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09 | Theaterblatt September 2012

Aida Frühlings Erwachen Alle sechzehn Jahre im Sommer Stephen King’s MISERY Candide Scherbenpark

Kartenvorverkauf

0611 . 132 325


September 2012

Aida Frühlingserwachen Alle sechzehn Jahre im Sommer Candide oder der Optimismus Scherbenpark Stephen King‘s MISERY 1. Sinfoniekonzert Konzerte Spielplan September Wiederaufnahmen im September Ballett im September Wartburg im September Jugendreferat im September Wiesbaden tanzt 25 Jahre jugend-club-theater Neu im Ensemble Gastspiel in Zypern News und Impressum

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Die Kasse ist wieder geöffnet! Neuer Service für Gruppen und Schulen:

Theaterkasse als Ansprechpartner Künftig betreut die Theaterkasse alle Anfragen von Schulen und anderen Besuchergruppen, erreichbar unter

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schulticket@staatstheater-wiesbaden.de gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de Das Team freut sich auf Ihre Anfragen und Reservierungen! Das Staatstheater Wiesbaden im Netz: www.staatstheater-wiesbaden.de facebook.com/Staatstheater.Wiesbaden twitter.com/StaatstheaterWI youtube.com/user/StaatstheaterWi vimeo.com/StaatstheaterWi

Kartenvorverkauf

Liebes Publikum, lange, theaterlose Wochen liegen hinter uns – das ist vorbei und wir starten voller Vorfreude in eine neue, spannende, abwechslungsreiche Spielzeit 2012/2013. Über 35 Premieren aus fünf Sparten, darunter Ur-und Erstaufführungen, sowieKonzerte erwarten Sie in kommenden Jahr. Erleben Sie einen Tag voller Theaterfreude beim Großen Theaterfest zur Eröffnung der neuen Spielzeit am 1. September. Vorher steht bereits die Premiere des Musicals Hair auf dem Programm. Das jugend-club-theater feiert mit dieser Produktion sein 25jähriges Bestehen. Ganz große Oper erleben wir mit Aida, der ersten Premiere des Musiktheaters. Das Schauspiel startet mit Frühlings Erwachen im Großen Haus, mit Alle sechzehn Jahre im Sommer im Kleinen Haus und Stephen King‘s MISERY in der Wartburg. Im Studio stehen im September bereits zwei Premieren des Jungen Staatstheaters auf dem Programm: Candide oder der Optimismus und Scherbenpark. Wir begrüßen Zsolt Hamar als neuen Generalmusikdirektor an unserem Haus – er hat ein facettenreiches Konzertprogramm für Sie zusammen gestellt, das mit dem 1. Sinfoniekonzert und Musik von Richard Wagner, Hans Werner Henze und Johannes Brahms eröffnet wird. 76 künstlerische Solisten, über 500 fest angestellte Künstler, Techniker, Verwaltungsangestellte und weitere 150 Gäste arbeiten Hand in Hand, um Ihnen Abend für Abend besondere, bewegende, begeisternde Momente zu schaffen. Sie finden die Künstlerporträts im Spielzeitheft, das im Theater ausliegt. Begleiten Sie uns durch die kommende Spielzeit 2012/2013. Wir freuen uns auf Sie.

Ihr Staatstheater Wiesbaden

rfebs14t.00 Uhr – Open End e t a e h T s e GrSoamßstag, 1. September a am

oncert, ops, Café C nenshow sh Eintritt frei! rk o zw n h Großen Bü rkstätten, Ta Offene We uf die Spielzeit in der a .30 Uhr ungen) Vorschau von 10 bis 19 usgewählte Vorstell t e n ff ö e g t t (a Die Kasse is en um 50% ermäßig chtsstück ge Weihna ri Theaterkart h ä sj ie d s 14 Uhr. auf für da Der VorverkMondfahrt beginnt um s Peterchen

Hessisches Staatstheater Wiesbaden Telefon 0611 . 132 325 Fax 0611 . 132 367 Christian-Zais-Str. 3 Montag bis Freitag 10.oo-19.30 Uhr Samstag 10.oo-14.00 Uhr Sonn- und Feiertag 11.00-13.00 Uhr E-Mail: vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de

Tourist Information Marktplatz 1, Telefon: 0611 . 1729-930, Fax: 0611 . 1729-798 Mo bis Fr 9.45-18 Uhr; Sa 10-15 Uhr; So 11-15 Uhr (Vorverkaufsgebühr 13%) Kartenvorverkauf Galeria Kaufhof Telefon 0611 . 304 808 / 0611 . 376 444, Eingang Friedrichstraße, 65185 Wiesbaden Montag bis Freitag 9.15-18.30 Uhr, Samstag 9.15-16.00 Uhr (Vorverkaufsgebühr 13%) Vorverkauf Frankfurt-Ticket Telefon 069 . 1340 400, Hauptwache Frankfurt (B-Ebene, neben dem Kaufhof) Montag bis Freitag 9.30-19.00 Uhr (tel. 8.00-20.00 Uhr) Samstag 9.30-16.00 Uhr (tel. 8.00-19.00 Uhr), Sonntag 10.00-18.30 Uhr (nur tel.) www.frankfurt-ticket.de (Vorverkaufsgebühr 13%) Ticketbox e.Kfr. Kleine Langgasse 4, 55116 Mainz, Tel. 06131 . 2 11 500 oder 22 39 11, Fax 06131 . 2 11 501 Mo bis Fr 10-14 Uhr und 15-18 Uhr; Sa 10-14 Uhr; www.ticketbox-mainz.de (Vorverkaufsgebühr 13%)

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Titel: Ensemble, Martin Kaufhold, Lena Obst

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Große Oper – starkes Ensemble

Eszter Sümegi und Rubens Pelizzari (Probenfoto)

sionen: Die des unerhört autonomen Kunstwerks einerseits, andererseits jedoch auch eine politische, denn der ägyptische Vizekönig setzte um 1870 alles daran, politisch und militärisch zu den europäischen Großmächten aufzuschließen und den Sultan des Kaum ein Operntitel löst so viele Bilder und VorstelOsmanischen Reiches (und auch Herr über Ägypten) auszustechen. Zu lungen aus wie Verdis „ägyptische“ Oper: Tempel, dieser Politik gehörte die glanzvolle Pyramiden, Nil, Triumphmarsch, Trompeten, gewalPremiere der neuen Verdi-Oper im tige Chöre, Menschenmassen. Dies ist ein Aspekt kurz zuvor neu erbauten Opernhaus der Oper, aber Aida ist viel mehr als nur exotische am 24. Dezember 1871. Das Thema Kulisse und Kostüm. Ägypten diente Giuseppe war natürlich pharaonisch, denn der Verdi als Rahmen und Bühne für ein Drama über Glanz des alten Ägypten sollte auf menschliche Schicksale. Ismail Pascha fallen. Dekorationen und Kostüme wurden unter enormen Kosten und Mühen nach archäoVon Anfang an als Meisterwerk konlogisch neuesten Erkenntnissen in zipiert und gleich nach der Premiere Pariser Ateliers gefertigt und nach 1871 in Kairo als solches gehandelt, Ägypten verschifft. Und auch Verdi gelingt es Giuseppe Verdi, mit Aida ließ sich das „ägyptische Geschäft“ sein ohnehin schon einzigartiges mit der horrenden Summe von Opernschaffen noch einmal zu über- 150 000 Francs unter Zusicherung treffen. Anders als zuvor etwa in sämtlicher Verwertungsrechte außerLa forza del destino oder Simon halb Ägyptens fürstlich entlohnen. Boccanegra endet die Oper nicht in Verdi erfüllte seinen Auftrag vorbildTod und Verzweiflung, sondern mit lich – und blieb der Uraufführung dem ekstatischen Eingang des Liebes- fern. Denn obwohl seine großen Forpaares in eine höhere Sphäre jenseits men und Chöre, die rituellen Szenen der Realität. Bis es allerdings soweit und der Triumphmarsch, die Kostüme ist, zeigt sich Verdi wieder einmal als und Dekorationen das RepräsentaMeister der Konflikte, der Affekte tionsbedürfnis seiner Auftraggeber und des musikalischen Theaters. Und mehr als befriedigten, erzählt seine das, obwohl er hier ausnahmsweise Oper eigentlich vom Gegenteil: Von kein großes Drama vertonte, sondern der dunklen Seite des Imperialismus, ein frei erfundenes Szenario des von Herren und Sklaven, von Siegern Ägyptologen Auguste Mariette, der und Besiegten, von Macht und am Hofe des ägyptischen Vizekönigs Ohnmacht, von Glück und Unglück Ismail Pascha den Rang eines Miniim Zeichen eines Krieges zwischen sters für kulturelle Angelegenheiten Völkern und Menschen. Dazwischen einnahm. Schon allein aus diesem steht ein Liebespaar, das auf dieser Grund hat Aida immer zwei DimenWelt keinen Ort für seine Liebe fin-

Zsolt Hamar, der neue Generalmusikdirektor dirigiert Verdis Meisterwerk Aida zur Eröffnung der Saison 2012/2013 mit einem hochkarätigen Ensemble und außergewöhnlichen Gästen. Der Hessische Rundfunk überträgt die Premiere!

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den kann. Ägypten, das ist für Verdi die Metapher eines imperialistischen Reiches, beherrscht von den Priestern mit ihrem Oberhaupt Ramfis, geprägt von militärischen Ritualen, rücksichtslos gegen eigene oder besiegte Untertanen. Während Verdi im Sommer 1870 seine Oper schrieb, führten Frankreich und Deutschland den Krieg 1870/71, es fanden die Schlacht von Sedan, die Gefangennahme Napoleons III. und die Belagerung von Paris statt. Die Aida-Premiere in Kairo musste wegen des Krieges verschoben werden, an eine Auslieferung der Dekoration war nicht zu denken. Der Krieg der beiden hochgerüsteten Großmächte kam für Verdi einem drohenden Untergang der Zivilisation gleich. Als er seinem Librettisten Ghislanzoni ein Beispiel für die Wortwahl des ägyptischen Königs geben wollte, schrieb er: „Lesen Sie die Telegramme von König Wilhelm“. Für die Gestaltung des unheilvoll einflussreichen Oberpriesters Ramfis dürfte Bismarck Pate gestanden haben, für den ebenso namenlosen Herrscher Ägyptens König Wilhelm I. Der Deutsch-Französische Krieg bot Verdi Anschauungsmaterial im Überfluss. So konzentriert sich die Oper Aida auf das Schicksal dreier Menschen vor dem Hintergrund eines ägyptischäthiopischen Krieges zu unbestimmter Vorzeit: das ungleiche Liebespaar Aida – Radames auf der einen Seite und die Pharaonentochter Amneris auf der anderen. Die äthiopische Prinzessin Aida steht als kriegsgefangene Sklavin in einem unauflösbaren Kon-

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Aida

Oper von Giuseppe Verdi Libretto von Antonio Ghislanzoni Musikalische Leitung Zsolt Hamar Inszenierung Immo Karaman Choreografie Fabian Posca Bühnenbild und Kostüme

