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Akte W端rzenbach Detektive im Quartier


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Akte Würzenbach – Detektive im Quartier Ein Projekt der Quartierarbeit für Kinder und Jugendliche Würzen-bach/Büttenen/ Utenberg und der Jugendarbeit Team Nord der katholischen Kirche der Stadt Luzern

UNTERSTÜTZT DRUCH:

Kinder Jugend Familie

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Vorwort -

Markus Baumann Stefanie Wyss Ana Hernández Simone Brändle Mark Steffen -

Kinder brauchen Freiräume. Orte und Plätze, auf denen sie sich selbst sein können und verschiedene Rollen ausprobieren dürfen. Das Quartier spielt für Kinder in ihrer Entwicklung eine wichtige Rolle. Hier treffen sie auf verschiedene Werthaltungen, Kulturen und Auffassungen und lernen mit diesen umzugehen. Dabei hat das Quartier für jedes Individuum eine andere Bedeutung. Kinder besetzen die Räume und Orte, in denen sie sich bewegen, mit ihren eigenen Sinngebungen. Sie haben Sichtweisen, die bei Erwachsenen häufig auf Erstaunen oder Unverständnis stossen. In welchen Sozialräumen im Quartier halten sich welche Kinder auf und welche Qualitäten haben diese Räume für die Schülerinnen und Schüler? Dieser Frage wollen wir mit dem Projekt „Akte Würzenbach – Detektive im Quartier“ nachgehen. Mit der Quartierspionage und der Nadelmethode sind die Kinder nicht bloss passive Befragte, sondern werden zu aktiven Gestalterinnen und Gestalter ihres Lebensraumes. Bei der Nadelmethode stecken die Kinder auf einem Stadtplan verschiedenfarbige Nadeln an die Orte, die sie besuchen, also den sozialen Raum, den sie nutzen. So wird auf einfache Art und Weise ein Bild ihres Lebensraumes aufgezeigt. Die subjektiven Bedeutungen der Orte werden mit der Quartierspionage erhoben. Rund 70 Kinder der 5. und 6.

Klassen der Schule Würzenbach erkunden als Detektive in Gruppen mit einer Kamera ausgerüstet Orten und Plätze im Quartier. Orte und Plätze, die ihnen gefallen oder welche sie lieber meiden. Die Kinder setzen sich so aktiv mit ihrem Bild des Quartiers auseinander und sind sensibilisiert in der Wahrnehmung ihres Lebensraumes. Sie bearbeiten die Fotos und schreiben Kurztexte zu den von ihnen gestalteten Collagen. Dabei diskutieren sie ihre Ideen und Visionen in der Gruppe. Der Quartier- und Jugendarbeit dienen die Resultate der Quartierspionage als Grundlage für ihre künftige Arbeit. Sie erfahren was nötig ist, damit sich die Kinder im Quartier wohl fühlen, wie viel Freiräume sie für ihre Aktivitäten wünschen und wie wir sie unterstützen können, eigene Ideen und Anliegen anzupacken und umzusetzen. Die Fotos, Zeichnungen und Texte der Kinder in diesem Buch sind nach Klassen geordnet. _ Luzern im Juni 2008

Mark Steffen Simone Brändle Markus Baumann


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urs w.studer -

gastkommentar Liebe Leserin, lieber Leser Der Mensch wird bekanntlich mitgeprägt durch seine Umgebung. Sie wiederum weitet sich mit zunehmendem Alter der Heranwachsenden. Ist es anfänglich die Wohnung, vielleicht noch der Garten oder der nahegelegene Kleinkinderspielplatz, ist es später während geraumer Zeit das Quartier, in welchem die Kinder zu Schule gehen, ihre Freizeit verbringen, spielen, Abenteuer aber auch Freud und Leid erleben. Die Auseinandersetzung der Kinder mit ihrem Lebensraum ist für sie wie für uns Erwachsene äusserst wertvoll. Sie macht kreative und innovative Ideen sichtbar, Ideen, die – so sie verwirklicht werden – zu einem kinder- und familienfreundlichen Quartier und damit zur Stärkung der Quartiergemeinschaft beitragen. Gerade in einer Gesellschaft, die sich schnell wandelt, ist die Identifikation der Kinder und Jugendlichen mit „ihrem“ Quartier und die Integration in die Gesellschaft dieses Quartiers wichtig. Letztlich ist sie Voraussetzung für ein später selbstständiges und eigenverantwortliches Leben irgendwo auf dieser Welt. Wenn sie dieses Buch lesen, werden sie unschwer feststellen, dass die Kinder ihren Lebensraum äusserst sensibel wahrnehmen. Ihre Rückmeldungen und Wünsche sind mir denn auch wichtig, und ich bin ebenso froh um die Anregungen, aber auch

