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Kindertagespflege in Laatzen           


Vorwort

Damit Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren sind, muss es ein gutes Kinderbetreuungsangebot vor Ort geben. Neben den bestehenden Betreuungsangeboten in Kindertagesstätten, Krippen oder Horten ist die Kindertagespflege eine weitere wichtige Säule. Die gesellschaftlichen Veränderungen zeigen uns, dass die Aufgaben und Belastungen, denen Eltern, aber auch Kinder ausgesetzt sind, zunehmen. Erziehung wird eine immer größere Herausforderung für die Erziehungsverantwortlichen. Die Stadt Laatzen legt bei der Kinderbetreuung viel Wert auf gute Qualität. In dieser Broschüre erfahren Sie, wie Qualität in der Kindertagespflege in Laatzen gelebt wird.

Angelika Bolte Familienservicebüro

Impressum Herausgeber: Stadt Laatzen – Der Bürgermeister Marktplatz 13 30880 Laatzen Telefon: 0511 8205-1000 www.laatzen.de Verantwortlich für den Inhalt: Familienservicebüro Angelika Bolte Telefon: 0511 8205-5080 E-Mail: tagespflege@laatzen.de An diesem Handbuch haben folgende Tagespflegepersonen mitgewirkt: Miriam Dér Melanie Ehrich-Wolter Anja Funke Karin Steep Brigitte Wessels Sybille Wons Fotoquellen Fotolia.com: Deckblatt l. Tomasz Trojanowski r. o. Gorilla r. u. Scheunert Seite 4 Monkey Business Seite 15 Tomasz Trojanowski Seite 16 Christina Fumi Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Stand: Oktober 2012


Inhalt

Seite Allgemeine Gesetze und Bestimmungen

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Angebote der Kindertagespflege

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Das Familienservicebüro

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Kindertagespflege vs. Krippe

7

Kooperationen

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Die pädagogische Arbeit

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Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und Freude am Lernen

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Emotionale Entwicklung und Soziales Lernen

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Körper – Gesundheit – Bewegung

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Sprache und Sprechen

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Natur und Umwelt

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Lebenspraktische Kompetenzen

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Inklusion

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Wie finde ich eine Tagespflegeperson?

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Vermittlungsablauf

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Kosten

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Impressum

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Allgemeine Gesetze und Bestimmungen Lange Zeit hat die Kindertagespflege ein Schattendasein geführt. Private Kinderbetreuung hat es schon immer gegeben, doch erst seit Kurzem ist sie als gleichwertige Betreuungsform anerkannt und gesetzlich verankert. Für die Förderung von Kindern in Tagespflege sind von besonderer Bedeutung: x Das 8. Sozialgesetzbuch (SGB VIII) mit dem x

Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG)

x

Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK)

x

Kinderförderungsgesetz (KiföG)

Die Kindertagespflege ist eine gesetzlich anerkannte Betreuungsform in familienähnlichem Umfeld (§ 23 SGB VIII). Wer mehr als 15 Stunden wöchentlich für länger als drei Monate, gegen Entgelt Kinder betreuen möchte, benötigt eine Pflegeerlaubnis. Die Pflegeerlaubnis erhält eine Tagespflegeperson nach folgenden Kriterien: x

Nachweis über mindestens einen Hauptschulabschluss

x

Erweiterte Führungszeugnisse aller erwachsenen Personen, die im Haushalt der Tagespflegeperson leben

3

x

Ärztliches Attest über die physische und psychische Gesundheit

x

Nachweis einer Qualifizierung zur Tagespflegeperson

x

Nachweis eines Kurses zur „Ersten Hilfe am Kind“


Weitere Prüfungsmaßnahmen sind: x x x x

mindestens ein Hausbesuch eine Eignungsüberprüfung eine verpflichtende Erklärung über Datenspeicherung, Datenschutz, gewaltfreie Erziehung und Schutzauftrag

