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Nr. 29 | Frühjahr 2013 www.facebook.com/johannesimdialog

Zeitschrift für Patienten und Freunde der Kath. St.-Johannes-Gesellschaft Dortmund gGmbH

Johannes im

DIALOG Krebs: Vitamine & Co Weitere Themen: Sehen im Alter Blickpunkt: Halluzinationen Jugendhilfe: Situation von Familien

Unsere Einrichtungen: St.-Johannes-Hospital · Ambulantes OP-Zentrum am St.-Johannes-Hospital · Marien Hospital · St.-Elisabeth-­ Krankenhaus · St.-Elisabeth-Altenpflege · Christinenstift · St. Josefinenstift · Jugendhilfe St. Elisabeth

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Der Dialog im neuen Gewand Ein neues Design, aktuelle Themen mit bewegenden Inhalten – das hat sich das Team rund um den "Johannes im Dialog" auf die Fahne geschrieben. Aber nicht nur Optik und Inhalt haben sich verändert, auch der Name verspricht Größeres. In Dortmund und in Hamm wird das Gesundheitsmagazin ab Juni erscheinen. Freuen Sie sich auf die nächste Ausgabe im Juni und bald auch schon im Netz mit eigener Domain.


Editorial und Inhalt

Herzlich

Willkommen liebe Leser

Liebe Leserinnen und Leser, dieses Heft beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Perspektiven im Umgang mit Erkrankungen. Gerade bei dem Thema Krankheit und Ernährung gibt es immer wieder neue Erkenntnisse und „Weisheiten“, die in vielen Medien präsentiert werden und denen jeder glauben und folgen kann. In der Reportage mit dem Leiter unseres OnkoZentrums, Dr. med. Volker Hagen, aber auch in dem Interview mit dem Leiter unseres Zentrallabors, Dr. nat. Hans-Jochen Bauch, dessen Untersuchungen einen wesentlichen Anteil zur Diagnostik darstellen, sieht man, dass die „goldene Mitte“ immer wieder eine solide Leitlinie im Umgang mit gesundheitlichen Themen darstellt. Selbst bei schweren Erkrankungen ist ein Übermaß an Zusatznährstoffen oftmals nicht notwendig. Und die Laborblutwerte der über 60Jährigen Patienten zeigen immer wieder Ausschläge an, ohne, dass dies zwangsläufig auf eine Krankheit hindeutet und der betroffene Mensch genau mit diesem Wert gut leben kann. An dieser Stelle ist das Vertrauen zu Ihrem behandelnden Arzt ein wichtiger Ratgeber. Eine Neuerung unseres Magazin ab der Juniausgabe möchte ich Ihnen heute schon ankündigen. Seit Mitte des Jahres 2011 ist die St. Marien-Hospital Hamm gem. GmbH unser Tochterunternehmen. Wir werden ab Juni ein gemeinsames Gesundheitsmagazin für unsere Leserinnen und Leser herausgeben, das auf den gewohnten inhaltlichen Standard unseres Johannes im Dialog nicht verzichtet, sondern für Sie als Leser noch umfangreicher berichten wird. Neben speziellen Themen aus unseren Einrichtungen werden Sie viele News und Infos zu allgemeinen Themen aus Gesundheit und Wellness in einem gemeinsamen Mantelteil lesen. Spezielle Themen finden Sie dann in dem standortbezogen Innenteil. Alle Artikel finden Sie immer auf einer eigens eingerichteten Homepage, die Ihnen weiterführende Links, Apps oder auch Filme auf YouTube anbietet. Wir möchten Ihnen mit diesem Konzept einen bunteren Themenstrauß in vielen Perspektiven servieren. Seien Sie gespannt auf Gesundheit im Dialog. Ich wünsche Ihnen eine warme und angenehme Frühlingszeit und verbleibe mit herzlichen Grüßen

Inhalt Vitamine & Co. Wunder gegen Krebs

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Schwächelndes Augenlicht Das Alter nimmt keine Rücksicht auf das Sehvermögen

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Aktuelles aus der Medizin

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Wer abweicht, ist krank 8 Das Diktat der medizinischen Parameter Halluzinationen Kino im Kopf

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Seelsorge Auf meditativem Weg zu mehr Gelassenheit

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Ernährung im Alter Abwechslung ist gesund

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Neues aus der Kath. St.-Johannes-Gesellschaft

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Bobath-Konzept Das Leben wieder lernen

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Auf einen Blick Infos für Patienten und Angehörige

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Ohne Grenzen und Angebote Das Scheitern der Familienkultur

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Termine

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Ihr Günther Nierhoff

Impressum: Johannes im DIALOG Nr. 29 / Frühling 2013, 7. Jahrgang, Nachdruck und Vervielfältigung von Artikeln (auch auszugsweise) ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch den Herausgeber gestattet. Herausgeber: Kath. St.-Johannes-Gesellschaft Dortmund gGmbH, Johannesstraße 9–17, 44137 Dortmund, www.st-johannes.de Redaktionsrat: Dr. Holger Böhm, Ulrike Bracklow, Friedhelm Evermann, Annemarie Fajardo, Sabine Mattstedt, Stefan Redenz, Rainer Richter, Christian Straub, Gudula Stroetzel, Thomas Wirriger; v.i.S.d.P.: Gudula Stroetzel, Redaktion und Text: Dr. Holger Böhm – www.skriptstudio.de; Design: gestaltend Kommunikationsdesign – www.gestaltend.de; Fotografie: Gerhard P. Müller (GPM) – www.dortmund-bild.de, www.fotolia.de, Sabine Mattstedt; Illustration: Ari Plikat – www.ariplikat.de; Druck: Koffler Druck­Management GmbH, Dortmund, www.kkmedien.de; Johannes im Dialog erscheint viermal im Jahr, nächste Ausgabe: Frühling 2013; Auflage: 8.000 Exemplare

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Vitamine & Co.

Wunder Kann eine Pille mit hochdosierten Vitaminen und Spurenelementen vor Krebs schützen? Seit Linus Pauling Mitte der 1960er Jahre eine vorbeugende Wirkung für Vitamin C behauptet hat, setzen die Menschen Hoffnungen in Versprechen, die nach Auffassung vieler Experten oft sehr kritisch einzuschätzen sind.

gegen

Zum Beispiel Vitamin D. „Es gibt eineskandinavische Studie, nach der Patienten, die einen hohen Vitamin DSpiegel haben, eine günstigere Prognose bei Darmkrebs haben“, berichtet Dr. Volker Hagen. Solche Daten, erklärt der Leiter der Onkologischen Ambulanz am St.-Johannes-Hospital, stammen aus epidemiologischen Studien, bei denen analysiert wird, welche Krankheiten bei bestimmten Personengruppen mit bestimmten Verhaltensweisen auftreten. Ein kausaler Zusammenhang, so Dr. Hagen, sei damit nicht bewiesen.

Spekulative Vermutungen So gebe es beispielsweise auch Daten, die bei Darmkrebs auf ein besseres Überleben hinweisen, wenn der Tumor im Sommer auftritt. Die Sonneneinstrahlung spielt für den Vitamin D-Haushalt des Körpers eine wichtige Rolle, weil sie natürlicherweise benötigt wird, um das Vitamin in der Haut aus Vorstufen herzustellen. Es könnte sein, dass kränkere Patienten wegen Bettlägerigkeit weniger an der Sonne sind. Sie haben einen niedrigen Vitamin D-Spiegel und leben länger. Gesunde Menschen sind dagegen viel an der Sonne, haben einen hohen

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Krebs

Vitamin D-Spiegel und sterben seltener. Entscheidend wäre dann vielleichtnicht die Vitaminaufnahme sondern die Einwirkung der Sonne. Ganz ähnlich wird für das Auftreten von Brustkrebs eine Abhängigkeit vom Breitengrad berichtet. Je weiter man nach Norden kommt, desto kürzer die Sonnenscheindauer und desto mehr Frauen gibt es, die an Brustkrebs erkranken. „Das Problem bei all diesen Studien besteht darin, dass man den Menschen natürlich nicht einfach irgendwelche Ernährungs- oder Lebensformen vorschreiben kann“, erläutert der Krebsmediziner. „Stattdessen werden oft regionale Eigenheiten mit der Entstehung von Krebs in Verbindung gebracht. Es gibt keine kontrollierten Vitamingaben, sondern Beobachtungsstudien, bei denen die Patienten gefragt werden, was sie zusätzlich eingenommen haben.“

