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04 | Theaterblatt April 2013

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny FaustIn and out/Der TragÜdie zweiter Teil The Full Monty – Ganz oder gar nicht Gelber Mond Internationale Maifestspiele 2013 Kartenvorverkauf

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April 2013 Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny Internationale Maifestspiele 2013 FaustIn and out/Der Tragödie zweiter Teil The Full Monty – Ganz oder gar nicht Gelber Mond / Junges Staatstheater Konzerte Spielplan April Jugendreferat im April Wartburg im April Pressestimmen Ballett im April Extras News und Impressum

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Liebes Publikum, große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Schatten in Form von minutiöser Organisation und Mobilisation vereinter Kräfte. Das gilt für das Großprojekt neue Spielzeit 2013/2014, deren Programm wir Ihnen am 19. April vorstellen. Das gilt für das wunderbare Festival der Internationalen Maifestspiele, das am 27. April eröffnet wird und bis zum 31. Mai in 35 Tagen 38 Produktionen aus 15 Ländern auf die Bühnen des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden bringt. Das gilt natürlich für jede einzelne Produktionen, jede Vorstellung und ganz besonders für jede Premiere. Derer haben wir im April gleich vier aus vier unterschiedlichen Sparten: Der Jugendclub präsentiert am 13. April seine neuste Produktion in der Wartburg und zeigt das Musical The Full Monty getreu dem Motto: „Ganz oder gar nicht!“ FaustIn and out ist eine spannende Fortsetzung von Tilman Gerschs Auseinandersetzung mit Goethes Faust-Thematik. Der Tragödie zweiter Teil ist ab 26. April im Kleinen Haus zu sehen. Mit der Brecht/Weill-Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny starten wir am 27. April in die Internationalen Maifestspiele und eröffnen den Reigen hervorragender und außergewöhnlicher Gastspiele unter anderem aus Großbritannien, Monaco, Spanien, Griechenland, Südafrika, Kanada und Australien. Am 29. und 30. April ist bereits die Compagnie Käfig mit Yo Gee Ti als erstes großes Internationales Gastspiel im Rahmen der Maifestspiele im Großen Haus zu erleben. Die Compagnie mit Tänzerinnen und Tänzern aus Taiwan und Frankreich präsentiert ein Tanzstück von Mourad Merzouki. Zum Start in die Junge Woche am 28. April erzählt Gelber Mond die Geschichte der beiden Ausreißer Leila und Lee. Auch die Zuschauer befinden sich bei dieser Produktion auf Abwegen: Das Junge Staatstheater präsentiert Gelber Mond im Wiesbadener Schlachthof. Freuen Sie sich auf diese und weitere Höhepunkte und genießen Sie ein buntes und vielseitiges Programm. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ihr Staatstheater Wiesbaden

Das Staatstheater Wiesbaden im Netz: www.staatstheater-wiesbaden.de facebook.com/Staatstheater.Wiesbaden twitter.com/StaatstheaterWI youtube.com/user/StaatstheaterWi vimeo.com/StaatstheaterWi

Kartenvorverkauf Hessisches Staatstheater Wiesbaden Telefon 0611 . 132 325 Fax 0611 . 132 367 Christian-Zais-Str. 3 Montag bis Freitag 10.oo-19.30 Uhr Samstag 10.oo-14.00 Uhr Sonn- und Feiertag 11.00-13.00 Uhr E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de

Tourist Information Marktplatz 1, Telefon: 0611 . 1729-930, Fax: 0611 . 1729-798 Mo bis Fr 9.45-18 Uhr; Sa 10-15 Uhr; So 11-15 Uhr (Vorverkaufsgebühr 13%) Kartenvorverkauf Galeria Kaufhof Telefon 0611 . 304 808 / 0611 . 376 444, Eingang Friedrichstraße, 65185 Wiesbaden Montag bis Freitag 9.15-18.30 Uhr, Samstag 9.15-16.00 Uhr (Vorverkaufsgebühr 13%) Vorverkauf Frankfurt-Ticket Telefon 069 . 1340 400, Hauptwache Frankfurt (B-Ebene, neben dem Kaufhof) Montag bis Freitag 9.30-19.00 Uhr (tel. 8.00-20.00 Uhr) Samstag 9.30-16.00 Uhr (tel. 8.00-19.00 Uhr), Sonntag 10.00-18.30 Uhr (nur tel.) www.frankfurt-ticket.de (Vorverkaufsgebühr 13%) Ticketbox e.Kfr. Kleine Langgasse 4, 55116 Mainz, Tel. 06131 . 2 11 500 oder 22 39 11, Fax 06131 . 2 11 501 Mo bis Fr 10-14 Uhr und 15-18 Uhr; Sa 10-14 Uhr; www.ticketbox-mainz.de (Vorverkaufsgebühr 13%)

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Titel: Ein Winternachtstraum

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Daniel Brenna, Jonas Gudmundsson, Dennis Wilgenhof, Brett Carter

„Wie man sich bettet, so liegt man“

Das Mahagonny-Projekt stand mehrere Jahre im Zentrum der Zusammenarbeit von Kurt Weill und Bertolt Brecht. Zunächst entstand für BadenBaden ein Songspiel unter dem Titel Mahagonny, das im Sommer 1927 uraufgeführt wurde. Von 1927 bis 1929 arbeiteten Weill und Brecht den Stoff des Songspiels schließlich zu einer alles! Der Taifun biegt ab, aber die Ein Taifun bedroht die Paradies-Stadt Mahagonny, in neuartigen „epischen“ Oper unter der die Bewohner ein beschauliches, aber zunehmend „Gesetze der menschlichen Glückse- dem Titel Aufstieg und Fall der Stadt unzufriedenes Leben führen. Die Bedrohung inspiriert ligkeit“, die Jim Mahoney eingeführt Mahagonny aus, zu einem satirischen hat, bleiben in Kraft. Die Vergnüund desillusionierenden Gegenentein neues Gesetz: Du darfst alles! Mit einer Musik, die gungsstadt erlebt einen neuen Boom. wurf, mit dem das Genre der Oper die gängigen Klischees der Unterhaltungsmusik zu Das hemmungslose Vergnügen wird erneuert werden sollte. Er wurde zur einer neuen dynamischen Kunstform erhebt, haben bis zur Selbstzerstörung praktiziert: negativen Utopie einer kapitalistiWeill und Brecht eine spannungsreiche Oper geschaf- Zuerst Essen, dann Lieben und Boxen, schen Gesellschaft. fen, die mit immer neuen Überraschungen aufwartet. schließlich Saufen. Die Bedürfnisse steigen – und mit ihnen die Preise. 1930 fand in Leipzig die Uraufführung Denn: Man darf zwar alles – aber nur, der Oper statt und geriet zum Eklat. „Darum lasst uns hier eine Stadt grün- wenn man es bezahlen kann! Das Derweil hatte der Songstil Weills aber den und sie nennen Mahagonny, das wird Jim, der alles Geld beim Wetten bereits die Schlager- und Filminduheißt: Netzestadt!“ So legt die Witwe verliert, zum Verhängnis. Er wird zum strie sowie die Kabaretts erobert. Begbick, die mit Dreieinigkeitsmoses Tode verurteilt, „wegen Mangel an Weltberühmt wurden die Mahagonund Fatty auf der Flucht vor der PoliGeld, was das größte Verbrechen ist“. ny-Songs „Moon of Alabama“ und zei ist, den Grundstein für die neue Seine Verurteilung wird zum Anlass „Wie man sich bettet, so liegt man“, Paradies-Stadt, in der den Goldschür- einer riesigen Demonstration, die den unter anderem interpretiert von Lotte fern jedes Bedürfnis erfüllt und das Untergang der Stadt einleitet. Lenya und später von Hildegard Knef Gold aus der Tasche gezogen werden und Ute Lemper. soll. Immer mehr Menschen zieht Vor dem Hintergrund heutiger es in die Stadt: So Jenny, die auf der Finanzkrisen erhält die Oper neue Als Gaunergespann unter der AnleiSuche nach Dollars ist, und Jim, Jakob, Brisanz. Denn in einer Welt, in der tung von der in Wiesbaden bestens Bill und Joe, die in Mahagonny Liebe, Größenwahn und unsinnige Geldbekannten Andrea Baker als Witwe Whisky und Poker genießen wollen. spekulationen die Wirtschaft ganzer Begbick erleben Sie Kiril Manolov Jim und Jenny begegnen sich – eine Staaten ins Wanken bringen, ist (Dreieinigkeitsmoses) und Erik Liebesgeschichte bahnt sich an. Die Aufstieg und Fall der Stadt MahagonBiegel (Fatty). Als Liebespaar Stadt blüht auf, aber bald herrscht ny noch lange nicht aus der Mode Jenny und Jim Mahoney sind Emma Langeweile unter den Einwohnern. gekommen. Pearson und Daniel Brenna zu hören. Der nahende Taifun, der die Stadt Emma Pearson hat diese Spielzeit bedroht, ändert die Lage schlagartig, bereits als Lucia di Lammermoor und und die Parole heißt bald: Du darfst Zerbinetta brilliert und zeigt sich jetzt 4

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Eröffnungspremiere der Internationalen Maifestspiele

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Oper in drei Akten von Kurt Weill Libretto von Bertolt Brecht Mit Übertiteln

Erik Biegel, Kiril Manolov, Andrea Baker (Probenfotos)

von einer ganz neuen musikalischen Seite. Daniel Brenna gastiert zum ersten Mal in Wiesbaden. Er stammt aus den USA und hat sich im Heldentenorfach bereits international einen Namen gemacht. Sein Europadebüt gab er am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Weitere Engagements folgten am Theater Münster sowie am Stadttheater Klagenfurt, an der Staatsoper Stuttgart und am Opernhaus Zürich mit Partien wie Aron (Moses und Aron), Erik (Der fliegende Holländer), Aegisth (Elektra) und Tambourmajor (Wozzeck). 2012 debütierte er mit großen Erfolg bei den Salzburger Festspielen als Desportes (Die Soldaten). In der Spielzeit 2012/13 folgt sein Debüt an der Oper Leipzig, in Budapest und bei den Bayreuther Festspielen. Die Musikalische Leitung der Neuproduktion liegt bei Generalmusikdirektor Zsolt Hamar, der mit Beginn der Spielzeit 2012/13 sein Amt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden antrat und neben der Eröffnungspremiere der Maifestspiele 2013 auch die Neueinstudierung der Opern Aida, Lucia di Lammermoor und Ariadne auf Naxos leitet. Intendant Manfred Beilharz eröffnet die Internationalen Maifestspiele 2013 mit einer eigenen MusiktheaterInszenierung. Der promovierte Jurist und Theaterwissenschaftler war nach Intendanzen am Landestheater Tübingen (1970-1975), am Stadttheater Freiburg (1976-1983), am

