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NEULICH MIT ADENAUER Thorsten Kambach trifft Andreas Adenauer

Foto: Maren Kuiter

1DEINS! | Ausgabe 03 | -Season 15 im märz 2020 Das Interviewmagazin vom


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DER UNTERGANG DES HAUSES USHER

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Fast Forwort

Inhaltsverzeichnis NEULICH MIT ADENAUER ....................... Seite 04 Andreas Adenauer

EIN ECHTER HAUTTYP ............................. Seite 16 Dr. med. Kai Rezai Liebe Leserin, lieber Leser, werter Münsteraner, der Frühling naht, mein Auto ist nach wie vor ein Pflegefall. Gibt es wirklich keine Werkstatt, die mein Auto Probe fährt, bevor sie es mir als geheilt wieder aushändigt? Wieso bin ich derjenige, der die Karre testen muss – meist leider nur bis zur nächsten Straßenecke!? Das regt mich auf, dabei wollte ich mich in diesem Jahr nicht mehr aufregen … an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle vom ADAC, schön, euch alle inzwischen zu kennen. Aufgeregt war ich auch, als ich Andreas Adenauer zum Gespräch traf. Denn der Name Adenauer ist so abstrakt inzwischen, durch die ganzen Straßenschilder und Häuser, die so heißen, dass ich fast vergessen hatte, dass es die Adenauers wirklich gab – und gibt. Und einen davon treffe ich zum Gespräch über Klamotten, Gott und die Welt. Ein weiterer Interviewpartner ist leider in letzter Sekunde abgesprungen, beziehungsweise konnte unseren Text nicht mehr freigeben, da er vom Karneval aufgesaugt wurde. Darum drucken wir ein Interview mit einem berüchtigten Schwerverbrecher, der hier in Münster ganz entspannt sein Unwesen trieb – und noch treibt? Wer weiß.

GEGENSPRECHANLAGE ............................ Seite 22 Grossstadtgeflüster

BREAKING BAD! .......................................... Seite 30 Kai, der Fahrraddieb

DIE LEHRE DER HARMONIE .................... Seite 36 Ulrike Meintrup

UNDERCOVER ............................................. Seite 42 Michael German

FREIHEIT, DIE ICH MEINE ........................ Seite 48 Gunnar Kaiser

Einen schönen März, sag ich mal. So. Thorsten PS: Ab nächsten Monat küren wir regelmäßig den Münsteraner des Monats. Vermutlich wird das Sebastian Kuiter. Ihr werdet sicherlich alle der gleichen Meinung sein, oder? Falls nicht, schickt mir einen besseren Vorschlag und gewinnt einen Mega-Preis.

TIPPS & TERMINE ....................................... Seite UMWELT ........................................................ Seite TIPPS & TERMINE ....................................... Seite RUND UM DEN FMO .................................. Seite SOMMERFLUGPLAN AM FMO ................. Seite TIPPS & TERMINE ....................................... Seite

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Fotos: Maren Kuiter

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Thorsten Kambach darf sich heute mit Andreas Adenauer unterhalten Das gibt es doch nicht, Adenauer hat in unserem Haus ein Geschäft aufgemacht! Denke ich, als ich eines Tages aus dem Büro, die Treppen runter, raus ins Sonnenlicht trete und im Schaufenster unten im Haus den Schriftzug „Adenauer“ sehe. Und Pullover, T-Shirts, Jacken, Hosen; Jule und Hannes. Ich freue mich, die beiden zu sehen, und frage, was es mit Adenauer auf sich hat. Beide freuen sich, mich zu sehen. Sagen, was es mit Adenauer auf sich hat. Und bieten mir an, den Gründer Andreas Adenauer persönlich kennenzulernen, denn der kann mir ja viel mehr erzählen. Das wäre der Hammer – ich lerne den Enkel eines der berühmtesten deutschen Bundeskanzler der Welt kennen und darf ihn interviewen. Einige Tage später ist es soweit, Andreas Adenauer und ich sitzen im Innenhof des Mocca d’ors und Andreas bietet mir direkt das Du an. Geht ja gut los, kaum eine Minute da, schon duze ich den Enkel vom Adenauer.

NEULICH MIT ADENAUER Andreas Adenauer, danke für das Angebot, dich zu duzen – Andreas klingt auch gleich weniger irritierend als Herr Adenauer. Fangen wir an. Du warst in London ... (Lacht) Schlecht recherchiert, Thorsten. Stimmt, das war New York! Ich habe mich vertan ... Dort habe ich gearbeitet, gegen Ende meiner Esprit-Zeit. Zehn Jahre war ich dort und die letzten zwei davon eben im Big Apple. Hm, wenn ich auf London zurückkommen darf? Ich habe in meinen Notizen wohl was von London stehen, allerdings warst du darin erst 13. Habe ich doch nicht so schlecht recherchiert ... Ach sooo! Aber da war ich ja noch ein Kind. London war tatsächlich meine erste globale Großstadt. Meine Eltern schickten mich nach England, zum Englisch lernen. Gemeinsam mit meinem Bruder. Spannende Zeit?

Sehr! In die Periode fiel der Beginn meiner Skateboard-Leidenschaft. Das war ein Abenteuer: Eines Tages waren wir im Kino, mein Bruder, ein paar Freunde und ich, „Goldfinger“ lief, kam gerade raus. Roger Moore war damals noch James Bond. Wie auch immer, es gab einen Vorfilm – und darin sah ich etwas, das ich nie zuvor gesehen, sondern nur davon gehört hatte, ein Skateboard. Nicht nur eins, der ganze Vorfilm handelte von Skateboards – ich meine, das war ‚75! Ich habe mich wie paralysiert von unserer Gruppe abgesetzt und auf den Weg gemacht, einen Skateboard-Laden zu finden. Und? Es dauerte, aber ich gab nicht auf, lief herum, und fand tatsächlich einen. An diesem Tag infizierte ich mich mit dem Skateboard-Virus. Du weißt schon, dass in Münster der Papst der Skateboards zu Hause ist? Du meinst Titus. Na klar! Ich habe den auch irgendwann mal kennengelernt, allerdings in


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Titus in München? Nein, das Skaten. Du musst wissen, es gab damals die ersten Skate-Magazine, und da war Kalifornien ganz vorne. Die Jungs haben dort einfach in irgendwelchen leeren Pools geskatet. Das machte mir Lust auf Amerika.

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14 Seit Februar 20 tandort! n SSkaten auch deine Beschäftigung eredas am neuen größ Hat mit Mode 9ausgelöst? g 9Das - HöltenweNein. kam durch ein anderes Hobby,

das ich hatte, als ich in London war. Da gab es ohne Ende Secondhand-Läden. Ich hatte direkt eine Affinität zu den Klamotten, rannte nur noch in Levis, Lederjacke, Sweatshirt rum.

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» An diesem Tag INFIZIERTE MICH DER Skateboard-Virus. «

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Durftest du mit 13 einfach so alleine durch London laufen? Ja, das war kein Problem. London ist einfach, du hast dort diese Circle-Line (Anmerk. d. Red.: Circle-Line ist eine U-Bahn-Linie der London Underground). Wenn du dich verfährst, fährst du einfach weiter und kommst irgendwann wieder an der gleichen Stelle raus. Die fährt im Kreis um London. Warst du eingeschüchtert von der Stadt, ich meine, mit 13 Jahren? Nein, eigentlich nicht. Ich fand sie faszinierend. Bis heute, London ist sehr höflich, ich fühle mich da besonders wohl. Ich meine, es gibt total verschiedene Großstädte, die haben alle einen eigenen Charakter: Istanbul

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München. Normalerweise skatete ich damals in Köln auf der Domplatte, aber es gab auch eine kleine Skate-Szene in München – und da habe ich den, glaube ich, mal getroffen. Das war für mich übrigens auch der erste Kontakt mit den USA.

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Englisch lernen und Skateboard fahren. London ist sehr vielseitig. ist Abenteuer, New York ein Dschungel und Tokyo, ja Tokyo die Erholung. Ausgerechnet! Das stelle ich mir eher wie einen elektrischen Ameisenhaufen vor. Tokyo ist deshalb Erholung, weil dort alles so unglaublich gut organisiert ist, das entspannt, lässt mich runterkommen. In meiner Branche, also im Textilsegment, ist Tokyo zudem die Stadt, in der der Handel am meisten zelebriert wird. Woran machst du das fest? Am Respekt. Das zeigt sich bei vielen kleinen Handelskonzepten. Da kann es Leute geben, die verkaufen vielleicht nur Portemonnaies, oder ein anderer ausschließlich

Fahrräder. Oder sie stellen einen Aluminium-Wohnwagen hin und verkaufen Burger. Aber das mit so einer Liebe und bis ins kleinste Detail inszeniert, die Ware bekommst du immer eingepackt, die Kreditkarte wird mit beiden Händen entgegengenommen. Meistens auf einem Stück Leder. (Lacht) Ich habe mal erlebt, dass ein Taxifahrer mein Fahrziel nicht finden konnte. Da habe ich nach 40 Minuten gesagt, please, let me out of the car. Doch er sagte No. Das war für ihn eine Frage der Ehre, ich musste nichts bezahlen und nach weiteren 40 Minuten war ich auch angekommen. Diese Situation hat der Fahrer mit so viel Liebe gehandhabt. Wie gesagt, sie inszenieren bis ins letzte Detail.


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London ist eine höfliche Stadt … Münster aber auch Istanbul ist Abenteuer? Ich war das erste Mal in Istanbul, 1998 rum war das, für Esprit. Da war Istanbul etwas anders als heute, ist aber immer eine beeindruckende Stadt. Du hast dort brutal viele alte Kulturen. Viele Gegensätze also. Auf jeden Fall. Heute allerdings haben sie einen Semi-Diktator und leider eine richtige Männergesellschaft … Ist Istanbul, zumindest was Mode angeht, vorne? Gar nicht. Ich meine, die, die Geld haben, kleiden sich gut, aber weit vorne ist da einfach New York. Ich habe in meinem Leben nie eine

Stadt gesehen, selbst L.A. nicht, wo Menschen so frei zeigen, wie sie sich fühlen. Das habe ich nirgends auf der Welt erlebt, weder in Amsterdam noch sonst wo in Europa, und auch nicht in den USA oder Asien. New Yorker inszenieren sich, wie sie wollen, alle tolerieren das. Dort kannst du im Grunde halbnackt auf der Straße stehen. Was Mode angeht, ist sie auf jeden Fall die Stadt, in der die Menschen am kreativsten sind. Wie ist Deutschland in deinen Augen im Gegensatz dazu? Nun ja, das Gegenteil zu Istanbul wäre ein schlecht geführter H&M in einer geklonten Fußgängerzone einer mittelgroßen Stadt hierzulande. Aber eigentlich habe ich Deutschland erst richtig wahrgenommen, als ich im Ausland


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war. Wir haben hier ein Leben – wenn du dich korrekt verhältst, bist du total frei. Wenn du dagegen Länder siehst wie beispielsweise die Türkei, da gibt es Menschen, die verschwinden einfach. Sind im Knast oder sonst wo.

Welches ist dezenter? Das Geburtsjahr meines Großvaters. Das setzen wir gerne ein und verwenden die Zahl für Designs – ohne weitere Erklärungen, versteht sich.

Das Leben ist in Deutschland behüteter. Und freier. Das kann man nicht überbetonen. Was ich aber an Istanbul sehr schätze, ist, dass sie großen Respekt vor schönen Produkten, auch vor kleinen, haben. Vor Marken und vor Handgemachtem.

(Lacht) Das ist aber nicht irgendein Großvater gewesen, der 1876 geboren wurde, sondern der allererste Bundeskanzler Konrad Adenauer. Das muss man erstmal kurz sacken lassen. …

Wie ist es bei dir in den eigenen Läden? Ich meine, das schwingt bei uns auf jeden Fall mit. Auch an vielen Details festzumachen. Offensichtlichere und dezente.

... Du hast auf seinen Knien gesessen, wie andere Enkel bei ihren Opas, oder war das anders bei euch? Mein Vater ist der jüngste Sohn vom Konrad,


er ist auch das letzte lebende Kind – sind übrigens alle so gegangen, wie sie gekommen sind.

ECHTE KNIERFTEN

Nackt? (Lacht) Nein, in der Reihenfolge, der älteste zuerst. Mein Vater wird nun 88 … (Ab hier, tja, ist unsere Audioaufnahme dieses Gesprächs leider für eine Weile gestoppt aus Versehen!) (In diesem Moment stelle ich fest, dass mein iPhone nicht aufnimmt, und das schon seit knapp einer Viertelstunde.) Die Aufnahme läuft nicht!!! Oh, nein!

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Wieso ist denn das ausgegangen? Wir haben knapp 15 Minuten unseres Gesprächs verloren. Wir sprachen ausgerechnet über deinen berühmten Großvater und deinen ersten Laden. Schade. Aber gut, ich schlage vor, wir machen da weiter, wo wir halt zuletzt waren – und verzichten auf 14 spannende Minuten. (Lacht) Gut. Wir nehmen es, wie es kommt.

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Du sagtest also gerade „Freedom“. Genau. „Freedom“. Mein zweiter Laden. Wir sprachen darüber, dass ich den von diesem jüdischen Herrn übernommen habe. Der ist einfach rein in meinen Laden, war neugierig und der war Kaufmann. Das Geschäft gefiel ihm, also sprach er mich an und wir kamen überein. So kaufte ich wiederum seinen Laden, zu einem fairen Preis. Damit hatte ich nun eben zwei Geschäfte. Ich studierte zu der Zeit noch BWL. Nach zwei Jahren BWL entschied ich also, einen dritten Laden zu eröffnen.


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Beste Getränke, bestes Essen, beste Gespräche Neben deinem Studium? Das habe ich abgebrochen. Dann bleibt die Ehrendoktorwürde. (Lacht) Rückblickend betrachtet war es gut für mich, das Studium abzubrechen. Ich meine, das BWL-Studium. Was ich nämlich aus heutiger Perspektive anders machen würde: Ich hätte nicht BWL studiert, sondern eine Banklehre gemacht. Die hat mir natürlich gefehlt. Die hat dir gefehlt? Klar, Cashflow-Planung, Einkauf und das ganze Kaufmännische eben. So war das Leben mein Crashkurs. Klingt nach Mut, Talent und Arbeit.

Und Glück. Dein dritter Laden hieß? „Insider“. Da habe ich zum ersten Mal bessere Marken eingekauft, eher Premiumprodukte – der Laden war eigentlich viel zu schön für Euskirchen. Da kam zum ersten Mal mein Gefühl für Inneneinrichtung durch, ich hatte plötzlich ein Auge dafür, wie sieht ein schöner Laden aus. Das ging da so richtig los. Hast du damit zu kämpfen, dass du so einen berühmten Namen trägst? Du meinst in Bezug auf meinen Großvater? Das ist mit Sicherheit ein Bonus, wenn du einen Namen hast, der so deutsch geprägt ist. Bis vor sieben Jahren allerdings hatte ich


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Der Name Adenauer ist sicherlich auch ein Türöffner ja keine eigene Firma, und bei Esprit zum Beispiel hat das keinen geschert, wie ich heiße. Dort interessierte nur Performance. Das ist in der ganzen Wirtschaft so. Heute hingegen, wo ich die eigene Firma habe, ist der Name durchaus ein Vorteil, ein Türöffner sicherlich, aber davor war das eher ein Handicap. Wo sind denn die Nachteile? Du genießt möglicherweise einen gewissen Vertrauensvorschuss durch diesen Namen, aber den musst du dann auch erstmal erfüllen. Da fühlte ich mich eher unwohl mit. Mein Vater beispielsweise wurde seinerzeit schlechter bewertet in seinen Abschlussprüfungen. Der Prüfer sagte ihm: „Ich bewerte Sie eine halbe bis eine Note schlechter, weil die Leute sonst vermuten, ich würde Sie aufgrund Ihres Namens bevorzugen.“ Hat also alles zwei Seiten. In deinem Lebenslauf findet sich eine Zeit als Handelsvertreter. Die überspringe ich

mal hier. Ich würde gerne etwas zu deinen Adenauer-Läden fragen … Ich möchte den Handelsvertreter aber doch gerne nochmal aus der Schublade holen. Durch den Job habe ich gemerkt, dass ich ein gutes Gefühl für sogenanntes Trendscouting habe, also was funktioniert und was nicht. Sieben Jahre war ich einer für Cecil Street One von der SOR-Gruppe. Dort habe ich die Kollektion maßgeblich mit beeinflusst, und nach und nach wurde ich zum erfolgreichsten Handelsvertreter der Gruppe. Herzlichen Glückwunsch, obschon das so ein bisschen nach „Mitarbeiter des Monats“ klingt – und das in einem Interview … (Lacht) Stimmt, darum geht es noch weiter. Ich wurde nämlich genau deshalb dann 1997 gekündigt. ’n bisschen absurd, oder? Nicht wirklich. Ich war ja auch der teuerste Handelsvertreter.