Zu viel kann schädlich sein Generell hält Dr. Hagen wenig davon, Zusatzstoffe über die von den Fachgesellschaften empfohlenen Mengen hinaus einzunehmen. Er verweist darauf, dass die meisten Studien eher darauf hindeuten, dass eine solche zusätzliche Einnahme sogar schaden könnte. Tatsächlich gebe es beispielsweise Studien, nach denen Vitamin E-Gabe bei Lungenkrebs das Leben verkürze. Mit der in unseren Breiten üblichen Mischkost nimmt man fast alle Stoffe in ausreichender Menge zu sich, versichert der Krebsmediziner. Dabei komme es auch auf ein ausgewogenes Verhältnis von Vitaminen und

St.-Johannes-Hospital


Reportage

Spurenelementen an. „Wir sind seit Jahrtausenden mit unserer Ernährung an eine bestimmte Zusammensetzung dieser Wirkstoffe angepasst“, sagt er. „Wer hochdosierte Tabletten einnimmt, stört die natürliche Balance. In den meisten Fällen dürfte dies eher kontraproduktiv sein.“

Gesunde Mischkost schadet nicht Wichtiger als die zusätzliche Einnahme von Vitaminen ist es nach seiner Auffassung, auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu achten. Für Patientinnen mit Brustkrebs ist zum Beispiel festgestellt worden, dass viel Bewegung und viel Obst und Gemüse die Überlebenschancen um bis zu zehn Prozent verbessert. Bei Darmkrebspatienten konnte gezeigt werden, dass mediterrane Kost gesundheitsförderlicher ist als die west-

St.-Johannes-Hospital

europäische Küche. All dies steht im Einklang mit der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation, fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse zu sich zu nehmen. Auch die Zubereitungsform oder die Art der Darreichung spielen eine Rolle. Der Verzehr von gepökeltem Fleisch führt zu einer Belastung mit Nitrosaminen, die für das häufige Auftreten von Magenkrebs in Japan verantwortlich gemacht worden sind. Andererseits können Stoffe, denen ein Schutzeffekt nachgesagt wird, ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie auch vom Körper aufgenommen werden. Deshalb muss das Gewürz aus der Gelbwurz (Kurkuma) beispielsweise mit schwarzem Pfeffer zu Curry kombiniert werden. Nur so kann es die Darmwand passieren. Nahrungsmittel, die reich an sekundären Pflanzenstoffen sind, liefern eine ganze Reihe von Substanzen mit krebsvorbeugender Wirkung. Die englische Krebsgesellschaft hat eine Liste solcher „Super-Foods“ zusammengestellt. „Es schadet ja nichts gesund zu essen“, sagt Dr. Hagen. „Da macht man auf keinen Fall etwas verkehrt. Wenn man dagegen ein Spurenelement oder ein Vitamin ergänzt, bringt man vielleicht etwas durcheinander.“ Echte Vorbeugung mit „Super-Foods“ Zu den Wirkstoffen dieser „SuperFoods“ gehören zum Beispiel die Phytoöstrogene, die möglicherweise hormonabhängigen Krebsarten wie Brust-, Gebärmutter und Prostatakrebs vorbeugen. Sie kommen in Sojabohnen, Getreide, Kohlgemüse und Leinsamen vor. Saponine aus Hülsen-

früchten wie Sojabohnen und Kichererbsen verringern wahrscheinlich das Risiko für Dickdarmkrebs. Isothiocyanate, die in Brokkoli oder Blumenkohl vorkommen, hemmen die Krebsentstehung. Diese Informationen und viele weitere mehr findet man unter anderen auf der Homepage der Universitätsklinik Heidelberg. Ganz entschieden rät Dr. Hagen von speziellen Krebsdiäten ab. Viele Krebspatienten möchten gerne zusätzlich etwas für ihre Genesung tun. Schätzungen zufolge greifen etwa Zweidrittel aller Patienten, die onkologisch behandelt werden, zu Ergänzungsmitteln, von denen sie sich einen therapeutischen Vorteil versprechen. „Es gibt den Wunsch, auf die sichere Seite zu gehen“, weiß der Onkologe. Dafür gibt es ein vielfältiges Angebot, das gerne in Anspruch genommen wird. Es ist eben einfacher eine Tablette zu schlucken, als sehr aufwändig die Ernährung umzustellen.

Dr. Volker Hagen

Im Grunde sehe ich es so“, sagt Dr. Hagen, „der Krebspatient sollte das Geld, das er für Vitaminpillen und Zusatztherapien auszugeben bereit ist, lieber für eine sehr gute und reichhaltige Ernährung verwenden, zum Beispiel indem er sich die SuperFoods gönnt.“

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Gesundheit

Schwächelndes Augenlicht

Das

Alter nimmt keine Rücksicht

auf das

Sehvermögen gen. Wer dagegen Interesse an Büchern hat, sich gerne mit Handarbeiten beschäftigt oder an einer Modelleisenbahn bastelt, der wird schon früh bei einer Sehstärke von 60 Prozent unzufrieden und sich eingeschränkt fühlen. „Lebensqualität ist immer relativ und hängt von Lebensumständen ab“, weiß der Chefarzt der Augenklinik am St.-Johannes-Hospital. Dennoch ist den Menschen ihr Augenlicht sehr viel wert. Für viele ist der Verlust genauso gravierend wie ein Herzinfarkt, manche würden Umfragen zufolge Jahre ihres Lebens für den Wiedergewinn der Sehkraft geben. Nicht sehen zu können gilt den meisten als schlimmer als ein Hörverlust.

„Bei den über 80-Jährigen hat jeder zehnte hochgradige Sehprobleme“, sagt Prof. Dr. Markus Kohlhaas. „Das sind rund acht Millionen Betroffene in Deutschland, Tendenz steigend.“ Die Konsequenzen sind erhöhte Sturzgefahr, verringerte Selbstständigkeit und Einschränkungen der Lebensqualität. Doch nicht jeder leidet gleichermaßen unter dem Verlust der Sehkraft.

Wer schlecht sieht, sollte den Führerschein abgeben. „Muss ein 100-Jähriger noch Autofahren?“ Die Frage steht für Prof. Kohlhaas im Raum, er erkennt aber an, dass viele alte Menschen besser mit dem Auto zurechtkommen als mit dem Rollator. „Mobilität bedeutet ja nicht nur mit dem Auto in den Urlaub fahren zu können, sondern vielmehr, sich noch drei Straßen weiter seinen Kasten Wasser vom Getränkemarkt besorgen zu können“, sagt er. Dennoch rät er Patienten, die schlecht sehen, auf das Autofahren zu verzichten.

ladegeneration, bei der die Netzhaut im Bereich des schärfsten Sehens ihre Funktion einbüßt. Die schleichende Erkrankung ist in der westlichen Welt der häufigste Grund für Erblindung. „Makuladegeneration ist die Folge von Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen. Wir können das Fortschreiten verlangsamen, stoppen geht nur in wenigen Fällen. Das Beste, was man tun kann, ist, auf seine Blutwerte zu achten.“ Mit dem Alter kommt ferner die Linsentrübung. Streulichteffekte und Blendungserscheinungen nehmen zu, der Kontrast schwindet, weil sich das Farbspektrum verschiebt. Es entsteht ein Grauer Star, gegen den man durchaus etwas tun kann. „Die Linsenoperation ist nicht nur der häufigste Eingriff, sondern auch der mit Abstand sicherste operative Eingriff in der gesamten Medizin“, erklärt der Augenspezialist. Auch im fortgeschrittenen Stadium kann bei dieser Erkrankung die Sehkraft wieder deutlich verbessert werden.