über deren engagiertes Mittun. Die Kinder werden auf diese Weise zur gesellschaftlichen Mitverantwortung angeregt. Ebenso werden sie in einer spielerischen Weise angeleitet, ihre Bedürfnisse, Anliegen und Veränderungswünsche selber zu formulieren und ihre Lösungsideen zur Gestaltung und Belebung des Quartiers weiter zu vermitteln. Würzenbach/Seeburg/Büttenen ist ein vielfältig belebtes, farbiges Quartier, dem ich mich durch viele seiner mir persönlich bekannten Bewohner/innen verbunden fühle. Dass eine immer grösser werdende Stadt Luzern durch Arbeiten und Anstrengungen wie sie dieses Buch dokumentiert, ihre Lebensqualitäten für nachfolgende Generationen nicht nur zu behalten vermag, sondern noch ausbaut, ist meine Hoffnung aber auch meine Zuversicht. _ Urs W. Studer Stadtpräsident


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Tag 1 5. Klasse Markus Schmid -


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Unsere neue Graffitiwand

Angela Maria-Cristina Jonila _

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_ Wir finden diese Wand hässlich, weil HipHop Graffitis nicht zum Schulhaus passen. Die Wände sollen weiss sein und darauf ein paar Bilder von Stars hängen. Wir wollen Stars, weil sie berühmt und schön sind (die meisten!). Es erinnert uns an die Freizeit. Stars sind auch „MODE“. Lieber etwas schönes auf der Wand als nichts. Vor der Wand wollen wir eine gemütliche Bank. _

Hip-Hop Graffitiwand bei der Turnhalle Würzenbach


Idee: Eine gemütliche Bank um von den Stars zu träumen

„Stars erinnern uns an Freizeit“


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Skaterpalast

Nico Nicolas Veton Johannes Dominik _

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_ Johannes, Nico, Nicolas, Veton und Dominik haben sich übelegt, dass wir auf dem Schulhausplatz Würzenbach einen Skaterpalast bauen können. Warum? Weil es in der Stadt Luzern nur wenig Skaterplätze gibt. Wir werden den Platz gestalten. Es wird verschiedene Gerüste haben. Ein Park für alle! Ein Skaterplatz ist hier gut,weil das eigentlich schon früher ein Skaterplatz war. Es wird verschiedene Grindstangen, Rampen und noch viele coole Sachen für Tricks geben. Früher schon hatte es eine Grindstange, allerdings wurde diese gestohlen. Wir wollen alles verändern. Wir hoffen, dass unsere Idee umgesetzt wird. _.

Die minimale Skateranlage auf dem Schulhausplatz Würzenbach.


„Ein Treffpunkt für alle“


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Das Geheimversteck

Nirusan Qasim Karim _

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_ Unser Geheimversteck haben wir fotografiert, weil es nicht so schön aussieht. Aus diesem Grund wollen wir es verschönern. Computer, Sofa, Radio und Laptop: dass wäre schön, wenn wir diese tollen Sachen in unserem Geheimversteck hätten. Ausserdem machen wir einen Wettbewerb. Wer unser Versteck findet und dort ein kleines Spielzeugauto entdeckt, bekommt eine Tafel Schokolade als Belohnung. Kleiner Tipp: Irgendwo bei der AVIA-Tankstelle! Die Personen die schon jetzt wissen wo unser Versteck ist, dürfen nicht mitmachen oder anderen helfen. Viel Glück und viel Spass. Es können mindestens 8 - 10 Personen mitmachen. Ihr könnt euch anmelden bei: Karim, Qasim und Nirusan.

Ein geheimes Versteck nahe der AVIA-Tankstelle!


Neu: Voll ausgerüstet um sich die Zeit zu vertreiben.

