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l e C K e r e S r e S t e e S S e n ! // Nach einer erFoto freepik.com

folgreichen Crowdfunding Kampagne eröffnete im September der erste Food Outlet Store Deutschlands in Berlin. Verkauft werden ausrangierte, der Norm nicht entsprechende und abgelaufene Lebensmittel. KOMPASS schaut sich die kreative und nachhaltige Idee einmal genauer an.

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llein in deutschland wird pro Minute eine lKW-ladung lebensmittel vernichtet. die Gründer des berliner Start-ups SirPlus möchten diese nahrungsmittelverschwendung reduzieren und das lebensmittelretten populär machen. Auf 70 Quadratmetern Verkaufsfläche werden in West-berlin andernorts aussortierte lebensmittel verantwortungsvoll in den Handel zurückgebracht. Zudem werden sogenannte »retterboxen« - wahlweise auch mit rein vegetarischem oder veganem Inhalt - deutschlandweit verschickt. bis zu 70 Prozent sparen Kunden und Kundinnen im Vergleich zum üblichen Produktpreis. die lebensmittel stammen aus dem Groß- und einzelhandel, von ProduzentInnen und logistikerInnen, die ihre überschüssige Ware für ein kleines entgelt zur Verfügung stellen. In Zukunft möchte das unternehmen auch mit bauern und bäuerinnen direkt zusammenarbeiten. »nur im Schulterschluss mit der Industrie, dem Handel und den Produzenten ist es möglich, das ambitionierte Ziel gemeinsam zu erreichen: die lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette nachhaltig zu reduzieren«, betont Mitgründer Alexander Piutti.

nachhaltig und kreativ Raphael Fellmer, Martin Schott und Alexander Piutti haben das Startup SirPlus im Februar 2017 gegründet und wollen in den nächsten fünf Jahren eine Kette von Stores in Deutschland, Österreich und in der Schweiz etablieren.

Zwanzig Prozent der lebensmittel, die dem unternehmen zur Verfügung gestellt werden, spendet SirPlus an gemeinnützige Projekte. »Mit unserem Konzept des Food outlet Stores und dem lieferservice werden wir das retten von lebensmitteln aus der nische in die Mitte der Gesellschaft holen«, erklärt raphael Fellmer, einer der Mitgründer. Fellmer hatte bereits die »foodsharing«-bewegung ins leben gerufen und engagiert sich seit 2009 gegen die Verschwendung von nahrungsmitteln. bei den Partnern des unternehmens haben organisationen wie »die tafel« immer Vorrang: Im Supermarkt landen nur die Artikel, die beispielsweise aufgrund von Pfand, abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum oder zu großen Mengen nicht von anderen gerettet werden. Außerhalb berlins können interessierte KonsumentInnen per »retterbox« lebensmittel aus dem SirPlus-Angebot beziehen. doch ist es ökologisch überhaupt sinnvoll, Pakete durch ganz deutschland zu schicken? Ja, meinen die Gründer. 3,3 Milliarden tonnen Co2 erzeugt die Produktion überschüssiger lebensmittel jährlich.

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LebensstiL t r e n d

Food outlet Store

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