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Trotzdem absurd. Ja, für dich. Aber das ist ganz oft bei Handelsvertretern so – verdienst du zu viel, kommen irgendwelche Controller, sagen der Firma, sie gibt fünf oder sieben oder acht Prozent aus für Vertrieb. Wenn die nun die erfolgreichsten Leute rausschmeißen, kostet der nur noch zwei Prozent. Wenn du den Vertrieb erstmal aufgebaut hast, kicken die dich, das ist normal. Dann gibt es zwar eine gute Abfindung, aber ist natürlich trotzdem frustrierend.

ich habe mit einem kleinen Laden angefangen, und habe irgendwann eine Firma gehabt, die die Leute gerne besucht haben. Aber Haken dran.

Gibt es ein Happy End? Wäre das nicht passiert, ich wäre nicht zu Esprit gekommen. Ich hatte nun Zeit und traf zufällig eine ehemalige Kollegin, wir gingen essen und sie erzählte, was sie – nämlich eben bei Esprit – macht. Dabei merkte ich, was die brauchen und schrieb ein Konzept für den Heinz Krogner, damaliger CEO von Esprit. Und schickte es ihm.

Was ist dann passiert? Meine erste Ehe. Sie ging vorbei. Da habe ich viele Dinge in Frage gestellt und wollte zu mir finden. Bin dann aufgebrochen nach Amerika. Das war eine besondere Zeit, vor allem das erste Jahr. Keiner kannte meinen Namen, ich war in einer Baptistengemeinde, mit mir Asiaten, Farbige, Weiße. Alle Einkommensschichten. Und es ging nur um Jesus Christus.

Kam eine Antwort? Der hat mich eingeladen. Fand das gut, stellte mich ein. Das ist ein Happy End. Ich habe immer versucht, etwas daraus zu ziehen, wenn ich was verloren habe. Und ich bin gläubig. Ich glaube, dass Gott mich trägt und nie fallenlässt. Ich bin nicht gläubig. Mir fehlt der Glaube daran, dass wir so wichtig sind, denke eher, dass wir ein Zufall sind. Du spürst doch auch, dass du eine Gabe hast, ein Talent. Alle haben eins bekommen. Das spürt irgendwo im Herzen jeder. Darauf sollte man hören. Bei jungen Menschen spüre ich, dass die intuitiv wissen, was sie sehr gerne machen. Aber leider entscheiden sie sich häufig für den vermeintlich sicheren Weg. Ich meine, dass genau da das Glück brechen kann. Denn wenn du 50, 60, 70 bist, schaust du zurück und fragst dich, habe ich wirklich das getan, was ich gerne machen wollte? Du hast vielleicht nun viel Geld gesammelt, aber nie deine Passion gelebt. Mich macht meine Passion glücklich. Wenn meine Läden morgen schließen müssten, kann ich sagen,

Wie bist du zum Glauben gekommen? Ich bin in einer sehr katholischen Familie aufgewachsen, habe Jesus Christus immer als wirklich wahrgenommen; dass der gelebt hat, existierte, der Sohn Gottes war, war für mich gesetzt. Ich habe das zunächst nur mit der Ratio verstanden, nicht emotional.

» Rückblickend betrachtet war es gut, das Studium abzubrechen. « Was hat das mit dir gemacht? Zum ersten Mal in meinem Leben war ich einfach nur Andreas. Ich kam völlig runter, Neustart. Auch zum ersten Mal habe ich da eine wirkliche Nähe zu Jesus gespürt. Das war sehr intensiv für mich – und für meinen ältesten Sohn, der war mit. Wie fühlt es sich an, Jesus zu spüren? Wie soll ich dir das erklären? Als wenn du dich in eine Frau verliebst. Das spüre ich seit sieben, acht, zehn Jahren. Dass der mich liebt, hat mich verändert. Wenn du meinen Vater heute fragst, sagt er, ich sei immer noch so konsequent wie früher, aber weicher. Ich bin weicher geworden. Ich kann heute Menschen lieben, die ich früher nicht lieben konnte.


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Ich glaube übrigens auch, dass es Jesus gegeben hat, aber ich glaube nicht, dass er Gottes Sohn ist. Es muss einen Gott geben, das ist alles anders gar nicht möglich. Ich sagte dir ja vorhin, mit der Ratio begriff ich, dass es Jesus gab und wer er war. Ich meine, stell dir ein iPhone vor und frage dich, ob sich das von selber hätte entwickeln können. Ich sehe so viel Schönes, so viel Göttliches in Menschen. Das, was in der Bibel drinsteht, die Werte, die Beziehung zu Jesus; je älter ich werde, umso mehr denke ich, das stimmt. Aber du musst dein Herz dafür öffnen. Du musst sagen, ich lasse mich ein auf diese Beziehung. Ob sich das iPhone selber hätte entwickeln können … das ist gut. Natürlich nicht. Aber das überzeugt mich nicht – leider. Aber es geht ja nicht um mich. Du bist so ’n Wrestler. Jemand, der mit Gott ringt. Gott findet das cool. Du sagst ja nicht, Gott interessiert dich nicht, du willst es wissen. Vielleicht ist dieses Gespräch auch kein Zufall. Ich glaube, Gott findet es cool, wenn Menschen suchen. Gehst du in die Kirche? Ich gehe zurzeit noch in zwei Kirchen. Aber durch meine langen Reisen war ich in vielen Gotteshäusern weltweit. Ein ganz besonderes Erlebnis hatte ich in Seattle, ich konnte im Hotel nach neun Stunden Flug nicht einschlafen, stand also morgens mit Jetlag vorm Concierge und sage, ich will in eine Church. Fragt er nur, leise oder laut? Laut, war meine Antwort. Geh da und da hin. Ich also hin, öffne die Tür und stehe inmitten von hunderten Menschen, das war ein Gospelgottesdienst, der Hammer. Wie finde ich jetzt den Übergang zu deinen AdenauerLäden? Fällt mir schwer … Oh, das ist gar nicht schwer. Hier geht es doch auch um Bestimmung. Gute Überleitung. Dann mal los: Was war das allererste Produkt, dass du unter dem Namen Adenauer rausgebracht hast? Ich hatte nach meinem letzten Job in der Modebranche bei O‘Neill, diesem Surfbrand, vorgehabt, aus der Branche auszusteigen. Ich hatte mir bereits einen Rückzugsort geschaffen, ein Haus gekauft und wollte einfach mal zu mir kommen. Da kamen mich ab und an natürlich auch Freunde aus der Vergangenheit besuchen und irgendwann sprachen sie darüber, dass sie gerne selber mal sowas rausbringen möchten. Und fragten mich, ob ich dabei sein will. Sie würden sich um die Produktion kümmern – und so steuerte ich zunächst meinen Namen und dann die ersten Entwürfe und Muster bei.


Wenn du es schaffst, in jungen Jahren deine Passion zu leben, ist das großartig Ich habe das zunächst gar nicht für mich so richtig ernstgenommen, hat aber großen Spaß gemacht. Einige Zeit später kam die Idee des eigenen Ladens. Wie sollte der sein? Wir brauchten zunächst eine Story. Und da ich nicht nur ein alter Skater, sondern auch passionierter Surfer bin, habe ich mir gedacht, damit möchte ich irgendwas machen. Aber da Surfen nur eine Nische war, war mir die zu eng, Surfer sind eine sehr klare Gruppe, i surf, you don‘t … Darum habe ich was anderes gesucht – und dann gesagt: Wir machen ein Strandhaus, so’n gemütliches Haus, wo du deine alten Möbel reinstellst. Das Thema war dann eben, was ziehst du an, wenn du drei, vier Tage am Strand eingeladen bist? War direkt klar, Norderney? Ich meine, da ist der erste Laden entstanden … Das war zunächst überhaupt nicht klar, dass das ein deutsches Strandhaus wird. Schon gar nicht Norderney. Hätte auch Skandinavien sein können. Bis ich so ’n Typen kennengelernt habe, beide Arme tätowiert, bei einer Vertriebstour, in Hamburg. Beim Essen. Er sagte, er will mit uns einen Laden machen. Wir hatten bis dahin nur eine Webseite, auf der wir ganz großkotzig schrieben, wir machen Strandhäuser – und hatten nur eine Illustration, ein Mockup davon, wie wir uns das vorstellen. Da trafen wir uns also und er erzählte von Norderney, wie viele Leute da leben, wie die Deutschen das lieben. Als er so

erzählte, ging das bei mir wie so Dominosteine, ich hab‘ doch einen deutschen Namen, warum mache ich keine deutsche Firma? Warum mache ich das nicht auf Norderney? Warum? Da kam alles zusammen, das kann funktionieren, dachte ich. Glaubte ich. Und es hat. Ja, aber ich hatte das nicht auf dem Radar. Ich kam jedenfalls ein paar Tage später zurück in die Firma und sagte allen, wir sind jetzt nicht mehr Amerika, wir sind jetzt Norderney. Fertig. Der Rest war nur noch Feintuning. Wir könnten wirklich noch Stunden reden, aber wir müssen aufhören. Die weiteren Seiten müssen freibleiben für die anderen Gesprächspartner … Ich freue mich, dich in Düsseldorf mal in die Kirche begleiten zu dürfen und sage Danke für die Einladung. ◊◊◊

INFO

Andreas Adenauer Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer, gründete im Jahr 2010 die deutsche Bekleidungsmarke Adenauer&Co. Bereits seit 1985 ist Andreas Adenauer in der Textilbranche tätig, erst als Produktentwickler für verschiedene Firmen, bis er dann ins Management wechselte und unter anderem als Präsident von Esprit in Nordamerika und als Global CEO von O’Neill, der Freizeit- und Surfmarke, tätig war. Die Verbundenheit zum Meer und Liebe zum Detail spiegeln sich in seiner Arbeit wider, und machen jede Entscheidung zu einem Herzensprojekt.


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Dennis kunert ist zur Sprechstunde bei Dr. med. Kai Rezai Die Allergien sind im Griff und die Muttermale unter Beobachtung. Dank meines Hautarztes! Der Zahn der Zeit nagt allerdings gnadenlos weiter und die Falten auf der Stirn und um die Augen werden tiefer. Doch auch hier kann mir mein Dermatologe weiterhelfen – wenn er z. B. Dr. Kai Rezai heißt. Dermatologie, Allergologie, aber auch die ästhetische Dermatologie sind sein Steckenpferd, denn er ist …

EIN ECHTER HAUTTYP Bist du mehr Hautarzt oder Schönheitschirurg? Definitiv Hautarzt. Dermatologie bestimmt überwiegend meine tägliche Arbeit. Die Ästhetik macht knapp 40 Prozent aus. Soll das auch so bleiben? Auf jeden Fall! Ich fühle mich immer noch als Arzt und bin kein promovierter Kosmetiker. (Lacht) Die Dermatologie ist ein hochspannender Bereich, vor allem, wenn man betrachtet, wie sie sich in den letzten 15 Jahren weiterentwickelt hat. Das ist unglaublich!

Nein, die Fortschritte sind fast überwiegend medikamentös. Dank neuer Medizin muss nicht das gesamte Immunsystem eines Patienten heruntergefahren werden, um Leiden wie die Schuppenflechte oder starke Neurodermitis zu bekämpfen. Heutzutage werden gezielt bestimmte Botenstoffe auf und in der Zelle angesprochen und den Patienten so viel effizienter geholfen. Also öfter nun von innen – und weniger durch Salben von außen.

Inwiefern? Noch vor einigen Jahren galten Dermatologen als „Salbenschmierer“. Immer mehr setzte sich ein Bild durch à la „Wozu soll ich zum Hautarzt gehen, der behandelt mich eh nur mit Kortison. Das kann auch der Hausarzt machen!“ Doch nun können wir, dank der Forschung, viel genauer behandeln. Patienten mit Schuppenflechte bekommen wir mittlerweile nahezu beschwerdefrei. Und ich weiß, wovon ich rede, ich habe selbst Psoriasis.

Aus der Dermatologie bzw. der Wiederherstellungschirurgie sind viele ästhetische Behandlungen hervorgegangen. War es bei dir ähnlich? Also hat sich die Ästhetik auch erst bei dir entwickelt? Ja, ich war auch zunächst reiner Dermatologe und habe in der Fachklinik Hornheide begonnen, in der sich viel um tumorverletzte Menschen gekümmert wird. Dort habe ich u. a. auch das Operieren gelernt, um beispielsweise Tumore im Gesicht zu entfernen. Und ich sag mal so, wenn du schwierige Tumor-OPs im Gesicht geübt hast, kannst du recht leicht viele ästhetische Eingriffe durchführen.

Wie hat die Forschung dies erreicht? Gibt es eine bessere Technik?

Wird der Drang nach Schönheit in der Gesellschaft stärker?


Fotos: MarioBok.de

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Botox hilft auch gegen die Zornesfalten auf der Stirn Jetzt gerade geht es eher wieder von der Überperfektion zurück. Hast du die Oscars gesehen? Die Schauspielerinnen waren nicht mehr so aufgebrezelt wie noch vor einigen Jahren, d. h. es werden wieder mehr Falten gezeigt und nicht vor der Veranstaltung alles glattbehandelt.

Fake Look. Diejenigen jenseits der 35 möchten mittlerweile weniger und natürlicher bleiben.

Dies betrifft jetzt aber nur ältere Personen? Es ist in der Tat zweigeteilt. Frauen unter 35 Jahren wollen meist alles: Volle Lippen, möglichst lange Fingernägel und all den ganzen

Glaubst du, dass dieser Fake Look durch die Sozialen Medien gepusht wird? Schwer zu sagen. Zumindest ist es in Deutschland noch nicht so en vogue wie in

Nur die Frauen? Überwiegend Frauen. Ästhetische Eingriffe bei Männern sind immer noch seltener. Das nimmt aber stetig zu.


anderen Ländern. Wir haben hier eher einen starken Trend zu nicht-invasiven Methoden, d. h. Altern mit Natürlichkeit. Den Trend des Unnatürlichen hat Deutschland gar nicht so sehr mitgemacht – in den USA und Brasilien war das teilweise sehr extrem!

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Wie ist es bei den ästhetisch praktizierenden Ärztinnen und Ärzten? Auf den internationalen Kongressen in dem Gewerbe kann es schon zu einem Schaulaufen der Gruseligkeiten werden. (Lacht) Weil die selber so viel an sich basteln? Ganz genau. Warum machen die das? Sie verlieren die Objektivität – das passiert einigen Patienten auch. Diese werden jedoch häufig von ihren finanziellen Möglichkeiten und der Erreichbarkeit gestoppt. Wenn du aber Arzt in der Branche bist und alles vor Ort hast …

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» Ich bin keine Ästhetik-Hure! Man kann mich nicht kaufen. « Kann es eskalieren. Richtig. Machst du bei dir selbst auch was? Ich nehme etwas Botox, weil ich keine Zornesfalte an der Stirn haben möchte. Sieht man gar nicht. So soll es ja auch sein. (Lacht) Dabei wende ich Botox schon seit gut 15 Jahren bei mir an. Allerdings nehme ich auch nur sehr wenig. Aber genau darum geht es ja: Wenn mir jemand sagt, ich möchte kein Botox, damit ich nicht so künstlich aussehe, frage ich: „Sehe ich etwa künstlich aus?“

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Kann daraus manchmal eine Sucht entstehen? Ja! Bis zu fünf Prozent der Patientinnen – denn es sind meist Frauen – erleben im Beauty-Bereich einen Suchtfaktor.

Prozent stehen … Die Ärzte, die gut zu tun oder bereits ein gewisses Standing haben, lassen sich sicherlich seltener von einem Patienten zu irgendetwas drängen, was sie selber nicht gutheißen.

Wie geht man als Arzt damit um? Man muss sie erkennen und darf sie nicht grenzenlos behandeln.