„Wir haben diesen Ort ausgewählt, weil wir dort unsere Ruhe haben und uns niemand beobachten kann.“


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Treffhütte für Mädchen -

Alexandra Nora Nan Martina Xenia -

_ Mit diesem Projekt haben wir einen Treffpunkt, bei dem man unter Mädchen sein kann. Es braucht einen Steinboden, weil es mit Holz schimmeln würde. Dazu braucht es: Sofas zu rumhängen, einen kleinen Garten, eine Sitzbank, 8 Matratzen zum übernachten, Vorhänge, ein Schloss für die Türe, eine Leiter um in den Estrich zu kommen, Licht das es hell ist und ein Radio um Musik zu hören. _

Eine ungenutzte Wiese


Idee: Ein Treffpunkt für Mädchen inmitten des Quartiers.

„Treffen, Austauschen, Rumhängen und Übernachten. Gemütlich, nicht?“


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Die Kirche, die ROCKT -

Zoë Seline Camila Rahel -

_ Wir sind alle der Meinung, dass die Lieder in der Kirche langweilig sind. Deshalb wollen wir die Kirche ein bisschen rockiger gestalten. Natürlich ist auch eine Rockband dabei. Klatschen, Singen, Tanzen, Jubeln ist natürlich erlaubt. Durch dieses Projekt hoffen wir, dass mehr Jugendliche, Erwachsene und Kinder in die Kirche kommen. _

Die Kirche St. Johannes


Neu: Farben und gute Musik lädt Jung und Alt zum Jubeln ein.

„Der graue Beton ist verschwunden - die bunte Kirche lebt.“


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Tag 2 6. Klasse Nicole Ehrler -


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Das WürzenbachReitzentrum -

Sabrina Soraya Raissa -

_ Da es in unserem Quartier keine Reitgelegenheit gibt, wünschen wir uns, dass ein Reithof entsteht hinter der WürzenbachTurnhalle. Der Platz wäre ideal, weil er schön gross ist. Unsere Lieblinge könnten wir jeder Zeit besuchen gehen. Sogar Blitzbesuche wären möglich, wenn der Reithof so nahe ist. Vielleicht besteht die Möglichkeit, dass wir im Turnunterricht reiten. Ebenfalls in der 10-Uhr-Pause dürften wir die Pferde besuchen, das wäre eine gute Abwechslung zur Schule. _

Wiese hinter dem Schulhaus


Idee: Das Reitzentrum Würzenbach

«Unsere Lieblinge könnten wir jeder Zeit besuchen gehen.»


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Unser Chill-Baum -

Sharon Luzia Alexander Noah -

_ Wir haben den Auftrag bekommen, einen Ort zu verändern. Da kam uns sofort die Idee unseren Chill-Baum zu wählen. Wir stellten ein altes Fahrrad an den Baum und posten. Noah auf der Lenkstange, Sharon auf den Pedalen, Luzia auf Sattel und Alexander auf dem Gepäckträger. Den Hintergrund veränderten wir mit einer Palme. Alexander legten wir einen Basketball in die Hände. Von hinten schleicht eine Giraffe heran. Ihr Blick fällt auf den Tisch, dort befindet sich Sushi und Champagner. Wir verschönerten ausserdem den Rasen und pflanzten viele Blumen ein. Den Knaben zuliebe hängten wir ein Playboy-Poster auf. So sieht ein gemütliches Picknick im Sommer mit Freunden aus. _

Der Velobaum


Idee: Der Chill-Baum

«Gemütliches Picknick im Sommer mit Freunden»


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Jugi mit Kino und Fast food -

Dominik Benjamin Timothy Manojlo -

_ Im Jugi können wir uns treffen, auch bei schlechtem Wetter! Wir könnten gemütlich miteinander sein, töggelen und über Sachen sprechen und müssten keinen Partyraum suchen. Wir können zusammen Fernseher schauen. Das ist auch für Mädchen gedacht. Man darf erst ab 12 Jahren ins Jugi. Man könnte eine riesen Party schmeissen, wenn jemand Geburtstag hat. Man kann mit der Freundin tanzen und flirten und man kann dort auch essen. Weiter soll neben dem Jugi ein Kebap Restaurant stehen, da wir nicht immer in die Stadt fahren wollen. Das Kino soll neben dem Kebap stehen. Wenn ein guter Film kommt, muss man nicht in die Stadt fahren und kann so Geld sparen. Im Mc Donalds kann man fein essen, kann sich mit Kollegen treffen und muss nicht in die Stadt fahren. _ Tennishalle


Idee: Jugi mit Kino und Fast-Food

«Wir schmeissen eine Party.»