Timo Dentler, Okarina Peter Choreinstudierung Anton Tremmel Dramaturgie Stephan Steinmetz Eszter Sümegi und Kiril Manolov (Probenfoto)

flikt zwischen ihrem Geliebten, dem ägyptischen Feldherrn Radames, und ihrem Vater, dem besiegten äthiopischen König Amonasro. Dem Vater zu folgen, hieße den Geliebten zu verraten. Der Feldherr und Liebende Radames wiederum sieht seinen Plan scheitern, durch einen Sieg im Kampf Aida Glück zu schenken und widersetzt sich selbst noch im Angesicht des Todes den Rettungsangeboten der zurückgewiesenen Prinzessin Amneris. Die scheinbar mächtige Prinzessin muss als tragischstes aller Opfer ihre eigene Bedeutungslosigkeit erkennen. Das leidenschaftliche und existentielle musikalische Drama wird am Pult geleitet vom neuen Generalmusikdirektor Zsolt Hamar. Der ungarische Dirigent ist Preisträger renommierter Wettbewerbe, war zuletzt am Opernhaus Zürich und an der Budapester Nationaloper ständiger Gastdirigent und dirigierte einen Bartók-Doppelabend beim Maggio Musicale Florenz 2012. Mit Aida eröffnet er seine erste Saison in der neuen Funktion und stellt sich dem Wiesbadener Publikum vor. Zum zweiten Mal in Wiesbaden arbeiten Regisseur Immo Karaman und Choreograf Fabian Posca, die 2010 bereits Luisa Miller inszenierten. Beide haben in den vergangenen Jahren durch Inszenierungen an der Oper Leipzig, am Staatstheater Saarbrücken und durch einen vielbeachteten Britten-Zyklus an der Deutschen

Andrea Baker und Dennis Wilgenhof (Probenfoto)

Oper am Rhein auf sich aufmerksam gemacht. Erstmals in Wiesbaden arbeitet das Ausstattungsteam Okarina Peter und Timo Dentler, die mit Immo Karaman gemeinsam bereits am Staatstheater am Gärtnerplatz in München und am Staatstheater Nürnberg Opernabende geschaffen haben. Viele gut bekannte und gern gesehene Gäste bilden das Gesangsensemble. Andrea Baker kehrt nach ihrem großen Erfolg als Ortrud in Lohengrin nun als Amneris zurück. Rubens Pelizzari, der umjubelte Kalaf in Turandot, interpretiert mit dem Radames eine seiner internationalen Paraderollen. Als Amonasro konnte Kiril Manolov verpflichtet werden, zuletzt in Wiesbaden als Simon Boccanegra und Don Pasquale zu erleben. In der Titelrolle begrüßen wir die ungarische Sopranistin Eszter Sümegi, die an der Staatsoper Budapest ein breites Repertoire an italienischen und deutschen Rollen singt, wie u.a. Tosca, Leonora (Trovatore), Butterfly, Elisabeth (Don Carlo), aber auch Elsa (Lohengrin), Arabella oder Feldmarschallin im Rosenkavalier. Neu ins Ensemble kommt der holländische Bass Dennis Wilgenhof, der als Ramfis in Wiesbaden debütiert. Als König alternieren Bernd Hofmann und Hye-Soo Sonn.

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Mit: Bernd Hofmann / Hye-Soo Sonn (Der König), Andrea Baker (Amneris), Eszter Sümegi (Aida), Rubens Pelizzari (Radames), Dennis Wilgenhof (Ramfis), Kiril Manolov (Amonasro), Osvaldo Navarro-Turres (Ein Bote), Sarah Jones (Priesterin)

Orchester, Chor, Extrachor, Tanzensemble und Statisterie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden

Premiere: Samstag, 8. September 19.30 Uhr, Großes Haus Weitere Vorstellungen: 14. und 23. September, 5., 18. und 28. Oktober, jeweils 19.30 Uhr hr2-kultur überträgt die Live-Aufzeichnung der Premiere am 9. September um 20.05 Uhr Diese Produktion wird ermöglicht durch die Unterstützung der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Opernforum zu Aida Sind Sie neugierig auf weitere Details zum Werk und zur Inszenierung? Dann sind Sie beim Opernforum im Vorfeld der Premiere genau richtig. Mit Dirigent Zsolt Hamar, Regisseur Immo Karaman, Dramaturg Stephan Steinmetz und Mitgliedern des Gesangsensembles. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft der Freunde des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden.

Sonntag, 2. September, 11 Uhr, Foyer

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Mitten im Leben Frühlings Erwachen, das diesjährige Eröff-

nungsstück des Schauspiels im Großen Haus, ist ein Stück über Jugendliche, und natürlich werden sie auf der Bühne von einem jungen Ensemble dargestellt.

Neben Nils Kreutinger (Melchior Gabor), der 2011 als Faust im Großen Haus debütierte und der mittlerweile in vielen verschiedenen Rollen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden zu sehen ist, spielen eine Reihe neuer junger Kollegen in Frühlings Erwachen (ausführlich stellen wir sie Ihnen ab S. 28 vor): Melchiors Freund Moritz Stiefel wird von Rajko Geith gespielt, der – wie Nils Kreutinger – an der HfMdK in Frankfurt Schauspiel studierte, die 14-jährige Wendla von Magdalena Wiedenhofer (Akademie für Darstellende Kunst BadenWürttemberg). Sie spielte bereits in der letzten Spielzeit in Janusz Wisniewskis Ein Jedermann die Rolle der Doxi. Auch die beiden Neuzugänge Fabian Stromberger (von der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München) als Ernst Röbel und Benjamin Kiesewetter (Schau6

spielschule Leipzig) – der ebenfalls bereits seit letzter Spielzeit in den Stücken Bezahlt wird nicht und Lotte in Weimar zu sehen ist – als Hänschen Rilow werden am 22. September zusammen mit weiteren Schauspielern des Ensembles im Großen Haus auf der Bühne stehen. Und als feste Größe und Urgestein wird niemand anderer als der 81-jährige Zygmunt Apostol als „vermummter Herr“ den verzweifelten Melchior zurück ins Leben holen. Es ist eine grundsätzliche Erkenntnis von erwachsenen Menschen, dass Jugendliche in der Pubertät eine Pest sind. Sie sind schlechtgelaunt und stellen unbequeme Fragen, sind prinzipiell gegen alles und machen es sich ganz schön leicht. Umgekehrt sieht es nicht viel besser aus: Aus der Sicht der 13- bis 17Jährigen sind Menschen über 30 immer verlogen und angepasst und bestärken mit ihrem Verhalten die Doppelmoral der bürgerlichen Gesellschaft. Diese generationsübergreifenden Fronten haben den Charakter von Naturgesetzen und bestehen seit Menschengedenken; Missverständnisse und Konflikte sind natürlich vorprogrammiert und scheinbar unvermeidlich. Da helfen weder pädagogische Ratgeber noch Supernannies, bestenfalls erinnert sich die ältere Generation daran, dass sie „auch mal jung“ war und die Jungen tragen die Peinlichkeit der Eltern mit Fassung.

Frank Wedekind (1864-1918) erzählt mit Frühlings Erwachen (1890/91) die Geschichte von Kindern an der Schwelle zum Erwachsensein. Mit dem erwachenden Frühling sind zum einen die „menschlichen Regungen“ und Unberechenbarkeiten des heranwachsenden Körpers gemeint, zum anderen auch die zunehmende Erkenntnis und der wachsende Selbstbestimmungswunsch der jungen Menschen. Einfühlsam stellt Wedekind Teenager dar, die unter dem Druck der Schule und der erwachsenen Gesellschaft mindestens genauso leiden wie unter der verwirrenden Macht der körperlichen Veränderungen. „O Mutter, warum hast du mir nicht alles gesagt?“ fragt die 14jährige Wendla ihre Mutter. Kurz darauf stirbt sie an den Folgen eines Abtreibungsversuchs, den ihre Mutter angeordnet hat. Nicht ganz so ahnungslos wie Wendla ist Melchior, der Wendla auf einem Heuboden verführt hatte – oder sie ihn. Melchior kennt sich mit der menschlichen Anatomie ziemlich gut aus und kann in diesen Dingen seinem Freund Moritz auf die Sprünge helfen, den die unbekannten Vorgänge seines Körpers zunehmend verwirren. Aber weil die Scham der beiden Jugendlichen groß ist, gibt ihm Melchior seine Erklärungen schriftlich. Kurz darauf schafft Moritz die Versetzung in die nächste Klasse nicht und sieht keinen anderen Ausweg mehr, als sich zu erschießen. Als

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Frühlings Erwachen

Eine Kindertragödie von Frank Wedekind Inszenierung Tilman Gersch Bühne und Kostüme Miriam Grimm Musik Stefan Goetsch Dramaturgie Anika Bárdos Mit:

Nils Kreutinger (Melchior Gabor), Rajko Geith (Moritz Stiefel), Benjamin Krämer-Jenster (Herr Gabor / Lehrer), Evelyn M. Faber (Frau Gabor / Frau Bergmann / Rektorin Sonnenstich), Magdalena Wiedenhofer (Wendla), Fabian Stromberger (Ernst Röbel), Benjamin Kiesewetter (Hänschen Rilow), Franziska Werner (Martha), Magdalena Höfner (Thea), Sybille Weiser (Ilse), Zygmunt Apostol (Der vermummte Herr)

Premiere: Samstag, 22. September 19.30 Uhr, Großes Haus Weitere Vorstellungen: 27. September, 10. und 19. Oktober, jeweils 19.30 Uhr

Melchiors aufklärendes Schreiben bei dem Toten gefunden wird, ist allen klar, wer der Sündenbock ist. Inspiriert von einer tatsächlichen Begebenheit schrieb Wedekind mit Frühlings Erwachen ein gesellschaftskritisches Dokument über die Nöte heranwachsender Jugendlicher zwischen Leistungsdruck und erwachender Sexualität, die an der Verständnislosigkeit ihres Umfelds zu zerbrechen drohen. Der Regisseur Tilman Gersch ist Mitglied der Schauspielleitung am Staatstheater Wiesbaden und hat sich neben großen klassischen Stoffen – Hamlet, Nathan der Weise, Romeo und Julia – der zeitgenössischen Dramatik gewidmet. Seine Inszenierung von Uwe Tellkamps Der Turm in der Adaption von John von Düffel begeistert schon seit zwei Spielzeiten das Publikum. In der vergangenen Spielzeit eröffnete er das große Haus mit Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil, wegen der großen Nachfrage wird die Produktion im November wieder aufgenommen. Im Museum Wiesbaden brachte Gersch im April Katharina Schmitts Stück SAM zur Uraufführung; eine spannende Wanderung durch das Museum, die am 28. und 29. September wieder zu sehen sein wird. Mit Stefan Goetsch konnte ein Musiker verpflichtet werden, der mit seinen Kompositionen und Songs, die auf die Schauspieler zugeschnitten sind, die Atmosphäre des Stücks bestärkt.

