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SEID UMSCHLUNGEN | BALLETT

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BRIDGET BREINER


WILLKOMMEN LIEBES PUBLIKUM,

INHALT

im Probenprozess zu meiner Neukreation im Rahmen unserer Eröffnungsproduktion Seid Umschlungen habe ich mit den Tänzer*innen viel über den Komponisten Ludwig van Beethoven als visionäre Künstlerpersönlichkeit gesprochen. Ich denke man kann ohne Probleme festhalten, dass sich Beethoven in einer Vielzahl seiner Werke mit den Unstimmigkeiten der Welt auseinandergesetzt hat. Vor allem in seinen späten Werken erkenne ich das Streben nach einer besseren Welt, vor allem spirituell, als ob man das Gewicht des Körpers und Daseins hinter sich lassen muss. In der 9.Sinfonie allerdings wendet er sich in meinen Augen ganz bewusst der Menschheit zu. Er präsentiert die menschliche Stimme und Schillers Ode An die Freude als eine mögliche Lösung für eine bessere Welt. Dieser Glaube an die Menschheit berührt mich tief. Er birgt die Hoffnung, dass in den Taten der Menschen, im Streben, im Ringen, im Kämpfen, auch gegeneinander, wir die Mühe aufbringen uns in Richtung einer besseren Welt zu bewegen.

ERZÄHLEN DURCH TANZ

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UNSER STAATSBALLETT

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SEID UMSCHLUNGEN

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DER NUSSKNACKER – EINE WEICHNACHTSGESCHICHTE

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CASINO GLOBAL

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ÜBER EINE PROBENZEIT MIT SUCHTFAKTOR

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STRUWWELPETER – SHOCKHEADED PETER

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SCHLEICHENDER RUCK NACH RECHST

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DIE GRENZEN DER SPRACHEN ÜBERWINDEN

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Ich erkenne dieses unvollkommene Streben z. B. in den täglichen Mühen von Tänzer*innen. Künstler*innen bemühen sich, einen vermeintlichen Mangel an sich zu korrigieren, um Perfektion zu erlangen. Aber Menschen sind nicht dazu gemacht, Perfektion zu erreichen. Was wir also in diesen Künstler*innen sehen können, ist das unvollkommene Trachten nach einem Ziel, an das man nie ganz gelangen wird. Aber gerade durch dieses Streben wird aus ihnen etwas Einzigartiges, Wahrhaftiges und auch Schönes. Ich empfinde das als unglaublich inspirierend, als Künstlerin wie als Mensch.

PASSION – DER SEHNSUCHT DER FRAUEN

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DAS PROGRAMM NOV - FEB

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Ihre Bridget Breiner Ballettdirektorin & Chefchoreografin

DANKE49 TURANDOT52 DAS MUSIKTHEATER DER ZUKUNFT

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FAUST (GOUNOD)

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SEIN GRÖSTER KRITIKER IST ER SELBST

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TRISTAN UND ISOLDE

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SAG’ ZUM ABSCHIED LEISE: „SEE YOU SOON“62

IMPRESSUM GENERALINTENDANT Peter Spuhler GESCHÄFTSFÜHRENDER DIREKTOR Johannes Graf-Hauber REDAKTION Nadine Hering-Essig & Patric Seibert KONZEPTION DOUBLE STANDARDS GESTALTUNG Madeleine Poole DRUCK medialogik GmbH FOTOGRAFIE CyberRäuber, Chris Frühe, Sebastien Galtier, Felix Grünschloß, Arno Kohlem, Jochen Klenk, Markus Nass, Costin Radu, Patrick Rohner, Joachim Manuel Riederer, Falk von Traubenberg & privat. Sollten wir Rechteinhaber übersehen haben, bitten wir um Nachricht. Programm­änderungen vorbehalten, Stand 24.10.2019

DIE ÜBERRASCHEND SELTSAMEN ABENTEUER DES ROBINSON BRUSOE

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ICH WILL SPASS

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LADIES FIRST

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INTERVIEW MIT BRIDGET BREINER

ERZÄHLEN DURCH TANZ BRIDGET BREINER IM GESPRÄCH MIT KATRIN LORBEER

BRIDGET BREINER 2


Wir treffen uns im museum x – einem offenen Raum direkt am Marktplatz, der als Arbeits- und Begegnungsstätte kostenfrei zugänglich ist. Sofort kommen bei Bridget Breiner die vielen kostenfreien Museumsbesuche in London in Erinnerung, die sie für ihren künstlerischen Werdegang als sehr inspirierend empfunden hat. KL: Ich dachte, dieser Ort passt zu unserem Gespräch. Hier soll ja wie in einem Labor über die digitale Zukunft des Badischen Landesmuseums nachgedacht werden. Was Sie mit den Video­ drehs in der Stadt gemacht haben, war ja auch ein Experiment und bedeutete eine Öffnung des Balletts in die Stadt und in die Gesellschaft hinein ... BB: Ja, die Idee war, in die Stadt zu gehen und den klassischen Tanz und die Spitzenschuhe zu den Leuten zu bringen. Aber dann haben wir gemerkt, dass es uns noch viel mehr bringt als dem Publikum. KL: Tatsächlich? Inwiefern? BB: Das war so inspirierend. Wir hatten eine Bühne mit einem Element, einer Art Schleife, wie später auf der großen Bühne bei Seid Umschlungen. Wir wollten mit Improvisationen ausprobieren, was man mit diesem Element machen kann. Da draußen, wo das Publikum einfach vorbeiläuft, wurden die Tänzer viel freier. Das habe ich sofort am nächsten Tag im Ballettsaal gemerkt, und auch die Ballettmeister haben das gespürt, dass die Tänzer*innen, die an diesem Dreh teilgenommen haben, kreativer wurden. KL: Ist das vielleicht auch das Motto, das Sie sich jetzt für Ihre Ballettdirektion vorgenommen haben: kreativer werden, freier werden und den Tänzer*innen einen größeren Raum geben, damit sie sich entwickeln können …? BB: Ich möchte viel Freiheit und Raum geben, aber was für mir in meiner Arbeit als Choreografin viel bedeutet und auch schon für mich als Tänzerin wichtig war, ist die Möglichkeit, etwas selbst zu entdecken: Ich bin in Museen gegangen, um mir Kunst anzuschauen. Ich habe an freien Tagen im Ballettsaal zwei Stunden lang an einem kleinen Detail gearbeitet und für meinen Körper etwas herausgefunden. Ich achte darauf, dass die Tänzer*innen selbst denken und die Kunst mitbringen statt, dass wir das von oben überstülpen. Das ist jedenfalls der Weg, der für mich der richtige ist. KL: Sie haben jahrelang selbst auf der Bühne gestanden und Erfahrungen am eigenen Körper gemacht, die Sie jetzt als Ballettdirektorin einbringen können. Werden Sie auch tanzen? BB: Ich wünschte mir das, aber ich glaube, das ist vorbei. Ich habe bis vor zwei Jahren getanzt, da war ich 43 – und habe erfahren, dass ich schwanger bin. Doch mit der Sorge um ein anderes Wesen und mit dieser Verantwortung auf die Bühne zu gehen, wollte ich das dann nicht mehr. Die letzte Vorstellung in Gelsenkirchen war die Titelpartie von Charlotte Salomon – Der Tod und die Malerin, ein Ballett, das ich für eine andere

Tänzerin kreierte und danach auch selbst getanzt habe. Das war eine sehr bedeutungsvolle Vorstellung für mich. So war es also besser, aufzuhören, als mit einem älter gewordenen und vielleicht schmerzenden Körper zurückzukommen und irgendwas zu tanzen. Vielleicht ergibt sich ja einmal etwas … KL: Zurück zu Ihrer choreografischen Arbeit und dem Entwickeln von Bewegungsabläufen aus der eigenen Erfahrung heraus. Könnte man die Choreografin Bridget Breiner als Autodidaktin bezeichnen? BB: Die meisten Choreografen sind Autodidakten. Natürlich sind viele von anderen, wie z. B. William Forsythe oder John Neumeier, beeinflusst, aber so systematisch, wie wir Tanz lernen, lernen nur wenige auch Choreografieren. Der einzige, den ich kenne, der es studiert hat, ist Stephan Thoss, an der Palucca-Schule in Dresden. KL: Und können Sie beschreiben, nach welchen Prinzipien Sie arbeiten? BB: Oh, das ist schwer zu beantworten … Ich wollte eigentlich nie choreografieren und war total aufs Tanzen fokussiert. Ein sehr guter Freund von mir, Eytan Pessen, sagte aber: „Du musst das mal ausprobieren, das ist wichtig für Deine künstlerische Entwicklung.“ Und es hat mir dann tatsächlich gefallen, mit zwei jungen Tänzern in Stuttgart sehr intensiv zu arbeiten. Mir ist wichtig, was der Tänzer, der vor mir steht, mitbringt und in sich trägt – und was ich aus ihm herausholen kann. KL: Also eine sehr stark individualisierte Arbeit – wie ein Maßanzug auf einen Körper? BB: Genau. Aber mich inspirieren auch die Regeln und die Technik des Klassischen Balletts, diese präzise historische Arbeit. Und ich glaube, das interessiert mich deswegen, weil ich anfänglich keine gute Basis gehabt habe und ein bisschen hier und da gelernt habe. Doch durch meine Verletzungen musste ich, als ich älter war, wieder ganz von vorne anfangen und die Technik lernen. Daher fasziniert mich sehr, wie der Körper funktioniert und wie das Klassische Ballett damit umgeht. Es heißt ja, wenn man die Regeln gut kennt, kann man sie gut brechen. Das ist wie in der Malerei. Man muss erst im Renaissance-Stil malen können, dann kann man Picasso werden. Ja, das sind eigentlich die drei Punkte, die mich interessieren: die Tänzer*innen, der klassische Tanz und das, was wir erzählen, die Geschichte. KL: Was meinen Sie mit „keine gute Basis“? Erzählen Sie doch einmal von Ihrem Werdegang und Ihrer Ausbildung. BB: Wenn man an einer staatlichen Schule Ballettunterricht hat, lernt man in einem geschlossenen System über einen Zeitraum von 8 Jahren. Ich habe, als ich 6 Jahre alt war, in einem Keller unter einem Supermarkt auf Betonboden angefangen: eine halbe Stunde Step, eine halbe Stunde Gymnastik, eine halbe Stunde Akrobatik und eine halbe Stunde Ballett. Das war keine klassische Basis, aber mich hat alles interessiert – und 3


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7 1. FAUST-PREISVERLEIHUNG 2015 – JÜRGEN KIRNER, PHILIPP CONTAG-LADA, BRIDGET BREINER & FLORIAN KÖNIG | 2. CHARLOTTE SALOMON: DER TOD UND DIE MALERIN – BRIDGET BREINER | 3. THEATERFEST 2019 – OB FRANK MENTRUP, BRIDGET BREINER & PETER SPUHLER | 4. CHOREO­GRAFIN BRIDGET BREINER | 5. ROMEO & JULIA. CHOREOGRAFIE BRIDGET BREINER – PAUL CALDERONE ALS PATER LORENZO | 6. COLUMBUS, OHIO – BRIDGET BREINER | 7. OPERNHAUS STUTTGART – BRIDGET BREINER 5

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ich wollte wie Shirley Temple werden: Steptanzen, Singen und ein Broadwaystar sein. Der Traum vom Ballett kam erst später. Als man merkte, dass ich talentiert war, da war ich 10 oder 12, kam ich in die Schule der Ballettcompany von Columbus in Ohio. Und als ich 13 war, hat ein neuer Schuldirektor eine Klasse aufgemacht, um uns auf die Akademie vorzubereiten. Ich hatte also einen halben Tag Schule und einen halben Tag Ballett – und konnte noch zuhause wohnen. KL: Also eigentlich eine ziemlich normale Kindheit? BB: Ja, und mit 17 ging ich dann als Elevin nach München – das war die große weite Welt: Ich habe John-Cranko-Choreografien gesehen, und die Company des Bayrischen Staatsballetts war riesig, dann habe ich Reid Anderson vorgetanzt und kam 1996 nach Stuttgart. KL: War diese vielseitige Ausbildung vielleicht das Geheimnis Ihres Erfolges auch als Choreografin? Sie haben ja später innerhalb von drei Jahren zwei Mal den bedeutenden Preis des Deutschen Bühnenvereins, den FAUST, gewonnen. BB: Beide Stücke, die ausgezeichnet wurden, waren Erzählungen. Ruß – Eine Geschichte von Aschenputtel, ist sehr leicht geworden, eine alte Geschichte aus einer neuen Perspektive. Ich weiß vorher nie, wie es hinterher wird, das ist auch eine Schwierigkeit. Einmal habe ich Der Sturm von Shakespeare gemacht. Zuerst dachte ich an eine Komödie – und dann habe ich schließlich alle witzigen Teile herausgenommen. Es ist schwer, Kostüme und Bühnenbild schon eineinhalb Jahre vorher zu festzulegen, damit alles in Ruhe und rechtzeitig angefertigt werden kann. Jürgen Kirner, mit dem ich sehr viel arbeite, versteht mich da sehr gut und baut Bühnenbilder, die sehr flexibel sind für diesen Prozess. KL: Ich stelle mir das sehr schwierig vor: Sie haben nur einen Stoff, keinen fertigen Text, keine konkrete Handlung, keine festgelegte Musik, wie in der Oper, sondern stellen ja auch die erst noch zusammen. Man hat also erst einmal gar nichts. Wo fangen Sie an: am Schreibtisch? BB: Mit der Geschichte. Ich denke gerade über Maria Stuart nach: Ich habe den Schiller auf Englisch gelesen, dann auf Deutsch, habe mir Filme angesehen, Stefan Zweig gelesen, Bücher über die Zeit, bin aber auch in ganz anderen Richtungen gegangen. Und wir mussten schon im letzten Frühling die Bauprobe machen. Jetzt gerade arbeite ich an der Musikauswahl. Das ist auch sehr schwierig, denn ich habe noch keinen Schritt kreiert, aber das Orchester muss natürlich bereits früh wissen, was gespielt wird. Es gibt keine fertige Partitur wie z. B. bei Schwanensee. KL: Das Notenmaterial hierfür muss also sehr früh fixiert und eingerichtet werden – und Sie können später nur schwer etwas hinzufügen oder herausschneiden. BB: Genau. Das war bei Ruß ganz anders, da sind in der letzten Woche noch Dinge entstanden. Das geht jetzt so nicht mehr. Es 6

hilft mir sehr, wenn die Besetzung steht, einfach mit jeder Rolle in den Ballettsaal zu gehen und einzeln mit den Tänzern*innen auf einen Text zu arbeiten. KL: Also erst einmal die Persönlichkeiten der Rollen zu entwickeln? BB: Ja, so habe ich es z. B. in meiner Version von Romeo und Julia gemacht. Wie bewegt sich z. B. Pater Lorenzo? Da ist aus diesem Monolog ein Solo geworden, eins zu eins, das hat einfach gepasst. Für Julia hatte ich Schrittmaterial für drei verschiedene Solos und das haben wir dann an verschiedenen Stellen im Stück verwendet, einmal für ein Pas de deux, einmal für die Giftszene. Wir haben tatsächlich alles verwendet, was wir in den ersten Tagen kreiert haben, wenn auch nicht genau in der Reihenfolge. So erarbeitet man sich eine Schatztruhe von Dingen. Und wenn man mal denkt: „Was mache ich denn jetzt?“, erinnert man sich daran und kann das einsetzen. KL: Vielleicht ist ja das das Geheimnis: statt einer abstrakten Konstruktion oder einer Dramaturgie lieber vom Körper und der Persönlichkeit auszugehen und ganz existenzielle Befindlichkeiten zu erzählen? BB: Das ist sehr gut gesagt. Denn wenn man mit Tänzer*innen dieses Material baut, hat man im Moment nicht den Druck, dass dies oder jenes erzählt werden muss. Im klassischen Ballett oder bei John Cranko wusste ich sehr genau, wie man eine Handlung erzählt oder wie eine Pantomime geht. Aber wenn man selbst etwas finden möchte, ist es erst einmal gut, diese beiden Dinge unabhängig voneinander zu entwickeln. Dann merkt man gleich, ob etwas passt und stimmig ist. KL: Kommen wir zu ein paar einfachen Fragen. Wo wohnen Sie in Karlsruhe? BB: Im Stadtzentrum. Wir haben es ganz nah zum Theater und ganz nah zum Zoo. Das ist toll. Der Zoo ist sofort ein Lieblingsort geworden. Wir haben schon eine Jahreskarte, mein Kind liebt es dort: Es gibt schöne Spielplätze. KL: Was hat sich für Sie hier verändert? Sie hatten ja in Gelsenkirchen ein Ensemble von 14 Tänzer*innen … BB: … und jetzt sind es 30. Das sind nicht nur mehr Menschen, sondern macht es auch insgesamt sehr viel komplexer. Was hier hilft, ist, dass im STAATSTHEATER die beiden Ballettsäle direkt nebeneinanderliegen, da kann man sehr spontan planen und sich organisieren. In Gelsenkirchen war der zweite Raum am anderen Ende des Theaters … KL: Empfinden Sie nicht einen großen Druck, an die Erfolge der beiden mit FAUST-Preisen ausgezeichneten Choreografien anknüpfen zu müssen? BB: Wenn man darüber nachdenkt, vielleicht … (lacht). Ja, es ist ein großer Druck. Und wenn ich darüber nachdenken würde, würde ich es nicht machen. Aber ich denke nicht darüber nach. Die Tänzer*innen brauchen Stoff. Das ist ja das Tolle beim


Tanz: Man ist jeden Tag durch das gemeinsame Training mit den Tänzern*innen zusammen. KL: Man kommt sich beim Tanz körperlich sehr nahe, man schwitzt zusammen … BB: Für mich ist diese Partnerschaft beim Tanzen sehr wichtig. Wenn man Tristan und Isolde tanzt, kann man sich nicht erst am Tag zuvor treffen – man muss das lange zusammen entwickeln. KL: Was wären die Stoffe, über die Sie gerade nachdenken? Welche Themen liegen für Sie in der Luft? BB: Ich glaube, Handlungsballette sind eine gute Richtung für mich, es gibt auch immer wieder klassische Musikstücke, die ich choreografieren möchte. Man hat hier in Karlsruhe viele verschiedene Handschriften gesehen. Und ich möchte, dass das so bleibt, auch durch Neuinterpretationen von bekannten Handlungsballetten. Ich werde wohl immer ein, zwei Arbeiten pro Spielzeiten machen, darunter ein großes Ballett oder Wiederaufnahmen. KL: Haben Sie ein bestimmtes Ziel für Ihre Arbeit hier am STAATSTHEATER? BB: Das soll nicht prätentiös klingen. Aber vielleicht ist unsere Aufgabe hier, die Kunst ein wenig nahbarer zu machen. In Amerika werden Tänzer*innen oftmals wie Athleten gesehen – das ist nicht immer gut. Aber Tänzer*innen sind dort eben normale Menschen und nicht als Künstler vom Himmel gefallen. Man hat eine Begabung und strebt nach etwas, das man vielleicht nie erreichen wird. Wir brauchen solche Ideale. Wir streben nach etwas. Ob wir dort ankommen, ist gar nicht der Punkt. Auch das, was wir nicht schaffen, was wir nicht erreichen, ist Teil der Kunst. Ich finde das inspirierend. Vielleicht schaffen wir es nicht, unser Ziel zu erreichen. Aber wir müssen es versuchen. KL: Wenn man das Spielzeitheft aufschlägt und die Ensemblemitglieder des Balletts betrachtet, fällt eines auf: Es gibt keine Titel – z. B. Erste Solistin oder Corps de Ballett – mehr. Warum? BB: Ich finde es schwer, mit Hierarchien zu arbeiten. Wenn ich die Stücke einer Spielzeit besetze, tue ich das nicht mit der Überlegung, ob nun alle ersten Solist*innen beschäftigt sind. Sondern ich überlege: Haben alle Tänzer*innen etwas zu tun? Wie kann ich sie fördern? So nehme ich die ganze Company in den Blick. Das ist eine große Herausforderung, nicht nur für mich. Die Künstler*innen müssen selbstverantwortlich sein, ob vorne in der ersten Reihe oder auch mal weiter hinten. Die Ensembles, in denen es diese Hierarchien nicht mehr gibt, sind alle choreografische Companies: Mario Schröder in Leipzig, Martin Schläpfer in Düsseldorf, ... Ich habe über diese Sache sehr lange nachgedacht. KL: Wird die Kooperation mit der Tanzakademie in Mannheim weitergehen? BB: Ja, das ist schon die Fortschreibung einer Tradition. Ich bewundere sehr, wie Birgit Keil beide Leitungspositionen in

der Vergangenheit in Personalunion ausgefüllt hat. Wir müssen nun die Verbindungen der beiden Institutionen – die vorher fließend war – explizit schaffen. Wir müssen uns intensiv über das Repertoire und die Zeitpläne austauschen, damit die beiden Institutionen sich gegenseitig unterstützen. KL: Was mögen Sie an Ihrem Job gar nicht? Was empfinden Sie als besonders schwierig? BB: Verträge von Ensemblemitgliedern nicht zu verlängern. Das war schon in Gelsenkirchen so, als ich die Company übernommen habe. Und jetzt war es nochmals viel schwieriger – nicht nur für die Künstler*innen hier in Karlsruhe, sondern auch für die Tänzer*innen in Gelsenkirchen, die ich nicht mitgenommen habe. Aber man muss verstehen: Es kommt eben etwas Neues und man muss das, was kommt, gut machen können – und das heißt ja nicht, dass das, was vorher war, nicht gut war. KL: Sie haben einen außergewöhnlich großen Anteil an Tänzern*innen in Karlsruhe übernommen. Was bringen diese Tänzer*innen mit, wonach haben Sie gesucht? BB: Sehr wichtig ist die Fähigkeit, die verschiedenen Teile des Körpers zu begreifen und logisch einsetzen zu können. Manche wunderbar klassisch ausgebildeten Tänzer*innen sind nicht in der Lage, mit wenigen Anweisungen in neue Richtungen zu gehen oder das Vorgegebene schnell zu transformieren. Sie müssen bei mir aber die Initiative ergreifen können. Und sie brauchen ein physisches Grundverständnis ihres Körpers im Raum. Das ist gar nicht leicht: diese Art der Bewegungen in ihren Details zu begreifen. Und genauso wichtig ist mir: Kann dieser Mensch, ohne zu schauspielern, etwas sagen durch den Tanz, kann der Körper etwas Emotionales vermitteln, etwas erzählen? KL: Zum Abschluss: Was wünschen Sie sich von den Freunden des Theaters? BB: Ich fände es toll, wenn die Menschen sich für die Arbeit und nicht nur für das Resultat interessieren würden. Und wenn die Leute – ich habe das in New York und auch in Stuttgart erlebt – jeden zweiten Abend ins Theater gehen, statt Netflix zu sehen, und ein Verständnis entwickeln und darüber sprechen können. Die Verrücktheit, das Zuviel lässt uns die Ideale erreichen, von denen wir vorhin gesprochen haben. Wir brauchen diesen Fokus: sich ohne Ablenkung auf das eine konzentrieren zu können – den Tanz. Ballettdirektorin & Chefchoreografin Bridget Breiner im Gespräch mit Katrin Lorbeer, Leiterin PR & Marketing des Badischen Landesmuseums sowie Stellv. Vorsitzende der Gesell­schaft der Freunde des Badischen Staatstheaters

