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131. Ausgabe 09 | 20 AUSGABE

SO MUSS

STADTMAGAZIN ant! Interess ! nd Aufrege NKT! GESCHE

S T A D T

LEBEN Meine Stadt Mein Leben Mein Kompass

Teresa Weissbach

Von Landlust und GroÃ&#x;stadtluft

COVER THE PLATED PROJECT

gemeinsam o d er e i n s a m

geSchwister g e n er a t i o n e n i m d i a l o g

Miteinander Reden ZWICKAU + UMLAND VOGTLAND ERZGEBIRGE CHEMNITZ + UMLAND


Mehr Wert. Sie haben die Wahl. Top Konditionen Finanzierung¹ und Leasing¹ für Neuwagen Kostenloses Servicepaket Audi Wartung und Inspektion²: Kostenlos für Neuwagen Ein attraktives Leasingangebot: z. B. Audi A3 Sportback 35 TFSI, S tronic* * Kraftstoffverbrauch l/100 km: innerorts 6,0; außerorts 4,0; kombiniert 4,7; CO₂-Emissionen g/km: kombiniert 109; CO₂-Effizienzklasse A. Ibisweiß, 16" Leichtmetallräder, 2-Zonen-Komfortklimaautomatik, Audi sound system, Geschwindigkeitsregelanlage, Halteassistent, Audi phone box light, Audi Smartphone Interface, Parkassistent mit Einparkhilfe plus, Sitzheizung vorn u. v. m.

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Leistung: 110 kW (150 PS) Nettodarlehensbetrag (Anschaffungspreis): € 32.441,69 Leasing Sonderzahlung: € 3.000,00 Sollzinssatz (gebunden) p. a.: 1,15 % Effektiver Jahreszins: 1,15 %

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Ein Angebot der Audi Leasing, Zweigniederlassung der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig, für die wir als ungebundener Vermittler gemeinsam mit dem Kunden die für den Abschluss des Leasingvertrags nötigen Vertragsunterlagen zusammenstellen. Inkl. Überführungskosten. Bonität vorausgesetzt. Es besteht ein gesetzliches Widerrufsrecht für Verbraucher. Etwaige Rabatte bzw. Prämien sind im Angebot bereits berücksichtigt. ¹ Ein Finanzierungsangebot der Audi Bank, Zweigniederlassung der Volkswagen Bank GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig bzw. ein Leasingangebot (ausgeschlossen sind RS- und Plug-In-Hybrid-Modelle sowie der Audi R8) der Audi Leasing. Jeweils für Privatkunden und gültig bis zum 30.09.2020. 2

Ein Angebot der Audi Leasing, Zweigniederlassung der Volkswagen Leasing GmbH, Gifhorner Straße 57, 38112 Braunschweig. Gültig für Privatkunden und bis zum 30.09.2020. Laufzeit 12 – 48 Monate und Fahrleistung bis 32.500 km p.a.. Nur für Neuwagen. Ausgeschlossen sind RSModelle und der Audi R8.

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Oberbürgermeisterwahl

20.9.2020

(c) Uwe Hauth

03.10. | 18 Uhr |Freilichtbühne Zwickau Tickets: 0375. 27130 oder www.kultour-z.de

SO MUSS

STADTMAGAZIN


10

in gemeinschaft gross werden

58

belastende verantwortung

09 131. Ausgabe

Kunstprojekt für mahlzeiten

54

TIT E L

20 64

K l e i n e W e lt

16 generationsdialog Voneinander Lernen 24 geschwister Gemeinsam oder einsam

thema 58 parentifizierung Wenn Eltern & Kinder die Rollen tauschen

K U NST & K U LT U R

Tipps f ür Kids 61 querbeet Unterhaltung für Augen und Ohren

Thema 52 urbainable Städte und ihre Architektur 54 The plated project Kunst gegen den Hunger

Le b e n s s t i l Technik 14 ecotrains Innovation für die Bahn

Film 56 Heimkino Filme von der Ladentheke Musik & Literatur 57 Neu im Handel Rezensiert und vorgestellt

er s i e e s

thema 10 zu hause in manuka Der Kinder- und Jugendhof

www.deinkompass.de 09 20

Inhalt

Mundart 66 DIY Limonaden Erfrischend und gut trend 62 tschüss plastik! Umweltfreundlich waschen und putzen 64 Absolute beginners 40 Jahre und noch Jungfrau

K a rr i ere

drunter & drüber 06 weitblick 360º über den Tellerrand

4

absolute Beginners 40 jahre, ledig, sucht ...

beruf 68 sprachkenntnisse Karrierebooster Fremdsprache

www.facebook.com/deinkompass

www.instagram.com/kompass_so_muss_stadtmagazin


E D I T O R I A L Liebeinhalt Leserinnen und Leser, selbstgemachte Erfrischungsgetränke

erfolg im job durch mehrsprachigkeit

66

68

s ta d t l e b e n lokal total 28 InhaLt Meine Stadt, mein Leben, mein KOMPASS

U n t er h a l t u n g Kolumne 7 Randnotiz 71 Doc schröter aussicht 72 HoroskOP Die Sterne im September

s t a n d a rDS

die wohl meisten Familien wissen: Die Bindung zu den Großeltern kann bedeutenden Einfluss auf unser Leben nehmen. Im Guten wie im Schlechten. Oma und Opa können Kindern gemeinsame Freizeit, Sicherheit und Geborgenheit spenden, aber auch zu Konflikten in der Eltern-Kind-Beziehung beitragen. Selbst über die eigene Familie hinaus ist die Gestaltung eines Austauschs zwischen den Generationen zu einer wichtigen gesellschaftlichen Frage geworden. KOMPASS wirft in »Voneinander lernen: Generationen im Dialog« einen Blick auf Beziehungen zwischen Distanz, Dankbarkeit, Krankheit und Plätzchenbacken. Wenn ein Geschwisterchen in die Familie kommt, dann ist entweder die Freude oder das Geheule bei dem erstgeborenen Kind groß: Manche können es kaum erwarten, andere hingegen fühlen sich vom Thron geschubst und buhlen umso mehr um die Aufmerksamkeit der Eltern. Auch mit Klischees geizt diese Thematik nicht: verwöhnte Einzelkinder, sozial nicht kompetent. Was ist dran an diesen Vorurteilen? Sind Geschwister förderlich für eine positive Entwicklung, fragt KOMPASS-Redakteurin Jessica Laqua. Jeden Tag gehen allein in Indien über 200 Millionen Menschen mit knurrendem Magen ins Bett. Eine Tatsache, die Chitresh Sinah bewegte, aktiv gegen den Hunger vorzugehen, mithilfe eines Kunstprojektes. »The Plated Project« bringt Kunst auf den Teller und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit dem Erlös der Kunstwerke werden Mahlzeiten für Familien von Tagelöhnern und Wanderarbeitern finanziert. Mit 30 oder sogar 40 Jahren noch wahrlich ungeküsst zu sein, führt bei vielen Menschen zu Frust, Traurigkeit, Einsamkeit und Depressivität. Doch es gibt auch Möglichkeiten, der Einsamkeitsspirale zu entkommen, wie, lesen Sie in »Absolute Beginners: 40 Jahre, männlich, ledig, Jungfrau sucht…« Ganz und gar nicht jungfräulich geht es hingegen in unserer neuen Kolumne zur Sache. Doc Schröter plaudert ab jetzt monatlich aus dem sprichwörtlichen Schmuckdöschen. Gleich zum Einstieg geht es entsprechend hoch her: Nymphomanie lautet sein Thema.

70 Gewinnzone 72 impressum

Viel Spaß mit der Septemberausgabe wünscht Ihre Redaktion.

TICKE T

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INHALT

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hast du worte? Der neue Duden ist da Es ist mal wieder soweit, der neue Duden erscheint und mit ihm eine ganze Reihe von neuaufgenommenen Wörtern, die unseren Sprachgebrauch gewohnheitsmäßig bereichern. Immerhin 3000 dieser Neuzugänge verzeichnet diese 28. Auflage nach Angaben des Verlages, nicht jedes wird auf Gegenliebe bei Traditionalisten der deutschen Sprache treffen. sprache Mit 148.000 Stichwörtern insgesamt ist der neue Gelbe, der Umfangreichste, den es je gab. Was hat sich denn nun konkret getan? Klar kam man an der Corona-Krise nicht wirklich vorbei, doch auch andere Themen wie zum Beispiel Klima/Umwelt, Technik und Geschlechtergerechtigkeit fanden Berücksichtigung. Zu den Neuaufnahmen zählen entsprechend Wörter, die noch vor einem Jahr seltsam angemutet hätten wie beispielsweise Covid-19, Reproduktionszahl oder Lockdown. Ebenfalls mit dabei: Ansteckungskette, Intensivbett und Atemschutzmaske. Das Coronavirus selbst war auch der früheren Ausgabe des Duden schon bekannt und nein, das ist nicht verwunderlich. Der Begriff wurde nach dem SARS-Ausbruch 2002/03 aufgenommen. Auch Corona sei schon enthalten gewesen, allerdings als weiblicher Vorname, nun gibt es seit dieser Ausgabe eine zweite Bedeutung: »ugs. für Coronavirus[erkrankung]«. Ein paar weitere Neuaufnahmen im Schnelldurchlauf gefällig? Alltagsrassismus, bienenfreundlich, Chiasamen, Dieselaffäre, hypen, Erklärvideo, Fridays for Future, Gendersternchen, Hatespeech, Influencer, Klimanotstand, Ladesäule, Masernimpfung, Netflixserie, oldschool, pestizidfrei, rechtsterroristisch, Shishabar, Transgender, Uploadfilter, Videobeweis, Whatsapp-Gruppe und Zwinkersmiley. Und ja, das klingt nicht immer sehr deutsch – muss es auch nicht, es geht ja um gelebten Sprachgebrauch und der ändert sich nun mal. Apropos: Zum ersten Mal finden sich im Duden auch Hinweise zum gendergerechten Sprachgebrauch. Es sei zu beobachten, dass sich Variante des umstrittenen Gendersternchens in der Schreibpraxis »immer mehr durchsetzt«. Zu finden sei sie besonders in Kontexten, in denen Geschlecht nicht mehr nur als weiblich oder männlich verstanden und die Möglichkeit weiterer Kategorien angezeigt werden solle. Als Beispiel wird genannt: »Schüler*innen«.

Foto Monika Schröder // pixabay.com | freepik.com

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ERNTEDANK & HERBSTMARKT 2020

26.-27 . Septem ber © Gennadiy Poznyakov - Fotolia.com

Öffnungszeiten: Samstag: 10.00 bis 17.00 Uhr, Sonntag: 11.00 bis 17.00 Uhr

I M WA S S E R S C H L O S S K L A F F E N BAC H

4.10.2020

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er sie es

dr u n ter & dr ü b er »

10-17 UHR


A

faszination tierreich Flucht durch den darm Beutetier ist eben nicht gleich Beutetier. Einigen wenigen gelingt scheinbar die Flucht auch nach dem Gefressenwerden. biologie Die Überlebensstrategie eines kleinen Wasserkäfers lässt nicht nur Forscher staunen: Wird er von einem Jäger verschluckt, regt er dessen Stuhlgang an – und schwuppdiwupp gelangt er unbeschadet wieder in die Freiheit. Forscher der Kobe Universität Japan beschrieben diesen außergewöhnlichen Trick der Art Regimbartia attenuata im Fachjournal »Current Biology«. Damit konnte zum ersten Mal die Flucht eines Beutetiers nach dem Gefressenwerden wissenschaftlich dokumentiert werden. Für ihre Testreihen nutzen die Wissenschaftler eine Wasserfroschart namens Pelophylax nigromaculatus, der wie viele andere Froscharten auch, mangels Zähnen seine Beute vor dem Verschlucken nicht tötet, sondern dazu eigentlich seinen Verdauungstrakt nutzt. Beim Käfer Regimbartia attenuata gelingt das jedoch meist nicht. Wie das Forscherteam herausfand, regt der kleine schwarze Käfer offenbar den Stuhlgang des Frosches an und gelangt so recht schnell wieder ins Freie. Beide Spezies, der Käfer und der Frosch kommen in den Reisfeldern Japans vor. Um das Abwehrverhalten des Käfers gegen seinen Fressfeind genauer untersuchen zu können, wurden diese, jungen und ausgewachsenen Fröschen im Labor zu fressen gegeben. Die Frösche verschlangen entsprechend die Käfer. Allerdings wurden 93 Prozent der Käfer nach bis zu sechs Stunden intakt wieder ausgeschieden und nicht nur das, sie waren alle putzmunter. Scheinbar bewegten sich die Käfer durch den Verdauungstrakt im Körper der Frösche Richtung »Ausgang«, hieß es. Damit sich am Ende auch der Schließmuskel öffnet, müssen die Regimbartia attenuata aber zunächst den Darm des Frosches anregen - um dann ausgeschieden zu werden. Selbiges wurde bei vier weiteren Froscharten festgestellt. Foto Alpsdake // wikimedia.org

ch übrigens ... irgendwie gibt es im Leben Dinge, denen bleiben wir lange, über viele Jahre oder sogar manchmal für immer, treu. Und manchmal zeichnen sich sogar regelrechte Muster ab. Häufig sind uns diese gar nicht einmal bewusst, sondern wir werden von außen darauf hingewiesen. Zum Beispiel, dass wir die neue Wohnung genau so einrichten, wie all die Wohnungen davor. Dass wir uns immer ähnliche Kleidung kaufen und schon ein ganzes Jahrzehnt den gleichen Stil tragen. Oder einen Partner bzw. eine Partnerin der dem/ der Ex sehr ähnlich ist. Vielleicht steht man einfach auf einem bestimmten Typ, Style oder einer Persönlichkeitseigenschaft, die sich in Partnerschaften wiederholt. Häufig bemerken wir die Ähnlichkeit anfangs gar nicht. Muster bei der Partnerwahl sind nicht ungewöhnlich und unbewusst neigen viele Menschen dazu, sich immer wieder ähnliche Partner zu suchen. Kein Wunder: Ähnlichkeiten wirken vertraut und Altbekanntes mag man einfach etwas mehr, als Dinge, die wir nicht kennen und die wir somit nicht einschätzen können. Und weil unser Gehirn vielfach in Automatismen denkt, greifen wir zu, bevor wir analysieren können. Ähnlichkeiten schenken auch eine gewisse Sicherheit und machen uns das Leben etwas einfacher. Somit neigen wir eben auch dazu, Dinge, Personen, Situationen so zu formen, dass sie gut zu uns passen. Gleich und Gleich gesellt sich nun einmal gern. An sich ist es erst einmal auch nicht schlecht, wenn man Muster in der Wahl des Partners, bei anderen Dingen im Leben oder eine gewisse Ähnlichkeit zu seinem Hund hat. Wichtig ist, dass diese Muster funktional sind und dazu beitragen, dass es einem gut geht. Wer unter seinen Mustern leidet, sollte versuchen, sich diese bewusst zu machen und mit Menschen darüber zu sprechen, die einen gut kennen und solche Muster oft schneller erkennen und wiedergeben können. Und dann heißt es: Alte Wege hinter sich lassen und neue Pfade beschreiten, denn nur so können sich neue Muster bilden, die vielleicht ein kleines bisschen besser funktionieren.

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antibakterielle cellulose wundverband tötet bakterien Zur Bekämpfung bakterieller Infektionen direkt in der Wunde, setzen Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in der Schweiz auf Membranen aus Cellulose, die mit antimikrobiellen Eiweißbausteinen ausgestattet sind. Erste Ergebnisse zeigen: Die hautfreundlichen Membranen aus Pflanzenmaterial töten Bakterien äußerst effizient ab. medizin Keime, die in eine Wunde eindringen, können dauerhafte Infektionen auslösen, die nicht abheilen oder sich sogar im Körper ausbreiten und zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen. Zudem sehen sich Mediziner gerade bei komplexen Wunden heute immer häufiger dem Problem der Antibiotikaresistenz gegenüber, da Bakterien wie etwa Staphylokokken zunehmend unempfindlich gegen die einstige Wunderwaffe der Medizin geworden sind. Forschenden der Empa gelang es nun, CelluloseMembranen zu entwickelt, mit denen sich derartige Infektionen im Keim ersticken lassen.

Die feinen Membranen aus pflanzlicher Cellulose stellte das Team um Prof. Dr. Katharina Maniura vom »Biointerfaces«-Labor in St. Gallen mittels Electrospinning her. Die Cellulosefasern, die im Durchmesser weniger als ein Mikrometer messen, wurden zu einem zarten dreidimensionalen Gewebe in mehreren Schichten versponnen. Das zusätzlich eingebrachte Polymer Polyurethan sorgt für eine hohe Flexibilität bei gleichzeitiger Stabilität. Um einen antibakteriellen Effekt zu erzielen, entwarfen die Forschenden multifunktionale Eiweißbausteine – sogenannte Peptide –, die sich einerseits an die Cellulosefasern binden können und zudem eine antimikrobielle Aktivität aufweisen. Wurden die Cellulose-Membranen mit einer derartigen Peptidlösung behandelt, sättigte sich das Fasergerüst mit den Eiweißbausteinen. Was sich als gut verträglich für menschliche Haut präsentiert, scheint sich für Bakterien wie Staphylokokken, die häufig in schlechtheilenden Wunden zu finden sind, als Todesurteil zu erweisen. »In Bakterienkulturen wurden über 99.99 Prozent der Keime durch die peptidhaltigen Membranen abgetötet«, konstatiert Prof. Maniura.

Fotos cdc // unsplash.com | freepik.com

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STADTHALLE ZWICKAU täglich von 10 - 18 Uhr Informationen unter:

www.zwickau-messe.de 09 20

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er sie es

dr u n ter & dr ü b er »

Bildnachweis: Fotolia - (c)AfricaStudio

25.-27.09.2020


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dirty dancing Fortsetzung folgt Eine ganze Generation junger Menschen fieberte 1987 gemeinsam um und für die Liebe von Baby und Johnny. Die Tanzschulen feierten ein ungeahntes Revival und kaum einer konnte sich dem Hype um Dirty Dancing entziehen, bis heute. film Darauf haben wohl Millionen Fans Jahrzehnte gewartet. Der KultTanzfilm Dirty Dancing erhält eine Fortsetzung, wieder mit dabei Jennifer Grey. Ganze 33 Jahre hat es gedauert, nun ist es amtlich. Jennifer Grey, besser bekannt als Frances »Baby« Houseman, arbeitet gemeinsam mit einem Team an einer Fortsetzung des Kultfilmes »Dirty Dancing«. Wie Jon Feltheimer, Chef der Produktionsfirma Lionsgate, nun gegenüber Medien bestätigte, sei das Filmsequel sogar bereits in Arbeit. Anhänger des Klassikers dürfen dabei wohl durchaus gespannt sein, so der CEO, denn: »Es wird genau die Art von romantischem, nostalgischem Film sein, auf den die Fans gewartet haben, und die ›Dirty Dancing‹ zum meistverkauften Titel in der Geschichte des Unternehmens gemacht hat«. Mehrere Versuche in Sachen Remake oder Fortsetzung als Fernsehserie und Musical blieben weit hinter den Erwartungen zurück, so auch die aus dem Jahr 2004 stammende Produktion »Dirty Dancing:Havana Night« und das trotz eines Auftritts Patrick Swayzes, der im Originalcast den Johnny Castle spielte. Nun also übernimmt Jennifer Grey, die nach Dirty Dancing an dessen Erfolg nicht mehr anknüpfen konnte, den Staffelstab und soll sowohl im Bereich der Produktion wie auch vor der Kamera agieren. Über eine mögliche Handlung ist bisher noch nichts bekannt geworden. Bleibt abzuwarten, ob und wie die neue Produktion bei den Zuschauern ankommt. Fotos gemeinfrei | Luigi Novi // wikimedia.org

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Zuhause in anuka I n Ge m e i n s c h a f t g roSS wer d e n : Der K i n d er - u n d J u g e n d h of M a n uk a

Ein saniertes Bauernhaus am Ortsrand von Brück in Potsdam-Mittelmark bietet ein Zuhause für 14 Kinder und Jugendliche, die aufgrund von Problemen in der eigenen Familie einen neuen Platz zum Leben benötigen. Manuka heißt der Kinder- und Jugendhof, den Leiterin Susanne Kleinschmidt und ihre Kollegen seit bereits 16 Jahren mit viel Liebe und Engagement führen. Dort geben sie ihren Schützlingen aber nicht nur ein Dach über dem Kopf – sie zeigen den Kindern auch, was Gemeinschaft bedeutet und warum es so wichtig ist, sich selbst so zu lieben, wie man eben ist. Keine leichte Aufgabe, denn die meisten Kinder, die zu Susanne Kleinschmidt kommen, haben schon viel durchgemacht und brauchen besondere Zuwendung, was auch der Manuka-Leiterin trotz zahlreicher erfüllender Momente zusetzt. Vor Kurzem wurde sie von einem Fernsehteam des rbb bei ihren Plänen begleitet, sich eine mehrwöchige Auszeit in Portugal zu nehmen, um wieder mehr zu sich selbst zu finden. Ein Vorhaben, das aufgrund von plötzlichem Personalmangel in Manuka allerdings vorzeitig abgebrochen werden musste.

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er sie es thema

j u ge n dho f ma n u ka

Foto bessi // pixabay.com

Kindern und Jugendlichen ein Zuhause bieten, zuhören, helfen und das Selbstbewusstsein stärken: Wenn die eigenen Eltern hierbei an ihre Grenzen kommen oder nicht mehr da sein können, kann der Kinder- und Jugendhof Manuka Geborgenheit und Ruhe bieten.


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Da jede Neuaufnahme die Konfrontation mit neuen aufwühlenden Themen bedeutet, sind wir sehr bestrebt, dies zu vermeiden. Das heißt, dass wir ausnahmslos nur Kinder aufnehmen, für die eine langfristige und dauerhafte Unterbringung gesucht wird und Rückführung ins Elternhaus nicht Ziel ist. In den meisten Fällen wurde vor Aufnahme schon einiges »probiert«, zum Beispiel FamilienSusanne Kleinschmidt hilfe, Pflegefamilie und oft auch KOMPASS: Wann haben Sie schon andere Einrichtungen, den Kinder- und Jugendhof 2004 gründete sie den Kinderund Jugendhof Manuka. gegründet und mit welcher Gerichtsbesuche und SorgeIntension sind Sie dieses rechtentzug. Da ist dann klar, jetzt muss nach einem Ort geschaut werden, besondere Projekt angegangen? wo das Kind aufwachsen und bis zur SelbststänSusanne Kleinschmidt: Ich gründete Manuka digkeit bleiben und in diese begleitet werden 2004 mit dem Ziel, für Kinder einen Ort zu kann. Dadurch finden bei uns eher selten Neuschaffen, an dem sie die Möglichkeit bekom- aufnahmen statt. men, Schutz und Geborgenheit zu erfahren und durch positive Erfahrungen in ihrer Ent- Haben wir dann doch mal einen freien Platz, wicklungsfähigkeit gestärkt werden. Eigent- ist die absolute Voraussetzung für eine Auflich wollte ich einen Ort schaffen, wie ich ihn nahme, dass das Kind und die Sorgeberechmir als Kind auch gewünscht hätte, so ein biss- tigten es wirklich wollen. Sie brauchen detailchen »Pippi Langstrumpf Villa Kunterbunt«- lierte Informationen über unser Konzept und die Werte unserer Einrichtung, um eine möglichst mäßig mit Tieren und viel Spielraum. realistische Vorstellung von unserer Arbeit zu Die Gründe, warum die Kinder und Ju- bekommen. Wenn es dann vom Alter und Gegendlichen zu Ihnen auf den Hof kom- schlecht in die Gruppe passt, steht dem Einzug men, sind vermutlich sehr vielseitig und nichts mehr im Wege. fallabhängig und die Kapazitäten sind begrenzt – wie wird im Allgemeinen ent- Welche Tiere haben Sie zurzeit auf dem schieden, wer bei Ihnen wohnen kann? Hof und welche Rolle spielen diese für das Zusammenleben und für die Kinder? KOMPASS hat mit Susanne Kleinschmidt über den Hof und das damit realisierte Herzensprojekt gesprochen und nachgefragt, wie es ihr seit den Dreharbeiten und während der Corona-Krise ergangen ist. Denn auch für den Kinder- und Jugendhof waren die letzten Monate eine große Belastungsprobe.

Tiere spielen auf dem Hof eine große Rolle Die Bindung zu den Tieren hilft den Kindern, sich zu öffnen und Verantwortung zu übernehmen.

Auf unserem Hof leben zwei Ponys, zwei Ziegen, vier Kamerunschafe, zwei Schweine, vier Katzen und fünf Kaninchen. Es handelt sich ausnahmslos um gerettete Tiere aus schwierigen Lebenssituationen. Genau wie den Kindern wollen wir auch den Tieren ein friedliches und gewaltfreies Leben ermöglichen und sie einfach ihrer selbst wegen achten und unterstützen, ohne dass sie dafür irgendeine Leistung erbringen müssen. Die Kinder haben zum Teil enge Bindungen zu einzelnen Tieren aufgebaut und fühlen sich insgesamt verantwortlich, dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht. Es ist fester Bestandteil des Tagesablaufs, dass wir nach der Schule gemeinsam die anfallenden Arbeiten wie Gehege säubern, Füttern, Wassertröge reinigen und auffüllen, Grünes sammeln und Kuscheln erledigen. In diesen Momenten bekommen wir oft die Möglichkeit, tiefe Gespräche mit den Kindern zu führen – über Themen, die sie drin am Tisch nie ansprechen würden. Es ist, als ob die Tiere Türen öffnen, die die Kinder sonst lieber fest verschlossen halten.

Erleben Sie unvergessliche Events im Karpfenpfeifersaal des Bio-Seehotel Zeulenroda.

Reinhard Mey Abend 30.10.2020 mit Ludwig Müller

The Rattles & Beatclub 27.11.2020 Rocking Christmas

Tom Astor 07.02.2021 unplugged

Bernd Stelter 23.04.2021

Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende

Aktuelle Programmvielfalt, alle weiteren Informationen und Tickets auf:

www.seestern-eventz.de Bio-Seehotel Zeulenroda Bauerfeindallee 1 | 07937 Zeulenroda-Triebes Tel +49 36628 98-0 09 20

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In der Mini-Doku des rbb war die Rede davon, dass die Familien beziehungsweise Eltern nach Möglichkeit weiter eine wichtige Rolle im Leben der Kinder spielen. Haben Sie Beispiele dafür, wie das im Alltag umgesetzt wird?

Die Aufnahme bei uns bedeutet für die meisten Kinder sowie für die Eltern erstmal die Chance, durchzuatmen und bei sich selbst anzukommen. In den meisten Fällen ist die Beziehung aufgrund von unterschiedlichsten Ereignissen stark von Verletzungen, Angst, Wut und Enttäuschung geprägt. Wenn dann erstmal etwas Ruhe eingekehrt ist und alle Beteiligten realisiert haben, wie der neue Alltag nun ausschaut, ist das nächste Ziel, den Kindern wie auch den Eltern zu helfen, ihre Beziehung neu zu gestalten. Wichtig ist zum Beispiel, dass feste Termine vereinbart und auch eingehalten werden, damit die Verunsicherungen bei den Kindern aufhören. In jedem Zimmer hängt ein Kalender, in den die Kinder eintragen, wann Mama oder Papa das nächste Mal anrufen oder kommen. Jedes Kind hat einen festen Telefontag in der Woche und wir unterstützen die Eltern darin, diesen einzuhalten. Optimal ist es, wenn wir gemeinsam mit den Eltern erreichen, dass sie ihre Kinder regelmäßig mindestens einmal im Monat besuchen kommen. Diese Besuche werden in der ersten Zeit von uns begleitet – mit dem Ziel, den Eltern zu helfen, ihr Kind auf eine neue Art kennenzulernen. Wir versuchen, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Eltern mit ihren Kindern gemeinsame Momente frei von ihren eventuell destruktiven

Liebevolle Betreuung Das Mitarbeiterteam unterstützt die Kinder und Jugendlichen auch bei schulischen Aufgaben mit viel Engagement und Herzblut.

» Empathie und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel machen alles ganz einfach, egal ob in der Arbeit mit Kindern, Eltern und auch Tieren. « Susanne Kleinschmidt über ihre Arbeit

Verhaltensmustern erleben können und sich so noch einmal fast neu begegnen (zum Beispiel im gemeinsamen Spiel). In vermittelnden Gesprächen versuchen wir das gegenseitige Verständnis füreinander zu stärken und somit auch die Akzeptanz. Es ist sehr wichtig für die emotionale Entwicklung der untergebrachten Kinder, dass die Eltern unsere Einrichtung als Hilfe annehmen und dem Kind signalisieren, es ist gut, dass du hier bist und du darfst es hier auch richtig schön finden. In der Doku war außerdem zu sehen, dass Sie mit Personalmangel zu kämpfen hatten und auch deshalb Ihre Auszeit in Portugal abbrechen mussten. Wann war das und was hat sich seit den Dreharbeiten geändert? Und wie geht es Ihnen derzeit – haben Sie einen Weg gefunden, Beruf(ung) und Privatleben so zu trennen, wie Sie es sich gewünscht haben?

Die Dreharbeiten fanden von Oktober 2019 bis März 2020 statt. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Situation nicht verbessert. Da die Schulen geschlossen wurden, mussten die Kinder nun auch vormittags in der Einrichtung nicht nur betreut, sondern auch noch beschult werden. Das zu bewältigen, gleicht einer logistischen Höchstleistung, da sie ja auch alle in unterschiedliche Klassen gehen und daher verschiedene Aufgaben sowie Onlineunterricht zu erledigen haben. Mein Mitarbeiterteam hat sich in diese Aufgabe allerdings mit viel Engagement und Herzblut gestürzt und wir sind in diesen Monaten als Team noch mehr zusammengewachsen. In dieser Zeit hat sich gezeigt, wie wichtig es jeder/m Einzelnen ist, die Kinder zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass sie nicht benachteiligt sind. Mir persönlich geht es nicht gut, da ich durch diese inzwischen monatelange Dauerbelastung extrem gestresst bin und dringend eine Pause bräuchte. Aber so geht es momentan wahrscheinlich den meisten Müttern von Kindergarten- und Grundschulkindern auch. Während Ihrer Reise haben Sie auch einen Straßenhund gerettet, der ihnen zugelaufen ist und Hilfe benötigte. Wie hat sich Hund Nuno eingelebt, ist er noch immer bei Ihnen?

Nuno hat sich gesundheitlich sehr gut erholt und hat Anfang dies Jahres endlich ein eigenes Körbchen bei einem lieben Paar gefunden und ist in den Landkreis Teltow-Fläming gezogen. Gibt es Dinge, die Sie sich in Bezug auf Unterstützung für Ihre Arbeit und die Kinder wünschen? Zum Beispiel von der Politik, der Region, der Gesellschaft, in der wir leben?

