparpotenzial.


Liebe

KREBS

LÖWE

Kompromisse machen

Mehr Ausdauer

Gesundheit

Beruf

Singles haben im Winter Lust auf Streicheleinheiten und alles, was zu zweit mehr Spaß macht. Ein Abenteuer liegt in der Luft und sie stürzen sich mittenrein. Bei Liierten geht es nicht weniger aufregend zu: Mars sorgt für mehr Spaß, sie mögen alles jetzt etwas intensiver. Allerdings passt es bei Geschmacksfragen nicht so gut. Da sind Kompromisse nötig. Mars verpasst Ihnen einen Energiekick. Bei Sport und Fitnesstraining können Sie voll motiviert durchstarten und haben vor allem für Muskelaufbau top Sterne. Allerdings sind in Ihrer Freizeit auch Achtsamkeit und Ruhepausen nötig, weil Ihr tägliches Pensum hoch ist. Momente des Rückzugs, mit einem guten Buch oder beim Musikhören, lassen Sie entspannen. Im Winter geht es steil nach oben. Aussichtsreiche Karrieretendenzen sorgen für einen starken Auftritt: Sie wissen, was Sie wollen, und setzen sich engagiert und motiviert dafür ein. Selbst anspruchsvolle Aufgaben erledigen Sie im Nu. Sie sind ziemlich ehrgeizig, das zahlt sich aus.

Liebe

Liebe

Gesundheit

IMPRESSUM

Beruf

Widersprüchliche Sterne machen es Ihnen in den Wintermonaten nicht leicht, in der Liebe zufrieden zu sein. Singles sind zwischen Erlebnishunger und Desinteresse hin- und hergerissen. Paare brauchen Kompromissbereitschaft, Geduld und Fingerspitzengefühl. Die aktuellen Tendenzen könnten sich als Bewährungsprobe erweisen. Ihre typische Großzügigkeit hilft weiter und schon bald ist alles wieder im Lot. Ihre sonnige, herzliche Art ist nun besonders gefragt. Ihr Energielevel ist nicht auf der Höhe, deshalb ist es gerade Ihre mentale Stärke, die Ihnen hilft, den Alltag zu meistern. Sie brauchen jetzt eine Extraportion Pflege, viel Schlaf und Abstand vom Alltag. Meditation, Yoga und Ruhe wirken sich günstig auf Ihre Verfassung und Ihre innere Einstellung aus. Sie brauchen jetzt mehr Geduld und Ausdauer, um den Anforderungen im Job gerecht zu werden. Stress lässt sich nicht vermeiden, Zeit- und Termindruck sind möglich. Konkurrenzgerangel und nervige Kollegen fordern zudem eine kluge Strategie.

JUNGFRAU

WAAGE

Harmonische Sterne

Unabhängig gut

Gesundheit

Beruf

Venus und Mars helfen flirtwilligen Singles in den Wintermonaten ganz wunderbar auf die Sprünge. Sie kommen jetzt sehr gut an, schnell knüpfen sie vielversprechende Kontakte. Bei Paaren läuft es hervorragend, Familienplanung gelingt, Kinder können große Freude bereiten. Sie verstehen es, die Beziehung aufzufrischen und mit neuen Ideen lebendig zu halten. Harmonische Sterne lenken Ihr Interesse auf die schönen Dinge des Lebens. Sie genießen, fühlen sich mehr in Ihrer inneren Mitte und blühen regelrecht auf. Pflege und Wellness wirken nun besonders günstig auf Sie und lassen Sie noch besser aussehen. Beim Sport entwickeln Sie Biss, Mars macht Sie angriffslustig und leistungsstark. Sie können sich ab Januar eine Menge zutrauen. Optimale Tendenzen für Kommunikation machen Sie zum genialen Networker. Sie knüpfen geschickt Kontakte zu wichtigen Leuten. Die Atmosphäre im Job ist entspannt und kollegial.

Liebe

Gesundheit

Beruf

Venus läuft in den Wintermonaten quer. Das bedeutet konkret: Paaren fehlt wohl öfter die Gelegenheit, die Beziehung zu genießen und neue kreative Ideen zu entwickeln. Als Single flirten Sie gerne, aber aktuell fehlt es Ihren Verehrern an Stil. Prima ist: Sie fühlen sich auch unabhängig wohl und sind gerne mit Ihren Freunden zusammen. Jupiter wirkt wie ein Schutzschild auf Sie. Auch wenn Ihr Alltag schon mal hektisch werden kann, wissen Sie doch genau, wie Sie schnell wieder runterkommen und Ihre Work-LifeBalance pflegen. Sie brauchen viel frische Luft und Freiraum in der Natur. Bei neuen Pflegeprodukten gilt es, vorsichtig zu sein und auf milde und leicht verträgliche Inhaltsstoffe zu achten. Jupiter und Saturn sorgen im Job für aufsteigende Tendenzen. Sie entwickeln sinnvolle und tragfähige Strategien und stellen sich schnell auf alle Anforderungen ein. Ab Januar läuft es beim Networking prima, auch Preisverhandlungen bringen Erfolg.