Botox ist schon ein ziemliches Schweinezeug, oder? Ich habe gelesen, dass es dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegt, weil es schnell herstellbar und als biologische Waffe supertödlich ist. Mit Novalgin oder Paracetamol kannst du dich schneller und leichter umbringen. Botox steht teils in einem schlechten Ruf. Mein Kühlschrank hier in der Praxis ist voll damit, doch es reicht nicht, um einen Menschen zu töten. Ich müsste dir die 80-fache Dosis der Ästhetikbehandlung in die Venen spritzen, um eine Wirkung zu erzielen. Das herzstärkende Digitalis hingegen bekommt gefühlt jeder zweite Patient über 70 Jahren als ganze Packung mit nach Hause. Nimmst du davon eine doppelte Überdosierung – also zwei, statt einer Tablette – kann es dich umbringen! Da redet aber niemand von einem „Schweinezeug“.

» Sehe ich etwa künstlich aus? « Entsteht da kein Zwiespalt zwischen wirtschaftlich sein und integer bleiben? Ich hatte schon eine junge Patientin, die immer wieder ihre Lippen aufspritzen lassen wollte, bis ich es abgelehnt habe, da es nicht mehr gut ausgesehen hätte. Da legte sie das Geld auf den Tisch und forderte es ein, da sie mich ja bezahle. Aber ich bin ja keine Ästhetik-Hure! Man kann mich nicht einfach kaufen. Vernünftige Einstellung. Danke, allerdings ist es leider nachvollziehbar, dass junge Ärzte, die gerade erst anfangen und sich vielleicht noch eine Praxis aufbauen, auch zu Eingriffen hinreißen lassen, hinter denen sie nicht zu einhundert

Welches sind die häufigsten Ästhetikbehandlungen in deiner Praxis? Gibt es eine Top 3? Lass mich kurz überlegen … Auf dem dritten Platz sind alle ästhetischen Schlupflid- und Tränensack-Operationen. Es folgt Botox mit mehreren Behandlungen täglich. Am häufigsten entferne ich Altersflecken und Muttermale, kleine Äderchen im Gesicht, rote Punkte, Besenreiser und Ähnliches per Laser. Das läuft eigentlich den ganzen Tag.

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Augenlieder und Tränensäcke behandeln, das macht einfach Spaß Welche Behandlungen führst du persönlich am liebsten durch? Augenlider! Die operiere ich mit Abstand am liebsten. Ich bin einer der wenigen Ärzte, der bei Tränensäcken das Fettgewebe von innen entfernen kann und so keine äußeren Narben entstehen. Der Eingriff dauert gut 1,5 Stunden und es läuft dezent ein bisschen Musik. Das führt zu einer entspannten Atmosphäre für den Patienten und mich – das macht mir einfach Spaß! (Lacht) ◊◊◊

INFO

Dr. med. Kai Rezai Ist Dermatologe aus Leidenschaft und beobachtet sehr genau die Progression seines Fachs, um seinen Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten. Darüber hinaus verhilft er mit seinen Beauty-Anwendungen zur natürlichen Schönheit. hautarzt-muenster.de


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DOMINIK IRTENKAUF BERATSCHLAGT MIT GROSSSTADTGEFLÜSTER DIE REIZE EINES GEMÜTLICHEN STADTLEBENS Es gibt nicht nur ein Stadtgeflüster in Münster, nein – auch ein Grossstadtgeflüster in Berlin. Das Trio veröffentlichte im letzten August das neue Album „Trips & Ticks“, aber es ging eigentlich gar nicht so sehr um den Zungenbrecher. Positive Assimilation könnte man es nennen, wenn die Zunge nicht bereits gebrochen wäre. Auf Deutsch: eine freundschaftliche Annäherung zwischen zwei Stadtgeflüstern. Eine Gegensprechanlage, die eben nur funktioniert, wenn am anderen Ende der Leitung auch jemand abnimmt. Jen Bender, Gesang, beantwortet den Anruf im bandeigenen Studio. Gemeinsam erklimmen wir den Kreuzberg, lassen den Blick streifen, erblicken die „Fickt-euch-Allee“ und entdecken in der 3,6-Millionen-Stadt ein Maximum an Gefühlen.

GEGENSPRECHANLAGE Was passiert, wenn Stadtgeflüster auf Grossstadtgeflüster trifft? Ich bin auf jeden Fall gespannt (Lacht)! Die Frage kommt ja immer wieder auf, wo euer Name herstammt. Als wir das erste Album fast fertig hatten, stellte sich die Frage, welchen Bandnamen wir uns geben. Auf unserem Debüt gab es einen Titel dieses Namens, wovon wir unseren Bandnamen abgeleitet haben. Mein Vorschlag war ja ursprünglich „Kaktus und Kaktussi“. Das setzte sich aber nicht durch, leider! (Lacht) Wir sind nämlich basisdemokratisch. Am Ende ist es ja wumpe, wie man sich nennt. Man lädt den Namen entsprechend auf. Da wir schon so lange damit herumlaufen, habe ich zu ihm ein ähnliches Verhältnis wie zu meinem bürgerlichen Namen – nämlich kein besonderes. Aber ich fühle mich angesprochen. Hat denn das Grossstadtgeflüster mit Berlin zu tun? Zwei Drittel von euch kommen ja aus Berlin. Ja, zwei von uns sind Ur-Berliner und der

andere von uns ist mittlerweile auch von hier. Nach 20 Jahren Berlin kann man das durchaus behaupten. Berliner ist ja, wer sich bei uns zu Hause fühlt. Das ist das Schöne an so Großstädten, dass sich da alles Mögliche mischt. Wie nimmst du Berlin aktuell wahr? Es war lange eine Stadt, in der viele Freigeister oder Chaoten beziehungsweise Menschen mit wenig Mitteln, aber vielen Ideen, ihren Zufluchtsort gefunden hatten. Das macht die Stadt aus – und wir sind ein Produkt dieser Stadt, eines von sehr vielen. Ich glaube aber, dass dieses Bild auch genausogut aus anderen Städten kommen könnte. Ich halte nichts vom Städte-Hype, auch gar nichts vom Berlin-Hype, muss ich ehrlich sagen. Dein Verhältnis ist also ein anderes? Es ist meine Heimatstadt und sie hat sich in den letzten fast 40 Jahren immer wieder verändert. Und wird es auch immer wieder. Ich bin nun mal hier geboren und gelandet. Wäre ich in Oldenburg oder Hamburg gelandet, wäre es sicher anders geworden.


Fotos: Christoph Mangler

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Das Grossstadtgeflüster plaudert mit dem Stadtgeflüster Manche Orte sind in der Musik immer besondere Orte. Aber das hängt häufig damit zusammen, dass sich die Künstler eben dort treffen, weil z. B. ein Produzent vor Ort ist. Ja, das ist eher zufällig. Bei der elektronischen Musik, in der wir uns ja auch ein Stück weit bewegen, war es Anfang der 90er so: Es gab in Berlin und Frankfurt am Main die Klubs und die Leute haben sich in diesen getroffen. Ist häufig so, dass irgendjemand irgendwo mit einer Sache durch die Decke geht. Allmählich pilgern alle Menschen dann nach Nashville, weil der Typ, der das durch die Decke gebracht hat, eben aus Nashville kommt (Lacht). So in etwa. Und der Star-Produzent schafft den charakteristischen Sound. Das machen am Ende stets die Menschen. Das gilt auch für Berlin. Die Leute kommen ja von überall her. Der rebellische Geist, der in Berlin umgeht, wird von Menschen kreiert, die jetzt gar nicht unbedingt Berliner sind. Das ist dann einfach nur der Ort, an dem das geschieht.

Denkst du, dass der rebellische Geist in Berlin immer noch vorhanden ist? In Künstlerkreisen hat Berlin sicher noch etwas Rebellisches, aber ständig verändert sich etwas. Wie gesagt: Die Rebellion hängt von den Leuten ab und die kann auch sehr gut in Kleinstädten und auf dem Land starten. Den Menschen wird es dort zu langweilig und sie sagen, ich muss jetzt in die nächstgrößere Stadt. Das ist eine logische Konsequenz. Köln wird vielleicht doch zu klein, dann überlegt man sich, ob man in Berlin Zwischenstation macht, bevor man nach New York oder Tokio geht. Manche ziehen (sich) auch aufs Land zurück. Ja, das ist dann eher das B-Stadium. Wenn du angekommen und älter bist, deine Kinder möglicherweise schon aus dem Haus, brauchst du es nicht mehr ganz so wuselig. Zunächst ist man jung und denkt, man sei unsterblich und will das Maximum an Gefühlen. Dafür bietet sich eine Stadt sehr gut an. Es wuseln wunderbar viele Menschen in solch einer


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Großstadt herum und du kannst natürlich hervorragend in der Anonymität verschwinden. Stichwort Anonymität: Ihr macht viele Videoclips, die Footage aus Berlin integrieren. Ihr seid also durchaus auf eine bestimmte Stadt lokalisierbar. Was denkst du? Zwangsläufig, weil wir für unsere Videos jetzt nicht in die Wüste fliegen, um dort einen ästhetisch anspruchsvollen High-Gloss-Clip aufzunehmen. Das passt sowieso nicht gut zu unserer Musik. Strenggenommen machen wir nur Quatsch. Wir zücken einfach unsere Handys und filmen uns zum Beispiel vor der Tür – oder wenn wir von irgendeiner Kneipe nach Hause torkeln. Natürlich werden wir in unserer Musik geprägt von dem, was uns umgibt. Wenn wir nicht gerade im Tourbus sitzen, ist das eben diese Stadt. Hätten wir uns stattdessen gemeinschaftlich entschieden, nach Bonn zu ziehen, würde man in unseren Clips ständig Orte sehen, die man aus Bonn kennt. Oder Münster.

Bonn ist ja eher klein. Da hättet ihr nicht so viel Auswahl wie in Berlin! Wie auch immer. Da, wo wir uns aufhalten, ist immer der Hintergrund für unsere Videos. Das ist in dem Fall eben die Stadt Berlin. Der Titel eures Songs „Fickt-euch-Allee“ ist natürlich ein Wortspiel. Aber lässt sich diese Allee schon in einer bestimmten Stadt verorten? Nee, die Fickt-euch-Allee kann wirklich überall sein. Die ist ja in unseren Herzen. (Lacht) Ich habe den Schriftzug neulich gesehen, in Kreuzberg irgendwo? Na, den siehst du vor allem, wenn du ins „Lido“ gehst. (Lacht) Genau. Die „Skalitzer Straße“ ist definitiv in Kreuzberg zu finden. In dem Lied tauchen Radfahrer auf, die sich ziemlicher Gefahr aussetzen. Berlin als Todespflaster für Radler?

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Tatsächlich ist der Spruch „Ich bin zwar tot, aber hatte Vorfahrt“ auf der Skalitzer rausgeplotzt. (Lacht) Es ist praktisch nicht schwer, auf der Skalitzer umgenietet zu werden. Grundsätzlich in Berlin. Aber auch da haben wir das Bild für unsere Zwecke, ich sage mal: missbraucht. Das ist metaphorisch zu sehen. Im Straßenverkehr wird das einfach überdeutlich, sehr bildhaft, wie wir alle – und da will ich mich gar nicht ausnehmen – immer wieder in unserer eigenen Ich-Blase gefangen sind. Du meinst Rücksichtslosigkeit? Genau. Man geht eher davon aus, dass man selbst im Recht ist. Darauf verlässt man sich in dem Moment, statt mit einer Grundoffenheit und -empathie eine Situation auszuloten, wie jetzt für alle Beteiligten das maximal menschliche Miteinanderumgehen wäre. Im Straßenverkehr wird das häufig sehr deutlich. Besonders, wenn man unter Zeitdruck von A nach B kommen muss, zeigt sich dieser unschöne Charakterzug. Manchmal bricht das Tier einfach mal aus. Wir haben dieses Bild benutzt, um ein generelles Verhalten zueinander zu visualisieren

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Dann ist Grossstadtgeflüsters Musik so ein bisschen der Soundtrack zur Stadt, um runterzukommen? Weil ihr das nicht total ernst präsentiert? Das würde ich nicht nur auf die Großstadt münzen. Irgendwer, weiß gerade nicht, wer genau, hat mal gesagt: Humor ist der Knopf, der verhindert, dass der Kragen platzt. Natürlich könnte ich da mit der metaphorischen Kettensäge hantieren, um meinen Platz in diesem Leben zu zementieren. Aber da komme weder ich weiter, noch macht das wirklich Spaß. Ich glaube schon, dass Humor ein gutes Mittel zum Zweck ist, um die Scheiße der Welt erträglich


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Am 27.03. ist die Band im Skaters Palace zu machen. Um auch den Perspektivwechsel auf bestimmte Situationen möglich zu machen. Den Puls ein bisschen in den Griff zu kriegen. Puls ist dann der Beat, wäre dann auch wieder Musik. Da schwingt immer ein wenig mit, dass man gewisse Sachen nicht richtig ernstnimmt. Wir polarisieren natürlich. Damit kann man Menschen herrlich auf die Füße treten! Eure Musik ist vielgestaltig. Bei einigen Stücken kommt Hip-Hop durch, dann aber wieder

tauchen Elemente auf, die dem „widersprechen“. In Interviews taucht wiederholt NDW als Schlagwort auf. Wahrscheinlich führt gerade dieser Mix zu wiedererkennbaren Songs? Schön, dass du das sagst. Freut mich. Apropos Songs: Wie entstehen diese? Kommt Raphael mit neuen Beats an und ihr schaut nach Texten? Ihr seid ziemlich flott – das neue Album kam im August und ihr steht schon wieder im Studio? Wir setzen uns nie hin und sagen: So, jetzt fangen wir an, ein Album zu schreiben.


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Alles, was zwischen Exzess und Gemütilichkeit stattfindet, ist optimal Tatsächlich entstehen unsere Songs stets einfach so. Der Großteil der Beats stammt von Raphael, aber ich mache auch Beats. Dann hat jemand eine Textidee – der Großteil kommt da von mir, so manches Mal aber auch von Raphael. Das sind dann Schnipsel – manchmal sind es textliche Schnipsel, manchmal Beatschnipsel. Irgendwann sitzen wir zusammen und versuchen, die Dinge miteinander zu verbinden. Machen daraus einen Song. Das klingt doch entspannt? Irgendwer macht was und jemand anders kommt rein, meint: Das ist geil! Jetzt hat mich gerade die Muse geküsst und entweder habe ich gerade Zeit oder ich nehme sie mir einfach. Dann flasht man herum – und wenn man das Gefühl hat, das macht gerade Spaß, macht man weiter. Und wenn man das Gefühl hat, das macht gerade keinen Spaß, hört man wieder auf. Wann ist ein Album beisammen?

Nach einer Weile haben wir ausreichend Songs und sagen: Jetzt setzen wir uns hin und machen fertig! Wir schwanken immer wieder zwischen spontanem Dilettantismus und verkrampfter Perfektion. Der größte Kraftakt momentan liegt darin, darauf zu achten, dass die Band ein Hobby bleibt, weil genau das sollte sie auch. Es soll sich nach Freizeit anfühlen! Gemütlichkeit ist für euch auch wichtig? Auf jeden Fall! Also alles, was zwischen Exzess und Gemütlichkeit stattfindet, und natürlich die beiden Extreme. Das geht doch allen Menschen so, oder? (Lacht) Es gibt ja Bands, die ständig Tour-AlbumTour machen. Aber ihr braucht schon diese Lässigkeit? Ja klar. Aber uns gibt es seit mittlerweile 16 Jahren und da haben wir uns diese Komfortzone schaffen können. Das ist ein wahnsinniges Glück, da wir uns maximal unabhängig gemacht haben. Wir haben ein


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Studio und unsere Partner sind über die Jahre in unser Konstrukt reingewachsen. Die wissen also genau, auf welchen Chaotentrupp sie sich einlassen, nämlich auf Menschen, mit denen man eigentlich nicht rechnen kann.