Die Eignungsüberprüfung beinhaltet das Abklären: x x x x x

x

der Persönlichkeit der Sachkompetenz der psychischen und physischen Belastbarkeit der Kooperationsbereitschaft mit den Erziehungsberechtigten und dem Jugendamt der räumlichen Voraussetzungen der familiären Verhältnisse

4


Angebote der Kindertagespflege Die Kindertagespflege bietet Kindern von Geburt bis zum 14. Lebensjahr eine individuelle Betreuung x x x x

im Haushalt der Tagespflegeperson im Haushalt der Eltern in angemieteten Räumen in Großtagespflegestellen

Tagespflegepersonen dürfen bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen. Arbeiten zwei oder drei Tagespflegepersonen zusammen, bilden sie eine Großtagespflegestelle und dürfen bis zu acht Kinder gleichzeitig betreuen. Ist eine der Tagespflegepersonen eine Erzieherin, dürfen bis zu zehn Kinder gleichzeitig betreut werden. Der zeitliche Rahmen der Kindertagespflege richtet sich nach den Bedürfnissen der Familie. Die Eltern können aus den verschiedenen Betreuungsformen die auswählen, die ihren Ansprüchen entspricht. Die Tagespflegestellen verfügen über einen überschaubaren Rahmen. So wird das soziale Lernen in einer Kleingruppe ermöglicht und doch kann sich jedem einzelnen Kind intensiv zugewendet werden. Für Kinder unter drei Jahren, mit einer täglich langen „Besuchszeit“ in der Tagespflegestelle, ist die Betreuung von einer Person (höchstens zwei Personen) ein wertvoller Aspekt aus entwicklungspsychologischer Sicht. Die Unregelmäßigkeiten der Arbeitswelt reflektieren sich auf die Betreuungszeiten, sodass einige Tagespflegepersonen auch am Wochenende, an Feiertagen, frühmorgens, spätabends und auch über Nacht Betreuung anbieten. Durch das vertraute und gemeinsame Alltagsleben in der Kleingruppe verliert auch diese Hürde ihre Höhe. Bei der Auswahl einer geeigneten Tagespflegeperson wird Ihnen, wenn gewünscht, das Familienservicebüro in Laatzen behilflich sein.

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Das Familienservicebüro

Lebenspraktische Kompetenzen Kinder haben ein großes Bedürfnis, sich an den Tätigkeiten der sie umgebenden Personen zu orientieren. Besonders bei kleinen Kindern besteht ein starker Wille, Dinge selbst tun zu können. Auch ältere Kinder haben ein starkes Interesse an dem, was etwas ältere Kinder (bzw. in ihrer Entwicklung weiter fortgeschrittene) schon können. Lebenspraktisches Tun bietet Kindern von klein auf eine Fülle von Lerngelegenheiten. Unter „Lebenspraktischen Kompetenzen“ verstehen wir: 

eigene Bedürfnisse erkennen (Hunger, Durst, Müdigkeit)

selbstständiges Essen und Trinken

das selbstständige An- und Ausziehen

die Körperhygiene und der selbstständige Gang zur Toilette

eigene Entscheidungen treffen ( mit wem spiele ich, was möchte ich spielen, wie viel möchte ich essen)

altersangemessener Umgang mit Alltagsgegenständen (Stifte, Schere, Teller, Gläser)

Durch das Handeln nach einem Satz aus der Montessori-Pädagogik: „Hilf mir, es selbst zu tun“ wird die Entwicklung dieser Fähigkeit unterstützt.

Stadt Laatzen Familienservicebüro Marktplatz 13 30880 Laatzen Ansprechpartnerinnen: Angelika Bolte, Anne-Heide Hencke-Willeke Ort: Tel.: E-Mail: Internet:

Unser Anliegen: Eltern zu sein ist nicht immer einfach. Die Freude ist riesengroß, aber das Leben verändert sich schlagartig. Die eigene Zeit schrumpft auf ein Minimum zusammen und das Kind steht im Mittelpunkt. Fragen kommen auf: Mache ich alles richtig? Ich möchte das Beste für mein Kind, doch was ist das Beste? Wenn ich in meinen Beruf zurückkehren möchte, bekomme ich dann einen Krabbelgruppen- oder Kindergartenplatz mit dem benötigten Betreuungsumfang oder ist die Betreuung bei einer Tagespflegeperson das Richtige für meine Familie? In allen Fragen möchten wir Sie beraten und unterstützen.   