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Die Migros wird ein Vergnügungspark -

Meliha Juliette Deborah Estela -

Weil keinen Seilpark in unserem Quartier haben, möchten wir einen bauen lassen. Wir möchten einen Seilpark auf dem Dach der Migros, da dieser lustig, abenteuerlich und spannend ist. Ausserdem wollen wir, dass die Strasse unterhalb vom «Migros-Ufo» durch einen schönen Strand ersetzt wird. So würde es weniger Verkehr geben und es wäre für den Klimaschutz positiv. So würde auch weniger CO2 ausgestossen werden. Während die Eltern ihre Einkäufe erledigen, können sich die Kinder im Seilpark oder am Strand vergnügen! _

Migros-Ufo


Idee: Seilpark mit Strand.

ÂŤWir wollen die Strasse durch einen Strand ersetzen.Âť


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Tag 3 5. Klasse Beat Bernet -


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Megacooler Mädchen-Treff -

Leonie Laura Michelle Eliane -

Es war ein Kreisel mit hässlichen Bäumen. Und jetzt soll es ein Mädchentreff werden. Es hat zwei Türme; auf dem einen Turm hat es ein Sprungbrett und unten einen See. Beim zweiten Turm hat es beim ersten Stock eine kleine Rutschbahn und beim dritten Stock eine grosse Rutschbahn. Es hat beim ersten Stock eine Verbindungsbrücke und beim zweiten Stock ein Verbindungsrohr. Bei beiden Türmen können beim ersten Stock alle rauf, beim zweiten Stock die Mittleren und die Grossen, weil es eine gebogene Leiter hat. Bei dritten Stock dürfen die Grossen rauf, es hat ein Seil für sie. Die Grossen wollen die Kleinen nicht oben, weil die Kleinen nerven und es zu gefährlich ist. Es hat noch einen Hütte dort, man kann dort abmachen oder picknicken. Es hat ein Eisentor und man kann nur rein, wenn man den richtigen Fingerabdruck hat. In der Hütte hat es Sofas und Kissen, um es sich bequem zu machen. Es hat noch ein Stacheldraht, damit die Jungs nicht rein kommen, weil die meisten blöd sind. In der Mitte vom Kreisel hat es eine weissschwarze Wand und hinter der Wand ist der Jungstreff. _

Hässlicher Kreisel


Idee: Megacooler Mädchen-Treff

«In der Hütte dort, kann man abmachen oder picknicken.»


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Dringend Kiosk und Migros brauchen

Tanja Sophie Marina Jana -

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Es hatte mal ein «Lädeli». Wir wollen einen Migros-Kiosk auf dem «Lädeliplatz» haben. Weil wir im Büttenenquartier keinen Laden haben und immer ins Würzenbach müssen. Wir wollen Gebäck, Brot, Darvida, Fleisch, Käse, Joghurt, Milch, Gemüse, Früchte, Rahm, Wasser, Süssgetränke, Mineralwasser, Reis, Mais, Kartoffeln, Büchsen, Schokolade, Haushaltsmittel, Glaces, Süssigkeiten, Kaugummis, Schreibzeuge, Heftlis, Tiersachen, usw. haben. Zigaretten und Alkohol auf keinen Fall. Wenn die Leute einen kleinen Einkauf zum Bespiel Milch, Brot oder Äpfel brauchen, kann man dort auf den Lädeliplatz gehen und dort einkaufen und die grossen Einkäufe im Würzenbach machen.

Alt: Lädeliplatz Büttenen


Neu -Migros-Kiosk auf dem Lädeliplatz

«Wir wollen einen Migros-Kiosk auf dem «Lädeliplatz», weil wir im Büttenenquartier keinen Laden haben.»