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Michael Birnbaum, Jörg Zirnstein, Doreen Nixdorf, Franziska Beyer, Michael Günther Bard, Verena Güntner, Wolfgang Böhm, Viola Pobitschka (Probenfoto)

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Jochen, der angehende Pathologe, hat einen Fernseher – und damit auf diesem Gebiet eindeutig das Sagen. Seine Freundin Sabine probiert gerade eine neue Droge und ist nur scheinbar anwesend. Aktivist Carlo dealt und kämpft für die Weltrevolution, während seine Freundin Elke das dritte Kind erwartet. Sparwasser aus der DDR rettet mit einem historischen Treffer die Ehre des gesamtdeutschen Fußballs. Aber am Ende holen doch Beckenbauer & Co. den Weltmeistertitel. Jubel.

Über 30 Jahre deutscher Geschichte(n) lässt John von Düffel in seinem neuen Stück Revue passieren – gebündelt durch die wichtigste Nebensache der Welt: den Fußball. Liebevoll und komisch werden die Lebensgeschichten der einstigen WGBewohner erzählt, und in pointierten Dialogen wird lebendig, was die Träume, die Skandale und die Sehnsüchte der jeweiligen Zeit waren. John von Düffel verwandelt historische Großereignisse wie die 68er Zeit oder die Wiedervereinigung in ein federleichtes, amüsantes Spiel, und mancher Zuschauer wird sich angesichts außerirdischer Haartrachten, grüner Schlaghosen oder glühender Weltrevolutions-Attitüden fragen: War ich etwa auch so? Das Stück entstand als Auftragswerk des Theaters Koblenz aus Anlass seines 225-jährigen Bestehens und feiert dort eine Woche vor der Wiesbadener Premiere seine Uraufführung.

1990 steht es fußballerisch wieder gut für Deutschland. Auch die WG hat sich gemausert. Jochen ist Institutsleiter und Sabine seine Frau. Sie macht etwas mit Kunst und ist fast clean. Carlo vertickt Rostlauben an die Ossis. Bastian, der Sohn von Elke und Carlo, findet, dass die Wiedervereinigung ein historischer Fehler ist. Er schreibt das „Kapital“ neu, während vor den Fenstern die Alles beginnt im Juli 1974: Eine WG in Trabis in Kolonne fahren. Deutschland West-Berlin. Alle sind jung und wahn- gewinnt gegen Argentinien und wird Mit John von Düffel verbindet das Staatstheater Wiesbaden bereits sinnig alternativ. Dem Alten wird auf Weltmeister. eine lange Arbeitsbeziehung. 2002 allen Ebenen der Kampf angesagt: mit kam hier sein Stück Kurguerilla zur langen Haaren, antiautoritärer Erzie- 2006 ist wieder WM und doch so Uraufführung und 2010 seine Adapziemlich alles anders. Träume sind hung, bewusstseinserweiternden tion des Tellkamp-Romans Der Turm, geplatzt, Paare haben sich getrennt, Substanzen und mit freier Liebe. Die andere haben sich gefunden. Manche die immer noch mit großem Erfolg Frauen kämpfen um die Emanzipagespielt wird. John von Düffel ist Lebensbilanz ist eher ein Pfostention, die Männer um die Lufthoheit einer der renommiertesten deutvorm Fernseher. Denn: es ist Fußball- schuss, aber wieder ist ganz große schen Schriftsteller und Dramatiker. Party, wenn das Runde ins Eckige WM, und das ist eine der letzten Sein Roman Vom Wasser wurde mit muss! Kampfzonen reiner Männlichkeit.

Alle sechzehn Jahre im Sommer Trilogie des veränderten Lebens Schauspiel von John von Düffel

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Alle sechzehn Jahre im Sommer

Trilogie des veränderten Lebens Schauspiel von John von Düffel Inszenierung Tobias Materna Bühne und Kostüme Martina Stoian Dramaturgie Dagmar Borrmann Mit: Franziska Beyer (Elke/Meike), Verena Güntner (Sabine), Doreen Nixdorf (Heidrun), Viola Pobitschka (Magda/Ilona), Michael Birnbaum (Carlo), Wolfgang Böhm (Hans-Helge/Juan-Pablo), Michael Günther Bard (Jochen), Jörg Zirnstein (Lambert/Bastian)

Premiere: Freitag, 21. September 19.30 Uhr, Kleines Haus Weitere Vorstellungen: 23. und 26. September 12., 19. und 25. Oktober, jeweils 19.30 Uhr

mehreren Preisen ausgezeichnet. In den letzten Jahren hat John von Düffel zahlreiche Prosawerke für die Bühne adaptiert, darunter Die Buddenbrooks und Joseph und seine Brüder von Thomas Mann, die große Bühnenerfolge wurden. John von Düffel ist Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und Professor für szenisches Schreiben an der Universität der Künste. Tobias Materna, der Alle sechzehn Jahre im Sommer inszeniert, ist dem Ensemble ebenfalls seit langem verbunden: bis 2008 war er Leiter der Wartburg und hat u.a. die sehr erfolgreichen Inszenierungen Urfaust, Werther und Clockwork Orange dort erarbeitet. Stairways to Heaven, ebenfalls eine Regiearbeit von Tobias Materna, läuft im Kleinen Haus bereits in der 6. Spielzeit.

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„Es war in Westfalen, im Schloss des Herrn Barons von Thunder-ten-tronckh, ein junger Mann, dem die Natur das sanfteste Gemüt verliehen hatte. Er war rechtschaffenen Sinnes und hatte einen ziemlich beschränkten Verstand. Deswegen nannte man ihn, glaube ich, Candide.“

Candide oder der Optimismus 12+ Nach Voltaire

Inszenierung Isabel Osthues Bühne Isabel Osthues, Stefan Schletter Kostüme Heike Ruppmann Dramaturgie Stefan Schletter Mit: Carolin Freund, Claudia Plöckl, Elke Opitz, Benjamin Hübner, Thomas Jansen

Premiere: Samstag, 15. September 19.30 Uhr, Studio Weitere Vorstellungen: 18. September, 11 Uhr, 19. Oktober, 19.30 Uhr und 21. Oktober, 18 Uhr

„Wir müssen unseren Garten bestellen“. Eine Aufforderung Voltaires zu handeln, und zwar zuerst im eigenen Garten, oder anders: Global denken, lokal handeln. Voltaires 250 Jahre altes Werk könnte kaum aktueller sein, und es gibt zahlreiche gesellschaftskritische Anknüpfungspunkte. Doch Voltaire will nicht einfach nur kritisieren, er möchte viel mehr Mut zur eigenen Meinung machen. Mut dazu, gängige Lehren in Frage zu stellen und sich ein eigenes Urteil zu erlauben. Ein ideales Theaterstück also für junge Menschen.

VANDERLICHT.DE

Als Candide („der Arglose“) die Tochter des Barons, die schöne Kunigunde, küssen will, wird er von ihrem Vater aus dem Schloss gejagt. Für den jungen Mann, der immer an die Worte seines Lehrers Pangloss („Wir leben in der besten aller möglichen Welten“) glaubte, tut sich nun eine ganz neue Welt auf – eine schlechte. Auf einem Roadtrip rund um die Welt muss der naive junge Mann erkennen, dass keineswegs alles zum Besten steht. Folter, Krieg, Vergewaltigungen, Verbrennungen und Naturkatastrophen sind außerhalb der Schlossmauern an der Tagesordnung. Candide erlebt die Welt, wie sie war – und wie sie immer noch ist. Am Ende seiner Reise bleibt ihm nur die berühmte Erkenntnis:

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„Mit 17 hat man noch Träume… Ja, von wegen! Mit 17 kann man noch hassen. Das ist das perfekte Hasszeitalter!“

Scherbenpark 13+ Nach Alina Bronsky

Inszenierung Adewale Teodros Adebisi Bühne und Kostüme Nikolaus Webern Dramaturgie Maja Friedrich Mit: Carolin Freund

Premiere: Sonntag, 30. September, 19.30 Uhr, Studio Weitere Vorstellung: 2. Oktober, 11 Uhr

VANDERLICHT.DE / Foto Haus: photocase.com©schneevongestern

fristen. Doch Sascha ist anders: Sie ist hochintelligent, gewitzt und schlagfertig. Sie spricht fließend Deutsch und geht als Einzige aus ihrem Viertel auf ein Elitegymnasium („damit man dort ein wenig Integration proben kann“). Und Sascha ist wütend. Auf Männer im Allgemeinen, auf ihre Mutter und vor allem auf einen gewissen Vadim. Aber sie hat zwei Träume: Sie möchte ein Buch über ihre Mutter schreiben und sie möchte Vadim töten. Nach und nach erfährt der Zuschauer, was mit der Mutter geschehen ist und wer dieser verhasste Vadim ist. Scherbenpark basiert auf dem gleichnamigen Debütroman der jungen Autorin Alina Bronsky. Darin gelingt ihr eine ausgezeichnete Milieustudie der Parallelgesellschaften in den TraDie 17jährige Sascha Naimann wohnt bantenstädten unserer Metropolen. in einer Hochhaussiedlung am Rande Im Vordergrund stehen Saschas AssiFrankfurts, direkt am „Scherbenpark“. milations- und Gewalterfahrungen Von den meisten wird diese Siedlung und ein traumatisches Ereignis, das nur „Russenghetto“ genannt, da hier ihr Leben nachhaltig prägt. Das Stück handelt aber auch vom hauptsächlich russische Spätaussiedler wohnen, die im Mikrokosmos Erwachsenwerden und dem häufig ihrer Hochhäuser ein perspektivloses damit verbundenem Gefühl von Einsamkeit und Nicht-Zugehörigkeit, Leben am Rande der Gesellschaft

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wofür man „kein Immigrant sein muss“ (Bronsky). Sascha musste schnell erwachsen werden und Verantwortung übernehmen. Als plötzlich Maria aus Novosibirsk in ihr Leben tritt, fühlt sie sich plötzlich überflüssig. Da begegnen ihr Volker Trebur und dessen Sohn, die gar nicht ins Hochhausmilieu zu passen scheinen, aber immer mehr Platz Saschas Leben einnehmen. Nach und nach verändern sich Saschas Wahrnehmung und ihr Umgang mit dem bisher Erlebten. Alina Bronsky, 1978 geboren, verbrachte ihre Kindheit in der russischen Industriestadt Jekaterinburg. Mit 13 Jahren kam sie nach Deutschland und lebte bisher in Marburg, Darmstadt und Frankfurt am Main. Mit Scherbenpark gelang ihr ein Bestseller, der 2009 für den deutschen Jugendliteraturpreis sowie für den aspekte-Literaturpreis nominiert wurde.

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Monika Kroll, Uwe Kraus

Krankenschwester des Grauens Zweifelsohne hegen manche Männer in Bezug auf den Umgang mit Krankenschwestern gewisse Fantasien. Diese hier gehört wahrscheinlich nicht dazu: Schwerverletzt in einem einsamen Haus in den Bergen zu erwachen und auf Gedeih und Verderb dessen einziger Bewohnerin ausgeliefert zu sein, die ihren Schwesternberuf zunächst mit Leidenschaft, dann aber mit wachsendem Sadismus ausübt.