Beim Grünen Star liegt eine chronische Erhöhung des Augendrucks vor, die unbehandelt auf Dauer zu einer irreversiblen Schädigung des Sehnervs führt. Auch dieser Prozess verläuft allmählich und wird von den Betroffenen oft lange nicht zur Kenntnis geVerschleiß, Alterung und Schädigung nommen. Die Menschen gewöhnen sind die Faktoren, die für die nachlas- sich daran, weil ihr Gesichtsfeld nur Wer seine Zeit von früh bis spät vor sende Sehkraft im Alter verantwort- langsam immer kleiner wird. „Deshalb dem Fernseher verbringt, der kann lich sind. Schlechte Kreislauffunkti- ist die regelmäßige Kontrolle beim Auauch noch mit einer Sehstärke von 40 onen hoher oder niedriger Blutdruck, genarzt so wichtig“, betont Prof. Prozent zufrieden sein. Man gewöhnt Durchblutungsprobleme oder ein Kohlhaas. sich an die geringere Sehschärfe und schlecht eingestellter Zuckerspiegel kann alle seine Bedürfnisse befriedi- sind die Hauptursachen für die Maku-

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Fokus Gesundheit

Kurzgefasst

Aktuelles Medizin aus der

App – Beste Reste Jedes achte Lebensmittel, das gekauft wird, werfen wir weg. Gehört haben wir das vielleicht schon mal, aber was können wir tun? Die Initiative "Zu gut für die Tonne" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hilft mit dieser App bei der Planung des Einkaufs und gibt Tipps zur Lagerung und Haltbarkeit der eigenen Vorräte. Von Ananas bis zu Zwiebeln gibt es hierzu Ratschläge, wie Lebensmittel vor und und auch nach ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum beurteilt werden können. Ausserdem werden 60 Rezepte für eine kreative Resteküche vorgestellt, die von Sterneköchen und prominenten Kochpaten zur Verfügung gestellt wurden. Die App funktioniert sogar ohne eine bestehende InternetVerbindung und ist kostenlos für Apple iOs und Android erhältlich.

Osteoporose – Studie zu Langzeitmedikation Rund acht Millionen Deutsche über 50 Jahre leiden unter Knochenschwund (Osteoporose). Ein gesteigerter Knochenabbau im Alter kann heute durch Medikamente aufgehalten werden. Diese müssen jedoch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Über die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit der Medikamente ist aber wenig bekannt. Sie sind jetzt Gegenstand der Langzeitstudie BILANZ, an der in Deutschland 7000 Patienten teilnehmen sollen. Wird Osteoporose nicht rechtzeitig und wirksam behandelt, drohen folgenschwere Knochenbrüche, chronische Schmerzen, Behinderung und Pflegebedürftigkeit. "Wir raten zu einer Behandlung, sobald die Wahrscheinlichkeit größer als 30 Prozent ist, in den kommenden zehn Jahren einen Knochenbruch im Wirbelkörper oder im Oberschenkel zu erleiden", erklärte Prof. Dr. Johannes Pfeilschifter, der Studienleiter von der Dt. Ges. f. Endokrinologie. Die Studie soll auch klären, ob die medikamentöse Dauerbehandlung für Patientinnen wirklich unbedenklich ist.

Diabetiker – Hürden für Schwerbehindertenausweis Die Dt. Diabetes-Hilfe rät Diabetikern, im Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis gravierende Einschnitte in der Lebensführung möglichst detailliert zu belegen. "Um Benachteiligungen im Alltag auszugleichen, können schwerbehinderte Menschen berufliche und finanzielle Vorteile in Anspruch nehmen. Dazu gehören ein besonderer Kündigungsschutz, Zusatzurlaub, die Möglichkeit einer vorzeitigen Altersrente sowie Steuervorteile. Menschen mit Diabetes können die Feststellung des Schwerbehindertenstatus beim Versorgungsamt beantragen. Dort wird geprüft, ob die Voraussetzungen vorliegen", heißt es in einer Presseerklärung. Die Dt. Diabetes-Hilfe weist auf eine aktuelle Entscheidung des Bundessozialgerichts (B 9 SB 2/12 R, Urteil vom 25.10.2012) hin, in der die zusätzlichen Voraussetzungen nochmals bestätigt wurden. Allein der Aufwand für Messen und Spritzen reiche nicht aus, um als schwerbehindert anerkannt zu werden. Weitere Informationen gibt es unter: www.diabetesde.org.

KATH. ST.-JOHANNES-GESELLSCHAFT DORTMUND gGmbH

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Wer abweicht, ist krank

Das

Diktat

der

medizinischen Parameter

Wer heute zum Arzt geht, bekommt schnell den Eindruck, dass Gesundheit allein von Laborwerten bestimmt wird. Wenn etwas nicht der Norm entspricht, muss der Mensch krank sein. Doch der Labormediziner Dr. Hans-Joachim Bauch widerspricht der gängigen Meinung und stellt im Gespräch mit „Johannes im Dialog“-Redakteur Dr. Holger Böhm klar, dass die Frage, ob jemand gesund oder krank sei, immer im Einzelfall beurteilt werden muss und darüber hinaus sehr viel damit zu tun hat, wie man sich fühlt.

Böhm: Gutes Cholesterin, böses Cholesterin – bin ich krank, wenn die Werte zu hoch sind? Wie soll ich mich als Patient angesichts wechselnder Lehrmeinungen da zurechtfinden?

chen in einem Bild: Sie sehen die Form und die Farbe des Steins, aber nicht das Bild. Der Arzt muss die einzelnen Laborbefunde zu einem Bild zusammenfügen. Das lernt man nicht im Internet. Man benötigt eine umBauch: Ich habe in meiner langjähri- fassendere Ausbildung, um damit gen Berufserfahrung immer wieder umgehen zu können. erlebt, wie sich die Auffassungen geändert haben, und ich denke, es ist Böhm: Kann ich mich an Normwerfür den Laien sehr, sehr schwer sich ten orientieren? eine objektive Meinung zu bilden. Mitte der 1980er Jahre wurde zum Bauch: Gegen den Begriff NormalBeispiel der HDL-Form des Choleste- wert wehre ich mich immer ein bissrins eine schützende Wirkung für das chen. Man redet besser von Herz zugeschrieben, die sich aus Referenzbereichen. Referenzbereiche heutiger Sicht nicht bewahrheitet erfassen die typischen Werte von 95 hat. Die LDL-Form gilt dagegen ganz Prozent der untersuchten Patienten. klar als Risikofaktor, aber eben nur Darüber hinaus gibt es immer 2,5 als ein Risikofaktor neben anderen. Prozent Abweichler nach oben und unten. Diese Menschen weichen vom Der Laborwert allein Referenzbereich ab, ohne dass sie sagt wenig krank sind.

Werten, die von den Referenzbereichen in der Heimat abweichen können. Wir geben beispielsweise Cholesterin in Milligramm pro Deziliter an, in den USA und den angelsächsischen Ländern ist Millimol pro Liter die gebräuchliche Einheit – das ergibt natürlich ganz andere Zahlenwerte.

Am Reiseziel kann alles anders sein

Oder nehmen Sie zum Beispiel den Quick-Test, mit dem bei Patienten, die mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt werden, die Gerinnung kontrolliert werden muss. Früher konnte man Werte, die in den USA bestimmt wurden, überhaupt nicht mit den Werten vergleichen, die in Deutschland gemessen wurden, weil die Amerikaner in der Regel mit schlechteren Reagenzien gearbeitet haben. Im Zeitalter der DüDer Laie sollte nicht versuchen, La- Auf Reisen muss man übrigens damit senflugzeuge und des Reisetourismus borwerte zu interpretieren, denn ein rechnen, dass Laborwerte anders be- ist das natürlich undenkbar. Deshalb Laborwert sagt wenig aus. Ich würde stimmt werden. Andere Reagenzien gibt es dafür heute einen international den so sehen wie ein Mosaikstein- und andere Methoden führen zu normierten Wert, den INR-Wert.

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St.-Johannes-Hospital


Interview

Böhm: Ist ein einzelner Laborwert überhaupt aussagekräftig?

die Unterscheidung der Leukozyten hinzu, sowie die Bestimmung von Entzündungsparametern: die Senkung und das C-reaktive Protein.

Bauch: Die Einzelbestimmung zum Beispiel beim Zucker gibt nur die aktuelle Situation wieder. Das ist wie Gute Werte, trotzdem beim Betrachten eines Dias, das ei- krank? nen momentanen Zustand zeigt. Der Weg dorthin aber war ein Film. Den Böhm: Wenn die Werte stimmen, bin Film, der uns den Zuckerstoffwechsel ich gesund? für die letzten acht Wochen wiederspiegelt, gibt HbA1c-Wert wieder. Bauch: Wenn da alles in Ordnung ist, heißt das nicht unbedingt, dass Sie Böhm: Welche Laborwerte sollte jeder gesund sind. Eine Krankheit ist immer kennen? etwas subjektiv Empfundenes. Neh-

mien der Fall. Die Betroffenen bemerken ihre Erkrankung nicht, weil sich die Veränderungen im Blutbild ganz langsam vollziehen und der Körper sich an die Veränderungen anpasst. Wenn man einem gesunden Menschen mit einem normalen HBWert zwischen 14 und 15 so viel Blut abnimmt, dass er schlagartig einen HB von 10 hat, dann hätte er eine massive Symptomatik. Wer dagegen über Jahre einen HB-Wert von 10 hat, der ist daran gewöhnt und kommt damit zurecht. Böhm: Spiegeln die Laborwerte auch sonst wieder, dass die Menschen verschieden sind?