13

7. Etage, Raum 720 0511 8205-5080 tagespflege@laatzen.de www.laatzen.de

Wir möchten dazu beitragen, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Wir möchten Sie in Erziehungsfragen unterstützen. Wir möchten Ihnen helfen, die richtigen Angebote für Ihre Bedürfnisse zu finden.

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Kindertagespflege vs. Krippe Kindertagespflege hat gemäß §22 SGB VIII denselben Auftrag zu erfüllen, wie Kindertageseinrichtungen, und zwar: x x x

die Förderung der Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit die Unterstützung und Ergänzung des elterlichen Erziehungsauftrags sowie die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Familie

Dennoch gibt es einige Unterschiede, die wir hier auflisten möchten: Tagespflege

Krippe

vollständige Familie, Tagespflegeperson als Hausfrau/ -mann und Mutter/ Vater

Institution, Erzieher/-in als Berufstätige/-r

Tagespflegeperson zwischen professioneller Rolle und Mutterrolle

professionelle Rolle

Kontakt zu mehreren Kindern unterschiedlichen Alters, Soziales Lernen wird gefördert

Kontakt zu mehreren Kindern ähnlichen Alters, Soziales Lernen wird gefördert

intensive Betreuung durch Tagespflegeperson möglich

aufgrund größerer Kinderzahl weniger intensive Einzelbetreuung

viele Spielmaterialien, Spiel für sich und mit anderen, Spiel und Beschäftigungsangebote, bewusstes Lehren: zählen, singen, malen usw.

viele Spielmaterialien, Spiel für sich und mit anderen, Spiel und Beschäftigungsangebote, bewusstes Lehren: zählen, singen, malen usw.

flexible Betreuungszeiten

starre, vorgegebene Betreuungszeiten

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Kooperationen

Tagespflegepersonen in Laatzen sind vernetzt und kooperieren mit den Eltern, anderen Tagespflegepersonen, dem Jugendamt, dem Familienservicebüro und eventuell mit Therapeutinnen und Therapeuten. Familienservicebüro x x x x

übernimmt Vermittlung von Betreuungsplätzen berät Tagespflegepersonen und Eltern begleitet die Tagespflegepersonen bietet Weiterqualifizierungskurse an

Jugendamt x x

übernimmt die Berechnungen zur Kindertagespflege stellt die Schutzbeauftragte nach SGB VIII § 8a

Tagespflegepersonen x x

auf regelmäßigen Treffen mit den Mitarbeiterinnen des Familienservicebüros findet ein Austausch statt die Tagespflegepersonen sind untereinander vernetzt, so dass die Vertretungsregelungen bestehen

Auch wenn nicht alle Vertretungen geregelt sind, sind alle Kooperationspartner immer bemüht, eine tragbare Regelung zu finden. Therapeutinnen und Therapeuten Spezielle Fördermaßnahmen (zum Beispiel Logopädie, Ergotherapie, Frühförderung) für einzelne Kinder werden in Absprache mit den Eltern von den Tagespflegepersonen unterstützt.

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Die pädagogische Arbeit Durch die gute Kooperation untereinander haben die Tagespflegepersonen in Laatzen viele Gemeinsamkeiten in der Bildung, Erziehung und Betreuung entwickelt, ohne dabei die Individualität der einzelnen Tagespflegeperson einzuschränken. Zur Bildung und Erziehung von Kindern ist es unerlässlich, die Entwicklungsbereiche der Kinder zu kennen:

Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und Freunde am Lernen Kognition bedeutet geistige Wahrnehmung. Die kognitiven Fähigkeiten beschreiben die Fähigkeit, Signale der Umwelt wahrzunehmen und weiterzuverarbeiten. Einzelne Bereiche der Kognition: x x x x