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Es ist der Schriftsteller Paul Sheldon, den Stephen King, der König des Horrors, dieser unbequemen Situation aussetzt. In einem Hotel in der Nähe hat er einen neuen Roman beendet, ist auf dem Weg in die Stadt, gerät in einen Schneesturm, verliert die Kontrolle über den Wagen und verunglückt schwer. Dass Anni Wilkes ihn aus dem Wagen befreit und so vor dem Erfrieren rettet, ist nicht nur Zufall. Schließlich ist sie „sein größter Fan“ und ihrem Lieblingsautor schon eine Weile heimlich auf den Fersen. Paul erscheint sie als rettender Engel. Sehr professionell hat sie ihm die Beine geschient, und sie versorgt ihren Privatpatienten geradezu erstklassig. Dass sie ihn bewundert und Misery, die Hauptfigur seiner erfolgreichsten Romane, wie eine Göttin verehrt, macht sie nur noch sympathischer. Paul beginnt, seinen Aufenthalt in ihrem Haus zu genießen, lässt sich bereitwillig füttern und schätzt die Diskretion, mit der sie ihm die Urinflasche reicht. Aber ihr Verhalten ändert sich schlagartig nach der Lektüre des letzten MiseryRomans, in dem Paul seine Heldin sterben lässt, weil er längst genug von ihr hat. Annie fordert „Miserys Rückkehr“ und verleiht ihrem Wunsch, er solle einen neuen Misery-Roman ganz für sie allein schreiben, mit zunehmend drastischeren Mitteln Nachdruck. Und irgendwann begreift Paul, dass er es hier mit einer Psychopathin zu tun hat, dass es um Leben und Tod geht.

In den Romanen Stephen Kings lauert das Grauen da, wo man es am wenigsten vermutet. Es kommt aus Gullideckeln, wohnt in rechtschaffenen Bürgern und sauberen Kleinstädten. Tritt es zutage, dann ist seine Wucht grenzenlos. Mit diesem Rezept ist Stephen King seit den siebziger Jahren auf Erfolgskurs, 2003 wurde er für seine vielfach verfilmte Literatur mit dem renommierten National Book Award ausgezeichnet. Misery erschien 1987 und wurde spätestens mit der Verfilmung im Jahr 1990 Kult. Das auf dem Roman basierende Theaterstück von Simon Moore erschien bald darauf; ein herrlich nervenaufreibendes Kammerspiel, in dem der Horror lustvoll zelebriert wird – für Wartburg-Leiterin Caroline Stolz und ihr Team eine neue Herausforderung, die spannend zu werden verspricht. Misery ist ein Kabinettstück für zwei brillante Schauspieler. Am Staatstheater Wiesbaden sind das Monika Kroll und Uwe Kraus. Monika Kroll ist seit der Spielzeit 2002/03 am Hessischen Staatstheater Wiesbaden engagiert. Sie war in vielen Rollen zu sehen, darunter Marthe Rull in Kleists Der zerbrochne Krug, Frau Alving in Ibsens Gespenster, Elisabeth in Maria Stuart, Gertrude im Hamlet, die Trafikantin Valerie in Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald und Frau Wurm in Volksvernichtung von Werner Schwab. In der vergangenen Spielzeit spielte sie die Paraderolle der Frau Marthe

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Stephen King’s MISERY

Kriminalstück von Simon Moore Inszenierung Caroline Stolz Bühne und Kostüme Jan Hendrik Neidert,

Lorena Díaz Stephens Musik Frank Rosenberger

Mit: Monika Kroll (Anni Wilkes), Uwe Kraus (Paul Sheldon), Lisa Rothländer (Gesang), Frank Rosenberger (Schreibmaschine)

Premiere: Donnerstag, 20. September 20 Uhr, Wartburg Weitere Vorstellungen: 22. und 26. September, 10. und 23. Oktober, jeweils 20 Uhr

in Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil und bezauberte das Publikum als gereifte Charlotte Buff in Thomas Manns Lotte in Weimar. Uwe Kraus ist seit 2005 am Staatstheater Wiesbaden engagiert. Seine wichtigsten Rollen hier waren Liliom im gleichnamigen Stück von Franz Molnár, Graf Leicester in Schillers Maria Stuart, Friedrich Hofreiter in Das weite Land von Arthur Schnitzler und der Fleischermeister Oskar in Geschichten aus dem Wiener Wald. In der vergangenen Spielzeit glänzte er als Mephisto in Goethes Faust.

1. Sinfoniekonzert Mittwoch, 19. September, 20 Uhr Kurhaus, Friedrich-von-Thiersch-Saal 19 Uhr Einführung im Dostojewskisaal

„Hymnen“ Richard Wagner (1813-1883)                                         Ouvertüre zur Oper Tannhäuser     Hans Werner Henze (*1926)                                    Ode an den Westwind  Musik für Violoncello und Orchester Johannes Brahms (1833-1897)                                         Sinfonie Nr. 1 c-moll op. 68   

Gustav Rivinius, Violoncello Dirigent Zsolt Hamar „Verehrung und Offenheit” ist das Motto der ersten Konzertsaison des neuen Generalmusikdirektors Zsolt Hamar. „Respekt für die Vergangenheit und Offenheit für die Zukunft, sind die Leitgedanken meiner künstlerischen Arbeit“, so Zsolt Hamar. Alle Sinfoniekonzerte tragen einen thematischen Titel, der die ausgewählten Stücke gedanklich verbindet. Dem ersten Sinfoniekonzert liegt die Idee der „Hymnen“ zugrunde. „Melodien, die verbinden. Bei deren Singen oder einfachem Hören wir dasselbe empfinden, an dasselbe denken. Keine Nationalhymnen, Siegeshymnen, sondern musikalische Archetypen, Substanzen, die auf die tiefsten, uralten Schichten der musikalischen Rezeption wirken.“ Hans Werner Henze, inzwischen ein deutscher Klassiker des 20. Jahrhunderts, schrieb sein Solokonzert Ode an den Westwind 1953 auf Ischia. Es ist sein erstes Werk in der neuen Wahlheimat Italien. Henze vermeidet den Begriff „Konzert“, sondern spricht von „Musik für Violoncello und Orchester“. Das Stück nimmt einen aus fünf Sonetten bestehenden Gedichtzyklus des englischen Dichters Percy Bysshe Shelley von 1819 auf. Von romantischem Geist ist ausdrücklich auch Henzes Komposition getragen. Der fünfte Satz gipfelt in einem verwehenden Hymnus. Johannes Brahms war bereits 43 Jahre alt und ein berühmter Mann, als er 1876 eine erste Sinfonie fertigstellte. Im Sinne Beethovens war ihm daran gelegen, die Sinfonie als universelle Musikform darzustellen, so wurde die c-moll-Sinfonie zu einem großformatigen Werk von beeindruckender Wirkung. Vor allem der 4. Satz mit Alphornthema, Choral und hymnischem Hauptthema sorgte dafür, dass Brahms als würdiger Nachfolger Beethovens betrachtet wurde, der den Geist der Sinfonie mit neuem Gehalt zu füllen imstande war.

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • September 2012

Am Anfang des Konzertes steht Richard Wagners Tannhäuser-Ouvertüre, mit Pilgerchoral, verführerischen Venusberg-Klängen und der berühmten „Seufzerkette“ als Musikalisierung romantischen Lebensgefühls.

Solist ist Gustav Rivinius (Violoncello). Als bisher einziger deutscher Musiker wurde Gustav Rivinius 1990 mit dem 1. Preis und der Goldmedaille des Internationalen TschaikowskyWettbewerbs in Moskau ausgezeichnet. Der damals 24jährige Cellist erhielt zudem den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Tschaikowsky. Seither konzertierte er mit zahlreichen renommierten Orchestern, u. a. allen RundfunkSinfonieorchestern Deutschlands, dem Konzerthaus Orchester Berlin und dem Gewandhausorchester oder der Tschechischen Philharmonie. Gustav Rivinius hat eine Professur an der Hochschule für Musik Saar inne. Er gibt jährlich Meisterkurse und ist regelmäßig Juror bei Musikwettbewerben wie dem Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb 2011.

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Verehrung und Offenheit Ein Gespräch mit Generalmusikdirektor Zsolt Hamar

Sinfoniekonzerte 2012/13 im Kurhaus 1. Sinfoniekonzert Mittwoch, 19. September 2012

„Hymnen“

Gustav Rivinius, Violoncello Dirigent Zsolt Hamar 2. Sinfoniekonzert Mittwoch, 10. Oktober 2012

„Aus Italien“

Luca Ranieri, Viola Dirigent Zsolt Hamar 3. Sinfoniekonzert Mittwoch, 7. November 2012

„Hommage à Mozart“ Michael Martin Kofler, Flöte Dirigent Gérard Korsten 4. Sinfoniekonzert Mittwoch, 9. Januar 2013

„Emperor“

Dezsö Ránki, Klavier Dirigent Leopold Hager 5. Sinfoniekonzert Mittwoch, 20. Februar 2013

„60° Nord”

Sabine Meyer, Klarinette Dirigent Zsolt Hamar 6. Sinfoniekonzert Mittwoch, 13. März 2013

„Tempranillo”

Xavier de Maistre, Harfe Dirigent Francesco Angelico 7. Sinfoniekonzert Mittwoch, 10. April 2013

„Vox Humana“

Dirigent Zsolt Hamar 8. Sinfoniekonzert Mittwoch, 19. Juni 2013

„Taktstock und Bleistift” Akiko Suwanai, Violine Dirigent Zsolt Hamar

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Sie beginnen Ihr neues Amt als Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden mit der Musikalischen Leitung von Aida. Hatten Sie schon Zeit, die Stadt Wiesbaden kennenzulernen? Ja, ich kenne die Stadt schon ein wenig, weil ich zum einen in diesem Jahr relativ oft hier war, um mir Vorstellungen anzuschauen und Gespräche zu führen, und weil ich zum andern früher schon einige Male hier war, um meinen Onkel zu besuchen, der in Wiesbaden wohnt. Sie sind gebürtiger Ungar. Die Ungarn sind ein Volk mit einer großen musikalischen Tradition. Sind Sie verwurzelt in dieser Tradition, oder sehen Sie sich eher als einen musikalischen Kosmopoliten? Vielleicht ist es einfacher, wenn ich so antworte: Béla Bartók ist wichtig für mich. Aber Bartók ist auch ein fantastisches Beispiel dafür, dass man sehr ungarisch, aber gleichzeitig auch sehr europäisch sein kann. Seine Idee war es, originale ungarische Volksmusik zu finden und wissenschaftlich aufzuarbeiten, und dann andere Volksmusik zu suchen – slowakische, rumänische, slowenische, serbische –, um Gemeinsamkeiten auszumachen. Auf dieser Basis sind dann Werke wie Herzog Blaubarts Burg, Der holzgeschnitzte Prinz, das Konzert für Orchester und die Tanzsuite komponiert worden, Werke, die sehr ungarisch sind, aber auch serbische, ukrainische, slowenische und slowakische Elemente vereinen. Also letzten Endes sind es richtig europäische Werke. Europäisch zu sein, bedeutet für mich, so vorzugehen wie Bartók. Und natürlich hat er die europäische, vor allem auch die deutsche Musiktradition sehr gut gekannt. Von Haydn denken wir Ungarn allerdings übrigens, er sei ein wenig ungarisch. Und wenn wir schon über Haydn sprechen: Kaiserin Maria Theresia hat einmal geschrieben, dass, wenn jemand eine gute Opernvorstellung hören möchte, er nach Esterháza fahren müsse, wo Herzog Nikolaus Esterházy ein Schloss und ein Opernhaus hatte, in dem Haydn gewirkt hat. Mein Traum als Neu-Wiesbadener wäre jetzt, dass wenn jemand fragt, wohin man fahren muss, um heute gute Opernaufführungen zu sehen oder Konzertaufführungen zu hören, man sofort Wiesbaden nennt. Sie sind Dirigent, aber auch Komponist. Sie haben einmal geschrieben, es sei ein großes Glück, dass Sie nicht nur komponieren, sondern auch als Dirigent interpretieren. Sind das zwei Tätigkeiten, die Sie voneinander trennen oder ergänzen sich die beiden Seiten? Wenn jemand selbst eine Partitur schreibt, dann liest er eine fremde Partitur sofort als Komponist. Wenn ich einmal eine Struktur gemacht

