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DAS EILSYNDROM

Eine Studie 端ber die Verknappung der Zeit Daniela Weiss


DAS EILSYNDROM

Das Eilsyndrom ist eine Anhäufung an Symptomen der Beschleunigung, die tief in kulturellen Verhaltenskodizen der westlichen Kultur, beispielsweise Westeuropa oder Amerika, verankert sind. Sie äußern sich in Form von Zeitnot und Zeitverknappung. Ein typisches Merkmal ist der permanente Mangel an Zeit. Die ersten Anzeichen des Krankheitsbildes sind ein überdurchschnittlich hohes Maß an Pünktlichkeit, Schlafdefizite, chronische Ungeduld und die pathologische Zufuhr von Kaffee und anderen ‘Muntermachern’. Betroffene klagen über Beschwerden wie nicht vorhandene Zeitkapazitäten am Arbeitsplatz, fehlende Zeit für Familie, Freunde oder sich selbst, Überforderung beim Einkaufen und Konsumieren und ein Mangel an ausgiebigen Freizeitaktivitäten wie Sport, Theater- und Kinobesuchen. Zusammenfassend: ‘Sie haben keine Zeit’ Um diesen Umstand zu kompensieren wird ein übermäßiges Tempo in den verschiedenen Lebensbereichen herangezogen, das wiederum zu überhöhter Selbstüberschätzung in Bezug auf Lebenszeit und letztendlich bis zur Erschöpfung des eigenen Organismus – Tod – führt. Die Ursachen einer Erkrankung sind noch nicht klar ersichtlich, da diejenigen, die sich mit dieser Problematik befassen, selbst davon betroffen sind und eine objektive, klare Aussage darüber schwer treffen können. Es wird meist die Symptomatik mit ‘zeitspendenden’ Hilfsmitteln gemildert, z.B. Urlaub, Meditation, Selbsthilfegruppen oder Schlaftabletten, jedoch bleibt die lebensnotwendige Genesung meist aus. Dieses Buch dient dazu einen ersten Versuch zu starten, dem Eil-Syndrom entgegenzuwirken, indem einerseits die Ursachen – die leistungsorientierten Verhaltensweisen unserer westlichen Kultur, die Hetze im Alltag, als auch das menschliche ( Naivitäts)-Bewusstsein in Bezug auf Zeit erforscht wird.

Warum hetzen wir uns so und wieso glauben wir, dass unser Lebenstempo angemessen ist ?


Schulden

Zinsen

Geld

KAPITAL

Das Forschungsprojekt gliedert sich in 5 Abschnitte:

1. Bestandsanalyse – Problemaufriss 2. Selbsterkenntnis – Ich habe das Eil-Syndrom 3. Zeitmessung (09.03 – 15.03) 4. Analyse der Zeit 5. Zeitwahrnehmung

Viel Spaß!

BEDÜRFNISSE

Ich habe das Eil-Syndrom Gier

Verlangen

Individualismus

3. ZEITMESSUNG

2. SELBSTERKENNTNIS

1. BESTANDSANALYSE

Zeitpläne

Affluenza Körperkult

Mobilität

Kommunikation

TECHNOLOGIEN

Überfluss Social Media Steuern

WERBUNG

PRODUKTION

MEDIEN Fernsehen

POLITIK Arbeitszeit

AUFBAU DER ZEIT - STUDIE


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A Restzeit Verlorene Zeit

5. ZEITWAHRNEHMUNG

4. ANALYSE DER ZEIT

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GRUNDBEDÜRFNISSE

ICH – BEDÜRFNISSE

SOZIALE BEDÜRFNISSE

SELBST VERWIRKLICHUNG


Was veranlasst uns zur Eile? Welche Ursachen sind zu erkennen, die uns zur Eile zwingen? Ist es unser kulturelles Umfeld, welches uns in eine Hetzjagd der verlorenen Zeit zwängt, oder sind es die Akteure unserer Gesellschaft (Medien, Politik, Finanzmärkte, etc.), die uns dazu veranlassen, schneller und immer schneller unser Lebenstempo zu gestalten? Eine ausführliche Bestandsanalyse über die Leistungsgesellschaft der westlichen Kultur ist erster Anhaltspunkt, um zu erfahren, ob wir überhaupt vom Eil-Syndrom betroffen sind.


Entstehung der Leistungsgesellschaft [1]


1. Januar Nachdem die Sonne längst existiert, hat sich nun die Erde gebildet. März/April die ersten Tiere betreten das Land. 31. Dezember am frühen Morgen Die meisten der heute existierenden Arten haben das Licht der Welt erblickt. Ab Mittag Menschenähnliche Säugetiere treten auf. Eine Minute vor Jahresende Die ersten Kulturen entstehen. 20 Sekunden vor jahresende Jesus wird geboren 10 Sekunden vor Jahresende Karl der Grosse Eine Sekunde vor dem Jahreswechsel Otto von Bismarck Silvesterknall Heute 1


Bestandsanalyse [1]

Burnout-Syndrom Auswirkung der Leistungsgesellschaft

Viele Menschen fühlen sich gehetzt, gestresst und ausgebrannt. Wir bewegen uns im System der ‘Leistungs- und Konsumgesellschaft’. Ein schwieries Privatleben, Doppel- und Mehrfachbelastungen, die angespannte Wirtschaftslage steigender Wettbewerb, Globalisierung und Entwicklungen in der Kommunikationstechnologie, die uns die permanente Erreichbarkeit beschert haben, sind Nährboden für eine Krankheit, die nicht selten mit dem Selbstmord endet. Betroffen sind nicht nur Manager und Menschen in Pflegeberufen, sondern alle Bevölkerungsschichten und leider auch immer mehr Kinder und Jugendliche. Nicht umsonst hat die Weltgesundheitsorganisation, WHO, Stress zur größten Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts deklariert und wir stehen erst am Anfang dieser Entwicklung. Es ist mittlerweile selbstverständlich für uns, dass Leistung zum Leben gehört und dass wir uns ständig beweisen müssen. Wenn sich unser Energiehaushalt im Gleichgewicht befindet, ist das auch überhaupt kein Problem. In unserer rasend schnellen Welt, in der wir leben, wird es aber zunehmend schwieriger, die Balance zu halten. Heute kommt der Mensch und seine Seele nicht

mehr oder nur noch schwer zur Ruhe. Auf Anspannung muss immer Entspannung folgen. Wir brauchen Ruhepausen und Erholungsphasen. Dauerhaftes angestrengtes Hochleistungsverhalten senkt das Leistungsvermögen. Leider gestehen sich die wenigsten Menschen zu, dass Ihre Kräfte nachlassen und machen weiter, indem Sie die Signale Ihres Körpers einfach ignorieren. Die Seele sucht sich unterschiedlichste Wege um über den Körper zu signalisieren, dass eine Umkehrstrategie dringend nötig wäre. Die Krankheit kündigt sich oft monate- und jahrelang mit verschiedensten Symptomen und Beschwerden an, die als Begleiter des seelischen Ausbrennens auftreten. Sie sind allerdings so unterschiedlich und komplex wie die einzelnen Geschichten der Betroffenen. Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird, kommt es irgendwann zum totalen Zusammenbruch – nichts geht mehr. Es folgt oft Arbeitsunfähigkeit, die sich in schweren Fällen über einige Jahre hin ziehen kann. Burnout verläuft in 12 Zyklen, wobei die einzelnen Phasen nicht unbedingt nacheinander ablaufen müssen. Das ist auch mit ein Grund, dass die Krankheit oft lange unerkannt bleibt.

Der Burnout-Zyklus Stadium 1: Der Zwang sich zu beweisen Aus den erhöhten Erwartungen an sich selbst entsteht Leistungszwang. Stadium 2: Verstärkter Einsatz Das Gefühl alles selbst machen zu müssen, Unfähigkeit zu Delegieren. Stadium 3: Vernachlässigung eigener Bedürfnisse Der Wunsch nach Ruhe, Entspannung und angenehmen Sozialkontakten tritt mehr und mehr in den Hintergrund. Stadium 4: Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen Fehlleistungen treten gehäuft auf, z.B. Terminverwechslung, Unpünktlichkeit, etc. Stadium 5: Umdeutung von Werten Abstumpfung und Trübung der Wahrnehmung, wichtige Ziele im Leben werden entwertet, soziale Kontakte werden als belastend erlebt Stadium 6: Verstärkte Verleugnung der auftretenden Probleme Zynismus, Ungeduld, Intoleranz, erhebliche Leistungseinbussen und körperliche Beschwerden treten auf.

Ab Stadium 6 wird professionelle Hilfe benötigt. Stadium 7: Rückzug Hoffnungslosigkeit – Ersatzbefriedigungen treten in den Vordergrund: Alkohol, Drogen, Medikamente, Essen und Sexualität Stadium 8: Verhaltensänderung Verstärkter Rückzug und paranoide Reaktionen und Ideen wie z.B. Verfolgungswahn Stadium 9: Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit Gefühl wie eine Maschine automatisch zu funktionieren. Stadium 10: Innere Leere Mutlosigkeit, Leere, Panikattacken und phobische Zustände, exzessive Ersatzbefriedigungen können in den Vordergrund treten Stadium 11: Depression Verzweiflung, Erschöpfung und Gefühle des Abgestorbenseins, Suizidgedanken Stadium 12: Völlige Burnout-Erschöpfung emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung


Interview Jacky Guttmann

Volkskrankheiten

Diabetes Sinkende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit Angstzustände Bluthochdruck, Kopfschmerzen Schlafstörung Attention Deficite Trait

Burnout


Bestandsanalyse [2]

Diabetes – Ein Spiel mit dem Feuer

Ältere Studenten sind von Hirndoping betroffen

Stress im Beruf: Multitasking

Eine Studie mit knapp 8000 Studenten hat ergeben, dass vor allem ältere Hochschüler überproportional häufig leistungssteigernde Mittel einnehmen. Neben verschreibungspflichtigen Präparaten wird auch oft zu homöopathischen und pflanzlichen Substanzen gegriffen. Hirn-Doping vor allem bei älteren Studenten: 28 – 29 jährige Hochschüler nehmen nach einer Untersuchung der Hochschul Informations System GmbH (his) überproportional häufig leistungssteigernde Mittel ein. Insgesamt greift etwa jeder zehnte Student zu solchen Mitteln, wie aus der in Hannover veröffentlichten Studie weiter hervorgeht.

Hektik im Job macht krank. Multitasking aber auch, sagt Ulrike Roth. Die Ärztin über den Zwang zur Gleichzeitigkeit und warum er gefährlich ist.

Diabetes entwickelt sich immer mehr zur Volkskrankheit Nr. 1 – auch Kinder und Jugendliche bleiben von der Überflusskrankheit nicht verschont. Ob Herz-KreislaufErkrankungen, Schlaganfall oder Erblindung – die Folgen von Diabetes können fatal sein. Sind Sie vielleicht auch betroffen und wissen es nicht?

Die Auslöser von Diabetes In allen industrialisierten Ländern entwickelt sich Diabetes immer mehr zur Volkskrankheit: 8 Millionen Menschen leiden hierzulande nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation bereits daran – doppelt so viele wie noch vor 10 Jahren. Besorgniserregend ist vor allem, dass bei immer mehr Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Diagnose Diabetes II gestellt wird. Grund hierfür: Falsche Ernährung und Mangel an Bewegung. Die körpereigenen Systeme werden mit zu viel zuckerhaltigen Lebensmitteln überfordert und versagen schließlich ganz – mit gravierenden Folgen für die Gesundheit.

Multitasking härterer Wettbewerb stetig wachsende Anforderungen

Angst vor Arbeitslosigkeit, ein immer härterer Wettbewerb und stetig wachsende Anforderungen bringen Arbeitnehmer an die Grenzen ihrer Kräfte. Lange Zeit wurde Multitasking als die Wunderwaffe für mehr Effektivität im Job angepriesen. Es sollte den Schlüssel zum entspannteren Arbeitsleben bedeuten. Die Arbeitsmedizinerin Dr. Ulrike Roth vom tüv Rheinland warnt eindrücklich vor den möglichen Folgen des Multitasking. Was versteht man unter dem Begriff Multitasking? Multitasking ist der Versuch, mehrere Sachen gleichzeitig zu machen. Ich sage aber bewusst Versuch, denn letztlich bearbeitet man die Aufgaben doch nacheinander. Eine wirkliche Gleichzeitigkeit bei konstantem Qualitätsniveau existiert nicht. Wissenschaftliche Tests haben gezeigt, dass beim Erledigen mehrerer, nicht zusammenhängender Tätigkeiten zur gleichen Zeit mindestens eine immer leidet. Je kürzer die Abstände zwischen den Tätigkeiten sind, desto höher ist die Fehlerquote. Und das größere Multitaskingtalent von Frauen … … ist leider auch nur ein Mythos. Obwohl dieser Glaube weit verbreitet ist, konnten Experimente nicht beweisen, dass die Hirnaktivitäten von Frauen dabei intensiver sind als die von Männern. Sie warnen vor Multitasking. Warum? Ein Motor, der durchgängig mit Vollgas läuft, geht durch die Belastung kaputt. Ähnlich ist das auch bei Menschen, die ständig unter Stress stehen. Der Geist kann

all die vielen Informationen nicht mehr verarbeiten und so schleichen sich Fehler ein. Das Gehirn gelangt an seine Grenzen. Eine Art Schutzmechanismus bewahrt wichtige Informationen und lässt zusätzliche Botschaften abprallen, so dass sie gar nicht erst gespeichert und sofort vergessen werden. Das kann letztlich auch körperliche Folgen haben. Welche? Ständige Unterbrechungen, Störungen und immer neue Verpflichtungen sind ebenso Auslöser für Stress wie der Papierberg im Augenwinkel, den man bis zum Abend noch abgearbeitet haben muss. Durch die Überbelastung des Gehirns sinken die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Darüber hinaus können Unruhe und Versagensgefühle zu regelrechten Angstzuständen führen. Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Schlafstörungen sind daneben die häufigsten Warnsignale. Im Extremfall droht durch die Multitaskingfalle sogar ein dem Burn-Out ähnliches Phänomen, das als "Attention Deficite Trait" bezeichnet wird. Diese Konzentrationsschwäche ist die Konsequenz des allgegenwärtigen Informationsüberflusses in unserer Gesellschaft. Wie viele Aufgaben kann man gleichzeitig bewältigen, ohne das zu riskieren? Hierbei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Art der Aufgabe und wie fit und gesund eine Person ist. Einfache alltägliche Aufgaben bereiten normalerweise keine Probleme, diese treten nur bei komplexeren theoretischen Sachverhalten auf. Wichtig ist, dass man nicht im Halbminutentakt von Aufgabe zu Aufgabe wechselt, sondern dem Gehirn einige Momente zum Umschalten gewährt.