Puh, das alles aufzuzählen, würde wahrscheinlich den Rahmen sprengen, ich versuche es kurz auf den Punkt zu bringen. Im Grunde würde es völlig reichen, wenn die Politik ihre Entscheidungen im Sinne der Lebewesen fällen würde und diese Lebewesen in unserer Gesellschaft alle die gleichen Rechte hätten.

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er sie es thema

j u ge n dho f ma n u ka


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Welche Learnings haben Sie im Laufe der letzten Jahre aus Ihrer Arbeit gezogen? An welchen Herausforderungen sind Sie und ihr Team gewachsen, vielleicht gescheitert?

Empathie und die Fähigkeit zum Perspektivwechsel machen alles ganz einfach, egal ob in der Arbeit mit Kindern, Eltern und auch Tieren. Sobald dein Gegenüber sich ernst genommen und gesehen fühlt, ist gemeinsam auch alles möglich. Zu Beginn meiner Tätigkeit haben wir noch mit Belohnungssystemen und Strafen gearbeitet, denen bin ich zum Glück entwachsen und durfte erfahren, wie viel schöner die Arbeit mit Kindern ist, wenn man diese wirklich ernst nimmt und auf Augenhöhe mit ihnen kommuniziert. Ich möchte Kindern nie wieder das Gefühl geben, an ihnen sei etwas nicht gut oder richtig oder sie müssten sich noch irgendwie verändern, um liebenswert zu sein. Jedes Kind sollte die Sicherheit vermittelt bekommen, dass es genug ist, so wie es ist und nicht erst irgendetwas lernen, leisten und erreichen muss, um wertvoll zu sein. Gescheitert bin ich an nichts, alles hat seinen Sinn und hat zu meiner Weiterentwicklung beigetragen. Welche Zukunft wünschen Sie sich für Manuka und natürlich auch die Kinder und Jugendlichen, die bei Ihnen leben?

Ich wünsche mir für Manuka, dass wir noch viele Jahre so weitermachen können, wie wir es momentan tun. Dafür wäre es schön, wenn wir noch eine/n Mitarbeiter*in mit pädagogischer Ausbildung und am besten schon Erfahrung im stationären Bereich finden würden, die bereit ist, die Kinder und Jugendlichen über einen langen Zeitraum zu begleiten. Den Kindern und Jugendlichen, die bei uns leben, wünsche ich, dass sie sich selbst lieben und von dieser Selbstliebe getragen ihren Lebensweg mutig bestreiten.

Wer noch mehr über die Arbeit von Susanne Kleinschmidt erfahren möchte: Die Doku »Susanne gründet ein Kinderheim« über die stationäre Kinderund Jugendhilfeeinrichtung Manuka ist online in der ARD Mediathek abrufbar.

Text Kristina Baum Fotos Hof Manuka Info www.hof-manuka.com

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Innovation für die Bahn

H y b r i d e l ek t r i s c h e Z ü g e a u s S a c h s e n

Sie fahren auch dort elektrisch, wo keine Oberleitungen stehen: Hybridzüge, die einen Teil ihres Fahrstroms aus Batteriesystemen beziehen. Im Erzgebirge machte jüngst der »Ecotrain« aus Sachsen seine erste Fahrt. Aber auch in anderen Bundesländern sollen Züge wie dieser die zurzeit genutzten Dieselzüge ersetzen.

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Lebensstil T ech n ik

ecotrai n


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A

uch im Zeitalter der E-Autos ist die Eisenbahn mit Abstand der umweltfreundlichste Verkehrsträger der Welt. Trotzdem sind immer noch DieselTriebfahrzeuge und ganze Züge mit Dieselantrieb unterwegs. Eine dieser Strecken führt durch das Erzgebirge. Hier fuhr jüngst der »Ecotrain« zum ersten Mal, ein hybridelektrischer Zug, der seine Motorkraft zum Teil aus Batterien bezieht.

Öko-Bahn im erzgebirge Der »Ecotrain«, der nach einigen Verzögerungen im Frühsommer 2020 erfolgreiche Probefahrten absolvierte, ist ein Konzept zur Umrüstung von Dieselzügen auf hybride Antriebstechnologie. Die Basis dafür ist der Dieseltriebwagen VT 642 der Deutschen Bahn. Der VT 642 ist ein 15 Jahre alter Dieselzug, von der die Deutsche Bahn 50 Stück betreibt und diese modernisieren möchte. Im »Ecotrain« wurden die alten Motoren durch einen dieselektrischen Hybridantrieb ersetzt. Die elektrische Leistung kommt nun aus der Kombination einer Dieselmotor-GeneratorEinheit mit einer Lithium-Ionen-Batterie. Zum Nachladen der Batterien während der Fahrt nutzt der Zug Stromabnehmer. Zudem speichert der Zug die beim Bremsen freiwerdende Energie. Während der Betriebspausen zieht das Fahrzeug Strom über Kabel. Bei den im Juli durchgeführten Testfahrten im Erzgebirge kam der Zug mit 30 Prozent weniger Diesel aus als sein nicht umgerüstetes Gegenstück.

Vorreiter Ein Hybridzug der französischen Staatsbahn SNCF.

Hybridzüge haben Zukunft Zurzeit sind in Deutschland etwa 10 Prozent des Bahnnetzes nicht elektrifiziert und bieten so den vergleichsweise dreckigen Dieselzügen weiterhin eine Nische. Oft lohnt sich die Elektrifizierung dieser Strecken nicht. Die Lösung liegt also darin, die Dieselantriebe nach und nach durch zeitgemäßere Antriebstechnologien zu ersetzen.

Eine Möglichkeit sind hybridelektrische Antriebe, die herkömmliche Motoren und Batteriesysteme verbinden. Diese Züge ziehen ihren Strom entweder aus der Oberleitung oder aus den Bordbatterien, wenn keine Oberleitung zur Verfügung steht. Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden und der britischen Universität Birmingham untersuchen dabei verschiedene Lösungen für batteriebasierte Zugantriebe. Auftraggeber ist die britische Leasinggesellschaft »RockRail«, die sich auf die Vermietung von Schienenfahrzeugen spezialisiert hat. Die britische Firma will moderne hybridelektrische Züge für den deutschen Markt anbieten. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, weil sowohl in Sachsen als auch in anderen Bundesländern in den nächsten Jahren zahlreiche Regionalstrecken neu ausgeschrieben werden, auf denen zur Zeit noch Dieselzüge unterwegs sind. »Es geht um 2000 Dieselfahrzeuge, die zu ersetzen wären«, sagt Professor Dr.-Ing. Arnd Stephan, der an der TU Dresden die Professur für Elektrische Bahnen innehat. Stephan und sein Institut arbeiten am »Ecotrain« und an der Studie für »RockRail« mit. Nicht nur im Erzgebirge, sondern auch in Schleswig-Holstein und Brandenburg sollen in den nächsten Jahren Hybridzüge in Betrieb gehen. Zwischen Leipzig und Chemnitz werden Züge von Alstom fahren. Siemens liefert voraussichtlich 20 Züge für die Bahn in Brandenburg.

Innovation für Nebenbahnen Die Kooperation mit »RockRail« gehört zu mehreren Projekten, die unter dem Dach des Forschungsverbundes »Set4Future« vorangetrieben werden. Ein weiteres Projekt ist die Neue Sekundärbahn. Das Projekt »Neue Sekundärbahn« soll Nebenbahnen technisch modernisieren, über die abseits der Hauptstrecken regionaler Personen- und Güterverkehr läuft. Sie sollen wieder eine größere Rolle bei der Erschließung abgelegener Regionen spielen. Allerdings ist ihre Leitungs- und Sicherungstechnik meist veraltet. So werden die Schienenwege vielerorts durch Stellwerke mit veralteter Technik abgesichert. Die neuen Züge sollen stark automatisiert sein und mit weniger Signalen und ortsfesten Stellwerken auskommen. So sollen Lokführer Weichen selbst ansteuern können. Außerdem arbeiten Forscher an Brennstoffzellen-Antrieben, die zwar Diesel verbrennen, aber im Gegensatz zum klassischen Dieselmotor keine Stickoxide ausstoßen.

Text Friedrich List

scantickets.de/e/3275

26 NOV 2020

Der Tod

(c) Exitussi

Zeitlos - Death Comedy

Fotos Arnd Stephan KONZERT- UND BALLHAUS ZWICKAU

Tickets: 0375. 27130 | www.kultour-z.de sowie online über scantickets.de

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Voneinander Lernen g e n er a t i o n e n i m d i a l o g : I n t er g e n er a t i ve b e z i e h u n g e n

Die Bindung zu den Großeltern kann bedeutenden Einfluss auf unser Leben nehmen: Im Guten und im Schlechten, wie wohl die meisten Familien wissen. Oma und Opa können Kindern gemeinsame Freizeit, Sicherheit und Geborgenheit spenden, aber auch zu Konflikten in der Eltern-Kind-Beziehung beitragen. Selbst über die eigene Familie hinaus ist die Gestaltung eines Austauschs zwischen den Generationen zu einer wichtigen gesellschaftlichen Frage geworden. KOMPASS wirft einen Blick auf Beziehungen zwischen Distanz, Dankbarkeit, Krankheit und Plätzchenbacken.

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egegnungen zwischen Alt und Jung sind in unserem Alltag längst nicht mehr selbstverständlich. Viele Menschen wohnen heute nicht mehr ein Leben lang in der Nähe ihrer Eltern und Großeltern: Der Austausch zwischen den Generationen beschränkt sich nicht selten auf wenige Wochen im Jahr. Parallel zu dieser räumlichen Distanzierung lässt sich aber auch eine andere Entwicklung beobachten: Insbesondere der seit Ende der 1960er Jahre zu verzeichnende Geburtenrückgang sowie die erhöhte Lebenserwartung in den europäischen Ländern führte dazu, dass sich familiäre Strukturen nachhaltig veränderten. Obwohl die Großeltern-Enkel-Beziehung für viele Menschen eine – wenn auch oft eher unbewusst - bedeutende Rolle im Familienleben spielt, ist ihr in der wissenschaftlichen Forschung bisher wenig Beachtung geschenkt worden. Einige neuere Studien nehmen sich jedoch der Frage an, wie ein Austausch über einen großen Altersunterschied hinweg gewinnbringend funktionieren kann und welche Potenziale ein intergeneratives Miteinander entfalten kann.

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neue familienstrukturen Die alltägliche Bedeutung sogenannter vertikaler Beziehungen, also denen mit eigenen Eltern und Großeltern, nimmt aufgrund der sinkenden Kinderzahlen zuungunsten horizontaler Beziehungen zwischen Geschwistern, Cousins und Cousinen zu: Man wächst mit wenigen oder keinen Geschwisterkindern auf, dafür können Großeltern und Enkel heute zum Teil viele Jahre gemeinsame Lebenszeit verbringen. War es für Oma und Opa noch unwahrscheinlich, die eigenen Vorfahren kennenzulernen, sind heutzutage noch rund neunzig Prozent der Großeltern am Leben, wenn ein Enkelkind geboren wird. Zukünftig wird sich diese Entwicklung voraussichtlich ein weiteres Mal merklich verschieben: Da Menschen in den Industrienationen immer später Kinder bekommen, nimmt die gemeinsame Zeit für Großeltern und Enkel wieder ab.

Die Forschung nennt die heute gängige Konstellation »multilokale Mehrgenerationenfamilie«. Das heißt, dass die verschiedenen Generationen zwar getrennt voneinander leben, zueinander jedoch enge Beziehungen pflegen. Familien nutzen das Potenzial dieser historisch noch jungen Familiensituation in allen Facetten: Fast drei Viertel der Großeltern in Deutschland haben mindestens einmal pro Woche Kontakt zu den Enkelkindern – zumindest bis diese im Teenageralter angekommen sind. Gleichzeitig erlaubt ein eigener Haushalt den SeniorInnen aber auch, ihr Leben unabhängiger zu gestalten, eigene Interessen auszuleben und keine dauerhaften Betreuungspflichten einzugehen. Die Eltern-Kind-Beziehung steht dadurch im Mittelpunkt des täglichen Familienlebens: Somit ist der Kontakt zu den Großeltern im Idealfall ein »Bonus«, lässt der Kernfamilie aber ausreichend Raum ohne permanente Einmischung.

Familienstruktur li. Seite.: Zur Beschreibung der in den Industrienationen gängigen Verwandschaftsbeziehungen benutzt die Forschung das Bild einer Bohnenstange: Dünn – mit wenigen Geschwistern – und lang – in einer Reihe mit (Ur-)Großeltern bis zu Enkelkindern – ist diese geworden. Foto freepik.com

Moderne Familien Verschiedene Generationen leben heute meist getrennt voneinander: Dies ermöglicht eine einmischungsfreie Eltern-Kind-Beziehung und gibt den Großeltern Raum, eigene Interessen und Lebensziele zu verfolgen. Foto pressfoto // freepik.com

Teilhabe Auch ältere Menschen können sich mit neuer Technik vertraut machen und somit ihren Alltag erleichtern und Kontakt zu Familienmitgliedern halten. Wichtig ist allerdings, dass sich jemand die Zeit nimmt, die Handhabung mit den SeniorInnen schrittweise einzuüben. Foto Andrea Piacquardio // pexels.com

Intergenerative Projekte Ein aktiver Austausch zwischen SeniorInnen und Kindern ist nicht selbstverständlich. »Früher lebten oft mehrere Generationen nah beieinander: Mehrgenerationenhäuser im wörtlichen Sinn waren ganz normal. Heute gehen junge Erwachsene aus ländlichen Regionen zur beruflichen Ausbildung oder zum Studium häufig in Städte. Wenn sie im Anschluss eine Arbeit finden, bleiben Sie dort und gründen eine Familie. Die Großeltern sind somit meist im Alltag für die Enkelkinder zu weit weg und können nur am Wochenende oder einige Male im Jahr hinweg besucht werden«, berichtet Eileen Hornbostel, Projektkoordinatorin bei der Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung e. V., die Betreuungseinrichtungen wie Pflegeheime und Kindergärten bei der Gestaltung intergenerativer Projekte unterstützt. So werden Momente des verbindenden Austauschs hergestellt – mit positiver Wirkung auf die Beteiligten: Dies bestätigt auch die Wissenschaft.

Doch wie bringt man Alt und Jung zusammen? »Generationsübergreifende Projekte sollten an Wissen und Kompetenzen der jeweiligen Teilnehmenden ansetzen, um Überforderung zu verhindern. Sie bedürfen einer guten Begleitung und Moderation, um beide Generationen miteinander ins Gespräch und in gemeinsame Aktion zu bringen sowie um eventuelle Vorurteile aufzufangen und zu bearbeiten. Der Blick auf Gemeinsamkeiten und eine Offenheit gegenüber Unterschieden sowie der Bezug zu den einzelnen Biografien macht die gemeinsame Zeit authentisch und regt an, sich einzubringen: Neugier, Interesse und Motivation sind dann am größten«, so Hornbostel. Wichtig sei es, dass die Projektverantwortlichen die Planung derart flexibel gestalten, dass sie Zeit und Gelegenheit für spontane Situationen zulässt oder diese sogar fördert: Die Teilnehmenden des Projekts sollen die gestaltende Rolle einnehmen. 09 20

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»Gemeinsam gesund« und »gemeinsam gedacht« Das Generationenspiel »Gemeinsam gesund« ist für Kitas und Einrichtungen der Seniorenarbeit konzipiert, die im Bereich des generationsübergreifenden Ansatzes arbeiten. Auf spielerische, interaktive Art und Weise soll der Austausch gefördert und zu einem gegenseitigen voneinander Lernen angeregt werden. Während des Spielens werden sowohl bei den Kindern als auch bei den SeniorenInnen Bildungsprozesse angeregt und persönliche wie auch soziale Fähigkeiten und Kompetenzen entwickelt. Die Teilnehmenden treten gemeinsam zu den Themen Bewegung, Ernährung, Sinneswahrnehmung und Gedächtnis in Aktion. Die gemeinsam gestaltete Zeit und das Lernen voneinander werden dabei zum eigentlichen Gewinn des Spieles. Das generationsübergreifende Gedächtnistraining »Gemeinsam gedacht« ist als ganzheitliches Training für Vorschulkinder und SeniorInnen erarbeitet worden und spricht alle Sinne der Teilnehmenden an. Unter anderem werden Denkflexibilität, Fantasie und Kreativität, Konzentration, logisches Denken und Merkfähigkeit trainiert. Gegenseitiges Verständnis und Interesse für die andere Generation, das Kennenlernen und Profitieren von deren Stärken und Erfahrungen, Wissen und Können stehen dabei im Mittelpunkt und fördern den Generationendialog.

Die im Rahmen der Angebote gesammelten Erfahrungen sind bisher sehr positiv: Die Kinder hatten viel Spaß am gemeinsamen Spielen mit den SeniorInnen und einiges gelernt, berichtet Borstel. Auch den Alltag der älteren Teilnehmenden haben die Projekte bereichert: »Die SeniorInnen zeigten Kindern ein Stück von sich und ihrem – früheren - Leben und durften gleichzeitig auch ein Teil der Welt der Kinder werden. Sie haben sich wieder auf Dinge eingelassen, die sie glaubten, vergessen zu haben. Sie fanden es toll, so viel Zeit mit Kindern zu verbringen. Diejenigen, die keine eigenen Enkelkinder haben, fühlten sich in der Rolle einer Oma beziehungsweise eines Opas sehr wohl und waren dankbar für dieses Erlebnis.« Gemeinsam gedacht Das Training spricht Körper, Seele und Geist an. Durch Einbindung von gesundheitlichen Themen werden zudem Aspekte der Gesundheitsbildung im Training integriert. Das Angebot richtet sich an Seniorenbegegnungsstätten, Betreutes Wohnen, Tagespflegestationen, Kindertageseinrichtungen. Foto Robert Grund // www.slfg.de

Gemeinsam gesund Das Generationenspiel kann von Kitas, Mehrgenerationenhäusern oder Institutionen der Seniorenarbeit bei der SLfG ausgeliehen werden. Das Zusammentreffen von Jung und Alt in einer Spielform regt über die Generationsschranken hinweg an, gemeinsam aktiv zu sein, Zeit miteinander zu verbringen und zu lernen. Foto www.slfg.de

Mehrgenerationenhaus Kinder und Jugendliche können hier mit älteren Menschen die Rollen tauschen und den Senioren den modernen Alltag nahebringen. Foto www.raa-sachsen.de

»digital trifft analog« im mehrgenerationenhaus bernsdorf Im vergangenen Jahr lief im Mehrgenerationenhaus im sächsischen Bernsdorf die Workshopreihe »Digital trifft Analog«. In Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern der freien Oberschule wurden Vermittlungsangebote entwickelt, welche die Welt der Teenager für die ältere Generation verständlicher und zugänglicher machen sollten. Es entstanden unter anderem Workshops über den Umgang mit Smartphones bis hin zu sozialen Medien. »Kinder können Älteren sehr gut digitale Prozesse vermitteln, da diese für sie selbst zum Alltag gehören und sie sich voll auf die persönlichen Bedürfnisse der Fragenden einstellen können«, meint der Leiter des Mehrgenerationenhauses Silvio Thieme. Für die Kinder und Jugendlichen sei es interessant gewesen, einmal die Rollen zu tauschen und als Lehrende aufzutreten, berichtet Thieme. Dies stärkt das Selbstvertrauen. Die SeniorInnen konnten wiederum Wissen über die Nutzung digitaler Möglichkeiten, die ihnen den Alltag erleichtern oder verschönern können, nach Hause mitnehmen. Auch haben sie junge Menschen als ExpertInnen ihrer Umwelt kennengelernt, von denen man viel lernen kann.

teilhabe fördern Doch nicht nur die Teilnehmenden haben von dem Projekt profitiert. Der Austausch zwischen Jung und Alt kann eine langfristig positive Auswirkung auf unsere gesamte Gesellschaft haben. Angebote wie im Mehrgenerationenhaus stärken den Zusammenhalt unter den Generationen, ist Thieme überzeugt. »Es fördert auch ein Verständnis dafür, dass jede Generation ihre eigenen Lebensumstände und Lebenszugänge hat, aber immer damit verbunden, dass es in jedem Leben mehrere Generationszyklen gibt. Wenn man versteht, dass man nicht nur jung oder alt ist, sondern jeder einmal der jeweiligen Generation angehört beziehungsweise angehört hat, weitet das die eigene Perspektive über den momentanen Lebenshorizont hinaus.«

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vorteile wissenschaftlich nachgewiesen

Constance Arndt OB-Kandidatin

ARNDT

2020 Großeltern und Enkel leben oft weit entfernt voneinander und können daher nur selten gemeinsame Zeit gestalten – beispielsweise bei einem Besuch während der Ferienzeit. Dabei sind intergenerative Aktivitäten für beide Seiten sehr gewinnbringend: Dies hat nun auch die Wissenschaft belegt. In einer Langzeitstudie unter Leitung der Pädagogin Dörte Weltzien und des Alterswissenschaftlers Thomas Klie von der Evangelischen Hochschule Freiburg1 wurden positive Effekte bestätigt, von denen Familien, aber auch generationenübergreifende Freizeitprojekte profitieren können.

studie bestätigt positive effekte In Freiburg trafen Kindergartenkinder in einem Zeitraum von drei Jahren einmal wöchentlich auf SeniorInnen des nahegelegenen Altersheims. Die WissenschaftlerInnen haben dabei unter anderem beobachtet, dass Kinder, die im hektischen Alltag oft unruhig sind, im Zusammentreffen mit den Älteren auch einmal zur Ruhe kommen – und uneingeschränkte Aufmerksamkeit erfahren. Das Selbstbewusstsein der Jüngsten wird im Umgang mit den SeniorInnen gestärkt: Hier können Kinder bewusst Unterstützung anbieten und empfinden Erwachsene nicht als jederzeit überlegen. Ihre eigenen Stärken erhalten Entfaltungsmöglichkeiten und Wertschätzung.

Eine gute

BÜRGERMEISTERIN

braucht kein Parteibuch, sondern Visionen. Hallo liebe Zwickauerinnen und Zwickauer,

ich bin Constance Arndt und kandidiere für das Oberbürgermeisteramt in Zwickau. Mit frischen, kreativen Ideen und Sachverstand möchte ich die Zukunft von Zwickau mit Ihnen zusammen gestalten. Mehr über meine Wahlziele und mich erfahren Sie unter:

www.arndt-2020.de

[1] Im Rahmen des Projekts »Gestützte Begegnungen zwischen Hochaltrigen und Vorschulkindern zur Verbesserung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe« (August 2011 bis Juli 2014).

Klare Regeln Die Großeltern-Enkel-Beziehung braucht klare Regeln, an die sich alle Generationen halten müssen. Balance ist hierbei nicht immer leicht zu finden: Oma und Opa möchten sich nicht bevormundet fühlen, die Eltern nicht übergangen. Die Kinder müssen verstehen können, dass lockere Regeln, die bei den Großeltern gelten, im Alltag zu Hause nicht so gelebt werden. Foto freepik.com

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glückliche momente im Alltag Die SeniorInnen finden durch den Kontakt nicht nur Zugang zu gänzlich neuen Erfahrungen, sondern auch eigenen Kompetenzen: Bei demenzkranken Menschen wurde beispielsweise beobachtet, dass sie wieder angeregte Gespräche führten oder sich an Gedichte und Lieder erinnerten. »Da Kinder unvoreingenommen und offen mit Themen wie Alter und Erkrankung umgehen, fällt es oft auch den älteren Menschen leichter, sich gegenüber Kindern zu öffnen und zu erzählen. Das Zutrauen in eigene – manchmal schon lange nicht mehr abgerufene – Fähigkeiten wird wieder entdeckt«, bestätigt Hornbostel. Zu erwähnen ist aber auch, dass diese positiven Effekte bei den älteren Menschen keine langfristige Wirkung zeigen, sondern die Treffen mit den Kindern eher als glückliche Momente im Alltag der SeniorInnen zu bewerten sind.

Eine nicht zu unterschätzende Auswirkung des intergenerativen Austauschs ist die Möglichkeit, gegenseitige Vorurteile abzubauen. Die Kinder der Freiburger Studie können sich nachweislich besser in die Gefühle älterer Menschen hineinversetzen als Gleichaltrige ohne regelmäßige Kontakte zu SeniorInnen. Diese Empathie schafft die Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten: Ist es mir möglich, mich in eine andere Person hineinzuversetzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, diese in einem positiven Licht zu sehen. Pauschale negative Einstellungen gegen das Alter treten in den Hintergrund, Rücksichtnahme wird selbstverständlich, die Vielfalt der Menschen wird differenzierter und würdigend wahrgenommen. Ähnlich der Freiburger Studie kam auch ein belgisches Forschungsteam2 zu der Schlussfolgerung, dass Kinder mit einem guten Verhältnis zu Oma und Opa weniger Vorurteile gegenüber SeniorInnen haben.

Gemeinsame Zeit Ältere Menschen können Kindern im hektischen Alltag eine ruhige Zuflucht bieten. Foto Phillip Goldsberry // unsplash.com

groSSeltern können auch schaden

Opa Großväter sind heute häufiger als früher in die Betreuung und Freizeitgestaltung mit ihren Enkelkindern eingebunden. Foto freepik.com

Auf die eigenen Großeltern lassen sich die Ergebnisse der Freiburger Studie jedoch nicht ohne Weiteres übertragen: Geschultes Personal, das die gemeinsame Zeit begleitet, fehlt in der familiären Beziehung natürlich. Dadurch können Konflikte und Probleme entstehen, insbesondere wenn die Großeltern die Betreuung der Jüngsten längerfristig übernehmen. So zeigte eine französische Studie3, dass Kita-Kinder bessere soziale Kompetenzen entwickeln als jene, die von Oma und Opa betreut werden. Auch die körperliche Gesundheit kann die familieninterne Betreuungssituation beeinträchtigen: Eine Studie der Universität Glasgow4 kam zu dem Ergebnis, dass sich der Umgang mit den Großeltern schlecht auf Essverhalten und Gewicht der Kinder auswirkt – Zu häufig ist Naschen erlaubt und es fehlt an Bewegung. Zudem kann ein ständiges Brechen aufgestellter Regeln zu massiven Konfliktsituationen in Familien führen: Warum ist etwas bei den Großeltern erlaubt und zu Hause verboten? Auch Meinungen und Weltbilder der Großeltern, die von den Eltern nicht geteilt werden, können zunächst unkommentiert auf die Kinder einwirken. Überdies weist die Glasgower Studie darauf hin, dass Großeltern ihre Vorbildfunktion eher entspannt interpretieren und schlechte Angewohnheiten, wie beispielsweise das Rauchen, offen ausleben: Die Gefahr, dass Kinder die Erinnerungen an eine schöne Zeit bei Oma und Oma mit diesen negativen Verhaltensweisen verknüpfen und sogar selbst übernehmen, besteht durchaus, meinen die ForscherInnen.

[2] Studie der Universität Lüttich erschienen in der Zeitschrift »Child Development« [3] Studie der Pariser Universität Sorbonne [4] University of Glasgow »A systematic review of grandparents’ influence on grandchildren’s cancer risk factors«

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lebenserfahrung nutzen Großeltern sollten ein »Bonus« im Leben von Kindern sein, nicht aber die Erziehungsarbeit übernehmen, empfehlen ExpertInnen. Dann sind sie auch ein Gewinn: Sie können ihren Enkeln Ruhe und Stabilität bieten, wenn sich die Eltern mit Alltagsproblemen herumschlagen müssen. Auch die eigene Familiengeschichte und Werte einer anderen Generation können Kinder von ihren Großeltern lernen. »Jede Generation ist mit ihren Erfahrungen wertvoll für die andere Generation. Somit können ältere Menschen viel von einer Zeit weitergeben, die für die jüngere Generation zunehmend ›weit weg‹ ist. Kinder können an einem großen Schatz an Lebenserfahrung, Wissen und Kompetenzen teilhaben. Austausch und Nähe, Bindung und Beziehung zueinander können sowohl Kinder als auch Großeltern bereichern«, meint Eileen Hornbostel.

Auch Silvio Thieme stimmt zu, dass die junge Generation von der Lebenserfahrung älterer Menschen profitieren kann: »Es scheint, dass für viele Kinder der Zugang zu materiellen und sachlichen Ressourcen als selbstverständlich gilt. Sich Dinge zu erarbeiten und dann die ›Früchte‹ dieser Arbeit zu genießen, sind Erfahrungen die vermutlich heute nicht mehr an erster Stelle stehen, obwohl sie sehr wichtig sind.« Für ein gutes gesellschaftliches Miteinander sei das Wissen älterer Generationen nach wie vor aktuell: »Erfahrungen wie Verzicht, Solidarität - ob freiwillig oder bedingt - wie sie vielleicht noch die Großeltern als wichtig kennengelernt haben, sind etwas in den Hintergrund getreten, obwohl es gerade für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, im Zusammenspiel individueller Ansprüche im Gegenpart zu Anforderungen als Person einer Gemeinschaft wichtig wäre, genau solche Erfahrungen zu machen.«

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helfende hände Auch auf die Großeltern wirken generationenübergreifende Aktivitäten positiv: Eine internationale Studie5 bestätigte, dass ältere Menschen, die sich um ihre Enkel kümmern, deutlich länger leben. Allerdings kann sich der Gesundheitseffekt auch ins Gegenteil verkehren, wenn die alten Menschen sich mit der Betreuung übernehmen und unter Stress geraten. Eine Befragung des Deutschen Jugendinstituts ergab, dass Großeltern den Kontakt zu ihren Familienangehörigen selbstbestimmt gestalten und auch eigene Interessen verfolgen möchten. Ein ausgewogenes Geben und Nehmen zwischen den Generationen ist der Schlüssel – Doch wie wohl jede Familie weiß, ist die Theorie nicht immer leicht in die Praxis umzusetzen. Abschrecken lassen sollte man sich von dieser Herausforderung allerdings nicht, denn auch dies hat eine deutsche Studie6 nachgewiesen: Familien sind durch große Solidarität verbunden – In Krisensituationen sind ältere Familienmitglieder bereit, einzuspringen und zu unterstützen. Über achtzig Prozent der Befragten erleben viel Freude in ihrer Rolle als Großeltern. [5] Eine internationale Studie des Max-Planck-Instituts, der Universität Basel, Edith Cowan University, University of Western Australia und der Humboldt-Universität zu Berlin [6] Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) »Generationenübergreifende Zeitverwendung: Großeltern, Eltern, Enkel«

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generationen in der familie Was als Studienergebnis vielversprechend aussieht, muss im Familienalltag noch längst nicht funktionieren: Voneinander lernen, sich unterstützen und respektieren – Idyllisch. Jedoch kann es zu Konfliktsituationen kommen, in denen vom Ideal eines ebenbürtigen Austauschs zwischen den Generationen nichts mehr zu spüren ist. Aber auch zu lustigen Anekdoten. Im Podcast ELTERNgespräch tauscht sich die dreifache Mutter Julia Schmidt Jortzig mit Familien über Erziehung, Patchwork und auch über das Zusammenleben mehrerer Generationen aus: Die Folge »Modern Family? WG der Generationen« widmet sich dem Wohnprojekt von Franziska (32), ihrem Baby, Birgit (61) und vier weiteren MitbewohnerInnen. Die Frauen sprechen darüber, wie man sich gegenseitig unter die Arme greifen kann, gemeinsame Aktivitäten und Aufgaben gestaltet und gleichzeitig unabhängig voneinander lebt. »Oma wohnt bei uns. Leben im Mehrgenerationenhaus« stellt die Frage, wie das Zusammenleben auch dann funktioniert, wenn die MitbewohnerInnen miteinander verwandt sind und persönliche Grenzen meist härter erkämpft werden müssen: Die Bloggerin Julia Nibe erzählt vom Alltag mit Mann, Kind und Mutter.

