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Theaterzeitung April 2025/26

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FÜR OLDENBURG UND UMZU IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER NWZ DES OLDENBURGISCHEN STAATSTHEATERS APRIL 2026

IN DIESER AUSGABE: 5 PREMIEREN ZWISCHEN HIN UND HER Sparte 7 → S. 2

IL BARBIERE DI SIVIGLIA Musiktheater → S. 3

/H^M•P^LS/ + IN ZWISCHEN Theatervermittlung → S. 4

SHOCKHEADED PETER Schauspiel → S. 5

ICH REMINISZIERE AUCH NACHTS Sparte 7 → S. 12

IL BARBIERE DI SIVIGLIA

Komische Oper von Gioachino Rossini PREMIERE: 18.4.

Bei den Proben zu »Il Barbiere di Siviglia«

TANZ MIT AUSDRUCK UND INHALT

IAm 29. April wird der Welttag des Tanzes gefeiert

n Wien hat er zwar der späteren französischen Königin Marie-Antoinette ihre tänzerische Grundausbildung erteilt, der französische Tänzer und Choreograf Jean-Georges Noverre, eigentlich kämpfte er aber –ganz im Sinne der Aufklärung – gegen die überbordende Prachtentfaltung, gegen Perücken und Reifröcke beim höschen Ballett. Noverre setzte sich ein für Natürlichkeit und Humanismus im Tanz. Er wehrte sich gegen das Abstempeln des Balletts als bloße ästhetische Zerstreuung und war ein Verfechter des »Ballet d’action«, dem Vorläufer des Handlungsballetts. Im Jahr 1760 erschien gleichzeitig in Lyon und Stuttgart die Erstausgabe seiner »Lettres sur la Danse et sur les Ballets« (Briefe über die Tanzkunst). Darin befasste er sich mit vielen Facetten des Balletts und es gelang ihm, den Tanz als eigenständige Kunstform – unabhängig von Oper und eater – zu etablieren.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Tanzrat des Internationalen eaterinstituts bei der UNESCO Noverres Geburtstag, den 29. April (1727), als Datum für den Welttanztag auswählte. Seit 1982 wird jährlich eine herausragende Persönlichkeit aus der Welt des Tanzes bestimmt, um eine Botschaft zum Internationalen Tag des Tanzes zu verfassen. Es geht darum, »den Tanz in seiner Universalität zu feiern. Tanz kann politische, kulturelle und ethnische Barrieren überwinden und Menschen mit einer gemeinsamen Sprache – dem

Tanz – zusammenbringen«, so der Internationale Tanzrat der UNSESCO in Paris.

In Deutschland kam der Name Noverre spätestens seit den späten 1950er Jahren wieder ins Bewusstsein Tanzinteressierter, als Fritz Höver in Stuttgart 1958 die Noverre-Gesellschaft, die »Freunde des Balletts«, gründete, um das bis dahin eher stiefschwesterlich neben der Oper existierende Ballett dem Publikum näherzubringen. Als 1961 John Cranko Ballettdirektor in Stuttgart wurde, etablierte er mit Hövers Hilfe Matineen aus vier Urau ührungen von Mitgliedern der Compagnie. Diese wurden zum Sprungbrett für zahlreiche prägende Choreografen des 20. und 21. Jahrhunderts: John Neumeier, Jirˇí Kylián, William Forsythe, Uwe Scholz – und auch für aktuelle Choreograf:innen und Ballettdirektor:innen wie Christian Spuck, Marco Goecke, Bridget Breiner und Eric Gauthier.

Zwei Mitglieder der Eric Gauthier Juniors werden am Oldenburgischen Staatstheater an zwei Abenden im Juni in unserer Tanzgala auftreten und ein Pas de deux von Ohad Naharin zeigen. Insgesamt haben wir sechs Gastcompagnien eingeladen, die einen Einblick in die gegenwärtige Tanzkunst mit vielfältigen Stücken aktueller internationaler Choreograf:innen im Großen Haus geben werden: Denn Ballett und Tanz ist immer eine Feier wert.

Telse Hahmann

Gauthier Dance JUNIORS in »B/olero«

TANZGALA

Internationale Gäste und BallettCompagnie Oldenburg 26. und 27. Juni 2026 | 19:30 Uhr | Großes Haus

»UND

VIELLEICHT SIND DIE SONNE UND DER MOND GAR NICHT SO WEIT

VONEINANDER ENTFERNT«

Ein Interview mit Malak Kadour

Malak Kadour ist acht, als ihre Eltern gezwungen sind, mit ihrer Familie aus ihrem Heimatland Syrien zu iehen – vor dem Krieg und den Bombenangri en, die begannen, als Malak vier war, und vor den Repressionen, die der Familie durch das Assad-Regime drohen. Sie erlebt die Flucht über das Mittelmeer und die Balkanroute mit all der erschreckenden Härte und auch den kleinen schönen Momenten, die sie als Kind darin ndet. Mit 14 Jahren beginnt die junge Oldenburgerin, ausgehend von einer Hausaufgabe, ihre Geschichte festzuhalten und sich als Jugendliche schreibend an ihre Erlebnisse zu erinnern. Daraus entsteht ihr Buch »Zwischen Hin und Her. Meine Flucht aus Syrien« das am Oldenburgischen Staatstheater inszeniert wird und am 4. April Premiere feiert.

Malak Kadour ist heute 18 Jahre alt und selbst Teil der Entstehung dieses Projekts. Gemeinsam mit zwei Schauspielerinnen erzählt sie ihre Geschichte auf der Bühne erneut: Sie erinnern sich zusammen, blicken zurück und nach vorn und erö nen – abseits der aktuellen, oft menschenverachtenden politischen Debatten um Migration – einen empathischen Blick darauf, wie ein Kind die Flucht um Leben und Freiheit erlebt.

Malak, die Fluchtgeschichte von deiner Familie und dir wird nun auf die Bühne gebracht. Du hast deine Geschichte mit 14 Jahren aufgeschrieben. Heute stehst du mit 18 Jahren auf der Bühne, um die Geschichte noch einmal zu erzählen. Was bedeutet das für dich?

Das bedeutet mir eine ganze Menge. Als ich 14 Jahre alt war, war ich vor allem damit beschäftigt, meine Erinnerungen zu ordnen. In meinem Kopf tauchten immer wieder einzelne Bilder und Szenen auf. Ich habe versucht, diese Puzzleteile zusammenzufügen, damit daraus ein großes Bild entsteht. Mein Fokus lag damals darauf, die Ereignisse logisch zu sortieren und auch Wahrheit von Unwahrheit zu unterscheiden. Durch die vielen Lesungen, die ich später gemacht habe, kam dann eine neue, sehr emotionale Ebene dazu. In Gesprächen mit dem Publikum habe ich mich stärker mit dem Erlebten auseinandergesetzt. Aus diesen Erfahrungen – aus dem Schreiben und aus den Begegnungen – kann ich jetzt mit 18 Jahren das eaterstück gestalten. Ich habe heute einen rationaleren Blick darauf.

Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich mich inzwischen besser ausdrücken kann. Mit 14 konnte ich die deutsche Sprache noch nicht so gut. Beim Wiederlesen meines Textes habe ich oft gedacht, dass ich vieles gern anders formuliert hätte. Das eaterstück gibt mir jetzt die Möglichkeit, manches noch einmal neu zu erzählen. Vielleicht so, wie ich das Buch heute schreiben würde.

Gleichzeitig weiß ich: Wahrscheinlich werde ich in ein paar Jahren wieder zurückblicken und denken, dass ich etwas anders hätte sagen wollen. Aber genau dieser Prozess gehört wohl dazu. Sehr wichtig ist für mich auch das Team, mit dem ich arbeite: die Schauspielerinnen Paulina Hobratschk und Veronique Coubard, die Regisseurin Pia Epping, die Ausstatterin Johanna Bode, die Leiterin der Sparte 7 Gesine Geppert und auch du als Dramaturgin, Annika. Durch das gemeinsame Erzählen, Wiederholen und Bearbeiten der Geschichte hatte ich das Gefühl, dass das auch etwas erapeutisches hat.

Dein Buch »Zwischen Hin und Her. Meine Flucht aus Syrien« entstand aus einer Hausaufgabe. Wann hast du gemerkt, dass daraus mehr werden könnte?

Als ich die Hausaufgabe geschrieben hatte, kam meine Klassenlehrerin auf die Idee: »Warum schreibst du nicht ein Buch darüber?« In dem Moment konnte ich mir zwar vorstellen, dass daraus mehr werden könnte, aber wirklich daran geglaubt habe ich nicht. Ich wollte es trotzdem versuchen. Ich habe geschrieben, um mich an meine Familie zu erinnern, um sie nicht zu vergessen, um das, was ich erlebt habe, festzuhalten, weil ich gemerkt habe, dass man beim Erwachsenwerden jede Menge Erinnerungen verliert. So richtig verstanden, dass es mehr werden könnte, habe ich erst bei meinen Lesungen. Als ich gemerkt habe, dass Menschen bereit waren mir zuzuhören und dass sie extra zu meinen Lesungen gekommen sind, weil sie wirklich interessiert waren. Durch den großen Zuspruch hatte ich dann das Gefühl, das könnte wirklich größer werden.

Wie hast du als Kind den Krieg wahrgenommen? Was hast du verstanden, was vielleicht noch nicht?

Ich hatte schon früh ein Bauchgefühl, dass um mich herum etwas passiert. Man hat es auch in den Blicken der Menschen gesehen. Da waren diese durcheinandergewürfelten, chaotischen Gefühle, die mich sehr aufgewühlt haben. Lange habe ich aber nicht wirklich verstanden, worum es geht. Dass das alles »Krieg« heißt und dass man dieses Chaos, dieses gegenseitige Töten, überhaupt so nennt.

Ich habe vieles nur gespürt, ohne es wirklich begreifen zu können. Zum Beispiel habe ich nicht verstanden, dass Menschen – Verwandte, Freund:innen oder Bekannte – wirklich für immer weg sind, wenn sie sterben. Dass jemand gestern noch mit dir gesprochen hat und dann einfach von dieser Welt verschwinden kann und nie wieder zurückkommt. Das war für mich als Kind sehr verwirrend. Ich habe oft geweint und war wütend, eigentlich auf alles. In solchen Momenten hat mir meine Oma sehr geholfen. Was sie mir damals erzählt und versprochen hat, erfährt man im eaterstück.

Gab es auf der Flucht Momente, die dir besonders Kraft gegeben haben? Ja, auf jeden Fall. Wenn man das Cover meines Buches anschaut, sieht man dort den Mond. Lustigerweise mag ich eigentlich die Sonne viel lieber und fühle mich ihr näher. Aber auf der Flucht war der Mond sehr wichtig für mich.

Wir haben uns meistens nachts fortbewegt, weil es dann etwas sicherer war als am Tag. Der Mond war dabei immer da. Er war einfach still am Himmel, ohne sich aufzudrängen. Wenn ich nach oben geschaut habe, hatte ich das Gefühl, dass er mit uns mitgeht. Das hat mir Trost gegeben, weil ich mich dadurch weniger allein gefühlt habe. Solange der Mond da war und meine Familie bei mir war, hatte ich das Gefühl, dass sich vielleicht doch nicht alles verändert hat.

Kraft haben mir auch die anderen Kinder gegeben, die ich auf der Flucht getro en habe. Dabei haben wir oft gar nicht dieselbe Sprache gesprochen. Trotzdem konnten wir miteinander spielen und uns verstehen. Das hat mir gezeigt, dass Menschen sich auch ohne gemeinsame Sprache begegnen können. Egal wo ich bin, solange ich mich selbst nicht verliere und die Menschen bei mir habe, die mir wichtig sind, kann ich immer wieder neu anfangen.

Diese Erfahrung habe ich später auch im Flüchtlingslager gemacht. Dort haben Menschen viele verschiedene Sprachen gesprochen und kamen aus unterschiedlichen Kulturen. Trotzdem waren wir miteinander verbunden, einfach weil wir alle Menschen sind.

Ich glaube, diese Gemeinsamkeit reicht eigentlich schon. Wir müssen nicht dieselbe Sprache sprechen oder gleich aussehen. Es wäre schön, wenn wir neugierig aufeinander zugehen würden – auf andere Kulturen, anderes Essen, andere Sprachen – statt mit Angst oder Vorurteilen zu reagieren.

Wir haben alle unsere Verschiedenheiten und trotzdem die Gemeinsamkeit, dass wir Menschen sind. Und da ist es auch wirklich egal, wo und mit wem wir leben, solange wir diese Menschlichkeit noch haben, wird alles gut sein. Und das hat mir sogar der Mond versprochen.

Was hat dich am meisten überrascht, als du später auf diese Zeit zurückgeblickt hast?

Um ehrlich zu sein: Vieles. Aber als Erstes fällt mir die Sprachbarriere ein, die ich hatte, als ich in Deutschland angekommen bin – im Flüchtlingslager, in der Grundschule und auch später. Ich konnte damals kein Deutsch und trotzdem habe ich mich irgendwie mit den anderen verständigt. Und irgendwann konnte ich die Sprache plötzlich.

Bis heute frage ich mich manchmal, wie das eigentlich passiert ist, dass ich auf Deutsch Deutsch gelernt habe. Man sagt ja oft, dass Kinder Sprachen schneller lernen. Wenn ich heute versuche, zum Beispiel Niederländisch zu lernen, merke ich, dass mir das gar nicht so leicht fällt. Deshalb überrascht es mich immer noch.