Warum glauben wir trotzdem, wir seien durch Multitasking besser? Die meisten denken, dass sie ihre Aufgaben im Verhältnis zum Arbeitspensum richtig gut bewältigt hätten. Die Fehler, die einem dabei unterlaufen, fallen meistens erst später auf. Man unterliegt einer falschen Selbsteinschätzung, die auch die körperlichen Symptome zunächst verklärt. Ist es für das Gehirn nicht viel eher anstrengend, sich über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu fokussieren, als zwischendurch etwas anderes zu tun? Es schadet dem Hirn prinzipiell nicht, sich zwischendurch anderen Aufgaben Stress im Beruf zuzuwenden. Allerdings kennt fast jeder das Problem dabei: Lässt man sich von einer neuen Materie ablenken, zum Beispiel einem Telefonat oder einer E-Mail, so muss man sich danach wieder komplett neu in die alte Tätigkeit einarbeiten und eindenken. Man macht es sich oft leichter, wenn man einen Themenbereich abschließt, bevor man sich dem nächsten zuwendet. Es heißt doch, man lerne effektiver, wenn mehrere Bereiche des Gehirns zusammen arbeiten. Wieso ist das beim Multitasking anders? Beim Lernen neuer Sprachen oder Daten etwa ist die Verknüpfung von Sprach-, Schreib, und Sehzentren im Hirn hilfreich. Dies ist aber nur der Fall, solange es sich um ein einziges Thema handelt; sind es mehrere, wie das Sprechen beim Telefonieren und das gleichzeitige Schreiben einer E-Mail, ist das dagegen eher hinderlich. Wie dämmt man die Risiken ein? Besonders in Stresssituationen ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Wir alle machen uns doch sklavisch abhängig von Telefon oder Blackberry und unterwerfen uns

der E-Mail. Man muss nicht jederzeit erreichbar sein, sondern sollte einfache Kommunikationsregeln für sich und vor allem für andere aufstellen. Es bringt nichts, ständig seine E-Mails abzurufen und sich damit selbst dem Druck einer sofortigen Antwort – und damit der Unterbrechung der aktuellen Aufgabe – auszusetzen. Idealerweise besitzt man beruflich und privat strikt voneinander getrennte Rufnummern und E-MailAnschlüsse. So kann man nach Feierabend wirklich abschalten, statt um 22 Uhr noch geschäftliche Anfragen zu bearbeiten. Während der Arbeitszeit sollte man außerdem nicht mehr als drei Mal tägliche ‘E-Mail- Sprechstunden’ einrichten und bei wirklich wichtigen Angelegenheiten lieber kurz zum Telefon greifen. Was tun Sie, wenn das Telefon klingelt, das Blackberry piepst, der Chef mit fragenden Blicken in der Tür steht und die Präsentation des neuen Projektes in einer halben Stunde ansteht? Ich frage mich, was in diesem Augenblick am wichtigsten ist. Das Blackberry und die E-Mails können erst mal warten, ebenso wie das Telefon. Mit dem Chef spreche ich mich möglichst kurz ab, ob es reicht, mich in einer halben Stunde mit ihm in Verbindung zu setzen, um bis dahin die dringliche Präsentation zu beenden. Bei besonders wichtigen Angelegenheiten leite ich das Telefon auf die Sekretärin oder die Mailbox um, und hänge vielleicht sogar ein ‘Bitte nicht stören’-Schild an die Tür, um ungestört arbeiten zu können. Dadurch übersteht man den Tag, auch ohne Multitasking, stressfrei.

Hektik im Job macht krank Ameisen können das, wir aber nicht…


Bestandsanalyse [3]

Ungesunder Ehrgeiz

Workaholics können nicht mehr aufhören zu arbeiten. Das ist gefährlich, denn Arbeitssucht kann zu Burnout und Depressionen führen. Im schlimmsten Fall kann sie sogar tödlich enden. Psychologe Jürgen Glaser erklärt, was es mit der Krankheit auf sich hat. Jürgen Glaser ist Privatdozent für Psychologie und forscht am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema Arbeit und Gesundheit. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung erläutert er die Ursachen und Folgen von Arbeitssucht. Herr Glaser, ab wann ist man nicht mehr fleißig, sondern arbeitssüchtig? Wenn man mehr arbeitet, als die Jobbeschreibung verlangt und das in einer zwanghaften, exzessiven Art und Weise. Heißt das, Workaholics können einfach nicht mehr aufhören zu arbeiten? Arbeitssüchtige sind Menschen, die nur widerwillig von der Arbeit ablassen. Sie sind Perfektionisten, Idealisten oder wollen stets besser sein als andere. Um Geld geht es meistens gar nicht, sondern um Geltung und Ansehen. Welche Konsequenzen hat das für die Betroffenen? Arbeitssucht hat negative Folgen für die Gesundheit der Betroffenen, aber auch für deren Familie und Freunde. Aus einer Arbeitssucht können Burnout oder Depressionen entstehen. Im schlimmsten Fall kann Arbeitssucht tödlich enden – etwa im Herzinfarkt.

Freunden, von der Familie und vom Partner zu beobachten. Die sogenannte Work-Life-Balance stimmt nicht mehr. In vielen Fällen zerbrechen soziale Beziehungen. Sind bestimmte Menschen besonders gefährdet, arbeitssüchtig zu werden? Es trifft vor allem besonders ehrgeizige Menschen. Ein solches Arbeitsverhalten kann übrigens nicht genetisch vererbt werden, sondern entwickelt sich in der frühen Erziehung und Sozialisation in Familie und Schule, später im Beruf. Wie kommt man von der Sucht los? Man muss vor allem an der beruflichen Situation etwas verändern, man kann im Job nicht so weitermachen wie bisher. Am besten spricht man mit seinem Vorgesetzten darüber, bittet um einen veränderten Aufgabenbereich oder reduziert seine wöchentliche Arbeitszeit. Außerdem ist therapeutische Hilfe unumgänglich. Viele Workaholics wollen ihr Problem aber nicht öffentlich machen. Sucht wird meistens geheim gehalten. Bei Arbeitssucht muss dies nicht der Fall sein, zumal Führungskräfte ein solches Verhalten eher belohnen, als es fürsorglich einzudämmen. Wer die Symptome bei sich nicht beachtet und darüber nicht spricht, hat es schwer, den Teufelskreis zu durchbrechen.

Wie hängen Arbeitssucht und Burnout zusammen? Arbeitssucht und Burnout sind nicht dasselbe, auch wenn Arbeitssucht einer der möglichen Gründe für Burnout sein kann. Burnout ist eine arbeitsbedingte Erschöpfung. Und auch das private Umfeld leidet darunter? Genau, bei Arbeitssüchtigen ist eine zunehmende Abkapselung von

Sueddeutsche.de Interview: Beate Wild

Medikamentensucht Arbeitssucht Burnout / Depression


Erfolgreich auf Droge

Die Belastung am Arbeitsplatz nimmt stetig zu. Wir helfen deshalb mit leistungssteigernden Medikamenten oder Stimmungsaufhellern im Alltag nach.

aufputschende und konzentrationssteigernde Mittel

Fluoxetin Ritalin Modafinil

Es ist kein Geheimnis mehr: Vier von zehn Beschäftigten wissen, dass sie ihrem Gehirn mit Medikamenten, die eigentlich für Demenzkranke gedacht sind, auf die Sprünge helfen können. Das besagt eine Umfrage der DAK unter 3000 Arbeitnehmern. Die Scheu vor diesen Arzneien ist gering. Zwei von zehn Befragten meinen, der Zweck heiligt die Mittel: Wenn das Medikament die Leistung verbessere, sei es mögliche Risiken und Nebenwirkungen wert. Einer von fünf Teilnehmern kennt in seinem Umfeld mindestens einen Menschen, der bedenkenlos zu dieser Form des Gehirn-Dopings greift. Auf der anderen Seite geben aber nur fünf Prozent zu, selbst schon einmal nachgeholfen zu haben. Doch selbst diese Zahl ist erschreckend: Entspricht die Aussage der Wahrheit, pushen zwei Millionen Berufstätige ihre Leistungsfähigkeit mit Medikamenten – 800 000 von ihnen sogar regelmäßig, wie eine Analyse ergab. Experten wie der Psychiater und Psychotherapeut Hubert Buschbaum führen das auf die immer weiter steigenden Anforderungen am Arbeitsplatz zurück. Aber in manchen Fällen ist das Problem selbst verursacht. » Es gibt auch den Typ, der die Erwartungen an sich – aus einem Selbstwertproblem oder auch Narzissmus heraus – so hoch setzt,

dass er sie nie erfüllen kann « , sagt Hubert Buschbaum, der in der ahg Klinik Tönisstein viele solcher Fälle kennengelernt hat, gegenüber fokus Online.

Doping auf Rezept Während sich früher mancher überarbeitete Manager Kokain über dubiose Quellen beschaffen musste, bewegen sich die Doper der Neuzeit auf vermeintlich sicherem Terrain. Bezugsquellen sind Kollegen, Freunde, Familienmitglieder – oder aber das Internet. Jede dritte Empfehlung kommt gar von Seiten eines Arztes. ‘ Viele der Abhängigen beschaffen sich ihre Mittel über Privatrezept ’, sagt Hubert Buschbaum. » Ärzte stehen speziell der Medikamentensucht oft hilflos gegenüber, denn es gibt ja auch eine wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen Arzt und Patient «. Die drohen nicht selten mit einem Arztwechsel, wenn ihr behandelnder Mediziner sie an eine Suchtberatungsstelle verweisen will. Andersherum gibt es aber auch Ärzte, die das Risiko unterschätzen. Diese Fälle sind doppelt tückisch: » Die Patienten haben oft kaum Problembewusstsein, denn ihr Arzt suggeriert ihnen ja mit den Rezepten, dass sie das Medikament brauchen«, sagt Hubert Buschbaum.

Männer wollen wacher, Frauen ruhiger werden Besonders Männer scheinen Bedarf zu sehen, im Alltag noch leistungsfähiger zu sein. Sie schlucken vor allem aufputschende und konzentrationsfördernde

Mittel. Frauen dagegen benötigen die pharmazeutischen Hilfsmittel eher, um zur Ruhe zu kommen oder depressive Verstimmungen und Ängste zu bekämpfen. Wie eklatant medizinische Notwendigkeit und Einnahmequote auseinanderklaffen, zeigte eine Analyse der Verschreibungshäufigkeit in Relation zur gesicherten Diagnose. Nur 2,7 % der dak-Versicherten, die den Demenz-Wirkstoff Piracetam auf Rezept erhalten hatten, litten an einer diagnostizierten krankhaften Vergesslichkeit.

Lifestyle-Doping im Aufwärtstrend Das gleiche Bild spiegelt die Statistik für den Wirkstoff Methylphenidat gegen adhs wieder: Ein Viertel erhielt das Medikament, das auch für sein konzentrationssteigerndes Potenzial bekannt ist, ganz ohne Zappelphilipp-Diagnose. Die Ergebnisse sind reproduzierbar: Psychostimulanzien und Antidepressiva gelangen ebenso häufig an gesunde Interessenten. Experten gehen davon aus, dass der Missbrauch von Medikamenten noch lange nicht den Gipfel erreicht hat. Hubert Buschmann sieht das nicht anders. » Es müsste im Beruf einen Ehrenkodex wie im Sport geben « , hofft er deshalb. »Es kann einfach nicht sein, dass sich Arbeitsbedingungen dahin entwickeln, dass nur noch Gedopte mit ihnen zurechtkommen. «


Bestandsanalyse [4]

Hirndoping: Öl der Leistungsgesellschaft

Grundhaltung unserer Gesellschaft

Wachheit und Aufmerksamkeit Unendliche Leistungssteigerung

Wie verbreitet ist Hirn-Doping wirklich? Die Datenlage dazu ist nicht befriedigend. Es gibt einige Studien aus den USA, die sich vor allem auf Studierende beziehen. Die Zahlen deuten darauf hin, dass es unter zehn Prozent bereits ausprobiert haben, deutlich weniger aber regelmäßig Pillen einnehmen, um ihre Leistung zu steigern. In Deutschland haben einer Umfrage der dak zufolge 5% der Arbeitnehmer schon einmal Mittel geschluckt, um ihre Leistung oder ihr Wohlbefinden zu verbessern, zwei Prozent davon dopen regelmäßig. Um welche Mittel geht es? Um Stimulanzien wie Amphetamine oder Methylphenidat, das unter

dem Handelsnamen Ritalin bekannt und eigentlich für Kinder mit einem Aufmerksamkeitsdefizit zugelassen ist. Bei gesunden Erwachsenen soll es Konzentration und Leistungsfähigkeit steigern. Eine weitere Substanz ist Modafinil, ein Wirkstoff, der bei Narkolepsie angewendet wird und für Wachheit und Aufmerksamkeit sorgen soll. Wie beurteilen Sie das Memorandum? War es an der Zeit, Gehirndoping aus der gesellschaftlichen ‘Schmuddelecke’ zu holen? Die Akademiker haben gute Arbeit geleistet, was die rechtlichen und medizinethischen Aspekte angeht. Zwei entscheidende Aspekte fehlen allerdings: Erstens wird nicht au

führlich diskutiert, was gut an einer Leistungsste gerung ist. Entsprechend wird nicht hinterfragt, ob eine unendliche Leistungssteigerung überhaupt wünschenswert ist. Hier wird nur darauf verwiesen, dass wir üblicherweise in der Gesellschaft Menschen Anerkennung zollen, die etwas dafür tun, um ihre geistige Leistungsfähigkeit zu steigern. Für eine ethische Analyse ist das zu wenig. Zweitens wird nicht debattiert, wie viel Leistung druck man uns noch aufbürden darf. Damit verspielen sie eine Chance, die uns die Diskussion über Enhancement bietet: Zu reflektieren, ob bestimmte Gegebenheiten, die sich in der Gesellschaft schleichend durchgesetzt haben, noch in Ordnung sind.


Ist die Leistungssteigerung durch Pillen also ein zunehmendes Problem? Wirklich wissenschaftlich belegt ist die Zunahme des Konsums nicht. Die Menschen werden allerdings zunehmend damit konfrontiert. Insofern steigt der Druck, diese Substanzen zu nehmen. Schadet dieses pro Gehirndoping argumentierende Memorandum eher als es hilft? Ich finde es wichtig, diese Diskussion zu führen. Aber dass man dem Gehirndoping einen akademischen Ritterschlag erteilen möchte, halte ich für falsch. Daher missfällt mir an dem Memorandum auch, dass es Doping im Sport zwar als etwas Betrügerisches ansieht, Enhancement zur geistigen Leistungssteigerung am Arbeitsplatz oder im Alltag aber als etwas ganz anderes. Die Autoren kritisieren, dass über Begrifflichkeiten wie Doping von Anfang an eine negative Grundhaltung transportiert werde. Der Begriff des Gehirndopings, gegen den sich die Autoren sperren, ist allerdings passend. Warum ist dieser passend? Zwischen Leistungssport und Leistungsgesellschaft gibt es sehr viele Analogien: zum Beispiel beim Wettkampf um einen Job, ein Stipendium oder Ähnliches. Auch hier bekommen die Besten alles. Wenn sie also besser sind als ihre Mitstreiter, gewinnen sie. Der Rest geht leer aus, auch wenn seine Leistung nur minimal schlechter ist. Generell stehen die Menschen stark unter Druck, überall mithalten zu können. Sobald dann Mittel vorhanden sind, um die eigene Leistung zu steigern, wächst auch die Bereitschaft, diese Substanzen zu nehmen. Selbst wenn diese Menschen damit ihre Gesundheit gefährden. Tun Sie das denn? Mit den heute vorhandenen Mitteln ganz sicher. Wobei in dem Memorandum eine Parallele gezogen wird zwischen dem Einsatz von Stimulanzien wie Kaffee und Schokolade und Neuro -Enhancement-Präparaten. Das ist Quatsch. Wenn diese Präparate nichts anderes machen würden als Kaffee und Schokolade, könnten wir uns die Diskussion sparen. Diese Analogie halte ich für einen gedanklichen Kurzschluss. Die Autoren weisen zwar am Anfang darauf hin, dass es extra für Gesunde entwickelte Medikamente zur Leistungssteigerung noch nicht gibt. Wenn wir aber über die bereits vorhandenen Mittel und deren Missbrauch reden, dann reicht ein Blick in den Beipackzettel um zu sehen, dass diese Mittel

schwere Nebenwirkungen haben. Für die Autoren sind die Ziele des Hirndopings ‘keineswegs dubios ’. Müssten wir uns allerdings nicht auch die Frage stellen, ob es ungerecht ist, seine Leistungen durch Pillen zu verbessern? Vielleicht bin ich einfach nur traditionell, aber ich gehe davon aus, dass es eine Grundhaltung in unserer Gesellschaft gibt, wie Leistung erbracht werden soll – und zwar über Lernen, aufgrund der eigenen Motivation und des eigenen Durchhaltevermögens. Das wird meines Erachtens durch das Pillenschlucken unterlaufen. Allerdings wird das Gleichheitsprinzip in unserer Gesellschaftauch heute schon ausgehebelt, worauf die Autoren ja auch aufmerksam machen. Manche können sich heute schon eine Privatschule leisten, Nachhilfe oder Ähnliches. Damit ist allerdings nicht die Frage vom Tisch, ob dieses Ideal der Gleichheit nicht seine Berechtigung hat. Und ob Mittel zum Gehirndoping, die nur den Wohlhabenden zur Verfügung stehen, diese Situation nicht noch verschärfen. Meiner Meinung nach ist das der Fall. Also sollten wir die Medikamente allen zugänglich machen? Das führt meines Erachtens dann zu einer anderen absurden Konsequenz. Wenn wir alle unsere Leistung mit Pillen steigern, verschwindet der Nutzen. Ist es überhaupt nötig, unser Gehirn zu optimieren? Ich glaube nicht. Wir haben genügend Potential uns natürlich zu entwickeln. Mit den pharmazeutischen Mitteln beeinflussen wir direkt das Gehirn, ohne zu wissen, was wir anrichten. Dabei könnten wir auch irreparable Veränderungen hervorrufen. Im Memorandum schreiben die Autoren blauäugig, dass man die Pillen ja auch wieder absetzen kann. Wenn es aber erst einmal soweit gekommen ist, dass das Neurotransmitter-System im Gehirn beeinflusst wurde, dann ist dies nicht so einfach. Hier spielt man mit dem Feuer. Es wird noch lange dauern, bis wir sagen können, ob ein Eingriff ins Gehirn mit diesen Mitteln genauso harmlos ist wie eine Yogaübung. Wir sollten bei der Debatte auch nicht aus den Augen verlieren, dass es eigentlich am Ende um ein gutes und gelungenes Leben geht. Dazu brauchen wir keine Medikamente – außer wir sind ernsthaft krank.