TALK IM STUDIO: BALLETT

Bridget Breiner & Florian König auf dem Roten Sofa mit Katrin Lorbeer & Dr. Bernd Krüger, Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters 11.12. 20.00 | Eintritt frei | Gäste sind herzlich willkommen

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UNSER STAATSBALLETT

Hinten von links nach rechts Jens Rosén, Nadja Sellrup, Florian König, Momoka Kikuchi, Olgert Collaku, Désirée Ballantyne, Emiel Vandenberghe, Lynne Charles, Inna Martushkevich, Valentin Juteau, Francesca Berruto Vorne von links nach rechts Lisa Pavlov, Prof. Alexandre Kalibabchuk, Daniel Rittoles, Bridget Breiner, Rita Duclos Nicht abgebildet Bridgett Zehr, Ledian Soto 8


Hinten von links nach rechts Tonia Tilch, Angela Yoffe, Joshua Swain, Caroline Steitz, Louiz Rodrigues, Ed Louzardo, Alba Nadal, Paul Calderone, Silke Meier-Brösicke, Timoteo Mock, Maxime Quiroga, Hélène Dion Vorne von links nach rechts Sara Zinna, Carolina Martins, Balkiya Zhanburchinova, Pablo Octávio, Anastasiya Didenko, João Miranda, Lucia Solari, Nami Ito 9


HÄMMERN BIS ES SITZT Die Kunst des Spitzenschuhs Es ist Anfang Oktober 2019. Noch vier Wochen bis zur Premiere von Seid Umschlungen. Nach einem langen Tag voller Proben unterschiedlicher Choreografien haben die Tänzerinnen des STAATSBALLETTS KARLSRUHE aber noch nicht Feierabend. Zu fünft sitzen sie in der Garderobe zusammen und widmen sich einem ihrer wichtigsten Utensilien: den Spitzenschuhen. Jeder dieser Schuhe ist ein Unikat. Denn nach Lieferung bearbeitet jede Tänzerin ihre Schuhe individuell, entwickelt über Jahre hinweg eine Technik, wie sie das beste Resultat für die Schuhe, ihre Füße und somit die Darstellung auf der Bühne erreicht. Eine Kunst für sich. Allerdings erledigt die gebürtige Ukrainerin Anastasiya Didenko diese Arbeit am liebsten an einem regnerischen Sonntag vorm Fernseher, wie sie mit einem Augenzwinkern zugibt. Oder in Probenpausen, fügt Carolin Steitz hinzu, die seit 2014 Mitglied der Karlsruher Company ist. 10

Doch heute Nachmittag sitzen die beiden mit drei Kolleginnen zusammen, haben es sich auf dem Boden bequem gemacht, umgeben von Schuhen, Nähgarn, Scheren, Gummistreifen, Bändern. Auch ein Hammer liegt dazwischen. Wie sie dieses Material benutzen, haben sie parallel zu ihrer Ausbildung im Spitzentanz von ihren Lehrer*innen erfahren. Das Handwerk zur Verfeinerung des Schuhs, erzählt Nami Ito, stammt eigentlich aus Japan und ist echtes Kunsthandwerk, es variiert zwar je nach Herkunftsland und Ballettschule, aber alle profitieren davon: Während der gemeinsamen handwerklichen Tätigkeit tauschen sie sich über ihre unterschiedlichen Techniken aus, teilen untereinander Tipps und Tricks. Denn sie alle besitzen mehrere Spitzenschuhpaare und erklären, dass sie je nach Stil und Choreograf unterschiedliche Exemplare benötigen, um den Halt in ihrem Schuh auf die Anforderungen der Partie anzupassen.


bereits mitbestellen, so dass man sich einige Arbeitszeit erspart. Bei den vielen Schuhpaaren, die die Tänzerinnen pro Saison verschleißen, ein durchaus wichtiger Gedanke. Auch andere Vorlieben, wie z. B. die Härte der Sohle, müssen nicht bei jeder Bestellung neu angegeben werden, sondern sind bereits hinterlegt. Denn wenn man sich erstmal für eine Marke entschieden hat, bleibt man ihr oft ein gesamtes Tänzerleben treu. Die Besonder- und Feinheiten eines jeden Paars Spitzenschuhe beginnen bei der Bearbeitung der Sohle sowie der Spitze selbst, die gar nicht spitz aussieht, sondern ziemlich plattgedrückt. Die Japanerin Momoka Kikuchi, in ihrer zweiten Spielzeit in der Company, biegt und dehnt die Sohle ihres neuen Schuhs, knetet die Spitze durch, damit ihr Fuß den nötigen Halt bekommt. Notfalls hilft sie auch mit einem Hammer nach, bis der Schuh die Form des Fußes angenommen hat. Lisa fügt einen weiteren Trick hinzu, um den Schuh zu formen: nachdem man ihn gedrückt und geknetet hat, macht sie ihn nass und schlüpft hinein, so dass sich das Material an den Fuß schmiegen kann. Damit er die Form behält, verstärkt man die Oberfläche mit Schellack, einem flexiblen, natürlichen Harz. Die anderen nicken und scheinen diese Technik bereits zu kennen. Der wichtigste Punkt ist dann die Spitze, die Plattform des Schuhs: Man umnäht sie mit Garn. Momoka lässt die Unterseite aber frei, da sie so mehr Halt gewinnt. Anastasiya dagegen schwört auf die Naht um die gesamte Plattform für das beste Ergebnis. Egal, welche Technik in der Verfeinerung sie bevorzugen: sie alle nähen und hämmern solange, bis der Schuh sitzt.

MOMOKA KIKUCHI, CAROLIN STEITZ, NAMI ITO, LISA PAVLOV & ANASTASIYA DIDENKO

Trotz der vielen Arbeit an den Schuhen sei es aber ein wunderbares Gefühl, auf Spitze zu tanzen, so Lisa Pavlov aus Berlin mit strahlenden Augen: „Man bekommt sofort ein anderes Gefühl im Körper, sobald man die Schuhe überstreift. Ein bisschen wie High Heels tragen“, ergänzen Carolin und Nami. Was genau also nach Erhalt der Schuhe – die zunächst nur aus der bloßen Schale um den Fuß, auch Box genannt, bestehen – getan werden muss, um dieses herrliche Gefühl auf der Bühne zu unterstützen, erzählen die fünf Tänzerinnen aus Karlsruhe so normal, als gehöre es zum Leben einer jeden Frau dazu: Zunächst werden Gummistreifen, die später über den Spann des Fußes laufen, sowie Bänder, die entlang des Fußgelenks elegant gebunden werden, an den Seiten des Schuhs angebracht. Der einfachste Schritt, da sind sich alle einig. Allerdings, so erklärt Lisa, könne man diese Grundanfertigung bei einigen Herstellern

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JOÃO MIRANDA, CAROLINA MARTINS, TIMOTEO MOCK, VALENTIN JUTEAU & PABLO OCTÁVIO

DEN SCHALTER UMLEGEN Wie Tänzer ihre Batterien wieder aufladen Welche Tricks und Geheimrezepte gibt es, um sich im langen und physisch sehr anstrengenden Probenalltag des STAATSBALLETTS fit zu halten und gut zu regenerieren, fragte Ballettdramaturgin Silke Meier-Brösicke die Tänzer*innen Carolina Martins, Valentin Juteau, João Miranda, Timoteo Mock und Pablo Octávio. Um neue Energie zu tanken, achtet Timoteo Mock aus Italien darauf, „im Verlauf des Tages genügend zu trinken, um nicht zu dehydrieren. Ich nehme zusätzliche Mineralien und Vitamine zu mir, als Pulver aufgelöst in Wasser.“ Auf die Frage, was die anderen trinken, antwortet der Brasilianer Pablo Octávio „Gin Tonic“ – und erntet herzhaftes Gelächter. Er korrigiert: „Am Ende der Mittagspause brauche ich meinen Kaffee.“ Den wiederum braucht Valentin Juteau aus Frankreich bereits am Morgen: „Ich setze mich mit einer Tasse guten Kaffees sowie einem kleinen Buch an meinen Frühstückstisch und gönne mir eine halbstündige Krimi-Lektüre. Das ist für mich Erholung, dabei lade ich meine Batterien wieder auf.“ 12

Die Brasilianerin Carolina Martins nimmt „regelmäßig Magnesium, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Und Glutamin.“ Ihr Landsmann João Miranda erklärt: „Das ist ein Pulver, das auch Leistungssportler und Athleten nehmen. Es hilft den Muskeln, sich schnell zu regenerieren.“ Pablo empfiehlt zu diesem Zweck auch Vitamine und Seren, die er aus Brasilien importiert. Doch wie gestalten die Tänzer*innen ihre Pausen? Die Mittagspause zwischen zwei Proben (die von 10–14 Uhr und 15–18 Uhr stattfinden) ist in erster Linie dem Essen gewidmet. „Ich bereite mich aber auch schon auf die nächste Probe vor“, erläutert João. „Ich gehe im Kopf alle Dinge durch, die ich nachher zu tun habe.“ Schlafen ist, da sind sich alle einig, nicht nur an den freien Tagen das Mittel der Wahl, um sich zu erholen und neue Energie zu tanken. Auch frische Luft trägt zur Entspannung bei. Valentin beispielsweise hat sich gleich eine Jahreskarte für den Karlsruher Zoo gekauft. „Der Zoo mit seinem wunderschönen Park ist fantastisch – und gleich neben dem Theater. Ich liebe Tiere, und unter der Woche ist dort auch nicht so viel los.“ Timoteos Lieblingsplatz in Karlsruhe hingegen ist das Naturschutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört in Daxlanden, in der Nähe


des Rheinstrandbads. „Dort gehe ich immer hin, wenn ich frei habe. Man kann wunderbar spazieren gehen, es gibt Tiere, einen kleinen See und eine Gaststätte, wo man bei schönem Wetter draußen sitzen und etwas trinken kann.“

morgens nach dem Aufwachen mache ich die Musik an und sobald ich abends das Theater verlasse auch. Und ich versuche dann, nicht nur an Ballett zu denken. Neuerdings meditiere ich auch jeden Abend.“

Doch neben der körperlichen Erholung ist die mentale Entspannung mindestens genauso wichtig, betont Pablo: „Ich lege nach den Proben den Schalter um – oder, anders gesprochen: Ich knipse den Schalter aus.“ Valentin antwortet: „Das muss man ja auch. Wenn ich konstant auf so einem hohen Energielevel bleiben würde wie in den Proben, wäre es ein großes Chaos und die Erholung unmöglich.“ Timoteo verlässt sich in dieser Hinsicht auf die Entspannungs-App auf seinem Handy. „Ich kann die Dauer der Entspannungsübung wählen, entweder 5, 10, 15, 20 oder 30 Minuten und zwischen Einschlafen, Konzentration oder Entspannung wählen. Ich nutze die App zwischendurch und abends, wenn ich nicht einschlafen kann.“ João wendet Atemübungen an, die er im Pilates gelernt hat. „Morgens komme ich 40 Minuten vor Beginn des Trainings in den Ballettsaal und praktiziere diese Übungen. Sie helfen mir, mich zu entspannen, aber auch, mich zu fokussieren.“ Carolina hingegen hört Musik, um abzuschalten, am liebsten brasilianischen Funk. „Gleich

Die längste Pause sind sicherlich die sechswöchigen Sommerferien. Diese gehören, darin sind sich auch wieder alle einig, der Familie, den Reisen und der Zeit für sich selbst und den Partner*innen und Freunden. Valentin bringt es auf den Punkt: „Im Sommer genieße ich einfach das Leben.“ Und wie sieht es mit unfreiwilligen Pausen nach einer Verletzung aus? Alle stimmen darin überein, dass solche Zwangspausen zwar nicht schön sind, aber trotzdem auch sehr hilfreich für die eigene Entwicklung sein können. Und Carolina resümiert: „Wenn man zurückkommt, dann ist man wesentlich stärker und energiegeladener, nicht nur im Körper.“

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EINE KLEINE SCHACHTEL VOLLER MAGIE Über Lampenfieber und wie man es bekämpft Kaum ein anderer Begriff ist so grundlegend mit dem Theater verbunden wie das Lampenfieber. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts ist es im Theaterjargon die Bezeichnung für diese seltsame Mischung aus Vorfreude, Angst, Befangenheit und Euphorie. Woher aber dieser Ausdruck kommt, daran scheiden sich die Geister. Die einen sagen, es stamme von dem französischen Begriff „fièvre de rampe“ ab, das in etwa so viel bedeutet wie „Rampenfieber“. Die anderen führen das Wort auf die Einführung von Gaslampen ab 1810 zurück. Die Hitzeentwicklung der neuen Theaterbeleuchtung trieb den Darsteller*innen auf der Bühne buchstäblich den Schweiß auf die Stirn und den Puls in die Höhe. Wer auch immer recht hat: Lampenfieber kennen auch die Tänzer*innen des STAATSBALLETTS. Alba Nadal, Bridgett Zehr, Baris Comak, Maxime Quiroga, Daniel Rittoles und Joshua Swain habe ich zum Phänomen Lampenfieber befragt. Doch so einig sich die Tänzer*innen darüber sind, dass dieses Phänomen existiert, so unterschiedlich sind ihre Rituale, die dagegen helfen sollen. 14

Der Australier Joshua Swain schwört auf einen strikt strukturierten und straff durchorganisierten Ablauf am Tag der Vorstellung: „Ich komme immer drei Stunden vor Vorstellungsbeginn ins Theater, dann ziehe ich mich um und gehe zum Schminken in die Maske, danach startet das Warm-up und schließlich komme ich auf die Bühne und gehe im Kopf das ganze Ballett nochmals durch, ich markiere alle Schritte in Gedanken. Dann fühle ich mich ruhiger. Und bevor ich tatsächlich auf die Bühne gehe, klopfe ich jedes Mal auf den Holz-Bühnenboden, denn er ist es, der uns trägt.“ Auch seine US-amerikanische Kollegin Bridgett Zehr bestätigt: „Eine tägliche Routine hilft. Nur wenn man unvorbereitet ist, kommt das Lampenfieber.“ Dem pflichtet die Spanierin Alba Nadal bei: „Nur, wenn ich das Gefühl habe, nicht genügend geprobt zu haben, dann werde ich nervös. Der eigentliche Knackpunkt sind nicht die Schritte an sich, sondern der mentale Umgang damit. Unser Gehirn arbeitet unter der Anspannung eben in einer ganz anderen Geschwindigkeit und unser Geist kreiert Horrorszenarien, die so höchstwahrscheinlich nie eintreten


DANIEL RITTOLES, BARIS COMAK, ALBA NADAL, MAXIME QUIROGA, BRIDGETT ZEHR & JOSHUA SWAIN

werden. Manche Tänzer sind frei davon, manche grübeln viel zu viel nach. Dann sage ich: „Komm, das Einzige, was du tun musst, ist, die Tür zu öffnen und zu springen. Du hast es doch geprobt, du kennst die Musik, du hast es eine Million Mal gemacht, dieses Mal wird es nicht anders sein.“ Doch auch Alba verzichtet nicht auf ein spezielles Ritual. Vor jeder Vorstellung tritt sie in einen Dialog mit ihrem Großvater, der vor zwei Jahren starb. „Ich sage zu ihm: „Du bist hier, stimmt’s? Also wird alles gut!‘“ Daniel Rittoles hat zur Bekämpfung seiner Nervosität einen Talisman aus seiner Heimat Kuba mitgebracht. Es ist ein spezielles Armband mit dem Namen „idé“: „Das „idé“ ist eine Art Amulett, das für Schutz, Stabilität und Ruhe sorgt. Ich trage es immer bei mir, auch wenn ich tanze.“ Maxime Quiroga aus Frankreich wiederum nutzt sein Handy gegen Lampenfieber. „Vor großen Vorstellungen verschiebe ich die Prioritäten, weg von meinem Auftritt hin zu etwas anderem, mit dem sich mein Gehirn beschäftigen kann. Onlineshopping zum Beispiel. Das ist zwar nur Ablenkung, aber es hilft.“

Für den gebürtigen Türken Bariş Comak ist Musik das Mittel der Wahl, und zwar schon ab dem Morgen der Vorstellung bis hin zu dem Moment, in dem er auf die Bühne geht. „Ich brauche den ganzen Tag über Musik. Dabei denke ich dann an die Choreografie. Ich höre nie die Musik der Produktion, sondern je nach Laune ganz unterschiedliche Sachen. Das kann auch mal Rap sein.“ Bridgett Zehr hat stets eine ganze Schachtel voller Glücksbringer dabei. Kleine Dinge mit großer Bedeutung, darunter Briefe von Menschen, die ihr nahestehen, ein Foto der kanadischen Ballerina Evelyn Hart, der ehemaligen Ersten Solistin des Royal Winnipeg Ballet, der sie viel zu verdanken hat, ein Hustenbonbon gegen Heiserkeit, eine vertrocknete Rose, eine Perlenkette von der Beerdigung ihrer Schwester – „denn ich habe das Gefühl, dass wir immer noch alles gemeinsam tun“ – und viele weiße Federn, die sie explizit sammelt. Auch im GROSSEN HAUS in Karlsruhe hat sie solch eine weiße Feder schon gefunden: „Schutzengel sind eben überall.“

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IN DER KÜCHE MIT DEM STAATSBALLETT Kulinarische Beobachtungen von Ballettmanager Florian König Um das Essen und die Ernährung von Profitänzer*innen ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Was ist dran am Vorurteil, der sich nur von Grünzeug ernährenden Ballerinas und Ballerinos? Kurzerhand habe ich mich mit einem Teil des STAATSBALLETS hinter den Kochtöpfen versammelt, um Licht ins Dunkel der kulinarischen Vorlieben unseres Ensembles zu bringen. Passend zur Jahreszeit steht Kürbiscremesuppe auf dem Speiseplan, und so mache ich mich mit den Tänzerinnen und Tänzern Lucia Solari, Francesca Berruto, Olgert Collaku, Sara Zinna und Ledian Soto ans Schnippeln und Schälen. Schnell wird klar, dass die fünf auch zuhause gerne den Kochlöffel schwingen. Bei den Italienerinnen Francesca und Sara gibt es tatsächlich meist Pasta. Wie hätte es auch anders sein können? „Es geht schnell und ist unkompliziert zuzubereiten, gerade nach einem langen Tag“, argumentiert Sara in die Runde. Wenn sie mal genug Zeit hat, dann zaubert sie am liebsten Lasagne auf den Tisch, „aber nur, wenn ich frische Nudeln bekomme, die getrockneten Lasagneblätter sind einfach nicht vergleichbar.“ Die aus Agliana in der Toskana stammende Tänzerin, die in dieser Spielzeit neu ans STAATSTHEATER gekommen ist, schwört nämlich auf gute Zutaten. Aber es zeigt sich, dass die gesamte Runde auf Mediterranes setzt, wenn es um die alltägliche Küche geht. So richtig albanisch kochen würde er zuhause nicht unbedingt, gesteht Olgert: „Wir haben tolle Gerichte, aber alles ist eher schwere Kost. So ein bisschen wie die deutsche Küche“, fügt er grinsend hinzu. Was es dem aus Tirana stammenden Tänzer, der seit drei Jahren in Karlsruhe tanzt, allerdings richtig angetan hat, ist das Backen. Man kann ihm die Freude vom Gesicht 16

ablesen, wenn er der Runde von seinem ersten Erfolgserlebnis, einem Kirschkuchen mit hauchdünner Cremeschicht berichtet, der die Leidenschaft fürs Süße in ihm geweckt hat. Süß geht es auch bei Francesca Berruto zu, denn was gehört neben Pizza und Pasta zur klassischen italienischen Küche? Natürlich: Tiramisu. „Tiramisu ist das perfekte Dessert, denn man kann eigentlich nichts falsch machen. Beim Backen braucht man Präzision, bei Tiramisu rührst du einfach lange genug Eigelb und Mascarpone zusammen!“ Zwischen Kürbisschnitzen, Zwiebelhacken und Möhrenschneiden kommt langsam, aber sicher Hunger auf. Die aus Uruguay stammende Lucia spricht von Dulce de leche, einer karamelähnlichen Creme aus Kondensmilch, die sich in ihrer Heimat in vielen Nachtischen findet. Was sie aber richtig glücklich macht: „Ich esse gerne ein gutes Steak. Es gibt kaum


OLGERT COLLAKU, FRANCESCA BERRUTO, FLORIAN KÖNIG, SARA ZINNA, LEDIAN SOTO & LUCIA SOLARI

etwas Besseres.“ Und manchmal, gesteht sie, kommt der Hunger darauf sogar mitten in der Nacht. „Mindestens vier Finger hoch sollte es sein, damit es gut ist“, wirft Sara dazwischen. Spätestens hier wird klar, die Mär von den nur Salatspitzen kauenden Tänzer*innen, bleibt das, was sie ist, ein Märchen. „Natürlich essen wir Salat, und auch gerne“, wirft Francesca ein, „aber die Hauptsache ist, sich ausgewogen zu ernähren. Jeder von uns is(s)t anders, wir alle müssen Kraft und Energie tanken für die tägliche Arbeit“. Ob nun das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, da scheiden sich ein wenig die Geister. Wo Sara oder Olgert morgens keinen Schritt ohne ein gutes Frühstück machen können, reicht für den gebürtigen Kubaner Ledian Soto ein Kaffee. „So richtig esse ich erst ab Mittag und dann abends zuhause“ erklärt er. Bei ihm kommt Kuba vor allem in Form von Reis- und Bohnengerichten auf den Tisch, und was auf gar keinen Fall fehlen darf ist : Banane. „So

wachsen wir als Kinder auf. Unsere Mütter legen Bananen zu fast jedem Essen dazu. Eine gute Erziehungsmethode, denn mit der süßen Beilage isst man den Teller immer leer. Ohne eine Banane zu einem Picadillo (typisches kubanisches Gericht mit Hackfleisch) bin ich nicht glücklich.“ Die Küche unserer Company ist genauso verschieden und facettenreich wie die Tänzer*innen selbst. Worin sich alle jedoch einig sind: Kochen und Essen macht am meisten Spaß, wenn man es nicht alleine, sondern mit anderen tut. Und während die Kürbiscreme schon fleißig im Kochtopf vor sich hin brodelt, werden erste Pläne für weitere gemeinsame Dinnerabende geschmiedet.

