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Oper Live

Aus der METropolitan Opera New York Übertragung in die SCHAUBURG „live“ in HD auf unsere große CINERAMA-Bildwand.

Saison 2011/12 15. Oktober 2011, 19 Uhr Gaetano Donizetti:

ANNA BOLENA

Produktion: David McVicar Dirigent: Marco Armiliato Besetzung: Anna Netrebko, Elina Garanča, Ildar Abdrazakov

29. Oktober 2011, 19 Uhr Wolfgang Amadeus Mozart:

DON GIOVANNI

Produktion: Michael Grandage Dirigent: James Levine Besetzung: Mariusz Kwiecien, Barbara Frittoli, Ramón Vargas

5. November 2011, 17 Uhr Richard Wagner:

SIEGFRIED

Produktion: Robert Lepage Dirigent: James Levine Besetzung: Deborah Voigt, Gary Lehman, Bryn Terfel

10. Dezember 2011, 19 Uhr Charles Gounod: FAUST

Produktion: Des McAnuff Dirigent: Yannick Nézet-Séguin Besetzung: Marina Poplavskaya, Jonas Kaufmann, René Pape

21. Januar 2012, 19 Uhr Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Jean-Philippe Rameau u.a.:

THE ENCHANTED ISLAND

Produktion: Phelim McDermott Dirigent: William Christie Besetzung: Joyce DiDonato, Plácido Domingo, David Daniels

11. Februar 2012, 18 Uhr Richard Wagner:

GÖTTERDÄMMERUNG 7. April 2012, 18 Uhr Jules Massenet: MANON

Produktion: Laurent Pelly Dirigent: Fabio Luisi Besetzung: Anna Netrepko, Piotr Beczala, Paulo Szot

14. April 2012, 19 Uhr Giuseppe Verdi: LA TRAVIATA Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe www.schauburg.de Reservierungs-Tel.: 0721 – 35 000 18 Vorverkauf an der Schauburg Kasse, bei Musikhaus Schlaile, Ticketforum in der Postgalerie, Touristik-Information oder online unter www.opernkino.de 2

Produktion: Willy Decker Dirigent: Fabio Luisi Besetzung: Natalie Dessay, Matthew Ploenzani, Dmitri Hvorostovsky Eintrittspreise Einzelkarte: 3er Abonnement:

28,50 € 75,00 €

5er Abonnement:

110,00 €

(25,00/Ticket bei gleichzeitigem Kauf ) (22,00/Ticket bei gleichzeitigem Kauf )

Abonnements nur an der Schauburg-Kasse erhältlich. Begrüßungssekt & Programmheft inkl. – Dieses Programm ist vorläufig. Änderungen bei Werken & Besetzung möglich.

Auf unserer Großbildwand

Foto: Anna Netrebko in „Anna Bolena“ / Gestaltung: kummerdesign.de

Produktion: Robert Lepage Dirigent: James Levine Besetzung: Deborah Voigt, Waltraud Meier, Hans-Peter König


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Liebes Theaterpublikum

inhalt

Sie halten die erste Ausgabe des neuen Theatermagazins des STAATSTHEATERS KARLSRUHE in Händen. Es soll alle drei Monate erscheinen und Ihnen einen Überblick nicht nur über die Inszenierungen verschaffen, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Vor allem aber will es Sie mit den Künstlern vertraut machen. Passend zu unserem Spielzeitmotto „Von Helden“ werden Ihnen in jeder Ausgabe die Rubriken „Heldenplatz“, „Meine Heldentat“, „Held der Arbeit“ usw. wiederbegegnen – durchaus mit einem Augenzwinkern. Probenfotos und -berichte geben Ihnen einen Einblick in die Arbeit - und ganz hinten finden Sie das aktuelle Programm und die Gastspiele und Extras.

Mein erstes Mal Ilse Sämann UNSERE Dramaturgen unterwegs Michael Nijs zur inszenierung die hermannsschlacht das probenfoto Les Troyens Die Textstelle Herzog Theodor von Gothland Das Interview Wolfram Lotz Heldenbilder IHRE HELDEN zuschauer malen das ensemble DAS STAATSTHEATER KARLSRUHE IM WEB 2.0 Gesellschaft der Freunde Meine Heldentat John Treleaven HeldEN der Arbeit KATHARINA WAWRIK & RALF WEGNER AUSGEZEICHNET Mein Heldenplatz Peter Breuer AM GRÜNEN TISCH JUSTIN BROWN Die Kinderseite so gross – SO KLEIN Das Notenbeispiel solisten empfehlen StefaniA Dovhan & Jaco Venter Das Programm September – november Das theaterQuiz

Mit „Von Helden“ haben wir offensichtlich ein brennendes Thema für die Spielzeit gewählt. „Warum Weltenretter wie ´Captain America´ heute wieder die Kinokassen beherrschen“, fragt sich die Süddeutsche Zeitung unlängst unter der Überschrift „Die Auferstehung der Superhelden“. Unser Schirmherr, der große Denker Peter Sloterdijk, meint hingegen, die Zeit der Übermenschen, zu denen die Helden gehören, sei vorbei. Der Held als ein Mythos, der auf immer vergangen ist und den wir vergeblich – weswegen eigentlich? – herbeisehnen? Wir spannen mit unseren Inszenierungen aller Sparten und mit den Konzerten den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und die Zukunft. Was ist wirkliches Heldentum? In diesem Heft vertieft Chefdramaturg Bernd Feuchtner, für welche Helden und Geschichten wir uns im Spielplan entschieden haben.

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Foto: Anna Netrebko in „Anna Bolena“ / Gestaltung: kummerdesign.de

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Ich hoffe, Sie finden Interesse an dieser neuen Publikation, die anstelle des Theaterspiegels tritt und die Sie sich gegen die Portokosten von 5,45 Euro bequem nach Hause schicken lassen können (Bestellung per Mail an pressestelle@staatstheater.karlsruhe.de oder Tel. 0721-3557-122). Wir suchen noch nach einem Namen für dieses Magazin. Wollen Sie sich mit Vorschlägen beteiligen? Der Gewinner erhält zwei Tischkarten für den nächsten Opernball. Oder wollen Sie uns wissen lassen, wie es Ihnen gefällt? Alle Vorschläge, Wünsche und Anregungen bitte an die oben genannte Adresse. Die nächste Ausgabe erscheint Ende November.

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impressum Generalintendant Peter Spuhler Verwaltungsdirektor Michael Obermeier

Viel Spaß beim Lesen Ihr Peter Spuhler

Redaktion Dramaturgie, Kommunikation Konzeption DOUBLE STANDARDS Druck medialogik GmbH Titel Joanna Kitzl in Minna von Barnhelm fotos Markus Kaesler, Jochen Klenk Fotos Ensemble siehe Ensembleheft Programmänderungen vorbehalten, Stand 12.09.11 1


MEIN ERSTES MAL

ilse sämann Wir treffen uns eine Stunde vor einer Vorstellung von Janácˇeks Katja Kabanova in der Kantine des STAATSTHEATERS: Aus der Tasche von Ilse Sämann lugt die aktuelle Ausgabe des Fachmagazins „Das Opernglas“ – die Dame, deren große Leidenschaft die Oper ist, will ja auch überregional informiert sein. Ihre über 120 Besuche im STAATSTHEATER pro Saison lassen jedoch keinen Zweifel aufkommen: Das Haus am Ettlinger Tor ist ihre zweite Heimat. Richtig gefunkt hat es 1946 bei einer Aufführung von Beethovens Fidelio, deren Besetzung Ilse Sämann aufzählt, als wäre die Vorstellung mit Paula Baumann als Leonore gestern gewesen. Da war es um sie geschehen. Mit der Baumann hat sie viele Werke zum ersten Mal gesehen; eine Art Identifikationsfigur, wie sie nur ein festes Opernensemble bieten kann. Das schätzt sie bis heute am STAATSTHEATER: Sänger sich entwickeln sehen und mit den Lieblingen mitfiebern, die sie natürlich auch hat. In der Zwischenzeit hat Ilse Sämann 287 verschiedene Opern gesehen, und dass in der Spielzeit 11/12 an ihrem Stammhaus, an dem sie drei Abonnements hat, gleich noch drei nie erlebte Werke dazu kommen, macht sie zufrieden: Premiere für Händels Alessandro, Delius’ Romeo und Julia auf dem Dorfe und Tüürs Wallenberg. Worauf sie sich in der Spielzeit 11/12 besonders freut? Auf Lohengrin und somit ein Wiedersehen mit Lance Ryan, der von Karlsruhe aus seine internationale Karriere startete. Natürlich verfolgt Ilse Sämann auch das Theater in der Region: Sie ist regelmäßig in Mannheim, Straßburg, Frankfurt und Baden-Baden anzutreffen, doch Karlsruhe hat immer Vorrang, wenn es zu Überschneidungen von wichtigen Vorstellungen kommen sollte. Die Theaterpause im Sommer: für Ilse Sämann eine „schreckliche Zeit“. Um nicht auf Oper zu verzichten, fuhr sie diesen Sommer nach Bregenz: Auf der Seebühne gab es Giordanos Andrea Chénier und im Festspielhaus die Uraufführung Achterbahn von Judith Weir.

Ilse Sämann, gelernte Fremdsprachen-Korrespondentin, ist einer der treuesten Fans des STAATSTHEATERS KARLSRUHE. Vielen Abo­ nnenten und Besuchern ist ihr Gesicht aus zahlreichen Vorstellungen vertraut.

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UNSERE DRAMATURGen UNTERWEGS MICHAEL NIJS

100 % KARLSRUHE Während Schauspieldramaturg Tobias Schuster sich auf seine Afghanistan-Reise mit der Bundeswehr für das Projekt PHILOTAS+ vorbereitete, radelte Michael Nijs drei Monate durch alle Stadtteile von Karlsruhe. Das STAATSTHEATER startet unter dem Titel VOLKSTHEATER eine Reihe von Aktionen, an denen die Bewohner der Stadt künstlerisch beteiligt sind. Auftakt ist die Performance 100 Prozent Karlsruhe, bei der sich 100 Karlsruher auf der Drehbühne des GROSSEN HAUSES präsentieren (nur 1. und 2.10.). Sie werden Fragen wie „Waren Sie jemals glücklich?“ oder „Soll Durlach unabhängig werden?“ beantworten.

Wie findet man 100 Karlsruher, die die Stadt 100-prozentig repräsentieren? Jeder Teilnehmer hat aus seinem Umfeld den nächsten vorgeschlagen. Das waren Nachbarn, Mitbewohner oder Familienmitglieder, aber auch Mannschafts-Kollegen, Freunde, Pfleger, Lehrer oder Parteigenossen. Ich ließ mich überraschen, bei wem ich am nächsten Tag landen würde. Dabei sollten beide Geschlechter, alle Altersgruppen vom Baby bis zum Senior, der Mix aus Staatsbürgerschaften (87 % Deutsche) und alle Stadtteile vertreten sein. Im Gespann mit Nicole Dietz und Julia Kuzminska habe ich seit Juni die Karlsruher bei der Arbeit, zu Hause oder in der Stadt besucht. Während des Ramadans trafen wir schon um 8 Uhr früh den Uiguren Herrn Ahmad, der uns eine thailändische Mitarbeiterin des Asylvereins empfahl. Sie stellte den Kontakt zu dem alten Herrn Tjoa her, der 106 Länder besucht und eine handvoll Staatsangehörigkeiten gesammelt hat. Deutlich später wurde es dagegen nach einer Autorenlesung in der WG der Weststädter Mathis und Steffen, gefolgt von einer Grillparty in der Südstadt. Dort konnten wir nachts um drei zwei Frauen für unser Projekt begeistern. Wir stellten erstaunt fest, wie gut die Karlsruher vernetzt sind. Fast jeder Teilnehmer erkannte andere Gesichter aus unserem immer weiter wachsenden Recherchebuch. Aber wer ist der typische Karlsruher? Der ehrgeizige junge Filialleiter Danny, der zusätzlich noch seine Patchworkfamilie managt? Die Schülerin Dilara, die ihren Wunsch, Anwältin zu werden, mit guten Kenntnissen des Grundgesetzes belegt? Vielleicht die Mühlburgerin Emma, die für ihr Leben gern Gedichte schreibt? Oder doch der junge Web-Spezialist, Mathis, der nach den Vorstellungen Karlsruhe verlässt um Geowissenschaften zu studieren?

