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innere ruhe M e d I t A t I o n K A n n A l l e S S e I n // Still sitzen, an nichts denken. So oder so ähnlich die

Vorstellung vieler. Doch Meditation kann auch ganz anders aussehen. KOMPASS sprach mit Rose Hill, wie genau Meditation funktioniert, warum fast jede Tätigkeit Meditation sein kann und was die Geschichte mit der Suche nach der inneren Mitte eigentlich soll.

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as Ziel der Meditation ist die innere Stille. doch wie genau erreicht jemand diesen Zustand, in dem kein Gedanke die ruhe unterbricht, der Meditierende wirklich frei von allem und eins mit dem universum ist?

Rose hill (28) Yogalehrerin Foto Rose Hill

»Meditation kann jedem in jeder Situation helfen. Ob man an einer Krankheit leidet oder, wie die meisten Menschen, versucht, mit der Schnelligkeit der modernen Welt mitzuhalten. Meditation beruhigt und fokussiert den Geist und lehrt uns, im Moment zu sein. Mir persönlich hilft meditieren dabei, zu fühlen, dass alles miteinander verbunden ist. Und es hilft mir zu sehen, was echt und was selbstgemachter Stress ohne Grund ist.«

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LebensstiL t r e n d

Meditation ist eine spirituelle Praxis, die von etlichen Religionen und Kulturen ausgeübt wird. Während es im Buddhismus und Hinduismus vor allem darum geht, Erleuchtung und Nirvana zu erreichen, streben Christentum, Judentum und Islam vorrangig das Erfahren des Göttlichen an. Je nach Tradition sind die Techniken unterschiedlich, mit denen der Zustand tiefer Meditation erreicht werden kann. Oberflächlich unterscheiden sie sich zunächst dadurch, ob sie aktiv oder passiv betrieben werden. Das heißt, in Bewegung oder absoluter Stille.

Konzentrationsmeditation ist im Ansatz auch im Christentum bekannt. So ist etwa das Ruhegebet eine meditative Form des Betens, da bei dem stillen Gebet auf das bewusste Denken verzichtet und stattdessen eine Gebetsformel wiederholt wird. Das Ruhegebet geht auf Johannes Cassian (360-435) zurück, der es erstmalig im vierten Jahrhundert praktiziert haben soll. Mit dem stillen Gebet soll der Geist stabilisiert und sich so ganz auf Gott konzentriert werden. Bei der Konzentrationsmeditation kann der Meditierende sitzen, stehen oder liegen. Die Position sollte gut gewählt werden und von Anfang an bequem sein. Im Bestfall wird sie während der Meditation nicht verändert, damit der Übende nicht abgelenkt wird.

Konzentration Eine im Westen vielfach angewandte Meditationstechnik ist die Konzentrationsmeditation Shamatha (etwa »ruhiges Verweilen«). Bei dieser buddhistischen Methode konzentriert sich der Meditierende auf eine bestimmte Sache. Das kann der eigene Atem sein oder ein Bild im Kopf, wie etwa das einer Kerzenflamme. Auch auf einen tatsächlichen Gegenstand oder eines der Chakren kann der Fokus gelegt werden. Der Meditierende kann sich auch auf ein Mantra konzentrieren, das er sich im Geist vorsagt und mit dem Atem verbindet. Das Mantra kann eine Silbe, ein Wort oder ein Vers sein. M e d I tAt I o n »

buddhistische Mönche in Thailand Gemeinsam oder allein, Meditation funktioniert überall. Foto suc / pixabay.com

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