Herausgeber: KOMPASS agentur für event + verlag UG KOMPASS Stadtmagazin ist ein Produkt der KOMPASS agentur für event + verlag UG, vertreten durch Anja Uebel Scheringerstraße 1, 08056 Zwickau , Tel. 0375 2898980-2, Fax 0375 2898980-9, info@deinkompass.de, www.deinkompass.de Layout, Satz & Grafik: KOMPASS agentur für event + verlag UG

Titelbild: »Sharks in Montmartre« // Ölgemälde von David Ambarzumjan Anzeigen: Anja Uebel, info@deinkompass.de Mitarbeiter an dieser Ausgabe: Kati Störch, JoKri, Dr. Sandy Alami, Kristina Baum, Friedrich List, Stefan Tschök, Jessica Laqua, Vivien Schramm, Dorothea List, Natalie Scheffler, Valentin Beige, Uwe. W. Schröter Verteilung und Vertrieb: An über 550 Auslagestellen in Zwickau, Chemnitz, dem Erzgebirge, dem Vogtland sowie dem Altenburger Land. Kostenloser Vertrieb an ausgewählten Kultureinrichtungen, Restaurants, Bars, Cafés, Händler & Geschäfte, medizinische Einrichtungen (z. b. Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Physiotherapien), Sport- und Freizeitstätten, Hotels, Kinos, Friseursalons, Kosmetikstudios, Sonnenstudios, Tankstellen etc. Druck: Akontext Monatliche Druckauflage: 15.000 Stück

SCHÜTZE

SKORPION

Im Gleichgewicht

Beste Vibes Liebe

Gesundheit

Beruf

Beste Vibes von Venus und Mars machen Sie in den Wintermonaten unwiderstehlich. Singles knüpfen mühelos neue Kontakte, können Gefühle entwickeln und sich verlieben. Endlich bewegt sich was! Paare erleben eine Phase voller Harmonie und genießen erfüllende Zweisamkeit. Bei sportlichen Wettkämpfen gehören Sie zu den Gewinnern. Viel Bewegung und eine gezielt hochwertige Ernährung tragen zu einer Superkondition bei. Ihr Energielevel ist hoch und Sie verfügen auch im Alltag über viel Kraft. In Ihrer Freizeit suchen Sie Abstand vom Feiertagstrubel und Zeit für sich. Dank Venus wirken kreative Hobbys besonders bereichernd. Ab Januar ist Networking angesagt. Sie treffen interessante Leute und sind offen für kreative Ideen und für alles, was die Karriere antreibt. Sie sammeln Informationen und sind genau dort unterwegs, wo Sie Trends aufgreifen können. Zudem stärkt Merkur die Finanzen. Auch privat verwalten Sie Ihr Geld sehr gut.

Liebe

Gesundheit

Beruf

Paare erleben stabile und vertrauensvolle Wintermonate. Sie zeigen sich loyal, verständnisvoll und begleiten ihren Partner mit Liebe durchs Leben. Jupiter bringt neue Frische und starke erotische Anziehungskraft. Auch Singles spüren das und suchen wieder aktiv nach einem Gefährten. Es tut sich was und Sie brauchen nicht lange auf einen zu warten. Durch die günstigen JupiterSaturn-Impulse fällt es Ihnen ab Januar besonders leicht, Ihre Work-Life-Balance im Gleichgewicht zu halten. Sie sind gut gelaunt, ehrgeizig und ausdauernd beim Fitnesstraining. Doch Sie wissen auch, dass Erholung, ein bisschen Tapetenwechsel und Ruhe sowie Abstand von der Alltagsroutine nötig sind, um sich wohlzufühlen. In Job sieht es so aus, als können Sie endlich das bekommen, was Sie sich schon so lange wünschen: mehr Anerkennung. Finanziell agieren Sie jedoch noch vorsichtig und halten sich nur an das, was Sie sehen und begreifen können.

Erscheinung: am Ende eines Monats für den Folgemonat Nächster Redaktionsschluss: 10. Februar 2022 Nächster Anzeigenschluss: 15. Februar 2022 Der Abdruck von Veranstaltungshinweisen erfolgt ohne Gewähr. Nachdruck, Speicherung, Vervielfältigung und Verbreitung in elektronischen und nichtelektronischen Medien vollständig oder auszugsweise nur mit verheriger schriftlicher Genehmigung. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Urheberrechte für Beiträge, Fotografien, Zeichnungen und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag bzw. bei den Autoren. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Vorlagen kann keine Garantie übernommen werden. Veranstalter, die honorarpflichtige Fotos zur Ankündigung ihres Programms an die KOMPASS agentur für event + verlag UG übergeben, sind für die Forderungen des Urhebers selbst verantwortlich. Überschriften und Einleitungen werden vom Verlag gesetzt. Leserbriefe, Anzeigen und namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