Was wünschst du dir, dass das Publikum aus der Vorstellung mitnimmt?

Was ich mir sehr wünsche, ist, dass wir diese hasserfüllte Mauer zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen überwinden. Ich würde gern über diese Mauer tanzen, pfeifen und lachen und vielleicht auch anderen helfen, hinaufzukommen, damit wir sie gemeinsam überwinden können. Jeder Mensch trägt eine Geschichte und eine Vergangenheit mit sich, auch wenn man sie von außen nicht sieht. Deshalb kann man Menschen nicht einfach ober ächlich einordnen oder beurteilen. Ich möchte

deutlich machen, dass die »Flüchtlinge«, von denen wir in den Nachrichten hören oder über die im Fernsehen berichtet wird, nicht einfach nur irgendeine große Zahl sind. Es sind nicht einfach Menschen, die nebenbei im Krieg gestorben sind und dann wieder vergessen werden. Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch mit einem eigenen Leben, einer eigenen Geschichte. Sie alle haben Familien und Menschen, die ihnen wichtig sind. Es sind Kinder, Großeltern, Mütter und Väter – geliebte Menschen. Menschen, die lachen, ho en, träumen und versuchen, ihre Liebsten zu beschützen. Menschen, die genau wie wir Angst haben, alles zu verlieren. Und genauso wie jeder von uns haben auch sie Angst vor dem Tod. Warum wird ihr Leid dann so oft verharmlost? Warum wirken diese grausamen Tode in den Nachrichten manchmal wie eine ferne Statistik, an die man sich schnell gewöhnt? Was wäre, wenn ihr es wärt? Wenn eure Familien iehen müssten, wenn eure Häuser zerstört werden und ihr um eure Leben fürchten müsstet? Würden wir dann auch nur eine Zahl in einer Meldung sein – oder würden wir uns wünschen, dass die Welt sieht, dass wir mehr sind als das: Menschen. Und auch die Ge üchteten sind mehr als das. Es sind Kämpfer:innen, die es bis hierher gescha t haben. Und dabei alles, was sie sich je aufgebaut haben, aufgeben mussten.

Ich wünsche mir, dass unsere Gesellschaft hier in Deutschland weiter zusammenwächst und nicht auseinanderdriftet. Die Welt ist ohnehin schon düster genug. Wir müssen sie nicht noch mit Hass, Vorurteilen und Kriegen weiter verdunkeln. Wir können auch einfach zusammenleben und uns mit unseren Unterschieden akzeptieren.

Für mich persönlich hat dieses Projekt auch noch eine andere Bedeutung. Damals fehlten mir die Worte, auf Arabisch genauso wie auf Deutsch. Es war nur ein Gefühl, für das ich keine Sprache hatte. Heute habe ich das Gefühl, dass ich, die ältere Malak, ein Werkzeug bin, um dieser kleinen Malak eine Stimme zu geben. Vielleicht kann sie dadurch ein bisschen ruhiger in mir werden. Früher fühlte es sich oft an, als hätte ich einen Kloß im Hals, als würde mir die Luft fehlen. Jetzt kann die kleine Malak endlich ein bisschen Luft holen.

Und vielleicht sind die Sonne und der Mond gar nicht so weit voneinander entfernt und vielleicht können sie auch zusammen in meinem Herzen existieren – und in allen anderen auch.

Die Fragen stellte Annika Müller

ZWISCHEN HIN UND HER –MEINE FLUCHT AUS SYRIEN Von und mit Malak Kadour

Premiere: Samstag , 4 4 | 17:00 Uhr | Spielraum

Regie: Pia Epping | Bühne: Gesine Geppert / Johanna Bode | Kostüme: Johanna Bode | Dramaturgie: Annika Müller

Mit: Veronique Coubard, Paulina Hobratschk, Malak Kadour

Malak Kadour
Foto: Stephan Walzl

» PLATZ DA FÜR DEN ALLESKÖNNER !«

iiigaro, Fiiigaro, Figaro garo garo…« – wer kennt sie nicht, die temporeiche Auftrittsarie des Friseurs aus Gioachino Rossinis Oper »Der Barbier von Sevilla«. Sie wissen schon, die Geschichte von Almaviva, der mit Hilfe des Figaro die schöne Rosina erobern will, die jedoch eifersüchtig von ihrem Vormund Bartolo bewacht wird, der sie selbst ehelichen möchte. Figaro – das Faktotum der Stadt, der Alleskönner. Alle rufen ihn, alle wollen ihn: Ob Perücke, Rasur, Aderlass oder ein heimlich überbrachtes Briefchen – Figaro ist »schnell wie der Blitz zur Stelle« und hilft, wo er kann. Bestens gelaunt gibt er uns zur Kenntnis, welch schönes, vergnügliches Leben er führt. Aber wer ist Figaro wirklich? Der Hilfsbereite? Der Spaßvogel? Ein Harlekin? Oder doch eher ein Mephisto? Will man der »Persönlichkeit« des Figaro auf die Spur kommen, muss man etwas weiter zurückgehen in der Geschichte – zumindest bis zur Vorlage von Beaumarchais, dessen »Barbier de Séville« 1775 an der Pariser Comédie-Française uraufgeführt worden war, eigentlich aber sogar bis in die Biogra e des Urhebers selbst.

Der Ursprung

Pierre-Augustin Caron wurde 1732 in Paris geboren, den Zusatz »de Beaumarchais« fügte er seinem Namen 1757 selbst hinzu – nach dem Landgut Beaumarchet seiner verstorbenen Gattin. Sein Berufsfeld war weitläu g: Gelernter Uhrmacher, Er nder eines Perfektionierungsmechanismus für Harfenpedale, Harfenlehrer der Töchter Ludwigs VI., Spekulant, Spion im Auftrag König Ludwigs XVI., Botschafter, Wa enhändler –aber auch Gründer der französischen Autorengesellschaft, Herausgeber der gesammelten Werke Voltaires, dessen Schriften in Frankreich verboten waren, sowie Experte für Intrigen und Handel jeder Art. Dem Schreiben wie auch »den schönen Frauen« widmete er sich »nur« in seiner Freizeit, seine Arbeiten sind hauptsächlich Bühnenwerke, die er von 1763 an schrieb. Das waren zunächst einige »Parades« – kurze Komödien, Sketche, die ihre Wurzeln in der Commedia dell’arte hatten und in rasantem Tempo mit dem Wortwitz der Gosse, Anzüglichkeiten und Zeitkritik über die Bühne fegten. Dies ist der Hintergrund, vor dem Beaumarchais seine Figuren entwickelt hat. Der »Barbier de Séville ou La précaution inutile« war übrigens das erste Stück seiner Figaro-Trilogie. Es folgte »La folle journée ou Le mariage de Figaro« (1784), die als »Le nozze di Figaro« von Wolfgang Amadeus Mozart 1786 Eingang in die Musikgeschichte fand. Das letzte Werk dieser Reihe, »L’autre Tartu e ou La mère coupable« (1792) wurde erstmals 1966 von Darius Milhaud für das Musiktheater adaptiert.

August Wilhelm Schlegel unterscheidet in seinen »Vorlesungen der dramatischen Kunst und Litteratur« aus dem Jahr 1808 zwei Unterarten des Lustspiels: die Charakterkomödie und das Intrigenstück. In letzterem – und dazu gehört auch Beaumarchais’ »Barbier« – werden »die Charaktere nur leicht angedeutet, eben so viel als nötig ist, um Handlungen der Personen in dem und jenem Fall zu begründen«, wobei sich »die Vorfälle so

häufen, dass sie der charakteristischen Entfaltung wenig Raum gönnen« und »die Verwickelung so auf die Spitze gestellt ist, dass sich die bunte Verwirrung der Missverständnisse und Verlegenheiten in jedem Augenblick lösen zu müssen scheint, und doch der Knoten immer von neuem geschürzt wird.«

Rossinis Figaro

Das Grundmodell der Handlung folgt den Konventionen der Komödie jener Zeit: Ein junges Paar, dessen Hochzeit »der Alte« aus eigenen Interessen verhindern will, der aber am Ende überlistet werden kann. Dadurch, dass der Barbier im Titel genannt wird, hat er eine größere Bedeutung, als sie ihm in dieser Grundkonstellation zukommt, aus der er eigentlich herausfällt (ganz im Gegensatz zum Figaro in der Fortsetzung, der dort selbst der Liebhaber ist). Im »Barbiere« ist Graf Almaviva die handelnde Haupt gur, Figaro nur sein Vertrauter. Seine dramaturgische Bedeutung erhält Figaro allerdings durch seine Rolle als Strippenzieher der Intrige; seine verrückten Ideen treiben die Komödie immer weiter voran.

Schon mit Figaros Cavatina »Largo al factotum« unterwandert Rossini die Konventionen einer Auftrittsarie, die eigentlich kurz, einfach, liedhaft und nicht sonderlich virtuos ist, und mit der sich eine Bühnen gur dem Publikum vorstellt. Stattdessen schreibt Rossini eine hochvirtuose Bu oarie, die schon aufgrund ihrer Länge und der komplexen Reihung zahlreicher musikalischer Motive die herkömmlichen Formen sprengt und in der Operngeschichte bis dahin kein unmittelbares Vorbild hat. Zudem hören wir Figaro trällern noch ehe wir ihn sehen; er singt also zunächst »so vor sich hin« und es ist eigentlich nicht klar, ob wir es mit einem inneren Monolog, einer Liedeinlage oder dem »bu onesken Aufzählungsgeplapper einer ›Registerarie‹« zu tun haben, wie der Musikwissenschaftler Arnold Jacobshagen feststellt.

Figaro als alter ego?

Vielleicht aber handelt es sich doch um eine Auftrittsarie der eher subtilen Art; das Publikum, mit den Opernkonventionen seiner Zeit vertraut, wird im Verlauf des Abends feststellen: »große Klappe, nicht viel dahinter«, denn Figaros großartige Pläne und Intrigen gehen alle nicht so recht auf. Im 19. und 20. Jahrhundert ist der »Barbiere« oft auch politisch gedeutet worden, doch ist die Figur des Figaro weder bei Beaumarchais noch bei Rossini ein demokratischer oder revolutionärer Held, sondern vielmehr ein Abenteurer, einer, der riskant spielt und auch verliert, dabei aber seine gute Laune und sein Selbstbewusstsein nie verliert.

Die Planlosigkeit dieser Komödie ist auch Ausdruck von Beaumarchais’ Sicht auf die Welt und seiner eigenen Lebenserfahrung – mit dem Zufall als einer der wenigen Konstanten. Ob der Literaturwissenschaftler und Beaumarchais-Biograf Eugène Lintilhac (1854-1920) recht hat, wenn er annimmt, »Figaro« sei durch die Verballhornung von Beaumarchais’ eigenem Namen entstanden? »Fils Caron« (im 17. Jahrhundert

noch wie »Fi« ausgesprochen) = Caron Sohn = Figaro? Nicht vollständig auszuschließen, da Beaumarchais tatsächlich auch Anagramme seines Namens verwendete. Und sein »Barbier«Figaro verkündet bereits in der 2. Szene, dass er sich auch literarisch betätigt, was ihn seine Stelle als Apothekengehilfe gekostet hat, ein Urteil, das zeitweilig auch Beaumarchais von seinen Kritikern zu hören bekam, obwohl seine Leidenschaft, für das eater zu schreiben, und sein Geschäftssinn einander bedingt zu haben scheinen. Ersteres war der »angenehmste Zeitvertreib seiner Mußestunden«, aber der Geist der Intrige und Risikobereitschaft bestimmten auch seine Geschäfte – die Grenzen zwischen Kunst und Leben waren ießend. Die Höhen und Tiefen seiner Biogra e, seinen unerschütterlichen Optimismus und die waghalsigen Eskapaden versteht man vielleicht am besten, wenn man in ihnen den Versuch des Komödienschreibers sieht, seine Fantasien der Realität aufzunötigen. Und umgekehrt erklären sich die mangelnde Geschlossenheit und das Episodenhafte in seinen Komödien aus seiner Lebenserfahrung und seiner Einstellung zur Gesellschaft des Ancien Régime. Vielleicht besteht die Aktualität seiner Komödien gerade darin, dass er die moralische und ästhetische Selbstgesetzlichkeit des Dramas aufgibt, so der Literaturwissenschaftler Norbert Miller. Und so wird die Bühne auch zum Kommentar des Aufstiegs des Kleinbürgers Beaumarchais.

Antje Müller

IL BARBIERE DI SIVIGLIA

Komische Oper von Gioachino Rossini

Text von Cesare Sterbini nach Pierre Augustin Caron de Beaumarchais

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere: Samstag, 18.4. | 19:30 Uhr | Großes Haus

Musikalische Leitung: Eric Staiger / Thomas Bönisch | Regie: Lars Marcel Braun | Bühne: Victor Labarthe d’Arnoux | Kostüm: Selina Tholl | Licht: Arne Waldl | Dramaturgie: Antje Müller

Mit: Leilei Xie, Chanhee Cho / KS Paul Brady, Penelope Kendros / Anna Dowsley, Aksel Daveyan / Arthur Bruce, Seungweon Lee / Irakli Atanelishvili, Marija Jokovic / Taylor Haines, Stephen K. Foster / Seung Jin Park, Ryan Stoll / Alwin Kölblinger

Weitere Vorstellungen: 23.4., 29.4., 16.5., 22.5., 25.5., 16.6., 1.7., 3.7.

