KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 11 | 21

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Haben wir noch Milch? Sind die Sportsachen der Kinder schon gewaschen? Wann beginnt der Kindergeburtstag am Sonntag und wer holt die Kleinste vom Ballett ab, wenn ich die Präsentation vorbereiten muss?« All diese Fragen sind für sich gesehen der ganz normale Wahnsinn im Alltag einer Familie. Kleinigkeiten, keine große Sache, würde man meinen. Zusammengenommen können sie aber schnell zur großen Belastung werden, wenn man allein für all das Mitdenken und Organisieren verantwortlich ist oder sich diesbezüglich vom eigenen Partner alleingelassen fühlt. Oft sind Frauen nach wie vor am stärksten betroffen, denn gesellschaftlich scheint noch immer erwartet zu werden, dass sie alles Familiäre im Griff haben müssen. Zur Belastung kommt der Frust, wenn solche Alltagsaufgaben vom Partner, Freunden oder Familie als nicht der Rede wert erachtet werden.

3. NOV

12. NOV

SASCHA KORF

16. NOV

DANIEL BENYAMIN [SEA+AIR]

20. NOV

NILS HEINRICH

26. NOV

SCHWARZE GRÜTZE

27. NOV

DANNY BRYANT BIGBAND

Vorsicht vorm Mental Load Wer sich auch bei den kleinen organisatorischen Dingen des Alltags nicht effizient unterstützt, läuft Gefahr, sich selbst zu überlasten. Foto pikisuperstar // freepik.com

Einschätzung des DIW zur Kinderbetreuung in Corona-Zeiten: Mütter tragen die Hauptlast, aber Väter holen auf

Autorin Nathalie Klüver weiß, wovon sie redet: Sie ist selbst Mutter von drei Kindern und rät Müttern deshalb in ihrem Buch »Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein« unter anderem dazu, kleine ritualisierte Auszeiten in den Alltag einzubauen, um immer wieder zur Ruhe zu kommen und das Gedankenkarussell zu unterbrechen. Nathalie Klüver ist überzeugt: Die Mehrfachbelastung der letzten Monate hat vor allem die Mütter getroffen. Dies belegt auch eine Studie des Deutschen Wirtschaftsinstitutes DIW und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung WZB. »Schon vor der Pandemie übernahmen Mütter 80 Prozent der Hausarbeit.« Die Ausnahmesituation 2020 habe den Druck auf die Mütter noch weiter verstärkt. »Es sind vor allem Mütter, die durch die CoronaPandemie unter depressiven Verstimmungen und dem Gefühl der Überforderung leiden«, so Klüver. Auch das Müttergenesungswerk betont, dass immer mehr Mütter am Limit seien und der Bedarf an Kurmaßnahmen durch die Pandemie deutlich zunehmen werde.

ANDY IRVINE - IRISH FOLK

»Während des Lockdowns im April und Mai 2020 haben die Mütter mehr Zeit für die Kinderbetreuung aufgewendet als die Väter. Während sie ihre Kinder im Alter von bis zu elf Jahren werktags durchschnittlich 9,6 Stunden lang betreut haben, taten die Väter dies 5,3 Stunden lang. 2019 brachten Mütter durchschnittlich 6,7 Stunden und Väter 2,8 Stunden für die Kinderbetreuung auf. Somit ist coronabedingt die durchschnittliche Betreuungszeit bei den Müttern um 2,9 Stunden und bei den Vätern um 2,5 Stunden gestiegen. Das zeigen Auswertungen der ersten vier Teilstichproben der SOEP-CoVStudie sowie Daten des Sozio--ökonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2019. Allerdings hat die Kinderbetreuungszeit der Väter während des Lockdowns im Vergleich zum Vorjahr überproportional stark zugenommen. Sie verbrachten im Mittel 89 Prozent mehr Zeit mit Kinderbetreuung als im Vorjahr. Bei den Müttern waren es im Mittel 43 Prozent. Dies kann als eine positive Entwicklung im Sinne einer stärkeren Einbindung der Männer in die Kinderbetreuung gesehen werden.«

9. DEZ

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