habe, werde ich sofort diese Struktur suchen und wiedererkennen. Vielleicht ist das ein Vorteil als Dirigent. Finden Sie denn genügend Zeit zum Komponieren? Nein, Gott sei Dank nicht! (lacht) Werden wir in Wiesbaden Werke von Ihnen hören? Wir planen gerade die Aufführung eines Lohengrin für Kinder, den ich zwar nicht komponiert, aber arrangiert habe, oder ein Projekt „Oper im Klassenzimmer“. Dafür würde ich sehr gerne die Musik einrichten. Überhaupt liegt mir das Thema Musik für Kinder und junge Menschen und das Thema Musikvermittlung sehr am Herzen. Ihr Motto für den Konzertspielplan lautet: „Verehrung und Offenheit“. Was bedeutet das und wie spiegelt sich dieses Motto im Konzertprogramm wider? Wenn ein Dirigent ein festes Engagement annimmt, hat er zwei Möglichkeiten: erstens etwas zu lernen und zweitens etwas aufzubauen. Natürlich möchte ich lernen. Ich bin offen zu lernen und freue mich darauf, die Wiesbadener Traditionen, das Ensemble, das Orchester, den Chor und vor allem auch das Wiesbadener Publikum kennenzulernen. Aber ich bin auch nach Wiesbaden gekommen, um etwas aufzubauen. Wie kann ich etwas aufbauen? Dafür muss man sich zuerst ein Bild von dem machen, was man vorfindet. Das bedeutet Offenheit, aber auch Respekt vor der Vergangenheit. Der zweite Schritt ist die Entwicklung eines Konzepts, der dritte ist die Umsetzung des Konzepts. Ich möchte meinen Respekt anbieten, und erbitte eine Offenheit gegenüber meiner Arbeit. Die Musikliteratur ist ungeheuer groß und reich. Wir können und werden große Werke spielen, Bach, Mozart, Brahms und Wagner, aber es gibt auch sehr viele weniger bekannte Komponisten und Werke, die wir ins Programm nehmen, darunter zum Beispiel Hans Werner Henze und Peter Eötvös. Liegt Ihnen die zeitgenössische Musik besonders nahe, zumal Sie auch selbst komponieren? Ja. Aber meine Erfahrung ist, dass man sich zu oft davor fürchtet und sie deshalb nicht aufführt. Aber wenn wir es wagen und es gut machen, ist es immer ein großer Erfolg. Ich habe viele zeitgenössische Opern in Zürich uraufgeführt. Bei meinem letzten Projekt, der Uraufführung der Oper Stadt der Blinden, gab es bei jeder Vorstellung Standing Ovations. Gibt es konkrete musikalische Wünsche und Pläne, die Sie gerne in Wiesbaden verwirklichen möchten? Es gibt sehr viele! Haben Sie Zeit? Das Gespräch führte Karin Dietrich.

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • September 2012


1. Kammerkonzert Johann Georg Albrechtsberger (1736-1809) Quartett für 2 Violen und 2 Violoncelli op. 21 Paul Hindemith (1895-1963) Des Todes Tod op. 23 a Drei Lieder nach Gedichten von Eduard Reinacher für Frauenstimme, 2 Bratschen und 2 Violoncelli Johann Sebastian Bach (1685-1750) Brandenburgisches Konzert Nr. 6 (Triosonate BWV 1051a) Annett Arnold (Sopran) Thomas Hoffmann, Sabine Lohwieser (Viola), Stephan Breith, Tobias Galler (Violoncello) Wolfgang Wengenroth (Cembalo)

Sonntag, 23. September 11 Uhr, Foyer

Zsolt Hamar tritt mit Beginn

der Spielzeit 2012/13 sein Amt als Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden an und leitet die Neueinstudierung der Oper Aida, mit der die neue Saison eröffnet wird. 1968 in Budapest geboren, begann er schon früh mit dem Klavierspiel. Am Béla BartókKonservatorium belegte er bald erste Kompositionskurse und studierte später Komposition bei Emil Petrovics und Dirigieren bei Ervin Lukács und Tamás Gál an der Franz Liszt Musikakademie Budapest, wo er 1995 sein Diplom erhielt. In den folgenden Jahren gewann er mehrere Dirigentenwettbewerbe.

Mozarteum Orchester Salzburg, dem Grazer Philharmonischen Orchester, dem Wiener Kammerorchester, dem Musikkollegium Winterthur, dem Frankfurter Museumsorchester und dem Russischen Nationalorchester. Im Brucknerhaus Linz dirigierte Zsolt Hamar erfolgreich das Bruckner Orchester Linz.

Neben seiner Tätigkeit als Konzertdirigent widmet sich Zsolt Hamar seit Beginn seiner Karriere mit großer Leidenschaft der Oper. So ist er neben seiner ständigen Verpflichtung an der Staatsoper Budapest regelmäßig an internationalen Opernhäusern zu Gast, wie z.B. am Teatro San Carlo Lisboa (La Traviata), Teatro Lirico Nachdem Zsolt Hamar schon fast alle Cagliari (Rigoletto), am Teatro Filarungarischen Orchester geleitet hatte, monico Verona (Don Giovanni). Am berief ihn im Herbst 1997 die Ungari- Opernhaus Zürich debütierte Zsolt Hamar mit großem Erfolg im Mai sche Nationalphilharmonie auf Vor2007 mit dem Ballettabend Concerto schlag ihres Chefdirigenten Zoltán Kocsis zum Ersten Ständigen Dirigen- Barocco/ Apollo/ Kazimir’s Colours ten. Im Jahr 1998 war Zsolt Hamar bei / Prime Time. Seither arbeitet er als den Salzburger Festspielen Assistent ständiger Gastdirigent regelmäßig von Lorin Maazel. Von 2000 bis 2009 am Opernhaus Zürich. In der Spielzeit bekleidete er die Position des Chefdi- 2007/08 übernahm Zsolt Hamar die musikalische Leitung der Zauberflöte rigenten und Künstlerischen Leiters des Pannon Philharmonischen Orche- an der Oper Frankfurt und leitete dort sters der Stadt Pécs, der Kulturhaupt- auch die Neuproduktion von Verdis I Masnadieri. Beim „Maggio Musicale“ stadt Europas 2010. 2012 in Florenz leitete er einen Bartók-Doppelabend mit Der wunderbare Von 2002 bis 2007 war Zsolt Hamar Mandarin und Herzog Blaubarts Burg. Erster Ständiger Gastdirigent des Orchestra di Padova e del Veneto. Seit 2009 ist er Gastprofessor an der Neben den führenden ungarischen Orchestern arbeitet Zsolt Hamar mit Franz Liszt-Musikakademie. Mit der Ungarischen Nationalphilharmonie vielen internationalen Orchestern, hat Zsolt Hamar eine CD mit Werwie dem Deutschen Symphonieken von Franz Liszt aufgenommen. Orchester Berlin, dem PhilharmoMit dem Pannon Philharmonischen nischen Orchester Dortmund, dem Orchester spielte er Werke Bartóks Vlaamse Radio Orkest, dem Lisboa und Mahlers 1. Sinfonie ein. Zsolt Radio Orchester, der Slowenischen Hamar wurde für seine künstleriPhilharmonie, dem Warschauer schen Verdienste vom ungarischen Radio-Symphonieorchester, dem Orchestra del Teatro Lirico di Cagliari, Präsidenten mit dem Ritterkreuz der Republik Ungarn ausgezeichnet und dem Calgary Symphony Orchestra, vom ungarischen Kulturminister mit dem Berner Symphonieorchester, dem Franz Liszt-Preis. dem Japan Philharmonic Orchestra, dem Luzerner Sinfonieorchester, dem Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • September 2012

Spiel&Musik

Instrumentenworkshop für Kinder ab 5 Jahren in Begleitung

5+

Die Familie der Streichinstrumente

Samstag, 29. September 15 Uhr, Orchesterproberaum

Liederabend mit Tatiana Plotnikova In der neuen Spielzeit können Sie in einer Reihe von Liederabenden die Sängerinnen und Sänger des Opernensembles einmal von einer ganz persönlichen Seite kennenlernen, sei es mit klassischem Liedrepertoire aus unterschiedlichen Kulturkreisen, Opern- und Operettenprogrammen oder Kabarettistischem. Dabei werden in den kommenden Monaten neben russischen Liedern und Arien auch ein Georg-Kreisler-Abend mit Wolfgang Vater, französische Lieder mit Ute Döring sowie ein englischer Abend mit den drei australischen Künstlern Sarah Jones, Sharon Kempton und Brett Carter auf dem Programm stehen. Im ersten Liederabend präsentiert Tatiana Plotnikova mit Julia Palmova am Klavier russische Arien und Lieder. Zu hören sein werden Kompositionen von Tschaikowsky, Rachmaninow und Mussorgsky. Tatiana Plotnikova wurde in St. Petersburg geboren. Sie erhielt ihre Ausbildung am Tschaikowsky-Konservatorium Moskau bei Prof. Kadinskaya und an der Hochschule für Musik Mannheim. Sie war in Wiesbaden zuletzt als Liù in Turandot und als Amelia Grimaldi in Simon Boccanegra zu erleben. In Zusammenarbeit mit dem Verein der Freunde des Staatstheaters e.V.

Montag, 17. September 19.30 Uhr, Foyer 15


Wiederaufnahmen im September Musiktheater

Schauspiel

S E P T E M B E R Samstag, 01.09. 20:00 My Week with Marilyn Sonntag, 02.09. 20:00 Das Haus auf Korsika Montag, 03.09. 20:00 Iron Sky – Wir kommen in Frieden Dienstag, 04.09. 20:00 Buster Keaton: Neighbours / Sherlock jr. Mittwoch, 05.09. 19:30 The Age of Cage – Credo in WI Konzert von Jens Barnieck Donnerstag, 06.09. 20:00 Menschliches Versagen Freitag, 07.09. 20:00 Iron Sky – Wir kommen in Frieden Samstag, 08.09. 20:00 2 Tage New York Sonntag, 09.09. 20:00 Mars Attacks!

