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Hier spukt’s! D a s k u r i o s e W i n c h e s t e r - H a u s // Das Winchester-Haus in Kalifornien ist ein

Touristenziel, das vor Kuriositäten nur so strotzt. 38 Jahre ließ seine Besitzerin es ausbauen – angeblich weil sie glaubte, so die Geister, die sie heimsuchten, besänftigen zu können.

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Das Winchester-Haus Die Villa ist das ehemalige Wohnhaus von Sarah Winchester, der Witwe des Gewehrfabrikanten William Winchester. Es steht in San Jose und gilt als Wahrzeichen Kaliforniens.

Dauerbaustelle

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Aus dem ursprünglichen Haus mit acht Zimmern wurde im Laufe der Jahre eine Villa mit 160 Räumen, 2000 Türen, 47 Treppen und neun Küchen. Die Treppenstufen ließ Winchester extra niedrig bauen, sodass sie trotz ihrer fortschreitenden Arthrose im Haus zurechtkam. Auch die Decken sind in vielen Teilen des Hauses extrem niedrig – die Hausherrin war nämlich ausgesprochen klein. Das Winchester-Haus hat allerdings nicht nur Kuriositäten zu bieten: Es war eines der ersten Gebäude, in dem es Fenstergriffe gab, Ablaufrinnen für die Bewässerung der Zimmerpflanzen führten überschüssiges Wasser direkt in den Garten. Weil das Haus so groß und verwinkelt war, ließ Sarah Winchester außerdem eine Anlage einbauen, mit der sie von überall einen Bediensteten zu sich rufen konnte. Auch Zentralheizung und Dusche waren für damalige Verhältnisse eine absolute Innovation. er sie es T h e m a

ie Geschichte des WinchesterHauses im kalifornischen San José ist so ungewöhnlich, dass jährlich Tausende Touristen mit eigenen Augen sehen wollen, was eine der reichsten Frauen des 19. Jahrhunderts dort erbauen ließ. Sarah Winchester war die Ehefrau von William Wirt Winchester, der ein Vermögen mit der Herstellung von repetierenden Gewehren, der legendären »Winchester« gemacht hatte. Nach dessen Tod im Jahr 1881 erbte sie umgerechnet 16 Millionen Euro, ein Vermögen, das heutzutage etwa 414 Millionen Euro entsprechen würde. Winchester war sehr abergläubisch und glaubte an die Existenz von Geistern, daher war sie sicher, dass sie von den Seelen jener heimgesucht wurde, die durch die produzierten Gewehre getötet worden waren. Eine Wahrsagerin habe ihr angeblich geraten, von Connecticut nach Kalifornien zu ziehen, um ein Haus für sich und die Geister zu bauen. Und so steckte sie im Laufe von 38 Jahren einen Großteil ihres Vermögens – genauer gesagt stolze vier Millionen Euro – in den Bau eines Anwesens, das vor innovativen Ideen und Eigentümlichkeiten nur so strotzte.

Sarah Winchester Sarah Winchester zählte zu den reichsten Frauen des 19. Jahrhunderts. Foto Winchester Mystery House

Winchester-Haus »

Tür ins Nichts Vorsicht beim Durchschreiten dieser Tür – hier geht es tief runter.

Tag und Nacht wurde an dem Haus gewerkelt und gehämmert. Sarah Winchester hatte immer wieder neue Ideen, die sie umsetzen ließ – angeblich auch, weil sie glaubte, dass sie sterben würde, sobald die Arbeiten am Haus abgeschlossen waren. So entstanden beispielsweise eine Treppe und eine Tür, die ins Nichts führen, um die anwesenden Geister in die Irre zu führen. Winchester soll fasziniert von der Nummer 13 gewesen sein, was überall im Haus zu sehen ist. Es gibt 13 Badezimmer, speziell angefertigte Kronleuchter mit 13 Glühbirnen, Fenster mit 13 Glasstücken. Allerdings glauben Historiker, dass einige dieser Eigenheiten erst nach ihrem Tod hinzugefügt wurden, um das Haus noch weiter zu mystifizieren.

KOMPASS Stadtmagazin Ausgabe 3 | 18  

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