» Ich halte gar nichts vom Berlin-Hype! « Das funktioniert? Ja, klar! Wir kommen irgendwann mit etwas um die Ecke. „Hallo! Fertig!“ Dann müssen die damit etwas veranstalten – oder auch nicht. Im Regelfall ist es ja so, dass du als Musiker auf eine Plattenfirma, auf Geldgeber, auf Studios und Produzenten, die Zeit für dich haben, angewiesen bist. Das muss alles sehr langfristig geplant werden. Das braucht mindestens ein halbes, wenn nicht ein ganzes Jahr, bis das fertige Album rauskommt. Das verändert sich gerade durch die ganze Digitalisierung. Das spielt auch uns total in die Karten. Ihr seid da nicht in diesem Trott gefangen gewesen? Wir haben uns dem verweigert. Wir haben aber das Glück, dass wir damit durchgekommen sind. Das ist häufig mehr Glück als Verstand. Ich weiß nur, dass ich mit meiner Musik und meiner Band solch ein Leben nicht wollte, sonst hätte ich lieber etwas Anständiges gelernt, wo meine Versi-

cherung bezahlt wird und man eine solide Rente bekommt. Hätte jemand doch Druck ausgeübt, hättet ihr auf eure Texte verweisen können, in denen eure Haltung als Band durchkommt?! Ja, wir hätten uns auf keinem Fall diesem Druck ausgesetzt! Weiter so! Danke fürs Gespräch. Gerne. Hat Spaß gemacht. ◊◊◊

INFO

GROSSSTADTGEFLÜSTER Bestehen aus drei Personen: Jen Bender am Gesang, Raphael Schalz am Keyboard und seit 2008 Chriz Falk an den Drums. Sitzen häufig im eigenen Studio, schreiben und produzieren für andere Bands, als Hobby betreiben sie am selben Ort und auch in der Welt Grossstadtgeflüster seit 2003. Mit einigen Songs schlugen sie videocliptechnisch in Millionendimensionen vor. Schaut es euch an! Ach so, und man schreibt tatsächlich den Bandnamen ohne „sz“ oder wie mancher dazu sagt: „das scharfe S“. Die Welt ist nie einfach einfach. Mit ihrem aktuellen Album „Trips & Ticks“ gehen Grossstadtgeflüster ab Ende März auf Tour und spielen am 27.03. auch im Skaters Palace zu Münster. grossstadtgefluester.de


Fotos: AndrĂŠ Stephan


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Thorsten sitzt sprachlos mit Kai IM Rick‘s Café. Kai*, 38, war mal Schaffner und hat total müde Augen. Ginge er auf der Straße an dir vorbei, würdest du ihn nach zwei Sekunden vergessen haben. Das ist aber wahrscheinlich auch der Grund, warum Kai in dem, was er tut, so gut ist. Kai klaut Fahrräder. Früher im großen, heute im kleinen Stil, für den Kick, für zwischendurch. Kai trinkt seinen Latte wie ein ehrlicher Mann, aber er ist keiner. Er sitzt mir in Rick’s Café gegenüber. Ich seh‘ aus wie immer, Kai trägt ein weißes Polohemd mit obligatorischem Stehkragen. Auf dem Weg draußen steht ein nagelneues Mountain Bike mit Carbonrahmen, das er unauffällig zu beobachten versucht.

breaking bad! Wie bist du heute hier? Haha, sehr geistreich.

Nein, ich habe es sichergestellt. Ich wollte es bei der Polizei abgeben.

In Münster gibt es geschätzt etwa 600.000 Fahrräder. Und?

Halt, Moment, ihr habt doch sicher einen speziellen Aufbewahrungsraum für solche Sachen? Stimmt, aber in Reckenfeld war Baustelle.

Naja, da frage ich mich schon ... ... wie viele ich davon geklaut habe? Genau. Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Bei den ersten 20 habe ich noch gewusst, wie viele. Mit Reckenfeld** fing es damals an. Ich war ja Zugbegleiter***. Endstation war häufig Reckenfeld. Was ist passiert? Eigentlich nichts, ein Fahrrad blieb stehen. Ein Fahrrad blieb stehen? Ein Fahrgast hat es stehenlassen. Wie das eben öfter mal vorkommt. Das hast du dann geklaut?

Dann geht man natürlich sofort zur Polizei. Klar. Ja, aber dann kam’s: Ich musste ein Formular ausfüllen, auf dem stand, dass ich, wenn sich nach einem halben Jahr keiner gemeldet hat, das Fahrrad behalten könne. Dann konnte ich mit dem Fahrrad gehen. Einfach so, Zack. Hat sich jemand gemeldet? Nö. Aber ein paar Wochen später blieben wieder Räder über! Zwei sogar. Von einem Pärchen, das mir zuvor schon aufgefallen ist. Aufgefallen? Ja, mir war schon klar, dass die was anderes im Kopf hatten als Speichen!


Warum hast du sie nicht an die Fahrräder erinnert? Konnt’ ich ja nicht! Als ich die Räder entdeckte, waren die beiden schon ausgestiegen, da war es zu spät. Also hab’ wieder ich am Ende der Fahrt die beiden Räder mit rausgenommen.

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Und dann, wieder zur Polizei? Nein, ich bin gleich nach Hause. Ich war total müde und wusste ja eh, was passieren würde, wieder ein Formular, ein halbes Jahr warten und so weiter und so fort. Ich dachte, das kann ich ja am nächsten Tag noch erledigen. Haste aber nicht? Hab’ ich nicht, genau. Auch am übernächsten Tag nicht. Ich dachte, irgendwie können die mich mal. Wieso soll ich immer diese ganze Schlepperei machen?

» Wie so ’ne Heuschrecke war ich im Grunde. « GOLDSCHMIEDEKUNST Kreuzstraße 33 Tel.: 43856 mueller-tenckhoff.de

Was hast du mit den Fahrrädern angestellt? Mit dem ersten bin ich einfach ab und zu rumgefahren, es war ja der Polizei bekannt, dass ich es gefunden hatte. Also wenn sie mich kontrolliert hätten, wäre das kein Problem – nehm’ ich an. Und mit den anderen Fahrrädern? Mit den beiden anderen Fahrrädern habe ich erst mal nichts gemacht. Die standen nur so rum bei mir im Wohnzimmer.

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Wohnst du alleine? Damals ja, heute nicht. Ich fand das schön, zwei Fahrräder einfach so im Wohnzimmer stehen zu haben. Von Leuten, die die einfach vergessen, so als wäre das nichts – und sich aber dann hinterher aufregen. Also hab ich die


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So schnell geht das! eher als Rache für all die vergessenen Fahrräder, die ich schon schleppen musste, angesehen. Nach ’ner Weile habe ich die allerdings gar nicht mehr richtig wahrgenommen. So wie wenn man was zu oft sieht, dann wird man da manchmal blind für. Du hast sie also nicht verkauft? Ich sagte doch, nach einer gewissen Zeit fallen sie einem nicht mehr auf. Und dann können

sie ja eigentlich auch weg, oder nicht? Durchaus logisch. Also hast du sie dann verkauft? Ja. Eins habe ich einem Bekannten verkauft, das andere auf eBay. Also beides Leute, die ein günstiges Fahrrad sehr gut gebrauchen konnten, ein Schnäppchen eben. Ich wollte ja nicht einen großen Gewinn machen damit. Sollte eigentlich eher eine gute Tat sein. War’s ja auch dann quasi.


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» Nach einiger Zeit hatte ich im Abteil ständig eine kleine Reisesackkarre deponiert, und die habe ich dann benutzt. So konnte ich zwei Fahrräder auf einmal transportieren! «

Fielen dir noch mehr Räder zum Opfer? Dein Kontaktmann erzählte mir, dass du geradezu süchtig bist. Aber bei drei Fahrrädern? Mal ehrlich, nach organisiertem Verbrechen klingt das jetzt aber nicht gerade. Pass auf, nach diesen beiden Erlebnissen war es so, dass ich mehr und mehr in kleinen Bahnhöfen sowas wie Ausschau hielt nach Fahrrädern. Eines Abends sah ich etwa zwei Meter vom Bahnsteig ein einsames in einem kleinen Radständer stehen. Und dann Zack, innerhalb einer Sekunde schnappte ich mir das Rad und ab in den Zug damit. Guck noch nach links, nach rechts, nichts! Ich starrte die ganze Fahrt über auf das rostige Ding, war aber irgendwie total super drauf! Du warst high, Mann, fahrradhigh! Hast du dir das Teil auch ins Wohnzimmer gestellt? Erst ja, aber es war anders, das Gefühl war nicht mehr dasselbe. Darum hab ich’s gleich verkauft. Wieder bei eBay? Nein, nein, einem anderen Bekannten, beziehungsweise einer Bekannten. Hast du keine Angst, dass deine Bekannten von der Polizei damit angehalten werden? Deshalb habe ich das auch nicht mehr

getan. Das hätte dann schnell sogar auf mich zurückfallen können! Du hast danach aufgehört, Fahrräder zu klauen? Ich habe aufgehört, sie Freunden zu verkaufen. Aber ist es nicht auch über eBay etwas unsicher für dich? Darum ist es am vernünftigsten, wenn ich Einzelteile verkauft habe. Da war alles sicher und ich kriegte sogar mehr Geld. Wie so ’ne Heuschrecke war ich im Grunde. Bist du stolz auf dich? Wegen der Fahrräder jetzt? Ein wenig schon, denn wenn man mal ehrlich ist, habe ich ja mit einem Fahrrad ganz viele Leute glücklich gemacht. Die konnten alle ein Schnäppchen machen, mal ein günstiger Lenker, mal günstige Griffe und was nicht alles. Da kommen locker auf ein Fahrrad 20 Leute, die was davon haben. Ich würde also schon sagen, dass ich stolz bin – wie Robin Hood stolz war, vielleicht ein bisschen. Aber gab Robin Hood das Geld nicht den Armen? Du hingegen behältst ja das Geld für dich. Das kann man auch anders sehen.


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Wie denn? Robin Hood hat nämlich nicht Geld verteilt, er hat Beute verteilt. Und das war eben manchmal Geld und manchmal auch eine Kutsche vielleicht. Aber Robin Hood hat kein Geld für die Kutsche genommen. Weißt du’s? Ehrlich gesagt, nein. Wie ging es nach den ersten drei Fahrrädern dann weiter? Vier, es waren vier Fahrräder. Ich bin schon ganz durcheinander. Also wie ging es weiter? Ganz einfach eigentlich. Ich stieg ja an den Bahnhöfen aus, gab Signale. Und da gab es dann genug Momente. Ich fiel auch gar nicht auf, ist ja klar. Ich wurde immer besser. Nach einiger Zeit hatte ich im Abteil ständig eine kleine Reisesackkarre deponiert, und die habe ich dann benutzt. So konnte ich zwei Fahrräder auf einmal transportieren!

Weil ich doch nicht mehr im Zug arbeite! Und heute? Nein. Obwohl, manchmal ehrlich gesagt, so wie man eine gute Zigarette raucht ab und zu. Was?! Aber keine teuren, ich will ja keine Armen ärmer machen. Im Gegenteil. Ich muss jetzt unbedingt eine rauchen, danke für das Gespräch. ◊◊◊ * Kai: Name von der Redaktion geändert. ** Reckenfeld: Den Ortsnamen mussten wir aus verständlichen Gründen ebenso ändern. *** Zugbegleiter: Die Berufsbezeichung stimmt natürlich, aber natürlich kann es jede x-beliebige Bahngesellschaft sein, die im Interview angesprochen wird.

Bist du mal erwischt worden? Nein. Aber es war knapp. Über welchen Zeitraum reden wir? Das war im März, das weiß ich noch. Und es war 2009. Aufgehört habe ich letztes Jahr. Also insgesamt von März 2009 bis März 2010 bis März 2011 und dann bis Oktober. Also etwa zweieinhalb Jahre. Warum hast du aufgehört? Ich arbeite ja nicht mehr für die Bahn. Hast du gekündigt? Gegenseitig. Wir haben uns gegenseitig getrennt. Wie sowas eben vorkommt im Geschäftsleben. Aber das ist mir zu privat, da möchte ich nicht drüber reden. Das ist doch wohl eher geschäftlich. Ja, aber trotzdem. Aber warum hast du nun aufgehört? Zu klauen, meine ich.

INFO

kai der fahrraddieb Kai ist 38 Jahre alt, unverheiratet, aber kein Single mehr, er arbeitet heute im Herzen Münsters in einem, wie er sagt, „gesunden“ Supermarkt. Mit achtzehneinhalb Jahren schloss Kai eine Ausbildung zum Bürokaufmann im elterlichen Kleindruckereibetrieb in Altenberge ab. Danach Bundeswehr, von der er noch heute gerne erzählt – wie er selber sagt. Doch schon nach einigen Wochen schied er wegen einer Allergie aus. Wieder zurück in Altenberge besuchte er die Dorfkirmes und kaufte sich sogar ein Lotterielos. Und ausgerechnet Kai gewann den Hauptgewinn, eine Wochenendbahnreise Erster Klasse nach Enkhuizen in Holland – bezahlt von einer ansässigen Maschinenbaufirma. Diese Erste-Klasse-Bahnfahrt sollte Kais Leben verändern, denn die Erste Klasse ließ ihn nicht mehr los. Und so stand er einige Monate später, nach einer erneuten und diesmal recht übersichtlichen Ausbildung, erstmals in voller Montur in der Ersten Klasse und kontrollierte stolz die Fahrkarten. Und der Rest ist Geschichte ...


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Tom feuerstacke und Ulrike meintrup führen ein ganzheitliches Gespräch Wer hätte gedacht, dass das Kinderspiel „Reise nach Jerusalem“ im weitesten Sinne Anwendung findet in der alten fernöstlichen Wissenschaft des Feng-Shui, dem Weg von Wind und Wasser. Stühlerücken bildet dabei den Anfang, doch wie man sich denken kann, macht das lediglich einen Teil aus. Vor dem Verschieben der Möbel stehen der Mensch und der Raum, in dem er sich bewegt – und eine komplexe Berechnung. Es ist …

Die Lehre der Harmonie Ulrike, Feng-Shui ist die Leidenschaft, die du zu deinem Beruf gemacht hast. Du bist dermaßen überzeugt von dieser Wissenschaft, dass du deinen letzten Arbeitsplatz verlassen hast. Hat Feng-Shui im weitesten Sinne etwas mit Biologie, mit der Natur zu tun? Durchaus. Es beschäftigt sich aber auch mit Nachhaltigkeit. Es ist eine Wissenschaft, die für sich steht, in der verschiedene Gesichtspunkte betrachtet werden und zum Einsatz kommen. Es geht um den Menschen, die Natur und den Himmel. Es geht um alles, was uns umgibt, was um uns herum geschieht. Diese ganzheitliche Sichtweise ist es, was mich besonders interessiert. Wenn ich von Biologie spreche, geht es auch um Abläufe, die das Leben steuern. So stelle ich mir das im Weitesten auch beim FengShui vor? Man kann das durchaus so sehen. Es ist die ganzheitliche Betrachtung des Menschen in Verbindung mit der Erde und dem Himmel. Darin liegt auch der Unterschied zu vielen Wissenschaften hier in der westlichen Welt. Worin genau? Letztendlich ist der Unterschied darin begründet, dass in der westlichen Wissen-

schaft immer einzelne Aspekte betrachtet und erforscht werden. Während in der fernöstlichen Lehre die ganzheitliche Sichtweise in Betracht gezogen wird. Da wir uns im Feng-Shui mit verschiedenen Energien beschäftigen, ist das Ganze so komplex. Wir beobachten Lebensabläufe von Menschen, die Räume, in denen sie sich bewegen. Am Ende wird eine wissenschaftliche Prognose erstellt. Feng-Shui ist so breit und so komplex, dass Menschen, die den Hintergrund dieser Lehre nicht kennen, völlig überrascht sind, wo sie überall ihre Anwendung findet. Letztendlich ist sie ein Tool, das vorhandene Energien, die dich umgeben, optimiert. Wie bist du an Feng-Shui geraten? Ich habe das Buch „Entrümpeln nach FengShui“ gelesen. Sofort habe ich angefangen, meine Wohnung aufzuräumen und zu entrümpeln. Das Ganze liegt viele Jahre zurück. Während ich beruflich nach Hamburg ging, besuchte ich drei Seminare und merkte, dass ich davon nichts verstehe, und habe mich nicht weiter damit beschäftigt. Mit meiner Rückkehr nach Münster lud mich eine Freundin zu einem Vortrag ein, bei dem ich zum dritten Mal mit dieser Wissenschaft in Berührung kam. Das brachte mich dazu, mich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen.