Staatstheater in Kassel (1983-1992) und Schauspiel Bonn (ab 1992) ab 1997 als Generalintendant des Theaters der Bundesstadt Bonn tätig. Seit Beginn der Spielzeit 2002/2003 ist er Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und Künstlerischer Leiter der Festivals „Internationale Maifestspiele“ sowie der Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“. Er erarbeitete etwa 50 Inszenierungen in Schauspiel und Oper. Bei zahlreichen Inszenierungen hat er mit dem Bühnenbildner Bernd Holzapfel zusammengearbeitet, der auch für Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny die Bühne entworfen hat. In Wiesbaden verantwortete er unter anderem die Ausstattung von Wozzeck, Der zerbrochne Krug, Lady Macbeth von Mzensk und Woyzeck. Auch mit der Kostümbildnerin Renate Schmitzer verbindet Manfred Beilharz eine kontinuierliche Zusammenarbeit. Nach festen Engagements an den Theatern Dortmund und Ulm arbeitet sie seit vielen Jahren freiberuflich sowohl im Bereich der Oper als auch für Ballett und Schauspiel. In Wiesbaden hat sie zuletzt die Kostümbilder für Manfred Beilharz‘ Inszenierung von Shakespeares Othello sowie für Die Johannespassion, Don Carlos, Maria Stuart, Der Vogelhändler und Simon Boccanegra entworfen. Die Choreografie liegt bei Iris Limbarth, die seit vielen Jahren erfolgreich den Wiesbadener Jugendclub leitet und deutschlandweit als Regisseurin und Choreografin tätig ist, zuletzt beim Musical Aida in Nordhausen.

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Musikalische Leitung Zsolt Hamar Inszenierung Manfred Beilharz Choreografie Iris Limbarth Bühne Bernd Holzapfel Kostüme Renate Schmitzer Licht Thomas Märker Chor Anton Tremmel Dramaturgie Karin Dietrich Mit: Andrea Baker (Leokadja Begbick), Erik Biegel (Fatty), Kiril Manolov (Dreieinigkeitsmoses), Emma Pearson (Jenny), Daniel Brenna (Jim Mahoney), Jonas Gudmundsson (Jakob Schmidt), Brett Carter (Sparbüchsenbill), Dennis Wilgenhof (Alaskawolfjoe), Osvaldo Navarro-Turres (Tobby Higgins)

Orchester, Chor und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Premiere: Samstag, 27. April 19.30 Uhr, Großes Haus Weitere Vorstellung: 21. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Opernforum zu Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny Gemeinsam mit Regisseur und Intendant Manfred Beilharz und Generalmusikdirektor Zsolt Hamar sowie den Solisten des Opernensembles gibt Dramaturgin Karin Dietrich einen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Oper von Bertolt Brecht und Kurt Weill und erläutert, warum es das größte aller Verbrechen ist, kein Geld zu haben. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Sonntag, 21. April, 11 Uhr, Foyer 5


Musiktheater Deutschlandpremiere Südafrika Sa 11. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus So 12. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

The Gershwins‘ ® Porgy and Bess SM

von George Gershwin, DuBose & Dorothy Heyward und Ira Gershwin

Cape Town Opera

Musikalische Leitung & Chor Albert Horne Inszenierung Christine Crouse Deutschlandpremiere Österreich/Griechenland Sa 25. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Parnassus Arts Productions Armonia Atenea

Alessandro

Oper von Georg Friedrich Händel Musikalische Leitung George Petrou Inszenierung Lucinda Childs

Tanz Frankreich/Taiwan Mo 29. und Di 30. April, 19.30 Uhr, Großes Haus

CCN de Créteil et du Val-de-Marne Compagnie Käfig Künstlerische Leitung: Dr. Manfred Beilharz

Das Programm der Internationalen Maifestspiele bereichert seit Jahren den Wiesbadener Kulturkalender mit großartigen Gastspielen aus der ganzen Welt. Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Konzerte und Shows begeistern das Publikum. Das diesjährige Tanzprogramm präsentiert mit fünf Choreografien und fünf Deutschlandpremieren aus fünf Ländern ein Tanzfestival im Rahmen des großen internationalen Festivals. Dabei reicht die ästhetische Bandbreite vom Handlungsballett über exotisch-neoklassische Tanzsprache bis zum zeitgenössischen Flamenco, Cirque Nouveau und Jonglier-Tanztheater. Namhafte Künstler kommen zu einmaligen Show- und Konzertabenden nach Wiesbaden, darunter der serbische Superstar der Balkanmusik Goran Bregovic´, der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Burghart Klaußner mit Band und die australische Katzendiva Meow Meow mit ihrer glamourösen Show aus Cabaret, Konzert und Performance Art ,Feline Intimate‘.

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Yo Gee Ti

Französisch-taiwanesisches Tanzstück von Mourad Merzouki Musik von AS‘N (Fabrice Bihan, Dorian Lamotte, Yi-Ping Yang), Ludovico Einaudi, Marc Mellits und Le Trio Joubran Monaco Di 7. und Mi 8. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus Unter der Schirmherrschaft Ihrer Königlichen Hoheit, der Prinzessin von Hannover

Les Ballets de Monte-Carlo Jean-Christophe Maillot

Le Songe (Der Traum)

nach William Shakespeares Komödie ,Ein Sommernachtstraum‘ Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Daniel Teruggi und Bertrand Maillot

Schauspiel Österreich Fr 17. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus Sa 18. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Burgtheater Wien

Prinz Friedrich von Homburg von Heinrich von Kleist Inszenierung Andrea Breth

Konzert Sa 11. Mai, 21 Uhr, Malersaal (Die Malersaal-Bar ist ab 20 Uhr geöffnet)

Burghart Klaußner

Zum Klaußner

Die musikalische Reisegaststätte der bedenkenlosen Art Es swingt und singt der Schauspieler Burghart Klaußner Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013


Anlässlich des 200. Geburtstages des in Hessen geborenen Dichters Georg Büchner präsentieren die Internationalen Maifestspiele die Reihe ‚Büchner SPEZIAL‘:

er Büchn S p e zial 2013 Oper So 5. Mai, 19.30 Uhr, Großes Haus

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Wozzeck

Oper von Alban Berg nach Georg Büchner Musikalische Leitung Wolfgang Ott Inszenierung Manfred Beilharz Oper/musik-theater-werkstatt Fr 24. und Sa 25. Mai, 20 Uhr, Wartburg

Hessisches Staatstheater Wiesbaden Uraufführung

Büchners Frauen

Musiktheater von Paul Leonard Schäffer nach Texten von Georg Büchner Eine gemeinsame Produktion des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, dem Institut für Zeitgenössische Musik und der Internationalen Ensemble Modern Akademie Musikalische Leitung Vimbayi Kaziboni Inszenierung Teresa Reiber Schauspiel Di 14. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus

Cameri Theater Tel Aviv

Woyzeck

von Georg Büchner Vorstellung in hebräischer Sprache mit deutschen Übertiteln Inszenierung Itay Tiran Schauspiel Sa 25. Mai, 19.30 Uhr, Kleines Haus

Hessisches Staatstheater Wiesbaden

Woyzeck

von Georg Büchner Vorstellung in deutscher Sprache Mit englischen Übertiteln Inszenierung Manfred Beilharz Film Di 21. Mai, 20 Uhr, Caligari FilmBühne

Sondervorführung!

Woyzeck

Theaterfilm nach dem Drama von Georg Büchner Regie: Nuran David Calis Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013

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antiken Geister und Götter. Da wird wohl jemand wissen, wo die begehrte Helena sich aufhält. Zu dritt machen sie sich auf den Weg – Faust auf der Suche nach Liebe, Mephisto auf der Suche nach Lust, Homunculus auf der Suche nach Rat, denn er möchte Mensch werden.

Ach, wir Armen! Johann Wolfgang von Goethe und Elfriede Jelinek erzählen von menschlichen Begierden und ihren Folgen Im ersten Teil der Faust-Tragödie hat Mephistopheles dem um Erkenntnis bemühten, leider aber sehr fehlbaren Dr. Johann Faust die kleine Welt gezeigt, hat ihn mit mittelalterlichem Hexenspuk, trinkfreudigen Studenten und einer lüsternen Witwe bekannt gemacht und seinen Teil dazu beigetragen, dass Faust ein minderjähriges Mädchen ins Verderben stürzt. Nun, in der Tragödie zweitem Teil, geht die Reise in die große Welt.

Johann Faust erwacht in einer bukolischen Landschaft, durch einen Engelschor von seinen Sünden gereinigt, schon wieder voller Tatendrang und Energie. Wo er im ersten Teil noch nach Erkenntnis suchte, gilt sein Streben jetzt der Macht, dem Reichtum, dem Besitz. Mit Teufels Hilfe veranstaltet Faust am Hof des Kaisers einen großen Budenzauber: Verkleidet als Plutus, als Gott des Reichtums, sprengt er das Karnevalsfest, schickt sein intellektuelles Alter Ego, den Knaben 8

Lenker, ins Nirvana und beglückt die Menge mit einem Regen aus Gold und Geschmeide. Der Kaiser, berauscht und beeindruckt, unterschreibt eine von Mephisto vorbereitete Verfügung zur Produktion von Papiergeld, und tatsächlich lässt sich damit schon bald das marode Reich sanieren. Das aber ist dem Kaiser, der inzwischen begriffen hat, dass dieses Duo Infernale über magische Kräfte verfügt, nicht genug. Faust soll ihm Helena und Paris beschaffen, wenn schon nicht leibhaftig, so doch wenigstens in 3D. Faust tut, wie ihm geheißen, und verliebt sich selbst unsterblich in die von ihm heraufbeschworene Illusion der perfekten Frau. Ohne sie, das weiß er nun, kann er nicht mehr leben. Den all seiner Sinne Beraubten bringt Mephisto in sein altes Refugium, die Universität. Dort experimentiert Fausts ehemaliger Famulus mit der Erschaffung eines künstlichen Menschen, und es gelingt! In einer Glasglocke wird der Homunculus zum Leben erweckt, ein zwergenhaftes Wesen mit übermenschlichem Verstand. Er hat die rettende Idee: Schon bald beginnt die klassische Walpurgisnacht, ein Sinnenfest der