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LOUIZ RODRIGUES, PAUL CALDERONE, DÉSIRÉE BALLANTYNE & EMIEL VANDENBERGHE

WIE EINE ZWEITE HAUT Über die Bedeutung von Musik für Tänzer

mit Jazz-Musikern befreundet. Ich bin mit dieser Musik groß geworden und liebe sie noch heute.“

Für unsere Tänzer*innen ist Musik eine ständige Wegbegleiterin im Arbeitsalltag. Doch welche Musik hat sie als Kinder geprägt, mit welchen Rhythmen sind sie aufgewachsen? Eine Reise in die musikalischen Welten von Désirée Ballantyne, Paul Calderone, Louiz Rodrigues und Emiel Vandenberghe.

Auch der Belgier Emiel Vandenberghe sieht das Wohnzimmer seiner Eltern vor sich, in dem die afrikanisch inspirierte Musik der belgischen Band Zap Mama mit der Sängerin Marie Daulne zu hören war: „Sie singt auf Französisch und ist einfach umwerfend.“

Für den Kanadier Paul Calderone war es All that she wants von Ace of Base – im Radio auf einer der vielen Autofahrten mit seinen Eltern. „Ich nannte es das ,Tschu-tschu-Zug-Lied‘. Denn im Hintergrund war eine Pfeife zu hören, die für mich wie eine Dampflok klang.“ Wenig später trat Michael Jackson mit Billie Jean auf den Plan. „Es war das erste Lied, auf das ich ein Solo tanzte. Ich war beim Kinderturnen angemeldet, interessierte mich aber herzlich wenig für die Flips und Sprünge. Also gab man mir die Möglichkeit, 30 Sekunden für mich selbst zu choreografieren. Da war ich war 3 ½ oder 4 Jahre alt.“

Das erste Lied, an das sich der Brasilianer Louiz Rodrigues erinnern kann, ist What a wonderful world von Louis Armstrong. „Mein Vater liebte diesen Song sehr und obwohl ich nicht nach diesem Sänger benannt bin und mein Name ja auch anders geschrieben wird, hat mein Vater mich auf diese Verwandtschaft aufmerksam gemacht.“

Bei Désirée Ballantyne, ebenfalls aus Kanada, lief zu Hause auf dem Plattenspieler der Eltern stets Jazzmusik. „Meine Eltern hatten als Jazz-Fans eine riesige Plattensammlung und waren 18

In ihrer Arbeit als Tänzer*innen ist der Zugang zur Musik so unterschiedlich wie die Musik selbst. „Oft hilft der Rhythmus, in die Technik zu kommen“, führt Désirée aus, „und generell hilft die Musik, eine Bewegung auszufüllen, ihr emotionales Gewicht zu verleihen, eine Geschichte zu erzählen oder eine Absicht klar zu machen.“


Louiz ergänzt: „Vielleicht konzentrieren wir uns zu Beginn eines Kreationsprozesses mehr auf die Choreografie. Je näher die Premiere rückt, umso mehr lasse ich mich auch auf die emotionale Seite der Musik ein.“ Und Emiel erklärt: „Wenn man genügend geprobt hat, dann wird die Musik ein Teil von dir, zu einer zweiten Haut. Wenn die Musik in deinen Muskeln und Knochen angekommen ist, wenn du nicht mehr ständig die Takte zählen musst, dann bist du bereit, auf die Bühne zu gehen.“ Er erntet prompten Widerspruch von Désirée: „Wenn es sich aber um Le Sacre du Printemps von Igor Strawinsky handelt, dann kommst du da ohne Zählen nicht durch, auch wenn du es schon 100 Mal getanzt hast. Es ist rhythmisch betrachtet ein unglaublich komplexes Stück. Du bist verloren, wenn du dich nur an der Melodie orientierst.“ Und welche Musik ist heute ihre Lieblingsmusik? Emiel schwärmt von Gidge, einem Elektronik-Duo aus Schweden. „Ich bin total verliebt in ihre Musik. Zum Stück Dusk habe ich in der letzten Spielzeit Force für die Ballett Gala am STAATSTHEATER kreiert. Und ich denke heute noch: Was für eine fantastische Musik! Ich könnte zu allen Nummern der Gidge-Alben etwas choreografieren, ich kann gar nicht genug davon bekommen!“

Ähnlich enthusiastisch äußert sich Louiz über afrikanische Musik, die sehr perkussiv und rytmisch ist: „Diese Musik bringt, wenn du sie superlaut hörst, deinen Brustkorb zum Vibrieren. Wenn du einfach nur dasitzt, reißt sie dich wortwörtlich vom Hocker. Ich habe dazu schon einmal getanzt, es war eine so befreiende Erfahrung. Das würde ich gern wiederholen.“ Seit Désirée selbst Balletttraining gibt, begeistert sie sich neben dem Jazz auch für Klaviermusik. Sie schätzt an diesem Instrument „die Einsamkeit“. Paul hingegen schwankt zwischen Hard Pop und esoterischer Musik. Derzeit hat es ihm Harlem River von Kevin Morby angetan, ein neunminütiger, traumartiger Song. „Es ist ein schönes Gedicht, und dann gibt es diese Mittelpassage, die fünf Minuten lang ist und die sich nur minimal ändert. Ich kann mich gut mit dieser Musik identifizieren, weil sie sehr viel mit mir selbst und persönlichen Erfahrungen zu tun hat. Außerdem widmet er sich als Komponist und Sänger eigenen Musikprojekten. So spielt er uns auf seinem Handy eine Kostprobe aus Pavement Dancers vor. Wir grooven alle mit und lassen uns auf seine Reise mitnehmen.

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DOPPELTER SPAGAT Tänzer als Eltern Haben Sie auch manchmal Probleme Ihren Job und das Familienleben zu verbinden? Drei Tänzerinnen und ein Tänzer des STAATSBALLETTS haben Kinder und sind berufstätige Eltern. Von der hohen Kunst der Alltagslogistik und dem Spagat zwischen Ballettsaal und Kinderzimmer berichten Rita Duclos, Nadja Sellrup, Balkiya Zhanburchinova und José Urrutia im Gespräch mit Ballettdramaturgin Silke Meier-Brösicke. Meine erste Frage zielt ganz im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit darauf, ob es tanzende Mütter schwerer haben als tanzende Väter. Die Brasilianerin Rita Duclos, Mutter eines zweijährigen Sohnes, meint: „Ja, zumindest physisch. Unsere Körper haben durch die Schwangerschaft, die Geburt und die Stillzeit eine

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Extrembelastung durchlebt. Ich habe, als ich schwanger war, fast 20 Kilo zugenommen. Durch das Stillen habe ich zwar nach der Geburt sehr schnell wieder sehr viel Gewicht verloren, aber vielleicht wird sich mein Körper nie wieder komplett so anfühlen wie vor der Schwangerschaft.“ Derzeit noch in Elternteilzeit ist die Schwedin Nadja Sellrup, Mutter eines sechs Monate alten Sohnes. Sie steigt ab Januar 2020 wieder voll ein. Dann wird der Vater, ihr Mann und Ballettmeister Jens Rosén, in Elternzeit gehen. Ab dem Frühling, so ist der Plan, wollen beide wieder arbeiten, aber noch sind sie auf der Suche nach einer Tagesmutter oder einem Kitaplatz. Nadja freut sich schon darauf, als Mutter auf die Bühne zurückzukehren: „Ich kann durch meine Erfahrungen sicherlich eine neue Dimension, einen größeren Reichtum und andere Farben in die Figuren und Charaktere bringen – und


mehr Coolness und Gelassenheit in den Probenalltag.“ Balkiya Zhanburchinova aus Kasachstan fing wieder an zu arbeiten, als ihr Sohn fünf Monate alt war. Das ist mittlerweile gut fünf Jahre her. „Die Vorstellungen an sich waren damals nicht das Problem. Was mir schwerfiel, waren das tägliche Training, die ganztägigen Proben, vor allem die Sprünge. So richtig springen konnte ich erst wieder nach einem Jahr.“ Der einzige Mann in der Runde ist José Urrutia aus Peru, Vater von zwei Kindern im Alter von neun und vier Jahren. Er lächelt: „Die Frage, ob Mütter es schwerer haben, müsste eigentlich auch meiner Frau gestellt werden.“ Und ergänzt: „Worunter aber auch frisch gebackene berufstätige Väter leiden, ist der gravierende Schlafmangel in den ersten Monaten mit einem Baby. Die radikalste Veränderung für das Leben und auch für die

Arbeit ist, plötzlich nicht mehr nur Verantwortung für sich selbst zu tragen, sondern Entscheidungen fällen zu müssen, die die ganze Familie betreffen. Dadurch gelingt es auch im Tanz, andere Gefühle mit einzubringen und neue Blickwinkel einzunehmen.“ Und wie sieht die Kinderbetreuung aus? Aufgrund der außergewöhnlichen Arbeitszeiten am Theater – oft am Abend und an Wochenenden – ist Balkiya sehr froh, eine Nanny zu haben, die für ihren Mann und sie wie eine Mutter ist – und somit für ihren Sohn wie eine Großmutter. „Sie hilft und unterstützt uns sehr, vor allem dann, wenn der Kindergarten geschlossen ist.“ José nutzte die Möglichkeit zur Elternzeit. „Dieses Modell in Deutschland bewundere ich sehr. Ich bin sehr dankbar, denn so konnte ich eine der faszinierendsten Phasen mit meinen Babys verbringen. Auch unsere Eltern haben uns für mehrere Monate ausgeholfen. Jetzt haben wir glücklicherweise eine Babysitterin, die auch mich schon kennt, seit ich auf der Welt bin.“ Rita wirft ein: „Ohne die Unterstützung von Freunden oder idealerweise der Familie vor Ort geht es nicht. Mein Sohn ist nach dem Kindergarten, der um 15 Uhr endet, oft bei Josés Familie. Er versteht sich zum Glück sehr gut mit seinen Kindern und liebt Josés Frau. Er nennt sie manchmal sogar ,Mama‘. Das macht mich tatsächlich traurig, obwohl ich doch weiß, dass er bei ihr in den besten Händen ist.“ Ich möchte wissen, ob es schwer ist, die Balance zu halten zwischen beruflicher Hingabe und dem Familienleben. Balkiya kämpft mit den Tränen. „Was mir wehtut, ist, dass ich aufgrund meiner beruflich bedingten Abwesenheit manche Schritte im Entwicklungsprozess meines Sohnes verpasse. Wenn er zum Beispiel ein neues Wort gelernt hat, ohne dass ich dabei sein konnte.“ Auch für Rita war es anfangs schwer, beiden Bereichen in ihrem Leben gerecht zu werden. „Doch seit ich mich um strikte Trennung bemühe, versuche ich im Theater zu 100 % Tänzerin und zu Hause zu 100 % Mutter zu sein.“

BALKIYA ZHANBURCHINOVA, RITA DUCLOS, JOSÉ URRUTIA & NADJA SELLRUP

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DAS STAATSBALLETT AN DER GROSSHERZOGLICHEN GRABKAPELLE 23


SEID UMSCHLUNGEN

SEID UMSCHLUNGEN ODER VOM OLYMP DER KUNST IN DIE MITTE DER STADT

DAS STAATSBALLETT AM GUTENBERGPLATZ Wer in den vergangenen Wochen vor der Premiere von Seid Umschlungen, der Eröffnungsproduktion des STAATSBALLETT KARLSRUHE unter seiner neuen Direktorin Bridget Breiner, durch die Karlsruher Innenstadt gewandert ist, hat möglicherweise ein sonderbares Objekt bemerkt. Eine schwarze Wand strebt an der äußeren Kante eines quadratischen Podiums gen Himmel und formt die Ahnung eines Raumes. Dieser Raum ist nach drei Seiten hin geöffnet, er steht frei. Ein langes weißes Band, wie der gemalte Strich eines riesigen Pinsels, entspringt der oberen Ecke der schwarzen Wand und schwingt sich in einer großen Kurve bis auf den Boden des Podiums. Wie ein Fremdkörper steht dieses Gebilde mal auf dem Vorplatz des Karlsruher Hauptbahnhofs, mal mitten zwischen den Obst- und Gemüseständen des Wochenmarktes am Gutenbergplatz oder vor den Toren der Großherzoglichen Grabkapelle im Schlossgarten. Dann betreten Tänzerinnen und Tänzer das Podium, nehmen das Band in die Hände, erwecken es durch ihre Bewegungen zum Leben, erforschen den Raum und seine Möglichkeiten. Aus gefühlvollen Duetten zweier Tänzer entspringen energiegeladene solistische Einlagen, die sich den Bewegungen des Bandes entgegenzustellen scheinen, andere wiederum lassen sich förmlich von ihm umschlingen. Es entsteht eine Keimzelle 24

der Kunst auf kleinstem Raum, ein Ort des Kunstschaffens, die Miniversion eines Theaterraumes mitten in der Stadt, zwischen Wochenendeinkäufern oder Bahnreisenden. Manchmal muss man Kunst dort machen, wo sie vermeintlich nicht hingehört. Sie auf den Boden holen, um sie erlebbar zu machen, und die Türen öffnen, hinter denen sich sonst ihre Entstehung verbirgt. Das ist die Idee, die diese Eröffnungsproduktion inspiriert hat. Wer dann am Vorstellungsabend den Zuschauerraum des STAATSTHEATERS betritt, wird dasselbe weiße Band wiederfinden, nur dieses Mal wie durch eine Lupe zehnfach vergrößert. Was als Idee im Stadtraum begann, befindet sich jetzt auf der Bühne und lädt zu einem besonderen Ballettabend ein. Der Abend eröffnet ein Kaleidoskop, das in die Tanzwelten entführen soll, die das Publikum in den kommenden Jahren erwartet. Bekannte wie neue Gesichter, Künstler*innen und Choreograf*innen aus aller Welt versammeln sich in Karlsruhe. Sie alle gestalten durch ihre Persönlichkeiten mit, was das STAATSBALLETT ausmacht. „Seid umschlungen Millionen!“, heißt es in Friedrich Schillers Ode An die Freude, ein Wunsch, der zum Leitmotiv nicht nur für den Abend, sondern für die ganze Spielzeit werden soll. Er richtet sich an all die Menschen, die sich vom Tanz begeistern lassen möchten.


Eröffnet wird der Abend von Bridget Breiners erster Kreation für Karlsruhe, einem Werk über das Entstehen der Kunst, von Ideen, von Versuchen, vom Scheitern und dem Neuanfang: einem Stück über die Suche durch das Dunkel ans Licht, „Per aspera ad astra“. Dieses zweiteilige Ballett zu Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie wird musikalisch von der live gespielten Version für zwei Klaviere getragen, die Franz Liszt arrangiert hat. Beethovens Musik zeichnet den Weg der Suche nach, schweift durch dunkle, teils martialische Klangwelten, um am Ende im Choral von Schillers Ode zur Harmonie und ins Elysium zu finden. Doch bevor es im zweiten Teil zu diesem Finale kommt, öffnet sich die Bühne für die unterschiedlichsten choreografischen Handschriften, denn Vielfalt ist uns wichtig: Alexander Glasunows Raymonda gehört zu den Meisterwerken des Handlungsballetts. Lynne Charles, neu als Ballettmeisterin am STAATSTHEATER, studiert das Pas de dix aus dem 3. Akt ein; ein Divertissement, das in Anspruch wie Ästhetik ein wahres Fest für alle Liebhaber des klassischen Balletts bedeutet. Der ehemalige Mannheimer Ballettchef Kevin O’Day schenkt dem STAATSBALLETT eine Neukreation: Inspiration zieht er dabei aus dem Streichquartett Aheym, jiddisch für „heimwärts“, des amerikanischen Komponisten Bryce Dessner. Mit einer unbeschreiblichen Inbrunst jagt die Musik durch die repetitiv minimalistischen Klangräume dieses Quartetts, die O’Day meisterhaft in Tanz umzusetzen versteht.

her aber an „rauhe Kelten“ erinnert), das ihre irischen Wurzeln zu einem energiegeladenen Tanzerlebnis werden lassen.

Nur wenige Choreograf*innen besitzen eine so unverkennbare Handschrift wie Marco Goecke mit seinen fieberhaft flirrenden Kreationen. Mit Tué, steuert er ein intimes und berührendes Solo zur Musik der Chansonsängerin Barbara bei.

SEID UMSCHLUNGEN

Die gebürtige Irin Marguerite Donlon ist bekannt für ihre humorvolle und kreative Tanzsprache, die ihren Ursprung zwar im klassischen Ballett hat, aber immer wieder den Weg in die Moderne sucht. So auch in ihrem Stück Ruff Celts (einem schwer übersetzbaren Wort, das z. B. Halskrause bedeutet, vom Klang

Meier-Brösicke TP Anna Müller STAATSBALLETT KARLSRUHE

Das Quintett 5 von David Dawson ist eine wahre Tour de Force des klassischen Tanzes. Der Brite ist bekannt dafür, die Grenzen des physisch möglichen auszuloten, und gibt hier seinen Tänzer*innen die ideale Gelegenheit, ihr ganzes technisches Können und ihre Freude am Tanz zum Ausdruck zu bringen. Das Pas de deux aus dem Ballett Daybreak des schwedischen Choreografen Pontus Lidberg entführt im Gegenzug in den ruhigen wie magischen Moment des Tagesanbruches, zwischen Wachen und Träumen, zum Adagio von Samuel Barbers Streichquartett. Komplettiert werden die Handschriften durch Richard Siegal. Das Finale aus seiner Kreation The New 45 lässt die große Ära des Jazz‘ wieder lebendig werden. Zum Sound von Oscar Peterson und Benny Goodman swingen die Protagonisten über die Bühne. Ein Stück, das höchste Musikalität und Körpergefühl zugleich erfordert. So unterschiedlich diese Werke sind, so vielfältig können sich die Tänzer*innen des STAATSBALLETTS darin als ganz individuelle Künstlerpersönlichkeiten vorstellen, von einem kleinen Podium in der Stadt auf die große Bühne des STAATSTHEATERS. 14+

Das neue STAATSBALLETT stellt sich vor CH Bridget Breiner, Lynne Charles, David Dawson, Marguerite Donlon, Marco Goecke, Pontus Lidberg, Kevin O’Day, Richard Siegal B Jürgen Kirner u. a. K Thomas Lempertz u. a. D Florian König, Silke

DÉSIRÉE BALLANTYNE, LOUIZ RODRIGUES

KLAVIER Elena Kuschnerova, Angela Yoffe Premiere 3.11.19 ca. 2 ½ Stunden, eine Pause 5., 15. & 31.12. GROSSES HAUS Mit freundlicher Unterstützung

FLORIAN KÖNIG studierte Kultur- & Theatermanagement in Dortmund. Bereits während des Studiums arbeite er als Assistent der Ballettdirektion am Theater Dor tmund und wechselte kurz darauf in die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Sparten Oper und Ballett. 2013 holte ihn Bridget Breiner als Manager des Ballett im Revier nach Gelsenkirchen. Seitdem verbindet die beiden eine enge Zusammenarbeit. Mit der Spielzeit 2019/20 ist er als Manager des STAATSBALLETTS und ihr Stellvertreter am STAATSTHEATER tätig. In dieser Spielzeit übernimmt er u. a. die Dramaturgie für Seid Umschlungen und Maria Stuart. 25


DER

NUSS-

KNACKER

EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE

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8+


BALLETT VON YOURI VÁMOS NACH E. T. A. HOFFMANN & CHARLES DICKENS MUSIK VON PETER I. TSCHAIKOWSKI Wieder ab 30.11. , 13., 21., 25., 30.12.19, 6., 11. & 17.1.20 „Eine märchenhafte Geschichte, wunderschöne Bilder und eine herausragende künstlerische Leistung.“ Ludwigsburger Kreiszeitung

LISA PAVLOV & ENSEMBLE 27


CASINO GLOBAL

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EIN INTERAKTIVES SPIELESETTING ZUM WELTWEITEN GRÖSSENWAHN URAUFFÜHRUNG 9.11. & weitere „Wie lässt sich ein so komplexes Thema überhaupt überblicken? Dieser Frage widmet sich das interaktive Theaterprojekt Casino Global im Studio des Staatstheaters auf wahrhaft spielerische Weise: Regisseur und Casino-Leiter Lajos Talamonti hat den knapp zweistündigen Abend eingerich­tet, in dem Karlsruher Bürgerinnen und Bürger als Croupiers zum Spiel um die Zukunft einladen.“ BNN