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Der Fussballplatz Würzenbach -

Simon Jan Robin Lukas Philipp -

Der Fussballplatz ist bei dem Schulhaus Würzenbach direkt hinter der Turnhalle. Simon, Jan, Robin, Philipp und Lukas haben die Idee bei dem Fussballplatz alles ein bisschen zu erneuern. Zum Beispiel Linien einzuzeichnen, den Rasen zu erneuern, die Tore und Netze, die Gitterstäbe und darüber ein Dach um auch bei Regen gut spielen zu können. Das Gitter sollte grau sein. Wir möchten es, weil man nicht mehr so gut Fussball spielen kann, weil überall Erde hervorkommt und Sand und wenn man dort ausrutscht, hat man das ganze Knie offen. Wenn der Torhüter eine Parade macht, dann hat er auch das Bein und Arme offen und der Rasen sieht jetzt gerade nicht so gepflegt aus. In der Büttenen ist das gleiche Problem. Das Schulhaus Büttenen wird ja neu gebaut und dort könnte man auch einen Hartplatz machen. _

Fussballplatz Würzenbach


Idee: Runderneuerter Fussballplatz

ÂŤWir haben die Idee bei dem Fussballplatz alles ein bisschen zu erneuern.Âť


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Biotop mit Unterstand und Telephonzelle -

Alexander Andreas Farias Leonardo -

Wie hatten die Idee, dass man auf einem Kreisel ein Biotop machen könnte. Weil man in der Nähe keine Telefonzelle hat, könnte man sie in einen Unterstand stellen. In dem Unterstand hat es auch Snacks und Getränkestände. An diesem Ort hat es sehr wenig Zusatz. Snacks hat es, weil man sonst ins Würzenbach gehen muss. Im Biotop hat es Tiere, darum hatten wir gedacht, einen Zaun zu machen. Katzen könnten sonst ins Biotop gehen und die Tiere fressen. _

Büttenen Kreisel


Idee: Biotop mit Unterstand.

«Snacks bei den Fröschen.»


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Unser Fussballplatz Büttenen -

Lukas Daniel Maximilian Dominik -

Unser Fussballplatz ist ein Ort, in dem wir uns nachmittags und sonst wenn wir frei haben treffen und Fussball spielen. Nach der Schule macht es immer wieder Spass, Fussball zu spielen. Seit dem der Fussballplatz Schrott ist, gehen wir seltener auf ihn spielen. Unsere Vorstellungen sind ein grösseres und ganzes Goal, vollständiger und gepflegterer Rasen, Hängematte und Chill-Out-Lounge um sich zu erholen, einem abschliessbaren Schrank mit Fussbällen, Spielsachen und Wasserständer, wenn man durst hat vom Fussballspielen. _

«Büttenen-Wiese»


Idee: «Unser neuer Fussballplatz»

«Nach der Schule macht es immer wieder Spass, Fussball zu spielen.»


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Tag 4 6. Klasse Matthias Burri -


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Düsterer Blick -

Nora Naira Alène -

Man kommt rein, und die Welt scheint grau zu sein. Grau ist traurig und schwer. Deswegen wollen wir mit Farbe mehr Leben rein bringen. Für die jüngeren Schülerinnen und Schüler ist dieser grosse graubetonierte Raum angsteinjagend. Mit Farbe wirkt er viel einladender. Bei den Wänden ausserhalb der Turnhalle wäre ebenfalls eine neue Bemalung nötig, da die Wand dort abgekratzt und überkribelt ist. Eine Erneuerung wäre daher notwendig. _

Eingang des Trakts C im Schulhaus Würzenbach jetzt


Idee: Buntes und farbiges Schulhaus.

ÂŤWir wollen mit Farbe mehr Leben ins Schulhaus rein bringen.Âť


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Kiesel auf Wiese -

Alisa Nadja Nora Lara -

Wir hatten die Idee einen Weg durch die Wiese zu machen. Man würde direkt von dem Würzenbach zu dem Romero-Haus kommen. Es wäre nicht nur sehr praktisch, sondern man wäre auch viel schneller da. Ältere Leute müssten nicht so weit laufen. Es wäre auch besser wegen dem Bus und nicht so gefährlich, wie direkt an der Strasse. Man hätte nicht so einen langen Weg, sondern man wäre gleich dort. Der Weg selbst sollte schön aussehen. Er wäre am besten aus Kies. Um den Weg herum könnte es verschiedene Pflanzen haben. Man könnte auch eine Bank oder einen Springbrunnen hinstellen. _

Wiese vor dem Romerohaus


Idee: Kiesweg zum Schulhaus

«Es wäre nicht nur sehr praktisch, sondern man wäre auch viel schneller da.»