An diesem Punkt gerät Goethes Drama ganz in die Sphäre des Fantastischen, in ein Reich voller mythischer Wesen, die Faust tatsächlich den Weg zu Helena bahnen. Und da ist er endlich, der Augenblick, zu dem Faust sagen könnte: Verweile doch, du bist so schön. In der Liebe zu Helena erlebt er für einen Moment die ersehnte Ruhe, das Sich-Verlieren in Raum und Zeit. Lange dauert das Glück nicht. Die beiden bekommen einen Sohn, Euphorion, der wie sein Vater hoch hinaus will und tief stürzt. Faust verabschiedet sich von der Liebe und ersinnt ein letztes großes Lebensprojekt: Der Meeresküste Land abzugewinnen, ein Reich zu gründen, Profit zu machen. Mephisto unterstützt ihn nach Kräften und treibt es ein wenig zu weit. Die Hütte eines alten Paares versperrt Faust die Aussicht auf sein Werk; man möge die beiden doch bitte umsetzen. ‚Nach überstandener Gewalt versöhnt ein schöner Aufenthalt‘, sagt Mephisto und lässt die Hütte samt Bewohnern kurzerhand abbrennen. Faust bekommt Besuch. Ihm, der bis dahin wenig Gewissensbisse kannte, gesellt sich die Sorge zu, eine allegorische Figur, die den gealterten Tatenmensch erblinden lässt. Das hindert ihn nicht, nach Arbeitern zu rufen, die sein Bauvorhaben weitertreiben sollen. Mephisto holt Lemuren heran, die gleich die Spaten schwingen. Aber es ist kein Graben, den sie ausheben, es ist ein Grab – geschaufelt für Faust, dessen Leben nun zu Ende geht. Gerettet oder gerichtet, das ist nach allem nun die Frage. Weil er immer strebend sich bemühte, öffnet sich der Himmel für Fausts Seele und Mephisto geht leer aus. Aber der große Erlösungshymnus, mit dem Faust am Ende in die himmlischen Gefilde getragen wird, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass aus dem Visionär und Sinnsucher des ersten Teils der Tragödie im zweiten Teil ein handfester Ausbeuter geworden ist, der rücksichtslos auf menschliche und ökologische Ressourcen zugreift und sich nur wenige Momente der Reflektion erlaubt. Johann Wolfgang von Goethe erlebte die Anfänge der Industrialisierung, und es ist bestechend, mit welcher Klarsicht er ihre Folgen prophezeite. Hier trifft er auf die Dramatikerin Elfriede Jelinek, die sich unermüdlich an ebendiesem Thema abarbeitet und mit Brillanz und Sprachwitz die Geißel des 21. Jahrhunderts, den

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FaustIn and out/ Der Tragödie zweiter Teil von Elfriede Jelinek und Johann Wolfgang von Goethe Inszenierung Tilman Gersch Bühne und Kostüme Henrike Engel Musik Frank Rosenberger Dramaturgie Barbara Wendland Mit: Rainer Kühn, Viola Pobitschka, Uwe Kraus; Franziska Beyer, Evelyn M. Faber, Magdalena Höfner, Sybille Weiser, Franziska Werner, Magdalena Wiedenhofer, Wolfgang Böhm, Rajko Geith, Nils Kreutinger, Frank Rosenberger, Fabian Stromberger und Zygmunt Apostol

Premiere: Freitag, 26. April 19.30 Uhr, Kleines Haus Do 9., Mi 22. und Fr 31. Mai, jeweils 19.30 Uhr; Einführungen am 22. und 31. Mai, 19 Uhr, Studio

Schauspielforum

am 26. Mai, 11 Uhr, Vestibühne In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters. Eintritt frei!

Der Tragödie zweiter Teil für Playmobil und Spieler am 21. April, 18 Uhr, Studio mehr Informationen auf Seite 28! Kapitalismus, analysiert und die Ungleichheit von Machtverhältnissen in allen Lebensbereichen aufspürt. Mit FaustIn and out hat Jelinek ein ‚Sekundärdrama‘ zu Goethes Faust verfasst, einen bissigen Kommentar, der treffende Bezüge zur Gegenwart herstellt. Sie spitzt die in Goethes komplexem literarischen Werk schon deutlich angelegte Kapitalismuskritik satirisch zu und lässt die Verlierer unseres Systems zu Wort kommen, das sich vor allem über Besitz und Arbeit definiert und in dem nur diejenigen eine Daseinsberechtigung haben, die über beides verfügen. Ohne in platte Opfer/Täter-Schematik zu verfallen, gibt sie den Rechtlosen eine Stimme: Der Verkäuferin, die zwei abgelaufene Puddings mitnahm und deshalb gekündigt wurde; den Frauen, die jahrzehntelang bei Quelle oder Schlecker arbeiteten und plötzlich vor dem Nichts standen; der jahrelang eingesperrten und mißhandelten

Tocher des ‚Inzest-Monsters‘ Josef Fritzl. In der Konfrontation mit den obsessiven und absurden Wortkaskaden Elfriede Jelineks wird Johann Wolfgang von Goethes 1831 vollendetes Drama ein ausgesprochen heutiger Text. Tilman Gersch, Hausregisseur und Mitglied der Schauspielleitung am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, setzt mit dieser Inszenierung seine Auseinandersetzung mit dem Faust-Stoff fort. Bereits seit September 2011 ist im Großen Haus seine erfolgreiche Inszenierung von Faust. Der Tragödie erster Teil zu sehen. Unterstützt wird er auch diesmal von der Bühnen- und Kostümbildnerin Henrike Engel, und genauso gibt es bei den Schauspielern Kontinuität: Rainer Kühn spielt Faust, Viola Pobitschka und Uwe Kraus sind Mephisto und Nils Kreutinger verkörpert als Knabe Lenker und Euphorion den ideellen Teil der Faust-Figur.

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„Let it go“ – nicht viel zu verlieren, aber alles zu gewinnen Buffalo, USA. Ein Stahlwerk wurde geschlossen und die Arbeiter haben mit ihren Jobs sowohl ihr Einkommen als auch ihre Zukunftsperspektive verloren. Ihre Frauen fliehen derweil aus ihrem Alltag, indem sie eine MenStrip-Show besuchen und sich als Alleinverdiener der Familien feiern – „It‘s a woman‘s world“. In ihrem Unverständnis schleichen sich die Ehemänner Dave und Jerry heimlich in die Show und werden Zeugen, wie ihre Frauen kreischen und ausflippen, weil sich ein durchtrainierter Stripper auszieht. Als sie kurz darauf jenen Stripper auf der Toilette treffen und er ihnen erzählt, wie leicht das Ganze sei, fassen sie einen Plan. Zusammen mit anderen Arbeitslosen wollen sie eine Stripshow auf die Beine stellen, denn sie alle brauchen Geld: Jerry, um seiner Exfrau die Alimente für ihren gemeinsamen Sohn Nathan zu zahlen. Dave, weil er nicht im Einkaufszentrum als Wachmann enden will. Und Harold, der seit Wochen arbeitslos ist, aber seiner Frau vorspielt, dass alles in Ordnung sei. 10

Das Trio veranstaltet ein Casting der besonderen Art, um die Truppe komplett zu machen, denn die Jungs müssen nicht nur tanzen können, sondern auch eine „bestimmte, körperliche Voraussetzung“ erfüllen. Mit Hilfe eines ehemaligen Tänzers und einer schrulligen Pianistin beginnen sie mit den aufregenden Proben zu ihrer Show, während denen sie sich alle auch mit ihren Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert sehen. Gleichzeitig schweißt die Probenarbeit sie jedoch zusammen, und so überwinden sie letztendlich gemeinsam ihre Scheu. Beim großen Finale wollen sie alles zeigen, sprich: „The Full Monty“. Und so wird dies zum Motto für ihren Auftritt: Ganz oder gar nicht! Das Musical The Full Monty basiert auf dem Film Ganz oder gar nicht. Während die Verfilmung im englischen Sheffield spielte, wurde die Musicalversion ins amerikanische Buffalo verlegt. Letztendlich ist der Spielort jedoch nur von untergeordneter Bedeutung, denn Arbeitslosigkeit und Geldprobleme sind überall auf der Welt gesellschaftliche Themen. Ganz oder gar nicht hat zahlreiche Filmpreise erhalten, unter anderem den Oscar für die beste Filmmusik und den Europäischen Filmpreis. Das Musical war in Amerika der Überraschungserfolg des Jahres 2000 und erhielt ein Jahr später 10 Tony-AwardNominierungen. Wenige Monate nach der Uraufführung in San Diego

feierte das Stück seine BroadwayPremiere und wurde erst zwei Jahre später – nach fast 800 Vorstellungen! – abgesetzt. Es folgten weltweit Produktionen in Asien, Europa, dem amerikanischen Kontinent und Australien. 2008 führte der Siegeszug des Musicals auch nach Afrika. Mitreißende Musik und die anrührende, witzige Geschichte der Stahlarbeiter und ihrer Frauen machen das Musical so liebenswert. Die Figuren sind sympathisch und ausführlicher charakterisiert als im Film. Die schwungvolle Musik trägt ihr Übriges zu diesem unterhaltsamen Abend bei.