ENSEMBLE 29


SOGWIRKUNG

ÜBER EINE PROBENZEIT MIT SUCHTFAKTOR CHOREOGRAFIN ERIKA HOPPE UNTERHÄLT SICH MIT DEN TÄNZERINNEN VIVIAN HELLRIEGEL, ELLA KNOCH & JASMIN WETSCH Einmal selbst auf der Bühne stehen, das Lampenfieber spüren, sich ganz dem Moment und der Choreografie hingeben und gemeinsam mit anderen zu einem Theaterorganismus werden. In Sogwirkung, einem Tanztheaterprojekt des VOLKSTHEATERS zum Thema „Sucht“, tanzen 15 Jugendliche ab 14 Jahren in einer intensiven und packenden Performance. Sie alle haben mit der Choreografin Erika Hoppe und Stefanie Heiner, der Leiterin des VOLKSTHEATERS, eine anstrengende, aber auch beglückende Probenzeit erlebt. Es ging um Süchte und Sehnsüchte, um Familie, Kontrolle und Exzess – und natürlich um Tanz! Ab November stehen sie nun wieder gemeinsam mit Lodi Doumit vom JUNGEN STAATSTHEATER auf der Bühne der INSEL. Vor der Wiederaufnahme von Sogwirkung sprechen drei der Tänzerinnen mit ihrer Choreografin über den gemeinsamen Schaffensprozess, über ihre Glücksmomente, ihre Schwierigkeiten und über das neue Generationen-Projekt Beziehungsweise. Ella: Erika, wie habt ihr uns, die wir jetzt bei Sogwirkung auf der Bühne stehen, eigentlich ausgesucht? Wir waren ja alle bei dem Auftaktworkshop. Erika: Ja, beim Auftaktworkshop waren insgesamt 35 Jugendliche – und wir hatten eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass so viele kommen. Die Choreografie, die ich an diesem Tag mit euch getanzt habe, war zwar nicht kompliziert, aber wir waren trotzdem überrascht, dass niemand aufgegeben hat. Alle waren ehrgeizig, sind aus sich herausgegangen und hatten dabei Spaß! Dann hat es sich aber schnell anhand des Trainingsplans gezeigt, wer die nötige Zeit hatte, um bei den Proben dabei zu sein. Jasmin: Oh ja, ich war schockiert, als ich zum ersten Mal den Plan gesehen habe. Ciao, Sozialleben, hallo, Muskelkater. Und wir haben ja wirklich alle Tanzarten durchgetanzt, sogar Ballett. Danach kam ich nach Hause, musste mich in mein Bett legen, weil meine Beine weh taten und als meine Mutter gefragt hat, warum ich so erschöpft bin, hab’ ich nur gesagt: „Ballett.“ Erika: Ja, ich mache bei meinen Arbeiten nicht nur Hip-Hop, sondern wirkliches Tanztheater, in dem ganz verschiedene Elemente vorkommen. Auch meine Choreografien für Meisterschaften oder Wettbewerbe folgen immer einer Geschichte, einem roten Faden. 30

Vivi: Für mich war Sogwirkung aber ganz anders als die Vorbereitung auf einen Wettbewerb. Im Theater gibt es viel mehr Möglichkeiten, den Raum zu nutzen und die Stärken der einzelnen Personen freizulegen. Jeder von und hatte mindestens einmal einen Moment im Stück, in dem wir freestylen und unsere Szene individuell gestalten konnten. Ella: Ich finde es auch toll, dass wir mit der Zeit als Gruppe so eng zusammengewachsen sind. Wir haben Freundschaften entwickelt, weil wir uns mehrmals pro Woche und vor der Premiere sogar jeden Tag gesehen haben. Ich weiß nicht, ob das auch beim Publikum ankommt, aber ich spüre auf der Bühne immer eine krasse Verbindung zwischen uns allen. Erika: Es war eine Herausforderung die Truppe zusammenzufügen. Ein paar hatten zwar schon Tanzerfahrung, andere hatten noch nie getanzt. Die einen wollten mehr Schauspiel, viele wollten aber auf keinen Fall Text sprechen. Da ist ein bunter, motivierter Haufen zusammengekommen und ganz ehrlich: wir hatten am Anfang noch keine Ahnung, wohin die Reise führt. Ich glaube, das brachte einige manchmal zum Verzweifeln, weil sie die Sorge hatten, dass wir am Ende nichts auf die Beine stellen würden. Vivi: Ja, ich erinnere mich an einen Moment ganz am Anfang, als wir hauptsächlich improvisiert und Ideen gesammelt haben. Da sind wir an einem Abend aus der Nancy-Halle rausgelaufen und haben das Plakat von Sogwirkung gesehen und dachten: „Oh Gott, in zweieinhalb Monaten ist Premiere und wir haben noch nichts“. Wir hatten nicht nichts, aber es hat sich in diesem Moment so angefühlt. Erika: Wir haben sehr offen angefangen, erst einmal nur mit dem Thema Sucht/Rausch und wollten vor allem herausfinden, was euch interessiert und was eure Stärken sind. Als wir dann angefangen haben zu proben, haben sich schnell viele verschiedene Süchte als Motive und verwendbares Material ergeben. Wir wären zum Beispiel nie auf das Thema Mediensucht gekommen. Ich hatte zum Beispiel als Jugendliche gar kein Handy. Ich wusste von Alkohol- und Drogensucht, aber in meinem Umfeld hat niemand Haschisch geraucht. Auch damals gab es in der


Schule natürlich schon Leistungsdruck, der wurde aber anders kompensiert als heutzutage.

SOGWIRKUNG

13+

Ein Tanztheaterprojekt mit Jugendlichen & einer Schauspielerin

Ella: Ich finde die Nachgespräche nach den Vorstellungen immer ziemlich interessant. Auch ältere Leute sagen meistens, dass sie es toll fanden, obwohl ihre Jugend ganz anders war.

In Kooperation mit der Jugend- und Drogenberatung Karlsruhe & dem Jugend- und Gemeinschaftszentrum Weiße Rose URAUFFÜHRUNG MIT Jugendlichen aus Karlsruhe, Lodi Doumit R Stefanie Heiner

Jasmin: Meine Oma hat Sogwirkung auch richtig gefeiert. Die ganze Familie fand es toll und meine Mutter hat mir schon eine Postkarte von deinem nächsten Stück mitgebracht und meinte, ich solle da wieder mitmachen.

CH & B Erika Hoppe K Sarah Sauerborn M Matthias Pick D Lena

Erika: Deine Mutter kann bei Beziehungsweise, der nächsten Produktion des VOLKSTHEATERS auch mittanzen! Es wird um Familienbeziehungen gehen, da wollen wir mit Tänzer*innen von 12-99 Jahren arbeiten, also mit Eltern, Großeltern und Kindern.

BEZIEHUNGSWEISE

Fritschle TP Virginie Bousquet 26., 27.11.19 & 15.1.20 INSEL

12+

Ein generationsübergreifendes Tanztheater mit Karlsruher Bürger*innen R Stefanie Heiner C & B Erika Hoppe Premiere 12.6.20 STUDIO

Jasmin: Das wird dann aber bestimmt ganz anders werden als Sogwirkung, oder?

Interessierte können sich gerne unter volkstheater@staatstheater.karlsruhe.de zum Auftaktworkshop anmelden. Die Proben beginnen im Februar.

E.H.: Ja, klar. Ich kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass es vielleicht ein Duett von einer Oma mit ihrer Enkelin geben wird. Wenn die junge Generation und die ältere Generation zusammen tanzen, kann dieselbe Bewegung vollkommen unterschiedlich aussehen. Und man kann auch von den Kraftunterschieden profitieren. Ein Vater kann mit seiner Tochter zum Beispiel viele Hebungen machen, die ein Team von Jugendlichen miteinander nicht schafft, weil die Kraftunterschiede nur minimal sind. Ich glaube, wir werden tolle und starke Bilder schaffen. Wenn ein älteres Ehepaar zusammen tanzt, ist das auch etwas anderes, als wenn zwei 15-Jährige tanzen. Aber das macht ja gerade das VOLKSTHEATER aus, es gibt Angebote für interessierte Menschen aller Altersgruppen.

JASMIN WETSCH, ERIKA HOPPE, VIVIAN HELLRIEGEL & ELLA KNOCH

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STRUWWELPETER – SHOCKHEADED

PETER

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MUSICAL

14+


EIN MUSICAL FÜR ERWACHSENE VON DEN TIGER LILLIES, JULIAN CROUCH & PHELIM MCDERMOTT MUSIK VON MARTYN JACQUES JUNK-OPER NACH MOTIVEN AUS DER STRUWWELPETER VON HEINRICH HOFFMANN DEUTSCH VON ANDREAS MARBER 15.11., 27.12.19, 2., 24.1. & 8., 27.2., 14., 21.3., 4.4. & 29.5.20 „Wer bei Hair seinen Spaß hatte, darf sich auch unbesorgt auf diesen Abend einlassen.” BNN

ENSEMBLE 33


FRAUENSACHE

SCHLEICHENDER RUCK NACH RECHTS DAS AUTORENDUO HÜBNER & NEMITZ SCHREIBT EIN KLUGES GESELLSCHAFTSPORTRÄT

MARIE-JOELLE BLAZEJEWSKI Dieser Text sollte eigentlich damit beginnen, Ihnen die Figuren des Stückes Frauensache vorzustellen. Da wäre zum Beispiel die Gynäkologin Beate, die sich aufgrund ihres politischen Kampfes für die körperliche Selbstbestimmung der Frau vor langer Zeit dazu entschieden hat in ihrer Praxis Schwangerschaftsabbrüche zu machen. Sie weiß, dass wenn sie keine Nachfolge für ihre Praxis findet, die eine ähnliche Einstellung zu dem Thema hat, im Umkreis von mehreren hundert Kilometern niemand diesen medizinischen Eingriff durchführt. Oder Mira, die Sprechstundenhilfe mit Wurzeln in Syrien, die vielleicht aus der eigenen Fluchterfahrung heraus die im Stück geschilderte Gefahr von Rechts klar erkennt. Oder die Figur der Hanna. Eine junge Ärztin, die sich nicht mehr in der gutbezahlten Privatklinik machohaften Chefs unterwerfen möchte, sondern lieber auf dem Land für ihre Vorstellung von familiären Werten eintritt. Der Vollständigkeit halber hätte ich dann vermutlich auch die anderen drei handelnden Personen dieses Textes für sechs Schauspielerinnen vorgestellt. Elke, eine junge Mutter, die sich nicht vorstellen kann, ein zweites Kind zu bekommen und vor der Frage steht, wie sie nun mit einer ungewollten Schwangerschaft umgehen soll. Und da sind auch noch die konservative Notarin Gudrun, der die „Abtreibungspraxis“ im Ort schon immer ein Dorn im Auge war und die Gemeinderätin Angelika, die sich auf die Seite von Beate schlägt, aber doch kuscht, wenn es wirklich darum geht Position zu beziehen. Im Anschluss hätte ich Ihnen das Autorenduo nähergebracht. Den meisten Theaterzuschauer*innen sind die Namen Lutz Hübner und Sarah Nemitz bekannt, liefen doch die Komödien Richtfest und Willkommen sehr erfolgreich im STAATSTHEATER. Letztere ist wegen des großen Erfolges nach wie vor auf dem Spielplan zu finden. Ich hätte Ihnen erzählt wie froh wir sind, ein Auftragswerk aus der Feder der beiden in Karlsruhe zur Uraufführung zu bringen. Und dann, mitten im Schreiben, kam Halle dazwischen. Ein Terroranschlag in unserer Partnerstadt: Ein Mann filmt sich dabei wie er wehrlose 34

Menschen niederschießt und überträgt seine Tat dabei live ins Internet. Nicht nur die Planung eines heimtückischen Verbrechens, sondern der Wunsch nach digitaler Aufmerksamkeit. Dieser feige und heimtückische Anschlag in Halle an Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, traf nicht nur das jüdische Leben in Deutschland. Er war ein Attentat auf alles, wofür wir am STAATSTHEATER täglich in unserer Arbeit einstehen und aus welchem Geist wir unseren Spielplan gestalten: Offenheit, Toleranz und Menschlichkeit. Abseits von der Betroffenheit, die eine solche Tat auslöst, steigen Scham, Wut und Angst in vielen von uns auf. Und das beklemmende Gefühl, thematisch mit der Wahl des Themas bei der Uraufführung Frauensache das richtige Gespür für die Entwicklungen unserer Gesellschaft gehabt zu haben. Aber was hat das alles mit einer gynäkologischen Praxis im ländlichen Raum zu tun? Ausgangspunkt für die mit feinem Gespür für soziale Konstellationen geschriebene Handlung ist die Frage nach Schwangerschaftsabbrüchen. Der Konflikt einer jungen Mutter, ob sie ihr Kind behalten soll oder nicht, entzweit die Charaktere des Stückes – und welcher Meinung jeder einzelne Zuschauer oder jede einzelne Zuschauerin am Ende mehr zustimmen wird, ist auch für uns eine spannende Frage. Denn schon in den Vorgesprächen zum Stück – mit Frauenrechtlerinnen, mit Gynäkolog*innen, oder einfach mit Kolleg*innen – wurde klar: das Thema polarisiert. Geschickt setzen Lutz Hübner und Sarah Nemitz in ihren Texten oft eine provokante Ausgangsfrage, die die vormals als Gemeinschaft gesehenen Figuren entzweit. In Willkommen ist es die Frage, ob eine Wohngemeinschaft bereit ist zeitweise einen Geflüchteten aufzunehmen, dem einer der Bewohner sein Zimmer untervermieten will. Oft gehen sie dabei mit viel Witz und Ironie vor. Der aufgeklärten, weißen Mehrheitsgesellschaft wird in Willkommen der Spiegel vorgehalten. In ihrem neuen Text schlagen die beiden nun ernstere Töne an


und nutzen ihr kluges Gespür für die genaue Dialog- und Figurengestaltung. Sie porträtieren anhand von sechs Menschen, wie rechtes Gedankengut allmählich in die Köpfe der Protagonisten einsickert. Die Geschichte macht deutlich, dass wir unser Bild davon, wer oder was Rechtsradikale sind, wandeln müssen und dass es schwerer wird, deren Gedankengut als solches zu erkennen. Es sind nicht zwingend die lauten, pöbelnden Stammtischparolen, die faschistische Gesinnung kann auch eloquent, jung, dynamisch und freundlich daherkommen. Und weil Sarah Nemitz und Lutz Hübner dabei so nah an ihren Figuren dranbleiben, werfen sie jeden von uns zurück auf die Frage: „Wie hätte ich in diesem Moment reagiert?“ – die vielleicht zu einer der wichtigsten Fragen der kommenden Jahre wird. Wie reagiere ich auf die fremdenfeindliche Äußerung unter einem Post im Netz, auf den dumm volkstümelnden Kommentar eines Bekannten, den rassistischen Witz einer Kollegin oder auf die verbale Entgleisung eines Politikers oder einer Politikerin? Verhaltensweisen, die uns im Augenblick wie Kleinigkeiten vorkommen, können zum Nährboden unseres gesellschaftlichen Klimas werden. Und das dürfen wir nicht denen überlassen, die sich demokratie- und menschenfeindlich äußern. Denn Worte sind die Vorboten von Taten.

FRAUENSACHE

16+

von Lutz Hübner & Sarah Nemitz URAUFFÜHRUNG | AUFTRAGSWERK 300 JAHRE STAATSTHEATER KARLSRUHE R Alexandra Liedtke B Simeon Meier K Johanna Lakner M Karsten Riedel D Sonja Walter TP Benedict Kömpf MIT Baggeröhr, Blazejewski, Hübschmann, Rode, Sandeh, Schlegel Premiere 30.11.19 KLEINES HAUS Weitere Vorstellungen 6., 18.12.19, 9., 22.1. & 1.2.20 Mit freundlicher Unterstützung

Die Autoren Sarah Nemitz und ihr Mann Lutz Hübner sind eines der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautorenduos. Sarah Nemitz wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in Köln auf. Dort studierte sie Tanz am Institut für Bühnentanz, anschließend Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte bis sie sich dem Theater zuwandte. Als Schauspielerin war sie am Rheinischen Landestheater Neuss, Theater Magdeburg und dem Theater Bielefeld engagiert. Lutz Hübner wurde 1964 in Heilbronn geboren. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Soziologie in Münster begann er seine Ausbildung zum Schauspieler an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater in Saarbrücken – Engagements u. a. am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken und am STAATSTHEATER. Seit Mitte der 1990er arbeitet er als Schriftsteller und Regisseur in Berlin. 2005 wurde sein Stück Hotel Paraiso zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Stücke wie Gretchen 89ff, Ehrensache oder Frau Müller muss weg, das von Sönke Wortmann auch erfolgreich mit einer Starbesetzung verfilmt wurde, machen Lutz Hübner zu einem der meistgespielten lebenden Dramatiker. Seine Stücke sind in über ein Dutzend Sprachen übersetzt worden und werden auf der ganzen Welt gespielt. Zu seinen Auftraggebern zählen viele renommierte deutsche Theater. Eine große Zahl seiner neuen Stücke entstehen in Zusammenarbeit mit Sarah Nemitz, unter anderem auch die in Karlsruhe gezeigten Stücke Richtfest und Willkommen sowie das Libretto zur Oper Wahnfried. Die Regisseurin Alexandra Liedtke, in Dortmund geboren, studierte an den Universitäten Erlangen und Bochum Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften und Soziologie. Sie inszenierte Schauspiel unter anderem am Burgtheater Wien, den Salzburger Festspielen, dem Zürcher Schauspielhaus, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Graz, am Theater in der Josefstadt in Wien und am Salzburger Landestheater. 2018 debütierte sie an der Staatsoper in Wien mit Camille Saint Saëns Samson et Dalila und arbeitet mittlerweile gleichermaßen für Oper und Schauspiel. Die Inszenierung von Frauensache ist ihre erste Arbeit am STAATSTHEATER.

SARAH NEMITZ, 35 LUTZ HÜBNER


ANNA GESA-RAIJA LAPPE 36


WOYZECK

DIE GRENZEN DER SPRACHE ÜBERWINDEN

„Woyzeck“ ist das letzte und gleichzeitig eines der markantesten Werke des Arztes und Autors Georg Büchner, der 1837, erst 23 Jahre alt, in seinem Zürcher Exil an Typhus starb. Das Stück, das in seinem Nachlass in vier Handschriften als Fragment entdeckt wurde, beschäftigt seit der Uraufführung 1913 Künstler*innen auf der ganzen Welt. Im Gespräch mit dem Schauspieldramaturgen Eivind Haugland erzählt die Autorin und Regisseurin Anne Habermehl einen Tag vor Probenbeginn über ihre persönliche Bearbeitung des bekannten Schauspiels. Eivind Haugland: Liebe Anne, warum hast du Dich für Woyzeck entschieden? Was interessiert Dich an dem Stück?

EH: Warum braucht Woyzeck diesen Dialog, Deiner Meinung nach? AH: Einerseits hat dieses Stück eine totale Zeitlosigkeit, andererseits gibt es aber schon Aspekte, die sich durch die Zeit, die zwischen Büchner und uns liegt, stark verändert haben. Das hat mich total interessiert, diese Aspekte aus dem heutigen gesellschaftlichen Kontext nocheinmal neu zu deuten. Es geht mir darum, die inneren Machtstrukturen unserer Gesellschaft zu untersuchen und den Stoff und die Figuren so sehr in unsere Nähe zu holen, dass wir sie verstehen.

