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100. ausgabe

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ant! Interess ! nd Aufrege NKT! GESCHE

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LEBEN mEinE staDt mEin lEbEn mEin KomPass

Kevin Brewery

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Die Lust am Beobachten


ERZGEBIRGE WÄCHST MEIN GLÜCK AUF. HANNA ULLMANN

UND I HRE KAN INCHEN

PÖHLA

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Wer in Geborgenheit aufwächst, kann andere mit einem unbekümmerten Lächeln verzaubern. Mit einer liebevollen Kinderbetreuung und vielseitigen Bildungsmöglichkeiten auf hohem Niveau werden im Erzgebirge die Grundlagen für eine glückliche Zukunft gelegt. In einem natürlichen Umfeld können sich Kinder hier individuell entfalten. Hanna kümmert sich deshalb so unbeschwert um ihre kleinen Schützlinge. Denn nur hier, im Erzgebirge, wächst ihr Glück auf.

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe »Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur« durch den Freistaat Sachsen gefördert.


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DR. FROBÖSE: SITZEN IST DAS NEUE RAUCHEN

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VERSCHMUTZUNG DURCH LICHT

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MANIPULATION IN DER BEZIEHUNG

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TITEL

K L E I n E w E LT

16 SENSATIONSGIER Die Lust am Beobachten 24 GASLIGHTING Charmant und furchtbar gefährlich

THEMA 62 OPTIMIERTE KINDHEIT Zwischen Förderung und Stress

K U n S T & K U LT U R

TIPPS F ÜR KIDS 64 QUERBEET Unterhaltung für Augen und Ohren

THEMA 56 DOPPELMORAL & BIGOTTERIE Homophobie in der Kunst

LEbEnSSTIL

FILM 60 LEINWAND Streifen des Monats 60 HEIMKINO Filme von der Ladentheke

TREND 66 FELLNASEN INS BÜRO Der Anti-Stress-Hund 70 SCHLAF GUT! Besser Schlafen via App

MUSIK & LITERATUR 61 NEU IM HANDEL Rezensiert und vorgestellt

MOBIL 74 POTENZIALE NUTZEN Radschnellwege

ER SIE ES

MUNDART 72 LEBENSMITTEL 2. KLASSE Betrug oder Markenphilosophie?

DRUNTER & DRÜBER 06 WEITBLICK 360º über den Tellerrand

KaRRIERE

THEMA 10 GRÜNER WIRD´S NICHT Lass wachsen mit dem Growroom!

BERUF 76 GENDER PAY GAP Gleicher Lohn für gleiche Arbeit?

www.deinkompass.de 05 17

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VIERBEINER GEGEN DEN ARBEITSSTRESS

inhalt

www.facebook.com/deinkompass


E D I T O R I A L

62 Foto: Yvonne Shearer / flickr.com

MONTAG BALLETT, DIENSTAG SCHACH, MITTWOCH BURNOUT

LiebeINHALT Leserinnen und Leser,

EWIG GESTRIGE SCHWULENANGST

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S Ta D T L E b E n MEINE STADT 29 LOKAL TOTAL Geschichten aus dem Viertel

U n T E R H a LT U n G KOLUMNE 78 CHRISTIANE SATIRE 28 VEIT'S WELT Wenn schon Falten - dann vom Lachen GLOSSE 79 DIE GOLDENE WALNUSS Preisgekrönte Sinnlosigkeiten 82 KURTS SCHLUSS Der Weltverbesserer mit der sympathischen Kritik AUSSICHT 80 HOROSKOP Die Sterne im Mai

S Ta n D a R D S 78 GEWINNZONE 82 IMPRESSUM

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Gewinnspiel

Verlosung

Faszinierend, charmant und furchtbar gefährlich kann die Beziehung zu einem Narzissten werden. Zunächst wähnt man sich im siebenten Himmel und wird auf Händen getragen. Aber man gerät in die Fänge eines sogenannten Gaslighters. Dann heißt es wählen zwischen tiefem Fall und bedingungsloser Abhängigkeit. Vorhandenes benutzen oder es verlieren, lautet eine aktuelle These in Gesundheitsfragen. Denn während unsere moderne Arbeitswelt immer komfortabler und somit auch bequemer bei zeitgleicher Leistungssteigerung wird, stellen neueste Studien das permanente Sitzen am Arbeitsplatz auf eine Stufe mit dem Rauchen! Redakteurin Jessica Laqua fragte bei Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln nach und ließ sich erklären, warum diese erzwungene Inaktivität schädlich ist und was man dagegen tun kann. Eine Zweiklassengesellschaft im Gesundheitssystem beklagen schon länger einige, doch dass es auch Lebensmittel zweiter Klasse gibt, sorgte in letzter Zeit für Aufregung. Internationale Lebensmittelkonzerne sind zwar bestrebt, dass ihre Produkte weltweit standardisiert sind und gleich schmecken. Doch ist es überhaupt möglich, dass ihre Produkte überall gleich schmecken? Sandy Alami hat nachgefragt. Ein weiterer Aufreger: Derzeit sorgt die Neuverfilmung des Disney-Klassikers »Die Schöne und das Biest« für Aufregung. Der Grund? Eine der dargestellten Figuren zeige homosexuelle Züge. Auf Spurensuche in eine bigotte Kunstwelt hoffen wir auf mehr Toleranz. Viel Spaß beim Lesen der 100. Ausgabe! Die Redaktion.

TICKE

Tickets

Gaffen, Gieren, Zuschauen! Schaltet man den Fernseher an, hat man das Gefühl, umgeben zu sein von Ekel -und Reality-Formaten. Zwischen all den Supertalenten, Next-TopModels und Dschungelcamp-Bewohnern zappen wir scheinbar wahllos hin und her und wundern uns empört, dass das überhaupt jemand anschaut. Doch Tatsache ist: Ein wenig Voyeurismus steckt wohl in jedem von uns! KOMPASS hat sich auf die Suche nach den Hintergründen für »Die Lust am Beobachten« gemacht und das faszinierende Phänomen als Urmenschliches enttarnt.

Verlosung Facebook

INhALT

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wolken am Fast-Food-himmel ernährung Mal wieder Ärger im Hause McDonald´s! Nachdem das Unternehmen bereits seit Jahren gegen sinkende Umsatzzahlen anzukämpfen hat, verdunkelt sich am Horizont bereits der Himmel für den nächsten »Regenguss«. Gleich in drei europäischen Ländern, Deutschland, Frankreich und Italien, wurde durch Verbraucherschützer Klage gegen den Fast-FoodRiesen bei den Kartellbehörden eingereicht. Der Vorwurf: Marktmissbrauch. Konkret wird Mc Donald´s vorgeworfen, ihren Franchise-Partnern, die firmeneigenen Produkte zu höheren Preisen zu liefern als den selbstgesteuerten Filialen. Höhere Endverbraucherpreise in den Franchise-Restaurants seien die Folge. Hintergrund: Der US-Konzern betreibt in Europa nur ca. 20 Prozent der Filialen selbst. McDonald´s weist den Vorwurf naturgemäß zurück und verweist auf die selbstständige Preisgestaltung der Franchise-Nehmer. Sollte sich der Vorwurf doch als gerechtfertigt erweisen, könnte das für den Fast-Food-Giganten richtig teuer werden. Bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes könnten die Kartellämter als Strafmaß festsetzen, das wären dann 2,5 Milliarden Euro. Wenn ihnen da mal nicht der Burger im Hals stecken bleibt! Foto: pixabay.com

malbuCH-übeRRasCHuNg kurioses Eltern staunten wohl nicht schlecht, als sie die bunt verzierten »Ausmalwerke« ihrer Kinder zur Begutachtung vorgelegt bekamen. Das Lob blieb im verschreckten Elternhals stecken beim Anblick eines grüßenden Hitlerabbildes im Kindermalbuch. Selbst für die toleranten Niederländer eine Spur zu viel. Die Beschwerden bei der Drogeriekette »Kruidvat«, die das Malbuch verkauft hatte, ließen entsprechend auch nicht lange auf sich warten und so wurde nach Bekundung des »tiefen Bedauerns« das Machwerk auch gleich aus dem Verkehr gezogen. Auf der Facebook-Seite des Unternehmens war zu lesen, man prüfe, wie das unangemessene Bild trotz verschiedener Kontrollen der Inhalte im Malbuch landen konnte. Interessant dürfte das allemal sein, denn das Bild fand sich zum einem in einem »Fußball-Malbuch« sowie in einem für »Schlösser«. Die Hitlerfigur war übrigens im Stil »Malen nach Zahlen« aufgeteilt und entfaltete somit ihr Erscheinungsbild tatsächlich erst nach dem Ausmalen. Ob die fakultativen Farbvorgaben eventuell ein breiteres Spektrum an Brauntönen vorsahen, entzieht sich allerdings unserer Kenntnis. Foto: shutterstock.com

SPÄTES »COMING OUT« Mal ehrlich: Wer hätte das gedacht? Mit nunmehr 73 Jahren »gestand« Schmusesänger Barry Manilow in einem Interview mit der US-Zeitschrift »People«, dass er homosexuell sei und seit fast vierzig Jahren in einer Beziehung mit seinem Manager Garry Kief (68) lebe. Der Grammy-Preisträger hatte seinen »Mann für´s Leben« bereits 1978 kennengelernt und sich sofort verliebt. »Er ist der klügste Mensch, dem ich je begegnet bin - und dazu ein großartiger Kerl.« Was für ein schönes Kompliment! Warum Manilow, der für Songs wie »Mandy« oder »Can´t smile without you« bekannt ist, solange mit seinem Coming Out wartete? »Ich dachte, ich würde (meine Fans) enttäuschen, wenn sie wüssten, dass ich schwul bin«, so der Sänger gegenüber »People«. Doch enttäuscht zeigten sich seine zahlreichen Fans, nachdem das »Geständnis« durchgesickert war, überhaupt nicht. Er habe viele positive Rückmeldungen erhalten, wofür der Sänger sehr dankbar sei. Gut so! Dann hat das, heutzutage, zum Glück unnötige Versteckspiel ja endlich ein Ende. Und sind wir mal ehrlich: Alles andere hätte uns auch stark verwundert! Foto: Weatherman90 / wikipedia.org

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Das Soziokulturelle Zentrum der Zwickauer Region Mai

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Svavar Knútur Mai

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© Konzertagentur Friedrich

Kabarett

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Freude ist nur ein Mangel an Information 2.5 Mai

© Tanzwut

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Konzert

Tanzwut -

Niveau ist eben keine Creme kÖrPerFlege Damit hatten die Macher wohl nicht gerechnet! Die neue DeodorantKampagne der Marke Nivea sorgte wegen eines missverständlichen »Slogans« im Netz für mächtig Wirbel und löste in den Social Media einen gewaltigen Shitstorm aus. Die Kampagne zeigt die anmutige Rückseite einer jungen, in strahlendes Weiß gekleideten, Frau, die auf einem Bett sitzt. Darunter ist zu lesen: »White is purity« (zu dt.: »Weiß ist Reinheit«). Gemeint ist wohl die Tatsache, dass das neue Deo keine Rückstände auf der Kleidung hinterlasse, so die Aussage des Herstellers Beiersdorf AG. Leider sahen das die potenziellen Käufer ein wenig anders, Rassismus-Vorwürfe wurden laut. Speziell in den USA reagierten Konsumenten mit einem gewaltigen Shitstorm in den sozialen Medien. Die Kampagne wurde unterdessen zurückgezogen, der Hersteller bedauert das Missverständnis. Dennoch kursieren weiterhin massenhaft Screenshots im Netz und auch auf Twitter gehen die Wogen nach wie vor hoch. Foto: djile / fotolia.com

„Schreib es mit Blut“-Tour Mai

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Anarchie und Alltag Tour-2017 © DTM

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Akustik-Quintett - Tour zum neuen Album „Albertine“ Juni

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Konzert

The Les Clöchards Juni

© Götz Widmann

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Unerlaubte Internet-Flaute

internet Wer kennt es nicht. Es ist Samstagabend, man sitzt an seinem Rechner und die Internet-Verbindung schnarcht quasi laut vor sich hin. Es einfach nur mit: »Sind halt zu viele Leute gleichzeitig online« abzutun, ist zwar aus Sicht des Konsumenten sehr nachsichtig, aber angesichts einer deutlich höheren beworbenen und auch bezahlten Internetgeschwindigkeit mehr als nur ärgerlich. Findet übrigens auch die Bundesnetzagentur und will künftig Bußgelder gegen Telekom-Anbieter verhängen. Denn tatsächlich ergaben Messungen der Regulierungsbehörden »massenhafte Abweichungen zwischen angepriesener und tatsächlicher Leistung«, so der Präsident der Behörde Jochen Homann auf einer Konferenz in Bonn. An klaren Richtlinien, wie hoch beispielsweise die Abweichungen sein dürfen etc., arbeite die Behörde bereits mit Hochdruck und auch eine notwendige Änderung der gesetzlichen Grundlage sei bereits auf dem Weg, so Homann weiter. Da dürften einige Anbieter demnächst ganz schön ins Schwitzen geraten! Foto: pixabay.com

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Solokonzert- neue Tour zur neuen CD September

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Zwillinge wider willen?

EU WILL BIENEN BESSER SCHÜTZEN natur Seit einigen Jahren macht ein fortschreitendes Bienensterben von sich reden. Darüber kann auch nicht die zuletzt wieder angestiegene Anzahl Bienenvölker hinwegtäuschen. Einerseits wird die Ausbreitung der eingeschleppten Varroa-Milbe mitverantwortlich gemacht, anderseits erkennen nicht wenige Fachleute aber den Gebrauch von Pestiziden als Übel Nummer eins. Das scheint sich nun auch bis Brüssel herumgesprochen zu haben, denn endlich steht das Thema Bienensterben scheinbar auf der Prioritätenliste der EU-Kommission. Aktuell werden Schritte Richtung Verbot dreier sogenannter Neo-Nikotinoiden geprüft. Sollte die Mehrheit der Mitgliedsstaaten zustimmen, könnte das Aus für die Pestizide noch in diesem Jahr folgen. Ganz ohne Gegenwehr geht es freilich nicht. Der Hersteller zwei der drei Substanzen, die Bayer AG, hat rechtliche Schritte gegen ein bereits bestehendes Teilverbot eingeleitet. Die Klage läuft noch. Da steht wohl ein zähes Ringen ins Haus, bei dem hoffentlich die Bienen den längeren Atem haben. Foto: pixabay.com

medien Auf dem extrem harten Boden der Tatsachen ist kürzlich ein Ehepaar im US-Bundesstaat Mississippi gelandet. So dachten zumindest unzählige Medien. Denn angeblich wurde bei einer Routineuntersuchung in einem Kinderwunschzentrum ein DNAAbgleich mit dem ernüchternden Ergebnis durchgeführt, dass die Eheleute nicht nur eng verwandt, sondern sogar Zwillinge sein sollten. Nach einem tödlichen Unfall der Eltern wurden die Geschwister bereits im Kleinkindalter anonym von unterschiedlichen Familien adoptiert. So die erschütternde Meldung! Tatsache ist allerdings dass die Medienvertreter einer sogenannten Fake-News auf den Leim gegangen sind. Der ursprüngliche Bericht geht auf eine Zeitung namens »Mississippi Herald« zurück. In Windeseile verbreitete sich die Meldung weltweit, dabei offenbarte im Nachgang ein Blick auf die Webseite, dass diese nicht mal ein Impressum aufweist. Eine grobe Suchmaschinen-Recherche macht zudem deutlich, eine Zeitschrift mit diesem Namen war bis April 2017 gänzlich unbekannt. Somit ist die Meldung quasi zum Lehrbeispiel für sich verbreitende und bewusst gestreute Falschinformationen geworden. Foto: pixabay.com

e k fa ACHTJÄHRIGER AUF SPRITZTOUR

amüsantes Was tut man nicht alles für Pommes und Burger? Man stelle sich die Gesichter der Angestellten einer bekannten Fast-Food-Kette vor, als im US-Bundesstaat Ohio ein Achtjähriger im Wagen seines Vaters vorfuhr. Er und seine vierjährige Schwester, die vorbildlich auf dem Beifahrersitz saß, hätten einfach Appetit auf Burger gehabt, so die Begründung des jungen Piloten. Das Autofahren habe er sich über You-Tube -Videos angeeignet, berichtet die Zeitung »Weirton Daily Times«. Bei seiner Spritztour durch die Stadt East Palestine legte er mehr als einen Kilometer zurück und befolgte dabei vorbildlich alle Verkehrsregeln. Angeblich soll der Junge sogar an einer roten Ampel gehalten und den anderen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt gelassen haben. Passanten waren allerdings auf die Kinder aufmerksam geworden und hatten die Polizei verständigt. Ärger gab es für die beiden hungrigen Abenteurer dann aber doch zum Glück nicht, sondern Pommes und Burger bis zum Eintreffen der überraschten Eltern. Na, hat sich doch gelohnt! Foto: pixabay.com 05 17

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NPD auf finanziellem Abstellgleis Politik Bereits Anfang des Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden: Die NPD missachte zwar die Menschenwürde und sei mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt, verboten wurde sie dennoch nicht. Begründend führte das Gericht aus, die Aussichten der Partei, die bestehende freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschlands zu beseitigen, seien, vorsichtig formuliert, gering. Einerseits wurden der Partei also verfassungsfeindliche Tendenzen nachgewiesen, zeitgleich müsse man diese aber tolerieren, zumindest schien es so. Denn die Partei mit nur mehr 5000 Mitgliedern erhielt weiterhin eine staatliche Parteienfinanzierung in nicht unbeträchtlicher Höhe. Im Jahr 2014 belief sich die Bezuschussung auf stattliche 1,4 Millionen Euro. Nun plant Bundesinnenminister De Maizière eine Änderung im Artikel 21 des Grundgesetzes und möchte so eine künftige staatliche Finanzierung der NPD ausschließen. Übrigens hatte auch das Verfassungsgericht in seiner Urteilsbegründung auf diese Möglichkeit hingewiesen. Foto: Andrey Popov / fotolia.com

Weiterer Rückschlag für blauen Dunst? gesundheit Bereits im April 2016 beschloss das Regierungskabinett einen Gesetzesentwurf, wonach Tabakwerbung endgültig aus dem öffentlichen Raum zu verbannen wäre. Allerdings liegt der Entwurf seit diesem Zeitpunkt im Bundestag zur Ratifizierung und wird mal eben im wahrsten Sinne des Wortes blockiert. Grund sei der Widerstand von Teilen der Unionsfraktion und der SPD. Ein Schelm, wer Böses vermutet. Nun ruft Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) den Bundestag auf, den Widerstand gegen das TabakWerbeverbot aufzugeben. Immerhin sei Deutschland »das einzige Land in Europa, in dem Tabakwerbung im Außenbereich noch erlaubt ist«, sagte Schmidt gegenüber Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch im tabakdunstigen Österreich tut sich gerade etwas in Sachen Jugendschutz. Ab Sommer wird das Mindestalter für den Tabakkonsum von derzeit 16 auf 18 Jahre erhöht. Fast 30 Prozent der Jugendlichen greifen regelmäßig zu Zigaretten und Co. Österreich gilt mit diesem Wert als unrühmlicher Spitzenreiter in Europa. Foto: pixabay.com

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ch übrigens... man kennt sie (oder vielleicht gehört man sogar selbst zu dieser Spezies): Menschen, die einfach alles, aber auch wirklich alles, aufheben. Von dem Plüschtier über Karten und Magazine bis hin zu Werkzeug und diversen Küchenutensilien. Warum das Ganze? Die Antwort ist kurz: Man könnte all dies doch in naher Zukunft noch einmal benötigen. Und so platzen Schrank und Regal aus allen Nähten und mit den Jahren kommt immer wieder das ein oder andere Teil dazu. Was auf den ersten Blick nach unordentlichem Messietum aussieht, kann auf den zweiten Blick dann doch wirklich sehr praktisch sein. Denn wie oft wirft man Dinge weg und ärgert sich Wochen, Monate oder vielleicht auch erst Jahre später darüber. Ein klassisches Beispiel: Die gute Mode! So weiß jeder, dass Trends immer wiederkehren. Das beste Beispiel ist die Levis 501 aus den 90er Jahren: Heutzutage ist diese Jeans der hippste Trend in allen Modezeitschriften; einfach das Must-have für Jung und Alt. Wer jetzt noch eine davon im Schrank hat (und natürlich noch reinpasst), kann sich freuen, denn das spart nicht nur Geld, sondern schont gleichzeitig auch unsere Umwelt. Denn aufbewahren und nicht alles sofort in den Müll zu werfen, ist nachhaltig. Obendrein erspart es uns wertvolle Zeit, die wir sonst beim Bummel durch die Einkaufscenter und Modegeschäfte der Stadt auf uns nehmen. So bleibt ein guter Tipp: Wer Dinge bunkert und schnell einen Messie-Stempel auf die Stirn gedrückt bekommt, sollte manchmal nicht vorschnell belächelt werden, denn diese Person kann zum Retter in der Not werden. Oft ist es der Nachbar, der seine Garage voll mit unnützem Kram hat, und im Zweifelsfall dann mal eben schnell mit einem ganz speziellen Werkzeug oder Utensil aushelfen kann. Oder kennen Sie ein Geschäft, welches zu jeder Tag- und Nachtzeit geöffnet hat und genau mit diesem besonderen »Stück« kostenlos aufwarten kann? Eben! Und damit nicht genug, denn allerhand Kram kann auch die Kreativität zum Leuchten bringen, indem innovative Bastelprojekte angestoßen werden. »Do it yourself« lautet das Motto. Aus vielen kleinen Utensilien lässt sich nämlich ganz schnell etwas Neues kreieren und erschaffen: Gegenstände, die eine individuelle Handschrift tragen und meist mit Liebe zum Detail bearbeitet wurden. Vielleicht ist es also gar nicht mal so verkehrt, kurz darüber nachzudenken, ob Gegenstand A oder B in Zukunft vielleicht doch noch brauchbar sein könnte, bevor alles – im Sinne unserer Zeit – schnell ersetzt und ausgetauscht wird. Denn über Nachhaltigkeit freut sich nicht nur die Umwelt, sondern auch der eigene Geldbeutel. Kleiner Tipp: Ein Extraregal für allerlei Krimskrams schafft Platz und sorgt dafür, dass man in Situationen, in denen man etwas sucht, genau weiß, wo man nachgucken kann. 05 17

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Grüner wohnen < Ein selbstgebauter Garten in der Großstadt? Dieses Architekturprojekt macht es möglich – und das auch noch zum kleinsten Preis. Foto: Alona Vibe Für große Kinderaugen Im »Growroom« lernen Kinder praxisnah, woher Gemüse und Kräuter stammen. Foto: Alona Vibe Munchies Festival

GRünER WIRD’S NICHT! E I N S E L B S T G E B A U T E R G A R T E N A U F K L E I N S T E M R A U M / / In der Stadt zu leben, bedeutet meist auch, auf das eigene Fleckchen Grün verzichten zu müssen. Kopenhagener Tüftler haben nun einen Weg gefunden, wie man sich auch auf kleinstem Raum einen eigenen Garten erschaffen kann – zumindest, wenn man ein klein wenig handwerklich begabt ist.

Die grünen Köpfe dahinter Sine Lindholm und Mads-Ulrik Husum haben den »Growroom« designt. Beide arbeiten als Architekten und sind auf innovative und zugleich nachhaltige Projekte spezialisiert. Fotos: www.sinelindholm.com/ madsulrikhusum.com

Das Future-Living Lab »SPACE10« aus Kopenhagen hat sich Erfindungen für ein zukunftsorientiertes Leben verschrieben. Gemeinsam mit den Architekten Sine Lindholm und Mads-Ulrik Husum haben die Entwickler den sogenannten »Growroom« designt. In der dekorativen Holzkugel lassen sich selbst auf beschränktem Raum eigene Pflanzen züchten. Ein Garten, entwickelt für den urbanen Lebensraum – und das Beste: Man kann ihn kostengünstig ganz allein bauen. Klingt ein wenig nach IKEA?

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GROWROOM

Das ist kein Zufall: Hinter dem Konzept steckt die Inhaberfirma Inter IKEA Systems, die sich in Kooperation mit dem Future-Living Lab der Weiterentwicklung moderner Lebensstrukturen verschrieben hat.

Foto: Alona Vibe

Tomaten und Erdbeeren hier, Basilikum, Minze und Schnittlauch dort: Mit einem eigenen Garten können sich Hobbygärtner fast ganzjährig mit frischem Gemüse und Kräutern versorgen. In der Stadt ist das aber gar nicht so einfach – ein völlig neues Bepflanzungskonzept soll jetzt Abhilfe schaffen.


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Clevere Konstruktion Die Stufen überlappen sich, sodass Licht und Wasser in alle Bereiche der Konstruktion gelangen können. Das Prinzip des »Vertical Farming« ist nicht neu, allerdings mit dieser Idee völlig neu umgesetzt worden. Gemüse, Kräuter und Co. wachsen platzsparend auf mehreren Ebenen übereinander. Darüber hinaus dient der »Growroom« durch seine ausgeklügelte Konstruktion als idealer Rückzugsraum für mindestens zwei Personen. Das Design soll ein urbanes Wohlgefühl stärken, indem es als eine Form der Pausenarchitektur zur kleinen, grünen Oase wird. Für einen Moment können wir darin dem Alltag entfliehen, uns wieder mit der Natur verbinden sowie spannende Gerüche und Geschmäcker aufnehmen.

Für ein autarkes Leben Der »Growroom« soll nicht vorrangig ein dekoratives und hippes Alltagsaccessoire sein – tatsächlich greift das Projekt den Selbstversorgergedanken der Zukunft mithilfe von cleverer Architektur auf. Frische, selbstgemachte Zutaten immer parat zu haben, soll auch für Großstädter bald zum Alltag gehören. »Regionale Produkte sind eine echte Alternative zu globaler Lebensmittelversorgung. Unsere Nahrung legt weniger Kilometer zurück, belastet die Umwelt so gut wie gar nicht und lehrt unseren Kindern, woher das Essen tatsächlich kommt«, so die Macher über den wichtigsten Grundgedanken hinter ihrer Erfindung. »Wir können somit Lebensmittel von höchster Güte und bestem Geschmack selbst produzieren. Traditioneller Anbau nimmt jede Menge Platz in Anspruch – davon haben Städte nun mal am wenigsten.«

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Insgesamt misst der Minigarten 2,8 x 2,5 Meter – der Aufbau ist nach 17 Arbeitsschritten erledigt. Eine detaillierte Anleitung inklusive Step-by-StepDarstellungen stellt »SPACE10« im Netz zur Verfügung. Der erste Prototyp beinhaltete noch Metallschienen, allerdings verzichteten die Entwickler zugunsten des Do-It-Yourself-Gedankens schnell auf komplexere Materialien. Inzwischen braucht man lediglich einige Platten günstiges Sperrholz und etwa 500 Schrauben für den Aufbau eines eigenen, vertikalen Gartens.

Industrielle Produktion ist nicht geplant Wer noch warten möchte, bis es den »Growroom« bequem im Laden zu kaufen gibt, wird übrigens enttäuscht: Die Entwickler haben nicht vor, ihr Gartenkonzept industriell zu vermarkten. Dafür gibt es einen einfachen wie plausiblen Grund: »Es macht keinen Sinn, eine regionale Lebensmittelproduktion zu unterstützen und [den Growroom] dann über Ozeane, Kontinente hinweg zu verschiffen.« Das sogenannte Open-Source-Design ist stattdessen für jedermann kostenlos verfügbar. Die Menschen sollen dadurch dazu ermutigt werden, selbst aktiv zu werden und sich ihren Traum vom eigenen Garten und regionalem Produktanbau selbst zu verwirklichen. Noch gibt es allerdings ein kleines Problem: Der Zuschnitt der Holzteile erfordert große Maschinen wie einen Lasercutter oder eine CNC-Fräse, die man für gewöhnlich nicht zu Hause herum zu stehen hat. Allerdings hat »SPACE10« dafür eine Lösung, indem es auch in dieser Hinsicht einen dezentralen Konsum fördert. In vielen Großstädten gibt es schon jetzt Prototypenwerkstätten wie »MakerSpace« und »FabLab«, in denen jeder große und teure Maschinen benutzen und somit sein persönliches Projekt verwirklichen kann. Die Architekten unterstützen die Nutzung dieser offenen Werkstätten und hoffen, dass demnächst noch weitere dieser Kreativstätten entstehen können.

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Selbstgebaut ist halb geerntet

Ein vollständig autarkes Leben ist mit dem »Growroom« natürlich noch nicht möglich. Trotzdem ist damit ein Schritt in die richtige Richtung getan worden. Mit einem eigenen Minigarten erobern wir uns ein kleines Stück Unabhängigkeit zurück. Zudem kann das dekorative Stück Zukunft uns dazu ermutigen, Dinge auch mal wieder selbst in die Hand zu nehmen. Text: Kristina Baum

Info: www.space10.io

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LIcHT W E N N D I E S T ä D T E I M M E R H E L L E R W E R D E N … / / Umweltverschmutzung kann

viele Formen annehmen und betrifft heutzutage beiweitem nicht mehr nur die Verunreinigung der Luft durch Industrie- und Autoabgase. Auch Licht kann unsere Umwelt schädigen und damit negative Folgen für Pflanzen und Tiere haben. Aber auch Menschen leiden unter der Dauerbelichtung, die oftmals in Großstädten gang und gäbe ist.

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LICHTVERSCHMUTZUNG »


VERSCHMUTZUNG Dauerbeleuchtung in der Nacht gehört zu unserem Alltag, besonders dann, wenn man in einer Großstadt oder in der unmittelbaren Umgebung wohnt. Oft fällt es gar nicht auf, dass wir Menschen permanenten Lichtquellen ausgesetzt sind. Ein Indiz für das fehlende Schwarz der Nacht ist jedoch, dass wir kaum noch den intensiv leuchtenden Sternenhimmel sehen, der eigentlich bei Dunkelheit zu erkennen sein sollte. Stattdessen sieht man in Städten Licht soweit das Auge reicht. Verantwortlich sind Straßenlaternen, Leuchtreklamen von Shops und Kaufhäusern, Flughäfen, grell angestrahlte Gebäude, aber in erster Linie Industrieanlagen, die – verständlicherweise – ohne Beleuchtung nicht betrieben werden könnten. War bisher die Luftverschmutzung durch schädliche Abgase in aller Munde, so hat sich ein neuer Feind der Natur aufgetan, der kaum zu bändigen ist und immer weitere Kreise schlägt: die Lichtverschmutzung. Laut verschiedenen Studien sind wir in Europa nicht alleine mit diesem Problem, denn gemeinsam mit den USA sind 99 Prozent der Bevölkerung von diesem negativen Einfluss betroffen. Weltweit sprechen die Zahlen von über 80 Prozent und es ist einleuchtend, dass Lichtverschmutzung in der Zukunft zu einem immer größeren Problem wird: So wächst die Menschheit rasant an und gruppiert sich in Städten – China mit seinen Megastädten, in denen es jede Nacht zum Tag gemacht wird, gilt als erschreckendes Beispiel. Und je mehr Städte es gibt, je mehr Einwohner sich hier befinden, umso mehr Lichtquellen wird es auch in Zukunft geben. Dies zeigt nur grob auf, dass die Verschmutzung der Umwelt durch Licht nicht einfach so zu bremsen ist.

Industrieanlagen in Großstädten li.: Häufig bestrahlen produzierende Unternehmen die Umwelt mit grellem Licht. Gefahr für die Tierwelt o.: Besonders nachtaktive Tiere leiden unter dem Dauerlicht.

was ist liChtversChmutZung? Unter Lichtverschmutzung versteht man die Aufhellung des nächtlichen Himmels durch meist künstliche Leuchtquellen. Was für uns zur Normalität geworden und mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist, war jedoch nicht immer der Fall. Im 19. Jahrhundert waren LED-Leuchtreklamen & Co. noch nicht existent und so wurde die Nachtruhe eingehalten und die Industrie kam teils zum kompletten Erliegen. Doch mit dem Aufkommen der Industrialisierung, dem rasanten Fortschritt der Technik und der Entwicklung immer größerer Städte sowie der Zuwanderung von Menschen in die Metropolen dieser Welt, ist ein nächtliches Leben ohne Licht nicht mehr denkbar. Tag und Nacht aktiv sein ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden, die sich viele Menschen gar nicht mehr wegdenken können. Auch unser Rhythmus wird durch die verlängerte Helligkeit beeinflusst, denn durch eine 24/7-Beleuchtung, kann auch 24/7 produziert werden und so bedarf es Menschen, die in diesem Sektor tätig werden und in Schichten arbeiten. Bei dem nächtlichen Licht handelt es sich um die reflektierten Anteile, welche in die Atmosphäre gestrahlt und hier wiederum an Wasser oder Staubpartikeln reflektiert werden. Durch diesen Vorgang, der sich TyndallEffekt nennt, bildet sich nicht nur ein senkrechter Lichtschweif, sondern die Luft teilt sich durch das Durchdringen des Lichtes auf und verstreut sich weitläufig. Durch diesen Prozess bilden sich weite und für Großstädte typische Lichtkegel, die auch anliegende Gebiete beleuchten. So kann eine Stadt mit 30.000 Einwohnern das produzierte Licht 25 Kilometer weit streuen. Dadurch wird klar, welche Auswirkungen der Lichtsmog der Großstädte auf unsere Umwelt und uns Menschen hat. Zwar haben wir im Gegensatz zu der Tierwelt die Möglichkeit, unsere Räume zu verdunkeln, aber dass Schichtarbeit nicht gesund ist, liegt auf der Hand. So verschiebt sich bei Menschen, die sich nicht dem natürlichen Tagesablauf anpassen, der Tag-Nacht-Rhythmus. Da Beleuchtung heutzutage zu jeder Zeit verfügbar ist, verschieben sich ebendiese Grenzen und der Mensch erschafft sich seinen eigenen Rhythmus. Ein weiterer Nachteil ist, dass sich gewisse Phänomene nicht mehr beobachten lassen. Besonders Hobby-Astronomen leiden unter der Dauerbeleuchtung, aber auch Kinder wachsen nicht mehr mit einer klaren Sicht in den Sternenhimmel auf. Die Beobachtung von Sternschnuppen oder von Sternbildern ist somit kaum noch durchführbar: Was früher als traditionelles Kulturgut galt, geht heute komplett unter und ist an einigen Orten nahezu unmöglich geworden. 05 17

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Ökologische Auswirkungen bringen Schaden Tagtäglich erhöht sich die Beleuchtungsfläche hierzulande um einen Quadratkilometer. Für Tiere birgt das Licht eine große Gefahrenquelle und besonders nachtaktive Lebewesen, wie Fledermäuse, Insekten oder Zugvögel, leiden unter den Umständen. Sie erleben eine komplett neue Umwelt und sind noch nicht auf die schnelle Entwicklung vorbereitet, denn viele Tiere lernen langsam und Dinge, die sich im Laufe der Evolution für sie als bewährt gezeigt haben, gelten nun nicht mehr. Eine Anpassung kann hingegen lange, gemeint sind, mehrere Jahrzehnte, dauern. Großstädte bieten somit schlechte Lebensbedingungen für die Tiere und das ständige Licht sorgt für vermehrten Stress bei den Lebewesen. Jeder kennt folgenden Effekt: Sitzt man in einer lauen Sommernacht draußen und lässt eine Kerze brennen, so sorgt der Kerzenschein dafür, dass zahlreiche Insekten angelockt werden. Dieser Effekt lässt sich nun auf Großstädte übertragen: So werden Insekten aus ihren ursprünglichen Lebensräumen herausgelockt. Diese Gebiete sind nun regelrecht leer. Jedoch dienen die Insekten als Nahrung für andere Tiere – ein Kreislauf, der bei den Kleinsten ansetzt und durch dessen Störung das gesamte Ökosystem gehörig durcheinandergebracht werden kann. Des Weiteren führt die nächtliche Beleuchtung bei vielen Tierarten zu Desorientierung. Aber auch die Nahrungsaufnahme, das Kommunikationsverhalten, die Wanderbereitschaft und die Fortpflanzung können beeinträchtigt werden. Der natürliche Lebenslauf wird gestört und führt dazu, dass mehr Tiere aus der Population verenden, als es ohne Beleuchtung der Fall wäre. Im schlimmsten Fall kann es sogar dazu kommen, dass Arten sich stark verringern oder eine gesamte Population ausstirbt. Verschmutzung im Doppelpack o.: Hongkong: lichtverschmutzter Nachthimmel gesellt sich zur ohnehin stark belasteten Luft dazu. Foto: Diliff /wikimedia.org

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Einige Vogelarten, wie Sperlings- oder Großvögel, leiden besonders unter den künstlichen Lichtquellen. Durch die Beeinträchtigung der Orientierung, kann es auf Grund der phototaktischen Wirkung zum Zusammenprall mit Straßenlaternen oder Leuchtreklamen kommen. Dies kann bei den Tieren zu Verletzungen oder gar zum Tod führen. Auch Pflanzen werden durch das Licht gestört, denn es beeinflusst den natürlichen Wachstumszyklus. Besonders empfindliche Pflanzen, die außerhalb von Gewächshäusern wachsen, können so Schäden erlangen.

Einflüsse auf die menschliche Chronobiologie Inzwischen ist die Störung des Tag-Nacht-Zyklus auch in das Interessenfeld vieler Forscher gerückt. Bisher konnte neben der bereits erwähnten Verschiebung des natürlichen Rhythmus auch nachgewiesen werden, dass Störungen im menschlichen Hormonhaushalt auftreten können. Hierzu gehört beispielsweise der sehr sensible Menstruationszyklus der Frau, der durch die leuchtenden Störeinflüsse verschoben werden kann. Untersucht wird auch, inwiefern eine starke nächtliche Beleuchtung, wie sie beispielsweise Schichtarbeiterinnen erleben, ein Risiko auf das Auftreten von Brustkrebserkrankungen hat. Bisher konnten Zusammenhänge aufgezeigt werden; konkrete statistische Belege liegen jedoch noch nicht vor und so wird die Thematik weiterhin ausgiebig erforscht. Untersucht wird auch, ob die längere Verfügbarkeit zu einem verfrühten Einsetzen der Pubertät führen kann. All diese Gedanken und Forschungsinteressen sind keineswegs abwegig, wenn man bedenkt, dass auch der Mensch in seiner frühen Entwicklung stets im Einklang mit der Natur gelebt hat. Unser ganzes System ist darauf angewiesen, dass wir regelmäßigen und vor allem rhythmischen Schlaf erhalten, denn nur so können die sensiblen Mechanismen arbeiten und die Reparaturprozesse im Körper stattfinden. Weitere Aussagen über Folgen der verlängerten Erhellung können jedoch vorerst nicht gemacht werden, da es die Studienergebnisse abzuwarten gilt.