Bauch: Oft ist das so. Nehmen Sie zum Beispiel den Kreatininwert, der eine Einschätzung der Nierenfunktion ermöglichen soll. Für einen Sumokämpfer ist ein Kreatininwert von 1,6 völlig in Ordnung. Muskelmasse und Ernährung haben einen entscheidenden Einfluss auf den Laborwert. Ein Kreatininwert von 1,6 bei einer zarten Frau von 90 Pfund wäre dagegen Dr. Hans-Joachim Bauch (Mitte) und sein Labor-Team schon fast ein Hinweis Richtung Nierenversagen. Bauch: Das Blutbild ist nach wie vor men wir einen psychiatrischen Man muss auch ganz klar sagen, dass das A und O. Also die Bestimmung Patienten als Beispiel. Wenn keine Be- es keinen Menschen über 60 Jahre des Gehalts an rotem Blutfarbstoff gleiterkrankungen vorliegen, wird das gibt, bei dem nicht ein Laborwert aus sowie die Zellzahlen bei den roten Labor in der Regel unauffällig sein. der Reihe tanzt. Irgendetwas findet und weißen Blutkörperchen und den Trotzdem fühlt sich der Betroffene man immer. Die Frage ist dann: Was Blutplättchen (Erythrozyten, Leuko- krank. bedeutet es? Bei der Beurteilung von zyten, Thrombozyten). Laborwerten kommt es immer auf Leukozyten ist ein Sammelbegriff für Böhm: Es gibt auch das Umgekehrte, die Umstände, den Verlauf und das ungefärbte Zellen. Die meisten oder dass sich Menschen trotz schlechtem Empfinden des Patienten an. Das Inviele Krankheiten verursachen Ver- Blutbild gesund fühlen? ternet hilft da nicht weiter. Der Patischiebungen bei den Mengenverhältent muss sich einen Arzt seines nissen der verschiedenen Zellsorten. Bauch: Ja, das ist zum Beispiel bei Vertrauens suchen und sich von ihm Beim großen Blutbild kommt deshalb den chronisch verlaufenden Leukä- beraten lassen.

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Blickpunkt

Halluzinationen

Kino im Kopf Frei im Raum schwebende Holo- auch Geräusche, Musik oder Stimmen, gramme oder 3D-Projektionen der Gerüche, Geschmack und KörperFilmindustrie faszinieren uns mit ih- empfindungen können aus dem ren plastischen Illusionen, die uns Nichts auftauchen und zum ständinicht vorhandene Dinge zum Greifen gen Begleiter werden. nah vor die Augen führen. Obwohl wir genau wissen, dass da nicht wirk- „Der halluzinierende Mensch sieht, lich etwas ist, können wir uns des hört, schmeckt oder riecht wirklich realistischen Eindrucks kaum erweh- etwas, was von anderen nicht wahrren. Menschen mit Halluzinationen genommen wird und tatsächlich nicht sind ohne äußeres Zutun ganz ähnli- da ist“, erklärt der Chefarzt der Psychchen Phänomenen ausgesetzt. „So- iatrie vom Marien Hospital in Homlange sie darunter nicht leiden“, sagt bruch. „Eine Phantasie existiert der Psychiater Dr. Harald Krauß, dagegen nur in der Vorstellung. Man „sind sie weder krank noch behandnimmt sie nicht sinnlich wahr. Sie ist lungsbedürftig.“ nicht auf reale Weise präsent.“ Es passiert schon mal, dass wir erst auf den zweiten Blick erkennen, dass unsere Sinne uns getäuscht haben. Die Gefahr im Dunkeln entpuppt sich als flüchtiger Schatten und der Duft der Seidenblume verschwindet bei der Berührung. Der Psychiater nennt dies eine Verkennung. Dass sich die Täuschung aber hartnäckig hält und sich trotz besserer Einsicht nicht vertreiben lässt, ist eher ungewöhnlich. Und doch kommt so etwas vor. Betroffen sind nicht nur die Augen,

Wer nicht leidet, bedarf keiner Behandlung – Dr. Harald Krauß

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Dr. Krauß kennt das Phänomen der Halluzination von seinen Patienten. Es kann mit Erkrankungen wie der Depression oder der Demenz einhergehen. Es kann infolge eines Schlaganfalls auftreten oder als unerwünschte Nebenwirkung von Medikamenten. Bei der Schizophrenie wird die realistische Sinnestäuschung zur bedrohlichen Begleiterscheinung. Dabei ist die Halluzination selbst keine Krankheit sondern das Symptom einer Stoffwechselstörung des Gehirns. „Sie kann immer dann medikamentös behandelt werden, wenn der Patient darunter leidet und die Therapie wünscht“, erläutert Dr. Krauß.

Welt schaffen lassen. Der Psychiater berichtet auch von einem Patienten, der glaubte, sein Bein sei komisch verändert. Er erklärte dies damit, dass der Geheimdienst ihn heimlich von Helikoptern aus bestrahle. Hier verbindet sich die Körperhalluzination mit der wahnhaften Vorstellung manipuliert zu werden, was als Hinweis auf eine mögliche Schizophrenie zu deuten ist.

Manche Menschen sehen Dinge, die anderen verborgen bleiben

Oft sind Halluzinationen jedoch weniger spektakulär, dafür aber umso lästiger. Wenn eine innere Stimme fortwährend die eigenen Handlungen kommentiert, wenn jemand überall von Trugbildern verfolgt wird oder immer wieder ein und dasselbe Lied im Ohr hat, dann kann der Psychiater helfen, versichert Dr. Krauß. Dennoch warnt er vor allzu eiligen Die nicht verscheuchbare Sinnestäu- Maßnahmen: „Wer Engel sieht und schung kann vor allem dann zu einem mit ihnen spricht, der muss darunter medizinischen Problem werden, wenn nicht leiden. Auch die Bibel berichtet sie zu Wahnvorstellungen führt. Wenn von Menschen mit Visionen, die anjemand objektiv nicht vorhandene un- deren Menschen verschlossen bleiangenehme Gerüche wahrnimmt und ben. Man muss nicht aus allem eine sich damit erklärt, dass er stinkt, dann Krankheit machen, nur weil man es kann dies zu Handlungen führen, die nicht erklären kann.“ sich auch durch noch so intensive Beteuerungen des Gegenteils nicht aus der

Marien Hospital


Seelsorge

Seelsorge

Auf

meditativem Weg zu mehr

Gelassenheit

„Meditation ist eine uralte Möglichkeit, um sich selber zu finden“, sagt Irmgard Paul, die katholische Seelsorgerin am Marien Hospital in Hombruch. „Auch Jesus ging in die Wüste, um ganz bei sich zu sein.“

Es sind weder Vorkenntnisse noch lange Erfahrung nötig, um an dem Angebot teilnehmen zu können. Irmgard Paul stellt verschiedene Meditationstechniken vor und nutzt Symbole, um die Menschen auf den Weg zu bringen, den dann aber jeder für sich alleine gehen muss. Bei Menschen mit psychiatrischen Problemen ist da natürlich ein vorsichtiges Vorgehen erforderlich. Absolute Stille eignet sich in ihren Gruppen nicht so gut. Deshalb läuft während der Meditation leise Musik.