Entstehung der Leistungsgesellschaft [2]


Angeborene Kurzfristigkeit Das Auftreten des Menschen auf der Erde war der entscheidende, evolutionäre Sprung, der die Nachkommen nicht nur mit Erfahrungen genetischer sondern auch sprachlicher Natur sicherte. Dadurch wird die Evolution nochmals um Dimensionen beschleunigt. Es geht um Sekunden, Millisekunden und Nanosekunden. 2 Aus Sicht der Biologen ergeben sich die Probleme der heutigen Leistungsgesellschaft daraus, »dass der Mensch von seiner genetischen Ausstattung her für die von ihm selbst verursachte Geschwindigkeit nicht vorbereitet ist. Im Inneren die Gene der urzeitlichen Ahnen, in der Hand die Atombombe.« 3 So wird das Bild der heutigen Gesellschaft von Biologen und Verhaltensforschern charakterisiert. Darwin‘sche Evolutionstheorie besagt, dass Schnelligkeit im Wettbewerb um knappe Ressourcen eine wichtige Rolle spielt, nur der Schnellste überlebt. Dieses Verhalten hat sich zu seiner Zeit zwar bewährt, doch heute verursacht dieses Kurzzeitdenken eine enorme Erblast. Überalterung der Bevölkerung, Überproduktion von Lebensmitteln, Herzerkrankungen, Burnout, usw. 4


Bestandsanalyse [5]

Schlankheit wird assoziiert mit Gl端ck, Erfolg, Liebe und Gesundheit

unrealistischen Versprechungen aus der Werbung

Schlankheitsdruck


Schlank sein als Leistungs indikator

Kalorienzählen, auf Fettes und Süßes verzichten, regelmäßig trainieren und den Körper in Form bringen, so heißen die Zauberformeln zur Manipulation der eigenen Figur. Doch der Weg zum Optimalkörper, gepflastert mit unrealistischen Versprechungen aus der Werbung, ist dornig und oft erfolglos. Warum wollen Frauen und mittlerweile auch immer mehr Männer so aussehen, wie es dem allgemein anerkannten Schönheits- und Schlankheitsideal entspricht?

Schönheitsideale – gestern und heute Worte erfahren im Laufe der Zeit häufig einen Bedeutungswandel. Das Wort ‘Diät’, das eigentlich gesunde Lebensführung bedeutet, wird heute fälschlicherweise mit ‘Hungern’ gleichgesetzt. Auch Schönheitsideale unterliegen einem Wandel: In der Antike z. B. wurde Dicksein von den Spartanern verachtet und bestraft. Während des Mittelalters gab es widersprüchliche Einstellungen zur Körperfülle. Einerseits wurde Gefräßigkeit genau wie Stolz und Lust als eine Sünde angesehen, andererseits galt jemand, der reichlich zu essen hatte, als ‘von Gott begnadet’. Im 17. Jahrhundert herrschte eine positive Einstellung zu üppigeren Körperformen, was Rubens in seinen Gemälden ausdrückte. In vielen Kulturen wurde die Fettleibigkeit der Frau mit Fruchtbarkeit und Schönheit, beim Mann mit Reichtum, Macht und Prestige in Verbindung gebracht. Wie sieht nun die Einstellung zum Dick- und Dünnsein in unserer heutigen westlichen Kultur aus? Noch in den 50er Jahren waren

Marilyn Monroe und Jane Mansfield mit ihren eher runden Formen begehrte Schönheiten. Dann kam eine Wende, und ein ‘neues’ modisches Schönheitsideal wurde diktiert, das zu dieser Zeit auch von der medizinischen Fachwelt unterstützt wurde: Die Mediziner definierten anhand verschiedener Kriterien das ‘ideale’, gesunde und das zu hohe, risikobehaftete Gewicht anhand von Daten einer amerikanischen Lebensversicherung, die die Lebenserwartung ihrer Klienten bei unterschiedlichem Gewicht erfaßt hatte. Gleichzeitig propagierten die Medien immer dünnere Stars und Models. In den 70er Jahren verkörperte beispielsweise die superdünne Kindfrau Twiggy das weibliche Schönheitsideal. Doch neuere Daten einer repräsentativen Erhebung zeigen, dass heute die ‘Twiggy-Figur’ nur noch von wenigen Frauen und Männern als attraktivste Figur eingeschätzt wird. Die Frauenfigur, der zur Zeit die größte Attraktivität zugesprochen wird, ist die schlanke, jugendlichsportlich wirkende Frau mit schmalem Becken und relativ breiten Schultern. Dieser Figurtyp wird auch von der Frauenmode durch die mit Schulterpolstern verstärkte Y-Form vieler Kleidungsstücke unterstützt, die eine eher androgyne, das heißt männliche Ausstrahlung hat.

Dicksein ist nicht angesagt Unverändert blieb in den letzten Jahren dagegen die Einstellung zur adipösen, sprich übergewichtigen Frauenfigur. Sie wird von den meisten Männern und Frauen als ‘am unattraktivsten’ eingestuft, direkt

gefolgt von der Ablehnung der molligen bis runden Frauenfiguren. Bei Männern finden beide Geschlechter die mäßig muskulöse, sportliche sowie die extrem muskulöse ‘Body Builder’-Figur besonders attraktiv. Dieser präferierte Figur-Typ beschreibt einen V-förmigen Körper: breite Schultern, eine schlanke Hüfte und kräftige Beine. Die Männerfigur mit den meisten Fettpolstern wird von beiden Geschlechtern – genau wie die entsprechende Frauenfigur – als "am unattraktivsten" bewertet. Frauen sowie auch in unerwartet hohem Maße Männer wünschen sich also für das eigene und auch jeweils für das andere Geschlecht ein Gewicht, das einer extrem schlanken Figur entspricht. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Schlanksein in unserer westlichen Kultur einen enorm hohen Stellenwert einnimmt.

Das ‘unechte’ Übergewicht und seine Folgen Das echte Übergewicht wird durch den Body-Maß-Index, die Körperfettverteilung und andere Fatoren definiert. Es geht mit Risik-faktoren wie z.B. einem Herzinfarkt einher und bedarf einer medizinischen Kontrolle. Mit ‘unechten’ Übergewichtigen sind die Personen gemeint, die normaloder sogar untergewichtig sind, und sich aufgrund des Schönheitsideals dennoch für zu dick halten und Schlankheitskuren durchführen. Jedes Gramm zuviel ist verpönt. Angestrebt wird oft ein Gewicht, das noch unter dem Idealgewicht liegt, obwohl es sich dabei bereits um einen Zustand der Unterernährung

handelt. Hinter dem Bestreben, ein möglichst niedriges Gewicht zu erreichen, steht selten ein gesundheitliches Motiv, um beispielsweise Risikofaktoren zu minimieren. Auch stellt es keineswegs die Erfüllung einer medizinischen Notwendigkeit dar. Aus Sicht der Mediziner galt lange Zeit das nach der BrocaFormel ermittelbare Idealgewicht als gesundheitlich erstrebenswert, bei dem vom Normalgewicht (Körpergröße in cm minus 100) bei Frauen noch einmal 15, bei den Männern 10 Prozent abgezogen werden. Nach den inzwischen allgemein akzeptierten medizinischen Richtlinien sind jedoch sogar die Personen gesundheitlich nicht gefährdet, die bis zu 20 % über dem Broca-Normalgewicht liegen.

Bereits Kinder denken an Diät Schon früh im Leben lernen wir, dass Übergewicht etwas ist, dessen man sich schämen muß. Deshalb fürchten Normalgewichtige nichts mehr, als dick zu werden. Bereits Kinder wachsen mit diesem Druck auf. Während sich in den frühen 70er Jahren nur 6 % der Jugendlichen Gedanken über ihr Körpergewicht machten, zeigt eine neuere Studie, dass mittlerweile bereits 31 Prozent der Mädchen und Jungen mit ihrem Gewicht unzufrieden sind. Die Daten einer anderen repräsentativen Befragung weisen darauf hin, dass besonders jüngere Personen recht extreme Attraktivitätsvorstellungen haben. Diese Überbewertung der ‘Superschlankheit’ ist insofern bedenklich, da gerade junge Leute eine Risikogruppe für die


Bestandsanalyse [6]

Entwicklung von Essstörungen darstellen. Bei dieser Erkrankung kommt der Mutter häufig eine bedeutende Rolle zu. Oftmals haben Mütter von essgestörten Mädchen selbst eine langjährige Diätgeschichte hinter sich. Weiterhin wurde festgestellt, dass Frauen, die sich große Gedanken um ihr Gewicht machen, ihr Baby unregelmäßig füttern. Manchmal zwangen die gewichtsbewußten Mütter ihrem Baby das Essen geradezu auf, manchmal gaben sie ihnen zu wenig.

Wer sind die Macher des Schlankheitswahnes? Zwar war das Aussehen immer schon wichtig, und Schönheitsideale hat es zu allen Zeiten gegeben. Doch die heutige Situation nimmt Ausmaße an, die aus sozialer, moralischer und medizinischer Sicht bedenklich sind. Einen großen Einfluß haben dabei die Medien. Besonders die zunehmende Verbreitung der Massenmedien, wie z. B. das sich ständig ausweitende Angebot an Publikumszeitschriften und Fernsehkanälen, dürfte dazu beigetragen haben, das Schlankheitsideal im Sinne einer gesellschaftlichen Normvorgabe fest in unseren Köpfen zu verankern. Ein Blick in diverse Zeitschriften zeigt dies deutlich: Die Mode wird präsentiert von superschlanken Models, für jeden Typ werden Diätkuren und Tips für gezieltes Körpertraining angepriesen sowie Versprechungen gemacht, wie das Wunschgewicht schnell und dauerhaft zu erzielen ist. Auch die Werbung bietet alle möglichen Mittel für das Erreichen der Idealfigur an. Alles zielt darauf ab, den LesernInnen und ZuschauernInnen permanent vor Augen zu führen, dass schön, schlank, durchtrainiert und gepflegt zu sein, erstrebenswerte Ideale sind. Diese durch Medien gesetztenMaßstäbe werden von vielen Firmen und Institutionen unterstützt: Kaloriendefinierte Drinks und Menüs sowie Appetitzügler oder Abführmittel sind im Handel in einem breiten Angebot erhältlich, zahlreiche Kliniken bieten das Fettabsaugen oder das Modellieren der Figur an, aber auch die Krankenkassen fördern diesen Trend, indem sie ihre Versicherten über Kurse oder Mitgliedszeitschriften zu einer ‘guten Figur’ und ‘Schlanksein’ motivieren. Diese breite Front, die das Thema Schlankheit darbietet, übt einen groben Druck auf die Selbstwahrnehmung eines jeden einzelnen in unserer Gesellschaft aus. Frauen, Männer sowie Kinder und Jugendliche werden mit den überall präsenten Bildern attraktiver Personen konfrontiert. Oft macht ein Vergleich mit der eigenen Figur unzufrieden, was dazu führt, dass

die Selbsteinschätzung und das Selbstwertgefühl deutlich geringer werden. Inbesondere für Frauen scheint das Selbstwertgefühl überwiegend durch die Bewertung ihres Körpers bestimmt zu sein. Jedoch ist gerade die Wertschätzung und Akzeptanz des eigenen Körpers wichtig für ein positives Selbstbild. Dagegen wird die Selbsteinschätzung von Männern eher von der Beurteilung ihres Charakters und ihrer Intelligenz bestimmt. Aber auch bei ihnen wächst der gesellschaftliche Druck, seit die Werbung den männlichen Körper entdeckt hat.

Mehr Erfolg mit schlankem Körper? Schlankheit wird assoziiert mit Glück, Erfolg, Liebe und Gesundheit. Das vom ästhetischen Ideal der Gesellschaft abweichende Aussehen wird kritisiert, häufig sogar verachtet. Übergewichtige Menschen leben z. B. mit dem Risiko, ihren Job eher zu verlieren, haben geringere Chancen bei Bewerbungen, sind als Freund oder Freundin unbeliebter und müssen sich mit vielen an sich menschenunwürdigen Vorurteilen auseinandersetzen. Jedoch läßt zumindest eine repräsentative Untersuchung, die die Imageveränderung von Dicken und Dünnen erfragte, einen Hoffnungsschimmer erkennen Im Laufe der 70er Jahre wurde das Dünnsein immer positiver angesehen, während sich das Image der Übergewichtigen derartig verschlechterte, da es fast einer sozialen Diskriminierung glich. 60 Prozent der Befragten bevorzugten die sehr schlanke Figur. Eine Wiederholung der Image-Untersuchung im Jahre 1989 zeigte dagegen, dass inzwischen weder sehr dünn noch sehr dick, sondern ein normales Körpergewicht in der Bevölkerung bevorzugt wurde. Den sehr schlanken Typ präferierten nur noch 31%. Dennoch besteht nach wie vor bei vielen fast eine Besessenheit, um jeden Preis schlank zu sein. Die äußere Erscheinung, das gute Aussehen und Fitness sind heutzutage das Maß für den eigenen sozialen Wert geworden. Der Körper wird letztlich zum wesentlichen Kern der eigenen Identität erhoben. Das Interesse an dem wirklichen Ich verliert immer mehr an Bedeutung.

Schönheitsideal: ‘Kollektives Diätverhalten’ Dieser Schlankheitsdruck führt zu einem Essverhalten, das aufgrund der hohen Anzahl an Betroffenen mitterweile als ‘kollektives Diätverhalten’ bezeichnet wird. Der Wunsch, das eigene Gewicht zu reduzieren, bewirkt, dass ständig Diät gehalten wird bzw. ein schlechtes Gewissen besteht, sobald nicht nach Diätplan gegessen wird. Werden jahrelang immer wieder

Abnehmkuren durchgeführt, kommt es zu einem gestörten Sättigungsgefühl, zu Befindlichkeitsstörungen, reduziertem Grundumsatz, stagnierenden Gewichtsabnahmen und einer überproportionalen Zunahme des Fettgewebes, wenn das Startgewicht – wie sehr häufig der Fall – wieder erlangt wird. Das gezügelte Essen wird auch für die Entstehung von verschiedenen Essproblemen verantwortlich gemacht, wie z. B. Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimia nervosa (Ess-Brechsucht). Neben den Störungen im Essverhalten ergeben sich auch Veränderungen im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich: Konzentrationsstörungen, verminderte Wahrnehmungsfähigkeit, sozialer Rückzug, Verlust sexuellen Interesses, Stimmungsschwankungen und Depressionen sind Folgen, die bei egestörten Menschen auftreten können. Vor diesem Hintergrund stellt das soziokulturell vorgegebene Schönheitsideal einen bedeutenden Risikofaktor für die Gesundheit dar.