Bevor wir beide in die Materie eintauchen, sage ich dir, was ich über diese Wissenschaft weiß: Sie kommt aus China und wird im gesamten asiatischen Raum angewendet. Die Bezeichnungen sind verschieden. Am Ende richtet man seine Wohnung so ein, dass sie im Einklang mit der Person steht und ein Gleichgewicht herrscht. Können wir so eine Ebene finden, auf der wir uns beide bewegen? (Lacht) So lässt sich das sicherlich vereinfacht darstellen. Du arbeitest mit den fünf Elementen. Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer. Die befinden sich in deiner Wohnung, in deiner Umgebung, in deinem Geburtsdatum – und finden ihre individuelle Anwendung. Am Ende legt man das Profil der Person über das Profil des Raumes, in dem sie sich bewegt. Das war sicherlich der Grund, warum man Feng-Shui eine Zeit lang in die esoterische Ecke gestellt hat: weil es nicht nur das Verschieben von Möbeln oder das Einrichten von Wohnungen oder Räumen mit sich brachte. Es war eine Betrachtung der Persönlichkeit im Raum.

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» Wir betrachten Lebensabläufe von Menschen und Räumen. « Was war der Grund, dass es aus der Esoterik-Ecke herauskam? Sicherlich als man feststellte, dass es um mehr geht, als nur ein paar Möbelstücke in die Ecke zu schieben. Es ist eine komplexe wissenschaftliche Formel, über einen Kompass, seine Himmelsrichtung und die fünf Elemente. Es fließen Daten der Menschen, Grundrisse von Räumen, Häusern oder Büros in meine Berechnungen ein. Diese Details lege ich übereinander, damit sich die Person so einrichten kann, dass sie sich in ihren vier Wänden oder am Arbeitsplatz besonders wohlfühlt. Schwer vorzustellen, dass gewisse Berechnun-


Fotos: Ulrike Meintrup

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Am Anfang stand das Buch. Entrümpeln nach Feng-Shui gen dafür sorgen, wie man etwas einrichtet oder wann sich ein Mensch wohlfühlt? Du musst dir das vorstellen, dass es Leute gibt, die vor einer roten Wand stehen und sich wohlfühlen. Wiederum andere kommen in den Raum, sehen die rote Wand – und gehen wieder raus. Jeder Mensch spürt, ob er sich in einem Raum aufhalten möchte, und innere Ruhe findet, oder nicht. Feng-Shui kann helfen, dass dieses für den Menschen zentrale Gleichgewicht in seinen Lebensräumen gefunden wird. So nebenbei gefragt: Wie oft bist du schon schreiend aus einer Wohnung gelaufen? Also es gibt Wohnungen, in denen ich war, wo ich schon dachte: Ach du je. Es gibt Räume, die sind weiß, schwarz und grau eingerichtet, was im Moment ja ganz gerne genommen wird. In diesen Farbkombinationen fühle ich mich persönlich zum Beispiel echt unwohl, während es anderen Menschen guttun kann. Doch schreiend? So extrem war es nie. Aber ich stand schon in Wohnungen, wo ich Hand anlegen und aufräumen wollte. In den 80ern war diese Wissenschaft eine dicke Nummer. Es gab ja kaum jemanden,

der nicht über Feng-Shui Bescheid wusste, nicht direkt sein Haus umbauen wollte, um ja keine „bösen Energien“ anzuziehen. Es gab Menschen, die haben ihr Haus auf Basis dieser Wissenschaft planen und bauen lassen. Im Rahmen der Recherche zum Thema las ich, dass es in China ganze Orte gibt, die nach der Lehre konzipiert und angelegt wurden. Wie wird sowas umgesetzt, wenn Personen und Räumlichkeiten eine Rolle spielen und an einem Ort ja schon Menschen leben? In der Stadtplanung geht es nicht um die Einzelperson, sondern um das große Ganze. Es gibt Orte, die sind gar nicht nach Feng-Shui geplant, aber sind so angelegt, als hätte man diese Wissenschaft angewendet. Ein Beispiel dafür ist München: Die bayrische Landeshauptstadt ist ein Ort mit sehr viel Wohlstand und hat exakt die Landschaftsform, die aus Feng-Shui-Sicht perfekt ist. Die Berge sind im Rücken und Wasser davor. München liegt ideal. Genau das haben die Asiaten versucht, wenn sie Orte geplant und angelegt haben: eine ideale Lage zu finden. Gibt es außerhalb Asiens einen Ort, den du kennst, der bewusst nach Feng-Shui angelegt oder gebaut wurde?


Vielen Menschen ist nicht klar, dass das Ganze absolut bezahlbar ist Da kenne ich keinen. Wobei ich davon überzeugt bin, dass es helfen würde, wenn man kleinere Orte so anlegen würde, dass man Feng-Shui berücksichtigt. Wie alt ist diese Wissenschaft? Circa 3000 Jahre. Sie war damals nur den Kaisern und hochstehenden Persönlichkeiten vorbehalten. Das war sicherlich grenzwertig, dass man den unteren gesellschaftlichen Schichten diese Kenntnisse nicht zur Verfügung gestellt hat. Ich habe gelesen, dass Feng-Shui angewendet wurde, um Grabstätten zu errichten, damit die Toten sich auf ihrer letzten Reise wohlfühlen. Anwendung findet diese Wissenschaft sogar in der traditionellen chinesischen Medizin, die sich ja mit der Ganzheitlichkeit befasst. Dabei ist interessant, dass es bei dieser holistischen Sichtweise seinerzeit darum ging, dass der Kaiser gesund bleibt. Also wurde der Mediziner nur bezahlt, wenn der Souverän gesund war. Wurde der Kaiser krank, gab es kein Geld – weil der Feng-Shui-Meister aus Sicht der

Chinesen etwas falsch gemacht hatte. Ganz anders als bei der Schulmedizin. Wie gesagt: Es geht darum, einfach eine andere Sichtweise anzuwenden, mit der man eventuell präventiv gewissen Gefahren entgegenarbeitet. Jetzt noch mal für mich: Fünf Elemente, mein Geburtsdatum – und du sorgst dafür, dass ich mich in der neuen Wohnung fühle … Über dein Geburtsdatum bestimme ich, welches deine Elemente sind. Gleichzeitig schaue ich mir Räume an, in denen du dich bewegen wirst, und versuche, die Elemente miteinander auszugleichen. Wie das? Die Elemente stehen für verschiedene Formen, Materialien und Farben. Sie repräsentieren aber auch Organe des Körpers. Also richten wir das Ganze so aus, dass sich die Person im Gleichgewicht befindet. Welchen Teil der Geburtsdaten brauchst du denn? Tag, Monat, Jahr. Gerne die Stunden, Minuten und den Ort.


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Das klingt aber deutlich nach Stasi-Methoden? (Lacht) … oder welche Frau verrät dir gerne ihr Alter … Wenn du das beste Ergebnis willst, brauche ich diese Daten. Bei mir gilt die Schweigepflicht und es geht nichts an Dritte. Was mich die ganze Zeit interessiert: Bevor Menschen zu dir kommen, lassen die einen Wünschelrutengänger durch ihren Garten laufen? Oder sind sie erst bei dir und danach kommt der Wünschelruten-Ansatz? (Lacht) Du glaubst es nicht. Auch ich kann Wasser unter der Erde mit einer Rute prüfen. Das lernen wir alle. Es ist wichtig, das zu können, weil Wasser die stärkste Energie hat, sowohl positiv wie negativ. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um zu schauen, wie Adern verlaufen. Im Normalfall sind es Kunden, die bereits in Berührung mit Feng-Shui gekommen sind. Wenn diese umziehen oder ein Haus bauen, werde ich in die Planung einbezogen.

» ich befand mich schon in Wohnungen, wo ich Hand anlegen und aufräumen wollte. «

nung lassen wollte. Der Mann wanderte nachts dauernd aufs Sofa aus. Nachdem ich eine Messung vorgenommen hatte und die Berechnungen vorlagen, war mir klar, warum. Trotz seiner anfänglichen Skepsis konnte ich ihm das erklären. Es wurden daraufhin im Haus die Zimmer getauscht. Seitdem schlief der Mann wunderbar – und meine Kundin war happy. Das russische Feng-Shui hätte gesagt: „Trink abends eine Flasche Wodka und du schläfst.“ (Lacht) Hilft sicherlich auch. Führt vermutlich nur schneller zum ewigen Schlaf. Spaß beiseite. Wenn du so tiefgreifende Probleme löst, ist das ja der Hammer. Es ist ein Problemlöser, ja. Oder sagen wir es anders: Es kann einer sein. Wenn man hinterher ruhiger schläft, geht es einem ja insgesamt besser – das ist in allen Lebensbereichen so. Einfach mal verschiedenste Sachen ausprobieren, um ausgeglichen durchs Leben zu ziehen. Kann man sich das eigentlich gut leisten – und ist das sehr gefragt? Gut, dass du das ansprichst. Vielen ist gar nicht klar, dass sich das Ganze im überschaubaren Rahmen bewegt. Sagen wir so: Das Interesse wird größer, umso bekannter die Wirkung des Feng-Shui wird. Ich danke für das interessante Gespräch über ein Thema, das man kennt, das einem aber gänzlich unbekannt ist. Ich danke euch. ◊◊◊

Hast du auch Kurioses, von dem du berichten kannst? Kurios weiß ich nicht. Aber meine erste Klientin war schon etwas Besonderes. Worum ging es da? Ihr Mann litt unter Schlafproblemen. Sie hatte den Verdacht, dass es mit einer schlechten Einrichtung zusammenhängen könnte. Da sie mich kannte, bat sie mich, mir das anzuschauen, weil sie niemanden Fremdes in ihre Woh-

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DOMINIK IRTENKAUF ERÖRTERT MIT MICHAEL GERMAN DIE ARBEIT BEIM FBI Michael German verließ 2004 das FBI, da er im Kampf gegen den Terrorismus illegale Methoden aufdeckte und sich darüber bei seinen Vorgesetzten beschwerte. Er berichtete zudem dem US-Kongress über diesen Machtmissbrauch. German arbeitete unter anderem als Undercoverermittler gegen weiße Rassisten. Darüber wie auch über die Mängel des FBI schrieb er Bücher. Heute unterrichtet er Juristen und macht sich für einen Ausgleich zwischen Bürgerrechten und Verbrechensbekämpfung stark.

UNDERCOVER Den Erstkontakt mit Terrorismus hatten Sie durch Ihre Undercover-Arbeit beim FBI. Wie haben Sie sich damals darauf vorbereitet? Das war nicht so einfach, dem FBI fehlten seinerzeit Informationen zur Gewalt von weißen Rassisten. Ich war bis zu einem gewissen Grad auf mich gestellt. Zudem beschäftigte ich mich mit der akademischen Literatur. Das war nicht weniger problematisch. Weshalb? Zu dieser Zeit gab es zwei verschiedene Schulen in der Terrorismusforschung: Eine bestand vorwiegend aus Psychologen und Psychiatern und behauptete, dass es mentale Einschränkungen seien, die Menschen zu diesen brutalen Verbrechen gegen Menschen veranlassen, gegen die sie keinen persönlichen Groll hegen. Die andere Schule war von Politikwissenschaftlern geprägt, die argumentierten, dass Terrorismus ein abschätziger Begriff sei, der verwandt wurde, um Aktivitäten von gewissen Oppositionsgruppen innerhalb eines politischen oder sozialen Konflikts zu beschreiben. Es herrscht viel Willkür bei der politischen Anwendung der Definition. Was sind hier die Hintergründe? Ich vermute, die meisten Ihrer Leser wissen

über die lange Debatte Bescheid, Terrorismus zu definieren. Einige Forscher und Lobbyisten haben versucht, eine Definition durchzusetzen, die alles integriert, was sie für gut befinden und alles ausschließt, was sie nicht in der Definition haben wollen. Wie war es damals, als Sie gegen die Neonazi-Gruppe undercover ermittelten? Damals gab es keine Anti-Terrorismus-Gesetze. Die amerikanische Justiz ging gegen Terrorismus vor, indem sie die Verbrechen, die Terroristen häufig begehen, unter Strafe stellte. Die Politikwissenschaftler argumentierten, Terrorismus sei Teil eines größeren politischen Konflikts. Man könne die Gewalt, die vom Staat als Terrorismus bezeichnet würde, nicht außerhalb ihres politischen Zusammenhangs untersuchen. In diesem kritischen Kontext traf man auf verschiedene Arten von Gewalt: Gewalt vom Staat, Polizeigewalt und kriminelle Gewalt. Warum ein Individuum an einem terroristischen Akt teilnimmt, konnte nur verstanden werden, wenn man es im Sachverhalt der politischen Situation untersuchte. Man kann zum Beispiel nur schlecht einen Terroristen in Nazideutschland mit einem Terroristen aus Nordirland vergleichen.


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Wie wandten Sie diese Erkenntnisse bei Ihrer konkreten Polizeiarbeit an? Wie gesagt, gab es damals keine Gesetze, die sich dezidiert mit Terrorismus beschäftigten. Mich interessierte daher nicht, ob jemand ein Neonazi oder Mitglied einer staatsfeindlichen Miliz gewesen ist. Mich interessierte: Verkauften sie illegale Feuerwaffen, stellten sie Sprengstoff her? Meine Aufgabe als Beamter der Bundesbehörde war, Beweise für diese Verbrechen zu sammeln. Es ging darum, Beweismaterial für Delikte und nicht für politische Überzeugungen zu lesen.

» Ich hatte mehr Angst davor, aus Versehen in die Luft gesprengt zu werden. « Ich kann mir vorstellen, dass Sie Ihre Identität als Undercover-Agent ändern mussten? Sicher. Undercoverarbeit ist jedoch mehr Kunst als Wissenschaft, auch wenn etwas Wissenschaft mit im Spiel ist. Ich arbeitete in meiner Karriere mit vielen hochtalentierten Undercover-Agenten zusammen. Jeder folgte einem eigenen Zugang zu dieser anspruchsvollen Arbeit, aber ich musste meine Persönlichkeit nicht zu sehr verändern. Sicher gebrauchte ich Wörter, die ich in meinem richtigen Leben nie benutzen würde, aber ich bot mich den Neonazis als jemand an, den sie rekrutieren konnten. Ich wurde aufgenommen und sie wiesen mich in ihre terroristischen Aktivitäten ein. Die Gruppe nahm sie vor allem aus praktischen Gründen auf? Sie war in der Tat sehr pragmatisch. Sie mussten eine Mission erfüllen. Der gewalttätige Arm der weißen Rassisten-Bewegung arbeitet ähnlich: Sie hatten eine Mission, die


Fotos: Pressefotos

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J. Edgar Hoover, der berühmt-berüchtigte FBI-Direktor sie erreichen wollten und sie suchten nach entsprechenden Tools, mit denen sie das Missionsziel erringen konnten. Sie nahmen mich als erfolgreichen Verbrecher wahr – so präsentierte ich mich ihnen. Natürlich wollten sie mich von ihrer Lehre überzeugen, aber das war zweitrangig. Sie brauchten mich vor allem als kriminelles Element. Gab es für Sie brenzlige Situationen? Jede Undercover-Ermittlung ist gefährlich. Insbesondere angesichts von Menschen, die schwer bewaffnet sind und Sprengstoff herstellen. Explosivmaterial ist immer gefährlich, vor allem, wenn es von Laien hergestellt wird. Ich hatte mehr Angst davor, aus Versehen in die Luft gesprengt zu werden. Offensichtlich waren sie genau im Bilde, dass sie unter Beobachtung standen. Sie fühlten sich aber relativ sicher. Schließlich konnte ich mich erfolgreich integrieren. Es gab dennoch viele Herausforderungen, die Panik verursachen konnten, aber ich habe mich daran abgearbeitet. Mich interessiert, wie die Terrorismusbekämpfung nach dem 11. September aussah? Als sich nach 9-11 das FBI neu ausrichtete,

war mir klar, dass dies bald zu Missbrauch führen würde. Ich äußerte meine Bedenken gegenüber Vertrauenspersonen, was sie aber nicht sonderlich wertschätzten. Schließlich stellte ich unbequeme Fragen zu einer speziellen Undercover-Ermittlung gegen terroristische Gruppen, an der ich teilnahm. Man wandte dabei illegale Methoden an. Als das FBI meine Beschwerden hörte, ging es gegen mich vor, statt das Problem anzusprechen. Mir wurde klar, dass sich das FBI auf eine Weise änderte, die eine fortwährende Beschäftigung bei der Behörde unmöglich machte – und ich reichte meine Kündigung ein. Ich beschwerte mich beim Kongress über diese Zustände. Was denken Sie, wenn Sie die Geschichte des FBI anschauen? War das Bureau je unpolitisch und konzentrierte sich „lediglich“ auf die kriminologischen Verfahren und Polizeiarbeit? Es hängt davon ab, wie man den Begriff „politisch“ definiert. Das FBI ist der jeweiligen Regierung als Behörde der Exekutive untergeordnet – jedes Mal, wenn man die Dienststelle einsetzt, ist es politisch. Und das FBI wird von der Regierung, die jeweils zu dem Zeitpunkt