Anne Habermehl: Woyzeck ist eines meiner Lieblingsstücke. Als Figur ist er mir ganz nahe, für mich stellt sich bei ihm die Frage von persönlicher Freiheit innerhalb einer Gesellschaft sehr deutlich. Als Autorin finde ich es außerdem interessant, mich mit etwas auseinandersetzen, was nicht vollständig vorhanden ist. Denn Woyzeck zählt einerseits zu den bekanntesten Dramen unseres westlichen Kanons, ist andererseits aber gar kein fertiges Stück. Das Fragmentierte ist eigentlich der Hauptgrund, warum ich dieses Stück machen wollte: Niemand weiß, in welchem Zustand Büchner es beendet bzw. nicht beendet hätte, denn er ist ja gestorben. EH: Da die Fragmente auch in keiner bestimmten Reihenfolge zueinander stehen, muss man bei jeder Inszenierung von Woyzeck die Fragmente in einer Fassung selbst anordnen. In Deiner Bearbeitung bist du aber noch weitergegangen. AH: Genau. Ich habe Szenen dazugeschrieben und damit versucht, mit Büchner in einen Dialog zu treten, von Autorin zu Autor. Und damit auf seine Sprache zu reagieren, was eine große Herausforderung ist. Es gibt für mich kaum eine kraftvollere Sprache als die von Büchner. ANNE HABERMEHL 37


EH: In Deiner Version findet die Handlung in Karlsruhe statt? AH: Ja. Mir hat es beim Schreiben sehr geholfen, ganz konkret davon auszugehen, dass das Drama sich in einer Mietwohnung hier in der Rüppurrer Straße entfaltet. Ich habe auch mit unterschiedlichen Menschen aus der Stadt Interviews geführt, die sich mit häuslicher Gewalt oder mit Gleichstellung beschäftigen. Unter anderem habe ich mit einer Anwältin gesprochen, die Opfer familiärer Gewalt vertritt. EH: Stichwort Gewalt: Das ist für Dich ein zentrales Thema im Stück. Inwiefern? AH: Auf ganz vielen Ebenen: Gewaltstrukturen innerhalb der Kommunikation von Menschen, innerhalb von Systemen, in denen Menschen leben, und natürlich ganz offensichtlich in der Tat, die Woyzeck an Marie begeht. EH: Wenn nicht direkt physische Gewalt, wird Woyzeck zumindest strukturelle Gewalt von Figuren wie dem Hauptmann oder dem Arzt angetan, die man als Vertreter*innen eines Systems lesen kann. Im Mord an Marie wird er zum Täter. Kann man ihn gleichzeitig auch als Opfer betrachten? AH: Ich glaube, dass Woyzeck sowohl bei Büchner als auch in meiner Version beides ist. Seine Tat kann man natürlich weder entschuldigen noch mit den gesellschaftlichen Gewaltmechanismen rechtfertigen, mit denen er sich konfrontiert sieht. Und trotzdem gibt es dazwischen natürlich eine Verbindung. Selbst wenn man behauptet, dass die strukturelle Gewalt der Gesellschaft für den Mord an Marie verantwortlich ist, erklärt das nicht, warum die Menschen Gewalt ausüben. Die Frage danach bleibt bei Büchner aus meiner Sicht unbeantwortet und sie bleibt auch bei mir komplett unbeantwortet, weil ich das einfach nicht weiß. EH: Du hast Woyzeck mit einer Frau besetzt und Marie, oder Mario, wie die Figur bei Dir heißt, mit einem Mann. Warum? AH: Der Mensch Woyzeck, so wie ich ihn lese, und sein Problem, sich permanent zwischen Leben und Tod aufzuhalten, hat für mich überhaupt nichts mit dem Geschlecht zu tun. Außerdem sind die meisten Hauptfiguren in meinen Stücken Frauen. Einfach weil ich selber eine Frau bin und es mir manchmal leichter fällt, eine Frau zu schreiben als einen Mann. Ein weiterer Aspekt ist, dass uns Menschen durch das Geschlecht bestimmte Eigenschaften zugeschrieben werden. Wenn zum Beispiel bei Woyzeck von der toxischen Männlichkeit und bei Marie von einer Verführerin die Rede ist, frage ich mich: Was passiert, wenn diese Figuren von dem Korsett ihres Geschlechts befreit sind? Dazu kommt, dass es für mich leichter ist, mir männliche Gewalt vorzustellen als weibliche Gewalt. Wenn es aber um die Frage geht, woher diese Gewalt kommt, muss ich das so nah wie möglich an mich heranholen: Dass ich als Frau eine Waffe in die Hand nehme und 38

losknalle. Das ist etwas, was ich mir nur schwer vorstellen kann. Und das versuche ich durch meine Bearbeitung zu verstehen. EH: Neben Woyzeck und Mario hast Du das Stück auf weitere zwei Figuren reduziert: Den Hauptmann, der eine Zusammenfügung aus dem original Hauptmann und dem Tambourmajor ist, sowie den Arzt. Dazu gibt es noch einen Musiker, der live mitspielt. Warum der Musiker? AH: Weil Büchners Sprache für mich per se Musik ist, es ist ja nicht umsonst so, dass Alban Berg eine Oper oder Tom Waits ein Musical aus Woyzeck gemacht haben. In diesem Stück geht es auch viel um das, was nicht gesagt wird, um Momente der Stille, und das in einer Form noch weiter musikalisch zu interpretieren, finde ich fast notwendig. Eigentlich habe ich die Sprache Büchners und den Inhalt des Stückes ab einem gewissen Punkt über den Rhythmus und die Musikalität begriffen. EH: Redest Du von einer Art von sprachlicher Kommunikationslosigkeit? Wo die Musik ein Weg ist, um anders zu kommunizieren oder um die Grenzen der Sprache zu überwinden? AH: Genau. Musik bedeutet aber nicht die Verwendung irgendwelcher Lieder, sondern die Erschaffung einer Klangwelt. Und da, wo die Sprache aufhört bzw. die Klänge der Sprache enden, geht es vielleicht auf einer anderen, nonverbalen Ebene weiter. Also ist die Musik auch ein kollektiver Kommunikator.

Anne Habermehl, geboren 1981 in Heilbronn, studierte von 2004 bis 2008 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Teilweise in eigener Regie uraufgeführt, wurden ihre Stücke zu Festivals wie die Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin und am Thalia Theater Hamburg sowie das Festival Radikal jung am Münchner Volkstheater eingeladen. Mit Woyzeck schließt sie ihr Regiestudium an der Akademie für darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg ab.

WOYZECK nach Georg Büchner von Anne Habermehl URAUFFÜHRUNG R Anne Habermehl B Christoph Rufer K Bettina Werner M Philipp Weber D Eivind Haugland MIT Lappe, Mohr – Koch, Schumacher MUSIKER Weber a. G. Premiere 28.11. STUDIO ca. 1 ½ Stunden, keine Pause Weitere Vorstellungen 4., 10. & 12.12.19 Bachelorarbeit von Anne Habermehl im Rahmen ihres Regieabschlusses an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

15+


BUNBURY

ab

12.1.


PASSION – SEHNSUCHT

DER

FRAUEN

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16+


von Ingmar Bergman | URAUFFÜHRUNG 15., 20.11., 17., 27.12.19, 11., 24., 31.1., 20.2., 14.3., 1.4., 3., 27.5., 13.6. & 4.7.20 „Schauspieldirektorin Anna Bergmann eröffnet die Spielzeit am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit einer Collage, die von Boulevardkomik über kühles Erzähltheater bis zum Psychothriller alles kann.“ Süddeutsche Zeitung

ENSEMBLE 41


DAS PROGRAMM NOV – FEB

OPER DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN

10+

Oper von Leoš Janáček Libretto vom Komponisten nach Rudolf Těsnohlídeks Abenteuer des Füchsleins Schlaukopf Eine Produktion des Cleveland Orchestra in Kooperation mit dem STAATSTHEATER In deutscher Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln „Genial … Geht nach Karlsruhe, um Janáceks Schlaues Füchslein nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen!“ Stuttgarter Zeitung ML Justin Brown R Yuval Sharon A Walter Robot Studios – Bill Barminski & Christopher Louie P & L Jason H. Thompson B Manuel Kolip K Ann ClossFarley C Ulrich Wagner D Boris Kehrmann TP Anna Müller BADISCHE STAATSKAPELLE, BADISCHER STAATSOPERNCHOR, Cantus Juvenum Karlsruhe e. V. 16.11. GROSSES HAUS 1 ¾ Stunden, keine Pause ZUM LETZTEN MAL

DER FREISCHÜTZ

15+

Romantische Oper in drei Aufzügen von Carl Maria von Weber Text von Johann Friedrich Kind In deutscher Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln „Für ihre Freischütz-Konzeption waren Stoiber und Schneider 2014 beim renommierten Grazer Regiewettbewerb ‚Ring Award’ mehrfach ausgezeichnet worden. Der Preis ist mehr als verdient. Denn der Inszenierung gelingt eine klare, konzise Zeichnung der Figuren.” Badische Zeitung ML Johannes Willig R Verena Stoiber A Sophia Schneider V Thiemo Hehl C Ulrich Wagner D Deborah Maier TP Anna Müller BADISCHE STAATSKAPELLE, BADISCHER STAATSOPERN- & EXTRACHOR, Cantus Juvenum Karlsruhe e. V. 20.11. GROSSES HAUS 2 ¾ Stunden, eine Pause ZUM LETZTEN MAL

DON GIOVANNI

Schon die düstere Ouvertüre verrät: Diesem Don Giovanni geht es an den Kragen! Und kaum ist sie verklungen, gibt es schon den ersten Toten. Don Giovanni, Frauenheld von Beruf, treibt sein Unwesen und verführt die Damenwelt nach allen Regeln und Regelverstößen der Kunst. Das Finale ist so verblüffend und actionreich wie der Beginn: eine Höllenfahrt! Aber von der Champagner-Arie bis Là ci darem la mano ist die Musik ein Plädoyer für die Kunst der Verführung! Der niederländische Erfolgsregisseur Floris Visser widmet sich nach Semele und Hoffmanns Erzählungen nun diesem sinnlichdramatischen Meisterwerk und erweitert damit die Mozartpflege am STAATSTHEATER. Sein Don Giovanni wird zum Insassen eines selbst erschaffenen Gefängnisses. Fans des Karlsruher Opernensembles kommen auf ihre Kosten. ML Johannes Willig R Floris Visser A Dieuweke van Reij L Alex Brok C Ulrich Wagner D Deborah Maier TP Anna Müller BADISCHE STAATSKAPELLE & BADISCHER STAATSOPERNCHOR Premiere 14.12., 20., 28.12.19 & 19.1.20 GROSSES HAUS 3 Stunden, eine Pause

FAUST

Oper in fünf Akten von Charles Gounod Libretto nach Jules Barbier und Michel Carré nach der gleichnamigen Tragödie Johann Wolfgang Goethes In französischer Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln „Der thailändische Tenor Nutthaporn Thammathi, neu im Karlsruher Ensemble, erweist sich als Glücksgriff. Er singt die Titelpartie absolut souverän.“ Badisches Tagblatt ML Daniele Squeo R Walter Sutcliffe B Kaspar Glarner KE Dorota Karolczak C Ulrich Wagner D Boris Kehrmann TP Anna Müller B-Premiere 1.11.19 6., 21.11., 6., 26.12.19, 9. & 23.1.20 GROSSES HAUS ca. 3 ¼ Stunden, eine Pause

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HÄNSEL UND GRETEL

6+

Märchenspiel in drei Bildern von Engelbert Humperdinck In deutscher Sprache mit Übertiteln | WIEDERAUFNAHME „ ... eine Vielzahl verspielter Einfälle und Anspielungen sowie genaue Personenführung.“ Die Rheinpfalz ML Ulrich Wagner R Achim Thorwald B Christian Floeren K Ute Frühling CH Andrei Golescú C Anette Schneider D Margit Poremba, Patric Seibert BADISCHE STAATSKAPELLE, Cantus Juvenum Karlsruhe e. V. & Kinderballett der Ballettschule Corpus Wiederaufnahme 8.11., 7., 10. & 18.12.19 GROSSES HAUS 2 ¼ Stunden, eine Pause

HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN

Fantastische Oper von Jacques Offenbach Libretto von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Fantastischen Schauspiel In französischer Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln „Einen solchen Opernabend sollte man sich nicht entgehen lassen.“ Badische Zeitung ML Dominic Limburg R Floris Visser B Gideon Davey K Dieuweke van Reij L Alex Brock C Ulrich Wagner D Klaus Bertisch, Boris Kehrmann TP Anna Müller BADISCHE STAATSKAPELLE, BADISCHER STAATSOPERNCHOR 5., 28.11., 29.12.19 & 18.1.20 GROSSES HAUS 4 Stunden, zwei Pausen

MY FAIR LADY

Musical in zwei Akten von Frederick Loewe & Alan J. Lerner In deutscher Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln „My Fair Lady macht rundum Freude.“ Badisches Tagblatt ML Ulrich Wagner R Sam Brown B Annemarie Woods MITARBEIT BÜHNE Manuel Kolip K Ilona Karas L Rico Gerstner CH Lucy Burge C Ulrich Wagner D Raphael Rösler, Patric Seibert BAD­ISCHE STAATSKAPELLE & BAD­ISCHER STAATSOPERNCHOR Wiederaufnahme 4.1.20 GROSSES HAUS 3 Stunden, eine Pause

PELLEAS UND MELISANDE

Drame lyrique von Claude Debussy nach dem gleichnamigen Drama von Maurice Maeterlink Eine Produktion der Malmö Opera in Kooperation mit dem STAATSTHEATER und dem Opéra Orchestre National Montpellier „Pelleas und Melisande ist die aufregende Exklusivität der Saison.“ Sydsvenskan Magazin Ein zartes Drama, das unter die Haut geht: Die beiden Halbbrüder Golaud und Pelleas eint die Begierde nach der geheimnisvollen Melisande. Ver­heiratet mit Golaud, kann sie sich seinem Bruder nicht entziehen und erwidert die Zuneigung von Pelleas. Ein kurzer Augenblick zwischen beiden entfacht ein Verwirrspiel der Gefühle! ML Johannes Willig R Benjamin Lazar B Adeline Caron K Alain Blanchot L Mael Iger CH Marius Zachmann D Deborah Maier BADISCHE STAATSKAPELLE, BADISCHER STAATSOPERNCHOR Wiederaufnahme 12.1.20 & 1.2. GROSSES HAUS 3 ¼ Stunden, eine Pause

TRISTAN UND ISOLDE

Handlung in drei Aufzügen von Richard Wagner In deutscher Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln „Das Publikum tobt vor Begeisterung. Wagner fürs Herz.“ Die Rheinpfalz ML Justin Brown R Christopher Alden B Paul Steinberg K Sue Willmington C Ulrich Wagner D Raphael Rösler, Patric Seibert WIEDERAUFNAHME 17.11., 1.12.19, 5.1. & 2.2.20 GROSSES HAUS 5 Stunden, zwei Pausen

TURANDOT

Oper in drei Akten von Giacomo Puccin | Lilibretto von Giuseppe Adami & Renato Simoni nach Carlo Gozzis Turandot In italienischer Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln

Zwei Machtmenschen liefern sich einen Geschlechterkampf von welthistorischem Format. Die kleinen


DAS

14+

PRIVILEG

zum Fest, mit feierlichen Geschichten und Gedichten und natürlich, indem wir alle gemeinsam singen. Für viele Zuschauer*innen gehört der Besuch des Weihnachtssingens fest in den Kalender! Das Programm vereint die Kinder und Jugendlichen der Ballettschule La Rémise, Kinder- und Jugendchöre, den STAATSOPERNCHOR und zahlreiche Künstler*innen aller Sparten des STAATSTHEATERS.

ML Ulrich Wagner MIT Theodorides – Ks. Gauntt Cantus Juvenum Karlsruhe e. V., Ballettschule La Remise Musikakademie Diapason e. V. Moderation Patric Seibert 22. & 23.12.19 GROSSES HAUS 2 ½ Stunden, eine Pause

2. LIEDERABEND

ab 15.12. Leute werden zwischen den Giganten zermahlen. Erinnerte sich der Frauenheld Puccini an Affären aus seinem Privatleben, als er seine letzte, härteste und modernste Oper aus einer heiteren Commedia dell’arte entwickelte? Seine Frau hatte 15 Jahre früher sein platonisch geliebtes Dienstmädchen in den Selbstmord getrieben. Schreckte der Komponist deswegen vor dem finalen Liebes­duett der Monster Turandot und Kalaf zurück? Mit diesem Werk aus dem Kernrepertoire setzt das STAATS­

THEATER seine Reihe Oper und Medienkunst fort. Fabio Cherstich gibt damit sein Karlsruher Regiedebüt.

ML Johannes Willig R Fabio Cherstich V & A AES+F C Ulrich Wagner D Boris Kehrmann TP Anna Müller BADISCHE STAATSKAPELLE & BAD­ ISCHER STAATSOPERNCHOR & EXTRACHOR Premiere 25.1.20. 31.1. & 13.2.20 GROSSES HAUS

WEIHNACHTSSINGEN

Kurz vor Heiligabend stimmen wir Sie traditionell auf Weihnachten ein mit altbekannten und neuen Liedern

„Die Musik ist eine geheimnisvolle Mathematik, deren Elemente am Unendlichen teilhaben. Sie lebt in der Bewegung der Wasser, im Wellenspiel wechselnder Winde; nichts ist musikalischer als ein Sonnenuntergang!“ Diese Worte von Claude Debussy Spiegel das Programm seines Schaffens wieder, so wurde er zum großen Farbenzauberer der Musikgeschichte. Freuen Sie sich in diesem besonderen Liederabend auf ein näheres Kennenlernen mit dem Meister der Sphärenklänge. Mitglieder aus dem Opern- und Schauspielensemble machen sich auf eine musikalisch literarische Spurensuche in privaten Verwicklungen, Abenteuern und poetischen Momenten des französischen Meisters. Ilkin Alpy Sopran Alexandra Kadurina Mezzosoran Renatus Meszar Bassbariton Gunnar Schmidt Schauspieler François Salignat Klavier 13.12. KLEINES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

KONZERT 3. SINFONIEKONZERT

Werke von Benjamin, Bruch & Dvořák Frank Nebl Klarinette Km. Franziska Dürr Viola Moritz Gnann Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE 24. & 25.11.19 GROSSES HAUS 2 Stunden, eine Pause

2. KAMMERKONZERT

Werke von Brahms & Weinberg Janos Ecseghy & Gregor Anger Violine Michael Fenton Viola Thomas Gieron Violoncello Moema Rodrigues Klavier a.G. 15.12.19 11.00 KLEINES HAUS ca. 2 Stunden, eine Pause

JAZZ NIGHT – CHRISTMAS GALA

19.12. GROSSES HAUS ca. 2 ½ Stunden, eine Pause

NEUJAHRSKONZERT

Werke von Smetana, Dvořák, Ligeti, Brahms, Bartók & Kodály Dominic Limburg Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE 1.1.20 19.00 GROSSES HAUS ca. 2 ½ Stunden, eine Pause

2. SONDERKONZERT

Werke von Fuchs, Prokofjew & Schostakowitsch Anlässlich des 75. Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus. Dominic Limburg Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE & BACHCHOR KARLSRUHE 28.1.20 GROSSES HAUS In Kooperation mit der Stiftung Lichterfeld

KAMMERKONZERT EXTRA

Anlässlich des 75. Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus 27.1.20 KLEINES HAUS

BALLETT DER NUSSKNACKER – ­ EINE WEIHNACHTS­ GESCHICHTE 8+

Ballett von Youri Vámos nach E. T. A. Hoffmann und Charles Dickens Musik von Peter I. Tschaikowski WIEDERAUFNAHME Youri Vámos verbindet das Libretto des Nussknackers mit der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. „Eine märchenhafte Geschichte, wunderschöne Bilder und eine herausragende künstlerische Leistung.“ Ludwigsburger 43


DIGITAL FREISCHÜTZ VR-Oper in vier Episoden URAUFFÜHRUNG | AUFTRAGSWERK In Kooperation mit dem Landestheater Linz & dem ZKM Karlsruhe Virtuelle Realität (VR) trifft Musiktheater. Die Oper von Carl Maria von Weber ist Ausgangs­punkt für eine fantastische Reise in die Facetten des Stücks. In jeweils etwa fünfzehnminütigen Episoden tauchen Sie mit einer VR-Brille in die Bilder und Klangwelten des Werkes ein und erleben dabei Ihr ganz persönliches Opern-Abenteuer. R, KONZEPT, REALISATION CyberRäuber: Marcel Karnapke, Björn Lengers SOUND Micha Kaplan ML Johannes Willig D Deborah Maier MIT Ks. Schlingensiepen, Tomaszewska – Ks. Gorny, Wohlbrecht BADISCHE STAATSKAPELLE, BADISCHER STAATSOPERNCHOR 9., 20.,11., 5., 15. & 19.2.19 FOYER Dauer ca. 15 Minuten pro Episode Eintritt frei. Verbindliche Anmeldung an der Kasse. Kreiszeitung ML Daniele Squeo CH & IN Youri Vámos E Joyce Cuoco, Alexandre Kalibabchuk, Admill Kuyler B & K Michael Scott L Klaus Gärditz TP Anna Müller STAATSBALLETT KARLSRUHE, Ballettstudio & Schüler*innen der Tanz-Ballettschule Grazie BADISCHE STAATSKAPELLE Öffentliche Probe 29.11. 30.11., 13., 21., 25., 30.12.19, 6., 11. & 17.1.20 GROSSES HAUS 2 ¼ Stunden, eine Pause

RUß – EINE GESCHICHTE VON ASCHENPUTTEL 8+ Ballett von Bridget Breiner Musik von Johann Strauss (Sohn), Woody Guthrie, Nina Simone u. a. KARLSRUHER NEUFASSUNG „Und wenn sie nicht gestorben sind ...“ Mit diesen Worten kommt für die meisten Märchenheld*innen das Happy End. Aber wie sieht dieselbe Geschichte aus der Sicht eines der sogenannten Bösewichte aus? Ist das „Böse“ nicht Sache der Perspektive? Diesen Fragen stellt sich Bridget Breiner in ihrem Handlungsballett Ruß – Eine Geschichte von Aschenputtel. Mittelpunkt ihrer Choreografie ist nicht das Aschenputtel. Vielmehr folgen wir Livia, einer der Stiefschwestern. Gemeinsam mit Ausstatter Jürgen Kirner und Akkordeonisten Marko Kassl verlegt die Choreografin das Geschehen zwischen Kohlenpott und amerikanische Bergbautradition. Das für das Ballett im Revier kreierte Hand44

lungsballett gewann 2013 den wichtigsten deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Beste Choreografie“ und ist nun als Neufassung erstmals in Karlsruhe zu sehen. CH & IN Bridget Breiner B & K Jürgen Kirner L Patrick Fuchs D Anna Grundmeier, Florian König AKKORDEON Marko Kassl E Lynne Charles TP Anna Müller Öffentliche Probe 3.1.20 Premiere 4.1.20 KLEINES HAUS 1 ¾ Stunde, eine Pause Weitere Vorstellungen 19.1, 9. & 23.2.20

SEID UMSCHLUNGEN 14+

Das neue STAATSBALLETT tanz stellt sich vor Die Premiere eröffnet tanz das Festival Tanz Karlsruhe 2019 Ballettdirektorin Bridget Breiner lädt in der Eröffnungsproduktion zu einem Ballettabend, der die Vielfalt der Tänzer*innen, Choreograf*innen und Künstler*innen vereint, die Sie, liebes Publikum, durch die kommenden Jahre hindurch begleiten werden. Eingerahmt wird der Abend von Bridget Breiners erster Karlsruher Kreation zu Beethovens 9. Sinfonie in der Fassung für zwei Klaviere von Franz Liszt. „Seid umschlungen, Millionen“, heißt es dort in Friedrich Schillers vertonter Ode An die Freude. Treffender können wir unseren Wunsch an dieses neue Kapitel Karlsruher Ballettgeschichte nicht überschreiben. CH Bridget Breiner, Lynne Charles, David Dawson, karlsruhe 2019

karlsruhe 2019


WEIHNACHTSSINGEN „ROMANTISCHE WEIHNACHT“ 22. & 23.12.19 GROSSES HAUS Marguerite Donlon, Marco Goecke, Pontus Lidberg, Kevin O’Day, Richard Siegal B Jürgen Kirner u. a. K Thomas Lempertz u. a. D Florian König, Silke Meier-Brösicke TP Anna Müller STAATSBALLETT KARLSRUHE KLAVIER Elena Kuschnerova, Angela Yoffe Öffentliche Probe 2.11. Premiere 3., 9., 23.11. 5., 15., 31.12.19, 14. & 26.1.20 GROSSES HAUS ca. 2 ½ Stunden, eine Pause

DIE GLASMENAGERIE

Mit freundlicher Unterstützung

1.12.19 & 8.1.20 KLEINES HAUS 1 ¾ Stunden, keine Pause

SCHAUSPIEL AM KÖNIGSWEG

16+

von Elfriede Jelinek „Viel Denkstoff und intellektuelle Herausforderung, die das Premieren-publikum mit großer Konzentration und viel Applaus annahm.“ Pforzheimer Zeitung R Sláva Daubnerová B Sebastian Hannak K Amit Epstein M Damon Lee V Moritz Ermert D Stefanie Frauwallner, Sonja Walter MIT Baggeröhr – Koch, Peters a. G., Petri, Schmidt, Schumacher, Wagner Wiederaufnahme 14.11.19 14.12.19, 10.1. & 12.2.20 KLEINES HAUS 1 ¾ Stunden, keine Pause

DER GOLDNE TOPF

15+

nach dem Märchen von E. T. A. Hoffmann „Juliane Kann beweist mit dieser Arbeit einmal mehr ihre große Stärke, Menschen am Abgrund ihrer eigenen Existenz zu zeigen. Sensibel tastet sie sich in die schwer ergründliche Welt des Universalgenies Hoffmann vor.“ Nachtkritik R Juliane Kann B Vinzenz Gertler K Josephin Thomas M Daniel Freitag D Marlies Kink, Eivind Haugland TP Benedict Kömpf MIT Emons, Hübschmann – Gramenz, Koch, Petri/Wagner, Sts. Tank 3.11.19, 14., 15., 23.1., 10. & 11.2.20 KLEINES HAUS 1 ¾ Stunden, keine Pause

von Tennessee Williams „Mit der Inszenierung der Glasmenagerie ist der Ungarin Ildikó Gáspár ein überzeugendes Regiedebüt in Deutschland gelungen.“ BNN R Ildikó Gáspár B & K Lili Izsák M Tamás Matkó V András Juhász D Judith Heese, Sonja Walter MIT Mohr, Viegener – Koch, Küsters

Sa 02.11.