Bei den Proben zu »Il Barbiere di Siviglia«
Foto: Stephan Walzl

SCHWINGEN KANN, WAS HALT UND FREIHEIT ZUGLEICH HAT

Der Erwachsenenclub /h^m•p^ls/ beschäftigt sich seit September schauspielerisch, tänzerisch und musikalisch mit dem emenimpuls Dritte Orte*. Orte, an denen neben Familie und Arbeit, Leben passiert. In ihrer Arbeit formuliert die Gruppe eine theatrale Liebeserklärung an unseren Planeten und erklärt ihn zum wohl wertvollsten und schönsten Dritten Ort.

»Begegnungen bringen unterschiedliche Dynamiken und Qualitäten mit sich, durch die Dritte Orte gefüllt werden. Genauso die Erde. Entstanden, erscha en. So existieren in und auf und mit ihr lebendige Elemente, kraftvolle Naturgewalten, gute Mächte und mephistophelische Kräfte. Mittendrin – der Mensch. Auf einem grünen Sofa. In Begegnung.«

Am 25. April feiert die Stückentwicklung /h^m•p^ls/ Premiere. Wir wollten von den Teilnehmenden wissen:

Inwiefern gehören Freiheit und Liebe für dich an jeden Dritten Ort?

Felix: Ich erde durch meine Herde.

Charlotte: Dritte Orte sind wie Ausgrabungsstätten. Sie helfen uns dabei, uns gegenseitig daran zu erinnern, was wir vergaßen: Frei und geliebt zu sein. Immer schon.

Jonas: Freiheit gibt einem Ort Luft. Liebe gibt ihm Wärme. Mirjam: Schwingen kann, was Halt und Freiheit zugleich hat. Liebe lässt Verbindungen schwingen und scha t Dritte Orte, die tragen.

Warum braucht es in aller Erscha ung das Gute, aber immer auch ein bisschen mephistophelische Kraft?

Ariana: Für den Plot.

Mirjam: Entwicklung braucht Spannung. Scha ung braucht Entwicklung. Ohne mephistophelische Kraft keine Spannung. Ohne Pudel kein Kern.

Charlotte: Erscha en bedeutet Überwindung. Das Gute zu erscha en ohne Kennen und Nutzen seines mephistophelischen Geschwisters? Unmöglich.

Jonas: Das Gute allein würde oft stillstehen. Es bewahrt, schützt, hält fest. Die mephistophelische Kraft hingegen zweifelt, stellt in Frage, stört die Ordnung. In dieser Reibung entsteht Bewegung. Das Gute gibt die Richtung, der Widerstand zwingt die Welt, sich zu verändern.

* Ein »Dritter Ort« ist ein sozialer Treffpunkt außerhalb von Zuhause (erster Ort) und Arbeit/Schule (zweiter Ort), an dem Menschen freiwillig zusammenkommen, sich austauschen und Gemeinschaft erleben.

/H^M•P^LS/ eine liebeserklärung

Premiere: Samstag, 25.4. | 20:30 Uhr | Exhalle

Regie: Pia Donkel | Choreografie: Esther-Lina Sölken | Live-Musik und -Sound: Carl Wiraeus | Produktionsassistenz: Anna Gahse

Mit: Ariana Folch, Mattis Janke, Stefanie Krebs, Jonas Nattke, Evren Rocker, Mirjam Sarrazin, Charlotte Schavan, Lore Schilberg, Arne Stein, Regina Töws, Carl Wiraeus, Felix Zimmer

Weitere Vorstellungen: So 26.4., Di 28.4., Mi 29.4.

»Die Proben sind für mich jede Woche ein kleines Abenteuer. Unser Theaterstück tri t genau meinen schrägen Humor. «

DAS GEMEINSAME THEATERSPIELEN ALS DRITTER ORT

Wir tre en uns seit September einmal die Woche und entwickeln unser Stück »In Zwischen«. Die Inspiration für die Erwachsenenclubs dieses Jahr waren »Dritte Orte«, also Orte abseits von Verp ichtungen. Und wir waren uns alle einig: das sind sehr wichtige Orte.

Mittlerweile sind die wöchentlichen Proben selbst zu einem Dritten Ort geworden. Die Teilnehmenden legen ihren Alltag beiseite und erforschen im Spiel den schrägen Normalzustand unserer Welt. Sie bringen ihre Perspektiven und Alltagsbeobachtungen mit, um mit dem eater als Vergrößerungslinse auf die blind gewordenen Flecken aufmerksam zu machen. Wir arbeiten uns vom Groben ins Feine. Wir bauen gemeinsam an den Szenen und feilen an den Momenten. Das kollektive Wissen zeichnet hier die schönsten und schrägsten Bilder.

Durch eine Verzögerung am Bahnhof ›in Zwischen‹ gelandet wird eine Welt sichtbar, in der eine komische Schie age spürbar wird. Der »Dritte Ort« liegt zwischen den Menschen. Er ist leicht zu verpassen. Auf der Suche nach authentischen Begegnungen wird es absurd.

Auf dem vollen Bahngleis gibt es Raum für sensible Zwischenmomente und unangenehme Pausen – es darf gelacht und bitter geschwiegen werden. Man darf sich ertappt fühlen und den Kopf schütteln. Es wird eindeutig ambivalent.

Wir polieren das Timing. Wir entdecken neue Missverständnisse und bedeutungsschwangere Facetten. Die gemeinsame

Beschäftigung mit den Skurrilitäten des Alltags lässt uns als Gruppe spüren, dass wir trotz der gesenkten Handy-Blicke nicht allein sind.

»Wir gemeinsam Lebenden sind füreinander von geheimnisvoller Bedeutung« schrieb Hugo von Ho mannsthal. Bei der Premiere am 25. April tre en sich lauter Vögel in einer Kneipe am Gleis und zwitschern ihre Geschichten – ganz »normal«.

Peter Rech

IN ZWISCHEN

Premiere: Samstag, 25.4. | 18:00 Uhr | Exhalle

Regie: Peter Rech, Denis Karabanov | Ausstattung: Anna Gahse

Mit: Christian Hillebrand, Clara Ho mann, Iris Kropp, Klaus Krostitz, Michaela Köster, Tanja Lager-Kaup, Jonah Joel Méhaux, Ulrike Pohl, Fabian Skibbe, Johanna Sudho , Mara Willmer

Weitere Vorstellungen: So 26.4., Di 28.4., Mi 29.4.

Pia Donkel
Fabian Skibbe

DIE EIGENE ANGST DURCHS

SPIEL ÜBERWINDEN

Junk-Oper mit Struwwelpeter, Zappelphilipp und Co.

Struwwelpeter und seine Kamerad:innen begleiten die deutsche Kulturgeschichte nun schon seit über 180 Jahren. Der Nervenarzt Heinrich Ho mann schrieb die Kindergeschichten 1844 für seinen Sohn, weil er kein passendes Kinderbuch als Weihnachtsgeschenk fand. Durch einen Zufall wurden sie verö entlicht und zunächst auch nur unter dem Synonym »Reimerich Kinderlieb«, da Heinrich Ho mann durch diese »Kindereien« um seinen Ruf als Arzt und Poet fürchtete. Das Buch wurde bald zu einem großen Erfolg, dank seiner Neuartigkeit, Texte und Bilder zu kombinieren. Aus heutiger Perspektive kann der »Struwwelpeter« als Vorläufer des modernen Comics gesehen werden. Seit der Verö entlichung 1945 gab es zahlreiche Übersetzungen, Überschreibungen und Parodien der moralisch-schaurigen Kindergeschichten. An den sogenannten »Struwwelpetriaden«, wie der Struwwelsuse, dem Militärpeter oder dem Anti-Struwwelpeter, lassen sich über die Jahrhunderte, gemäß Zeit und Kontext, wandelnde pädagogische Ideologien erkennen. Auch die Band » e Tiger Lillies« hat die Struwwelpeter-Geschichten bearbeitet und für die Bühne adaptiert. In der sogenannten Junk-Oper werden die Reime musikalisch vertont und der absurde Charakter der Geschichten durch den tragisch-komödiantischen Stil der Lieder hevorgehoben. Das Spiel mit dem schaurigen Grusel, die schillernd-grotesken Figuren und die mitreißenden Songs erlauben dem Publikum, sich mit Humor den eigenen Ängsten zu stellen.

Im Original der Struwwelpeter-Geschichten werden die Kinder bestraft oder sterben, weil sie nicht auf ihre Eltern hören und etwa mit einem Streichholz spielen oder am Daumen lutschen. In der Inszenierung am Oldenburgischen Staatstheater sind es die Kinder guren selbst, die sich entscheiden, ihre Geschichten zu erzählen, um ihre Ängste zu teilen und um Autonomie zu kämpfen. Damit stellen die Figuren das Konzept von Ordnung auf den Kopf und rücken die Frage nach Toleranz und Wertschätzung für Verschiedenheit ins Zentrum.

Viele Generationen von Kindern sind mit den Struwwelpeter-Geschichten aufgewachsen und auch heute liegt die Brücke zur Jugend der Gegenwart nahe. Junge Menschen in Deutschland haben wenig gesellschaftliche Macht und Sichtbarkeit, denn sie sind in Machtpositionen kaum vertreten und aufgrund ihrer, mit der Generation der »Baby-Boomer« vergleichbar geringen Masse, eine wenig angesprochene Wähler:innengruppe. Andererseits liegen auf ihnen aber auch große gesellschaftliche Erwartungen, etwa, wenn ihr eine durch Klimawandel und Ressourcenausbeutung krisengebeutelte Welt hinterlassen wird. Sie erleben, wie ältere Generationen ihren Lebensstil kaum verändern wollen, jedoch ihre Ho nungen auf sie setzen, zum Beispiel, dass sie als Fridays-for-Future-Generation das Klima retten oder in der Armee das Land verteidigen sollen – während gleichzeitig die Politik Ausgaben für Bildung, Jugendzentren oder ö entlichen Nahverkehr kürzt. All dies könnten Gründe dafür sein, dass wir aktuell eine besorgniserregend hohe Zahl an jungen Menschen mit psychischen Krankheiten beobachten – mit mutmaßlich ähnlichen Symptomen, wie auch Heinrich Ho mann sie in seiner Tätigkeit als Nervenarzt bei jungen Menschen beobachtete. Angesichts einer Weltlage, in der sich politische Krisen häufen und vermittelt wird, dass die Zukunft nicht besser, sondern eher

schlechter wird, ist es jedoch nicht verwunderlich, dass junge Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben, unter hohem psychischem Druck stehen. Auch ein politischer Diskurs, in dem die millionenfache Remigration von Menschen gefordert wird, und in dem auch breit gewählte Parteien Migration als eines der größten gesellschaftlichen Probleme erklären, mag für junge Menschen in Deutschland, von denen zumindest 39 Prozent selbst einen Migrationshintergrund haben, beängstigend wirken. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie, in der Schulen, Kindergärten und Sportvereine monatelang geschlossen waren, hat psychische Probleme wie Einsamkeit, soziale Ängste oder Essstörungen massiv verstärkt. Vor diesen multiplen sozialen Krisen lassen sich auch die Kinder der Struwwelpeter-Geschichten anders lesen. Der Zappelphilipp würde heute wahrscheinlich eine ADHS-Diagnose erhalten und die Krankheit des Suppenkaspars, der seine Suppe nicht mehr essen will, kommt einem leider bekannt vor. Auch Mobbing ist für viele Kinder ein ema und lässt sich in den Struwwelpeter-Geschichten wieder nden: Der Struwwelpeter wird aufgrund seiner ungekämmten Haare und langen Fingernägel durch gesellschaftliche Ausgrenzung bestraft, etwa wenn ein jeder ruft: »Pfui! Garst’ger Struwwelpeter!« Andersartigkeit ist noch immer ein Ausgrenzungsfaktor – ob im Klassenzimmer oder bis in höchste politische Ebenen, wo Diskurse darüber geführt werden, wer oder was zu Deutschland gehört. Tatsächlich haben viele Menschen Haare, die sich qua ihrer Haarstruktur nicht glatt kämmen lassen – so gibt es zahlreiche Lockentypen bis hin zum Afro, die mit Stolz getragen werden. Obwohl Heinrich Ho mann diese Ebene mutmaßlich nicht mitgedacht hat, lässt sich aus seiner Geschichtensammlung erkennen, dass er durchaus Kenntnis davon hatte, dass Rassismus existiert, und diesen o ensichtlich auch verurteilt. Aus heutiger Perspektive kann jedoch Homanns »Geschichte von den schwarzen Buben« selbst als rassistisch er-

kannt werden. Drei weiße Jungen diskriminieren einen Schwarzen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe und werden zur Strafe in ein Tintenfass getunkt, und damit selbst »schwarz« gemacht. Die Geschichte enthält rassistisches Gedankengut, indem sie Schwarzsein als etwas Schlechtes oder sogar als Strafe darstellt. So ndet die Überschreibung der 180 Jahre alten Geschichten in ein zeitgenössisches Musical nicht nur hier eine andere Antwort, sondern erlaubt uns immer wieder, erlernte Moralvorstellungen humorvoll zu hinterfragen.