Der Jugendclub des Staatstheaters bietet jedes Jahr ambitionierten jungen Leuten zwischen 15 und 28 die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen Theatererfahrungen zu sammeln. Nähere Informationen zum Jugendclub und dem nächsten Casting unter www.jugendclubtheater.de

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The Full Monty – Ganz oder gar nicht Musik und Texte von David Yazbek Buch von Terence McNally Basierend auf dem Film The Full Monty verliehen durch Fox Search Light Pictures, geschrieben von Simon Beaufoy Deutsche Fassung von Iris Schumacher und Frank Thannhäuser Musikalische Leitung Frank Bangert Inszenierung Iris Limbarth Choreografie Myriam Lifka / Iris Limbarth Bühnenbild Britta Lammers Kostüme Heike Ruppmann Mit: Rainer Maaß /Tim Speckhardt (Jerry Lukowski), Julian Leithoff (Dave Bukatinsky), Norman Hofmann (Harold Nichols, Gary Bonasorte), Joshua Hien (Malcolm McGregor), Tim Speckhardt/Peter Emig (Noah „Hengst” T. Simmons, Martin), Benjamin Geipel (Ethan Girard, Stripper 2, Mann 1), Jan Diener (Buddy „Keno” Walsh, Marty, Tanzlehrer, Polizist), Marcel Herrnsdorf (Reg Willoughby, Priester, Teddy Slaughter, Mann 2, Inkasso 1, Tony Girodano), Sebastian Wieland / Johannes Wieland / Jannik Back (Nathan Lukowski), Charlotte Katzer / Anna-Katharina Follrich (Pam Lukowski, Betty), Katrin Gietl / Nina Links (Georgie Bukatinsky), Anna Heldmaier / Constanze Kochanek (Vicki Nichols, Susan Hershey), Felicitas Geipel / Christina Blum (Jeanette Burmeister, Molly MacGregor, Joanie Lish), Mira Keller / Johanna Bischoff (Estelle Genovese, junge Frau/Frau, Inkasso 2) Band: Frank Bangert (Piano), Hansi Maloleppsy (Bass), Patrick Hoss (Guitar), Holger Dietz (Drums), Stephan Völker (Reeds)

Premiere: Samstag, 13. April, 20 Uhr, Wartburg Weitere Vorstellung: So 14. April, 18 Uhr

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Eröffnungspremiere der Jungen Woche im Rahmen der Internationalen Maifestspiele 2013

Gelber Mond 14+ von David Greig

Inszenierung Oliver Wronka Video Frank Sauer Bühnenkonzept Jan Hendrik Neidert,

Lorena Díaz Stephens

Mit: Carolin Freund, Benjamin Hübner, Thomas Jansen, Claudia Plöckl Im Video: Elke Opitz, Oliver Wronka

VANDERLICHT.DE

Premiere: Sonntag, 28. April 19.30 Uhr, Schlachthof Wiesbaden

Leila und Lee sind auf der Flucht. Lee hat den Freund seiner alkoholkranken Mutter erstochen, und jetzt sind sie auf dem Weg nach Norden. Dort wohnt Lees Vater in einem riesigen Haus mitten im Wald. Lee hat eine Postkarte davon. Ansonsten besitzt er von seinem Vater nur eine Mütze mit einem Hirsch darauf und seinen Spitznamen: Stagger Lee. Leila hat ein heiles Zuhause und ist gut in der Schule. Sie hat also beste Aussichten auf eine gesicherte Zukunft, aber sie redet nicht. Nur mit Lee fühlt sie sich real, anwesend, wo sonst nur die Fremdheit im eigenen Körper regiert. Dort, wo Plüschtiere, Hochglanzcover und Promigeschichten eine mögliche unerreichbare Realität darstellen, steht auf einmal Lee und fragt: „Kommst du, oder kommst du?“ Und so träumt sie schon von einer gemeinsamen Zukunft, während Lee noch an eine Karriere als erster Zuhälter der Stadt und Gangsterboss denkt. Gemeinsam wagen sie den Ausbruch aus der urbanen Normalität, den Hochglanzfassaden und Alltagsfluchten. Doch auch als sie nach tagelanger Fahrt mit Zug, Mofa und zu Fuß kurz vorm Erfrieren endlich in den Wäldern beim Anwesen auf Lees Postkarte angekommen sind, hat die Flucht noch lange keine Ende.

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„Ausgerissen“ ist auch die Inszenierung von Oliver Wronka in die Aufbruchsstimmung der neuen Halle des Schlachthofes. Immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, findet das Junge Staatstheater im Kulturzentrum Schlachthof einen idealen Kooperationspartner. Hier geht es um junge Leute, um Musik, Bewegung, ein Gefühl von Aufbegehren und Ausbrechen, und genau da findet nun auch Theater statt. Doch auch die Form, die Oliver Wronka für seinen Gelben Mond wählt, verlässt das Gewohnte. Er erschafft einen virtuellen Raum und lädt den Zuschauer ein, Teil zu haben an der Geschichte von Leila und Lee, und diese einmaligen Erfahrungswelt Theater hautnah zu erleben. Die Zuschauer finden sich in einer Arena wieder, in der Frank Sauers Projektionen, die sich auf beiden Seiten der Zuschauertribüne befinden, den Raum in Landschaften und dynamische Bilder verwandeln. Das Theatererlebnis wird damit um mehrere Ebenen erweitert und es wird ein zusätzlicher Zugriff auf die Gefühls- und Gedankenwelt der Figuren im Stück ermöglicht. Die vierte Wand soll in diesem (Projektions-) Raum aufgehoben und somit die zweidimensionale Wahrnehmung von Theater ausgehebelt werden – was eine Herausforderung der Wahrnehmungsfähigkeit

ist, insbesondere dann, wenn man diese Form noch nicht erlebt hat. Das Theater als singuläres Erlebnis soll auf diese Weise wieder in den Vordergrund rücken und mit dem Gefühl der einzigartigen Erfahrung verbunden werden. Frank Sauer ist freier Filmemacher aus Darmstadt und lebt derzeit in Berlin. Er hat sich spezialisiert auf visuelle Inszenierungen. Seine Bildsprache und Erzählstrukturen stammen aus dem Dokumentarfilm, in dem Authentizität und Verfremdung von wahren Begebenheiten im Vordergrund stehen. Dabei stellt die Verschmelzung von digitalen Medien mit der realen Umgebung stets einen Schlüsselreiz dar. So entstanden zahlreiche Dokumentar- und Kurzfilme, die international ausgezeichnet wurden. Sein bisher größter Erfolg war der Kurzfilm Dream World, für den er den „Best Documentary Award“ des 7. Reneryard Short Film Festivals erhielt. Gelber Mond ist die dritte Zusammenarbeit mit dem Jungen Staatstheater. An dieser Arbeit reizt ihn vor allem, den Raum durch vielfältige Projektionen kreieren und erweitern zu können und verschiedene Welten, wie

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013


© Katrin Ribbe

Junges Staatstheater im April z.B. die Gedankenwelt der Figuren auf und hinter der Bühne, miteinander zu kombinieren. Dabei hat der Film keine eigene Erzählstruktur, sondern er dient ausschließlich zur Untermalung der Geschichte.

Di 2. April, 16 Uhr, Mi, 3. April, 18 Uhr

Autor David Greig wurde 1969 in Edinburgh geboren und wuchs in Nigeria auf. Er studierte an der Bristol University und ist sowohl Regisseur als auch Autor von Theaterstücken, Drehbüchern und Hörspielen. Greig zählt zu den aufregendsten und profiliertesten jungen Dramatikern Großbritanniens. Seine Texte sind ebenso zahlreich wie vielfältig. Sie umfassen sowohl Adaptionen und Übersetzungen (u.a. Camus Caligula), als auch Kinder- und Jugendstücke, historische Dramen und avantgardistische, experimentelle Werke. Als Mitbegründer der schottischen Gruppe Suspect Culture (1993-2009) erhielt er für sein wegweisendes Theater internationale Anerkennung. Er war als Hausautor der Royal Shakespeare Company und als Chefdramaturg des Nationaltheaters Schottland tätig. Die Uraufführung seines Jugendstückes Gelber Mond erhielt in England den Preis ‚Best Show for Children and Young People TMA Award 2007‘.

Fr 5., Sa 6. und So 7. April, 16 Uhr

Für ewig und hundertmillionen Tage 6+ Von Theo Fransz Inszenierung Kalma Streun

FESTIVAL FÜR

JUNGES THEATER

AI 29. APRIL– 5. M

2013

Der kleine Wassermann 3+ Nach Otfried Preußler Inszenierung Therese Thomaschke

„Kindgerechtes Theater für die Jüngsten, das die einzige Gefahr birgt, nochmal gesehen werden zu wollen.“ Main-Echo Mi 10. April, 19.30 Uhr, Do 11. April, 11 Uhr

Scherbenpark 13+

Nach Alina Bronsky Inszenierung Adewale Teodros Adebisi Fr 12. April, 19.30 Uhr

Birds 15+

Von Juliane Kann Inszenierung Jens Kerbel „Was als kraftwortstrotzendes Geplänkel beginnt, mündet in eine Kindertragödie, die diesen Namen verdient (…) Immer wieder gelingen Gesine Kuhn und dem Regisseur Jens Kerbel an diesem dichten Abend sinnfällige Bilder, die vom Größenwahn der Jugend wie von ihrer Schutzbedürftigkeit erzählen.“ Wiesbadener Kurier So 14. April, 16 Uhr, Di 16. April, 11 Uhr

Die Glücksfee 3+ Nach Cornelia Funke Inszenierung Oliver Wronka

Sa 20. April, 18 Uhr, Di 23. April, 11 Uhr

Candide oder der Optimismus 12+

Nach Voltaire Inszenierung Isabel Osthues „Es sind amüsante 90 Minuten, die immer wieder Denkanstöße geben und mit hervorragenden schauspielerischen Leistungen aufwarten.“ Wiesbadener Kurier

Das Familienmagazin kostenlos unabhängig regelmäßig www.kuckuck-magazin.de

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So 28. April 2013, 22 Uhr, Schlachthof

Die Spielwiese Spielzeit

Konzert mit anschließender Party zur Eröffnung der Jungen Woche Die Spielwiese meldet sich zurück! Die fünf Wiesbadener Musiker geben sonst rein elektronisch produzierter Musik eine eigene handgemachte Neudefinition. Dabei reicht ihre stilistische Bandbreite von Drum and Bass über Elektro bis hin zu Downbeat – mit Einflüssen aus Jazz und Funk. Zurzeit läuft die Produktion ihres dritten Albums Spielzeit, das dieses Jahr erscheinen wird – und es erfolgt die Rückkehr auf die Bühne!

Dienstag, 30. April, 19.30 Uhr, Kleines Haus Frankreich

Atelier Lefeuvre & André Le Jardin 8+ Cirque Nouveau

Von und mit Didier André, Jean Paul Lefeuvre Licht und Ton Philippe Bouvet Ein Garten, alltägliche Gartengeräte und ein fantastisches Gespür für den richtigen Augenblick. Mehr brauchen die beiden französischen Clowns und Artisten Didier André und Jean Paul Lefeurvre nicht, um ihr Publikum neunzig kurzweilig Minuten mit in ihre absurde Gartenwelt zu nehmen, in der man das ungeahnte komische Potential von Schubkarren, Wasserschläuchen und einem einfachen Stein entdecken kann. Feinster französischer Humor, bei dem das Lachen nur vom Stauen unterbrochen wird.