Die Quotenregelung der Attraktivität Besonders betroffen von Idealvorstellungen sind immer noch Frauen, obwohl auch Männer sich mittlerweile immer mehr an schlanken Vorbildern orientieren. Die Unzufriedenheit mit dem Körpergewicht nimmt daher auch bei ihnen zu, und die Anzahl der männlichen Essgestörten steigt kontinuierlich an. Beide Geschlechter leiden unter der Diskrepanz zwischen ihrem tatsächlichen Äußeren und dem, was sie als attraktiv empfinden. Nach den Daten einer repräsentativen Studie gaben rund 36 % der Frauen an, dass sie ihre Figur gerne verändern möchten, 40 % sind mit ihrem Gewicht unzufrieden. Nur 55 % der Frauen und 65 % der Männer finden ihr Gewicht richtig. Unter den Frauen stufen sich 38 %, unter den noch selbstbewußteren Männern 26 als zu dick ein.

Die Gesellschaft wandelt sich Sicherlich hat auch der Wandel der Geschlechterrollen das Verhältnis der Männer sowie der Frauen zum eigenen Körper verändert. Dass die Bedeutung des Schönheitsideals für Fauen in dem Maße zugenommen hat, in dem sie immer mehr in erfolgreiche Männerdomänen eindringen, ist eine Ironie des Schicksals. Ist die Anpassung an das Schönheitsideal ein geeignetes Instrument für die Frauen, um ihren Erfolg in der Männerwelt zu gewährleisten? Ist die schlanke, eher männlich wirkende Figur ein Mittel, sich in der männerdominierten (Berufs-)Welt besser durchzusetzen? Aber auch für den Mann bringt der Wandel in der klassischen Rollenverteilung einige Veränderungen mit sich. Da Frauen

ihr Leben zunehmend selbst in die Hand nehmen, sind sie unabhängiger und gehen immer seltener Bindungen ein, nur um sich versorgt zu wissen. Die Männer mussten daher noch nie auf so viel weibliche Zurückweisung gefaßt sein wie heute. Neben vielen anderen Aspekten hat dies dazu geführt, dass auch Männer ihre körperliche Attraktivität mittlerweile immer wichtiger nehmen. Zeitgleich erobern auch die Modeschöpfer erfolgreich den männlichen Markt und Werbebilder, die die gewünschte Attraktivität der Männer darstellen, kratzen nun auch an der Selbsteinschätzung der Männer. Die Zeiten, in denen Übergewicht bei Männern, assoziiert mit Macht und Autorität, eher akzeptiert wurde als bei Frauen, sind vorbei. Doch mögen sich die Geschlechterrollen kulturell noch so sehr gewandelt haben, Frauen werden nach wie vor hauptsächlich nach ihrer Erscheinung beurteilt. Wird in den Medien über eine Persönlichkeit weiblichen Geschlechts berichtet, so wird zumeist auch angeführt, wie sie aussah oder welche Kleidung sie trug. Obwohl das männliche Körperbewußtsein gestiegen ist, werden ihre Leistungen keineswegs in dem Maße wie bei Frauen mit ihrem Körper gleichgesetzt.

Schönheitsideal: Dem Schlankheitsterror ein Ende setzen Unsere Schlankheitsvorstellungen sind – trotz aller Bemühungen – mit unserem tatsächlichen Aussehen nicht in Einklang zu bringen. Wir sind eben keine beliebig form- und auswechselbaren ‘Modellpuppen’. Wir sollten erkennen, dass unsere Figur mit ihren individuellen Proportionen nicht über das Erreichen eines bestimmten Körpergewichts zu manipulieren ist. Ein niedriges Körpergewicht garantiert nicht automatisch die Traumfigur. Es wäre schön, wenn die ansonsten so kritische Gesellschaft auch das Schlankheitsdiktat hinterfragen würde und die Menschen nicht nur nach ihren (schlanken) Körperformen beurteilt. Gibt es statt des Strebens nach Schlankheit nicht effektivere Wege für ein gesundes Selbstbewußtsein? Denn ob dick oder dünn, Frau oder Mann: Jeder ist auf seine Weise schön und hat weit mehr vorzuweisen als nur ein äußeres Erscheinungsbild.


Entstehung der Leistungsgesellschaft [3]


Ersatz für Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod Die Frage nach den Wurzeln der ‘gehetzten Gesellschaft’ aus Sicht der Geisteswissenschaft erklärt sich nicht von allein, da die Auffassung von Zeit nicht einheitlich ist. Ausgangspunkt ist hierbei in der Regel die Zeitauffassung traditioneller Gesellschaften. In ihnen galt die Zeit des Menschen als etwas, das zutiefst in der Naturzeit eingebettet und zyklisch strukturiert ist. Neben den natürlichen Kreisläufen gab es kulturell festgelegte Zyklen, die vor allem durch religiöse Inhalte definiert werden. Dieser zyklische Charakter führt aus dem Glauben an ein Leben nach dem Tod. Am deutlichsten wird dies in der Wiedergeburtslehre asiatischer Kulturen, aber auch unser Zeitbewusstsein leitet sich von der kirchlichen Auffassung der Entstehungsgeschichte ab. Ins Wanken geriet unser traditionelles Zeitbewusstsein in Europa durch den Autoritätsverlust von Religion und Kirche, welcher durch innerkirchliche Streitereien und natürlich durch die Blamage kirchlicher Weltanschauungen angesichts geographischer und wissenschaftlicher Entdeckungen hervorgerufen wurde. Ja,… die Erde ist nicht in sieben Tagen entstanden und ein ‘Ende der Welt’ gibt es nicht. Ein weiterer Punkt: die Pest ging nicht durch einen zornigen Gott hervor, sondern war Indiz dafür, dass das beglaubigte Jenseits im Diesseits sei. 5 Die Beschleunigung ist zum säkularen Ersatz für die Hoffnung auf ein ewiges Leben geworden. Klar, wir müssen eines Tages sterben, doch bevor es so weit ist, wollen wir so viel wie möglich ausschöpfen und gelebt haben. ‘Wir hoffen sozusagen auf ein ‘ewiges Leben vor dem Tod’5, das zwar nicht zeitlich unendlich ist, aber eine unendliche Vielzahl von Erlebnissen verspricht, wenn wir nur schnell genug werden. » Wir genießen es, schnell, flexibel, dynamisch zu sein, weil das mit unseren Konzeption von Glück und Freiheit verbunden ist. « 7


Bestandsanalyse [7]


Konsumsucht und Überfluss

Überflusskrankheit konzentriertes Streben nach mehr und immer mehr

Die westlichen Industriegesellschaften leiden an der ‘Affluenza’, an einer Überflusskrankheit. »Eine schmerzhafte, ansteckende, über soziale Beziehungen weitergegebene Krankheit, deren Symptome in einem Überangebot an Konsumgütern, Schulden, Angstzuständen und einer Unmenge Abfall bestehen. Diese Symptome resultieren aus dem konzentrierten Streben nach mehr und immer mehr« Das hat Folgen auf unseren Umgang mit Zeit. Sie wird uns laufend durch die permanente Beeinflussung der Dinge um uns herum gestohlen. »Wir müssen die Dinge aussuchen und kaufen, nutzen, reparieren, entsorgen – und im Vorfeld müssen die meisten von uns erst für die nötige Kaufkraft sorgen – durch Aufwendung und Arbeitszeit.« 1 Freizeitindustrie, Kulturindustrie und Werbeindustrie produzieren und verbreiten den Stoff, aus dem die Konsumgesellschaft gemacht ist. Dort wird mit großem Aufwand und Logistik an der Vermarktung und damit Enteignung unserer Lebenszeit gearbeitet. Besonders erfolgreich sind dabei all jene, die sich um die Ausbreitung des Medienkonsums bemühen. Dies ist eine nicht gerade einfache Lebensaufgabe, da bereits »über 30 Kabel-TV-Kanäle , 300 Satellitenprogramme, zig Millionen Internetadressen mit Milliarden Internetseiten in so gut wie jedem Haushalt zur Verfügung stehen. Begrenzt wird die weitere Ausdehnung der kostengünstigen Mediennutzung weniger durch das Einkommen der Konsumenten als durch ihre Zeit.2


Entstehung der Leistungsgesellschaft [4]


Maßlosigkeit von Geld und Kapital Die Geschichte lehrt uns, dass der Umgang mit uns selbst und unsergleichen auf wirtschaftlichen Ordnungsprinzipien funktioniert, die aus unser Hand entstanden ist, das Kapital - Geld. Es galt unser Leben zu erleichtern, jedoch entwickelte es eine Eigendynamik, die nun mit aller Macht gegen uns zurückschlägt. Schon Aristoteles machte in den Frühformen dieser Wirtschaftsweise auf die fundamentalen Unterschiede in der Verwendung des Geldes aufmerksam: Solange Geld als Mittel verwendet wird, um Gebrauchswerte einzutauschen, sei Geld nicht nur harmlos sondern auch hilfreich, weil es den Tausch erleichtere. »Wenn Geld hingegen zum Selbstzweck werde, wenn Geld jedoch ausgegeben wird um mehr Geld einzunehmen, z.B. in Form von Zinsen oder Dividenden, dann verändere sich dabei sein Charakter. Denn solange der Zweck des Tauschhandels der Gebrauchswert sei, führe jeder Tausch zu einem natürlichen Ende - der Versorgung des Menschen mit dem, was er zur Bedürfnisbefriedigung brauche. Wenn man genug zum Leben hat, seien weitere Tauschaktionen sinnlos, es sei denn, der Betreffende sei kontinuierlich unzufrieden und gierig auf mehr. Werde hingegen das Geld zum Zweck des Tausches gegen mehr Geld ausgegeben, so würden Unzufriedenheit und Gier zum Prinzip erhoben. Während Gebrauchswerte ihr Maß in sich selbst hätten, sei der Tauschwert ‘Geld’ im Prinzip maßlos – es ist grenzenlos.8 Resultat des moralphilosophischen Ansatzes von Aristoteles: ‘Geld macht Menschen maßlos und unglücklich’. Die Geldwirtschaft führe dazu, dass auf Dauer jede Gemeinschaft langfristig in Schuldner und Gläubiger auseinander falle und letztendlich sich selbst zerstöre. Der grundlegende Zweck des Wirtschaftens war die Befriedigung von Bedürfnissen. Erst seit wenigen Generationen wird nicht die Erhaltung des Gegebenen angestrebt, sondern die Optimierung, Verbesserung des Alten – die Veränderung. Dahinter steht als Triebkraft das grundlegende Interesse an der Vermehrung von Kapital.9 Darüber hinaus trägt ein weiterer Faktor zur Beschleunigung unseres Wirtschaftens bei – der Wettbewerb. Je mehr ich besitze desto kreditwürdiger und desto billiger komme ich an Geld. Habe ich jedoch weniger, bekomme ich auch weniger und kann zwangsläufig nicht mithalten. Mit anderen Worten: Der Kapitalismus wird durch die ständige Rückkoppelung von Gewinn und Investition angetrieben. Je größer mein Unternehmen im Vergleich zur Konkurrenz ist, desto geringere Kosten habe ich, desto mehr kann ich für Marketing, Forschung und Entwicklung aufwenden und desto besser kann ich am Markt bestehen bleiben. Die Vergrößerung des Betriebs zum Zwecke der Beschleunigung der Geldvermehrung wird zum Gebot der Stunde. 10 Um Kapital zu vermehren bzw. einen Betrieb zu expandieren, gibt es, so Marx, genau zwei Möglichkeiten: Man lässt die Arbeiter mehr Stunden oder aber intensiver innerhalb der gleichen Zeit (effizienter ) – arbeiten. Dahinter steht die Grundüberlegung, dass Arbeit die fundamentale Quelle von Wert sei und dieser in Form von Zeiteinheiten – der Arbeitsstunde gemessen werde.

Die Zinseszinsschraube Dieser Größenwahn der Vermehrung von Geld unterliegt unserer Wirtschaftsordnung. Die Zinsen des Kapitals führen zu einem knallharten Wettbewerb des Geldes, weil jeder der Zinsen einnehmen will, dies nur tun kann, wenn jemand anderer Zinsen zahlen muss. Im diesem Wettkampf ums Geld überleben nur die Starken, die Schwachen bleiben auf der Strecke. Darüber hinaus führen Zinsen zu einem unbegrenzten Wachstum, weil jeder, der Zinsen für einen Kredit begleichen muss, zu mehr Arbeit gezwungen ist. Je mehr Zinsen in einer Volkswirtschaft bezahlt und kassiert werden, desto höher muss ihr Produktionsniveau steigen und menschliche Arbeit und Ressourcen verbrauchen. 11


Bestandsanalyse [8]

Internet-Benutzer verbringen die meiste Zeit auf Facebook

Die Nielsen Studie State of the Media (Social Media Report Q3 2011), welche am 11. September 2011 publiziert wurde, zeigt einmal mehr, dass die Popularität von Social Media weiter zunimmt. Soziale Netzwerke und Blogs erreichen beinahe 80 % der aktiven InternetUser in den USA. Die in Social Media verbrachte Zeit nimmt zudem ständig zu. Für Unternehmen steigt dadurch die Relevanz von Social Media beträchtlich. Gerade vor einer Kaufentscheidung informieren sich immer mehr Konsumenten in Blogs und Social Networks zu Produkten und Dienstleistungen. Der Social Media Report Q3 2011 hat sich zum Ziel gesetzt aufzuzeigen, wie Inhalte von unterschiedlichen Kundensegmenten genutzt und geteilt werden. Zu diesem Zweck wurden während dem Monat Mai 2011 der amerikanische sowie neun weitere Hauptmärkte weltweit untersucht.

Social Networks und Blogs führen das Rennen an In den USA wird am meisten Zeit mit Social Networks und Blogs verbracht. Beinahe ein Viertel der im Internet verbrachten Zeit können auf diese beiden Online-Aktivitäten zurückgeführt werden. Neben Social Networks und Blogs wird ebenfalls sehr viel Zeit mit Online Games verbracht (9,8%). Die klassische E-Mail schafft es mit 7,6% gerade mal auf Platz 3.

Auf Facebook wird mit Abstand am meisten Zeit verbracht Heute besuchen bereits vier von fünf aktiven Internet-Usern Social Networks und Blogs. Die Amerikaner verbringen die meiste Zeit auf Facebook, gefolgt von Blogger Tumblr, Twitter und LinkedIn, wie in der untenstehenden Grafik gesehen werden kann.

Grenzenloser Zugriff: Immer mehr Internet-User sind mobil Beinahe 40 % der Social Media User greifen mittlerweile per Mobiltelefon auf Social Media zu. Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass Smartphone-Apps, welche den Zugang auf Social Networks ermöglichen, nach Games (67%) und Wetter-Apps (65%), mit 60% die am drittmeisten benutzten MobileApplikationen in den USA darstellen. Über alle mobilen Betriebssysteme hinweg ist die Facebook App die populärste aller Social Networking Apps. Bei der Altersgruppe 55+ konnte, verglichen mit dem Vorjahr, im Bereich des mobilen Internets eine Verdopplung der Zugriffe auf Social Networks festgestellt werden. Im vergangenen Jahr nahmen die Zugriffe auf das mobile Internet ( per Browser auf dem Mobiltelefon surfen) um 47% zu. Ebenfalls nahm in der selben Periode der Zugriff auf soziale Netzwerke per Mobile Internet um 62% zu. Der ansteigende Internet-Zugriff per Mobiltelefon hat neben der weiteren SmartphonePenetration auch damit zu tun, dass immer Mehr Website-Betreiber ihre Online-Präsenzen für mobile Endgeräte optimieren.