Der Vogelhändler Operette in von Carl Zeller Musikalische Leitung Wolfgang Wengenroth Inszenierung Ansgar Weigner Ab Sonntag, 16. September 19.30 Uhr, Großes Haus

Montag, 10.09. 20:00 The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten

Shoot / Get Treasure / Repeat

(Schießen/Kassieren/Wiederholen) Von Mark Ravenhill Inszenierung Hermann Schmidt-Rahmer Ab Mittwoch, 5. September 19.30 Uhr, Kleines Haus

Dienstag, 11.09. 20:00 Parada Mittwoch, 12.09. 20:00 Tim Burton’s Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche Donnerstag, 13.09. 20:00 Parada Freitag, 14.09. 20:00 Die oberen Zehntausend Samstag, 15.09. 20:00 The Lady – Ein geteiltes Herz Sonntag, 16.09. 20:00 Flamenco, Flamenco Montag, 17.09. 20:00 Buschka entdeckt Deutschland Dienstag, 18.09. 20:00 Deutschland von oben Mittwoch, 19.09. 20:00 Ziemlich beste Freunde Donnerstag, 20.09. 20:00 Der Standpunkt des Löwen Freitag, 21.09. 20:00 Abenteuer Lerchenberg – ein Jahr unter tierischen Kollegen Samstag, 22.09. 20:00 Batman

Don Pasquale

Lotte in Weimar

Austauschgastspiel des Staatstheaters Darmstadt

Offene Zweierbeziehung

Komische Oper von Gaetano Donizetti Musikalische Leitung Christoph Stiller, Wolfgang Wengenroth Inszenierung Markus Bothe Ab Freitag, 28. September 19.30 Uhr, Großes Haus

Nach dem Roman von Thomas Mann Inszenierung Slobodan Unkovski Ab Freitag, 7. September 19.30 Uhr, Kleines Haus

Sonntag, 23.09. 20:00 Fluxfilms 1966 mit Live-Musik Montag, 24.09. 20:00 Dein Weg Dienstag, 25.09. 20:00 St. Jacques – Pilgern auf Französisch Mittwoch, 26.09. 20:00 Cosmopolis Donnerstag, 27.09. 20:30 Eisige Welten Folge 1+5 Freitag, 28.09. 20:00 Personal Belongings – Efectos Personales Samstag, 29.09. 20:00 Zona Sur Sonntag, 30.09. 20:00 Ausgerechnet Sibirien

PROGRAMMAUSZUG Marktplatz 9 (hinter der Marktkirche)

Wiesbaden, Tel. 0611- 31 50 50

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Anatevka

Musical von Jerry Bock Musikalische Leitung Bartholomew Berzonsky, Joachim Enders Inszenierung John Dew Ab Sonntag, 30. September 19.30 Uhr, Großes Haus

Komödie von Franca Rame und Dario Fo Inszenierung Tobias Materna Ab Freitag, 7. September 20 Uhr, Wartburg

Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • September 2012 02.08.12 10:10


Ballett im September jugend-club-theater

Bye Bye Birdie

Musical von Charles Strouse Musikalische Leitung Frank Bangert Inszenierung und Choreografie Iris Limbarth Ab Samstag, 8. September 19.30 Uhr, Kleines Haus Wiederaufnahme

Romeo und Julia

Choreografie von Stephan Thoss Musik von Sergej Prokofjew und Michael Nyman Jubel nach einer herausragenden Ballettpremiere. Darmstädter Echo

Der kleine Horrorladen

Musik von Alan Menken Musikalische Leitung Michael Geyer Inszenierung und Choreografie Iris Limbarth Ab Sonntag, 16. September 19.30 Uhr, Kleines Haus

Thoss’ Julia, Ludmila Komkova, und Florian Teatiu als moderner Romeo bezaubern vor allem in ihrer ersten Begegnung. Wo sie ihren Emotionen keinen Ausdruck mehr verleihen können, keinen Ausweg sehen, sprechen die Wesen der Schattenwelt für sie, allen voran Valeria Lampadova und Daniel Whiley, die das verzweifelte Paar in ihr Reich leiten. Ein emotionsgeladener, stimmiger Ballettabend, der mit der Betonung der tiefen Liebe ebenso wie des Hasses die Zuschauer in ihrem Innersten trifft. Gießener Allgemeine Zeitung

Xanadu

Musical nach dem gleichnamigen Film von Richard Danus und Marc Rubel Musikalische Leitung Frank Bangert Inszenierung und Choreografie Iris Limbarth Ab Sonntag, 9. September 20 Uhr, Wartburg Hessisches Staatsthea­ter Wiesbaden / Theaterblatt • September 2012

Wie immer bei Stephan Thoss scheinen sie hoch motiviert, voller Energie und von einem Elan, der keine Erschöpfung kennt. Wer immer gerade agiert, sei es FAUST-Preisträger Giuseppe Spota als etwas schmutziger Mercutio, Yuki Mori in der Rolle seines Samurai-Widersachers oder Maria Eckert als gramgebeugte Mutter: Sie alle sind hundertprozentig bei der Sache und tanzen sich Leben und letztlich alle Leidenschaft aus dem Leib. Und das bleibt nicht ohne Eindruck auf das Publikum. Die Deutsche Bühne

9. / 15. / 29. September, 19.30 Uhr, Großes Haus

tanzXtra

Öffentliche Probe zum neuen Ballettabend Made in Love Vor der beliebten tanzXtra-Einführungsmatinee am So, 21.10., 11.00 im Großen Haus lädt Ballettdirektor Stephan Thoss in den Großen Ballettsaal zu einer öffentlichen Probe seiner beiden neuen Stücke Kommen und Gehen und Fast Play, die zusammen mit Giuseppe Spotas ABI/TIAMO am 27. Oktober im Ballettabend Made in Love Premiere haben werden.

Mittwoch, 26. September, 19 Uhr Großer Ballettsaal

Auf Tour in der Schweiz Das Ballett gastiert am 19., 20. und 21. September mit drei Vorstellungen des preisgekrönten Ballettabends Blaubarts Geheimnis (Choreografie: Stephan Thoss) am Theater Winterthur in der Schweiz. Dazu musiziert das Musikkollegium Winterthur unter der Leitung des Wiesbadener 1. Kapellmeisters Wolfgang Ott. Dies ist der Anfang einer Serie von Gastspielen des erfolgreichen Ballettabends, der am 2. Oktober in Wiesbadens Partnerstadt Wroclaw/Polen, im November im Theater Heilbronn und im März 2013 in Spanien gezeigt wird.

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Die Wartburg im September

Wartburg, Schwalbacher Str. 51

Karten: 0611. 132 325 www.staatstheater-wiesbaden.de oder an der Abendkasse

Stephen King’s MISERY

Xanadu

Musical nach dem gleichnamigen Film von Richard Danus und Marc Rubel

Kriminalstück von Simon Moore nach dem Roman von Stephen King Endlich findet sie den Weg in die Wartburg: Stephen Kings fiese Krankenschwester Anni Wilkes, die den Schriftsteller Paul Sheldon aus lauter Liebe fast zu Tode quält. Der Horror-Klassiker eignet sich hervorragend als Vorlage für ein spannungsgeladenes Theaterstück, das Nervenkitzel bis zum bitteren Ende verspricht. Mit: Monika Kroll, Lisa Rothländer, Uwe Kraus, Frank Rosenberger Inszenierung: Caroline Stolz

20. September (Premiere); 22. und 26. September, 20 Uhr

Offene Zweierbeziehung

„Es macht richtig Laune, jedem einzelnen der zehn Darsteller nicht nur auf die Füße, sondern vor allem ins Gesicht zu blicken. Fast allen gelingt das Kunststück, die Individualität ihrer noch so kleinen Rolle voll herauszustellen. Augenzwinkernd verträumt, frech, beherzt – Kompliment!“ (Wiesbadener Kurier/Tagblatt) Mit dem jugend-club-theater Inszenierung: Iris Limbarth

9., 27. und 28. September, 20 Uhr Gastspiel

Komödie von Franca Rame und Dario Fo

„Für Garderobe keine Haftung“

Franziska Werner und Wolfgang Böhm spielen ein Ehepaar zwischen vermeintlicher Toleranz und rasender Eifersucht, zwischen Theorie und Praxis von Beziehungsalltag und Ehe-Showdown auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, wie offen eine Beziehung wirklich sein kann – wenn überhaupt. Mit: Franziska Werner, Wolfgang Böhm Inszenierung: Tobias Materna

Impro trifft auf Literatur. Sie bringen uns Bücher mit, und wir lassen uns daraus zu improvisierten Geschichten inspirieren. Alles ist möglich: Vom Telefonbuch zum Groschenroman, von der Fantasy-Geschichte zum „Do it-Yourself“-Heimwerkerbuch, vom Kochbuch zum Abenteuerroman. Seien Sie dabei, wenn die Schauspieler Szenen aus dem Nichts spielen, Geschichten auf wunderbare Weise miteinander verbinden und sich dabei von Vorschlägen aus dem Publikum inspirieren lassen. Die Entstehung einer Geschichte live mitzuerleben macht Improvisationstheater aus. Eintritt 11 €. Informationen unter www.fgkh.de

7. September, 20 Uhr

spielt: Die Bibliothek des Zufalls

21. September, 20 Uhr

Der Kunstgenuss mit Freifahrschein.

KULTURTICKET Kultur-Transfer – Sie werden hin und weg sein!

Alle Eintrittskarten des Staatstheaters Wiesbaden, die den Aufdruck Kulturticket / Kombiticket aufweisen, berechtigen zur Fahrt mit Bus und Bahn im gesamten RMV-Gebiet. Geltungsdauer: 5 Stunden vor Veranstaltungsbeginn bis Betriebsende des RMV. Für alle Abonnenten von RMV und ESWE Verkehr und deren Begleitperson wird zudem ein Rabatt in Höhe von 5 % auf den Eintrittspreis gewährt * * Weitere Informationen zu den Leistungen des Abonnements erhalten Sie in der RMV-Mobilitätszentrale von ESWE Verkehr im LuisenForum.

www.eswe-verkehr.de

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14./15.09.2012

Das Jugendreferat im September

Wiesbaden

Freitag, 14. September 2012 15 Uhr Kleiner Ballettsaal Einlass am Bühneneingang Warmer Damm

Star for one Night!

Casting und Coaching für das Musical Hair

1. September

Theaterfest!

17 Uhr Einlass am Bühneneingang Warmer Damm

Blick hinter die Kulissen

Das Jugendreferat bietet Angebote für alle Menschen ab 3 Jahren im Kleinen Ballettsaal. Ihr findet uns im Keller, einfach den Wegweisern folgen!