Wichtig beim Zusammenleben der Generationen ist die Akzeptanz dafür, dass nicht alle Menschen Aufgaben auf dieselbe Art und Weise erledigen und auch einmal etwas schiefgehen darf. Gemeinsame Rituale, wie beispielsweise ein Abendessen, schaffen Verbindung – persönliche Freiräume dürfen dabei aber nicht in den Hintergrund rücken. Wer mit der Idee spielt, mit den eigenen Eltern zusammenzuleben, sollte sich bewusst machen, dass beim Thema Privatsphäre trotz aller Rückzugsoptionen Abstriche gemacht werden müssen. Auch darf nicht unterschätzt werden, dass man mit einer solchen Gemeinschaft zusätzliche Verpflichtungen eingeht. Ohne Einmischung So wertvoll die Zeit mit Oma und Opa für Kinder sein kann, so wichtig ist es, dass Eltern auf eine Privatsphäre ohne Einmischung der Großeltern achten und auch allein Zeit mit ihren Kindern verbringen. Foto drobotdean // freepik.com

Andere Generation Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lernte aufgrund der längeren Lebenserwartung die Mehrheit der Kinder mindestens einen Großelternteil kennen. Foto Cheryl Winn Boujnida // unsplash.com

klare regeln und offene kommunikation Der Kontakt zwischen der jüngsten und ältesten Generation, die Beziehung zwischen Enkeln und Großeltern wird in unserem Alltag, aber auch in der wissenschaftlichen Forschung wenig beachtet. Das große Potenzial für persönliche Entwicklung, gesellschaftliche Teilhabe oder Freizeitgestaltung, das in diesem Austausch stecken kann, bleibt oft ungenutzt. Ältere Menschen können Kinder in ihrer Entwicklung fördern und im Gegenzug selbst Neues lernen und entdecken. Sich um die Enkelkinder zu kümmern schafft Daseinsinhalt und kann wissenschaftlich nachgewiesen sogar das Leben verlängern – Aber nur dann, wenn es nicht zu Überforderung und Stress führt. Die Großeltern können im Familienalltag unterstützen – Einmischung in die Erziehung oder das Brechen abgesprochener Regeln führt mitunter aber auch zu heftigen Konflikten. Klare Grenzen zu ziehen, ist für alle Beteiligten wichtig: Wie oft möchte ich mit meinen Enkeln Zeit verbringen und wie viel Raum brauche ich für mich? Nervt es mich, wenn ich die Ferien bei Oma und Opa verbringen soll? Wie viele Ausnahmen für Fernsehzeit und Naschen sind in Ordnung, wenn die Kinder Zeit bei meinen Eltern verbringen?

möglichkeit zum miteinander erkennen Und wie können Familien zu Hause gemeinsame Freizeit gestalten? »›Spielen‹ spricht sowohl Kinder als auch ältere Menschen an und ist daher eine geeignete Methode für das Gelingen eines Generationendialogs. Darüber hinaus können gemeinsames (Vor-)Lesen, Basteln, Bauen oder Erzählen wertvolle Gelegenheiten für das Miteinander der Generationen sein«, empfiehlt Eileen Hornbostel von der Sächsische Landesvereinigung für Gesundheitsförderung. Dieser in den Familien begonnene Dialog leiste einen wichtigen Beitrag zu einem wertschätzenden, offenen, unbefangenen und verständnisvollen Umgang zwischen Jung und Alt in unserer Gesellschaft. Angebote wie die der SlfG seinen wertvoll und wichtig für unsere Gesellschaft, aber »auch ohne, dass immer ›Generationenprojekt‹ über einem Vorhaben steht, gibt es viele Orte und Gelegenheiten, in denen Kinder und ältere Menschen zusammenkommen und miteinander Zeit verbringen können.« Text Vivien Schramm

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Einzel- vs. Geschwisterkinder f ö r d er n Ge s c h w i s t er e i n e p o s i t i ve E n t w i ck l u n g ?

Foto Prawny // pixabay.com

Wenn ein Geschwisterchen in die Familie kommt, dann ist entweder die Freude oder das Geheule bei dem erstgeborenen Kind groß: Manche können es kaum erwarten, endlich einen 24/7-Spielkameraden zu haben, die anderen hingegen fühlen sich vom Thron geschubst und buhlen nach Geburt umso mehr nach der Aufmerksamkeit der Eltern. Auch mit Klischees geizt diese Thematik nicht: Verwöhnte Einzelkinder, sozial nicht kompetent. Was ist dran an diesen Vorurteilen?

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aja war knapp fünf Jahre alt, als ihre Eltern sie fragten, ob sie ein kleines Geschwisterchen haben möchte. Gleichzeitig erwähnte die Mutter auch all die Vorteile, die Maja dann hätte: Einen Spielkameraden, sie könne große Schwester sein und ihrem kleinen Bruder oder der kleinen Schwester alles zeigen, was sie schon weiß, könnte somit auch mal ein kleines bisschen mehr erwachsen sein. Was Maja zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, ihre kleine Schwester Mara war bereits unterwegs und nur wenige Monate später saßen sie auch schon zu viert im Wohnzimmer. Von all den schönen Vorteilen ist dann jedoch nichts so schnell eingetreten, ganz im Gegenteil: War Maja zuvor geliebtes Einzelkind, was von den Eltern und der Verwandtschaft mit Liebe und Aufmerksamkeit überschüttet wurde, stand nun ihre kleine Schwester im Mittelpunkt. Jeder der zu Besuch kam, begrüßte zunächst das kleine Baby, knuddelte es und freute sich mit ihm. Maja war auf einmal die Große, sie musste Verantwortung übernehmen, leise sein, wenn Mara schlief und ihre Mutter, bis dato ihr beste Freundin, war mit stillen, Windeln wechseln und Haushalt voll ausgelastet. Auch als die kleine Schwester älter wurde, war es nicht so, wie die Mutter in ihrer Schwangerschaft prophezeit hatte: Anstatt zu spielen, wurde gezankt, Spielsachen wurden nicht geteilt, sondern gebunkert und ab und an gab es auch mal eine kleine Prügelei … entweder, weil einer das Gefühl hatte, der andere würde von den Eltern bevorzugt werden oder die Schwester hat verbotenerweise das Zimmer betreten und Spielsachen entwendet. Später waren es dann Klamotten und irgendwie lag immer etwas in der Luft zwischen Maja und Mara. Tief im Inneren gab es ganz sicher mehr als eine Situation, in der sie sich die kleine Schwester weg gewünscht hat. Ach, wie schön war doch das Leben als Einzelkind, als man die kleine Prinzessin sein durfte und man die Liebe der Eltern nicht teilen musste?! Natürlich gibt es auch ganz andere Fallbeispiele: Einzelkinder, die ihr Leben lang einen kleinen Bruder oder eine kleine Schwester vermissen und sich vorstellen, wie es wohl zu zweit hätte sein können. Oder Geschwisterkinder, die ein Herz und eine Seele und ein Leben lang die besten Freunde sind. Ebenso gibt es richtige Streithähne und auch das kann ein ganzes Leben bestehen bleiben und zudem alle belasten – Eltern wie Geschwister. Doch was ist nun besser für die Entwicklung eines Kindes und die Atmosphäre in der Familie? Was das angeht, so gibt es viele Vorurteile, aber auch einige Studienergebnisse, die zum Teil erstaunen.

Zusammen oder alleine? Heutzutage leben in etwa der Hälfte aller deutschen Haushalte zwei Kinder. Das Leben mit zwei oder mit mehr Kindern ist mit Sicherheit aufregend und erfüllend, aber manchmal auch ein bisschen anstrengender als mit nur einem Kind. Foto amyelizabethquinn // unsplash.com

Spielkamerad oder imaginärer Freund? Geschwisterkinder spielen genauso oft zusammen wie sie sich auch streiten. Bei Einzelkindern ist es so, dass sie sich entweder ganz gut alleine beschäftigen können oder den Fokus auf andere Kinder richten. Fotos Gilmanshin | moshehar // unsplash.com

wer entwickelt sich zum besseren Menschen? Angeblich seien Einzelkinder verwöhnt, da sie immer im Fokus stehen und von allen Seiten die volle Aufmerksamkeit bekommen. Eltern loben sie und überschütten sie gleichzeitig mit unendlich viel Liebe, aber eben auch Fürsorge, die gerne mal einen Tick zu viel ist. Manchmal ist es auch so, dass gerade Einzelkinder von Eltern als eine Art Projekt betrachtet werden, denn was ich nicht erreichen konnte, kann schließlich jetzt mein Kind, mein Ein und Alles, nachholen! Dies führt oftmals zur Überbehütung, was für eine langfristige Entwicklung des Kindes nicht gut ist. Man muss jedoch einen Blick Richtung Realität werfen und die zeigt: Arrogante Narzissten oder Egozentriker entwickeln sich so nicht. Und auch das Problem des Teilens, was Einzelkindern immer nachgesagt wird, lässt sich so nicht bestätigen. Ganz im Gegenteil: Oft haben gerade Geschwisterkinder ein Problem mit dem Teilen, da sie damit ja auch jahrelang konfrontiert waren. Hingegen trifft der Entwicklungspsychologe Prof. Dr. Hartmut Kasten gegenüber der Süddeutschen Zeitung in einem Interview die Aussage, dass Einzelkinder laut Studienlange sogar besser teilen können, sie seien des Weiteren kompromissbereiter und übernehmen auch gerne mal die Verantwortung. Doch was ist nun förderlicher für die Entwicklung der Persönlichkeit eines Menschen? Werden wir emphatischer, weil wir uns mit Geschwistern ständig in diese hineinversetzen mussten? Sind wir als ältere Schwester bzw. Bruder eine neidische Person, weil wir ab einem gewissen Alter die Aufmerksamkeit teilen mussten oder haben wir deswegen sogar Bindungsstörungen im späteren Leben? Fehlt Einzelkindern die Erfahrung im sozialen Umgang, weil sie immer nur ihre Eltern um sich herum hatten?

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Studien kommen zu dem Ergebnis, dass das alles Quatsch ist. So lässt sich nicht bestätigen, dass die Wesenszüge von Einzel- und Geschwisterkindern andere sind. Keiner ist egoistischer oder ängstlicher, weil er Geschwister hatte oder eben nicht. Was sich jedoch zeigt ist, dass die Beziehung zu den Eltern eine andere Qualität hat. Bei Einzelkindern ist diese enger, was daran liegen kann, dass die Eltern Hauptbezugspersonen sind und Gedanken und Gefühle in jungen Jahren überwiegend nur mit diesen geteilt wurden. Eine Studie von Roberts und Blanton kam zu dem Ergebnis, dass gerade Einzelkinder rückblickend gerne ein Geschwisterchen gehabt hätten. Als Ersatz werden häufig imaginäre Freunde erfunden, die dann als konstante Spielpartner fungieren. Dies ist jedoch nichts Besorgniserregendes, sondern in erster Linie völlig normal und verhilft sogar zu verbesserten Kommunikationsfähigkeiten. Eine andere Studie aus China, durchgeführt von dem Psychologen Jiang Qiu von der Southwest University Chongqing, kommt zu dem Ergebnis, dass Einzelkinder nach dem Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit (Big-5) auf der Skala der Verträglichkeit nicht so hoch punkten wie Menschen, die Bruder oder Schwester haben. Dies meint: Herausragende Fähigkeiten in Bezug auf Kooperation und Empathie haben Einzelkinder nicht. Stattdessen sind sie eher wettbewerbsorientierter und geraten häufiger mit anderen Menschen aneinander. Es bleibt aber zu beachten, dass es sich generell immer nur um einzelne Studien handelt und somit nicht immer von einem Kausaleffekt bei jedem Menschen ausgegangen werden kann.

Together forever Egal, wie oft im Kindes- und Jugendalter die Fetzen geflogen sind – Familie bleibt Familie. Gerade zwischen Geschwistern baut sich über die Jahre hinweg ein dickes Band auf, was Ausdruck einer ganz besonderen Beziehung ist. Foto anlacreativephotos // pixabay.com

Bald bin ich da Eine zweite Schwangerschaft stellt das Erstgeborene vor neue Herausforderungen: Wie wird es sein, wenn auf einmal noch jemand hier ist? Da Kinder noch nicht reflektieren können, sollte eine vertrauensvolle Annäherung an das Thema erreicht werden. Foto anlacreativephotos // pixabay.com

auf das individuum kommt es an So viele Studien es zu diesem Thema gibt, so viel Kritik hagelt es auch. Denn ein so diffuses Thema lässt sich nun mal nicht einfach so auf ein paar einfache Antworten beschränken und reduzieren. Letztlich ist es doch wichtig, dass gerade dann, wenn ein Geschwisterchen in Planung ist, darauf geachtet werden sollte, dass das erstgeborene Kind damit nicht überrumpelt wird. Eine vertrauensvolle Atmosphäre kann dazu beitragen, dass man sich der Thematik langsam annähert und das Kind versteht, was da passiert und wie das zukünftige gemeinsame Leben aussehen kann. Ist das Kind erst einmal da, dann sollte auch hier darauf geachtet werden, dass die Eltern ihren Fokus nicht nur auf den Säugling legen, sondern das älteste Kind auch weiterhin feste Zeiten mit Mama und Papa hat. Das führt dazu, dass sich die Bindung zwischen den Geschwistern stärkt und keiner auf den anderen eifersüchtig sein muss. Bei Einzelkindern ist es wichtig, dass diese regelmäßigen Kontakt mit Gleichaltrigen haben, damit sie so ihre sozialen Fähigkeiten trainieren können. Heutzutage ist es jedoch häufig so, dass Kinder recht früh in der Kita eingewöhnt werden und dadurch durchgängig Kontakt mit anderen Kids haben. Als Eltern sollte man sich bewusst machen, dass jedes Kind anders und einmalig in seiner Persönlichkeit ist, sodass ein Geschwisterkind nicht unbedingt dazu beiträgt, dass diese individuelle Entwicklung positiv oder negativ beeinflusst wird. Am Ende ist es immer wichtig, wie gut die Eltern das System Familie gestalten und auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen können.

Text Jessica Laqua

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Kapuziner Hefe-Weißbier Naturtrüb

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wer die wahl hat ... OB-Wahl in Zwickau

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historisches dorf gemeinschaft erleben

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die tierwesen des silvio ukat

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im gefängnis. Vom entzug der freiheit

Foto Grégoire Korganow

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teresa weiSSbach von herzenswünschen, landlust und groSSstadtluft

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STADTLEBEN L okal total

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LEBEN Meine Stadt Mein Leben Mein Kompass

Foto Laura Göpfert

S T A D T Seite

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4. bis 6. September, 11.00 Uhr Ehem. Krankenstift, Zwickau

ibug 2020

INHALT thema 30 schauspielerin mit zwei herzen Hauptcast im Erzgebirgskrimi 34 langzeitprojekt Geschichte erlebbar machen 36 Quo vadis Zwickau? Kandidaten stellen sich Fragen

Kunst und Kultur

Seite

Foto Kellie Fernando

s ta d t l e b e n

5 20. September, 19.00 Uhr 4 Il Tavolino, Zwickau Tim McMillan & Rachel Snow

48 holzbildhauer Der Wolf im Katzenpelz 50 schachtgeflüster und co. Der September im Bergbaumuseum Oelsnitz 50 es wird wieder getanzt! Das Mondstaubtheater ist zurück 51 hinter mauern Sonderausstellung im DHMD Dresden

Tage der Industriekultur

»Raw Festival« »RAW MEETS BOOM« heißt es vom 18. bis 19. September im Schauplatz Eisenbahn auf dem Gelände in Chemnitz-Hilbersdorf. Am Wochenende vom 26. und 27 September erobert das »RAW-Festival« das Industriemuseum in Chemnitz.

Seite

Foto Kristin Schmidt

Tipp des Monats

1 26. September, 11.00 Uhr 4 Am Hauptmarkt, Zwickau Mercedes Fashion Night 09 20

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ü b er d i e z we i h er z e n i n d er b ru s t vo n s c h a u s p i e l er i n t ere s a we i SS b a c h

Seit 2019 darf Teresa Weißbach zumindest zeitweise auch heimatnah ihrer schauspielerischen Profession nachgehen. Die gebürtige Zwickauerin ist Teil des Hauptcasts der beliebten ZDF-Produktion »Erzgebirgskrimi«, die nicht nur dank der idyllischen Erzgebirgskulisse zu überzeugen weiß.

Von Herzenswünschen, Landlust und Grossstadtluft

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ntspannte Betriebsamkeit herrscht an diesem sonnigen Morgen auf dem Gelände der Bergsicherung Schneeberg. Zwischen den ERZ-Autokennzeichen der hiesigen Mitarbeiter reihen sich zahlreiche PKW aus Berlin und München, eine Ecke des Parkplatzes gleicht einem Camp aus Wohnmobilen. Menschen mit Knopf im Ohr und langen Listen in der Hand wuseln umher, große Beleuchtungsapparate werden an Ort und Stelle geschleppt. Die Vorbereitungen für einen Drehtag zum zweiten Teil des »Erzgebirgskrimis« laufen auf Hochtouren. Eine, die noch Zeit hat, bis die erste Klappe heute fällt, ist Schauspielerin Teresa Weißbach.

Das Gesicht der jungen Frau kennen viele aus dem bekannten Kinofilm »Sonnenallee«, aber auch aus TV-Spielfilmen. Doch die wenigsten wissen, dass in der Wahlberlinerin richtig viel Herz für das Erzgebirge schlägt – weil sie hier geboren und aufgewachsen ist. In Jeans und TShirt sitzt sie neben mir, eine normale junge Frau und dreifache Mutter – gefühlt einfach so, als ob man sich schon ewig kennt. »Das gibt es ja nicht, dachte ich, da geht ein Herzenswunsch in Erfüllung«, erzählt Teresa von dem Augenblick im Sommer 2018, als sie die Anfrage für den Hauptcast zum Erzgebirgskrimi bekam. Dort spielt sie die Försterin Saskia Bergelt -

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T eresa weiss b ach »

eine naturverbundene, geerdete Frau, die bei den Einwohnern anerkannt ist und ein wichtiges Bindeglied zu den Kommissaren darstellt. Es ist ein klares Heimspiel für sie, ist sie doch selbst als Landkind quasi in Wald und Flur aufgewachsen und gibt dieses Gefühl an Freiheit heute so oft es geht ihren Kindern weiter. Bei aller Heimatkenntnis bereitete sie sich dennoch intensiv auf ihre Rolle vor. Sie traf sich mit einem echten Erzgebirgsförster, der seinem Beruf mit ebenso viel Leidenschaft nachgeht wie sie – etwas, das sie begeistert, weil man spürt, den richtigen Weg im Leben eingeschlagen zu haben.


»Man merkt voll, dass sie hier zuhause ist«, ruft uns im Vorbeigehen eine Kollegin von Teresa zu. Gemeint ist der erzgebirgische Dialekt, der sonst, ganz klar, in ihrem Job vor der Kamera nicht hörbar ist, nicht hörbar sein darf. Hier färbt sich der Klang ihrer Worte je länger sie in ihrer Heimat dreht. Immer mehr schimmert auch in unserem Gespräch die Erzgebirgerin durch. »Ich darf auch im Erzgebirgskrimi unseren Dialekt ganz zart anklingen lassen, um regional authentisch zu sein«, verrät sie, die berufsbedingt sonst bestes Hochdeutsch spricht. Zum Verlernen des Erzgebirgischen bleibt ihr keine Zeit: Mindestens eine Woche innerhalb von zwei Monaten zieht es sie nach Hause zu ihren Eltern nach Stollberg. Aufgewachsen als Tochter einer Bäckersfamilie liebt sie ihre Kleinstadt, das Vertraute an jeder Straßenecke, das Quatschen mit Bekannten aus der Nachbarschaft – und ihr altes Mädchenzimmer, das ihr noch immer ein Gefühl der Geborgenheit vermittelt. »Es ist natürlich eine andere Lebensqualität als in Berlin. Hier gehe ich in unseren Garten raus, mit den Kindern zu allen Jahreszeiten über die Felder ins Wäldchen und kann mit der Natur eins sein«, schwärmt sie und sagt aber auch, dass Berlin eine wunderbare Stadt sei: »Wir haben eine schöne Wohnung mitten im Prenzlauer Berg, viele Dinge sind ganz nah, wie der Eltern-Kind-Kurs, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants verschiedener Couleur. In sieben Minuten bin ich zu Fuß in der Kita – und das Auto steht meistens still. Sogar ein Stück Landleben habe ich hier gefunden – auf einer Jugendfarm, auf der Kinder sich um Tiere kümmern oder gärtnern, schnitzen, spinnen, töpfern und vieles mehr können.« Und da hört man sie schlagen: die zwei Herzen in Teresas Brust – eins für die Großstadt und eins für die Landlust.

Am Set Obwohl sie vor jedem Dreh noch Aufregung verspürt, ist es für Teresa Weissbach immer wieder ein schönes Gefühl, ans Set zu kommen und mit ihren Teamkollegen zu arbeiten.

Das Arbeiten zu dürfen, was sie sich aus tiefstem Herzen gewünscht hat, sieht Teresa als persönliches Privileg. »Ich liebe meine Arbeit sehr. Ans Set oder ins Theater zu kommen ist immer wieder ein so schönes Gefühl«, versucht sie zu beschreiben, was man ihr ansieht: Strahlend und innig grüßt sie Teamkollegen – von Starallüren keine Spur. »Man ist für vier, fünf Wochen eine unglaublich enge Gemeinschaft.« Vor der ersten Klappe sei sie aber prinzipiell aufgeregt – und das, obwohl die 38-Jährige seit ihrer frühen Schulzeit auf der Bühne steht. Ihre Karriere begann in der dritten Klasse mit einem Zeitungsartikel, der um Nachwuchs im städtischen Kinder- und Jugendtheater Burattino warb.

Teamkollegen Hauptkommissar Robert Winkler (Kai Scheve) und seine Kollegin Karina Szabo (Lara Mandoki) ermitteln im Kreis des Bergmannsorchesters Schneeberg, unterstützt werden sie von Försterin Saskia Bergelt (Teresa Weissbach).

Die Grundschullehrerin drückte diesen Teresas Eltern in die Hand, erkannte im Unterricht ein Talent, das es zu fördern lohnt. Dass damit der Grundstein für eine echte Berufung gelegt wurde, war wohl keinem bewusst. Sie erinnert sich noch genau an ihre erste Rolle: »Der weinende Pierrot«. »Weinen, Emotionen ausdrücken, übte ich heimlich vorm Spiegel. Ich war schon als kleines Mädchen fasziniert davon, wie man bewusst Ausdruck verändern kann. Das Schauspielen war mein Leben.« Bis zum 18. Lebensjahr verbrachte sie die Freizeit am Theater. Von einer unglaublich schönen Kindheit erzählt sie, von Engagements in Russland, Polen und Belgien. Dann, auf der Zielgeraden zum Abitur, gab es für sie nur einen Weg: Schauspielschule – ohne Plan B. So endeten die schulischen Infoabende zur Berufsorientierung stets in der Recherche nach allen Schauspielschulen Deutschlands. Das erste Vorsprechen mit 16 Jahren an der Schauspielschule in Rostock mündete direkt in eine Zusage für die nächste Auswahlrunde. Mit 17 dann das erste Angebot für eine Hauptrolle: Miriam in »Sonnenallee«, jenem Film, der die Mauer thematisierte. Viele hundert Mädchen wurden gecastet, Teresa bekam die Rolle. Fürs Abi lernte sie in den Drehpausen, wo und wann immer es ging. »Ich wollte diesen Weg so sehr gehen, aber ich wollte auch das Abitur schaffen.«

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Sie sei ein ganz normaler Mensch, müsse genauso mit Kindern und Mann, einem Regisseur, jonglieren und organisieren zwischen Arbeitszeiten, Kinderarztbesuchen und Kitabetreuung wie andere Familien auch. Das ganz normale Familienleben ist für sie ebenso wenig Routine wie ihr Job als Schauspielerin. In beiden Lebensinhalten muss sie viele Rollen einnehmen –nur beim Schauspiel, da gibt man viele Gesichter und Emotionen einem breiten Publikum preis. Auf ihren Reisen zu den Drehterminen sind ihre Kinder, die noch im Kindergartenalter sind, oft dabei. Ihnen zu vermitteln, dass Reisen etwas Bereicherndes ist und man sich überall auf dieser Welt wohlfühlen kann, sind Dinge, die sie ihren Knirpsen mit auf den Lebensweg geben möchte. Und dass bei aller Weltoffenheit eines bleibt: die Verbundenheit zur Heimat, zu Land und Leuten, die sie im Erzgebirge ihrer herzlichen, bodenständigen und direkten Art wegen schätzt. Auch deshalb sei sie so stolz darauf, als ernannte Botschafterin des Erzgebirges ihre Liebe zur Region offiziell in die Welt tragen zu dürfen. Wir beide haben uns verquatscht, unsere Redezeit ist eigentlich um, die Kollegin aus der Regie tippt aus der Ferne auf die Uhr. Die Zeit am Set ist beinahe minutiös getaktet – daher die langen Listen auf den Klemmbrettern. Dabei gäbe es noch ein paar Dinge, die ich gerne von ihr wüsste – zum Beispiel: Hast du einen Lieblingsplatz? Einen Platz, an dem du du sein kannst? Teresa wird aber zur Garderobe und Maske gebeten – und ruft mir schon halb im Laufschritt zwinkernd zu: »Warte hier – ich ruf dich, wenn ich so weit bin. Dann reden wir weiter.« Inzwischen wartet aber noch jemand ganz anderes auf sie, ein kleines Mädchen, gerade fünf Monate jung. Die jüngste Tochter braucht Kuschelzeit mit Mama, bevor sie sich wieder vom Opa durch den Ort ausfahren lässt. Heimvorteil eben, wenn die Großeltern fast um die Ecke wohnen und sich über die gemeinsame Zeit mit den Enkelkindern freuen. Für Teresa indessen ist die Zeit in der Maske eine ganz Wesentliche am Drehort: Dort durchläuft sie nicht nur die optische Veränderung zu ihrer Rolle, sondern stellt sich auch mental von Teresa auf die Försterin Saskia um.

Authentizität ist alles In Vorbereitung ihrer Rolle der Saskia Bergelt, die aktiv im Bergmannscorp ein Waldhorn spielt, nahm Teresa Weissbach sogar Unterricht.

Mobile Wäscherei, Kostüme und Maske – alles in einem umgebauten Wohnmobil. Letztere ist ein Paradies an Schminkutensilien auf geschätzten zwei Quadratmetern. Teresa trägt inzwischen einen Habit, die Maskenbildnerin gibt Anweisungen. Alles passiert dennoch in einer routinierten Stille. Und dann plötzlich sagt Teresa: »Ich hab nachgedacht, was mein Lieblingsplatz ist. Bitte lach jetzt nicht. Aber je länger ich darüber nachdenke, kreisen meine Gedanken wieder und wieder um mein Zuhause, mein Zimmer im Haus meiner Eltern, das noch immer so ist wie es früher war.« Ja, und tatsächlich scheint es seltsam und sympathisch zugleich, das von einem Menschen zu hören, der über rote Teppiche läuft und vorübergehend an den schönsten Orten leben darf. Aber: geht es nicht ganz vielen Menschen so, ganz gleich ob als Elektriker auf Montage oder Reiseleiter auf der Welt unterwegs? »Und dass ich im Herzen Erzgebirger bin, sieht nach außen jeder zu Weihnachten. Da werden die Männeln geweckt und das Aufstellen der Schwibbögen mitten in Berlin zusammen mit meinen Kindern zelebriert.«

Wir reden noch kurz über das Leben und seine Nicht-Planbarkeit, über eigenverantwortliches, nachhaltiges Handeln der Welt gegenüber und darüber, wie Eltern den Kindern Werte fürs Leben mitgeben. Aber nun muss sie wirklich los. Die erste Klappe des Tages fällt gleich im Vereinsraum der Fundgrube Weißer Hirsch. Ich verabschiede mich von Teresa, die gerade schon viel mehr Saskia, die Försterin ist, und die faszinierende Frau verschwindet mitten in einer Traube von Männern und Frauen, die im Habit der Bergleute gekleidet sind. Sie einen im wahren Leben den Bergmännischen Musikkorps der Bergstadt Schneeberg, sind wie Teresa Erzgebirger und heute einmal in ihrem Leben auch Schauspieler. Im Gegensatz zu mir wissen sie, was es mit den Schreien und dumpfen Schlägen, die aus dem Vereinsraum nach außen dringen, auf sich hat. Ich indes muss mich gedulden – bis ich Teresa wiedersehe, zuhause am Bildschirm im Erzgebirgskrimi.

Bergstreittag

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Gedreht wurde am Originalschauplatz der traditionellen Parade in Schneeberg.

Text Sabine Schulze-Schwarz Fotos studio2media | Erik Lang & Georg Ulrich Dostmann Info www.teresa-weissbach.com

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SYMPHONIEKONZERT · 04.09.

»DER VAMPYR« · Oper 11.09.

»METROPOLIS« · Stummfilm & Livemusik 12.09.

MOKA EFTI ORCHESTRA · 13.09.

20. CHURSÄCHSISCHE FESTSPIELE ANDREAS PISTORIUS Klavierimpressionen 25.12.

DIE GOLDENEN ZWANZIGER

TOM GAEBEL & HIS ORCHESTRA 28.12.

Bad Elster feiert 20 Jahre Festspielzeit 4. September - 4. Oktober 2020

JAHRESABSCHLUSSKONZERT 30.12.

WLADIMIR KAMINER · 18.09.

»GLANZ AUF DEM VULKAN« · 20.09.

»PARISER LEBEN« · Operette 25.09.

SYMPHONIEKONZERT · 03.10.

FISCHTheatersatire ZU VIERT 31.12. »MEPHISTO« 19.09.

»DER FREISCHÜTZ« · Oper 04.10.

HEIMAT INKLUSIVE SÄCHSISCHES BR AUHANDWERK SEIT 1857

Dorf gem eins chaf t Ober losa e.V.