Das Erlebte wird im Anschluss weder diskutiert noch reflektiert. Es geht genau um das Gegenteil: Wer meditiert wegung. Ein Gong und Atemübungen entzieht sich der Wertung und sucht läuten das Geschehen ein, bevor die Abstand zur Welt, um die eigene MitSeelsorgerin ihre Kursteilnehmer auf te zu finden und vielleicht auch wiedie Phantasiereise zu sich selber führt. der zu einem Glauben an die Anwesenheit Gottes im Leben. Es „Ich kann nichts an der Situation der geht um den Versuch, der äußeren Menschen ändern, ihnen aber sehr Hektik, Vielfalt und Überbeanspruwohl vermitteln, dass sie trotz ihrer chung einen inneren Ausgleich entKrankheit angenommen sind“, er- gegenzusetzen. „Der Meditierende klärt Paul. „Mein Anliegen ist es, gewinnt einen inneren Raum, in dem den Patienten etwas mitzugeben, er ganz bei sich und nicht angreifbar das sie anschließend ohne große ist“, verspricht die Seelsogerin. Probleme in ihren Alltag integrieren können. Meditation kann jeder im Meditation kann den Menschen helGrunde auch für sich alleine ma- fen, weil sie sei dort abholt, wo sie chen.“ Die Patienten können sich im gerade stehen. Es gibt keine VorVerlauf der Übung einen Raum er- schriften, sondern eine Anleitung, schließen, in den sie sich später er- sich seinen eigenen Bedürfnissen neut zurück ziehen können, wenn entsprechend zu entfalten. „Auch Jealles andere um sie herum vielleicht sus hat die Menschen gefragt, was sie sehr verwirrend ist. Meditation benötigen. Er hat nicht auf Äußerlichbaut zwar auf Entspannung auf, es keiten geachtet, sondern auf den geht aber eher darum, Gelassenheit Menschen geschaut. Daran orientiert zu gewinnen, indem man wahr- sich auch mein Angebot für psychisch nimmt ohne zu bewerten. kranke Menschen“, sagt Irmgard Paul.

Symbole dienen Irmgard Paul als Ausgangspunkt für die meditative Bewegung

Dabei geht es ihr darum, den Menschen über die Konfessionsgrenzen hinweg Wege zu zeigen, auf denen sie der eigenen Seele näher kommen, ihr Selbstvertrauen stärken und ruhiger werden können. Manchmal kann die spirituelle Erfahrung auch eine verschüttete Beziehung zum Glauben wieder aufdecken. Die Seelsorgerin spricht davon, „die spirituellen Antennen wieder neu auszufahren“, sich auf einen neuen Weg des Glaubens zu begeben und darin Hoffnung zu finden. Die Meditationen sind ein spezielles Angebot für psychiatrische Patienten, das einmal die Woche für eine halbe Stunde stattfindet. Dafür richtet Irmgard Paul einen Raum her. Stellt Stühle im Kreis auf, nicht zu eng beieinander, denn die Meditation ist zwar eine Erfahrung in der Gruppe, aber keine Gruppenaktivität. Die Kreismitte wird symbolisch bestückt, als Anlass und Ausgangspunkt für die meditative Be-

Marien Hospital

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Aus den Einrichtungen

Ernährung im Alter

Abwechslung Wer sich abwechslungsreich ernährt, bekommt alle Nährstoffe, die der Mensch benötigt. Das ist fast schon eine Binsenwahrheit. Dennoch suggeriert die Werbung gerade älteren Menschen, sie könnten ohne Zusätzliches nicht auskommen. Manuela Belghaus ärgert dies, weil solche Angebote in der Regel eher Verwirrung stiften als zu nutzen.

ist

gesund

zum Kochen und kleine Mengen zuzubereiten fällt schwer. „Doch wer lange im Alter fit bleiben will, der muss etwas dafür tun“, betont Manuela Belghaus. „Wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag ist wichtig. Fleisch oder Fisch sollten in magerer Form bevorzugt werden, dazu reichlich Gemüse.“

Vitamine kann der Mensch auch mit Fruchtsäften zu sich nehmen. Trinken gehört im Alter sowieso unbedingt zur Vitamin D im Winter, das könnte für Ernährung. Zu wenig Flüssigkeit kann Senioren nützlich sein, wenn sie bei zu Verwirrungszuständen führen, die schlechtem Wetter nicht so oft an die schnell auch mal falsch diagnostiziert frische Luft kommen. Solange man werden. Auch Angehörige tragen eine sich an die Empfehlungen der Fach- Verantwortung für die richtige gesellschaften für Ernährung hält, bewegt man sich dabei auf der sicheren Seite. „Darüber hinaus muss kein gesunder Mensch Vitamine oder andere Nahrungsergänzungen schlucken“, sagt die Diätassistentin vom St.-ElisabethKrankenhaus in Kurl.

Natürlich fällt es dem jüngeren Menschen leichter, seinen Bedarf an Vitaminen zu decken. Wer 2.000 bis 2.500 Kalorien am Tag benötigt und auch zu sich nimmt, der hat schlicht mehr Gelegenheit, für eine ausreichende Zufuhr zu sorgen. „Senioren sollten deshalb bewusst essen“, erklärt die Diätassistentin. „Ein bisschen mehr Obst oder Milchprodukte – und schon ist der Bedarf gedeckt.“ Häufig vernachlässigen gerade ältere Frauen ihre Ernährung, wenn ihr Partner verstorben ist. Es fehlt die Lust

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Ernährung ihrer älteren Verwandten. Eine ausgewogene und ausreichende Ernährung kann nämlich an einfachen Dingen scheitern. Schon eine schlecht sitzende Prothese kann Senioren die Lust auf eine Mahlzeit nehmen. Manchmal hilft auch eine andere Darreichungsform oder ein ansprechendes Arrangement, um die nötige Motivation zu erreichen. Natürlich wird es schwierig, wenn eingefahrene Gewohnheiten zu Mangelsituationen führen. Es ist nicht einfach, bei einem Menschen, der sich ein Leben lang einseitig ernährt hat, ein Umdenken zu bewirken. Dennoch glaubt Manuela Belghaus, dass Senioren, die sich gesund und fit halten wollen, für Empfehlungen zugänglich sind. Die ganze Lebenssituation spielt eine Rolle dafür, ob das Interesse an den Mitmenschen und der Welt wach bleibt. Wer sich wohl fühlt, der wird sich in aller Regel auch gerne gut ernähren. Frauen achten oft mehr auf sich und ihre Gesundheit als Männer, weiß die Diätassistentin. Deshalb sind sie auch eher Zielgruppe für Avancen, die sie mit Nahrungsergänzungen umwerben. In Seniorenmagazinen werden solche Themen regelmäßig und in aller Ausführlichkeit behandelt. Oft entstehe der irreführende Eindruck, so Belghaus, dass es sich dabei um ärztliche Empfehlungen handele.

St.-Elisabeth-Krankenhaus


Neues

Auf einen Blick

St.-Johannes-Hospital

Neuer Zentral-OP eingeweiht

Propst Andreas Coersmeier bei der Segnung des ZentralOPs mit Pfarrer Thomas Müller und PD Dr. Guido Dohmen

Seit Ende Dezember stehen den Fachabteilungen im St.-Johannes-Hospital zehn modernisierte und sanierte Operationssäle zur Verfügung. Der neue Zentral-OP zählt zu den modernsten OP-Einheiten in Deutschland und bietet modernste Medizin mit High-End EDV und –Logistik für eine optimale Versorgung der Patienten. „Wir haben hier zukunftsorientiert gearbeitet und in Rekordzeit alles, was technisch bekannt und möglich ist, eingebaut“, erklärte OP-Koordinator Jens Ebbers. Die neuen Operationssäle wurden im Februar von Propst Andreas Coersmeier in Anwesenheit der Presse, des Verwaltungsratsvorsitzenden Prof. Dr. Martin Rehborn, der Geschäftsführung, den Chefärzten und den Mitarbeitern eingeweiht und gesegnet.

Forschungsgemeinschaft Gesundheit

Klinische Studien als Chance

Die Forschungsgemeinschaft Gesundheit ist ein Verbund von Krankenhäusern, die klinische Studien in Prüfzentren in NRW durchführen, unter anderem am St.-Johannes Hospital in Dortmund. Klinische Studien dienen der Erprobung neuer Medikamente und neuer Therapieformen. „Wichtig ist für die Patienten eine frühe Aufklärung über die Möglichkeit der Teilnahme an Studien, damit die Therapie im Krankheitsverlauf frühzeitig einsetzen kann“, erklärte der Ärztliche Direktor des St.-Johannes-Hospitals, Prof. Dr Hubertus Heuer bei der Auftaktveranstaltung auf der Hohensyburg. „Wir zeigen mit dieser Gemeinschaft, dass es gerade hier Krankenhäuser gibt, die sich für Studien stark machen“, betonte Dr. Michael Gebauer, der Geschäftsführer der Firma Cardiac Researc, die die Durchführung der Studien organisiert.