Social Networks und Blogs dominieren die Welt! Social Networks und Blogs erreichen über alle zehn untersuchten Hauptmärkte hinweg drei Viertel der aktiven Internet-User. Es handelt sich also um ein globales Phänomen. Die Untersuchung zeigt, dass es immer noch länderspezifische Unterschiede bezüglich Social Networks und Blogs gibt. So ist etwa in Brasilien das soziale Netzwerk Orkut von Google, mit 11% mehr Besuchern als bei Facebook, immer noch die Nummer 1. In Frankreich besuchten im Untersuchungszeitraum beinahe

25% den Blogging-Dienst Overblog von dem man bei uns in der Schweiz noch nicht sehr viel gehört hat. In Spanien ist das Social Network Tuenti, welches nur auf Einladung zugänglich ist (fragwürdig wie ‘social’ das ist), sehr populär. In Japan ist der fc2 Blog, welcher von mehr als 50% der japanischen Internet-User besucht wurde, das top Social Network. In der Schweiz scheint es keine Überraschungen bezüglich unseren Social Media Präferenzen zu geben. Social Networks und Blogs werden von 60% der aktiven Internet-User besucht. In Deutschland sieht es ähnlich aus: 12,7 Milliarden Minuten wurden im Mai 2011 auf Social Networks und Blogs verbracht. Facebook ist zwar das grösste soziale Netzwerk der Welt, aber wie die Untersuchung von Nielsen zeigte, nicht in jedem Land das populärste. Für Unternehmen ist es wichtig zu wissen, dass je nach Region unterschiedliche Netzwerke und Blogging-Dienste bevorzugt werden. Kommunikationstreibende welche immer noch der Meinung sind, das Social Media für sie nicht relevant sei, sollten langsam anfange umzudenken – ansonsten könnte der Zug für sie bald abgefahren sein. Es ist denkbar, dass mit der zunehmenden Smartphone-Penetration immer mehr User immer mehr Inhalte in Social Networks einstellen,die für Informationssuchende in der Vorkaufsphase von großer Bedeutung sind. Wer dachte, das Blogs alter Schnee von gestern ist, hat sich, wei die Nielsen Studie zeigt, getäuscht. Facebook ist unbestritten das gegenwärtig relevanteste Social Network, doch man darf nicht vergessen, dass es neben Facebook noch eine Fülle weiterer Social Media gibt, die man, je nach Vorhaben, ebenfalls eisnetzen sollte.


TOP 5. Web Brands

TOP 5. U.S. Social Networks and Blogs

by total minutes (in Billions), Privat und Arbeit (Mai 2◊11) Quelle: Nielsen 2◊12

total minutes (◊◊◊s), Privat und Arbeit (Mai 2◊11) Quelle: Nielsen 2◊12

53,5 Facebook

17,2 Yahoo!

12,5 Google

Facebook

Blogger

9,5 MSN

Tumblr

Twitter

9,1 You Tube

Linkedin

53.457.258 723.793 623.525 565.156 325.679


Grundhaltung unserer Gesellschaft ZEIT = GELD

Unendliche Leistungssteigerung Abh채ngigkeit von Technologien unrealistischen Versprechungen aus der Werbung

Dauernd online = lebensnotwenig

Schlankheit wird assoziiert mit Gl체ck, Erfolg, Liebe und Gesundheit

Schlankheitsdruck

Facebook Social Networks und Blogs Mobiltelefon

Isolation

Arbeitssucht

Wachheit und Aufmerksamkeit

aufputschende und konzentrationssteigernde Mittel


Zeitdiebe

Überflusskrankheit konzentriertes Streben nach mehr und immer mehr

SELBSTERKENNTNIS Sinkende Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit

Die Zeitdiebe sind die indirekten und direkten Einwirkungen auf das Individuum und Antriebsmotor für das Eil-Syndrom. Ob wir Betroffene oder Akteure dieser Beschleunigungsfalle sind ist zu untersuchen. Ein erster Schritt ist, selbst zu erkennen, welche Rolle wir in diesem Karussell des Tempowahns einnehmen.

Burnout / Depression Ess-Störung Sinkender Selbstwert


Der Kapitalmarkt diktiert das Tempo aller anderen Märkte. »Nicht der Konsument gibt den Ton an, sondern das Kapital macht die Musik, indem es den Takt für den Rest des Wirtschaftsgeschehens schlägt.« 1 Eine Erklärung für diesen Tempovorteil des Kapitals sind die Mobilitäts- und Geschwindigkeitsunterschiede der jeweils einzelnen Märkte, welche eine Art »Zeithierarchie der Märkte« 2 begründen. Ausgehend von Handelsbereichen des Marktes lassen sich grob vier Arten von Märkten darstellen: 1. Märkte für Ressourcen, die gratis von der Natur bereitgestellt werden; 2. Märkte für Arbeitskräfte; 3. Märkte für Produkte, durch den Einsatz von Arbeit (maschinell oder personell) verarbeitete Güter, die entweder dem Konsum oder der weiteren Produktion dienen; 4. Märkte für Geld, welche dem Zweck der Geldvermehrung dienen und deshalb gemeinhin unter dem Begriff Kapital zusammengefasst werden. Ressourcenmärkte sind in dieser Hinsicht die langsamsten, weil die meisten Ressourcen örtlich verwachsen sind und auf Veränderungen der Nachfrage nicht ‘flüssig ’ gemacht werden können. Beispiele sind Bodenschätze im Erdinneren, Öl oder klimaabhängige Planzen. Arbeitsmärkte sind schon etwas tempogeladener, weil Menschen auf Nachfrageänderungen durchaus räumlich flexibler sind. Dennoch ergeben sich hier Barrieren der Sprache, Kultur, Familie und Ausbildung, etc. wodurch ihre Mobilität stark begrenzt ist.3

Geschwindigkeit / h

ZEIT HIERARCHIE DER MÄRKTE


Kapitalmarkt

Produktmarkt

Markt-Zeit-Gleichgewicht

Arbeitsmarkt

Zeit

Ressourcenmarkt


Die Kapital- und Finanzströme umkreisen den Erdball auf der Datenautobahn – und die Menschen hetzen hinterher. So schnelle Füße wie das Kapital hat kein Mensch. Mal nimmt das Kapital da Platz, mal dort; und die Menschen hopsen im Gefolge des Kapitals atemlos von Job zu Job: ‘globale Mobilmachung’.

Gütermärkte sind schon wesentlich schneller, weil Mithilfe moderner Technologien Güter in relativ kurzer Zeit von A nach B transportiert werden können und es heutzutage relativ leicht ist, Werbung und Vertrieb auf den jeweiligen Ort einzustimmen. Der Kapitalmarkt aber ist mit Abstand der Schnellste. Es braucht nur einen Bruchteil einer Sekunde, um gigantische Summen um den Globus zu transportieren. Die unterschiedlichen Reaktionszeiten sind abhängig von der Wiederproduktion an einem gegebenen Ort von Gütern. Ressourcen sind grundsätzlich sehr langsam in der Nutzung. Selbst reproduzierbare Ressourcen wie Tiere und Planzen reagieren oft nur sehr langsam auf Veränderungen. Die Reaktionsgeschwindigkeit der Arbeitskräfte ist wiederum abhängig vom Erwerb ihrer Qualifikationen. Güter können in der Regel ziemlich schnell nachproduziert werden, wenn technische Voraussetzungen dafür gegeben sind. »Geld bzw. Kapital kann im Gegensatz dazu innerhalb von Sekunden vermehrt werden, allein durch einen Willensentschluss« 4, z.B. beim Staat als Ausgabe neuer Geldscheine, bei Banken als Ausgabe von Krediten, bei Privaten als Kauf- bzw. Zahlungsversprechen. Je schneller das Kapital wächst, desto flexibler und effizienter müssen die anderen Märkte reagieren. Je kürzer etwas in einer bestimmten Zeit bewältigt werden kann, desto mehr Kapital kann generiert werden. Die anderen Märkte werden förmlich überrollt und an den Rand gedrängt. » Nicht nur, dass eine Geldtransaktion schneller geht als der Bau eines Hauses, sondern dass die Bereitstellung des Geldes allein von der Geschwindigkeit seines Rückflusses mit Zins und Zinseszins abhängt « 5 ist verherend. Der Mensch ist somit gezwungen alle Hindernisse, die der Geldvermehrung entgegenstehen, zu beseitigen. Dieses Niederschmettern von Hindernissen begründet seine Existenz seit es Geld gibt. Damit werden auf allen Ebenen evolutionär entstandene System- und Eigenzeiten durch ökonomische Zeiteinheiten überlagert, vergewaltigt, zerstört.6 Ein Markt-Zeit-Gleichgewicht, wo eine Ausgleich der Zeit gegeben ist, findet somit nicht statt.


AKTEURE MIT EILSYMPTOMEN

Ein kurzer Blick auf die aktuellen Themen der westlichen Kultur lässt eine eindeutige Veränderung der Zeitstruktur in der modernen Gesellschaft erkennen. Wie und warum sich eine derartige Beschleunigung in unserer Lebenswelt manifestiert hat, ist schwer nachvollziehbar, da es an vielerlei Ursachen knüpft. Es sind ja nicht nur die Finanzmärkte, die unsere Zeit kategorisierend verknappen lassen, sondern Einflüsse von Medien, Kultur und Politik, die diese zu stehlen versuchen. Der Soziologe Hartmut Rosa hat zu dieser Problematik ein aussagekräftige Erklärung: » Das Beschleunigungsproblem […] hat sich auf nahezu allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens verschärft. […] Dies zeigt sich etwa daran, dass die Rückmeldungen und Anfragen immer dringlicher zu werden scheinen. Es ist wirklich bemerkenswert, aus wie vielen Bereichen der Gesellschaft mir Menschen schreiben – dass in ihrem jeweiligen Feld die Grenze erreicht sei. […] Pfarrer klagen, sie sollen Depressive beraten und seien inzwischen selbst vom Burnout bedroht. Hochschullehrer verkünden lauthals, sie hätten absolut und partout keine Zeit mehr, wirklich zu forschen oder zu lehren. Selbst Automechaniker und Fernsehelektroniker erklären, sie hätten keine Chance mehr, die Bedienung der Geräte zu beherrschen – sie würden einerseits immer komplexer und andererseits immer rascher ausgetauscht. « 7 Wer ist jedoch der Haupttreiber des Beschleunigung Karussells? Die Politik lässt sich von den Finanzmärkten nahezu hilflos vorantreiben: Ein Krisen- und Notfallgesetz jagt das andere; stets werden die Parlamente und Gesetzesgebungsorgane einfach übergangen, weil deren Beratung zu lange dauert, und stets kommt die Politik dennoch zu spät. Am Verhältnis zwischen Finanzmärkten und politischer Steuerung lässt sich das Desynchronisationsproblem besonders schön studieren: Politiker hecheln hilflos hinterher und werfen nahezu alle Prinzipien demokratischer Steuerung und rationaler Deliberation über Board und sind trotzdem zu langsam. Zugleich hat die sich verselbstständigende Welt von Facebook, Twitter, und Co. ein entfesseltes Erregungstempo erreicht. bei dem sich innerhalb von Tagen oder oft nur Stunden gigantische Empörungs- und Resonanzwellen verbreiten, die zwar heftige, aber nicht immer rationale und fast nie kalkulierbare Konsequenzen haben können. Fukushima, Stuttgart 21 oder der arabische Frühling sind Beispiele dafür.

Wir genießen es, schnell, flexibel und dynamisch zu sein, weil das mit unseren Konzeptionen von Glück und Freiheit verbunden ist.


Politik 4 – 5 Jahreszyklus Bewegt sich langsam bis mäßig


Werber 1/2 – 1 Jahreszyklus Schnelle Entscheidungen rastlos

Workaholic 1 – 7 Tagesrhythmus Multitasking geil schnell, rastlos

Schönsein 1/2 – 1 Jahreszyklus Schönheitsdruck treibt zu Hetzjagd nach Vollkommenheit

Aussteiger kein Zeitrhythmus Schuldner und Schuldners Schuldner


Affluenza 1 – 2 Tagesrhythmus Überflusskrank hetzt durch Läden

Heute erscheint alles gleichzeitig möglich zu sein. » Das hat in der Tat viel damit zu tun, dass sowohl Finanzströme als auch mediale Informationsströme in Sekundenbruchteilen und widerstandslos, das heißt ohne raumbezogene Kosten, über die ganze Welt fließen können. « Politiker sind dann gezwungen, in nahezu dem gleichen Tempo oder jedenfalls so schnell wie möglich darauf zu reagieren: Kaum ereignet oder verschiebt sich etwas in Asien, Amerika oder Afrika, schon hat das Konsequenzen an den Börsen, schlägt das Wellen in den Medien, und kommt die politische Welt in Bewegung. Alle Politiker fürchten die Situation, in der ihnen Dutzende von Mikrofonen entgegengehalten werden, um ihre Stellungnahme zu einem Ereignis zu protokollieren, von dem sie vielleicht noch gar nichts gehört haben.8 Die Medien spielen in diesem ‘Karussell’ eine große Rolle, das sie als Katalysator und Transmissionsmaschinen dienen. Jedoch sind sie nicht Haupttreiber des

Körperkult 1 – 2 Tagesrhythmus Körper als Leistungsträger keine Geduld, Schlaf


Beschleunigungsspiels. In vielerlei Hinsicht sind sie auch selbst Opfer, weil sich herkömmlicher Journalismus auf die Weise kaum mehr betreiben lässt. Die Beschleunigungsspirale hat sich inzwischen verselbstständigt: Die verschiedenen Ebenen und Akteurgruppen treiben sich wechselseitig voran: Wirtschaft und Medienwelt setzen Politiker unter Druck, diese reagieren mit immer kurzfristigeren Reformprogrammen, welche dann beispielsweise Schulen, Behörden, Krankenhäuser, aber auch Unternehmen und Medien in Zugzwang bringen usw. Etwas systematischer gesprochen: Technologische Innovationen führen zu einem rascheren und intensivierten sozialen Wandel, weil sich z.B. Kommunikationsformen, Arbeitsprozesse, Freizeitpraktiken und so weiter verändern. Das beste Beispiel ist das Internet: Das Netz erlaubt uns nicht nur, althergebrachte Dinge rascher zu tun, sondern auch viele neue Dinge auszuprobieren und alte Dinge auf neue Weise zu erledigen. Der rasche Wandel der technischen und sozialen Umwelt aber setzt die Akteure unter Druck: Sie müssen mit den Veränderungen und Entwicklungen Schritt halten, sie haben das Gefühl, in allen Lebensbereichen »immer schneller rennen zu müssen« 9. Die Folgen davon kennen wir alle: Weil uns die Zeit knapp wird, verlangen wir nach technischer Beschleunigung: schnellere Computer, schnellere Straßenbahnen, effizientere Bankautomaten und so weiter. Und schon beißt sich die Katze in den Schwanz. Der wichtigste Antriebsmotor ist das Wirtschaftssystem: In einer kapitalistischen Ökonomie gilt das Prinzip

‘Zeit ist Geld’ in vieler Hinsicht: Schneller als die Konkurrenz zu sein – in der Produktion, aber auch in der Distribution und in der Innovation – ist ein überlebensnotwendiger Konkurrenzvorteil. Diese Wettbewerbslogik ist zur Antriebsfeder geworden, auch außerhalb der Wirtschaft. Wir konkurrieren nicht nur um Jobs, sondern auch um Bildungsabschlüsse, schönere Körper, Gesundheit, Freunde, Lebenspartner, Chancen, Privilegien, Status und Anerkennung usw. Stets ist das Verteilungskriterium die Leistung, welche in der Wettbewerbsgesellschaft als ‘Arbeit durch Zeit’ eingeschrieben ist. Schließlich kommt noch hinzu, dass wir nicht nur Opfer von Beschleunigungszwängen sind, sondern auch die lustvollen ‘Täter’: Es gibt eindeutig auch einen kulturellmanifestierten Befürwortungsaspekt der Beschleunigung: Wir genießen es, schnell, flexibel, dynamisch zu sein, weil das mit unseren Konzeptionen von Glück und Freiheit verbunden ist. Es scheint so als wäre Beschleunigung ein Ersatz für unsere Hoffnung auf ein ewiges Leben geworden. Wir hoffen sozusagen auf ein ‘ewiges Leben vor dem Tod’, das zwar nicht zeitlich unbegrenzt ist, aber eine unendliche Vielzahl von Erlebnissen verspricht, wenn wir nur schnell genug werden. Die Beschleunigungsspirale wird also nicht von einem einzigen Motor getrieben, sondern von einem komplexen Zusammenspiel von Faktoren in Gang gehalten. Deshalb ist die Beschleunigungsspirale so robust.10 Diese Beschleunigungsspirale gilt es zu durchbrechen und dem sogenannten Eil-Syndrom entgegen zu wirken.


