KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 11 | 21

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Jan ist 35, Stationsarzt in der Neurologie in einer Klinik und hat ordentlich zu tun im Job. Er hat tagsüber viel Patienten- und Teamkontakt und mag es nach getaner Arbeit gerne etwas ruhiger. Er trifft sich nach Feierabend auch mit Freunden, aber dann geht es nicht so sehr um den Austausch, sondern um das gemeinsame Essen bzw. um das Gaming. Mindestens 2x in der Woche trifft er sich mit seinem Kumpel zum Fifa-Zocken – das macht seinen Kopf frei und entspannt ihn. Manchmal hört er auch einfach nur Musik, spielt Gitarre oder guckt einen Film. Kommunikation gibt es natürlich auch nach Feierabend, aber dann mit seiner Freundin, mit der er zusammenlebt.

Zeit zu zweit Ob mit Freunden oder dem Partner bzw. der Partnerin – ein gemeinsames Hobby macht einfach mehr Spaß! Fotos Kobu Agency | Bady Abbas | Rifqi Ali Ridho | Joseph Pearson // unsplash.com

Gaming ist nur was für Männer? Weit gefehlt, denn Frauen sind hier auf dem Vormarsch. Foto Nicolas Gras // unsplash.com

VERÄNDERUNG DES FREIZEITVERHALTENS Natürlich sind die oben gezeichneten Beispiele frei erfunden und spielen mit bekannten Klischees. Nichtsdestotrotz findet sich bestimmt der bzw. die eine oder andere darin wieder. Und ja, unsere Interessen, Hobbys, Bedürfnisse und darauf abgestimmt die Freizeitaktivitäten haben natürlich nicht nur etwas mit unserem Geschlecht zu tun, sondern auch mit der Art und Weise wie wir aufgewachsen und in welchem Umfeld wir sozialisiert wurden, sind beeinflusst durch unsere Freunde, können sich mit der Zeit auch verändern und hängen mit Sicherheit auch mit unseren Persönlichkeitseigenschaften sowie dem aktuellen Stresslevel in unserem Leben zusammen. Das Ganze lässt sich also nicht mal eben so auf Geschlechtsstereotypen und damit verbundene Verhaltensweisen herunterbrechen. Dennoch gibt es Studien von Soziologen, Sozialforschern und Psychologen, die sich mit ebendiesem Thema beschäftigen: Wie verbringen Frauen bzw. Männer ihre Freizeit, wo lassen sich Muster und Unterschiede erkennen und wo gibt es ganz grundsätzliche Veränderungen im Freizeitverhalten. Und eine Sache zeigt sich hier ganz deutlich: Wir alle lieben es, TV bzw. Serien und Filme zu gucken, Musik zu hören und im Internet zu surfen, um entweder zu lesen, die sozialen Medien auszuchecken oder zu shoppen. Das zeigt: Mediennutzung liegt ganz weit oben und dabei ist das Handy unser bester Freund – wohingegen analoge Beschäftigungen (z. B. Gartenarbeit, handwerkeln, Bücher lesen) laut den Untersuchungen vermehrt abgenommen haben. Allerdings beziehen sich diese Daten auf die Zeit vor der Coronapandemie und man muss bedenken, dass die Welt da noch etwas hektischer unterwegs war, die Zeit sozusagen schneller getickt hat. Wir waren oft im Stress und das auch noch nach der Arbeit. Corona hat das Leben für viele (natürlich aber nicht für alle) aufgrund von Homeoffice oder Kurzarbeit etwas verlangsamt. Zeit also, die wir anders nutzen konnten, indem wir beispielsweise alte Hobbys wieder neu haben aufleben lassen oder neue Aktivitäten für uns entdecken konnten. In der Pandemie hat sich das Freizeitverhalten also stark verändert und einige von uns haben ihr Leben kurzerhand umgekrempelt und sind dem Digital-Detox-Trend gefolgt. Weg vom Handy, weg von der Mediennutzung ganz allgemein und hin zu körperlichen, kreativen oder geistigen Beschäftigungen.

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TITEL

TYPISCH FRAU - TYPISCH MANN »


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