Lichtverschmutzung vermeiden re.: Es gibt durchaus Möglichkeiten, beispielsweise durch den Einsatz von LED-Lampen, um die Umweltschäden der Dauerbeleuchtung zu minimieren. Foto: shima-risu / fotolia.com

Maßnahmen gegen Dauerlicht Wie geschildert, dürfte es nahezu unmöglich sein, eine große Veränderung zu bewirken, denn es ist fast nicht machbar, das Licht in den Städten zu reduzieren. Ein größeres Aufkommen dieses Themas in der Öffentlichkeit kann jedoch dazu beitragen, dass die Aufmerksamkeit wächst und letztlich intensiv nach Lösungen gesucht wird. Auf Gesetzesebene ist bisher kein Fortschritt zu verzeichnen. So findet man im Bundesimmisionsgesetz die Lichtemission zwar als schädliche Umwelteinwirkung aufgeführt; konkrete Maßnahmen gegen diese Art der Umweltverschmutzung lassen sich aber nicht finden. In Deutschland fehlen weiterhin Richtlinien, die eine Regelung auf Gesetzebene bestimmen. Denkbar wäre beispielsweise eine konkrete Vorgabe für Maximalwerte oder besondere Lichtquellen, die sich als weniger schädlich erwiesen haben. Denn es gilt: Je weniger Licht, umso besser, und wenn, dann sollte es sich um insektenfreundliches Licht, wie beispielsweise LED-Lampen, handeln. Doch es gibt auch Länder, die sich der Problematik aktiv annehmen: In Tschechien und Slowenien wurden inzwischen Gesetze erlassen, die gegen Lichtverschmutzung wirken sollen. Auch Spanien und Italien entwickeln zurzeit solche Regelungen, damit die Umwelt langfristig besser geschützt wird. In Deutschland ist vor allem die Initiative gegen Dauerlicht, eine nichtstaatliche Organisation, bemüht, auf die Problematik aufmerksam zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass auch die deutsche Gesetzgebung bald nachzieht und verbindliche Grenzwerte zur Lichtemission festlegt, damit Mensch, Tier und Pflanzenwelt in den Großstädten und den umliegenden Gebieten besser geschützt sind und die langfristigen Folgen für die Umwelt minimiert werden können. Text: Jessica Laqua Fotos: pixabay.com; fotolia.com

Info: www.lichtverschmutzung.de

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« lichtverschmutzung

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am beobachten

Foto: Dmitry Ratushny / unsplash.com

die lust

V O Y E U R I S M U S U N D G E S E L L S C H A F T / / Wohl jeder kennt das Phänomen der Schaulust - aus eigener Erfahrung oder den Nachrichten – und viele fragen sich, wie es immer wieder dazu kommt, dass Menschen in Notsituationen lieber zuschauen als helfen. Besonders das in diesem Zusammenhang oft benutzte Wort »Gaffer« ist negativ und abschätzig belegt. Die Schaulust an sich ist jedoch ein natürliches Bedürfnis, das sich bei Weitem nicht nur an Katastrophenschauplätzen bemerkbar macht: Zwischen Sensationsgier, Adrenalinkicks, Informationsinteresse und Angst finden sich viele Erklärungen für die anscheinend urmenschliche Lust am Beobachten. 05 17

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VOYEURISMUS »


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er »Gaffer« ist vermutlich das erste Beispiel, das einem bei dem Begriff »Schaulust« in den Sinn kommt. Er behindert Einsatzkräfte, fotografiert fleißig das Elend anderer mit seinem Smartphone, um es anschließend online zu teilen, verwischt Spuren an Tatorten oder verursacht Staus nach einem Verkehrsunfall. Von solch unmoralischem Verhalten distanziert man sich selbst natürlich problemlos: Schaulustig sind die anderen. Aber ist es auch voyeuristisch, Naturkatastrophen in den Nachrichten zu verfolgen, Fotos der Arbeitskollegin auf Facebook zu bestaunen oder im Urlaub die Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung kennenlernen zu wollen? Das diesjährige »Dschungelcamp« blieb auch in der mittlerweile elften Staffel das wohl bekannteste TV-Format mit guten Einschaltquoten, das angeblich keiner gesehen hat. Denn, wenn sich TV-Sternchen durch Ratten und Gammelfleisch wühlen, fällt das Wegschauen schwerer als gedacht. Schaulust hat viele Facetten und Erklärungsansätze. Sie ist ein menschliches Bedürfnis, kann jedoch bekanntlich viel Schaden anrichten, wenn sie nicht bewusst wahrgenommen wird. KOMPASS hinterfragt, warum wir Reality-TV schauen, der Tourismus in Slums boomt und ob wir private Informationen vor neugierigen Blicken schützen müssen.

waRUM TUT DEnn KEInER ETwaS?

Ein bekannter Mordfall, den viele Menschen beobachteten ohne einzugreifen, beschäftigt die Sozialpsychologie seit langem. Vor über fünfzig Jahren wurde die 28-Jährige Kitty Genovese in New York erstochen. Die Zeitungen druckten Berichte darüber, dass die Hilferufe der Frau über eine halbe Stunde lang von mindestens 38 Menschen gehört wurden – die Polizei alarmierte keiner von ihnen. Heute ist bekannt, dass in den Medienberichten reichlich übertrieben wurde: Viele der Zeugen und Zeuginnen hatten das Gehörte für den Streit eines Paares gehalten. Von den Fenstern der angrenzenden Wohnungen aus konnte ein Großteil des Angriffs nicht gesehen werden. Die Polizei wurde durchaus informiert. Doch seinerzeit wurden die Anwohnenden zu gefühlskalten Monstern abgestempelt: Was in jener Nacht geschehen sein sollte – das so viele Menschen einfach egoistischer und unmoralischer seien als alle anderen – ergab für die Forscher John Darley und Bibb Latané keinen Sinn und inspirierte sie zu einem Experiment, das zum berühmtesten ihrer Karriere wurde.

Gaffen und Teilen Video- oder Fotoaufnahmen eines Unfall- oder Katastrophenortes zu machen, gehen über den Impuls zur Schaulust hinaus. Die Sozialen Netzwerke locken Menschen mit dem Versprechen sozialer Bestätigung durch Klick- und Like-Zahlen, ihre Erlebnisse zu teilen. Foto: Luke Porter / unsplash.com

Die Sozialpsychologen erschufen eine Situation, in der die Testpersonen wussten, dass andere Leute anwesend sind, deren Reaktionen aber nicht beobachten konnten – wie im Fall Genovese. Den Teilnehmenden der Studie wurde erklärt, dass sie über Kopfhörer und Mikrofon mit anderen Personen in Nachbarkabinen verbunden wären, um an einer Gruppendiskussion teilzunehmen. Die anderen Stimmen kamen jedoch vom Band und eine von ihnen erwähnte im Gespräch, dass sie unter epileptischen Anfällen leide. Als der fiktive Gesprächspartner sich nach einer Weile keuchend und stammelnd mit einem »Ich sterbe!« an die Versuchspersonen wand, drang Licht ins Dunkel der Mordnacht: Von den Teilnehmenden, die man glauben ließ, sie führten ein Zweiergespräch mit dem Opfer des epileptischen Anfalls, kamen 85 Prozent in durchschnittlich unter einer Minute zu Hilfe. Glaubten die Versuchspersonen, ein Gespräch mit fünf Personen zu führen, entschlossen sich nur 31 Prozent zu helfen – nach über zwei Minuten Bedenkzeit. Je mehr Menschen bei einem Unfall zugegen sind, umso weniger verantwortlich fühlt sich jeder Einzelne. Sind die anderen Personen zudem sichtbar, ergibt sich ein weiteres Problem: Wenn die anderen nicht helfen, glaubt man selbst, dass es sich nicht um einen wirklichen Notfall handelt. Jedoch fand eine weitere Untersuchung eine positive Wirkung auf alle Leser und Leserinnen dieses Artikels: Wer das Experiment von Darley und Latané kennt, reagiert in einem Notfall fast doppelt so schnell wie alle anderen. 05 17

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Das Grauen lockt Das Phänomen des Gaffens beschränkt sich nicht nur auf Momente, in denen sich Menschen zufällig in der Nähe eines Unglücks befinden. Katastrophenfälle locken regelmäßig auch Scharen von weitgereisten Schaulustigen an: Von nahezu kindlicher Neugier oder einer tiefen Faszination für Elend und Grauen motiviert, treibt der »Katastrophentourismus« makabere Blüten. Die Zerstörungen durch Hurrikan Katrina lockten im Jahre 2005 ebenso wie die Havarie der Costa Concordia vor fünf Jahren mit Not, Trauer und Sensation. Das »Institute for Dark Tourism« (www.dark-tourism.com) hat sich auf die Besichtigung von Orten, die »mit Tod, Unglück und dem Makaberen assoziiert werden« spezialisiert. Die Website listet 800 Reiseziele in über einhundert Ländern, darunter Orte wie Tschernobyl oder Robben Island, das ehemalige Gefängnis, in dem Nelson Mandela knapp zwei Jahrzehnte inhaftiert war. Hierbei handelt es sich zweifelsfrei um geschichtsträchtige Orte mit einem Bildungsauftrag. Das Institut betont, dass »Dark Tourism« vielfältig motiviert sein kann und stellt die Frage, ob man nicht selbst einmal das Konzentrationslager Auschwitz, das Anne-Frank-Haus in Amsterdam oder das Friedensdenkmal in Hiroshima besuchen würde. Ground Zero ist auch fünfzehn Jahre nach den 9/11-Anschlägen mit etwa fünf Millionen Besuchern jährlich ein Magnet für Urlaubsgäste. Reisen, die einzig die Schaulust befriedigen, werden nicht befürwortet, heißt es auf der Website des Instituts.

Schlachtenbummler

Erinnern oder Ergötzen? Positive Bewertungen von Ground ZeroTouren haben oft eines gemeinsam: Sie loben die bewegenden, persönlichen und authentischen Geschichten der Tourguides. Der Besuch von Katastrophenorten basiert auch auf dem Wunsch, Informationen zu erhalten, die andere nicht haben, die Wahrheit zu erfahren, das Grauenvolle besser verstehen zu können.Foto: Andreas Meck / Wikimedia Commons

Diese Definition ist problematisch, da viele »dunkle« Reiseziele tatsächlich durch schwere Naturkatastrophen oder menschliche Gräueltaten wie Folter oder Mord geschaffen werden: Im niederösterreichischen Amstetten versammelten sich zahlreiche »Interessierte«, um ein Erinnerungsfoto von dem Anwesen zu knipsen, in dem Josef Fritzl seine Tochter vergewaltigte. Derartig skrupellose Sensationsgier mit einem ernsthaften Interesse an geschichtlicher Bildung gleichzusetzen, wie es die weitgefasste Erläuterung des »Institute for Dark Tourism« tut, soll vermutlich für eine moralische Aufwertung des Katastrophentourismus sorgen, vermischt in einem Oberbegriff jedoch bewusst zwei völlig gegensätzliche Motivationen: Möchte ich Leid erinnern, hinterfragen, verstehen oder mich daran ergötzen? Wer nun glaubt, dass die digitale Vernetzung, durch die Fotos, Videos und Meldungen von Katastrophen in Sekundenschnelle in die ganze Welt übertragen werden, Auslöser des Phänomens sind, liegt weit daneben: Johann Wolfgang von Goethe begleitete im Jahre 1792 Truppen auf ihrem Marsch nach Valmy und erstatte in der Schrift »Kampagne in Frankreich« ausführlich Bericht. In der Geschichtswissenschaft wird angenommen, dass »Schlachtenbummeln« im 18. Jahrhundert weit verbreitet war. Dass die Lust am Schrecklichen keine moderne Erscheinung ist, zeigen auch Gladiatorenkämpfe, Hexenverbrennungen und Hinrichtungen, die stets auf ein interessiertes Publikum stießen. Nach dem Ersten Weltkrieg konnten die französischen Schlachtfelder inklusive »erstklassiger Verpflegung, Wein und Kaffee« bequem im Auto besichtigt werden, wie der österreichische Schriftsteller Karl Kraus im Jahre 1921 mit Entsetzen berichtete.

Authentisches Elend

Kein neues Phänomen Schaulust wird zweifelsfrei durch die Möglichkeiten der Sozialen Medien beeinflusst – doch Unfälle, Naturkatastrophen oder Hinrichtungen lockten lange vor Facebook ein interessiertes Publikum an. Foto: James Salmon collection City of Toronto Archives 05 17

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Doch nicht nur das Pilgern an Katastrophenorte ist weit verbreitet. Seit einigen Jahren boomt der sogenannte »Slumtourismus«. Authentische Einblicke in andere Kulturen und Lebenswelten versprechen sich die Reisenden, doch an den wirklichen Motivationen scheiden sich die Geister: »Es gibt in der Tat sehr bedenkliche Beispiele: Ein deutsches Unternehmen in Windhoek, Namibia, benutzt für seine Touren offene Jeeps aus den 1960er Jahren. Eines der Fahrzeuge hat hinten ein Wasserbecken, damit die Touristen während der Tour ihre Beine kühlen und einen Drink nehmen können. Dieser Anbieter fährt gezielt in besonders arme Bereiche der Siedlung, lockt dort Kinder mit Eiswürfeln auf den Jeep, damit die Touristen etwas zum Knuddeln und Knipsen haben. Bei dieser Tour werden deutlich koloniale Bilder und Rollendeutungen vermittelt. Andere Anbieter hingegen sehen es als ihre Aufgabe, mit bestehenden Stereotypen zu brechen, sie wollen Bilder jenseits von Elend, Dreck und Gewalt transportieren und haben in der Tat aufklärerische Absichten«, erklärt der Sozialgeograf Dr. voye U rismus »


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Malte Steinbrink von der Universität Osnabrück. Ähnlich dem Katastrophentourismus erfreuten sich auch Touren durch Armenviertel bereits vor den Marketingstrategien des 21. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Im 19. Jahrhundert unternahm die Londoner Oberschicht Ausflüge in die Armenviertel des Industrieproletariats, die als Wohltätigkeit getarnt die Lust am Laster im prüden viktorianischen Zeitalter befriedigen sollte. Auch in den USA entwickelte sich in dieser Zeit eine touristische Vermarktung der Armut von Eingewanderten, die rassistische Ressentiments schürte, wie Steinbrink betont. Seit den 1980er Jahren waren insbesondere südafrikanische Townships Ausflugsziele, die einerseits von der Apartheid-Regierung zu Propagandazwecken und andererseits von aktivistischen Gruppen zur Aufklärung über die Lebensbedingungen der dort lebenden Menschen einer Weltöffentlichkeit präsentiert wurden. Heute ist die Nachfrage nach derartigen Touren ein touristisches Massenphänomen.

Beobachten mit gutem Gewissen Slumtourismus ist häufig dem Vorwurf des Voyeurismus ausgesetzt. Steinbrink weist darauf hin, dass der Besuch von Armenvierteln jedoch nicht mit Katastrophentourismus gleichgesetzt werden darf: »Während beim Katastrophentourismus das Extremereignis und das Leid im Mittelpunkt stehen, suchen Slumtouristen häufig eher das ›Typische‹ der jeweiligen Destination, zu dem sie das Eigene vergleichend in Beziehung setzen können. Der Slum gilt als ultimativer Ort des authentischen Anderen. Die Armut fungiert dabei sowohl als Garant für das ›Andere‹ als auch für das ›Echte‹ jenseits der touristischen Inszenierung.« Dennoch bleibt die Frage, ob die im Slum lebenden Menschen von den Touren profitieren können. »Teilweise werben die Tour-Anbieter damit, dass sie einen Teil ihrer Gewinne an Kindergärten oder Vorschulen in den Slums spenden. Und damit, dass die Teilnehmer im Slum Geld für Kunsthandwerk, Essen und Trinken ausgeben. Das sind aber keine hohen Beträge, und es profitieren nur sehr wenige davon. Manchmal sind Touristen bereit, für soziale Projekte zu spenden – auch längerfristig. Aber die Hoffnung, Armutstourismus sei ein wirksames Mittel der Armutsbekämpfung, erscheint mir erstens etwas paradox und zweitens unbegründet. Wenn die Touren wirklich gut gemacht würden, unter maßgeblicher Einbeziehung der Slum-Bewohner selbst, die frei entscheiden könnten, was und wie sie sich präsentieren wollen, dann könnte es vielleicht zu einem besseren Verständnis aufseiten der Touristen kommen. Aber armutsreduzierend wirkt diese Form keinesfalls im größeren Maßstab: Lediglich Einzelne profitieren.« Slumtourismus nimmt mittlerweile viele Formen an: Urlaubsgäste können »Foodtouren« durch Restaurants ärmerer Stadtteile in NeuDehli buchen, in den Schneidereien von Mumbai Nähern und Näherinnen bei ihrer Arbeit zusehen oder Einheimischen beim Müllsortieren auf einer Deponie in Mexiko über die Schulter schauen. Für viele Teilnehmende ist es wohl ein eindringliches Erlebnis, wie die positiven Bewertungen der Touren auf diversen Onlineportalen zeigen. Zudem muss man durchaus hinterfragen, ob es moralischer ist, in einem Luxushotel paradiesische Zustände zu genießen und dabei die Armut nebenan zu ignorieren. Nur bleibt eben auch die Frage offen, ob man aus den auf einem Urlaubsausflug gesehenen Lebensrealitäten Schlüsse für das eigene Handeln zieht – und dies auch noch am All-inklusive-Buffet am kommenden Tag oder im Flieger nach Hause.

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Fenster in die Welt Digitale und Soziale Medien sind aus der Informationspolitik nicht mehr wegzudenken: Welche Ereignisse berichtenswert sind, entscheidet schon längst nicht mehr die Redaktion der »Tagesschau«. Im Netz sind wir Second-HandAugenzeugen von Attentaten, Unfällen oder Affären, die mit dem Smartphone gefilmt augenblicklich um den Globus getwittert werden. »Auch wenn sich die Schaulust an sich nicht verändert hat, wird die Lust am Beobachten durch die zeitlichen Gegebenheiten und insbesondere durch die technischen Errungenschaften beeinflusst. Es stehen heute Möglichkeiten des weltweiten sozialen Austauschs zur Verfügung, die es so früher nie gab: Werden Videos von spektakulären Ereignissen auf YouTube oder ähnlichen Plattformen hochgeladen, steckt nicht selten auch eine Erwartung sozialer Bestätigung in Form von Klickzahlen oder ›Like‹-Buttons dahinter. Oder auch kommerzielles Interesse«, weiß die Psychologin Isabelle Menne, die an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg emotionale Medienwirkungen untersucht. Das Internet bietet uns die Möglichkeit, ohne moralischen Zeigefinger und meist auch ganz ohne Reue in Endlosschleife zu beobachten. So lässt sich die Grenze zwischen Interesse und Sensationsgier stets knapp vor der eigenen Brust ziehen. »Ganz allgemein gesprochen bezeichnet die Schaulust ein tief im Menschen verankertes Bedürfnis, Informationen über die eigene Umwelt zu sammeln. Dabei wird die Schaulust je nach Kontext unterschiedlich bewertet. So ist es beispielsweise sozial und moralisch akzeptabel, gewaltsame Auseinandersetzungen und Kriegsgreuel in der Fernsehberichterstattung anzusehen, während das direkte und nicht medial vermittelte Verweilen an einem Massenunfall, nur um der Neugier wegen, moralisch verwerflich ist. Nichtsdestotrotz suchen wir nach Informationen über unsere Umwelt, um unser eigenes Bedürfnis nach Sicherheit zu befriedigen.«

Müllberge und Sex Reality-TV und Gladiatorenkämpfe Ähnlich Gladiatorenkämpfen oder PrangerEreignissen, wird Reality-TV als Soziales Event wahrgenommen, über das man sich austauschen kann. Zudem wird der eigene Selbstwert und das eigene Wohlbefinden gesteigert, indem man sich mit Menschen vergleicht, die sich in einer schlimmeren Lage befinden, als man selbst. Gemälde: Jean-Léon Gérôme; Pollice Verso (1872)

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Bereits vor Facebook, YouTube und Twitter befriedigte das Fernsehen unsere Schaulust. Hans Meiser startete vor knapp fünfundzwanzig Jahren seine gleichnamige Talkshow. Zahlreiche ähnliche TV-Formate folgten: Arabella Kiesbauer, Oliver Geißen und Vera Int-Veen lockten regelmäßig intime Geständnisse aus Menschen in persönlich schwierigen Situationen. Wir schauten zu bis wir das Interesse verloren. Das Publikum wusste: Da geht noch mehr! Und so flimmerte bald der erste Live-Sex im »Big Brother«-Haus über die Bildschirme, wurden die Türen zu Messie-Wohnungen weit aufgerissen und überforderte Teenager-Mütter mit Häme überschüttet. Munter werden auch weiterhin im »Dschungelcamp« Würmer und Tierhoden heruntergewürgt und im »Bachelor«-Anwesen »Zickenkriege« inszeniert. Man selbst hat selbstverständlich höchstens einmal aus Versehen eingeschaltet. »Reality-TV-Formate dienen vor allem der Unterhaltung und sind dementsprechend aufbereitet. Es geht hier vor allem auch darum, den eigenen Selbstwert zu verbessern, beispielsweise durch den sogenannten ›Abwärtsvergleich‹, also der Vergleich mit Menschen, die in einer schlimmeren Lage sind, als man selbst. Dadurch steigt das subjektive Wohlbefinden, wenn auch auf Kosten des Gerechtigkeitsempfindens«, erklärt Menne, warum der Finger auf der Fernbedienung doch hin und wieder ausrutscht. »Früher waren es Gladiatorenkämpfe oder Pranger-Ereignisse, bei denen es um Unterhaltung und teilweise die Vermittlung von Recht und Ordnung ging. So wirkte der Pranger beispielsweise sowohl abschreckend als auch selbstwertdienlich und hatte zudem eine Art ›social event‹-Charakter, bei dem man sich zusammenfand und über das man sich austauschen konnte. In gewisser Weise hat dies Ähnlichkeiten zu heutigen Reality-TV Formaten.« voye U rismus »


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Privatsphäre im Internet Unsere Lust am Beobachten beschränkt sich bekanntermaßen nicht nur auf Katastrophen. In den Sozialen Medien scrollen wir durch Fotoalben von Urlaubsausflügen und Kochexperimenten oder verfolgen die neuen Romanzen flüchtiger Bekanntschaften. Persönliche Daten versprechen Aufmerksamkeit – Wer teilt, wird wahrgenommen. Privatsphäre wurde durch das Web 2.0 neu definiert. »Die Diskussion um Datenschutz war früher stärker geprägt von bestimmten irrationalen Ängsten, und vom Tanz um assoziationsreiche, aber schwer einzugrenzende Begriffe wie Würde, Intimität oder eben auch Privatsphäre. Die Debatte um Google StreetView wirkt auf mich heute sehr fern. Es ist Normalität, dass jeder Winkel der Welt tausendfach mit Smartphone ins Netz geblasen wird, dagegen ist das Google-Mobil mit seiner Kamera ein Witz. Auch heute gibt es sicher noch Menschen, die daran Anstoß nähmen – aber ich bezweifle, dass sie noch ebenso viel Aufruhr in dieser Sache erzeugen könnten«, meint Christian Heller, der vor einigen Jahren als Aktivist der »Post-Privacy-Bewegung« Datenschutz kritisch hinterfragte.

Informationsfreiheit Die Bewegung entstand im Zusammenhang mit dem Boom Sozialer Netzwerke und stellte die Frage, ob Datenschutz aufgrund der großen Menge privater Informationen im Internet noch durchsetzbar oder überhaupt erstrebenswert sei. Das verkündete Ende der Privatsphäre und der Wunsch nach totaler Informationsfreiheit fanden ein großes Medienecho. Heute ist es um das Thema bemerkenswert still geworden: »Gut erklären kann ich mir diesen Wandel der öffentlichen Diskussion nicht. Aber auffällig finde ich, dass die Snowden-Enthüllungen zeitlich mit dieser Wende zusammentreffen. Die haben einige der deftigsten Szenarien des Umfangs an Überwachung mit großem Presse-Wirbel bestätigt. Vielleicht haben sie der Debatte gerade dadurch etwas den Wind aus den Segeln genommen: Der Worst Case an Überwachungs-Umfang ist längst da, und die Welt steht immer noch, unser Alltag läuft weiter wie immer. Snowden scheint die Debatte paradoxerweise durch seine Enthüllungen übersättigt und damit gezähmt zu haben«, beobachtet Heller, der Post-Privacy nach wie vor befürwortet. »Ich halte die Utopie einer ›Transparenten Gesellschaft‹ nach David Brin für wichtig, in der Wissen nicht privilegiert verteilt wird, in der Projekte der Wissenschaft jeden nur erfassbaren Datenpunkt greifbar haben und jede gesellschaftliche Bündelung von Macht von jedem durch sie Betroffenen ausgiebig ausgeleuchtet und damit hinterfragt werden kann. Aber ja, das erkenne ich durchaus als Utopie unter den gegenwärtigen Umständen an – aber als notwendige, denn sie gibt uns Orientierung, in welche Richtung wir die gegenwärtigen Entwicklungen hin zu immer mehr Datenerfassung und -verbreitung emanzipativ lenken sollten, wenn wir sie schon nicht aufhalten können.« Das Internet hat bei den Menschen die Sorge um den Schutz ihrer Daten verstärkt: Jeder Nutzer und jede Nutzerin von Twitter, Google und Co. hat ein eigenes Verständnis von Privatsphäre. Zu den Hochzeiten der Post-Privacy-Bewegung entschied sich beispielsweise der Programmierer Rainer Wasserfuhr sein Privatleben ins Netz zu verlagern. An der Debatte um Vorratsdatenspeicherung und den Schutz des Privaten beteiligte er sich gewissermaßen mit einer Performance: Jeden Kuss stellte er damals online, seine Gedankenwelt ließ sich als vier Megabyte große Datei herunterladen. Er erhielt mediale Aufmerksamkeit - die allerdings schnell wieder erlosch.

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Drohne auf Abwegen In den Diskursen um Datenschutz und Privatsphäre taucht seit einigen Jahren eine neue Protagonistin auf: die Drohne. Die Angst davor, von den kleinen Fliegern ungewollt beobachtet zu werden ist groß. Die Brooklyner Filmfirma »Ghost+Cow« veröffentlichte bereits 2014 einen Clip, der Paare beim OutdoorSex zeigt und von einer Drohne gefilmt wurde. Auf die Überwachungsgefahr aus der Luft wollte das Unternehmen nach eigenen Angaben aufmerksam machen und hat zweifelsfrei viel Aufmerksamkeit bekommen. Doch in der Realität machten Drohnen bisher kaum Schlagzeilen als Spanner-Gadget. Rechtliche Vorgaben verbieten zum Schutz des Persönlichkeitsrechts beispielsweise den Betrieb von Drohnen in Wohngebieten. Doch bleibt der Zweifel, ob sich auch alle Nutzer und Nutzerinnen an das Gesetz halten: »Wenn Sie feststellen, dass sie gegen oder ohne ihren Willen gefilmt werden, dann haben sie die Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Das Einfachste ist immer, wenn man direkt den Fotografen anspricht und ihn auffordert, die Aufnahmen zu löschen. Gegebenenfalls kann hier bereits auch schon die Polizei benachrichtigt werden. Stellt man fest, dass die Bilder im Internet publiziert worden sind, weil heimlich gefilmt wurde und man die Aufnahme nicht bemerkt hat, kann man auch mithilfe eines spezialisierten Anwaltes gegen eine Publikation vorgehen und eine Löschung der Bilder verlangen«, rät Rechtsanwalt Tim Hoesmann, der in den Bereichen Medien- und Urheberrecht tätig ist. Eine neue Debatte um Datenschutz haben die kameragespickten Flieger nicht ausgelöst – Das aktuelle Drohnengesetz ist von altbekannten Vorstellungen geprägt.

Rechtsanwalt Tim Hoesmann (www.hoesmann.eu) klärt über grundlegende Regelungen zum Einsatz von Drohnen auf. Durch das neue Drohnengesetz ist der Einsatz und Betrieb von Drohnen hier verboten: • Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften • Menschenansammlungen • Naturschutzgebiete • Hauptverkehrswege wie Bundesautobahnen oder eng befahrene Verkehrswege • An- und Abflugbereiche und Kontrollzonen von Flugplätzen • über bewohnten Gebieten / im Wohngebiet

Tim Hoesmann Fachanwalt für Medien- Urheberund Wirtschaftsrecht. Foto: www.hoesmann.eu

Grundstückseigentümer dürfen Ausnahmen für Flüge mit Kameradrohnen erlauben: Somit sind logischerweise auch Flüge über dem eigenen Grundstück jederzeit möglich. Für Drohnen bis zu einem Gewicht von 2 Kilogramm ist keine allgemeine Erlaubnis mehr erforderlich: Diese dürfen bei Beachtung der oben genannten Regelungen ohne behördliche Erlaubnis geflogen werden. Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. Zudem müssen jetzt Drohnen auch mit einer feuerfesten Plakette versehen werden. Ebenso ist der Betrieb für Privatnutzer nur innerhalb der Sichtweite erlaubt.

Die Schaulust ist ein faszinierendes Phänomen, das als urmenschliches Bedürfnis in jeder historischen Epoche Ausdruck fand. Im Zeitalter der Sozialen Medien nimmt sie neue Züge an und birgt ein gefährliches Potenzial. Es bedarf viel Selbstreflexion, um zu erkennen, wann man hinschauen sollte und wann man anderen damit schadet: Katastrophen, Leid, Probleme werden medial belagert: Ob voyeuristische Fernsehformate, Artikel in Boulevardzeitschriften oder verwackelte Videos, die mit der allzeit bereiten Smartphonekamera aufgenommen wurden. Das Interesse an Sensationen ist legitim, doch Aufklärung, Information und Erkenntnisse gewinnt man dadurch nur selten. Hinter diesem Anspruch darf sich Sensationsgier nicht verstecken: Was kann uns ein Foto von Blutspuren darüber verraten, wie Attentate zu verhindern wären? Nicht zuletzt werden im Falle von Gewaltverbrechen Täter oder Täterinnen oftmals von einem großen öffentlichen Interesse zu medialen Persönlichkeiten mit einer Bedeutung und spannenden Biografie erhoben: Aufmerksamkeit, an der sie sich lebenslänglich ergötzen können. Text: Vivien Schramm

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gaslighting SO GEFäHRLICH IST NARZISSTISCHER MISSB R A U C H / / Charmant und furchtbar gefährlich – wer in einer Beziehung

Paul: »Schau an die Wand hinter dir.« Bella: »Das Bild ist weg.« Paul: »Wo hast du es dieses Mal versteckt?« Bella: »Ich habe es nicht genommen. Wieso sollte ich es nehmen?« Paul: »Bella, wo ist das Bild?« Bella: »Ich habe es nicht genommen. Ich schwöre es.« Paul: »Wieso lügst du? Wenn du nicht lügst, bedeutet das dann nicht, dass du deinen Verstand verlierst?« Die Realität: Paul hat das Bild abgenommen und versteckt, um seine Frau glauben zu machen, sie werde wahnsinnig.

Paul und Bella sind die Protagonisten des Theaterstücks und seiner Verfilmung »Gaslight« aus den 1940er Jahren. Und dieses Stück ist längst nicht nur ein Beispiel für das Phänomen bewusster Manipulation in Partnerschaften, es lieferte diesem auch noch den Namen: Gaslighting.

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M A N I P U L AT I O N I N B E Z I E H U N G E N »

Foto: Ryan McGuire / pixabay.com

mit einem Narzissten steckt, fühlt sich zu Beginn oft wie auf Händen getragen, kann am Ende jedoch sehr tief fallen. Denn in jedem Narzissten steckt auch ein Gaslighter, weiß Ratgeber-Autorin Christine Merzeder und erklärt im Gespräch mit KOMPASS, was und wieso Gaslighting so gefährlich ist.


Christine merzeder Dozentin für Gerontologie und Gesundheitswissenschaften und Autorin Was genau Gaslighting ist, erklärt christine Merzeder (63), Dozentin für Gerontologie und Gesundheitswissenschaften an der Fachhochschule Kalaidos in Zürich: »Gaslighting ist das bewusste Ausreden einer Wahrnehmung, bis der Wahrnehmende glaubt, was ihm eingeredet wird und den Bezug zur Realität verliert.« Merzeder ist die Autorin von »Wie schleichendes Gift. Narzisstischen Missbrauch in Beziehungen überleben und heilen«. Das Buch ist gleichzeitig Erfahrungsbericht wie Ratgeber. Denn genau wie Bella im Film hat auch Merzeder in der Realität am eigenen Leib erlebt, was Gaslighting bedeutet. Die 63-Jährige war zwölf Jahre mit einem Narzissten liiert und wurde selbst Opfer des narzisstischen Missbrauchs. Mit KoMPaSS hat die Autorin über das Phänomen Gaslighting gesprochen.

in Jedem narZisst steCkt ein gaslighter Gaslighting hat seine Ursache in der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, wie Merzeder im Interview erklärt. »Gaslighting ist Teil der psychopathologischen Verhaltensweisen von Narzissten«, sagt die Autorin und ergänzt: »Gaslighting ist eine Eigenschaft, die alle Narzissten haben.« Und von denen gibt es einige: drei bis 15 Prozent der Bevölkerung sind laut Merzeder Narzissten. Genaue Zahlen über die Gaslighting-Opfer gibt es nicht, allerdings mache jeder Narzisst mindestens einen Menschen zum Opfer seines Gaslightings, wie Merzeder erklärt. Viele Narzissten bauen sich sogar ein ganzes Netz aus Lügen mit mehreren Opfern auf, weiß die 63-Jährige. Die Opfer der Gaslighter sind oft enge Vertraute, wie etwa Ehepartner oder Familienangehörige. Doch auch in Arbeitsumfeldern und Freundeskreisen kann Gaslighting vorkommen. Auch Diktatoren und Sektenführer nutzen das Gaslighting, um von ihren Anhängern zu bekommen, was sie wollen und sie gefügig zu machen. Die Basis, auf der Gaslighting geschehen kann, ist ein enges Vertrauensverhältnis, das schrittweise dazu genutzt wird, die Realität des Opfers so zu verändern, dass dieses schließlich selbst an seiner Wahrnehmung zweifelt, ohne die Ursache jedoch in dem Verursacher selbst zu erkennen. »Das passiert sehr langsam, damit die Opfer nicht realisieren, dass sie einer Gehirnwäsche unterzogen werden«, schreibt Psychotherapeutin Stephanie Sarkis in der Onlineausgabe von »Psychology Today«. Laut Sarkis ist es vor allem Macht, die Gaslighter dazu veranlasst, ihre Opfer dazu zu bringen, »ihre Realität in Frage zu stellen«. Und das funktioniere besser als manch einer vielleicht vermutet, denn: »Jeder ist empfänglich für Gaslighting«, schreibt Sarkis.

Die Opfer wissen zu Beginn häufig nicht, dass es sich bei ihrem engsten Vertrauten um einen Narzissten handelt. Im ersten Moment kann es fast zu wunderbar erscheinen, um wahr zu sein. Narzissten sind häufig äußerst charmant und überschütten ihr Gegenüber mit Komplimenten und Aufmerksamkeiten. Gerade Frauen werden häufig Opfer von Gaslighting. Warum? Laut Merzeder gibt es unter Männern mehr Narzissten als unter Frauen. Die 63-Jährige gibt jedoch zu bedenken: »Frauen gaslighten genauso. Männer leiden oft mehr darunter, sagen es aber nicht.«

ist das normal oder sChon gaslighting? Doch wo fängt Gaslighting eigentlich an und wie schlimm kann es werden? »Gaslighting beginnt dort, wo eine Person zum Zweck des Vorteils des Narzissten benutzt wird«, erklärt Merzeder. Das kann bereits mit alltäglichen Kleinigkeiten anfangen. Ein Beispiel: Sie: »Bitte räum deine dreckigen Klamotten in die Wäschetonne. Ich muss dir immer alles hinterherräumen.« Er: »Sei nicht so empfindlich. Du übertreibst mal wieder maßlos.« Fragt sie sich nun, ob er vielleicht Recht haben könnte, statt sauer zu werden, hat er sein Ziel erreicht. Sie ist verunsichert, die Klamotten bleiben liegen, er hat seine Ruhe.

Das Beispiel mag noch so harmlos wirken, kann aber schon ein erstes Anzeichen für Gaslighting sein. Denn nicht nur, dass sie beginnt an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln, der Zweifel wird von ihm vor allem zum eigenen Vorteil gesät.

narZisstisCher missbrauCh bleibt oFt unerkannt »Narzisstischer Missbrauch ist eine Form der psychischen und emotionalen Gewalt, die für ihre Opfer genauso katastrophal sein kann wie physische Gewalt – und sie kommt weitaus häufiger vor«, heißt es auf der Hompage zu Merzeders Buch, www.wie-schleichendes-gift.ch. »Narzissten benutzen andere Menschen als Energiequelle, um die eigene Leere aufzufüllen. Die Beziehung mit ihnen ist wie schleichendes Gift, das seine Opfer langsam zerstört.« Wird Gaslighting auf die Spitze getrieben, können die Folgen im schlimmsten Fall »die vollständige Abhängigkeit und Hörigkeit, der Zusammenbruch oder sogar der Selbstmord des Opfers« sein, berichtet Merzeder. »Wer narzisstischen Missbrauch nicht selbst oder im eigenen Umfeld erlebt hat, vermag sich seine verheerenden Auswirkungen kaum vorzustellen«, schreibt die Autorin im Vorwort zu ihrem Buch. Zu der mangelnden Vorstellungskraft kommt laut dem Erklärtext auf der dazugehörigen Homepage hinzu, dass narzisstischer Missbrauch für die Umwelt schwer erkennbar ist und die meisten Menschen gar nicht wissen, dass das Phänomen Gaslighting überhaupt existiert. »Aufgrund dieser Unkenntnis können viele Opfer nicht verstehen, dass und wie sie missbraucht werden. Und auch Psychologen kennen sich zu wenig mit Narzissmus aus, so dass Opfern oftmals nicht geholfen wird und sie nur den Ausweg im Suizid sehen«, heißt es auf der Homepage.

BUCHTIPP wie schleichendes gift Christiane Merzeder; Scorpio Verlag; ISBN 9783958030220; Preis: 17,99 EUR

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38 anZeiChen, an denen sie merken, dass sie ein gaslighting-oPFer sind Um herauszufinden, ob man narzisstisch missbraucht wird, empfiehlt Merzeder die Checkliste des Paracelsus Recovery Centers in Zürich. 38 Fragen und Aussagen sollen dem Benutzer einen Hinweis darauf geben, ob ein Missbrauch vorliegt oder nicht: 1. Sie werden von einer Vertrauensperson in Ihrem Leben ständig abgewertet. 2. Sind Sie stark co-abhängig? 3. Er/sie zeigt kein Mitleid und hat Sie schon im Stich gelassen, als Sie ihn/ sie gebraucht haben. 4. Er/sie macht abwertende Bemerkungen über Sie. 5. Er/sie wird ärgerlich, wenn sie erfolgreich sind oder Aufmerksamkeit von anderen bekommen. 6. Er/sie diskreditiert Menschen, um sich selbst besser dastehen zu lassen. 7. Er/sie hat eine Jekyll-Hyde-Persönlichkeit und Sie erfahren letztere. 8. Er/sie entschuldigt sich manchmal für sein entsetzliches Verhalten, fällt dann aber schnell zurück in alte Muster. 9. Sie sind immer auf der Suche nach der einst so tollen Person, die er/sie einst war und glauben, es sei Ihre Aufgabe das Problem zu lösen. 10. Zeigt er/sie Verachtung bis hin zu Ekel vor Dingen, die Ihnen gefallen? 11. Haben Sie ihn/sie beim Lügen oder Betrügen erwischt? 12. Hat er/sie Ehebruch begangen, Pornoseiten versteckt oder war bei einer Prostituierten? 13. Werden Sie von ihm/ihr finanziell an der kurzen Leine gehalten? 14. Gibt er/sie für sich selbst viel Geld aus? 15. Hat er/sie wiederholt damit gedroht, sich von Ihnen zu trennen oder scheiden zu lassen? 16. Hat er/sie Sie physisch angegriffen oder Dinge nach Ihnen geworfen? 17. Hat er/sie Sie jemals missbraucht oder versucht Sie zu missbrauchen? 18. Trinkt er/sie oder nimmt Drogen? 19. Macht er/sie Ihnen weis, dass die Probleme allein bei Ihnen liegen? 20. Werden Sie von ihm/ihr kontrolliert oder gestalked? 21. Geht er/sie verantwortungslos mit Geld um? 22. Sind Steuerbetrug oder Betrug von Geschäftspartnern und anderen ein Thema bei ihm/ihr? 23. Hat er schon einmal eine Krankheit vorgetäuscht, um Aufmerksamkeit oder sogar finanzielle Vorteile zu bekommen? 24. Wird er/sie wütend, wenn er/sie kritisiert wird? 25. Hatte er/sie bereits mehrere Ehen und Partner? 26. Führen Sie endlose Diskussionen mit ihm/ihr und haben Sie das Gefühl, diese führen nirgend wohin? 27. Ist das Leben mit ihm/ihr anstrengend und schwer und haben Sie das Gefühl immer in Alarmbereitschaft sein zu müssen? 28. Fühlen Sie sich vollkommen gestresst und wertlos? 29. Haben Sie jemals überlegt, sich wegen des Missbrauchs das Leben zu nehmen? 30. Haben Sie jemals Rachepläne geschmiedet? 31. Machen Alkohol, Drogen oder Medikamente Ihr Leben erträglicher? 32. Hat er/sie Ihnen jemals Geld oder Besitztümer gestohlen? 33. Wurden Sie finanziell jemals betrogen, hintergangen oder ausgenutzt? 34. Hat er/sie seinen/ ihren Ex-Partner jemals in einen schlechten Ruf gebracht? 35. Hat er/sie versucht, Sie mental instabil erscheinen zu lassen? 36. Hat er/sie Ihnen erfolgreich Gefühle oder Wahrnehmungen ausgeredet? 37. Sie haben Albträume, Grübeleien, konstante Angst, Schlafstörungen und Sucht erlebt. 38. Wurde bei Ihnen jemals eine posttraumatische Störung diagnostiziert oder wurden Sie vielleicht sogar deshalb behandelt?