Zentral für die Oldenburger Inszenierung ist das Spiel mit den eigenen Ängsten, denn wie schon der Kinderbuchautor Erich Kästner schrieb: »Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie«. So nutzt die Inszenierung die theatralen Mittel, um die eigene Fantasie zu wecken und auch zu fragen, woher unsere Ängste möglicherweise kommen. Haben wir manchmal einfach die Ängste unserer Eltern verinnerlicht? In Songs, Choreogra en und Schauspiel wird freigelegt, wie es eigentlich die Kinder sind, die unter den Ängsten und Normen der Erwachsenen leiden und sich davon freizukämpfen bemühen. Beispielsweise, wenn ein Elternpaar im Stück solche Angst hat, dass ihr Kind »anders« sein könnte und nicht den Erwartungen oder der »Norm« entspricht, dass sie sich selbst von ihrem Kind distanzieren – weil das, was sich ihrer Kontrolle entzieht, auch sie zu Außenseiter:innen machen könnte.

ORDNE DIE AUSSAGEN DEN FIGURINEN ZU

Hanns Guck-in-die-Luft: Ich hänge oft meinen Tagträumen nach. Manche Leute nehmen das persönlich, aber das hat nichts mit Unhöflichkeit zu tun, meine Gedanken schweifen einfach ab.

Paulinchen: Ich bin den ganzen Tag alleine zuhause, meine Eltern sind immer weg. Mir ist langweilig und ich kann mit niemanden reden außer den Katzen.

Zappel-Philippa: Ich habe viel Energie und Begeisterung. Aber konzentriert stillzusitzen und bei einer Sache bleiben, fällt mir schwer. Das Schulsystem ist einfach nicht gemacht für mich!

Böser Friederich: Ja, ich hab manchmal so Ausraster. Aber warum fragt mich denn keiner, warum ich Agressionen habe?

Struwwelpeter: Man zeigt mit dem Finger auf mich, weil ich ungekämmte Haare und lange Fingernägel habe. Aber ich will gar nicht in euer ordentliches Bild passen!

Daumenlutscher-Konrad: Ich muss mich wie ein großer Junge verhalten, sonst bekomme ich Ärger. Aber ich werde diese Macke einfach nicht los, etwas im Mund zu haben, beruhigt mich halt.

Auflösung: Ob Sie richtig lagen, können Sie dann ab dem 25. April auf der Bühne sehen.

Der lustvolle eaterabend ist eine Hommage an das Anderssein, ein musikalisches Fest für die Vielfalt von Kindern wie Eltern und ein Plädoyer dafür, die eigenen Ängste zu überwinden.

SHOCKHEADED PETER

Junk-Oper nach Motiven aus »Der Struwwelpeter« von Heinrich Ho mann

Ein Musical von The Tiger Lillies, Julian Crouch und Phelim McDermott Musik von Martyn Jacques

Premiere: Samstag, 25.4. | 20:00 Uhr | Kleines Haus

Regie: Milena Paulovics | Musikalische Leitung und Klavier: Jochen Kilian | Bühne und Kostüme: Pascale Arndtz | Choreografie: Lester René González Álvarez | Licht: Ste Flächsenhaar | Dramaturgie: Pau Ho

Figurinen von Pascale Arndtz

ALLER GUTEN DINGE SIND FÜNF

Zwei Quintett-Programme locken ins Kleine Haus

Fünf Instrumente, ein gemeinsamer Klang und erstaunlich viele Möglichkeiten. Wie vielseitig diese Besetzung sein kann, zeigen die nächsten beiden Kammerkonzerte des Oldenburgischen Staatsorchesters: Zwei Programme der fünfstimmigen Kammermusik – einmal mit Klavier, einmal mit Klarinette und Streichinstrumenten.

Das Klavierquintett entwickelte sich als einzige der großen Kammermusikgattungen nicht in der Wiener Klassik, sondern im Übergang zur Romantik. Daher pro tieren die Stücke von einer bereits etablierten Streichquartettkultur und gleichzeitig schon von der weiterentwickelten romantischen Klaviertechnik. Die Werke bewegen sich klanglich zwischen intimer Kammermusik und beinahe konzertanter Wirkung. Die Besonderheit der frühen Vertreter war die Besetzung mit jeweils einem Instrument aus der Familie der Streichinstrumente, somit auch ein Kontrabass. Später setzte sich die Kombination aus zwei Violinen, Viola und Violoncello durch.

Zwei Paradebeispiele und Hauptvertreter für diese frühen Klavierquintette zeigen sich im 4. Kammerkonzert: Johann Nepomuk Hummels Klavierquintett op. 87 und das bekannte »Forellenquintett« von Franz Schubert. Schubert komponierte es für den musikbegeisterten Sylvester Paumgartner, den er während eines Aufenthalts in Steyr kennenlernte. Der Auftraggeber wünschte sich sowohl eine Variation des bekannten Stücks »Die Forelle« – er war über das »köstliche Liedchen ganz entzückt« – als auch die Besetzung des Hummel’schen Quartetts, welches zu diesem Zeitpunkt noch brandneu war. Die Variation des Forellenmotivs durchläuft im vierten Satz verschiedene Instrumentenkombinationen, wobei die Melodie selbst kaum verändert wird: ein ebenso spielerischer wie klanglich farbenreicher Höhepunkt des Werkes.

Das 5. Kammerkonzert rückt eine andere Quintett-Tradition in den Mittelpunkt: das Klarinettenquintett. Diese Gattung verdankt ihre Entstehung nicht zuletzt herausragenden Instrumentalisten. Sowohl Wolfgang Amadeus Mozart als auch Johannes Brahms schrieben ihre berühmten Werke für Klarinettisten, deren Spiel sie besonders inspirierte.

Auch Carl Maria von Weber komponierte sein »Grand Quintetto« für einen solchen Virtuosen: den Münchner Hofklarinettisten Heinrich Baermann. Das Werk verbindet virtuose Brillanz mit humorvollen und lyrischen Momenten – und nutzt bereits die technischen Fortschritte, die die Klarinette zu Beginn des 19. Jahrhunderts gemacht hatte.

Einen großen Zeitsprung in die Gegenwart markiert Paweł Szyma´nskis »Recalling a Serenade«. Der 1954 in Warschau geborene Komponist verbindet in seinem Werk moderne Klangsprache mit Erinnerungen an klassische Formen und Traditionen.

Johannes Brahms’ Klarinettenquintett h-Moll gehört zu den Höhepunkten der romantischen Kammermusik. Brahms schrieb es unter dem Eindruck des Klarinettisten Richard Mühlfeld, dessen Spiel ihn so sehr begeisterte, dass er nach einem bereits angekündigten Rückzug vom Komponieren noch einmal zu neuen Werken inspiriert wurde.

Beide Kammerkonzerte zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die Welt der Quintette ist – fünf Stimmen, die gemeinsam einen erstaunlich großen musikalischen Kosmos erö nen.

ANTON BRUCKNERS

Keine andere Sinfonie Bruckners ist in derart vielen Fassungen, Druckversionen und Zwischenstadien überliefert wie seine dritte Sinfonie. Sie beschäftigte ihn fast seine ganze kompositorische Laufbahn hindurch und bescherte ihm überdies ein traumatisches Erlebnis. Die Urfassung (1872/73) hatten die Wiener Philharmoniker rundweg abgelehnt zu spielen. Diese erste Fassung ist die kühnste und archaischste. Ihre Architektur folgt Bruckners Hang zu überdimensionaler Symmetrie und zyklischer Verknüpfung. 1877 folgte die überarbeitete zweite Fassung. Sie ist gekürzt, geglättet. Wagner-Zitate wurden entfernt, manche Harmonik gestra t und Übergänge neu disponiert. Diese Version hätte eigentlich von Johann Herbeck aus der Taufe gehoben werden sollen, der jedoch wenige Wochen vor der Premiere verstarb. Bruckner selbst sprang ein. Zwar war er der Urheber und ein herausragender Orgelvirtuose, doch alles andere als ein versierter Dirigent. Die Urau ührung geriet zum Desaster. 1888 überarbeitete Bruckner seine Sinfonie ein drittes Mal, unter Mitarbeit seines Schülers Franz Schalk, der insbesondere im Finale weitere Kürzungen vornahm. Gustav Mahler ist es zu verdanken, dass Bruckner nicht alle Striche übernahm. 1890 wurde diese dritte Fassung durch Hans Richter und die Wiener Philharmoniker mit großem Erfolg uraufgeführt. Die Dritte war für Bruckners weiteres Scha en von großer Bedeutung, denn mit ihr hatte er sein eigenes sinfonisches Konzept gefunden, das für alle folgenden Sinfonien modellhaft wurde, was auch Bruckners weitere Überarbeitungen und ständige Korrekturen seiner Dritten erklärt. Sie ist vom Willen zu Größe und Monumentalität geprägt und beruht auf Reihung und Schichtung von Blockhaftem. Statt komponierter Übergänge gibt es eher Brüche und Generalpausen, statt Stringenz eher Wiederholungen. Dennoch strebt die gesamte Anlage des Werkes unaufhaltsam dem Finale und damit seinem krönenden Gipfelpunkt zu.

Doch warum »Wagner-Sinfonie«? Der Name stammt von Bruckner selbst und tatsächlich enthält die Urfassung viele Anklänge an Motive aus Wagners Werken, bei denen es sich allerdings nicht um konkrete Zitate handelt. Wer die Dritte in der Urfassung unvoreingenommen hört, wird auf das Erklingen der Zitate jedoch vergebens warten – sie sind nicht hörbar, da sie weder in Originalgestalt noch mit dem, was ihnen charakteristisch ist, auftauchen. Bruckners Wagner-Verehrung ist hinlänglich bekannt, aber es ist nicht klar, wann diese Wagner-»Zi-

4. KAMMERKONZERT

Sonntag, 19.4 | 11:15 Uhr | Kleines Haus

JOHANN NEPOMUK HUMMEL (1778-1837): Klavierquintett op. 87 FRANZ SCHUBERT (1797-1828): Klavierquintett A-Dur D 667 »Forellenquintett«

Violine: Claudia Schmid-Heise | Viola: Marie-Theresa Nawara | Violoncello: Friederike Seeßelberg | Kontrabass: Jochen Zillessen | Klavier: Akiko Kapeller

5. KAMMERKONZERT

Sonntag, 3.5. | 11:15 Uhr | Kleines Haus

CARL MARIA VON WEBER (1786-1826): Quintett B-Dur op. 34 »Grand Quintetto« für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello PAWEŁ SZYMAŃSKI (*1954): »Recalling a Serenade« für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello JOHANNES BRAHMS (1833-1897): Quintett h-Moll op. 115 für Klarinette, 2 Violinen, Viola und Violoncello

Klarinette: Josefa Zalud | Violinen: Maja Syrnicka und Agnes Izdebska-Goraj | Viola: Nikolas Sahler | Violoncello: Friederike Seeßelberg

»WAGNER-SINFONIE«

tate« Eingang in die Partitur fanden. Vielleicht sogar erst, nachdem Wagner die Widmung dieser Sinfonie 1873 angenommen hatte. Doch bereits in der zweiten und deutlich gekürzten Fassung des Werkes sind die »Zitate« bereits verschwunden. Die Widmung ist geblieben: »Sr. Hochwohlgeboren Herrn Richard Wagner, dem unerreichten weltberühmten und erhabenen Meister der Dicht- und Tonkunst, in tiefster Ehrfurcht gewidmet von Anton Bruckner. «

Ein Konzert der Freundschaft

Der nnische Komponist Magnus Lindberg wurde 1958 in Helsinki geboren. Er studierte an der Sibelius-Akademie u.a. bei Einojuhani Rautavaara und Paavo Heininen. Letzterer ermutigte seine Schüler, über die vorherrschende nnische konservative und nationalistische Ästhetik hinauszuschauen und die Werke der europäischen Avantgarde zu erkunden. 1981 setzte Lindberg seine Studien bei Vinko Globokar und Gérard Grisey in Paris fort. Während dieser Zeit knüpfte er auch Kontakte zu Brian Ferneyhough, Helmut Lachenmann und York Höller.

Lindbergs Klarinettenkonzert entstand für den Klarinettisten Kari Kriikku, einen Studienfreund seit den 1970er Jahren. Der Komponist arbeitete während seines Sommerurlaubs 2002 an dem Konzert, in einem Ferienhaus an der Küste einer Insel im Finnischen Meerbusen. Kriikku hielt sich zufällig in der Nähe auf, und beide tauschten sich regelmäßig aus. Als Lindberg begann, die Noten zu schreiben, konnte er sie Kriikku mit dem Boot bringen.

Das Konzert verbindet Avantgarde mit warmer Melodik und höchster Virtuosität in einem enorm anspruchsvollen Solopart, der zwischen den Extremen des Klarinettenregisters springt, große rhythmische Präzision erfordert und den Solisten fast durchgehend in den Mittelpunkt rückt. Erweiterte Spieltechniken führen zu spannenden E ekten: Gleittöne zwischen den Noten (die manchmal an den Anfang von Gershwins Rhapsody in Blue erinnern), Tremoli, die klingen, als würde die Klarinette zwei Noten gleichzeitig spielen, und Multiphonics, bei denen mehrere Töne gleichzeitig erklingen. In dem Einsätzigen Werk vereinen sich die komplexe Klangwelt des 21. Jahrhunderts mit harmonischen Passagen, tonal und voll leuchtender Konsonanz.