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Das FBI wird als die wichtigste Strafverfolgungsbehörde in den USA angesehen an der Macht ist, geführt. Aus dieser Perspektive kann es kein unpolitisches FBI geben. Wenn man unter „politisch“, „die Feinde der jeweiligen Regierung oder des Machtsystems zu bekämpfen“, versteht, kann das FBI auch darin auf eine lange Geschichte zurückblicken. Wie das? Es begann im frühen 20. Jahrhundert, als die Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten stark war, und richtete sich auch gegen die Antikriegsbewegung während des Ersten Weltkriegs. Jene Bewegungen befanden sich im Konflikt mit der Regierungspolitik und mit Konventionen des Establishments. Das FBI wurde als Werkzeug benutzt, vor allem auch unter der Führung von J. Edgar Hoover, Menschen in den Fokus zu nehmen, die sich über Regierungspolitik beschwerten oder gegen sie vorgingen, statt Menschen, die tatsächliche Gewalt anwandten. Damals verübten mehrere anarchistische Gruppen Bombenanschläge. Gingen sie gegen diese Gruppen vor? Nein, zumindest nicht ausreichend. Statt sich auf die relativ überschaubare Menge von Gewalttätern zu konzentrieren, interes-

sierte sich die Regierung für Uniprofessoren, Geistliche, Einwanderer, die nichts mit der Gewalt zu tun hatten und die lediglich die Politik der Regierung und den Status quo des Wirtschaftssystems herausforderten. In Filmen wird das FBI meist als schlagkräftige Organisation von Verbrechensbekämpfern vorgestellt, die gegen das organisierte Verbrechen, Mafia und Terroristen vorgeht. Die politischen Hintergründe werden meist ausgeblendet. Was denken Sie? Der Ruf ist verdient, da das FBI fähig ist, umfassende Ermittlungen zu leiten – und ich denke, am besten lässt sich das so erklären: Das FBI besteht nicht nur aus einem Kopf. Es besteht aus verschiedenen Individuen, wie jede andere Organisation auch. Das FBI hat Glück, weil es als die wichtigste Strafverfolgungsbehörde der Vereinigten Staaten angesehen wird. Es zieht also hochtalentierte Leute an. Aber es hat auch eine lange Geschichte des Missmanagements. Dieses Talent wird häufig verschwendet. Weil der Fokus nicht auf der Strafverfolgung liegt?


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Genau. Die Arbeit des FBI stützt sich auf zwei wesentliche Felder: ein strafrechtliches, indem es Verbrechen ermittelt und auf der anderen Seite Informationsbeschaffung und geheimdienstliche Aktivitäten zum Schutz der nationalen Sicherheit. Jede dieser Aufgaben verlangt nach anderen Methoden. Nach 9-11 wurde die Strafverfolgung zugunsten der geheimdienstlichen Anstrengungen zurückgestellt. Das Problem hierbei ist, dass es genug Beweise gibt, dass die Praktiken, die in der geheimdienstlichen Arbeit angewandt werden, fehleranfälliger sind und Missbrauch begünstigen. Welche Fehler sind das? Selbst die besten Agenten sind menschliche Wesen und wir machen alle Fehler. Diese Fehler sind nicht nur Unrichtigkeiten in unserem Handeln, sondern auch in unserem Denken. Wir gehen davon aus, dass ein Ermittler nur das Schlechteste über die Menschen denkt, gegen die er ermittelt. Jedes Indiz, das die Schuld beweist, wird als wichtig und korrekt behandelt. Wenn entlastendes Material auftaucht, wird es als fehlerhaft oder irrelevant abgetan.

» Undercoverarbeit ist mehr Kunst als Wissenschaft. «

dieser Probleme ist nicht möglich und daher sehe ich in diesem Sektor das größte Problem beim FBI. Gegen wen richtet sich also das FBI? Viele der Gruppen, die besonders nach dem 11. September ins Visier gerieten, waren vorwiegend muslim-amerikanische Gruppen. Dieses Wochenende las ich auf Bloomberg einen Artikel, dass das FBI chinesisch-amerikanische Wissenschaftler als potenzielle Spione beobachtete. Es findet gerade eine neue Hetze statt, in der die Angst vor chinesischer Spionage das FBI zu einigen amerikanisch-chinesischen Wissenschaftlern führte, die nichts Verbrecherisches im Sinn hatten. Die durch diese Ermittlungen aber ihren guten Leumund verloren, die einiger Verbrechen beschuldigt –, und diese Anschuldigungen vor Gericht dann abgewiesen wurden. Das Stigma bleibt jedoch haften. Das ist immer noch ein tiefschürfendes Problem. Wie kann es anders werden? Die Behörde wurde gegründet, um die gefährlichsten und mächtigsten Verbrecher zu bekämpfen und sie vor Gericht zu stellen. Würde sich das FBI wieder auf seine Rolle als Strafverfolgungsbehörde konzentrieren und mögliche Fehler transparent machen, könnte es zu alter Stärke zurückfinden. Vielen Dank für das Gespräch. ◊◊◊

Was schlagen Sie vor? Da uns dieses Vorurteil bekannt ist, müssen wir Vorkehrungen treffen. In unserem Rechtssystem kennen wir viele Prüfungen und Systeme, um solche vorhersagbaren Fehler zu vermeiden. Vor allem müssen diese Fehler öffentlich gemacht werden. Wie sieht es bei den geheimdienstlichen Aufgaben aus? In diesem Bereich finden keine Gerichtsprozesse oder Kontrollen statt. Das geschieht alles geheim. Eine öffentliche Diskussion

INFO

MICHAEL GERMAN Arbeitete 16 Jahre als „Special Agent“ beim FBI, dabei auch undercover. 2004 verließ er das FBI und berichtete dem Kongress über Missmanagement und Fehlverhalten der Behörde. 2008 erschien sein Buch „Thinking Like A Terrorist: Insights of a Former FBI Undercover Agent”. Er schrieb am Drehbuch für den Hollywoodfilm „Imperium“ mit. Er berät zu Fragen der nationalen Sicherheit und ist Mitglied am Brennan Center for Justice.


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CHIARA KUCHARSKI UND ARNDT ZINKANT TREFFEN DEN „YOUTUBE-PHILOSOPHEN“ GUNNAR KAISER Auf den ersten Blick sind die zwei Welten unvereinbar: Hier die schöngeistige Literatur – dort die Dampfplauderer des Internets. Philosophisches zwischen Buchdeckeln scheint so gar nicht zur Youtube-Sphäre der Komiker und Influencer zu passen. Gunnar Kaiser zeigt, dass das sehr wohl geht. Der Schriftsteller und Lehrer mauserte sich binnen kurzer Zeit zu einem veritablen „Youtube-Philosophen“, der anspruchsvolle und doch lockere Videos en masse veröffentlicht. Mittlerweile tourt er mit einem heiteren philosophischen Live-Programm durchs Land. Vor seinem Münster-Auftritt haben wir Gunnar getroffen – und natürlich nach seinem Lieblingsthema Freiheit und seinem „Lieblingsfeind“ Richard David Precht gefragt.

FREIHEIT, DIE ICH MEINE Ab wann hattest du dir als Youtuber einen Namen gemacht? Seit 2017, als ich mein erstes Video über den linken Comedian und Youtuber Moritz Neumeier erstellt hatte – das ging bereits nach anderthalb Stunden durch die Decke, weil er eben so bekannt ist. Das zweite war mein kritisches Video über die philosophischen Fundamente der Grünen. Das dritte ein kritisches Video über die ideengeschichtlichen Hintergründe der „Identitären Bewegung“. Insgesamt, würde ich sagen, ging es stetig nach oben. Du scheust ja keine heißen Eisen. Musstest du Shitstorms erleben? Ansatzweise. Zum Beispiel, als ich jemanden über die Stellung von Schwulen und Lesben im Islam interviewte. Der Mann war Kölner wie ich, arbeitete für „Gaystream“ und hatte ein regelrechtes Fachbuch verfasst: ‚Wie stehen die einzelnen Rechtsschulen des Islams zu diesen Thema?’ Aber das Interview kam nicht gut an. Beschwert haben sich interessanterweise nicht die Betroffenen – also Muslime oder die Gay-Community – sondern die Mainstream-Linken. Ich aber dachte, es sei im Interesse einer freien Gesellschaft, solche Probleme anzusprechen. Wenn es jedoch um

den Islam geht, ist das offenbar nicht so erwünscht. Wie kamst du zu deinem philosophischen „Lieblingsfeind“ Richard David Precht? Ein Grund für meine Abneigung war, dass meine Ex den so toll fand – es ist also zugegebenermaßen auch etwas Neid dabei (Lacht). Aber da Precht sehr oberflächliche, mainstreamige Meinungen vertritt, sollte man ruhig hart dagegenhalten. Da könntet ihr euch doch mal öffentlich philosophisch „batteln“, oder? Nun, dabei hätte er in seiner Position nichts zu gewinnen. Moritz Neumeier habe ich ja tatsächlich gefragt, und er hat damals nett reagiert. Vor seiner Show in Köln hat er sich zwei Stunden für mich Zeit genommen. Ich fand toll, dass sich Moritz tatsächlich mit anderen Meinungen auseinandersetzen will. Das Gesprächsvideo kann man auf meinem Kanal sehen: „Von Kartoffel zu Kartoffel“. Hast du ihn darauf angesprochen, dass bei den Youtube-Kanälen von „FUNK“ eben keine konservativen Ansichten zu Wort kommen? Klar. Darauf sagte er nur: „Bewirb dich


Fotos: Pressefotos

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doch!“ Jedenfalls sehe ich diese Einseitigkeit als Problem, denn FUNK ist öffentlich-rechtlich, und der Staat hätte die Pflicht, verschiedene Meinungen abzubilden. Mir schien es, als hätte Moritz das nie hinterfragt; allerdings ist er ja inzwischen nicht mehr bei FUNK. Ich glaube, der Sinn der sozialen Medien ist, dass wir miteinander ins Gespräch kommen – nur zivilisiert muss es zugehen.

einen Riesen-Output. Wie vereinbart man das mit dem Brotberuf? Als Lehrer muss man ja nicht so viel machen (Lacht). Im Ernst: Mit den Fächern Deutsch und Philosophie auf einer Zwei-Drittel-Stelle geht es so gerade. Außerdem habe ich zur Arbeit und zurück zwei Stunden Bahnfahrt, die ich schön zur Vorbereitung nutzen kann.

Wie kamst du so mächtig auf die Social-Media-Schiene? Ich hatte 2015 meinen vierten Roman beendet, den ich wirklich sehr gut fand. Auch mein Literaturagent sagte: „Da machen wir richtig was draus!“ – doch das dauerte und dauerte. Da es mir unmöglich war, etwas Neues zu schreiben, bevor der Roman „draußen“ war, beschloss ich, meine Zeit anders zu nutzen und z. B. meine alten Buchrezensionen als Youtube-Videos zu präsentieren. Dann wurde es fix ein Selbstläufer.

Kommentieren deine Schüler die Videos? Ja klar – obwohl die Fünftklässler noch nicht alles verstehen. Aber die wachsen heute ja quasi alle mit Youtube-Stars auf und denken dann: „Mensch, unser Lehrer ist ja auch so einer!“

Du hast mit zwei bis drei Videos pro Woche

Es geht bei deinen Themen um Freiheit im weitesten Sinne. Damit gehörst du in Deutschland zum überschaubaren Kreis der Libertären – zähltest dich aber bis vor ein paar Jahren noch zum linken Mainstream. Wodurch kam dieser Wandel? Vor vier Jahren sah ich mich auf alterna-


tiven Medienkanälen um, unter anderem bei „KenFM“. Obwohl der Kanal links positioniert ist, sah ich dort ein Interview mit Oliver Janich, DEM Libertären der hiesigen alternativen Medienszene. Ich fand seine Positionen sehr schlüssig und habe mir dann Bücher zum Libertarismus besorgt. … die deine Weltsicht veränderten? Ja. Zuvor hatte ich gedacht: Der Staat ist dafür zuständig, in großem Maße Gutes zu tun. Aber es gilt eben die alte Weisheit: „Macht korrumpiert – absolute Macht korrumpiert absolut“. Also sollte Freiwilligkeit immer vor Staat gehen. Natürlich haderte ich anfangs noch – nach dem Motto: „Wer baut dann die Straßen? Sind Steuern nicht der Preis für eine zivilisierte Welt?“ Dieses Mindset haben wir alle verinnerlicht.

» Motto: In der Ecke sitzen und Platon lesen. « Danach hast du dich durch die ganze berühmte „Österreichische Schule“ der Ökonomie gearbeitet? Friedrich von Hayek, Ludwig von Mises … Nun, ich kenne die Theorien, bin aber eben doch Philologe und Schriftsteller! (Lacht) Bei Youtube gebe ich das weiter, was ich gelesen habe – ein wissenschaftliches Level würde dort gar nicht funktionieren. Das sollen mal lieber bezahlte Professoren übernehmen.

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Es wirkt, als würdest du absolut frei vor der Kamera referieren … Das sollte ein Lehrer können (Lacht). Aber nebenbei: Wirklich gute Lehrer lassen auch ihre Schüler ausgiebig zu Wort kommen. Wie kommst du auf deine Themen? Die fliegen mir zu. Viele Zuschauer treten

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Ein Teil meiner Protagonisten steckt natürlich auch in mir selber auch mit Buch-Tipps an mich heran. Momentan verschlinge ich alles, was mit Gemeinschaft und Individualität zu tun hat. Sobald mir jemand ein Buch oder ein bestehendes Projekt zum Thema Gemeinschaft empfiehlt, habe ich wieder Input.

Neumeier (den ich ja oft und gern kritisiere) hat mir sein Prozedere selber verraten: Fünf Minuten die Nachrichten-App checken, kurz überlegen, was man dazu sagen will, dann drei Minuten zu dem Thema heiter in die Kamera sprechen – fertig und hochladen!

Wie viel Vorbereitungszeit nimmst du dir für ein neues Video? Wenn ich mich noch nicht im Thema auskenne, kann es schon mal eine Woche für ein halbstündiges Video werden. Das ist unverhältnismäßig, daher muss man sich genau überlegen, was wohl am besten ankommt. Wenn man zu Aufreger-Themen Stellung bezieht, sind die Klickzahlen stets höher. Moritz

Und damit hat der so viel Erfolg! Da frage ich mich natürlich: Warum machst du dir so viel Mühe? Apropos Erfolg: Wie steht’s mit der Monetarisierung deiner Videos? Die meisten Einnahmen kommen bei mir durch „edle Spender“, die dann auch mit Exklusiv-Videos belohnt werden. Von der


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Monetarisierung durch Werbung könnte ich mit meinen knapp 30.000 Abonnenten nicht leben. Große Youtuber mit 100.000 oder gar einer Million Abos können das aber durchaus. Zurück zu deinem Roman „Unter der Haut“: Wie viel von deinem Protagonisten, diesem psychopathischen Literaturstudenten, steckt in dir selbst? Ein bisschen schon. Mein Protagonist geht über Leichen – ich natürlich nicht! Aber das Obsessive an ihm bewundere ich. Psychopathen lassen sich nie von ihren Zielen abbringen. Insgesamt ist das Ganze aus Coming-of-Age-Geschichten von Hermann Hesse bis Paul Auster zusammengesetzt.

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Wie warst du als Jugendlicher? Bis zum Alter von 17 eher der Klassenclown. Danach kam eine Phase, in der ich mich stark isoliert habe. Motto: in der Ecke sitzen und Platon lesen. Das ging bis in die Studienzeit, bis meine erste Frau mich aus dieser Isolation herausholte.