31.12. STUDIO 1 ¼ Stunden, keine Pause

KOHI POetry Slam #148 enKHjargal and FrIendS

„Setgeliin gunii tsuurai“ Cd-releasekonzert BlöZinger „eriCH“ mi 06.11. tanzmainz / SHarOn eyal tanZ KarlSrUHe do 07.11. reBeKKa BaKKen „things you leave behind“-tour So 03.11.

Fr 08.11.

mi 13.11.

„Die aufgekratzte Spielfreude der beiden Darsteller, denen Regisseur Michael Letmathe in kluger Zurückhaltung lange Leine gönnte, machte aus dem Abend eine sehr unterhaltsame Veranstaltung – und zwar nicht nur zu Silvester.“ BNN R Michael Letmathe B & K Manuel Kolip MIT Sts. Derleder a. G. – Besta a. G. KLAVIER Mittl a. G.

do 14.11. Fr 15.11. Fr 15.11. Sa 16.11. Sa 16.11. So 17.11. mi 20.11. mi 20.11. do 21.11. Fr 22.11. Sa 23.11. Sa 23.11. So 24.11. So 24.11. mi 27.11. do 28.11.

martIn KOHlStedt SISterS OF COmedy - naCHgelaCHt danZa COntemPOrÁnea de CUBa

„Coil - equilux - el Criterio del Camello“ tanz Karlsruhe

SCOtt Bradlee’S POStmOdern jUKeBOX KInga głyK FamIlIe FlöZ „Hotel Paradiso“ qUICHOtte Poetry Slam SUCHtPOtenZIal „Sexuelle Belustigung“ HeInZ StrUnK „nach notat zu Bett - die Heinz Strunk Show“ 14.30 Uhr BUmmelKaSten Kinder-/Familienkonzert eleCtrO delUXe "apollo" aZIZa BraHIm dISC8Very - eintritt 8 euro HOrSt SCHrOtH „Schlusskurve...

mit dem Besten aus 40 jahren“ KIng rOCKO SCHamOnI „große Freiheit“ WeIBrations 25.0 „angemacht - aufgetischt - abserviert“ alte BeKannte „das leben ist schön“ KleInKUnStPreIS Ba-Wü „die tour 2019“ Hagen retHer „liebe“ daS lUmPenPaCK „eine herbe enttäuschung“- live 2019 SWr BIgBand feat. nils landgren, magnus lindgren, jan lundgren „lalilu“

Harald HUrSt & gUnZI HeIl alFOnS „le Best Of“ Sa 30.11. gregOr meyle „Hätt' auch anders kommen können“ So 01.12. SIegFrIed Und jOy Zaubershow di 03.12. BlUegraSS jamBOree di 03.12. Helena Waldmann „der eindringling - eine autopsie“ So 08.12. SaraH BOSettI do 12.12. Panteón rOCOCó „infiemos tour 2019“ Fr 13.12. tHOrSten HaVener „Feuerproben“ Fr 13.12. jan PHIlIPP Zymny „How to human?“ Sa 14.12. rOlF mIller „Obacht miller“ So 15.12. annette POStel „alles tango oder was?“ 31.12., 02. + 03.01. maCHIne de CIrqUe do 09.01. WladImIr KamIner „liebeserklärungen“ mi 15.01. maX gOldt lesung do 23.01. PengUIn CaFe „Handfuls of night“ european tour Fr 31.01. HennI naCHtSHeIm & rICK KaVanIan mi 12.02. SOPHIe ZelmanI „the Sunrise tour 2020“ Sa 15.02. lOtte „tour zum glüCK 2020“ ... und vieles mehr KartenInFO: tel. 0721 / 96 40 50 WWW.tOllHaUS.de VOrVerKaUF: mO - Fr 10 - 18.30 UHr 28. + 29.11.

Fr 29.11.

16+

ein dramatisches gedicht in mehreren tableaus von Miroslava Svolikova DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG „Die Aufführung ist ein Fest des Sprechens und des spontanen Spielens.“ BNN R Alia Luque B Christoph Rufer K Ellen Hofmann D Anna Haas TP Benedict Kömpf MIT Hübschmann, Mohr, Viegener – Abbas, Prenn a. G. 1 ¼ Stunden, keine Pause

Fr 01.11.

di 12.11.

Liederabend | URAUFFÜHRUNG WIEDERAUFNAHME

23.11. & 14.12.19 STUDIO

KUltUrZentrUm tOllHaUS • KarlSrUHe • alter SCHlaCHtHOF 35

di 12.11.

DINNER FOR ONE MIT SONGS

EUROPA FLIEHT NACH EUROPA

PengUIn CaFe

45


LOVE IS A BATTLEFIELD

Songs & Stories mit Sven Daniel Bühler & Meik van Severen “... bunt, lustig, aber auch tiefsinnig und melancholisch ...” Die Rheinpfalz R & ML Sven Daniel Bühler V Candogan Oeguet D Nele Lindemann 3.11. & 30.12.19 STUDIO 1 ½ Stunden, keine Pause

FAUST

16+

Der Tragödie erster Teil von Johann Wolfgang Goethe „Mit Lust an der Überzeichnung verwandeln Regisseur und Ensemble die philosophischen Betrachtungen am Anfang in Comedy … Jannek Petri zeichnet den Titelhelden vielschichtig.” Badisches Tagblatt R Michael Talke B Barbara Steiner K Inge Medert M Johannes Mittl D Roland Marzinowski, Nele Lindemann TP Benedict Kömpf MIT Emons, Schlegel – Abbas, Bühler, Küsters, Petri, Senghas/van Severen a. G. 7., 8., 21., 22.,11., 2., 3.,12.19, 16., 17., 20.1., 3., 4., 13.2.20 KLEINES HAUS 2 Stunden, keine Pause

FRAUENSACHE

16+

von Lutz Hübner & Sarah Nemitz URAUFFÜHRUNG AUFTRAGSWERK 300 JAHRE STAATSTHEATER KARLSRUHE Die Frauenärztin Beate sucht eine Nachfolgerin. Hanna scheint die richtige zu sein: eine engagierte Feministin, freundlich, offen und voller Idealismus. Als während der Übernahmegespräche eine Frau in die Praxis kommt, die ihre Schwangerschaft abbrechen möchte, kommt es jedoch zu einer Auseinandersetzung zwischen ihr und Beate, deren Position von der Frauenbewegung der 68er geprägt ist. Deutschlands meistinszeniertes Autorenduo Lutz Hübner und Sarah Nemitz schreibt nach den Publikumserfolgen Richtfest und Willkommen eine Uraufführung für Karlsruhe. R Alexandra Liedtke B Simeon Meier K Johanna Lakner M Karsten Riedel D Sonja Walter TP Benedict Kömpf MIT Baggeröhr, Blazejewski, Hübschmann, Rode, Sandeh, Schlegel 6., 18.12., 9., 22.1. & 1.2.20 KLEINES HAUS Mit freundlicher Unterstützung

46

HOW TO DATE A FEMINIST

Komödie von Samantha Ellis DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG „Hat die #MeToo-Debatte letztlich ungewollt zu einer neuen Verhärtung der Geschlechterfronten beigetragen, so stürzt uns Jennifer Regnets erfrischende Inszenierung direkt in die Lebenspraxis, wo Sätze wie ‚Ich möchte mich bei dir entschuldigen für das Patriarchat‘ Grüßen von einem anderen Stern gleichkommen.“ Die Welt R Jenny Regnet B Anne Horny K Jamil Sumiri M Felix Kusser D Nele Lindemann MIT Emons – Gramenz 29.11. & 31.12.19 STUDIO 1 ½ Stunden, keine Pause

IN EWIGKEIT AMEISEN

Ein Live-Hörspiel von Wolfram Lotz An dem Tag, an dem die Atombombe gezündet und übers Radio verkündet wird, dass die ganze Welt binnen weniger Stunden ausgelöscht sein würde, lässt sich ein im Rollstuhl sitzender Insektenforscher von seinem Handlanger durch den afrikanischen Dschungel schieben. Auf der Suche nach der bislang unentdeckten Blauen Ameise, die Unsterblichkeit verleihen soll, tun sich absurd menschliche Abgründe auf. Cornelia Maschner inszeniert Lotz‘ Text als ein atmosphärisch dichtes Live-Hörspiel. Vor der Premiere im November, bieten wir Ihnen im Oktober bereits eine Voraufführung an. R & B Cornelia Maschner D Nele Lindemann MIT Emons – Abbas, Küsters 13.11., 5. & 29.12.19 STUDIO ca. 1 Stunde, keine Pause

IPHIGENIE

16+

von Euripides und Johann Wolfgang Goethe „Eine wortgewaltige Inszenierung.“ SWR2 R Lilja Rupprecht B Paula Wellmann K Christina Schmitt M Romain Frequenzy V Moritz Grewenig C Abbas, Maschner D Anna Haas TP Benedict Kömpf

MIT Mohr, Ohm a. G., Viegener – Bühler, Gramenz, Sts. Tank 8.11., 15.12.19, 17.1. & 5.2.20 KLEINES HAUS 1 ¾ Stunden, keine Pause

JACQUES BREL – ON N’OUBLIE RIEN

Inszenierte Chansons mit Natanaël Lienhard URAUFFÜHRUNG „Eine anrührende und hin­ reißende Hommage an die Chansons.“ BNN ML Jacob Bussmann R Pia Donkel B & K Katharina Simmert V Olivier ­Hamaker D Jan Linders MIT Lienhard MUSIKER Bender, Borgir, Bussmann, Unger 26.12.19 STUDIO 1 ¼ Stunden, keine Pause

MEIN JAHR OHNE UDO JÜRGENS

Ein musikalischer Abend mit Texten von Andreas Maier URAUFFÜHRUNG „Als versierter Sänger zeigt sich der Schauspieler Gunnar Schmidt –­süffige Heldenverehrung, die mit hintersinnigen Fragezeichen daherkommt.“ BNN R & B Patrick Wengenroth ML Matthias Kloppe K Friederike Hildenbrand D Anna Haas MIT Schmidt MUSIKER Mittl/Kloppe 1., 16., 23.,11., 8., 28.12.19, 1., 18.1. & 7.2.20 KLEINES HAUS 1 ¾ Stunden, keine Pause

NORA, HEDDA UND IHRE SCHWESTERN

15+

nach Henrik Ibsen | In einer Bearbeitung von Ulrike Syha „Als Einstand als Schauspieldirektorin am Staatstheater Karlsruhe ist Anna Bergmann ein nachhaltig beeindruckender Abend gelungen. Ein großartiges Ensemble, eine durchdachte Konzeption, und mehr als drei Stunden sind wie im Fluge vergangen.” Die Deutsche Bühne R Anna Bergmann B Katharina Faltner K Sibylle Wallum M Heiko Schnurpel V Sebastian Pircher, Tina Wilke D Marlies Kink, Eivind Haugland TP Benedict Kömpf MIT Baggeröhr, Brocks a. G., Kießling, Lappe, Rode, Schlegel – Gramenz, Petri, Schumacher, van Severen, Sundermann a. G., Sts. Tank, Wagner

Wiederaufnahme 5.12.19 20.12.19, 6.1. & 6.2.20 KLEINES HAUS 3 ¼ Stunden, eine Pause Mit freundlicher Unterstützung

PASSION – SEHNSUCHT DER FRAUEN

von Ingmar Bergman URAUFFÜHRUNG „Schauspieldirektorin Anna Bergmann eröffnet die Spielzeit am Badischen Staatstheater Karlsruhe mit einer Collage, die von Boulevardkomik über kühles Erzähltheater bis zum Psychothriller alles kann.“ Süddeutsche Zeitung R Anna Bergmann B Volker Hintermeier K Aino Laberenz M Heiko Schnurpel/Till Meiler CH Tabea Martin D Anna Haas TP Benedict Kömpf MIT Blazejewski, Hübschmann, Kießling, Lappe, Mohr, Sandeh, Viegener – Petri, Tank, Senghas, Schumacher, Wagner 15., 20.11., 17., 27.12.19, 11., 24., 31.1.20 KLEINES HAUS 3 Stunden, eine Pause

STOLPERSTEINE STAATSTHEATER

Dokumentartheater von HansWerner Kroesinger und Regine Dura | URAUFFÜHRUNG WIEDERAUFNAHME „Dieses unaufgeregt unpathetische, akribisch genaue und doch anrührende Ermittlungsverfahren ist ganz neu: Keine betroffene Anklage – dafür Studium der Aktenlage.” Deutschlandfunk MIT Deutschmann a. G., Mohr – Bruckmeier a. G., Schmidt R Hans-Werner Kroesinger B & K Moonen KÜNSTLERISCHE MITARBEIT Regine Dura M Daniel Dorsch D Küspert, Linders Wiederaufnahme 7.11., 24.11. & 19.12.19 STUDIO 2 Stunden, keine Pause

STRUWWELPETER – SHOCKHEADED PETER 14+ MUSICAL

von den Tiger Lillies, Julian Crouch & Phelim McDermott nach Motiven aus Der Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann „Wer bei Hair seinen Spaß hatte, darf sich auch unbesorgt auf diesen Abend einlassen.” BNN


R Ekat Cordes ML Clemens Rynkowski CH Sean Stephens B Anike Sedello K Dinah Ehm D Stefanie Frauwallner, Eivind Haugland TP Benedict Kömpf MIT Astari a. G. /Liedtke a. G., Baggeröhr, Emons, Rode, Schlegel – Abbas, Bühler, Gramenz, Koch, Küsters, Schmidt, Stasheim a. G./Brosi a. G & dem Kinderchor Cantus Juvenum Karlsruhe e. V. BAND Zieba/ Andriunaik, Dinkelacker, Dudek, Kim/Fernandez, Pudil, C. Rynkowski, D. Rynkowski, F. Rynkowski, Zolotov 15.11., 27.12.19, 2., 24.1. & 8.2.20 GROSSES HAUS ca. 2 ½ Stunden, eine Pause

SZENEN EINER EHE

von Ingmar Bergman „Anna Bergmann inszeniert Szenen einer Ehe als intensives Duell … Ein weites (Schlacht-) Feld der Emotionen, das man dank der facettenreichen Darstellungskunst von Kießling und Tank fasziniert durchschreiten darf.“ BNN R Anna Bergmann B Katharina Faltner K Sibylle Wallum M Heiko Schnurpel D Tobias Schuster, Anna Haas KAMPFCHOREOGRAFIE Stefan Richter MIT Kießling – Sts. Tank 1., 6.11., 6. & 28.12.19 TREFFPUNKT KASSENHALLE 2 ¾ Stunden, eine Pause

THE BROKEN CIRCLE

Ein Bluegrass-Konzert von Johan Heldenbergh & Mieke Dobbels DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG Kooperation mit dem Stadsteater Uppsala, Schweden „Mit der Verschmelzung von Konzert, Theater, Performance und Video, entsteht ein ganzheitliches Kunstwerk, das einen ins Tal der Tränen saugt und doch auch feiern und tanzen lässt.“ Badisches Tagblatt R Anna Bergmann B Katharina Faltner K Lane Schäfer ML Clemens Rynkowski SD Heiko Schnurpel V Gregor Dashuber L Mats Öhlin D Anna Haas MIT Österberg a. G., Giesbert a. G. (Puppenspielerin) – Petri BAND Bontrager, C. Rynkowski, D. Rynkowski, F. Rynkowski Wiederaufnahme 17.11.19 4., 21.12.19, 5., 15., 29.1. & 14.2.20 KLEINES HAUS 2 Stunden, keine Pause

UNANTASTBAR?

Von Suse Wächter mit Texten von Annalena & Konstantin Küspert URAUFFÜHRUNG AUFTRAGSWERK „Das Grundgesetz wird 70! Das Stück Unantastbar? von Regisseurin Suse Wächter entpuppt sich als amüsantes Grundgesetz-Geburtstagsvarieté, das zum Nachdenken über die Verfassung anregt. Die Stars des Abends sind die ausdrucksstarken Puppen, denen die vier Schauspieler kongenial Leben einhauchen.“ SWR2 R & Puppenbau Suse Wächter B Constanze Kümmel K Ismenia Keck M Max Braun D Marlies Kink, Eivind Haugland MIT Schlegel, Wächter a. G. – Abbas, Küsters MUSIKER Braun a. G. 10., 11.11., & 15.12.19 STUDIO ca. 1 ½ Stunden, keine Pause Mit freundlicher Unterstützung

VIEL LÄRM UM NICHTS

EXKLUSIVE VERANSTALTUNGEN FÜR UNSERE MITGLIEDER AKTUELLER STAND BAUVORHABEN MIT FÜHRUNG

13+

von William Shakespeare „Was für ein grandioses Spek­ takel! Welch gelungene Symbiose aus leisen, philosophischen Tönen, existenzialistischen Fragen und unterhaltsamem Klamauk.“ Badisches Tagblatt R Lily Sykes B Friederike Meisel K Jelena Miletić M Jan Schöwer D Marlies Kink, Eivind Haugland TP Benedict Kömpf MIT Baggeröhr, Hübsch­mann, Rode, Viegener – Abbas, Bühler, Koch, Senghas, Schmidt/Cofalka-Adami a. G., Schumacher, Wagner 9., 22.11., 11., 26.12.19., 9.1. & 4.2.20 KLEINES HAUS 2 Stunden, keine Pause

Anmeldung unter schriftfuehrer@theaterfreundekarlsruhe.de oder info@theaterfreunde.de Fr 22. & 29.11. 16.00 TREFFPUNKT: KASSENHALLE

TALK IM STUDIO mit Ballettdirektorin Bridget Breiner, Ballettmanager Florian König und weiteren Gästen Mi 11.12. 20.00 STUDIO

DON GIOVANNI Bühnenorchesterprobe Mo 9.12. 18.30 GROSSES HAUS

WILLKOMMEN

Komödie von Lutz Hübner & Sarah Nemitz „Viele Lacher und tosender Applaus belohnen großartige Darsteller und die gelungene Inszenierung einer zeitgemäßen Komödie.“ Badisches Tagblatt R Nicolai Sykosch B & K Stephan Prattes D Judith Heese, Anna Haas MIT Baggeröhr, Rode, Schlegel – Abbas, Bühler/ Bruckmeier a. G., Wagner 17.11., 22. & 2512.19 STUDIO 1 ¾ Stunden, keine Pause

www.theaterfreundekarlsruhe.de


WOYZECK

15+

nach Georg Büchner von Anne Habermehl URAUFFÜHRUNG Woyzeck ist Soldat, muss seinem Hauptmann dienen. Um Marie und das gemeinsame Kind durchzubringen, stellt er seinen Körper einem skrupellosen Arzt zu Versuchszwecken zur Verfügung. Georg Büchners Stück basiert auf einem realen Fall. Er wird zur Dichtung durch den revolutionären Ansatz, Sprache nicht nur als Kunst, sondern als Ausdrucksmittel menschlicher Gewalt zu verwenden. Die preisgekrönte Dramatikerin Anne Habermehl stellt in ihrer Inszenierung dem kraftvollen Fragment eigene Texte gegenüber, die Gewaltund Machtstrukturen zwischen seinen Figuren im Heute hinterfragen. Wie wäre es, wenn Woyzeck heute eine Frau wäre? R Anne Habermehl B Christoph Rufer K Bettina Werner M Philipp Weber D Eivind Haugland MIT Lappe, Mohr – Koch, Schumacher MUSIKER Weber a. G. Premiere 28.11.19 4., 10. & 12.12.19 STUDIO ca. 1 ½ Stunden, keine Pause Bachelorarbeit von Anne Habermehl im Rahmen ihres Regieabschlusses an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg

JUNGES STAATSTHEATER DER KLEINE PRINZ

Die mobile Produktion kann von Schulen unter T 0721 20 10 10 20 oder E-MAIL schulen@staatstheater. karlsruhe.de gebucht werden.