Die checkliste finden Sie unter diesem Link: www.paracelsus-recovery.com

hilFe Für oPFer Wer in einer Opfer-Täter-Beziehung mit einem Gaslighter steckt, kommt dort oft nicht ohne Hilfe von außen raus. Befürchten Sie, Opfer von Gaslighting zu sein, empfiehlt es sich, Rat und Hilfe bei einer Opferhilfestelle oder einem Therapeuten zu suchen, der sich mit narzisstischem Missbrauch auskennt. Paracelsus Recovery www.paracelsus-recovery.com +41 52 624 63 33 weißer Ring weisser-ring.de Opfer-Telefon: 116 006 Telefon-Seelsorge www.telefonseelsorge.de 0800 – 111 0 111 Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen www.hilfetelefon.de 08000 - 116 016

Text: Anna Wengel Info: www.wie-schleichendes-gift.ch

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INhALT

S Ta D T L E b E n THEMA 30 KEVIN BREWERY Craft Beer made in Zwickau 34 AUF DEN ZAHN GEFÜHLT Mundgesundheit ohne Angst 36 MIT 60 JAHREN KEIN BISSCHEN LEISE Kulturdenkmal Freilichtbühne UM DIE ECKE 38 NEWS Neuigkeiten aus dem Viertel VERANSTALTUNGEN 44 DIE HIGHLIGHTS DES MONATS KUNST UND KULTUR 52 REIF FÜR DIE INSEL Musik von Tones Town 54 GESCHICHTE AUF REISEN Europäischer Stationenweg

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C r a F t beer K E V I N B R E W E R Y / / Ob Pilsner, Lager, Schwarzbier oder ein kräftiges Bock, so unterschiedlich die Biere, so unterschiedlich die Geschmäcker. Doch in einem sind sich wahre Biergenießer einig: Den gängigen Einheitsbrei wollen die wenigsten verkosten. Und weil der eigene Geschmack eh der allerbeste ist, brauen eine paar junge Menschen seit gut zwei Jahren auch ihr eigenes Craft-Bier in ihrer eigenen kleinen Brauerei auf dem Windberg in Zwickau.

Dass guter Sound und gutes Bier sich quasi gegenseitig bedingen, dürfte vielen zumindest schon mal in den Sinn gekommen sein. Denn fast nichts steigert den Genuss eines süffigen, perfekt gekühlten Bieres so genussvoll wie der dazu passende Soundtrack, und der beste Song aller Zeiten kitzelt beim Zelebrieren eines würzigen Hopfentrankes auch die letzte verloren geglaubte Erinnerung sanft hervor. Eine fast unschlagbare Symbiose also. Das dachten sich wohl auch die Begründer von »Kevin Brewery«, einer kleinen, privatgeführten Craft-Bier-Initi-

ative auf dem Zwickauer Windberg. Denn eigentlich und ursprünglich war und ist »Kevin« eine Punk-Rock-Band, die, bei der traditionell und obligatorisch anmutenden Affinität zum Gerstensaft, auf die Idee kam, ein eigenes Bier zu brauen. Fernab von Einheitsbrei und designten Main-Stream-Geschmack. Erdig sollte es sein, rau und ehrlich-punkig und unangepasst im besten Sinne. Nicht siffiger Hinterhof, sondern westwoodscher Hip. Stylish, jung und cool, wie das Team hinter dem Bier.

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KEVIN BREWERY »

handde ma ickau

aus Zw


die Craft-beer-Crew vom windberg groß: Jung, cool und ein klein wenig verrückt, die Bierbrauer von Kevin Brewery. v.l.n.r. Denny Helmer (PR und Vertrieb), Tino Wäntig (der Mann für´s Grobe), Rico Püschel (zieht die Fäden als Brauer und Rezepthüter), Eva Adler (die gute Seele & kritische Stimme), Stefan Wäntig (Anpacker, Brauhelfer, Hygienebeauftrager).

von der idee Zum bier Als Band musizieren die Freunde schon seit den Neunzigern gemeinsam und auch als die beruflichen Wege zwischenzeitlich ihren Tribut forderten, verlor sich das Trio nie wirklich aus den Augen. So war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann sich ein Revival ankündigen würde. Im Januar 2014 war es dann soweit. »Kevin« waren wieder da und zeitgleich wurde das Brauerei-Thema, welches Rico Püschel, seines Zeichens Bassist der Band, schon seit Längerem mit sich herumtrug, angegangen. Dieser war gemeinsam mit Freundin Eva Adler, übrigens der einzigen Frau im Team und somit quasi die Mutter der kevinschen Biere, beeindruckt von der großen amerikanischen Craftbier-Szene, die sie auf ihren Reisen durch die Staaten kennen- und schätzen gelernt hatten. »Wir Deutschen denken ja immer, wir haben das Bierbrauen erfunden und trauen entsprechend den ›Amis‹ nicht wirklich etwas zu. Aber dort gibt es endlos viele kleine und richtig gute Brauereien«, erzählt der »Chef-Brauer« der Truppe. Entsprechend mundete keines der heimischen Biere nach der Rückkehr so recht. Zeit über ein eigenes Gebräu nachzudenken. Die Idee fiel auch beim Rest der »Gang« auf fruchtbaren Boden und so wurde auf der eh notwendigen Suche nach einem neuen Probenraum für die Punk-Rocker »Kevin« auch gleich die Voraussetzungen für die Braustube und natürlich einen »rockigen« Ausschank berücksichtigt. »Wenn, dann richtig, das war uns von Anfang an klar«, erzählt Rico Püschel. »Kurz hatten wir noch überlegt, ob man es nicht zunächst mal mit ein paar Töpfen probieren sollte. Das haben wir aber sehr schnell verworfen, denn was kann da schon rauskommen? Also wurde Geld in den gemeinsamen Topf geworfen und eine richtige 50-Liter-Brauanlage angeschafft und los ging´s.«

2. v. re.: »Chef-Brauer« Rico Püschel und »Baumeister« Tino Wäntig beim Verkosten des frischen Gerstensaftes. Sicher ist hier alles ein paar Nummern kleiner als in großen Brauereien, aber gebraut wird mit der gleichen Leidenschaft. kevin on tour re.: Antrieb für die junge Braucrew ist es, ihre Stadt und die Bierszene etwas bunter zu machen, Leute zu inspirieren, selber zu brauen, Burger zu bauen oder Musik zu machen. »Nicht einfach stur konsumieren, auch mal was Eigenes probieren und mit Freunden Projekte starten – das rockt!«

aller anFang ist sChwer Dabei war es am Anfang alles andere als leicht; unzählige Braugänge landeten nach einer schnellen Verkostung gleich wieder in der Spüle. Doch ans Aufgeben dachte hier niemand. Waren zunächst noch alle »Feuer und Flamme« an den Rezepturen mitzuwirken, erinnert sich Gitarrist Denny Helmer lachend, doch die Formeln in der »Hexenküche« seien immer länger geworden und so überließen sie, was das Berechnen der Rezepturen betrifft, nach kurzer Zeit Rico Püschel das Feld. Denn grundsätzlich lässt sich am Bier so ziemlich alles berechnen. Bitterkeit, Alkoholgehalt, Farbe, nichts überlässt der ambitionierte Brauer dem Zufall. Und dieser hatte »Lunte« gerochen, las viel zum Thema, bildete sich weiter und führte über jeden Braugang Buch. Aus dem ursprünglichen »Probieren« ist längst eine kleine Wissenschaft geworden. Dennoch, anfangs zahlten auch die Kevins sehr viel Lehrgeld, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch nach und nach nahmen die »Versuche« Gestalt an und es entstand das erste India Pale Ale. 05 17

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5 sorten kevin handgebrautes

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A Pale ale »kevin Fever«

india Pale ale (iPa) »distance remains«

lager »yes yes yes«

Pale ale »rehearsal session«

stout »shout it out«

Viermal sind die Kevins im Fieber und kreieren ein Pale Ale, welches je nach Stimmung mal herb, mal süffig, aber immer mit viel Herz und würzigen 4,8 Prozent glänzt. Natürlich nach Reinheitsgebot!

Mit 5,8% das stärkste im Sortiment, sehr herb, sehr hopfig, nach dem Reinheitsgebot gebraut.

Mild süffiges California Lager; 4,8%, nach dem Reinheitsgebot gebraut.

Der »kleine Bruder« des IPA mit weniger Alkohol (4%), weniger herb, aber genauso hopfig; nach Reinheitsgebot gebraut.

Dry Coffee Stout mit würzigen 4,8% besticht durch einen starken Röstcharakter und Kaffeenote; nicht nach Reinheitsgebot gebraut, da Kaffee zugesetzt wird.

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»Der Gedanke, dann aber wirklich auch ein Etikett auf das Bier zu kleben, kam erst durch den Freundeskreis«, erzählt Denny Helmer, der sich auch für die Vermarktung und den Vertrieb der Biere verantwortlich zeigt. »Wir hatten unser Bier Leuten zum Kosten gegeben und durchweg positive Resonanz bekommen. Dabei waren unser Gradmesser wirkliche Kenner, wie beispielsweise »Die Bierfreunde«, das ist ein Craft-BierLaden in Leipzig. Die waren übrigens auch die ersten, die das Bier verkauften und bis heute vertreiben.«

VOM PUNK ZUM BIER – Die wohl kleinste Brauerei Sachsens überrascht Kunden und Freunde mit immer neuen Bierspezialitäten. Bierland Sachsen und Thüringen, 2016

alles Für´s PerFekte bier Mittlerweile brauen die Punk-Rocker fünf verschiedene Sorten und vertreiben die Biere durchaus erfolgreich. Denn eigentlich ging es ja darum ursprünglich »nur« ein Bier zu brauen, welches ihrem Geschmack entspricht. Doch scheinbar treffen sie damit auch den Geschmack der Szene. Also wurde bereits Mitte letzten Jahres eine zweite Brauanlage angeschafft, weil die Nachfrage einfach kontinuierlich gestiegen ist. Monatlich produziert das fünfköpfige Team zwischen 100 und 200 Liter Bier, alles in Eigenregie und in der Freizeit. Bei einer Dauer von ca. 8 bis 10 Stunden pro Braugang bedarf es dafür schon sehr viel Leidenschaft und auch die Musik ist dann leider ein wenig hinten angestellt. Aber was tut man nicht alles für das »perfekte« Bier?

kevin dealer Bierfreunde, Leipzig Tante Manfred, Leipzig Tee-Eck, Eisenach

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Eine Kundenakquise ihrerseits war bisher übrigens noch nicht nötig, immer wurden die jungen Brauer direkt angesprochen. So sind die hopfigen Leckereien bereits in verschiedenen Spezialläden erhältlich, aber auch in der gehobenen Szene-Gastronomie ist das Gebräu schon angekommen. Dabei sind die Craft-Biere alles andere als günstig, zwischen drei und elf Euro schlagen im Laden für eine 0,33 er-Flasche zu Buche. Doch ein Craft-Bier dieser Güte »kippt« man auch nicht zwischen Tür und Angel, ein Craft trinkt man nicht mal aus der Flasche. Ein Kevin schenkt man ein und genießt den edlen Tropfen stilecht in geselliger Runde. Es geht ganz klar um das Besondere. Wer jetzt ganz spitzfindig vermutet, hier gehe es um das ganz große Geschäft, der darf sich getrost auf dem Boden der Tatsachen wiederfinden. In Kevin-Brewery geht es nicht um Gewinn, der wichtigste Faktor ist und bleibt der Geschmack. Ihren Lebensunterhalt müssen und wollen die fünf Hobbybrauer nicht damit verdienen. Dafür wollen sie sich aber auch eben niemanden unterordnen und nicht für ein spezielles Klientel brauen. Einmal Punk immer Punk. Also, take it or leave it! Cheers!

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Text: JoKri Fotos: Kevin Brewery Info: www.kevin-brewery.de


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Auf den Zahn gefühlt M undgesundheit - ohne A ngst / / Der stechende Geruch von Desinfektionsmitteln

und die klinisch sauberen Ordinationsräume reichen bereits aus, um in den meisten ein mulmiges Gefühl beim Betreten der Zahnarztpraxis hervorzurufen. Und dann ist es zu hören: Dieses singende Surren des Bohrers!

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inige werden jetzt sagen: »Alles halb so schlimm.« Doch für den überwiegenden Teil stellt ein Zahnarztbesuch zumindest eine Bewährungsprobe dar, das belegen gleich mehrere Studien. Die Gründe sind allseits bekannt. Man fühlt sich ausgeliefert, hat Angst vor Schmerzen. Doch schlussendlich treibt einen das schlechte Gewissen oder das nicht nachlassende Ziehen eines Zahnes doch in die Praxis des Vertrauens. Nicht so geschätzte sechs bis vierzehn Prozent der Bevölkerung. Diese leiden nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für Zahnbehandlungsphobie (DGZP) unter einer sogenannten Dentalphobie. Einer Angst, die sich körperlich in Form von Herzrasen, Übelkeit und Brechreiz manifestiert und dazu führt, den Besuch einer Praxis nicht nur zu meiden, sondern auch massive Schädigungen der Zahnsubstanz in Kauf zu nehmen. Spätestens dann ist es mit einem »einfachen« Zahnarztbesuch meist nicht mehr getan.

Angst oder Phobie? Übrigens bereits seit 1997 wird die sogenannte Zahnarztphobie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als anerkannte psychosomatische Erkrankung geführt. Zu unterscheiden ist diese von der nicht krankhaften Angst vor dem Zahnarzt durch die Intensität der Angstzustände und vor allem durch das daraus resultierende Vermeidungsverhalten. Dabei riskieren Betroffene oftmals den kompletten Verfall ihres Gebisses.

Aufklärung nimmt Ängste

Davon kann der Fachzahnarzt für Oralchirurgie Dr. Matthias Reiß ein Lied singen, nehmen doch auf seinem Behandlungsstuhl auch regelmäßig Patienten Platz, die ähnliche Symptome aufweisen. Ein Grund für den erfahrenen Oralchirurgen dem Thema »Angstpatienten« und deren Behandlung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. »In der zahnärztlichen Chirurgie hat man täglich mit Angstpatienten zu tun. Zum Zahnarzt zu gehen ist für viele Menschen schon schlimm, aber zum Chirurgen ist nochmal schlimmer«, weiß er aus seiner Praxiserfahrung zu berichten. Deshalb setzt er auf eine intensive und individuelle Beratung. »Der Patient findet in unserer Praxis Gehör. Seine Bedürfnisse und Belange werden in jedem Fall berücksichtigt. Nur so kann er mit einem guten Gefühl in die Behandlung gehen.« Deshalb wird schon bei der gemeinsamen Planung eines notwendigen Eingriffes auf die Möglichkeiten, die Behandlungen im Tiefschlaf oder in einer Kurznarkose durchführen zu lassen, hingewiesen. Unter Leitung eines Spezialisten erhalten die Patienten dabei stark beruhigende Medikamente oder werden für die kurze Zeit des Eingriffs in einen Tiefschlaf versetzt. Dieser »kleine Rausch« ermögliche es dem behandelnden Chirurgen eben gleich alle vier Weisheitszähne auf einmal zu entfernen, Wurzelspitzenresektionen durchzuführen oder letztendlich auch größere implantologische Arbeiten, wie z.B. das Einsetzen von Zahnimplantaten in den Knochen von Ober- und Unterkiefer, für den Patienten einigermaßen angenehm zu gestalten.

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M undgesundheit

Der gebürtige Zwickauer erkannte übrigens schon während seiner Assistenzzeit in einer allgemein-zahnärztlichen Praxis seine Affinität zur Chirurgie. Die »Schlüsselperson« in Dr. Matthias Reiß´ beruflichem Werdegang sollte niemand geringerer als Professor Faßauer sein, der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg gilt als Koryphäe im Bereich der dentalen Implantologie. »Seine Herangehensweise an die Thematik und sein Umgang mit den Patienten, überhaupt seine Philosophie, hat mich, als ich die Gelegenheit hatte, ihm regelmäßig über die Schulter und seine Finger zu schauen, geprägt.« Für den jungen Dentalmediziner war schnell klar: Auf Oralchirurgie wollte er sich spezialisieren. Gesagt, getan! Nach weiteren vier Jahren Fachzahnarztausbildung und jahrelangem »Erfahrung sammeln« in Spezialpraxen in Leipzig und Dresden folgte der promovierte Mediziner schlussendlich dem immerwährenden Ruf seiner Heimat und eröffnete Ende 2016 in Werdau seine eigene oralchirurgische Praxis. Ein optimaler Standort, wie der smarte Dentist betont. »Das Haus war schon zu DDR-Zeiten stomatologisches Zentrum und auch heute gibt es unter einem Dach zwei niedergelassene praktische Zahnärzte, einen Kieferorthopäden und nun einen Oralchirurgen.« Die optimale Ergänzung also, um den Patienten bestmögliche zahnmedizinische Versorgung zu garantieren.


Zähne naturnah wiederherstellen Die moderne Implantologie macht´s möglich. Weiße Keramikimplantate finden vornehmlich Einsatz in der sogenannten ästhetischen Zone, dem sichtbaren Zahnbereich. Foto: CERALOG; psdesign1 / fotolia.com

Minimale Belastung dank modernster Technik Leider kann, trotz fortschrittlichster zahnärztlicher Methoden, bis heute der Verlust eines Zahns nicht immer vermieden werden, was für viele Patienten eine äußerst unangenehme und belastende Situation darstellt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen allgemeinen Fachzahnärzten und Kieferchirurgen ist entsprechend unerlässlich. Vor der Überweisung an den Chirurgen und dessen Einsatz steht immer ein Besuch beim Zahnarzt des Vertrauens auf der »To-Do-Liste«, dieser entscheidet gemeinsam mit dem Patienten, wie die entstandene Lücke zu versorgen ist, betont Matthias Reiß. »Es gibt heute glücklicherweise kaum noch Situationen, die nicht implantologisch gelöst werden können«, beruhigt der Spezialist. Dafür sorgen unter anderem auch die enormen Weiterentwicklungen in diesem Bereich. Die Implantate sind heute kürzer und arbeiten mit geringeren Durchmessern. Sogar mit weißen Keramikimplantaten wird gearbeitet. Ihr Einsatz in der sogenannten ästhetischen Zone, dem sichtbaren Zahnbereich, eröffnet ganz neue Möglichkeiten, um Zahnlücken naturnah zu schließen.

Oralchirurgie Pleißental Dr. Reiß & Kollegen Johannisplatz 6 08412 Werdau Tel.: 03761/4439927 info@praxis-pleissental.de

Aber auch die Notwendigkeit der Versorgung von Lücken im Seitenzahngebiet, um Folgeerkrankungen beispielsweise des Kiefergelenks frühzeitig zu vermeiden, können elegant mit Implantaten gelöst werden. Damit der notwendige operative Eingriff so minimal dramatisch wie möglich verlaufen kann, wird in der Praxis Pleißental unter anderem ein digitaler Volumentomograf eingesetzt. Dieser erstellt einen 3-D-Scan der Kieferregion. Die so erhaltenen detaillierten Informationen über Knochen- und Zahnstrukturen sorgen für den nötigen Überblick und ermöglichen eine hochmoderne 3-Dnavigierte Implantologie. Das Implantat kann somit millimetergenau positioniert und anschließend eingebracht werden. Der große Vorteil liegt unter anderem im deutlich reduzierten Operationstrauma, der kleineren Wundfläche und der daraus resultierenden geringeren Belastung für den Patienten. Nach erfolgter Implantation der Unterkonstruktion, wie Matthias Reiß das Fundament des Zahnersatzes nennt, und einer Einheilzeit von zwei, drei Monaten kann das Implantat wieder freigelegt und eine Rücküberweisung an den behandelnden Zahnarzt erfolgen. Dann steht einem naturnahen Zahnersatz nichts mehr im Weg.

Text: JoKri Info: www.praxis-pleissental.de

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Jahre Freilichtbühne Zwickau

das J ubil ä umsjahr 2 0 1 7 / / Das Kulturdenkmal Freilichtbühne Zwickau, eingebettet in der grünen Parkanlage rund um den Schwanenteich, gilt als eine der schönsten Anlagen der damaligen Zeit. Bis heute ist sie ein unverzichtbarer Veranstaltungsort, der in der Region nicht mehr wegzudenken ist. 2017 feiert die Freilichtbühne Zwickau 60 Jahre Bestehen und dies möchte die Kultour Z. GmbH mit einem Aufgebot an nationalen und internationalen Künstlern sowie tollen Veranstaltungen gebührend feiern.

Die Freilichtbühne in der denkmalgeschützten Parkanlage Schwanenteich ist Kulturdenkmal. Sie ist, ähnlich einem Amphitheater, als oval angelegte Arena mit stufenweise ansteigenden Sitzreihen aufgebaut. Romantisch eingebettet in das Schwanenteichgelände und umgeben von Großgrün liegt die Perle für Open-Air-Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns von Zwickau. Die von Oktober 1955 bis August 1957 in die südwestliche Ecke des Schwanenteichparks gebaute Freilichtbühne gilt als schönste Anlage der damaligen Zeit. In 33.000 freiwilligen Arbeitsstunden von den Zwickauern errichtet, bot sie ca. 3.200 Zuschauern Sitzplätze für verschiedenste kulturelle Veranstaltungen wie Sommerkinos, Konzerte, Estradenund Familienprogramme. Seit 2003 wird die Freilichtbühne nun durch die Kultour Z. GmbH, zu der auch die Locations Stadthalle sowie das Konzert- und Ballhaus »Neue Welt« gehören, bewirtschaftet. »Einer der Höhepunkte seit dieser Zeit ist zweifelsohne das Public Viewing zur FußballWM in Deutschland 2006. Zu den vier übertragenen Spielen kamen damals knapp 20.000 Besucher, was eine Traumkulisse in Schwarz-Rot-Gold bei entsprechend euphorischer Stimmung bedeutete«, so Monique Riemenschneider von der Kultour Z. GmbH. Eine umfassende Modernisierung erfolgte 2010. Es konnte eine überdachte, feste Bühne eingebaut, der Gastronomietrakt saniert und eine absorbierende Lärmschutzwand errichtet werden. In unmittelbarer Nähe zum Stadtkern und romantischer Lage im Schwanenteichareal bietet die Freilichtbühne Zwickau eine ideale Atmosphäre. In den Sommermonaten wird sie

auch heute zu einem unverzichtbaren Veranstaltungsort in der kulturellen Landschaft der gesamten Region und bietet je nach Veranstaltungsgenre bis zu 2.900 Personen im Sitzplatzbereich oder 6.000 Personen im Stehplatzbereich eine bezaubernde Freiluftatmosphäre. Unzählige Events wie Freiluftkonzerte, Theateraufführungen und Comedy- und Kabarettveranstaltungen fanden bereits statt, darunter Konzerte von Adel Tawil, Nena, PUR, Christina Stürmer oder den Puhdys sowie Vorstellungen des Theaters Plauen-Zwickau wie »Der Freischütz« oder »Hair«.

Grosse stars Am 23. August feiert sie nun auf den Tag genau ihren 60. Geburtstag zwar nicht mit einem Festprogramm am selbigen Tag, sondern mit einer Reihe an Top-Künstlern über den ganzen Open-Air-Sommer. »Für uns bildet die ganze Saison 2017 das Festprogramm. Wir freuen uns darauf, große Namen wie Santiano, Gregor Meyle, Status Quo, Bonnie Tyler oder Kaya Yanar in unserem atmosphärischen Open-Air-Wohnzimmer begrüßen zu können. Das Fest zum Geburtstag dauert im Grunde genommen ganze 3 Monate«, so Monique Riemenschneider von der Kultour Z. GmbH. Die Gäste erwartet demnach ein buntes Portfolio von Comedy über Theater bis hin zum Großkonzert:

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F reilichtbühne Z wickau


Freuen darf man sich unter anderem auf Kaya Yanar, der auf seiner »Planet Deutschland«-Tour am 23. Juni von typisch deutschen Klischees und allerhand kuriosen Geschichten, die er in Deutschland bereits erlebt hat, erzählen wird.

Der sympathische Singer-Songwriter mit Hut, Brille und Bart Gregor Meyle besucht mit seiner Band für ein Konzert seiner »Die Leichtigkeit des Seins - Sommerkonzerte«-Tour am 12. August die Freilichtbühne. Seine Songs erzählen von der Balance im Leben und dem Gefühl, angekommen zu sein.

Auf ihrer letzten elektronisch verstärkten Tour »The Last Night of the Electrics« machen Status Quo am 7. Juli auf der Freilichtbühne Rast. Dies ist die allerletzte Chance, diesen legendären Act mit seiner kompromisslosen Vollgas LiveShow noch einmal zu sehen.

The Milano Festival Opera kommt mit großem Orchester, Chor und vielen weiteren Solisten in Bestbesetzung am 11. August. Die Oper Nabucco von Giuseppe Verdi mit über 100 Mitwirkenden gehört zu den Ausnahmeproduktionen des diesjährigen Sommers.

TI P P STATUS QUO - THE LAST NIGHT OF THE ELECTRICS TOUR 2017 Auch Status Quo werden live auf der Freilichtbühne noch einmal alles geben und ihre gewaltige elektrische Live-Show letztmalig präsentieren. Vollgepackt mit alten und neuen Hits aus ihrem unglaublichen Repertoire rocken sie am 7. Juli ab 19.30 Uhr die Bühne im Herzen der Stadt Zwickau und freuen sich auf ein unvergessliches Open-Air Konzert mit all ihren Fans. Tickets unter: www.kultour-z.de

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Die Open-Air-Gala »Sound of Music« vom Theater PlauenZwickau am 1. und 2. Juli entführt die Gäste mit berühmten, aber auch weniger bekannten Melodien, in die Welt der Musicals.

Haben Sie noch spezielle Erinnerungen an die Freilichtbühne, verbinden Sie mit ihr ein besonderes Erlebnis, oder haben Sie alte Fotos oder Postkarten der Open-Air-Perle? Das Team der Kultour Z. freut sich auf Ihre Zusendungen: Kultour Z. GmbH, Bergmannstraße 1, 08056 Zwickau

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Sie ist wie ein guter Wein, je älter, desto besser. Die Rockröhre der 80er Jahre Bonnie Tyler spielt all ihre großen Hits wie »Total Eclipse of the Heart« oder »Hero« am 14. Juli bei der »Greatest Hits Open-Air«-Tour auf der Freilichtbühne.

Ebenso werden am 9. Juli die Giganten des Shanty-Rocks Santiano vor Anker gehen. Die Nordmänner spielen sich bei jedem Auftritt der »Live & Open Air Tour« die Seele aus dem Leib und begeistern mit einer abwechslungsreichen, professionellen und faszinierenden Show.

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Text: Kultour Z.

Fotos: Kultour Z., R. Woodhall, S. Sach Info: www.kultour-z.de

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ein CaFÉ im ZwiCkauer Paradies

meistersChaFt nimmt Fahrt auF

greiZ: stadt der millionäre

Zwickau | Das Muldeparadies ist um eine Attraktion reicher: Geht es nach den Betreibern des kleinen Biergartens, werden in den Frühlings- und Sommermonaten vom Nachmittag bis in die Abendstunden Kaffee, frisch gezapftes Bier und andere Getränke sowie Kuchen und kleine Snacks angeboten. Der Wunsch, im Muldeparadies - der in der Innenstadt und direkt an der Mulde gelegenen Parkanlage – ein gastronomisches Angebot zu etablieren, wurde wiederholt von Besuchern und Bürgern Zwickaus geäußert. Die Idee wurde daher an dem unter Leitung von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß stehenden »Runden Tisch Innenstadt« diskutiert. Mit der Moccabar GmbH fand sich schließlich ein Betreiber, der diese Vision Wirklichkeit werden lässt. Geplant ist, dass das kleine Café mit Freisitz, für das ein transportables Holzhaus aufgestellt wurde, bis in den September hinein geöffnet hat. Bei schönem Wetter können die Besucher des Muldeparadieses sowie die Radfahrer und Wanderer des Mulderadweges in der Regel von 14 bis 20 Uhr das gastronomische Angebot nutzen. Je nachdem, wie der Biergarten im Herz der Automobil- und Robert-Schumann-Stadt genutzt wird, sollen die Öffnungszeiten angepasst werden. Der Probelauf über die Osterfeiertage zeigte, trotz wenig sommerlichen Wetters, einen regen Zuspruch seitens der Zwickauer. Na dann: Auf in paradiesische Zeiten!

Chemnitz | Vom 23. bis 25. Juni 2017 blickt die Radsportnation nach Chemnitz, das als Gastgeber der Deutschen Meisterschaften im Straßenradsport fungiert. Damit knüpft die Stadt an ihre große Radsporttradition an. Viele herausragende Sportler aus der Stadt und der Region Chemnitz haben auf Bahn und Straße für unser Land Erfolge bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften erzielt. Die Stadt richtet die Deutschen Meisterschaften mit Unterstützung des Chemnitzer Polizeisportvereins e. V. und des Radsportvereins Chemnitz e. V. sowie dem Stadtsportbund Chemnitz e. V. aus. Zum größten Radsportevent im nationalen Sportjahr werden mehr als 300 Radsportler erwartet: Bei den Männern sind rund 200 Aktive zu erwarten, bei den Frauen etwa 100 Starterinnen. Die Titelkämpfe umfassen insgesamt fünf Disziplinen: Die Straßenrennen der Elite (Frauen und Männer) und die Einzelzeitfahren Elite (Frauen, Männer und U23). Selbstverständlich wird auch an einem attraktiven Rahmenprogramm gearbeitet. Geplant ist unter anderem ein Ausstellungsbereich, auf dem sich regionale Fahrradhändler mit ihren Produkten präsentieren werden sowie zwei Eventbereiche direkt an der Rennstrecke und in der Nähe von Start und Ziel. Die schon geplanten Aktivitäten innerhalb des Parksommers werden punktuell mit Bausteinen rund um das Thema Rad ergänzt.

Greiz | Die schöne Stadt im Tal der Weißen Elster verdankt seine überregionale Bezeichnung als fürstlich vogtländisches Greiz der Erhaltung seiner einzigartigen Residenzarchitektur sowie den beeindruckenden Villen und Bürgerhäusern, welche bis heute als steinerne Zeugen die außerordentliche Wirtschaftskraft im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert dokumentieren. Bauherren waren überwiegend Kaufleute und Fabrikanten. Oftmals gehörten zu diesen Villen große Fabriken mit mächtigen Schornsteinen, die den Ruf von Greiz als »Stadt der Stoffe« symbolträchtig rahmten. Grundlage für diese wirtschaftliche Entwicklung bildete die eigenständige Wirtschaftspolitik des bis 1918 souveränen Landes Fürstentum Reuß älterer Linie mit der Hauptstadt Greiz. Die Zeit der Industrialisierung war auf das Engste mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes sowie dem beständigen Zuzug der Landbevölkerung verknüpft. Bahnhöfe und Mietskasernen entstanden. Städteplanerisch prägten diese Jahrzehnte auch Greiz nachhaltig und sind bis heute im Stadtbild erkennbar. Nun widmen die Museen der Schloss-und Residenzstadt in Zusammenarbeit mit dem Fotoclub Greiz e.V. der einzigartigen und prunkvollen Architektur der Villen eine eigene Ausstellung. Noch bis zum 25. Juni können sich die Besucher auf die individuelle Entdeckungsreise baugeschichtlicher Hintergründe und detailverliebter, filigraner Gestaltungselemente begeben.

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Info: www.zwickau.de

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Info: www.chemnitz.de

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Foto: Stadt Zwickau

Foto: pixabay.de

Foto: Museen Stadt Greiz

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staDtleben U M D I E E C K E

NEUIGKEITEN

Info: www.greiz.de


kunst: oFFen in saChsen

naChbarsPraChen im vormarsCh

ProJektideen gesuCht

Region | Kunst im sächsischen Raum transparent und erlebbar werden zu lassen, war und ist die ursprüngliche Idee hinter dem Projekt »Kunst: offen in Sachsen«. Doch eigentlich kann man schon fast von einer liebgewonnenen Tradition sprechen, wenn sich zu Pfingsten (3.-5. Juni) die Pforten der Ateliers, Arbeitsund Ausstellungsräume sächsischer Künstler öffnen und dem interessierten Besucher Einblick in deren Schaffen gewähren. Denn seit nunmehr 13 Jahren laden die Künstler an mindestens einem der drei Tage von 10 bis 18 Uhr ein zum Schauen, Staunen und Lauschen, zu Inspiration und Erlebnissen für die Sinne. Auch in diesem Jahr freuen sich Maler, Grafiker, Bildhauer, Fotografen, Keramiker, Holz-, Schmuck-, Textil- und Metallgestalter und viele andere Kreative auf ein aufgeschlossenes Publikum, auf spannende Gespräche und interessante Kontakte. Darüber hinaus unterstützen Musik, Lesungen, Improvisationen und ähnliches die Aktion spartenübergreifend. Bereits 200 Ateliers und Kunststätten haben ihr Mitmachen angemeldet. Bekannte Vertreter in der Region werden unter anderem Rossner Art (Schneeberg), Wolf-Dietrich Leimcke (Chemnitz) und Siegfried Otto-Hüttengrund (Hohenstein-E.) sein, auch der beliebte KOMPASS-Cartoonist Veit Schenderlein (Mülsen) gewährt Einblicke in die »wilden« Acryl-Mischwelten seiner Charaktere.

Erzgebirgskreis | Den direkten Nachbar verstehen können? Macht irgendwie Sinn! Ein Trend, der sich auch in der Anzahl der Schüler widerspiegelt, die sich für die Sprache unserer Nachbarn interessieren. So steigt die Zahl derer, die Tschechisch als Zweitsprache erlernen bereits seit Jahren kontinuierlich an. Derzeit nehmen allein im Erzgebirgskreis ca. 340 Schüler am Tschechisch-Unterricht teil, damit haben sich die Anzahl der aktiv Lernenden in den letzten zehn Jahren verdoppelt, teilte das Kultusministerium auf Anfrage mit. Ein Zuwachs, der auch Kultusministerin Kurth freut, die in der Vermittlung von Nachbarsprachen einen wichtigen schulpolitischen Schwerpunkt in Sachsen sieht und entsprechend auf Förderung bedacht ist. So werde eng mit den polnischen und tschechischen Bildungsbehörden zusammengearbeitet, um die Qualität des Unterrichtes und die Motivation der Schüler zu fördern. Darüber hinaus können sich Lehramtsstudenten an der Universität Leipzig bereits seit dem Wintersemester 2006/07 für Polnisch oder Tschechisch als Ausbildungsschwerpunkt entscheiden. Derzeit wird an 27 Schulen im Freistaat Polnisch und an 20 Tschechisch unterrichtet. Einen klaren Vorteil für Schüler, die sich neben Englisch für eine Nachbarsprache entscheiden, sieht Kurth in der zukünftigen Jobsuche, denn die wirtschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarn würden immer wichtiger, so die Ministerin.

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Info: www.kunstoffeninsachsen.de

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Chemnitz | Das Projekt »Kita & Künstler«, das bereits 2016 erfolgreich durchgeführt wurde, geht in die 2. Runde. Der Kulturraum Stadt Chemnitz lädt regionale Künstlerinnen und Künstler sowie Kindertageseinrichtungen erneut zur kreativen Zusammenarbeit ein. Bis zum 19. Mai 2017 können sich Künstler-Kita-Teams mit einem künstlerischen Bildungsprojekt bewerben. Die eingereichten Projektideen werden von einer Jury begutachtet und mit Förderpreisen bis maximal 1000 Euro unterstützt. Ziel der Ausschreibung ist es, Kindern einen Zugang zur künstlerischen Bildung und Mitgestaltung dieser zu ermöglichen. Die Ausschreibung richtet sich an Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Darstellende und Bildende Kunst, die gemeinsam mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren ein Angebot im Rahmen von Workshops, Kursen oder Projekttagen durchführen. Das Modellvorhaben wurde von der Netzwerkstelle Kulturelle Bildung im Kulturraum Vogtland-Zwickau entwickelt und wird dort bereits seit 2013 erfolgreich durchgeführt. Bis zu sechs Projekte können bis spätestens Dezember 2017 durchgeführt werden. Die Aktion wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und durch die Stadt Chemnitz. Mehr Informationen zum Projekt und Download der Bewerbungsunterlagen unter www.kulturelle-bildungchemnitz.de.

Info: www.smk.sachsen.de

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Foto: Veit´s

Foto: Christian Schwier / fotolia.com

Foto: pixabay.de

Info: www.chemnitz.de

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DEr saChsEnring - EinE DEr bEliEbtEstEn rEnnstrECKEn DEr wElt Fotos: Andreas Kretschel; Alexander Frieske | Info: www.srm-sachsenring.de

Bereits zum 20. Mal findet 2017 auf dem Traditionskurs Sachsenring eine der größten Motorsportveranstaltungen des Landes statt, der GoPro Motorrad Grand Prix Deutschland. Aber nicht nur die Motorrad-Weltmeisterschaft feiert ein Sachsenring-Jubiläum, sondern auch die Rennstrecke selbst, denn 2017 wird sie sagenhafte 90 Jahre alt. Seit 1927 bereits werden an der historischen RennsportStätte Rennen ausgetragen, die als sogenanntes Badberg-Viereck-Rennen begannen und auf dem alten Sachsenring teilweise Zuschauerzahlen von bis zu einer halben Million verzeichneten. 1990 wurde das letzte Rennen auf dem alten, knapp 9 km langen Sachsenring gefahren. Da es durch die Streckenführung, die zum Teil durch die Stadt Hohenstein-Ernstthal führte, zu vielen Unfällen kam, wurde der alte Ring geschlossen und man entschied, auf einem Teil davon ein neues Verkehrssicherheitszentrum zu errichten. 1996 eröffnete auf diesem Gelände die neue Rennstrecke Sachsenring, auf der seit 1998 auch wieder die Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wird und jährlich um die 200.000 Zuschauer nach Südwestsachsen lockt. Seit 2012 ist die SRM – Sachsenring-Rennstrecken-Management GmbH, eine kommunale Gesellschaft, bestehend aus den angrenzenden Städten und Gemeinden und dem Landkreis, Veranstalter dieses Events. Besucher aus der ganzen Welt reisen jedes Jahr im Sommer nach Sachsen, um Teil dieser spektakulären Motorradrennsport-Veranstaltung zu sein, bei der sich die weltbesten Zweirad-Piloten unter Beweis stellen. Die zahllosen Zuschauer verwandeln den Motorrad Grand Prix Deutschland mit ihrem Besuch zu einer der meistbesuchten und beliebtesten Pilgerstätten für Rennsport-Begeisterte. Von Anfang an liegt der Motorrad Grand Prix Deutschland mit seinen Besucherzahlen unter den Top drei der besucherreichsten Veranstaltungen auf dem MotoGPTM-Kalender. Die MotoGPTM wird per TV in über 200 Länder der Welt übertragen. Mehr als 12 Mio. Fernsehzuschauer haben den Motorrad Grand Prix Deutschland 2016 von zu Hause aus verfolgt. Rund 3 Mio. Zuschauer waren bei mindestens einem der 18 Rennen der Weltelite des Motorrad-Straßenrennsports live vor Ort dabei. Erst in den letzten Jahren hat das Interesse an den deutschen Fahrern wieder stark zugenommen, nachdem 2011 mit Stefan Bradl in der Moto2 Klasse erstmals seit 18 Jahren wieder ein deutscher Weltmeister in einer Motorrad-WM-Klasse gekürt wurde.

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Verlosung auf Seite 78

Mit dem breiten Rahmenprogramm, welches am Grand Prix Wochenende nicht nur im Veranstaltungsgelände stattfindet, sondern in der ganzen Umgebung zum Mitfeiern einlädt, findet sich etwas für jeden Geschmack und es verwandelt den Motorrad Grand Prix Deutschland zu einem Volksfest und zur Pilgerstätte für Motorradrennsport-Begeisterte aus der ganzen Welt.