Antje Müller

6. SINFONIEKONZERT

Sonntag, 26.4. | 11:15 Uhr | Großes Haus und Montag, 27.4. | 19:30 Uhr | Großes Haus

MAGNUS LINDBERG (*1958): Konzert für Klarinette und Orchester

ANTON BRUCKNER (1824-1896): Sinfonie Nr. 3 d-Moll (1877)

Dirigent: Eric Staiger | Solist: Robert Oberaigner Oldenburgisches Staatsorchester

Klara Bernt
Magnus Lindberg

An dieser Stelle finden Sie normalerweise eine Kolumne von orsten Lange (Kulturschnack). Aus gesundheitlichen Gründen muss diese leider diesmal entfallen. Wäre er gesund gewesen, hätte er über ein ema geschrieben, das er bereits einmal aufgegri en hat. Sie nden es über den QR-Code.

Theatervermittlung und Niederdeutsches Schauspiel

THEATRALES RECHERCHEPROJEKT ZU DEN EIGENEN VIER WÄNDEN

Wohnen ist ein Grundrecht und jeder Mensch sollte Zugang zu einem sicheren, bezahlbaren Zuhause haben. Der sozioökonomische Strukturwandel von ganzen Städten und innerhalb von Stadtvierteln beschreibt jedoch ein anderes Bild: Erschwinglicher Wohnraum wird immer knapper, da der soziale Wohnungsbau stagniert. Den Markt dominieren »Immobilienhaie« und Investoren und die Gentri zierung vieler Städte schreitet stetig voran. Lärm und Feinstaub machen krank, aber der Ruf nach mehr Parkplätzen in der Innenstadt scheint sich mit dem Bedürfnis nach mehr grünen Ruheoasen zu widersprechen. Menschen ohne festen Wohnsitz erfahren regelmäßig Diskriminierung und Gewalt; sie haben keine Lobby und ein Entkommen aus dem Teufelskreis scheint ohne Hilfe von außen kaum möglich. Menschen bewohnen im Alter, wenn die Kinder ausgezogen sind, ganze Paläste und fühlen sich dabei einsam. Das Stadt:Ensemble#3 greift mit dem Stück »Wohnen | Wahnen« wieder ein ema der Gegenwart auf. Über Erzählungen aus der eigenen Erfahrungswelt der Beteiligten, Interviews mit Aktiven in der Obdachlosenhilfe, Architekt:innen, Menschen auf der Straße und »ganz normalen« Wohnenden entwickelt das Regieteam gemeinsam mit der Dramaturgie ein Stück, in dem verschiedene Perspektiven auf die Wohnkrise eingenommen werden. Die 19 Spieler:innen sind auf der Bühne mal sie selbst, mal schlüpfen sie in eine Rolle und schauen genau dorthin, wo es knirscht. Sie beschreiben, hinterfragen und spinnen

ihre eigenen Utopien. Mit einer guten Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit wird die Kehrseite der Immobilienwirtschaft beleuchtet, in der Steuertricks und fragwürdige Praktiken von großen Immobiliengesellschaften zur Tagesordnung gehören. Das Stück stellt zur Diskussion, welche Verantwortung Politik und Gesellschaft in dem Konstrukt eigentlich tragen und bewegt sich dabei zwischen nüchterner Bestandsaufnahme und mutiger Utopie.

WOHNEN | WAHNEN

Ein theatrales Rechercheprojekt zu den vier Wänden der Oldenburger:innen

Kooperation zwischen Theatervermittlung und Niederdeutschem Schauspiel

In hoch- und niederdeutscher Sprache

Premiere: Sonntag, 10.5. | 18:30 Uhr | Kleines Haus

Regie: Liliane Bauer, Hanna Puka | Ausstattung: Tom Stellamanns | Dramaturgie: Nora Hecker

BERUFE In jeder Ausgabe der Theaterzeitung stellen wir Ihnen einen Beruf im Theater vor, den Sie vielleicht noch nicht kennen.

WAS MACHT EIGENTLICH …

… EIN HERRENFUNDUSVERWALTER UND RÜSTMEISTER?

Wie heißt du?

Stephan Parie

Wie heißt dein Beruf?

Herrenfundusverwalter und Rüstmeister

Wie würdest du deinen Beruf (umbe)nennen?

Für die eater nde ich die beiden Begri e schon sehr passend, da »Herrenkostümlagerverwalter« oder »Verwalter der Wa enkammer« nicht so toll klingen.

Was machst du hauptsächlich?

Als Fundusverwalter habe ich den Überblick über alle Herrenkostüme, die im Kostümfundus gelagert werden. Dies betri t den Kostümfundus im großen Haus sowie das Außenlager

Tweelbäke. Ich helfe außerdem den Kostümbildner:innen bei der Suche nach den passenden Kostümen für ihre Produktionen.

Als Rüstmeister p ege ich alle Wa en und bereite sie für die Vorstellungen vor – Schwerter, Degen, Schlagstöcke, Schusswa en … Die Wa en müssen überprüft werden, damit keine Gefahr für die Künstler:innen besteht. Manchmal müssen Waffen nach dem Kampf bearbeitet werden, da es Scharten in der Klinge gibt. Oder die Klinge bei einem Degen muss irgendwann ausgetauscht werden, damit keine erhöhte Bruchgefahr entsteht. Alle Pistolen oder Gewehre sind nicht schussfähig. Wir haben aber auch einige, mit denen wir Schreckschusspatronen abfeuern können.

Als Rüstmeister arbeite ich außerdem Ritterrüstungen auf und passe sie an, damit sie auf der Bühne genutzt werden können.

Woran erkennt man einen Herrenfundusverwalter oder einen Rüstmeister?

Den Begri Fundusverwalter gibt es wohl so nur an eatern. Der Rüstmeister war/ist ein richtiger Ausbildungsberuf. Alle großen Burgen hatten bestimmt einen richtigen Rüstmeister, der sich um die Wa en und Ritterrüstungen gekümmert hat. Sie haben eng mit den Wa enschmieden zusammengearbeitet.

Wo befindet sich »deine Bühne«?

Im Herrenkostümfundus und in der Wa enkammer.

Welche Superkraft bräuchte man für deinen Job? Augenmaß bei den Konfektionsgrößen und starke Arme beim Hin- und Herräumen von Kostümen sowie starke Hände für die Anpassung von Rüstungen.

Welcher lustige/schöne/absurde Moment ist dir in Erinnerung geblieben?

Was ist dein »Signature Tool« oder dein Markenzeichen? Geschichtskunde in der Herrenmode, der richtige Umgang mit Konfektionsgrößen, handwerkliches Geschick bei der Anpassung von Rüstungen und der P ege von Wa en und Kostümen.

Welche Abteilungen hören regelmäßig von dir? Als gelernter Herrenschneider gehöre ich zur Gewandabteilung Herren. Die Schlosserei hört oft von mir, wenn ich Hilfe für die Wa en brauche und die Tischlerei für Holzschwerter oder Gewehrkolben …

Mein Vorgänger hatte zu jedem Kostüm eine Geschichte zu erzählen, was mich damals sehr beeindruckt hat. Jetzt, nachdem ich zehn Jahre in der Herrenschneiderei gearbeitet habe und fast zwanzig Jahren als Fundusverwalter, geht es mir auch so.

Wie sähe das Theater ohne deinen Job aus?

Ohne Kostümlager müsste ja alles neu angefertigt oder gekauft werden und ein Kostümlager, das nicht richtig betreut wird, kann nicht e ektiv genutzt werden. Bei über 20.000 Kostümteilen braucht man bei uns noch jemanden, der sich auskennt, denn noch ist nichts digital erfasst.

Theater am
Foto: Stephan Walzl

Mo 13.4. | 20:00 Uhr

DANIEL SPECK

Villa Rivolta Lesung

Der neue Roman des sympathischen – und in all seinen faszinierenden historischen Geschichten gesellschaftspolitisch immer engagierten – Erfolgsautoren ist druckfrisch am 3.3.26 im Buchhandel erschienen. Wir freuen uns auf seinen 1. Besuch in Oldenburg! Ein Kindheitsversprechen. Ein Familiengeheimnis. Und eine unmögliche Liebe in den goldenen Jahren Italiens.

Mi 15.4. | 20:00 Uhr, Sa 18.4. | 18:00 Uhr | Theater Laboratorium

BEGEGNUNGEN AM ENDE DER WELT

Ein Dach in vielleicht gar nicht allzu ferner Zukunft. Irgendwo in Norddeutschland. Darauf: Harry Unruh, Anthropologe. Er fischt im Trüben, sucht nach Spuren, die unser Gedächtnis bilden. Er will bewahren, Erinnerungen konservieren und so viel wie möglich retten, Geniales und Triviales. Sein Konzept ist, dass er kein Konzept hat. Getrieben von der Ohnmacht, nicht zu wissen, was ihm alles durch die Lappen geht, macht er weiter und weiter. So wie das Wasser immer weiter steigt. Erbarmungslos flutet es die Wohnräume der Menschen. Ganze Stadtteile sind mittlerweile unbewohnbar.

Das Dach als Zufluchtsort für die verschiedensten Archetypen. Da ist der Aktivist, der versucht zu retten, was längst kaum noch zu retten ist. Der Eisbär, aus seinem Lebensraum vertrieben und ein alter Mann, der uns irgendwie bekannt vorkommt. Die Politik hält unbeirrt Lösungen bereit. Renaturierung ist das Stichwort des Wahlkampfes. Aber können wir einfach weitermachen wie bisher? Geht es nach der Businessfrau, die vergeblich versucht, ihre Party zu organisieren, dann ja. Aber wieviel Ignoranz kann unser Planet noch verkraften? Können wir überhaupt noch etwas ändern oder ist es dafür bereits zu spät? Oder sollten wir einfach nur unseren Untergang feiern? Für Jugendliche ab 12 Jahren und Erwachsene | Dauer: 90 Minuten

FREIE THEATER

Alle Termine für Schulen und Kindergärten sind ab sofort bis Ende Januar 2026 auf unserer Homepage einsehbar.

Fr 17.4., Sa 18.4. | 20:00 Uhr

Sa 18.4., So 19.4. | 15:00 Uhr

Theater Laboratorium

RONJA RÄUBERTOCHTER

»Du, Kind, in diesen kleinen Händen hältst du schon jetzt mein Räuberherz.«

Als Ronja über den Schlund springt, um seinem Feind zu helfen, bleibt Mattis wie ein verwundeter Bär stehen. Gemeinsam schauen wir mit der Inszenierung des Astrid-Lindgren-Klassikers auf die Eltern-Kind-Beziehung. Was passiert, wenn Kinder plötzlich eigene Wege gehen?

Figurenspieler Eike Schmidt und die Musikerin Like Mint erzählen eine Geschichte von Liebe, Schmerz und Sorge - vom Loslassen, aber auch vom Mut, vom Wald und all den wilden Gefühlen. Alter: Jugendliche und Erwachsene | Dauer: 115 Minuten mit Pause | Alter für die Familienvorstellung: ab 6 Jahren, 60 Minuten ohne Pause

Do 23.4., Fr 24., Sa 25.4 | 20:00 Uhr, So 26.4. | 15:00 und 18:00 Uhr | Limonadenfabrik DER FROSCHKÖNIG

Ein Stück über das Leben, die Liebe und den Eiweißgehalt von Fliegen

In alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte einmal ein König, der hatte wunderschöne Töchter. Die jüngste war so schön, dass die Sonne selber, die doch so vieles schon gesehen hat, sich verwunderte, so oft sie ihr ins Gesicht schien. Als ihr eines Tages beim Spiel ihre goldene Kugel in einen tiefen Brunnen fiel, begegnete ihr ein hilfsbereiter Frosch... Für Jugendliche und Erwachsene | Dauer: 70 Minuten, keine Pause

Fr 10.4., Sa 11.4. | 20:00 Uhr

CYCLE & RECYCLE – WANN, WENN NICHT

JETZT. EINE KREATIVE ANNÄHERUNG AN EIN KOMPLEXES THEMA

Schauspiel: Eleonora Fabrizi, Marie-Luise Gunst, Maike Jebens, Christian Klein, René Schack, Musik: Christian Klein, Choreografie: Eleonora Fabrizi, Regie: Marc Becker, Dramaturgie: Frauke Allwardt und Ensemble Wie wollen wir leben? Was bedeutet die Veränderung des Klimas für die Zukunft? Für uns und die Generationen nach uns? Und können und wollen wir angesichts zunehmender globaler Katastophen überhaupt noch über Klima sprechen? Genau diese Fragen werden in unserem Theater zum performativen Gegenstand. In einer genreübergreifenden, rasanten Inszenierung aus Schauspiel, Performance, Tanz und Live-Musik entsteht eine lustvolle Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema Nachhaltigkeit und mit dem liebsten Gefährt der Oldenburger:innen: dem Fahrrad. Angesichts scheinbar unlösbarer Probleme – gerade in Klimafragen – werden die Menschen oft lethargisch. Was soll das schon bringen, wenn ich das Auto stehenlasse und in die Pedalen trete, während alle anderen ins Flugzeug steigen? Warum soll ich auf Fleisch verzichten, wenn alle andere Schnitzel bestellen. Und überhaupt: Die da oben machen doch eh was sie wollen … Aber, wäre es nicht schön, so zu leben, dass man zumindest von sich selbst nicht enttäuscht ist? Mutig sein. Sich verantwortlich fühlen für die Dinge, die man unmittelbar beeinflussen kann und das Leben gemeinsam leichter nehmen. Auch Humor kann helfen, denn mit ihm sind wir in der Lage, zu Problemen auf Distanz zu gehen oder »verhärtete Fronten« aufzuweichen und mit anderen in konstruktive Gespräche zu kommen. Dadurch können sich vielleicht sogar neue Lösungsmöglichkeiten, neue Blickwinkel erö nen. Denn intelligenter Humor und Ho nung sind etwas zutiefst Politisches und vielleicht sogar die radikalste Form des Widerstands. Und Nachhaltigkeitsbemühungen können bei aller Ernsthaftigkeit auch Spaß machen und ein neues Miteinander fördern. Dabei geht es nicht darum, Realitäten zu leugnen, sondern die eigene Haltung zu überprüfen und bestenfalls in ein lösungsorientiertes Handeln zu kommen. Das Projekt ist eine klimaneutrale Produktion – gefördert von der Kulturstiftung des Bundes – in der wir alles, was wir an CO2 verbrauchen bilanzieren und kompensieren. Wir freuen uns, wenn ihr mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den ö entlichen Verkehrsmitteln zu uns kommt.