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Jugenddachboden -

Lars Cäsar Oliver -

Wir hatten die Idee einen Jugenddachboden zu machen mit Fernseher und Stereoanlage, Töggelikasten, Bar, Sofa, einem HotdogAutomaten und einer Ecke für Grafittis. Dort könnte man sich treffen und Spass haben. In diesen Raum dürfen Madchen und Jungs von 11 bis 16 Jahren gehen. Der Raum wäre öffentlich für die Kinder aus dem Quartier. Wir wollen so einen Raum, weil es nichts in dieser Art im Würzenbach gibt. Der Zugang ist über eine Leiter. Wir wollen es auf dem Dach machen, weil es dort so ausgestorben ist. Es muss in der Nähe von uns im Würzenbach-Quartier sein. _

Das Dach


Idee: Der neue Jugenddachboden.

«Dort könnten sich die Kinder aus dem Quartier treffen und Spass haben.»


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Strandbad “Siatscho” Würzenbach -

Anja Serena Jovana -

Eine traumhafte Strandbadi zum wohlfühlen, relaxen und baden. Auf dem Sprungturm erwarten euch Anja, Serena und Jovana. Natürlich bieten wir euch auch eine Strandbar mit feinen Drinks. Prost! Unser Strandbad bietet auch Freiheit und Natur. Der Sprungturm ist zusammenklappbar. Wir wünschen uns eben ein naheliegendes Strandbad inklusive Chill-Stühle, Springturm, ein Bassin mit Strand, einer Bar, guter Musik und Jungs. Danke für ihr Verständnis. Der Name unseres Strandbades ist «Siatscho». _

Pausenplatz beim Schulhaus Würzenbach


Idee: Strandbad «Siatscho» beim Würzenbachschulhaus

«Eine traumhafte Strandbadi zum wohlfühlen, relaxen und baden.»


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Der Partyraum -

Nico Simon Nemanja -

Weil es im Würzenbach fast keinen Partyraum gibt wünschen wir uns eine Disco an zentraler Lage. Mit einem Barkeeper aber ohne Alkohol und Nikotin. Die Discoausrüstung ist eine Discokugel, Neonlichter und zwei Tänzerinnen. Draussen hat es einen Basketballkorb. Offen ist der Partyraum von 18 Uhr bis 3 Uhr nachts. Den Raum kann man auch mieten. Ein Abend kostet 30.Franken. Der Partyraum eignet sich auch für Klassenparties und Geburtstagsfeste. Die Leiter sind Nico, Simon und Nemanja. Die Chefs sind Mark und Qsi. _

Die Squash-Halle beim alten Bahnhof


Idee: Partyraum mit Disco

«Wir wünschen uns eine Disco an zentraler Lage für Parties.»


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Ausblick Kinder haben Freiräume, doch müssen diese nach ihren Ideen und mit ihnen zusammen gestaltet sein. Dies ist sicher keine neue Erkenntnis, vielmehr eine Bestätigung von Altbekanntem. Was das Buch „Akte Würzenbach – Detektive im Quartier“ aber aufzeigt ist, dass im Würzenbachquartier noch vieles möglich ist. Nämlich unendlich viele wunderbare Projekte. Projekte die viel Farbe, Skateranlagen, Swimmingpools, Palmen oder einen McDrive ins Quartier bringen. Aus den Collagen ist das Thema „Treffmöglichkeiten“ gut ersichtlich Räume, welche von den Kindern und Jugendlichen frei genützt werden können. Gemütlich eingerichtet mit Spiel- und Spassmöglichkeiten, mit Musikanlage und Videobeamer, Sofas zum hängen und viel Farbe. Ein Ort, der unbedingt auch mal für eine Übernachtung geeignet ist. Für die Kinder der 5. und 6. Klassen ist klar, dass die Treffs geschlechtergetrennt geführt werden. Ausser bei Partys „dörfid d’Buebe au mol cho“. Für die Kinder- und Jugendarbeit bedeutet dies, Räume und Orte für Kinder und Jugendliche zugänglich zu machen und diese mit ihnen zusammen zu gestalten. Der Genderaspekt muss dabei beachtet werden. Die Nadelmethode zeigt, dass die Kinder bis zur 6. Primarklasse noch sehr stark im Quartier verankert sind. Die Wohnadresse ist