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DAS KLEINGEDRUCKTE

I

ch wette, dass jeder, der diesen Beitrag liest, schon einmal im Kino war. Meine allerersten Kinoerfahrungen liegen schon ein paar Jahrzehnte zurück. Wir wohnten in einer Kleinstadt und die hatte natürlich was? Ein Kino. Jede Kleinstadt hatte ein Kino. Wirklich jede. Dafür hatte ganz, ganz früher auch nicht jeder Haushalt ein Fernsehgerät. Später nahm die Anzahl der Fernsehgeräte in den Haushalten sprunghaft zu; die Anzahl der Kinos jedoch blieb gefühlt gleich. Das war wohl auch in der Tatsache begründet, dass allein daraus, ein Fernsehgerät zu besitzen, noch lange nicht zu schlussfolgern war, dass man gut unterhalten wurde. Schließlich konnte man auf legalem Wege lediglich einen Sender empfangen, der zu Anfang auch nicht den gesamten Tag sendete. Natürlich war man gewitzt und installierte einen sogenannten »Ochsenkopf«. Das war eine Antenne, die zum Empfang von Sendern aus dem Westen geeignet war - wenn man nicht in Dresden wohnte, das man auch »Tal der Ahnungslosen« nannte, weil dort aus geografischen Gründen Westfernsehen so gut wie nicht anlag. Solche Worte wie »streamen« waren wahrscheinlich noch nicht einmal erfunden, und Rechner, die eine geringere Rechnerleistung als eine heutige mit dem Internet verbundene Armbanduhr hatten, nahmen ganze Säle an den Universitäten ein und wurden wahrscheinlich noch mit Wasser gekühlt und mit Lochkarten gefüttert. So, das war jetzt auf einen Schlag aber ganz schön viel: Antennen, die zum Empfang von Sendern aus dem Westen dienten, Sender, die nicht den ganzen Tag sendeten und Kinos in jeder Kleinstadt, dazu Maschinensäle für Rechner, die so gut wie keine Rechnerleistung hatten, dafür aber wenigstens schön groß waren. Aber an die jüngere Generation gewandt: Es war wirklich so, versprochen. Natürlich gingen wir regelmäßig ins Kino und der Preis für eine Karte lag wohl bei fünfzig Pfennigen (auch hier wieder eine kleine Erklärung: ein Pfennig ist der hundertste Teil einer Mark und die Mark war die Währung in der DDR, die DDRMark darf man wiederum nicht mit der D-Mark verwechseln, die die Währung in der alten Bundesrepublik war). Zu dem genannten Preis kam noch eine sogenannte Kulturabgabe von fünf Pfennigen, die einem Kulturfonds zugeleitet wurde. Klingt doch gar nicht so schlecht, oder? Wir gingen also ins Kino und bei einigen Filmen, die die DDR für Devisen im nichtsozialistischen Währungsgebiet erworben hatte,

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UNTERHALTUNG

Vom Reiz der Kinematografie

war richtig was los in der Bude. Da bekam man an SamstagnachThema mittagen kaum einen Platz. Aber auch Indianerfilme aus Lorem Ipsum DDR-Produktion waren beliebt und zu Filmen über historische Ereignisse gingen die Schüler manchmal auch im ganzen Klassenverband. Außerdem gab es natürlich auch Alterskategorien für Filme. Die hießen damals P 6, P 14 und P 18 und das P stand für Prädikat; warum die Altersfreigabe so hieß, erklärt sich mir nicht mehr. In meiner Klasse hatten einige natürlich bereits zu Anfang des Schuljahres Geburtstag und andere erst gegen Ende hin. Die bereits im September geboren waren, konnten also schon viel eher in P-14-Filme gehen, als die, die wie ich zum Beispiel erst im Februar (oder noch schlimmer im Juni) auf die Welt gekommen waren. Bei Filmen wie »Angelique« war das erheblich, denn für Jungs um die vierzehn hatten die einen gewissen Reiz … Vor dem eigentlichen Hauptfilm lief der »Augenzeuge«, das war so eine Art Nachrichtensendung für das Kino, ziemlich sozialistisch und jede Woche neu. Wer also pro Woche zwei Mal ins Kino ging, wurde doppelt geschult. Ansonsten ging es nach meiner Erinnerung in den damaligen Kinos genauso ungesittet zu wie heute; mit Popcorn wurde zwar noch nicht geraschelt, aber dafür mit Bonbonpapier. Warum ich das alles in so einer epischen Breite erzähle? Nun ganz einfach, weil es mir leid täte, wenn das Kinosterben weiter anhalten würde. Der Film, den man zu Hause bei einem Streamingdienst herunterlädt, mag derselbe sein wie im Kino; die Einmaligkeit des Erlebnisses ist es nicht. Vielleicht sollten Sie wieder einmal ins Kino gehen – solange sie noch eins im Umkreis von fünfzig Kilometern finden … In diesem Sinne »Film ab« bis zum nächsten »Kleingedruckten«

GLOSSE

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Ihr Stefan Tschö


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