Bahnhofstraße 19 | 26122 Oldenburg 0441-9555601 | theater@hof-19.de www.theaterhof19.de

Fr 17.4., Sa 18.4. | 20:00 Uhr WAS BLEIBT – BILANZ EINES BABYBOOMERS Ein Theatersolo von und mit Dieter Hinrichs

Regie: Marc Becker, Musik: Sebastian Venus Uwe soll zur Silberhochzeit seiner ehemaligen Jugendfreunde Heidi und Peter eine Rede halten. Er erinnert sich an Heidi und Peter und auch an Mechthild und Jürgen, die alle mal seine Freunde waren. Er lässt sein Leben Revue passieren und denkt an Glücksmomente, verpasste Chancen, an Musik, an Veränderungen und Konstanten und daran, wieviel Zeit ihm noch bleibt. Der Rückblick auf das eigene Leben wird somit auch beispielhaft zu einer gesellschaftlichen Chronik der letzten 50 Jahre. Dieses Theatersolo, in dem Dieter Hinrichs alle Rollen spielt, ist auch ein Stück über Freundschaft und darüber, dass es nie zu spät ist Neues zu wagen. Humorvoll und ernst wird diese Geschichte erzählt, an deren Ende eine überraschende Wendung steht.

Fr 24.4., Sa 25.4., Do 7.5., Sa 9.5.

VOM LOSLASSEN UND WEITERGEHEN Ein dokumentarisches Märchen mit Oldenburger Seniorinnen.

Konzept: Melina von Gagern, Maike Jebens, Regie: Melina von Gagern, Schauspiel: Maike Jebens, Oldenberger Seniorinnen Es war einmal eine Frau, die auszog das Altern zu lernen, denn dass es kommt, ist gewiss. Sie ist Ende 40 und groß ist die Angst vor Krankheit, Gebrechen und Einsamkeit. Sie macht sich auf die Suche nach Menschen, die ihr helfen können, Menschen, die schon drin sind in diesem »Alter«. Gewappnet mit deren ganz persönlichen Tipps und Tricks, stellt sie sich letztendlich ihrer ungewissen Zukunft, denn altern müssen wir alle, die Frage ist nur wie?

Ausgangspunkt dieser Arbeit sind Erfahrungen und Geschichten von Oldenburger Seniorinnen. Sie sind die »Expertinnen des Alters«, stehen selber auch auf der Bühne und haben zusammen mit der Schauspielerin Maike Jebens und der Regisseurin Melina von Gagern einen Theaterabend entwickelt, in dem sie sich mit den Fragen auseinandersetzen: Was kann die Gemeinschaft von den Älteren lernen? Wie stärken wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Und wie geht gutes Altern? Die Tasse Ka ee, bei der man sich erinnert und reflektiert oder bei der man sich begegnet und austauscht, spielt dabei eine besondere Rolle und vielleicht setzen Sie sich ja noch anschließend auf eine Tasse dazu und plaudern mit uns über das Leben?

Liebes Publikum, ab sofort ist der theater hof/19 Herbst/Winter Spielplan online: www.theaterhof/19.de.

Ab sofort können Karten gebucht werden für: „Cycle & Recycle - Wann, wenn nicht jetzt«, „Was Bleibt - Bilanz eines Babyboomers«, „Brot & lose Kunst«, „Sturm im Whiskyglas«, „UnsichtBar«, „Die Fiedelgrille und der Maulwurf«, „Bonobo Moussaka - Oder Curvy Barbies sind auch keine Lösung«.

Theaterkasse

Tel 0441. 2225-111

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Oldenburgisches Staatstheater

Generalintendant: Georg Heckel

Redaktion: Dramaturgie und Ö entlichkeitsarbeit

Chefredaktion: Ramona Itzeck, Anna Neudert, Reinar Ortmann

Grafikdesign: Wiebke Jakobs / Pink Gorilla Design Hamburg

Stand der Drucklegung: 27.3.2026

Änderungen vorbehalten.

Ö nungszeiten: Di–Fr 10:00–18:00 Uhr, Sa 10:00–14:00 Uhr, montags nur Vorstellungskasse

www.staatstheater.de

facebook.de/oldenburgisches.staatstheater instagram.com/oldenburgischesstaatstheater

Fr 10.4. | 20:00 Uhr

TIM FISCHER

»Na und!« – Tim Fischer singt Hildegard Knef Konzert

Tim Fischer ehrt Hildegard Knef, die am 28. Dezember 2025 ihren 100. Geburtstag begehen würde, mit einem glamourösen Konzertabend und verkörpert den Kult-Star mit Haut und Haaren. Eine absolute Herzensangelegenheit für den singenden Schauspieler, der bereits als Teenager zum Fan wurde und den das enorme Spektrum der Knef schon immer faszinierte und inspirierte. Stilsicher und virtuos begleitet von seiner exzellenten Band.

Sa 11.4. | 20:00 Uhr

ANDERS & SPECIAL GUESTS

so kurz davor – tour 26 Konzert

Sie sind Deutschlands A-Cappella Deutschpoeten. Ihr

Stil: Eingängige Melodien und intelligente Texte. Anders schreiben smarte Popsongs auf Deutsch, die die Darbietungsform A-cappella ernst nehmen und dabei mehr sind als instrumentennachahmende Coversongs aktueller Charthits. In Oldenburg werden sie unterstützt von allegro vocale OL und dem Uni-Chor OL.

Sa 18.4. | 20:00 Uhr

GROBSCHNITT Acoustic Party Konzert

»Eine Grobschnitt-Tour ohne Station in Oldenburg ist ein No-Go«, so Leadgitarrist und Gründungsmitglied Lupo. »Bei unserem Debüt-Konzert in der Kulturetage im März 2024 hatten wir hier ein volles Haus mit einer unglaublichen Stimmung«. Entsprechend groß ist die Freude bei den Musikern und den Fans auf das zweite Akustik-Konzert.

FREIE THEATER

Bahnhofstraße 11 26122 Oldenburg www.kulturetage.de

Mo 20.4. | 20:00 Uhr

AXEL PRAHL & KNUT ELSTERMANN

Was man liebt, braucht Zeit Lesung undTalk

Axel Prahl und sein alter Freund und Weggefährte Knut Elstermann blicken gemeinsam mit der Moderatorin Andrea Jung auf Prahls Herkunft, Kindheit und Jugend – und seine ersten Erfahrungen am Theater. Dabei gewährt der beliebte Schauspieler, Musiker und Entertainer Axel Prahl mit zahlreichen persönlichen Anekdoten Einblicke in sein Leben. Ergänzt werden die Gespräche durch Lesungen spannender Textpassagen aus ihrem gemeinsamen Buch »Was man liebt, braucht Zeit«. Und, na klar: Niemals reist der gute Axel Prahl ohne seine Gitarre – auf einige ausgewählte Song-Perlen dürfen wir ho en. :)

Fr 24.4. | 20:00 Uhr

Sa. 11.4. | 20:00 Uhr

WATCHOUT Spielzeiterö nung

UNIKUM (Campus Haarentor) Uhlhornsweg 49-55 | 26129 Oldenburg Tickets: www.theater-unikum.de

Fr 24.4. | 20:00 Uhr

WAT IHR WOLLT TRIFFT (AUF) IMPROTEUS! - FREUNDSCHAFTSSPIEL

Wir bekommen Besuch! Aus Osnabrück! Was für ein Glück! Improtheater

Unsere Freund:innen von Improteus beehren uns mit einer Delegation ihrer Gruppe und bringen einen Koffer Spontaneität mit. Sonst im »ersten unordentlichen Zimmertheater« zu Hause haben wir für unsere Gäste die »KuBar« aufgeräumt und damit viel Platz geschaffen für Fantasie, Spielfreude, Drama, Gesang, Tanz und allem, wozu wir uns sonst noch gegenseitig inspirieren und herausfordern. Mit euren Vorgaben wird es ein bunter Abend zwischen Duett und Duell, Wettkampf und Lachkrampf, Hochgefühl und Tiefgang.

Sa 25.4. | 20:00 Uhr

SING IT OUT LOUD!

STEFAN GWILDIS das war doch grad’ erst eben Konzert 50 Jahre auf der Bühne! Sackschlepper und SoulSensation, Hafen-Malocher und Lyrik-Rezitator, Fabrik-Besetzer und Deutschlands Antwort auf George Clooneywas ist Stefan Gwildis nicht alles schon gewesen. Fast zu viel für nur ein Leben und allemal genug für einen zum Bersten gefüllten Abend: eine klingende Werkschau, eine multimediale, aber sehr analoge Revue des gwildis’schen Scha ens.

Sa 25.4. | 20:00 Uhr

KLAUS HOFFMANN

Traditionell beginnen wir die neue Spielzeit mit unserem »WatchOUT« und zappen in der Realität von Stück zu Stück, um eine Vorschau auf die beginnende Spielzeit zu geben. Alle Stücke, die in den kommenden Monaten gezeigt werden, stellen sich mit kurzen Auszügen vor. Das Publikum kann sich bei dieser Veranstaltung einen ersten Eindruck der vielfältigen Produktionen machen und daraufhin entscheiden, welches Stück man in den nächsten Wochen unbedingt anschauen möchte. Lassen Sie sich begeistern, werfen Sie einen Blick durch das Loch im Vorhang und lassen Sie sich anstecken von der freudigen Erwartung auf die baldigen Au ührungen unserer Stücke.

Sa 18.4. | 19:00 Uhr, Mi 22.4. | 20:00 Uhr

So 26.4. | 16:00 Uhr

DIE VERGESSENEN

Murder-Mystery-Musical

Karaoke-Abend »Sing it OUT Loud!« lautet das Motto des KaraokeAbends im Oldenburger Uni-Theater. Wir ö nen unsere Bühne, also traut euch und gebt eure Lieblingssongs in gemütlicher Atmosphäre zum Besten. Erlebt mit uns einen ausgelassenen Abend mit Getränken und Musik. Wir freuen uns auf eure fantastischen Performances!

»Ich bin« – Tour 2026 Konzert Mit seinem 51. Album »Ich bin« geht Ho mann auf große Deutschlandreise! Dazu gibt es live eine Auswahl an alten legendären Liedern und Zwischentexten aus 50 Jahren! Eine »Achterbahnfahrt einmal quer durch die ganze Seele«, begleitet am Klavier von Nikolai Orlo

Mi 29.4. | 20:00 Uhr

DEKKER

Neither up nor down -Tour 2026 Konzert

Der erfolgreiche amerikanische Singer/Songwriter Brookln Dekker stürzt sich tief in sein neues, bisher ambitioniertestes und unmittelbarstes Album: »Neither Up Nor Down« trotzt sowohl dem pechschwarzen als auch dem blendenden Licht langjähriger Liebe, des Göttlichen und der Beziehung des menschlichen und tierischen Selbst. Getragen wird dies von Dekkers bisher kühnstem und reinstem Songwriting – unterstützt von seinem langjährigen Freund und Weggefährten, dem Berliner Schlagzeuger Stefan Wittich, und gemischt/gemastert von Zach Hanson.

Nach dem »Eingecheckt«-Musical geht’s nun ernst weiter: Im neuen, selbst geschriebenen Murder-Mystery-Musical der Strehsical Company tre en sieben verschiedene Charaktere auf einer vom Festland isolierten Insel im England der dunklen 1920er Jahre aufeinander. Die auf der Insel ansässige Organisation bietet eine Au angstation zur Behandlung kriegsbedingter Traumata. Doch was eigentlich als Ort der Heilung und des Vergessens dient, wird schließlich zum Mordschauplatz! Personal oder Patient:innenwer könnte den Mord begangen haben? Und welche Geheimnisse verbergen sich noch auf dieser Insel, die besser (nicht) vergessen werden sollten? Freut euch auf ein spannendes Musical performt von einem großen Ensemble und einer zehnköpfigen LiveBand!

