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Aktive Communities auf lokaler Ebene Im Laufe der Zeit haben sich bundesweit Mitglieder in lokalen Gruppen zusammengeschlossen, die sich dem Aufbau und der Unterhaltung der zugrunde liegenden Infrastruktur widmen. Eine Karte der deutschlandweit verfügbaren Router kann man unter dem folgenden Link abrufen: www.freifunk-karte.de. Wer nicht nur das Freie Funknetz verwenden möchte, sondern selbst aktiv mitmachen will, braucht einen geeigneten Router und die entsprechende Firmware. Letztere stellt das Betriebssystem des eingesetzten Routers dar, und wird von den lokalen Gruppen im Netz zur Verfügung gestellt. Sollte keine Gruppe vor Ort vorhanden sein, so kann man sich mit anderen Interessierten zusammen tun und eine bereits bestehende Gruppe in seiner Nähe kontaktieren, um sich das nötige Know-How anzueignen. Zur Umgehung der sogennanten „Störerhaftung“ in öffentlichen WLAN-Netzen wird ein VPN-Tunnel zum Gateway-Server aufgebaut. Der VPN-Tunnel bezeichnet eine verschlüsselte Verbindung, die zwischen dem Freifunk-Router und dem Gateway-Server hergestellt wird. Somit wird sichergestellt, dass der Datenverkehr für den Internetzugang ausschließlich über die Freifunk-Server erfolgt und nicht über den privaten Router, der für den eigenen Bedarf verwendet wird.

Störerhaftung – was ist das? Der Begriff „Störerhaftung“ bezieht sich auf die Verantwortung des Anschlussinhabers für die von seinem Anschluss aus verursachten Rechtsverletzungen, wenn besagter Anschluss nicht genügend gegen Zugriffe Dritter gesichert ist. Um einen offenen und gleichzeitig anonymen Internet-Zugang gewährleisten zu können, wird eine verschlüsselte Verbindung zwischen dem Knoten und dem Gateway mittels VPN-Tunnel aufgebaut. Der auf diese Weise anonymisierte Datenverkehr wird an VPN-Provider umgeleitet, damit die Störerhaftung ausgeschlossen wird.

Dienstvielfalt Neben dem Internet-Zugang können Freifunkende auch eigene Dienste im Freifunk-Netz anbieten. So ist es in diesem Zusammenhang möglich, Wikis zu implementieren, Audio- und Video-Chats zu führen, Suchmaschinen einzusetzen, Notizen zu teilen und kollaborative Editoren zu nutzen oder auch Newsserver zu betreiben. Dadurch entsteht nicht nur ein freier Raum für das Teilen von Inhalten ohne kommerzielle Zwecke, sondern auch eine bessere Plattform zum Austausch und zur Verbreitung von Informationen über lokale Aktionen und Veranstaltungen. Sobald sich die Verbindung zwischen zwei benachbarten Communities aufgebaut hat, können deren Mitglieder auf die verfügbaren Inhalte gemeinsam zugreifen, was zum Ausbau überregionaler Dienste beiträgt.

Eine Initiative mit vielen Unterstützern Das Freifunk-Projekt wird von vielen Mitwirkenden und Gruppen getragen, die den Ausbau und die Erweiterung des Netzwerks unterstützen, sei es durch Spenden, durch ehrenamtliches Engagement und Beteiligung an den Aktivitäten der Initiative oder durch den Einsatz von Freifunk-Routern. Es handelt sich also um ein kollaboratives Projekt, das sich sowohl mit den technischen Facetten der Kommunikation beschäftigt, als auch mit gesellschaftlichen Aspekten wie die Förderung von freien Netzwerkinfrastrukturen und die Umgehung der Monopole, die sich aus der Kontrolle des Datenverkehrs und der Abhängigkeit von großen Anbietern ergeben können.

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KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 05 | 15  

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