Wirtschaft 1 – 2 Stundenrhythmus Geldfixiert treibender Motor


Geld Zinsen

SELBSTERKENNTNIS: Ich habe das Eil-Syndrom

Schulden

BEDĂœRFNISSE Individualismus Verlangen Gier

ZEITDIEBE

KAPITAL


WERBUNG

Affluenza Restzeit

Verlorene Zeit

MEDIEN PRODUKTION

Arbeitszeit Fernsehen Überfluss

Steuern Social Media Zeitpläne

Mobilität

Die Zeitdiebe berauben uns unserer Lebenszeit. Jedes Individuum opfert seine Zeit für bestimmte Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen. In der westlichen Kultur spielt der Zeitdieb ‘Kapital’ oder einfach gesagt das Geld eine tragende Rolle und veranlasst uns rastlos zu sein, immer mehr zu wollen und letztendlich krank vor Eile zu werden.

POLITIK

Körperkult

TECHNOLOGIEN

Kommunikation


ZEIT– BEDÜRF NISSE

Einer Studie von Geo Wissen 11

7J 5J 2 J / 1◊ M 2J / 6M 2J / 2M 2J 1 J / 1◊ M 1J / 7M 16 M 12 M 9M 9M 9M 6M 6M 4M

43.8◊◊ 24.816 21.898 18.979 17.52◊ 16.◊56 13.867 11.674 8.76◊ 6.566 6.566 6.566 4.378 4.378 2.918

24 J / 4 M

213.158 61.32◊

Kalender*

ZE / Std

Computer spielen

Im Stau stehen

Auf Toilette sitzen

Mit eigenen Kindern spielen

Wäsche waschen, bügeln

Weg zur Arbeit

Kino, Theater, Konzert

Wohnung putzen

Sport

Lernen / weiterbilden (neben der Schule)

Telefonieren

Kochen / Brote bestreichen

Im Auto verbracht

Verplaudert / vertratscht / verscherzt

Arbeit

Essen

Schlafen

Tätigkeit


Teilnahme an Vereinssitzungen

In der Bar aufhalten

Beim Arzt

Vorspiel

Küssen

Sexueller Höhepunkt

Gesamt

3M

3M

3M

12 W

2W

16 S

52 J 12 M 492.152

16

336

2.◊16

2.188

2.188

2.188

TOP 1◊. ZEITBEDÜRFNISSE

Kalender* J /

Jahre

M/

Monate

W/

Wochen

S /

Stunden

1. Schlaf

Tiefschlaf, Nickerchen, Augen zu

2. Essen / Trinken

Snacks, Mahlzeiten, trinken

3. Arbeit

Im Büro, von zuhause aus, telefonieren

4. Vertrödelte Zeit

Warten, verplaudern, Stau

5. Medien

TV, Internet, Social Media, telefonieren

6. Hygiene

WC, aufräumen, duschen

7. Konsum

Essen gehen, Einkaufen, Ausgehen

8. Selbstverwirklichung

Entwicklung der eigenen Persönlichkeit

9. Sozial

Freunde, Partner, Sexualität, Familie

1◊. Warten

Stau, Warteschleife, Busstation


BEDÜRFNISSE (Maslow)12

Nahrung, Wohnung, Kleidung, Schlaf, Sexualität

ZEITBEDÜRFNIS PYRAMIDE

SOZIALE BEDÜRFNISSE

SELBST VERWIRKLICHUNG

Maslows Model erscheint auf dem ersten Blick sehr einleuchtend, aus Sicht der westlich, Individuum fokussierten Kultur. Das eigene Wohlbefinden ist die höchste Stufe unserer Prioritätenliste. Unsere körpereigenen Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Schlaf und Sexualität sind jedoch grundlegend und kulturunabhängig. Unterschiede sind jedoch auf der Spitze der Pyramide zu beobachten. Die asiatische Weltanschauung stellt das Kollektiv in den Mittelpunkt der Betrachtungsweise. Sozialbedürfnisse und Bedürfnisse der Gemeinde sind mit einem stark fundierten Moralverständnis in Traditionen verankert.13

Volle Ausschöpfung und Entfaltung Partnerschaft, Liebe, Freundschaft, des im Menschen angelegten Potentials, Gruppenzugehörigkeit Ausleben der Einzigartigkeit.

ICH – BEDÜRFNISSE

Anerkennung, Macht, Selbstachtung, Prestige, Status,Image

GRUNDBEDÜRFNISSE


◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

◊3:◊◊ – ◊4:◊◊

◊2:◊◊ – ◊3:◊◊

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

21:◊◊ – 22:◊◊

2◊:◊◊ – 21:◊◊

19:◊◊ – 2◊:◊◊

18:◊◊ – 19:◊◊

◊,71

◊,57

◊,57

◊,57

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊4

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,1◊

◊,◊1

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊1

◊,◊◊

◊,◊1

◊,◊◊

◊,◊1

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊2

◊,◊1

◊,◊◊

◊,14

◊,◊7

◊,19

◊,29

◊,29

◊,29

◊,29

◊,11

◊,14

◊,14

◊,14

◊,14

◊,21

◊,18

◊,29

◊,43

◊,39

◊,36

◊,14

◊,25

◊,18

◊,14

◊,14

◊,21

◊,14

◊,43

◊,14

◊,43

◊,36

◊,61

◊,43

◊,36

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,14

◊,14

◊,◊6

◊,◊◊

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,14

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,14

◊,19

◊,◊7

◊,21

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,14

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊4

◊,14

11,◊◊ 4,5◊ 7,◊◊ 9,75 9,5◊ 7,17 7,25

◊,25 2,◊◊ ◊,75 ◊,◊◊ ◊,42 1,42 ◊,25

◊,25 ◊,25 ◊,◊◊ ◊,5◊ 1,25 ◊,◊◊ ◊,25

1,25 ◊,◊◊ ◊,◊◊ 4,◊◊ ◊,◊◊ ◊,◊◊ ◊,◊◊

2,◊2 ◊,5◊ ◊,83 1,75 2,◊◊ 3,83 3,83

2,◊◊ 1,5◊ ◊,◊◊ ◊,◊◊ ◊1,75 ◊,◊◊ ◊,◊◊

VERLORENE ZEIT

3,◊◊ 3,5◊ 4,◊◊ 6,25 1,75 2,67 ◊,5◊

ICH – BEDÜRFNISSE

◊,◊◊ 2,75 1,75 6,◊◊ 2,5◊ ◊,67 7,58

SOZIALE BEDÜRFNISSE

◊,6◊ 2,◊◊ ◊,33 1,17 1,◊8 ◊,67 ◊,92

GRUNDBEDÜRFNISSE

◊,85 1,◊◊ ◊,83 ◊,58 ◊,42 ◊,58 ◊,25

Ø BEDÜRFNIS-Auslastung pro Stunde in %

Stunden pro Tag

SELBSTVERWIRKLICHUNG

TAGE 4,5◊ 6,5◊ 1◊,◊◊ 4,75 6,◊◊ 9,◊◊ 4,25

3,3◊

1 2 3 4 5 6 7

◊8,8◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

5,25

WARTEN 2,5◊

MALEN, ZEICHNEN 5,◊8

MEDIEN 56,17

KONSUM 21,67

ARBEIT 21,25

MEDIEN 6,77

SOZIAL 4,51

HYGIENE

45,◊◊

ESSEN/ TRINKEN

GESAMT

SCHLAF

BEDÜRFNISSE nach Maslow


%

◊,◊◊

◊,11

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,14

◊,36

◊,68

◊,79

◊,71

◊,86

◊,64

26,79

33,5 ◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊4

◊,◊6

◊,◊8

◊,◊7

◊,◊8

◊,◊7

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊2

◊,◊◊

2,69

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,11

◊,◊1

◊,15

◊,15

◊,21

◊,11

◊,◊◊

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊◊

4,◊3

17:◊◊ – 18:◊◊

16:◊◊ – 17:◊◊

15:◊◊ – 16:◊◊

14:◊◊ – 15:◊◊

13:◊◊ – 14:◊◊

12:◊◊ – 13:◊◊

11:◊◊ – 12:◊◊

1◊:◊◊ – 11:◊◊

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

◊8:◊◊ – ◊9:◊◊

◊7:◊◊ – ◊8:◊◊

◊6:◊◊ – ◊7:◊◊

◊5:◊◊ – ◊6:◊◊

1◊◊

◊,◊◊

◊,◊4

◊,29

◊,14

◊,14

◊,◊7

◊,17

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊4

◊,14

◊,◊4

◊,◊◊

12,65

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,1◊

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,14

12,9◊

25,5

◊,71

◊,68

◊,5◊

◊,63

◊,61

◊,64

◊,25

◊,18

◊,14

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊7

◊,21

33,43

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊4

◊,13

◊,11

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

3,◊3

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊4

◊,◊◊

◊,◊2

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊1

◊,◊4

◊,◊◊

◊,14

◊,◊4

◊,◊◊

1,49

38,◊

3,◊◊

◊,21

◊,14

◊,◊4

◊,17

◊,18

◊,◊7

◊,18

◊,21

◊,◊◊

◊,14

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

3,13

12,1

◊,◊◊

◊,◊4

◊,11

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊7

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,11

◊,14

◊,◊◊

8,79

◊,21

◊,25

◊,14

◊,14

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

◊,◊◊

3,◊

Ø Stunden pro Tag in %


21:◊◊ – 22:◊◊

2◊:◊◊ – 21:◊◊

19:◊◊ – 2◊:◊◊

18:◊◊ – 19:◊◊

17:◊◊ – 18:◊◊

16:◊◊ – 17:◊◊

15:◊◊ – 16:◊◊

14:◊◊ – 15:◊◊

13:◊◊ – 14:◊◊

12:◊◊ – 13:◊◊

11:◊◊ – 12:◊◊

1◊:◊◊ – 11:◊◊

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

◊8:◊◊ – ◊9:◊◊

◊7:◊◊ – ◊8:◊◊

◊6:◊◊ – ◊7:◊◊

◊5:◊◊ – ◊6:◊◊

1◊◊

9◊

8◊

7◊

6◊

5◊

4◊

3◊

2◊

1◊


◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

◊3:◊◊ – ◊4:◊◊

◊2:◊◊ – ◊3:◊◊

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

SELBSTVERWIRKLICHUNG

ICH – BEDÜRFNISSE

SOZIALE BEDÜRFNISSE

GRUNDBEDÜRFNISSE

◊9◊3–15◊312 BEDÜRFNISANALYSE BEDÜRFNISSE nach Maslow


ZEITRECHNUNG IN MINUTEN ZEITRECHNUNG IN MINUTEN

ZEITGEBER Zeit für soziale Kontakte (Freunde, Familie) und in diesem Zusammenhang auch Zeit für Selbstverwirklichung der eigenen Person.

ZEITDIEBE Zeit, die für zeitraubende Tätigkeiten aufgewendet wird, um schneller voran zu kommen, z.B. Social Media, Konsum, Fernsehen etc.

In diesem Abschnitt wird eine Analyse über die verlorene Zeit untersucht. Diese lässt sich in positive und negative Zeitverluste unterteilen. Einerseits die ‘Zeitgeber’ und andererseits die ‘Zeitdiebe’.


TAGE

1

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊

11

12

13

14

15

16

17

18

19

2◊

21

22

23

4,5◊

SCHLAF

24

◊5:◊◊ – ◊6:◊◊ ◊6:◊◊ – ◊7:◊◊

◊,85

ESSEN/ TRINKEN

◊7:◊◊ – ◊8:◊◊ ◊8:◊◊ – ◊9:◊◊

◊,6◊

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

◊,◊◊

SOZIAL

12:◊◊ – 13:◊◊ 13:◊◊ – 14:◊◊

3,◊◊

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

11,◊◊

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

◊,25

KONSUM

18:◊◊ – 19:◊◊ 19:◊◊ – 2◊:◊◊

◊,25

MEDIEN

2◊:◊◊ – 21:◊◊ 21:◊◊ – 22:◊◊

1,25

22:◊◊ – 23:◊◊

MALEN, ZEICHNEN

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

2,◊2

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

LANGEWEILE

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊ ◊2:◊◊ – ◊3:◊◊ ◊3:◊◊ – ◊4:◊◊ ◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

2,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

Ein stressiger Tag. Eigentlich hatte ich keine freie Minute, entweder ich habe gearbeitet oder telefoniert. Die Aufzeichnungen sind etwas ungenau bezüglich ‘Medien’, da ich dabei nicht auf die Uhr schaue. Außerdem ist der erste Tag Probetag!


5◊ 45

◊9◊312

TAG 1

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45

35

195

3◊ 25 2◊

Nachdenken

Zeichnen, Malen

15

Seele ausruhen

1◊

21◊

5 6◊ 55

Twittern, Bloggen

5◊

Unnötiges kaufen

45

Fernsehen

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45

VERLORENE ZEIT

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5

BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

4◊

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

55

Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


TAGE

1◊,◊◊ ◊,83

ESSEN/ TRINKEN

◊,33

HYGIENE

1,75

SOZIAL

4,◊◊

MEDIEN

7,◊◊

ARBEIT

◊,75

KONSUM

◊,◊◊

MEDIEN

◊,◊◊

MALEN, ZEICHNEN

◊,83

LANGEWEILE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

3

SCHLAF


◊9◊312

LÄNGSTER ZEITRAUM ARBEIT

TAG 1

66◊

18:◊◊ – 5:◊◊


TAGE

2

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊

11

12

13

14

15

16

17

18

19

2◊

21

22

6,5◊

SCHLAF

23

24

◊5:◊◊ – ◊6:◊◊ ◊6:◊◊ – ◊7:◊◊

1,◊◊

ESSEN/ TRINKEN

◊7:◊◊ – ◊8:◊◊ ◊8:◊◊ – ◊9:◊◊

2,◊◊

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

2,75

SOZIAL

12:◊◊ – 13:◊◊ 13:◊◊ – 14:◊◊

3,5◊

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

4,5◊

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

2,◊◊

KONSUM

18:◊◊ – 19:◊◊ 19:◊◊ – 2◊:◊◊

◊,25

MEDIEN

2◊:◊◊ – 21:◊◊ 21:◊◊ – 22:◊◊

◊,◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

MALEN, ZEICHNEN

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

◊,5◊

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

LANGEWEILE

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊ ◊2:◊◊ – ◊3:◊◊ ◊3:◊◊ – ◊4:◊◊ ◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

1,5◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

Ich hatte kaum Zeit mich mit der Zeit zu beschäftigen, deshalb sind die Aufzeichnungen zum Teil lückenhaft oder nicht vollständig. Dennoch kann eine Fokussierung auf den Konsum- und Medien verbrauch festgestellt werden.