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sommErfEstival baD ElstEr: sChwEbEnDE aufEnthaltsKomPosition! Fotos: Christian Hoppe; Peter Hönnemann; Thomas Kölsch | Info: www.chursaechsische.de; www.hotelkoenigalbert.de

Begleitet von der berühmten Rhododendronblüte beginnt im Wonnemonat Mai die farbenfrohe Sommersaison in der Kultur- und Festspielstadt Bad Elster. Dabei lockt das beliebteste Heilbad Sachsens mit einer Vielzahl von Wohlfühl- und Erlebnisangeboten. Sommergästen aller Generationen bietet Bad Elster mit vielen Stars und einem glänzenden Kulturkalender ein Erlebnisprogramm, welches jeden Aufenthalt zur Inspirationsquelle werden lässt! Im Zuge des 22. Chursächsischen Sommers, als dem größten Kulturfestival der europäischen Bäderregion, ist Bad Elster seit Jahren das Zentrum und die strahlende »Sommerresidenz« der ganzen Festivalregion. Neben begeisternden Konzerten von Klassik bis Rock, Oper, Operette und Musical sowie Schauspiel und Kabarett locken vor allem berühmte Bühnenakteure in die Königlichen Anlagen: So beehren Bad Elster u.a. Publikumslieblinge wie Hagen Rether (18.5.), die Prinzen (25.5.), die Münchener Freiheit (3.6.), Silly (11.06.), Günter Wallraff (30.6.), Tom Astor (14.7.), Klaus Doldinger (11.8.), Hera Lind (3.9.) und viele, viele mehr. Das historische König Albert Theater ist im Sommer aber auch wieder die erste Adresse für exzellente klassische Unterhaltung: Neben den großen Symphoniekonzerten der Chursächsischen Philharmonie begeistern im Festivalzeitraum u.a. das SoloBläserquintett der Semperoper Dresden (25.6.), das Moritzburg Festival Orchester (4.8.) oder Justus Frantz mit seiner Philharmonie der Nationen (6.8.) im Königlich-Sächsischem Theaterambiente. Vor allem werden aber wieder Sommerevents wie die 14. Equipage Bad Elster– »Edle Pferde & Historische Kutschen« am Pfingstsonntag, das beliebte Brunnenfest Bad Elster vom 23. bis 25. Juni, die 14. Internationalen Jazztage Bad Elster am dritten Augustwochenende oder die zahlreichen Open-Air-Konzerte in den Königlichen Anlagen Bad Elsters einzigartige Kultur-Erlebnisse im Rahmen des Chursächsischen Sommers vereinen. Für den unvergesslichen Sommeraufenthalt im Sächsisch-Königlichen Glanz Bad Elsters hat das 4-Sterne-Superior-Hotel König Albert verschiedenste Kulturarrangements zusammengestellt, die allen Gästen einen kulturellen Rundum-Wohlfühlurlaub ermöglichen. Der großzügige Hotelkomplex mit angeschlossener Badelandschaft und der Soletherme & Saunawelt bietet so ein Gefühl von purer Lebenslust im Herzen Europas als schwebende Aufenthaltskomposition! In Verbindung mit dem Farbenspiel der berühmten Rhododendronblüte in der eindrucksvollen Bäderarchitektur entschwebt der Besucher so in Bad Elster dem Alltag und es entfaltet sich neue Lebensenergie durch Kultur und Erholung!

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Element of Crime & Matthias Reim: Live on Tour Fotos: Claudia Horn Kasper; Charlotte Goltermann | Info: www.stagediver.events

Sie ist Deutschlands herausragendste Band: Element of Crime hat nicht nur einige legendäre Songs veröffentlicht, sondern gleich albumweise deutsche Rockgeschichte geschrieben. Sie sind von der Romantik gestreifte, kauzige Männer, die von Liebe singen und von gescheiterten Spargelköniginnen, von altem und neuem Schrott, von der rettenden Kavallerie (die natürlich nicht mehr kommt), der Blaumeise Yvonne, von Erdbeereis, Katzen und Pitbull-Terriern. Der Sound, den sie dabei am 29. Juli bei den Filmnächten Chemnitz kreieren, ist einzigartig rau und einzigartig schön! Die Open Air-Tournee von Matthias Reim endete im September 2016 mit einem absoluten Höhepunkt – dem umjubelten Konzert vor 15.000 Zuschauern in der Berliner Wuhlheide. Auch im Jahr 2017 wird der Künstler wieder auf seine fast schon traditionelle Sommertournee gehen. Diesmal kommt Matthias Reim auch in einige Städte, in denen er bisher noch nicht aufgetreten war. Unter anderem wird der Ausnahmekünstler am 29. Juli das »Wohnzimmer der Eispiraten« rocken. Vor allem aber: Er kommt mit einem neuen Bühnenprogramm ins Eisstadion nach Crimmitschau.

A Tribute to James Last: The Last Night Foto: Felix Brokbals | Info: www.kultour-z.de

Tom Klee & die Ballhaus Big Band - das sind 18 herausragende Jazzmusiker, die ein buntes Programm zu Ehren des großen James Last bieten. James Last war ein Visionär, der für seine Musik gelebt hat. Bis kurz vor seinem Tod im Alter von 86 Jahren tourte er mit seinem Happy Sound Orchestra auf den berühmtesten Konzertbühnen aller Kontinente. Die Tribute-Show ist eine Erinnerung an den im Jahre 2015 verstorbenen erfolgreichsten Bandleader aller Zeiten und beinhaltet zahlreiche Jazzklassiker, Popsong-Arrangements und Medleys. Ob zum Tanzen oder zum träumerischen Zuhören, jung und alt, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Konzert- und Ballhaus »Neue Welt« als schönster Terrassensaal Westsachsens stand Pate für die Namensgebung und Entstehung der Ballhaus Big Band, die mit Leiter Tom Klee bereits 2016 ihr Debüt gab. Am 26. Oktober um 20 Uhr gastiert das Ensemble erneut in der »Neuen Welt«, um den Gästen einen tollen Abend mit großartiger Musik in James-Last-Manier zu bieten. TICKE T

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sounD of musiC: musiCalgala am sChwanEntEiCh Foto: Veranstalter | Info: www.theater-plauen-zwickau.de

Der Klang der Musik – der Zauber der Musik – das Reich der Musik – die Macht der Musik: Schlagworte, die das Herz jedes Musicals benennen. Das titelgebende Musical »The Sound of Music« von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein animierte viele heutige Stars zu ihrer eigenen Gesangskarriere. Ein jeder von uns hat »seine eigne Melodie« aus der Fülle der Broadway-Melodien. Wenn im Sommer die Show beginnt und das gesamte Musiktheater- und Ballettensemble des Theaters Plauen-Zwickau gemeinsam mit Musical-Absolventen des Wiener Konservatoriums mit den großen Hits des Broadway aus »Ein Käfig voller Narren«, »My fair Lady«, »A Chorus Line«, »Cats«, »West Side Story«, »Der Zauberer von Oz« oder »Mozart!« die Freilichtbühne am Schwanenteich zu einer glamourösen Musical-Bühne verwandeln, dann finden auch Sie Ihre Melodie! Unter der musikalischen Leitung Vladimir Yaskorski singen und spielen am 1. und 2. Juli auf der Freilichtbühne Zwickau u.a. Johanna Brault, Julia Ebert, John Pumphrey, Sebastian Seitz und Shin Taniguchi sowie Kinderchor, Chor und das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau.

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frEunDEsKrEis livE 2017 Foto: Veranstalter | Info: www.semmel.de

Zum 20. Geburtstag kehrt die legendäre HipHop-Combo Freundeskreis auf die Bühnen Deutschlands zurück. Max Herre, Don Philippe und DJ Friction gehören seit den Hits wie »A-N-N-A«, »Wenn der Vorhang fällt« oder »Tabula Rasa« zu den bekanntesten Deutsch-Rappern des Landes. So dauerte es nur wenige Stunden, bis die Freundeskreis Show beim Mercedes-Benz Konzertsommer am 29. Juni in Stuttgart komplett ausverkauft war. Auch für die Show am 9. September im Hamburger Stadtpark sind mittlerweile keine Tickets mehr erhältlich. Doch alle, die beim Kartenkauf kein Glück hatten, können wieder aufatmen. So konnten jetzt für den 15. September in der Jungen Garde Dresden und am 10. September im Hamburger Stadtpark, sowie für drei weitere Städte Zusatzshows gebucht werden. Einen exklusiven Festivalauftritt in Deutschland wird es am 24. Juni in Frankfurt beim Wireless Festival geben. Auch der erste Featuregast steht fest: Joy Denalane wird die Stuttgarter Formation bei allen Dates begleiten. Dabei wird die langjährige Wegbegleiterin weit mehr als nur den Part eines Special Guests einnehmen. Denn neben den Freundeskreis Klassikern wie »Mit dir« wird Joy Denalane auch ihre eigenen Hits sowie Songs ihres Albums »Gleisdreieck« live präsentieren.

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Ein Kessel Buntes zur GROSSEN SILBERSTROM-PARTY

u. a. mit BREAKOUT, Ballbreakers, Flyboard + Jetski Show, Stereoact, Erzistar, Rockpirat, große Multimediashow, Be4tles

Auszug aus dem Programm Freitag, 09. Juni 2017 Showbühne: Heut’ geht die Party los... 19.30 Uhr Einlass 21.00 Uhr BREAKOUT 22.30 Uhr Ballbreakers 00.30 Uhr Disco mit DJ Christian

15.35 Uhr Eliza 15.45 Uhr Rasselbande Guggemusik ’97 e.V. 16.10 Uhr Flyboard + Jetski Show 16.55 Uhr Erzistar – Die Region sucht Talente 2017 19.30 Uhr Stereoact

Samstag, 10. Juni 2017 Ein Kessel Buntes (Showbühne) 14.35 Uhr Tanzprojekt Keen on Rhythm 14.55 Uhr Charlie Chaplin - Charmant und unverwechselbar! 15.15 Uhr Body Painting

20.15 Uhr Rockpirat Der Party-Garant

22.45 Uhr Multimediashow Großes Feuerwerk mit Lasershow 23.15 Uhr Stereoact

Sonntag, 11. Juni 2017 Ein Kessel Buntes (Showbühne) 13.00 Uhr Eröffnung mit Christian Giese 13.15 Uhr WarmUp mit Andreas Geffarth 14.20 Uhr Charlie Chaplin 15.30 Uhr Be4tles ...und vieles andere mehr! Das ausführliche Programm nden Sie in unseren Programmyern und auf www.silberstrom.de. rstrom d . rstrom.de. Vorteile mit der SilberstromCard

Kinder bis 16 Jahre haben Samstag und Sonntag freien Eintritt! Ein

Eintrittspreise Filzteichfest 2017:

FREITAG mit SilberstromCard: Eintritt frei! ohne SilberstromCard: 5 EUR

© DSG ’17

3tolle Tage

09. – 11. Juni 2017 STRANDBAD FILZTEICH, SCHNEEBERG

R Riesenspaß für alle Kinder am Samstag und Sonntag (von 10 bis 18 Uhr): Das besondere Highlight an diesem Festwochenende wird Silberdi sstromers t Riesengaudi mit 30 Hüpfburgen H sein!

Karten erhalten Sie im Service-Center der Stadtwerke Schneeberg, chneeberg, eeberg,, Joseph-Haydn-Str. J Jose . 5, 08289 082 Schneeberg, am Strandbad Filzteich und im Dr. Curt-Geitner-Bad. Infos unter: (03772) 35 02-0 | www.silberstrom.de ohne SilberstromCard: 15 EUR SAMSTAG 05 17 SONNTAG mit SilberstromCard: 7,50 EUR (bei Verlassen des Festgelän- (bei Verlassen des Festgeländes bis mit SilberstromCard: Eintritt frei! des bis 19.00 Uhr: 7,50 EUR zurück, daher Freier Eintritt mit 19.00 Uhr: 10 EUR zurück). ohne SilberstromCard: 5 EUR Bei Erwerb einer Samstagskarte ist der Freitag inklusive! SilberstromCard zur Nachmittagsveranstaltung)

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Foto: Stilbar Design

Foto: Stefan Timmerberg

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22.30 Uhr nachtwerk, Zwickau

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18.00 Uhr Flugplatz, Zwickau

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Der Bass sei mein Hirte

Flugplatz in Flammen

Nachtschwärmerei

Der Bass sei mein Hirte. Der Crowd wird es an nichts mangeln. Er labt Euch auf dem Dancefloor und führet Euch zu frischem Sound. Er erleuchtet Eure Seele. Er führet Euch mit tiefen Beben zum perfekten Moment und wenn Ihr schon hadert mit schlechter Musik, fürchtet kein Unglück, denn er ist bei Euch, sein Flow und Rhyme trösten Euch. Er bereitet vor Euch einen Tisch im Angesicht aller Neider. Er salbet Euer Haupt mit Musik und schenket Euch den reinen Beat. Fette Party und geniale Reime werden Euch folgen ein Leben lang und Ihr werdet bleiben im nachtwerk immerdar. Also shake it, bounce it, twerk it mit Special Guest: DJ Dens. Zur Feier des Tages haben Mädels freien Eintritt bis 24 Uhr.

Bereits zum zweiten Mal lockt der Flugplatz zum Event »Flugplatz in Flammen« Gäste aus nah und fern an die Rollbahn. Ab 18 Uhr startet ein tolles Rahmenprogramm unter anderen mit »Walking Acts«, einer Feuershow, Modellflugzeugen zu Land und Luft, Hubschrauberrundflügen, Hüpfburgen, Kinderschminken, Rundflügen mit Flugzeugen und vielem mehr. Und damit die Kleinsten auch ein Feuerwerk erleben, bevor es ins Bett geht, gibt es kurz nach Sonnenuntergang ein eigenes Kinderfeuerwerk. 21 Uhr wartet auf der Open Air Bühne ein besonderes Highlight: »SIX«. Ab 23 Uhr sorgt ein gigantisches Musik-Höhenfeuerwerk für Staunen und Gänsehaut.

Mit inspirierenden Beats und coolen Drinks ist Bad Elster wieder der Party-Hotspot und kriegt oberhand im Oberland: Lasst uns in den Sonnenaufgang tanzen, denn diese Nacht gehört den Nachtschwärmern! Vor der Sommerpause präsentieren wir Euch mit Bird Berlin eine Popshow die Grenzen sprengt: Stampfende Beats erbeben die Tanzfläche und lassen die fanatischen Füße schreiend kreischen. »Will mich nicht bewegen - muss mich bewegen!«. Schwitzen - Extase - Lust! In genau dieser Reihenfolge, in genau dieser Intensität. Maskuline Musikorgasmen beapen ins Ohr. Ein Rausch durchs dichte digitale Disco Dunkel, erhellt von Lichtbrechungen an Spiegeln und Menschen, die Schönheit in Erotik verwandeln.

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Verlosung auf Seite 79 flugplatzinflammen-zwickau.de

die nicht üblicherweise in einer Band zusammenspielen.

party & event

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Mi

22.00 Uhr Flowpo, Chemnitz Bad Ass Karaoke Du hälst Dich für das größte Gesangstalent seit Daniel Küblböck? Deine besten Freunden bescheinigen Dir eine bevorstehende Karriere als Superstar, wenn Du nur nicht so bescheiden wärest? Dann stell Dich noch heute dem härtesten KaraokeDJ seit Erfindung der DSDS - Jury. »Mr. Badass« Don Miller. 21.30 Uhr Malzhaus, Plauen Quer Beat Clubbing Trends 2017 Cooler Sound, coole Drinks, coole Leute. Musik Quer Beat, Eintritt: 4 free.

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www.disco-nachtwerk.de

Do

20.00 Uhr Flowpo , Chemnitz Jamsession Ein zwangloses Zusammenspiel von Jazz-, Blues-, Hip-Hop- oder Rock-Musikern,

22.30 Uhr Nachtwerk, Zwickau Fun-Donnerstag - Ladykracher Dein Party-Weekend beginnt am Donnerstag-im nachtwerk! Ladykracher lässt einmal im Monat den Frauenanteil donnerstags enorm in die Höhe schnellen. Also, besser feiern geht nicht, bedeutet Eintritt für’n schmalen Taler, günstige Getränkepreise und die beste Musik zum Tanzen und Feiern.

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22.00 Uhr Linde, Leubnitz 1€ Party Coole Drinks und heiße Beats, von New Rave über Electro hin zu HipHop - DJ Shusta (Phlatline Chemnitz) dreht an den Reglern. Freier Eintritt bis 23.23 Uhr via Facebook-Post. 22.00 Uhr Moccabar, Zwickau Trap City Bitch XXL Eine gewaltige erste Saison geht zu Ende. Bevor wir jedoch in die große Sommerpause gehen, wollen wir es mit Euch nochmal ordentlich krachen lassen und uns für die super geilen Partys mit Euch bedanken. Dafür verschenken wir für die ersten 100 Gäste einen Begrüßungsshot und 100 Becks! Egal welche Sorte.

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19.00 Uhr Klubhaus Sachsenring, Zwickau Singletanz mit Livemusik Wir laden wieder im Klubhaus Sachsenring zum Tanz. Die beliebte Liveband »Sound Express« sorgt für beste Unterhaltung und präsentiert neben altbekannten Schlagern und Gassenhauern auch einige bayrische Schmankerl. Ein Fest für alle tanzwütigen Singles aber natürlich sind auch Pärchen gern gesehene Gäste. Spass und gute Laune sind also garantiert, wenn es wieder heißt: Klubhaus Sachsenring - dort wo man Freunde trifft! 20.00 Uhr Alte Hermann Dittrich Fabrik, Limbach-O. Rock in der Fabrik: Princess a Tribute to Queen Diesen Mai gibt es wieder Rock in der Fabrik. Diesmal dabei sind die Band »Princess a tribute to Queen « und DJ Balu. Im Programm haben die Musiker bis zu 30 Titel, neben den Klassikern »We are the champions« oder »Radio Gaga« auch Stücke wie »Bohemian Rhapsody«. 21.00 Uhr E-Werk, Reichenbach Gods hardest Rave: Zahnis BDay-Festival Auf vier Stages wird gefeiert als ob es kein Morgen gibt! Mit dabei:Zahni vs. Nogge vs. Der Zett; Kopf & Hörer sowie Anormal & Hunnel und viele mehr! Save the date.

22.00 Uhr Linde, Leubnitz Schlagerpar ty-Roland, Helene, Andreas Gabalier, Matthias Reim-Special Das Beste aus den Schlagerhochburgen des Landes präsentiert von DJ Chris. Freier Eintritt bis 23.23 Uhr via Facebook-Post. 22.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Silent Party Tanzen und dabei nichts hören, wozu der Nachbar gerade abrockt. Menschen mit Kopfhörern begegnet man recht häufig im Stadtbild und neuerdings trifft man sie selbst da an, wo man es nicht unbedingt erwartet: auf der Tanzfläche und dabei herrscht im Saal sonderbare Ruhe. Menschen grooven und springen, DJs verrichten ihr Handwerk, drehen an den Knöpfen. Doch zu hören ist nichts, oder eher wenig: Fußgetrappel, Gelächter, mal eine Bierflasche, die umfällt. 22.30 Uhr Goldne Sonne, Schneeberg Ü-30-Party Tanz auf zwei Floors, angesagte DJs, beste Stimmung und leckere Cocktails: Lasst Euch nicht lange bitten und sichert Euch schnell Tickets. Denn in geselliger Runde und mit alten Freunden feiert es sich am besten in den bevorstehenden, hoffentlich heißen Sommer! 22.30 Uhr nachtwerk, Zwickau Augen zu und Tanzen Es gibt einfach nicht viele Nächte, die

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21.00 Uhr Kurhaus, Bad Elster

STadtleben veranstaltungen

H ighlights des monats »

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sich dermaßen souverän zwischen den Genres bewegen. Dank der DJs die wir für »Augen zu und tanzen« verpflichten, ist es eigentlich unnötig zu betonen, dass hier die angesagtesten Clubhits genauso aufgegriffen werden, wie noch nicht so omnipräsente Clubhymnen. Letztendlich gibt's genug gutes Zeug, das es zu entdecken gilt. Die DJs sorgen dafür, dass sich der Sound die Waage hält, dass er offen bleibt für alles was gut ist und skandalöse Exzesse auf dem Dancefloor auslöst.

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20.00 Uhr Flowpo, Chemnitz Rockladen Der Freitag steht im Zeichen der E-Gitarre. Ausschließlich Rockmusik der wilden 60s bis zu den haarigen 80s. DJ Seventh Son ist Euer Krautrocker am DJ Pult!

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21.30 Uhr Malzhaus, Plauen Quer Beat Clubbing Trends 2017 Cooler Sound, coole Drinks, coole Leute. Musik Quer Beat, Eintritt: 4 free.

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Fan–Seite. Die Studenten feiern, wie immer am Donnerstag 4free!

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22.30 Uhr Nachtwerk, Zwickau Der Fun-Donnerstag Dein Party-Weekend beginnt am Donnerstag im nachtwerk! Besser feiern geht nicht, bedeutet Eintritt für’n schmalen Taler, günstige Getränkepreise und die beste Musik zum Tanzen und Feiern auf dem Mainfloor. Wie Du, heute Abend als aktiver Facebook’er kostenlos ins nachtwerk zum Feiern kommst, erfährst Du auf der nachtwerk–

22.00 Uhr Linde, Leubnitz 90er/2000er-Party Alles was Rang und Namen hat, gibt sich an diesem Abend ein »Stelldichein«, gekrönt wird die Partynacht von fluffigem 90er und 2000er Sound elegant zusammengestellt von DJ Alex. Special: freier Eintritt und Longdrinks ab 1,99 €. 22.00 Uhr Alte Kaffeerösterei, Plauen Light it up! Reggae & Dancehall are back in Town! Endlich könnt Ihr wieder bis in die Morgenstunden zu den dicksten Reggae und Dancehall Riddim shaken, die Wände zum schwitzen bringen und das Thermometer hochschrauben! Selecta BlackPete befeuert Euch mit den feinsten 90s Hits, den 2000er Hymnen und aktuellen Tunes! So mek it a Date, and don't be late!


Foto:Reinhard Tommy Giesel Foto: Riedel

Foto: Marcel Schaar Foto: Armfield Foto:Alice C. Steps Sven Grundmann ACP

22.00 Uhr Malzhaus, Plauen Club Night – Herzlich Willkommen zur Club Night! Fröhlich beschwingt wird die Tanzgesellschaft diese Nacht voll packen mit reichlich vinyloiden Klängen aus den guten alten Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern. Eine feine Auswahl des Besten aus drei Jahrzehnten wird kredenzt.

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20.00 Uhr Burg, Mylau

650 Jahre Stadtrecht Mylau Rund um die Burg Mylau, der größten und am besten erhaltenen Burg des sächsischen Vogtlandes, werden vom 12. bis 14. Mai 2017 Veranstaltungen für Groß und Klein dargeboten. Auf zwei Bühnen gibt es ein buntes Festprogramm von Blasmusik bis Rock’n‘ Roll. Mit dabei sind Deutschlands beste Partyband »SURPRISE«, Rock’n‘ Roll der 50er und 60er Jahre von »Tc5«, Schlagerstar »Daniella Rossini«, die Rocker von »Nessaja« mit den Hits von Thor und Peter Maffey sowie Alternative Rock aus Auerbach von »Aeons Apart«, den Musikern der besten Nachwuchsband Sachsens 2016. Zum Blasmusiktreffen unter dem Motto: »It´s time for Blasmusik« spielen die »Wernesgrüner Blasmusikanten«, der »Musikverein Mylau-Reichenbach«, »BlechREIZ« und als besonderer Gast die »Stadtkapelle Waldenbuch 1888«.

22.00 Uhr Moccabar, Zwickau Disco-Die Friday Night im Klub Freitag Abend Zeit für Wochenende, Zeit für Disco! Lasst die Boxen pumpen & die Puppen tanzen seid funky, seid laser, seid groovy und feiert Disco.

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Sa

21.00 Uhr E-Werk, Reichenbach Die große Mallorca Party im Vogtland! Dschungelkönigin Melanie Müller & Party-Dj Bundy sorgen in der Mainhall für die absolute Eskalation mit allen angesagten Malle-Hits! Als Specials warten unter anderem: Sangria Verlosung und Party Animals! Die ganze Nacht kostenlos feiern? So einfach geht's: Bei Facebook-Veranstaltung auf Zusagen klicken; Freunde einladen, in die Veranstaltung »Malle Party Reichenbach- Ich bin dabei!« posten und mit ein wenig Glück eines von 10 VIP-Tickets zur Party gewinnen! 22.00 Uhr Alte Kaffeerösterei, Plauen 80er/90er Party Wir lassen die 80er & 90er wieder aufleben. Feiert mit uns durch die Nacht! Das Beste aus 80er & 90er Mukke sowie der NDW! Musikalisch verwöhnt von DJ A.P.O. + DJ Schubi. 22.00 Uhr Club Zooma, Plauen My lucky Revolution/We love You Jaja, sowas klingt immer

so öde dahingesagt. Aber mal ernsthaft: Es ist wirklich so. Es ist großartig mit Euch allen zusammen feiern zu können. Es ist traumhaft, wie Ihr Euch zu später Stunde die Seele aus dem Leib tanzt. Deswegen fluten wir das Sonnendeck mit bombastischen Rock-, Brit- und Indieperlen, die Euch von Demion und unser Newcomer Toastcoast wie Honig um die Lippen geschmiert werden. Die Kantine wird derweil akkustisch mit 60´s, 70´s, 80´s und Partyclassics dekoriert, zudem sich auch das eine oder andere Trap und HipHop-Bonbon dazugesellen wird. 22.00 Uhr Weltecho, Chemnitz Motown: The Ultimate Sound Early Rhythm´n´Blues, legendäre Motown-Hits, Northern Soul Early- und Deep Funk sowie Real Hot Rhythm'n'Blues - präsentiert vom Rudeboy Soundsystem, Bataclan und der Mothership Connection on Vinyl only!

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Do

22.30 Uhr Nachtwerk, Zwickau Der Fun-Donnerstag-Facebook-Edition Dein Party-Weekend beginnt am Donnerstag - im nachtwerk! Besser feiern geht nicht, bedeutet Eintritt für’n schmalen Taler, günstige Getränkepreise und die beste Musik zum Tanzen und Feiern auf dem Mainfloor. Wie Du, heute

22.00 Uhr Club Zooma, Plauen ´90 Jam: Music all night long! Club Zooma geht in die Vollen, drückt auf die Tube und präsentiert Good Vibes von spät bis früh. Mit der 90s Jam bewegen wir uns auf ein Terrain, das dick und fett mit »U can’t touch this« markiert wurde. Doch was MC Hammer noch nicht wusste: We like to move it, move it! Also geht in die Knie und lasst den Bass den Rest erledigen.

Zum Fest nicht fehlen dürfen die »Reichenbacher Schalmeienkapelle« und die »ORIGINAL Hirschsteiner Musikanten«. Im Burggarten kann man mit der »Ehrbaren Mannschaft des Vogtlandes« in das Leben im Mittelalter eintauchen. Weiterhin werden hier Aktivitäten für die kleinen Besucher, von Kinderspielen aus Omas Zeiten, über Kinderschminken bis zu Torwand, Hüpfburg und Ponyreiten, angeboten. Auf dem Friedenshain startet die »Reichenbacher Kleinbahn« zudem zu attraktiven Rundfahrten. Daneben haben verschiedene Vereine die Gelegenheit sich und ihre Arbeit auf dem Fest zu präsentieren. Parallel zu den Feierlichkeiten wird während eines Treffens aller Mylauer Partnerstädte mit Vorträgen und Workshops der gemeinsamen Gründungsgeschichte der Orte durch Kaiser Karl dem IV. gedacht. Weithin sichtbarer Höhepunkt am Samstagabend ist das Burgfeuerwerk »Pyrodreams«.

22.30 Uhr nachtwerk, Zwickau We love Saturdays Das nachtwerk versorgt alle Nachtschwärmer mit dem Besten was die Feierszene momentan zu bieten hat. Es gibt in der westsächsischen Region wohl bald niemanden mehr, der nicht schon etliches an Schweiß und Kalorien in einer der heiß durchtanzten Partynächte in der alten Maschinenfabrik verloren hat. Diesen Samstag feiert Ihr auf 2 Floors und der Terazza mit The Sniper und DJ Goomo.

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www.reichenbach-vogtland.de

Abend als aktiver Facebook’er kostenlos ins nachtwerk zum Feiern kommst, erfährst Du auf der nachtwerk–Fan–Seite. Die Studenten feiern, wie immer am Donnerstag 4free!

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21.00 Uhr Weltecho, Chemnitz Salsa Reunion – Der Tanzabend für alle Latin Lovers. Die Chemnitzer Latin-Institution DJ Fidel präsentiert Salsa, Merengue, Bachata und Kizomba - immer tanzbar, immer gut gelaunt.

22.00 Uhr Linde, Leubnitz Colours of Hip Hop Die Party gastiert das erste Mal in der Linde Werdau und stellt die alles entscheidende Frage: Was waren die größten Duelle aller Zeiten? Gandalf gegen Saruman? Clinton gegen Trump? Pietro gegen Sarah? In der Linde wird ein neues Aufeinandertreffen der Giganten stattfinden: DeutschRap vs. Ami-Rap. Jede Rapform hat seine Daseinsberechtigung, aber an diesem Tag wird entschieden, wer der wahre King im Ring ist. 22.00 Uhr Alte Kaffeerösterei, Plauen Unknown Frequencies Unbekannte und noch nicht erforschte Frequenzen, die di-

rekt in Eure Ohren gehen. Was wir darüber wissen? Nur das diese Frequenzen unmittelbar Schwingungen in Euch auslösen, die Eure Beine zum unaufhörlichen Bewegen zwingen. Wer die Sender sind? Ein paar junge DJs, die voller Energie sind und unterschiedlichste Genres die Schwingungen auslösen. Von House über Trap bis zum D'n'B hin ist alles dabei.

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22.00 Uhr Club Seilerstraße, Zwickau Tanzbar! Alles neu macht der Mai! Da dieser bekanntlich der Wonnemonat des Jahres ist, werden wir ihn (nach #Homesick) mit einer weiteren elektronischen Eventreihe einmusizieren, und dies natürlich kein bisschen leise! Mit dabei: Human like Machines; Perry Live; Rec de Weirl, Sugar D. und viele mehr.

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21.30 Uhr Malzhaus, Plauen Quer Beat Clubbing Trends 2017 Cooler Sound, coole Drinks, coole Leute. Musik Quer Beat, Eintritt: 4 free.

22.00 Uhr Linde, Leubnitz Vorglühen Das feinste aus Electro, House, Tekk, Futurehouse und Twerk. Taufrisch und supercool kredenzt von den Organic Dogs. Kann es einen besseren Einstieg in ein verlängertes Partywochenende geben? Dazu gibt es freien EIntritt via FacebookPost und Longdrinks zum megakrassen Spezialpreis. 22.30 Uhr nachtwerk, Zwickau Fun-tastisches HimmelfahrtsKommando Wir wissen, Ihr liebt die Zutaten für unseren FUNDonnerstag – deshalb lassen wir Euch am VorFeiertag gleich mal doppelt günstig Feiern! Schon am Mittwoch mit den Preisen vom Donnerstag Party machen? Bei uns kein Problem: 5€ Eintritt und Longdrinks zum Special-Preis, dazu Partygarant DJ Newtronic für die beste Musik zum Tanzen und Feiern und natürlich zum Flirten. 23.00 Uhr Brauclub, Chemnitz Himmelfahrtskommando Das Kommando für den besten Sound hat heute natürlich DJ RON und SHUSTA. Und wer die beiden kennt, weiß genau dass sie den Laden heute komplett abreißen. Denn morgen ist Männertag und da wollen wir doch ordentlich rein feiern oder?! Außerdem haben wir noch unsere Cocktail Happy Hour von 23-00 und unseren Longdrinkdeal all Night.

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22.30 Uhr Nachtwerk, Zwickau Fun-Donnerstag - Ladykracher Dein Party-Weekend beginnt am Donnerstag-im nachtwerk! Ladykracher lässt einmal im Monat den Frauenanteil donnerstags enorm in die Höhe schnellen. Also, besser feiern geht nicht, bedeutet Eintritt für’n schmalen Taler und die beste Musik zum Tanzen auf dem Mainfloor.

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22.00 Uhr Brauclub, Chemnitz Studi-Club Es ist Freitag Abend und Dein Studi Club im Herzen der Stadt hat geöffnet. Für die perfekte Musi ist wie immer Eure Partykanone DJ Hendrix an den Reglern. Schüler und Azubis haben freien Eintritt. Ach wird das Geilo!

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20.00 Uhr Festhalle, Plauen 100% Tanzbar Die neue Party für alle, denen der ElektroClub zu eintönig und die Oldie-Disko zu altmodisch ist. Ohne Beschränkungen! Der Name ist Programm: Tanzen auf verschiedenen Floors und leckere Cocktails genießen. Einfach mal Abfeiern. 21.00 Uhr Turm-Brauhaus, Chemnitz Ü40 Party Die ersten beiden Ü40 Partys im Brauclub waren einfach nur der Hammer! Heute rufen wir zur Nummer 3 ! DJ Konnie Oeser spielt die Musik der 70er, 80er, 90er und aktuelle Partyhits. Bei DiscoFox & Schlager kann völlig ungezwungen getanzt und gefeiert werden.

22.00 Uhr Linde, Leubnitz Geburtstag Revival: 15 Jahre Revival Heute gibts von DJ Chris das Beste der 80er und 90 er auf die Ohren und DJ Boofy serviert als Sahnehäubchen den feinsten Blackmusic-Sound sowie eine gediegene Houseparty obenauf. Sichere Dir den freien Eintritt via Facebook-Post. 22.00 Uhr Alte Kaffeerösterei, Plauen The Senior Allstars Die vier Münsteraner sind musikalische, seit fast 20 Jahren widmen sie sich der instrumentalen Form jamaikanischer Musik. Reggae – Jazz – Dub: Die drei Begriffe stecken nach wie vor den Rahmen ab, in dem sich der Sound weiterentwickelt hat. 22.30 Uhr Nachtwerk, Zwickau History meets Birthday Bash Einmal im Monat wird im nachtwerk so richtig Geburtstag gefeiert. Alle Geburtstagskinder des aktuellen Monats können mit zwei Freunden kostenlos zur Party. Musikalisch ist für alle gesorgt: DJ Sniper mixt auf dem Mainfloor Eure Lieblingstracks mit den aktuellen Clubsounds.

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20.00 Uhr Malzhaus, Plauen

Foto:Reinhard Tommy Giesel Foto: Riedel

Foto: Marcel Schaar Foto: Sven Grundmann Foto:Alice ACPArmfield

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20.00 Uhr Katharinenkirche, Oelsnitz/V.

Götz Widmann

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Götz Widmann is back: Der wohl kreativste und wahnwitzigste Liedermacher-Punk-Kabarettist-Anarcho-Charmeur der Nation kommt mit seinem neuen Album »Sittenstrolch« auf Akustik-Solo-Tour auch bei uns vorbei. Dass er die magische Grenze von fünfzig Jahren gerade überschritten hat, scheint ihn dabei eher anzuspornen – mit seinen neuen irrsinnigen Songs über von der Bundeswehr eingeflogene Latinas oder »gender-verändernde Drogen« zertrümmert er lustvoll Show für Show jegliche Erwartungshaltungen einer engstirnig gewordenen Zeit. Tiefenschärfe und grenzüberschreitender Humor und unerhört viel Liebe – Götz Widmann macht mal wieder was er am Besten kann!

Orchestraler Akkordeonsound mit filmischer Kulisse: Verspielt und orchestral auf Knopfakkordeons aus Italien und Moskau, dem Chamäleon VAkkordeon und Bandoneon geht es mit Uwe und Heidi Steger in der Oelsnitzer Katharinenkirche am 13. Mai auf filmische Zeitreise: Sound ohne Bombast, liebevoll nachkoloriert und neu beleuchtet. Dass Uwe Steger dabei neben den Erfolgen in vielen Orchestern und Theatern im Inund Ausland zuhause ist und seit 2008 auch als Dozent an der Hochschule für Musik Leipzig tätig ist, verwundert dabei kaum. Uwe Steger arbeitete u.a. mit Montserrat Caballé, Ute Lemper oder Pe Werner zusammen, ist Musiker in großen Orchestern wie der Brandenburgischen Philharmonie Potsdam, dem Deutschen Symphonieorchester Berlin oder dem Rundfunk Sinfonieorchester Berlin gewesen. Heidi Steger studierte

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konzert & kultur

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20.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Wildverwachsen Konzerte: Nick & June, Svavar Knútur »Euphorische Melodien, bittersüße Melancholie und verträumter Folk«. So beschreiben Nick & June ihren musikalischen Ohrenschmaus. Wer bereits reingehört hat weiß, dass die beiden mit dieser Beschreibung sehr genau das ausdrücken, was ihre Musik ausmacht. Nordisches Flair, ein Stimme zum dahinschmelzen und eisig rauhe Texte. Das ist es, was Svavar und seine Songtexte ausmacht. In Island ist er bereits ein sehr berühmter Singer und Songwriter. 21.00 Uhr Alte Brauerei, Annaberg B. Eläkeläiset Die fünf schrägsten Finnen des Universums singen, musizieren und tanzen also wieder, daß kein Auge trocken und kein Tanzbein still bleibt. Nach drei Jahren Abwesenheit im Erzgebirge bringen Onni, Martti, Kristian,

Lassi und Petteri die Menschen wieder zum Ausrasten und verbreiten mit lustigen Coverversionen und eigenen Songs in Finnisch allerbeste Laune.

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20.30 Uhr Weltecho, Chemnitz All That Jazz: Plot Sie haben etwas zu erzählen und kommen dabei immer wieder auf den Punkt. Sie tun es in frischer und doch erstaunlich abgeklärter Weise. Sie tun es mit Esprit, Kopf und Herz. Und sie verlaufen sich nicht in weitschweifigem Gefasel. Viel zu viele Geschichten haben sie. Deswegen ist ihre Musik unverbraucht, auf der Höhe der Zeit und nicht nostalgisch, schon gar nicht folgt sie altbekannten Klischees.

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20.00 Uhr Malzhaus, Plauen Cristin Claas Cristin Claas´ zauberhafte Stimme erfüllt jeden Raum und steht für sich. Ihre einzigartigen Songs interpretiert sie in Englisch, Deutsch und selbst kreierter Fantasiesprache. Zusammen mit dem Gitarristen Stephan Bormann und dem Pianisten Christoph Reuter ist über die Jahre ein unverwechselbarer

Sound entstanden. Live ist das Trio ein ganz besonderes Erlebnis - es sprüht nur so vor originellen Ideen! 20.00 Uhr Alte Kaffeerösterei, Plauen Welicoruss Sie sind eine Symphonic-Black-Metal-/ Pagan-Metal-Band aus Nowosibirsk, einer Stadt in Sibirien, Russland. Während Ton- und Bildmaterial der Band mit seiner Dunkelheit und Intensität zweifellos auf Black Metal hinweist, enthält Welicoruss auch hohe Produktionswerte, traditionell folklorische Melodien und symphonische Elemente in ihren Kompositionen. 21.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Randy Hansen- The music of Jimi Hendrix Randy Hansen hat Jimi Hendrix sozusagen bis ins Detail »studiert«. Nicht umsonst wird er von Musikmagazinen und Musikkritikern in der ganzen Welt als Reinkarnation von Jimi betitelt. Wie ein Derwisch fegt das Energiebündel über die Bühne und zieht das gesamte Publikum in seinen Bann.

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Sa

21.00 Uhr Alte Brauerei, Annaberg B. Full of Terror: CD Release Party Regelmäßig, aber zuletzt 2012 gaben die Darmstädter Death Metaller Disbelief Gastspiele im Erzgebirge. Anläßlich der Veröffentlichung

des 10. Albums »Full of Terror« auf dem französischen Label Listanable records geben sich die Musiker um Sänger Carsten Jäger nun wieder die Ehre.

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20.00 Uhr St. Barbara, Lichtentanne Toby Eine charismatische Ausnahmekünstlerin mit einer unverkennbaren Stimme kraftvoll, warm und ausdrucksstark. Ihre Musik ist sowohl im Folk/Roots als auch im Rock oder Pop zu Hause. Jazz- und Latin - Liebhaber fühlen sich ebenso bei ihr aufgehoben wie Soul- und Bluesfans. Und selbst sanfte Reggae-Einlagen sind nicht ungewöhnlich!

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STadtleben veranstaltungen

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20.00 Uhr St. Barbara, Lichtentanne Doña Oxford Doña bedeutet geballte Energie und Spontanität. Sie gibt ihrem Publikum das Gefühl, ein Teil der Show zu sein. Die gebürtige New Yorkerin baute ihr Talent in Klubs an der amerikanischen Ostküste aus, ehe sie auch in Chicago Erfolge feiern konnte. Letztendlich ließ sie sich in Los Angeles nieder, wo sie ihrem Können den letzten Schliff gab. 20.00 Uhr Messe, Chemnitz Udo Lindenberg: Stärker als

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H ighlights des monats »

im Hauptfach Akkordeon an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin und war über fünf Jahre lang Stipendiatin der Yehudi - Menuhin Stiftung. So werden an diesem Abend bekannte Melodien wie etwa John Williams` »Harry Potter« - Titelmelodie, Leonhard Cohens »Hallelujah« oder der Tango aus »Der Duft der Frauen« zu neuem Leben und mit unbekannten Facetten erweckt - stets begleitet von Heidi, u.a. Finalistin beim Internationalen Akkordeonwettbewerb in Klingenthal in der Kategorie »virtuose Unterhaltungsmusik«. Die zwei Ausnahmemusiker sind in diesem nicht ganz alltäglichen Konzert ab 20.00 Uhr zu erleben, der Einlass startet eine Stunde früher. Karten sind im Vorverkauf ab 10,00 Euro in der Kultur- und Touristinformation Oelsnitz (Telefon: 037421-20785), sowie unter www.eventim.de erhältlich.

www.oelsnitz.de

die Zeit Fast drei Stunden Power pur. Schneller. Höher. Weiter. Drei Jahre Gigantomania. Spektakel, die mit dem Spiritus Rector Udo an der Rampe und der Panikfamilie eine ganz neue Ära von Musikevents eröffneten: Von den höchsten Rängen flog Udo Lindenberg zu seinen Fans. Es ist das Dankeschön des deutschen RockPaten an seine Millionen Fans und eine Geste an mehr als 800.000 Besucher.