Paula ist die 38. Karlsruherin in der Kettenreaktion von 100 Prozent Karlsruhe

Michael Nijs ist der Jüngste unter den Dramaturgen. Der belgisch Diplom-Physiker assistierte an der Antwerpener Oper. Die Kettenreaktion der 100 Karlsruher leitete er für die Gruppe Rimini-Protokoll. Als nächstes betreut er die Uraufführung von Zigeuner-Boxer. 3


zur inszenierung die hermannsschlacht

Ist Widerstand möglich? Er steht auf einem Hügel in der Nähe von Detmold. Übermannsgroß, mit Flügelhelm, antikisierter Rüstung und in den Himmel gerecktem Schwert. Er blickt in die Landschaft, sein Gesicht ist ausdruckslos, zu seinen Füßen liegt der besiegte römische Adler. Auf seinem Schwert ist eine merkwürdige Inschrift eingraviert: „Deutsche Einigkeit, meine Stärke / Meine Stärke, Deutschlands Macht.“ Das Denkmal von Hermann dem Cherusker ist ein Symbol des deutschen Nationalismus und bis heute auch Wallfahrtsort nationalistischer und rechtsextremer Gruppierungen. Tapfer nennt der das Denkmal verwaltende Landesverband Lippe den 53 Meter hohen Germanenfürsten „Mahnmal für den Frieden“. Von einem Foto blickt uns ein junger Mann entgegen. Sein Gesicht drückt Entschlossenheit aus, er kommt uns entgegen, im Hintergrund sehen wir eine verwilderte Wiese und einen abgestorbenen Baum. Die Kleidung des Helden scheint verschiedene Epochen in sich zu vereinen: er hält eine altertümliche Flinte in der Hand, trägt eine Baskenmütze und einen modernen Ledermantel mit Fellbesatz und einem Brustschmuck aus Elektroschrott. Was für ein Held ist er und aus welcher Zeit entsprungen? Paul Grill spielt Hermann. Er ist kein Denkmal mehr, das stillgestellt einen historischen Augenblick repräsentiert. Er ist ein moderner Kämpfer, ein Held der Widersprüche, der die Geschichte im Gepäck hat, sie reflektiert, benutzt und weiterdenkt. Das Drama Die Hermannsschlacht war von Kleist 1810 für den „Augenblick berechnet“. Wie viele seiner Zeitgenossen sah Kleist im erfolgreichen Kampf der Germanen gegen die römische Besatzung ein Vorbild für einen möglichen deutschen Partisanenkampf gegen Napoleons Truppen. Heute ist der selten gespielte, oft als „nationalistisch“ gebrandmarkte Klassiker selbst eine Art Denkmal, der historische Augenblick Kleists ist vergangen. An welchen Augenblick schließen wir heute an? Wie spielt man ein Denkmal? Warum erzählen wir eine Geschichte, die sich vor 2000 Jahren abgespielt haben soll, in einer Version, die vor 200 Jahren aufgeschrieben wurde? Blutige Auseinandersetzungen, Besatzung, Versklavung und Ausbeutung gibt es heute immer noch, ebenso wie Bürgerkriege, Bündnisse mit imperialen Machthabern und die Verschränkung wirtschaftlicher und politischer Interessen. Können wir von Kleists Hermann etwas lernen? Die Hermannsschlacht ist zunächst einmal ein Anlass, gemeinsam über Widerstand heute nachzudenken. Welche Widerstandskämpfe wurden in den letzten 2000 Jahren ausgefochten? Was wissen wir über sie? Der Beginn der Proben mit Regisseur Simon Solberg ist 4

ein Streifzug durch die Geschichte; wir „sammeln“ Widerstandskämpfe, Revolutionen, Befreiungskriege – alles, was uns für das Verständnis des Widerstands eines heutigen Hermann brauchbar erscheint: Von den Bauernkriegen über die Reformation, der Französischen Revolution bis zur Résistance, von der Eroberung Amerikas über die Kolonisierung Afrikas bis zu Vietnam, von der lateinamerikanischen Guerilla bis hin zu 9/11 – und landen schließlich bei Wikileaks, bei den Flüchtlingen auf Lampedusa, beim arabischen Frühling. Viele dieser Kämpfe verbindet, dass die Revolutionäre sich Herrschaftstechniken wie Bildung, militärisches Wissen oder Ideologie angeeignet haben, die sie gegen Besatzung oder Unterdrückung einsetzen konnten. Der historische Hermann – Arminius – wurde von den Römern militärisch ausgebildet und konnte dieses Wissen erfolgreich einsetzen. Das erinnert uns heute an in westlichen Universitäten ausgebildete Rebellenführer, an Guerilla-Kämpfer und Revolutionäre mit akademischem Abschluss. Ist Hermann also eigentlich ein Terrorist und Staatsfeind? Wird er sich, nach erfolgreichem Widerstandskampf, vom Rebellenführer zum Diktator aufschwingen? Oder den Befreiungskampf fortsetzen? Der Schauspieler Paul Grill vereint in seinem Hermann Motive von Martin Luther über Che Guevara bis Julian Assange, er ist afrikanischer Rebellenführer und ägyptischer Demonstrant, er hat Naomi Klein gelesen oder Slavoj Žižek. Aber vor allem sprengt er das Kleistsche „Denkmal“, das keine Risse hatte, von innen: Er hat Zweifel. Vor der entscheidenden Schlacht macht er sich bewusst, wohin sein Kampf führen wird: verbrannte Erde, persönliche Schuld, vielleicht der Verlust des Lebens. Nichts wird so sein wie zuvor. Als moderner Hermann kann er nicht mehr skrupellos agieren. Er muss die Rolle des Helden ausfüllen in einer Zeit, in der die Sehnsucht nach Helden ebenso groß ist wie die Skepsis ihnen gegenüber. Hermann ist heute ein Held, der seinen eigenen Widerspruch reflektiert.

Kerstin Grübmeyer studierte in Berlin, arbeitete als Regieassistentin und Produktionsleiterin an den Münchner Kammerspielen und war Dramaturgin in Heidelberg. Ab dieser Spielzeit ist sie Schauspieldramaturgin am Staatstheater Karlsruhe.


Paul Grill die hermannsschlacht

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jetzt

DAS PROBENFOTO les troyens

Regisseur David Hermann erläutert das Konzept seiner Inszenierung von Les Troyens von Hector Berlioz. Mit der „Konzeptionsprobe“ begann die Serie der Proben vor der Ferienzeit. Die Trojaner wurden in Karlsruhe uraufgeführt, waren hier aber seit 111 Jahren nicht mehr zu sehen – Zeit, dieses faszinierende Heldenepos dem Karlsruher Publikum wieder zu präsentieren. 6

Über Hermann sieht man noch die Brille des Bühnenbildners Christof Hetzer, der auch das schöne Modell gebaut hatte: Hier das freie (Schlacht-)Feld vor Troja nach dem scheinbaren Abzug der Griechen. Ganz links freuen sich Heidi Melton und Katharine Tier auf ihre Rolle – beide verkörpern die Königin Dido, die sich in den trojanischen Helden Äneas verliebt. Über


ihnen, halb verdeckt, Chordirektor Ulrich Wagner; auch einige Chormitglieder sind mit ihm Bild. Neben David Hermann betrachtet Tenor Eleazar Rodriguez (er singt den Dichter Iopas) interessiert das Modell des 1. Aktes, obwohl er in Troja noch gar nicht dabei ist. Rebecca Raffell (als Didos Schwester Anna) und Christina Niessen (als trojanische Seherin Kassandra) hängen

an David Hermanns Lippen; hinter ihnen Lucas Harbour (Pantheus). Am rechten Rand noch Stefanie Schaefer (Askanius), und Karine Ohanyan, ebenfalls in der Rolle von Didos Schwester Anna. Rechts hinten Luiz Molz (König Priamos), Sebastian Kohlhepp (Hylas) und Armin Kolarczyk (Kassandras Liebhaber Choröbus). In der Mitte: Operndirektor Joscha Schaback. 7


DIE TEXTSTELLE Herzog Theodor von Gothland

Gothland:

Weil es verderben soll Ist das Erschaffene erschaffen! Deshalb ist unsers Leibes kleinster Nerv so Empfänglich für den ungeheursten Schmerz, Deshalb sind unsre Glieder so gebrechlich, Deshalb sind wir so fasernackt geboren! DaSS die Verführung sichrer uns Beliste, wurden wir Mit Dummheit reichlich ausgestattet, und Unsterblich sind wir für – die Höllenstrafen! – Weil es verderben soll, ist das Erschaffene Erschaffen! pfui! wie ekelt mich die Schöpfung an! Der Jahreszeiten wechselnde Erscheinungen – Was sind sie anders, als Ein ewges Fratzenschneiden der Natur? Grabbe Herzog Theodor von Gothland, 3. Akt, 1. Szene In seinem selten aufgeführten ersten Drama Herzog Theodor von Gothland treibt der junge Dichter Christian Dietrich Grabbe seinen von Idealismus und Glauben abgefallenen Helden zu einer radikalen Analyse der Welt und des Menschen.

Die Titelrolle in dieser Tragödie spielt der Berliner André Wagner, seit 2002 fest am STAATSTHEATER. Zuletzt war er Don Karlos und Lorenzaccio und spielte in Das Sparschwein, Der goldene Drache, Mutters Courage, Zweifel, Nur Nachts und Das letzte Feuer. 8


das interview Wolfram Lotz

Eine Gurke, die endlich mal in den Mixer muss

Wolfram Lotz wurde kürzlich von Theater heute als „Nachwuchsautor des Jahres“ ausgezeichnet. Für sein Debütstück „Der große Marsch“, das am 9.10. in der Regie von Simone Blattner Premiere im STUDIO hat, wurde er mit dem renommierten Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker ausgezeichnet. Seine „Rede zum unmöglichen Theater“ wird beim Dramatikerfestival „Stadt der Zukunft“ gezeigt. Wie bist du zum Schreiben gekommen? Ich war ein wenig ein Spätentwickler, habe mit 15 noch exzessiv mit Lego und Playmobil gespielt. Das wurde dann erst nach und nach davon abgelöst, dass ich auf einer alten Gitarre gespielt und Songs zu schreiben versucht habe. Und mit 17 dachte ich, jetzt gebe ich mir nicht nur bei der Musik Mühe, sondern auch bei den Texten. Und da habe ich begonnen, sie in ein Notizbuch zu schreiben, bis ich da soviel reingeschrieben hatte, dass ich gar nicht mehr genug Musik dazu machen konnte. Da musste ich dann einsehen, dass ich unfreiwilligerweise wohl Gedichte geschrieben hatte, was mir gar nicht recht war, Gedichte waren mir nämlich eigentlich sehr suspekt. Aber da war es eben schon zu spät. Du forderst in deinen Texten, dass das Theater die Wirklichkeit verändern solle. Inwieweit kann das Theater politisch sein? Die Aufgabe der Kunst sollte es sein, Strukturen unserer

Gesellschaft offenzulegen. Mit Strukturen meine ich Normen, die Art und Weise, wie man Herrschaftverhältnisse legitimiert hat, damit sie unsichtbar werden. Ich bin aber der Überzeugung, dass man den Leuten im Theater nichts „sagen“ darf, sie dürfen am Ende des Abends nicht das Gefühl haben, jetzt irgendwas zu wissen. Es geht nicht um Aussagen, sondern um Sichtbarmachung. Ich kenne Autoren, die sagen, ihr Traum sei es, dass die Leute aus dem Theater direkt auf die Straße gehen und die Revolution beginnen. Ich bin im Gegenteil der Meinung, das Politische im Theater sollte sein, die Leute von den vorgefertigten sogenannten Gewissheiten zu befreien. Der Zuschauer soll das Theater verlassen, und bestenfalls wirken die Dinge, die er in der Wirklichkeit zuvor für normal und natürlich gehalten hat, plötzlich unwirklicher und künstlich. Und was als künstlich erkannt wird, das kann verändert werden. Welche Rolle spielt der Autor im „Theater der Zukunft“? Ein Theater ohne Sprache ist nicht genug, ein Theater ohne Poesie ist eine Sportveranstaltung. Ich glaube aber, dass es eventuell keinen reinen Schriftsteller mehr braucht, um sprachliche Poesie im Theater zu erzeugen. Das Stadttheater neigt dazu, Inhalte und Themen, die medial bereits im Umlauf sind, weiterzuverwursten und zu reproduzieren, weil man sich dadurch mehr Relevanz erhofft. Das ist aber ein Irrtum. Gerade das Theater darf sich nicht einfach an die medialen Kreisläufe anschließen, sondern muss den Medien das Andere entgegenstellen, dadurch wird es relevant. Es ist die Aufgabe des Autors, diese Inhalte zu finden. Damit meine ich nicht, dass er über alltäglich Erlebtes schreiben soll, ganz und gar nicht, sondern ich meine: Autor sein heißt, sich unverschämterweise als Maß für die Welt und die Gesellschaft zu setzen. Diese Sicht erzeugt natürlich Widerspruch zu den demokratischen und mehrheitsbedingten Inhalten der Medien. Was sind die nächsten Fragen, denen du dich zuwenden wirst? Mein Schreiben wird auch in Zukunft im weitesten Sinn ein anarchistisches Unterfangen bleiben. Dabei spielt vor allem eine Rolle, wie in der Gesellschaft mit jeglicher Art von Abweichung oder Störung umgegangen wird. Mich interessiert auch, wie das Konzept der Identität dazu benutzt wird, die Machtverhältnisse zu stabilisieren, indem man nämlich klar verteilt, wer was und wie zu sein hat. Dass Frauen Frauen zu sein haben, Männer Männer, Behinderte Behinderte, sozial Schwache sozial Schwache, Böse Böse und Gute Gute. Diese Klarheit ist eine Gurke, die endlich mal in den Mixer muss. Tobias Schuster, geboren 1983 im Ruhrgebiet, war freier Dramaturg u. a. am Kleist Forum Frankfurt (Oder), am Schauspielhaus Graz und am Maxim Gorki Theater Berlin. Seit 2011 ist er Schauspieldramaturg am STAATSTHEATER KARLSRUHE. 9