5◊ 45

1◊◊312

TAG 2

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35

255

3◊ 25 2◊

Nachdenken

Kreativ-Recherche

15

Lesen

1◊

345

5 6◊ 55

Blöde Serien schauen

5◊

Fahrt mit Straßenbahn

45

Streiten

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5

BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

VERLORENE ZEIT

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

55

Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


TAGE

3

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊

11

12

13

14

15

16

17

18

19

2◊

21

22

23

1◊,◊◊

SCHLAF

24

◊5:◊◊ – ◊6:◊◊ ◊6:◊◊ – ◊7:◊◊

◊,83

◊7:◊◊ – ◊8:◊◊

ESSEN/ TRINKEN

◊8:◊◊ – ◊9:◊◊

◊,33

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

1,75

SOZIAL

12:◊◊ – 13:◊◊ 13:◊◊ – 14:◊◊

4,◊◊

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

7,◊◊

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

◊,75

KONSUM

18:◊◊ – 19:◊◊ 19:◊◊ – 2◊:◊◊

◊,◊◊

MEDIEN

2◊:◊◊ – 21:◊◊ 21:◊◊ – 22:◊◊

◊,◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

MALEN, ZEICHNEN

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

◊,83

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

LANGEWEILE

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊ ◊2:◊◊ – ◊3:◊◊ ◊3:◊◊ – ◊4:◊◊ ◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

An diesem Tag war ich dermaßen konzentriert, dass ich kaum Zeit im Hinblick auf Medien während der Arbeit verbraucht habe. Darüber hinaus merke ich, dass diese Aufzeichnungen sehr zeitintensiv sind, lange halte ich das nicht mehr aus. Noch vier Tage. Reinste Folter!!


5◊ 45

11◊312

TAG 3

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊

VERLORENE ZEIT

55 5◊ 45

35

1◊5

3◊ 25 2◊

Guten Film angesehen Mit Eltern telefoniert

15

Gespräch mit Freund

1◊

335

5 6◊ 55

Autofahren, Stau

5◊

Glotze wiedermal

45

In Schlange stehen

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5

BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

4◊

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

55

Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


TAGE

1◊,◊◊ ◊,83

ESSEN/ TRINKEN

◊,33

HYGIENE

1,75

SOZIAL

4,◊◊

MEDIEN

7,◊◊

ARBEIT

◊,75

KONSUM

◊,◊◊

MEDIEN

◊,◊◊

MALEN, ZEICHNEN

◊,83

LANGEWEILE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

3

SCHLAF


5◊ 45

11◊312

TAG 3

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊

LÄNGSTER ZEITRAUM SCHLAF

55

6◊◊

◊1:◊◊ – 11:◊◊

5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊


TAGE

4

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊

11

12

13

14

15

16

17

18

19

2◊

21

22

4,75

SCHLAF

23

24

◊5:◊◊ – ◊6:◊◊ ◊6:◊◊ – ◊7:◊◊

◊,58

◊7:◊◊ – ◊8:◊◊

ESSEN/ TRINKEN

◊8:◊◊ – ◊9:◊◊

1,17

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

6,◊◊

SOZIAL

12:◊◊ – 13:◊◊ 13:◊◊ – 14:◊◊

6,25

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

9,75

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

◊,◊◊

KONSUM

18:◊◊ – 19:◊◊ 19:◊◊ – 2◊:◊◊

◊,5◊

MEDIEN

2◊:◊◊ – 21:◊◊ 21:◊◊ – 22:◊◊

4,◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

MALEN, ZEICHNEN

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

1,75

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

LANGEWEILE

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊ ◊2:◊◊ – ◊3:◊◊ ◊3:◊◊ – ◊4:◊◊ ◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

Das Malen hat mir sehr gut getan, da ich in diesem Moment wirklich abschalten kann. Eine wirkliche Erholung! Außerdem ist meine Arbeit ebenso eine Bereicherung für meine Seele. Dennoch werde ich sie in dieser Analyse nicht miteinbeziehen, da ich sonst mehr als 1◊◊ Seiten in diesem Projekt darstellen müsste und dazu ist ja wirklich nicht genügend Zeit.


5◊ 45

12◊312

TAG 4

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊

6◊◊

4◊ 35 3◊

Guten Film angesehen

25

Mit Eltern telefoniert

2◊

Gespräch mit Freund

GEWONNENE ZEIT

51◊

15 1◊ 5 6◊

Autofahren, Stau

Glotze wiedermal

55

In Schlange stehen

5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5

BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

45

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

55

Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


TAGE

5

1

2

3

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7

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2◊

6,◊◊

SCHLAF

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◊,42

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ESSEN/ TRINKEN

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1,◊8

◊9:◊◊ – 1◊:◊◊

HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

2,5◊

SOZIAL

12:◊◊ – 13:◊◊ 13:◊◊ – 14:◊◊

1,75

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

9,5◊

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

◊,42

KONSUM

18:◊◊ – 19:◊◊ 19:◊◊ – 2◊:◊◊

1,25

MEDIEN

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◊,◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

MALEN, ZEICHNEN

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LANGEWEILE

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ANMERKUNG / EINDRÜCKE

◊1,75

IN DIE LUFT SCHAUEN

Viel gearbeitet und wenig geschlafen, das Diplomprojekt kostet mich wirklich viel Zeit und Energie.


5◊ 45

13◊312

TAG 5

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35

255

3◊ 25 2◊

Chillen

Frühstücken mit Freund

15

Diplom-Konzept überlegen

1◊

3◊◊

5 6◊ 55

Aufs Essen warten

5◊

Schlechten Film ansehen

45

E-Mails verschicken

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5

BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

VERLORENE ZEIT

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

55

Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


TAGE

6

1

2

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SCHLAF

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7

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ESSEN/ TRINKEN

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HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

◊,67

SOZIAL

12:◊◊ – 13:◊◊ 13:◊◊ – 14:◊◊

2,67

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

7,17

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

1,42

KONSUM

18:◊◊ – 19:◊◊ 19:◊◊ – 2◊:◊◊

◊,◊◊

MEDIEN

2◊:◊◊ – 21:◊◊ 21:◊◊ – 22:◊◊

◊,◊◊

22:◊◊ – 23:◊◊

MALEN, ZEICHNEN

23:◊◊ – ◊◊:◊◊

3,83

◊◊:◊◊ – ◊1:◊◊

LANGEWEILE

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊ ◊2:◊◊ – ◊3:◊◊ ◊3:◊◊ – ◊4:◊◊ ◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

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5◊ 45

14◊312

TAG 6

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊

4◊

35 3◊ 25 2◊

Buch kaufen und lesen

Flowgefühl beim Arbeiten

15

Kaffeepläuschchen

1◊

475

5 6◊ 55 5◊ 45

Nichts als Warten

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5

BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

VERLORENE ZEIT

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

55

Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


◊,83 ◊,33

HYGIENE

1,75

SOZIAL

4,◊◊

MEDIEN

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ARBEIT

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KONSUM

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MEDIEN

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MALEN, ZEICHNEN

◊,83

LANGEWEILE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

LÄNGSTER ZEITRAUM LANGEWEILE

TAGE

1◊,◊◊

ESSEN/ TRINKEN

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

3

SCHLAF

23◊

11:2◊ – 15:◊◊


5◊ 45

14◊312

TAG 6

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊ 45 4◊


TAGE

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1

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SCHLAF

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ESSEN/ TRINKEN

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HYGIENE

1◊:◊◊ – 11:◊◊ 11:◊◊ – 12:◊◊

7,58

SOZIAL

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◊,5◊

MEDIEN 14:◊◊ – 15:◊◊ 15:◊◊ – 16:◊◊

7,25

ARBEIT

16:◊◊ – 17:◊◊ 17:◊◊ – 18:◊◊

◊,25

KONSUM

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MEDIEN

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MALEN, ZEICHNEN

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3,8◊

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LANGEWEILE

◊1:◊◊ – ◊2:◊◊ ◊2:◊◊ – ◊3:◊◊ ◊3:◊◊ – ◊4:◊◊ ◊4:◊◊ – ◊5:◊◊

ANMERKUNG / EINDRÜCKE

◊,◊◊

IN DIE LUFT SCHAUEN

An diesem Tag war die Exlibris-Ausstellung. Ein sehr abwechslungsreicher, heiterer Tag, der einzige in dieser Woche. Mein Medienverbrauch hat sich nur auf das Notwendigste beschränkt: E-Mails lesen, telefonieren und kurz die Nachrichten schauen. Danke das war's!!!


5◊ 45

15◊312

TAG 7

4◊ 35 3◊ 25 2◊ 15 1◊ 5 6◊ 55 5◊

455

4◊ 35 3◊

Exlibris Ausstellung

25

Guter Wein Kennenlernen

2◊ 15

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1◊ 5 6◊

E-Mail Lavine

Stress in Druckerei

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WARTEN!!!!!

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BEDÜRFNIS BEFRIEDIGUNG

ZEITDIEBE

ZEITGEBER

45

GEWONNENE ZEIT

Selbstverwirklichung

6◊

Ich-Bedürfnisse

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Soziale Bedürfnisse

5◊

Grundbedürfnisse

45

Ø Bedürfnis - Befriedigung

4◊


TATSÄCHLICHE VERLORENE ZEIT

56◊

Zeitgeber – 1.9◊5 Minuten

Zeitdiebe – 2.465 Minuten Zeitdiebe sind leider Sieger…


Kant über Genuss: » Dass aber eines Menschen Existenz an sich einen Wert habe, welcher bloß lebt […] um zu genießen: das wird sich die Vernunft nie überreden lassen […] nur durch das, was er tut ohne Rücksicht auf Genuß, in voller Freiheit und unabhängig von dem, was ihm die Natur auch leidend verschaffen könnte, gibt er seinem Dasein als der Existenz einer Person einen absoluten Wert.« Harte Worte, wenn man bedenkt, dass ein Mensch getrieben durch reines Pflichtbewusstsein, ohne Neigungen und Vorlieben, nichts anderes verkörpert als eine Maschine, die so lange arbeitet, bis sie zusammenbricht. Nichtsdestotrotz muss man Kant in einem Punkt recht geben: »Wer immer nur genießt, ist zu Kulturarbeit kaum fähig.« 1 Nur weil wir enthaltsam mit unseren Trieben und Lüsten umzugehen wissen, besitzen wir so etwas wie Moral, Kultur und Mitgefühl. Würden wir unsere Begierden nach Lust und Laune ausleben, gäbe es keine Moral, keine Kultur, keine Zivilisation, Maschinen, Straßen, Computer, Biologie, Mathematik, Physik, Philosophie, Diplomatie, Tische, Stühle, Brot, keine einzige zivilisatorische Errungenschaft würde existieren.2 Die Fähigkeit zur Entsagung macht den Menschen überhaupt zum Menschen – zu einem denkenden, schöpferischen und sittlichen Wesen. » Anders als das Tier koitiert der Homo sapiens nicht an jeder Straßenecke, anstatt auf Bäumen schläft er in von ihm gebauten Häusern, sein Essen bereitet er erst zu, bevor er es verspeist, und zur Begrüßung riecht er nicht am Anus seines Gegenübers, sondern schüttelt ihm die Hand. Ja, alles Animalische ist dem Menschen zutiefst zuwider, er verachtet jedes instinktgeleitete Handeln, in der Politik genauso wie im Alltag, und wenn unter den Achseln eines Artgenossen das Deo oder im Bad die Zitrusfrische fehlt, rümpft er die Nase. Was der Mensch schätzt, ist das Erhabene, Saubere, Rationale, ganz gemäß der Position seines Kopfes, den er nicht wie das Tier auf Höhe seiner Geschlechtsteile trägt, sondern, dank seines aufrechten Gange, weit, weit oben. « 3

Wer immer nur genießt, ist zu Kulturarbeit kaum fähig.


ANALYSE DER   ZEIT


Der Takt des Lebens beschreibt, wie wir die Bewegung der Zeit wahrnehmen. Sie ist durch Rhythmen, Abfolgen (Ruhezeit und Aktivität) und durch Synchronisationen gekennzeichnet. Kurzum, der Takt des Lebens ist eine Form des Tempos.1 Der eigentliche Begriff ‘Tempo’ ist aus der Musiktheorie entnommen und bezieht sich auf die relative Geschwindigkeit, mit der ein Stück gespielt wird. Das musikalische Tempo ist äußerst subjektiv, wie die persönlich erfahrene Zeit. In der Musik steht eine

nicht quantitative Tempoangabe largo, oder andagio für langsame Tempi, allegro oder presto für schnelle Tempi, accelerando oder ritardando für Tempowechsel. Interessanterweise gibt es sogar eine Anweisung namens Tempo rubato, das wörtlich übersetzt nichts anderes bedeutet als ‘gestohlene Zeit’ in der minimale Tempoabweichungen im Stück erlaubt sind. Hat der Komponist nicht die Taktzahl des Metronoms angegeben, so ist die genaue metrische Umsetzung der Noten einem hohen

Interpretationsgrad ausgesetzt. Bach z.B. hat fast überhaubt keine Eintragungen vorge­nommen.2 Wenn der Spieler das Metronom entsprechend einstellt, kann Chopins Minutenwalzer auch einmal die zweifache Länge dauern. Die Musiktheorie gilt ebenso für die menschliche Zeit. Wir spielen die gleichen Noten in der gleichen Reihenfolge. Die Frage stellt sich jedoch, in welchem Tempo werden die Noten gesetzt? Das hängt von der Person, der Tätigkeit/ Aufgabe und der Umgebung ab.3


LEBENSTEMPI LEBENSZEIT


ZEIT– ZONEN

Bezi

ehun

Jedes Individuum besitzt seine eigene Zeitzone, die sich aus ungefähr vier Schichten zusammensetzt. Die Eigenzeit, oder auch innere Uhr genannt, sind unser instink­tiver Zeitrhythmus, wie z.B. Tag-NachtRhythmus. Unsere Zeit ist ebenso geprägt von unserem Alter, unserem direkten Umfeld, Freunde, Familie, Arbeit, Stadt- oder Landleben. Die Gesellschaft, oder besser gesagt unsere Kultur, wirkt zwar indirekt auf unser Lebenstempo, hat jedoch einen starken Einfluss, wie schon im 1. Kapitel deutlich veranschaulicht. Zuletzt wirken die natürlichen Kräfte der Natur auf unsere Zeitzonen. Die Himmelskörper bestimmen nicht nur Tag und Nacht, Ebbe und Flut, sondern auch unsere körpereigenen Empfindungen, die unsere innere Uhr schlagen lassen.4

gen z

u Ind

ividu

en


m uu ivid eit enz Eig

Ind

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nd r- u hafts ltu Ku sellsc Ge t zei t zei

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ZEITMESSGERÄT DIE UHR ◊,◊◊◊◊◊◊1

◊,◊◊◊◊◊1

◊,◊◊◊◊1

◊,◊◊◊1

◊,◊◊1

◊,◊1

Pendeluhren Galileo Galilei ◊,1

1

1◊

1◊◊ Ägyptische Sonnenuhr

1◊◊◊

Fehler in Sekunden pro Tag

Zeit

13◊◊

14◊◊

15◊◊

16◊◊


Entwicklungsgeschichte der Uhr5

Atomuhren Isidor Isaac Rabi

Digitaluhr Schweizer Uhrenmacher

Armbanduhren Louis Cartier Taschenuhren Robert Hooke

17◊◊

18◊◊

19◊◊

Unsere Zeit hingegen läuft nach der Uhr und hat den eigentlichen, natürlichen Zeitrhythmus verdrängt. Die Begriffe ‘Tempo’ und ‘Takt des Lebens’ werden in unserer Kultur ohne Unterschied verwendet. Tatsächlich prägt die Geschwindigkeit unseres Lebens unser gesamtes Zeitempfinden.6

2◊◊◊


hr

U vs Innere Uhrzeit

7

G N U S S ZEITME IN

NATUR DER

Ultradiane Rhythmik < 24 Stunden

Circadiane Rhythmik 24 Stunden

Tag-Nacht-Rhythmus Eule (sp채t und lange wach) Lerchen (fr체h und k체rzer wach)

Herzaktion Atmung pulsatile Freisetzung von Hormonen beim Mensch


Jahresrhythmen Vogelzug, Mondzyklus Non-Circa-Rhythmen Sexualzyklus

Infradiane Rhythmik > 24 Stunden


LEBENSTEMPI KULTURZEIT

Zeitempfindung

Lineare Zeit

Erlebniszeit


Das Leben in der Industriegesellschaft ist so eng mit der Uhrzeit verwoben, dass ihre Akteure oft vergessen, wie sehr sie von ihr beherrscht werden. Zeit ist somit zum wertvollen Gut retardiert. Uhrzeitkulturen betrachten die Zeit als fixierte, lineare und messbare Realität. Sie nehmen Benjamin Franklins Gebot zu Herzen: »Denkt daran, dass Zeit Geld ist.« 8 Begibt man sich jedoch zu einem Ort wo andere Gesetze der Zeit herrschen, wie z.B. nach Afrika, erscheint unser Umgang mit Zeit sehr egozentrisch, ja förmlich absurd. Dort wird gesagt, dass »auch die Zeit Zeit braucht« 9