1. Vo gt lä nd is ch e Sc ha lm ei en zu g Au er ba ch

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STERNqUELL HILfT

Wir machen euer Projekt zu unserem Projekt! Weitere tolle Projekte von Vereinen wurden gefördert und freuen sich über einen Sternquell-Scheck: Die Neustadtgasse in Oberlosa ist eine der ältesten Ansiedlungen von Tagelöhnern und Handwerkern am Stadtrand von Plauen. Ein Überbleibsel, die Haus-Nr. 13 möchte die Dorfgemeinschaft Oberlosa e. V. nun zu Neue Instrumente für den Nachwuchs des 1. Vogtländischen einem Dorfgemeinschaftshaus umbauen. Schalmeienzugs Auerbach. Eine Spende für neue Kostüme des Neuwürschnitzer Carnevalsvereins. Mit einem beherzten „Rettungseinsatz“ befreite der Feuerwehrverein Feuerwehr Hohenstein-Ernstthal e. V. den Mercedes L 1500 aus seinem Schattendasein. Sternquell hilft beim Wiederaufbau dieses historischen Feuerschutzpolizeifahrzeuges mit. Die Aktion geht auch in diesem Jahr weiter. Anmeldung unter www.sternquell.de


g e s c h i c h t e ( n ) er l e b b a r m a c h e n

Penelope geht es blendend. Genüsslich kaut die Schildkrötendame an einem Löwenzahnblatt und rekelt sich in der Sonne. Ihr Domizil - standesgemäß mit Hinweisschild, damit die gepanzerte Dame nicht versehentlich falsch angesprochen wird - ist ein neuangelegter, kleiner Teich, hinter dem imposanten Haupthaus des Historischen Dorfes am Zwickauer Muldenufer.

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in idyllischer Ort, naturnah, historischen Hütten zu präsentieder Zeit entrückt, aber nur ren, wie sie zu Gründerzeiten der scheinbar. Denn vornehmStadt bestanden. Das Besondere lich bevölkert wird er tat»alles, was man hier sieht, ist ersächlich von jungen Menschen, wie stens spendenfinanziert - es gibt uns Dorfkoordinatorin Anja Bausch also kaum etwas Gekauftes - und zweitens durch Kinder- und Juerklärt. »Es ist eigentlich ein Kindergendliche erbaut. Natürlich haund Jugendtreff, ähnlich einem Jugendklub, aber eben mit einem ben sie nicht das Dach vom großen Plus und natürlich ›outHaupthaus gedeckt, das war side‹«. Das große Plus, das sind hier eine Dachdeckerfirma und auch beim Wegebau und bestimmdie vielen generationsübergreifenten konstruktiven Dingen hatten den Projekte. Natürlich dürfen und Anja Bausch sollen die »Kids« auch alleine herwir eine Zimmerei zur UnterstütProjektkoordinatorin und kommen. »Aber im Alltag ist es bei zung, dazu brauchte es natürlich sympathische »Dorfchefin« das fachliche Know-how. Ganz so, uns oft so, dass sie mit ihren Familien kommen. Das ist erstens in Ordnung und zwei- wie es die Menschen vor 900 Jahren auch gemacht tens regt es dazu an, dass sie hier gemeinsam etwas hätten. Wir sind ja heute generell fast ausschließtun. Sie zeigen sich gegenseitig Dinge, sie spielen lich Konsumenten, wir kaufen sämtliche Dinge, die und bauen miteinander und sind gemeinsam kre- wir brauchen. Hier ging es darum, zu schauen, wo ativ.« Seinen ersten Spatenstich erlebte das Pro- kommt das denn her und kann ich das vielleicht sojekt Territorio Zcwickaw bereits im April 2015, mit gar selber machen? Also ein Stück weit zurück zum dem Ziel, zu den Feierlichkeiten der 900-Jahr-Feier Ursprung, um gleichzeitig auch die Wahrnehmung Zwickaus 2018 (900. Jahrestag der Nennung des Ter- für Natur und Umwelt zu sensibilisieren.« ritorio Zcwickaw am 1. Mai 1118) ein Ensemble von

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Die kleine Schildkrötendame wohnt seit Kurzem im neu geschaffenen Teich und zieht viel Aufmerksamkeit auf sich.

Als Museumsdorf versteht sich die kleine Gemeinschaft am Muldenufer aber keineswegs. Natürlich sei der Anlass, dem Leben vor rund tausend Jahren nachzuspüren, aber eben immer mit dem Brückenschlag in die Gegenwart. Weshalb es für das Team um Anja Bausch auch keinen Widerspruch darstellt, dass es im Dorf sowohl eine Nähmaschine wie auch eine elektrische Säge gibt. »Wir spielen hier nicht altes Leben nach, es ist keine Parallel- oder Fantasiewelt«, betont die »Dorfchefin«. »Wir schauen, dass was wir tun, immer auch einen Bezug zum Hier und Jetzt hat. Hier liegt der Fokus auf der Aktion. Es ist etwas zum Mitmachen, wo sich die Kinder und Jugendlichen einbringen können und gleichzeitig ein Gespür für Materialien und das Handwerk bekommen, für die eigene Produktivität, die eigene Kreativität, für den Gemeinschaftssinn.« So gibt es neben den regulären, an ausgewählten Samstagen, auch besondere Angebote, mit Schwerpunkten wie Korbflechten, Schmieden, Filzen oder eine Kräuterwanderung. Egal ob Schulklasse, Hortgruppe, Verein oder Familie, wer hier her kommt, möchte sich als Gemeinschaft erleben und sich einem Thema besonders intensiv widmen.

Als Langezeitprojekt angelegt, wächst das Historische Dorf stetig weiter. Gerade entsteht neben Penelopes Teich ein Hühnerstall. Ein praktischer aber noch nicht sehr attraktiver Bauwagen steht als nächstes Projekt der kreativen Bauherren bereits an Ort und Stelle. Nach Umbauarbeiten soll hier eine Außenküche entstehen für die diversen Koch- und Backprojekte der Dorfgemeinschaft und eine Bühne für das Innere des Haupthauses steht ebenfalls auf der To-do-Liste. Fest steht: Langweilig wird es wohl niemals im Mitmachdorf und doch sind es nicht die Gebäude, die das Projekt, welches eine Kooperation von Stadtmission Zwickau e. V. und Alter Gasometer e. V. darstellt, zu etwas ganz Besonderem macht. Es sind »die Menschen, die sich hier angesprochen fühlen und sagen: Ich habe was zu geben, ich will teilhaben. Das ist es, mit dem wir arbeiten.« Und Penelope? Die ist gerade wieder aufgetaucht und beobachtet das Treiben argwöhnisch kauend.

Hier geht es bald rund Derzeit noch im Bau befindlich, werden hier demnächst gerettete Hühner gackern. Foto Historisches Dorf Zwickau

Öffnungszeiten Mi & Do 10 bis 18 Uhr Fr 15 bis 20 Uhr jeden 1. + 3. Sa im Monat 15 bis 20 Uhr

Foto Constantin Film

Penelopes Reich

»Wir bieten verschiedene Inhalte wie zum Beispiel ›Vom Korn zum Brot‹, historische Werkstoffe, Lehmbau, Natur entdecken, aber auch ganz konkret Teambuilding an.« Wochentags (Mittwoch bis Freitag) richtet sich das offene Angebot des Dorfes vermehrt an Kinder ab dem späten Grundschulalter und Jugendliche aber auch Erwachsene. »Das Programm variiert dabei immer ein wenig. Im Moment steht da eine Dekupiersäge, es können also - als handwerklicher Anteil - kleine Sägearbeiten angefertigt und danach kreativ ausgestaltet werden. Wir haben immer auch die Möglichkeit zu Lehmbauarbeiten, Schnitzangebote, Brotbacken und Arbeiten mit dem Brandmalkolben.« Aber natürlich kann auch einfach nur gespielt, gegärtnert oder gequatscht werden.

After Truth Wie wird es weitergehen mit Tessa und Hardin? Seit sie die Wahrheit über ihn erfahren hat, fühlt sich Tessa (Josephine Langford) verraten und steht ganz alleine da. Ist er wirklich der tiefgründige, nachdenkliche Typ, in den sie sich verliebt hat oder war er die ganze Zeit über ein Fremder? Hardin (Hero Fiennes Tiffin) bittet Tessa um Verzeihung für alles, was zwischen ihnen passiert ist. Doch neben der Erinnerung an seine leidenschaftliche Liebe ist bei Tessa auch die Angst, wieder von ihm enttäuscht zu werden. Und mit Tessas Arbeitskollegen Trevor (Dylan Sprouse) liegt Eifersucht in der Luft. Kann Hardin sich ändern? Wird er sich ändern – aus Liebe? »After Truth« basiert auf dem zweiten Buch der Beststeller-Reihe von Erfolgsautorin Anna Todd. Zunächst entwickelte sich die AFTER-Reihe auf der Fan-Fiction-Seite Wattpad zu einem Liebling der Leser und wurde dann zu einer Verlagssensation. Der Film bringt nun die jungen Shootingstars Josephine Langford, Hero Fiennes Tiffin, Dylan Arnold und Samuel Larson zurück auf die große Leinwand. Ebenfalls wieder mit dabei ist Selma Blair als Tessas Mutter. Die Autorin der Bestseller-Reihe, Anna Todd, ist auch als Produzentin mit an Bord und sorgt dafür, dass ihre Figuren buchgetreu zum Leben erweckt werden. Regie führt Roger Kumble. Ab 3. September 2020 im Kino TICKE T

Text JoKri Fotos JoKri Info www.historisches-dorf-zwickau.de

Verlosung auf Seite 70

Filmpalast Astoria Zwickau: Poetenweg 6-8, Telefon 0375/ 35 36 41 0, www.zwickau.filmpalast-kino.de 09 20

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Wer die Wahl hat …

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Foto Wikimedia Commons

Q uo v a d i s Zw i ck a u ?

Wäre alles nach Plan gelaufen, hätten die ZwickauerInnen bereits im Juni ihr neues Stadtoberhaupt wählen sollen. Amtsinhaberin Dr. Pia Findeiß gab im Januar, nach über 25 Jahren im Dienst der Schumannstadt, ihren vorzeitigen Rückzug ins Privatleben bekannt. Insgesamt fünf Bewerber buhlen derzeit um die Gunst der Wähler und hoffen auf eine Nachfolge ins Oberbürgermeisteramt. Am 20. September ist es nun soweit, doch bevor Sie Ihre Entscheidung treffen … KOMPASS hat den Kandidaten ein paar Fragen gestellt!


»Erfrischend Arndt'ers« constance arndt » Jahrgang 1977, liiert, eine Tochter » Stadträtin für die Bürger für Zwickau (BfZ), Mitglied des Wirtschafts-, Umwelt- und Stadt- entwicklungsausschusses, Vortstandsmitglied des Fördervereins »Handel«

Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Zwickau?

Der Tast-, Duft- und Erlebnisgarten in Planitz. Gerade im Sommer, wenn die Lavendelfelder blühen, genieße ich die Ruhe, Natur und den Blick auf Zwickau mit Freunden, Familie oder auch mal allein.

»Zwickau muss es gut haben!«

Warum sollten die Zwickauer Ihnen am 20. September ihre Stimme geben?

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern? Was können Sie besser?

Weil ich mich für gemeinsames Arbeiten von Bürgern, Unternehmern und Stadtverwaltung einsetze, Wirtschaftskompetenz in die Politik bringe und für kreative Ansätze stehe.

Ich gehe offen, frisch und unvoreingenommen auf Personen und Herausforderungen zu. Zudem kombiniere ich Erfahrungen aus der freien Wirtschaft mit kommunalpolitischem und ehrenamtlichem Engagement und arbeite ohne Parteibuch zum Wohle der Stadt.

Was macht Zwickau für Sie lebenswert? Wo sehen Sie die Stärken und wo die Schwächen der Stadt?

Zwickau ist ein Ort mit langjähriger Geschichte und herausragenden Erfindungen von der Grubenlampe bis zum Pendix E-Bike-Umbausatz. Die Stadt bietet Lebensqualität aufgrund ihres umfassenden Sportund Kulturangebots. Geografisch liegt Zwickau reizvoll in unmittelbarer Nähe zu Wander-, Rad- und Skigebieten. Umfassende Angebote der Kinderbetreuung, erschwinglicher Wohnraum und eine breite Vereinslandschaft schaffen beste Bedingungen für Familien. Die Schwäche ist, dass diese Standortvorteile zu wenige außerhalb Zwickaus kennen. Wir müssen mehr für die Vermarktung unserer Stadt tun und dafür sorgen, dass sich Unternehmer, Touristen und Studierende für unsere Stadt begeistern.

» Volljuristin, Bürgermeisterin Bauen

Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Zwickau?

Der Schwanenteich – er symbolisiert für mich Wohlfühlen, Grün, ein Stadtpark für uns mit so vielen Möglichkeiten. Zudem ist das über Generationen bekannte Bild mit der Fontäne im Schwanenteich ein so schönes Bild, das unser Zwickau zeigt und prägt. Eine Insel für unsere besonderen Gäste, die Schwäne, sollte es in Zukunft geben.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept in Verbindung mit der Parkraum-Bedarfsanalyse fertigstellen, einen Haushaltsplan unter den Corona-Einschnitten erstellen, mit dem Förderverein des 04-Bades die Übergabe des Bades an die Stadt begleiten und persönlich ist mir wichtig - sofern es die aktuelle Situation zulässt - mich für einen wundervollen Jahresausklang mit dem Zwickauer Weihnachtsmarkt einzusetzen.

Warum sollten die Zwickauer Ihnen am 20. September ihre Stimme geben?

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern? Was können Sie besser?

Ich stehe für Zwickau und bin gern für und in unserer Stadt unterwegs. Ich bin davon überzeugt, dass die emotionale Verbundenheit mit Zwickau, ein großes Herz für unsere Stadt, von ausschlaggebender Bedeutung ist. Es wird sehr schnell nach der Wahl darauf ankommen, dass Zwickau in manchen wichtigen Bereichen nicht den Anschluss verliert, sondern an Einfluss und Ansehen gewinnt. Denn in vielen Branchen vollzieht sich ein Wandel, den wir mitgestalten wollen. Mit einem ganzen Paket neuer Ideen will ich das selbstbewusst angehen – gemeinsam mit den Zwickauern.

Zuerst ist es für ein schnelles Vorankommen unserer Stadt unabdingbar, dass die wesentliche Grundvoraussetzung stimmt: Man muss wie ich das »Handwerkszeug« an seinem Arbeitsplatz kennen, genau wie die praktische Kommunalpolitik. So habe ich die Bandbreite der Themen unserer Stadt im Blick, bin in allen Bereichen vernetzt und bringe Lösungen nicht nur bezogen auf einzelne Wahlkampfthemen. Für notwendige Investititonen und andere Themen wird es sicher helfen, dass ich gute Kontakte zu den Entscheidern in Dresden und Berlin aufgebaut habe. Denn man muss wissen, es gilt auch im Wettbewerb unter den Städten und Regionen zu bestehen.

kathrin Köhler » Jahrgang 1978, ledig

Welche Themen werden Sie nach einer möglichen Wahl in den ersten 100 Tagen angehen?

Was macht Zwickau für Sie lebenswert? Wo sehen Sie die Stärken und wo die Schwächen der Stadt?

Lebenswert - schönes Wohnen im Zentrum und unseren Stadtteilen, freundliche Menschen, viele Ideengeber und Macher in unserer Stadt, die Mulde. Stärken - die Kultur, tolle Schulen und Kitas, eine vielfältige Gastronomie, eine große Anzahl von Sportund Freizeitmöglichkeiten. Schwächen - ÖPNV-Angebote, moderne Mobilität, Einwohnerentwicklung, Innenstadt.

Welche Themen werden Sie nach einer möglichen Wahl in den ersten 100 Tagen angehen?

Bürgerfreundliche und dienstleistungsorientierte Verwaltung - für Unternehmer und Gründer einen Ansprechpartner nach dem Motto »alles aus einer Hand«. Erleichterungen in den städtischen Satzungen für Gastronomen und das Parken. Machbare Gewerbeentwicklung, Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule - moderne Studiengänge, Vernetzung zur Wirtschaft, Bindung der Studenten an die Stadt. 09 20

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Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Zwickau?

Der Springbrunnen vor dem Gewandhaus.

Warum sollten die Zwickauer Ihnen am 20. September ihre Stimme geben?

»Bodenständig und wagemutig« ute brückner

Stadt Zwickau gelingen, sich besser darzustellen um junge Leute für das »Hierbleiben« zu gewinnen. Die Spaltung der Stadtgesellschaft in Dazugehörige und Abgelehnte, hemmt die Entwicklung der ganzen Region. Die Schaffung neuer Möglichkeiten für die Wirtschaft sind Meilensteine bei der Stadtentwicklung.

Weil ich Lebenserfahrung, unter anderem als vierfache Mutter, eine gute berufliche Ausbildung (Diplomlehrerin) und Weiterbildungen im Bereich Wirtschaft und Recht, vielfältige berufs- und politische Erfahrungen und Ideen habe und auf Zusammenhalt setze.

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern? Was können Sie besser?

Was macht Zwickau für Sie lebenswert? Wo sehen Sie die Stärken und wo die Schwächen der Stadt?

Welche Themen werden Sie nach einer möglichen Wahl in den ersten 100 Tagen angehen?

Aufgrund meiner familiären und beruflichen Erfahrungen habe ich bei allen Vorhaben die Frage nach den sozialen Folgen im Blick.

» Jahrgang 1957, verheiratet, vier Kinder » Diplomlehrerin

Zwickau ist eine attraktive Stadt mit guten Arbeitsplätzen in Industrie, Handel und Handwerk und natürlich in den vielen Bereichen der Dienstleistungen, mit einem reichhaltigen Sport-, Kultur- und Bildungsangebot und Traditionen sowie Innovationen und einer liebenswürdigen Landschaft. Dennoch muss es der

»Zwickau kann mehr« Andreas gerold » Jahrgang 1963, verheiratet, eine Tochter » Schlossermeister, Versicherungsfachmann / Finanzanlagenfachmann (IHK), Unternehmer

Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Zwickau?

Mein Lieblingsplatz in Zwickau ist das AugustHorch Museum, hier kann man die gesamte Automobilgeschichte der Stadt Zwickau erleben. Ein Beweis dafür, dass Zwickauer Bürger schon immer Neues schaffen konnten. Ein Blick in die Vergangenheit gibt uns Mut für die Zukunft.

Warum sollten die Zwickauer Ihnen am 20. September ihre Stimme geben?

In den vergangenen Jahren ist sehr viel Vertrauen in gute Politik zerstört worden. Wir müssen wieder glaubhaft, transparent, ehrlich und lesbar werden. Ich werde für die Anliegen der Bürger da sein, werde für unsere schöne Stadt kämpfen. Amigo - Politik ist mir fremd.

Ende der Bürger, der Gewerbetreibende und auch die Firmen die Stadt als hilfreichen Dienstleister erkennen.

Was macht Zwickau für Sie lebenswert? Wo sehen Sie die Stärken und wo die Schwächen der Stadt?

Da ich seit einem Jahr Fraktionsgeschäftsführer der AfD Fraktion im Zwickauer Stadtrat bin und somit täglich im Rathaus, habe ich einen recht guten Überblick über die Arbeit des Stadtrates und auch der Verwaltung. Auf der anderen Seite besitze ich keine kommunalpolitische Vorgeschichte, somit gehe ich unbelastet die tägliche Arbeit an. Ich glaube dadurch fällt es mir leichter eingefahrene Wege zu verlassen und moderne Ideen im Rathaus umzusetzen.

Zwickau besitzt alles was man für ein schönes Leben benötigt. Gerade in der Zeit der Corona - Pandemie bemerkte ich was wir alle nicht nutzen konnten. Gastronomie, Theater, Museum, Sportstätten, Bäder und viele weitere Freizeitmöglichkeiten - wir sollten nicht alle Möglichkeiten die unsere Stadt bietet als selbstverständlich hinnehmen, denn das sind Elemente der Lebensqualität unserer Stadt. Die Stärken unserer Stadt liegen in Ihrer Fähigkeit zu allen Zeiten durch Hochtechnologie zu glänzen, war es in vergangenen Jahrhunderten die Handwerks- und Bergmannskunst so ist es heute der Fahrzeugbau welcher weitere moderne Firmen nach Zwickau zieht. Die Hochschule nahe an der Praxis ist für die Junge Generation ideal als Sprungbrett in ein modernes Arbeitsleben, damit haben wir die Chance den demografischen Wandel zu stoppen. Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich im Wirken der Verwaltung, wir können unser Handeln gewinnbringender für die Bürger einsetzen, Vorgänge vereinfachen so dass am

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Ich möchte mir einen Überblick über die Auswirkungen der Corona-Krise in der Stadt Zwickau verschaffen, danach Maßnahmen erarbeiten die die Stadt und die hier angesiedelten Unternehmen nachhaltig unterstützen. Dazu muss mit allen entscheidenden Akteuren auf breiter Ebene geredet und gehandelt werden.

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Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern? Was können Sie besser?

Welche Themen werden Sie nach einer möglichen Wahl in den ersten 100 Tagen angehen?

Nach Beendigung der Haushaltssperre ist es zuerst Aufgabe den Zwickauer Pulsschlag wieder zu erhöhen. Handel und Gewerbe zu unterstützen, Schulen und Kitas in den Regelbetrieb zu führen, und Kultur und Bildung zum Leben erwecken, Sport und Freizeitangebote in Vorcoronazeiten zu versetzen. Weiterhin werde ich vom ersten Tag an darauf drängen, dass wir die Sanierung unseres Straßennetzes massiv beschleunigen. Wichtig ist auch das Gewandhaus, dessen Eröffnung von Monat zu Monat verschoben wird, nun endlich die Fertigstellung erlebt (1. Bauabschnitt).


Warum sollten die Zwickauer Ihnen am 20. September ihre Stimme geben?

»Diskussion muss zum MACHEN führen« Michael jakob » Jahrgang 1982, ledig » Dipl. Ing. - Geschäftsführender Gesellschafter Alpha Sigma GmbH Zwickau

Welcher ist Ihr Lieblingsplatz in Zwickau?

Nun ja, es gibt keinen Favoriten, da dies abhängig vom Wetter und aktueller Aktivität ist. Mir gefällt es zum Verweilen sehr gut in den Cafés und Bars auf dem Hauptmarkt. Mit dem Fahrrad bin ich gern auf dem Mulderadweg unterwegs.

Ich bin der Meinung, dass das Stadtoberhaupt keine Parteizugehörigkeit braucht, es sogar für einen besseren Diskurs hinderlich ist. Als Stadtoberhaupt bin ich Diplomat und Partner jeder Partei oder Vereinigung. Der Repräsentant der Stadt sollte eine Person und keine Partei sein.

Was macht Zwickau für Sie lebenswert? Wo sehen Sie die Stärken und wo die Schwächen der Stadt?

Ich mag an Zwickau die Nähe zur Natur. Zum Einen ist es der Schwanenteich mit seinen Bäumen, Blumen und Tieren, zum Anderen ist man nach kurzer Fahrzeit im nun seit einem Jahr erklärten Weltkulturerbe Erzgebirge. Verbesserung sehe ich bei den Freizeitangeboten / Veranstaltungsangeboten und der KITA-Dichte in Zwickau.

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern? Was können Sie besser?

Ich bin ein Mann aus der produzierenden Wirtschaft mit handwerklicher Grundausbildung im Baugewerbe und dem Technischen Studium in Zwickau. Ich habe mein Unternehmen aus dem Studium heraus gegründet und weiß um die Vorzüge von Zwickau. Mein Allgemeinwissen geht über die Theorie hinaus und die Kommunikation zur Lösungsfindung im Interdisziplinären ist meine Stärke. Ich bin MACHER aus beruflichen Gründen schon.

Welche Themen werden Sie nach einer möglichen Wahl in den ersten 100 Tagen angehen?

Eine bessere soziale Verbindung zwischen Jung und Alt durch das Projekt Patengroßeltern. Erschließung von Bauland und infrastruktureller Ausbau zur schnelleren Ansiedlung von Gewerbe und somit zusätzlichen Arbeitsplätzen in Zwickau. Standortfestlegung des Start-Up Centers im Austausch mit der Hochschule Zwickau und Unternehmen. Entwurf über die zusätzliche Nutzung der GGZ Arena als Open-Air Festival Standort um die Kosten für die GGZ Arena zu minimieren oder sogar zu vermeiden.

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saisonauftakt der Vogtland philharmonie Fotos Veranstalter | Info www.vogtland-philharmonie.de

Rund 1.000 Abonnenten mussten ab März coronabedingt auf die Sinfoniekonzerte der Vogtland Philharmonie in Greiz und Reichenbach verzichten. Das soll ab dem 15. September nun wieder anders werden. Dann stellt sich zum Konzert mit dem berühmten Minguet Quartett Dorian Keilhack als neuer Chefdirigent des Orchesters vor. Zum 2. Sinfoniekonzert rund um Henri Vieuxtemps wurden mit Sujung Yun und Chiara-Marie Gaebelein zwei junge Violinistinnen mit bereits beachtlichen internationalen Erfolgen eingeladen. Im 3. Sinfoniekonzert mit Sopranistin Anne Werle und den Wesendonk-Liedern im Mittelpunkt verabschiedet sich der langjährige Chefdirigent David Marlow. Im Dezemberkonzert rund um den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens leitet Dorian Keilhack das Orchester vom Klavier aus.

Änderungen der gewohnten Bedingungen sind dabei aber unumgänglich. Durch die Einhaltung der Hygienekonzepte in der Vogtlandhalle und im Neuberinhaus ist es nicht möglich, alle Abonnenten und Besucher aus dem Freiverkauf in je nur einem Konzert zu belassen. Deshalb bietet die Vogtland Philharmonie nun gleich fünf Termine an: Zum üblichen Mittwochs-Konzert in Reichenbach um 19.30 Uhr kommen ein zweites um 16.00 Uhr sowie ein drittes bereits am Dienstag um 19.30 Uhr hinzu. In Greiz findet das Freitags-Konzert ebenfalls 16.00 Uhr und 19.30 Uhr statt. Die einzelnen Termine sind auf der Webseite der Vogtland Philharmonie (www.vogtland-philharmonie.de) zu finden. Zur Wahrung der größtmöglichen Flexibilität beim nur noch ein Viertel so großen Platzangebot musste die Einteilung der Platzgruppen außer Kraft gesetzt werden. Der Preis beträgt damit einheitliche 25 Euro pro Konzert (im Abo 17 Euro). Die Neuerungen gelten vorübergehend bis Dezember sowie für die Silvester- und Neujahrskonzerte in Greiz und Reichenbach. Tickets und Abonnements gibt es direkt in der Vogtlandhalle (info@vogtlandhalle.de, 03661-62880) bzw. im Neuberinhaus (ticket@neuberinhaus.de, 03765-12188).

Abseits der Sinfoniekonzerte startet die Vogtland Philharmonie Anfang September mit Galakonzerten mit Katrin Weber. Für die Termine am 5. September in der Stadthalle Cottbus, am 19. September im Theater Crimmitschau sowie am 20. September im KuK Gera gibt es Tickets bei Eventim. Mit einem besonderen Familienkonzert gastiert die Philharmonie am 29. September um 14 und 17 Uhr gleich zwei Mal im Ratskellersaal der Stadt Rodewisch (03744-368125) und präsentiert mit dem Karneval der Tiere eines der bekanntesten Werke des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns, in dem nicht nur wild gackernde Hühner, hastig galoppierende Steppentiere oder hüpfende Kängurus vertont, sondern auch musikalische Vorgänger parodiert werden. Dazu erzählt Sergei Prokofjews Musikmärchen Peter und der Wolf die Geschichte vom Sieg des kleinen Peter über den bösen Wolf durch kluge List.

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mercedes fashion night Fotos Kristin Schmidt | Info www.kraussevent.de

Die gute Nachricht vorweg: Die 10. Mercedes Fashion Night steht für den 26. September in den Startlöchern. Zwickau streift sich erneut sein Modekleid über und zeigt »mit Abstand« großes Herz für seine Innenstadt und deren Mode! Trotz und gerade wegen notwendiger COVID-19 Vorsichtsmaßnahmen versuchen sich die Veranstalter an einer neuen Ausrichtung, welche in den kommenden Jahren Anklang finden könnte. Zum »Zehnjährigen« gibt es die Premiere mit einem 200 qm Freiluft-Laufsteg in U-Form, LED-Leinwänden und ausreichend Abstand. Optischer Hingucker ist dabei das darüber hängende runde Segel, welches die Besucher vor Sonne und Regen schützt. Unter der rund 350 qm temporären Überdachung finden zudem Sitzplätze bühnennah am Laufsteg Platz. Großzügige Eingänge steuern die möglichen Besucherkapazitäten auf dem Hauptmarkt. Seitlich hübschen weiße Pagoden den Rathausplatz auf. Hier kann man sich individuell zu noch mehr Modethemen beraten lassen. Sicher ein charmantes Bild in malerischer Altstadtkulisse. Für eine geschmackvolle Verstärkung in Sachen Kulinarik sorgt Andi Saller, Betreiber des Gasthauses 1470 und Gewinner des TV-Duells »Mein Lokal Dein Lokal 2020«. Mit diesen und noch mehr frischen Ideen soll das neue Fashion Night Jahrzehnt eingeläutet werden. »Die Stars« des rund zehnstündigen Modetages sind ausnahmslos die Zwickauer Innenstadthändler selbst! Darauf liegt der Fokus der Organisatoren. Man wird die neuesten Trends für Herbst/Winter-Saison 2020/2021 in thematisch choreografierten Shows erleben, allesamt kostenfrei! Knapp 50 Einzelhändler sind dabei mehr Auswahl geht fast nicht und macht es umso interessanter.