Wahrnehmung der Umwelt über unsere Sinne Denken, also die Verarbeitung der Information im Gehirn Speicherung der Information im Gedächtnis für spätere Erinnerung Zuweisung von Bedeutungen, überwiegend über die Sprache

Gefördert wird diese Fähigkeit durch altersgerechte, herausfordernde Lernangebote. Den Kindern wird die Lösung nicht abgenommen, sie dürfen ausprobieren, experimentieren und auch Fehler machen. Denken ist Bewegung, darum werden den Kindern immer wieder Gelegenheiten geboten, Bewegungserfahrungen in der Natur, auf Spielplätzen oder im Garten zu machen. Auch im Haus haben die Kinder die Möglichkeit, an kleinen Geräten, durch Singspiele und Tänze unterschiedliche Bewegungserfahrungen zu erleben.

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Emotionale Entwicklung und Soziales Lernen Die sozial-emotionale Entwicklung eines Kindes vollzieht sich auf zwei Ebenen, die sich wechselseitig bedingen: auf der Ebene der Persönlichkeit (personale Kompetenz) und der des Sozialen Lernens (interpersonale Kompetenz). Kinder entwickeln im Kontakt untereinander und mit Bezugspersonen Fähigkeiten, sich als Person zu erleben, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken. Ebenso erlernen sie im Umgang untereinander soziale Verhaltensweisen und die Fähigkeit, ihre Beziehungen zu anderen Menschen kompetent zu gestalten. Hierbei spielt die emotionale Entwicklung eine herausragende Rolle. Sie vollzieht sich im Kontext anderer Entwicklungsbereiche wie Wahrnehmung, Sprache, Denken oder Bewegung. Den Kindern wird eine gute emotionale Entwicklung und Soziales Lernen ermöglicht, indem ihre emotionalen Grundbedürfnisse erkannt und befriedigt werden. Das heißt zum Beispiel, dass die Not der Kinder während der Ablösephase von den Eltern erkannt und die Eingewöhnung nach den Bedürfnissen der Kinder gestaltet wird. Soziales Verhalten wird im Lauf des Aufwachsens zunächst in der Familie und später in verschiedenen weiteren Beziehungsformen erlernt. In der Kindertagespflege geben wir durch enge Beziehungen zu den erwachsenen Bezugspersonen und zu anderen Kindern Sicherheit. Das Kind erfährt hierdurch verlässliche Bindungen: „Ich bin willkommen, ich bin wichtig, ich wirke und kann etwas bewirken“.

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Körper – Bewegung – Gesundheit Bewegung ist das Tor zum Lernen und hat im Zusammenspiel mit der Wahrnehmung eine Schlüsselfunktion für die Entwicklung. Gesundheit und körperliches Wohlbefinden sind eng mit regelmäßiger Bewegung verbunden. Kinder erobern sich als „Bewegungswesen“ aktiv die Welt. Kinder müssen sich bewegen, x x x x

um sich gesund zu entwickeln, um sich körperlich wohl zu fühlen, um die eigenen Fähigkeiten kennenzulernen und weiterentwickeln zu können, um mit anderen Kindern gemeinsam spielen zu können.

"Bewegung ist eine elementare Form des Denkens.’’ (Gerd E. Schäfer)

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Sprache und sprechen Sprache ist das wichtigste zwischenmenschliche Kommunikationsmedium. Die Rede von den „Hundert Sprachen des Kindes” macht deutlich, dass es neben dem gesprochenen Wort noch viele andere Möglichkeiten gibt, sich mitzuteilen: Über Mimik und Gestik, über Töne, Bilder und Zeichen ... Ohne sie wäre das menschliche Leben viel ärmer. Sie sind alle jedoch nicht so hervorragend geeignet, sich zu verständigen und die materielle, soziale und geistige Welt zu erschließen, wie das gesprochene Wort. Das Sprechen wird gefördert, indem alle Tätigkeiten benannt werden. Sämtliche Tagesabläufe werden kommentiert. Dadurch können die Kinder die sprachliche Benennung mit den entsprechenden Handlungen verbinden. Unverzichtbare Begleiter bei der Vermittlung von Sprache sind Bilderbücher. Davon gibt es sehr viele gute, die Kinder zum Sprechen anregen können. Für die Vermittlung und Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten ist es äußerst wichtig, klar, deutlich und altersangemessen mit den Kindern zu sprechen.