BILDER Das Spielzeitmotto „Von Helden“ im Spiegel des Spielplans Helden töten Drachen. Helden stoppen feindliche Heere. Helden erobern stolze Frauen. Ihr Ruhm überdauert Jahrtausende. Das älteste erhaltene Dokument der Literaturgeschichte ist ein Heldenlied, das Gilgamesch-Epos. Gilgamesch ist ein mächtiger König, der sich von den Göttern emanzipiert und im Kampf einen Freund gewinnt – auch diese Freundschaft überdauerte 4000 Jahre. Helden können scheitern, das mindert ihren Ruhm nicht – die Klage Achills über den Tod des Patroklos vor Troja durchhallt die halbe Ilias. Und auch Achilles selbst, der größte griechische Held, stirbt vor Troja, obwohl die Griechen den trojanischen Krieg gewinnen werden. Das erhöht seine Tragik nur. Am Beginn der Oper Les Troyens von Hector Berlioz sieht man die Trojaner, wie sie nach dem vermeintlichen Abzug der Griechen vor die Stadt strömen und das Grab des Achilles bestaunen. Man kann es kaum fassen, dass dieser mächtige Feind, der den großen Hektor schlug und dessen Leiche um die Stadt schleifte, dass diese größte Pest aller Zeiten wirklich tot ist und kraftlos unter einem Hügel liegt. Die Ilias ist das meistgelesene Heldenepos des Abendlandes. Es hat ein kleineres Geschwister, die Odyssee. Odysseus ist ein ganz anderer Held, er kämpft mit Mächtigeren auf seine Weise: Er vermeidet die Konfrontation im direkten Kampf und greift stattdessen zur List. Er verlässt sich nicht auf physische 10

Gewalt, sondern auf den menschlichen Geist. Die Trojaner, die glücklich und stolz das Grab des Achill umstehen, ahnen nicht, dass ihr Tod nebenan in dem großen hölzernen Pferd lauert, das Odysseus hat bauen lassen. Die trojanische Seherin Kassandra spürt es, sie wittert Unheil und Verderben, aber niemand hört auf sie – auch Kassandra ist eine tragische Heldin, deren Ruf durch die Jahrtausende nicht unterging. Immer wieder feiert sie ihre Wiederauferstehung in neuen Kunstwerken bis hin zu Christa Wolf. Noch die mächtigen Römer kamen ohne die griechischen Helden nicht aus. Nachdem der junge Oktavian, der als Cäsars Adoptivsohn erst einmal alle seine Gegner blutig aus dem Weg räumen musste, seine Macht gefestigt hatte, rief er sich unter dem Namen Kaiser Augustus zum Friedensfürsten aus. Doch seine Herrschaft brauchte eine Legitimation, die möglichst weit in die mythische Vergangenheit zurückreichte. So brachte er den Dichter Vergil dazu, aus der Ilias einen neuen Gründungsmythos des Römischen Kaiserreichs abzuleiten. Vergil ließ in seiner Äneis den trojanischen Helden Äneas den Untergang Trojas überleben und schickte ihn auf See mit dem göttlichen Auftrag, Italien zu suchen und Rom zu gründen. Nach dem Vorbild der Ilias und der Odyssee schildert die Äneis die Irrfahrten des Helden Äneas und seine kampfumtoste Ankunft in Italien. Sein größtes Abenteuer unterwegs aber war die Liebesgeschichte mit der karthagischen Königin Dido, die


„Du musst dein Leben ändern“, diesen Aufruf empfand Rainer Maria Rilke beim Anblick des Torso vom Belvedere. Ausgegraben in der Renaissance, übte der Rumpf des unbekannten antiken Helden ungeheuren Einfluss aus auf die Kunst der folgenden Jahrhunderte. Die Besucher der Vatikanischen Museen sehen ihn an – bemerken sie, dass er sie fordernd anblickt, wie Rilkes Gedicht suggeriert? ihn zum Verweilen brachte – eines der großen Liebespaare der Literatur. Doch die Götter duldeten die Vernachlässigung seines Auftrages nicht und zwangen Äneas zum Aufbruch. So wurde auch Dido als Opfer der von Männern gestalteten Geschichte zur tragischen Heldin, deren Abschied und Tod bis heute die Theater füllt. Die Geschichte der Helden ist die Geschichte der menschlichen Zivilisation. Gebannt beobachten wir, wie der Held alle unsere Existenzängste bewältigt. Herkules kämpfte in seinen zwölf Arbeiten, die er zur Sühne auferlegt bekam, gegen die Gewalten der Natur, der Götter, der Feinde. Die Gegner, unter denen er zu leiden und die er zu besiegen hatte, die Grenzen, die er zu überschreiten hatte, waren deutlich erkennbar. Das Ziel des Kampfes war klar. Der Held konnte stehlen und töten, wie er wollte, solange er sein Ziel nicht aus den

Augen verlor: Daran hat sich seit der Äneis bis zum Klassizismus nichts geändert. Die Äneis gehört in jedem Lateinunterricht zur klassischen Lektüre, in Frankreich mit seiner romanischen Sprache naturgemäß noch stärker als in Deutschland. Hector Berlioz bekam sie schon von seinem Vater eingeimpft und konnte sie fast auswendig. In allen seinen Schriften und Briefen zitiert er Verse der Äneis, um Situationen zu charakterisieren oder seine Haltung zu unterfüttern. Als er seine Oper Die Trojaner schrieb, diente das aber auch noch einem geheimen Zweck: Der Legitimation der Herrschaft Napoleons III. Das zweite Kaiserreich brauchte diese Legitimation dringend, und es bezog sie aus den Heldentaten Napoleons I., der mit Äneas gleichgesetzt wurde. Der kleine Korse, der die reaktionären Reiche Europas ins Wanken gebracht und dort die Bürgerrechte der Französischen Revolution etabliert hatte, war als der große Kaiser ein Mythos geworden, ein Heros, den man in armseliger Gegenwart anbeten konnte. Beethoven hatte Napoleon eine heroische Sinfonie gewidmet. Nachdem dieser sich zum Kaiser gekrönt hatte, strich er die Widmung wieder. Doch seine Dritte Sinfonie, die Eroica, änderte er deshalb nicht. Napoleon war ja nicht ihr Inhalt. Sie blieb „Dem Andenken eines großen Mannes“ gewidmet. Es war die erste Sinfonie in der Geschichte, die einen Helden 11


hatte. Das dialektische Prinzip in der von Haydn entwickelten Sonatensatzform war Ausdruck des bürgerlichen Denkens. Beethoven war der Erste, der tatsächlich gesellschaftliche Verhältnisse zum Gegenstand von Instrumentalmusik machte. Diese gesellschaftlichen Verhältnisse bilden sich in Helden ab: Graf Egmont als Held des Befreiungskampfs der Niederlande oder Coriolan als römischer Tribun, der nur seine eigene Wahrheit sieht, sich darin verrennt und zugrunde geht – zwei berühmte Ouvertüren Beethovens. Oder eben Napoleon als Menschheitsbefreier in der Eroica. Sieht man genauer hin, geht es natürlich nicht um Napoleon, an ihn richtete sich nur der Appell. Für das Finale der Eroica hat Beethoven Material verwendet, das uns einen Blick in seine Karten erlaubt. Das Thema stammt aus der Ballettmusik Die Geschöpfe des Prometheus. Der Halbgott Prometheus ist der Prototyp des Helden. Er stahl den Göttern das Feuer, das diese bis dahin in ihrer alleinigen Gewalt hatten, und brachte es den Menschen, die sich dadurch ein Stück weit von den göttlichen Fesseln befreien konnten. Er wurde grausam dafür bestraft, doch seine Heldentat wirkt fort. Auch in Der große Marsch des zeitgenössischen Autors Wolfram Lotz, mit dem das Studio eröffnet wird, taucht Prometheus als Menschheitsbefreier auf. Die Sinfonien und sinfonischen Dichtungen des 19. Jahrhunderts sind voll von Helden, und Titel von Richard Strauss wie Don Juan oder Till Eulenspiegel nutzen die Mittel der Musik, um dem Wesen dieser Helden nahezukommen: dem Elan vital des Don Juan, der diesen geradewegs in die Hölle führt, und der Unsterblichkeit des Witzes, der alle Widersacher überlebt. Der Witz ist der Held des Machtlosen. Wie Gandhi leistet der Witz gewaltlosen Widerstand: Lachen befreit. Gegen den Witz war selbst Stalin machtlos – Dimitri Schostakowitsch überlebte den politischen Terror, indem er musikalischen Witz entfaltete, in seiner Dreizehnten Sinfonie zu Worten von Jewgeni Jewtuschenko. In seiner Vierzehnten versuchte er dann dem Tod eine Nase zu drehen – eine Sinfonie dem Tod zu widmen statt der Ewigkeit, das war eine sehr moderne Tat, ein Tabubruch in der Welt ewigen Fortschritts, eine Einsicht in die Dialektik der Aufklärung.

dient als Offizier dem Preußischen Staat, der nach dem Siebenjährigen Krieg in eine verheerende Finanzkrise geraten ist. In den Wirren der Nachkriegszeit sieht er sich unter Bestechungsverdacht und um sein Vermögen gebracht. Tellheim steht vor dem Nichts. Als Soldat glaubt er damit seinen Selbstwert zu verlieren. Als Ehrenmann glaubt er seine Verlobung mit Minna lösen zu müssen, um sie nicht auch noch ins Unglück zu stürzen. Und als Mann kann er es nicht in den Kopf bringen, vom Vermögen einer Frau abhängig zu sein. Nüchtern betrachtet ist das ein lächerlicher Gedanke, doch ein Mann seiner Zeit konnte es nicht ertragen, die Geschlechterrollen derart auf den Kopf gestellt zu sehen. Minna von Barnhelm versucht diese männlich-soldatische Logik auszuhebeln, was zu Verwicklungen führt, in denen sie sich zu verlieren droht. Da sie aus Liebe immer hektischer und hysterischer argumentiert, wird die Komödie bald saukomisch. Minna ist aber vor allem deshalb eine so glänzende Komödienheldin, weil sie die gesellschaftliche Dimension des Konflikts verkennt. Lessing hatte im Siebenjährigen Krieg als Berichterstatter sowohl das Finanzabenteurertum als auch den Militarismus von innen kennengelernt und er verarbeitete diese Erfahrungen in einer schrillen Satire. Das erinnert an die Comic-Serie Die Simpsons, bizarre Helden des Alltags von heute. Die Kunst des Theaters aber besteht darin, die Gegenwärtigkeit seiner Helden zu zeigen, ohne sie allzu sehr in die Banalität des Alltags zu zerren. Die Realität auf der Bühne trägt nicht weit in der Erkenntnis, das ist auch die Auffassung von Wolfram Lotz. In Der große Marsch wird der dringende Wunsch deutlich, das Theater möge seine Stoffe selber erfinden und sie weitab der ausgetretenen Pfade und alltäglichen Sehgewohnheiten darbieten – ein Plädoyer für ein wildes, fiktionales Theater. Erst durch die Distanz vom Alltag werden im Zuschauer Denkprozesse in Gang gesetzt. Auch Theater-Helden wollen gut abgehangen sein.

Denn die Vermessung der Welt führte nicht zur Befreiung, sondern in neue Fesselungen. Die Dialektik der Aufklärung ließ Dramatiker wie Grabbe an den Helden verzweifeln. Sein Herzog Theodor von Gothland verliert aufgrund der List eines Feindes jedes Maß und Ziel und wird zum blindwütigen Helden des Untergangs – heldisch, aber nicht heldenhaft, verliert er all seinen Glanz.

Hermann der Cherusker war ein sehr gut abgehangener, völlig blutentleerter Held, als man ihn als deutschen Anti-Napoleon entdeckte. Niemand weiß, wo die Schlacht im Teutoburger Wald wirklich stattfand und wie sie ablief. Doch am Resultat gibt es keinen Zweifel: Die römische Besatzungsmacht bekam eins auf die Nase („Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder!“). Das passte denen ins Konzept, die ihr Land gegen den französischen Expansionismus verteidigen und bei dieser Gelegenheit durch die deutsche Einigung die reaktionären Teilstaaten überwinden wollten. Hermann war eine weiße Folie, auf die sich das alles projizieren ließ.