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7. Sinfoniekonzert Mittwoch, 10. April 2013, 20 Uhr

„Vox Humana“ Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847)

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Montag, 01.04. 20:00 Robot & Frank

Paulus Oratorium nach Worten der Heiligen Schrift

Sharon Kempton (Sopran), Merit Ostermann (Mezzosopran), Jonas Gudmundsson (Tenor), Bernd Hofmann (Bass) Chor der Stadt Wiesbaden (Einstudierung: Christoph Stiller), Wiesbadener Knabenchor (Einstudierung: Roman B. Twardy)

Dienstag, 02.04. 20:00 Verbotene Spiele Mittwoch, 03.04. 20:00 Der Geschmack von Rost und Knochen

Hessisches Staatsorchester Wiesbaden Dirigent Zsolt Hamar

Donnerstag, 04.04. 20:00 Söhne Freitag, 05.04. 20:00 Zero Dark Thirty Samstag, 06.04. 20:00 Inglourious Basterds Sonntag, 07.04. 20:00 Renoir Montag, 08.04. 20:00 Der deutsche Freund Dienstag, 09.04. 20:00 Nackte Jugend Mittwoch, 10.04. - Dienstag 16.04. goEAST - Festival des mittel- und osteuropäischen Films Mittwoch, 17.04. 20:00 In ihrem Haus Donnerstag, 18.04. 20:00 Palermo Shooting Freitag, 19.04. 20:00 ¡NO! Samstag, 20.04. 20:00 Hitchcock Sonntag, 21.04. 20:00 Quellen des Lebens Montag, 22.04. 20:00 City of God Dienstag, 23.04. 20:00 Das Cabinet des Dr. Caligari Mittwoch, 24.04. 20:00 Esmas Geheimnis Donnerstag, 25.04. 20:00 Valley of Saints − Das Tal in Kaschmir Freitag, 26.04. 20:00 Alles, was wir geben mussten Samstag, 27.04. 20:00 Mitternachtskinder Sonntag, 28.04. 20:00 Mitternachtskinder Montag, 29.04. 20:00 Django Unchained Dienstag, 30.04. 20:00 Django Unchained

PROGRAMMAUSZUG Marktplatz 9 (hinter der Marktkirche)

Wiesbaden, Tel. 0611- 31 50 50

www.wiesbaden.de/caligari

Felix Mendelssohn Bartholdys Paulus ist eine Perle der Oratorien-Literatur. Hier erzählt der Komponist, auf Bachschen Traditionen aufbauend und sie mit romantischem Inhalt füllend, die biblische Geschichte des Apostels Paulus mit der für ihn typischen, unwiderstehlichen Eleganz. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Zsolt Hamar. Mendelssohn trat am 1. Oktober 1833 sein Amt als Musikdirektor der Stadt Düsseldorf an. Es war eine Position so ganz nach seinem Geschmack mit einer Vielzahl von programmatischen, künstlerischen und pädagogischen Aufgaben, die ihm erlaubten, mit Musik tief in die städtische Gesellschaft hineinzuwirken. Nachdem er sich anfangs sehr für die Oper engagiert hatte, wandte er sich bald schon der Konzert- und vor allem der Kirchenmusik zu. „Keine einzige erträglich ernsthafte Messe“ habe er bei Amtsantritt vorgefunden, ereifert sich Mendelssohn, „nichts von alten Italiänern, lauter modernes Spectakel“. Mendelssohn bringt nun Kirchenmusik von Palestrina, Pergolesi, Allegri nach Düsseldorf und führt dort in den Konzerten des Städtischen Musikvereins die Musik der Vergangenheit als wichtigen Programmpunkt ein. Vor allem das Oratorium von Joseph Haydn und Georg Friedrich Händel wird gepflegt, sei es in Teil- oder Gesamtaufführungen. Hätte Mendelssohn nicht mit regelmäßigen Bach-Konzerten begonnen, die aufgrund seiner zunehmenden Prominenz viel Beachtung fanden – wer weiß, wann die Musikwelt diesen Alten Meister wiederentdeckt hätte.

Mendelssohn gilt als der Wiederentdecker der Matthäus-Passion. In der fruchtbaren Düsseldorfer Zeit entstanden auch große Teile von Mendelssohns erstem Oratorium Paulus. In enger Verbindung stand Mendelssohn mit dem Frankfurter Cäcilienverein und dessen Leiter Schelble, auf dessen Anregungen der Paulus zurückgehen soll. Mehrere Freunde und Bekannte unterstützen Mendelssohn bei seiner Textfassung aus Bibelstellen. Am 22. Mai 1836 fand die Uraufführung des Oratoriums in Düsseldorf unter Mendelssohns Leitung statt, mit 356 Choristen und 172 Musikern. Das Oratorium, in zwei Teile gegliedert, beschreibt den Werdegang vom Saulus zum Paulus, wobei der erste Teil die Verfolgung der Christen (Märtyrertod des Stephanus durch Steinigung) schildert und das Damaskus-Erlebnis der Erscheinung Christi. Der zweite Teil erzählt von seiner Arbeit als Missionar und von den damit verbundenen Gefahren. Dass Mendelssohn dramatisch besonders wertvolle Szenen nicht verwendet hat, wurde oft bedauert, doch ging es ihm in erster Linie um die Erzählung der Apostelgeschichte. Im zweiten Teil kommt der Ton dem einer Predigt sehr nahe. Im Schlusschor zieht Mendelssohn das Fazit, dass nicht nur Paulus die Gerechtigkeit Gottes durch seine Standhaftigkeit erfährt, „sondern alle, die seine Erscheinung lieben“.

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Sonntag, 7. April, 11 Uhr, Foyer

Sonntag, 14. April, 11 Uhr, Foyer

Kammerkonzert der Orchesterakademie

5. Kammerkonzert

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquartett c-moll op.18 Nr. 4, 1. Satz W. A. Mozart (1756-1791) Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello KV 563, 4. Satz David Punto Declaration in Blue für Schlagzeug Georg Friedrich Händel (1685-1759) / Johan Halvorsen (1864-1935) Passacaglia für Violine & Viola Gioacchino Rossini (1792-1868) Duo D-Dur für Violoncello und Kontrabass, 2. & 3. Satz Antonín Dvorˇák (1841-1904) Streichquintett G-Dur op. 77

Anonymus (um 1713) Air für zwei Klarinetten Jean-Jacques Rousseau (1712-1778): Zwei Airs für zwei Klarinetten W. A. Mozart Divertimento Nr. 5 für drei Bassetthörner KV Anh. 229 Eugène Bozza (1904-1991) Rustiques für Trompete und Klavier Heinrich Sutermeister (1910-1995) Serenade Nr. 1 (1949) für 2 Klarinetten in C, Trompete in C und Fagott Michael Glinka (1804-1857) Trio Pathétique d-moll für Klarinette, Fagott und Klavier Jean Françaix (1912-1997) Quatuor (1994) für Klarinette, Bassetthorn, Bassklarinette und Klavier

Arvid Single, Jordan Ofiesh (1. Violine), Minju Lee (2. Violine), Feifei Yuan (Viola), Jee Hee Kim (Violoncello), Ikuma Saito (Kontrabass), Thorsten Keller (Schlagzeug)

Tomas Eckardt, Dörte Sehrer, Bernhard Hens (Klarinette, Bassetthorn, Bassklarinette), Oskar Münchgesang (Fagott), Tobias Vorreiter (Trompete), Julia Palmova (Klavier)

Samstag, 13. April, 15 Uhr Orchesterproberaum

Spiel&Musik 5+ Instrumentenworkshop für Kinder in Begleitung

Wir lassen die Hörner erschallen!

Die Horngruppe des Hessischen Staatsorchesters Wiesbaden Das Horn ist ein besonders elegantes Blasinstrument. Golden, glänzend und mit vielfach verschlungenem Körper. Ein modernes Horn ist aus Metall und besitzt Ventile, aber das war nicht immer so. Welche Mythen ranken sich um das Waldhorn? Ist ein Naturhorn wirklich ökologisch? Wie lang ist eigentlich ein Alphorn und wie erhält es seine Form? Wie bastele ich mir zuhause mein eigenes Horn? Antworten direkt aus der Hornfamilie... Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013

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Das Jugendreferat im April

Samstag, 20. April, 15-16 Uhr Foyer

Minimatinee

Für Kinder von 3 bis 6 Jahren mit Begleitung

Samstag, 20. April, 10-18 Uhr und Sonntag, 21. April, 17-20 Uhr im Nassauischen Kunstverein Wilhelmstraße 15, 65185 Wiesbaden

Workshop

install+perform. Künste vereinen im Kunstverein 16+

Schultheatertage 2013 Ob es stürmt oder schneit, die Schultheatertage machen immer wieder sonnige Laune: trotz Schneechaos und Minusgraden fanden knapp 1000 junge Darsteller ihren Weg auf die Bühne und spielten, was das Zeug hielt: 27 Schulen aus Wiesbaden und Umgebung stellten die Früchte ihrer Theaterarbeit vor. Bei einer Gesamtauslastung nahe der 100% kamen insgesamt 7000 Zuschauer in den Genuss frischer junger Schauspielkunst. Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitarbeitern des Staatstheaters, die wieder für ein gelungenes Festival gesorgt haben!

Dieses Mal: Tanzen! Die Tänzer vom Ballettensemble gleiten über die Bühne, wirbeln durch die Luft und erzählen mit ihren Bewegungen ganze Geschichten. Das könnt ihr auch! Wir laden alle jungen TanzSchon Fluxus hat bewiesen: Auffans ein, mit Johannes Grube vom Staatsballett in die Welt des Tanzes zu führen und Ausstellen, Theater und Bildende Kunst können eins werden. verreisen. Ein performatives Kunstvermittlungsprojekt für alle ab 16, die Lust haben am Spielen, Beobachten und KunstMontag, 29. April, 16.30 Uhr Machen. Treff Bühneneingang Mit Jan Dammel und Priska Janssens

Offene Probe Theater Anders

Sonntag, 21. April, 19 Uhr im Nassauischen Kunstverein

Präsentation der Workshopergebnisse

Das inklusive Ensemble Theater Anders lädt ein: Bei der offenen Probe zur neuen Produktion darf geschaut, gestaunt und mitgewirkt werden. Herzlich willkommen! Eintritt frei!