Theaterführung rund um das Ballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Anmeldung per E-Mail an s.steinmetz@staatstheater-wiesbaden.de

14.30 und 16 Uhr Die Ohren gespitzt! Märchenonkel Nebel erzählt Geschichten für Kinder

ab 18 Uhr Foyer

Flashlights

Tanz-Filmtrailer der Ballette von Stephan Thoss

15 und 16.30 Uhr Kids on Stage Improvisationstheater für alle ab 3 Jahren 17.30 bis 18 Uhr Lebendige Märchen! Rollenimprovisation zu erzählten Geschichten für alle ab 3 Jahren

10. September, 16.30 bis 18 Uhr

Ab 22 Uhr Foyer

Café Tango mit Live Musik

Tango und Milonga mit dem Ensemble Barrios Porteños und Gabriel Sala Hier gilt nicht das Kombiticket „Wiesbaden tanzt“. Karten für die Veranstaltung sind im Vorverkauf oder an der Abendkasse des Staatstheaters erhältlich: 0611. 132 325

Theater Anders

Die Spielzeit beginnt, auch für das Ensemble „Theater Anders“, das die wöchentliche Probenarbeit wieder aufnimmt. Mit Schauspielübungen und Improvisationen nähern wir uns einem neuen Theaterstück, das im März 2013 aufgeführt wird.

Veranstaltungshinweis:

19.30 Uhr Kleines Haus

Hair

Buch und Texte von Gerome Ragni und James Rado Musik von Galt MacDermot Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald

Samstag, 15. September 2012 16 Uhr Foyer

Tango-Workshop mit Gabriel Sala

19. und 26. September, 16.30 bis 18 Uhr

Anmeldung per E-Mail an s.steinmetz@staatstheater-wiesbaden.de

Der Spürnasenclub

Da sind sie wieder, unsere jungen Detektive! Auf der Suche nach dem Verbrecher des Tages erforschen sie die Welt hinter den Kulissen. Sie haben schon so manchen Fall aufgeklärt und sind als Sonderermittler gern gesehene Gäste hinter den Kulissen.

15 und 16 Uhr Großer Ballettsaal Einlass am Bühneneingang Warmer Damm

Anmeldung im Jugendreferat unter 0611.132 270 oder theaterpaedagogik@staatstheater-wiesbaden.de

ab 18 Uhr Foyer

Sämtliche Angebote richten sich selbstverständlich auch an Menschen mit Behinderungen.

Weitere Informationen im Jugendreferat Telefon 0611 . 132 270

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Tanz-Workshop mit Stephan Thoss Anmeldung per E-Mail an ballett@staatstheater-wiesbaden.de

Flashlights

Tanz-Filmtrailer der Ballette von Stephan Thoss Hier gilt nicht das Kombiticket „Wiesbaden tanzt“. Karten für die Veranstaltung sind im Vorverkauf oder an der Abendkasse des Staatstheaters erhältlich: 0611. 132 325

Veranstaltungshinweis:

19.30 Uhr Großes Haus

Romeo und Julia

Choreografie von Stephan Thoss Musik von Sergej Prokofjew und Michael Nyman

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Be crazy and be fast! 25 Jahre jugend-club-theater am Hessischen Staatstheater Wiesbaden Intendant Claus Leininger und der Leitende Dramaturg des Schauspiels, Dr. Michael Winrich Schlicht, gründeten in der Spielzeit 1987/88 das „jugend-club-theater“, um ambitioniertem Theaternachwuchs eine Plattform zu bieten. Heute ist das jugend-club-theater, das sich im Lauf der letzten 25 Jahre zu einer bundesweit einzigartigen Institution der Nachwuchsförderung entwickelt hat, vitaler denn je. Alles begann mit der Produktion Was heißt‘n hier Liebe (1988). In über 1000, meist ausverkauften Vorstellungen haben seither über 300 junge Leute an Projekten mitgewirkt und jeder hat mit seiner Persönlichkeit das jugendclub-theater geprägt. Für viele war und ist der Jugendclub der Einstieg in die Theaterwelt, sie wurden hier mit dem Theatervirus infiziert und arbeiten heute als Schauspieler, Sänger, Tänzer, Musicaldarsteller, Regisseure oder Filmschaffende. Filmtalente wie Britta Hammelstein (Baader Meinhof), Trystan Pütter (Hilde), Nathalie Schott (Um Himmels Willen), Peter Paul Weiß (Barbara) und Jasna Fritzi Bauer, die im aktuellen Berlinale-Film Barbara mitspielt und in dem Kinofilm Ein Tick anders die Hauptrolle übernahm, sammelten erste Erfahrungen im Wiesbadener jugend-club-theater. Auch Jörg Neubauer, heute ein bekannter Musicaldarsteller, machte hier seine ersten Schritte auf der Bühne.

„Be crazy and be fast!“ Dieser Ausspruch Jerome Savarys, als er 1993 die Premiere seines Stückes Zazou und die Swingboys besuchte, wurde über die Jahre zum Motto des jugend-clubtheaters. So sind im Laufe der Zeit viele schnelle, schräge, spannende, witzige und aufregende Produktionen entstanden. Im Jubiläumsjahr präsentiert das jugend-club-theater als seine 33. Produktion das Musical Hair unter der Leitung von Iris Limbarth, die seit 2000 den Jugendclub leitet und mit diesem Stück ihre 21. Premiere vorlegt. Ihr erklärtes Ziel ist

es, die Zuschauer auch in diesem Jahr mit der Begeisterung für die Produktionen des jugend-club-theaters und das Theater überhaupt anstecken zu können. Wir freuen uns darauf! Pünktlich zur Premiere von Hair am 30.August ist eine „Festschrift“ erschienen, ein Rückblick auf das letzte Vierteljahrhundert des Jugendclubs mit vielen Fotos und Statements von JugendclubDarstellern, die ihren Weg auf die große Bühne gefunden haben.

Leitet den Jugendclub seit 2000: iris Limbarth

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Neu im Ensemble Musiktheater Der niederländische Bass Dennis Wilgenhof studierte bei James McCray und bei Prizrenka Petkovic. Sein Bühnen-debüt gab er mit der Oper Legende von Peter-Jan Wagemans im Concertgebouw Amsterdam. Die Partien Leone (Attila), Hans Schwarz (Die Meistersinger von Nürnberg) und Caliban (Der Sturm von Frank Martin) schlossen sich an. Mit dem Residentie Orkest Den Haag sang er die Partie des Königs in Schumanns Des Sängers Fluch. An der Oper Frankfurt folgten der Zweite Geharnischte in der Zauberflöte, mit der Nationalen Reiseoper Enschede sang er die Partie Qin Shi in der Uraufführung von Willem Jeths’ Hotel de Pékin. Von 2009 bis 2012 war Dennis Wilgenhof Ensemblemitglied der Oper Köln und hier u. a. als Komtur in Don Giovanni, Dreieinigkeitsmoses in Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny, Osmin in Die Entführung aus dem Serail, Doktor in Wozzeck und Sparafucile in Rigoletto zu erleben. Markus Francke wurde in Freiburg im Breisgau geboren. Er studierte Musikwissenschaft und Chorleitung an der Kölner Musikhochschule bei Johannes Hömberg und Gesang bei Arthur Janzen. Nach dem Diplom schloss er im Fach Gesang noch das Konzertexamen an. Bereits während des Studiums begann Markus Francke seine Konzertlaufbahn und avancierte schnell zu einem gefragten Interpreten der barocken Oratorienliteratur, vor allem der Evangelistenpartien im Werk J. S. Bachs. Seine Konzerttätigkeit führte ihn durch ganz Europa, er arbeitete mit Dirigenten wie Stuart Bedford, Helmuth Rilling und Marcus Creed. Auf der Opernbühne debütierte Markus Francke als Fenton in Otto Nicolais Die lustigen Weiber von Windsor. Am Stadttheater Pforzheim sang er 2012 Gabriel Eisenstein in Die Fledermaus und August Kuhbrot in Künnekes Der Vetter aus Dingsda. Sarah Jones ist Stipendiatin des GermanAustralian Opera Grant „More than Opera“ 2012. Die junge Sopranistin kommt von der südaustralischen Insel Tasmanien und studierte ab 2005 in Sydney am Musikkonservato28

rium. Mit OzOpera, der Schulcompany der Opera Australia, hatte Sarah Jones bis 2011 viele Auftritte, u.a. in Der Barbier von Sevilla und Die Zauberflöte. 2010 sang sie in einem Galakonzert der Opera Australia, außerdem wirkte sie in Produktionen von Pinchgut Opera mit und in Mendelssohns Lobgesang mit dem Willoughby Symphony Orchestra (2011). Regelmäßig tritt sie auch zusammen mit dem Sydney Symphony Orchestra, Cantillation, Musica Viva, IHOS Opera und den „Australian Tenors“ auf. Sie hat auch viele neue Opern vorgestellt. Bereits in Hobart/Tasmanien sang sie Patience in der Operette Patience (Gilbert & Sullivan) und gestaltet ein eigenes KabarettProgramm. 2011 nahm Sarah Jones am Programm für junge Künstler der Pacific Opera teil, wo sie als Papagena in der Zauberflöte und als Rose Pickels in der Aufzeichnung von George Palmers Oper Cloudstreet zu erleben war.

Schauspiel Benjamin Kiesewetter wurde in Leipzig geboren. Nach einem Studium der Kulturund Medienpädagogik begann er sein vierjähriges Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, das er sich durch Auftritte im Tatort, bei SOKO-Leipzig sowie als Synchronsprecher in zahlreichen Filmen und Serien finanzierte. Als Studioschauspieler am Centraltheater Leipzig hatte Kiesewetter die Gelegenheit, in verschiedenen Inszenierungen auf der Bühne zu stehen und übernahm u.a. die Hauptrolle in I hired a Contract Killer in der Inszenierung von Michael Schweighöfer, die beim Schauspielschultreffen 2011 in Hamburg den Publikumspreis errang. In Wiesbaden war er bereits in Bezahlt wird nicht und in Lotte in Weimar zu sehen. Magdalena Wiedenhofer wurde als jüngste Tochter einer Künstlerfamilie in Basel geboren. Ihre erste Bühnenerfahrung machte sie bereits mit sieben Jahren in der Opéra national de Paris. Ab 1998 spielte sie drei Jahre die Gretel in Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel am Burghof Lörrach. Bevor sie sich entschloss, Schauspiel zu studieren, spielte sie in der freien Schauspielgruppe Tempus Fugit mit und arbei-

tete in verschiedenen Funktionen an den Theatern in Mainz und Frankfurt sowie an den Opern Monte Carlo und Nancy. Ab Oktober 2009 studierte sie Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, wo sie unter der Leitung Luk Percevals unterrichtet wurde. Magdalena Wiedenhofer wirkte in mehreren Kurzfilmen mit. Als Gast war sie bereits vergangene Spielzeit als Doxi in Ein Jedermann zu sehen. Ihre erste Rolle als festes Ensemblemitglied ist Wendla in Frühlings Erwachen. Rajko Geith wurde 1988 in Hannover geboren und wuchs dort auf. Nach zahlreichen Produktionen in Kinderund Jugendtheaterclubs begann er nach dem Abitur sein Schauspielstudium an der HfMDK Frankfurt am Main. Im Rahmen des Studiums wirkte er u.a. beim Liederabend chatroom. mon amour (Regie: Anita Iselin) im Gallustheater, in Rainer W. Fassbinders Die dritte Generation (Regie: Alice Buddeberg) am Schauspiel Frankfurt sowie als Woyzeck in dem Büchnerprojekt Immer zu! Immer zu! (Regie: Werner Wölbern) am Staatstheater Darmstadt mit. Parallel zum Studium entstanden auch diverse Hörspiel- und Kurzfilmproduktionen. Nach drei Jahren Studium ist er ab der Spielzeit 2012/2013 festes Ensemblemitglied am Staatstheater Wiesbaden. Seine erste Rolle ist Moritz Stiefel in Wedekinds Frühlings Erwachen im Großen Haus. Fabian Stromberger wurde 1986 in Darmstadt geboren, legte das Abitur ab und studierte nach einem freiwilligen Jahr von 2008 bis 2012 S chauspiel an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Neben zahlreichen Lesungen, u.a. mit C. Bernd Sucher, war er als Woyzeck in Büchners Woyzeck am Metropoltheater München, als Zapo in Picknick im Felde im Akademiestudio München, als Azor in Der Streit im Akademietheater München und mit seinem Chansonprogramm Ach Otto, Otto! sowie als Sturmführer Schulz in Ernst Lubitschs Komödie Sein oder Nichtsein am Theater in der Josefstadt in Wien zu sehen.