Ein Aufklärer wie Gotthold Ephraim Lessing war ein sehr witziger und scharfsichtiger Zeitgenosse, der die menschlichen Schwächen der großen wie der kleinen Helden präzise erkannte und beschrieb. Die Tragödie des Majors von Tellheim entwarf er als die Komödie der Minna von Barnhelm. Tellheim

Kleist wäre jedoch nicht Kleist, wenn er seinen Hermann nicht in ein wahnwitziges Gedankenexperiment gestellt hätte. Die Hermannsschlacht ist politisch, doch nicht patriotisch. Und sie wäre wertlos, wenn sie nur auf die Zeitgeschichte reagiert hätte. Deshalb blieb sie bei den Zeitgenossen unverstanden,

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Wer steht da auf dem Postament, Arminius oder Hermann? Der römische Germane oder der germanische Römer? Kleists komplizierter Held oder ein Popanz deutscher Großmachtträume?

wurde erst zehn Jahre nach Kleists Tod gedruckt und noch vierzig Jahre später uraufgeführt. Seit der Gründerzeit wurde sie dann mehr und mehr politisch missbraucht. Sie wäre uninteressant, wenn der Dichter nicht eine tiefere Absicht verfolgt hätte, nämlich die römische und die germanische Sicht folienartig übereinanderzulegen und diesen Widerspruch wirksam werden zu lassen. Dieser Held Hermann agiert in einem so wirkungsmächtigen Geflecht, dass er, so klug er auch ist, über einen freien Willen kaum noch verfügt. Umso heftiger kämpft er, ein moderner Held, mit Feinden wie mit Freunden um ein menschenwürdiges Dasein. Es ist ein hohes Vergnügen, die Conditio humana auf solchem Reflexionsniveau darzulegen. Gleichgültig, wie verworren die Lebensumstände sind – der Mensch in seinem Kern hat sich seit Gilgameschs Zeiten nicht verändert. Warum sind die Helden meist Könige, Prinzen – oder ganz arme Leute? Weil man den Königen unterstellt, dass sie aus freiem Willen handeln können. Ein Prinz zieht in die Welt, als gehöre sie ihm. Nur ein ganz mittelloser Mensch ist ebenso frei, denn er hat nichts zu verlieren. Gibt es keine klaren Gegner und keine klaren Kämpfe mehr, kann es auch keine Helden mehr geben: Was sich geändert hat, ist die Gesellschaft. Wenn Unternehmer und Banker sich als Helden aufspielen und das Wirtschaftssystem dabei in den Abgrund reißen, wird klar, dass diese Helden von ihren eigenen Taten überfordert sind – in Wahrheit sind sie nur Spieler. Wem dürfte man denn auch zutrauen, das Industriesystem zu besiegen, das die Welt bis zur ihrer totalen Erschöpfung umpflügt? Da wir kein Feld für Heldentaten im Großen sehen, wenden wir uns wieder unseren kleinen, aber nicht weniger existentiellen Nöten zu, die wir in den alten Heldenepen ins Übermenschliche vergrößert finden. Deshalb erscheinen die alten Helden immer und immer wieder in neuem Gewand. Etwa wenn Wagner den Siegfried aus dem Nibelungenlied zu seinem Helden macht. Und wenn dann das Ballett sich diesen Siegfried angeignet. Das Ballett ist ja ebenfalls eine archaische Kunst, da es nur mit dem menschlichen Körper arbeitet, der seit Jahrtausenden unverändert ist, wie die alten Helden. Das Ballett gebraucht keine Worte, aber es ist nicht stumm: Der bewegte Körper kann alles aussagen. Die Instrumentalmusik von Richard Wagner aus dem 19. Jahr hundert und die von unserem Zeitgenossen John Adams wird ihn antreiben. Wir sind gespannt, wohin sie ihn treiben wird, unseren Helden.

Bernd Feuchtner wurde bekannt durch sein grundlegendes Buch über Schostakowitsch und arbeitete lange als Musikjournalist. In Heidelberg und Salzburg war er Operndirektor und kommt jetzt als Chefdramaturg nach Karlsruhe. 13


IHRE

HELDEN OPER

Christina Bock

Barbara Dobrzanska

Stefania Dovhan

Andrew Finden

Edward Gauntt

Konstantin Gorny

Lucas Harbour

Sarah Alexandra Hudarew

Seung-Gi Jung

Avtandil Kaspeli

Sebastian Kohlhepp

Hatice Zeliha Kรถkcek

Armin Kolarczyk

Florian Kondschak

Heidi Melton

Luiz Molz

Christina Niessen

Alexander de Paula

Tiny Peters

Veronika Pfaffenzeller

Rebecca Raffell

Eleazar Rodriguez

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Stefanie Schaefer

Max Friedrich Schäffer

Ina Schlingensiepen

Klaus Schneider

Andrea Shin

Katharine Tier

John Treleaven

Gabriel Urrutia Benet

Jaco Venter

Larissa Wäspy

Hans-Jörg Weinschenk

Matthias Wohlbrecht

Eva Wolak

Arman Aslizadyan

Brice Asnar

Bledi Bejleri

Alisia Bignami

Barbara Blanche

Elisiane Büchele

Kamill Chudoba

Sabrina Delafield

Xue Dong

Markéta Elblova

ballett

Bruna Andrade

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Jussara Fonseca

Filipe Frederico

Svitlana Gordiievska

Bram Koch

Admill Kuyler

Vlastimil Lejsek

Su-Jung Lim

Jason Maison

Harriett Mills

Larissa Mota

Patricia Namba

Blythe Newman

Reginaldo Oliveira

Rafaelle Queiroz

Flavio Salamanka

Ronaldo dos Santos

Shiri Shai

Andrey Shatalin

Sabrina Velloso

Zhi Le Xu

Jan Andreesen

Ute Baggerรถhr

Simon Bauer

SCHAU

SPIEL

Eriko Yamada

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Benjamin Berger

Robert Besta

Klaus Cofalka-Adami

Eva Derleder

Hannes Fischer

Ronald Funke

Paul Grill

Cornelia Gröschel

Ursuala Grossenbacher

Thomas Halle

Joanna Kitzl

Georg Krause

Matthias Lamp

Natanaël Lienhard

Sophia Löffler

Antonia Mohr

Jonas Riemer

Lisa Schlegel

Gunnar Schmidt

Timo Tank

Katharina Wawrik

Ralf Wegner

junges staats

theater

André Wagner

Frank Wiegard

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ZUSCHAUER MALEN DAs ensemble

DAS STAATSTHEATER KARLSRUHE IM WEB 2.0

Die 89 Leinwände im Großformat 70 × 100 cm waren im Handumdrehen weg: Zu Beginn der Theaterferien hatte das STAATSTHEATER KARLSRUHE seine Zuschauer aufgefordert, jeweils einen Solisten aus dem Ensemble zu porträtieren: Oper, Ballett oder Schauspiel; schon bekannte Darsteller oder ganz neue Gesichter. Jede Technik war möglich, jeder Stil, alle Farben. Als Information bekamen die Porträtkünstler neben einem Foto eine anschauliche Biografie des jeweiligen Solisten, wie sie ab sofort auch im Ensembleheft und im Internet zu lesen sind. Wie die Namen zeigen, stammen die Maler aus allen Altersgruppen und kommen nicht bloß aus der Stadt Karlsruhe, sondern auch aus Pforzheim, dem Nordschwarzwald und aus Heidelberg.

13 Stunden Content-Upload pro Minute bei YouTube, das sind insgesamt über 200 Mio. Clips, 15,5 Mio. Artikel auf Wikipedia, 4 Mrd. Fotos auf Flickr, 500 Mio. Nutzer bei Facebook. 62 % der deutschen User rufen Multimediainhalte ab. Auch das STAATSTHEATER erweitert seine Netzaktivitäten in der neuen Spielzeit umfassend: Mit neuer Facebook-Fanseite, Twitter- und YouTube-Kanal, Google+ und dem Theaterblog bietet es Raum für Freunde, Followers, Fans, User, Leser und natürlich für jede Menge Kommentare, Downloads, Likes und Posts. Aktuelle Informationen über die neuen Kanäle finden Sie unter www.staatstheater.karlsruhe.de

Alle Bilder werden eine Spielzeit lang das Foyer des STAATSTHEATERS schmücken und in einer Vernissage im Rahmen des Theaterfestes am 17.9. zum ersten Mal präsentiert. Der neue Schauspieldirektor Jan Linders, der die Idee für die Aktion zusammen mit der Berliner Gruppe Raumlabor entwickelte, freut sich über die künstlerische Bandbreite der eingetroffenen Porträts.

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Verantwortlich für die neuen und alten Kommunikationswege ist künftig Christine Johner. Die neue Leiterin der Abteilung Kommunikation & Marketing war in dieser Position die letzten sechs Jahre am Mainfranken Theater Würzburg beschäftigt und folgt am STAATSTHEATER Dr. Jörg Rieker nach, der als Leiter für Kommunikation und Marketing an die Semperoper nach Dresden wechselt. Christine Johner ist gebürtige Freiburgerin, gelernte Buchhändlerin, Germanistin und Historikerin und besitzt ein Diplom „Executive Master of Arts Administration“ der Universität Zürich. Unterstützung erhält sie von ihrem sechsköpfigen Team: Julia Nierstheimer (Referentin für Marketing), Ivonne Hünig (Referentin für Development), Petra Clemens (Mitarbeiterin Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Sekretariat), Lea Steinweg (Volontärin). Ebenfalls neu im Team sind die Grafikerin Danica Schlosser und Nadine Hering, die ihren Schwerpunkt auf die Social Media und den Web 2.0-Auftritt des STAATSTHEATERS legt.


Gesellschaft der Freunde

NEHMEN SIE MIT UNS PLATZ! Über die Sommerpause wurde im Großen wie im Kleinen Haus das mittlerweile 36-jährige Gestühl erneuert - auf dem Foto die ersten drei traditionell grün gepolsterten Stühle im Großen Haus. Jetzt kann ein neue Saison, eine neue Intendanz beginnen. Die Theaterfreunde des STAATSTHEATERS KARLSRUHE begrüßen auf das Herzlichste die fünfte Generalintendanz in ihrer 40jährigen Geschichte. Wir wünschen Generalintendant Peter Spuhler und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses für die Spielzeit 2011/12 und die folgenden alles Gute und ein kräftiges Toitoitoi! Unser Hauptanliegen ist es, eine Verbindung zwischen Publikum und Theater in allen Bereichen und Facetten herzustellen. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit besteht darin, junge Menschen für das Geschehen in und um das Theater zu begeistern und somit Publikum für die Zukunft zu gewinnen. Mit der neu entstandenen Sparte JUNGES STAATSTHEATER werden wir in enger Kooperation versuchen, diese Ziele umzusetzen. Aber nicht nur die Jugend liegt uns am Herzen, sondern auch alle anderen Mitglieder der Gesellschaft. Eine neue Theaterleitung bedeutet auch für die Theaterfreunde immer eine Veränderung. So ergibt sich zum Wechsel immer die Frage: wie wird es weiter gehen, wie steht die neue Führung zu Freundeskreisen? Schon sehr bald nach der Wahl Peter Spuhlers fand im Beisein seines persönlichen Referenten Achim Sieben

ein Grundsatzgespräch statt. Dabei wurde mir recht schnell klar, dass Peter Spuhler und sein Team sich auf die Zusammenarbeit mit uns freuen. Alle Bedenken auf einschneidende negative Veränderungen waren ausgeräumt. Im Gegenteil, die weiteren regelmäßigen Kontakte ergaben neue und weiterführende Ideen. So wird die Gesellschaft im unteren Foyer mit einem Info-Stand präsent sein. Wir dürfen noch häufiger Proben erleben; vor jeder Probe wird es eine kurze Einführung in den Arbeitsstand geben. Die beliebten Gespräche mit Künstlern und Mitarbeitern des Hauses werden ins neue STUDIO, die ehemalige Probebühne 1 verlegt. Die Grundlagen sind gelegt, alle Theaterfreundinnen und Theaterfreunde freuen sich mit Spannung und Neugier auf die neue Spielzeit. Bis bald im Theater, Ihr Dr. Bernd Krüger info@theaterfreundekarlsruhe.de www.theaterfreundekarlsruhe.de Der Internist Bernd Krüger kam als Theaterarzt ans STAATSTHEATER. 1972 war er Gründungsmitglied der Gesellschaft der Freunde, wurde 2005 zum Vorsitzenden gewählt, baute die Jugendabteilung auf und steigerte die Mitgliederzahl auf 1600. 19


MEINE HELDENTAT JOHN TRELEAVEN

EINEN TAG LANG DIE WAHRHEIT SAGEN John Treleaven singt in dem Sängerfach, das für das Karlsruher Spielzeitmotto gemacht zu sein scheint: Heldentenor. Den Siegfried aus dem RING DES NIBELUNGEN verkörperte er in Tokio, Zürich, Helsinki, am Gran Teatro del Liceu Barcelona – als DVD erhältlich – an der Wiener Staatsoper und am Royal Opera House London. Weil er sagt, dass eigentlich ein festes Ensemble der wahre Held der Oper ist, kommt er nach Karlsruhe ins Engagement.

