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Foto Helge Gerischer

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Martin Römer Wohltäter seiner Stadt

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ommer wie Winter ist das Gelände rund um den Schwanenteich fest in der Hand von Sonnenhungrigen, Spaziergängern, radfahrern, Kindern, Joggern oder Menschen, die abseits der Innenstadt die ruhe in dieser oase genießen. durchquert man die Innenstadt, kommt man unweit der Mulde an einen weiteren ort, der zum begegnungspunkt für Jung und Alt gleichermaßen geworden ist: die Stadtbibliothek im Kornhaus. Seit 2014 befindet sich die einrichtung im historischen Kornhaus, das schon allein seiner Architektur wegen ein Highlight ist. Im Inneren des größten Profanbaus Sachsens erstreckt sich über drei etagen eine der modernsten bibliotheken. dass es beide treffpunkte des öffentlichen lebens in der Stadt gibt, ist dem wohlhabenden bürger und Amtshauptmann Martin Römer zu verdanken, der mit seinen Stiftungen und finanziellen Möglichkeiten der Stadt im 15. Jahrhundert einiges zukommen ließ.

Im Jahre 1472 bestimmten die beiden landesherren ernst und Albrecht ihn zum Amtshauptmann von Zwickau und 1475 berghauptmann von Schneeberg. laut dem Stadtchronisten emil Herzog kann er sogar als der eigentliche begründer des Schneeberger Silberbergbaus gelten. Seine Geschäfte mit dem Silber machten ihn schnell zu einem der reichsten bürger der Stadt und des landes Meißen. Innerhalb der bürgerschaft Zwickaus genoss er großes Ansehen, nicht zuletzt dadurch, dass er sein Geld oft für wohltätige Zwecke einsetzte. Zu seinen Stiftungen für seine Heimatstadt im Gesamtwert von 33.600 rheinischen Gulden gehörten neben dem reichen von Almosen zur unterstützung von armen bürgern auch das Anlegen des heutigen Schwanenteiches, die errichtung des niederen (heute Kornhaus) und oberen Magazins, der bau der neuen ratsschule sowie die errichtung des Wohlgemut-Altars in der Kirche St. Marien.

römer, der ursprünglich aus dem süddeutschen raum stammt, besaß seit 1462 das bürgerrecht. er war Mitglied der Zwickauer Handelsinnung, wie bereits sein Vater. Ab 1567 gehörte er dem Zwickauer rat an. Gemeinsam mit seinem bruder niklas zählte Martin römer zu den ersten Fundgrübnern auf dem Schneeberg.

Foto Helge Gerischer

Fotos Helge Gerischer; Festivals of lights Int. GmbH; Stadt Zwickau

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Am 5. April 1483 verstarb Martin römer im Alter von etwa 50 Jahren. Sein erbe jedoch lebt bis zum heutigen tage in der Stadt weiter.

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