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Grundsätzlich gelten Schriftsteller eher als introvertiert – nun trittst du sogar live wie ein Entertainer auf! Introvertiert gilt aber dennoch für mich. Ich bin kein guter Beobachter, kein „moderner Flaubert“ oder so. Ich schreibe über meine Innenwelt. Übrigens danke, Chiara, dass du damals die erste Rezension meines Romans auf Instagram geschrieben hast!

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Warst du vom Erfolg überrascht? Nein – ich bin eher überrascht, dass es kein Welt-Bestseller ist (Lacht). Immerhin wurde „Unter der Haut“ bislang in sechs Sprachen übersetzt, aber Hollywood hat noch nicht angeklopft. Was wird dein nächstes Projekt? Ein Roman, der sich mit Political Correctness und Kunst auseinandersetzt. Wir leben ja in Zeiten, wo z. B. immer mehr Gemälde abgehängt oder verhüllt werden. Man denke auch an das Eugen-Gomringer-Gedicht „avenidas“, das von einer Fassade der Berliner Alice-Salomon-Hochschule 2017 entfernt wurde; wegen angeblicher Herabsetzung von Frauen.

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Da fasst du wieder ein heißes Eisen an. Obwohl man schnell diese Schere im Kopf verspürt. Denn selbst wenn man sich noch so differenziert ausdrückt – irgendwer wird es dennoch immer missverstehen. Möchtest du etwas bewirken? Da bin ich zwiegespalten, seit ich „The Righteous Mind“ von Jonathan Haidt gelesen habe. Haidt ist ein Psychologe, der die Entwicklung von Zensur und Identitätspolitik an amerikanischen Universitäten kritisiert. Seitdem glaube ich kaum noch, dass man Menschen mit Argumenten wirklich erreichen kann. Zumal es ja die Theorie gibt, dass sich


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Lehrer, Philosoph, Schriftsteller, Lyriker in einer Person das menschliche Gefühl immer sein passendes Argument sucht. Aber nicht jeder ist so gefühlsbetont. Stimmt – denn es gibt zum Glück auch noch jene, die mir schreiben: „Du hast mich von der Identitären Bewegung weggebracht!“ Oder: „Du hast mir die Augen über Richard David Precht geöffnet. Ich dachte, der sei so ein Rebell – dabei ist er nur Mainstream!“ Hast du Träume, die dich antreiben? Ich wäre gern ein öffentlicher Intellektueller, quasi der „Sartre des 21. Jahrhunderts“. Sehr vermessen, ich weiß! (Lacht) ◊◊◊

Stadtgeflüster Münster – Das Interviewmagazin wird herausgegeben von der Stadtgeflüster GmbH & Co. KG Rothenburg 14-16, 48143 Münster Telefon 0251 48168-43, Telefax 0251 48168-40 stadtgefluester-muenster.de info@stadtgefluester-muenster.de Herausgeber, Chef- und Schlussredakteur: Thorsten Kambach Redaktion: Jana Nimz, Stefan Reimer, Tom Feuerstacke, Arndt Zinkant, Claudia Maschner, Jonas Wintermantel, Chiara Kucharski, Dominik Irtenkauf, Julia Körtke Editorial Design: Buschy

INFO

Gunnar Kaiser Er ist Lehrer und Schriftsteller. Am liebsten wäre er ausschließlich Schriftsteller („Unter der Haut“ ist ein internationaler Erfolg). Doch die größte Bekanntheit hat der in Köln lebende Intellektuelle durch seine vielen Youtube-Videos erlangt, die er mehrmals pro Woche auf seinem Kanal „Kaiser TV“ hochlädt. Dort spricht er mit angenehmer Stimme frei in die Kamera über das, was ihm wichtig ist: Bücher, Philosophie und Libertarismus. Da müssen zwangsläufig all jene über die Klinge springen, deren Weltsicht eher autoritär ist. Und natürlich der beliebte TV-Philosoph Richard David Precht. gunnarkaiser.de

Lektorat: Bernhard Trecksel Verteilung: Flyerwehr UG (haftungsbeschränkt) flyerwehr.net Fotografie: Maren Kuiter, Thomas Schmitz – FXcommunication.com, Buschy www.shutterstock.com, Pressefotos Anzeigenvertrieb: Ekki Kurz, Horst Stronk Veranstaltungen und Interviewanfragen: Stefan Reimer Büro: Irene Kötter Druck: Lensing Druck Ahaus Webseite: Mark Grotegerd Stadtgeflüster liegt zur kostenlosen Mitnahme an über 300 Stellen in Münster aus. Sie haben Interesse an unseren Mediamöglichkeiten? Dann rufen Sie uns an oder schreiben Sie eine Mail, wir freuen uns!


Tipps & Termine

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Münsters „KlimaMischpoke“ lädt zur „Earth Hour“ ein

Mit dem Spruch „Peilst du es? Funzel aus!“ der nur einer von vielen aus der „KlimaMischpoke“-Kampagne ist, möchte die städtische Koordinierungsstelle für

Weltweite Klimaschutzaktion am 28. März/Stadt lädt

Klima und Energie einmal mehr zeigen, dass jede und

Bürgerinnen und Bürger zum Mitmachen ein

jeder – die ganze Mischpoke eben – etwas für das Klima tun kann. Die Kampagne soll zum Handeln im

Münster (SMS) „Peilst du es? Funzel aus!“ Unter die-

eigenen Alltag und darüber hinaus motivieren.

sem Motto unterstützt Münster erneut die vom WWF (World Wide Fund For Nature) initiierte „Earth Hour“.

Mit dem Masterplan 100 % Klimaschutz strebt die

Am Samstag, 28. März, löschen zum 14. Mal tausende

Stadt eine Reduktion der CO2-Emissionen um 95 Pro-

Städte und Gemeinden weltweit zwischen 20.30 und

zent sowie des Endenergieverbrauchs um 70 Prozent

21.30 Uhr das Licht. In Münster wird unter anderem

im Vergleich zu 1990 an. Möglichst schon bis 2030

die Beleuchtung am Rathaus, am Stadtweinhaus, am

und nicht erst bis 2050 soll die Klimaneutralität

Dom, am Erbdrostenhof, an der Clemenskirche und

realisiert werden. Mit dieser Vorgabe hat die Stadt

an der Dominikanerkirche ausgeschaltet. Alle Mün-

im vergangenen Jahr beim Klimaschutz noch einmal

steranerinnen und Münsteraner sind eingeladen, sich

nachgelegt.

an der Gemeinschaftsaktion zu beteiligen. Im letzten Jahr nahmen deutschlandweit fast 400 Städte und

Weitere Informationen zum Klimaschutz unter:

Gemeinden an der Aktion teil.

klima.muenster.de


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Tipps & Termine

Rosemie und ihre „Wild Boys“ im GOP Varieté-Theater Münster Diese Show ist eine Liebeserklärung an den feinen Humor, an passionierte Körperkunst und die Leidenschaft des Theaters! Vom 5. März bis zum 10. Mai 2020 gehört die Varieté-Bühne Rosemie und ihren artistisch hochtalentierten „Wild Boys“. Mit viel Charme, Witz und schwäbischem Humor führt Rosemie durch die Show, tanzt, singt und musiziert. Aufwendige Choreographien verbinden die einzelnen artistischen Höhepunkte miteinander: einen spektakulären Rola-Rola-Act, Jonglage und Luftartistik, Equilibristik, Handstandakrobatik und Vertical Pole. Mit dem Schleuderbrett geht es in schwindelerregende Höhen. Außerdem die perfekte Balance zwischen Kraft und Eleganz: Der Cyr Act! Tickethotline: 0251 4909090 oder im Internet unter: variete.de.

GOP_MS_Anz_WildBoys_81x117.indd 1

18.02.20 10:33

Mit Anfang 20 verlor David Behre bei einem tragischen Unfall beide Unterschenkel. Nur dank zahlreicher Blutspenden konnte er überleben. 2020 nimmt er zum dritten Mal an den Paralympischen Spielen teil.

Jetzt in Münster Blut spenden und Leben retten! Zentrum für Transfusionsmedizin Münster Sperlichstr. 15, 48151 Münster Öffnungszeiten: Mo. / Di. / Do.: 12:00 – 19:00 Uhr Mi.: 08:00 – 15:00 Uhr, Fr.: 12:00 – 19:00 Uhr

City-Blutspende

Klarissengasse 9, am Herzensstern-Boulevard Öffnungszeiten: Mo. / Di. / Do. / Fr.: 12:00 – 18:00 Uhr Mi.: 14:00 – 20:00 Uhr, Sa.: 11:00 – 17:00 Uhr

Infos und Termine rund um die Blutspende:

0800 11 949 11 | blutspendedienst-west.de /drk.blutspendedienst.west |

/drkbsdwest


- 60 -

Tipps & Termine

Peter Maffay & Band in der OWL ARENA in Halle/Westfalen Die Jubiläumstournee „50 Jahre Peter Maffay“. Deutschlands erfolgreichster Rockmusiker und seine Band haben ein Rockalbum mit neuen Titeln eingespielt. Denn auch beim 50-jährigen Bühnenjubiläum und nach dem 70. Geburtstag des Sängers wollen sie nichts wiederholen und nichts recyceln. Schon zum dreizehnten Mal macht der deutsche Rockstar Halt in Ostwestfalen – und diesmal wird es laut! Der Musiker und seine Band freuen sich schon jetzt: „Wir sind dankbar, dass es so viele Menschen gab und gibt, die uns begleitet, gefordert und motiviert haben, und die immer noch an unserer Seite sind.“ Karten gibt es bei der Hotline (05201) 81 80, oder im Internet unter owl-arena.de sowie bei allen eventim-Vorverkaufsstellen. 08. August 2020 • Samstag • Beginn: 18.00 Uhr

owl-arena.de

23. März, 19.00 Uhr


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Rund um den FMO

AirportPark FMO Unser Standort. Ihr Erfolg.

Modern, innovativ, nachhaltig Zwischen Münster und Osnabrück – direkt am Flughafen FMO – hat sich der AirportPark FMO zum bevorzugten Unternehmensstandort im Münsterland entwickelt. Der interkommunale Gewerbepark der Städte Münster und Greven sowie des Kreises Steinfurt erfüllt höchste Ansprüche und stellt ein attraktives Gewerbeflächenangebot für global ausgerichtete Firmen dar.

HERMES und BERESA in Betrieb Seit Mitte 2018 prägten die Großbaustellen für das HERMES Logistik-Center und das BERESA Airport Center das Erscheinungsbild an der Airportallee. Inzwischen haben beide Center den Betrieb aufgenommen – HERMES für den Expressdienst von durchschnittlich 100.000 Paketen am Tag und BERESA für die Aufbereitung und den Online-Vertrieb von rund 20.000 Mercedes-Fahrzeugen pro Jahr.

Beste Verkehrsinfrastruktur Die Firmen im AirportPark FMO sind über schnelle Straßen- und internationale Flugverbindungen optimal vernetzt, insbesondere über die direkte Anbindung an die Autobahn A1 Hamburg-Köln und über mehrmals tägliche Lufthansa-Flüge zu den Drehkreuzen Frankfurt/Main und München. Neue Flugverbindungen gibt es u. a. nach Kopenhagen und Berlin.

Weitere Ausbaustufe in Planung Da die Nachfrage nach Gewerbeflächen im AirportPark FMO weiterhin außerordentlich hoch ist, gehen die Planungen für den Ausbau des 200 Hektar großen Gesamtgebietes zunächst mit einer Erweiterung von 15 Hektar zügig voran. Grundstücke von 5.000 bis 60.000 m² Größe können in der weiteren Ausbaustufe nach individuellem Bedarf effizient zugeschnitten werden. Bis Ende 2020 soll das neue Flächenangebot zur Verfügung stehen.

» HERMES Logistik-Center « Fotos: AirportPark FMO GmbH.

Überzeugendes Standortpaket • Direkter Autobahnanschluss an die A1 Hamburg-Köln • Linienflugverkehr u. a. an die Drehkreuze Frankfurt und München • 24/7-Betrieb • Effiziente Grundstückszuschnitte mit Erweiterungsoption • Optionaler Breitbandanschluss via Glasfaser • Lukrative Fernwärmeversorgung zusätzlich zum Gasanschluss • Nachhaltige Versickerung des Regenwassers • LED-Straßenbeleuchtung Gerne überzeugen wir auch Sie! airportparkfmo.de

» BERESA Airport-Center «

» Udo Schröer, Geschäftsführer AirportPark FMO GmbH «


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Sommerflugplan am FMO

Der Sommerflugplan 2020 – Münster/Osnabrück: Alle wichtigen touristischen Routen rund um das Mittelmeer, zu den Kanarischen Inseln und zum Roten Meer sind direkt ab FMO erreichbar. Auf die Kanaren, zu den griechischen Inseln sowie nach Hurghada in Ägypten und Antalya an der türkischen Riviera. Neu im Programm: Bodrum an der türkischen Ägäis. Und: 21-mal pro Woche nach Mallorca. Oder mit Lufthansa in alle Welt: mehr als 200 weltweite Verbindungen über die Drehkreuze Frankfurt und München. Mit neun täglichen Flügen nach Frankfurt und München bietet die Lufthansa ein außerordentliches Linienstreckennetz ab FMO. Im Sommer auch nach Wien: 4-mal wöchentlich in die österreichische Hauptstadt. Oder Baden und Tauchen in Hurghada? Corendon Airlines und FTI Touristik fliegen dreimal pro Woche. Weitere Informationen unter fmo.de

SOMMERFLUGPLAN 2020 STAND FEBRUAR, GÜLTIG VOM 29.MÄRZ 2020 BIS EINSCHL. 24.OKTOBER 2020

Änderungen und Abweichungen vorbehalten! Aktuelle Informationen zum Tagesflugplan auf www.fmo.de oder in Ihrem Reisebüro.

FLUGTAGE DAY

ABFLUG DEPARTURE

ANKUNFT ARRIVAL

TYP TYPE

22:10

03:05+

738

F M O  A D A N A ( A D A) - 2 -

-

-

-

-

FLUG NR. FLIGHT NO.

XC

BEMERKUNGEN REMARKS

9029 ab 30.6.

FMO  ANTALYA(AYT)

FLUGTAGE DAY

-

- 3 -

-

-

-

FLUG NR. FLIGHT NO.

ABFLUG DEPARTURE

ANKUNFT ARRIVAL

TYP TYPE

04:00

07:15

738 XC

9030 ab 1.7.

ADANA (ADA)  FMO

BEMERKUNGEN REMARKS

ANTALYA(AYT)  FMO

1 2 3 4 5 6 7

00:05

04:40

320

XQ

251 MO, DI, MI, SO 738

-

2 -

-

- 6 -

09:00

11:50

738 XC

9038 bis 28.4.

1 2 3 4 5 6 7

00:45

05:20

320

XQ

255 ab 4.4.

-

-

-

-

- 7

10:40

13:30

320 SR

5875 12.7. & 19.7.

-

-

- 4 -

-

02:30

07:00

738

XC

4708 ab 9.4.

1 2 3 4 5 6 7

20:20

23:15

320 XQ

250 MO, DI, SA, SO 738

-

-

-

-

- 6 -

02:30

07:00

738

XC

6708

1 2 3 4 5 6 7

21:00

23:55

320 XQ

254 ab 3.4.

-

-

-

-

-

- 7

02:30

07:00

738

XC

7708

-

1 -

2 2 -

3 3 -

- 5 - - - 6 - - - - 5 - - - - 7 - 5 - -

02:50 03:00 03:30 03:50 07:20 15:25

07:25 07:30 08:00 08:20 12:05 20:10

738 738 738 738 320 320

XQ XC XC XC SR SR

257 9037 3708 3708 5874 5858

-

FMO  BERLIN-TEGEL (TXL)

ab 28.6. (Mi ab 7.10., FR ab 9.10.)

bis 28.4. ab 8.4. ab 12.6. 28.6. & 5.7.

07:00

08:15

J32

W2

6531 nicht 27.7.-4.9.

-

-

18:50

23:10

320

XC

4816 ab 4.6.

- 4 -

-

-

-

22:50

01:35+

738 XC

3707 ab 8.4.

- - - - 5 - - - - 1 2 - 4 - - - 4 - 2 - - -

6 -

7 -

22:50 22:50 23:00 23:50 23:55

01:35+ 01:35+ 01:55+ 02:40+ 02:40+

738 738 738 738 738

XC XC XQ XC XC

5707 6707 256 ab 27.6. (DI ab 6.10., DO ab 8.10.) 8035 ab 11.6. 2707

W2

6534 nicht 27.7.-4.9.