In meinem Beruf verkörpere ich ja oft heldenhafte Figuren. Aber das hat mit dem alltäglichen Leben wenig zu tun. Heldenhaftes Verhalten im alltäglichen Leben könnte sein, dass man mal einen Tag lang versucht, wirklich ehrlich zu sein und nur die Wahrheit zu sagen. Das ist schon unglaublich schwer, da man häufig unangenehme Dinge sagen muss. Und um anderen 20

gegenüber immer aufrichtig zu sein, bedarf es eines großen Vertrauens, eines starken Fundaments in den Beziehungen zueinander. Das ist etwas, das es sehr selten gibt. Ein Mensch, den ich im Hinblick auf das Thema Helden als Vorbild ansehe, ist Plácido Domingo. Er ist jemand, der nie schlecht über andere Menschen redet. Einmal haben wir nach einem Auftritt sehr schlechte Presse bekommen, wo auch Dinge geschrieben wurden, die nicht der Wahrheit entsprachen. Aber Plácido Domingo hat dazu nur gesagt: „John, wie oft ist mir so etwas schon passiert. Es ist passiert, aber es ist jetzt Vergangenheit.“ So eine Haltung, die Dinge nicht negativ zu sehen, ist für mich auch eine Heldentat. Äneas, den ich in Les Troyens verkörpere, ist ein Held, wenn auch einer, der nicht unfehlbar ist. In zehn Jahren Krieg hat er viel für sein Land getan. Und er sieht es als seine Aufgabe an, sein Leben in den Dienst seines Landes und seines Volkes zu stellen. Aufgrund dieser Verpflichtungen kann er Dido nicht wirklich lieben. Er steht in einem Konflikt zwischen der „Berufung“ und dem Wunsch, mit Dido zu leben. Sein Verhängnis ist, dass er sie so nah an sich heran gelassen hat.


HELDen DER ARBEIT KATHARINA WAWRIK & ralf wegner

30 Grad in Karlsruhe und fast das ganze Staatstheater im Urlaub – doch sie halten die Stellung: Katharina Wawrik und Ralf Wegner. Damit noch nicht genug, neben den ganz alltäglichen Proben schwitzen sie über kniffeligen Matheaufgaben und erkunden die Faszination der Mathematik, wie hier im Mathematikum Gießen. Zur Eröffnung des JUNGEN STAATSTHEATERS spielen sie ab September für alle ab acht Jahren in der INSEL Staubziffern & liederliche Zahlen.

Katharina Wawrik, 1986 in Salzburg geboren, studierte Germanistik, bis sie 2006 ihr Schauspielstudium in Graz aufnahm. Ihr Erstengagement führte sie nach Linz. Ab der Spielzeit 11/12 ist sie Ensemblemitglied am JUNGEN STAATSTHEATER. Ralf Wegner wurde in Kiel geboren und erhielt seine Ausbildung am Schauspielstudio Freese/Hamburg. Nach Gastrollen in Kiel, Hamburg, Wien und Graz war er Mitglied des u\hof Linz. 2009 erhielt er den STELLA für herausragende Einzelleistung.

AUSGEZEICHNET

Flavio Salamanka, wurde von der Kunst- und Theatergemeinde mit dem „Goldenen Fächer“ als bester Nachwuchstänzer ausgezeichnet. +++ Die Gruppe Rimini-Protokoll, die mit ihrem Projekt 100 Prozent Karlsruhe die Spielzeit des STAATSTHEATERS KARLSRUHE eröffnen wird, erhielt bei der Biennale in Venedig den Silbernen Löwen. +++ Rike Reinigers Zigeuner-Boxer wurde beim Autorenwettbewerb des Heidelberger Stückemarkts 2011 mit dem „Preis des Freundeskreises“ ausgezeichnet. +++Peter Spuhler wurde in den Vorstand des Landesverbandes Baden-Württemberg des Deutschen Bühnenvereins gewählt. +++ Joanna Kitzl, die die Titelrolle in Minna von Barnhelm verkörpert, spielte mit Devid Striesow in dem Film Riskante Patienten. +++ Ivna Žic, Autorin beim 1. Karlsruher Dramatikerfestival, gewann den Autorenwettbewerb der Theater St. Gallen und Konstanz. +++ Christof Hetzer, Ausstatter von Les Troyens, wird 2012 in Bayreuther Festspielen Bühnenbild und Kostüme für den Fliegenden Holländer gestalten. +++ Peter Spuhler wurde anläßlich seines Abschieds aus Heidelberg mit der Ehrenmitgliedschaft des Theaters, des Theaterfreundeskreises und der Heidelberger Aids-Hilfe ausgezeichnet. +++ Konstantin Gorny sang den Fiesco in Verdis Simone Boccanegra im Teatro Colón in Buenos Aires +++ Seung-Gi Jung sang Giorgio Germont im Teatro La Fenice Venedig . Die gleiche Partie singt er bei der Wiederaufnahme von La Traviata am STAATSTHEATER KARLSRUHE +++ Luiz Molz singt den Sparafucile in Rigoletto im Theatro Municipal de Saõ Paulo, Brasilien. +++ Rebecca Raffell singt die Arnalta in Monterverdis L’incoronazione di Poppea an der Semperoper. +++ Heidi Melton sang an der San Francisco Opera Sieglinde in Die Walküre und Dritte Norn in Götterdämmerung. Diese Rolle wird sie in dieser Saison auch an der New Yorker Met verkörpern und an der Deutschen Oper Berlin in der Götterdämmerung die Gutrune. +++ Su Jung Lim gewann 2011 beim Tanz Olymp Berlin erneut (wie bereits 2008) die Goldmedaille. +++ Demis Volpi erhielt als jüngster Teilnehmer für Little Monsters den Eric-Bruhn-Preis für Choreografie in Toronto 2011. Im Herbst 2011 wird er eine neue Choreografie am American Ballet Theatre (ABT) zur Uraufführung bringen. Im Frühjahr kann man eine weitere Uraufführung am Theater Augsburg in einem dreiteiligen Abend sehen. +++ Tim Plegge, Choreograf von Momo, wurde eingeladen, in der Spielzeit 12/13 ein Ballett am Staatsballett Berlin zu kreieren. +++ Von Theater heute zum „Nachwuchsdramatiker des Jahres“ ausgezeichnet wurde Wolfram Lotz, Teilnehmer am 1. Karlsruher Dramatikerfestival und Autor von Der große Marsch.

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MEIN HELDENPLATZ

der ballettsaal Der Choreograf Peter Breuer choreografiert sein neues Ballett „Siegfried“ Natürlich ist für meine Arbeit am Badischen Staatstheater Karlsruhe der Ballettsaal mein Heldenplatz. Gemeinsam mit den Tänzern suche ich die Choreografie. Man könnte sagen: „Wir gehen einen gemeinsamen Weg zu Siegfried.“ Ich bewundere die Tänzer. Sie müssen sich extrem öffnen, sich hingeben, um zu der richtigen Bewegung zu finden. Das ist außerordentlich heldenhaft, denn meine choreografische Sprache ist sehr physisch. Nicht nur die Solisten, auch die Gruppentänzer kommen als kraftvolle Gefolgsleute des Helden und dessen Gegenspieler Hagen toll zum Einsatz. Ich liebe es sehr, die verborgenen Schätze, die Kapazitäten aus den Tänzern heraus zu kitzeln. Es ist wunderbar herauszufinden, was in ihnen steckt.

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Peter Breuer war einer der großen deutschen Ballett-Solisten, bevor er in den 80er Jahren anfing, selbst zu choreographieren. Er ist Ballettdirektor und Chefchoreograf in Salzburg. In Karlsruhe hatte er mit seinem Tschaikowsky-Ballett großen Erfolg und erarbeitet zur Zeit die Uraufführung Siegfried.


AM GRÜNEN TISCH Justin Brown plant ein konzert

Prometheus, Eroica und ein Mystischer Moment – was habe ich mir beim Programm des 3. Sinfoniekonzertes gedacht? Zunächst war da der Pianist Alexander Melnikov, der sowohl in Russland als auch bei Andreas Staier studiert hat und somit erstaunliche Gegensätze in sich vereint. Mit ihm hatte ich in der letzten Saison mit großem Erfolg Rachmaninows Paganini-Variationen aufgeführt. Auch das 1. Klavierkonzert von Brahms habe ich mit ihm schon gemacht, ebenso Mozart. Das war so gut, dass wir unbedingt noch einmal in Karlsruhe zusammenarbeiten wollten. Für Melnikov ist Prometheus von Alexander Skrjabin das ultimative Lockmittel: Eine Musik der Ekstase, die über die Musik hinaus will. Auch mich hat dieses Orchesterwerk – eigentlich mehr Klavierkonzert als Sinfonie – immer sehr gereizt. Ich bin sehr glücklich, dass uns die Karlsruher Umstände und unsere fantastische Staatskapelle das erlauben. Und es lohnt sich: Diese Musik ist so faszinierend in ihrer Harmonik und ihrer Farbenpracht, dass sie das Publikum überwältigt. Der Mythos von Prometheus erzählt eines der größten Menschheitsthemen: Dieser Held brachte den Menschen das Feuer und wurde von den Göttern grausam dafür bestraft. Denn damit waren sie der Willkür des Schicksals nicht mehr

hilflos ausgeliefert, sondern konnten sich selbst helfen. Skrjabin hat dieses Thema entsprechend glühend in Musik umgesetzt. Und damit noch nicht zufrieden, hat er auch noch Noten für ein Farbenklavier hinzugefügt, das den Saal in das entsprechende Licht tauchen soll. Wir werden versuchen, mit heutigen Mitteln diese Farben zur Musik sichtbar zu machen – eine Licht-Inszenierung. Vor Prometheus erklingt daher das Orchesterstück Mystère de l‘instant von Henri Dutilleux. Dieser französische Komponist ist unser Zeitgenosse und wird, wie ich finde, viel zu wenig beachtet. Mystère de l‘instant ist eine Folge von zehn Stücken mit Titeln wie „Rufe“, „Echo“ oder „Metamorphose“ und beschwört die Magie des Augenblicks. Dutilleux ist ein Meister der Farben des Orchesters und steht deutlich in der Tradition sowohl der französischen Impressionisten als auch Skrjabins. Die Sinfonien von Beethoven sind mir ein besonderes Herzensanliegen – und wie könnte ich mir eine Spielzeit „Von Helden“ vorstellen ohne die größte aller Helden-Sinfonien? Beethoven benutzte in der Eroica das Thema seines Prometheus-Balletts als das Ziel, aus dem die Musik lebt und das sie am Ende erreicht – für Beethoven war universelle Brüderlichkeit nicht nur ein Traum, sondern ein erreichbares Ziel. 23


DIE KINDERSEITE so groSS – so klein

Theater ist nur was für Große (Kinder)? Von wegen: hier gibt’s schon mal einen Vorgeschmack, was den Allerkleinsten aus der Glückskäfergruppe der katholischen Kindertagesstätte St. Bernhard zu so groß – so klein einfällt. Sie begleiten die Entwicklung unserer Produktion für alle ab 2 Jahren, die im November in der INSEL Premiere feiert.

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das noTenbeispieL Das Jubiläum der 25. nachtklänge ist Anlass für eine kleine Retrospektive: Ulrich

Wagner hat neben Witold Lutosławskis chain 1 drei weitere Werke ausgewählt,

die schon einmal innerhalb der vergangenen acht Jahre auf dem Programm der be-

liebten Reihe mit Neuer Musik standen.

soLisTen empfehLen STEFANIA DOVHAN & JACO VENTER Jaco Venter, der die Titelpartie in rigoletto singt, empfiehlt an einem goldenen Herbsttag einen Ausflug zur Klosterruine Frauenalb, die, wie könnte es anders sein, etwas unterhalb von Bad Herrenalb, in einer wunderbaren Landschaft gelegen ist. 1185 von Eberhard III. von Eberstein und seiner Mutter Uta gegründet, war das Kloster Lebensort für etwa 30 adelige Stiftsfräulein. Heute finden in der romantischen Ruine Konzerte mit klassischer Musik statt, und auch die Ettlinger Schlossfestspiele sind dort gerne zu Gast. Stefania Dovhan, seine Bühnentochter Gilda, kommt neu in die Stadt und freut sich sehr auf fünf Sparten unter einem Theaterdach. Sie empfiehlt ein im Rowohlt-Verlag erschienenes Buch: „Colum McCanns Roman der Tänzer ist eine packende semi-fiktionale Biographie von Rudolf Nurejew. Dieser gilt als einer der besten männlichen Ballett-Tänzer des 20. Jahrhunderts. Das Buch ist eine faszinierende Reise durch Nurejews Leben von der Kindheit in Sibirien und Ausbildung in der Sowjetunion über seine Flucht in den Westen 1961, seine Erfolge als Traumpartner von Margot Fonteyn bis ins homosexuelle Nachtleben des New york der 70er Jahre. Nurejews launische Persönlichkeit, seine Professionalität als Tänzer, seine Geheimnisse, seine Hingabe und sein Opfer für die Kunst sind wunderbar kombiniert.“

stefania dovhan hat sich im vergangenen Jahr vom Geheimtipp zum Shooting Star entwickelt. Neben Karlsruhe hat sie Engagements an der English National Opera und an der New york City Opera.

