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r E I N E r H Y P E O D E r E r N S T Z U N E H M E N D E A LT E r N A T I V E ? Text: Fayçal alami | Info: www.bitcoin.org; www.p2pfoundation.net/Bitcoin

Dezentrale Strukturen weisen einen besseren Widerstand gegen Ausfälle auf, da eine zentrale Entität per se nicht existiert. Zudem sind die darauf basierenden Systeme besser geschützt gegen Manipulationen, Fehlentscheidungen, Monopolstellungen und Machtmissbrauch. Beispiele von dezentralen Strukturen, die sich bewährt haben und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind, gibt es viele, darunter alternative soziale Netzwerke im digitalen raum wie Diaspora oder Friendica sowie selbstverwaltete Betriebe in der analogen Welt, wie etwa bei der Landwirtschaft oder im Buchhandelsbereich. Als Folge der Verbreitung von Internet und der Entwicklung von kryptographischen Algorithmen zirkuliert heutzutage eine digitale Währung, die weder Staatsmonopole noch geographische Grenzen kennt.

Eine vertrauenslose Architektur für mehr Vertrauen Das Konzept des „Bitcoins“ als dezentrales Zahlungsnetzwerk wurde Ende 2008 vorgestellt. Seinem Erfinder, bekannt unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, ist es gelungen, ein System zu implementieren, das jeglicher Kontrolle von zentralen Institutionen und Vermittlern entgeht. Der vertrauenslose Austausch von digitalem Geld ist ein Grundpfeiler des entwickelten Protokolls. Somit wird absichtlich auf jegliche Drittinstanz verzichtet, die kompromittiert werden könnte. Um dies zu erreichen, wird auf Peer-to-Peer- und Verschlüsselungstechnik gesetzt. Durch erstere wird die Gleichberechtigung aller Teilnehmer (engl. „Peers“) sichergestellt. Denn, in einer Peer-to-Peer-Architektur ist jeder Teilnehmer Sender und Empfänger zugleich. Dadurch entsteht keine Abhängigkeit von einem zentralen Server, der lahmgelegt oder gekappt werden könnte. Als „Peer“ im Bitcoin-Netzwerk bezeichnet man jeden beliebigen rechner, der eine Bitcoin-Software verwendet. Jedes Peer kommuniziert mit seinen unmittelbaren Netzwerkteilnehmern, die die empfangenen Daten an die restlichen Peers im Netzwerk weiterleiten. Um das verschlüsselte Digitalgeld aufzubewahren, braucht man eine digitale Geldbörse (engl. „Wallet“). Mit einer solchen Wallet lassen sich die Bitcoin-Adressen verwalten. Eine Bitcoin-Adresse ist eine alphanumerische Kette, bestehend aus 27 bis 34 Zeichen. Ähnlich wie bei physischen Adressen ist eine solche Adresse notwendig, um Bitcoins versenden oder empfangen zu können. Als Kryptowährung sind Bitcoins gegen eine reihe von risiken abgesichert: Dank Verschlüsselung genießen die Transaktionsteilnehmer ein hohes Maß an Anonymität. Außerdem wird anhand des asym-

metrischen Schlüssel-Algorithmus die Authentizität jeder Transaktion geprüft und der Zugang zu den Bitcoins kontrolliert. Beim asymmetrischen Schlüsselverfahren wird ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem privaten Schlüssel und einem daraus abgeleiteten öffentlichen Schlüssel, erzeugt. Der öffentliche Schlüssel, der jedem zugänglich ist, dient dem Empfang von Bitcoins, während der private Schlüssel, der nur dem Besitzer bekannt ist, zum Nachweis des Anspruchs auf das verschlüsselte Bargeld verwendet wird. Jede einzelne Transaktion trägt eine digitale Signatur, die allen Netzwerkteilnehmern zugänglich ist. Mittels überprüfung dieser Signatur, die auf Basis von asymmetrischer Verschlüsselung erzeugt wird, kann die Fälschung der getätigten Transaktion ausgeschlossen werden, da eine solche Signatur nur vom Besitzer der privaten Schlüssel erstellt werden kann.

Bitcoin, am Anfang war die „Blockchain“ Die wahre Innovation hinter dem Bitcoin-Konzept heißt Blockchain: eine Kette von Transaktionsblöcken, die auf dem ganzen Bitcoin-Netzwerk verteilt ist. Statt eine zentrale Datenbank zu verwalten, die bei jeder neuen Transaktion aktualisiert und bei jedem Update auf ihre Authentizität verifiziert werden muss, werden die Transaktionen in Blöcke eingeteilt, welche zusammen ein dezentrales Kassenbuch bilden. Jeder neue Block beinhaltet die Transaktionen, die seit der Erstellung des letzten Blocks getätigt wurden; ein Arbeitsbeweis (engl. „Proof of Work“), dessen Erbringung durch vorgegebene Kriterien etwa zehn Minuten in Anspruch nimmt; sowie eine mathematisch verifizierbare Verknüpfung zum vorherigen Block in der Kette.

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KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 3 | 16  

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