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20.00 Uhr Neue Welt, Zwickau The last Night of Dire Straits performed by Brothers in Band Die stilvoll konzipierte Show holt das letzte Livekonzert der Dire Straits in Zaragoza/Spanien von 1992 zurück auf die Bühne. Das Konzert welches zwar nicht die Welttournee »On Every Street Tour« der Dire Straits beendete, aber deren musikalische Laufbahn.

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20.00 Uhr St. Barbara, Lichtentanne Distant Bells Den Sound der legendären Pink Floyd stilsicher und qualitativ hochwertig auf der Bühne zu reproduzieren ist für Musiker jederzeit eine Herausforderung. Distant Bells aus dem tschechischen

Brno sind acht perfekte MusikerINNen, die sich dieser wriklich schweren Aufgabe mit Erfolg angenommen haben. 21.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Tanzwut »Schreib es mit Blut«-Tour Fern ab jeglicher Klischees verfolgt die Band Tanzwut seit nunmehr sechszehn Jahren ihren ganz eigenen Weg. Mit »Schreib es mit Blut« wird ein neues Kapitel in der langen Historie um Tanzwut veröffentlicht. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Poesie und Mittelalter-Rock. Hier wird klar, dass Tanzwut dieses Album mit richtig viel Herzblut unterschrieben haben. 21.00 Uhr Alte Brauerei, Annaberg B. The Offenders Zwölf Jahre, fünf Alben und hunderte Shows in ganz Europa haben sie nun auf dem Buckel, The Offenders, gegründet 2005 in Italien. Mit ihrem Debüt »Hooligan Reggae« und ihrer Mixtur aus 2tone-Ska, Mod, Punk und Rockabilly wirbelten sie allerhand Staub auf. Mittlerweile in Berlin lebend veröffentlichten sie auf Destiny Records zuletzt ihr fünftes Album: »X« und touren damit unermüdlich, nun auch erstmals in Annaberg.

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20.00 Uhr Stadthalle, Chemnitz Ute Freudenberg & Christian Lais Die beiden renno-


Foto: Sandra Wildmann

Foto: Foto:Pat Robert O´Bryan Eikelpoth

Foto: Karsten Spehr

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19.00 Uhr Pentagon3, Chemnitz

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20.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau

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20.00 Uhr Neue Welt, Zwickau

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Blues & More Festival

Antilopengang

City: 40 Jahre am Fenster

Shawn Holt gehört zur jüngeren Generation von Chicago Blues Gitarristen und ist in wahrlich große Fußstapfen getreten. Er ist der Sohn des legendären Magic Slim, der 35 Jahre lang mit seiner Band »The Teardrops« zur allerersten Liga des Blues gehörte. Er hat es geschafft, den einzigartigen Klang und die explosive Energie von Magic Slim‘s Band zu bewahren. Ebenfalls mit dabei die australische Gitarristin, Sängerin und Songschreiberin Fiona Boys. Mit ihrem Box-Guitar-Sound zählt sie zu den herausragenden Vetreterinnen des traditionellen Blues. Sowie Babajack, eine Band aus England, die mit ihrer charismatischen Frontfrau Becky Tate den »akustischen« Blues/Roots zelebrieren.

Ihre Konzerte sind bewusstseinserweiternde Gruppentherapien, die irgendwo zwischen Drama, Komödie und Actionfilm anzusiedeln sind. Die Gang reißt auch live bekanntlich immer alles ab. Abend für Abend werden die Grenzen des HipHopKosmos neu ausgelotet und überschritten. Bei den Antilopen geht es um Gott und die Welt: einen Gott, der nicht existiert und eine Welt, die falsch eingerichtet ist. Sich selbst in einem Trojanischen Pferd wähnend und als psychotisches Patientenkollektiv beschreibend, taumeln die Antilopen elegant durch ein hoch referenzielles Labyrinth der Absurditäten, Analysen und Aversionen und beweisen, dass Text Musik macht.

1977 als City mit der Single »Am Fenster« an die Öffentlichkeit ging, hatte kaum einer geahnt, dass mit diesem Song die deutsche Musiklandschaft in Ost und West um eine Hymne reicher werden würde. Über zehn Millionen Mal verkaufte sich der Kultsong. 2017 wird das 40-jährige Jubiläum der Hymne zelebriert: Mit einer großen Live-Tournee in 11 deutschen Städten. Selbstverständlich kommt City dazu auch mit einem neuen Studioalbum auf die Bühne. Die Band zählt immer noch zu den populärsten Rockbands aus dem Osten mit striktem, exzellenten Rock 'n‘ Roll, der leicht rebellisch bis heute nichts von seinem unverwechselbaren Sound eingebüßt hat.

20.00 Uhr Lutherkeller, Zwickau Jamsession Wieder stehen Schlagzeug, Verstärker, E-Piano und Mikros bereit. Ihr braucht nur Gitarren, Bässe, Sticks, Gebläse o.a.mitbringen und los geht´s. Den Musikstil bestimmen wie immer die Teilnehmer. Nur Zuhören ist aber auch möglich.

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19.30 Uhr St. Johanniskirche, Crimmitschau Danny Plett Vor vier Jahren ging er zurück in seine Heimat und kommt seitdem einmal im Jahr für ein paar Konzerte nach Deutschland, in diesem Jahr gastiert er auch in Crimmitschau. Dabei stellt er die grandiosen Songs seines neuen Albums »Tanz im Sturm« und einige Klassiker aus seinem großen Repertoire vor.

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20.30 Uhr Weltecho, Chemnitz All That Jazz: Paul Lapp-Forum Der Bassist und Komponist Paul Lapp führt mit seinem Forum zwei eigenständige Trios zusammen, mit denen er in den letzten Jahren auf sehr unterschiedliche Art und Weise gearbeitet, geforscht und gespielt hat. Paul Lapps Forum bewegt sich im Spannungsfeld zwischen dem Respekt vor der Tradition und die Forderung nach radikaler Erneuerung. Die Konzerte des Sextetts leben von daher von glanzvoller Ensembleleistung und freien Solopassagen.Das ist glanzvoller junger Jazz, angetrieben von der Kraft zweier Schlagzeuge.

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18.00 Uhr Neue Welt, Zwickau Festkonzert »25 Jahre CWG« Zur überregionalen Erstaufführung kommen das Stück »The armed man« von Karl Jenkins für vierstimmigen Chor und Orchester und weitere Werke mit den Chören des CWG und der Vogtland-Philharmonie Greiz/ Reichenbach unter der Leitung von GMD Stefan Fraas. Dieses vielbeachtete moderne Stück des britischen Komponisten mit dem Untertitel »A Mass for Peace« ( »Friedensmesse«) glänzt sowohl mit einfachen wie geballten und brillanten musikalischen und gesanglichen Mitteln.

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Verlosung auf Seite 79 www.bluesandmore.de

mierten Künstler avancierten innerhalb kürzester Zeit zum Traumduo der Schlagerbranche. Die beiden Ausnahmetalente wurden vor fünf Jahren von Hit-Produzent David Brandes für das Erfolgs-Duett »Auf den Dächern von Berlin« zusammengebracht und feiern seither, sowohl mit ihren Alben, als auch live große Erfolge. Auch ihr inzwischen drittes gemeinsames Album »Lebenslinien«, werden sie ihren Fans auf den Bühnen des Landes präsentieren.

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Verlosung auf Seite 79 www.alter-gasometer.de

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und witzige All-Girl/ All-Tucson-Supergroup zusammengestellt hat. Marianne Dissard hat mit Leuten wie Howe Gelb von Giant Sand und Joey Burns von Calexico gearbeitet und getourt.

25 20.00 Uhr St. Barbara, Lichtentanne Ann Vriend Die aus Edmonton, Kanada stammende Ann Vriend wird gern als Ausnahmesängerin bezeichnet, verfügt sie doch über eine derart expressive, kraftvolle, soulgetränkte Stimme, dass jede andere Bezeichnung eine Untertreibung wäre. Auf ihrer neuen Single Anybody's Different beweist Ann, deren Musik zwischen groovendem NeoSoul und nachdenklichem Singer-Songwriter-Pop ein ganz eigenes Sounduniversum erschafft, ihre überragende stimmliche Präsenz und kompositorische Finesse. 20.30 Uhr Weltecho, Chemnitz All That Jazz: Marianne Dissard Die Tucson-Chanteuse Marianne Dissard geht im Jahr 2017 wieder in Deutschland auf Tour, nachdem sie mit Annie Dolan, Connor Gallaher und Brittany Katter eine wunderbare

www.kultour-z.de

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19.30 Uhr König Albert Theater, Bad Elster Die Prinzen Die Wegbereiter des A-Cappella Pop haben auch nach über 25 Jahren nichts von ihrem Witz und ihrer Frische verloren. Ob mit oder ohne instrumentaler Unterstützung - ihr Sound ist nach wie vor einmalig und generationsübergreifend. Die sächsischen Popidole können dabei auf eine erfolgreiche und produktive Musikerkarriere zurückblicken und tun dies mit neuen Herausforderungen. In der besonderen Theateratmosphäre Bad Elsters werden ihre großen Hits, ihre entzückenden Geschichten und ihre unterhaltsame Show zu einem Gesamterlebnis verschmelzen, welches dem »Königshaus« die allergrößte Ehre macht.

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21.00 Uhr Schloss Wolkenburg, Limbach-O. Versengold Mit ihrem modernen, lyrisch ausgefeilten deutschen Folk ziehen

sie gekonnt Hörer aller Facetten auf ihre Konzerte: Vom Folkliebhaber bis zum Liedermacher, vom Rocker/Metalhead bis zum Mittelalter-Fan, vom Dark-Waver bis zum Deutschlehrer, von Kindern und Teenagern bis Senioren kann jeder sich für das aberwitzige Textwerk und die ausgefeilten Arrangements dieser einzigartigen Besetzung begeistern.

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21.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Keimzeit AkustikQuintett - Tour zum neuen Album »Albertine« Das Keimzeit Akustik Quintett macht ernst. Erst nur als Seitenprojekt zufällig durch einen Auftritt bei einem Polterabend gegründet, ist nun mit »Albertine« ein Album entstanden, das vieles, was die Songs von Keimzeit und Norbert Leisegang seit je her auszeichnet, konzentriert und konsequent überträgt. 21.00 Uhr Schloss Wolkenburg, Limbach-O. Feuerschwanz Die Mittelalter-Rockband hat sich im Laufe der Jahre in die Herzen der Fans gespielt - flächendeckend und bundesweit. Der Dauergast auf dem Wacken hat bewiesen, dass sie die beliebteste Partyband Deutschlands sind. Egal ob Stadtfest, Metalfestival oder auf Folk/Mittelalterevents, diese Band bringt jede Veranstaltung zum Toben.

21.00 Uhr Alte Brauerei, Annaberg B. Metal Invasion: Nargaroth + Absu + Hate Drei Länder, 3x Black Metal. Das musikalische Ein-Personen Unternehmen Nargaroth von Rene »Kanwulf« Wagner startete Mitte der 90er und macht seitdem in der Szene mit diversen Veröffentlichungen von sich Reden. Kanwulf spielt mit wechselnden Gastmusikern. Aus Texas/ USA kommen Absu, die ihre Musik »Mythological occult metal« nennen, bisher sieben Alben veröffentlichten und sich in Europa recht rar machen. Hate aus Warschau waren schon mal zu Gast und präsentieren ihr neues Album »Tremendum«.

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20.00 Uhr St. Barbara, Lichtentanne Rich Hopkins and the Luminarios Rich Hopkins ist als Gitarrist und Songschreiber gereift. Seine Musik verkörpert den romantischen Südwesten der USA in Rock’n’Roll-Form, wüstensturmartige Songs mit unwiderstehlichen Hooks und viel Herz. Durch diese Songs pumpt das Blut in einer Art, die deutlich macht, dass für Hopkins nichts mehr zählt als der Song. Diese Musik ist so etwas wie die hörbar gemachte Entsprechung von Regenschlieren in Sandstein – voller zeitloser Schönheit, in anmutig wechselhafter Form, aber stets formbar, kräftig und voller Wucht.

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Foto: Konzertagentur Friedrich

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20.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau

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19.30 Uhr Stadttheater, Glauchau

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H.-Hartmann-Haus,Oelsnitz/E.

Nico Semsrott

Simone Solga

Roland Unger

Die Presse behauptet, dass Semsrott etwas vom Lustigsten ist, was die deutschsprachige Kabarettszene momentan zu bieten hat. Auf jeden Fall ist das, was der Mann mit der Kapuze da auf der Bühne treibt: einzigartig, intelligent und relevant. Obwohl er als staatlich nicht anerkannter Demotivationstrainer eigentlich ein Vorbild im Scheitern sein will, wird er mit Preisen überhäuft. Zum Beispiel: Karl-Marx-Poesie-Preis 2010, Freiburger Leiter 2012, Bayerischer Kabarettpreis 2014 (Senkrechtstarter). Peinlich. Um der fatalen Entwicklung entgegenzuwirken, hat Semsrott sein Programm einem leidenschaftslosen Update unterworfen. Denn, sind wir mal ehrlich, Freude ist doch nur ein Mangel an Informationen.

Sind Sie gut vorbereitet? Freuen Sie sich auf die Zukunft? Sicher? Bringen Sie alles mit, was Zweifel ausräumen könnte: Geburtsurkunde, Steuerbescheid und ein Maßband. Die Kanzlersouffleuse Simone Solga kommt heute, um Ihnen eine wichtige Mitteilung zu machen. Die Politik will den Bürger künftig bei dringenden Entscheidungen mehr mitnehmen, und wer wäre geeigneter, das Bildungsbürgertum in den Kleinkunsttempeln mit einzubinden, als Solga. Sie hat ihren Weg gemacht. Nun kommt sie, direkt aus Berlin, ausgestattet mit nordkoreanischer Machtfülle und russischem Humor, um den Bürgern eine Nachricht von ganz oben zukommen zu lassen. »Im Auftrag der Kanzlerin.«

Seine Malerei fasziniert durch ihre kräftige Farbigkeit und das intensive Leuchten. Neben Landschaften und Stillleben finden sich ebenso abstrakte Kompositionen oder auch figürliche Szenen mit einem leichten Augenzwinkern. Die Ausstellung, die noch bis 28. Mai besucht werden kann, präsentiert vor allem Gemälde, die in den letzten Jahren entstanden sind, ergänzt um einige humorvolle Interpretationen erzgebirgischer Schnitzkunst, in der sich Ungers Herkunft einmal mehr unter Beweis stellt. Anlässlich des Internationalen Museumstags lädt das Heinrich- HartmannHaus ab 14 Uhr zur Malaktion für kleine und große Besucher sowie ab 15 Uhr zum Galeriegespräch mit Roland Unger.

www.alter-gasometer.de

www.glauchau.de

www.heinrich-hartmann-haus.de

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kunst & kino

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18.00 Uhr TiM, Zwickau Big Deal? Jugendstück von David S. Craig. 20.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Kino Casablanca: Junction 48 Kareem, Ende 20, ist im täglichen Leben Call-Center-Telefonist. Sein Traum ist aber, mit seiner HipHop - Musik zum Star zu werden. Die wunderschöne Manar gibt Kareem Halt, gerade nachdem sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und seine Mutter schwer verletzt wurde. 20.00 Uhr Malzhaus, Plauen Kino: Jenseits der Stille Was für ein Geräusch macht die Sonne, wenn sie aufgeht? Wie klingt der Schnee, wenn er auf die Wiese fällt? Das Erraten von Geräuschen ist das Lieblingsspiel von Lara und ihrem gehörlosen Vater. In ihrer Familie ist Lara die Einzige, die hören und sprechen kann.

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19.30 Uhr Stadttheater, Glauchau Klavier-Comedy mit Gesang: Swing, Boogie & Evergreens Die Klavier-Comedy »Der Barpianist« erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der neben dem Telefon sitzt und auf einen Manager wartet, der ihn reich und berühmt machen soll. Doch keiner kommt...Durch das Programm zieht sich die zentrale Frage: Schafft der junge Künstler noch den Sprung auf die Bühne?

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19.00 Uhr Hochschulbibliothek, Zwickau Fremde Eltern Lesung und Gespräch mit dem Herausgeber Joachim Krause. Eine Entdeckung auf dem Dachboden: Viele Jahre nach

dem Tod seiner Eltern findet Krause mehr als tausend Briefe, die sie in den Jahren 1933 bis 1945 geschrieben haben, dazu einige Tagebücher. Die Mutter Anhängerin der Nazis, der Vater ein Kritiker dessen. Die Briefe werden zu authentischen Zeugnissen der Zeitgeschichte. 19.00 Uhr Galerie Itze, Schneeberg Ausstellungseröffnung »Entenmutti« Sylvia Pásztor, Lucas Oertel, Andre Tempel (Grafik, Malerei, Objekt). Die 3 Dresdner Künstler studierten, leben und arbeiten in der Landeshauptstadt Sachsens und verzaubern nun die Itze.- Galerieräume mit ihren Werken.

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16.00 Uhr Stadttheater, Glauchau Ein Fall für Freunde: Neues aus Mullewapp Schauplatz des Stückes ist das beschauliche Mullewapp. Doch die Idylle täuscht, denn die dicke Freundschaft der drei Freunde Johnny Mauser, Franz von Hahn und dem dicken Waldemar gerät durch einen Streit in Gefahr. Als dann auch noch Johnny Mauser spurlos verschwindet, herrscht große Aufregung und Ratlosigkeit auf dem Bauernhof. Kinderkrimi. 18.00 Uhr Weltecho, Chemnitz Mipster & Co. Muslimische Popkultur in Deutschland Ra-

dikalisierung, Parallelgesellschaft, Randgruppe. Doch gerade die junge Generation beweist mit Kreativität und Selbstbewusstsein, dass muslimische Identität auch zur Quelle für Inspiration und Integration werden kann: Sie sind als Comedians und Designerinnen, als Künstler und Mode-Bloggerinnen aktiv , öffnen sich dabei Einflüssen verschiedener Kulturen und stellen damit so manches Klischee auf den Kopf - auch in der eigenen Community. 20.00 Uhr Stadthalle, Chemnitz Helmut Lotti: Die ComebackTour Helmut Lotti ist ein Wanderer zwischen den Welten. Seit über 25 Jahren überwindet er als innovativer Musik-Botschafter erfolgreich sämtliche Genre- und Kulturgrenzen. 2016 feiert der internationale Superstar nach einer musikalischen Auszeit mit »The Comeback Album« seine langerwartete Rückkehr.

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STadtleben veranstaltungen

Di

20.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Kino Casablanca: Wilde Maus Könige werden zuvorkommend behandelt! Das ist zumindest Georgs (Josef Hader) Ansicht, der seit Jahrzehnten als etablierter Musikkritiker für eine Wiener Zeitung schreibt. Doch dann wird er überraschend von seinem Chef-

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H ighlights des monats »

redakteur (Jörg Hartmann) gekündigt: Sparmaßnahmen. Seiner jüngeren Frau Johanna (Pia Hierzegger), deren Gedanken nur um ihren nächsten Eisprung und das Kinderkriegen kreisen, verheimlicht er den Rausschmiss und sinnt auf Rache.

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20.00 Uhr Alte Brauerei, Annaberg-B. Im Gespräch mit Jürgen Rummel: Gregor Gysi Man kann ihn lieben oder hassen, an Gysi vorbei kommt niemand. Dr. Gregor Gysi, ist DIE Galionsfigur der Linkspartei und gern gesehener Gast in Talk Shows. Radiomoderator Jürgen Rummel wird mit Ihm in Annaberg nicht nur über politische Ereignisse sprechen, sondern auch sehr viel privates und heiteres aus dem Leben des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden und jetzigem Bundestagsabgeordneten der Linkspartei erfragen. 20.00 Uhr Stadthalle, Zwickau Sascha Grammel: Ich find´s lustig! Alle Puppen sind wieder mit an Bord auf Grammels Gute Laune-Kahn! Für Rätselfreunde: angeblich sind ein Aquarium, Luftballons, Konfetti und ein großes Stück Käse ins Grammel-Spaßbüro geliefert worden. Es sieht also wiedermal ganz nach einer typisch rundum grammeligen PuppetComedy-Show mit verrückter Comedy aus - mit leisen, auch

bewegenden Momenten, jeder Menge herrlicher Albernheiten und irrer Überraschungen!

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Do

20.00 Uhr Stadthalle, Chemnitz Markus Maria Profitlich: Schwer im Stress Jeder von uns kennt sie: diese typischen Tage, an denen aber auch gar nichts so läuft, wie man sich das gedacht hat. Einen solchen Tag durchlebt Markus Maria Profitlich und lässt sein Publikum auf seine unnachahmlich komische Art daran teilhaben. Wir erleben 24 Stunden im Leben des Menschen Markus geprägt von kleinen und großen Pannen, absurden Begegnungen und Alltagskatastrophen. 20.00 Uhr Malzhaus, Plauen Nils Heinrich: Mach doch´n Foto davon! Der tiefenentspannte Wortjongleur Nils Heinrich präsentiert sein neues Programm - sein wohl Frechstes überhaupt. Zwischen Medienwahn, Gesundheitsglaubwürdigkeit und Treueherzchen steigert er die Normalität zur Farce.

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Fr

19.30 Uhr König Albert Theater, Bad Elster Opern-Premiere: Macbeth Shakespeares kraftvolles Drama bildete die


Foto: Reinhard Riedel

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20.00 Uhr Stadthalle, Chemnitz

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»Körper«

Die Brücken am Fluss

Nach 10 erfolgreichen Vorstellungen u.a. in Leipzig, Dresden und Cottbus kehrt das Tanzstück »Körper« für die letzten Vorstellungen nach Zwickau zurück! Das Stück erforscht die Widersprüche, die sich mit unserem Körper verbinden. Die sechs Tänzer*innen des Mondstaubtheaters tasten sich in Bewegungen und Bildern an die alltäglichen körperlich-seelischen Prozesse heran – Momente, die jeder kennt, die aber oft so unerklärlich scheinen. Das Ensemble wird live musikalisch unterstützt von der Band »Arbeitskreis für moderne Instrumentalmusik« aus Plauen. Zwischen Experiment und Komposition geben sie den Widersprüchen einen Klang.

Weltberühmt geworden durch die Verfilmung mit Meryl Streep und Clint Eastwood, erobert eine der berührendsten Liebesgeschichten jetzt als Bühnenversion die Herzen der Theaterliebhaber. Broadway-Komponist Jason Robert Brown schrieb für »Die Brücken am Fluss« eine Musik mit großen, gefühlvollen Melodien und erhielt dafür 2014 den begehrten Theaterpreis Tony Awards für die beste Partitur. Erleben Sie dieses neue Broadway-Musical mit einer erlesenen Besetzung renommierter Darsteller der deutschsprachigen Musicalszene in dieser szenischen Neuproduktion in Chemnitz. Die Hauptrollen übernehmen Maike Switzer und Christian Alexander Müller.

www.mondstaubtheater.de

www.c3-chemnitz.de

Vorlage einer Handlung, die in die niedrigsten menschlichen Gefühlsregionen führt: Lüge, Intrige, Machtgier, Mord, Hass, Rache, Wahnsinn und Vernichtung. Wahrlich große Oper!

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Sa

19.00 Uhr Kleine Bühne, Plauen Premiere: Orpheus steigt ab Schauspiel von Tennessee Williams. Ins Deutsche übersetzt von Wolf Christian Schröder. Eine Produktion des Theaterspielclubs 18+ Plauen.

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So

18.00 Uhr Dom St. Marien, Zwickau Kindermusical: Mönch Martin Es erzählt mit moderner Musik und auf lockere Art und Weise die Geschichte von Martin Luther, seiner Frau und seinen Freunden und zeigt dabei sowohl die Stärken als auch die Schwächen, also die menschliche Seite des großen Reformators. In ihm sind die sächsischen Versionen der Wörter Mensch und Mönch quasi ineinander verschmolzen. 20.00 Uhr Malzhaus, Plauen Kino: Die andere Seite der Hoffnung Die neue Tragikomödie on Aki Kaurismäki »Auf der anderen Seite« erzählt die Geschichte eines Flüchtlings aus Syrien. Die gesellschaftliche Bestandsaufnahme kombiniert Kaurismäki mit seinem ureigenen lakonischen Tonfall und dem vielfältigen Humor.

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20.00 Uhr Wasserschloß, Klaffenbach Das Chemnitzer Kabarett – Kein Land in Sicht - Eine Kreuz- und Querfahrt mit Kerstin Heine, Eckard Lange & Andreas Zweigler Was passiert, wenn zwei eigenwillige ältere Knaben während einer Kreuzfahrt über die Weltmeere zufällig an den gleichen Tisch geraten? Richtig: es gibt Streit, und nicht zu knapp!

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Di

20.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Kino Casablanca: Moonlight Der 10-jährige Chiron, der von allen nur spöttisch »Little« genannt wird, flieht vor anderen Kindern, die ihn verprügeln wollen – bis er von Juan gerettet wird, einem Drogendealer, der gemeinsam mit dessen Freundin Teresa zu seinem Mentor und Beschützer wird. 20.00 Uhr Neue Welt, Zwickau Schwarze Augen: Eine Nacht im Russenpuff Tom Pauls als Semjon Alexandrowitsch und sein schießwütiges Faktotum Kusma eröffnen in Deutschland ein Etablissement mit ganz be-

sonderem Anspruch. Die schönen Damen, die hier agieren, verstehen ihr Gewerbe in jeder Lage: Sie können tanzen und singen, lachen und trinken – mit und ohne Alkohol.

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Sa

19.30 Uhr Lukaskirche, Zwickau Dancing Chorus Line Nichts ist so unerbittlich und kompromisslos wie ein Vortanzen. Und so wird auch in dem Tanzstück von Annett Göhre von den Tänzerinnen und Tänzern über physische Höchstleistungen hinaus das Offenlegen von psychischen Schwächen und Schicksalen abverlangt, um die allerbesten Persönlichkeiten zu finden.

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20.00 Uhr Stadthalle, Chemnitz Bodo Wartke: Was, wenn doch? Der Gentleman-Entertainer am Flügel meldet sich zurück! Mit seinem fünften Klavierkabarettprogramm bezeugt Bodo Wartke, dass es möglich ist, seiner Bühnenkunst treu zu bleiben und zugleich für neue Begegnungen offen zu sein. Der Klavierkabarettist beleuchtet Ausnahmeund Dazwischenzustände. Was macht denn nun der Clown, wenn er traurig ist?

Ein Landhaus im Grünen, ein Wochenende bei den Schwiegereltern in spe, der Empfang ist herzlich - vielleicht eine Spur »zu herzlich«. Schnell muss Chris (Daniel Kaluuya; Sicario) feststellen, dass mit der Familie seiner Freundin Rose (Allison Williams; Girls) etwas ganz und gar nicht stimmt. Bizarre Zwischenfälle verwandeln den vermeintlich entspannten Antrittsbesuch unversehens in einen ausgewachsenen Alptraum für den Familien-Neuling. Dass Missy, die Schwiegermutter in spe, eine Hypnose-Expertin ist, macht das Verhältnis nicht wirklich besser. Ist Chris am Ende in soziale Kreise geraten, die ihm Übles antun wollen? Ein fesselnd inszenierter Thriller trifft auf bissige Gesellschaftskritik – Jordan Peele setzt neue Maßstäbe im Horror-Genre, denn sein Konzept ist originell und vielschichtig. »Get Out« aus dem Hause Blumhouse Productions (u.a. Split, The Visit, die Insidious-Reihe und The Gift) ist ein selten gesehenes Regiedebüt. Peele, der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, fand mit Jason Blum sowie Sean McKittrick (Donnie Darko, Bad Words) und Edward H. Hamm Jr. (Bad Words) die richtigen Partner, um seine eigene Vision eines Horrorfilms auch als Produzent zu verwirklichen. Ab 4. Mai im Kino

ET

20.00 Uhr Stadthalle, Zwickau Falco: Das Musical Verrückt und bildgewaltig, unterstützt durch schrille und extravagante Tanzeinlagen, umrahmt von kunstvollen Projektionen und Original–Videosequenzen will »Falco – Das Musical« einen tiefen Einblick in die Ge-

danken- und Gefühlswelt Hans Hölzels alias Falco gewähren.

Get Out

TICK

14.00 Uhr Tierpark, Hirschfeld Sängertreffen Die Chöre nehmen gern an diesem Chortreffen im Tierpark teil, können sie doch hier ohne den unbedingten »Zwang« zur Perfektion ein Programm gestalten, das meist gefüllt ist mit den sogenannten »Lieblingsliedern«. Wenn auch Sie Lust bekommen haben, einige Chöre unserer Region live zu erleben und gleichzeitig einen Nachmittag im Tierpark zu verbringen, sind Sie herzlich eingeladen.

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Foto: Universal Pictures

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So 17.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau

Verlosung auf Seite 79

Filmpalast Astoria Zwickau: Poetenweg 6-8, Telefon 0375/ 35 36 41 0, www.zwickau.filmpalast-kino.de 05 17

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Foto: Gregor Lorenz

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9.00 Uhr Audi Zentrum Zwickau

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10.00 Uhr Bergbaumuseum, Oelsnitz/E.

»Audi DriveDay«

Museumstag

Kinderfest am Zwergenschacht

Nach einer viermonatigen, intensiven Umbauphase öffnet das Audi Zentrum Zwickau am 20. Mai seine Pforten und lädt alle kleinen und großen Audi-Fans zum »Audi DriveDay« ein. Testen Sie selbst nach Herzenslust auf der Probefahrtstrecke von 9.00 - 16.00 Uhr die exklusiven Audi Q-Modelle, die neue Audi A5 Familie und natürlich alle verfügbaren Audi Gebrauchtwagen – erleben Sie Fahrspaß pur. Entdecken Sie das Audi Zentrum Zwickau im neuen Design und freuen Sie sich auf exklusive Sale-Angebote im Audi Shop. Für das leibliche Wohl ist u.a. mit leckeren Burgern vom Foodtruck bestens gesorgt. Die Kids erwartet ein Fahrparcour von Kid-Car-City. Jetzt schon Probefahrttermin online reservieren.

Gemäß dem Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages »Spurensuche« präsentiert das August Horch Museum eine gehaltvolle Mischung an Programmpunkten. Ab 10 Uhr geht es auf Schatzsuche durch die Automobilvergangenheit. Das beliebte KidSeminar diesmal zum Thema »Autos der Zukunft« lädt genauso ein, wie die einmalige Gelegenheit dem Historiker beim Inventarisieren über die Schulter zu schauen. Ein Museumstag der Superlative wartet also auf Junge und Junggebliebene, kurz auf alle, die sich mit etwas Spaß in einer vergnüglichen Runde mit Rätseln und Kniffen durch das Museum »hangeln« wollen. Das sollten sich Museumsfreunde und solche die es werden wollen, nicht entgehen lassen.

Vier Tage vorm internationalen Kindertag kommen die Jüngsten im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge groß raus: Das Kinderfest am Zwergenschacht verspricht eine gute Mischung aus Spiel und Spaß. Sensationell ist die Seifenblasenshow, entzückend die Auftritte von Sigis-Teeny-Ballett und witzig der Gummistiefelweitwurf im Rahmen eines Familienwettbewerbs. Hüpfburgen, Bastelangebote und Erlebnis-Sonderführungen runden den Familientag ab. Natürlich können sich die Kinder im Zwergenschacht austoben und sich wie kleine Steinkohlenkumpel fühlen. Der »Zwergenschacht« hat Geburtstag und dazu wird die ganze Familie herzlich eingeladen, gemeinsam mit dem Bergbaumuseum zu feiern!

www.audi-zentrum-zwickau.de

www.horch-museum.de

www.bergbaumuseum-oelsnitz.de

sport & freizeit

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hat ein Rhythmusgefühl, das ist angeboren. Der Musiker und Musikpädagoge Andreas Nordheim zeigt Ihnen, dass es Spaß macht, wenn gemeinsame Rhythmen entstehen und Spieltechniken erlernt werden.

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10.00 Uhr Schloss Waldenburg, Glauchau Radlerfrühling im Muldetal Zwischen Glauchau, Remse, Walden- und Wolkenburg, Penig, Rochsburg und Luzenau. Dabei ist auch Schloss Waldenburg eine der Stempelstellen beim Radlerfrühling. Für das leibliche Wohl von Radlern und Gästen ist gesorgt.

Mi

17.00 Uhr Sporthalle Dittesschule, Zwickau Sport-AG: Kids&Teens Der Alte Gasometer lädt zum Spiel- und Sportangebot in die Sporthalle der Ditteschule. Im wöchentlichen Wechsel gibt es das Sportangebot mit Fußball und Volleyball. Eintritt ist wie immer frei. 18.00 Uhr Alter Gasometer, Zwickau Trommelworkshop für Erwachsene Jeder Mensch

19.00 Uhr Hochschulbibliothek, Zwickau Rechte Strukturen in Zwickau Die Politikwissenschaftlerin Ellen Esen spricht gemeinsam mit Freie Presse Redakteur Jens Eumann über rechtsextreme Strukturen in der hiesigen Region von den 90er Jahren bis heute. Vor allem vor dem Hintergrund des NSU eine spannende und aufklärerische Zeitreise.

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10.00 Uhr Historisches Dorf, Zwickau Donnerstag ist Dorftag Nach der Fertigstellung der Handwerkerstände steht der Bau eines Lehmbackofens und

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10.00 Uhr AHM, Zwickau

STadtleben veranstaltungen

folgend des Haupthauses auf dem Plan. Also: EInfach vorbeikommen! Bis 18 Uhr geöffnet.

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Fr

9.00 Uhr Westsachsenstadion, Zwickau 37. Internationale FIL-Sommercup Der FIL-Sommercup ist einer der weltweit teilnehmerstärksten Rennrodelwettbewerbe mit internationaler Beteiligung. Erwartet werden ca. 120 Sportler, darunter viele namhafte RennrodlerInnen. Besonderheit dabei ist der Leistungsvergleich zwischen Profi und Amateur, da jeder Sportler mit einer FILStartberechtigung teilnehmen kann. Veranstaltung läuft bis einschließlich Sonntag.

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Sa

10.00 Uhr Sachsenlandhalle, Glauchau Azubi & Studientage Am 13. und 14. Mai ist es für die Azubi- & Studientage so weit: Die bereits seit über zehn Jahren etablierte Bildungsmesse erweitert ihr Einzugsgebiet und eröffnet erstmalig ihre Tore auch in Glauchau. Es werden zahlreiche Unternehmen, Hochschulen und Institutionen erwartet, die hier die Möglichkeit bekommen sollen, nach engagiertem Nachwuchs zu suchen.

10.00 Uhr Vogtland Arena, Klingenthal 12. Sparkassen-Vogtland-Lauf Rund um die Läufe wird es an diesem Tag ein buntes Programm mit vielen Überraschungen geben, auch dabei ein Kreativmarkt im Hüttendorf. 13.30 Uhr Stadion Zwickau, Zwickau Fussball: FSV Zwickau vs. Vfl Osnabrück. Die Rot-Weißen freuen sich einmal mehr über zahlreiche Unterstützung der treuen Fans! Die Mannen aus dem Norden fordern Punkte, doch so leicht wollen es ihnen die Zwickauer Ballkünstler nicht machen. 17.00 Uhr Sporthalle Neuplanitz, Zwickau Handball: BSV Sachsen vs. TSV Haunstetten Unsere Damen vom BSV bekommen Besuch aus Haunstetten. Doch wird nicht zum Kaffeeklatsch geladen, denn die Punkte bleiben auch an diesem Spieltag bei den Handballerinnen aus Sachsen.

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So

10.00 Uhr Mülsengrund, Mülsen Radlersonntag Wie in jedem Jahr sind wieder alle Radbegeisterten am zweiten Sonntag im Mai aus nah und fern eingeladen. Ungestört vom Autoverkehr, radelt man auf leicht ansteigender Strecke vom Start in Dennheritz OT Niederschindmaas über Schlun-

zig den Mülsengrund hinauf und kann dabei die idyllische Landschaft genießen. 10.00 Uhr Campus Scheffelberg, Zwickau Start zur 17. Schwanenklassik Die Fahrtstrecke ist eine »Fahrt ins Blaue« gemäß den übergebenen Fahrtunterlagen über ca. 80 Kilometer. Die Veranstaltung findet im Jahr des 25-jährigen Jubiläums der WHZ Zwickau statt. Die Schwanenklassik will automobile Technik und Tradition für Oldtimerfreunde und Bürger erlebbar machen.

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10.30 Uhr Innenstadt, Zwickau 9. Zwickauer Stadtlauf Junge und junggebliebene Sportler können sich auf den BambiniLauf, das Walking und Nordic Walking, die Schülerläufe und den Sparkassen-Hauptlauf freuen. Neu in diesem Jahr: Unternehmen treten in Viererteams erstmals an.

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16.00 Uhr Stadtbibliothek, Greiz Vorlesewettbewerb 50 plus plus Sie sind über 50 Jahre jung, lesen sehr gern und lesen noch lieber vor? Dann suchen wir Sie! 2 Minuten vorstellen und 3 Minuten lesen.

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Fr

17.30 Uhr Innenstadt, Zwickau AvD Sachsenralley Der offiziell 4. Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft & dem ADAC Rallye Masters gastiert wieder in Zwickau. Mit Wertungsprüfung an der Glück-Auf-Brücke, zwei Durchgängen und Rahmenprogramm.

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Sa

14.00 Uhr Wolkenburg, Limbach-O. Historienmarkt »Reise durch die Zeit« Schauen Sie Handwerkern über die Schulter und erleben Sie Fertigkeiten vergangener Zeiten. Für Speis und Trank ist gesorgt und auch Freunde der Musik werden auf Ihre Kosten kommen. Verschiedene Händler bieten Waren feil.


Foto: Panthermedia

Foto: Thomas Kruse

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8.00 Uhr DRK Zentrum, Zwickau

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Di 14.00 Uhr Arbeitsagentur, Zwickau

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10.00 Uhr Hauptmarkt, Zwickau

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15. Jubiläum

Ausbildungsbörse

Helden sind nicht Einzelne

Das DRK Plasmapheresezentrum in Zwickau am Globus feiert im Mai 2017 sein 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß hat sich das Team für jeden Spender etwas Besonderes ausgedacht. Alle Plasmaspender erhalten an diesem Tag nach Ihrer Spende ein »Brot mit Herz«. Weiterhin steht ein appetitlicher, gesunder Imbiss für alle bereit. Ein kostenloser Gesundheitscheck wird ebenfalls für alle Plasmaspender an diesem Tag angeboten. Somit begeht man eine gute Tat und erhält selbst noch etwas Gutes zurück. Ab 14.30 Uhr werden alle Interessierten zu einer kleinen Feierstunde in das Plasmazentrum eingeladen und auch für die Blutspender am 6. Mai hält das Team schon eine kleine Überraschung bereit.

Damit der Zug ins Berufsleben nicht an Dir vorbeifährt, komm‘ unbedingt zur Last-minuteAusbildungsstellenbörse in die Zwickauer Arbeitsagentur. Bis 18 Uhr kann man sich über alle offenen Lehrstellen im Landkreis Zwickau informieren, kann mit Berufsberatern zum Bewerbungsprozedere ins Gespräch kommen und den Hinweisen einer zertifizierten Knigge-Trainerin im Vortrag »Knigge im Bewerbungsgespräch« lauschen. Und auch wer den richtigen Plan für seine Berufswahl noch nicht hat, sollte diesen Nachmittag nutzen. Die Berufsberater beraten noch unschlüssige Jugendliche zu weiteren Möglichkeiten nach dem Schulabschluss und helfen gern bei den Bewerbungsunterlagen.

Wenn der Stationenweg Halt in Zwickau macht, tourt er bereits seit sechs Monaten durch ganz Europa und hat jede Menge spannende Geschichten über Reformation heute und vor 500 Jahren im Gepäck. 10 Uhr öffnet das Geschichtenmobil auf dem Hauptmarkt seine Pforten. Die Organisatoren laden bis 18 Uhr zu Führungen durch die Stadt, die Katharinenkirche und rund um den Dom ein. Auch präsentiert sich der Kinderzirkus Salto Salcin und der Geschichtenschnitzer weiß so manche Episode aus alter Zeit zu berichten. 18 Uhr lädt der Dom St. Marien zum Kindermusical »Mönsch Martin« ein. Den Abschluss des Tages begeht man mit dem Nachtwächter durch Zwickaus dunkle Gassen. Eintritt frei.

www.blutspende-nordost.de

www.arbeitsagentur.de

www.zwickau.de

bei wie immer Wert auf echtes Traditionshandwerk gelegt wird. Die Auswahl des Tongutes und die Phantasie der TöpferInnen scheinen dabei keine Grenzen zu kennen. Sa und So von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

dies & das

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19.00 Uhr Altmarkt, Plauen 22. Plauener Frühling Unzählige Mitwirkende, Händler und Gastronomen aus Plauen, Sachsen und darüber hinaus werden das Stadtfest wieder zum Erlebnis werden lassen. Auf mehreren Bühnen und Aktionsflächen wird es an allen drei Festtagen für Jung und Alt verschiedene Höhepunkte geben.