DIE KONFERENZ DER TIERE

19. Oktober 2019— 19. April 2020

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8+

von Erich Kästner „Das Junge Staatstheater zeigt die Geschichte um die Tiere, die das Problem in die Hand nehmen wollen, in einer erfrischenden, aktuellen Inszenierung.” BNN R Verena Nagel B & K Stefan Bleidorn D Lena Fritschle TP Anna Müller MIT Müller – Herzig, Kvale, Petry 30.11., 3., 27.12.19, 4. & 5.2.20 INSEL 1 Stunde, keine Pause

Kaiser und Sultan Nachbarn in Europas Mitte 1600–1700

8+

nach dem Kinderbuch von Antoine de Saint-Exupéry WIEDERAUFNAHME „Die Inszenierung am Jungen Staatstheater ist ein reizendes und r­ asantes Stück voller Entdeckergeist, das die Freundschaft feiert.“ BNN R Steffi Heiner B & K Karla Elisabeth Wilke M Philipp Münich D Lena Fritschle TP Virginie Bousquet MIT Doumit 3.11., 26.12.19 & 12.1.20 INSEL 1 ¼ Stunden, keine Pause

DIE ÜBERRASCHEND SELTSAMEN ABENTEUER DES ROBINSON CRUSOE

8+

von Sergej Gößner URAUFFÜHRUNG AUFTRAGSWERK „Gößner, der sich bereits in seinem ebenfalls am STAATSTHEATER zu sehenden preisgekrönten Stück Mongos auf schonungslose und zugleich liebevolle Weise mit Außenseitern und Geschichtenerzählern befasste, hat eine aktuelle Version von Robinson Crusoe nach dem 1719 erschienenen Roman von Daniel Defoe geschaffen.“BNN Otto A. Thoß bringt ein spannendes und humorvolles Theaterstück für die ganze Familie auf die Bühne, das einlädt, gemeinsam die Zukunft zu erträumen. R Otto A. Thoß B & K Philipp Eckle D Mona vom Dahl SD Leif Weitzel TP Pascal Grupe MIT Doumit – Petry

5., 6., 22., 23.11., 19., 21.12.19, 5., 8.1. & 8.2.20 INSEL ca. 1 ¼ Stunden, keine Pause

FLIEGEN LERNEN

2+

Theater für die Allerkleinsten von Stefanie Heiner URAUFFÜHRUNG „Reizvolles Kindertheater … Ganz und gar konzentriert verfolgen die Kleinen jede Bewegung von Lodi Doumit und Pål Fredrik Kvale – und brechen dabei immer wieder in herz­haftes Gekicher aus.“ BNN R Stefanie Heiner B & K Karla Elisabeth Wilke M Philipp Münnich D Virginie Bousquet TP Pascal Grupe MIT Doumit – Kvale 21.11., 6., 7., 29.12.19, 16., 17. & 18.1.20 INSEL 45 Minuten, keine Pause

FUCKFISCH

14+

von Juliette Favre URAUFFÜHRUNG „Eine gnadenlose Abrechnung, nicht nur mit veralteten Vorstellungen über ‚Backfischliteratur‘, sondern vor allem auch mit testosterongesteuerten Jungs – tieftraurig, aber auch witzig und selbstironisch.“ SWR2 R Swaantje Lena Kleff B & K Friederike Lettow M Ludwig Müller D Lena Fritschle TP Pascal Grupe MIT Müller, Kunina – Neumann a. G., Petry 19.11.19, 6. & 7.2.20 INSEL 1 ½ Stunden, keine Pause

HEDWIG AND THE ANGRY INCH

15+

JUGEND OHNE GOTT

14+

Buch von John Cameron Mitchell Musik & Gesangstexte von Stephen Trask Deutsch von Rüdiger Bering & Wolfgang Böhmer „Das Badische Staatstheater dürfte einen neuen Publikumsrenner haben ... Für Fans von Rock-Musicals ... ein unbedingtes Muss.“ BNN R Otto A. Thoß B & K Sarah Antonia Rung ML Cindy Weinhold D Virginie Bousquet TP Pascal Grupe MIT Doumit – Kvale Band Weinhold – van der Heide, Müller, Siegel 28., 29.11.19 & 30.1.20 INSEL 1 ¾ Stunden, keine Pause

nach dem Roman von Ödön von Horváth „Langanhaltender Applaus ... Unbedingt sehenswert!“ BNN R & B Jakob Weiss K Elena Gaus D Otto A. Thoß TP Pascal Grupe MIT Müller – Neumann a. G., Petry, Schumacher & Anton, Azemi, Grimm, Höll, Kettnaker, Klug, Mutke 12.11., 17., 18.12.19, 28. & 29.1.20 INSEL 1 ½ Stunden, keine Pause

MAX UND MORITZ

6+

von Otto A. Thoß (Buch und Liedtexte) nach Wilhelm Busch URAUFFÜHRUNG Mit Fantasie und Humor stellen Max und Moritz die wohlgeordnete Welt der Erwachsenen auf den Kopf − bis diese sich zur Wehr setzen und die Freundschaft der Jungs auf die Probe gestellt wird. Nach Aschenputtel setzt Otto A. Thoß beim Familienstück zu Weihnachten wieder auf die Aktualisierung eines Klassikers der Kinderliteratur mit viel Musik. Ein großer Spaß für kleine und große Besucher*innen! R Otto A. Thoß ML Cindy Weinhold B Friederike Lettow K Philipp Eckle CH Christine Schramm D Mona vom Dahl TP Pascal Gruppe MIT Doumit/ Müller, Kunina – Kvale/Herzig, Lichottka a. G., Meier a. G. Premiere 10.11.19, 13., 14., 15., 17., 21., 24., 29.11., 1., 2., 4., 5., 6., 8., 9., 10., 11., 12., 13., 16., 17., 18., 19., 21., 22., 23., 25., 28., 29.12.19, 5., 6., 8., 9., 10., 13., 14., 16., 20., 21., 22., 23., 24., 26., 28., 29., 30., 31.1. & 2.2.20 KLEINES HAUS ca. 1 ¼ Stunden, keine Pause


WIR SAGEN DANKE

WOLFGANG SIEBER, PETER SPUHLER, OTTO A. THOß & JOHANNES GRAF-HAUBER

JOHANNES GRAF-HAUBER, DIETER DEGREIF & GABRIELE KEUERLEBER

SCHÖNE ÜBERRASCHUNG ZUM SPIELZEITENDE Unser ehemalige Verwaltungsdirektor und Ehrenmitglied Wolfgang Sieber hat zu seinem runden Geburtstag auf Geschenke verzichtet – und damit unserem JUNGEN STAATSTHEATER ein ganz großes gemacht. Wir – ganz besonders Generalintendant Peter Spuhler, der Leiter des JUNGEN STAATSTHEATERS Otto A. Thoß und der Geschäftsführende Direktor Johannes Graf-Hauber – bedanken uns sehr dafür!

STAUFERMEDAILLE DES MINISTERPRÄSIDENTEN FÜR DIETER DEGREIF Der Lehrer organisierte ehrenamtlich viele Jahrzehnte lang die „Nußlocher Theaterfahrten“, die es den Menschen in Wiesloch, Heidelberg und den umgebenden Ortschaften ermöglichten, kulturelle Veranstaltungen in Baden-Württemberg und den angrenzenden Ländern zu erreichen. Dafür wurde er jetzt ausgezeichnet. Mindestens 20x im Jahr kam er mit seiner Busgruppe zu uns ins STAATSTHEATER. Danke und unseren Glückwunsch zu dieser besonderen Ehrung!

MONGOS

12+

von Sergej Gößner „Mongos zeigt eine kurze, intensive Zeit im Leben zweier Jugendlicher. Die Produktion berührt, auch weil sie gerade über ihren provokanten Ton mit heuchlerischem Mitleid, Vorurteilen und Abwertung aufräumt.“ BNN R Maximilian Pellert K Tamara Goldfeld-Schiefer D Nele Lindemann TP Pascal Grupe MIT Neumann a. G., Petry 13.11., 4., 5.12.19 & 23.1.20 INSEL 1 Stunde, keine Pause Wir spielen die mobile Produktion auch im Klassenzimmer. BERATUNG & VERKAUF SCHULEN Jule Huber T 0721 20 10 10 20

NINA UND PAUL

10+

Klassenzimmerstück von Thilo Reffert „Nina und Paul ist ein warmherziges Stück über das Ringen mit erster Verliebtheit und die Schwierigkeiten, diese Gefühle

auszudrücken. Es erzählt aber auch über diese Liebesgeschichte hinaus von den Grenzen der eigenen Perspektive.“ BNN R Uwe Dreysel B & K Philip Rubner M Robert Wenzl D Mona vom Dahl TP Anna Müller MIT Müller – Herzig

23.12.19 & 16.2.20 INSEL

Aufruf ‚Jetzt. Hier und heute. Wir!‘ gilt ein ‚Bravo‘ ebenso wie ein ‚Viel Erfolg in den Klassenzimmer!‘“ BNN R Djuna Delker B & K Svenja Kosmalski D Lena Fritschle TP Pascal Grupe MIT Kunina – Kvale

20. & 21.1.20 INSEL

Mobil als Klassenzimmerstück 1 Stunde, keine Pause Die mobile Produktion kann von Schulen unter T 0721 20 10 10 20 oder E-MAIL schulen@staatstheater. karlsruhe.de gebucht werden.

1. KINDERKONZERT: 6+ PETER UND DER WOLF

ca. 1 Stunde, keine Pause

Werke von Prokofjew

Die mobile Produktion kann von Schulen unter T 0721 20 10 10 20 oder E-MAIL schulen@staatstheater. karlsruhe.de gebucht werden.

Die mobile Produktion kann von Schulen unter T 0721 20 10 10 20 oder E-MAIL schulen@staatstheater. karlsruhe.de gebucht werden.

Gunnar Schmidt Erzähler Ulrich Wagner Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE

PLANET B

SCHWALBENKÖNIG

ca. 1 Stunde, keine Pause

12+

Klassenzimmerstück von Stefan Hornbach In Kooperation mit dem slowakischen Nationaltheater Bratislava und dem Pest Magyar Theatre Budapest im Rahmen von Young Europe III, einem Projekt der European Theatre Convention ETC URAUFFÜHRUNG AUFTRAGSWERK „Dem Stück wie auch Martis

12+

Klassenzimmerstück von Stefan Hornbach URAUFFÜHRUNG AUFTRAGSWERK „Jeder Satz ist ein Treffer … So viel Diversity würden sich viele auch im modernen Profifußball wünschen.“ BNN R Otto A. Thoß K Philip Rubner D Lena Fritschle TP Benedict Kömpf MIT Petry

10.11.19 GROSSES HAUS 1 Stunde, keine Pause

2. KINDERKONZERT: 6+ HÄNSEL UND GRETEL Werke von Humperdinck Sänger*innen des Opernensembles in Kostüm und Maske Ulrich Wagner Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE 8.12.19 GROSSES HAUS 1 Stunde, keine Pause 49


JUGENDKAMMERKONZERT – BRAHMS’ KLAVIERQUINTETT 16+ Werke von Brahms Viola Schmitz & Ayu Ideu Violine Christoph Klein Viola Benjamin Groocock & Johannes Vornhusen Violoncello Miho Uchida & Alison Luz Klavier Rahel Zinsstag Konzept & Moderation Mitglieder der BADISCHEN STAATSKAPELLE 14. & 15.1.20 STUDIO 1 Stunde, keine Pause

2. JUGENDKONZERT – LE TOMBEAU DE COUPERIN Werke von Ravel John Nelson Dirigent 11.2.20 KLEINES HAUS 1 Stunde, keine Pause

VOLKSTHEATER CASINO GLOBAL

14+

URAUFFÜHRUNG Privilegien bedeuten Macht. Sie verschaffen uns unverdiente und oftmals unbewusste Vorteile, Zugänge und Vorzüge, die unseren Alltag erleichtern. Wer hat welche Privilegien? Wer hat sie nicht? Und warum ist das so? Ein generationsübergreifendes Ensemble aus Karlsruhe lädt ein in einen theatralen Parcours, in dem die eigenen Privilegien auf den Prüfstand gestellt werden können, und wo sich daraus nicht Last oder Schuld ergibt, sondern eine Chance, sie mit anderen zu teilen. KL Stefanie Heiner, Stephan Mahn B & K Petra Linsel M Philipp Münnich V Matthias Pick D Lena Mallmann Öffentliche Probe 12.12. Voraufführung 15.12. Premiere 15.12.19 & 3.1.20 INSEL ca. 1 ½ Stunde, keine Pause

LADIES FIRST

16+

Ein interaktives Spielesetting zum weltweiten Größenwahn URAUFFÜHRUNG „Wie lässt sich ein so komplexes Thema überhaupt überblicken? Dieser Frage widmet sich das interaktive Theaterprojekt Casino Global im Studio des Staatstheaters auf wahrhaft spielerische Weise: Regisseur und Casino-Leiter Lajos Talamonti hat den knapp zweistündigen Abend eingerichtet, in dem Karlsruher Bürgerinnen und Bürger als Croupiers zum Spiel um die Zukunft einladen.“ BNN KONZEPT & KL Lajos Talamonti B & K Dominik Stillfried S & PR Georg Werner D Stefanie Heiner

STÜCKENTWICKLUNG

Stefanie Heiner, Dominik Stillfried, Lajos Talamonti, Georg Werner

9.11.19. STUDIO

DAS PRIVILEG

ca. 1 ¾ Stunden, keine Pause

Ein musikalischer Abend mit 56 Frauen „So geht’s also auch. Anstatt verbissen um die „Bewegung für Freiheit und Selbstbestimmung bezüglich aller Fragen, die im Zusammenhang mit Geschlecht, Körper und sex­ueller Orientierung stehen“ zu kreisen, machen sich 56 Frauen einfach selbst zum Programm. Und wie! Sie zeigen, dass Humor noch immer die beste Antwort auf angestaubte Rollenbilder ist. Das Ergebnis kann sich sehen und vor allem hören lassen!“ BNN ML Ulrich Wagner / Marius Zachmann R Otto A. Thoß B Anne Horny K Alexandra Kica D Deborah Maier TP Anna Müller MIT Damen des BADISCHEN STAATSOPERNCHORES, Karlsruherinnen, Christina Niessen, Viola Müller

Wiederaufnahme 22.11. GROSSES HAUS 19.12.19 & 30.1.20 KLEINES HAUS 2 Stunden, eine Pause

1. KLEINKINDERKONZERT – IM DSCHUNGEL

6+

15., 16. & 17.11.19 9.30 & 11.00 INSEL

2. KLEINKINDERKONZERT – IN DER TIEFSEE 10., 11. & 12.1.20 9.30 & 11.00 INSEL

50

6+

PROBELIEGEN

14+

Recherchestück mit Karlsruher Bürger*innen „Poetisches wechselt mit blanker Statistik; Wünschen und Träumen stehen Kosten, Formalitäten und Paragrafen gegenüber. Probeliegen zeigt auch, dass sich Vergänglichkeit durch das ganze Leben zieht – und dieses vielleicht gerade deshalb so wertvoll macht.“ BNN R Stefanie Heiner B & K Petra Linsel M Phillip Münnich T Sarah Stührenberg & Ensemble D Sarah Stührenberg MIT C. Baran, L. Baran, Bauer, Contrera, Leuchte-Wetterling, Lisovski, U. Mink, Usta, C. Zschiesche, M. Zschiesche – Brunner, C. Mink, Rentz, Schmid-Isringhausen, Tigmeanu 2., 16.11. & 3.12.19 STUDIO 1 Stunde, keine Pause

SOGWIRKUNG

a. G. als Gast B Bühne C Chor CH Choreografie D Dramaturgie E Einstudierung ER Einrichtung I Inszenierung K Kostüme KL Künstlerische Leitung KM Künstlerische Mitarbeit L Licht M Musik ML Musikalische Leitung PL Produktionsleitung R Regie TP Theaterpädagogik V Video BADISCHES STAATSTHEATR KARLSRUHE, GROSSES HAUS, KLEINES HAUS & STUDIO Hermann-Levi-Platz 1 76137 Karlsruhe T 0721 35 57 0

13+

Ein Tanztheaterprojekt mit Jugendlichen & einer Schauspielerin In Kooperation mit der Jugendund Drogenberatung Karlsruhe & dem Jugend- und Gemeinschaftszentrum Weiße Rose URAUFFÜHRUNG „Ein beeindruckendes künstlerisches Erlebnis.“ BNN Wir alle streben nach Erfolg, Glück, Liebe, Abenteuer, Perfektion, Sinn. Wir hungern nach Anerkennung, Zuneigung und Geborgenheit und erliegen dem Leistungsdruck. Doch was, wenn das Verlangen zu groß, das Leben zu einem einzigen Rausch, die Sehnsucht zur Sucht wird? Gemeinsam mit einer Schauspielerin aus dem Ensemble des JUNGEN STAATSTHEATERS setzen sich Jugendliche ab 13 Jahren mit Sucht auseinander. Entlang unterschiedlicher Tanzstile und Bewegungsformen gehen sie in Ausein- andersetzung mit ihren eigenen Leidenschaften. Über das vorsprachliche Ausdrucksmittel des Tanzes entstehen sinnlich bewegte Bilder zwischen Ekstase und Realität. MIT Jugendlichen aus Karlsruhe, Lodi Doumit R Stefanie Heiner CH & B Erika Hoppe K Sarah Sauerborn M Matthias Pick D Lena Fritschle TP Virginie Bousquet 26., 27.11.19, 14. & 15.1.20 INSEL 1 Stunde, keine Pause

JUNGES STAATSTHEATER IN DER INSEL Karlstraße 49 b 76133 Karlsruhe T 0721 72 58 09 10 THEATERKASSE Mo – Fr 10 – 18.30 Uhr Sa 10 – 13 Uhr T 0721 93 33 33 F 0721 35 57 34 6 E-MAIL kartenservice@ staatstheater.karlsruhe.de ONLINE-TICKETS www.staatstheater. karlsruhe.de/Online-Tickets ÖFFNUNGSZEITEN ABOBÜRO Mo – Fr 10 – 13 Uhr & 14 – 18.30 Uhr, Sa 10 – 13 Uhr E-MAIL abonnementbuero@ staatstheater.karlsruhe.de T 0721 35 57 323/324 BERATUNG & VERKAUF FÜR SCHULEN & KINDERGÄRTEN Jule Huber T 0721 20 10 10 20 E-MAIL schulen@ staatstheater.karlsruhe.de


14. – 28.2.

