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Gesund ist anders...

D i e u n s i c h t b a r e G e f a h r fü r M e n s c h u n d U m w e lt // Es ist so klein, dass es mit dem menschlichen Auge kaum zu erkennen ist: Mikroplastik. Ob in Kosmetika, Zahnpasta, Peelings oder Duschgel – überall findet man das synthetische Material, welches eine Gefahr für die Umwelt und langfristig auch für uns Menschen darstellt. Vom Waschbecken aus gelangt das Material in die Meere und wird dort eine Bedrohung für die Tierwelt und letztlich auch eine gesundheitliche Gefahr für den Menschen.

Steigender Bekanntheitsgrad

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lastikflaschen sind schlecht für die Umwelt, klar, das wissen wir. Plastiktüten auch. Zum Glück befinden diese sich gerade im Ausrottungsprozess. Bleiben noch die vielen Verpackungen, die uns im alltäglichen Leben begegnen. Das war’s dann aber auch, oder? Weit gefehlt. Denn in unserer Umwelt lauert als Umweltverschmutzer nicht nur das an Plastik, was wir erkennen können. Plastik ist heutzutage einfach überall und so findet es auch in seiner kleinsten Form, Mikroplastik, in zahlreichen Produkten des Alltags Verwendung. Besonders betroffen sind Kosmetika & Co., denn hier hat der Stoff gleich mehrere Funktionen. Er dient als Bindemittel und hilft zudem bei einer intensiveren Reinigung. So weit, so gut – doch wo geht das Mikroplastik am Ende hin? Flaschen geben wir im Supermarkt ab, Verpackungen wandern in die gelbe Tonne … und Mikroplastik? Wandert von unserem Waschbecken in die Meere und gerät durch die Nahrungskette der Tiere am Ende auch wieder in unseren Körper. Gesund ist anders… und auch Umweltschutz ist das ganz sicher nicht.

Mikroplastik ist so gut wie kaum einem Verbraucher ein Begriff. Durch die Gefahren gelangt das Thema jedoch immer mehr in die Medien und wird mittlerweile sogar auf politischer Ebene diskutiert. Das ist gut, denn nur so kann langfristig etwas gegen dieses Material unternommen werden, welches die Umwelt verschmutzt. In Schweden ist man fortschrittlich und hat sich diesem Problem bereits angenommen. Hier wollte die Politik nicht länger auf Beschlüsse der EU warten und hat eine eigene landesweite Regelung veröffentlicht: Mikroplastik wird in Schweden verboten. Ab dem 1. Juli 2018 werden dort keine Kosmetikprodukte mehr in den Handel gelangen, welche Mikroplastik zum Zweck der Reinigung oder Scheuerung enthalten. Lagerverkäufe dürfen noch bis zum 1. Januar 2019 verkauft werden, aber dann ist Schluss. Nur so lässt sich die Verschmutzung durch Mikroplastik verringern, begründet die Umweltministerin Karolina Skog den drastischen Schritt.

Winzige Teile kaum zu erkennen Plastik wird im Meer nicht abgebaut, sondern zerfällt in kleine Fragmente. Auf diese Weise entsteht Mikroplastik, das man auch als Strandwanderer an vielen Küsten finden kann. Foto Stephan Glinka / BUND

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Lebensstil r a t g e b e r

M e n s c h u n d U m w e lt

KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 3 | 18  

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