Anmeldung, Informationen und Preise für sämtliche Angebote gibt‘s im Jugendreferat!

Telefon 0611 . 132 270

Sämtliche Angebote richten sich selbstverständlich auch an Menschen mit Behinderungen.

Der Kunstgenuss mit Freifahrschein.

KULTURTICKET Kultur-Transfer – Sie werden hin und weg sein!

Alle Eintrittskarten des Staatstheaters Wiesbaden, die den Aufdruck Kulturticket / Kombiticket aufweisen, berechtigen zur Fahrt mit Bus und Bahn im gesamten RMV-Gebiet. Geltungsdauer: 5 Stunden vor Veranstaltungsbeginn bis Betriebsende des RMV. Für alle Abonnenten von RMV und ESWE Verkehr und deren Begleitperson wird zudem ein Rabatt in Höhe von 5 % auf den Eintrittspreis gewährt * * Weitere Informationen zu den Leistungen des Abonnements erhalten Sie in der RMV-Mobilitätszentrale von ESWE Verkehr im LuisenForum.

www.eswe-verkehr.de

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Die Wartburg im April

Wartburg, Schwalbacher Str. 51

Karten: 0611. 132 325 www.staatstheater-wiesbaden.de oder an der Abendkasse

Xanadu

Musical nach dem gleichnamigen Film von Richard Danus und Marc Rubel Musik und Songtexte von Jeff Lynne und John Farrar Buch von Douglas Carter Beane Deutsche Dialogfassung von Daniel Call Zum 25. Mal! Disco, Stulpen, Rollerblades – das Musical Xanadu lässt die achtziger Jahre hochleben und mit ihnen alte Kultsongs von Olivia Newton-John und dem Electric Light Orchestra. Mit dem jugend-club-theater Inszenierung: Iris Limbarth

6. April, 20 Uhr; 7. April, 18 Uhr

Unter der roten Laterne Eine musikalische Revue von Ansgar Weigner

Arthur Nowak versucht mit seiner fahrenden Truppe von mehr oder weniger begabten Sängerinnen Ruhm und Erfolg zu erlangen – und muss einige Energie aufbringen, um die drei Diven bei Laune zu halten. Ein Abend von „Heut Abend lad ich mir die Liebe ein“ bis „Ich bin zu müde, um schlafen zu geh’n“. Mit: Susanne Bard, Franziska Beyer, Magdalena Wiedenhofer; Fabian Stromberger; Nick Baldock, Matthias Lang, Sophie Müller, Frank Rosenberger; Inszenierung: Ansgar Weigner

16. und 17. April , 20 Uhr

Stephen King’s MISERY

Kriminalstück von Simon Moore nach dem Roman von Stephen King

Endlich hat sie den Weg in die Wartburg gefunden: Stephen Kings fiese Krankenschwester Anni Wilkes, die den Schriftsteller Paul Sheldon aus lauter Liebe fast zu Tode quält. Der Kult-Klassiker von Stephen King eignet sich hervorragend als Vorlage für ein spannungsgeladenes Theaterstück, das Nervenkitzel bis zum bitteren Ende verspricht. Mit: Monika Kroll, Lisa Rothländer, Uwe Kraus, Frank Rosenberger; Inszenierung: Caroline Stolz

19. April, 20 Uhr

Vater Mutter Geisterbahn

29. April, 20 Uhr

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013

13. April (Premiere), 20 Uhr 14. April. 18 Uhr Gastspiel

„Für Garderobe keine Haftung“ spielt: Die Improshow

Eine Weltpremiere jagt die nächste – und Sie sind dabei! Die Schauspieler improvisieren und lassen unerwartete und unvorhergesehene Szenen entstehen. Es wird gespielt, getanzt, gesungen, gereimt und gelacht. ‚Für Garderobe keine Haftung‘ – denn Sie wissen nicht, was wir tun. Und wir wissen es bis zum Moment der Uraufführung selbst nicht.

31. März, 20 Uhr

Mit einem geklauten Lada und einer Handvoll Geld machen sich zwei 15jährige auf den Weg in die Walachei und geraten in ein Wunderland voller seltsamer Gestalten und geheimnisvoller Landschaften. Wolfgang Herrndorfs hinreißender Abenteuerroman: Endlich auf der Bühne! Mit: Benjamin Kiesewetter, Fabian Stromberger; Inszenierung: Dirk Schirdewahn

21. und 24. April, 20 Uhr

Was sind die 39 Stufen? Vier Schauspieler in fast 30 Rollen und ein Musiker gehen dieser Frage nach, die schon Alfred Hitchcock 1935 in einem spannenden Krimi (nicht) beantwortete. Regisseurin Caroline Stolz und ihr Ensemble spielen lustvoll mit den Mitteln des Theaters und bewältigen spielend größte Herausforderungen wie die Darstellung von Wasserfällen, Flugzeugabstürzen und Liebesszenen. Mit: Franziska Werner; Wolfgang Böhm, Sebastian Muskalla, Florian Thunemann, Alexander Traxel (Klavier). Inszenierung: Caroline Stolz

Das Städtchen Buffalo ist in heller Aufregung: Eine Show mit männlichen Strippern heizt den Damen des Ortes gewaltig ein. Deren Männer, frustriert und arbeitslos, können gar nicht verstehen, was die Mädels daran finden. Und dann liegt plötzlich eine Idee in der Luft: Was die können, können wir auch! Mit dem jugend-club-theater Inszenierung: Iris Limbarth

Nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf

„Für unser Kind das Beste!“ ist die Aufgabe, die sich Vater und Mutter Klein vorgenommen haben. Und so sind sie permanent damit beschäftigt, sich selbst, ihre Erziehungsmethoden und das Kind Otto zu optimieren. Otto ist davon keineswegs begeistert. Und eines Tages macht er sich einfach auf und davon. Mit: Doreen Nixdorf; Benjamin Kiesewetter, Martin Müller Inszenierung: André Rößler

Kriminalkomödie von John Buchan und Alfred Hitchcock

Musical nach dem Film Ganz oder gar nicht Musik und Texte von David Yazbek Buch von Terrence McNally

Tschick

Von Martin Heckmanns

Hitchcocks „Die 39 Stufen“

The Full Monty

25. April, 18 Uhr; 27. April, 20 Uhr

Männerhort

Komödie von Kristof Magnusson Zum 60. Mal!

Männer verüben nur 25% aller Selbstmordversuche, aber 75% aller Selbstmorde, Männer stottern viermal so häufig wie Frauen und sind auch in der Sonderschule und beim Bettnässen in der Mehrzahl – alarmierende Zahlen, die Kristof Magnusson zu seiner Komödie Männerhort inspiriert haben: Ein bitterböser Blick in die Abgründe der männlichen Psyche, in der Wartburg seit inzwischen fünf Jahren der Renner und nicht nur bei Frauen beliebt. Mit: Michael Birnbaum, Wolfgang Böhm, Hans-Jörg Krumpholz, Florian Thunemann; Inszenierung: Caroline Stolz

Das Staatstheater Wiesbaden im Netz: www.staatstheater-wiesbaden.de facebook.com/Staatstheater.Wiesbaden twitter.com/StaatstheaterWI youtube.com/user/StaatstheaterWi vimeo.com/StaatstheaterWi

30. April, 20 Uhr

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Pressestimmen

Ariadne auf Naxos

Oper von Richard Strauss Libretto von Hugo von Hofmannsthal Musikalische Leitung Zsolt Hamar Inszenierung, Bühne und Licht Philippe Arlaud Auf dem Gipfel gutgelaunter Parodie residiert Thomas de Vries, der in der Rolle des Musiklehrers beiläufig seine Visitenkarte für die nächste Beethoven-Verfilmung abgibt. Merit Ostermann verströmt in der Hosenrolle des Komponisten den Charme des jungen Hugh Grant. Emma Pearson versprüht als Zerbinetta Lebensenergie, wobei ihr geschmeidiger Sopran in den halsbrecherischen Koloraturen erkennbar, aber nicht beeinträchtigend an Grenzen getrieben wird. Tatiana Plotnikova weiß als auf der Insel gestrandete Titelheldin die Statik der Diva alter Schule mit beeindruckender vokaler Fülle zu verbinden. Wolfgang Vater sitzt der steife Anmaßungsanzug des kaltschnäuzigen Haushofmeisters perfekt; das Commedia-dell’arteQuartett mit Harlekin (Brett Carter), Scaramuccio (Erik Biegel), Truffaldino (Martin Busen) und Brighella (Jonas Gudmundsson) bildet dazu den quirligen Antipoden. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Dem jungen, für die Kunst glühenden Komponisten gab Merit Ostermann überzeugend Profil. Emma Pearson gelang eine leichte Zerbinetta, geschmeidig in den mörderischen Triller- und Koloraturketten. Die Ariadne Tatiana Plotikovas gewann zusehends an Format. Frankfurter Neue Presse

Für die Wiesbadener Ariadne auf Naxos, die Neuinszenierung einer Produktion des Festspielhauses BadenBaden unter Philippe Arlaud, gibt es viel Beifall. Arlauds Handschrift trägt nicht zuletzt der Umgang mit dem Licht, das eine ganz eigene Transparenz auf der gesamten Bühne schafft und die Akteure visuell gekonnt in Szene setzt. Wetzlarer Neue Zeitung

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Viel Lärm um nichts Komödie von William Shakespeare Inszenierung Caroline Stolz Bühne und Kostüme Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert

Wie Caroline Stolz die surrende Mechanik des radikal auf pausenlose Spielfilmlänge eingekürzten Stücks einerseits vorführt und gleichzeitig vergessen macht, ist überaus sehenswert, ja über weite Strecken begeisternd. Neben der schlagenden Bühnen-Idee sind es die grotesk übertriebenen Renaissance-Zitate bei den Kostümen mit Kragen groß wie Räder (Bühne und Kostüme: Lorena Díaz Stephens, Jan Hendrik Neidert), die mit breitem Pinsel gemalte Schminke und die bizarren Hochfrisuren, die das Spiel als Spiel reflektieren. (…) Keinen Moment Pause gönnt Caroline Stolz ihrer Truppe, es gibt niemals Leerlauf in diesem so gut geölten Theaterzaubermaschinchen. Immer wieder von Szenenapplaus unterbrochen, steigerte sich bei der Premiere der Jubel im Kleinen Haus des Staatstheaters am Ende verdientermaßen zum Orkan. Frankfurter Allgemeine Zeitung Ein grandioser, temporeicher Spaß ist diese pausenlose, eindreiviertelstündige Inszenierung. Caroline Stolz hat die Textsahne dick aufgeschlagen, sich keinen Gag und kein kunterbuntes Ausschmücken verkniffen. Die sechs Darsteller (...) übertreiben wie Stummfilm-Figuren jede Bewegung und jeden Gesichtsausdruck ins Groteske. Sie springen geradezu in ihre jeweils andere Rolle. Und das Paar Beatrice und Benedikt legt nochmal eins drauf: Franziska Werner gibt ihre Widerspenstige noch trockener als trocken, Nils Kreutinger spielt als zur Liebe dann doch Entschlossener sogar die Panflöte. Frankfurter Rundschau