Prof. Dr. Hubertus Heuer, Dr. Thomas Dorsel und Dr. Michael Gebauer bei der Gründung der gemeinsamen Initiative

Medizinische Fachvorträge

Dortmunder Krebs-Infotag

Dr. Luckhaupt eröffnet den Patiententag

Am 16. Februar fand zum 4ten Mal der Dortmunder Krebsinfotag, veranstaltet von Dr. Horst Luckhaupt, Chefarzt der Klinik für HNO, im Kath. Centrum statt. Von 9:00 bis 16:00 Uhr fanden Vorträge rund um das Thema Krebs statt. Die medizinischen Fachvorträge wurden von begleitenden Themen, wie Häusliche Pflege, Reha-Maßnahmen oder Ernährungsfragen abgerundet. In der Mittagspause hatten die Besucher bei einem Imbiss Gelegenheit, mit den Referenten individuelle Fragen zu klären und Infostände im Foyer zu besuchen. Das Sanitätshaus Emmerich, Selbsthilfegruppen und unsere Vertreterin der Häuslichen Pflege boten interessantes Infomaterial.

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Aus den Einrichtungen

Bobath-Konzept

Das

Leben

wieder

lernen

Der Mensch ist in der Lage, ein Leben lang zu lernen. Auf diese Kapazität kann ein Patient zurück greifen, wenn er eine unfall- oder erkrankungsbedingte Hirnschädigung erleidet. Das Bobath-Konzept hilft in solchen Situationen, Alltagskompetenzen wieder zu erlernen. „Die Idee ist es, ausgefallene Hirnverbindungen durch andere, brach liegende zu kompensieren oder andere Hirnbereiche anzuregen, zusätzliche Funktionen zu übernehmen“, sagt Jörg Klang. Dazu trainiert der Leiter der Physiotherapie am Marien Hospital in Hombruch Qualifizierte Therapeuten seine Patienten nach dem Prinzip des Das Bobath-Konzept gehört heute zu „Moto-Relearnings“. den etablierten Methoden in der TheraTherapie nach pie. Eine Fachgesellschaft wacht über Hirnverletzungen die Qualität der Ausbildung, die nur mit einer geeigneten beruflichen Qualifika„Vor der Hirnverletzung konnte der Pati- tion angetreten werden kann und mit ent ja schon mal alles, es ist nur mo- Prüfungen verbunden ist. Jörg Klang mentan nicht greifbar“, erläutert er. Bei arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren dem in den 1950er Jahren in Deutsch- mit großem Erfolg nach dem Verfahren. land von Bertha und Karel Bobath ent- „Die Patienten kommen über viele Jahre, wickelten Verfahren geht es manchmal ihr Leben lang“, sagt der hauptsächlich darum, dass ein Mensch Physiotherapeut. Die Behandlung setzt zum Beispiel nach einem Schlaganfall so früh wie möglich im Rahmen der wieder selbstständig am täglichen Le- stationären Ersttherapie an und wird ben teilhaben kann. anschließend ambulant in EinzelsitzunZu Beginn der Therapie wird eine realis- gen, die auf Rezept verordnet werden, tische Zielvereinbarung mit dem Pati- weitergeführt. enten abgesprochen. Zunächst lernt er erst einmal wieder alleine aufzustehen, Der Weg zurück in den sich hinzusetzen, zur Toilette gehen, Alltag sich zu waschen, sich anzuziehen. Wenn Patienten mehr wollen, zum Bei- Seine große Verbreitung in unserer Respiel wieder Sport treiben, dann wird gion verdankt das Bobath-Konzept auch das trainiert. Es kann aber auch dem Engagement der Schlaganfallhilfe, um die Übung praktischer Tätigkeiten die schon vor 15 Jahren die Kosten für gehen, zum Beispiel den Umgang mit die entsprechenden Kurse und Aufbaukurse der Therapeuten übernommen Töpfen und Pfannen beim Abwasch.

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hat. Die ausgebildeten Bobath-Trainer verpflichten sich im Gegenzug, das Wissen an Kollegen und Pflegepersonal weiter zu geben. Denn es handelt sich um ein ganzheitliches Konzept, an dem sich Angehörige und andere Bezugspersonen beteiligen sollen. Nur so kann der Betroffene maximal profitieren. „Für jeden, der durch eine Hirnverletzung schwere Einschränkungen hinnehmen muss, gibt es Möglichkeiten in Zusammenarbeit mit einem guten Therapeuten zumindest einigermaßen wieder in das normale Leben zurück zu kehren“, verspricht Jörg Klang.

Bobath-Therapeut Jörg Klang

Marien Hospital


Beratungs- und Schulungsangebote

Auf einen Blick

Infos

für

Patienten und Angehörige Ernährungsberatung Einzel- und Gruppenschulungen von Patienten und deren Angehörige, die aus gesundheitlichen Gründen eine bestimmte Diät einhalten oder Fragen zum Essen und Trinken haben. Unsere Diätassistentinnen beraten Sie gerne. Die Terminvereinbarung erfolgt telefonisch: - St.-Johannes-Hospital: Tel. (0231) 1843-31 740 - Marien Hospital: Tel. (0231) 7750-45 181 - St.-Elisabeth-Krankenhaus: Tel. (0231) 2892-217 Diabetesberatung - Im St.-Johannes-Hospital unsere Diabetesfachschwester: Anja Leichtfuß, Tel. (0231) 1843-38 450 - Im Marien Hospital unsere Diabetes­beraterinnen DDG: Annika Stahlschmidt oder Hilde Liskus, Tel. (0231) 7750-45180 Geburtshilfe Informationsveranstaltung: „Alles rund um die Geburt“ incl. Kreißsaalführung jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 19.00 Uhr. Treffpunkt: Panorama Café, 4. Etage Hauptgebäude. Keine Voran­meldung erforderlich. Infos zu Kursen vor und nach der Geburt erhalten Sie in unserem Elterntreff, Tel. (0231) 1843-29 74 Stillberatung Montags bis freitags von 11.30–13.00 Uhr und nach Vereinbarung. Sie er­reichen die Beratung über das Still-­Telefon im Säuglingszimmer (0231) 1843Stillcafé Dienstags von 14.00–16.00 Uhr in den Räumen des Elterntreffs, am JoHo St.-Johannes-Hospital, Hoher Wall 14-18 Stomasprechstunde Für alle stationären Patienten, denen vorübergehend oder dauerhaft ein künstlicher Darmausgang angelegt wurde, bietet das St.-Johannes-Hospital nach dem stationären Aufenthalt eine qualifizierte Stomaberatung und Betreuung durch eine ausgebildete Enterostomatherapeutin an. Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter Tel. (0231) 1843-23 25

Selbsthilfegruppen Frauenselbsthilfe nach Krebs Wir bieten Gruppen- und Einzelgespräche sowie Telefonberatung unter äußerster Diskretion an. Als Krebskranke helfen wir Krebskranken ehren­amtlich. Betroffene und Angehörige sind jederzeit bei uns willkommen. Wir treffen uns jeden 2. Dienstag im Monat von 15.00–17.00 Uhr im Propsteihof 10, Nebensaal 2. Der Gesprächskreis U40 für junge Betroffene, allein­erziehende Mütter und Berufstätige trifft sich am gleichen Ort von 17.00-18.00 Uhr. Weitere Infos bei Sigrid Platte, Tel. (0231) 45 66 81 Bezirksverein der Kehlkopfoperierten Dortmund e.V. Präoperative Gespräche zum „Was kommt danach?“. Antragstellung auf Schwerbehinderung bei allen Versorgungsämtern. Monatliche Mitgliederversammlung mit Betreuung von Betroffenen und Angehörigen. Kontakt: Heinz Baumöller; Tel. (0231) 73 32 21; Fax (0231) 22 27 846 Selbsthilfegruppe Herzklappen Diese Patienten-Selbsthilfegruppe mit fachlicher Unterstützung der Herzchirurgie und Kardiologie trifft sich jeden Monat im St.-Johannes-Hospital. Infos: Barbara Streich, Tel. (0231) 48 61 30 Selbsthilfevereinigung Darmkrebs und Stomaträger (ILCO) Kontakt: Annegret Reineke-Schrieber, Tel. (0231) 44 51 93 Bundesverband Glaukom – Selbsthilfe e.V. Informationen bei Frau Kipp, Tel. (0231) 97 10 00 34 oder www.bundesverband-glaukom.de Lupus erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e. V. Unsere Treffen finden am 1. Samstag im Monat um 14.00 Uhr im St.-Johannes-Hospital, Johannesstr. 9–13 statt. Adipositas Selbsthilfegruppe Im Rahmen des AdipositasZentrums am St.-JohannesHospital trifft sich die Gruppe an jedem 2. Mittwoch im Monat und bietet Hilfe für Betroffene an. Kontakt: Stefanie Krumnacker, Tel. (0177) 57 98 549.