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Foto © Helge Gerischer

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»Ibug 2020 - sonderedition« - kleiner, aber trotzdem bunt Foto Laura Göpfert | Info www.ibug-art.de

Die »Industriebrachenumgestaltung« zieht im Jahr der Industriekultur für ihre 15. Ausgabe nach Zwickau. Schwerpunkt des Festivals ist es 2020, trotz Corona-Pandemie, jegliche Art von Kunst, die im informellen urbanen Raum entsteht, erlebbar zu machen. Mit dem seit Mitte der 1990er-Jahre brachliegenden, ehemaligen königlichen Krankenstift an der Stiftstraße hat die ibug ein geeignetes Objekt im Herzen von Zwickau gefunden. Im Zeichen der aktuellen wie auch zahlreicher vergangener Krisen wird der verfallene Ort zu neuem Leben erweckt und in ein Gesamtkunstwerk als Spiegel der Zeit verwandelt. Vom 4. September bis zum 6. September können Neugierige und Kunstliebhaber die urbane Ausstellung noch einmal besuchen und einen Mix aus Malerei, Illustration und Design erleben. Der Eintritt für das Außengelände ist frei, Infos zur Regulierung des Einlasses und zu den Maßnahmen zum Infektionsschutz finden sich auf der ibug-Homepage. Dazu gibt es auch in diesem Jahr eine Galerie mit Arbeiten der ibug-KünstlerInnen und Führungen für Interessierte, welche ebenfalls online buchbar sind.

bestnoten für bad brambacher Foto Brambacher | Info www.brambacher.de

»Ursprünglich rein«, so muss ein Mineralwasser sein. Öko-Test hat in seiner Juni-Ausgabe 100 Medium-Mineralwässer auf ihre ursprüngliche Reinheit untersucht. Und da auch unsere Kleinen besonderen Schutz brauchen, nahm Öko-Test in seiner Juli-Ausgabe weitere 100 stille Mineralwässer, die für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind, genauer unter die Lupe. Beide Tests bestanden Bad Brambacher Medium und Naturell in der 0,7 l Brunnenflasche (Glas-Mehrweg) mit Bravour und wurden somit gleich 2-fach mit der Bestnote ausgezeichnet. Die stillen Mineralwässer sind jedoch nicht nur bei den Kleinen sehr beliebt, sondern auch bei Erwachsenen steht das quellfrische Bad Brambacher Naturell hoch im Kurs. Ergänzt in den Varianten Sanft, Medium oder Spritzig bietet Bad Brambacher mit seinem Mineralwasser-Sortiment für jeden Geschmack das Richtige. »Wir können guten Gewissens sagen, dass wir halten, was wir auf unseren Verpackungen versprechen. Unsere Kunden können sich auf höchste Qualität unserer Produkte verlassen«, zeigt sich Produktmanager Jens Bunzel erfreut über die beiden hervorragenden Testergebnisse.

Herbst-Naturmarkt im WasserschloSS Klaffenbach Foto Kristin Schmidt | Info www.c3-chemnitz.de

Am 4. Oktober ist es endlich wieder soweit, das Wasserschloß Klaffenbach erwartet seine Besucher zum Herbst-Naturmarkt. Knapp 100 Direktvermarkter und Handwerker aus der Region präsentieren und verkaufen in der Zeit von 10 bis 17 Uhr im urig-romantischen Ambiente des Wasserschlosses Klaffenbach frische und hochwertige Produkte aus umweltgerechter Landwirtschaft, ökologischem Anbau und traditionellem Handwerk. Das großzügige Veranstaltungsgelände und ein umfangreiches Rahmenprogramm auf gleich zwei Bühnen laden zu einem unbeschwerten und erholsamen Tag ein. Obst und Gemüse der Saison, Konfitüren, Schokoladen, Honig, Käse, Wurst- und Fleischspezialitäten sowie frische Molkereiprodukte lassen die Herzen großer und kleiner Genießer höherschlagen. Handwerkliche Produkte aus Papier, Leinen, Filz und Holz, Schmuck aus Naturmaterialien, wärmende Kopfbedeckungen und traditionelle Zwiebelzöpfe runden das Angebot des Marktes ab. Im Schlossgebäude können sich Besucher über die Vielfalt einheimischer Pilzarten und Apfelsorten informieren. Darüber hinaus laden Kreativangebote, ein musikalisches Rahmenprogramm sowie das Puppentheater im Schloss zum Verweilen ein. Für einen unbeschwerten Veranstaltungsbesuch in Zeiten von Corona haben die Veranstalter das Gelände großzügig erweitert. Informationen zu den aktuellen Verhaltensregeln finden sich auf der Website.

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tage der industriekultur 2020 in chemnitz

Foto Sven Hagolani

Foto Ernesto Uhlmann | Info www.industriekultur-chemnitz.de

Im Jahr der Industriekultur 2020 gehen die Tage der Industriekultur ungewöhnliche Wege, behalten aber auch Bewährtes bei. Der Klassiker, die beliebte Spätschicht gewährt Besuchern am 25. September exklusive Einblicke in die Produktionsabläufe von Unternehmen und Institutionen in der Region Chemnitz und dem Erzgebirge. Neu ist hingegen, dass das RAW-Festival in diesem Jahr an zwei Wochenenden und zwei Standorten zu erleben ist. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto »RAW meets BOOM« und setzt anlässlich des Themenjahres Industriekultur in den beiden Chemnitzer Schauplätzen der 4. Sächsischen Landesausstellung, dem Industriemuseum Chemnitz und dem Schauplatz Eisenbahn, besondere kulturelle Akzente. Am 18. und 19. September findet RAW meets BOOM im Schauplatz Eisenbahn statt. Das riesige, neu gestaltete Gelände in Chemnitz-Hilbersdorf bietet zwischen Hightech der Vergangenheit und den Sauriern der Verkehrsgeschichte einen spektakulären Rahmen für Konzerte. Highlight am Freitag, 18. 9. ist das Konzert mit Rock´n´Strings, der Streicherband der Städtischen Musikschule Chemnitz. Mit faszinierender Leidenschaft bieten die jugendlichen Musiker eine Bandbreite an Titeln von Rock-Klassikern über Apocalyptica- und Metalinterpretationen bis zu aktuellen Rock-Pop-Balladen und Funktiteln. Am Samstag, den 19. 9. ist Klavierkabarettist Bodo Wartke (Foto unten) live im Schauplatz Eisenbahn zu Gast und zeigt sich mit seinem Programm »Wandelmut« poetisch, politisch, persönlich, prägnant! Ebenfalls am 19.9. sind im Güterschuppen des Schauplatzes bei den »Maschinen-Rhythmen« verschiedene Künstler zu erleben, die unter anderem Geräusche aus Chemnitzer Industrieunternehmen zu einer Symphonie erklingen lassen. Spektakuläre Kompositionen aus musikalischen Farblichtspielen an einer Lok sind bei der audiovisuellen Live-Performance des Künstlers Peter Piek zu erwarten. Am Wochenende 26. und 27. September erobert das RAW-Festival das Industriemuseum Chemnitz und bietet an beiden Tagen ein Programm aus Führung durch die Schauplatz-Ausstellung MaschinenBOOM, sowie der Aufführung »Rummelplatz« des Fritz-Theaters.

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18. — 19.09.20

im Schauplatz Eisenbahn Rock´n´Strings 18.09.20 Live Maschinen Rhythmen 19.09.20 Bodo Wartke 19.09.20 Live

26. — 27.09.20

im Industriemuseum Chemnitz MaschinenBoom. Führungen Fritz-Theater „Rummelplatz“ Anasages Performance

industriekultur-chemnitz.de MaschinenRhytmen wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.


die feisten erobern zwickau Foto Enrico Meyer | Info www.kultour-z.de

Mit ihrer 2-Mann-Song-Comedyshow begeistern sie seit Jahren Jung und Alt. Höchste Zeit also für »die feisten«, am 10. März 2021 erstmals auch das Konzert- und Ballhaus »Neue Welt« in Zwickau zu beehren. Schließlich sollte man nicht verpassen, wenn Jungs im besten Alter ihren zweiten Frühling feiern. So wie C und Rainer, die sich seit Äonen kennen und vielleicht genau deshalb jene Momente auf den Punkt bringen können, die unsere moderne Welt so absurd machen. Ob Junggesellenabschiede mit über 50, ewige Arschkriecher oder das verloren gegangene Wild West-Feeling des Rauchens: Solange »die feisten« noch Puls haben, wollen sie auch unser Ohr. Und das kann sich kaum satthören an den Geschichtensongs der beiden Liedermacher. Mit ihrem neuen Programm »jetzt!« beginnt nun eine neue Ära für die Träger des deutschen Kleinkunstpreises. Lieder für die Ewigkeit gesellen sich zu ganz frischen feisten Songs, die uns genau dort abholen, wo wir gerade stehen. Und das nicht irgendwann, sondern jetzt! TICKE T

Verlosung auf Seite 70

Marc Weide: Kann man davon leben? Foto André Kowalski | Info www.glauchau.de

Kann man davon leben? Durchaus - wenn man der Agentur für Arbeit klarmachen kann, dass Zauberei ein Beruf ist und wenn das Finanzamt einsieht, dass man für einen Zaubertrick gekaufte Gummipuppen von der Steuer absetzen kann. Mit 13 gewinnt Marc Weide die ersten Zauberwettbewerbe, mit 16 wird er jüngstes Mitglied im magischen Zirkel, nach dem Abi beschließt er, ein »Probejahr als Zauberer« einzulegen, und wenig später wird er bereits als einer »der besten Zauberer Deutschlands« bezeichnet. 2018 erreicht er sensationell den ersten Platz bei der Weltmeisterschaft der Zauberkunst in der Sparte Salon Magie und wird zum »Magier des Jahres 2018« durch den Magischen Zirkel e. V. gekürt. Sein bester Trick ist der, mit dem er ein Lächeln in das Gesicht seiner Zuschauer zaubert. Dabei kommt es auf seine magische Ausstrahlung sowie auf die Fingerfertigkeit beim Manipulieren an. Also, kann man davon leben? Für das Publikum des Stadttheaters Glauchau beantwortet sich diese Frage am 11. September nach einem Abend voll Lachen und Staunen ganz von selbst.

Neues Tanztheater »Schwingungen« hat Premiere Foto Sophie Casna | Info www.mondstaubtheater.de

Das neue Projekt »Schwingungen« wirft einen Blick auf die Extrempunkte unseres Daseins und wie wir uns zwischen diesen bewegen. Wir betrachten Phänomene in Natur, Kultur, Technik und Gesellschaft, wie Schallwellen, Resonanz, Rhythmus. Wir erforschen die »Schwingungen« in uns selbst und im Miteinander mit anderen Menschen. Das Tanzstück ist eine Collage aus Szenen, in denen wir mit Tanz, Theater und auch Musik versuchen, Bilder zu erschaffen und Phänomene sichtbar zu machen, die so oft unsichtbar sind. Geleitet wird die Inszenierung von Gabriele Bocek in Zusammenarbeit mit dem Tänzer und Choreografen Matthias Markstein. Für den musikalischen Part hat Enrico Schneider eigens für das Stück die Musik komponiert und wird diese dann auf der Bühne live performen. Die erste Vorstellung des Stücks wird im Rahmen des ImPuls-Festivals am 26. September im Neuberinhaus Reichenbach stattfinden. Danach hat man die Chance, das Stück u. a. in Plauen, Dresden und Leipzig zu erleben. Die genauen Aufführungstermine findet man auf der Homepage vom Mondstaubtheater.

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Konzertherbst im Il Tavolino Foto Kellie Fernando | Info www.liederbuch-zwickau.de

Mit gleich drei prestigeträchtigen Veranstaltungen im Zwickauer Il Tavolino meldet sich der Liederbuch e. V. zurück im Konzertgeschehen. Gestartet wird der kulturelle Reigen am 12. September vom Liedkabarett MTS. Die Ostberliner Freunde des burlesken Bänkelgesangs eroberten mit Mut, Tatendrang und Schönheit schnell die Herzen all jener, die Spaß am Zuhören haben. Neben den selbst gemachten heiteren Liedern widmet sich der Klangkörper auch dem gepflegten Witz und komischen Versen, allen voran den Limericks. Blues und Southernrock im Doppelpack erwartet die Zuschauer am 18. September, wenn Muddy What? und justcatfish das Il Tavolino rocken. Während die jungen Musiker von Muddy What? mit wabernden Delta-Sounds, funky Beats und filigranen Balladen, der traditionellen Stilrichtung eine moderne und erfrischende Note geben, jamen justcatfish ganz im Stile der klassischen Power-Trios. Am 20. September schlussendlich geben sich Tim McMillan & Rachel Snow (Foto) die Ehre. Die Australier präsentieren ihre virtuosen akustischen Fähigkeiten in einer Vielzahl von Stilen: Folk, Jazz, Klassik, Blues und eine gesunde Prise Heavy Metal beeinflussen ihre Musik.

Mr. Rod LIVE Foto Veranstalter | Info www.crimmitschau.de

Es ist schon fast zur Tradition geworden, das Konzert mit »Mr. Rod« und seiner Band im Theater Crimmitschau und diese wird auch 2020 fortgesetzt. Das aktuelle Konzertprogramm bietet in Bühnenbild und Musik einige neue Akzente und wieder alles, was es braucht, um den Superstar Rod Stewart in all seinen Facetten professionell darzustellen. Wer seine unverwechselbare Stimme hört, erkennt ihn sofort. Rod Stewart findet und begeistert seit fünf Jahrzehnten mit seinen zahlreichen Hits ein internationales Publikum. »Mr. Rod« ist eine einzigartige Hommage an die Songs und das raue und doch so gefühlvolle Organ des schelmischen Briten. »Sailing«, »Rhythm Of My Heart«, »The First Cut Is The Deepest« und viele andere seiner weltweit beliebten Klassiker werden auf erfrischende Art und Weise in einer ebenso professionellen wie emotionsgeladenen Show präsentiert. Mit ausgefeilten A-capella-Passagen und mitreißenden musikalischen Animationen sorgt »Mr. Rod« am 26. September im Theater Crimmitschau für einen unvergesslichen Abend voller Erinnerungen und Überraschungen. Perfektes Entertainment im besten Sinne des Wortes!

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endlich wieder frischemarkt in Reichenbach im Vogtland Foto Veranstalter | Info www.reichenbach-vogtland.de

Unter dem Motto »Genial regional! - Leckerer Genuss von hier« bieten Direktvermarkter und Händler am 12. September 2020 von 09 bis 15 Uhr frische Waren an. Ob Käsespezialitäten oder Honig, leckeres Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren, kulinarische Gewürze, duftende Blumen und Pflanzen oder knusprige Backwaren - für jeden ist etwas dabei! Frisch vor Ort geräucherter Fisch und Leckeres vom Grill - auch an die Genießer ist gedacht. Und das Beste daran ist, dass die frischen Produkte direkt von Landwirten aus nachhaltigem ökologischem Anbau der Region stammen. Köstliches aus eigener Herstellung kann auch gleich auf dem Markt geschlemmt werden.

Leben. Lust. Leiden. - Der Tod und das Mädchen Fotos Veranstalter | Info www.schloss-voigtsberg.de

Die Beschäftigung mit dem Tod ist so alt wie die Menschheit. Beruhigende religiöse Vorstellungen vom Leben nach dem Tod und die alltäglichen Aufgaben und Ablenkungen rückt das Bewusstsein über die eigene Sterblichkeit jedoch weit nach hinten. Dies trifft nicht nur, aber in besonderem Maße auf die modernen Gesellschaften zu. Erst das Eindringen des Todes ins kollektive Bewusstsein fördert die individuelle Auseinandersetzung, die sich oft auch in der Kunst widerspiegelt. Die grassierenden Pestepidemien früherer Jahrhunderte bewirkte die Schaffung zahlreicher Totentänze, deren bekanntester wohl der Baseler Totentanz von 1440 sein dürfte. So ist denn die Sonderausstellung »Leben. Lust. Leiden. - Der Tod und das Mädchen« auf Schloß Voigtsberg folgerichtig an den Totentanz-Zyklen orientiert. Doch die Facetten der Ausstellung, die noch bis 4. Oktober 2020 auf der altehrwürdigen Burganlage zu sehen sein wird, beschränken sich nicht nur auf die Darstellungen des Todes in den mittelalterlichen Totentänzen. Vielmehr schlägt sie die – aufgrund der hochaktuellen Situation in Zeiten der Corona-Pandemie – Brücke zur Auseinandersetzung mit dem Tod bis in die Gegenwart.

Das GroSSe Zwickauer Taschenlampenkonzert Foto Uwe Hauth | Info www.zwickautourist.de

Ganze zwei Jahre mussten die Zuschauer nun schon auf dieses tolle Erlebnis auf der Freilichtbühne Zwickau verzichten, aber am 3. Oktober funzeln endlich wieder Hunderte Taschenlampen wild in den Abendhimmel am Schwanenteich: Das Große Zwickauer Taschenlampenkonzert ist endlich zurück! Gespielt wird unter freiem Himmel. Das Konzert beginnt noch bei Tageslicht, aber nur eine Stunde später wird es dunkel und irgendwie rücken alle näher zusammen. Hier darf laut mitgesungen und kunstvollspontan herumgeleuchtet werden. Und wenn es dann richtig dunkel ist, werden die Taschenlampen der Kinder zu den eigentlichen Stars des Konzerts. Die Veranstalter erwarten für 2020 wieder hochausgerüstete Familien, – bewaffnet mit Stirnlampen, mit Taschenlampen, links und rechts Leuchtstäben, Lampen vom Fahrrad, Autoscheinwerfern, selbst gebauten Suchscheinwerfern und mit leuchtenden Angelposen. Der Höhepunkt des Konzerts ist das Taschenlampenlied, das die Konzertbesucher gemeinsam mit der Band singen und dann völlig verzaubert, über beide Backen grienend und mal verliebt, mal zähneklappernd in den Himmel blickend, ihre großen und kleinen Wünsche ins Firmament schreiben.

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4. Sächsische Landesausstellung www.boom-sachsen.de

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Hans Hesse, Annaberger Bergaltar, 1520/21 © Ev.-Luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz, Foto: D. Knoblauch.

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Die 4. Sächsische Landesausstellung wird mitfinanziert auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts des Freistaats Sachsen.

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Der Wolf im Katzenpelz D i e T i erwe s e n d e s S i l v i o U k a t

Der noch junge Tag verspricht sommerlich heiß zu werden im Zwickauer Erlebnisgarten auf der Alexanderhöhe. Doch noch gehört das herrlich duftende Lavendelfeld nur sich selbst, den umherschwirrenden Insekten und tanzenden Schmetterlingen. Zumindest fast, denn einer ist schon seit geraumer Zeit am Werkeln, der Holzbildhauer Silvio Ukat.

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leich mehrere seiner Arbeiten schmücken das rund 40.000 Quadratmeter große, liebevoll gestaltete Gelände. Und die bedürfen auch an diesem Morgen seiner vollen Aufmerksamkeit. »Was ich halt gut finde, ist, dass der Verein auch an mich herangetreten ist wegen der Restaurierung der Stücke«, erzählt der Glauchauer Künstler. »Manchmal überlässt man die Dinge ein bisschen der Zeit, dann zerfallen sie. Aber hier darf nachgearbeitet und konserviert werden« erklärt er, während er eine Lage einer hochwertigen Wasserlasur aufträgt. Immerhin gehe man mit Kauf eines Kunstwerkes ja auch eine Beziehung zu diesem ein und je besser diese Beziehung, desto besser ist es für die Figur, das Objekt. Klingt logisch. Eine Gartenbank muss man auch ab und an streichen, damit sie den Einflüssen der Umwelt trotzen kann, umso mehr müsste es eigentlich für ein Kunstobjekt gelten.

Eine Tatsache, die leider viele Käufer nicht oder unzureichend berücksichtigen, wie der Künstler findet. Auch wenn Ukat selbst lieber den Vergleich zu des Deutschen liebstem Gut, dem Auto, bemüht. »Das wird doch auch gewaschen, der Lack wird gepflegt und man achtet darauf, dass möglichst kein Kratzer oder gar Rost rankommen.« Hier jedenfalls hat man verstanden und die Exponate glänzen bereits mit erfrischtem Antlitz. Die ersten Stücke hatte der Künstler vor acht Jahren aufgestellt. Zwei Mitglieder des Vereins, die einen von Ukats Zeichenkursen beim Kunstverein in Meerane besuchten, sprachen den Künstler damals an. Am Ende mussten nur mehr die präsentesten Plätze in der Anlage gefunden werden. Wenn man sich mit dem Werk Silvio Ukats näher beschäftigt, erkennt man schnell, dass Tiere darin einen besonderen Platz finden. Erstaunlicherweise war das wohl nicht immer so, wie Ukat berichtet.

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S ilvio u kat »

»Ich habe es während des Studiums gehasst, Tiere zu gestalten«, lacht er rückblickend. »Es gab da eine Aufgabe: Schafft ein Tier, möglichst naturalistisch, keine Märchenfigur, kein Comic. Da habe ich mich so unheimlich schwergetan, dass ich die Arbeit ständig verschoben habe. Immer wieder habe ich meinen Hund mit einem Messstab vermessen, was sich als sehr kontraproduktiv herausstellte, denn es hat mich komplett blockiert. Letztendlich habe ich dann, geraume Zeit später, das Tier gänzlich aus dem Kopf heraus geschaffen, das funktionierte. Ich habe mich erinnert, wie er Hund ist, wenn er mir begegnet, wie er mich berührt und welche Gefühle das in mir auslöst. Und aus diesem inneren Bild heraus habe ich ihn dann geformt.« Dennoch verging nach dem Studium noch einiges an Zeit, bis er wieder den tierischen Ansatz in seine Arbeiten einfließen ließ.


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Silvio Ukat - Kurzvita • 1972 geboren in Meerane, geschieden, zwei Kinder • 2001 Gesellenbrief Holzbildhauer • Auslandaufenthalt Riga /Lettland • 2005 Bachelor of fine Arts Bildhauerei Prof. Bruno Raetsch • seit 2005 freiberuflich als Bildhauer tätig

Arbeiten im öffentlichen Raum: Glauchau Schloss Hinterglauchau / Meerane Skulpturenpark / Chemnitz / Seßlach Kirche St. Johannes / Zinnowitz Strandpromenade / Weissensee Park / Havelte Kulturhof / Annaberg / Marienberg Villa Baldauf / Forst Rosengarten / Lübbenau Spreewelten / Steinach / Kronach / Saalfeld / Lemgo / Mittweida Skulpturenweg

Erst, als seine eigenen Kinder im Spielplatzalter waren, eroberten sich die Tiere einen Platz im Schaffen des Künstlers. Mit den Tieren kam auch die Anerkennung als Künstler, erzählt er, einerseits durch Eltern, die die Freude daran bei ihren Kindern gesehen haben zum anderen aber auch durch Kunstinteressierte und Kunstsachverständige, die die Art, wie Ukat Tiere darstellt, bis heute anspricht. Streicheleinheiten für das Krokodil Gerade Objekten im Außenbereich darf man durchaus ihr Alter ansehen, Pflege benötigen sie allerdings trotzdem. Fotos JoKri

Da er sehr dazu neige, sich naturgegebenen Formen unterzuordnen, arbeitet er lieber, wie er es nennt, aus einem Block heraus. »Da bin ich freier im Tun und muss nicht auf einen schöngewachsenen Ast reagieren, wo es mir dann leidtäte, ihn abzusägen. Deshalb arbeite ich auch gerne additiv, sprich ich nehme mir Stücke von Sägewerken und verdübele und verklebe diese. Ich baue also die Figur zunächst plastisch auf, bevor ich anfange, sie skulptural zu bearbeiten. Wenn mich jemand fragt, warum ich etwas so gemacht habe, will ich nicht antworten müssen, weil der Stamm nicht mehr hergegeben hat.« Nach seinem Lieblingstier gefragt, antwortet er ohne zu zögern mit: Hyäne. »Die Hyäne ist für viele auch nicht gleich so sichtbar, sie lässt sich nicht so leicht einordnen. Sie hat einerseits etwas total Soziales, aber auch Gefährliches, Zwiespältiges. Auch zeichnerisch ist es oft erst auf dem zweiten Blick sichtbar, es könnte auch ein verwilderter Hund oder Kojote sein.« Insgesamt sind es eher die Zwischentöne, die ihn faszinieren, ob in Farbwahl oder Gestaltung, vieles erschließt sich erst auf dem zweiten Blick. So spielt er gern mit den Charakteristika des Darzustellenden, kombiniert zunächst Widersprüchliches, um eine neue Form zu schaffen. Comiceskes Überzeichnen von Eigenschaften wie Stärke oder Potenz? Nicht bei Ukat. Bei ihm wird der überdimensionierte, männliche Bison schnell zum Kuschelriesen und der Wolf erscheint im Katzenpelz. Irritieren und faszinieren möchte er den Betrachter und ihm so die Möglichkeit geben, vielleicht eine andere Perspektive zum Gesehenen einzunehmen. Interessanterweise hat er bis heute keine Hyäne erschaffen, vielleicht müsse man sich für die Dinge, die man besonders mag, ein bisschen mehr Zeit lassen, sinniert er. »Dinge« hingegen, zu denen er eine reflektierte Distanz pflege, gehen ihm besonders leicht von der Hand. »Nähe wirkt für mich kontraproduktiv, dann wird es zu platt, zu plakativ. Ich muss erst einmal mit einer gewissen Nüchternheit an ein Thema rangehen und dann kann es sich aufgrund des Prozesses schon reinsteigern.« Ukats Werke kann man übrigens nicht nur in der Region besichtigen, seine Arbeiten finden sich unter anderem in den Lübbenauer Spreewelten, auf dem Skulpturenpfad an der thüringischen Leibis/Lichte-Talsperre oder an der Zinnowitzer Strandpromenade.

Foto Frank Soens

Foto Jan Thau

Lieblingstier hyäne

Programm im Herbst Wortakrobatik vom Feinsten! Im Herbst stehen im Alten Gasometer ausgezeichnete Wortkünstler auf der Bühne. Apropos ausgezeichnet, gleich am 5. September wird bei der Sächsischen Meisterschaft im Poetry Slam die oder der beste Slammer gekürt. Es wird also spannend! Doch auch der »normale« Poetry Slam kommt nicht zu kurz, denn bereits am 15. Oktober wird wieder geslamt. Außerdem sind im Herbst die Comedians und Kabarettisten Markus Maria Profitlich (11.9.), Stefan Bauer Foto oben - (12.9.), Prix Pantheon Preisträger Fatih Çevikkollu (14.10.) sowie der aus »Die Anstalt« im ZDF bekannte Till Reiners (28.10.) mit am Start. Auch das Improtheater »Yes oder nie!« (23.9.) ist wieder dabei und kreiert spontane Bühnenstücke mit Publikumsbeteiligung. Das Mitmachen wird ebenso bei einem anderen Format großgeschrieben, beim Politaoke (11.9.) können politische Reden ganz neu interpretiert dargeboten werden. Einfach nur zuhören und schmunzeln ist natürlich ebenso möglich. Wer sich hingegen tiefer mit Gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen möchte, wird in der Diskussionsreihe »Und jetzt: Demokratiekultur?!« (3.9. | 9.9. | 24.9.) fündig, die als Begleitprogramm zur 4. Sächsischen Landesausstellung angeboten wird. Musikalisch wird es im Herbst mit Gankino Circus (18.9.), dem 1. Zwickauer Rudelsingen (30.10.) und L´art de passage & Streichquartett (31.10.).

Text JoKri Info www.bildhauer.silvio-ukat.de

Alter Gasometer e.V. Soziokulturelles Zentrum Kleine Biergasse 3, 08056 Zwickau Telefon: 0375 / 277 21 0 www.alter-gasometer.de 09 20

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schachtgeflüster, schachtgeflimmer & dampftag

Foto Jeannette Mauermann

der september im bergbaumuseum Oelsnitz Das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge lädt am 10. September zum Schachtgeflüster mit dem Kabarett »Die Stie(h)lblüten« ein. Nachdem sie sich erfolgreich mit »Menschen und V(v)ögeln« letztes Jahr im Museum auseinandergesetzt haben, wollen sie nun im Programm ihre Lebensbeichten ablegen. Unter dem Motto »Von Lehrern und Schülern« werden skurrile Situationen aus dem Schulalltag erzählt, Typisierungen von Lehrern und Schülern vorgenommen, in (n)ostalgischen Erinnerungen geschwelgt sowie – der aktuellen Situation des sächsischen Schulsystems geschuldet – Einstellungskriterien für neue Lehrer vorgestellt. Für das Kabarett ist eine Voranmeldung erwünscht. Am 15. September laden das Museum und die Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers zum Schachtgeflimmer um 18 Uhr ein. Passend zum Thema »KohleBoom.« wird ein historischer Film aus der Geschichte der Steinkohle gezeigt. Am 20. September findet nun schon zum zwölften Mal der Dampftag im Museum statt. Wieder dreht sich alles um das Herzstück des Museums – die Dampffördermaschine. Von 11-17 Uhr ist diese stündlich in Aktion zu erleben. Eine ansehnliche Ausstellung von Modelldampf-

maschinen ergänzt das Programm. Viele Modellbauer sind wieder zu Gast im Museum. Sie zeigen und führen ihre Dampfmaschinenmodelle vor. Besucher können eine große Vielzahl von Dampfmodellen mit allerlei technischen Raffinessen in Funktion betrachten. Ob zu Land, zu Wasser oder in der Luft, zu erleben sind sie an verschiedenen Orten im Museum. Für die Kleinsten dreht eine Minieisenbahn ganztägig ihre Runden auf dem Außengelände. Minitraktor und Kremser laden zum Mitfahren ein. Für Essen und Getränke ist gesorgt. Darüber hinaus lädt das Museum am 26. September zum Trödelmarkt ein. Sammler, Liebhaber alter Sachen und solche, die es werden wollen, können dabei manches Schnäppchen machen und sicherlich auch Wertvolles entdecken. Beginn des Trödelmarktes ist 9 Uhr. Und natürlich ist der Schauplatz KohleBoom. auch im September geöffnet. Erstmalig zeigt das Museum die gesamte Geschichte des sächsischen Steinkohlenbergbaus auf eine völlig neue Art und Weise in einer extra dafür konzipierten Schauplatzausstellung.