KLANGWERKSTATT UND O*MOBIL

Instrumentenworkshops im Staatstheater

In der Klangwerkstatt erleben Oldenburger Grundschüler:innen einen Vormittag, an dem sich alles um das Orchester und seine Instrumente dreht. Welche Instrumente gehören zum Orchester? Welche Instrumentenfamilien gibt es, und warum gehört die Flöte nochmal zu den Holzbläsern? In einem interaktiven Einführungsworkshop werden die Schüler:innen zunächst mit allen Instrumentengruppen des Orchesters vertraut gemacht, bevor die Schulklassen den Musiker:innen des Oldenburgischen Staatstheaters einen Besuch abstatten. Hier sehen und hören die Kinder die Orchesterprobe im großen Probensaal: sie erleben das Orchester im Zusammenklang, bekommen Einblicke in die Arbeit der Dirigent:innen und beobachten die Pro s beim Musizieren auf ihren Instrumenten. So nah am Geschehen entfaltet der Orchesterklang eine besondere Wirkung auf die jungen Zuhörer:innen. In dieser Spielzeit besuchten Schulklassen zum Beispiel Proben mit den Gastdirigierenden Corinna Niemeyer und Aris Alexander Blettenberg, dem kommissarischen Generalmusikdirektor Vito Cristofaro oder dem koordinierten 1. Kapellmeister Eric Staiger.

Nach dem Probenbesuch geht es ans Eingemachte: Nun haben die Kinder die Möglichkeit, alle Orchesterinstrumente (in Kindergrößen) selber auszuprobieren, dabei werden sie von den Workshopleitenden unterstützt und angeleitet. Wie tief klingt der Kontrabass, wie bekomme ich einen Ton aus der Tuba und wie fühlt sich das Trommelfell einer Pauke an? Wie muss das Oboenrohr vorbereitet werden und wie viele Klangstäbe hat ein Marimbafon?

Die Klangwerkstatt richtet sich an Schulklassen der 3. und 4. Jahrgänge und ist so beliebt, dass im laufenden eaterbetrieb nicht alle Anfragen gedeckt werden können.

Ins Leben gerufen wurde die Klangwerkstatt 2015 in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club Oldenburg Schloss, die Erlöse aus einem Bene z-Konzert des Rotary Orchesters ermöglichten die Anscha ung der Instrumente und den Start der Klangwerkstatt. Ein Kooperationsprojekt, welches seit über einem Jahrzehnt einen festen Bestandteil der Vermittlungsarbeit am eater darstellt, und weiterhin durch die Unterstützung des Rotary-Clubs ermöglicht wird.

Auf Tour geht ein Teil der Ausprobier-Instrumente außerdem in jeder Spielzeit mit dem O*Mobil: Ob Bläserquintett, Streich-, oder Blechbläserensemble, die Musiker:innen des Oldenburgischen Staatsorchester machen sich in KammermusikBesetzung auf den Weg und besuchen Schulen im Oldenburger Umland. Hier präsentieren die Musiker:innen sich und ihre Instrumente zunächst in einem moderierten Konzert, bevor das junge Publikum im Anschluss die Instrumente der jeweiligen Familie ausprobieren kann, angeleitet von den Pro s. In dieser Spielzeit tourt das Blechbläserquintett von Jade über Edewecht und Delmenhorst bis nach Bösel. Dabei gibt es im Konzert nicht nur Trompete, Horn, Posaune und Tuba mit Musik von Mozart bis zum Dschungelbuch zu hören, als Zugabe gibt es auch noch virtuoseste Musik aus dem Gartenschlauch … Emilia Durka

TIERISCHE STÜCKE ZURÜCK IM JUNGEN STAATSTHEATER

Nach längerer Pause wird es im April endlich wieder krabbelig und lebendig auf der Bühne des Staatstheaters: Gleich zwei beliebte Stücke des Jungen Staatstheaters kehren ins Programm zurück. Mit »Das Gewicht der Ameisen« und »Als der Ring verloren ging« stehen Produktionen auf dem Spielplan, die junge Zuschauer:innen ebenso begeistern konnten wie Erwachsene – fantasievoll, klug inszeniert und voller Entdeckungen.

In David Paquets rasanter und bissiger Komödie »Das Gewicht der Ameisen« versuchen sich zwei Jugendliche in politischem Engagement und wirksamem Aktivismus.

Fuck you! Ich bin schon schön!

Jeanne ist wütend, und zwar richtig. Überall lauern falsche Versprechungen durch Werbung, Medien und Erwachsene. Während gleichzeitig alle Probleme auf die Zukunft verschoben werden und hohe Erwartungen auf der jungen Generation lasten. Mitbestimmung – Fehlanzeige. Jeannes Mitschüler Oliver ist ebenso deprimiert. Er wird von Albträumen einer sterbenden Erde gequält. Irgendjemand muss doch anfangen, die Welt zu retten. Eins ist beiden klar: Es muss sich etwas ändern! Schließlich hat auch Nichtstun Konsequenzen. Als Jeanne in einem Wutanfall ein Werbeplakat auf der Schultoilette zerstört, verp ichtet der Direktor Jeanne und Oliver kurzerhand, als Schulsprecher:innen zu kandidieren. Aber nicht immer lassen sich Wahlen mit Inhalten gewinnen. Die besten Chancen auf den Wahlsieg hat ein Kandidat mit dem Versprechen auf »Pizza für alle«. Doch Jeanne und Oliver geben nicht auf, denn sie wissen aus der Enzyklopädie des nutzlosen Wissens: Alle Ameisen dieser Welt zusammengerechnet sind schwerer als alle Menschen.

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+ von David Paquet

Wiederaufnahme: Sonntag , 12.4. | 16:00 Uhr | Exhalle

Regie und Sounddesign: Calixto María Schmutter | Bühne und Kostüme: Emilie Wünsch | Video: Michelle Claus | Dramaturgie: Matthias Grön | Theatervermittlung: Liliane Bauer

Mit: Flora Reim, Katharina Shakina, Florian Heise, Finn Cosmo Faust

Die temporeiche und bunte Inszenierung von Calixto María Schmutter nimmt die Machtverhältnisse an einer sogenannten Brennpunktschule genüsslich unter die Lupe und weist auf bissige Art und Weise sowohl auf die Orientierungslosigkeit hin, mit der sich junge Menschen oft konfrontiert sehen, als auch auf den Mangel an Mitspracherecht.

Ganz schön viel Wildnis hier!

In seinem Kinderstück »Als der Ring verloren ging« streift der Autor und Regisseur Marc Becker das aufregende ema der Kommunikation im Tierreich. Angesichts der Tatsache, dass auch bei Menschen der Anteil nonverbaler Kommunikation höher ist als die Verwendung von Wörtern, ist es eigentlich verwunderlich, dass wir Menschen uns so viel darauf einbilden. Ist es nicht eher so, dass die menschliche Sprachverwendung zu Missverständnissen neigt? Und wie kommt es, dass es viele Beispiele dafür gibt, in denen Tiere gelernt haben, Menschen zu verstehen? Dagegen fällt es Menschen ungleich schwerer, Tiere zu verstehen, geschweige denn ihre Sprache zu erlernen.

Genau vor diesem Problem stehen die Meisterdetektivin Lisa Streng-Geheim und ihr Assistent Pico, ein Papagei mit auffallend menschlichen Eigenschaften. Die beiden werden mit einem Fall beauftragt, der sie in den Urwald führt, um dort einen verlorengegangenen Ring aus ndig zu machen und dazu müssen sie die Tiere des Waldes befragen. Doch das ist gar nicht so leicht. Denn die Formen der Tiersprachen sind erstaunlich vielfältig. Und deren Interesse an der Aufklärung des Falls scheint auch eher gering zu sein. Trotzdem führen ihre Erkundungen der bis heute fast unerforschten Welt der tierischen Sprachen zu überraschenden Entdeckungen.

Matthias Grön

ALS DER RING VERLOREN GING 7+ von Marc Becker

Wiederaufnahme: Sonntag, 10.5. | 16:00 Uhr | Spielraum

Regie: Marc Becker | Bühne und Kostüme: Sandra Münchow | Musik und Sounddesign: Oskar Smollny | Dramaturgie: Matthias Grön | Theatervermittlung: Hanna Puka

Mit: Esther Berkel, Lukian Anhölcher, Konstantin Gries

Weitere Vorstellungen: So 24.5. 16:00 Uhr

Foto

01

Mi

19:30 | Großes Haus

MEPHISTO Nach dem Roman von Klaus Mann

19:00 Einführung

20:00 | Kleines Haus IM WEISSEN RÖSSL

Singspiel von Robert Gilbert und Ralph Benatzky

20:00 | Exhalle

IT’S NOT THE MEDIUM, IT’S THE SLAM #9

Date-Slam

02 Do 19:30 | Großes Haus

BLÜHEND An den Ufern des Sees / Le Sacre du Printemps Zwei Choreografien von Antoine Jully 19:00 Einführung

20:00 | Kleines Haus

EIN VOLKSFEIND Von Henrik Ibsen

19:30 Einführung

20:00 | Exhalle WIR GEGEN UNS Von Łukasz Ławicki

04 Sa → Premiere 17:00 | Spielraum ZWISCHEN HIN UND HER –

MEINE FLUCHT AUS SYRIEN Von und mit Malak Kadour

→ Zusatzvorstellung

19:30 | Großes Haus LA TRAVIATA Oper von Giuseppe Verdi 19:00 Einführung

20:00 | Kleines Haus

DEMO-MODE

Drei choreografische Urau ührungen von Guillaume Hulot, Nicol Omezzolli und Alice Topp 19:30 Einführung

20:00 | Exhalle WIR GEGEN UNS

05 So 18:30 | Kleines Haus

BONDI BEACH Komödie von Rebekka Kricheldorf

06 Mo 18:00 | Großes Haus

BLÜHEND An den Ufern des Sees / Le Sacre du Printemps 17:30 Einführung

18:30 | Kleines Haus IM WEISSEN RÖSSL

07 Di

20:00 | Kleines Haus IM WEISSEN RÖSSL

20:00 | Exhalle WIR GEGEN UNS

12 So

APRIL 2026

16:00 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+

18:00 | Großes Haus

BLÜHEND 17:30 Einführung

18:30 | Kleines Haus

ACHTSAM MOORDEN / ACHTSAM MORDEN

→ Premiere

20:00 Uhr | Altes Casino (Heiligengeiststraße 12)

ROHDIAMANT:

ICH REMINISZIERE AUCH NACHTS Von Darios Vaysi und Lorenz Bahro

15:00| Unterwegs!

13 Mo

14 Di

LIEDER VON FRÜHER – ERZÄHLKONZERT FÜR SENIORENHEIME

Anmeldung und Information: guelay.polat@staatstheater.de

18:00 | Spielraum

ZWISCHEN HIN UND HER –

MEINE FLUCHT AUS SYRIEN

18:00 | Hauptfoyer

EINFÜHRUNGSSOIRÉE + PROBENBESUCH: IL BARBIERE DI SIVIGLIA Eintritt frei!

10:30 | Unterwegs!

O*MOBIL

Von Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott bis zum Horn – Die Orchesterakademie zu Gast in der Schule | Anfragen: musikvermittlung@staatstheater.de

20:00 | Kleines Haus

EIN VOLKSFEIND

19:30 Einführung

20:00 Uhr | Altes Casino (Heiligengeiststraße 12)

ROHDIAMANT:

ICH REMINISZIERE AUCH NACHTS

Von Darios Vaysi und Lorenz Bahro

15 Mi 10:30 | Unterwegs!

O*MOBIL

10:30 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+

18:30 | Probenzentrum

MODERN DANCE CLASS

Mehr Bewegung! Anmeldung und Information: telse.hahmann@staatstheater.de

20:00 | Kleines Haus

IM WEISSEN RÖSSL

20:00 Uhr | Altes Casino (Heiligengeiststraße 12)

ROHDIAMANT:

ICH REMINISZIERE AUCH NACHTS

Von Darios Vaysi und Lorenz Bahro

21 Di

10:30 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+

→ Gastspiel

19:30 | Großes Haus

SALUT SALON: heimat

22 Mi 11:00 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+

15:00 | Unterwegs! LIEDER VON FRÜHER - ERZÄHLKONZERT FÜR SENIORENHEIME

19:30 | Großes Haus

BLÜHEND

An den Ufern des Sees / Le Sacre du Printemps 19:00 Einführung

23 Do 10:30 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+

19:30 | Großes Haus

IL BARBIERE DI SIVIGLIA 19:00 Einführung

20:00 | Kleines Haus

FRANKENSTEIN 19:30 Einführung

24 Fr 10:30 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+ 22:00 | Foyer

GLASHAUSPARTY

25 Sa → Premiere 18:00 | Exhalle | Erwachsenenclub IN ZWISCHEN

19:30 | Großes Haus

BLÜHEND

An den Ufern des Sees / Le Sacre du Printemps 19:00 Einführung

→ Premiere

20:00 | Kleines Haus

SHOCKHEADED PETER

Junk-Oper nach Motiven aus »Der Struwwelpeter« von Heinrich Ho mann

Ein Musical von The Tiger Lillies, Julian Crouch und Phelim McDermott | Musik von Martyn Jacques → im Anschluss ö entliche Premierenfeier

→ Premiere 20:30 | Exhalle | Erwachsenenclub /h m•p ls/ – eine liebeserklärung → im Anschluss ö entliche Premierenfeier

26 So 11:15 | Großes Haus

6. SINFONIEKONZERT

Mit Werken von Magnus Lindberg und Anton Bruckner 10:45 Einführung

11:30 | Kleines Haus

GROSSE PIANISTEN IM KLEINEN HAUS

Lukas Sternath

09 Do

EIN VOLKSFEIND 19:30 Einführung

08 Mi 20:00 | Kleines Haus

→ Wiederaufnahme 10:30 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+ Von David Paquet

18:00 | Spielraum

ZWISCHEN HIN UND HER –MEINE FLUCHT AUS SYRIEN

18:00 | Hauptfoyer

EINFÜHRUNGSSOIRÉE + PROBENBESUCH: SHOCKHEADED PETER Eintritt frei!