Vom Kap nach Karlsruhe: Jaco Venter ist ein Mann der Gegensätze. Von seiner südafrikanischen Heimat zog der Spezialist für Bühnenbösewichte nach Baden und ist Off Stage einer der liebenswürdigsten Menschen, die man sich vorstellen kann. 25


das programm september – november

AUFTAKT 100 PROZENT KARLSRUHE

Eine statistische Ketten­reaktion von Rimini Protokoll (Haug / Kaegi / Wetzel) URAUFFÜHRUNG / NUR 2 MAL Wer hat je ganz Karlsruhe auf einer Bühne gesehen? In der Fächerstadt leben 302.000 Menschen. 4,7 % sind unter 6 Jahre alt und 14,1 % sind Ausländer. Die Hälfte der Haushalte wird von Singles bewohnt. Was wäre, wenn diese Statistiken Gesichter bekämen? Wie viele davon hätten einen Hund, wie viele ein Fahrrad, wie viele einen Garten? Genau 100 Bewohner, ein repräsentativer Bevölkerungsquerschnitt, stellt sich auf der Bühne des Theaters vor. Schauen Sie zu, wie sich Teilmengen, Szenen und Zielgruppen bilden! Dazu spiel die Karlsruher Balkan-Band Taxi Sandanski. Rimini Protokoll waren zweimal zum Berliner Theatertreffen eingeladen und erhielten zahlreiche Preise, darunter den Mülheimer Dramatiker- sowie den Publikumspreis 2007. Bei der diesjährigen Theater-Biennale in Venedig wurde ihre Arbeit mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Ein Projekt mit dem Bundesverfassungsgericht. Stadtspezifische Weiterentwicklung des Projekts im Hebbel am Ufer, Berlin 2008 R Helgard Haug, Stefan Kaegi & Daniel Wetzel B & V Marc Jungreithmeier M Taxi Sandanski D Michael Nijs, Jan Linders PL Jenny Flügge 1., 2.10. GROSSES HAUS ca. 1 1⁄ 2 Stunden, keine Pause

OPER EINE STRASSE, LUCILE

Szene für Sopran und Orchester von Wolfgang Rihm URAUFFÜHRUNG

DANTONS TOD Oper von Gottfried von Einem In deutscher Sprache mit Übertiteln „Knapp anderthalb Stunden fasziniert die atemlose, temporeiche Musiksprache. Regisseur Alexander Schulin inszeniert schlüssig den Bogen von Rihm zu von Einems revolutionärer Vorgeschichte. Musikalisch geschieht das auf höchstem Niveau.“ sueddeutsche.de ML Markus Bieringer R Alexander Schulin B Bettina Meyer K Ursina Zürcher C Ulrich Wagner D Annabelle Köhler 25.9., 3.10. Tomsche, Hudarew, Peters, Hauck Schellin – Stoll, Schöpflin, K. Schneider, U. Schneider, Gauntt, Schmid, Haake, Schäffer, de Paula GROSSES HAUS 2 Stunden, keine Pause

KATJA KABANOVA Oper in drei Akten von Leoš Janáˇcek In tschechischer Sprache mit deutschen Übertiteln „Eine ausgefeilte Inszenierung, ein brillantes Solistenensemble und eine bestens aufgelegte Badische Staatskapelle. Das Publikum reagierte mit begeistertem Applaus.“ dpa. Der Wiederaufnahme wird Anja Silja als Kabanicha ein weiteres Glanzlicht aufsetzen. ML Christoph Gedschold R Georg Köhl

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B Christian Floeren K Ursina Zürcher C Ulrich Wagner D Margrit Poremba 30.9., 12.10. Dobzranska, Silja, Schaefer, Hudarew, Wäspy – U. Schneider, Shin, Wohlbrecht, Kohlhepp, Urrutia Benet 20.10. Niessen, Borowski-Tudor, Schaefer, Hudarew, Wäspy – Berchtold, Wohlbrecht, U. Schneider, Kohlhepp, Molz 4.11.ML Christoph Gedschold Borowski-Tudor, Dobrzanska, Schaefer, Hudarew, Wäspy – Berchtold, Wohlbrecht, Ulrich Schneider, Kohlhepp, Molz GROSSES HAUS 2 1⁄ 2 Stunden, eine Pause

LA TRAVIATA Oper von Giuseppe Verdi In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln ML Johannes Willig R Achim Thorwald B Christian Floeren K Ute Frühling C Ulrich Wagner D Margrit Poremba 18.9. Dovhan, Tier, Bock – Shin, Jung, Rodriguez, Hannula, Finden, Kaspeli, Eidloth, Huck, de Paula 22.9. Dovhan, Tier, Hudarew – Shin, Jung, Schäffer, Hannula, Finden, Kaspeli, Eidloth, Huck, de Paula 8.10. Schlingensiepen, Tier, Bock – Shin, Jung, Schäffer, Hannula, Finden, Kaspeli, Eidloth, Huck, de Paula 30.10. Dovhan, Tier, Hudarew – Shin, Jung, Rodriguez, Hannula, Molz, Kaspeli, Eidloth, Huck, de Paula GROSSES HAUS 2 3 ⁄4 Stunden, eine Pause

LES TROYENS I & II

LA PRISE DE TROIE & LES TROYENS À CARTHAGE Grand opéra von Hector Berlioz In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln „Der französische Ring“: Les Troyens (Die Trojaner) von Hector Berlioz sind für ein Opernhaus keine geringere Herausforderung als Richard Wagners Tetralogie. Das gewaltige Epos über den Untergang Trojas und die Tragödie von Dido und Äneas war genau das Richtige für die grandiose Klangfantasie von Hector Berlioz, wie er sie jung in seiner Symphonie fantastique bewiesen hatte. Die Uraufführung 1890 in Karlsruhe war eine Großtat der Hofoper, doch wurde das Stück seit 111 Jahren hier nicht mehr aufgeführt. Regisseur David Hermann gewann den „Ring Award“ und inszenierte in Madrid, Mannheim sowie bei der Ruhrtriennale. ML Justin Brown / Christoph Gedschold R David Hermann B & K Christof Hetzer C Ulrich Wagner D Bernd Feuchtner Melton / Tier, Niessen, Raffell / Ohanyan, Schaefer, Pfaffenzeller – Treleaven, Kolarczyk, Gorny, Harbour, Rodriguez, Kohlhepp, Molz, Kaspeli, Netzner, Angulo, Huck, Kontschak u. a. 15., 21., 29.10. , 20.11. GROSSES HAUS ca. 5 Stunden, zwei Pausen Teil I: 9., 30.11. 1 1/2 Stunden Teil II: 10.11., 1.12. 3 1/2 Stunden, eine Pause

RIGOLETTO Melodramma von Giuseppe Verdi In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln ML Johannes Willig R Lucassen B van Eck, Koch-Kenk, Wulst C Wagner 6.11. Dovhan, Schaefer, Bock, Peters – Jung, Shin, Gorny, Gauntt, Finden, Rodriguez, de Paula 12.11. Schlingensiepen, Hudarew, Hauck, Wäspy – Venter, Shin, Kaspeli, Harbour, Schäffer, de Paula, Urrutia Benet 18.11. Dovhan, Schaefer, Bock, Peters – Jung, Shin, Gorny, Gauntt, Finden, Rodriguez, Kontschak GROSSES HAUS ca. 2 1⁄ 2 Stunden, eine Pause

TOSCA Melodramma in drei Akten von Giacomo Puccini In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln ML Willig R Dew B Balthez K Vazquez Dobrzanska – Venter, Shin, Molz, Kaspeli, Weinschenk, Huck, Krohn 27.11. GROSSES HAUS 2 1⁄ 2 Stunden, eine Pause. Weitere Termine www.staatstheater.karlsruhe.de

KONZERT 1. KAMMERKONZERT Jean Françaix Quartett für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott Felix Treiber Neues Werk für Flöte, Klarinette, Fagott und Klavier URAUFFÜHRUNG / AUFTRAGSWERK DES STAATSTHEATERS KARLSRUHE Darius Milhaud Sonate für Flöte, Oboe, Klarinette und Klavier Albéric Magnard Quintette für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und Klavier Die Holzbläser stehen gemeinsam mit dem Klavier im Mittelpunkt des 1. Kammerkonzerts, das hauptsächlich Stücke französischer Komponisten umfasst, aber auch ein neues Werk des Stuttgarter Komponisten Felix Treiber zur Uraufführung bringen wird. Georg Kapp Flöte Nobuhisa Arai Oboe Leonie Gerlach Klarinette Ulrike Bertram Fagott Miho Uchida Klavier 30.10. KLEINES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

1. SINFONIEKONZERT & 1. SONDERKONZERT Hector Berlioz Harold en Italie Richard Strauss Don Juan Franz Liszt Von der Wiege bis zum Grabe Richard Strauss Till Eulenspiegels lustige Streiche Das Konzert eröffnet die Spielzeit ebenfalls mit Berlioz: Im sinfonischen Bratschenkonzert Harold in Italien beginnt das Byronsche Epos auf ganz eigene Art zu leben. Es folgen mit Don Juan und Till Eulenspiegel zwei gegensätzliche Heldenporträts, von Richard Strauss farbenprächtig in Musik gesetzt. Isabelle van Keulen Viola Kevin Griffiths Dirigent 18., 19., 20.9. (Sonderkonzert) GROSSES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

2. SINFONIEKONZERT Johann Sebastian Bach Kantate „Ich habe genug“ Michael Tippett Fantasia Concertante nach einem Thema von

Corelli Dmitri Schostakowitsch Sinfonie Nr. 14 Die Auseinandersetzung mit Leben und Tod zieht sich durch das Programm des 2. Sinfoniekonzerts – von Bachs Trost spendender Kantate bis hin zu Schostakowitschs aufwühlender und bekenntnishafter Vokalsinfonie. Barbara Dobrzanska Sopran Armin Kolarczyk Bariton Konstantin Gorny Bass Justin Brown Dirigent 23., 24.10. GROSSES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

3. SINFONIEKONZERT Henri Dutilleux Mystère de l’instant Alexander Skriabin Promethée: Le poème du feu Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 3 Es-Dur „Eroica“ Alexander Melnikov Klavier Justin Brown Dirigent 27., 28.11. GROSSES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

BLECHKUNST BaSta Brass Quintett und Big Band Originalwerke für Blechbläserquintett Jazz, Swing und Unterhaltungsmusik für Brass Big Band Vom virtuosen Blechbläserquintett bis zum beschwingten Big-Band-Sound reicht das Spektrum von BaSta Brass, die nach dem großen Erfolg der letzten Spielzeit erneut die spannende Vielfalt der Blechkunst vorstellen. BaSta Brass Blechbläserensemble der BADISCHEN STAATSKAPELLE Peter Lehel Dirigent der Big Band 22.10. GROSSES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

NACHTKLÄNGE 1 Da Capo – Die 25. NachtKlänge Die 25. Nachtklänge – ein schöner Grund, mit der Zweitaufführung ausgewählter Werke aus acht Jahren Neuer Musik zu feiern. Kompositionen von Witold Lutosławski, Mauricio Kagel, Hans Abrahamsen und Sidney Corbett stehen auf dem Programm. Mitglieder der BADISCHEN STAATSKAPELLE Ulrich Wagner Dirigent & Moderator 28.10. INSEL ca. 1 3 ⁄4 Stunden, eine Pause

BALLETT BALLETT: ROMANTIK Ein Ballettabend mit Werken von Demis Volpi, Heinz Spoerli & Christopher Wheeldon „So sollen Ballettabende sein: Vehikel für Tänzer wie die Karlsruher, an deren Auftritte man sich lange glasklar erinnert, mit Stücken, die den Stand der Kunst ehrlich reflektieren.“ FAZ Capricen M Niccolò Paganini, Helmut Lachenmann CH Demis Volpi B & K Katharina Schlipf L Stefan Woinke DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG Nocturnes M Frédéric Chopin CH Heinz Spoerli E Chris Jensen B Florian Etti K Heinz Spoerli L Martin Gebhardt EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG Variations Sérieuses M Felix Mendelssohn Bartholdy, Orchesterfassung von Mack Schlefer CH Christopher Wheeldon E Jason Fowler B & K Ian Falconer L Mark Stanley