Info www.bergbaumuseum-oelsnitz.de

es wird wieder getanzt und gespielt! das mondstaubtheater kommt zurück auf die bühne Bühnenvolk Bautzen sowie Anne Dietrich und das Ensemble »Atmadhvani« begrüßt, die eine spannende Mischung aus indischer Musik, Tanz und Gesang nach Zwickau bringen. Zu guter Letzt sollte man sich bereits den neuen Termin für das Tanz-Symposium vormerken. Vom 26. bis 28. März 2021 wird das Fachtreffen nachgeholt und man beschäftigt sich mit »Tanz & Spiel in Pädagogik und Therapie«. Mehr Informationen zu den kommenden Veranstaltungen findet man auf der Webseite von Mondstaubtheater. Info www.mondstaubtheater.de

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stadtleben k u n st & k u lt u r

A u sstell u n g | T heater

Fotos Franziska Barth

Endlich ist es wieder soweit: Ab September wird im Mondstaubtheater wieder getanzt und gespielt. In allen Kursen wird die Theaterarbeit wieder aufgenommen und alle, die gern einmal Theaterluft schnuppern möchten, haben nun die Gelegenheit einzusteigen. Für eine kostenlose Schnupperstunde meldet man sich ganz unkompliziert per E-Mail an unter kontakt@mondstaubtheater.de Die Themenvielfalt der neuen Spielzeit könnte spannender nicht sein. Das Tanzensemble feiert mit dem neuen Stück »Schwingungen« Premiere und es entsteht eine Performance zu Thomas Müntzer, die in der Katharinenkirche aufgeführt wird. Das Kindertheaterensemble beschäftigt sich mit dem Thema Freundschaft und wird im Dezember dazu ein Stück auf die Bühne bringen. Außerdem kommen auch wieder Gäste: Im Oktober und November wird das


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IM GEFÄNGnIS. vom entzug der freiheit

Eröffnungsspektakel am 10. Oktober läutet neue Spielzeit 2020/21 ein

Gefängnis von Autun (Bourgogne) Als kreisrundes Panopticon erbaut, 1855 Foto Stiftung Staatlicher Kulturbesitz, Frankreich

Die Brüllenden [Les Hurleurs]

Isolationshaft

3.2 Fanny Barcelone , 2001–2004, Frankreich Foto Mathieu Pernot

16 Jahre verbrachte der Zeichner dieser Karikatur in Isolationshaft. Er beschreibt seine Bilder selbst als »Überlebensventile«, als letzte Möglichkeit, sich frei zu äußern. Monate-, gar jahrelange Trennung von anderen Inhaftierten kann schwere seelische und körperliche Folgen für Gefangene haben. Unter RechtsexpertInnen ist diese Form der Inhaftierung deshalb umstritten. Foto Günther Finneisen

Ab dem 26. September gewährt die Ausstellung »Im Gefängnis. Vom Entzug der Freiheit« des Deutschen Hygiene-Museums Dresden Einblicke in eine Welt, die den meisten von uns hinter hohen Mauern und gepanzerten Türen verborgen bleibt. Das Gefängnis – ein Ort, der eine Mischung aus Unbehagen und Faszination hervorruft und gleichzeitig zentral für unser Zusammenleben und unseren Umgang mit Strafen ist. Welche Rolle spielt das Gefängnis in der modernen Gesellschaft? Geht es um Gerechtigkeit? Um Wiedergutmachung? Oder um Vorsorge und Schutz? Die Corona-Pandemie hat gezeigt, was der Entzug der persönlichen Freiheit für den Einzelnen bedeuten kann: Wie geht der Mensch mit Kontaktverboten und alltäglichen Einschränkungen um? Lässt sich durch diese Erfahrung etwas über das Leben und die Isolation von Gefangen erahnen? Die Ausstellung lädt ein, sich mit diesen Fragen intensiver zu beschäftigen. Kreative Alltagsobjekte aus dem Gefängnis treffen hier auf fotografische Dokumentationen, Kunstwerke, Musik, Literatur und persönliche Geschichten. Entstanden ist ein in mehrerer Hinsicht grenzüberschreitendes Gemeinschaftsprojekt, an dem neben dem Deutschen Hygiene-Museum auch das Musée des Confluences in Lyon und das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum beteiligt waren.

Sonderausstellung vom 26. September 2020 bis 31. Mai 2021

Deutsches Hygiene-Museum Lingnerplatz 1 01069 Dresden

Öffnungszeiten: Di bis So, feiertags 10-18 Uhr

Mit einem Spektakel zum Mitmachen eröffnet das Puppentheater Zwickau am 10. Oktober die neue Spielzeit 2020/21. Dabei erwartet alle Interessierten ab 14 Uhr eine Parade durch die Innenstadt (Treffpunkt Puppentheater Zwickau) mit Puppen, Stelzenlauf, Masken, Jonglage und Musik. Wer hübsch gemacht werden möchte oder eine Puppe in der Hand tragen will, der kommt bereits um 13.30 Uhr zum Vorplatz des Puppentheaters. 15 Uhr folgt dann die feierliche Eröffnung nach der Sommerpause. Dabei darf natürlich auch ab 15.15 Uhr noch das neu gestaltete Foyer besichtigt werden. Außerdem können sich die Gäste ab 15.30 Uhr auf ein buntes Programm mit Basteln, Kinderschminken, Seifenblasen u.v.a.m. auf dem Vorplatz freuen. Höhepunkt ist dann um 15.45 Uhr die magische Vorstellung der Spielzeit 2020/21 im Saal. Es wird so lang und so oft gespielt, wie Zuschauer da sind. Und eines können wir schon heute versprechen: Die neue Spielzeit wird bunt! Es erwartet Euch unter anderem: Der kleine Rabe Socke, Das kleine Ich bin ich, Dornröschen, Hans im Glück, Der kleine Häwelmann. Seid gespannt!

Puppentheater Zwickau Gewandhausstraße 3, Telefon 0375/ 2713290, www.puppentheater-zwickau.de @Puppentheaterzwickau

Info www.dhmd.de

#PuppentheaterZwickau Puppentheater Zwickau 09 20

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urbainable stadthaltig Po s i t i o n e n z ur euro p ä i s c h e n S t a d t f ü r d a s 2 1 . J a h r h u n d er t

Die Ausstellung »urbainable – stadthaltig« setzt sich mit der Rolle der europäischen Stadt und ihrer Architektur und Stadtplanung in Zeiten der Klimaerwärmung, der Digitalisierung, des demografischen Wandels und der Auflösung traditioneller sozialer Netzwerke auseinander. Die Wortschöpfung »urbainable stadthaltig« im Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf die Hypothese, dass Sustainability / Nachhaltigkeit und Stadt nicht als Gegensatz gesehen werden sollten, sondern der verantwortungsbewusstere Umgang mit den Funktionsmechanismen der Stadt auch der Schlüssel für eine nachhaltigere Existenz ist.

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ie Stadt war und ist ein Zivilisationsmotor. Ihre Entwicklung ist existenziell mit der Verfeinerung gesellschaftlicher, kultureller und technischer Systeme verknüpft. Über allem steht die fundamentale Frage nach dem Umgang mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen. Die Kontinuität und Nachhaltigkeit der ethischen Grundlagen, die die Stadt in Europa seit der Antike so attraktiv gemacht haben, nämlich die Versprechen von wirtschaftlicher Unabhängigkeit, sozialem Zusammenhalt und individueller Freiheit, sind nur durch mutige und entschlossene Veränderungen zu garantieren. Inwieweit können Maßnahmen des Städtebaus und der Architektur solche notwendigen Veränderungsprozesse befördern? Wie können in der Stadt etwaige mit der Umstellung von Lebensstilen verbundene Verluste kompensiert, neue

Technologien integriert, neue Verhaltensformen eingeübt und letztlich zu einer funktionierenden Kultur sublimiert werden? Mitglieder der Sektion Baukunst der Akademie der Künste stellen sich anhand von Projekten, Visionen und Initiativen vor und präsentieren ihre Positionen für das 21. Jahrhundert. So gibt die Ausstellung einen Einblick in die europäische Architektur und Stadtplanung zu Beginn der zwanziger Jahre des neuen Jahrhunderts. Neben realisierten und in Planung befindlichen Architekturprojekten, sind Themen der Ausstellung u. a. die Digitalisierung im Entwurfsprozess, Mobilität, Umbau des Neuen und Bewahrung des Alten, Kulturtechniken der Dichte, Umgang mit der Natur sowie technische Innovationen. Die Mitglieder kommen aus den Sparten Architektur, Landschafts- und Stadtplanung sowie der Geschichte und Theorie der Architektur.

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kunst & kultur thema

u r b ai n a b le - stadthaltig


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»Kultur:Stadt« beleuchtete die verschiedenen Rollen von Kulturbauten im Kontext des historischen Wandels. »Demo:Polis. Das Recht auf öffentlichen Raum« wiederum problematisierte den öffentlichen Raum im Zeitalter von Neoliberalismus und Social Media. Die aktuelle Schau wurde vor der Corona-Krise geplant und konzipiert, bei ihrer Durchführung kann die Erfahrung der Pandemie nicht ausgeklammert werden. Noch ist unklar, was zum Zeitpunkt der Eröffnung an öffentlichem und kulturellem Leben möglich sein wird und was nicht. Und dennoch zeigen sich in der Corona-Krise schon jetzt die enorme Anpassungsfähigkeit und das kreative Potenzial unserer Städte, u. a. mit Beispielen aus Berlin, Bremen, Bordeaux, Budapest, Gelsenkirchen, Güstrow, Hamburg, Köln, Linz, London, Malta, München, Paris, Regensburg, Venedig, Wien und Zürich.

potenziale unserer städte Eingeleitet wird die Ausstellung durch ein Rechercheprojekt der Leibniz Universität Hannover in Zusammenarbeit mit dem Berliner Fotografen Erik-Jan Ouwerkerk. Hier werden dem Ausstellungsbesucher anhand von Fotografien, Zeichnungen und Texten die Potenziale vermittelt, die unsere Städte für eine nachhaltige Entwicklung bereithalten. »urbainable – stadthaltig« steht in einer Reihe von großen Ausstellungen der Sektion Baukunst, die sich in den letzten zehn Jahren mit dem Istzustand der europäischen Stadt auseinandersetzte. Die Ausstellung »Wiederkehr der Landschaft« thematisierte die allgemeine Verstädterung und Landzerstörung und forderte ein neues Verhältnis zur ›städtischen Natur‹ ein.

Tempelhofer Feld li. Seite: Ehemalige Landebahn, Berlin, 2017 Foto Erik-Jan Ouwerkerk

Street Art o.li.: Breite Straße Ecke Leipziger Straße (ehem. Ministerium für Bauwesen der DDR) mit Street Art The Wrinkles of the City von JR, Berlin, 2014 Foto Erik-Jan Ouwerkerk

Urbane Architektur u.: Niederbaumbrücke, Hamburg, 2010 Foto Erik-Jan Ouwerkerk

Ausstellung 5. September bis 22. November 2020 Akademie der Künste Hanseatenweg 10, alle Hallen 10557 Berlin www.adk.de

gala »Vorhang auf!« lädt zur neuen saison

Das Theater Plauen-Zwickau eröffnet die neue Spielzeit Herzlich Willkommen! Die Spielzeit 2020/21 eröffnet das Theater PlauenZwickau wie gewohnt mit der Gala Vorhang auf! in Plauen und Zwickau. Nach der langen Corona-bedingten Zwangspause brennen die Künstlerinnen und Künstler darauf, wieder für ihr Publikum – nach den Open-Air-Stücken des vergangenen Sommers – auch drinnen auf der Bühne stehen zu dürfen. Wie immer ist die Eröffnungsgala »Vorhang auf!« neben der Präsentation des neuen Spielplans auch eine schöne Gelegenheit für die neuen Ensemblemitglieder, sich dem Publikum in diesem Rahmen vorzustellen. Generalintendant Roland May stellt zusammen mit seinen Spartenleiterinnen und Spartenleitern die neue Spielzeit mitsamt ihrer spannenden Projekte, Inszenierungen und Konzerte vor. Dazu gehören auch dieses Jahr Kostproben der Künstlerinnen und Künstler, die Lust auf noch unbekannte Stücke machen. Für Abonnenten ist der Eintritt zur Gala frei.

Vorstellung im Vogtlandtheater: 5. September 2020, 19.30 Uhr 6. September 2020, 15 Uhr / 20 Uhr

im Bürgersaal / Rathaus Zwickau: 12. September 2020, 19.30 Uhr 13. September 2020, 11 Uhr / 16 Uhr

www.theater-plauen-zwickau.de Theater Zwickau 0375 27 411 4647/4648 Vogtlandtheater Plauen : 03741 2813 4847/4848 09 20

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Geteiltes Glück Die britische Illustratorin Demelsa Haughton bebildert ansonsten Kinderbücher und designt diverse Puzzle für Ravensburger.

K u n s t g e g e n d e n h u n g er

Jeden Tag gehen in Indien über 200 Millionen Menschen mit knurrendem Magen ins Bett. Aus diesem Problem heraus wurde ein Kunstprojekt ins Leben gerufen, was den Hunger zumindest ein wenig bekämpft. Mit dem Erlös der Kunstwerke werden Mahlzeiten für Familien von Tagelöhnern und Wanderarbeitern finanziert. Passenderweise sind die zeitgemäßen Kunstwerke auf Tellern zu finden.

I

m Monat Juni zum Beispiel konnten über 137.000 Mahlzeiten für die Familien finanziert werden. Über 100 Künstler sind bisher in der Datenbank verzeichnet, die das Projekt mit ihren Arbeiten unterstützen. Um die Exklusivität der Kunstwerke zu unterstreichen, werden von jedem Teller nur 50 Stück produziert.

für karitative Organisationen, die sich gegen den Hunger engagieren, bewegen. So entstand die innovative Idee, Kunst auf Teller zu bringen. Das einfache Motto des Projekts »buy a plate, fill a plate« lautet im Deutschen so viel wie: »Kauf einen Teller, fülle einen Teller«. Die künstlerischen Teller helfen zum einen, Wohltätigkeitsorganisationen zu finanzieren. Zum anderen, wenn man die Teller zu Hause aufstellt oder Chitresh Sinha die idee aufhängt, dann sorgen sie für Gesprächsstoff mit den Gästen und Der Gründer von »The Plated Project« Hunger lässt jedes Jahr mehr eine Sensibilisierung des Themas Menschen sterben als Aids, Malaria und Terroals globales Problem, so der Gründer Chitresh rismus zusammen. Die meisten von uns können Sinah. Jeden Monat arbeitet das Team von »The sich die Tragweite oder die Bedeutung von HunPlated Project« mit einer anderen gemeinnützigen Organisation zusammen, um deren Proger gar nicht richtig vorstellen – leben wir doch jekte mit ihren Spenden aus den verkauften Telin einer Überflussgesellschaft, wo sogar mehr als 12 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich lern zu unterstützen. Aus den Spenden erhalten im Müll landen. Um den Hunger zu bekämpfen, die Familien ein Mahlzeitenpaket, das aus digründete Chitresh Sinah »The Plated Project« versen Grundnahrungsmitteln wie beispielsweise Hülsenfrüchte oder Reis besteht, welches (engl. soviel wie »Das Teller-Projekt«). Das kreative Projekt soll die Menschen zum Spenden für 60 Mahlzeiten ausreichend ist. 09 20

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kunst & kultur thema

the plated project


Pavan Rajurkar

A vivid dream

Der indische Künstler gestaltete einen Teller mit dem Titel »Töchter«.

Einen lebhaften Traum hat die indonesische Illustratorin Hana Augustine gestaltet.

die künstler

dEr hintergrund

Die Organisatoren von »The Plated Project« halten immer nach talentierten Künstlern zum Beispiel bei künstlerischen Veranstaltungen oder auch online Ausschau. Dabei spielt es keine Rolle, welchen Stil ein Künstler verfolgt. Wichtig ist nur die Einzigartigkeit, die mit einer aussagekräftigen Botschaft einhergeht. Bisher sind mehr als 100 Künstler auf unserer Plattform vertreten, die mit ihrer Kunst Einfluss auf die Gesellschaft nehmen wollen, so der Chefkurator des Teams Dhruvi Shah. Neben indischen Künstlern gehören auch Künstler aus Indonesien, Kanada, Großbritannien, Irland und den Vereinigten Staaten zu den Unterstützern des Projekts. Jeder Künstler hat ein bestimmtes Thema und einen gemeinnützigen Zweck im Kopf, wenn er ein Kunstwerk für das Projekt kreiert. Jeder Teller wird exklusiv für »The Plated Project« konzipiert und nur in einer limitierten Auflage hergestellt. Die Themen werden jeden Monat basierend auf gesellschaftlichen Themen und Themenbereichen, die die Interessen der Käufer wecken, neu kuratiert.

Vor dem aktuellen Hintergrund der COVID-19 Pandemie haben über 140 Millionen Menschen in Indien ihre Arbeit verloren. Die meisten von ihnen sind Tagelöhner und Wanderarbeiter. Dieses Thema wurde in der aktuellen Serie »A Plate Full of Hope« (engl. »Ein Teller voller Hoffnung«) im »The Plated Project« von verschiedenen Künstlern verarbeitet. Die Initiative hat sich mit der neuen Serie zum Ziel gesetzt, die Wanderarbeiter mit 100.000 Mahlzeiten zu versorgen. Sie konnten ihr Ziel sogar übertreffen und sponserten über 137.000 Mahlzeiten in nur einem Monat. 20 namhafte Künstler und Designer aus zehn Ländern entwarfen 20 limitierte künstlerisch gestaltete Teller. Jeder Teller stellt bildhaft ein Gefühl, einen Moment oder eine Erfahrung des Lebens während der Pandemie dar. Es wird eine Geschichte der Hoffnung erzählt, die Millionen helfen soll, durch diese schwere Zeit zu kommen. Bisher gingen 100 Prozent der Verkaufserlöse an die Goonj‘s Rahat Initiative, eine Nichtregierungsorganisation, die sich um soziale Belange kümmert und die Interessen der Armen vertritt. Aus aktuellem Anlass wird jedoch die Hälfte der Erlöse an die Künstler gespendet. Das Projekt arbeitet mit führenden Künstlern wie Pavan Rajurkar aus Indien, der unter den 200 weltbesten Illustratoren der Fachzeitschrift Lürzer‘s Archiv aufgeführt ist, Hana Augustine aus Indonesien, die den Exzellenz Award des Australischen Grafikdesign Verband erhielt und Sandhya Prabhat, kalifornische Illustratorin und Trickfilmzeichnerin mit indischen Wurzeln.

All tangled up Das Durcheinander während der Pandemie setzt der indische Designer Mayur Mengle in seiner abstrakten Interpretation um.

A shared bond Mit typischen Symbolen stellt die indische Illustratorin Snehal Kadu die Verbindung zwischen Mensch und Tier auch während der Pandemie dar.

Während in Indien der Lockdown aufgehoben ist, ist der Kampf noch nicht ausgestanden. Der unsichtbare Feind hat nicht nur unserer Gesundheit geschadet, sondern auch unserer Wirtschaft. Die am meisten betroffene Bevölkerungsschicht, sind die Tagelöhner und Wanderarbeiter. Diese Menschen halten die Fabriken und das tägliche Leben in Indien am Laufen, nun brauchen sie unsere Hilfe. Das aktuelle Projekt »A Plate Full of Hope« ist unser Weg, um den Menschen zu danken und auch mit Kunst weltweit eine kreative und positive Einstellung sowie Hoffnung zu vermitteln, so der Gründer von »The Plated Project«. Mit jedem verkauften Teller, der knapp 23 Euro kostet, können 60 Mahlzeiten für jede Familie gespendet werden.

Text Dr. Sandy Alami Fotos The Plated Project Info www.theplatedproject.com

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Kino Ab 24. September im Kino

Ein Leben für die Kunst ist alles, was sich Marcel Marceau (Jesse Eisenberg) wünscht. Als begabter Pantomime, der tagsüber in der Fleischerei seines Vaters arbeitet, versucht er seinem Traum auf den Kleinbühnen der Stadt ein Stück näher zu kommen und das Herz der politisch engagierten Emma (Clémence Poésy) zu gewinnen. Ihr zuliebe lässt sich Marcel auf eine gefährliche Mission ein, die sein Leben verändern wird: 123 jüdische Waisenkinder müssen vor den deutschen Nazis und dem kaltblütigen Obersturmführer Klaus Barbie (Matthias Schweighöfer) gerettet und außer Landes gebracht werden. Gemeinsam mit Emma tritt Marcel dem französischen Widerstand bei, um sich dem Schrecken des Krieges entgegenzustellen. Seine Kunst wird dabei zur größten Waffe gegen das menschliche Grauen … Fotos Warnerbros

Kino

dvd

Seit 8. August im Kino

Ab 24. September im Handel

Ab 3. September im Handel

Es ist zu deinem Besten

Bon Voyage - Ein Franzose in Korea

Perfetti Sconosciuti

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Arthur (Heiner Lauterbach) ist ein konservativer Wirtschaftsanwalt und lebt in einer prächtigen Stadtvilla in Berlin. Kalle (Jürgen Vogel) ist Bauarbeiter und ein Kumpeltyp mit erhöhtem Aggressionspotenzial. Und der harmoniebedürftige Yus (Hilmi Sözer) arbeitet als Physiotherapeut. Eines haben die drei Schwäger aber gemeinsam: Ihre Töchter haben sich verliebt! Arthurs Tochter Antonia (Janina Uhse) lässt ihre Hochzeit mit einem aufstrebenden Anwalt platzen, weil sie ihr Herz an einen linken Weltverbesserer (Jacob Matschenz) verloren hat. Hinter dem Rücken ihrer Frauen und Töchter begeben sich die selbsternannten »Super-Schwäger« auf eine aberwitzige Mission um die Verehrer loszuwerden. Mit allen Mitteln! Foto studiocanal

Chefkoch Stéphane (Alain Chabat) ist geschieden, hat zwei erwachsene Söhne und ist gelangweilt vom Leben. Über Instagram lernt er die Koreanerin Soo (Doona Bae) kennen, mit der er sich regelmäßig schreibt und die frischen Wind in sein angestaubtes Leben bringt. Aus einem Impuls heraus fliegt er nach Seoul und macht sich auf die Suche nach Soo. Nach seinem Publikumshit »Verstehen Sie die Béliers?« nimmt Regisseur Éric Lartigau seine ZuschauerInnen diesmal mit auf eine ferne Reise – wunderschöne Kirschblüten inklusive. Entstanden ist eine berührende Geschichte, die beweist, dass es für einen Neuanfang nie zu spät ist! Foto Eurovideo Medien

Fünf Freunde und ihre Frauen treffen sich zu einem gemeinsamen Abendessen. Der Abend nimmt seinen Lauf und alle haben viel Spaß und genießen das köstliche Essen. Doch dann schlägt eine der Frauen vor, dass jeder der Anwesenden sein Telefon für den Rest des Abends auf den Tisch legen soll. Alle Gespräche und Nachrichten müssen den anderen offengelegt werden. Das Experiment beginnt harmlos, doch nach einer Weile nimmt der Abend eine dramatische Wendung. Jeder von uns hat drei Leben: ein öffentliches, ein privates und ein geheimes. Doch was würde passieren, wenn unsere Handys plötzlich anfangen, unsere Geheimnisse zu teilen? Eine brillante Komödie über Freundschaft, Liebe und Verrat, bei der vier befreundete Paare entdecken, dass sie eigentlich perfekte Fremde sind. Foto Constantin Film

Verlosung auf Seite 70

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kunst & Kultur

f ilm


hÖRBUCH

ALBUM

Ab 14. September im Handel

Seit 28. August im Handel

christoph nuSSbaumeder Die Unverhofften

Metallica S&M2

Spätsommer 1900 im Bayerischen Wald. Die junge Arbeiterin Maria blickt von einer Anhöhe herab auf ihr Dorf. Die Glasfabrik, die den Menschen hier Arbeit gibt, steht in Flammen. Maria selbst hat das Feuer gelegt aus Rache für eine ungesühnt gebliebene Vergewaltigung. In dieser verheerenden Brandnacht nimmt die Geschichte einer Familie ihren Anfang, in deren Zentrum der Aufstieg Georg Schatzschneiders, unehelicher Sohn einer Magd, zum Lenker eines Großkonzerns steht. Doch wo vordergründig unbändiger Ehrgeiz und unternehmerischer Instinkt zu den Erfolgsgaranten einer atemberaubenden Karriere im erst noch geteilten, dann wiedervereinigten Deutschland werden, begleicht im Hintergrund Generation um Generation dieser Familie eine große, aus einer Notlüge entstandene Schuld, die die Vorfahren Georgs auf sich geladen haben. Foto der Hörverlag

Das Warten hat ein Ende! Metallica veröffentlichen mit »S&M2«, das lang ersehnte Live-Album der Heavy-Metal-Giganten & des San Francisco Symphony-Orchesters. Die Aufnahmen stammen von der gleichnamigen Show im September 2019, anlässlich des 20. Jubiläums der ersten Ausgabe von »S&M«. Das neue Album enthält die größten Metallica-Hits, bereichert um Elemente aus Sinfonie und Klassik. Das Album markiert einen weiteren Höhepunkt in der knapp 40-jährigen Bandgeschichte von Metallica: Produziert wurde das neueste audiovisuelle Highlight von Greg Fidelman und seinen Co-Produzenten James Hetfield und Lars Ulrich; es vereint gut 2,5 Stunden Livematerial von James, Lars, Kirk Hammett und Robert Trujillo, die hier gut 20 Jahre nach der ersten Begegnung erneut von den knapp 80 MusikerInnen der SF Symphony Unterstützung bekommen. Die San Francisco Symphony trat unter der Leitung von Michael Tilson Thomas auf, wobei auch Edwin Outwater einen Teil der Show dirigierte. Foto Universal Music

Buch

CD

Ab 14. September im Handel

Ab 4. September im Handel

christian stöcker Das Experiment sind wir

joy denalane Let yourself be loved

The doors The Doors

Drei der entscheidenden Entwicklungen, die unsere Zukunft im 21. Jahrhundert bestimmen werden - die der Weltbevölkerung, die des Klimawandels und die von digitaler Hardware - haben etwas gemeinsam. Sie sind Phänomene des exponentiellen Wachstums und der sogenannten Großen Beschleunigung. Die schlechte Nachricht: Schon immer haben wir Menschen uns schwer damit getan, solche Entwicklungen zu Ende zu denken. Die Gute: Wir sind eine lernfähige Spezies. Wird es uns gelingen, die mächtigen technologischen Entwicklungen so einzusetzen, dass sie uns und die Erde retten? Christian Stöckers Buch ist eine panikfreie und präzise Analyse des großen Experiments Menschheit und ein Aufruf, jetzt neues Wissen zu erschließen und die Große Beschleunigung zu lenken. Foto Blessing Verlag

Sie ist eine der erfolgreichsten und spannendesten weiblichen Künstlerinnen, hat deutsche Pop-Musik mit ihrer einzigartigen Soul-Stimme veredelt und meldet sich jetzt mit ihrem neuen Album »Let Yourself Be Loved« zurück. Damit hat Joy Denalane ihr definitives Soul-Statement aufgenommen. Es geht um Liebe. Nicht nur romantische Liebe, auch um die Liebe zu Freunden, Familie und zu sich selbst. Ein musikalisches Meisterwerk, auf dem Denalane souverän alle Stränge ihres bisherigen Wirkens zusammenführt. »Es ging mir bei dieser Platte diesmal nur um die Musik, den Sound und das Gefühl, darum so unformatiert wie möglich zu sein. Die Musik sollte nur sich selbst genügen«, sagt Joy Denalane. Vordergründig singt sie in den meisten Songs über die Liebe in sämtlichen Facetten. Foto Universal Music

The Doors waren eine US-amerikanische WestcoastRockband. Die Gruppe gilt als eine der einflussreichsten Bands der 1960er Jahre, die in ihrer Karriere mehr als 80 Millionen Tonträger verkauft haben sollen. Das gleichnamige Album »The Doors« ist das Debütalbum der Band und wurde am 4. Januar 1967 von Elektra Records veröffentlicht. Das Album war ein großer kommerzieller Erfolg und wird von Kritikern zu den einflussreichsten Alben der Rockgeschichte gezählt. Die höchsten Platzierungen in den US-Charts waren Platz 2 für das Album und Platz 1 für die Singleauskopplung »Light My Fire«. Den Quellenangaben zufolge haben The Doors in ihrer Karriere mehr als 80 Millionen Tonträger verkauft, damit zählen sie zu den Interpreten mit den meisten verkauften Tonträgern weltweit. Foto Privat

KLASSIKER

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Parentifizierung we n n e l t er n u n d k i n d er d i e ro l l e n t a u s c h e n

Foto Freepik.com | Juliana Malta // unsplash.com

Manchmal sind Eltern stark belastet: Aufgrund des Jobs, weil sie alleinerziehend sind, finanzielle Sorgen und andere Probleme haben oder weil sie erkrankt sind. In diesen Fällen kann es vorkommen, dass Eltern nicht mehr gut für sich selbst sorgen können und somit auch nicht für ihre Kinder. Häufig übernehmen die Kleinen dann die volle Verantwortung und werden von jetzt auf gleich erwachsen.

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Kleine welt thema

elter n - ki n d - b ezieh u n g »


S

eit Manuela denken kann, sieht sie ihre Mutter weinen. Immer wieder. Stundenlang. An manchen Tagen kam sie gar nicht aus dem Schlafzimmer raus, lag den ganzen Tag im Bett, hat nichts gegessen und nichts getrunken. Sie hat gelitten. Woran, das wusste Manuela als Kind noch nicht. Der Vater hatte die Mutter bereits kurz nach der Geburt der gemeinsamen Tochter verlassen und somit gab es ab diesen Tag nur noch Manuela und ihre Mutter. Ein super Team – wenn die Sonne die Seele ihrer Mutter berührte. Dann wurde gelacht, getobt und ganz viel Eiscreme gegessen. Es wurde gekuschelt und geredet. Doch irgendwann kamen sie wieder, die schwarzen Tage, die nicht nur der Mutter, sondern auch Manuela den Boden unter den Füßen weggerissen haben. Es waren Gefühle der Ohnmacht, der Hilflosigkeit, die das kleine Mädchen damals kennenlernte – Gefühle, die auch heute immer noch genauso präsent sind wie damals. Gefühle, die einen überrollen und regelrecht dazu zwingen, stark zu sein – für sich selbst und für die eigene Mutter. Und stark sein heißt in diesem Fall Verantwortung übernehmen. Manuela tauschte von klein auf die Rollen – sie wurde sozusagen zum Elternteil, der alles im Blick behält, alles organisiert, sich um alles kümmert. Kind sein … das gab es mit den Jahren immer seltener. Unbeschwertheit, einfach mal nur lachen, an nichts denken, keine Sorgen haben – all das sind Dinge, die Manuela nur noch ganz verblasst in ihrer Erinnerung wahrnimmt. Heute ist Manuela 27 Jahre alt, die Mutter fast 60. Und immer noch sind die Rollen klar verteilt: Die Tochter kümmert sich. Um alles! Was Manuela erlebte und auch heute immer noch ihr Alltag ist, ist für viele Kinder, egal ob jung oder erwachsen, nichts Ungewöhnliches. Manchmal geht es einem Elternteil nicht gut, insbesondere dann, wenn das Leben mit voller Wucht zuschlägt und sie Hilfe benötigen … sich aber diese nicht suchen, sondern stattdessen das eigene Kind zum Helfer in der schwierigen Lebenssituation machen. Ein Zustand, den Experten Parentifizierung nennen: Eltern und Kinder tauschen die Rollen.