TICKETS 0721 933 333 WWW.STAATSTHEATER.KARLSRUHE.DE

Peter Lely, A Boy as a Shepherd, oil on canvas, 91.4 x 75.6 cm, DPG563. Dulwich Picture Gallery, London


TURANDOT

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OPER IN DREI AKTEN VON GIACOMO PUCCINI LIBRETTO VON GIUSEPPE ADAMI & RENATO SIMONI NACH CARLO GOZZIS TURANDOT KOOPERATION MIT DEM TEATRO MASSIMO PALERMO & TEATRO COMUNALE DI BOLOGNA IN ZUSAMMEN­ARBEIT MIT DEM LAKHTA CENTER ST. PETERSBURG Premiere 25., 31.1., 13.2., 11., 25.3., 25.4., 15., 24.5., 11. , 18.6., 11. & 24.7.20 „Ein futuristischer Reigen, der in atemberaubender Weise Puccinis Musik zum Raumschiff in die Zukunft macht.“ RAI 24

AUFNAHME TEATRO MASSIMO, PALERMO 53


SYMPOSIUM OPER & MEDIENKUNST

DAS MUSIKTHEATER DER ZUKUNFT EIN NEUES KAPITEL DER OPERNGESCHICHTE: OPER UND MEDIENKUNST

DIGITAL FREISCHÜTZ

Eine Oper als Total-Kunstwerk mit Videoanimationen und elektronischen Klangeinspielungen, zeitgleich an verschiedenen Aufführungsorten, die über die ganze Welt verteilt sind? Der Computer als Komponist? Theaterräume, in die Sie eintauchen können und die Ihnen die Welt der handelnden Figuren, den Kosmos des Komponisten und das Universum der Klänge hautnah vermitteln? Virtuelle Anwendungen, die ungewöhnliche Perspektiven, Einblicke und Eindrücke erlauben? Oper im Alltag auf dem Tablet und dem Handy, auf Ihrem Büroschreibtisch oder in der Küche? Die digitalen Technologien eröffnen ganz neue Möglichkeiten für Theatermacher*innen, um Oper auf unerwarteten und neuen Wegen zu den Menschen zu bringen. Um einen Einblick zu gewinnen, welche Entwicklungen es in puncto Digitalität und Medien im Musiktheater gibt, und der Frage nachzugehen, wie das Musiktheater in 50 Jahren vielleicht aussehen könnte, lädt das STAATSTHEATER gemeinsam mit dem ZKM-Expert*innen, Medienkünstler*innen und Theatermacher*innen zu einem Symposium mit dem Titel Oper und Medienkunst ein. Zum Anlass nehmen wir die Inszenierung von Giacomo Puccinis Oper Turandot, die der italienische Regisseur Fabio Cherstich mit dem russischen Videokunstkollektiv AES&F und die wir gemeinsam mit den Opernhäusern in Palermo und Bologna produziert haben. Ebenso zeigen wir weiterhin unsere Virtual-Reality-Oper Digital Freischütz, die auch international für Aufsehen sorgte. Dem Thema Oper und Medienkunst ist eine Reihe des STAATSTHEATERS gewidmet, die sich von Doctor Atomic über Das schlaue Füchslein, Digital Freischütz und Turandot entwickelt hat und in den kommenden Jahren ihre Fortführung finden wird. 54


DAS SCHLAUE FÃœCHSLEIN

TURANDOT. AUFNAHME TEATRO MASSIMO, PALERMO 55


FAUST OPER

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OPER IN FÜNF AKTEN VON CHARLES GOUNOD LIBRETTO NACH JULES BARBIER UND MICHEL CARRÉ NACH DER GLEICHNAMIGEN TRAGÖDIE JOHANN WOLFGANG GOETHES B-Premiere 1.11.19 6., 21.11., 6., 26.12.19, 9., 23.1., 8., 22.3., 12., 28.4. & 23.5.20 „Der thailändische Tenor Nutthaporn Thammathi, neu im Karlsruher Ensemble, erweist sich als Glücksgriff. Er singt die Titelpartie absolut souverän.“ Badisches Tagblatt

KS. KONSTANTIN GORNY, NUTTHAPORN THAMMATHI 57


DON GIOVANNI

SEIN GRÖSSTER KRITIKER IST ER SELBST EIN PORTRÄT ÜBER DON-GIOVANNI-REGISSEUR FLORIS VISSER Mit 29 Jahren war er der jüngste Regisseur und erste Niederländer, der am Bolschoi-Theater in Moskau inszenierte. Als Michael Fichtenholz, ehemaliger Operndirektor am STAATSTHEATER KARLSRUHER und damals am Bolschoi tätig, Floris Visser kontaktierte, um mit ihm über ein mögliches Engagement zu sprechen, hatte der schon einen langen und beeindruckenden Weg hinter sich: Schauspiel- und Regiestudium an der Theaterakademie in Maastricht, Gesangsstudium am Königlichen Konservatorium in Den Haag, Assistent von Regiegröße Willy Decker und eine Inszenierung von Figaros Hochzeit im Auftrag des niederländischen Königshauses anlässlich des Geburtstags von Königin Beatrix. An das erste Zusammentreffen mit Michael Fichtenholz 2012 in Amsterdam erinnert sich Visser noch genau: „Er sagte mir, er würde meine Inszenierungen schätzen, also kamen wir ins Gespräch und diskutieren ein paar meiner vergangenen Arbeiten, bis er auf einmal seinen Laptop aufklappte und begann über die potenzielle Besetzung zu sprechen. Ich war überrascht und fragte: ‚Also bin ich engagiert?‘ Und er sagte: ‚Natürlich, sonst wäre ich doch nicht hier.‘“ Vissers Così fan tutte in Moskau 2014 war dann der Beginn einer internationalen Karriere. Er inszenierte zunächst in Deutschland, Russland, den Niederlanden und der Schweiz. Nur zwei Jahre später folgte sein Semele-Erfolg am STAATSTHEATER KARLSRUHER im Rahmen der INTERNATIONALEN HÄNDELFESTSPIELE, jüngst begeisterte er hier Publikum und Presse mit seiner packenden und zugleich sinnlichen Interpretation von Hoffmanns Erzählungen. Wie wichtig die Vertrauensbasis zwischen Regisseur und Opernhaus ist, zeigt sich für Visser schon in der Stückauswahl: „Zu Beginn fand ich manchmal schwer Zugang zu den Werken, die man mir vorschlug. Aber Menschen wie Michael Fichtenholz und Peter Spuhler haben ein untrügliches Gespür für die Titel, für die sie mich engagierten. Es ist, als würden sie ‚meine Opern‘ irgendwie riechen – und zwar viel früher als ich selbst. Ich mag diese Herausforderungen, weil sie mich aus meiner Komfortzone locken. Ich finde, wir wachsen durch Widerstand. Wenn es zu leicht von der Hand geht, werde ich misstrauisch.“ 58

FLORIS VISSER

Vissers Ansprüche an sich selbst sind stets hoch: „Meine Prämisse für jedes Konzept lautet: Es muss prägnant und allgemeingültig zugleich sein, dabei auch noch eine packende Geschichte erzählen und der Musik dienen.“ Was klingt wie eine schier unlösbaren Aufgabe, ist bei diesem Künstler die Grundzutat all seiner Arbeiten. Das Faszinierende seiner Opern-Interpretationen besteht im Zusammenspiel mehrerer Ebenen, in der Kombination aus Wissen, Witz und Sinnlichkeit, handwerklicher Präzision und philosophischer Bedeutung. Bei diesem Kraftakt schätzt Visser die Unterstützung seines Teams und der Sänger besonders. Obwohl er alle seine Stücke auswendig kennt und zu Probenbeginn genaue Vorstellungen von dem hat, was er auf der Bühne zeigen will, weiß er, dass der Zauber erst im gemeinsamen Schaffensprozess entsteht: „Meine Konzepte enthalten Ideen, die in meiner Vorstellung unglaublich schön klingen, praktisch aber unmöglich umsetzbar sind. Das ist der Moment, in dem ich mein Notizbuch schließe und mich im Probenraum umsehe, wer da eigentlich vor mir steht, mit wem ich also diese Reise gehen werde.“ Für diese Offenheit im Entstehungsprozess ist eine gründliche Vorbereitung das A und O. Genaue Kenntnis über Musik und Text, Sekundärliteratur, literarische Vorlagen der Oper, das Durchspielen von Szenen im Modell etc. sind für Visser unabdingbar. Nur dann kann er frei inszenieren: „Was sich im Zusammenspiel aller verfügbaren Energien auf der Bühne ergibt, lässt sich nicht vorhersagen und das ist die Magie, für die ich das Theater so sehr liebe. Aber genau deswegen ist die Vorbereitung für mich der Schlüssel zum Erfolg: Je besser ich vorbereitet bin, desto besser kann ich improvisieren.“ Klingt nach Netz und doppeltem Boden, aber für Visser ist auch der Zweifel ein wichtiger Faktor: „Manchmal sehen meine Konzepte von außen hieb- und stichfest aus, aber ich zweifle dabei immer. Ich zweifle ständig, wenn ich richtigliege. Ich bin ganz ehrlich: Die größte Herausforderung an meinen Beruf ist die ständige Angst davor, nicht gut genug zu sein, dem Stück nicht gerecht werden zu können.“ Gerade diese Selbstkritik ist ein wichtiger Motor


HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN für seine Arbeit, das permanente Hinterfragen ein Schlüssel zu seinem Erfolg. Im Dezember 2019 folgt nun Vissers dritte Inszenierung in Karlsruhe: Don Giovanni, das noch fehlende Stück in seinem Da-Ponte-Zyklus nach Così und Figaro. Die Gedanken des Regisseurs zu Mozarts düsterstem Meisterwerk sind über die Jahre gereift: „Unsere Così fan tutte war Theater auf dem Theater, Figaro spielte in einem Haus. Hätte ich mich damals für ein Konzept entscheiden müssen, mein Don Giovanni würde, weil die Religion im Fokus steht, heute in einer Kirche spielen. Ich bin sehr froh, dass es anders gekommen ist. Wir verorten die Handlung jetzt an einem vielschichtigeren, anonymen Ort, der ein Mausoleum oder ein Hotel sein kann, wo sich die Verlorenen und Suchenden treffen.“ In seinem Titelhelden sieht der Regisseur nicht den gewissenlosen Lebemann, sondern vor allem einen klassischen Freidenker, der – wie schon seine historische Vorbilder Casanova oder Lorenzo da Ponte – den Wandel vom Priester zum Frauenheld als Reaktion auf die starre Gesellschaftsform, vollzieht. Visser zeigt Giovanni als Gepeinigten, der am Ende an seiner eigenen Grenzenlosigkeit zerbricht. DON GIOVANNI Dramma Giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Lorenzo da Pont In italienischer Sprache mit deutschen & englischen Übertiteln ML Johannes Willig R Floris Visser A Dieuweke van Reij L Alex Brok C Ulrich Wagner D Deborah Maier TP Anna Müller BADISCHE STAATSKAPELLE & BADISCHER STAATSOPERNCHOR Premiere 14.12.19 GROSSES HAUS Weitere Vorstellungen 20., 28.12.19 & 19.1.20

SEMELE 59


TRISTAN UND ISOLDE

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E

HANDLUNG IN DREI AUFZÜGEN VON RICHARD WAGNER WIEDERAUFNAHME IN NEUER BESETZUNG MIT STEFAN VINKE & ANNEMARIE KREMER 17.11. 1.12.19, 5.1. & 2.2.20 „Das Publikum tobt vor Begeisterung. Wagner fürs Herz.“ Die Reinpfalz

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3., 4. & 5. SINFONIEKONZERT

SAG´ ZUM ABSCHIED LEISE: „SEE YOU SOON!“… SOLIST*INNEN AUS DEM OPERNENSEMBLE DES STAATSTHEATERS & DER BADISCHEN STAATSKAPELLE IM KONZERT

2017/18 präsentierte Ihnen die STAATSKAPELLE einen reichhaltigen und üppigen Konzertspielplan. Zum Abschied von Generalmusikdirektor Justin Brown sollte das große Spektrum seiner Arbeit noch einmal ganz zur Geltung kommen. So war der Plan. Ein Programm mit Werken, zu denen er einen besonderen persönlichen Bezug hat. Mit Bruckners 7. Sinfonie, einem ausschließlich englischen Konzertprogramm, der Kombination aus Carl Orffs Carmina Burana und George Crumbs A Star Child in einem grandiosen Konzert mit insgesamt 273 Mitwirkenden aus STAATSBALLETT, STAATSOPERNCHOR & EXTRACHOR, STAATSKAPELLE, dem Opernensemble sowie dem Handglockenchor Karlsruhe und dem Cantus Juvenum e. V. auf der Bühne des GROSSEN HAUSES – und weiteren, in vielerlei Hinsicht großen Werken, wollte sich unser langjähriger Generalmusikdirektor vom Karlsruher Publikum, dem STAATSTHEATER und seinen Kolleg*innen verabschieden. Doch dann kam alles anders – und Justin Brown blieb der STAATSKAPELLE für zwei weitere Spielzeiten erhalten. So erleben Sie in der Spielzeit 2019/20 ein weiteres Konzertprogramm mit Stücken, die dem scheidenden Dirigenten sehr am Herzen liegen. Neben der von ihm sehr geprägten STAATSKAPELLE

JUSTIN BROWN

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werden Sie in den kommenden Konzerten auch zahlreichen Künstler*innen begegnen, zu denen Justin Brown im Laufe seiner Karlsruher Zeit ein enges kollegiales Verhältnis aufgebaut hat und für die das STAATSTHEATER ein Ort ist, an dem sie mit Begeisterung arbeiten oder den sie immer wieder gerne zurückkehren. Gleich im November haben Sie im Rahmen des 3. Sinfoniekonzerts die Möglichkeit, den Solo-Klarinettisten Frank Nebl und die Konzertmeisterin der Bratschen Km. Franziska Dürr als Solist*innen in Max Bruchs opulentem Doppelkonzert für Klarinette und Viola unter der Leitung von Moritz Gnann zu erleben. Freuen Sie sich außerdem auf Antonín Dvořáks melodienreiche Sinfonie Nr. 8 G-Dur und George Benjamins Dance Figures. Ein Programm voller Freude! Im 4. Sinfoniekonzert präsentieren wir Ihnen ein fulminantes Chorkonzert auf unserem Konzertspielplan. Zusammen mit dem STAATSOPERNCHOR und dem EXTRACHOR sowie den Ensemblemitgliedern Ks. Ina Schlingensiepen und Ks. Armin Kolarczyk erleben Sie die BADISCHE STAATSKAPELLE mit Gabriel Faurés Requiem op. 48. Dieses Konzert steht unter der Leitung von John Nelson, der mit dem STAATSOPERNCHOR bereits die mit dem International Opera Award 2018 ausgezeichnete Aufnahme von Hector Berlioz´ Les Troyens eingespielt hat. Abgerundet wird dieser Abend von Ravels melancholischem Le Tombeau de Couperin sowie Georges Bizets 1. Sinfonie, seinem meisterhaften Jugendwerk. Generalmusikdirektor Justin Brown steht im 5. Sinfoniekonzert am Pult der STAATSKAPELLE, in dem er mit Konzertmeister Janos Ecseghy und Thomas Gieron dem Konzertmeister der Violoncelli, Johannes Brahms‘ letztes Orchesterwerk, dem Konzert für Violine und Violoncello, vorstellt. Umrahmt wird dieses berühmte Doppelkonzert von Impressionen aus Skandinavien durch Carl Nielsens lautmalerischer Helios-Ouvertüre sowie der fesselnden 4. Sinfonie von Jean Sibelius. Auf weitere Solist*innen aus dem Ensemble des STAATSTHEATERS können Sie sich auch im 6. Sinfoniekonzert sowie im 8. Sinfonie- und 4. Sonderkonzert freuen – Justin Browns großem Abschiedskonzert mit der Chorfantasie und der 9. Sinfonie Ludwig van Beethovens, dessen 250. Geburtstag wir im Jahr 2020 feiern! Sie können gespannt sein!


3. SINFONIEKONZERT George Benjamin Dance Figures Max Bruch Konzert für Klarinette & Viola e-Moll op. 88 Antonín Dvořák Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 Frank Nebl Klarinette Km. Franziska Dürr Viola Moritz Gnann Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE 24. & 25.11.19 GROSSES HAUS

4. SINFONIEKONZERT Maurice Ravel Le Tombeau de Couperin Georges Bizet Sinfonie Nr. 1 C-Dur Gabriel Fauré Requiem op. 48 Ks. Ina Schlingensiepen Sopran Ks. Armin Kolarczyk Bariton John Nelson Dirigent BADISCHER STAATSOPERNCHOR & EXTRACHOR BADISCHE STAATSKAPELLE 9. & 10.2.20 GROSSES HAUS

5. SINFONIEKONZERT Carl Nielsen Helios-Ouvertüre op. 17 Johannes Brahms Konzert für Violine und Violoncello a-Moll op. 102 Jean Sibelius Sinfonie Nr. 4 a-Moll op. 63 Janos Ecseghy Violine Thomas Gieron Violoncello Justin Brown Dirigent BADISCHE STAATSKAPELLE 1. & 2.3.20 GROSSES HAUS 63


DIE ÜBERRASCHEND SELTSAMEN

ABENTEUER DES

ROBINSON

CRUSOE

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8+


VON SERGEJ GÖSSNER | URAUFFÜHRUNG | AUFTRAGSWERK „Gößner, der sich bereits in seinem ebenfalls am STAATSTHEATER zu sehenden preisgekrönten Stück Mongos auf schonungslose und zugleich liebevolle Weise mit Außenseitern und Geschichtenerzählern befasste, hat eine aktuelle Version von Robinson Crusoe nach dem 1719 erschienenen Roman von Daniel Defoe geschaffen.“ BNN 5., 6., 22., 23.11., 19., 21.12.19, 5., 8.1., 8.2.20 & weitere

CONSTANTIN PETRY, LODI DOUMIT 65


MAX UND MORITZ

ICH WILL SPASS! MAX UND MORITZ STELLEN DAS KLEINE HAUS AUF DEN KOPF

„Das Leben könnte so friedlich sein“, denken sich Witwe Bolte und die übrigen Dorfbewohner*innen – wenn da nicht Max und Moritz wären. Die beiden Freunde bringen allzu gern die vermeintlich wohlgeordnete Welt der Erwachsenen durcheinander. Schneider Böck schicken sie unfreiwillig baden, Onkel Fritz macht dank der beiden Jungen Bekanntschaft mit aufdringlichem Krabbelvieh in seinem Bett und auch der Lehrer Lämpel ist vor dem charmanten Duo nicht sicher. Doch Max und Moritz sind nicht nur überaus gewitzte Störenfriede, sondern hinterfragen ganz nebenbei Sinn und Moral hinter dem Regelwerk der Erwachsenenwelt. Was ist schon ein kleiner Schreck gegen Kaltblütigkeit und Arroganz?

Ganz in diesem Sinne bearbeitet der Spartenleiter des JUNGEN STAATSTHEATERS Otto A. Thoß Wilhelm Buschs kultige Lausbubengeschichte. Wie schon beim Publikumserfolg Aschenputtel im vergangenen Jahr ergänzt er den Klassiker aus der Feder von Comic-Urvater Busch mit Songs aus den letzten Jahrzehnten und geht dabei in der Popgeschichte zurück bis zu den Liedern der Neuen Deutschen Welle. Immerhin gaben Interpret*innen wie die Spider Murphy Gang und Nena in den 1980ern ganz wie Max und Moritz den Anstoß zur Remmidemmi mit viel Spaß und einer gehörigen Portion Unfug. Große wie kleine Besucher*innen des diesjährigen Familienstücks zur Weihnachtszeit können sich auf Melodien zum Wiedererkennen und Neuentdecken freuen. Mit Ohrwurmgarantie für alle! Max und Moritz spielen für ihr Leben gerne Streiche! Niemand im Dorf ist vor den frechen Aktionen der beiden sicher: Die Witwe Bolte, die auf ihrem Hof Hühner hält, bekommt den Schabernack der beiden Freunde ebenso ab wie der eitle Schneider Böck, der biedere Lehrer Lämpel und der jähzornige Onkel Fritz. Kannst du die Reime ergänzen und die Figuren anhand der Kostümentwürfe erkennen? Tipp: Wenn du dir unsicher bist, verfolge einfach die Linie. MAX UND MORITZ

6+

von Otto A. Thoß (Buch und Liedtexte) nach Wilhelm Busch URAUFFÜHRUNG R Otto A. Thoß ML Cindy Weinhold B Friederike Lettow K Philipp Eckle CH Christine Schramm D Mona vom Dahl TP Pascal Gruppe MIT Doumit/ Müller, Kunina – Kvale/Herzig, Lichottka a. G., Meier a. G. Premiere 10.11. KLEINES HAUS ca. 1 ¼ Stunden, keine Pause Weitere Vorstellungen 13., 14., 15., 17., 21., 24., 29.11., 1., 2., 4., 5., 6., 8., 9., 10., 11., 12., 13., 16., 17., 18., 19., 21., 22., 23., 25., 28., 29.12.19, 5., 6., 8., 9., 10., 13., 14., 16., 20., 21., 22., 23., 24., 26., 28., 29., 30., 31.1. & 2.2.20

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Wer im Dorfe oder Stadt einen Onkel wohnen hat, Der sei höflich und bescheiden, denn das mag der Onkel leiden. – Morgens sagt man: „Guten Morgen! Haben Sie was zu besorgen?“ Bringt ihm, was er haben muss: Zeitung, Pfeife, Fidibus. Oder sollt es wo im Rücken Drücken, beißen oder zwicken, Gleich ist man mit Freudigkeit Dienstbeflissen und bereit. – – Max und Moritz ihrerseits Fanden darin keinen Reiz. – – Denkt euch nur, welch schlechten Witz Machten sie mit !–

Jedermann im Dorfe kannte Einen, der sich Böck benannte. – Alltagsröcke, Sonntagsröcke, Lange Hosen, spitze Fräcke, Westen mit bequemen Taschen, Warme Mäntel und Gamaschen – Alle diese Kleidungssachen Wusste zu machen.

Also lautet ein Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss. – – Nicht allein das A-B-C Bringt den Menschen in die Höh; Nicht allein im Schreiben, Lesen Übt sich ein vernünftig Wesen; Nicht allein in Rechnungssachen Soll der Mensch sich Mühe machen; Sondern auch der Weisheit Lehren Muss man mit Vergnügen hören. – Dass dies mit Verstand geschah, War der ______________ da.

Mancher gibt sich viele Müh Mit dem lieben Federvieh; Einesteils der Eier wegen, welche diese Vögel legen, Zweitens: weil man dann und wann Einen Braten essen kann; Drittens aber nimmt man auch Ihre Federn zum Gebrauch In die Kissen und die Pfühle, Denn man liegt nicht gerne kühle. – Seht da ist die ______________, Die das auch nicht gerne wollte. 67


LADIES FIRST

PROJEKTCHOR 68

14+


EIN MUSIKALISCHER ABEND MIT 56 FRAUEN Wieder ab 22.11., 19.12.19, 30.1. & 15.2.20 „So geht’s also auch. Anstatt verbissen um die „Bewegung für Freiheit und Selbstbestimmung bezüglich aller Fragen, die im Zusammenhang mit Geschlecht, Körper und sex­ueller Orientierung stehen“ zu kreisen, machen sich 56 Frauen einfach selbst zum Programm. Und wie! Sie zeigen, dass Humor noch immer die beste Antwort auf angestaubte Rollenbilder ist. Das Ergebnis kann sich sehen und vor allem hören lassen!“ BNN

S– U A NH E S ROS N! G IM HER G I L A SIC M S N T I . E TICKE 1 1 . 2 2 AM 5 EURO

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DIESEN KUSS DER GANZEN WELT! PREMIEREN SEID UMSCHLUNGEN Das neue STAATSBALLETT stellt sich vor Die Premiere eröffnet das Festival Tanz Karlsruhe 2019 3.11.19 RUß – EINE GESCHICHTE VON ASCHENPUTTEL Ballett von Bridget Breiner | KARLSRUHER NEUFASSUNG 4.1.20 MARIA STUART Ballett von Bridget Breiner | UA 19.4.20 MOVERS & SHAKERS Ballettabend mit Choreografien von David Dawson, Cathy Marston & Marguerite Donlon 13.6.20 WIEDERAUFNAHMEN DER NUSSKNACKER – EINE WEIHNACHTSGESCHICHTE Ballett von Youri Vámos 30.11.19 CARMINA BURANA Ballett von Germinal Casado 10.3.20 EXTRAS AUFGEFÄCHERT Ein Festival für den Tanz 16.–18.7.20 INTERNATIONALE BENEFIZGALA 18.7.20 VIRTUAL REALITY TANZPROJEKT der CyberRäuber mit dem STAATSBALLETT | UA Sommer 2020

Profile for Staatstheater Karlsruhe

Magazin 28  

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