Tracheostomaversorgung Beratung und Schulung, Hilfsmittel­versorgung und Tracheostomapflege für Halsatmer. Wenden Sie sich an die Station G5, Tel. (0231) 1843-38 550 Training für pflegende Angehörige Für Fragen steht Ihnen Stephanie Vogel, Pflegeberaterin, Gesundheits- und Krankenpflegerin. Montags bis freitags von 8.00–16.00 Uhr (0231) 1843-31133, zur Verfügung. E-Mail: pflegetraining@joho-dortmund.de KATH. ST.-JOHANNES-GESELLSCHAFT DORTMUND gGmbH

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Aus den Einrichtungen

Ohne Grenzen und Angebote

Das

Scheitern

der

Familienkultur

Eltern müssen ihren Kindern soziale Kompetenzen vermitteln, damit sie im Erwachsenenalter in der Lage sind, in der Gesellschaft einen Platz zu finden. Sie haben Vorbildfunktion, die Kinder suchen bei ihnen Orientierung. Doch Erzieherinnen und Erzieher berichten mit Sorge, dass Eltern heutzutage immer öfter selbst gar nicht mehr über die sozialen Kompetenzen verfügen, die sie weitergeben sollen. „Wir beobachten ganz häufig, dass Kinder, die zu uns in die Jugendhilfe kommen, keinerlei Regeln oder Grenzen kennen. Feste Tagesabläufe sind in ihren Herkunftsfamilien unbekannt“, erklärt Andrea Dudek, die in der Aufnahme- und Diagnose-Gruppe der Erziehungseinrichtung in Niederhofen beschäftigt ist. Kinder benötigen aber erkennbare Strukturen, um sich in ihrem Alltag zu recht zu finden und Verhaltensstrategien zu erlernen, die für ein normales Leben unverzichtbar sind. „Die Eltern dieser Kinder sind so sehr mit sich beschäftigt, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kinder nicht wahrnehmen“, erklärt die Erzieherin Rita Kramer. „Wenn wir in die Biografie der Eltern schauen, sehen wir, dass es ihnen mit ihren eigenen Eltern nicht anders ergangen ist. Deshalb sind sie gar nicht in der Lage, die Bedürfnisse nach Zuwendung und Sicherheit, nach regelmäßiger Ernährung und ausreichend Schlaf, nach gemeinsamen Ritualen zu verstehen.“

riele Hoffmann von der Leitung der Jugendhilfe. Oft kämen sie beispielsweise selbst aus Verhältnissen mit wechselnden Vätern, in denen es immer wieder Brüche zu Bezugspersonen gab. Großeltern, die früher die Kindererziehung unterstützt haben, stehen heute nicht mehr zur Verfügung. Sicherungssysteme, die in der Vergangenheit bestanden haben, brechen Zug um Zug weg. „Hinzu kommt, dass die Familien durch Arbeitslosigkeit, finanzielle Nöte und psychische Erkrankungen heute viel stärkeren Belastungen ausgesetzt sind als früher“, so Hoffmann.

Eltern zeigen sich darüber hinaus zunehmend nicht in der Lage, notwendige Entscheidungen für ihre Kinder zu treffen, ergänzt die Sozialpädagogin Erika Meier, die sich in der Offenen Ganztagsschule tagtäglich mit diesen Problemen konfrontiert sieht. Kinder können nicht wissen, was gut für sie ist und wie viel sie bewältigen können. Aber Mütter seien oft hoffnungslos überfordert, hier klare Vorgaben zu Viele Eltern tragen aufgrund solcher machen, berichtet sie. Gabriele Hoffeigenen Erfahrung eine Lebensverun- mann glaubt, dass viele Mütter aus sicherung in sich, bestätigt auch Gab- Verunsicherung Angst haben, ihren

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Kinder unrecht zu tun, wenn sie Strenge und Konsequenz walten lassen: „Deshalb scheuen sie davor zurück, den Kinder Klarheit, Orientierung und Grenzen zu bieten.“ Mit Grenzen und Verboten allein, darin sind sich die Erzieherinnen einig, ist es jedoch auch nicht getan. „Was Kinder wirklich brauchen, sind sinnliche Erfahrungen im Umgang mit ihrer Umgebung und in sozialen Beziehungen“, so Hoffmann. „Stattdessen erhalten sie mit neuen Medien und Spielkonsolen Angebote, die ihrem natürlichen Drang nach Bewegung und Empfinden nicht gerecht werden.“ Vorbild sein, so Rita Kramer, bedeute nicht nur zu sagen, was nicht erlaubt ist, sondern auch sich beispielgebend zu engagieren. Konkret heiße dies zum Beispiel, lieber ab und zu gemeinsam Mensch-ärger-dich-nicht zu spielen, als ständig allein am Computer zu sitzen. Oder beim zu Bett gehen lieber eine Gute-Nacht-Geschichte zu hören als eine voll animierte mp3-Berieselung. In der Erziehung gehe es eben um Beziehungen und nicht um Beschäftigung.

Jugendhilfe St. Elisabeth


Termine Nachtvorlesungen

Für Zwischendurch ...

Neulich

Immer um 19.30 Uhr im Amphi-Saal (Harenberg-City-Center)

in der

Kath. St.-Johannes-Gesellschaft

09.04.2013 Herzchirurgie Hand auf´s Herz – hier und heute PD Dr. Guido Dohmen

Arzt-Patienten-Seminare 19.00 Uhr im Konferenzraum 5 im St.-Johannes-Hospital Weg mit der Brille – Augenlasik

04.03., 17.00 Uhr

St.-Johannes-Hospital

14.03.2013 Übergewicht  - Der Fluch der Diäten „Heißer Stuhl“ – Ärztin steht Rede und Antwort | Dr. Margarete Tophof

Kurler Gesundheitstreff 17.30 Uhr im St.-Elisabeth-Krankenhaus, Bistro "Kurler Treff"

Do. 23.05.2013 Familiale Pflege Ute Bensch

Do 25.07.2013 Was wollte ich noch?“ Vergesslichkeit & Demenz Präventive Maßnahmen und tiergestützte Therapien zum Erhalt und zur Förderung kognitiver Fähigkeiten Dr. Wunderlich – Klinik für Innere Medizin/Geriatrie, St.-Elisabeth-Krankenhaus, Sarah Rupprich und Nicole Keuthen – JoHo CURAvita Diesmal zum Thema „Ernährung“

Lachhaft! Schulze erscheint beim Psychiater. Eine Hand in der Weste, Hut mit Breitseite auf dem Kopf. "Was kann ich für Sie tun?" fragt der Doktor. "Für mich nichts. Ich habe alles. Ruhm, Macht, Reichtum - und als Napoleon werde ich in die Geschichte eingehen. Aber meine Frau muss verrückt sein. Die bildet sich ein, eine Schulze zu sein!" Wie nennt man die Fussballschuhe von Jesus? – Christstollen!