Bitte sei für mich da! li. Seite: Eltern drängen ihre Kinder in eine so starke Rolle, dass diese nicht nein sagen können. So übernehmen die Kleinen fast ein ganzes Leben viel zu viel Verantwortung und bleiben selbst auf der Strecke. Foto josemairing // pixabay.com

Belastende Parentifizierung re. o.: Wenn die Mutter zu sehr am Kind klammert, wenn es ständig Streit zwischen den Eltern schlichten oder sich um die kleinen Geschwister kümmern muss … dann ist dies keine Liebe, sondern pure Überforderung, die zu großer Unzufriedenheit beim Kind führen kann. Foto jcomp // freepik.com

ein riskantes lebensmodell Dass Kinder sich auch mal um ihre Eltern sorgen und diese unterstützen wollen, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches. Problematisch hingegen wird es, wenn Eltern die fürsorgliche Rolle des Kindes unbewusst einfordern, sie selber zu kindlichen Verhaltensweisen und Lösungen tendieren und manchmal sogar manipulieren. Ist die Rolle erst einmal angenommen, wird sie verpflichtend und es ist schwer bis unmöglich, diese wieder abzulegen. Dabei geht es nicht nur um die Hilfe und Unterstützung, sondern das Kind fungiert als Ersatz – als Vater, als Mutter oder Partner. Man selbst sein, sich entwickeln, die Kindheit ausleben, Potenziale entfalten, Dinge entdecken, auf die man neugierig ist … so etwas fällt für die jungen Menschen weg. Stattdessen stehen die Eltern im Fokus. Parentifizierung entsteht still, sie entsteht im Prozess und bleibt meist ein Leben lang. Nicht immer ist dies für Außenstehende sofort zu erkennen. Da ist beispielsweise die Tochter, die ihre Mutter pflegt, weil sie sich für diese verantwortlich fühlt. Gleichzeitig hat sie ihre Karriere dafür aufgegeben. Oder der Sohn, der nicht von zu Hause auszieht, weil er den täglichen Streit der Eltern und ebenso den gewalttätigen Vater seit jungen Jahren mitbekommt. Er will seine Mutter schützen und konzentriert sich deswegen nicht auf sein eigenes Leben, die Suche nach einer Partnerin, einen guten Job. Oder die ältere Tochter, die sich um ihre beiden kleinen Geschwister kümmert und eine Art Ersatzmutter sein muss, weil die richtige Mutter nicht präsent ist. Eine andere Variante: Mediator und Streitschlichter zwischen den plärrenden Eltern. Woche für Woche, Jahr für Jahr. Eltern bezeichnen dies dann als Liebe, das Kind tue eben alles, weil es so viel empfinde. Aber Parentifizierung ist keine Liebe, sondern ein enormer Loyalitätskonflikt, in welchen die Eltern das Kind hineinkatapultiert haben. Dabei sind die Kinder schwer überfordert und weil sie sich nicht anders zu helfen wissen, nehmen sie die Rolle als Beschützer oder Berater ein. Leider geschieht dies auf Kosten der eigenen Kindheit und Jugend und – was weitaus schlimmer ist – auf Kosten der eigenen, individuellen Persönlichkeitsentwicklung. Der junge Mensch verzichtet und das weiß er auch ganz genau. Jedoch stehen das Verantwortungsgefühl und die unausgesprochene Erwartung der Eltern im Raum. Somit heißt es, eine Entscheidung treffen und die fällt fast immer für die Eltern aus. In späteren Jahren merken die inzwischen erwachsenen Kinder oft, wie sehr sie das alles belastet, doch die Rolle hat sich eingeschliffen. Zudem leiden Kinder, die Parentifizierung kennen, häufiger unter psychischen Erkrankungen und übertriebenen Ansprüchen an sich selbst. Sie können nur schlecht die eigenen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse wahrnehmen, was sie mit dem Leben unzufrieden werden lässt.

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raus aus dem teufelskreis Oft passiert Parentifizierung, weil sich Eltern nicht erwachsen verhalten und Hilfe benötigen, diese aber nicht von anderen Erwachsenen oder an den richtigen Stellen suchen und einfordern. Wichtig wäre hier, sich sofort nach außen zu wenden und anstatt des Kindes besser Freunde, Familie oder gegebenenfalls Ärzte, Psychologen oder Beratungsstellen zu kontaktieren. Kinder sollten so lange wie möglich Kinder sein dürfen und so wenig wie möglich mit solch einer schweren Rolle belastet werden.

Happy mom, happy child! Ausgeglichene Rollen sind gesund: Das Kind darf unbeschwert leben und die Mutter übernimmt ihre Verantwortung als Erzieherin und Wegweiserin. Fotos freepik.com

Kinder hingegen begreifen erst im späteren Alter, in welch einem kranken System sie stecken und merken gleichzeitig, dass es sie nicht glücklich macht, sie aber nur schwer der Rolle entschlüpfen können. Auch hierfür gibt es Beratungsstellen. Eine andere Möglichkeit ist aber auch das Sich-bewusst-machen der eigenen Bedürfnisse: Was belastet mich? Was will ich? Wer möchte ich sein? Was habe ich (und nur ich alleine) für Lebensziele? Dies sind wichtige Fragen, um sich abzulösen und aus der Rolle befreien zu können. Ebenso kann die offene Kommunikation mit den Eltern eine Lösung sein. In schwierigen Fällen kann eine systemische Therapie oder Familientherapie hilfreich sein. Letztlich sollte die Verantwortung immer so weit abgegeben werden, bis man sich tatsächlich befreit, gut fühlt und im besten Fall eine neue Balance zwischen Eltern und Kind entsteht.

Text Jessica Laqua Info www.parentifizierung.de

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CD | Hörbuch | buch

KINO

Ab 14. September im Handel

Seit 13. August im Kino

Martin pfeiffer

Alle meine Herbstlieder Klassiker Wenn die bunte Jahreszeit kommt, sind Kinder in ihrem Element: Ob Spazieren durch raschelndes Laub oder Drachensteigen lassen, viele bekannte Lieder erzählen von dieser Jahreszeit. Wenn es draußen dunkel und ungemütlich wird, macht man es sich drinnen bei einer warmen Tasse Kakao oder Tee gemütlich und lauscht den Liedern. Foto der Hörverlag

Der aufstrebende junge Musiker Jeremy (K. J. Apa) verliebt sich Hals über Kopf in die bezaubernde Melissa (Britt Robertson). Doch ihr Glück scheint nur von kurzer Dauer, denn Melissa erhält eine schreckliche Diagnose. Durch Jeremys Musik schöpft das junge Paar immer wieder Kraft, sich gegen das Schicksal zu stellen. Ihr gemeinsamer Lebensmut scheint alles überwinden zu können. Doch ist ihre Liebe stark genug, den Weg bis zum Ende gemeinsam zu gehen? Fotos studiocanal

Ab 28. September im Handel

Dirk ahner

Die Pfefferkörner und der Schatz der Tiefsee Die 12-jährige Alice darf die Ferien bei ihrem Freund Tarun in Nordirland verbringen! Doch aus ihrem Plan, einfach nur den Sommer zu genießen, wird nichts. Taruns Mutter Jaswinder, eine begeisterte Meeresforscherin, wird auf der nordirischen Forschungsstation von einem unbekannten Dieb überfallen. Ein Fall für die Pfefferkörner-Freunde! Foto cbj audio

Ab 14. September im Handel

Thomas winkler

dvd

Luis und LenaDie Zahnlücke des Grauens Seit 20. August im Handel Nach seinem ersten Eishockey-Versuch hat Luis (12) einen Zahn weniger und dafür eine völlig durchgeknallte Zahnfee an der Backe, sichtbar nur für ihn. Dabei glaubt er doch gar nicht an solch unwissenschaftlichen Firlefanz! Die Zahnfee braucht Luis' Zahn, sonst ist sie ihre Lizenz für immer los. Foto cbj Kinderbuch

Enkel für Anfänger Silver Surfer? Von wegen! Für Karin ist das Rentnerdasein nicht silber oder gold, sondern beige und langweilig. Es wird höchste Zeit, daran etwas zu ändern! Foto Studiocanal

Verlosung auf Seite 70

Ab 28. September im Handel

Lynda mallaly Hunt

Wie man den Wind aufhält

Ab 17. September im Handel

Narziss und Goldmund

Delsie wohnt allein bei ihrer Großmutter auf Cape Cod und fragt sich immer öfter, wer ihre wahre Familie ist. Als ihre Freundin Aimee sie als »Waise« bezeichnet, möchte Delsie mehr über ihre Eltern erfahren. Zum Glück schließt sie Freundschaft mit Ronan ... Eine wunderbare, zarte und berührende Geschichte darüber, was wahre Familie und Freundschaft ausmacht. Foto cbj Jugendbuch

Der junge Goldmund wird von seinem Vater zum Studium ins Kloster Mariabronn geschickt und trifft dort auf den frommen Klosterschüler Narziss. Doch Goldmund erkennt bald, dass das Kloster nicht mit seinen Vorstellungen von Freiheit übereinstimmt und begibt sich auf eine Reise. Foto Sony Pictures

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T ipps f ü r kids

Kleine welt q u er b eet

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Foto Betty // everdrop

Tschüss Plastik!

U m we lt freu n d l i c h w a s c h e n & p u t z e n

Reiniger und Waschmittel belasten die Umwelt stark – ein junges Start-up namens »everdrop« hat sich Gedanken gemacht, wie die schädlichen Inhaltsstoffe auf ein Minimum reduziert werden können. Individuell abgestimmt

W

er mehr für die Umwelt tun und den Planeten ein bisschen sauberer machen möchte, stößt beim Putzen und Waschen leider oft noch an seine Grenzen. Plastikverpackungen sowie nicht gerade umweltfreundliche Inhaltsstoffe machen Reiniger und Waschmittel zu Produkten, mit denen lieber sparsam umgegangen werden sollte. Ein Start-up aus München hat sich diesem Problem angenommen und Produkte entwickelt, mit denen Plastik und Chemie deutlich reduziert werden können.

Die drei Münchner Gründer Chris, Daniel und David beschäftigen sich seit über zwei Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit im Alltag und haben mit everdrop ein Unternehmen gegründet, welches zur Reduzierung der Umweltprobleme positiv beiträgt. Waschmittel ist im Haushalt eine der größten chemischen Belastungen für das Abwasser. Es enthält waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside, die für Wasserorganismen schädlich sind. Viele Menschen dosieren trotz Empfehlung auf der Verpackung nach Gefühl, sodass die Umwelt noch stärker als nötig leidet. Die richtige Menge für jeden Waschgang ist zudem von verschiedenen Faktoren abhängig. Neben Wäschemenge und Grad der Verschmutzung spielt auch die Wasserhärte eine entscheidende Rolle. Je nach Region ist das Wasser weich, mittelhart oder hart, enthält also je nach Standort mal mehr, mal weniger Calcium, Magnesium und Kalk. Bei hartem Wasser bilden sich beim Waschen mehr chemische Verbindungen,

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everdrop

die mehr Enthärter erfordern, um graue Beläge gut zu entfernen. Mit gewöhnlichem Waschmittel hat man lediglich die Möglichkeit, mehr Pulver einzusetzen, was allerdings auch die Menge an eingesetzten, umweltschädlichen Tensiden erhöht. Mit everdrop wird dieses Problem ganz einfach gelöst: Über die Webseite lässt sich ganz einfach durch das Eingeben der Postleitzahl der Härtegrad im eigenen Zuhause bestimmen. Darauf basierend wird ein Waschmittel für weiches, mittelhartes oder hartes Wasser empfohlen. Die Mischung erhält dann genau das richtige Mischverhältnis von Enthärter und Tensiden, sodass die Umwelt so wenig wie möglich belastet wird. Ein weiterer Vorteil: Das Unternehmen verwendet keine Tenside, die aus Palmöl hergestellt werden. So ist das Waschmittel noch umweltfreundlicher als herkömmliche Mittel aus dem Supermarkt. Das Waschmittel ist als Vollwaschmittel für weiße Wäsche oder Colorwaschmittel für Buntes erhältlich und wird im Starter-Kit samt wiederverwendbarer Aluminium-Aufbewahrungsbox geliefert.


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Dringend Plasmaspender gesucht!

Vorteile waschmittel • Inhaltsstoffe frei von Mikroplastik und vegan • bis zu 50 Prozent weniger unnötige Tenside bei gleich hoher Reinigungs- kraft* • Optimale Anpassung an Wasserhärte des Wohnorts durch den Wasserhärte- Test auf everdrop.de • Verpackung kann einfach im Altpapier entsorgt werden • Nur 31 Cent pro Waschladung • Tenside ohne Palmöl *im Vergleich zur Referenzrezeptur des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel (IKW) für reguläres Pulverwaschmittel bei mittlerer Wasserhärte und mittlerer Verschmutzung

ressourcenschonendes Reinigungsmittel Neben der Waschmittel-Innovation bietet das Start-up zudem Haushalts-Reinigungsmittel in nachhaltiger Tab-Form. Die kleinen Tabletten gibt es als Allzweck-, Bad- und Glasreiniger – sie werden einfach in Leitungswasser aufgelöst und sind innerhalb einer Minute einsetzbar. So lässt sich jede leere, ausgespülte Sprühflasche wiederverwenden – oder man nutzt die recycelten Flaschen, die everdrop im Starter-Kit mitliefert. In Plastikflaschen gefüllte Reinigungsmittel werden so komplett überflüssig. Das reduziert auch den CO2-Verbrauch, der beim Transport anfällt.

Voll- und Colorwaschmittel Die Waschpulver von everdrop sind auf den individuellen Wasserhärtegrad der Nutzer abgestimmt. Dadurch lassen sich umweltschädliche Tenside einsparen. Foto everdrop

DRK-Plasmapheresezentrum Zwickau im Glück-Auf-Center Äußere Schneeberger Straße 100 08056 Zwickau Plasmaspende Plastik beim Putzen einsparen Die Tabs von everdrop werden einfach in Leitungswasser aufgelöst und verwandeln sich so in Reinigungsmittel. Foto everdrop

Geöffnet von Montag bis Freitag 7:30 bis 19:30 Uhr

Termine unter 0375 / 276 926 220

Vorteile putzmittel-tabs • Inhaltsstoffe sind frei von Mikroplastik • vegane Inhaltsstoffe und leicht biologisch abbaubar (erfüllt Kriterien der leichten biologischen Abbaubarkeit nach OECD Messverfahren) • CO2-sparend, da mit Wasser aus der Leitung nutzbar • Putzflasche besteht zu 100 % aus recyceltem PET und kann bei Bedarf erneut recycelt werden • Tab-Verpackungen können im Altpapier entsorgt werden • bei regelmäßiger Verwendung günstiger als handelsübliche Reiniger

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis mit! Weitere Informationen und Blutspendetermine erhalten Sie unter:

Servicetelefon: 0800 11 949 11 | www.blutspende.de

die kosten Das Starter-Kit mit drei Flaschen sowie den Putzmittel-Tabs Allzweck, Bad und Glas kann online bestellt werden und kostet 29,99 Euro inklusive Versand. In der günstigsten Bestellvariante kostet ein Tab gerade mal ein Euro. Das everdrop-Waschmittel mit vier Beuteln und zwei Aufbewahrungsboxen ist als StarterKit für knapp 40 Euro erhältlich. Im Webshop gibt es zudem ein 4er-Pack Vollwaschmittel, Colorwaschmittel oder einen Mix aus beidem im Abo für rund 25 Euro. Ein Beutel reicht für 20 Waschladungen – somit kostet eine umweltfreundliche Wäsche damit rund 31 Cent.

Das Unternehmen ist erst seit Anfang Januar offiziell auf dem Markt, hat aber über Social Media schon etliche Fans gewinnen können. Auf der Webseite gibt das Unternehmen an, wie viele Plastikflaschen bereits durch die verkauften Putzmittel-Tabs gespart werden konnten. Stand Juli 2020: über 1,2 Millionen Flaschen!

Text Kristina Baum Info www.everdrop.de 09 20

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4 0 J a h re , m ä n n l i c h , l e d i g , J u n g fr a u s uc h t …

Mit 30 oder sogar 40 noch wahrlich ungeküsst zu sein, führt bei vielen Menschen zu Frust, Traurigkeit, Einsamkeit und Depressivität. Und das Tragische an dieser Situation: Mit den Jahren wird die Scham mehr und der Mut, sich an das andere oder vielleicht gleiche Geschlecht heran zu wagen, immer weniger. Man fühlt sich als Außenseiter und Loser und hat die Hoffnung längst aufgegeben. Doch es gibt auch Möglichkeiten, der Einsamkeitsspirale zu entkommen.

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lebensstil thema

A b sol haarp u te fblege egi n n ers


L

eon erinnert sich nur ungern an seine Jugend zurück. Er sei halt schon immer ein sehr schüchternes, ja sogar recht verängstigtes Kind gewesen. Andere hätten ihn nie so wirklich wahrgenommen, habe er mal in der Schule gefehlt, so fiel es niemandem auf. Auch vermisst habe ihn niemand – noch nicht einmal die Lehrer. Er hatte zwar einen ganz engen Freund, der immer für ihn da war: Maxi war das … leider aber nur ein Bild in seiner Fantasie, ein sogenannter imaginärer Freund, den Kinder sich gerne anschaffen. Er könne sich noch an Mobbing in der Schule erinnern, sei ungern dort gewesen, die Eltern viel zu beschäftigt mit der Arbeit, als dass sie sein Leid hätten erahnen können. Eine nicht ganz so einfache Jugend! Doch es wurde noch schlimmer. In der Pubertät habe er sich das erste Mal in eine Klassenkameradin verliebt, natürlich heimlich, niemand habe es mitbekommen. Leider war sie der Stufenschwarm aller Jungs und ihm war klar, dass es nie eine Beziehung geben würde – gehofft und sich in seiner Fantasie verloren habe er sich dennoch viele Jahre. Und plötzlich war er 22, alle um ihn herum hatten bereits den ersten Kuss, Kuscheln, Petting, das erste Mal Sex hinter sich. Und er? Absolute Flaute. Daraus wurde ein Absoluter Beginner (AB). So nennt man in der Szene Menschen, die in späten Jahren immer noch keine Beziehungserfahrung haben, oft noch nicht einmal einen anderen Menschen geküsst haben oder mit ihm intim geworden sind. Heute ist Leon 40 Jahre alt und auch jetzt hat er keinerlei Erfahrungen mit Frauen. Immer wieder war er zwar heimlich in die Nachbarin, die Kommilitonin oder in die Freundin eines Bekannten verliebt, aber er habe nie etwas unternommen, um mit diesen Frauen in Kontakt zu kommen. Stattdessen flüchtet er sich in die Einsamkeit und Scham. Sex mit einer Prostituierten, damit man überhaupt mal mitreden kann? Selbst das traut er sich nicht.

In Zeiten, in denen alles ganz schnell verfügbar ist, eben auch sexuelle Erfahrungen, greifen diese Menschen hier aber nicht zu. So kann es sein, dass manche Menschen von dem Überangebot und dem Anschein, alles geht und alles ist möglich, erschrocken sind und nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Hinzu kommen Pornos, die einem zeigen, wie der perfekte Liebhaber und die perfekte Frau beim Geschlechtsakt zu agieren haben. Eine Performance, die man selber so vielleicht gar nicht ansatzweise leisten kann. All das schüchtert ein und macht enorm unsicher. Gehört man dann aufgrund seiner Persönlichkeitseigenschaften oder seiner negativen Erfahrung in der Vergangenheit schon zu den eher unsicheren und schüchternen Menschen, so kann der Teufelskreis seinen Lauf nehmen. Die Hürde wird immer größer und irgendwann weiß man gar nicht mehr, wie das gehen soll mit einem Partner oder der Sexualität. Und das Schlimmste: Wenn andere sich nach einem Freund oder einer Freundin erkundigen, zum Beispiel die Mutter oder ein Arbeitskollege. Viele Betroffene flüchten sich dann in Lügen, um nicht als Außenseiter dazustehen. Denn wer will sich schon vor anderen als ein Super-Spätzünder enttarnen?

Sex bis zum Umfallen in jungen Jahren, wechselnde Partner in der Studienzeit, alles ausprobieren, alles mitnehmen. Viele Menschen glauben, dass so die wilden Jahre junger Menschen in der heutigen Gesellschaft aussehen. Es gibt Tinder, diverse andere Online-Partnerbörsen und generell sind die Menschen viel freizügiger und weitaus weniger verklemmt, als noch vor einigen Jahren. Man zeigt, was man hat. Allerdings sind all diese Faktoren kein Garant für Sex und erst recht nicht für eine harmonische und stabile Beziehung. Die Studie Jugendsexualität 2015, welche von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Auftrag gegeben wurde, zeigt: Junge Menschen leben heute nicht promiskuitiver als früher. So erleben die meisten Menschen ihre ersten sexuellen Erfahrungen am Ende der Teeniezeit bzw. zu Beginn der jungen Erwachsenenalters. Zudem kam raus, dass drei Prozent aller 25-jährigen Frauen bzw. sechs Prozent aller 25-jährigen Männer noch nie Sex hatten. Ausschlaggebende Faktoren hierfür sind: Schüchternheit, kein Interesse, geringes Selbstwertgefühl, Probleme mit der Kommunikation und beim Smalltalk, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, kaum Sozialkontakte oder streng gelebte Religiosität.

AB schweigen oft über ihr Problem. Sie wünschen sich zwar eine Partnerschaft, wissen aber nicht, wie das funktionieren soll. Alleine das Ansprechen, geschweige denn das Flirten, bereitet ihnen schon enorme Probleme. Sie befürchten, dass der potenzielle Partner sie auslachen und gleich wieder verlassen könnte, wenn sie sich offenbaren. Dann lieber doch den Kopf im Sand stecken lassen. Das Bedürfnis nach Bindung und nach Sexualität jedoch besteht weiterhin – und die Folge, diesen Druck aushalten zu müssen, mit niemandem darüber reden zu können, sich zu verstellen, andere anlügen zu müssen – all das mündet am Ende nicht selten in einer Depression.

Ich trau mich einfach nicht! li.: Menschen, die keinerlei Beziehungserfahrung haben, sogenannte Absolute Beginners, haben oft das Gefühl, den Zug nicht nur einmal, sondern schon ihr ganzes Leben immer wieder aufs Neue zu verpassen. Foto Bru-nO // pixabay.com

Tiefe Unsicherheit li.u.: Mit den Jahren wird die Scham und die Unsicherheit sehr groß, was wiederum zu einem regelrechten Vermeidungsverhalten führt. Man findet sich mit seiner Rolle als ewige Jungfrau ab. Foto sasint // pixabay.com

Für immer glücklich! Schaffen es die Absoluten Beginners raus aus dem Teufelskreis und sind sie bereit, Veränderungen anzugehen, so können auch sie langfristige und stabile Beziehungen führen. Foto bertomic // pixabay.com

Und ja, aus dieser Situation herauszukommen ist wahrlich nicht einfach, aber dennoch möglich. Oft bewerten ABs die Tatsache, dass sie bisher noch keine Erfahrungen in Sachen Liebe und Beziehung haben, schlichtweg über. Andere Menschen werten dies nicht als entscheidenden Faktor, wenn man sich sympathisch ist. Wer Hilfe suchen will, findet im Netz zahlreiche Möglichkeiten, u.a. den AB-Treff (www.abtreff.de), wo es möglich ist, sich online mit anderen AB auszutauschen und sich sogar Tipps von denen zu holen, die es aus der Negativspirale geschafft haben. Ebenso wichtig: mit Vertrauenspersonen reden und sich öffnen, Erprobung von Freizeitaktivitäten, Steigerung des Wohlbefindens (z.B. durch Sport, Entspannung, Stilberatung oder Reiseunternehmungen). Ganz wichtig: Den Druck aus der ganzen Sache nehmen, denn nur so bleibt Platz für den nötigen Mut und die Chance zur Verhaltensveränderung. Text Jessica Laqua

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Limo?

Aber selbst gemacht! E rfr i s c h e n d e d i y - L i m o n a d e n

Ein kühles Getränk ist im Handumdrehen selbst gemacht – die besten Rezepte, die auch bei Gästen gut ankommen, haben wir hier zusammengestellt.

die zitronensirup-zutaten 10 ungespritzte Bio-Zitronen 200 ml Wasser 200 g Zucker Bei Zitronenlimonade gilt stets: auf Bio-Qualität achten! Das ist wichtig, weil bei vielen Rezepten auch die Schale verwendet wird. Ungespritzte Zitronenscheiben können bedenkenlos auch in der Limo schwimmen.

das grundrezept

Und so wird's gemacht

Die perfekte Limonade für jeden Tag basiert auf einem selbst gemachten Zitronensirup. Dieser kann nach dem Kochen in ein sterilisiertes, verschließbares Glas gefüllt werden und hält sich an einem dunklen, kühlen Ort ungeöffnet bis zu sechs Monate. So lässt sich der Sirup jederzeit für leckere Limo verwenden, denn hierfür muss lediglich stilles oder Mineralwasser hinzugegeben werden. Die Süße lässt sich dabei ganz einfach selbst bestimmen, denn je weniger Sirup verwendet wird, desto kalorienärmer ist das Getränk natürlich. Außerdem kann der Sirup auch alkoholischen Getränken wie einem Ginfizz eine fruchtig-spritzige Note verleihen oder beim Backen zum Einsatz kommen.

Zunächst die Zitronen unter heißem Wasser abwaschen. Anschließend Zesten aus der Zitronenschale schneiden, in einen Topf geben und mit dem Wasser und Zucker aufkochen lassen. Die Zitronen auspressen und den Saft bei geringer Hitze mitköcheln lassen. Die noch heiße Flüssigkeit durch ein feines Sieb geben. Danach den fertigen Zitronensirup in ein zuvor mit heißem Wasser sterilisiertes Schraubglas geben, verschließen und umdrehen.

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Mundart thema

sel b stgemachte limo n ade n

Foto freepik.com

G

erade in der Spätsommerzeit sind erfrischende Getränke sehr gefragt. Wer auf Alkohol verzichten möchte, dem bleibt aber oftmals nur die Wahl zwischen den üblichen Softdrinks. Cola sowie industriell gefertigte Limo oder Brause mit sehr viel Zucker und künstlichen Zusätzen sind auf Dauer nicht nur ziemlich langweilig, sondern auch ungesund. Dass es leckerer und ernährungsbewusster geht, zeigt KOMPASS: Wir stellen einige Limonadenrezepte vor, die nicht nur leicht umzusetzen sind, sondern auch richtig gut schmecken.


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die schnelle variante

leckere variationen

Wem die Herstellung eines Zitronensirups zu aufwendig ist, der kann auf eine noch simplere Variante zurückgreifen. Zunächst wird der Saft aus drei Zitronen gepresst und in einer großen Glaskaraffe mit Zucker vermengt. Auch hier entscheidet der persönliche Geschmack – es ist ratsam, zunächst etwas weniger zu süßen, damit später noch angepasst werden kann. Für besonders kalorienbewusste Genießer bietet die frische Zubereitung noch einen weiteren Vorteil: Auch Agavendicksaft oder Stevia können hier zum Einsatz kommen, um auf Kristallzucker zu verzichten.

Für noch erfrischendere Limonaden ist eines unverzichtbar: Pfefferminzblätter sehen im Glas zusammen mit Zitronenscheiben nicht nur ansprechend aus, sie geben dem Getränk auch eine zusätzliche, passende Note.

Um den Geschmack zu intensivieren und eine besondere Note zu kreieren, kann außerdem der aromatische Saft einer Orange hinzugegeben werden. Nun wird einfach mit Mineralwasser oder stillem Wasser aufgegossen. Eiswürfel, die erst kurz vor dem Eingießen ins Glas gegeben werden, machen die Limo an heißen Tagen noch erfrischender.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt Erlaubt ist, was schmeckt und gefällt! Mit dem Grundrezept einer Zitronenlimonade lässt sich ganz hervorragend experimentieren. Foto freepik.com

Tipp: Um zu verhindern, dass die Bitterstoffe aus der Schale die Limonade zu herb werden lassen, sollten Zitronenscheiben nicht zu lange im Getränk verbleiben. Aber auch Lavendel passt hervorragend zu Zitronenlimonade – am besten können die feinen Blüten bereits in getrockneter Form im Sirup ziehen und so ihr Aroma entfalten. Ähnliches gilt für Ingwer, Zitronenmelisse oder Rosmarin, denn auch diese Zutaten können bereits mitköcheln und so dem Zitronensirup eine ganz besondere Note verleihen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – warum also nicht auch einmal eine Zitronenlimonade mit einem Stück Wassermelone oder mit leckeren Apfelschnitzen dekorieren? Eine tolle Kombination sind außerdem Blaubeeren, Himbeeren oder Erdbeeren. Sie kommen gemeinsam mit dem Zitronensirup in ein Glas mit Eiswürfeln und werden nach Belieben mit Mineralwasser oder stillem Wasser aufgegossen. Und wenn aus dem Beisammensein am Nachmittag noch ein Grillabend mit Freunden wird, lässt sich die erfrischende Beerenlimonade kurzerhand mit einem Schuss Alkohol in einen spritzigen Cocktail verwandeln.

5. SEP

POETRY SLAM

SÄCHSISCHE MEISTERSCHAFTEN

12. SEP

STEPHAN BAUER

18. SEP

GANKINO CIRCUS

9. OKT

FRANK LÜDECKE

10. OKT

PATRICK SALMEN

14. OKT

FATIH ÇEVIKKOLLU

das überraschungsrezept

Buchtipp Limonaden selbst gemacht - weniger Zucker, echter Geschmack Gerhard Praun; Bassermann Verlag; ISBN 978-3-8094-4075-8; Preis: 7,99 EUR

Inhalt Was könnte erfrischender sein als eine selbst gemachte Limonade – mit viel Frucht und vollem Geschmack? In seinem Buch präsentiert Barkeeper Gerhard Praun abwechslungsreiche Rezepte für prickelnde Erfrischungsgetränke.

Für ein Spätsommergetränk mit Wow-Faktor werden frische Pfirsiche und Pfefferminzblätter püriert. Die bereitgestellten Gläser mit Eiswürfeln werden zu einem Viertel mit dem Püree gefüllt. Anschließend wird mit einem Schuss Zitronensirup und Mineralwasser aufgefüllt. Noch ein Minzblatt zur Dekoration und ein farbenfroher Pappstrohhalm – schon ist ein leckerer, alkoholfreier Drink fertig, dem niemand widerstehen kann.

Limonade, das sagt schon der Name, wird klassisch aus Zitronen gemacht. Mittlerweile gibt es aber zahlreiche Rezepte, die der leckeren Zitronen-Limo in nichts nachstehen. Egal, ob gerade Wassermelone, Äpfel, Beeren oder Kräuter zur Hand sind: Eine erfrischende Limonade lässt sich aus den verschiedensten Zutaten herstellen.

Tickets bei allen bekannten VVK-Stellen Text Kristina Baum

Verlosung auf Seite 70

WWW.ALTER-GASOMETER.DE 09 20

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Foto Bruce Mars // unsplash.com

Karrierebooster Fremdsprache E rfo l g i m J o b d urc h S p r a c h ke n n t n i s s e

Englisch, die Welt- und Businesssprache Nummer 1, sprechen heutzutage eine Vielzahl der Menschen. Doch auch weitere Fremdsprachen sind gefragt, wenn es darum geht, im Job Karriere zu machen. So sind einige Sprachen besonders beliebt, wenn man auf der Karriereleiter aufsteigen möchte. Zudem gibt es zahlreiche Tipps und Tricks, die das Lernen einfacher, erfolgreicher und schneller machen.

I

n den 90er Jahren sah die Schullandschaft noch vor, dass Englisch ab der fünften Klasse gelehrt wird. Im weiteren Verlauf kam dann meist eine, vielleicht auch zwei Fremdsprachen hinzu. Meist handelte es sich um Französisch, Latein, Spanisch oder Italienisch. Das war es dann aber auch. Im Berufsleben und im Studium hat man diese weiteren Fremdsprachen – sofern man sie denn konnte – auch wieder verlernt. Englisch reichte und eigentlich kam man auch mit der deutschen Sprache ganz gut zurecht. Heute, 30 Jahre später, sieht die Situation ganz anders aus. Kein Wunder, denn schließlich leben wir in Zeiten der Globalisierung und das Leben ist mehr denn je international, Städte werden zu Schmelztiegeln und durchs Reisen kommen wir in Kontakt mit vielen verschiedenen Kulturen. Zeit also, sich ein paar mehr Sprachen als nur Englisch anzueignen. Das Schulsystem hat bereits vor einigen Jahren auf diesen Wandel reagiert. So lernen die Kinder schon in der Grundschule Englisch, später kommen andere Fremdsprachen hinzu. Und das Ganze hat Erfolg, denn die jüngeren Generationen können sich mittlerweile perfekt in der Weltsprache verständigen.