Für ewig und hundertmillionen Tage

Von Theo Fransz Inszenierung Kalma Streun Bühne und Kostüme Judith Philipp Berührend, bewegend und doch nie kitschig ist die zweite halbe Stunde, die zeigt wie eine schwierige Lebenssituation bewältigt und darüber kranken ebenso wie gesunden Kindern Mut zugesprochen werden kann. Zugleich wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, wie wichtig Werte wie Freundschaft, Solidarität und, ja, auch Liebe für die kindliche Binnenwelt sind. All dies geschieht ohne pädagogische Schwere, ohne Zeigefinger und Sentimentalität. Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die vier Freunde waren einst unzertrennlich, doch heute sind sie bloß noch eine Erinnerung, die Stephans Kopf entspringt. Theo Fransz lässt sie in seinem großartigen Stück „Für ewig und hundertmillionen Tage“ wieder auferstehen, ohne sie der Rührseligkeit preiszugeben. (…) Die Regisseurin Kalma Streun bugsiert die Kindheit der vier Freunde sachte in eine Zeit, in der Kassettenrekorder noch taugten und Capri-Sonnen schmeckten. (…) Nicht einmal eine Stunde dauert der vergnügte Blick in Stephans Kinderzimmer. Sein Vorgestern kommt auch deswegen so umwerfend zeitlos daher, weil der Kinderkosmos Immergültigkeit genießt. Wiesbadener Kurier Herrlich aufgekratzt und menschlich. Frankfurter Neue Presse

Stilsicher bis unter die Halskrause, pointenreich nicht allein durch den Shakespeare-Text, mit einem durch und durch flexiblen und sprühenden Ensemble. (…) Das Ganze ist ein hoch gestyltes Maskenspiel, schnell und präzise, pointenreich und schlagkräftig. Wiesbadener Kurier/Tagblatt Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013


Ballett im April

Ein Winternachtstraum

True or not True / Walking Mad (Boléro) Choreografien von Stephan Thoss und Johan Inger Mit dem Orchester des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Musikalische Leitung Wolfgang Ott

Made in Love

aus „wir wohnen“ und „ich liebe dich“, seine Choreografische Reflexion zu Fast Play / Kommen und Gehen / Italo Calvinos Weltuntergangsroman ABI/TIAMO „Die unsichtbaren Städte“ ( …) TänzeChoreografien von Stephan Thoss risch wartet die Kompagnie mit einiund Giuseppe Spota gen Stunts auf. Frauen wie Männer im freien Fall, alleine oder zu zweit, als Fr 5., Sa 13., Mi 17. April Hingucker in einer gut durchdachten Choreografie, zu einem beklemmen19.30 Uhr, Großes Haus den Thema, die aber Hoffnung auf Er packt die ganze Welt rein in seine fan- Choreografen-Nachwuchs aus Wiestasiereichen Choreografien. Das macht baden macht. SWR 2 Stephan Thoss zu einem vielseitigen und nachdenklichen Choreografen. (…) In Kommen und Gehen sind Menschen auf der Suche nach Unendlichkeit, dem ewigen Leben, nach mehr Zeit, nach einem zeitlosen Raum, der anders wie Eine Theaterführung Urlaub, niemals endet. Ein Irrtum will rund um das Ballett uns Stephan Thoss sagen, der auch die Bühne und die Kostüme entworfen hat. Fr 5. und (…) Im dritten Teil zeigt der mit dem Faustpreis gekrönte Tänzer Giuseppe Mi 17. April, 18 Uhr Spota mit ABI/TIAMO, einem Wortspiel Treffpunkt Bühneneingang

Blick hinter die Kulissen

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013

Freitag, 26. April 19.30 Uhr, Großes Haus Filme von Alfred Hitchcock als Inspirationsquelle für eine Choreografie? Warum nicht, besonders wenn der Choreograf der schon immer von Dunkel-Dämonischem angezogene Stephan Thoss ist. Man fühlt sich also momentweise an Vertigo und Die Vögel erinnert im neuen Stück des Wiesbadener Ballettchefs, am meisten aber an Psycho (…). Dass es im Programmheft eine Inhaltsangabe gibt zu Thoss‘ True or not True sollte freilich nicht dazu verleiten, ihrer Abwicklung auf der Bühne im Einzelnen folgen zu wollen. Besser ist es, das Atmosphärische auf sich wirken zu lassen, die so ganz, expressive, zeitweise hochemotionale Bewegungssprache. Frankfurter Rundschau Das lohnt, denn die Thoss-Compagnie ist tanztechnisch einer der besten im Südwesten, ihr Repertoire an interessanten und intensiven Figuren reich. Rhein-Zeitung

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Extras

Studio Meins Rampenflucht/ Rampensucht Rampenflucht heißt der neue Roman von Michael Dangl. Er erzählt von einem bekannten Schauspieler, der Hals über Kopf das Theater verlässt. Eine innere Abschiedsrede aus Zorn und schwarzem Humor, eine brillante Anklageschrift gegen das geliebte, gehasste Theater. Der Schauspieler Uwe Kraus liest Passagen aus diesem Werk und stellt dabei junge Künstler vor, für die das Theater noch ein magischer Ort ist. Neben dem jungen Schauspielstudenten Tom Gerngroß (Die Wildente, Der Theatermacher) und seiner Band Nachtasyl wird der Tonmeister und Klavierpädagoge Sebastian Bonney auftreten, ebenso wie Kathrin Pattensen (jugend-clubtheater), der Tänzer Russell Lepley und die beiden Schauspieler Katharina Uhland und Florian Thunemann mit ihrem Zwei-Personen-Orchester „kleineReise“ (Foto). Man darf gespannt sein!

Donnerstag, 18. April 20.30 Uhr, Studio

Das Unbeschreibliche, hier ist‘s getan

Faust. Der Tragödie zweiter Teil für Playmobil und Spieler Mit Dagmar Borrmann, Jasaman Roushanaei, Frank Rosenberger, Olaf Herrmann „Habe nun ach!“ und „Vom Eise befreit“ – diese berühmten Passagen aus Goethes Faust I können viele Menschen im Schlaf aufsagen. Faust II hingegen ist für die meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Spätestens bei der Klassischen Walpurgisnacht mit ihren Greifen, Tritonen, Stymphaliden, Sirenen und Phorkyaden kapitulieren selbst Theaterliebhaber.

In Shakespeares romantischer Komödie Viel Lärm um nichts geht es vor allem um das Wechselspiel zwischen Schein und Sein. Während auf der einen Seite eine harmlose Liebesfalle gestellt wird, planen dunkle Gemüter eine Intrige gegen das Glück der Aufrechten. Die Regisseurin Caroline Stolz, Dramaturgin Anika Bárdos und die Schauspieler Franziska Werner und Nils Kreutinger sprechen mit dem interessierten Publikum über die Inszenierung und geben Einblicke in das Konzept und die Probenarbeit. Publikumsgast ist die Wiesbadener Partnervermittlerin Heidi Liebl. Es moderiert wie immer Helmut Nehrbaß. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters e.V.

Vor der Premiere von Tilman Gerschs Sonntag, 28. April, Inszenierung FaustIn and out/ Der Tragödie zweiter Teil bieten wir des11 Uhr, Vestibühne halb einen vergnüglichen Einführungskurs in Sachen Faust II: Dagmar Kleines Haus Borrmann erzählt die Abenteuer, die Eintritt frei Faust und Mephisto am Kaiserhof, in der Klassischen Walpurgisnacht und Das Schauspielforum findet im April zum 75. Mal statt. Seit 2002 richtet beim großen Landgewinnungsprojekt die Gesellschaft der Freunde des Staatstheaters begleitend zu den erleben, mit Hilfe von PlaymobilfiSchauspielinszenierungen im Kleinen und Großen Haus (mitunter auch guren. Unterstützt wird sie von der in der Wartburg) diese Veranstaltungsreihe aus, bei der Zuschauer und interessierte Menschen einen Einblick in die aktuellen Inszenierungen Schauspielerin Jasaman Roushanaei, bekommen können. Dabei dient das Forum sowohl als Einführung dem Musiker Frank Rosenberger wie auch als Nachgespräch. Beim allerersten Schauspielforum am 20. und von Olaf Herrmann, der die Oktober 2002 ging es um Valentin Jekers Inszenierung von Schillers „Kleindarsteller“ per Livecam auf die Kabale und Liebe, Publikumsgast war die Literaturwissenschaftlerin Dr. Leinwand beamt. Faust II sozusagen Marlene Lohner kinderleicht. Und für Erwachsene, die Auf dem Podium sitzt neben den „Machern“ der Inszenierung (Regisihre Kindheit in die Tasche gesteckt seur/in, Dramaturg/in, mitunter der Autor, Mitglieder des Ensembles) haben. Einmalige Veranstaltung!