Natur und Lebenswelt Durch die Begegnung mit der Natur werden Kinder angeregt, ihre Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen. Sie lernen den Lebensraum von Pflanzen und Tieren durch betrachten, sammeln oder beobachten kennen. Zudem können sie verschiedene Experimente mit unterschiedlichen Materialien wie zum Beispiel Wasser, Erde und Sand machen.

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Lebenspraktische Kompetenzen Kinder haben ein großes Bedürfnis, sich an den Tätigkeiten der sie umgebenden Personen zu orientieren. Besonders bei kleinen Kindern besteht ein starker Wille, Dinge selbst tun zu können. Auch ältere Kinder haben ein starkes Interesse an dem, was etwas ältere Kinder (bzw. in ihrer Entwicklung weiter fortgeschrittene) schon können. Lebenspraktisches Tun bietet Kindern von klein auf eine Fülle von Lerngelegenheiten. Unter „Lebenspraktischen Kompetenzen“ verstehen wir: x

eigene Bedürfnisse erkennen (Hunger, Durst, Müdigkeit)

x

selbstständiges Essen und Trinken

x

das selbstständige An- und Ausziehen

x

die Körperhygiene und der selbstständige Gang zur Toilette

x

eigene Entscheidungen treffen ( mit wem spiele ich, was möchte ich spielen, wie viel möchte ich essen)

x

altersangemessener Umgang mit Alltagsgegenständen (Stifte, Schere, Teller, Gläser)

Durch das Handeln nach einem Satz aus der Montessori-Pädagogik: „Hilf mir, es selbst zu tun“ wird die Entwicklung dieser Fähigkeit unterstützt.

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Inklusion

„... ist ein Ausdruck der Philosophie und der Gleichwertigkeit jedes Menschen, der Anerkennung der Verschiedenheit, der Solidarität der Gemeinschaft und der Vielfalt von Lebensformen.“ (Monika Seifert, Soziologin und Pädagogin)

Der Bildungsauftrag umfasst auch die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern mit Behinderung. Inklusion gelingt immer dann, wenn Menschen ohne Behinderung und Menschen mit Behinderung es als selbstverständlich ansehen, gemeinsam zu leben und zu arbeiten. Dieses Denken sollte bereits im Kleinkindalter gefördert werden. Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum. Eine Behinderung stellt dabei eine von vielen Verschiedenheiten dar, die Menschen aufweisen können. Jeder kann davon betroffen sein, sei es durch eine Krankheit oder durch einen Unfall. Die Kindertagespflege soll Lebensraum für alle Kinder sein, gerade weil sie in vielfältiger Weise verschieden sind. Alle Kinder sollen in gleicher Weise Erziehung, Bildung und Betreuung erfahren können. Alle Kinder haben ein Recht auf Entwicklung und die dazu notwendigen Anregungen und Unterstützungen. Kinder lernen ko-konstruktiv, das heißt, sie lernen mit und durch andere Kinder. Aufgabe und Ziel ist die Realisierung eines gemeinsamen Lern-, Lebens- und Spielalltags. Von der gemeinsame Betreuung profitieren sowohl die Kinder mit, als auch die ohne Behinderung in ihrer Entwicklung. Sie können miteinander und voneinander lernen und gegenseitige Akzeptanz aufbauen.