ausschlaggebend für den Frei(zeit)raum, vor allem im Winterhalbjahr. Der Wohnort und der genutzte Freiraum sind am selben Ort. Wohnt das Kind auf Büttenen, verbringt es auch die Freizeit auf Büttenen. Für gewisse Aktivitäten in Vereinen, wie Fussball oder Tennis, werden andere Orte aufgesucht. Im Sommer ist das Lido beim Verkehrshaus bei allen vier Klassen der Anziehungsmagnet. Nach der 6. Primarklasse vergrössert sich der Sozialraum der Kinder. Nur schon der Weg in die Oberstufenschulzentren bedeutet eine Ablösung vom Quartier. Die Stadt ist plötzlich nah und somit vergrössern sich auch die Freizeitgestaltungsmöglichkeiten. Der Europaplatz beim KKL liegt auf dem Weg zur Kantonsschule und wird im Sommer sicherlich bald als „Mittagspausenplatz“ genutzt. Bei den 5. und 6. Primarstufen ist der Europaplatz noch ein Ort, den sie meiden. Die Kinder- und Jugendarbeit im Quartier ist dort, wo die Kinder und Jugendlichen sich aufhalten. Sie schafft Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung und Räume für den Austausch und um Erfahrungen zu sammeln. Dazu nimmt sie die Bedürfnisse und Ideen der Kinder und Jugendlichen auf und setzt diese mit ihnen ummittelbar um. Dabei ist sie spontan und flexibel. „Heute diskutieren, morgen umsetzen.“ So wird gewährleistet, dass die Ergebnisse ihres Mitmachens umgehend sichtbar werden.

Um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen finden die ersten Kontakte bereits in der Primarschule statt. Die Kinder- und Jugendarbeit arbeitet eng mit Institutionen im Quartier zusammen und leistet so einen Beitrag zur Lebensqualität der Kinder und Jugendlichen im Quartier.


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Danke Ein besonderer Dank richtet sich an die Schulleiterin Frau Bettina von Holzen, die Lehrerin Nicole Ehrler und die Lehrer Beat Bernet, Matthias Burri und Markus Schmid. Mit ihrer Unterstützung und ihrem Engagement war es möglich, die Quartierspionage in dieser Form durchzuführen. Ein weiterer grosser Dank geht an Camilo Schwarz, der das Buch gestaltet hat und sehr flexibel und spontan auf unsere Wünsche und Ideen eingegangen ist. Wir bedanken uns auch bei allen Sponsoren für das entgegengebrachte Vertrauen und die finanzielle Unterstützung. Dank ihrem Beitrag können wir die vielen interessanten und kreativen Resultate der Quartierspionage nun als Buch in Händen halten.

Impressum -

Texte:

Markus Baumann Simone Brändle Mark Steffen

Grafik: Camilo Schwarz Schrift: ASCA-D , Helvetica Auflage: 300ex. Druck: Brunner Druck, Kriens © 2008 Kinder und Jugendarbeit Würzenbach

Und zum Schluss möchten wir all denen danken, die bei diesem Projekt im Mittelpunkt standen. Den Kindern der 5. und 6. Klassen des Schulhaus Würzenbach in Luzern. Durch ihre Bereitschaft konnte viel Interessantes und Aufschlussreiches in Erfahrung gebracht werden. Sie verhielten sich zu jeder Zeit und in jeder Situation zuvorkommend und offen und bewiesen ihre grossen Fähigkeiten, über sich und andere nachzudenken.


Profile for Stadt Luzern

Akte Würzenbach – Detektive im Quartier  

Ein Projekt der Quartierarbeit für Kinder und Jugendliche Würzen-bach/Büttenen/ Utenberg und der Jugendarbeit Team Nord der katholischen Kir...

Akte Würzenbach – Detektive im Quartier  

Ein Projekt der Quartierarbeit für Kinder und Jugendliche Würzen-bach/Büttenen/ Utenberg und der Jugendarbeit Team Nord der katholischen Kir...

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