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gramm der Kreismusikschule des Landkreises Zwickau »Clara Wieck«. Die Schule bietet einen Einblick in die Vielfalt der musikalischen Ausbildung.

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9.00 Uhr Bergbaumuseum, Oelsnitz/E. Trödelmarkt Unter dem Motto: Trödeln unterm Turm lädt das Bergbaumuseum zum beliebten Trödelmarkt. 10.00 Uhr Parkteichgelände, Gablenz 26. Westsächsischer Töpfermarkt Dabei können sich die Gäste wie gewohnt auf einen bunten Mix der verschiedensten Tonwaren freuen, wo-

14.00 Uhr Hauptmarkt, Zwickau Aktivoli Wer auf der Suche nach Möglichkeiten für eigenes Engagement ist oder sich einfach inspirieren lassen möchte, ist hier gerade richtig. Alle wichtigen Vereine, Organisationen und Initiativen in und um Zwickau stellen sich mit spannenden Aktionen vor.

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So

6.00 Uhr Tierpark, Hirschfeld Vogelkundewanderung Ab 6.00 Uhr führt der Ornithologe, Jens Hering, alle Interessierten zur Vogelkundewanderung durch den Tierpark.Treffpunkt: Hauptkasse, Führung ist kostenlos! Wir bitten um eine Spende für unsere Wisent - Anlage. 15.00 Uhr Kunstsammlungen, Zwickau Familienführung zum Muttertag »Mama ist die Beste« Die Kinder entdecken Maria als wunderschöne Himmelskönigin, vielverehrte Heilige und liebevolle Mutter kostbar geschmückte Kunstwerke werden betrachtet und sie erfahren viel Spannendes aus der Glaubenswelt um 1500.

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10.00 Uhr Marktplatz, Werdau Historischer Handwerkermarkt mit mittelalterlicher

Musik. Es spielen auf Musiker aus der legendären Kultband »Murkeley« aus Leipzig. Das Spektakel dauert bis 18 Uhr.

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So

umstag »Mensch Martin!« Eine Geschichtenschnitzerei rund um Martin Luther von und mit Swen Kaatz. Eigentlich erzählt der Geschichtenschnitzer nur Geschichten aus

dem Erzgebirge. Aber das Erzgebirge ist auch Sachsen und das reicht damals bis nach Wittenberg.Und so veränderte Luther nicht nur die Welt, sondern auch das Erzgebirge gleich mit.

10.00 Uhr Grünfelder Park, Waldenburg Basilikum- Der Kräuter und Pflanzenmarkt Gartenkräuter, Sommerblumen, Stauden, Kräuterprodukte, Wissenswertes rund um Kräuter, Naturquiz, Kulinarisch gastronomische Versorgung- alles rund um die Kräuterküche. Entdecken Sie die vielfältigen Angebote auf dem Kräutermarkt von 10 bis 18 Uhr. 10.00 Uhr Stadtmuseum, Lichtenstein »Spurensuche. Mut zur Verantwortung« Ganztägig. Im Daetz-Centrum findet der Floramik Markt statt. 10.00 Uhr Schloss Wolkenburg, Limbach-O. Museumstag Ganztägig Sonderführungen durch Ausstellungen, Festsaal und Bilbliothek sowie 15 Uhr Frühlingskonzert mit den Streichorchester der Kreismusikschule. 12.00 Uhr Papiermühle, Zwönitz Internat. Museumstag Eröffnung der Sonderausstellung»Zwönitzer Schuhgeschichten« um 15 Uhr. 15.00 Uhr Kunstsammlungen, Zwickau Familienprogramm zum Internationalen Muse-

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« H ighlights des monats

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T ones T own / / Sind wir mal ehrlich, wer erwartet schon Weltklasse-Popmusik, wenn er an Zwickau denkt? Eben, wir auch nicht! Und dennoch starten ausgerechnet hier die zwei Jungs von »Tones Town« gerade ihren Siegeszug und niemand wird sie langfristig aufhalten können.

Reif für die Insel

Man nehme eine kleine, feine Melodie -einfach nachzusingen-, gebe einen gut tanzbaren Beat hinzu, packe eine Riesenportion Lebensfreude obenauf und voilà: Fertig ist der Supersommerhit. Wenn es doch so einfach wäre! Genaugenommen ist es das, zumindest wenn man ausblendet, dass es einer ganz entscheidenden Zutat benötigt, um wirklich erfolgreich zu sein: Glück! Glück ist dann auch die Komponente, die man am wenigsten beeinflussen kann. Was man aber tun kann, ist, die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, denn wirklich erfolgreiche Produktionen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass man ihnen den Fleiß und die viele, harte Arbeit, die zweifellos dahinter stehen, nicht anhört. Alles muss leicht, unaufgeregt und fast nebenbei klingen. Genau das ist den Jungs von »Tones Town« gelungen. »Einsame Insel« klingt nach dem perfekten Sommerhit eines großen Majorlabels und ist doch das Produkt einer regionalen Kooperation. Mitsingbar und wunderbar schwebend, tanzt sich der Song in die Ohren der Hörer und entzündet ein Feuerwerk positiver Schwingungen.

Nicht gesucht und doch gefunden Dabei kennen sich »Tones Town« gerade mal seit einem Jahr. Getroffen haben sich Christian »Nötz« Nötzold und der Brite Tristan Lodge auch eher zufällig, auf einem Konzert des aus Bournemouth in Südwestengland stammenden Singer/Songwriters. Die Chemie habe gleich gestimmt, erzählen beide übereinstimmend. Überhaupt wird derjenige, der das Glück hat, mit den beiden Zeit zu verbringen, von ihrer sympathisch- zurückhaltenden und unaufgeregten Art überrascht. Ohne Schnörkel und affektierten Künstlerhabitus. Nichts wirkt gewollt, sie sind einfach so, wie sie sind echt, manchmal müde und trotzdem immer präsent. Es wird schon alles gut, davon sind die beiden Musiker überzeugt. Und daran arbeiten die beiden Mittzwanziger akribisch. Unzählige Songs wurden schon geschrieben, doch nur vier haben ihrer Meinung nach das Zeug zum Hit, weshalb sie über das neue Material auch noch nicht so recht sprechen wollen. »Zunächst kommt am 19. Mai mal die ›Insel‹ raus. Klar ist mehr Material vorhanden, aber wir möchten kein Album veröffentlichen, wo zwei Songs toll sind und zehn nur so mittelmäßig«, erklärt Tristan ihre Intension. »Wir wollen einfach wirklich unser Herz reinstecken. Und das gilt auch für die Themen in unseren Songs. Wir erzählen aus dem Leben, aber greifen auch gesellschaftliche Phänomene auf. Aktuell arbeiten wir an einem Song mit dem Arbeitstitel ›Leben‹. Zu viele Menschen wissen einfach nicht mehr, was es heißt zu leben. Sie erkennen es nicht mehr als Geschenk. Und genau darum wird es gehen, die Leute zu bewegen, sich auf die Suche nach dem ›Mehr‹ zu machen.« Gerade konzentriert sich das Duo auf die Proben für ihr dreißigminütiges Live-Set, tüftelt an weiterem Songmaterial und harrt auch ein wenig der Ruhe vor dem Sturm.

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Stadtleben K unst & K ultur

tones town


Dass die Musik so unglaublich poppig-perfekt daherkommt, ist nicht zuletzt der Verdienst des Produzententeams hinter »Tones Town«, Alexander Tscholakov und Andreas Golla. Die Tam-Recordings-Crew sollte den eigentlich fertigen Song »nur« mastern. Zumindest war dies das Ansinnen von Christian Nötzold, als er mit der Aufnahme im Studio vorstellig wurde. Es war Andreas Golla, der das Potenzial der Band beim Hören sofort erkannte und eine Neuaufnahme des Materials arrangierte. Neben dem Radio - Edit, der ab sofort »on air« läuft, steuerte der Leipziger Musikproduzent und Rapper Hosta Beatz mit »Einsame Insel-Original Hosta Beatz RMX« einen klubtauglichen Drum´n´Bass - Remix bei.

Sommer, Sonne, Strand Und weil zu einem echt genialen Sound in der heutigen Zeit unabdingbar ein ebenso genialer Videoclip gehört, fragte das Zwickauer Produzententeam einen langjährigen Freund, den Fotografen Chris Gonz, an. Dieser sagte gern trotz terminlichen Engpässen zu. Der Berliner Lichtbildner gehört bereits seit Jahren zur Top-Elite der deutschen Fotoszene und lichtet regelmäßig das Who-is-Who des Show-Biz ab. Ob Silbermond, Sportfreunde Stiller oder Model Eva Padberg, sie alle vertrauen dem geschulten Auge des gebürtigen Plaueners. Ein gemeinsamer Termin wurde dennoch gefunden und so ging es für fünf Tage auf die italienische Mittelmeerinsel Sardinien. Gedreht wurde in der Provinz Oristano und auf der Halbinsel Sinis.

Roadtrip auf Italienisch Der britische Sonnyboy gilt als Mastermind des Duos. La Dolce Vita in Sardinien? Weit gefehlt. Bis zu zehn Stunden täglich wurde gedreht. Nur stilecht mit der »macchina nationale«. Ehrensache!

Inspiriert von der schlichten Schönheit der Landschaft nehmen die Jungs von »Tones Town« ihre Zuschauer mit auf einen Roadtrip durch die atemberaubende sardische Macchia. Zeitgleich wecken sie Lebensfreude und den unbedingten Wunsch, mit dort zu sein, die Sonne auf der Haut zu spüren und dem Klang der türkisen Wellen zu lauschen. Einfach tief durchatmen und das Leben spüren. Raus aus der drückenden Enge der Stadt, hinein in die entschleunigte Entspanntheit eines Sehnsuchtsortes, ihrer einsamen Insel. »Wir wollten einen Ort beschreiben, wo wir uns zurückziehen können. Das kann natürlich für jeden etwas anderes sein. Es geht darum sich wohlzufühlen, eins zu sein mit sich und das Leben zu genießen«, erklärt Tristan Lodge die Intension hinter dem Song und den Grund auf der Mittelmeerinsel zu drehen. Klar waren sie aufgeregt, geben Tones Town lachend zu Protokoll »Es war sicher auch ein bisschen Anspannung da, aber vor allem hat bei uns beiden die Freude darauf alles überstrahlt.

Entstanden ist ein Bilderregen mit unglaublicher Tiefe, meisterhaft reduziert und doch maximal wirksam, in dem die Synthiesounds geschmeidig wie Tropfen auf duftender, sonnengeküsster Haut perlen. Man riecht das Meer, man spürt den Sand zwischen den Zehen, man schmeckt die salzige Seeluft und man hört den Soundtrack des Sommers. Text: JoKri

Fotos: Chris Gonz

Info: www.tonestown.de

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euroPäisCher stationenweg GESCHICHTEN AUF REISEN DURCH 67 STÄDTE UND 19 LÄNDER

»Helden sind nicht Einzelne.«: Man weiß nicht, ob Luther diese Worte als Mahnung oder bloße Feststellung an seine Tischgesellschaft richtete. Dieser Satz, der nach all den Jahren nichts von seiner Bedeutung verloren hat, ist das Motto für das Event am 16. Mai 2017, wenn der Europäische Stationenweg mit seinem Geschichtenmobil auf dem Hauptmarkt Halt machen. Die Veranstaltung wird 10 Uhr eröffnet. Damit ist das Geschichtenmobil bis 18 Uhr für Interessierte nutzbar. Auf dem Hauptmarkt wird es neben einigen Informationsständen zum Thema außerdem Unterhaltung durch den Geschichtenschnitzer geben, der so manche kurzweile Episode aus der Reformationszeit zu berichten weiß. Der Kinderzirkus »Salto Salcin« begeistert die Besucher mit Akrobatik und Jonglage.

Programmstationen li.: Das Team des Geschichtenmobils auf den Stufen

des Trucks. Bis 18 Uhr können Interessierte Besucher sich über die Tour informieren. Foto: Cornelia Kirsch

re.: Zum Abschluss des Tages lädt der Nachtwächter zu einem Rundgang durch Zwickaus stille Gassen ein und weiß so mache dunkle Geschichte zu erzählen. Foto: Gregor Lorenz

u.: Das Musical von Kindern für Kinder erzählt

die Geschichte Martin Luthers auf unterhaltsame, kindgerechte Weise. Foto: Ev.-Luth. PaulusKirchgemeinde

Auf dem Domhof starten die Stadtführungen auf Luthers Spuren. Ein weiterer Rundgang widmet sich dem Figurenensemble rund um den Dom St. Marien. Es wurde im 19. Jahrhundert dort angebracht und zeigt bedeutende Persönlichkeiten der Reformationszeit. Auch Führungen auf den Turm von St. Marien werden an diesem Tag geboten. Zu einer Führung mit besonderem Ohrenschmaus lädt Kirchenmusikdirektor Henk Gahlenkamp während seiner Orgelführung ein. Ab 18 Uhr wird der Dom St. Marien zur Theaterbühne. Aufgeführt wird »Mönsch Martin« ein Musical, das Luthers Entwicklung vom kleinen Mönch zum großen Reformator in kindgerechter und unterhaltsamer Art und Weise widergibt. Anschließend geht es ab 19.30 Uhr im Bürgersaal ähnlich unterhaltsam weiter. Wenn Gundolf Schmidt von seiner Reise auf dem sächsischen Lutherweg berichtet, kommen Episoden und Anekdoten in Form von Videoclips und Fotos dem Geheimnis des Pilgerns auf die Spur. Am Ende des Tages wartet der Nachtwächter am Fuße des Rathauses, um die Anwesenden auf einen nächtlichen Rundgang durch Zwickaus stille Gassen zu entführen.

10 Uhr, Hauptmarkt Eröffnung 18 Uhr, Dom St. Marien Musical »Mönsch Martin« 19.30 Uhr, Rathaus, Bürgersaal Film- und Fotoreportage »Expedition Lutherweg« Text: Kulturamt Zwickau

Info: www.r2017.org/europaeischer-stationenweg

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staDtleben K U N S T & K U LT U R

AU S S T E L L U N G | T H E AT E R

DANCING CHORUS LINE Tanzstück von Annett Göhre An keinem anderen Ort wie dem Theater kann man so unverfälscht Bühnenluft schnuppern und mit besonderen Leuten gemeinsam imaginäre Welten entstehen lassen. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das Talent und den Charakter der unzähligen Bewerber, die vom Ruhm auf der Bühne träumen. Daher ist nichts so unerbittlich und kompromisslos wie ein Vortanzen. Und so wird auch in dem Tanzstück von Annett Göhre von den Tänzerinnen und Tänzern über physische Höchstleistungen hinaus das Offenlegen von psychischen Schwächen und Schicksalen verlangt, um die besten Persönlichkeiten zu finden. Dabei treten neben heiteren Erlebnissen und Träumen auch ängste zutage: Ablehnung, Arbeitslosigkeit, Verletzungen. Jeder Tänzer inszeniert sich, um an der Tanzproduktion teilzunehmen, die wir als Publikum am Ende des Tanzabends genießen dürfen. In der Choreografie von Annett Göhre tanzt das Ballettensemble des Theaters PlauenZwickau. Frank Bartel und Band sorgen für die Musik. Die Premiere findet am 20. Mai um 19.30 Uhr in der Lukaskirche statt. weitere Vorstellungen nur vom 21. Mai 28. Mai 2017.

www.theater-plauen-zwickau.de Theater Zwickau 0375 27 411 4647/4648 Vogtlandtheater Plauen : 03741 2813 4847/4848


www.schumann-zwickau.de

SCHUMANN-FEST ZWICKAU 1. bis 11. Juni 2017 „Nord oder Süd“

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homoPhobie in der kunst S C H E U , D O P P E L M O R A L , A N G S T / / Die Neuverfilmung von Disneys »Die Schöne und das Biest« sorgt bei vielen Homophoben weltweit für Proteste. Der Grund: Es gibt einen schwulen Charakter. Die Kontroverse zeigt, dass Homophobie in der Kunst bis heute normal ist. Nur ein Kunstbereich hat es geschafft, Homosexualität als Selbstverständlichkeit zu etablieren.

Die Diskussion um die neue Disney-Verfilmung »Die Schöne und das Biest« erscheint wie ein Rückblick in vermeintlich vergangene Zeiten. Das Problem der Kritiker: Poser Gaston’s (gespielt von Luke Evans, 37) Wasserträger und Freund LeFou (gespielt von Josh Gad, 36) ist schwul. »Ja, und?«, mögen viele denken. Homo-, Hetero- und Bisexualität ist längst Normalität – in allen Lebensbereichen. Doch es gibt viele Konservative, denen die Vorstellung, ihre Kinder könnten auf der Leinwand eine zweisekündige Andeutung von Homosexualität sehen, schlicht zuwider ist. So wurde unter dem Deckmantel der Gottesgläubigkeit nach dem Erscheinen von Disneys Neuverfilmung sofort die Zensur gelobt und das ganze Disney-Universum boykottiert. So hat etwa das Henager Drive-In Theater im US-amerikanischen Alabama »Die Schöne und das Biest« ohne Umschweife von seiner Leinwand gestrichen und erklärt, dass in dem christlichen Autokino nur Familienfilme gezeigt werden würden, bei denen niemand »Angst vor Sex, Nacktheit, Homosexualität oder verrohter Sprache haben« müsse. Die Erklärung für diese Entscheidung folgte auf dem Fuße: »Wenn ich einen Film nicht mit Gott oder Jesus an meiner Seite sehen kann, gibt es keinen Grund ihn zu zeigen«, schreibt der Autokino-Veranstalter in einem Statement. Gern gestrichen hätte auch Russlands Kulturminister Vladimir Medinsky (46) das Kitschtheater mit der brillierenden Emma Watson (26) in der Hauptrolle. Medinsky ließ prüfen, ob der Disney-Film wegen der kleinen Schwärmerei LeFous für Gaston und seiner kurzen Tanzszene mit einem Mann vielleicht gegen das Gesetz gegen »Schwulenpropaganda« verstoße. Das tat es dann doch nicht, aber Kinder sollen die böse Szene trotzdem nicht zu sehen bekommen. »Die Schöne und das Biest« wird in russischen Kinos gezeigt, allerdings erst ab 16 Jahren. Gleiches gilt übrigens für Malaysia. Und natürlich murren auch diverse Eltern weltweit, unterschreiben Anti-Disney-Petitionen und rufen unter dem Hashtag #BoycottDisney auf Twitter dazu auf, Kinder nicht mit diesem Schweinkram zu verderben.

LeFou & Gaston In der Neuverfilmung von »Die Schöne und das Biest« schwärmt LeFou für Gaston – ein Umstand, der zahlreiche Konservative zum Boykott des Disneyfilms veranlasste. Foto: ©2016 Disney Enterprises Die Schöne und das biest Die Neuverfilmung des Disney-Klassikers »Die Schöne und das Biest« sorgte weltweit für Aufregung. Foto: ©2016 Disney Enterprises

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kunst & kultur T H E M A

HOMOPHOBIE »


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Twitter-User fordert Biestophobie statt Homophobie Für die Twitter-Community ist die Kontroverse natürlich ein gefundenes Fressen – und so wird ein lustiger Tweet nach dem nächsten in die Onlinewelt getippt. So amüsierte sich ein User etwa darüber, dass »Die Schöne und das Biest« wegen eines schwulen Charakters boykottiert werde, die Kritiker aber nichts dagegen einzuwenden hätten, »dass ein Mädchen sich in einen Büffel verliebt.« Und auch ein anderer User witzelt: »Die Schöne und das Biest hat einen homosexuellen Charakter?! Ekelhaft. Kinder müssen lernen, dass es Liebe nur zwischen einer Frau und einem gehörnten Wolf-Bären geben darf.«

Disney setzt spätes Zeichen

Twitter reagiert auf Disney-Boykott Die Twitter-Community ist bekannt für beißende und oft urkomische Tweets. Auch der Boykott Disneys sorgt für eine Vielzahl belustigender Kommentare.

So amüsant und gleichzeitig kurios die Diskussion um das Disney-Spektakel und das – längst überfällige – Auftreten eines homosexuellen Charakters in der Disney-Wunderwelt erscheinen mag, ganz unnötig scheint sie nach wie vor nicht zu sein. Die Kontroverse um »Die Schöne und das Biest« ist nur eines von vielen Beispielen, das zeigt, dass Homophobie in vielen Köpfen noch immer nicht nur vorhanden, sondern auch weiterhin gehegt und gepflegt wird – und auch in der Kunstwelt noch lange nicht ausgestorben ist. Längst nicht nur Disney hat sich bislang zurückgehalten, Homosexualität zu thematisieren oder gar als eine Selbstverständlichkeit zu präsentieren. Ganz Hollywood steckt bis heute in diesem Dilemma fest. So werden in den Produktionen der Filmindustrie zwar Schwule, Lesben und Bisexuelle auf der Leinwand porträtiert, in der Realität darf es sie aber bis heute nicht geben. Zumindest nicht, wenn man in Hollywood Karriere machen will. Bis heute gibt es nur wenige Schauspieler, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen und trotzdem gute Chancen in der Filmindustrie haben. Hollywoodstars wie Neil Patrick Harris (43) etwa bleiben die Ausnahme. Die Regel in der Traumfabrik: Bist du homo kriegst du nur Schubladenjobs – oder eben gar keine.

Neil Patrick Harris (r.) & David Burtka Schwule Hollywoodstars sind bis heute selten. Neil Patrick Harris ist einer von Wenigen, der sich offen zu seiner Homosexualität bekennt und deshalb bei der Rollenverteilung nicht diskriminiert wird. Foto: Greg Hernandez / flickr.com

Nicht vergessen werden darf zudem, dass viele Länder Homosexualität zwar gesetzlich anerkennen, sie in 72 Staaten, darunter zum Beispiel Sri Lanka und Malaysia, aber bis heute strafbar ist. In zehn Ländern steht auf homosexuelle Handlungen sogar bis heute die Todesstrafe. Dazu gehören unter anderem Saudi-Arabien, der Jemen und Mauretanien.

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kunst & Kultur thema

Künstler kämpfen gegen Schwulenhass In dem Versuch, Homosexualität unter anderem in der Kunstszene endlich und endgültig eine Daseinsberechtigung zu verschaffen, kämpfen zahlreiche Künstler und Kunstfreunde weltweit variantenreich gegen Homophobie. So feiert etwa Großbritannien aktuell das 50. Jubiläum der Legalisierung sexueller Handlungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern mit einer großen Kunstausstellung. Die Londoner Galerie Tate Britain zeigt mit »Queer British Art« in diesen Tagen die erste große und öffentliche Ausstellung homosexueller Kunst in England. Und auch in der Musikszene ist Homophobie ein Thema. Das Hamburger Dockville Festival etwa, wollte im letzten Jahr mit seinem YesWeCan-Container ein klares Zeichen gegen Homophobie auf Festivals setzen. Die Berlinerin Sookee (33) rappt bereits seit über einem Jahrzehnt gegen Homophobie und versucht so, eine »Selbstverständlichkeit« in den Köpfen zu erzeugen, wie sie im Interview mit queer.de erklärte. Etwas verändern wollen auch die zahlreichen Teilnehmer diverser Gay-Pride-Paraden und Christopher Street Days, die vor allem in Europa, Nord-, Mittel- und Südamerika zahlreich veranstaltet und zelebriert werden.

Homoerotische Kunst Homosexualität in der Kunst gab es schon immer. Unproblematisch ist sie für viele Konservative bis heute nicht. Foto: FaceMePLS / flickr.com


Sookee Die Berliner Rapperin Sookee setzt sich mit ihrer Musik gegen die Homophobie im Hip Hop ein. Foto: Eylül Aslan

26.05.2017 Zwickau Konzert- u. Ballhaus Neue Welt

Christopher Street Day Weltweit demonstrieren Menschen friedlich mit diversen Gay Parades gegen Homophobie. Foto: misign/ pixabay.com

Schwule Designer werden gefeiert Versuche, der gleichgeschlechtlichen Liebe nicht nur endlich die längst überfällige Toleranz, sondern eine Selbstverständlichkeit zu schaffen, gibt es in der Kunst viele. Richtig zu funktionieren scheint das bislang bloß in einem Bereich: der Mode. Denn während jeder andere Kunstbereich sich noch im Kampf gegen Homophobie befindet, gehört Homosexualität in der Mode längst dazu. Mehr noch, sie wird ausdrücklich gefeiert. Denn nicht nur, dass schwule Designer in der Modeszene seit Jahren hofiert und zelebriert werden, fast scheint es, als müsse Mann schwul sein, um als angehender Modezar Erfolg zu haben. Giorgio Armani (82), Karl Lagerfeld (83) und Marc Jacobs (53) sind nur drei Beispiele für sich offen zu ihrer Homosexualität bekennende Herren, die es in diesem Bereich der Kunst zu Rang und Namen geschafft haben und weit über die Ländergrenzen hinweg nicht nur bewundert, sondern ihre Kleidungsstücke vor allen Dingen auch gekauft werden. Und das ganz sicher nicht nur von Menschen, die Homophobie nicht als gottgegeben betrachten.

ROLAND KAISER OPEN AIR 2017 29.07.2017 Chemnitz Kaiser-Arena am Hartmannplatz

Marc Jacobs Modedesigner Marc Jacobs sorgt häufig für Schlagzeilen. Er bekennt sich offen zu seiner Homosexualität. Foto: Imagens Portal SESCSP / flickr.com

Wo bleibt die Selbstverständlichkeit? So sehr Disney in diesen Tagen von vielen Nicht-Homophoben dafür gefeiert wird, sich endlich der Realität gleichgeschlechtlicher Liebe geöffnet zu haben, so sehr zeigt der Aufschrei der Homophoben auch einmal mehr, wie rückständig die Filmindustrie noch immer ist. Und damit ist sie nicht allein. Überall auf der Welt kämpfen Menschen dafür, dass Homosexualität nicht nur als Normalität toleriert, sondern ihr endlich der Selbstverständlichkeits-Stempel aufgedrückt wird. Wie kann es sein, dass wir im Jahr 2017 noch immer darüber sprechen müssen, ob es okay ist, dass ein Mensch einen anderen liebt? Text: Anna Wengel

26.08.2017 Filmnächte Chemnitz Theaterplatz « homophobie

www.eventim.de 05 17 59 0800 - 80 80 123


KINO Ab 11. Mai im Kino

King Arthur: Legend of the Sword

Als der Vater des kleinen Arthur ermordet wird, reißt Arthurs Onkel Vortigern (Jude Law) die Macht an sich. Arthur wird seines Geburtsrechts beraubt und ahnt nicht, welche Position ihm eigentlich zusteht – stattdessen wächst er unter härtesten Bedingungen in den Hinterhöfen der Stadt auf. Doch als er dann das Schwert aus dem Stein zieht, steht sein Leben plötzlich Kopf – endlich wird er gezwungen, sich seinem wahren Schicksal zu stellen … ob ihm das passt oder nicht. Der gefeierte Regisseur Guy Ritchie verfilmt in seinem dynamischen Stil ein Original-Epos über

König Arthur – in dem aufwendigen Fantasy-Action-Abenteuer übernimmt Charlie Hunnam die Hauptrolle. Ritchies Version ist eine radikal neue Interpretation des klassischen Excalibur-Mythos – er zeigt Arthurs Aufstieg von der Straße bis auf den Thron. Zur Besetzung zählen neben Hunnam und Oscar® - Kandidat Law auch Àstrid Bergès-Frisbey als Mage, Oscar® - Kandidat Djimon Hounsou als Bedivere, Aidan Gillen als Goosefat Bill und Eric Bana als Arthurs Vater, König Uther Pendragon. Fotos: ©2017 Twentieth Century Fox

KINO

DVD

Ab 4. Mai im Kino

Ab 24. Mai im Handel

Ab 12. Mai im Handel

Regeln spielen keine Rolle

La La Land

Ostfriesisch für Anfänger

Hollywood, 1958. Marla Mabrey (Collins), eine Schönheitskönigin aus der Provinz und fromme Baptistin, kommt nach Los Angeles, da der berüchtigte Howard Hughes (Beatty) sie unter Vertrag genommen hat. Am Flughafen wird sie von Chauffeur Frank Forbes (Alden Ehrenreich) abgeholt, einem tief religiösen Methodisten, der kurz davor steht, seine Liebste zu heiraten, die er schon seit der 7. Klasse kennt. Doch Marla und Frank fühlen sich sofort zueinander hingezogen, was nicht nur ihre religiösen Überzeugungen auf eine harte Probe stellt, sondern auch Hughes Regel Nr. 1 verletzt: Angestellten ist es verboten, mit Vertragsschauspielerinnen jegliche Art von Beziehung einzugehen. Schon bald stehen Marla und Frank zunehmend unter dem Einfluss des Milliardärs, jeder von beiden auf sehr unterschiedliche und unvorhersehbare Weise. Foto: © 2017 Twentieth Century Fox

Die junge Schauspielerin Mia (Emma Stone) und der Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling) haben beide den Traum, es in Los Angeles zu schaffen, auch wenn sie sich bis dahin mit miesen Nebenjobs durchschlagen müssen. Doch auf dem Weg zum Erfolg muss das ambitionierte Paar Entscheidungen treffen, die ihre junge Liebe gefährden. In der mit 6 Oscars ausgezeichneten Neuerfindung des Musicals berühren Ryan Gosling und Emma Stone mit selbst performten Songs und mitreißenden Tanznummern in einer traumhaft inszenierten Liebesgeschichte. Mit seinem zweiten Kinofilm gelang dem Regie-Wunderkind Damien Chazelle eine bezaubernde Liebeserklärung an das Leben und an Los Angeles, die Stadt der Träume. »La La Land« führt eines der schönsten Leinwand-Paare nach »Crazy, Stupid, Love« wieder zueinander. Großes, musikalisches Gefühlskino! Foto: © 2017 STUDIOCANAL GmbH

Uwe Hinrichs (Dieter Hallervorden) ist ein Eigenbrötler, der konsequent Plattdeutsch spricht und sich als den letzten »echten Ostfriesen« bezeichnet. Mit Globalisierung und der modernen Welt hat er nichts am Hut. Als plötzlich in sein gepfändetes Haus eine Gruppe ausländischer Fachkräfte einquartiert wird, dreht er durch und baut im wahrsten Sinne des Wortes Mist. Wider Willen muss er den Integrationsunterricht für diese »Utländer« übernehmen. Kulturen, Konflikte und Erwartungen prallen aufeinander. Doch wo Reibung ist, entsteht auch Wärme und so überwindet sich Uwe und bringt, gut gemeint, den Fremden Plattdeutsch anstatt Hochdeutsch bei. Den Fehler bemerkt nur keiner. Als alles verloren scheint, wächst Uwe über sich hinaus, um alles wieder ins Lot zu bringen… Foto: © 2017 Universum Film GmbH

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kunst & Kultur

film


hÖRBUCH

CD

Ab 22. Mai im Handel

Ab 5. Mai im Handel

Ingo Appelt Besser…ist besser!

Johannes Oerding Kreise

Neues vom selbsterklärten »Konkursverwalter der Männlichkeit«. Sein Programm »Besser… ist besser!« ist auch eine Art Männer-VerbesserungsComedy, was wiederum die Frauen freuen dürfte. Getreu seinem Motto »Ganz ohne Sauereien geht’s nicht« fasst Appelt ungehemmt Themen an, die andere beschämt links liegen lassen: Er findet überraschend simple Lösungen für die kompliziertesten Probleme und die lächerlichsten Stars auf die Schippe. Ingo Appelt, geboren 1967 in Essen, ist ausgebildeter Maschinenschlosser und steht seit Anfang der 1990er Jahre als Kabarettist auf der Bühne. Wenige Humorarbeiter werden so kontrovers gesehen wie er. Während viele Kritiker völlig ungeprüft das überholte Image eines nur unter der Gürtellinie tieftauchenden Brachialkomikers wiederkäuen, stellt sich ein Kollege wie Dieter Nuhr hin und charakterisiert Ingo als durchweg intelligent und liebenswert. Foto: Random House Audio

Johannes Oerding bündelt auf seinem fünftem Album »Kreise« alte Stärken mit neuen Wegen. »Oft sind Anfang und Ende der gleiche Punkt« lautet die erste Zeile von »Kreise«, dem Titelsong des fünften Albums von Johannes Oerding. Diese Aussage ist durchaus programmatisch zu verstehen, denn um genau diesen Moment geht es hier. Ein Kreis, der sich schließt, ist immer Sinnbild einer Zeitenwende, die gleichermaßen Rückschau wie Ausblick hält. Deshalb hätte Oerding keinen treffenderen Titel wählen können. Wenn sich ein Künstler, der in seiner konstant ansteigenden Karriere auf gold- und platinveredelte Alben zurückblicken kann, an die Arbeit zu neuen Songs macht, steht er vor der großen Herausforderung, musikalisch wie textlich Orte zu finden, an denen er noch nicht war. Sich treu zu bleiben und dabei dennoch neue Wege zu gehen. »Kreise« ist genau so ein Album geworden. Johannes Oerdings typisches Songwriting, das man nach nur wenigen Takten als unverkennbar identifiziert, aber genauso sicher bewegt er sich auch auf musikalischem Terrain, das man von ihm so noch nicht gehört hat. Fein akzentuiert bekommen die Balladen genau den Raum, den sie brauchen, um ihre volle Größe zu entfalten – und lassen die Popsongs dadurch umso heller strahlen. Foto: © Sony Music Entertainment Germany GmbH / Marcel Schaar

Buch

CD

Ab 15. Mai im Handel

Ab 5. Mai im Handel

Daniel Harrich, Danuta Harrich-Zandberg Pharma-Crime

Jake Isaac Our Lives

En Vogue Funky Divas

Jake's Hörgewohnheiten sind freizügig: Pop, Reggae, Soul und Funk prägen ganz sicher seinen Sound, er spielte aber u.a. auch Schlagzeug in diversen Rockbands und ließ sich von frühem Grime und Jungle mitnehmen. Sein Sound hat nicht unbedingt das Format in einem Keller aufgeführt zu werden, obwohl er auch dort sicher ohne Probleme begeistern würde, dennoch haftet den Songs ein großes Versprechen an, die große Hymne, die Gnade und Kraft des Soul. Es dominiert ein feinsinniges Gespür für große Melodien und Pop, welches sich traut, die letzten Stufen zu gehen. Jake's Songs scheuen sich nicht vor großen Hooks, müssen sie auch nicht, weil sie sich in einer Natürlichkeit bewegen, die bei anderen waghalsig klingt. Das wirklich Einzigartige an Jake Isaac ist, dass er seine Songs nicht nur scheinbar auch für sein Publikum schreibt. Foto: Universal Music

Funky Divas lautet der Titel des zweiten StudioAlbums der amerikanischen R´n´B Band »En Vogue«. Der 1992 veröffentlichte Longplayer brachte nicht nur den ersehnten Ruhm, es katapultierte sich selbst an die Spitze sämtlicher Verkaufslisten und die schönen Ladys in den PopOlymp. Insgesamt wurden unglaubliche fünf Millionen Kopien weltweit verkauft. Mit Singles wie »My Lovin (you never gonna get it)«, »Giving him something he can feel« oder »Free your mind« gehört das Album bis heute zu den wahren Klassikern des neunziger Jahre R´n´B-Sounds und hat schlicht nichts von seiner Eleganz und Raffinesse verloren. Insgesamt erhielt das Album dreifach Platin, wurde für fünf Grammys nominiert und mit einem Soul Train Music Award ausgezeichnet. Label: Warner Music / Foto: privat

Kopiert, gepanscht, verfälscht – Warum unsere Medikamente nicht mehr sicher sind. Die Pharmaindustrie hat die Kontrolle über ihre Produkte verloren: Bereits jedes hundertste Medikament in unseren Apotheken und Krankenhäusern ist gefälscht – und das ist nicht zu erkennen, denn äußerlich handelt es sich um Originalprodukte. Jedes Jahr sterben mindestens eine Million Menschen weltweit an gepanschten Arzneien, weil diese entweder gar keinen oder zu viel Wirkstoff oder giftige Trägerstoffe enthalten. Vor allem lebenserhaltende und stark nachgefragte Arzneimittel sind betroffen. Danuta Harrich-Zandberg und Daniel Harrich decken auf, wie es zu den Manipulationen kommt und welche Rolle die Pharmaunternehmen dabei spielen. Ein erschütternder Bericht über Profitgier, die selbst vor der Gesundheit nicht haltmacht. Foto: Heyne

KLASSIKER

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musik | literatur

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Gestresste Z wischen O ptimierungswahn und F rüh förderung / / Montags Ballett, Dienstag Geigenunterricht, mitt-

wochs eine frühfördernde Einheit Chinesisch, dazwischen Kindergarten und nicht zu vergessen die freitägliche Yogastunde zur Entspannung. Der Wochenarbeitsplan einiger Kinder gleicht heute schon dem Pensum eines Konzernmanagers. Doch wo hört Förderung auf und wo fängt der unausweichliche Stress an? Noch die Generation unserer Großeltern wuchs mit dem Rohrstock auf, ein gehorsames Kind war das erklärte Ziel, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft. Später in der DDR wurde Erziehung zum kollektiven Parteiauftrag, während die 68er im westlichen Teil Deutschlands den antiautoritären Aufstand probten und Strukturlosigkeit mit Freiheit verwechselten. Heute steht die Optimierung in allen Belangen an oberster Stelle, das gilt natürlich auch für unser Wertvollstes, die Kinder. Und während sich asiatische Drill-Nationen wieder langsam, aber sicher, vom Leistungsdruck abwenden, optimieren Eltern in Deutschland die Tagespläne ihrer Dreijährigen.

Dabei wurde der wissenschaftliche Beweis, dass beispielsweise eine Frühförderung im Bereich Sprachen nichts bringt, längst erbracht. Ob das Kind bereits mit drei oder mit sieben Jahren eine erste Fremdsprache erlernt, macht keinen signifikanten Unterschied. Lediglich bei einer, von Geburt an, bilingualen Erziehung durch einen Muttersprachler ergeben sich gravierende Vorteile. Dennoch weichen viele nicht davon ab, ihren Kinder einen, aus ihrer Sicht, bestmöglichen Start ins Leben garantieren zu wollen. Dabei finden die Wünsche und Vorlieben der Kinder oft wenig Berücksichtigung, denn die Freizeitplanung wird hauptsächlich von den Eltern entschieden. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine 2015 im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung durchgeführte Studie1 der Universität Bielefeld, welche die Stressbelastungen bei Kindern untersuchte. Demnach zeigt bereits jedes sechste Kind deutliche Symptome von Stress. Fast 20 Prozent der Probanden hatten zudem das Gefühl, dem nicht gerecht zu werden, was die Eltern von ihnen verlangten. Frustration, aber auch körperliche Symptome ohne organische Ursache, wie Kopf-und Bauchschmerzen, Einschlafschwierigkeiten oder Müdigkeit, können die Folge sein. Klingt nach typischen Burnout-Symptomatiken? Richtig, das sind sie auch. 1

Quelle: www.kinderförderung.bepanthen.de/sozialforschung/stress-

bei-kindern/

Gestresste Kinder Bereits jedes sechste Kind klagt über Stress. Körperliche Symptome wie Kopf- und Bauchschmerzen können die Folge sein. Foto: fasphotographic / fotolia.de

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kleine welt thema

gestresste kinder


Kinder sChlüsselkomPetenZen sPielend erlernbar Die »Förderwut« einer sich selbstoptimierenden Gesellschaft stresst übrigens nicht nur die Kinder. Entsprechend sehen nicht wenige Pädagogen eine gezielte Frühförderung von Einzelfähigkeiten eher kritisch. Vielmehr sollten Kinder genügend Zeit bekommen, selbst Erfahrungen zu sammeln und dadurch Fähigkeiten entwickeln. Denn nirgendwo lernt es sich besser als im freien Spiel. Teamfähigkeit, Kommunikationsvermögen, Durchsetzungsfähigkeit, Lösungskompetenz, Eigeninitiative und Empathie, alles samt sogenannte wichtige Schlüsselkompetenzen und alle lernbar durch ein spielerisches Miteinander. Das bestätigt auch Gabi Wisinger-Nalbach. Die Sozialpädagogin und Diplomlehrerin leitet den Betriebskindergarten »Buratino« im HeinrichBraun-Klinikum am Standort Zwickau und verfügt über einen breiten Erfahrungsschatz im Umgang mit dem Nachwuchs. Für sie sind, knapp formuliert, Zeit und Zuwendung die wichtigsten Faktoren in der Entwicklung und Frühförderung von Kindern. Auch wenn die Zeit in der heutigen Gesellschaft als knappes Gut gehandelt wird, sei doch grundsätzlich genügend Zeit vorhanden. »Es ist nur die Frage, wie man die Zeit gewichtet, wofür man sie einsetzt. Klar gibt es Regeln, an die wir uns halten müssen, seien es Arbeitszeiten oder ähnliches. Doch es gibt eben auch ein bestimmtes Kontingent an Freizeit und da ist dann natürlich die Frage, wofür setze ich meinen freie Zeit ein? Für sich selber, weil man zum Sport muss? Weil man irgendwelche Kurse belegt? Oder man entscheidet: Ich habe jeden Nachmittag eine Stunde Zeit für mein Kind, die ich nutzen möchte. Man kann beispielsweise auf den Spielplatz gehen oder man spielt zusammen ein Gesellschafts- oder Brettspiel.« Dabei gehe es nicht um Selbstaufgabe, es gehe um eine sinnvolle Gewichtung.