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Junges Staatstheater Thomas Jansen beendete seine Schauspielausbildung 2003 und arbeitete nach einem Engagement an einem Privattheater drei Jahre freischaffend, unter anderem am u/hof am Landestheater Linz in Österreich. Dort spielte er Mercutio in Shakespeares Romeo und Julia (Regie: Heidelinde Leutgöb) und Kohlhaas im gleichnamigen Stück. Es folgte ein Festengagement am Jungen Schauspiel Hannover (20072009) und am Schauspiel Hannover (2009- 2010). Nach einer weiteren Station am Stadttheater Bremerhaven, wo er mit Tim Egglof und Kirsten Uttendorf (als Leicester in Maria Stuart) zusammenarbeitete, ist er nun festes Ensemblemitglied des Jungen Staatstheaters Wiesbaden. Er gab sein Debüt bereits als Boris in Birds (Regie: Jens Kerbel) und wird ab dem 15. September in diversen Rollen in Candide unter der Regie von Isabel Osthues zu sehen sein. Benjamin Hübner wurde 1983 in Hamburg geboren. Nach einem Spanisch-Studium an der Universidad Nacional Autonoma De Mexico in Mexiko-Stadt begann er seine Schauspielausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg (O33). Dort arbeitete er unter anderem mit Jasper Brandis (Sarah Kanes 4.48 Psychose), Wladimir Tarasjanz, Marie Bäumer und Renate Bleibtreu. Bereits während der Ausbildung spielte er am Thalia Theater in Hamburg den Tom in Philipp Löhles Lilly Link unter der Regie von Jorinde Dröse. Nach seinem Abschluss 2008 folgten Engagements am Altonaer Theater, wo er unter anderem als Georg in Das Orangenmädchen (Regie: Harald Weiler) zu sehen war. Es folgten Gastengagements an den Hamburger Kammerspielen, am Ernst-Deutsch-Theater, sowie am Thalia Theater in Halle/Saale. Ab der Spielzeit 2012/2013 ist Benjamin Hübner festes Ensemblemitglied am Jungen Staatstheater und wird am 15. September als Candide im gleichnamigen Stück debütieren.

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Die Kinder Agamemnons in Zypern

Das Schauspielensemble startete in diesem Jahr mit einer besonderen Gastspielreise in den Sommer: Die Inszenierung Die Kinder Agamemnons (Regie Konstanze Lauterbach) war zum 16. Internationalen Festival des antiken griechischen Dramas nach Zypern eingeladen worden. Die Aufführung im antiken OdeonTheater in Paphos war zugleich die offizielle Eröffnung des Festivals – eine große Ehre für das Hessische Staatstheater. Da Zypern zum selben Zeitpunkt die EU-Ratspräsidentschaft übernahm, besuchten zahlreiche nationale und internationale Politiker die Aufführung. Die besondere Aura des 2000 Jahre alten Theaters, das zum UNESCOWeltkulturerbe gehört und an diesem Abend überdies von einem riesigen Vollmond beschienen wurde, beflügelte die Schauspieler zu einer hervorragenden Aufführung, die vom Publikum mit langem Beifall bedacht wurde. Viele Zuschauer nutzten anschließend die Gelegenheit, mit den Schauspielern ins Gespräch zu kommen.

Da das Bühnenbild wegen der hohen Transportkosten nicht mit auf die Reise gehen konnte, war bei diesem Gastspiel von allen Beteiligten Improvisationskunst und Einfallsreichtum gefragt. Die Technik hatte tagsüber (bei fast 40 Grad!) eine Bühnenrückwand gebaut, die nicht nur für Auftritte und Umzüge, sondern auch für die Projektion griechischer und englischer Übertitel genutzt wurde. Das Makarios-Amphitheater in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia, in dem die zweite Vorstellung stattfand, war mit 2500 Plätze wesentlich größer als das Odeon. – Eine Herausforderung für die Schauspieler, die Aufführung in einer kurzen Verständigungsprobe an die gänzlich anderen szenischen und akustischen Verhältnisse anzupassen. Im Publikum saßen zahlreiche namhafte Theaterleute aus aller Welt, da zur gleichen Zeit in Nikosia ein Symposium des Internationalen Theaterinstituts stattfand. Auch Mitglieder der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Zypern besuchten die Vorstellung. In einem Brief an den Intendanten Dr. Manfred Beilharz bedankte sich der Ständige Vertreter Elmar Eich für die „glanzvolle Aufführung, die hier in Nikosia in Erinnerung bleiben wird.“

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news Abschied Im Sommer verabschiedeten sich drei langjährige Mitarbeiter in den Ruhestand: Minh Chinh Nguyen, Erster Theatermaler, seit 1984 am Staatstheater beschäftigt, lässt seit dem 1. August den Pinsel ruhen. Michael Hagemann, Orchestermusiker, geht nach 38 Jahren am Haus in den Ruhestand, ebenso Vorderhaus-Chefin und Leiterin des Abendpersonals Veronika Schrempf, ebenfalls nach 38 Jahren Tätigkeit am Staatstheater. Wir wünschen alles Gute für den Ruhestand und danken für die langjährige Zusammenarbeit.

Jubiläum Im Sommer gibt es einiges zu feiern: Orchestermusikerin Monika Pulch ist seit 25 Jahren am Staatstheater beschäftigt, ebenso wie Michaela Bussmann, Verwaltungsangestellte in der Personalabteilung, Dirk Albus (Beleuchter im Großen Haus) und Thomas Mucko (Bühnenhandwerker im Großen Haus). Brigitte Bles, Leiterin der Damenschneiderei, feiert ihr 40jähriges Arbeits- und Hausjubiläum, ebenso Orchestermusikerin Gisela Reinhold. Allen Jubilaren gelten ein herzlicher Dank und die besten Wünsche für die Zukunft.

Spende für Miß Sara Sampson Für die Produktion Miß Sara Sampson (Premiere am 5. Oktober 2012) sucht das Staatstheater Wiesbaden Stofftaschentücher und alte Briefe. Wir freuen uns über Ihre Spende, die jederzeit am Bühneneingang abgegeben werden kann.

Impressum

Am Pfingstsonntag beehrte überraschend hoher Besuch das Hessische Staatstheater Wiesbaden: Der knapp 80jährige Autor Michael Frayn ließ es sich nicht nehmen, eine Vorstellung seines Erfolgsstücks Der nackte Wahnsinn anzuschauen. Unter großem Jubel des begeisterten Publikums wurde er beim Schlussapplaus von den Darstellern auf die Bühne gebeten und fand sich anschließend zu einem „Meet and Greet“ in der Kantine mit dem Team zusammen. Auf die Frage, die natürlich gestellt wurde, ob es ihm denn gefallen habe, ließ er wissen: „I liked it very much!“

Jugendchor sucht Nachwuchs Junge Sängerinnen und Sänger erhalten Unterricht in Stimmbildung und Bühnenpräsenz und stehen mit den Erwachsenen auf der Großen Theaterbühne: Hänsel und Gretel, Tosca, Carmen, La Bohème – um nur einige Werke zu nennen. Wer Freude am Singen hat, zuverlässig jede Woche zu den Proben kommt und bei Aufführungen im Theater mitwirken möchte, ist herzlich willkommen. Kontakt: Frau K. Bauscher, 0611.132 255

k.bauscher@staatstheater-wiesbaden.de

(19. Jg. nr. 1)

Dinges & Frick GmbH, Greifstraße 4, 65199 Wiesbaden Texte Dramaturgie des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden Redaktion Barbara Wendland, Sandra Ihrig Kontakt Hessisches Staatstheater Wiesbaden Christian-Zais-Straße 3, 65189 Wiesbaden www.staatstheater-wiesbaden.de info@staatstheater-wiesbaden.de pressereferat@staatstheater-wiesbaden.de dramaturgie@staatstheater-wiesbaden.de Fotos Martin Kaufhold, Lena Obst; Michael Kretzer (Jugendreferat). Die Fotos der Gäste wurden von den Künstlern zur Verfügung gestellt. Konzept/Layout Ma­arten Evenhuis, Beate Marx Druck und Verlag

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Hoher Besuch

Das Hessische Staats­theater Wiesbaden ist Mitglied der europä­ischen Theater­kon­ vention (ETC), Brüssel.

Programmhefte in Farbe Alle Programmhefte der neuen Produktionen enthalten zukünftig Farbfotos im Innenteil, die einen noch eindrucksvolleren Eindruck der Inszenierung vermitteln. Die Programmhefte sind für 2,50 Euro beim Einlasspersonal erhältlich.

Plätze in der Wartburg sicher Mit Beginn der neuen Spielzeit 2012/2013 sichern Sie sich in der Wartburg einen festen Platz. Bisher galt in unserer Außenspielstätte in der Schwalbacher Straße freie Platzwahl. Ab sofort sind die Plätze durchnummeriert und Sie erhalten beim Kauf Ihrer Karte eine Platznummer.

Neuer Ansprechpartner für Gruppen und Schulen: Die Insolvenz des Besucherrings Dr. Otto Kasten betraf ebenfalls den Rhein-Mainischen Besucherring. wir tun alles, um den Service in gewohnter Weise fortzuführen. Trotz großer Anstrengungen von Seiten des Staatstheaters ist es nicht gelungen, eine Einigung mit dem Insolvenzverwalter zu erzielen. Daher liegen dem Theater leider keine Buchungs- und Reservierungswünsche, die über den Besucherring getätigt wurden, vor. Deshalb sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen! Teilen Sie uns Ihre Kartenwünsche mit, damit wir diese berücksichtigen können. Die Theaterkasse hat dazu ein Team zusammengestellt, das Sie ab sofort unter der Telefonnummer Die Theaterkasse hat dazu ein kleines Team zusammengestellt, das Sie ab sofort unter der Telefonnummer 0611.132 300 erreichen. Oder Sie schicken eine E-Mail an schulticket@ staatstheater-wiesbaden.de oder gruppenticket@staatstheater-wiesbaden.de.

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Theaterblatt September 2012  

Monatlich erscheinande Theaterzeitung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Informationen zu Premieren, Personalia und Sonderveranstlatun...

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