Solisten und Ballettensemble des STAATSTHEATERS KARLSRUHE 24.9., 9., 14., 16.10. GROSSES HAUS 2 3 ⁄4 Stunden, 2 Pausen

Treunert D Jan Linders Termine www.staatstheater.karlsruhe.de STUDIO 1 3 ⁄4 Stunden, keine Pause

DIE HERMANNSSCHLACHT SIEGFRIED Ballett von Peter Breuer, Libretto von Andreas Geier URAUFFÜHRUNG Die Faszinationskraft des Nibelungenliedes aus dem 12. Jahrhundert ist ungebrochen. Im Zentrum dieses Balletts steht der Moment, in dem Kriemhild die verwundbare Stelle Siegfrieds an Hagen verrät und ihr klar wird, dass sie ihn damit dem Tode ausgeliefert hat. M Richard Wagner, John Adams, Franz Liszt ML Christoph Gedschold CH Peter Breuer B & K Dorin Gal L Eduard Stipsits Solisten, Ballettensemble und Studio 19., 22., 25.11. GROSSES HAUS ca. 2 1⁄ 2 Stunden, eine Pause

SCHAUSPIEL BIG MONEY

Ein Musical von Peter Lund & Thomas Zaufke URAUFFÜHRUNG „Ein Wirtschaftsverbrechen als Musical? Als Story, die so richtig dick mit Karlsruhe zu tun hat, und dazu auch noch frech, spritzig, unterhaltsam ist.“ BNN. Wiederaufnahme in Originalbesetzung. ML Walter Kiesbauer R Peter Lund B & K Urike Reinhard CH Andrea Heil D Donald Berkenhoff Beetz, Grossenbacher, Martens, Schlegel – Besta, Krause, Schmidt, Tank Viering Band Gross, Gundlach, Heinz, Kiesbauer, Lewandowski, Rumig, Stumpf 9., 23,. 30.10.,11., 18.11. KLEINES HAUS 2 3 ⁄4 Stunden, eine Pause

Der Grosse MArscH von Wolfram Lotz Zur Eröffnung des STUDIOS fragt der vielfach prämierte junge Autor Wolfram Lotz mit schrillem Humor nach dem Stellenwert des Theaters und seziert Machtkonstellationen in einer absurdkomischen Talkshow. R Simone Blattner B Anna Rudolph K Claudia González Espindola D Tobias Schuster Derleder, Kitzl, Löffler – Funke, Lamp, Riemer, Wiegard 22.10., weitere Termine im November sTuDio ca. 1 1⁄4 Stunden, keine Pause Zur Eröffnung des STUDIOS Doppelabends mit Minna von Barnhelm 9., 14., 29.10. STUDIO ca. 3 Stunden, eine Pause. Weitere Termine www.staatstheater.karlsruhe.de

Der MAnn Der Die welT Ass von Nis-Momme Stockmann urAuFFÜHrunG / ÜBErnAHME Autorenpreis & Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts 09 „Anrührend, oft schmerzhaft komisch, zärtlich, böse und voller Momente, in denen man der Titelfigur, stimmig dargestellt von Daniel Stock, mehr als einmal zurufen möchte: lass Dein zwanghaftes Smart-Sein, reiß endlich Dein Herz auf.“ BNN R Dominique Schnizer B & K Christin

nach Heinrich von Kleist Mythos Hermann der Cherusker – für Heinrich von Kleist taugte der Germanenfürst, der das römische Imperium in die Schranken wies, vor allem als Propagandastoff gegen die französische Besatzung. Später zum Gründer des Deutschen Reiches stilisiert, ist er heute Denkmal und Politikum zugleich. Was für eine Art Held kann Hermann für uns heute sein? Für welche Freiheit kämpfen wir, gegen welche Besatzung richtet sich unser Widerstand? Regisseur Simon Solberg bringt einen Hermann auf die Bühne, der die Befreiungskämpfe der Geschichte im Gepäck hat – als Munition gegen alle, die glauben, Widerstand sei zwecklos. R Simon Solberg B Maike Storf K Sara Kittelmann V Manuel Braun D Kerstin Grübmeyer Gröschel – Bauer, Besta, Fischer, Grill, Halle 6., 8., 14., 16., 21., 27., 29.10., 3., 5., 8., 10., 13., 20.11. KLEINES HAUS ca. 2 Stunden, keine Pause

DIe VerscHwörunG Des Fiesco zu GenuA Ein republikanisches Trauerspiel von Friedrich Schiller Heldenmütige Verschwörer, eitle Tyrannen, todessehnsüchtige Verbrecher, verzweifelt Liebende und aufrechte Demokraten – in Felix Rothenhäuslers Inszenierung von Schillers Frühwerk sind alle Figuren Spieler, hinter jeder ihrer Masken lauert eine weitere, und der Ausgang des Spiels ist ungewiss. R Felix Rothenhäusler B Michael Köpke K Katharina Kownatzki M Matthias Krieg D Kerstin Grübmeyer 24., 26., 30.11. Kleines HAus

DU MUSST DEIN LEBEN ÄNDERN

nach Peter Sloterdijk URAUFFÜHRUNG Rilkes Vers hat den Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk zu einem großen Versuch über den Menschen als übendes Wesen angeregt und die neue Leitung des STAATSTHEATERS für die nächsten fünf Spielzeiten inspiriert. Der Berliner Regisseur Patrick Wengenroth, bekannt für seine intelligent-ironischen Zitat-Montagen, inszeniert mit vier Schauspielern und viel Musik Buch und Gedicht. Arbeiter, Krieger, Helden, Schreiber, Artisten, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models sind das dramatische Personal aus Sloterdijks Studie von den Übungen, die heute erfor- derlich sind, um ein Mensch zu sein und zu bleiben. R Patrick Wengenroth B & K Ulrike Gutbrod M Matze Kloppe D Nina Steinhilber Mohr, Schlegel – Cofalka-Adami, Viering 3., 8., 16., 21.10. TREFFPUNKT KASSENHALLE ca. 2 Stunden, keine Pause Weitere Termine www.staatstheater.karlsruhe.de

HERZOG THEODOR VON GOTHLAND Eine Tragödie in fünf Akten von Christian Dietrich Grabbe

Kriegslandschaft Europa: Der Afrikaner Berdoa, Anführer der Finnen, landet mit seinem Heer an der schwedischen Küste. Der einstige Sklave plant, sich am „zivilisierten Europa“ für das an ihm begangene Unrecht zu rächen. Sein Angriffsziel: Theodor von Gothland, „der Größte der Europäer“. Berdoa lässt den Herzog glauben, einer seiner beiden Brüder habe den anderen hinterhältig ermordet. Die Intrige gelingt, der vermeintliche Brudermord stellt das Weltbild des Idealisten auf den Kopf. Tief erschüttert in seinem Glauben an die Menschen stürzt der entfesselte Held ins Bodenlose. Grabbes Erstlingswerk ist eine Tragödie von gewaltiger Sprengkraft. R Martin Nimz B Flurin Borg Madsen K Ricarda Knödler M Matthias Engelke D Nina Steinhilber Baggeröhr, Grossenbacher – Andreesen, Berger, Cofalka-Adami, Dyrlich, Graf, Krause, Lienhard, Plath, Schmidt, Tank, Viering, Wagner 20., 22., 26., 28.10., 1.,9.,16.,25.11.KLEINES HAUS ca. 4 Stunden, eine Pause

JAcQues brel – on n’oublie rien Inszenierte Chansons mit Natanaël Lienhard urAuFFÜHrunG / ÜBErnAHME Dramen in drei Minuten – keiner konnte sie so musikalisch und poetisch erzählen wie der große Chansonnier Jacques Brel. STUDIO 1 1⁄4 Stunden, keine Pause Termine www.staatstheater.karlsruhe.de

zu entdecken. Junge Regisseure inszenieren die Texte mit Mitgliedern des Ensembles und Schauspielstudierenden. Weitere Infos auf www.staatstheater.karlsruhe.de KL Nina Gühlstorff, Dorothea Schroeder D Tobias Schuster, Jan Linders, Nina Steinhilber PL Jenny Flügge 1., 2., 3.10. TREFFPUNKT KASSENHALLE Dauer frei wählbar, Einstieg jederzeit möglich In Kooperation

ZIGEUNER-BOxER

14+

von Rike Reiniger URAUFFÜHRUNG Der junge Tagelöhner Hans freundet sich mit Deutschlands bestem Boxer Ruki an. Dem wird der Meisterschaftstitel aberkannt. Die Begründung: er kämpfe „undeutsch“. 1944 treffen die beiden sich im Konzentrationslager wieder. Hans versucht, sich an das Unerträgliche zu erinnern. Rike Reiniger schrieb ihren bewegenden Monolog nach der Biographie des im KZ Neuengamme ermordeten Sinto Johann „Rukeli“ Trollmann. Publikumspreis des Heidelberger Stückemarkts 2011. R Frederik Tidén D Michael Nijs Mit Frank Wiegard 23.10. STUDIO ca. 1 1⁄4 Stunden, keine Pause. Weitere Termine www.staatstheater.karlsruhe.de Wir danken der Manfred Lautenschläger Stiftung

MINNA VON BARNHELM Lustspiel von Gotthold Ephraim Lessing Major Tellheim kämpft um seine Ehre – nach Kriegsende unter Betrugs- verdacht aus der Armee entlassen, steht er vor dem Nichts. Unmöglich kann er seine Verlobte Minna von Barnhelm heiraten. Die aber gibt so schnell nicht auf und versucht nun, ihn mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. 27.10. STUDIO ca. 1 1⁄ 2 Stunden, keine Pause R Simone Blattner B Anna Rudolph K Claudia Gonzáles Espindola D Tobias Schuster Kitzl, Löffler – Funke, Lamp, Riemer, Wiegard Zur Eröffnung des STUDIOS Doppelabends mit Der Große Marsch 9., 14., 29.10. STUDIO ca. 3 Stunden, eine Pause Weitere Termine im November www.staatstheater.karlsruhe.de

STADT DER ZUKUNFT

1. KARLSRUHER DRAMATIKERFESTIVAL Texte von Jörg Albrecht, Ekat Cordes, Dimitrij Gawrisch, Daniela Janjic, Jérôme Junod, Oliver Kluck, Timo Krstin, Konradin Kunze, Konstantin Küspert, Wolfram Lotz, Sascha Macht, Azar Mortazavi, Mathilda Onur, Bonn Park, Semir Plivac, Kristo Šagor, Bernhard Studlar, Laslo Vince, Olivia Wenzel, Ivna Zic URAUFFÜHRUNGEN / NUR 3 MAL Für die Stadt der Zukunft öffnen wir das Haus und bespielen drei Tage lang mit 21 Uraufführungen besondere Räume im STAATSTHEATER, die den Zuschauern normalerweise nicht zugänglich sind. Das Publikum ist zu einer Reise an ungewöhnliche Orte eingeladen, um spannende Stimmen der neuen Dramatik

JUNGES STAATSTHEATER HÄNSEL UND GRETEL

6+

Märchenspiel von Engelbert Humperdinck ML Wagner R Thorwald B Floeren K Frühling Schaefer, Peters, Niessen, Hudarew, Wäspy 13., 17.11. GROSSES HAUS 3 Stunden, eine Pause

Der Kleine MucK

6+

SO GROSS – SO KLEIN

2+

nach dem Märchen von Wilhelm Hauff In einem Dorf lebt zurückgezogen ein merkwürdiger Alter. Die Kinder der Stadt hänseln und jagen ihn, bis er es eines Tages schafft, ihnen die Geschichte vom Kleinen Muck zu erzählen – seine Geschichte. R Holger Schober B & K Christian Etsch Elgner D Ulrike Stöck 6., 12., 19., 20., 26., 27., 28., 29., 30.11. KLEINES HAUS

Theater für die Allerkleinsten von Annette Büschelberger URAUFFÜHRUNG Ob etwas groß oder klein ist, liegt im Auge des Betrachters. Und groß bleibt nicht groß und klein nicht klein – alles verändert sich von Augenblick zu Augenblick. Für Kinder ist das eine alltägliche Erfahrung, für Erwachsene eine nicht mehr selbstverständliche Erkenntnis. Annette Büschelberger hat bereits drei Stücke für die allerkleinsten Theaterbesucher ab zwei entwickelt und

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inszeniert. Ihre Uraufführung Zwei & Frei! wurde 2011 für das Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen „Augenblick mal!“ in Berlin nominiert. R Annette Büschelberger B & K Susanne Cholet Wawrik – Wegner ab 12.11. INSEL