Gleiches gelte für das Wochenende. Ein kommunikatives Miteinander innerhalb der Familie lasse sich nicht durch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen Dritter kompensieren, erklärt die Pädagogin. Insbesondere dann nicht, wenn man Leistungen zukauft, die man in den meisten Fällen mit ganz einfachen Mitteln zu Hause selbst leisten könnte.

kindesFÖrderung ist keine Frage des geldes »Wenn man zum Beispiel ein klassisches ›Mensch ärgere dich nicht‹ spielt, dann spricht man miteinander, das heißt man tut etwas für die Sprachentwicklung des Kindes. Man lacht gemeinsam, das Kind kann mal so richtig aus sich rausgehen und bei einem Misserfolg, wenn man ›rausfliegt‹ oder nicht als erster durch´s Ziel geht, dann lernt man, mit der daraus folgenden Frustration umzugehen. Und das sind ganz einfache, aber wichtige Erfahrungen, aus denen Kinder lernen, Dinge auch miteinander zu klären.

Denn gespielt wird in der Regel mit Freunden oder Familie, also mit Menschen, denen man vertraut und von denen auch das Kind bereit ist zu lernen«, erklärt Wisinger-Nalbach den Ansatz. Man dürfe den Aspekt des »sich Sachen abschauen« auf keinen Fall unterschätzen. Kinder lernen sehr viel durch Abgucken und Nachahmen. »Sie wollen mathematische Frühförderung? Gehen Sie in den Wald, stellen Sie den Kindern Aufgaben: Wir gehen jetzt zehn Schritte oder wir suchen jetzt drei Blumen. Verbinden Sie das Körperliche (somatische) mit dem Kommunikativen. Spielen Sie Fangen oder Verstecken. So lernen Kinder am effektivsten und haben Spaß dabei.« Es ist also durchaus möglich Kinder bis ins Vorschulalter gänzlich im familiären Rahmen zu fördern, ohne dass es einer permanenten Einflussnahme von außen bedarf. Kindergärten können und sollen dieses familiäre Miteinander nur ergänzen und nicht ersetzen und natürlich können auch Musik-oder Sportvereine dies nicht leisten. Es ist das familiäre Umfeld, welches hier gefordert ist, wenn es um die Entwicklung des Kindes geht. Und nichts geht über das Gefühl, entwicklungsrelevante Meilensteine gemeinsam mit den Kindern zu erleben. Wenn man eine spezielle Begabung feststellt und das Kind ein großes Eigeninteresse zeigt, kann und sollte man selbstverständlich schon früher punktuell fördern, aber auch dann mit Maß und Ziel. Text: JoKri Info: www.kinderförderung.bepanthen.de

Gabi wisinger-nalbach Bereits jedes sechste Kind klagt über Stress. Körperliche Symptome wie Kopf- und Bauchschmerzen können die Folge sein. Foto: HBK

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hÖRBUCh

KINO

ab 22. Mai im Handel

ab 25. Mai im Kino

SVEN GERHARDT

Die Vorstellung, den Rest des Schuljahres im Internat zu verbringen statt daheim in Berlin, finden die Zwillinge Hanni (Laila Meinecke) und Nanni (Rosa Meinecke) mehr als uncool. Aber ihre Mutter Susanne (Jessica Schwarz) bleibt hart: Sie selbst ist beruflich unterwegs, und wenn Hannis und Nannis Vater Charlie (Sascha Vollmer) allein auf die Zwillinge aufpassen muss, kommt nur Chaos dabei heraus ... So landen die beiden Mädchen im Internat Lindenhof. Die Zwillinge beschließen, so viel Unsinn wie möglich anzustellen, damit sie noch innerhalb der Probezeit wieder von der Schule fliegen. Doch dann findet Nanni unter den Reitschülerinnen neue Freunde und im Pferd Pegasus eine Aufgabe, während Hanni weiter an ihrem Rausschmiss arbeitet. Zum ersten Mal in ihrem Leben gehen die Zwillinge getrennte Wege. Als Hanni im Wald auf den grummeligen Godehard (Henry Hübchen) mit seinem Hund Lochness trifft, ahnt sie nicht, dass in Godehards Haus der Schlüssel zu dem Geheimnis versteckt ist, das den Lindenhof vor dem drohenden Verkauf bewahren kann...Werden die Zwillinge sich wieder zusammenraufen? Und können sie das Internat retten?

Die Heuhaufen-Halunken Frech, witzig, unerschrocken: Die HeuhaufenHalunken machen Dümpelwalde unsicher. Keine Frage, Meggy liebt Dümpelwalde, auch wenn es von Fremden gerne als »Ende der Welt« bezeichnet wird. Blöd nur, wenn die Sommerferien anstehen und kein Urlaub in Sicht ist. Aber Meggy wäre nicht die Anführerin der Halunken, hätte sich nicht längst eine geniale Ganovenidee. Im Bandenquartier in der alten Scheune überzeugt sie ihre Freunde von ihrem großen Ferien-Rettungsplan: Einem richtigen Halunken-Urlaub mit Zelt am Badesee – natürlich ohne Eltern, dafür mit dem alten Volvo aus der Scheune. Helfen soll Stadtkind Marius, der angeblich schon so einige krumme Dinger gedreht hat. Und siehe da, der Halunken-Plan geht auf, bis die abenteuerliche Fahrt abrupt auf der Kuhweide von Bauer Kunze endet. Gewitzt & gereimt gelesen von Katrin Fröhlich. Foto: cbj audio

© 2017 Universal Pictures International Germany

Verlosung auf Seite 79

BUCh

DVD

ab 22. Mai im Handel

ab 11. Mai im Handel

DANA ALISON LEVY Die verflixten Fletcher boys machen Ferien Die besten Ferien der Welt. Die vier FletcherBoys und ihre zwei Väter freuen sich auf Rock Island, wo die Zeit stehen geblieben ist. Wie jedes Jahr warten dort herrliche vier Wochen auf sie: mit den Fahrrädern durch die Dünen düsen, Krabben jagen, Wellen reiten ... Allerdings sorgen diesmal ein sehr kippeliges Kajak, eine Videokamera, eine neue Eisdiele, eine (vielleicht) schwimmende Katze und nervige Ferien-Nachbarskinder gehörig für Aufregung. Und dann der Schock: Der Leuchtturm, ihr geliebter Abenteuerspielplatz, soll abgerissen werden?! Als die Jungs versuchen herauszufinden, wer und was eigentlich dahintersteckt, kommen sie einem Geheimnis auf die Spur, das sie einen ganzen Sommer lang in Atem hält. Die Schriftstellerin Dana Alison Levy wurde von Piraten großgezogen, konnte aber früh fliehen und ließ sich zur Luftschifferin und Puppenspielerin ausbilden. Foto: cbt

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt Niemand kann sich so ungewöhnliche Erfindungen ausdenken, wie der 11-jährige Tobbi Findeisen... Eines Tages landet vor seinen Füßen der kleine Roboter Robbi, der beim Absturz seines Raumschiffes von seinen Roboter-Eltern getrennt wurde und sich nun auf die Suche nach ihnen machen muss. Zusammen ertüfteln Robbi und Tobbi ein Gefährt, das zugleich fliegen, schwimmen und fahren kann: Ein Fliewatüüt eben! Doch inzwischen sind auch der skrupellose Sir Joshua und dessen Superagenten Brad Blutbad und Sharon Schalldämpfer dem Roboter auf den Fersen, um ihn für ihre Zwecke zu nutzen. Doch auch die klügsten Superagenten sollten nicht unterschätzen, wozu die besten Freunde der Welt fähig sind! Mit »Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt« verfilmt Erfolgsregisseur Wolfgang Groos den gleichnamigen Kinderbuchklassiker von Boy Lornsen erstmals als Realfilm. Dafür wurde die Geschichte von Drehbuchautor Jan Berger zeitgemäß adaptiert. Zum großartigen Cast zählen neben Stars wie Alexandra Maria Lara, Sam Riley, Jördis Triebel oder Bjarne Mädel auch die Newcomer Arsseni Bultmann und Melina Mardini sowie »Wissen macht Ah!«-Moderator Ralph Caspers in seiner ersten Kinorolle. Die zeitlosen Abenteuer von Boy Lornsen erobern jetzt auch das Heimkino! Foto: © 2017 STUDIOCANAL GmbH

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QUERBEET


Meine Stadt Meine Musik Mein Radio

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Bürohunde erobern die Arbeitswelt E in V ierbeiner wirkt gegen S tress / /

Immer schneller, immer produktiver: Im Arbeitsleben sind wir zahlreichen Stressoren ausgesetzt, die dazu führen können, dass die persönliche Leistungsfähigkeit und Zufriedenheit nachlässt. Einige Unternehmen denken inzwischen um und versuchen, Stress am Arbeitsplatz zu vermindern. Der neuste Trend: Ein Bürohund sorgt für bessere Atmosphäre und lässt Stress schwinden. Das Telefon klingelt, neue Projekte und Akten stapeln sich auf dem Schreibtisch und auch die Kollegen sind mies drauf: Im Arbeitsleben gibt es zahlreiche Faktoren, die zu Stress führen können. Bei einem Vollzeitjob kann das schnell zu einem unangenehmen Gefühl führen, wenn nicht regelmäßige, qualitative Auszeiten geschaffen werden. Doch heutzutage ist dies meist schwer umzusetzen, denn wir hetzen von einem Termininzum anderen, itam müssen nach der Arbeitvnoch Dinge erledigen und auch der altbekannte Freizeitstress sorgt für ein ständiges Gefühl des Getriebenseins. Einfach mal entspannen und den Kopf freimachen klingt da fast schon unmöglich, denn ständig kreisen Gedanken über Vergangenes oder die Dinge, die noch geplant werden müssen. Stress wird somit zum alltäglichen Begleiter, der einen fest im Griff hat.

Stressprävention durch Bürohunde Langfristig führt dies zu Schlafproblemen, denn auch in den eigenen vier Wänden lässt der Körper sich bei Dauerbelastung nicht so einfach runterfahren. Hinzukommen Konzentrationsprobleme, Unzufriedenheit, Leistungsabfall und lastCOLLECTION but not least körperliche ELEMENT Beschwerden wie Verspannungen, Rückenund Kopfschmerzen oder Magen-DarmProbleme. Umgangssprachlich wird dieser Zustand als Burnout-Syndrom bezeichnet. Unternehmen kennen diese Gefahr und versuchen dagegen anzukommen, in dem von der Personalabteilung ständig neue Maßnahmen entworfen und in den Arbeitsalltag integriert werden, damit Mitarbeiter langfristig gesund und zufrieden bleiben … denn nur so ist die volle Leistung des Individuums garantiert und nur diese sichert eben auch den Erfolg des Unternehmens. Von Laufen in der Mittagspause über mobile Massagen, Homeoffice und Gleitzeit bis hin zu Anti-Stressund Yoga-Kursen bieten Arbeitnehmer ihren Mitarbeitern zahlreiche Möglichkeiten, um wieder runterzukommen.

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B ürohunde

Ein komplett neuer Ansatz, und laut Studien von Prof. Randolph Barker, Dr. Linda Handlin, Matt Christensen und Benjamin Baird unglaublich effektiv, ist der Bürohund. Der beste Freund des Menschen erobert die Arbeitswelt und macht die Mitarbeiter zufriedener. Alle Faktoren, die zu einer hohen Stressbelastung führen, können durch einen Hund verringert und sogar eliminiert werden: Gefahr von psychischen Erkrankungen und Burnout, Erkrankungen des Herz- Kreislaufsystems, psychosomatischen Krankheiten, Dauerstress, Depressionen, Übergewicht, die Gefahr der sozialen Vereinsamung und noch weitere. Des Weiteren wird die Kreativität verbessert, die Stimmung im Büro wird positiver und stärkt somit das Miteinander und auch die Loyalität untereinander steigt an.

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weniger Cortisol , mehr oXytoCin Wie das Ganze zu erklären ist, ist relativ einfach: Bei Stress schüttet der Körper die Hormone Cortisol und Adrenalin aus. Kurzzeitig ist dies sogar leistungsfördernd, denn wir werden wacher, aufmerksamer und aktiver. Kann der Körper aufgrund von ständigen Stresseinflüssen nicht mehr runterfahren, gerät der hormonelle Haushalt aus den Fugen und die oben beschriebenen Krankheiten können auftreten. Folgt nun der Kontakt mit Hunden, produziert unser Körper laut einer Studie von Dr. Linda Handlin (Swedish University of Agricultural Sciences, Faculty of Vein vitam terinary Medicine and Animal Science) das

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Hormon Oxytocin, welches vielen auch unter dem Begriff »Kuschelhormon« bekannt sein dürfte. Auch bei intensivem und positivem Kontakt mit anderen Menschen schütten wir dieses Hormon aus. Die Folge: Wir fühlen uns wohl, empfinden ein Gefühl von Glück und Harmonie und bauen gleichzeitig das Stresshormon Cortisol ab. Japanische Wissenschaftler der Forschungsgruppe um Miho Nagasawa konnten nachweisen, dass sogar der alleinige Blickkontakt mit dem Tier ausreicht, damit das Glückshormon ausgestoßen wird. Zudem sind es nicht nur wir, die Positives empfinden; auch der Hund schüttet Oxytocin aus. Dadurch wird die Bindung zwischen Mensch und Hund gestärkt und beide Seiten fühlen sich wohl … eben eine echte Win-Win-Situation.

die unternehmen ProFitieren vom bürohund Verglichen mit den Kosten für die Unternehmen und den daraus folgenden Effekten für die Mitarbeiter, ist der Bürohund in seiner Anschaffung und Pflege kostengünstig und wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf die Gesundheit der Belegschaft aus. Anti-Stress-Seminare & Co. lassen sich hingegen nicht immer erfolgreich implementieren, da hier die Variable X, die innere Motivation des Mitarbeiters, nicht einberechnet werden kann. Fehlt diese, so ist die Maßnahme zum Scheitern verurteilt. Bei einem Bürohund gibt es nur wenige Dinge, die zuvor beachtet werden müssen: So sind Mitarbeiter zu schützen, die Angst vor Hunden haben oder an einer Hundehaarallergie lei-

den. Hunde sollten generell immer aus dem Tierheim geholt werden, da den Tieren so ein besseres Leben ermöglicht wird. Auch die Absprache innerhalb des Teams bezüglich der Inobhutnahme sollte vorab geklärt werden. Da Tiere aus dem Tierheim oft an kleinen oder größeren Traumata leiden, ist es wichtig, dass ein kleines Team von Mitarbeitern mit dem Hund ein Training oder Coaching bei einer speziellen Tierschule absolviert. Als hilfreich hat es sich zudem erwiesen, wenn feste Pläne bzgl. Fütterung und Gassi gehen erstellt werden. So ist garantiert, dass es nicht nur den Menschen im Büro, sondern auch dem Tier gut geht. Text: Jessica Laqua

Fotos: BV-Bürohund

Info: www.bv-bürohund.de

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WARUM SITZEN KRANK MACHEN K A N N / / Ob auf der Arbeit,

in der Schule oder in der Freizeit bei Netflix & Co.: Sitzen gehört zu unserem Habitus. Zählt man die aktiven Bewegungsstunden, kommt man auf einen erschreckend kleinen Wert. Fakt ist jedoch, dass das lange Sitzen alles andere als gesund für Psyche und Körper ist. Neue Studien wagen sogar zu sagen, dass Sitzen genauso schädlich wie Rauchen sei. KOMPASS Redakteurin Jessica Laqua sprach dazu mit Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Sitzen 24/7 Bild oben: Egal wo, egal wann … Ohne Sitzen geht heute fast nichts. Foto: pixabay.com

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er normale Alltag sieht selten viel Bewegung für uns vor: In der Schule sitzen Kinder stundenlang an Tischen; dem kindlichen Bewegungsdrang wird selten Augenmerk geschenkt. Im Studium setzt sich das lange Sitzen fort, kombiniert mit langen Lern-Sessions am Schreibtisch … und auch im Job sieht es nicht besser aus. Dabei dringt in den Medien immer häufiger die Nachricht vor, dass das lange Sitzen alles andere als gut für uns Menschen ist: Nur, weil es sich in unserer Gesellschaft etabliert hat, heißt es nicht, dass es optimal für den Körper ist. »Die Sitzzeiten vieler Europäer und auch der Deutschen sind zu lang. Im Schnitt sitzen die Deutschen sieben Stunden täglich, Schreibtischarbeiter sogar bis zu 11 Stunden. Das sind 7 bis 11 Stunden Inaktivität pro Tag, der Stoffwechsel fährt herunter und der ganze Organismus wird schlapp. Deshalb ist es umso wichtiger die Bewegung wieder zu den Menschen zu bringen. Jeder sollte dabei die Möglichkeiten, die uns der Alltag bietet, nutzen. Nur so können wir den negativen Folgen entgegenwirken«, erläutert Prof. Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte der Deutschen Sporthochschule in Köln. Auch in vielen Unternehmen findet ein langsames Umdenken statt. So gibt es inzwischen Firmen, die ihren Mitarbeitern Stehtische zum Arbeiten anbieten. Dadurch soll mehr Bewegung geschaffen und gesundheitlichen Problemen vorgebeugt werden. Durchgesetzt hat sich diese Art zu arbeiten bisher allerdings nicht. SITZGEWOHNHEITEN

»use it or lose it« Wichtig ist in erster Linie, dass ein Umdenken bei jedem Einzelnen von uns stattfindet. Sitzen an sich lässt sich nicht vermeiden, doch es ist wichtig, dass der Körper immer wieder kleine Bewegungsreize bekommt und nicht in einer langen Phase der Inaktivität versinkt. Prof. Dr. Froböse betont insbesondere, dass der Körper durch die Inaktivität abbaut: »Unser menschlicher Körper ist für lange Zeiten der Inaktivität nicht ausgelegt. Im Gegenteil, der Körper ist für mehrere Stunden körperliche Aktivität pro Tag ausgelegt. Viel Sitzen ist das Problem der heutigen Zeit. Wir sitzen am Arbeitsplatz, im Auto, im Kino, im Theater, vor dem Fernseher, beim Essen, vor dem Computer usw. Das führt dazu, dass wir immer an Substanz abbauen, gemäß dem Motto: ›Use it or lose it‹. Denn nur was genutzt wird entwickelt sich, was ungenutzt bleibt verkümmert.« Seine Aussagen geben zu denken, denn laut Froböse sind besonders der aktive und passive Bewegungsapparat, also die Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen und Knorpel, auf Bewegung angewiesen. Ist diese ausreichend gegeben, fördern wir eine bessere Versorgung der Strukturen; speziell der Knorpel braucht regelmäßige Be- und Entlastung, um mit Nährstoffen versorgt zu werden, so der Sportwissenschaftler. »Langfristig kann durch Sitzen das Risiko für viele moderne Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck oder Osteoporose, steigen. Aber auch psychische Probleme können auftreten, da körperliche Bewegung uns glücklich macht und ein Ventil gegen Stress darstellt.«, erklärt Froböse.


Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer und dieser meint nicht gleich Hochleistungssport als Ausgleich. So reicht es schon aus, wenn regelmäßige Bewegung in den Alltag integriert wird. Froböse gibt den Tipp, bei dem Weg zur Arbeit lieber auf Bahn und Auto zu verzichten und zum Fahrrad zu greifen oder den Weg zu Fuß zu beschreiten. Auch im Büroalltag lässt sich durch kleine Änderungen im Verhalten schon viel bewirken, damit der Körper langfristig gesund bleibt. »Anstatt E-Mails an die Kollegen zu verschicken, sollten Sie einfach zu ihnen gehen. Benutzen Sie immer die Treppe anstatt den Aufzug und anstatt Meetings sitzend zu absolvieren, können ›Standings‹ eine gesunde Alternative sein«, so Prof. Dr. Froböse. »Unser Gehirn ist ohnehin nur bis maximal 90 Minuten aufnahmefähig, dann braucht es eine Pause. Gestalten Sie diese Pause aktiv, absolvieren Sie ein kleines Büro-Workout, recken und strecken Sie sich, gehen Sie eine Runde um den Block oder benutzen Sie das Treppenhaus als ›Trainingsstätte‹. So fördern Sie die Zirkulation des Blutes im Körper und aktivieren Ihre müden Glieder und ganz nebenbei wirkt es wie ein wahrer Frischekick fürs Gehirn.« Es ist also nicht schwer, seinem Körper etwas Gutes zu tun, denn schon kleine Bewegungseinheiten reichen aus – der Körper dankt es einem mit Gesundheit und weniger Schmerzen. Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und Inspiration für kleine Übungen sucht, kann sich Tipps in dem Ratgeber »Das Fitness-Minimalprogramm: Kleiner Aufwand - große Wirkung« holen.

Foto: pixabay.com

den alltag aktiver gestalten

BUCHTIPP Das Fitness-Minimalprogramm Prof. Dr. Ingo Froböse; GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH, 2015; ISBN 978-3833847998 Preis: 12,99 EUR

Prof. Dr. Ingo Froböse Als Experte im Bereich der Sportwissenschaften weiß Herr Professor Froböse, wie man den Körper fit hält. Foto: © Random House/Torsten Zimmermann

Text: Jessica Laqua

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B ringen S chlaf - A pps mehr S chaden als N utzen ? / /

Wer abends nur schwerlich in den Schlaf kommt und morgens wie gerädert aufwacht, sucht vor dem Gang zum Arzt meist Hilfe im App-Store. Ob diese Programme aber tatsächlich etwas taugen, ist bei Experten umstritten.

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Smartphone-Verzicht Die Bildung des Schlafhormons Melatonin wird durch helles Displaylicht gehemmt. Foto: pixabay.de 05 17

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Aufgepasst! Schlafstörungen können schwerwiegende Folgen für Körper und Psyche haben. Foto: Photographee.eu / fotolia.com

Den Alltag ohne Smartphone zu bestreiten – für einen Großteil der Menschen heute völlig unvorstellbar. Und warum sollten wir auch darauf verzichten? Immerhin erleichtern uns zahlreiche Apps das Leben ungemein. Für fast jede Lebenslage gibt es inzwischen ein kleines Programm: Den richtigen Partner finden, Essen nach Hause bestellen, die Busverbindung checken und sogar die tägliche Schrittzahl im Auge behalten, gefühlt haben wir dadurch unser Leben voll im Griff. Sogar etwas, über das wir in der Regel wenig Kontrolle haben, nämlich unseren eigenen Schlaf, können wir nun überwachen und sogar zum Besseren beeinflussen. So mancher erspart sich dadurch den Gang zum Arzt, doch wieweit sollte man Schlaf-Apps wirklich vertrauen? Laut einer Gesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts leiden aktuell 30 Prozent aller Deutschen an Schlafstörungen. Ein Fünftel der Männer und sogar ein Viertel aller Frauen geben an, Probleme beim Einoder Durchschlafen zu haben, wodurch ein erholsamer Schlaf ausbleibt.

Kein Ersatz für den Gang zum Arzt Experten bemängeln, dass viele Apps von unqualifizierten Entwicklern programmiert werden. Ihnen fehlen tiefergehende medizinische Kenntnisse, die zur Auswertung dringend erforderlich sind. Somit ersetzen sie bei schwerwiegenden Problemen keinesfalls den Gang ins Schlaflabor. Viele Apps mit therapeutischem Ansatz erfassen nur Bewegungen oder bestimmte Geräusche, die wir während des Schlafens von uns geben und schließen dadurch darauf, wie tief wir schlummern. Was sie dagegen nicht aufzeichnen: den Sauerstoffgehalt im Blut, Augenbewegungen, Muskelspannung und Hirnströme sowie die Herzund Atemfunktion. All diese Faktoren geben Aufschluss darüber, was den Schlaf stört. Die Werte müssen anhand einer medizinischen Begutachtung ausgewertet werden. Ein kleines Programm auf dem Smartphone kann das – bislang – nicht leisten. Schlaf-Apps können daher auch ein Risiko bergen, sofern man sich ausschließlich auf die gelieferten Werte beruft und aufgrund dessen eigene Diagnosen erstellt. Viele Menschen vertrauen blind, was eine pseudowissenschaftliche App ihnen vorgaukelt, dabei ist jedoch nicht sichergestellt, dass sie tatsächliche Probleme auch wirklich erkennen kann. Gefährlich wird es spätestens bei Menschen, die unter Schlafapnoe, also nächtlichen Atemaussetzern, leiden. Die Sauerstoffunterversorgung kann unter anderem zu Diabetes und sogar zu Herzinfarkten führen. gesunder schlaf


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stressFaktor »guter sChlaF« Den eigenen Schlaf mithilfe von Apps zu überwachen, birgt noch eine weitere bedenkenswerte Komponente. Die Selbstkontrolle kann auch zusätzlichen Stress hervorrufen, der uns wiederum den Schlaf kostet. Gerade Menschen, die sich ohnehin schon große Gedanken über ihre Schlafqualität machen und daher Druck verspüren, sich nachts gut erholen zu müssen, sind anfällig für eine sogenannte psychophysiologische Insomnie. Betroffene machen sich auch tagsüber häufig Sorgen und sind über die Maßen nervös. Gelingt es ihnen nicht, genügend zu schlafen, steigt die Angst, am nächsten Tag nicht leistungsfähig zu sein – ein Teufelskreis, denn der Druck erhöht sich immer weiter. Richtig zu schlafen kann man deshalb sogar verlernen. Um dies zu vermeiden, sollte man erst ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist und zudem abends auf Smartphone, Tablet oder Laptop verzichten. Das bläuliche Licht der Bildschirme hemmt nämlich die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Trotzdem können die kleinen Helferprogramme auch ihren Nutzen haben. Wer sich abends bewusst entspannen möchte oder sich sanfter wecken lassen möchte, ist mit diesen Apps gut beraten.

deeP sleeP Hinter dieser App steckt der Selbsthilfe-Coach Andrew Johnson, der Menschen mit Einschlafproblemen mithilfe von einfachen Meditationsübungen in den Schlaf säuselt. Mit dunkler, beruhigender Stimme weist er den Nutzer an, ein- und auszuatmen und jedes Körperteil zu entspannen. Tatsächlich zeigen seine Worte bei vielen Wirkung. Kleiner Minuspunkt: Es gibt für einen Preis von 2,99 EUR immer die gleiche Übung zu hören, was schnell langweilen kann.

sleeP time Für diese App muss man nicht einmal Geld ausgeben: Vor dem Einschlafen legt man das Handy mit dem Display nach unten auf die Matratze. Während des Schlafens zeichnet es so Bewegungen auf, die App zieht daher Rückschlüsse, ob man wach ist, sich in der Tiefschlafphase befindet oder eine REM-Phase (»Rapid-Eye-Movement«Phase) durchmacht. In letzterer träumen wir verstärkt; fehlen uns diese Phasen, kann es zu einem vermehrten Hungergefühl oder zu Konzentrationsschwäche kommen. Die App erkennt anhand unserer Bewegungsmuster auch, wann wir aufwachen sollten: Nutzer geben eine Zeitspanne ein, wann sie geweckt werden möchten und das Programm startet mit sanften Klingeltönen, wenn die Tiefschlafphase vorbei ist. So wacht es sich deutlich erholter auf.

Eine Untersuchung im Schlaflabor ersetzen diese Apps bei tiefsitzenden Problemen natürlich nicht. Ausprobieren kostet aber nichts – oder höchstens ein paar wenige Euro. Wer das Handy hingegen gänzlich aus dem Schlafzimmer verbannt, wird ebenfalls einen positiven Effekt verspüren, denn wer vor dem Zubettgehen oder nach dem Aufwachen nicht auf den kleinen Bildschirm starrt, schläft nachweislich besser. Text: Kristina Baum

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lebensmittel 2. Klasse

Fotos: pixabay.com

MARKENPRODUKTE IN OSTEUROPäISCHEN SUPERMäRKTEN //

Die internationalen Lebensmittelkonzerne sind bestrebt, dass ihre Produkte weltweit standardisiert sind und gleich schmecken. Doch ist es überhaupt möglich, dass ihre Produkte überall gleich schmecken? Bei den Fastfood-Ketten scheint es zu klappen. Wie sieht es jedoch bei Nahrungsmitteln wie Kaffee, Schokoladenaufstrich oder Softgetränken aus? In der Europäischen Union haben einige Länderchefs Zweifel an der Gleichheit.

Über Nutella kann man sich streiten, ob es nun die oder das Nutella heißt. Aktuell ist jedoch ein ganz anderer Streit über Nutella ausgebrochen. Neben Terror, Migration und Brexit mussten sich die Vertreter der Europäischen Union beim Gipfel in Brüssel auch mit dem Thema Lebensmittel beschäftigen. Die Regierungschefs der Visegrád-Staaten Slowakei, Ungarn, Tschechien und Polen zweifeln an der Qualität bestimmter Lebensmittel. Sie werfen internationalen Lebensmittelkonzernen vor, dass Nahrungsmittel wie Nutella, Kaffee oder Cola in osteuropäischen Staaten von minderwertigerer Qualität seien als bei den westeuropäischen Nachbarn.

eine studie versuCht auFZuklären Was war passiert? Slowakische Kunden stellten nach dem Einkauf in österreichischen Supermärkten fest, dass bestimmte Produkte anders schmeckten. Aber auch Waschpulver sei bei der gleichen Marke laut Kundenempfinden von besserer Qualität. Nicht nur das subjektive Empfinden der Verbraucher verweist auf dieses Phänomen. Eine Studie des slowakischen Verbraucherschutzdienstes ergab, dass Nahrungsmittel wie CocaCola oder verschiedene Kaffeesorten von Jacobs, Nescafé und Tchibo in Osteuropa eine minderwertigere Qualität aufweisen als in Westeuropa. Die von der EU-Vertretung in Bratislava finanzierte Studie stellt in ihren Ergebnissen fest, dass beispielsweise Softdrinks von Coca-Cola in Osteuropa mit günstigerer, der aus Maisstärke gewonnenen Isoglucose gesüßt wird. Stattdessen wird in Deutschland und Österreich Kristallzucker verwendet. Weitere Untersuchungen ergaben, dass etwa in Slowenien die gleiche Wurstmarke beim westeuropäischen Nachbarn aus mehr Fleisch und weniger Flüssigkeit bestand und dass, Earl-Grey-Teebeutel weniger und kleinere Teeblätter aufwiesen. Des Weiteren enthielten Fischstäbchen in Tschechien im Vergleich zur deutschen Tiefkühlware sieben Prozent weniger Fisch. Laborergebnisse bestätigten auch für die Nachbarländer, dass beispielsweise Nutella in Ungarn nicht so cremig sei wie in Österreich. Die Finanzierung der Studie lief zwar über die EU-Kommission, die Reaktion auf die Studie ist jedoch verhaltend. Die Studie beziehe sich nur auf bestimmte Produkte, wobei die Qualitätssicherung für die Herstellung eines Produkts in verschiedenen Ländern Aufgabe der Unternehmen sei. betrug oder Markenphilosophie? Fischstäbchen: In Tschechien sind 7 % weniger Fisch im Fischstäbchen. Foto: babsi / fotolia.com Nutella: Im Westen Europas cremiger als in Osteuropa. Foto: privat

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RASSISMUS IM VERKAUFSREGAL


andere gesChmäCker, andere inhaltsstoFFe

wer soll in die PFliCht genommen werden – Politik oder hersteller?

Betroffene Lebensmittelhersteller wie Coca-Cola, Ferrero, Iglo oder Teekanne weisen die Vorwürfe zurück. Der Getränkehersteller und der Süßwarenproduzent haben ihre ganz eigene Erklärung für die geschmacklichen Unterschiede. Die verschiedenen Inhaltsstoffe seien nötig, da sich der Geschmack der einzelnen Länder unterscheide. Die Erkenntnisse basieren, laut der Unternehmen, auf lokalen Geschmackstests. So sei Nutella den nationalen Vorlieben angepasst und schmecke daraufhin in jedem Land unterschiedlich.

Rechtlich gesehen sind die unterschiedlichen Inhaltsstoffe legitim, solang die genauen Zutaten auf der Verpackung angegeben werden. Damit ist aus EU-Sicht der Verbraucherschutz gewahrt. Nichtsdestotrotz wäre eine EU-Richtlinie vorstellbar, die die Hersteller dazu verpflichtet, zu garantieren, dass identische Produkte auch identische Zutaten beinhalten. Dies würde jedoch wieder mehr Bürokratie bedeuten. Daher wäre es, aus politischer Sicht, am einfachsten den Hersteller in die Pflicht zu nehmen. Wie man jedoch sieht, wird jeglicher Vorwurf seitens der Unternehmen zurückgewiesen. Sollten identische Inhaltsstoffe verwendet werden, so könne dies in der Folge eine Preissteigerung des Produkts nach sich ziehen. Das könnte dazu führen, dass das Produkt für die Bevölkerung unerschwinglich wird und damit der Absatz für die Hersteller einbricht. Die osteuropäischen Länder fühlen sich in dieser Angelegenheit nach wie vor diskriminiert. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán spricht sogar von einem Lebensmittelmarkt, der als »Müllabladeplatz« genutzt werde. Ein slowakischer Diplomat sagte dazu, dass sie keine »Bürger zweiter Klasse« seien. In den Medien wird der Vorfall bereits in Verbindung mit Rassismus genannt. Eine Lösung des Problems gibt es bisher noch nicht. Unter den EU-Verbraucherschützern wird noch beraten. Eines ist jedoch sicher, dass alle Verbraucher in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union in gleicher Art und Weise geschützt werden müssen.

Dann stellt sich nur die Frage, warum Markenprodukte von Osteuropäern auf der anderen Seite der Grenze bevorzugt gekauft werden? Anscheinend ist der Geschmack doch nicht so unterschiedlich, wie die Hersteller meinen. Vielleicht steckt der niedrigere Verkaufspreis in Osteuropa dahinter, der sich anscheinend durch die mindere Qualität der Ausgangsstoffe erklärt.

Text: Sandy Alami Anzeigen

ZWICKAU 11.08.17

FR. 19.30 UHR • Freilichtbühne

Tickets: alle bek. VVK-Stellen, Infos: www.highlight-concerts.com 05 17

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Foto: Ajith Kumar / flickr.com

Highway für Radfahrer

R adschnellwege sollen den P endlerverkehr entlasten / /

Die Bedeutung des Radverkehrs im täglichen Verkehrsgeschehen wächst stetig. Er ist weder mit Lärm noch mit schädlichen Emissionen verbunden. Sein Flächenbedarf ist vergleichsweise gering und in Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet er die Möglichkeit, Innenstädte von Staus, Schadstoffen und Lärm zu entlasten. Nicht zuletzt aus diesem Grund gelten fahrradfreundliche Städte und Regionen meistens als besonders lebenswert.

Potenziale nutzen

Radverkehr – modernes Verkehrssystem mit hohem Stellenwert

Vor allem Strecken von bis zu fünf Kilometern bieten sich für die Fahrradnutzung an. Auf diese Distanz ist das Fahrrad im Vergleich zum Auto nicht nur umweltschonender, gesundheitsfördernder und kostengünstiger, sondern kann innerstädtisch nachweislich sogar das schnellste Verkehrsmittel sein. Trotzdem wird derzeit bei Fahrten im Fünf- Kilometer- Bereich noch zu etwa 40% das Auto genutzt. Darüber hinaus liegen mehr als drei Viertel aller täglichen zurückgelegten Wege im Entfernungsbereich bis zehn Kilometer. Durch die Unterstützung der Muskelkraft mittels Elektromotoren können auch diese Strecken verstärkt mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Der stetig wachsende Anteil an Radfahrern im Pendelverkehr soll künftig durch Infrastrukturmaßnahmen weiter angekurbelt werden. »Nachhaltigkeit ist auch abseits des motorisierten Verkehrs ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Dem Radverkehr als Teil eines modernen Verkehrssystems wird daher ein hoher Stellenwert beigemessen«, heißt es im 2016 vorgelegten Bundesverkehrswegeplan 2030. Erstmals wird in diesem die Förderung von Radschnellwegen erwähnt. Neben den Ländern, Städten und Kommunen, die schon seit längerer Zeit zum Teil erhebliche Summen in den Ausbau von Radverkehrsnetzen investieren, will nun auch der Bund Verantwortung für überregionale Radstreckennetze übernehmen.

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R adwege


Ein weiteres Großprojekt, bei dem sich das Potenzial des Radverkehrs zeigen soll, ist der Radweg Deutsche Einheit, der von der Bundesstadt Bonn zur Hauptstadt Berlin führen wird. Auf einer Gesamtstreckenlänge von 1089 km verbindet er sieben Bundesländer. Mit einem üppigen Ausstattungs- und Serviceangebot soll zum einen der Komfort für Radfahrer entlang der Strecke erheblich gesteigert werden. Zum anderen will man aber auch der rasanten Entwicklung und Modernisierung des Fahrrades infrastrukturell entgegenkommen. Neben Fahrbahnmarkierung, Beleuchtung und Winterdienst sind sogenannte »Radstätten« vorgesehen. Für diese hat der Bund eigens ein Patent angemeldet. Zwischen Hast und Rast Radstätten – innovative Servicestationen mit Lademöglichkeiten für E Bikes, Hotspot für kostenloses WLAN und Touchpads mit digitalen Informationen. Foto: www.orca-affairs.de

Pendeln zwischen Heim und Arbeit o.: Laut einer Schwedischen Studie schwächen Autofahrer die Volkswirtschaft. Bei Radfahrern verhält es sich umgekehrt. Allein durch Gesundheitsvorteile ergibt sich ein Plus von etwa 228 Millionen Euro pro Jahr (www.arte.tv/ xenius). Foto: George Dement / flickr.com

Premiumprodukt für den Radverkehr Radschnellwege haben ihren planerischen Ursprung in den Niederlanden und dienen im Unterschied zu Radwanderwegen vorrangig dem Alltagsverkehr. Die Streckenführung vorbei an attraktiven Landschaften und Sehenswürdigkeiten spielt oftmals eine untergeordnete Rolle. Sie sind qualitativ hochwertige Verbindungen zwischen Wohn- und Gewerbegebieten bzw. Stadtzentren. Radschnellwege zeichnen sich besonders durch die für Radfahrer günstige Trassierung aus, die eine gleich bleibende Fahrgeschwindigkeit mit relativ geringem Energiebedarf ermöglichen soll. Erreichen will man dies durch Kreuzungsfreiheit (Unter- und Überführungen), Geradlinigkeit bzw. große Kurvenradien, geringe Längsneigung und durch sehr ebene Oberflächen und Radwegbreiten bis zu vier Metern. Als deutschlandweites Vorzeigeprojekt gilt der Radschnellweg RS1, der derzeit im Ruhrgebiet entsteht. Dieser rund 100 Kilometer lange Radschnellweg soll für Berufspendler eine attraktive Verbindung zwischen elf Städten bieten.

Radstätten – Raststätte für Radler Radstätten sind innovative Servicestationen mit digitalen Elementen. Touchpads bieten Internetzugriff über öffentliches, kostenfreies WLAN. Dank eigener Website und App stehen zu Hause und unterwegs Tools zur Tourenplanung und Streckenführung mit Navigationsfunktion zur Verfügung. Es gibt Lademöglichkeiten für Elektrofahrräder und Smartphones. Neben der digitalen Unterstützung sollen aber auch ganz praktische Elemente dem Radler das Leben leichter machen. So sind Reparaturset und Luftpumpe, eine Trinkwasserzapfstelle und verschließbare Fahrradboxen und Gepäckfächer vorgesehen. Rund 50 Radstätten sollen den Kern des Radweges Deutsche Einheit bilden, von denen bereits zwei Stück im Betrieb sind – eine vor dem BMVI in Berlin, eine in Bonn. In diesem Jahr sollen entlang der Strecke weitere Radstätten in Betrieb genommen werden. Erster Radschnellweg Deutschlands < Der RS1 wird elf Städte zwischen Duisburg und Hamm verbinden. Er soll zu einem echten Highlight für Touristen und Radbegeisterte werden und dem Trend zum Radfahren mehr Dynamik verleihen. Foto: Radschnellweg Ruhr / flickr.com

Ein erster Teilabschnitt der vom BVMI finanzierten Studie RS1 wurde bereits im November 2015 eröffnet und verläuft über knapp 11 Kilometer entlang einer ehemaligen Strecke der Rheinischen Bahn.