KATH. ST.-JOHANNES-GESELLSCHAFT DORTMUND gGmbH

Weitere Veranstaltungen Jeden. 1. und 3. Mittwoch – 19.00 Uhr „Rund um die Geburt“ Panoramacafé im St.-Johannes-Hospital

Jeden letzten Donnerstag im Monat Pflegetraining für Angehörige Telefon: (0231) 1843-31133 E-Mail: Pflegetraining@joho-dortmund.de

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Unsere Einrichtungen und Unternehmen Geschäftsführer Dipl. Betriebswirt Günther Nierhoff Tel. (0231) 1843-22 56 | www.st-johannes.de

www.marienhospital-hamm.de

St.-Johannes-Hospital Johannesstraße 9-17 44137 Dortmund Tel. (0231) 1843-0 Fax (0231) 1843-31009 www.joho-dortmund.de

Ambulantes OP-Zentrum Johannesstr. 9-17 44137 Dortmund Tel. (0231) 1843-37080 Fax (0231) 1843-37089 www.ambulanzzentrum-dortmund.de

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Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin Prof. Dr. Michael Sydow Sekretariat Hildegard Aldenhövel - Sekretariat Fax - Prämedikation - Schmerzambulanz - Operative Intensivstation - anaesthesie@joho-dortmund.de Klinik für Chirurgie Prof. Dr. med Ulrich Bolder Sekretariat Annette Mücke Sekretariat Fax chirurgie@joho-dortmund.de

- -

Vorstationäre Diagnostik Josefhaus Anmeldung - 35 980 Fax - 35 989 35 800 35 809 35 805 35 860 37 111

35 700 35 709

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe PD Dr. Georg Kunz Vorzimmer Amela Dulovic - 35 611 Vorzimmer Fax - 14 58 84 Gynäkologie Ambulanz - 35 660 Kreißsaal - 37 800 Elterntreff - 35 650 Brustsprechstunde - 35 611 Risikoschwangerschafts- - 37 800 sprechstunde gynaekologie@joho-dortmund.de Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Dr. Horst Luckhaupt Sekretariat Monika Bals - 355 11 Sekretariat Fax - 35 509 Ambulanz: - 35 560 Mo–Fr nach Voranmeldung hno-klinik@joho-dortmund.de

Klinik für Augenheilkunde Prof. Dr. Markus Kohlhaas Sekretariat Antje Blumenthal, - 35 411 Hildegard Lonsdorfer - 35 400 Sekretariat Fax - 35 409 LASIK Hotline 0800-527 37 67 Ambulanz - 35 460 Ambulanz Fax - 35 469 augenklinik@joho-dortmund.de

Klinik für Herz-, Thorax-, Gefäßchirurgie PD Dr. Guido Dohmen Dr. Jan Steffen Reinstadler Sekr. Petra Kernchen & Torsten Kroll - 35 900 Sekretariat Fax - 35 909 Intensivpflegeeinheit - 37 300 Ambulanz: Sekretariat - 35 960 Fax - 35 969 htg-chirurgie@joho-dortmund.de

Katholische Seelsorge St.-Johannes-Hospital Pfarrer Thomas Müller, Tel. (0231) 1843-31 281 Dipl. Theologe Ludwig Hoffknecht (Pallialivstation)

Evangelische Seelsorge St.-Johannes-Hospital Pfarrer Olaf Kaiser, Tel. (0231) 1843-31 282 Pfarrerin Silke Konieczny (0231) 1843-31 283

Klinik für Innere Medizin I Prof. Dr. Hubertus Heuer (Kardiologie, Nephrologie, Intensivmedizin) Sekretariat Heike Reinhardt - 35 100 Fax - 35 109 Dialyse - 37 550 Medizinische Intensivstation - 37 201 inneremedizin1@joho-dortmund.de Klinik für Innere Medizin II Dr. Hermann-Josef Pielken (Allgemein Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämatologie/ ­Onkologie, Palliativmedizin) Vorzimmer Martina Schlieck - 35 211 Geschäftszimmer (Anmeldung stationäre Aufnahme) - 35 200 Fax - 35 209 Gastroenterologie - 37 400 Labor (Sekretariat) - 37 711 Onkologische Ambulanz - 35 260 Palliativstation (Station V4) - 38 345 inneremedizin2@joho-dortmund.de

Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie Professor Dr. Karl Schürmann Sekretariat Petra Tiemann Sekretariat Fax

- 35 000 - 35 009

Chest Pain Unit Info Hotline

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Zentrale Notaufnahme

- 37 600

1111

Marien Hospital Pfarrer Raimund Dreger, Tel. (0231) 7750-41282 Kath. Seelsorgerin Irmgard Paul (0231) 7750-41281 St.-Elisabeth Krankenhaus Pastor Rainer Richter, Tel. (0231) 2892-221


Kontakte

ACHTUNG Neue Telefonnummern! Marien Hospital Gablonzstr. 9 44225 Dortmund www.marien-hospital-dortmund.de Tel. (0231) 7750-0 | Fax (0231) 7750-8300 Verwaltungsleitung: Hans-Werner Gräber -410 10 Klinik für Innere Medizin/Diabetologie Chefarzt Dr. Klemens M. Sondern Sekretariat: Jutta Weckermann - 45 100 Sekretariat Fax - 45 109 inneremedizin@marien-hospital-dortmund.de Diabetische Fußambulanz - 45 170 Anmeldung zur Aufnahme, Ambulanz -45 171

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Chefarzt Dr. Harald Krauß Sekretariat Petra Müller - 45 500 Sekretariat Fax - 45 509 psychatrie@marien-hospital-dortmund.de Anmeldung zur Aufnahme Sekretariat Christa Ebert

- 45 505

Psych. Institutsambulanz Sekretariat: Karin Neumärker Sekretariat Fax            

- 45 560 - 45 569

St.-Elisabeth-Krankenhaus Kurler Str. 130, 44319 Dortmund Tel. (0231) 2892-0 Fax (0231) 2892-148 www.elisabeth-dortmund.de Verwaltungsleitung: Wilhelm Eull eull@elisabeth-dortmund.de

-200

Klinik für Innere Medizin/Geriatrie Chefarzt Dr. Johannes Wunderlich inneremedizin@elisabeth-dortmund.de Sekretariat Doris Kötter - 240 Sekretariat Fax - 245 Hotline Geriatrie, Mo-Fr 9-11 h (0231) 2892345

St.-Elisabeth-Altenpflege Kurler Str. 130, 44319 Dortmund Tel. (0231) 2892-0 Fax (0231) 2892-147

Heimleitung Wilhelm Eull Pflegeleitung: Corinna Derix www.elisabeth-dortmund.de info@elisabeth-altenpflege.de

-200 - 208

Christinenstift Eisenmarkt 2–6, 44137 Dortmund Tel. (0231) 18201-0 Fax (0231) 18201-11 11

St. Josefinenstift Ostwall 8-10, 44135 Dortmund Tel. (0231) 55 69 05-0 Fax (0231) 55 69 05-155

Heim-/Pflegeleitung Regina Misiok-Fisch www.christinenstift.de info@christinenstift.de

Heim-/Pflegeleitung Heike Deimann Tel. (0231) 55 69 05-110 www.josefinenstift-dortmund.de info@josefinenstift.de

Jugendhilfe St. Elisabeth Brücherhofstr. 200, 44265 Dortmund Tel. (0231) 946 06 00 Fax (0231) 946 06 02 60

Leitung Friedhelm Evermann www.jugendhilfe-elisabeth.de info@jugendhilfe-elisabeth.de

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beraten

pflegen

fördern

Caritas Dortmund Für ein würdiges und selbstbestimmtes Leben im Alter

wohltuend. menschlich. caritas

dortmund

unterstützen

Menüdienst

Täglich Frisches auf Ihren Tisch

Hausnotruf

Sicherheit rund um die Uhr

Seniorenreisen

Gemeinsam Land und Leute kennenlernen

Wohnen mit Service

So viel Selbstständigkeit wie möglich

Caritas-Sozialstationen

Häusliche Kranken- und Altenpflege, Ambulante Palliativpflege, Wohngruppen für Menschen mit Demenz

Kurzzeit- und Tagespflege

Gemeinsam und aktiv den Tag gestalten

Alten-, Wohn- und Pflegezentren

Kurzzeitpflege, Pflege, Heimverbundene Wohnungen, Demenz-Wohngruppen u.v.m. Bruder-Jordan-Haus (I.-Ost) St. Antonius (Huckarde) St. Barbara (Lütgendortmund) St. Ewaldi (Aplerbeck) St. Hildegard (Berghofen) St. Josef (Derne) Peter und Paul (Kamen-Methler)

Hospiz am Bruder-Jordan-Haus Menschenwürdig leben – würdevoll sterben

www.caritas-dortmund.de Über diese Angebote und viele weitere Hilfen der Caritas Dortmund informiert das Caritas Service Center, Wißstraße 32, 44137 Dortmund, Tel. (0231) 18 71 51 21 Öffnungszeiten: Mo.-Do. 9 -17 Uhr u. Fr. 9 -14 Uhr • servicecenter@caritas-dortmund.de


Johannes im DIALOG - Ausgabe 29