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Karriere Ber u f

mehrsprachigkeit


Doch auch weitere Sprachen boomen. Neben Spanisch sind es vor allem die asiatischen Sprachen wie Chinesisch oder Japanisch – was nicht verwundert, denn schließlich befinden sich dort viele Firmen und Geschäftspartner. Je mehr Fremdsprachen man also spricht, umso besser ist dies für die eigene Karriere. Und gerade exotische Sprachen können hier ein wahrer Türöffner sein. Ganz nebenbei ist es natürlich auch nicht verkehrt, wenn man sich im Urlaub mit den Einheimischen im Restaurant auf Landessprache unterhalten kann. Fremdsprachen sind also immer ein Bonus und fördern die Kommunikation mit unseren internationalen Mitmenschen.

der wille zählt ... und ein bisschen zeit! Natürlich lernt man eine Sprache nicht einfach im Schlaf, erst recht nicht, wenn es sich um komplexe Sprachen wie Chinesisch oder Russisch handelt. In erster Linie muss die intrinsische Motivation vorhanden sein, was meint, dass man auch wirklich daran interessiert ist, die Sprache zu lernen und dafür investieren zu wollen. Ganz wichtig ist Zeit: Wer immer nur zwischendurch in der Bahn oder in der Pause mal ein paar Vokabeln paukt, der wird sehr lange brauchen, um die Sprache sprechen zu können. Besser ist es, sich feste Zeiten einzuplanen, in denen man alle Außenreize eliminiert (also Handy lautlos, ein ruhiges Zimmer etc.) und sich voll und ganz dem Lernprozess widmet. Idealerweise plant man zudem jeden Tag kleine Sektionen von 15 bis 30 Minuten ein, um das Gelernte, also Vokalen, Grammatik oder Aussprache, zu trainieren. Heutzutage gibt es viele gute Lehrmaterialien auch online oder als App. So kann man immer wieder auf den Lernprozess zurückgreifen und sich mit dem neuen Hobby beschäftigen. Viele Apps haben kleine Rätsel in Quizform, die das Lernen erleichtern und Spaß bringen. Wem das zu modern ist, der kann auch ganz klassisch Kurse (z. B. an Volkshochschulen) besuchen und die Sprache dort von der Pike auf lernen. Alternativ gibt es in vielen Städten auch die Möglichkeit, sich einen Tandem-Partner zu suchen. Dabei handelt es sich um Leute aus dem jeweiligen Land, die gerne Deutsch lernen möchten. So trifft man sich dann in einem Café und profitiert voneinander durch den multikulturellen Sprachaustausch. Auch Filme in der jeweiligen Sprache, Radio hören oder Magazine lesen helfen sehr gut, um Fortschritte zu machen.

Modernes Lernen o.: E-Learning am PC, Tablet oder am Handy liegt im Trend und bringt Spaß in die Sache. Foto Marek Levak // unsplash.com

Interkulturelle Kommunikation u. : Sprachen fördern den Dialog in Gruppen und können Missverständnisse verhindern. Gerade in Zeiten von Globalisierung und internationalen Teams sind neben Englisch weitere Fremdsprachen unverzichtbar. Fotos Gustavo Alves // pixabay.com

Keine Ausreden mehr Je älter wir werden, so scheint es, umso bequemer werden wir. Natürlich würden wir gerne alle möglichen Sprachen sprechen wollen, aber so wirklich was dafür machen wollen wir auch nicht. Viele Möglichkeiten, wie das Lernen am Tablet oder am Handy, erleichtern uns jedoch den Prozess – dennoch gilt: Vokabeln pauken und wiederholen sind ein Muss, denn ohne geht es nicht. Für dieses Investment werden wir aber belohnt und gerade diejenigen, die im Job aufsteigen wollen, haben ein gutes Ziel vor Augen, für das es sich lohnt, eine neue Sprache zu lernen. Wer sich das Ganze so gestaltet, dass er sich immer wieder mal mehr, mal weniger damit konfrontiert, wird gute Erfolge verzeichnen können. Um am schönsten ist doch das Gefühl, sich mit Einheimischen in deren Landessprache verständigen zu können, ohne die üblichen Kommunikationsprobleme zu haben. Eine Belohnung, für die es sich ganz sicher lohnt zu lernen!

Text Jessica Laqua Info www.karrierebibel.de/fremdpsrachen-lernen

Ganz besonders effektiv sind zudem Auslandsaufenthalte. So kann es ratsam sein, den Sprachkurs direkt im Ausland zu absolvieren. Hier kommt man ins Sprechen und wird 24/7 mit der Fremdsprache konfrontiert, sodass man gar nicht anders kann, als zu lernen. Weitere Möglichkeiten, die sich insbesondere für die jüngere Generation eignen, sind der Auslandsaufenthalt als Au-pair, Work & Travel, Freiwilligenarbeit bzw. Volunteer-Programme, wie die Mitarbeit auf Farmen, in Umweltschutzprojekten oder in der Entwicklungshilfe. Viele der letztgenannten Möglichkeiten finden im sozialen oder ökologischen Kontext statt und sind somit ein großer Pluspunkt im Lebenslauf. Wem das alles zu anstrengend ist, der kann eine Sprache auch ganz einfach im Urlaub lernen. Hierfür ist es aber notwendig, sich vorab ein paar Grundkenntnisse anzueignen und dann vor Ort nicht zu schüchtern zu sein und die Einheimischen in der Landessprache anzusprechen. Durch lebendige Kommunikation lernt man eine neue Sprache am schnellsten und effektivsten.

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Foto Kilian Bishop

Gewinnzone

Artikel auf Seite 57

TICKE

Artikel auf Seite 56

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Was ist erfrischender als eine selbst gemachte Limonade? In seinem Buch präsentiert Barkeeper Gerhard Praun viele Rezepte für prickelnde Erfrischungsgetränke. KOMPASS verlost das vorgestellte Buch. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Limonaden‹ !

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Artikel auf Seite 67

TICKE

Ein Buch über das große Experiment Menschheit und ein Aufruf, neues Wissen zu erschließen und die Beschleunigung zu lenken. KOMPASS verlost ein Buch. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Experiment‹ !

Für einen zweiten Frühling ist es nie zu spät! »Bon Voyage« ist eine berührende Geschichte, die beweist, dass es für einen Neuanfang nie zu spät ist!. KOMPASS verlost 3 DVD's. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Bon Voyage‹ !

Artikel auf Seite 49

Rasante Melodien und viel Humor, so ist ein Konzertkabarett von »Gankino Circus«, live zu erleben am 18. September im Alten Gasometer. KOMPASS verlost 1x2 Tickets. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Gankino Circus‹!

Herrlicher Generationen-Clash mit Situationskomik: Drei nicht mehr ganz blutjunge Anfänger treffen auf den ganz normalen Familienwahnsinn. KOMPASS verlost 2 DVD's. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Enkel für Anfänger‹ !

Freuen Sie sich auf große Emotionen, packende Leidenschaft und unerwartete Versuchungen in dem Kinofilm »After Truth«. KOMPASS verlost 1x2 Kinotickets. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›After Truth‹ !

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Artikel auf Seite 35

TICKE

TICKE

Eine zarte, berührende Geschichte über Verlust und Liebe und wie man mit beidem umgeht, und darüber, was wahre Familie und Freundschaft ausmacht. KOMPASS verlost ein Buchexemplar. Schreiben Sie eine E-Mail mit dem Betreff ›Wie man den Wind aufhält‹ !

Foto Enrico Meyer

Foto Constantin Film

Artikel auf Seite 61

Artikel auf Seite 44

»Die Feisten« beehren mit ihrer 2-Mann-Song-Comedy-Show am 10. März 2021 erstmals das Konzert- und Ballhaus »Neue Welt« in Zwickau. KOMPASS verlost 1x2 Freikarten. Schreiben Sie eine EMail mit dem Betreff ›Die Feisten‹ !

Alle Teilnahmen senden Sie bitte bis spätestens zum 21.09.2020 oder bei früheren Terminen bis 3 Tage vor der Veranstaltung an die E-Mailadresse gewinnen@deinkompass.de. Viel Glück!

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unterhaltung

gewi n n zo n e


Doc Schröter KO LU M N E

Selb

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Liebe Leserinnen und Leser,

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

Uwe W. Schröter

Nymphomanie

als praxiserprobter Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe ist Doc Schröter unser Ansprechpartner bei Themen rund um Sexualität und Frauenheilkunde. In seiner Kolumne greift er brisante aber auch humorvolle Themen auf und betreibt so ein Stück weit Aufklärung. Los gehts mit dem Thema »Sexsucht« bei Frauen. Sandra ist 42 Jahre jung und hat ein Problem: Sie hat Heißhunger auf Sex. Feste Partnerschaften lehnt sie ab. Flüchtige Bekanntschaften, One-Night-Stands, schneller Sex, das ist es, was sie will! Und trotzdem leidet sie. Die Sexsucht beeinträchtigt ihr ganzes Leben. Rastlos sucht sie ständig nach neuen Partnern, um ihre Gier zu befriedigen. Manche werden das toll finden, manche auch nicht. Wo liegt das Problem? Sandra leidet unter »Nymphomanie«. Darunter versteht man das gesteigerte Verlangen von Frauen nach Geschlechtsverkehr (Hypersexualität) mit häufig wechselnden Sexualpartnern, das in einen Wahn, also eine Manie übergehen kann. Dann spricht man auch von »Klitoromanie« oder »Metromanie«. Bei Männern nennt man die Sexsucht übrigens »Satyriasis« oder »Donjuanismus«. Wesentlich mehr Menschen als bisher angenommen leiden unter Sexsucht, das heißt, sie können ihr sexuelles Verlangen und Verhalten nur teilweise oder gar nicht kontrollieren. Der Wunsch nach sexueller Befriedigung (die oft nicht erreicht wird) ist dabei so groß, dass die Betroffenen sich mehr und mehr zwanghaft auf Sex konzentrieren und andere Bereiche des Lebens vernachlässigen. Oft gefährden sie damit auch die eigene Existenz. Die Gier nach Sex gehört zu den stoffunabhängigen Süchten (im Gegensatz zu Alkohol-, Nikotin- und Drogensucht). Studien ergaben, dass ca. 10% der befragten Männer und 7% der befragten Frauen Probleme hinsichtlich der Kontrolle ihres Sexualverhaltens aufweisen. Männer und Frauen sind also gleichermaßen betroffen. Experten einigten sich im Jahre 2018 darauf, »zwanghaftes Sexualverhalten« als psychische Störung anzuerkennen.

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Dass Sexsucht in allen Schichten der Gesellschaft anzutreffen ist, belegen auch einige namhafte Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart: Don Juan, Giacomo Casanova, Michael Douglas, Tiger Woods, Pamela Anderson, Lady GaGa. Im Unterschied zum Mann lebt eine Nymphomanin ihre Sexsucht meist mit Sexpartnern aus, wohingegen der sexsüchtige Mann eher Pornos konsumiert oder Prostituierte aufsucht. Doch wie beginnt die Hypersexualität? Am Anfang sind es nur ständige Gedanken an Geschlechtsverkehr und Selbstbefriedigung. Später werden aus Gedanken Taten, zwanghafte Masturbation, exzessiver Konsum von Pornografie und folglich übermäßig häufiger Sex mit hoher Promiskuität (ständig wechselnde Sexualpartner). Im Zusammenhang mit Sexsucht kommt es teils auch zu Ordnungswidrigkeiten und Straftaten (Exhibitionismus, sexuelle Belästigung, Voyeurismus, sexuelle Übergriffe). Werden die Betroffenen von ihrer Sucht derart beherrscht, dass alle anderen Lebensbereiche durch die Hypersexualität in Mitleidenschaft gezogen werden, hilft nur noch eine qualifizierte Therapie. Eine Therapie ist schwierig und sehr langwierig. Sie sollte immer komplex und durch speziell ausgebildetes Personal erfolgen. Zu erwähnen sei an dieser Stelle die Arbeit in Selbsthilfegruppen, die verordnete Abstinenz sowie die medikamentöse Therapie. Ziel der Behandlung ist immer, den Betroffenen den Weg zu einer gesunden und beziehungsorientierten Sexualität zu bahnen. Und ab wann ist man denn nun eigentlich sexsüchtig? Was ist normal? Was ist krankhaft? Um diese Fragen für sich selbst zu beantworten, haben Psychologen verschiedene Selbsttests entwickelt. Einen davon findet Ihr auf der Homepage des KOMPASS unter: www.deinkompass.de Eins sei an dieser Stelle aber noch gesagt, auch bei der Sexualität gibt es keine Norm! Bleibt gespannt und neugierig bis zur nächsten Ausgabe, wenn es wieder heißt: Nachgefragt bei Doc Schröter!

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glosse

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M o n atshoroskop

September Tagundnachtgleiche Der September ist der neunte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender und hat 30 Tage. Am 22. oder 23. September ist die »Tagundnachtgleiche« in der die Sonne in der Äquatorebene der Erde steht. Genau an diesem Tag geht sie im Osten auf und im Westen unter. Das gilt an jedem Ort auf der Erde. An einem dieser zwei Tage beginnt, astronomisch gesehen, der Herbst. Historische, deutsche Namen für den September sind Herbstmond, Herbsting, Holzmonat oder Engelmonat.

Frischer Wind

Spannungsimpulse Liebe

Gesundheit

Beruf

Konflikte, die Sie schon längere Zeit unter den Teppich gekehrt haben, kommen im September zum Vorschein. Doch wenn das erst mal geklärt ist, stellt sich neue Nähe her. Ab Mitte des Monats lacht wieder die Sonne an Ihrem Liebeshimmel. Singles tun sich erst schwer, Ende September klappt es mit dem Flirten deutlich besser. Nur kein Stress oder sich unter Druck setzen! Spannungsimpulse von Mars warnen beim Sport vor Selbstüberschätzung. Setzen Sie jetzt auf eine langsamere Gangart und viele Mußestunden. Sie brauchen einfach mehr Ruhe. Prima, wenn Sie jetzt Urlaub machen können. Am besten fernab von überfüllten Stränden und Touristen-Hochburgen des Landes. Sie sind zuverlässig, fleißig und beweisen Ihr Know-how. So lassen Sie sich auch von dem hohen Pensum im September nicht unterkriegen. Ab Ende des Monats bietet Merkur super Sterne für die richtigen Argumente, Sie punkten in Verhandlungen.

Liebe

Gesundheit

Schwungvolle Vibes von Mars bringen bei Liierten frischen Wind in die Beziehung. Sie treffen gemeinsame Entscheidungen und sind einer Meinung. Singles sind ganz schön aufgekratzt und flirten offensiv. Sie haben eine Menge Spaß und könnten bis Ende des Monats den Traumpartner finden. Venus bietet noch bis Mitte September wunderbare Einflüsse, um sich bei Wellness und Beautypflege gründlich verwöhnen zu lassen. Da auch Mars mitmischt, sind Sie im September leistungsstark und entwickeln große Widerstandskraft. Sport, Fitnesstraining und Action im Alltag machen Ihnen Spaß. Auch einen neuen Sport erlernen Sie im Nu. Mars motiviert Sie bei der Arbeit. Sie wollen vorwärtskommen und bringen alles vom Tisch, was bisher noch nicht erledigt ist. Sie neigen dazu, mehr auszugeben als reinkommt. Bei der Kommunikation mit Kollegen und Kunden brauchen Sie mehr Geschick und Diplomatie, um Missverständnisse zu vermeiden.

Gesundheit

Beruf

Sie treten sehr selbstbewusst auf und wissen genau, was Sie wollen. Singles sind aktiv auf der Suche und total kommunikativ. Liierte brauchen einen begeisterungsfähigen Partner, der ihre Lust auf Abwechslung teilt. Ab Mitte September wird unter einer angespannten Venus mehr Fingerspitzengefühl nötig sein. Sonne und Mars liefern ein Plus an Lebensfreude und Energie. In diesem Monat haut Sie gar nichts um. Beim Sport haben Sie Lust auf Action und entwickeln neuen Ehrgeiz, um besser oder schneller zu werden. Etwas sensibler kann Ihre Verdauung ab Mitte des Monats reagieren. Bevorzugen Sie leicht bekömmliche Speisen. Jetzt können Sie viel bewegen. Gegen Ende des Monats liefert Merkur top Einflüsse für Ihre Finanzen und Sie können gute Preise und Konditionen aushandeln. Zudem vernetzen Sie sich mit den richtigen Leuten und kommen zu den Informationen, die Sie brauchen. 09 20

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unterhaltung a u ssicht

Liebe

Gesundheit

Liebe

Gesundheit

Beruf

Venus und Jupiter fördern die Übereinstimmung. Hochzeitspläne sind nun begünstigt, aber auch Familienplanung. Zärtlichkeit und Romantik werden ab Mitte September großgeschrieben. Singles sind offener für prickelnde Kontakte, und das kann jetzt ganz schnell gehen. Im Moment tut es Ihnen besonders gut, dem Großstadtrummel zu entfliehen. Sie wollen in Ihrer Freizeit total relaxen und sich nicht mit Staus und Freizeitstress die Zeit verderben. Abschalten fällt Ihnen leicht, ab Mitte des Monats bietet Venus einen prima Einfluss für Beauty- und Körperpflege. Das ist eine tolle Zeit, um sich in einem Spa oder Wellnesshotel verwöhnen zu lassen. Der langfristige Trend sieht super aus, ein besonderes Händchen haben Sie für Immobilien, Geldanlagen und Altersvorsorge. Wer etwas renovieren möchte, findet günstige Angebote. Ende des Monats beweisen Sie im Job große Kreativität, dann könnten allerdings unerwartete Kosten entstehen.

H oroskop

Beruf

Venus und Jupiter versprechen einen Monat voller Liebe und Herzklopfen. Singles sind ab Mitte September heiß begehrt und neue Fans haben Langzeitpotenzial. Liierte genießen die Vertrautheit und Nähe zu ihrem Partner. Die Harmonie ist groß und das Band der Liebe festigt sich. Für eine Hochzeit ist das die ideale Zeit. Top Sterne für Vergnügen und Erholung machen Ihnen im September viel Freude. Venus und Neptun fördern Ihre Begeisterung für Wassersport. Auch bei einem kreativen oder künstlerischen Hobby blühen Sie auf. Sie können Stress sehr gut ausblenden und konzentrieren sich mehr auf den Lebensgenuss. Bis Mitte des Monats unterstützen Merkur und Jupiter finanzielle Vorhaben und lukrative Verträge. Venus zeigt, dass Sie sich gern kreativ betätigen und Ihren Kundenstamm sorgfältig pflegen, aber auf ehrgeiziges Ranklotzen lieber verzichten. Ab Ende September sollten Sie mehr auf die Kostenbremse treten.

Abschalten

Fingerspitzengefühl Liebe

Beruf

Voller Liebe

Entspannung Liebe

Gesundheit

Beruf

Bis Mitte September sind Singles der Mittelpunkt an allen Flirtbörsen, und sie könnten sich dabei tatsächlich verlieben. Paare verstehen es, die Beziehung in Schwung zu halten. Sie haben auch im Gespräch einen Draht zueinander. Erst ab der Mitte des Monats gilt es Kleinigkeiten nicht zu dramatisieren. Sie haben Lust, das Leben zu genießen und sich etwas zu gönnen. Urlaub bringt besondere Entspannung. Mars läuft während des ganzen Monats September klasse und treibt Sie in Sachen Sport und Bewegung ziemlich an. Auch der Motorsport begeistert Sie nun mehr als sonst. Im September fällt es Ihnen leicht zu zeigen, was Sie draufhaben. Endlich kommen Ihre kommunikativen Fähigkeiten voll zum Einsatz. Networking läuft wie von selbst und kreative Ideen sprudeln nur so aus Ihnen heraus. Gegen Ende des Monats gilt es Sparpotenzial zu nutzen und im Job kommt es jetzt auf Details an.


I mpress u m Klärungsbedarf Liebe

Gesundheit

Beruf

Zu Beginn des Monats geht es rund und Liierte brauchen mit ihrem Partner ziemlich viel Geduld. Unstimmigkeiten liegen in der Luft. Doch ab Mitte September sorgt Venus für neue Harmonie und die Liebe erblüht erneut. Singles aufgepasst: Ab Mitte des Monats macht Venus Sie sehr flirtfreudig. In Sachen Fitness und Training läuft Mars nicht optimal und dämpft Ihr Energielevel und die Motivation für Sport. Sie brauchen im September mehr Zeit für sich und eine große Portion Entspannung. Ab der Mitte des Monats unterstützt Sie Venus bei allem, was das Leben schöner macht. Pflege und Wellness sorgen für innere Harmonie. Besonders schnell erholen Sie sich jetzt beim Baden. Es ist einiges zu tun und Sie haben in manchen Punkten Klärungsbedarf. Ende September verlaufen Verhandlungen harmonischer und ein Konsens ist möglich. Prima ist: Venus liefert top Impulse für alle kreativen Köpfe. Ihre Ideen und ein gutes Gespür für den Zeitgeist machen Sie bei Stil- und Modefragen erfolgreich.

Dickes Plus Liebe

Gesundheit

Singles kommen groß raus. Man kann Sie gar nicht übersehen, denn Sie strahlen und ziehen reihenweise Fans in Ihren Bann. Und Sie haben jetzt auch richtig Lust auf Abenteuer. Liierte Löwen turteln wie neu verliebt. Mars gibt Gas und schon läuft es wieder rund. Auch gemeinsame Ziele lassen sich mit viel Schwung anpacken. Das ist einfach Ihre Phase, in der Sie total aufblühen, denn Sonne und Mars gönnen Ihnen ein dickes Plus an Energie. Sie können Gas geben und einfach mehr erwarten. Ihre Leistungen beim Sport verbessern sich. Zudem sind Sie geistig hellwach und können sich extrem gut konzentrieren. Ihre Sterne machen Sie im Job sehr selbstbewusst. An Ihnen kommt man nicht vorbei, die Dinge laufen richtig gut. Merkur gibt Gas und steigert Ihr Auftragsvolumen. Sie sind fleißig, arbeiten motiviert und bringen Ihre persönlichen Ziele den ganzen Monat voran. Selbst anspruchsvolle Aufgaben meistern Sie jetzt mit links, das fällt Kollegen wie auch dem Chef positiv auf.

Waage 24.9. – 23.10.

Lebensfreude Liebe

Gesundheit

Beruf

Venus und Jupiter werden selbst den eingefleischtesten Junggesellen von der Liebe überzeugen. Singles haben top Flirtsterne und können sich verlieben. Liierte schaffen Konflikte aus der Welt und kommen ihrem Partner wieder näher. Zärtlichkeit und Romantik versüßen die gemeinsamen Spätsommernächte. Sie starten schon in einer recht guten Verfassung in den September, doch Venus bietet noch mehr Lebensfreude. Sie finden Zeit, um sich zu erholen und Freizeit nach Ihren Vorstellungen zu genießen. Sie lassen es sich gut gehen und geben dank der Sonnenpower ordentlich Gas. Ihre Geschäftspartner sind fair, zuverlässig und an einer harmonischen Zusammenarbeit interessiert. Man lässt Ihnen mehr Freiraum. Doch das ist noch nicht alles: Ab Ende des Monats bietet Merkur ideale Einflüsse, um alles rund um die Finanzen zu regeln und lukrative Lösungen zu finden. Das ist es eine ideale Phase, um sich zu bewerben und Verträge zu schließen.

Beruf

Schaffenspause Liebe

Gesundheit

Beruf

Sie brauchen im September mehr Geduld und Fingerspitzengefühl, Spannungsimpulse bringen die Emotionen durcheinander. Eifersucht oder unterschiedliche Interessen können der Grund dafür sein. Doch im Gespräch lässt sich alles klären. Singles stehen unter Starkstrom und wollen auf keinen Fall etwas versäumen. Sie neigen dazu, kräftig über die Stränge zu schlagen. Beim Sport sind Sie weniger motiviert und bleiben in Ihrer Freizeit lieber in der Hängematte liegen. Bis Mitte des Monats wirken Wellness und Pflege schnell sehr positiv auf Sie. Sie neigen dazu, sich zu viel des Guten zu gönnen. Leichte Küche ist angesagt, dann fühlen Sie sich weiterhin gut. Das Arbeitspensum kann im September sehr hoch sein, doch auf finanzieller Ebene bietet Merkur Lohnenswertes. Bis Ende September fällt es Ihnen leicht, sich bei Preisverhandlungen Vorteile zu sichern. Nicht ganz optimal läuft es bei kreativer Arbeit, hier brauchen Sie eine Schaffenspause.

Herausgeber: FIRST AGENCY event + verlag UG KOMPASS Stadtmagazin ist ein Produkt der FIRST AGENCY event + verlag UG, vertreten durch Anja Uebel Kolpingstraße 24, 08058 Zwickau , Tel. 0375 2898980-2, Fax 0375 2898980-9, info@deinkompass.de, www.deinkompass.de Layout, Satz & Grafik: FIRST AGENCY event + verlag UG

Titelbild: »Timeless tales« Annushka Hardikare www.theplatedproject.com Anzeigen: Anja Uebel, info@deinkompass.de Redaktion: Jessica Laqua, Vivien Schramm, JoKri, Dr. Sandy Alami, Kristina Baum, Friedrich List, Amy Li, Valeriya Skorobagatko, Natalie Scheffler, Valentin Beige, Uwe. W. Schröter Terminredaktion: Kati Störch Verteilung und Vertrieb: An über 550 Auslagestellen in Zwickau und Umland, Erzgebirge, Vogtland sowie Chemnitz und Umland. Kostenloser Vertrieb in Geschäften, Restaurants, Cafés, Bars, Galerien, Hotels, Pensionen, Autohäusern, Kinos, Arztpraxen, Steuerkanzleien, Rechtsanwaltskanzleien, touristischen Einrichtungen u.v.m. Druck: Tisk Horak Monatliche Druckauflage: 15.000 Stück Erscheinung: am Ende eines Monats für den Folgemonat Nächster Redaktionsschluss: 21. September 2020 Nächster Anzeigenschluss: 24. September 2020

Eroberung

Ruhepausen Liebe

Gesundheit

Beruf

Paare haben gerade viel Zärtlichkeit und Einfühlungsvermögen. Treue und Zuverlässigkeit fallen Ihnen leicht wie nie, die Bindung wird intensiver. Singles träumen nicht nur von der großen Liebe, sondern lassen aus einem anfänglichen Spätsommerflirt etwas Echtes werden. Sie wissen im September ganz genau, was und wen Sie wollen. Sie sind in einer herrlich relaxten Verfassung und dabei sehr empfänglich für die schönen Dinge des Lebens. Jetzt genießen Sie ausgiebige Ruhepausen. Sehr schnell erholen Sie sich bei Wassersport oder einfach beim Chillen am Abend. Venus und Jupiter bieten Aufstiegschancen. Man bringt Ihnen im September große Sympathie entgegen und schätzt Sie. Bis Mitte des Monats laufen Verhandlungen ums Geld sehr gut. Gegen Ende September ist allerdings kluges Taktieren gefragt. Bleiben Sie geduldig, dann haben Sie schon wieder alle Möglichkeiten, wenn es um bessere Bezahlung und Schnäppchen geht.

Liebe

Gesundheit

Beruf

Singles sind im September ganz auf Eroberung gepolt. Sie sind sehr selbstbewusst und trauen sich, die attraktivsten Exemplare anzubaggern. Paare setzen auf gemeinsame Action und wollen in ihrer Beziehung was voranbringen. Es läuft prima, gute Gespräche machen Freude. Sonne und Mars treiben Ihr Leistungsbarometer in die Höhe. Was auch ansteht, Sie sind bereit dafür. Es macht Ihnen Spaß aktiv zu sein und sich viel zu bewegen. Sehr gut! Sportreisen stehen unter einem guten Stern, Action und Abwechslung tun Ihnen gut. Der September bietet Ihnen Aufstiegschancen. Networking, Kommunikation und Teamwork fallen Ihnen leicht. Sie sind total motiviert, arbeiten gern und können sich das auch versilbern lassen. Bewerbungen und Gehaltsverhandlungen laufen gegen Ende des Monats bestens. Günstige Gelegenheiten häufen sich. Selbstständige können neue Kunden finden und ihre Auftragsbücher füllen.

Der Abdruck von Veranstaltungshinweisen erfolgt ohne Gewähr. Nachdruck, Speicherung, Vervielfältigung und Verbreitung in elektronischen und nichtelektronischen Medien vollständig oder auszugsweise nur mit verheriger schriftlicher Genehmigung. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Urheberrechte für Beiträge, Fotografien, Zeichnungen und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag bzw. bei den Autoren. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Vorlagen kann keine Garantie übernommen werden. Veranstalter, die honorarpflichtige Fotos zur Ankündigung ihres Programms an die FIRST AGENCY event + verlag UG übergeben, sind für die Forderungen des Urhebers selbst verantwortlich. Überschriften und Einleitungen werden vom Verlag gesetzt. Leserbriefe, Anzeigen und namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.

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Meine Stadt. Meine Musik. Mein Radio.


Claudia Ziegler Friseurin

www.handwerk.de

Was man dieses Jahr bloĂ&#x; anfangen soll? Eine Ausbildung. Dein Weg ins handwerk?

einfach fragen!


HOME IS

WO MEINE COUCH CHILLT.

#STAYCATION2020 In diesem Jahr ist Urlaub anders. Da wird die Wohnung fix mal zum 5-Sterne-Resort – inklusive bestem Ausblick, kühler Getränke ohne AI-Bändchen und Extrem-Couching ganz ohne Sonnenbrand. Euer Deluxe-Appartement, bezahlbar und nah, wartet schon! Ne Reiserücktrittsversicherung braucht ihr übrigens bei uns nicht. Einfach anschauen, Koffer packen und ordentlich ablümmeln.

www.zwg.de Telefon: 0375 - 430 460 Zwickauer Wohnungsbaugenossenschaft eG Ernst-Thälmann-Straße 101 | 08066 Zwickau | wohnung@zwg.de

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KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 9 | 20  

KOMPASS - So muss Stadtmagazin. Interessant! Aufregend! GESCHENKT! Jeden Monat neu. Zu finden in Zwickau + Umland, Vogtland, Erzgebirge, Che...

KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 9 | 20  

KOMPASS - So muss Stadtmagazin. Interessant! Aufregend! GESCHENKT! Jeden Monat neu. Zu finden in Zwickau + Umland, Vogtland, Erzgebirge, Che...

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