Sonntag, 21. April 18 Uhr, Studio

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Schauspielforum zu Viel Lärm um nichts

auch immer ein (zum Thema kompetenter) Zuschauergast. Mal sind es Vertreter/innen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, vielfach auch Psychologen und Psychotherapeuten, Anwälte, Kulturschaffende und Literaturexperten u.a.m. Unter den Publikumsgästen waren bisher bereits Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (zu Henning Mankells Antilopen), Staatsminister a.D. Dr. Herbert Günther (zu Leonce und Lena), Ex-Verfassungsrichter Dr. Hans-Joachim Jentsch (zu Macbeth), Naspa-Vorstand Bertram Theilacker (zu Der Geizige), Propst Dr. Sigurd Rink (zu Nathan der Weise), der Autor Michael von Poser (zu Tellkamps Der Turm), aber z.B. auch eine Stewardess (zu Funkenflug), eine Gewerkschaftsvertreterin (zu Kaspar Häuser Meer), ein männlicher Synchronschwimmer (zu Kunstschwimmer) und und und…

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013


Internationaler Welttanztag 2013 am 29. April

Café Tango mit Live Musik

Das Ensemble „Cosae Mandinga“/Argentinien spielt das Tango-Programm Polenta! Wieder Live-Musik, direkt aus Buenos Aires: das junge „tango porteño“-Duo Mauro Mauceri, Bandoneon, und Leonardo Diaz, Gitarre, wird mit seinem Programm mit dem ungewöhnlichen Namen Polenta! (was im argentinischen Slang „Stärke“ heißt), Tangos der 30er und 40er Jahre von Rosendo Villegas vorstellen – und es darf natürlich auch getanzt werden.

Freitag, 12. April 22 Uhr, Foyer Freiverkauf 14 Euro

Der Tag des Tanzes wurde 1982 vom Internationalen Komitee des Tanzes des Internationalen Theater Institutes (ITIUNESCO) ins Leben gerufen. Jedes Jahr wird er am 29. April gefeiert. Anlass ist der Geburtstag von Jean-Georges Noverre (1727-1810), einem großen Reformer des Balletts. Die Botschaft einer bekannten Persönlichkeit aus der Welt des Tanzes wird jährlich weltweit verbreitet. Die Absicht dieser Botschaft am Tag des Tanzes ist es, alle Formen des Tanzes an diesem Tag zu vereinen, den Tanz zu feiern, seine Globalität hervorzuheben und alle Grenzen von Politik, Kulturen und ethnischen Zugehörigkeiten zu überwinden. Die Menschen sollen durch eine gemeinsame Sprache – die des Tanzes – in Frieden und Freundschaft zusammengeführt werden. Auf Anregung des Executive Councils des International Theatre Institutes (ITI) Paris, dessen Mitglied Dr. Manfred Beilharz ist, wurde der taiwanesische Choreograf und Gründer des Cloud Gate Dance Theatre Lin Hwai-Min zum Botschafter des Welt-Tanztages 2013 gewählt.

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013

Lin Hwai-Min, der berühmte Meister des Tanzes aus Asien, und seine Companie waren bereits 2002 mit der Produktion „Moon Water“ erstmals zu Gast bei den Internationalen Maifestspielen in Wiesbaden. Weitere Gastspiele folgten 2003 mit „Bamboo Dream“, 2004 „Cursive I“ und 2007 mit dem Abschluss der „Cursive“-Trilogie: „Wild Cursive“. Zu den berühmtesten Werken Lin Hwai-Mins gehört die 1994 entstandene Produktion „Songs of the Wanderers“. Im Jahr 2000 wurde Lin von der Zeitschrift Dance Europe zu den „Großen Choreographen des 20. Jahrhunderts“ gewählt – zusammen mit Merce Cunningham, Jirˇí Kylián, Pina Bausch und William Forsythe. Die Zeitschrift Ballet International wählte ihn im gleichen Jahr zur „Persönlichkeit des Jahres“. 2009 wurde er beim Wolfsburger Movimentos-Festival mit dem Preis fürs Lebenswerk ausgezeichnet. Das Hessisches Staatstheater Wiesbaden würdigt den Welttanztag am 29. April im Rahmen der Internationalen Maifestspiele mit der VideoPräsentation der Botschaft von Lin Hwai-Min vor der Deutschlandpremiere des Tanzstücks Yo Gee Ti der Compagnie Käfig um 19.30 Uhr im Großen Haus. Mourad Merzouki kreiert in dieser neuen Produktion mit Tänzern und Tänzerinnen aus Frankreich und Taiwan eine Begegnung der Tanzstile und Kulturen Europas und Asiens.

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news Ausblick Am Freitag, 19. April, stellt der Intendant des Staatstheaters Wiesbaden Manfred Beilharz gemeinsam mit seinem Team das Programm für die kommende Spielzeit 2013/14 vor. Ab dem Nachmittag desselben Tages ist das neue Spielzeitheft kostenlos an der Theaterkasse erhältlich. Freuen Sie sich auf ein prall gefülltes Programm aus Oper, Schauspiel, Tanz, Kinder- und Jugendtheater sowie Konzert.

Botschaft zum Welttheatertag Einmal im Jahr ist Welttheatertag. Zu diesem Anlass bittet das Internationale Theaterinstitut der Unesco in Paris (Intendant Dr. Manfred Beilharz ist der Präsident des deutschen ITI-Zentrums in Berlin) eine prominente Persönlichkeit des Theaters um eine Botschaft. In diesem Jahr hat der italienische Satiriker, Schriftsteller, Theaterleiter, Schauspieler, Komponist und Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 1997 Dario Fo das Wort.

Glückwunsch!

Staatstheater sucht Briefe für Büchners Frauen Für die neue Musiktheaterproduktion Büchners Frauen sucht das Staatstheater Briefe, möglichst verschlossen, gern frankiert, ohne Sichtfenster. Die Briefinhalte werden nicht zitiert. Geben Sie Ihre Briefspende wahlweise am Bühneneingang am Warmen Damm ab, oder schreiben Sie uns an folgende Adresse: Produktion BÜCHNERS FRAUEN Hessisches Staatstheater Wiesbaden Postfach 3247, 65022 Wiesbaden Unter allen mit Absender versehenen Einsendungen verlosen wir ein exklusives Abendessen mit dem Produktionsteam. (19. Jg. nr. 7)

Dinges & Frick GmbH, Greifstraße 4, 65199 Wiesbaden Texte Dramaturgie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Redaktion Sandra Ihrig Kontakt Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden Intendant: Dr. Manfred Beilharz www.staatstheater-wiesbaden.de info@staatstheater-wiesbaden.de pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de dramaturgie@ staatstheater-wiesbaden.de Fotos Martin Kaufhold, Lena Obst; Michael Kretzer (Jugendreferat). Die Fotos der Gäste wurden von den Künstlern zur Verfügung gestellt. Konzept/Layout Ma­arten Evenhuis, Beate Marx Druck und Verlag

Das Hessische Staats­theater Wiesbaden ist Mitglied der europä­ischen Theater­kon­vention (ETC), Brüssel.

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Heute haben Schauspieler und Theatergruppen Schwierigkeiten Aufführungsorte, Theater und Publikum zu finden, alles aufgrund der Krise. Die Regierenden haben also nicht mehr das Problem, diejenigen, die sich durch Ironie und Sarkasmus ausdrücken, kontrollieren zu müssen, weil die Schauspieler keinen Ort und auch kein Publikum haben, an das sie sich wenden können. Im Gegensatz dazu hatten die Machthaber in der Renaissance einige Mühe, die Komödianten in Schach zu halten, denn diese erfreuten sich eines enormen Zuspruchs beim Publikum. Bekanntlich fand der große Exodus der Commedia dell’Arte-Schauspieler im Jahrhundert der Gegenreformation statt. Diese ordnete die Schließung sämtlicher Theater an, insbesondere in Rom, wo sie wegen Schmähung der Heiligen Stadt angeklagt waren. Unter dem hartnäckigen Druck des reaktionärsten Teils der Bourgeoisie und der höchsten Vertreter des Klerus hatte Papst Innozenz XII. 1697 die Schließung des Teatro di Tordinona befohlen, auf dessen Bühne es nach Ansicht der Moralisten die höchste Anzahl obszöner Aufführungen gegeben hatte.

Das Staatstheater Wiesbaden gratuliert Karen Müller zur Aufnahme an der Folkwang Hochschule Essen, Studiengang Musical. Seit 2009 ist sie Mitglied im Jugendclub und ist aktuell als Sheila in Hair und Clio in Xanadu auf der Bühne zu sehen. Für die Zukunft wünschen wir alles Gute!

Impressum

Früher haben die Mächtigen das Problem mit den unliebsamen Komödianten dadurch gelöst, dass sie sie aus dem Lande jagten.

Dario Fo wurde am 24. März 1926 geboren. In seinem dramatischen Werk arbeitet er mit den komödiantischen Mitteln der Commedia dell’Arte. Gegenstand der Kritik in Fos Werk sind das organisierte Verbrechen, politische Korruption, politische Morde, die Doktrin der katholischen Kirche und der Nahostkonflikt.

Zu Zeiten der Gegenreform hatte sich Kardinal Carlo Borromeo, dessen Wirkungsbereich im Norden lag, durch eine klare Unterscheidung zwischen der Kunst als höchster Form spiritueller Erziehung und dem Theater als Manifestation des Profanen und der Eitelkeit sehr erfolgreich für die Erlösung der „Mailänder Kinder“ eingesetzt. In einem Brief an seine Mitarbeiter, den ich aus dem Gedächtnis zitiere, drückt er sich in etwa so aus: „Im Bemühen, das Unkraut auszurotten, haben wir das Erdenkliche getan, um alle infamen Schriften auf den Scheiterhaufen zu bringen, sie aus dem Gedächtnis der Menschen zu löschen und gleichzeitig diejenigen zu verfolgen, die diese Texte in gedruckter Form verbreitet haben. Offensichtlich aber hat sich, während wir schliefen, der Dämon neue Schliche ausgedacht. So viel tiefer dringt in die Seele, was die Augen sehen als was sie in Büchern lesen! So viel tiefer verwundet das von der Stimme und der dazugehörigen Geste diktierte Wort den Geist der jungen Männer und Frauen als das tote Wort in den Büchern. Es ist also dringend notwendig, die Komödianten aus unseren Städten zu vertreiben, wie man das mit unerwünschten Seelen zu tun pflegt.“

Die einzige Lösung für die Krise ist deshalb die Hoffnung, dass auf uns, vor allem aber auf die Jungen, die die Kunst des Theaters erst noch Die Jury des Nobelpreises, erlernen wollen, eine große Jagd eröffnet wird: der ihm 1997 verliehen wurde, eine neue Diaspora der Komödianten, die aus ehrte Fo als einen Autor der „in dieser Zwangslage ganz sicher unvorstellbaren Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Nutzen für ein neues Theater ziehen wird. Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet.“

Aus dem Italienischenvon Sabine Heymann

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • April 2013


Theaterblatt April  

Monatlich erscheinende Theaterzeitung des Staatstheaters Wiesbaden mit Informationen zum Programm, den nächsten Premieren, Extras und News

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