Text: EgHam

Info: www.rs1.ruhr, www.radweg-deutsche-einheit.de, www.bmvi.de

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gender Pay gap LOHNUNTERSCHIEDE SIND AN DER TAGESORDNUNG //

Die gleiche Ausbildung, die gleichen Kenntnisse, der gleiche Job: Gleichberechtigung im Job ist auch im Jahr 2017 immer noch nicht gang und gäbe. Es besteht weiterhin eine Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen, die, je nach Branche, sogar um die 40 Prozent betragen kann. Dass sich dies in naher Zukunft komplett ändern wird, ist nicht zu erwarten. Sie machen die gleiche Arbeit, haben dieselbe wöchentliche Stundenanzahl und bringen einen vergleichbaren oder teils sogar besseren Ausbildungsstand mit – und dennoch: Die Gehälter zwischen Mann und Frau klaffen weiterhin auseinander und je nach Branche sind die Unterschiede sogar gravierend. In jedem Fall ist es das weibliche Geschlecht, welches bei der monatlichen Gehaltsauszahlung am Ende weniger Geld auf dem Konto vorzuweisen hat. Die Gründe hierfür sind vielfältig und liegen in personellen sowie wirtschaftlichen Gründen.

Frauen verhandeln sChleChter Das ganze Dilemma ist nicht nur den Unternehmen selbst zuzuschreiben, sondern betrifft auch das Verhalten der Betroffenen. Bereits bei den Gehaltsverhandlungen zeigen sich Frauen deutlich zurückhaltender, wenn es um die Forderungen geht. So erlebt man sie generell bescheiden und weniger hartnäckig. Dabei müssen sie dies gar nicht sein, denn viele Frauen sind heute gleich oder besser ausgebil-

Gesetzliche Frauenquote Gesetzliche Regelungen sollen dabei helfen, die Lohnlücke langfristig zu schließen. Foto: pixabay.de

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karriere B E R U F

G E H ä LT E R


det als die männlichen Kollegen. Woran die falsche Bescheidenheit festzumachen ist, hat die Ökonomin Marianne Bertrand von der University of Chicago gemeinsam mit ihren Wissenschaftskollegen untersucht. Sie kommen in ihrer Studie zu dem Ergebnis, dass dieses Verhalten wohl tief in uns verankert ist und alte Rollenmuster und Klischees bedient. Die Studie zeigte zudem auf, dass Frauen viel häufiger unter ihren Möglichkeiten bleiben. Dazu bleibt natürlich anzumerken, dass gerade Mütter es auf dem Arbeitsmarkt nicht besonders einfach haben. Noch immer ist es für sie schwer, Arbeitsleben und Familie unter einen Hut zu bekommen und so arbeiten viele gut ausgebildete Frauen nicht in Führungspositionen, sondern in Teilzeit oder 3/4-Stellen. Eine Karriere in den oberen Rängen erscheint somit für viele fast unmöglich.

verdienstuntersChiede Je naCh branChe Doch es ist nicht nur das fehlende Verhandlungsgeschick vieler Frauen, welches am Ende zu weniger Geld führt. Die Gehaltssumme ist in erster Linie auch branchenabhängig. So sind es vor allem die IT-Branche und Jobs im Bereich des Ingenieurwesens, wo sich gutes Geld verdienen lässt. Viele Frauen zieht es aber in andere Branchen: Gerade Berufe im Gesundheitssektor und im Sozialwesen sind beliebt, jedoch ist das Durchschnittsgehalt hier weitaus geringer als in der freien Wirtschaft. Diesbezüglich wäre ein Umdenken erwünscht und so müssen Arbeitgeber es schaffen, die jeweiligen Branchen und Betriebe frauenfreundlicher und insgesamt attraktiver zu gestalten. Um generell mehr Klarheit zu verschaffen, wird Transparenz gefordert. Ein Schritt in diese Richtung ist das Entgelttransparenzgesetz, welches in der Bundesrepublik Deutschland ab dem Jahr 2018 dazu beitragen soll, dass Frauen in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern einen Anspruch darauf haben, erfahren zu können, was männliche Kollegen in der gleichen Position verdienen. Mehr Informationsmöglichkeiten sollen schließlich auch zu mehr Gleichberechtigung in Gehaltsdingen führen.

gehaltsdiFFerenZen: aktuelle Zahlen Die Rechtsbranche ist der Bereich, in welchem die größten Unterschiede zu verzeichnen sind: So kann es hier vorkommen, dass Frauen im Schnitt rund 40 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Im Sozialsektor gleichen sich die Gehälter hingegen an. Vergleicht man die Entwicklung der letzten Jahre, so lässt sich verzeichnen, dass sich die Differenzen der Gehälter bei den Geschlechtern insgesamt minimieren… von einem generellen Angleichen kann jedoch immer noch keine Rede sein. Das Statistische Bundesamt hat aktuelle Zahlen zu dieser Problematik vorgelegt. Beobachtbar ist, dass Frauen auch heutzutage immer noch durchschnittlich 21 Prozent weniger Geld verdienen als Männer. Geschuldet ist dies in erster Linie der Tatsache, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten und keine Führungsposition innehaben. Trotzdem bleibt bei Berücksichtigung dieser Fakten eine Lücke von 7 Prozent oder anders ausgedrückt: Der Bruttostundenverdienst von Männern lag im Jahr 2016 bei 20,71 EUR, Frauen verdienten hingegen 16,26 EUR pro Stunde. Rechnet man die monatliche Differenz bei einer Vollzeitstelle aus, so kommt man auf einen Betrag von circa 712,00 EUR, den Frauen am Ende des Monats für die gleiche Arbeit weniger auf dem Konto haben.

eine wendung ZeiChnet siCh ab Doch Frauen lernen dazu: So lässt sich aus aktuellen Analysen der internationalen Job-Plattform hired ableiten, dass Frauen im Technologie-Sektor inzwischen besser informiert sind und dadurch in Verhandlungen deutlich selbstbewusster auftreten. Es zeigt sich, dass es sehr wichtig ist, sich vorab zu informieren, welche branchenüblichen Gehälter gezahlt werden und diese Infos auch in Gehaltsforderungen durchzusetzen. Öffentliche Debatten um dieses Thema sorgen letztendlich dafür, dass Frauen und ihre Rechte gestärkt werden und vielleicht in einigen Jahren auf derselben Gehaltsstufe wie Männer angekommen sind, damit sie für den gleichen Job endlich fair und gleichberechtigt entlohnt werden. Text: Jessica Laqua

Info: www.absolventa.de

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auf sächsisch auch: Ansprache qualifizierter wechselbereiter Arbeitnehmer für neue Positionen. Darin sind wir seit mehr als 13 Jahren sehr erfolgreich: Rekrutierung der besten Kräfte für die besten Jobs in der Heimat. 05 17

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Ge w i n n z o n e

Christiane KO LU M N E

»Wo die Liebe hinfällt« Artikel auf Seite 43

Der Klang der Musik, der Zauber der Musik, die Macht der Musik: Schlagworte, die das Herz jedes Musicals benennen. Das Musical »The Sound of Music« von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein animierte viele heutige Stars zu ihrer eignen Gesangskarriere. KOMPASS verlost 2x2 Tickets. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›Sound of Music‹.

TICK ET

unterhaltung

Artikel auf Seite 42

Tom Klee & die Ballhaus Big Band ehren mit einem bunten Programm den großen James Last. Die Tribute-Show ist eine Erinnerung an den im Jahre 2015 verstorbenen erfolgreichsten Bandleader aller Zeiten und beinhaltet zahlreiche Jazzklassiker, Popsong-Arrangements und Medleys. KOMPASS verlost 2x2 Tickets. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›The Last Night‹.

Artikel auf Seite 41

Status Quo werden live auf der Freilichtbühne noch einmal alles geben und ihre gewaltige elektrische Live-Show letztmalig präsentieren. Vollgepackt mit alten und neuen Hits aus ihrem Repertoire rocken sie am 7. Juli ab 19.30 Uhr die Open-Air-Freilichtbühne im Herzen der Stadt Zwickau. KOMPASS verlost 2x2 Tickets. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›Status Quo‹.

Artikel auf Seite 29

Hilfe zur Selbsthilfe: Mit ihrem Buch »Wie schleichendes Gift« möchte Christine Merzeder anderen Gaslighting-Opfern bei der Verarbeitung des erlebten Missbrauchs helfen, sowie auf das Phänomen Gaslighting aufmerksam machen.KOMPASS verlost ein Buchexemplar Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›schleichendes Gift‹.

Alle Teilnahmen senden Sie bitte bis spätestens zum 20.05.2017 oder bei früheren Terminen bis 3 Tage vor der Veranstaltung an die Emailadresse gewinnen@deinkompass.de. Viel Glück!

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Eure Christiane

Artikel auf Seite 40

Die MotoGP gastiert wieder am Sachsenring. Besucher aus der ganzen Welt reisen jedes Jahr nach Sachsen, um Teil dieser spektakulären Motorradrennsport-Veranstaltung zu sein, bei der sich die weltbesten Zweirad-Piloten unter Beweis stellen. KOMPASS verlost 2x1 Wochenendticket. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›MotoGP‹.

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»Freu dich doch für die beiden«, sagen die einen, »geht gar nicht!«, sagen die anderen. Ich sitze mit meinen Gefühlen zwischen zwei Stühlen und weiß nicht weiter. Sogar für meinen Mann ist die Sache inzwischen ein rotes Tuch, allerdings aus einem völlig anderen Grund. Er kann sich mein Gezeter schlichtweg nicht mehr anhören, weil er glaubt, dass sich dahinter Eifersucht verbirgt – völliger Quatsch. Oder versteckt sich da tatsächlich noch ein klitzekleiner Besitzanspruch? Vielleicht hat er ja ein wenig recht, ich möchte zumindest nicht, dass sich die Beziehung zu ihm grundlegend ändert. Dafür ist es aber vermutlich leider schon zu spät. Für meine Freundschaft zu ihr hat das Ganze jedenfalls schon jetzt Konsequenzen: Ich zögere inzwischen, ihr überhaupt noch intime Details aus meinem Leben anzuvertrauen. Ob sich das jemals wieder ändern kann?

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Als die beiden mir kürzlich von einem gemeinsamen Ausflug erzählten, prustete es im Spaß aus mir heraus: »Pah! Mich hast du nie mit einem Spontanurlaub überrascht!« Die beiden schauten sich nur betreten an – mein Ex ergriff die Hand meiner Freundin und sagte allen Ernstes: »Für die Richtige macht man sowas eben.« Wow. Das hatte richtig gesessen. Seitdem ist irgendwie nichts mehr so, wie es mal war. Inzwischen bereue ich alles, was ich meiner Freundin je über ihn erzählt habe: seine Fehler, unsere Sex-Geschichten, meine Ausrutscher und Geheimnisse ihm gegenüber. Seltsamerweise bin ich enttäuschter von ihr als von ihm, denn ich habe das Gefühl, dass sie ein unausgesprochenes Gesetz zwischen uns gebrochen hat. Mit dem Ex einer Freundin fängt man einfach nichts an.

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Schon seit einer Weile zermartere ich mir den Kopf über eine Sache, die mir schwer auf dem Herzen liegt: Einer meiner Exfreunde, ausgerechnet jener, mit dem ich nach einem Beziehungsdebakel noch eine funktionierende und von Grund auf ehrliche Freundschaft hinbiegen konnte, hat sich in eine meiner besten Freundinnen verliebt. Bei einer Geburtstagsfeier haben sich die beiden kennengelernt und sind sich seitdem nicht mehr von der Seite gewichen. Da sich die zwei im Klaren darüber waren, wie seltsam das Ganze für mich erscheinen musste, weihten sie mich gleich in alles ein und fragten, ob ich einverstanden sei, dass beide sich treffen. Ein feiner Zug von ihnen und natürlich sagte ich ja! Schließlich freute ich mich für die zwei und wollte ihrem Glück nicht im Wege stehen. Aber schon nach den ersten gemeinsamen Treffen bemerkte ich: Wir alle haben irgendwie doch ein ziemlich großes Problem damit.

K olumne


Die »Goldene Walnuss«, durch ihre Ähnlichkeit zu einem sehr kleinen Gehirn, ist die Auszeichnung der besonderen Art für die Sinnlosigkeiten des Alltags, vergeben durch die KOMPASS-Redaktion. Dabei veröffentlicht die Redaktion nur das an sie übermittelte Material.

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für ein penisneidendes Possenspiel

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D I E G O L D E N E WA L N U S S

Ihre Konzerte sind bewusstseinserweiternde Gruppentherapien, die irgendwo zwischen Komödie und Actionfilm anzusiedeln sind. Die Antilopen Gang reißt auch live immer alles ab. Abend für Abend werden die Grenzen neu ausgelotet und überschritten. KOMPASS verlost 1x2 Tickets. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›Antilopengang‹.

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Ein Landhaus im Grünen, ein Wochenende bei den Schwiegereltern in spe, der Empfang ist herzlich - vielleicht eine Spur »zu herzlich«. Schnell muss Chris feststellen, dass mit der Familie seiner Freundin Rose etwas ganz und gar nicht stimmt. KOMPASS verlost 1x2 Tickets zum Film. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›Get Out‹.

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Shawn Holt gehört zur jüngeren Generation von Chicago Blues Gitarristen und hat es geschafft, den einzigartigen Klang und die Energie von Magic Slim‘s Band zu bewahren. Nun kommen er und viele weitere große Künstler zum Blues&More-Festival nach Chemnitz. KOMPASS verlost 1x2 Tickets für die exklusive Show. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›Blues&More‹.

artikel auf Seite 44

Bereits zum zweiten Mal lockt der Flugplatz Zwickau zum Event »Flugplatz in Flammen« Gäste an die Rollbahn. Ab 18 Uhr startet ein tolles Rahmenprogramm u.a. mit »Walking Acts«, einer Feuershow, Modellflugzeugen, Hubschrauber- und Flugzeugrundflüge und vielem mehr. KOMPASS verlost 2x2 Tickets. Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›Flugplatz in Flammen‹.

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Die underschrockenen Heuhaufen-Halunken machen Dümpelwalde unsicher. Keine Frage, Meggy liebt Dümpelwalde, auch wenn es von Fremden gerne als »Ende der Welt« bezeichnet wird. Blöd nur, wenn die Sommerferien anstehen und kein Urlaub in Sicht ist. KOMPASS verlost das vorgestellte Hörbuch.Schreiben Sie eine Email mit dem Betreff ›HeuhaufenHalunken‹.

Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. So erging es auch dem Zwickauer Pensionär, der die Osterfeiertage im schönen Salzkammergut in Oberösterreich verbrachte und damit unfreiwillig Zeuge eines unglaublichen Possenspieles wurde. Für Erregung, Entschuldigung!, für Aufregung in einer erzkatholischen Gemeinde sorgte ein gigantischer Phallus, welcher in bester Sichtweite eines Pilgerpfades auf einem Privatgrundstück installiert wurde. Der Stein des Anstoßes: ein zwei Meter hohes, nach Angaben des Eigentümers rund 1900 Jahre altes und originales Fruchtbarkeitssymbol aus der hellenistischen Zeit, kurz ein Penis. Ein Skandal! Dem Eigentümer, einem wohlsituierten Kunst- und Immobilienhändler, wurde, wohl nicht ganz zu Unrecht, unterstellt, er sinne auf eine Retourkutsche. Im letzten Jahr wollte der Eigner der sogenannten Russenvilla, wie das zum Grundstück gehörige Haupthaus in der Bevölkerung genannt wird, diese ausbauen lassen und zeitgleich einen Kunstspeicher errichten. Dafür hätte allerdings der gut 320 Jahre alte Prozessionsweg teilweise verlegt werden müssen, was der Gemeinderat aber schlicht ablehnte. Nun prangt also das gute Stück mitten im Sichtfeld der Gründonnerstags-Prozession. Guter Rat war teuer, denn eine rechtliche Handhabe ergab sich für die Gemeinde nicht, da sich das »Prachtstück« auf privatem Boden befand. Da half nur gutes Zureden. Gesagt, getan: Der Provokateur hatte ein »Einsehen« und verdeckte den Dorn im Auge der Gläubigen mit einem grellgelben, enggeschnittenen Plastiküberwurf. Natürlich nicht ohne ihn noch mit einem sinnigen Spruch des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche zu verschönern. »Gelobt sei, was hart macht« war darauf zu lesen. Der Bürgermeister zeigte sich dennoch zufrieden mit dem erzielten Kompromiss. Osterfrieden nannte er ihn gegenüber der Presse. Übrigens auf die Anfrage, was denn nach den Feiertagen mit der Statue passiere, kam der eigensinnige Eigentümer auf die spontane, wie medienwirksame Idee, die Statue versteigern zu lassen und der Gemeinde den Erlös für einen wohltätigen Zweck zur Verfügung zu stellen. Großzügig, denn nach Schätzung des Antiquitätenhändlers ist der Riesenpenis zwischen 85.000 und 100.000 Euro wert. Und der Zwickauer Pensionär? Der zückte die Kamera, machte ein paar gewaltige Schnappschüsse zur Erinnerung und hat nun definitiv eine der besten Anekdoten parat.

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GLOSSE

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Widder

21.3. - 20.4.

Liebe: Venus im eigenen Zeichen macht Ihnen große Lust auf die Liebe und alles, was dazugehört. Singles flirten auf Teufel komm raus, haben jede Menge Spaß dabei und könnten im Zuge dessen eine interessante Bekanntschaft machen. Paare verstehen sich wieder besser, gehen mehr auf den jeweils anderen ein. Das Vertrauen und die Liebe wachsen wieder. Gesundheit: Mit Jupiter und Saturn im Rücken sind Sie diszipliniert genug, schlechten Gewohnheiten abzuschwören. Sie achten mehr auf sich und die Signale Ihres Körpers, entscheiden sich bewusst für eine gesündere Lebensweise. Sie merken schnell: Das tut mir gut, das behalte ich so bei. Ihr sportliches Interesse ist groß.

Krebs

Beruf: Neben Venus befindet sich auch die Sonne in Ihrem Zeichen. Sie entwickeln jetzt echte Führungsqualitäten, strahlen Verantwortungsbewusstsein aus und leiten Ihr Team an, ohne dabei großspurig auf andere zu wirken. Man nimmt Sie ernst. Deshalb ist es gar nicht nötig, bei Verhandlungen dick aufzutragen. Zudem haben Sie ein Händchen für Finanzielles.

22.6. - 22.7.

Liebe: Anfang Mai sind Sie ungewohnt schroff, irritieren Ihren Schatz mit Ihrer temperamentvollen Art. Da ist Streit fast schon vorprogrammiert. Mitte des Monats geht es wieder ruhiger zu: Sie fühlen sich wieder wohler zu zweit, unternehmen viel gemeinsam. Alles, was Sie zusammen machen, erfüllt Sie mit Freude und hat die besten Aussichten auf Erfolg. Gesundheit: Sie fühlen sich pudelwohl in Ihrer Haut, das strahlen Sie auch aus: Sie laufen mit einem riesigen Grinsen durch die Welt. Damit das so bleibt, sollten Sie nicht nur für genügend Schönheitsschlaf sorgen, sondern auch auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung setzen. Das verleiht Ihnen Kraft.

Waage

Beruf: Sie sind sehr ehrgeizig, machen sich mit Feuereifer an die Arbeit. Einem wichtigen Projekt verpassen Sie nun den letzten Schliff, ein anderes bringen Sie ins Rollen. Da staunt Ihr Chef nicht schlecht, was Sie jetzt alles schaffen! Verträge sollten Sie genauestens unter die Lupe nehmen.

24.9. - 23.10.

Liebe: Mit Glücksplanet Jupiter im eigenen Zeichen entwickelt sich alles prächtig in puncto Liebe. Als liierte Waage können Sie Nägel mit Köpfen machen. Der Zeitpunkt ist ideal für Verlobung und Hochzeit. Auch andere gemeinsame Pläne wie Hausbau oder Kinderwunsch sind begünstigt.

M O N AT S H O R O S K O P

mai Das verlorene Paradies Im Mai herrscht lange Zeit Harmonie und das Leben blüht auf wie die Natur. Konflikte, die aber schon seit längerer Zeit schwelen, entzünden sich explosionsartig. Hell lodern die zerstörenden Flammen und zurück bleibt verbranntes Land. Niemand kann anschließend sagen, was wirklich geschah, doch es wird nie wieder so sein, wie es war. Ob die Narben heilen, ist fraglich, denn die trennenden Gräben sind zu groß und Neuorientierungen unvermeidbar.

Guido Maria Kretschmer ist ein deutscher Mo-

dedesigner, Fernseh-

moderator und Juror. Er wurde am 11. Mai 1965

in Münster geboren. Seine Karriere startete

er auf der Baleareninsel

Ibiza, wo er an einem kleinen Stand auf dem

populären Hippiemarkt Gesundheit: Sie fühlen sich ausgesprochen wohl in Ihrer Haut, was die Basis ist für einen gesunden Körper. Mit abwechslungsreicher, gesunder Kost und ausreichend Bewegung steigern Sie Ihr Wohlbefinden noch etwas mehr. Ab 21. Mai fördert Mars den gezielten Muskelaufbau.

Beruf: In puncto Beruf und Finanzen können Sie sich auf Jupiter verlassen. Der Glücksplanet hilft, in jeder Lage einen klaren Kopf zu behalten, Entscheidungen schnell, aber mit Bedacht zu treffen. Doch Vorsicht: Beruflicher Erfolg ruft Neider auf den Plan.

seine selbstgeschnei-

derten Teile verkaufte. Hier wurde Rock-Ur-

gestein Udo Lindenberg auf ihn aufmerksam und orderte

seine damalige Tournee-Brokatjacke. Nach dem Gewinn einer großen Ausschreibung im Jahr 1987 gründete er sein er-

22.12. - 20.1.

stes eigenes Modelabel »Guido Maria Kretschmer Corporate

Liebe: Bis Ende Mai fördert Venus alles, was mit der Liebe zu tun hat. Sie lassen tiefe Gefühle zu und sich wieder mehr auf Ihren Partner ein. Das macht romantische Stunden möglich. Sollte es doch mal zum Streit kommen: Die (leidenschaftliche) Versöhnung ist aber nie weit. Als Single haben Sie es jetzt nicht immer leicht, Ihre Ansprüche sind zu hoch!

nehmen und entwarf u.a. Firmenbekleidungen für die Deut-

Steinbock

Gesundheit: Wenn Sie auf Ihr Bauchgefühl hören, spüren Sie sehr genau, was Ihnen guttut - und was nur unnötig Kraft raubt. Sie halten sich daran und gelangen Stück für Stück zu mehr Wohlbefinden. Sollte es Ihnen doch mal an Kraft mangeln, können Sie bei einem Spaziergang an der frischen Luft entspannen.

Beruf: Sie sind entscheidungsfreudig, trauen sich eine Menge zu, nehmen es auch gern mit anspruchsvollen Aufgaben auf. Es gilt: Je mehr Sie in Ihrem Job gefordert werden, desto wohler fühlen Sie sich. Finanziell entwickelt sich alles zu Ihrem Besten: Investitionen, die Sie jetzt tätigen, zahlen sich schon bald aus.

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unterhaltung A U S S I C H T

HOROSKOP

Fashion«. Zunächst arbeitete er als Designer für Großunter-

sche Telekom, Hotel Kempinski, Montblanc oder Emirates Airlines. Seit 2004 gilt sein kreativer Schwerpunkt dem De-

signen exklusiver Cocktail-und Abendkleidung, die er regel-

mäßig auf den großen Fashion-Shows rund um den Globus präsentiert. Zudem arbeitet er bei diversen Theater- und Film-

produktionen an den Kostümen mit. Seit 2012 ist Kretschmer mit seinem langjährigen Lebensgefährten Frank Mutters verheiratet. Foto: Philipp Meinwelt, MEINWELT Photography/wikipedia.org


Stier

21.4. - 20.5.

Liebe: Wenn Sie in den starken Armen Ihres Partners liegen, fällt es Ihnen leicht, sich ganz fallen zu lassen. Sie genießen es, einmal an nichts denken zu müssen, geben sich einfach dem Moment hin. Zu wissen, dass Sie mit Ihrem Schatz über alles reden und sich jederzeit auf ihn verlassen können, verschafft Ihnen ein gutes Gefühl. Gesundheit: Bis 21. Mai macht Mars es sich in Ihrem Zeichen bequem. In der Folge verfügen Sie über viel Kraft und Ausdauer, aber auch mehr Lebensfreude und Motivation. Jetzt wird Ihnen nichts zu schnell zu viel, Sie sind sehr belastbar. Brauchen Sie doch mal eine kleine Verschnaufpause, wirkt ein Spaziergang an der frischen Luft wahre Wunder.

Beruf: Mit Ihrer umgänglichen Art tragen Sie maßgeblich zu einem harmonischen Betriebsklima bei. Sie verstehen sich eigentlich mit jedem gut, ob Chef oder Kollege. Die Arbeit im Team ist sehr effektiv: Sie arbeiten Hand in Hand, erzielen schnell gute Ergebnisse. Bis 20. Mai stattet Merkur Sie mit der nötigen Diplomatie aus.

Löwe

23.7. - 23.8.

Liebe: Sie lieben es, sich mit Ihrem Schatz zusammenzusetzen und in Erinnerungen zu schwelgen. Mindestens genauso gern denken Sie aber auch über die gemeinsame Zukunft nach und schmieden Pläne. Ob Hochzeit, Hausbau oder Kinderwunsch - Sie entscheiden alles gemeinsam. Das fördert die Harmonie. Singles sollten sich bis Mitte Mai noch zurückhalten. Nicht jeder meint es ernst mit Ihnen! Gesundheit: Bis 20. Mai versorgt die Sonne Sie mit Unmengen an Energie. Sie sind ausdauernd und diszipliniert, machen sich voller Schwung an die Arbeit. Es ist toll, dass Sie so aktiv sind, doch sollten Sie es beim Sport besser nicht übertreiben. An- und Entspannung sollten sich in jedem Fall die Waage halten.

Beruf: Mars steht im Quadrat, das verheißt leider nichts Gutes: Sie haben viel zu tun. Mitunter so viel, dass Sie kaum hinterherkommen. Ihre Kollegen sind Ihnen auch keine große Hilfe, sodass das meiste an Ihnen hängenbleibt. Ärgern Sie sich nicht darüber! Dafür klettern Sie die Karriereleiter rasant hinauf.

Skorpion

24.10. - 22.11.

Liebe: Sie genießen es gerade sehr, Zeit mit Ihrem Partner zu verbringen. Vor allem auch, weil Sie das schöne Gefühl haben, mit ihm über alles sprechen zu können. Stundenlang liegen Sie abends gemeinsam auf dem Sofa, sprechen über das, was Sie beschäftigt. Als Single dürfen Sie sich auf eine ganz besondere Begegnung freuen, die Ihnen unter die Haut geht. Gesundheit: Venus liefert gute Tendenzen für Beauty, Haut- und Fußpflege. Bei einem Aufenthalt in der Therme oder bei der Kosmetikerin entspannen Sie, gelangen auf diese Weise zu noch mehr Wohlbefinden. Bewegen Sie sich viel, am besten an der frischen Luft, das stärkt das Immunsystem.

Beruf: Mit Feingefühl und Intuition erreichen Sie Ihre beruflichen Ziele schneller als gedacht. Nehmen Sie sich jedes Projekt einzeln vor und überlegen Sie sich jedes Mal aufs Neue: Was können Sie tun, damit das Ganze ein Erfolg wird? Finanziell läuft es bestens: Ihr beruflicher Erfolg zahlt sich aus.

Wassermann

21.1. - 19.2.

Liebe: Singles sollten sich die ersten Maitage rot im Kalender markieren: Liebe auf den ersten Blick ist möglich. Ab 4. Mai wird es schwerer, den richtigen Partner zu finden, erst ab 22. 5. kehrt das Flirtglück zu Ihnen zurück. Vom leidenschaftlichen One-Night-Stand bis zur ernsthaften Partnerschaft ist alles drin. Liierte müssen mit einem Auf und Ab rechnen. Gesundheit: Bis 20. Mai sollten Sie sich etwas schonen, riskante Unternehmungen vermeiden. Setzen Sie statt auf Sport öfter mal auf Wellness und gönnen Sie sich eine Extraportion Erholung. Ab 21. Mai können Sie dann wieder schalten und walten, wie Sie möchten. Ihre Leistungskurve steigt immer weiter an.

Beruf: Sie sind ein Freigeist, und als solcher empfinden Sie den ständigen Termindruck und die engen Vorstellungen Ihres beruflichen Umfelds als beklemmend. Die übermäßig strengen Vorgaben frustrieren Sie und Sie müssen sich viel mehr anstrengen als andere, um ans Ziel zu kommen. Aber Kopf hoch, es wird wieder besser!

Zwilling

21.5. - 21.6.

Liebe: Sie sind aufgeschlossen und fröhlich. Wenn Sie zu Beginn oder Ende des Monats ausgehen, lernen Sie spielend neue Leute kennen. Eine Bekanntschaft kann Ihr Leben enorm bereichern, wenn Sie bereit sind, sich mit ganzem Herzen darauf einzulassen. Sie stecken in einer festen Beziehung? Dann müssen Sie sich auf ein Auf und Ab einstellen. Gesundheit: Mit Neptun im Quadrat können in diesen Wochen öfter (Ein-)Schlafstörungen auftreten. Sie haben einfach zu viel im Kopf, das macht es Ihnen schwer, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Zwingen Sie sich hin und wieder dazu, sich eine Auszeit zu nehmen. Gönnen Sie sich einen freien Nachmittag und ein wohltuendes Schaumbad.

Jungfrau

Beruf: In diesem Monat haben Sie gute Chancen, Ihre berufliche Karriere voranzutreiben. Sie verfügen über jede Menge Elan, bringen frischen Schwung ins Büro. So beschwingt, wie Sie nun an die Arbeit gehen, sind Sie ein Vorbild für Ihre Kollegen. Toll: Das bleibt dem Chef nicht lange verborgen, und er bedankt sich mit einem dicken Lob.

24.8. - 23.9.

Liebe: Sie träumen von der großen Liebe, doch lässt diese noch auf sich warten? Lassen Sie sich nicht entmutigen, begeben Sie sich auf die Suche nach Ihrem Traummann! Mars lässt Ihre Liebeswünsche schon bald in Erfüllung gehen! Jungfrauen, die bereits in festen Händen sind, dürfen sich auf einen harmonischen wie romantischen Monat freuen. Gesundheit: Mit Mars im Trigon zu Pluto verfügen Sie bis 10. April nicht nur über jede Menge Power, sondern Sie haben auch große Freude an Sport und Bewegung. Danach ist aber die Luft raus: Auf einmal kostet alles mehr Kraft als sonst, Sie fühlen sich überlastet. Greift jemand in Ihr empfindliches Ordnungssystem ein, reagieren Sie schnell gereizt.

Schütze

Beruf: Sie haben einen guten Draht zu Banken und Versicherungen - und mit Merkur immer die passenden Argumente. Die Gelegenheit ist günstig, Altverträge neu zu verhandeln. Auch für finanzielle Investitionen ist die Zeit reif. Am Arbeitsplatz geht es turbulent zu. Stress und Termindruck bringen Ihre geliebte Ordnung durcheinander.

23.11. - 21.12.

Liebe: Bis 20. Mai funken Sie mit Ihrem Schatz auf einer Wellenlänge. Sie fühlen sich sehr zueinander hingezogen, begegnen sich mit Respekt, vertrauen auf Ihre gegenseitige Liebe. Doch mit Mars wendet sich das Blatt. Sie sind viel sensibler, schon ein unbedachtes Wort Ihres Liebsten reicht aus, um Sie auf die Palme zu bringen. Gesundheit: Uranus bringt einen erfrischenden Einfluss in Ihr Leben. Sie widmen sich mit Vorliebe den schönen Dingen des Lebens, erfreuen sich an kulinarischen Köstlichkeiten. Zeitgleich treiben Sie viel Sport, gleichen so das Mehr an Kalorien aus. Was bleibt, ist ein gesunder Schütze, der genießt, aber auf sich achtet.

Fische

Beruf: Mit Venus im Rücken sind Sie in Wort und Schrift unschlagbar. In Verhandlungen finden Sie die schlagkräftigen Argumente, bei Verträgen handeln Sie die besten Konditionen aus. Bei laufenden Projekten setzen Sie auf die Technik und moderne Medien. Das kommt prima an. Auch in puncto Finanzen läuft es super.

20.2. - 20.3.

Liebe: Körperliche Nähe ist Ihnen noch wichtiger als sonst und so ist es kein Wunder, dass Sie den Sex sehr genießen. Mit Neptun im eigenen Zeichen machen sich erotische Fantasien in Ihnen breit. Nicht alle, aber einige lassen sich in diesem Monat umsetzen. Als Single haben Sie es gerade leicht, einen geeigneten Flirtkandidaten zu finden. Gesundheit: Bis 21. Mai bringt Mars viel Freude an Sport und Bewegung. Sie fühlen sich einfach wohl, wenn Sie aktiv sind. Still sitzen ist nichts für Sie. Dennoch: Legen Sie auch mal die Füße hoch und gönnen Sie sich eine kleine Verschnaufpause. Sie werden schnell merken, wie gut Ihnen das tut. Kleines Extra: Man sieht Ihnen an, wie entspannt Sie sind.

Beruf: Venus im eigenen Sternzeichen prägt einen beruflichen Monat voller guter Ideen und noch besserer Konzepte. Sie sind überaus kreativ, entwickeln am laufenden Band neue Einfälle. Ein Geistesblitz jagt den nächsten. Das Schöne ist: Dank Merkur haben Sie auch den Elan, diese zeitnah umzusetzen. 05 17

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IMPRESSUM

KURTS SCHLUSS Liebe Leserinnen und Leser, der Frühling ist nun schon einige Wochen alt. Aber seine diesjährigen Wetterkapriolen machen den Gesunden und natürlich besonders den Kranken und Wetterfühligen zu schaffen. Den Winzern, Obst- und Gemüsebauern graben sie tiefe Falten ins Gesicht. Diese versuchen nun mit unorthodoxen Methoden die Ernteausfälle so gering wie möglich zu halten. Doch folgerichtig werden wir Endverbraucher in naher Zukunft mit einem starken Preisanstieg für diese Produkte rechnen müssen. Aber auch in der politischen Großwetterlage herrscht Eiszeit. Die vergangenen Politereignisse, Terror- und Mordanschläge lassen uns das Blut in den Adern gefrieren. Der Angriff mit Chemiewaffen auf die syrische Stadt Chan Schaichun brachte Tote und Verletzte. Die völlig unübersichtliche Gemengelage der unterschiedlichsten Kriegsparteien lässt nur Vermutungen auf den Verursacher zu. Der amerikanische Präsident wollte kurzentschlossen Tatsachen schaffen und startete einen US-Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis, da seiner Meinung nach nur der syrische Präsident Assad dieses Verbrechen begehen konnte. Dieses Vorgehen ohne konkrete Beweise weckt in mir die schlimmsten Erinnerungen an die fatalen Fehlentscheidungen, die zur Entfesselung des Irakkrieges mit all seinen verheerenden Folgen führten. Tage später gab Trump den Befehl zum Abwurf des größten konventionellen Sprengkörpers der US-Streitkräfte, der »Mutter aller Bomben«, über der Provinz Nangarhar in Afghanistan. Im täglichen Sprachgebrauch assoziiert das Wort »Mutter« Liebe und Fürsorge, hier erfährt es eine Perversion, denn hier steht es für unermessliches Leid und Tod. Nachdem Trumps bisherige innenpolitische Entscheidungen kraftvoll in die Hose twitterten, will er nun mit der radikalen Änderung seiner Politik außenpolitische Stärke demonstrieren: Trump first, America first! – Egal um welchen Preis! Nach endlosen Wahlkampfauftritten, massiver Behinderung der Opposition und Inkaufnahme von Vorwürfen des Wahlbetruges erklärte sich der türkische Präsident Erdogan zum Sieger des Referendums zum Präsidialsystem, das ihn durch die geplante Verfassungsreform mit fast unbegrenzter Macht ausstattet. Der knappe Wahlausgang bringt aber keine innenpolitische Stabilität: Die türkische Bevölkerung ist tiefgepalten und hat sich quasi selbst entmachtet. Besorgniserregend ist für mich die Zunahme der terroristischen Anschläge in europäischen Städten trotz massiver Polizei- und Militärpräsenz. Tote und Verletzte gab es bei einer Explosion in der U-Bahn von St. Petersburg, einer LKW-Attacke in Stockholm und kürzlich bei einem Angriff auf Polizisten in Paris. Unmittelbar vor der Präsidentenwahl in Frankreich sollte dieser Mordanschlag sicherlich gezielt den Rechtsextremen in die Hände spielen, denn die innere Sicherheit ist ein ganz heißes Wahlkampfthema. Die Explosion von Sprengsätzen gegen den BVB Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor dem Champions- League- Spiel gegen den AS Monaco rief Schock, Bestürzung und zugleich tiefe Anteilnahme in der Bevölkerung hervor. Der gezielte Anschlag ließ anfangs, auch durch Bekennerschreiben, auf einen terroristischen Hintergrund schließen. Doch jetzt erweist sich die Tat mit hoher Sicherheit als ein Verbrechen aus purer Geldgier. Durch Spekulationen am Aktienmarkt wollte der Täter einen geschätzten Millionengewinn erzielen und nahm gewissenlos Verletzungen und den Tod Unschuldiger in Kauf. Ein großer Lichtblick für Europa und Bereitschaft zu Reformen im eigenen Land ist die Entscheidung der Bürger Frankreichs, den Mitte-Links-Politiker Emmanuel Macron in die Stichwahl zur Präsidentenwahl zu schicken. Jetzt bestehen die besten Chancen, den Rechtspopulisten um Marine Le Pen eine gehörige Abfuhr zu erteilen.

Euer europabegeisterter Kurt 05 17

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unterhaltung

GLOSSE

Herausgeber: FIRST AGENCY werbeagentur gbr (V.i.S.d.P.) KOMPASS Stadtmagazin ist ein Produkt der FIRST AGENCY werbeagentur, Anja Uebel & Jörn Martin GbR Kolpingstraße 24, 08058 Zwickau , Tel. 0375 2898980-2, Fax 0375 2898980-9, info@deinkompass.de, www.deinkompass.de Layout, Satz & Grafik: FIRST AGENCY design Tel. 0375 2898980-1, mail@first-agency.de, www.first-agency.de

Titelbild: peshkov / fotolia.com Anzeigen: Anja Uebel, info@deinkompass.de Redaktion: Dorothea List, Vivien Schramm, JoKri, Sandy Alami, Kristina Baum, Fayçal Alami, EgHam, Jessica Laqua, Friedrich List, Anna Wengel Terminredaktion: JoKri Illustrationen: Veit Schenderlein Verteilung und Vertrieb: An über 400 Auslagestellen in Zwickau und Umgebung (Meerane, Glauchau, Lichtenstein, Crimmitschau, Werdau, Aue, Schwarzenberg, Rodewisch, Lengenfeld, Plauen, Erzgebirge, Vogtland) sowie Direktverteilung durch Partner, Partyfotografen und Promotionteams. Kostenloser Vertrieb in Geschäften, Restaurants, Cafés, Bars, Diskotheken, Clubs, Galerien, Hotels, Pensionen, Autohäusern, Kinos, Arztpraxen, Steuerkanzleien, Rechtsanwaltskanzleien, Touristischen Einrichtungen u.v.m. Druck: Tisk Horak Monatliche Druckauflage: 15.000 Stück Erscheinung: am Ende eines Monats für den Folgemonat Nächster Redaktionsschluss: 21. Mai 2017 Nächster Anzeigenschluss: 23. Mai 2017 Der Abdruck von Veranstaltungshinweisen erfolgt ohne Gewähr. Nachdruck, Speicherung, Vervielfältigung und Verbreitung in elektronischen und nichtelektronischen Medien vollständig oder auszugsweise nur mit verheriger schriftlicher Genehmigung. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Urheberrechte für Beiträge, Fotografien, Zeichnungen und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag bzw. bei den Autoren. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Vorlagen kann keine Garantie übernommen werden. Veranstalter, die honorarpflichtige Fotos zur Ankündigung ihres Programms an die FIRST AGENCY werbeagentur übergeben, sind für die Forderungen des Urhebers selbst verantwortlich. Überschriften und Einleitungen werden vom Verlag gesetzt. Leserbriefe, Anzeigen und namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.


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KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 5 | 17  

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