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Von Joachim Schamriß, Lehrwart der Schiedsrichtergruppe Regensburg

Dramatischer Höhepunkt – der Elfmeter Der Strafstoß ist nichts für schwache Nerven – für die Zuschauer nicht und erst recht nicht für die Spieler, vor allem für den Schützen und den Torwart. Der Schiedsrichter muss im Zweifelsfall als Einziger – wie immer – die Nerven behalten. Aber auch dem Referee werden in einer Spielsituation, die zum Strafstoß führt, bzw. während der Strafstoßausführung höchste Konzentration, sehr viel psychologisches Einfühlungsvermögen und höchste Regelsicherheit abverlangt. Die Regel 12 beschreibt genauestens die Vergehen, für die es Strafstoß geben muss, wenn sie durch einen Spieler im eigenen Strafraum verübt werden (z. B. für Handspiel und für Angriffe auf gegnerische Spieler wie Treten, Beinstellen usw.). Regel 14 ist allein dem Strafstoß, seiner Ausführung und der Torwertung gewidmet. So ist festgelegt, dass der Strafstoß immer durch den SR angepfiffen werden muss, dass alle Spieler auf dem Spielfeld in genau vorgeschriebenen Bereichen sich aufhalten müssen. Der Torwart darf sich nicht schon, wenn der SR pfeift, sondern erst, wenn der Ball vom Schützen gespielt ist, von der Torlinie nach vorne bewegen. Der Schütze darf faire Finten anwenden, aber nicht unsportlich täuschen; er darf den Ball nicht ein zweites Mal berühren, bevor ihn nicht ein anderer Spieler berührt hat. Entscheiden Sie in folgenden Elfmetersituationen: 1. Der Schütze spielt den Ball mit dem Absatz zurück zu einem am Strafraum lauernden Mitspieler. 2. Ist beim Strafstoß eine Abseitsstellung möglich? 3. Darf der Strafstoßschütze den Ball seitlich oder nach hinten versetzen, wenn sich an der Stelle der Strafstoßmarke eine Wasserlache befindet? 4. Strafstoß: Ein Mitspieler des Schützen läuft zu früh in den Strafraum; der Torwart lenkt den Ball zur Ecke ab. Entscheidung? 5. Strafstoß: Der bereits verwarnte Schütze täuscht unsportlich; der Ball geht ins Tor. Entscheidung? 6. Strafstoß: Ein Mitspieler des Torwarts läuft in den Strafraum hinein, bevor der Ball gespielt worden ist. Der Ball wird zur Ecke abgewehrt. Entscheidung? 7. Der SR hat zur Ausführung eines Strafstoßes in der 90.Spielminute die Spielzeit verlängert. Er kündigt beiden Mannschaften an, dass das Spiel mit dem Strafstoß zu Ende ist. Der Ball wird vom Schützen scharf an die Latte geschossen, von dort prallt der Ball dem Torwart an die Schulter, springt dann vor der Torlinie auf dem Boden auf und von hier deutlich ins Tor. Entscheidung? 8. Strafstoß: Der Schütze läuft an, stoppt vor dem Ball ab und täuscht einen Schuss an. Weil der Torwart in die angetäuschte Ecke gehechtet ist, kann der Schütze nun aus dem Stand den Ball „locker“ in die andere Torecke „schieben“. Entscheidung? Lösungen: 1. Verwarnung wegen Unsportlichkeit; indirekter Freistoß am Strafstoßpunkt für die verteidigende Mannschaft 2. Nein, weil alle Spieler (außer dem Torwart) bis zum Anspiel des Schützen hinter der Strafstoßlinie stehen müssen 3. Nein; ggf. muss das Wasser mit einem Besen beiseite gekehrt werden 4. Indirekter Freistoß dort, wo der Mitspieler des Schützen in den Straftraum eingedrungen ist 5. Wiederholung; unsportliches Täuschen muss mit Gelb belegt werden > Gelb-Rot für den (verwarnten) Schützen 6. Wiederholung 7. Tor; in diesem Fall wird die Wirkung des Strafstoßes erzielt, als der Ball mit einem Schuss nach zweimaligen Abprallen des Balles von Latte und Schulter des Torwarts direkt ins Tor springt. 8. Verwarnung für unsportliches Täuschen; indirekter Freistoß am Strafstoßpunkt für die verteidigende Mann-schaft

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Die Regelecke

Jahnzeit 2014 ausgabe 16 SV Elversberg  
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