BERLIN-TEGEL (TXL)

-

-

-

- 3 -

26.6.-10.7. & 9.10.

1 2 3 4 5 -

FMO  BODRUM (BJV)

-

FMO  FRANKFURT(FRA)

1 2 3 4 5 -

-

16:40

18:05

J32

-

-

15:10

17:50

320 XC

BODRUM (BJV)  FMO -

- 4 -

-

4815 ab 4.6.

FRANKFURT(FRA)  FMO

1 2 3 - 5 6 7

06:30

07:15

CR9

LH

063

-

- 6 -

07:50

08:40

CR9 LH

062 nicht 11.7.-25.7.

-

-

- 4 -

06:45

07:30

CR9

LH

063

1 2 3 4 5 - 7

08:35

09:25

CR9 LH

062 nicht 8.7.-23.7.

-

-

-

-

-

-

-

-

2 - 4 5 -

-

12:50

13:40

CR9 LH

064

10:00

10:45

CR9

LH

065 nicht 6.7.-26.7.

-

- 3 -

-

- 7

12:55

13:45

CR9 LH

064

-

10:05

10:50

CR9

LH

065 nicht 6.7.-26.7.

1

-

-

- 6 -

13:05

13:55

CR9 LH

064

- 7

14:20

15:05

CR9

LH

067

-

- 3 -

- 6 7

17:00

17:50

CR9 LH

066

1 2 - 4 5 6 -

14:35

15:20

CR9

LH

067

1 2 - 4 -

-

17:10

18:00

CR9 LH

066

-

18:30

19:15

CR9

LH

069

-

-

-

- 5 -

17:15

18:05

CR9 LH

066

-

- 4 5 -

-

21:20

22:10

CR9 LH

068

- 6 7

21:35

22:25

CR9 LH

068

-

1 - 3 -

- 6 -

- 7

- 2 - 4 5 -

- 3 - 3 -

-

- 6 7

09:15

-

10:00

CR9

LH

065 nicht 11.7.-25.7.

-

-

- 2 - 4 5 -

-

18:40

19:25

CR9

LH

069

-

1 -

-

18:45

19:30

CR9

LH

069

1 2 3 -

-

-

-

-

FMO  FUERTEVENTURA(FUE)

-

FUERTEVENTURA(FUE)  FMO

-

-

- 4 -

- 7

10:00

13:45

738

XR

9017

bis 30.4.

-

-

- 4 -

- 7

14:40

20:10

738 XR

9018 bis 30.4.

-

-

- 4 -

- 7

13:30

17:10

738

XR

9017

ab 3.5.

-

-

- 4 -

- 7

18:15

23:40

738 XR

9018 ab 3.5.

FMO  GRAN CANARIA(LPA)

GRAN CANARIA(LPA)  FMO

-

- 3 -

- 6 -

13:00

16:50

738

XR

9035

bis 29.4.

-

- 3 -

- 6 -

13:20

17:10

738

XR

9035

ab 2.5.

FMO  HERAKLION(HER) - 2 - 4 -

- 7

04:30

-

- 3 -

- 6 -

17:50

23:30

738 XR

9036 bis 29.4.

-

- 3 -

- 6 -

18:10

23:50

738 XR

9036 ab 2.5.

12:25

738 XR

9016 ab 3.5.

HERAKLION(HER)  FMO 08:50

738

XR

9015

ab 3.5.

-

2 - 4 -

- 7

09:50


-

10:05

10:50

CR9

LH

065 nicht 6.7.-26.7.

1

-

-

- 6 -

13:05

13:55

CR9 LH

064

- 7

14:20

15:05

CR9

LH

067

-

- 3 -

- 6 7

17:00

17:50

CR9 LH

066

1 2 - 4 5 6 -

14:35

15:20

CR9

LH

067

1 2 - 4 -

-

17:10

18:00

CR9 LH

066

-

18:30

19:15

CR9

LH

069

-

- 5 -

17:15

18:05

CR9 LH

066

-

21:20

22:10

CR9 LH 068 Sommerflugplan

- 6 7

21:35

22:25

CR9 LH

068

- 2 - 4 5 -

- 3 - 3 -

-

- 6 7

- 2 - 4 5 -

-

18:40

19:25

CR9

LH

069

1 -

-

18:45

19:30

CR9

LH

069

-

-

-

-

- 63 --

-

-

-

-

-

- 4 5 -

1 2 3 -

FMO  FUERTEVENTURA(FUE)

-

FUERTEVENTURA(FUE)  FMO

-

-

- 4 -

- 7

10:00

13:45

738

XR

9017

bis 30.4.

-

-

- 4 -

- 7

14:40

20:10

738 XR

9018 bis 30.4.

-

-

- 4 -

- 7

13:30

17:10

738

XR

9017

ab 3.5.

-

-

- 4 -

- 7

18:15

23:40

738 XR

9018 ab 3.5.

FMO  GRAN CANARIA(LPA)

GRAN CANARIA(LPA)  FMO

-

- 3 -

- 6 -

13:00

16:50

738

XR

9035

bis 29.4.

-

- 3 -

- 6 -

17:50

23:30

738 XR

9036 bis 29.4.

-

- 3 -

- 6 -

13:20

17:10

738

XR

9035

ab 2.5.

-

- 3 -

- 6 -

18:10

23:50

738 XR

9036 ab 2.5.

12:25

738 XR

9016 ab 3.5.

FMO  HERAKLION(HER) - 2 - 4 -

- 7

HERAKLION(HER)  FMO

04:30

08:50

738

XR

9015

ab 3.5.

FMO  HURGHADA (HRG)

-

2 - 4 -

- 7

09:50

HURGHADA (HRG)  FMO

-

-

-

-

- 7

09:15

14:00

738

FEG

3036

bis 26.4.

-

-

-

-

-

- 7

03:00

08:15

738 FEG

3035 bis 26.4.

1 -

-

-

-

-

-

10:00

14:45

738

XR

9047

bis 27.4.

-

-

-

-

- 5 -

14:00

19:00

738 FEG

3035 ab 1.5.

1 -

-

-

-

-

-

13:30

18:15

738

XR

9047

ab 4.5.

-

-

-

-

- 5 -

14:00

19:10

321 5Q

6837 bis 24.4.

-

-

-

- 5 -

-

20:00

00:40+

321

5Q

6838

bis 24.4.

1

-

-

-

-

-

-

15:45

21:15

738 XR

9048 bis 27.4.

-

-

-

- 5 -

-

20:00

00:40+

738

FEG

3036

ab 1.5.

1

-

-

-

-

-

-

19:15

00:30+

738 XR

9048 ab 4.5.

-

FMO  IZMIR (ADB)

IZMIR (ADB)  FMO

-

-

-

- 7

01:40

05:50

738

XC

3526 ab 14.6.

-

-

- 6 -

22:15

00:40+

738 XC

3525 ab 13.6.

-

-

- 4 -

-

-

02:40

06:55

738

XC

3526 ab 18.6.

-

- 3 -

-

-

-

23:05

01:30+

738 XC

3525 ab 17.6.

1 -

- 4 -

-

-

02:35

06:50

738

XQ

957 ab 29.6.

-

- 3 -

-

- 7

23:20

01:45+

738 XQ

956 ab 29.6.

-

-

FMO  KAYSERI (ASR)

-

-

KAYSERI ( ASR )  FMO

- 2 -

-

-

-

-

03:50

08:30

738

XC

5012 ab 30.6.

1

-

-

-

-

-

-

06:00

08:55

738 XC

5011 25.5.-22.6.

1 -

-

-

-

-

09:45

14:25

738

XC

5012 25.5.-22.6.

1

-

-

-

-

-

-

23:55

02:50+

738 XC

5011 ab 29.6.

-

FMO  KOS(KGS)

SOMMERFLUGPLAN 2020

KOS(KGS)  FMO

-

-

- 6 -

04:30

08:50

738

XR

9027

ab 2.5.

-

-

-

-

- 6 -

09:50

12:20

738 XR

9028 ab 2.5.

- 2 -

-

-

13:20

17:40

738

XR

9027

ab 5.5.

-

2 -

-

-

18:40

21:10

738 XR

9028 ab 5.5.

E95

-

-

-

-

FMO  MÜNCHEN(MUC)

1 2 3FEBRUAR, 4 5 6 GÜLTIG 7 05:55 07:05 319 BIS LH EINSCHL. 2143 24.OKTOBER 13.7.-24.8. nur MO STAND VOM 29.MÄRZ 2020 2020

-

-

MÜNCHEN(MUC)  FMO 1 2 3 4 5 6 -

07:25

08:35

1 2 3 4 5 6 -und 09:10 10:20 E95 vorbehalten! LH 2135 1 2 3 4 5 6 7 10:50 12:00 Änderungen Abweichungen 1 2 3 4 5Informationen 6 7 12:40 13:50 319 LH 2137 auf www.fmo.de oder 1 2 3in4 Ihrem - - 7 Reisebüro. 15:35 16:45 Aktuelle zum Tagesflugplan

FLUGTAGE 1 2 3 4 5 DAY

- 7

ABFLUG 17:25 DEPARTURE

ANKUNFT 18:35 ARRIVAL

TYP CR9 TYPE

NR. LH FLUG2139 FLIGHT NO.

- 6 -

19:05

20:15

319

LH

2139

-

1 - 3 - 5 - 7

20:30

21:40

CR9

LH

2141

- 2 - - - - - 4 -

20:30 20:30

21:40 21:40

319 32A

LH LH

2141 2141

-

-

-

-

-

-

am FMO

BEMERKUNGEN REMARKS

FLUGTAGE - - DAY

LH

2134

319 LH

2136

CR9 LH

2138

NR. LH FLUG2138 FLIGHT NO.

-

ABFLUG 15:40 DEPARTURE

ANKUNFT 16:50

TYP CR9

- 6 -

17:20

18:30

319 LH

2138

1

- 3 - 5 - 7

18:40

19:50

CR9 LH

2140

-

2 - - - - 4 -

-

18:40 18:40

19:50 19:50

319 LH 32A LH

2140 2140

1 2 3 4 5 6 7

22:25

23:35

-

-

- 5 -

-

ARRIVAL

TYPE

BEMERKUNGEN REMARKS

319 LH

2142 12.7.-23.8. nur SO

1 2 3 4 5 6 7

06:45

09:10

320 OE

113

1

-

-

-

-

-

-

07:35

10:05

32A EW

6822 4.5., 18.5., ab 1.6.

4.5., 18.5., ab 1.6.

-

-

-

-

-

- 7

07:35

10:05

32A EW

6822 ab 12.4.

-

-

FMO  PALMA DE MALLORCA(PMI)

PALMA DE MALLORCA(PMI)  FMO

1 2 4 5 5 6 7

03:40

06:00

32A

EW

6807

1 2 3 4 5 6 7

09:45

12:05

320

OE

112

1 -

-

-

-

-

-

10:55

13:15

32A

EW

6823

-

ab 1.4. (MI ab 20.5.)

-

-

-

-

- 7

10:55

13:15

32A

EW

6823

ab 12.4.

1

-

-

- 1 - -

-

-

-

- 7 - - 7

11:20 11:20 17:40

13:45 13:45 20:05

319 319 319

SR SR SR

2494 2218 2494

nur 21.6. 28.6.-26.7.

-

-

- - - - - 4 -

-

- 4 -

-

-

18:30

20:50

32A

EW

6823

29.6.-10.8.

-

08:05

10:30

319 SR

2219 29.6.-10.8.

- 7 - 7 - -

08:05 14:25 15:05

10:30 16:50 17:35

319 SR 319 SR 32A EW

2495 nur 21.6. 2495 28.6.-26.7. 6822 ab 21.5.

-

ab 21.5.

-

2 -

-

-

-

15:20

17:50

32A EW

6822 ab 16.6.

- 2 - - -

-

-

- - 7

18:50 19:00

21:10 21:25

32A 319

EW SR

6823 2494

ab 16.6.

-

-

-

- 6 - - 7

15:40 15:50

18:10 18:15

32A EW 319 SR

6822 ab 4.4. 2495 2.8. & 9.8.

-

-

- 6 -

19:00

21:20

32A

EW

6823

ab 4.4.

1 2 3 4 5 6 7

23:15

01:45+

32A EW

6806 ab 30.3.. (DI ab 19.5.)

09:45

12:30

738 XR

9026 ab 1.5.

-

-

-

2.8. & 9.8.

FMO  RHODOS(RHO) 1 -

-

- 5 -

-

04:15

-

-

RHODOS(RHO)  FMO 08:45

738

XR

9025

ab 1.5.

FMO  STUTTGART(STR)

1

-

-

- 5 -

-

STUTTGART(STR)  FMO

-

-

07:00

08:20

J32

W2

6501 nicht 27.7.-4.9.

1 2 3 4 -

-

-

08:50

10:10

J32

W2

6502 nicht 27.7.-4.9.

1 2 3 4 5 -

-

17:30

18:50

J32

W2

6505 nicht 27.7.-4.9.

1 2 3 4 5 -

-

19:20

20:40

J32

W2

6505 nicht 27.7.-4.9.

1 2 3 4 -

FMO  TENERIFFA(TFS)

TENERIFFA(TFS)  FMO

-

-

-

- 5 -

-

10:00

13:55

738

XR

9057

bis 24.4.

-

-

-

- 5 -

-

14:55

20:40

738 XR

9058 bis 24.4.

-

-

-

- 5 -

-

13:30

17:30

738

XR

9057

ab 1.5.

-

-

-

- 5 -

-

18:45

00:40+

738 XR

9058 ab 1.5.

05:00

06:40

735 VO

2507 4.6.-24.9.

FMO  VARNA (VAR) -

-

- 4 -

-

-

VARNA (VAR)  FMO 07:20

11:00

735

VO

2508

4.6.-24.9.

FMO  WIEN (VIE)

- 4 -

-

-

-

-

08:55

10:30

320

OE

119

-

- 3 -

-

-

06:35

08:20

320 OE

118

-

14:20

15:55

320

OE

119

-

-

- 4 5 -

-

12:10

13:55

320 OE

118

-

-

14:25

16:00

320

OE

119

1

-

-

-

18:45

20:30

320 OE

118

-

-

20:55

22:30

320

OE

119

11:00

738

XC

9067

14:20

738 XC

9068 24.6.-9.9.

- 3 -

-

-

-

-

-

- 4 -

-

-

-

FMO  ZONGULDAK (ONQ) -

-

- 5 -

-

1 -

-

WIEN (VIE)  FMO

- 3 -

-

-

-

06:45

Zeichenerklärung Fluggesellschaten: EW = Eurowings: www.eurowings.com FEG = FlyEgypt: www.flyegypt.today 5Q = Holiday Europe: www.holidayeurope.bg LH = Lufthansa: www.lufthansa.com OE = Laudamotion: www.laudamotion.com SR = Sundair: www.sundair.com VO = Voyage Air: www.voyageair.bg W2 = AIS Airlines: www.aisaurlines.com

-

-

-

ZONGULDAK (ONQ)  FMO 24.6.-9.9.

Flugzeugtypen: 319 = Airbus A319 320 = Airbus A320 32A = Airbus A320 (Sharklets) 321 = Airbus A321 735 = Boeing 737-500 738 = Boeing 737-800 CR9 = Canadair Jet 900 E95 = Embraer 195 J32 = Jetstream 32

-

- 3 -

-

-

-

12:00

Wochentage: 1: Montag 2: Dienstag 3: Mittwoch 4: Donnerstag 5: Freitag 6: Samstag 7: Sonntag


- 64 -

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Papierpiraten und Füllerfreibeuter Wir suchen nach talentierten Autoren, die mit Können und Begeisterung für das Stadtgeflüster-Magazin schreiben möchten. Du liebst Interviews abseits des Mainstreams und fühlst dich in einer dieser Kategorien wohl: Kultur, Sport, Politik, Wissenschaft, Kurioses, Lokales oder Wirtschaft? Dann würden wir uns über einen Anruf unter 0251-4816857 und ein Kennenlernen mit dir sehr freuen; oder schreib eine Mail an: stefan@stadtgefluester-muenster.de


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Stadtgeflüster März 2020  

Das Interviewmagazin vom DACHBODEN | www.facebook.com/stadtgefluester.muenster | Menschen haben viele Seiten – wir binden sie zu einem Heft!

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