→ zum letzten Mal in dieser Spielzeit! 20:00 | Exhalle WIR GEGEN UNS

10 Fr 10:30 | Exhalle DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+ 18:00 | Spielraum

ZWISCHEN HIN UND HER –MEINE FLUCHT AUS SYRIEN

11 Sa 19:30 | Großes Haus

LADY MACBETH VON MZENSK Oper von Dmitri Schostakowitsch 19:00 Einführung

20:00 | Kleines Haus

ACHTSAM MOORDEN / ACHTSAM MORDEN Kriminalkomödie nach dem Roman von Karsten Dusse Bauer

13:30 | Tre punkt: Theatercafé ÖFFENTLICHE FÜHRUNG Karten für 5 € erhältlich an der Theaterkasse und online. Gruppenführungen bitte anfragen unter: dramaturgie@staatstheater.de 20:00 Uhr | Exhalle Bar KARAOKE

16 Do 10:30 | Exhalle

DAS GEWICHT DER AMEISEN 12+

18:00 | Spielraum

ZWISCHEN HIN UND HER –MEINE FLUCHT AUS SYRIEN

18:30 | Probenzentrum

OPEN CLASS Mehr Bewegung! Anmeldung und Information: telse.hahmann@staatstheater.de

19:30 | Großes Haus

17 Fr

MEPHISTO

19:00 Einführung

20:00 | Kleines Haus

FRANKENSTEIN

Nach dem Roman von Mary Shelley 19:30 Einführung

18 Sa → Premiere

19:30 | Großes Haus

IL BARBIERE DI SIVIGLIA

Komische Oper von Gioachino Rossini

19:00 Einführung

→ im Anschluss ö entliche Premierenfeier

→ zum letzten Mal!

20:00 | Kleines Haus

EIN VOLKSFEIND

19:30 Einführung

19 So 11:15 | Kleines Haus 4. KAMMERKONZERT

Mit Werken von Johann Nepomuk Hummel und Franz Schubert

18:00 | Großes Haus

BLÜHEND

An den Ufern des Sees / Le Sacre du Printemps

17:30 Einführung

18:30 | Kleines Haus

FRANKENSTEIN

18:00 Einführung

20:00 Uhr | Altes Casino (Heiligengeiststraße 12)

ROHDIAMANT: ICH REMINISZIERE AUCH NACHTS

Von Darios Vaysi und Lorenz Bahro

20 Mo 19:30 | Hauptfoyer

THEATERWISSEN: MEPHISTO

Reto Weiler im Gespräch mit Dramaturg Reinar Ortmann

27 Mo

17:00 | Exhalle | Erwachsenenclub /h m•p ls/ – eine liebeserklärung

18:30 | Kleines Haus

FRANKENSTEIN 18:00 Einführung

→ Gastspiel

19:30 | Großes Haus

KATHARINA THALBACH LIEST ... »Miss Merkel. Mord in der Uckermark« von David Safier

19:30 | Exhalle | Erwachsenenclub IN ZWISCHEN

19:30 | Großes Haus 6. SINFONIEKONZERT 19:00 Einführung

28 Di 18:00 | Exhalle | Erwachsenenclub IN ZWISCHEN

19:30 | Großes Haus

LADY MACBETH VON MZENSK 19:00 Einführung

20:30 | Exhalle | Erwachsenenclub /h m•p ls/ – eine liebeserklärung

29 Mi 10: 15 | Unterwegs! O*MOBIL

→ Wiederaufnahme

10:30 | Spielraum ALS DER RING VERLOREN GING 7+ Eine tierische Detektivgeschichte Von Marc Becker

18:00 | Exhalle | Erwachsenenclub /h m•p ls/ – eine liebeserklärung

19:30 | Großes Haus IL BARBIERE DI SIVIGLIA 19:00 Einführung

20:30 | Exhalle | Erwachsenenclub IN ZWISCHEN

30 Do 10:30 | Spielraum ALS DER RING VERLOREN GING 7+ Eine tierische Detektivgeschichte

19:30

NEXT TO NORMAL (FAST NORMAL) Musical von Tom Kitt und Brian Yorkey

DIE FREUNDSCHAFTSRENTE UND DAS THEATER

Vor einem Jahr sendete mir ein guter Freund einen Artikel zu. Darunter hatte er geschrieben: »Du bist meine Rente.« Mit Erstaunen las ich diese Nachricht. Ich sehe mich selbst nicht als Investition und auch nicht als zuverlässige monatliche (gar nanzielle) Zuwendung. Was sollte das überhaupt heißen?

Ich las den besagten Artikel und freute mich. In Havard untersuchen Forscher:innen in der »Harvard-Study of Adult Development« seit 85 Jahren anhand von Interviews und medizinischen Daten das Leben von 724 amerikanischen Männern und nachträglich auch das von deren Familienangehörigen. Es ist die weltweit am längsten laufende wissenschaftliche Studie über Risiken und Faktoren für Glück und Gesundheit.

Die Erkenntnis der Langzeitstudie: Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder.

Die Untersuchungen zeigen, dass Männer mit einem positiven Umfeld im Alter beispielsweise ein besseres Gedächtnis hatten. Dabei kommt es nicht auf Quantität, sondern Qualität an, denn es ist irrelevant, ob die Männer in einer festen Beziehung waren oder nicht, auch die Anzahl der Freund:innen spielte keine Rolle. Es kommt allgemein nur auf die Zufriedenheit in den bestehenden Beziehungen an. Einsamkeit hingegen

gilt als gesundheitlicher Risikofaktor, der sich signi kant auf die Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen und Schlaganfälle auswirkt. Es ergibt daher tatsächlich Sinn, in gute Freundschaften zu »investieren«.

Und der Bogen zum eater? Das eater ist seit Jahrhunderten ein Ort des sozialen Zusammenkommens. Schon im antiken Griechenland war der Besuch der Au ührungen Teil des ö entlichen Lebens. In den großen Amphitheatern versammelten sich Menschen, um gemeinsam zu lachen, zu staunen oder zu diskutieren. eater war damals immer auch ein gesellschaftlicher Raum, dies ist bis heute so geblieben.

Zwar sitzt man im Zuschauerraum meist still nebeneinander, doch das gemeinsame Schweigen verbindet. Man erlebt dieselbe Geschichte zur selben Zeit, reagiert gemeinsam auf einen Moment der Komik oder der Spannung. In bestimmten Situationen kommt es zum kollektiven Einatmen, Luftanhalten und zum gemeinsamen Lachen im Publikum.

Die soziale Dimension des eaterbesuchs beginnt schon bei der Entscheidung: »Wen nehme ich mit?« Freund:innen,

AUF DER SUCHE NACH DER EIGENEN STIMME

Ein Interview mit Darios Vaysi und Lorenz Bahro

Darios und Lorenz, ihr macht ein Projekt im Rahmen der Reihe »Rohdiamanten«, die in der Sparte 7 angedockt ist. Mitarbeitende des Staatstheaters können hier ihre eigenen Ideen realisieren. Was macht ihr am Staatstheater?

Darios: Ich bin Schauspieler am eater. Lorenz ist Regieassistent in der Musiktheater Sparte.

Darios, du hast das Stück geschrieben. Wie kam es dazu und wie heißt es?

Darios: Meine Familie väterlicherseits kommt aus dem Iran. Mein Vater ist emigriert, ein Teil der Familie lebt aber noch dort. Ich bin Schauspieler und wollte mich künstlerisch damit befassen. Im ersten Schritt habe ich viel mit Migrant:innen, die ich kenne, geredet: meinem Vater, meiner Persischlehrerin, meiner Cousine und einem befreundeten Kollegen. Ich wollte wissen, ob sie ähnliche Fragen beschäftigen, wie mich und heraus nden, was genau ich eigentlich erzählen möchte. Irgendwann kam ich auf den Titel: »Ich Reminisziere Auch Nachts«.

Welche Bedeutung hat das Projekt für dich persönlich?

Darios: Ich wollte versuchen diese Beziehung zu einer Familie und einem Land zu erklären, die ich noch nie gesehen habe und die mich auch noch nie gesehen haben. Das ist nicht einfach, da es dafür keine allgemeingültige Sprache gibt und man sie erst er nden muss.

Im Text kommt der Satz »How do you talk about something without saying it’s actual name?« vor. Was hat es damit auf sich?

Darios: Ich hatte Angst, über so ein Regime wie das im Iran zu sprechen und mich damit angreifbar zu machen. Es ist heikel, auch hier in Deutschland, über die politische Situation im Iran zu sprechen. Mein Fokus liegt zwar auf meiner persönlichen Geschichte, aber dennoch … oder gerade deshalb …

Lorenz, du wirst Darios als Regisseur begleiten. Was hat dich zu dem Projekt geführt?

Lorenz: Darios fragte mich, ob ich seinen Text einmal lesen möchte und ich fand ihn unglaublich persönlich und wahnsinnig inspirierend. Dann folgte Darios Anfrage, ob ich den Text inszenieren könnte und ich war sofort begeistert. Ich nde man bekommt sofort einen Zugang zu den Perspektiven, die Darios wählte und es zeichnen sich direkt sehr konkrete Bilder und Situationen.

Ihr habt euch gegen einen klassischen Theaterraum entschieden, das Stück wird in einem Raum über dem alten Casino aufgeführt werden. Warum?

Lorenz: Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen eaterabend, sondern um ein Experiment. Das heißt, das Scheitern als Chance zu begreifen und eine unfertige Frage zu formulieren. Eine Frage, auf die wir keine Antwort haben. Das

Familie, Kolleg:innen oder ein Date? Der eaterabend wird zu einer Verabredung, zu einem Anlass, sich zu tre en und Zeit miteinander zu verbringen.

Auch die Pause gehört zu diesem Ritual. Sie ist der Moment, in dem Eindrücke geteilt werden: »Wie ndest du es bisher?« –»Hast du die Szene verstanden?« – »Die Musik war toll, oder?« Das Gespräch über das Gesehene ist Teil des Besuches. Auf dem Heimweg oder in der Bar um die Ecke wird weiter diskutiert über Lieblings guren, irritierende Momente und Szenen, die bewegt haben. eater ist anregend und erzeugt Gesprächssto . Es fordert dazu auf, Position zu beziehen, Eindrücke zu vergleichen und gemeinsam zu hinterfragen, was man gerade gesehen hat.

Daher mein Rat: Kümmert euch um eure Freundschaftsrente und geht mal wieder zusammen mit jemandem, der euch wichtig ist, ins eater!

Casino ist eine tolle eaterbühne. Weil man sich anpassen muss. Wir wollten keinen neutralen Raum. Wir wollen einen Raum, in dem wir Gäste sind. In dem wir auf uns selbst gestellt sind, wenn wir ihn uns erobern.

Ihr habt eine sehr kurze Probenzeit, das Projekt entstand spontan. Könnt ihr etwas zu dem Format »Rohdiamanten« sagen – was ist das Besondere daran?

Lorenz: Jedes staatliche eater braucht aus meiner Sicht Formate, in denen die Mitarbeitenden sich ausprobieren und experimentieren können. Ich glaube, das ist die Essenz von eaterscha enden. Deshalb ist die Sparte 7 so ungeheuer wichtig für uns. Wir wurden als Schauspieler:innen und Regieassistent:innen engagiert. Aber im »Rohdiamanten« können wir selbst sprechen und unsere eatersprache nden. Wie in einer Firma, wo du jetzt einmal die Chance bekommst, zu machen, was du willst. Das ist einfach ein riesiges Geschenk für uns.

Das Gespräch führte Nora Hecker

ICH REMINISZIERE AUCH NACHTS Rohdiamanten

Premiere: Sonntag, 12.4.2026 | 20.00 Uhr | Raum auf Zeit (altes Casino) Heiligengeiststraße 12) weitere Vorstellungen: Di 14.4., Mi 15.4.,So 19.4.

NABU-PLAKETTE FÜR DIE

»SCHÖNEN

DER NACHT«

Zwischen den Eingangstüren des Oldenburgischen Staatstheaters hängt seit Donnerstag, 5. März, eine neue Plakette: »Hier sind Fledermäuse willkommen!«. Der NABU hat es als erste Adresse in Oldenburg als »Fledermausfreundliches Haus« ausgezeichnet.

Die Nachhaltigkeits-AG des eaters engagiert sich seit 2025 für die nachtaktiven Tiere. Auf den Grün ächen rund um das Gebäude wurden insektenfreundliche P anzen gesetzt. Außerdem brachte das eater Fledermauskästen am Hauptgebäude und am Probenzentrum an.

Auch künstlerisch gri das Haus die Tiere auf. Unter dem Titel »Tre en Sie im Foyer … Die Schönen der Nacht« lud das Staatstheater in der Spielzeit 2024/2025 zu einem Vortrag des NABU ein. Mitglieder des Opernensembles und des Oldenburgischen Staatsorchesters begeisterten dazu mit Ausschnitten aus der Operette »Die Fledermaus«.

Annika Müller
Sparte

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Theaterzeitung April 2025/26 by Oldenburgisches Staatstheater - Issuu