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Wie finde ich eine Tagespflegeperson? Weitere Prüfungsmaßnahmen sind: Tagespflegepersonen werden vom Familienservicebüro der Stadt Laatzen vermittelt: Familienservicebüro Marktplatz 13 30880 Laatzen Ansprechpartnerinnen: Angelika Bolte, Anne-Heide Hencke-Willeke 7. Etage, Raum 720 Tel.: 0511 8205-5080 E-Mail: tagespflege@laatzen.de www.laatzen.de

   

Die Eignungsüberprüfung beinhaltet das Abklären:     

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mindestens ein Hausbesuch eine Eignungsüberprüfung eine verpflichtende Erklärung über Datenspeicherung, Datenschutz, gewaltfreie Erziehung und Schutzauftrag

der Persönlichkeit der Sachkompetenz der psychischen und physischen Belastbarkeit der Kooperationsbereitschaft mit den Erziehungsberechtigten und dem Jugendamt der räumlichen Voraussetzungen der familiären Verhältnisse

4


Vermittlungsablauf x

Kontaktaufnahme zum Familienservicebüro

x

Beratung über den Betreuungsbedarf und Betreuungswunsch

x

Nennung der Kontaktdaten der möglichen Tagespflegepersonen

x

Kontaktaufnahme zu den Tagespflegepersonen

x

Erstes Treffen mit einer oder mehreren Tagespflegepersonen

x

Entscheidung, welche Tagespflegeperson Ihr Kind betreuen soll

x

Vertragsabschluss

x

Antragstellung im Familienservicebüro auf Aufwendungsersatz

x

Abgabe des ausgefüllten wirtschaftlichen Fragebogens

x

Beginn der Eingewöhnungsphase

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Kosten

Die Kosten für Kindertagespflege richten sich nach der vom Rat der Stadt Laatzen beschlossenen Gebührenstaffel in der jeweils gültigen Fassung. Auf Antrag wird im Rahmen der wirtschaftlichen Jugendhilfe gem. § 90, 8. Sozialgesetzbuch von der Zahlungspflicht teilweise oder ganz freigestellt, wenn die Belastung den Eltern und dem Kind nicht zuzumuten ist. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach dem Umfang des Betreuungsbedarfs und nach dem Einkommen der Eltern. Die Eltern zahlen den errechneten Beitrag entsprechend des Bescheides an die Stadt Laatzen. Die Tagespflegeperson erhält ihr Entgelt im Umfang des Bescheides von der Stadt Laatzen. Sonderleistungen werden von den Eltern direkt an die Tagespflegeperson gezahlt.

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Vorwort

Damit Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren sind, muss es ein gutes Kinderbetreuungsangebot vor Ort geben. Neben den bestehenden Betreuungsangeboten in Kindertagesstätten, Krippen oder Horten ist die Kindertagespflege eine weitere wichtige Säule. Die gesellschaftlichen Veränderungen zeigen uns, dass die Aufgaben und Belastungen, denen Eltern, aber auch Kinder ausgesetzt sind, zunehmen. Erziehung wird eine immer größere Herausforderung für die Erziehungsverantwortlichen. Die Stadt Laatzen legt bei der Kinderbetreuung viel Wert auf gute Qualität. In dieser Broschüre erfahren Sie, wie Qualität in der Kindertagespflege in Laatzen gelebt wird.

Angelika Bolte Familienservicebüro

Impressum Herausgeber: Stadt Laatzen – Der Bürgermeister Marktplatz 13 30880 Laatzen Telefon: 0511 8205-1000 www.laatzen.de Verantwortlich für den Inhalt: Familienservicebüro Angelika Bolte Telefon: 0511 8205-5080 E-Mail: tagespflege@laatzen.de An diesem Handbuch haben folgende Tagespflegepersonen mitgewirkt: Miriam Dér Melanie Ehrich-Wolter Anja Funke Karin Steep Brigitte Wessels Sybille Wons Fotoquellen Fotolia.com: Deckblatt l. Tomasz Trojanowski r. o. Gorilla r. u. Scheunert Seite 4 Monkey Business Seite 15 Tomasz Trojanowski Seite 16 Christina Fumi Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Stand: Oktober 2012


K

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P

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