STAUBZIFFERN & LIEDERLICHE ZAHLEN Naturwissenschaftstheaterprojekt in Zusammenarbeit mit dem ZAK URAUFFÜHRUNG Mathematik gehört nicht zu euren Lieblingsfächern? Und Sie waren auch immer schlecht in Mathe? In Staubziffern & liederliche Zahlen soll Mathematik glücklich machen und die Schönheit der Mathematik sichtbar werden. Ist doch die Entdeckung der Null ein die Welt umspannender Krimi und sind mathematische Reihen von großer Anmut. Unterstützt von einem mathematischen Expertenteam eröffnet das JUNGE STAATSTHEATER mit einem Naturwissenschaftstheaterstück für Kinder ab 8 Jahren und für alle, die der schwersten aller Wissenschaften noch mal eine Chance geben wollen. R Ulrike Stöck B & K Vera Römer M Udo Koloska Wawrik – Wegner 18., 22., 24., 26.9., 6., 8., 10., 11., 16., 20., 22., 23., 24., 29.10. INSEL ca. 1 1⁄4 Stunde, keine Pause

25.10. STUDIO 1 Stunde, keine Pause Eine Produktion des Freedom Theatre, Jenin In Zusammenarbeit mit

THE PEACE SYNDROME Ein dokumentarisches Theaterprojekt von Torge Kübler & Ensemble URAUFFÜHRUNG In deutscher, hebräischer und englischer Sprache mit Übertiteln Friedensmission oder Krisentourismus? Ein deutsch-israelisches Team forscht nach Faszination und Widersprüchlichkeiten des Engagements deutscher Freiwilliger in Israel. „The Peace Syndrome ist ein Beispiel für gut gebautes politisches Theater.“ nachtkritik.de R Torge Kübler B & K Harel Luz D Julia Reichert, Jan Linders Sharf – Lienhard, Nil Levy, Rott, Shoresh 30.10. STUDIO 1 1⁄4 Stunden, keine Pause Eine Produktion des Teatron Beit Lessin, Tel Aviv und Theater Heidelberg Gefördert u. a. im Fonds Wanderlust der

GASTSPIELE MAriA MAGDAlenA Ein bürgerliches Trauerspiel von Friedrich Hebbel GASTSPIEl FrEIE SZEnE Die mehrfach ausgezeichnete postmigrantische Theatergrupe theaterperipherie nimmt Hebbels Text aus dem 19. Jahrhundert, um eine hochaktuelle Geschichte über Migrantenfamilien in Deutschland zu erzählen. STUDIO Termine www.staatstheater.karlsruhe.de Eine Produktion des theaterperipherie, Frankfurt am Main Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das nationale Performance netz im Rahmen der Gastspielförderung Theater aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder

SHO KMAN? – WAS NOCH? von Nabil Al-Raee & Ensemble URAUFFÜHRUNG / GASTSPIEL FREIE SZENE Aufgewachsen während der zweiten Intifada, erzählen Schauspielstudenten des Freedom Theatre im Flüchtlingslager von Jenin mit intensiver Körpersprache und schwarzem Humor von ihrer Lebenswelt in Palästina. Im Anschluss zeigen wir den Film Arnas Kinder (2003, OmU) des im April 2011 ermordeten Theaterleiters Juliano Mer Khamis und sprechen mit dem Nahostexperten Tsafrir Cohen. R Nabil Al-Raee, Zoe Lafferty CH Micaela Miranda

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Für Rätselfreunde gibt es hier einige harte Nüsse zu knacken – jeder Strich entspricht einem Buchstaben oder einer Ziffer. Theaterbesucher haben dabei einen klaren Vorteil: Sie bekommen die Lösungen auf der Bühne serviert. Antworten per Post ans STAATSTHEATER, Stichwort Quiz, oder per E-Mail an pressestelle@staatstheater.karlsruhe.de. Einsendeschluss ist der 31.10. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir zwei Theater-Gutscheine.

1. Kriemhild hat einen Raubvogel-Traum: Sie träumt von einem _ _ _ _ _ _. 2. Major von Tellheim ist bankrott und braucht dringend Pistolen, denn sie sind aus _ _ _ _ 3. Violetta sendet Alfredo als Zeichen ihrer Gunst eine _ _ _ _ _ _ _ 4. Beethoven strich wutentbrannt die Widmung seiner 3. Sinfonie an _ _ _ _ _ _ _ _ , nachdem dieser sich selbst zum Kaiser gekrönt hatte.

Wir danken ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale Centre for Cultural and General Studies

DAS theaterQUIZ

B Bühne C Chor CH Choreographie D Dramaturgie E Einstudierung K Kostüme KL Künstlerische Leitung L Licht M Musik ML Musikalische Leitung PL Produktionsleitung R Regie V Video Für aktuelle Informationen und alle EXTRAS wie Einführungs-Matineen, Puplikumsgespräche usw. siehe den Monatsleporello sowie www.staatstheater.karlsruhe.de

5. Der Afrikaner Berdoa ist Anführer der _ _ _ _ _ _ gegen den am schwedischen Herzog Theodor von Gothland.   6. Katja Kabanova ist mit Tichon verheiratet, aber verliebt in den jungen _ _ _ _ _ 7. Da der kleine Muck bei der seltsamen Frau Ahavzi nicht entlohnt wird, läßt er ein Paar Pantoffeln und einen _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ mitgehen. 8. Das Musical BIG MONEY bringt den _ _ _ _ _ _ _ -Skandal auf die Bühne. 9. Die Reihe mit Neuer Musik, die im Oktober zum 25. Mal stattfindet, heißt _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _. 10. Jemand hat 30 Vögel für 30 Münzen gekauft. Für drei Spatzen bezahlte er eine Münze, für zwei Wildtauben ebenfalls eine Münze und für jede Taube zwei Münzen. Also hat er _ Spatzen, _ _ Wildtauben und _ _ Tauben gekauft.


Kulturzentrum tollhaus

schlachthausstr. 1 Karlsruhe Vorverkauf tollhaus (mo-Fr 12-18 uhr) · tel. Karteninformation: 0721/964050

www.tollhaus.de e-mail: info@tollhaus.de

VIVARIUM ARTISTIKUM „LADIES NIGHT - ganz oder gar nicht“ ULAN & BATOR „CAVEWOMAN“ mit Ramona Krönke RATATOUILLE Kleinkunstgemüse ohne Bakterien EIVIND AARSET & JAN BANG DOBET GNAHORÉ präsentiert von Klappe auf cassanDra steen „mir so nah“ tour 2011 präsentiert von SWR3 DOTA, DIE KLEINGELDPRINZESSIN + UTA KÖBERNICK „CAVEMAN“ präsentiert von Die Neue Welle UNSERE LIEBLINGE „Nacht“ Musikkabarett MICHAEL EHNERT „Das Tier in mir“ Deutschland Primat VOLKER KLÜPFEL & MICHAEL KOBR „Schutzpatron“ - Kluftingers neuer Fall Fr 07.10. ANDREAS REBERS „Ich regel das“ So 09.10. DER FAMILIE POPOLSKI „Get The Polka Started“ Do 13.10. RAPHAEL GUALAZZI „Reality & Fantasy“ Fr 14.10. CARRINGTON - BROWN „Mit Schirm, Charme und Cellone“ Sa 15.10. CLAUDIA KORECK Do 20.10. WILLY ASTOR „Tonjuwelen“ Das Beste aus 25 Jahren Bühne Sa 22.10. GARDI HUTTER „Die Schneiderin“ So 23.10. HORST SCHROTH „Was weg ist, ist weg“ Mi 26.10. HAZMAT MODINE Do 27.10. „HI DAD!“ mit Martin Luding, Regie Esther Schweins Fr 28.10. „MÄNNERABEND“ Fr 28.10. RINGSGWANDL Sa 29.10. HG BUTZKO „Verjubelt“ Sa 29.10. WolFGanG amBros & DIe no. 1 Vom WIenerWalD Jubiläumskonzert So 30.10. IRISH FOLK FESTIVAL 2011 Di 01.11. the uKulele orchestra oF Great BrItaIn Do 03.11. KLANGWELTEN FESTIVAL 2011 Fr 04.11. MAREN KROYMANN Sa 05.11. ROLAND BAISCH „Der graue Star“ Do 10.11. AXEL HACKE Fr 11.11. MATTHIAS DEUTSCHMANN „Deutsche, wollt ihr ewig leben“ Sa 12.11. asa Sa 12.11. Stadthalle Karlsruhe SWR3 und Klappe Auf präsentieren raInalD GreBe & Das orchester Der VersÖhnunG Mo 14.11. PHRASENMÄHER Di 15.11. morIartY Mi 16.11. „VIER VERGNÜGEN MIT DEN BESTEN“ Do 17.11. KLAUS HOFFMANN „Das süße Leben 2“ Sa 19.11. GEORGETTE DEE & TERRY TRUCK Do 24.11. AURELIO MARTINEZ Fr 25.11. ÄL JAWALA Sa 26.11. ton steIne scherBen FamIlY Sa 26.11. JESS JOCHIMSEN So 27.11. SILJE NERGAARD Do 01.12. tromBone shortY 2.-4.12.11 HARALD HURST & GUNZI HEIL Mi 07.12. DANAKIL Fr 09.12. EURE MÜTTER „Ohne Scheiß, ...“ Do 15.12. WLADIMIR KAMINER Fr 16.12. OROPAX Die Weihnachtsshow 28.01.12. GeorG schramm 29.01.12. HANS LIBERG Sa 17.11.2012 Europahalle WISE GUYS - Tour 2012 Sa 10.09. Do 15.09. Sa 17.09. 16.+17.09. Mi 21.09. Do 22.09. Fr 23.09. Sa 24.09. So 25.09. 29.09.-1.10. Fr 30.09. So 02.10. Mo 03.10.

UND VIELE MEHR …

UNSERE HELDEN?

23.09. DOBET GNAHORÉ Pygmäen-Jodler und panafrikanische Balladen

17.09. ULAN & BATOR Deutscher Kleinkunstpreis 2011

09.10. DER FAMILIE POPOLSKI „Get The Polka Started“

011 r2

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bst

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12.11. Stadthalle Karlsruhe RAINALD GREBE & DAS ORCHESTER DER VERSÖHNUNG

UNSERE LIEBLINGE! 011 r2

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30.09. „Nacht“ Musikkabarett 29

WWW.RAINALDGReBE.De


stAdt Jörg Albrecht

Nimm dir, was deiN Herz begeHrt [Nur NicHt micH]

ekAt cordes eiN scHlag

dimitriJ gAwrisch statt der zukuNft

dAnielA JAnJic das aufNaHme-Quiz

Jérôme Junod

1. kArlsruher drAmAtikerfestivAl urauffÜHruNgeN

sAschA mAcht

deNN icH biN die stadt, die Nur durcH micH ist, uNd icH biN iHre zerstöruNg, der mäcHtige sturm

AzAr mortAzAvi Himmel uNd Hölle

mAthildA onur iNNeNstadt

bonn pArk

Jetzt aber – präludium uNd fuge

2289 JoHNNy kilometà uNd die beerdiguNg VoN gott faust

oliver kluck

semir plivAc

Über die VerweNduNgsmöglicHkeiteN der effizieNzsteigeruNg des VolkswageNkoNzerNs iN deN letzteN zwaNzig JaHreN als Vorbild fÜr die iNszeNieruNgspraxis am repertoiretHeater

timo krstin

metropolis – eiNe iNterVeNtioN oHNe maNdat

konrAdin kunze Neodym

konstAntin küspert mascHiNe stadt meNscH

konstAntin küspert VoN der zukuNft

wolfrAm lotz

eiN priVileg

kristo ŠAgor

das salz ist aucH NicHt meHr so salzig wie frÜHer

bernhArd studlAr uNiVersal cHiNatowN

lAslo vince mausfreiHeit

oliviA wenzel arkadeN

ivnA Žic

als meiNe mutter eiNe tocHter war

rede zum uNmöglicHeN tHeater nur drei vorstellungen: 1.& 2.10. ab 15 uhr, 3.10. ab 18 uhr dauer frei wählbar, einstieg jederzeit möglich, spielorte hinter der bühne. weitere informationen: www.staatstHeater.karlsruHe.de regie matthias bauerkamp, pedro martins beja, simone blattner, manuel braun, ekat cordes, robert Hartmann, timo krstin, Jana polasek, carina riedl, martin süß; Jan koslowski, anton krause, sebastian lang, christina schelhas (studierende der adk ludwigsburg) künstlerische leitung Nina gühlstorff, dorothea schroeder AusstAttung Veronika mund, thomas rustemeyer; prisca baumann, andreas Hartmann, barbara lenartz, laura rasmussen (studierende der staatlichen akademie der bildenden künste stuttgart) drAmAturgie tobias schuster, Jan linders, Nina steinhilber produktionsleitung Jenny flügge der sammelband „stadt der zukunft“ enthält die kurzdramen des festivals und ist in der reihe dialog des Verlags theater der zeit erschienen. erhältlich beim fliegenden buchhändler im theater sowie im buchhandel. 30

in kooperation mit

DAS MAGAZIN Nr. 1  

Theatermagazin des STAATSTHEATERS KARLSRUHE

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