Und die Einstellung gegenüber Zeit ist dort, wie der Spruch schon sagt, abhängig von einer gewissen Lässigkeit, die gemeinhin als ‘colored people time’ (CPT) bezeichnet wird. Bei der CPT geht man einfach davon aus, dass Zuspätkommende die Norm und der Gegenpol zum angloeuropäischen Zeitbewusstsein, der Pünktlichkeit sei. Zum Beispiel die Menschen in Trinidad haben eine persönliche Kontrolle über die Zeit, sie kommen und gehen, mehr oder weniger wann sie wollen oder wenn sie sich dafür bereit fühlen. »Ich fühlte mich heute nicht danach, zur Arbeit zu gehen« 10, lautet der

Standardspruch. Die Zeit wird mehr vom Verhalten als von der Uhr bestimmt. Ereignisse beginnen wenn Menschen kommen, und sie enden, wenn sie gehen. So genannte Ereigniszeit-Menschen leben uns das gewünschte entschleunigte Leben vor. Sie achten auf keine Uhrzeiten, jedoch auf die natürliche Zeitmessung der Natur.11 Wie kann man Zeit so verschwenden, würden wir uns Uhrzeit-Menschen die Frage stellen, schließlich ist »unsere Zeit alles, was wir haben. Es ist unser wertvollster, unser einziger wirklich wertvoller Besitz. Wie können sie so verschwenderisch

damit umgehen? Ja, so die Antwort eines Ereigniszeitler, sie ist unser wertvollstes Gut, aber gerade deshalb […] sollte die Zeit nicht verschwendet werden, indem man sie in unorganische Geldwerteeinheiten zerhackt.« 12 Ereigniszeit und Uhrzeit sind nicht völlig ohne Beziehung zueinander. Doch die Ereigniszeit umfasst weitaus mehr als die Uhrzeit. »Sie ist ein Produkt des weiteren Umfelds, ein Ergebnis sozialer, ökonomischer und umweltbezogener Einflüsse und natürlich kultureller Werte.« 13


TEMPO– ELEMENTE

Es wirken unterschiedliche Faktoren auf unser Lebenstempo, in einer Region mit blühender Wirtschaft, einem hohen Industrialisierungsgrad, einer hohen Bevölkerungsdichte sowie einem kühlen Klima, ist das Lebenstempo weitaus schneller.14 Wohlstand »Je gesünder die Wirtschaft eines Ortes, desto höher sein Tempo« Der wichtigste Beschleunigungsfaktor für das Tempo, das an einem Ort herrscht, ist die Wirtschaft. Orte mit einer aktiven Wirtschaft legen größeren Wert auf Zeit, und Orte an denen Zeit wertvoll ist, sind sehr aussichtsreiche Kandidaten für eine aktive Wirtschaft.

Grad der Industrialisierung »Je entwickelter ein Land ist, desto weniger freie Zeit bleibt pro Tag.« 15 »Es ist eine große Ironie der Moderne, dass wir trotz der grandiosen, zeitsparenden Erfindungen heute weniger Zeit für uns selbst haben als je zuvor. Als ein Ereignis einer Steigerung der Produktion und des Konsums erleben wir eine wachsende Knappheit der Zeit. Das läuft folgendermaßen ab: Steigende Effizienz in der Produktion bedeutet, das jedes Individuum mehr Waren pro Stunde herstellen muss; steigende Produktivität bedeutet, dass wir mehr Güter konsumieren müssen, um die Produktion am Laufenden

zu halten. Freie Zeit verwandelt sich in Konsumzeit, weil Zeit in der man weder produziert noch konsumiert, in steigendem Mass als verschwendet gilt. Der steigende Wert der Zeit (ihre wachsende Knappheit) erscheint subjektiv als eine Temposteigerung. »Wir sind immer in Gefahr, am Fließband zu langsam zu arbeiten oder zu spät zur Arbeit zu kommen; und in unserer Freizeit sind wir umher in Gefahr, Zeit zu verschwenden.« 16 Kulturelle Werte »In Individualistischen Kulturen bewegt man sich schneller als in vom Kollektivismus geprägten.« 17 Das wichtigste Kriterium unserer

Leistungssucht ist die individualistisch-orientierte Lebensweise unserer Gesellschaft. Im Gegensatz dazu steht die Kollektivistische. In ‘Ich-bezogenen’ Kulturen wird weitaus mehr Wert auf Leistung als auf Zusammengehörigkeit gelegt. Diese Konzentration auf Leistung führt normalerweise zu einer ‘Zeitist-Geld-Einstellung ’, die wiederum in den Zwang mündet, jeden Augenblick irgendwie zu nutzen. In Kulturen, wie beispielsweise Asien haben soziale Beziehungen Vorrang und dort lässt sich auch eine entspanntere Haltung gegenüber Zeit feststellen. Demnach sind kollektivistisch orientierte Kulturen durch ein langsameres Tempo geprägt.18


STATT ZU SAGEN: » SITZ NICHT NUR DA; TU IRGENDETWAS « SOLLTEN WIR DAS GEGENTEIL FORDERN: » TU NICHT EINFACH IRGEND ETWAS, SITZ NUR DA. «


TEMPO– TYPEN Messung bei 2◊ m in Sek 21

2. Kopenhagen (DK) 1◊,82

1. Singapur 1◊,55

Individualistisch orientiert von Eile geprägtes Lebenstempo Zeitdruck Konkurrenzdruck Schnelles Gehen

TYP-A

Schnell Essen stolz, immer pünktlich zu sein wenig Geduld arbeitet lang Interesse an der Uhrzeit und Zeitpläne Schnelle Orte sind reizvoll Nichtstun = Langeweile Warten = Zeiträuber

3. Madrid (ES) 1◊,89

4. Guangzhou (CN) 1◊,94

5. Dublin (IRL) 11,◊3


1◊. Wien (Ö) 12,◊6

6. Curitiba (BR) 11,13

7. Berlin (D) 11,16

8. New York (USA) 12,◊◊

9. Utrecht (NL) 12,◊4

kollektivistisch orientiert von Ereignissen geprägtes Tempo Mach mal langsam Freundschaftlich, familiär

Zusammenfassend lassen sich grob zwei Typen aus dieser Zeitanalyse erkennen: Der uhrzeitgeprägte und der ereigniszeitgeprägte Mensch oder Gummizeit-Mensch. Beide sind in kulturelle Systeme integriert und leben den Rhythmus ihrer Kultur und Umgebung. 19 Am besten erkennt man diese Typen an ihrer Gehgeschwindigkeit: Menschen mit einem schnellen Gang sind mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von dem Eil-Syndrom betroffen. Dies ist gleichbedeutend für die Kultur / Stadt, in welcher dieser Typus lebt.20

langsames Gehen Siesta stolz, am leben zu sein zeitlos arbeitet angemessen lebt nach der Gummizeit Schnelle Orte sind unangenehm Nichtstun = Entscheidung Warten = Qualität der Zeit

TYP-B

Gehgeschwindigkeit


ZEIT WAHRNEHMUNG


Personen in der ‘gedehnten Gegenwart’ haben das Gefühl, ins Hier und Jetzt tief einzutauchen. Es gibt auch Belege dafür, dass in diesem Zustand der positiven Zeitdehnung das Leistungsniveu erheblich gesteigert werden kann; dies ist bei Spitzensportlern oft erkennbar (auch als FlowErlebnis bekannt).1 Der unterschied zwischen positiver Zeitdehnung und Langeweile ist letztlich ein Problem der Kontrolle. Eine Form der Kontrolle lehrt uns der Zen-Buddismus. Durch die Verlangsamung der Zeit entsteht ein Gefühl der Zeitlosigkeit (Nirvana).2 Bei der Langeweile dagegen liegt die Verlangsamung der Uhrzeit außerhalb der Kontrolle des Individuums. Die Langeweile kontrolliert das Zeitgefühl. In der ‘Zeit-Zone’ eines Zenmeisters verlangsamen sich die Bewegungen aller anderen, wohingegen die eigene Uhr mit normaler Geschwindigkeit weiterläuft. Bei einem sich Langeweilenden verlangsamt sich die Zeit der inneren Wahrnehmung. Die Zeit kriecht sowohl in der inneren als auch in der äußeren Welt. Gefühlsmäßig wird dieser Zustand als unangenehm bis schmerzhaft empfunden.3

Wie kommt es, dass die Dehnung der Zeit einmal als positive, stärkende Erfahrung und einmal als Belastung wahrgenommen wird?


1 2 3 4 5 6 7 8 9 1â&#x2014;&#x160; 11 Zeitwahrnehmung

12

Zeitdehnung

lineare Zeiteinheit (Uhrzeit)


GUMMIZEIT – ZEITDEHNUNG

1 2 3 4 5 6 7 8

ZE

9 1◊ 11 12

A

AKTIVITÄT UND ABWECHSLUNG

Wie schon all bekannt, vergeht die Zeit schneller, wenn der Mensch beschäftigt ist, also wenn eine Aufgabe ihm geistige Anstrengung abverlangt. Zum Beispiel erscheint uns innerhalb eines Zeitraums von einer Stunde ein Konzertbesuch kürzer als Zuhause dem Wasser beim kochen zuzuschauen. Mit anderen Worten: Wenn viel passiert, wirkt die Zeit kürzer. In der Leistungsgesellschaft wird Aktivität allgemein als etwas Gutes bezeichnet, während Nichtstun Verschwendung signalisiert. Selbst die Freizeit wird einer gezielten Planstruktur unterworfen, die mit überhäuften Ereignissen gefüllt wird. Wir leben in einer Kultur, wo es nicht ungewöhnlich ist, zu rennen um sich zu entspannen, stundenlang sich mit Fitnessgeräten zu quälen und dafür sogar noch Geld zu bezahlen. Manchmal scheint es so, als ob unser Leben darauf ausgerichtet ist, den Terror des Nichtstuns zu entgehen. Deshalb sehnen wir uns auch nach Abwechslung. Denn je größer die Abwechslung, desto schneller scheint die Zeit zu vergehen.Mangelt es an abwechslungsreichen Tätigkeiten oder Geschehnissen erscheint unsere Arbeit, ein Film, den wir uns ansehen als langweilig. Langweile ist nichts anderes als die psychisch wahrgenommene Verlangsamung der Uhrzeit.4

E

ZE

ANGENEHME ERFAHRUNG

Ironie des Lebens ist, dass Zeit langsamer vergeht, wenn wir etwas unangenehmes oder Mühsames machen müssen oder Zeit schneller vorbei ist als uns lieb ist. Robert Ortsteins behauptet, dass die Wahrnehmung der Dauer dadurch bestimmt wird, wieviel wir von einer Situation im Gedächtnis aufnehmen und speichern können. Positive Erlebnisse sind, so argumentiert er, im Gedächtnis besser organisiert als negative Erfahrungen. Je besser eine Erinnerungseinheit organisiert ist, desto kleiner sind ihre Speichergrößen, welche als kürzere Dauer wahrgenommen werden. Das heißt, Erinnerungen positiver Natur nehmen geringeren Raum auf der Hirnrinde ein, und werden deshalb kürzer wahrgenommen als negative Erinnerungen. Beispielsweise werden Situation, in denen man erfolgreich war, als deutlich kürzer wahrgenommen, als Situationen, in denen man versagt hat.5

Aktivität /Abwechslung

ZE

Erfahrung -/+


E

A D

R

D

GRAD DER DRINGLICHKEIT

Je größer die Dringlichkeit, desto intensiver wird das Ticken der Zeit wahrgenommen. Das Warten im Restaurant zu Mittagszeit mit erbärmlich großen Hunger erscheint uns endlos. Ein sehnsüchtig Liebender zählt unwillkürlich die Minuten, bis seine Geliebte zurückkehrt. Ein Autofahrt ins Krankenhaus mit einem blutenden Patienten kann Jahrzehnte dauern. Diese Dringlichkeitsregel basiert auf menschlichen Bedürfnissen psychologischer und kultureller Notwendigkeit. Die kulturellen Unterschiede deklarieren unterschiedliche Normen im Umgang mit der Dringlichkeit.6

R

R - MODUS

Die Art der Aufgaben, mit denen wir konfrontiert werden, können die Wahrnehmung der Dauer ebenfalls stark beeinflussen. Der Biopsychologe Roger Sterry belegt, dass unsere beiden Gehinrhälften sich auf unterschiedliche Typen von Informationen konzentrieren und diese unterschiedlich verarbeitet werden. Die linke Gehrinhälfte ist für analytisches, verbales Denken zuständig. Sie ist ausgelegt auf Tätigkeiten, wie z.B. ordnen, zählen, stufenweises Planen von Vorgängen, bei der rationalen, logischen Zeitwahrnehmung von Prozessen. Wohingegen sich die rechte Gehirnhälfte (R-Modus) auf nonverbale Vorgänge konzentriert, z.B. beim Malen kommt dies zum Einsatz. Tätigkeiten, die hauptsächlich vom R-Modus getrieben werden, lassen uns das Gefühl für das Vergehen von Zeit verlieren.7

ZE

Dringlichkeit

ZE

R-Modus


◊1 –

KUNDE AM TELEFON

+

GESPRÄCH MIT FREUND

E

A

D

172 58 ≈ 3◊ Min

≈ 25 Min

= 11 Min

= 1 Std

-

+ Zeitverkürzung

Zeitdehnung

R

D

E

A

R

D

E

A

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊ 11 12

Gummizeit in %

R


ZEITDIEBE

VS

ZEITGEBER

ZEITGUMMI Mein Kunde hat mir ganze 19 Minuten meiner Lebenszeit beraubt. Zum Glück konnte ich das mit einem netten Gespräch wieder aufholen. Danke!

Zeitverkürzung

Zeitdehnung

- 172%

+ 58%

Geschätzt

=

Tätsächlich

Geschätzt

=

Tätsächlich


◊2 –

FERNSEHEN

+

MALEN

E

A

D

25 14◊ ≈ 45 Min

≈ 6◊ Min

= 6◊ Min

= 25 Min

– Zeitverkürzung

+ Zeitdehnung

R

D

E

A

R

D

E

A

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊ 11 12

Gummizeit in %

R


ZEITDIEBE

VS

ZEITGEBER

ZEITGUMMI + 14◊ %

Zeitverkürzung

Zeitdehnung

- 25 %

Meine Gummizeit ist in diesem Fall dem Malen gewidmet. Beim Malen verfalle ich dem klebrigen Dehnungsprozess der Zeit. Es scheint so als ob die Zeit still stehen würde.

Geschätzt

=

Tätsächlich

Geschätzt

=

Tätsächlich


◊3 –

TEXT FORMATIEREN

+

KREATIVES ARBEITEN

E

A

D

1◊◊ 1◊◊ ≈ 12◊ Min

≈ 6◊ Min

=

6◊ Min

= 3◊ Min

-

Zeitdehnung

+ Zeitdehnung

R

D

E

A

R

D

E

A

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊ 11 12

Gummizeit in %

R


ZEITDIEBE

VS

ZEITGEBER

ZEITGUMMI

- 1◊◊ %

In der Arbeit kommt es immer wieder zu Situationen, die man am Liebsten meiden möchte – Texte formatieren ist ein gutes Beispiel dafür. Auf der anderen Seite gehöre ich zu den glücklichen Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.

Zeitverkürzung

Zeitdehnung

+ 1◊◊ %

Geschätzt

=

Tätsächlich

Geschätzt

=

Tätsächlich


ZEITRÄUBER

+

ZEITGEBER

+

A 3

senken

A 6

E 3

erhöhen E 1◊

senken lassen

D 1◊

senken

D 1◊

lassen

R 2

erhöhen R 12

senken

E

E

D

A A

D

R

D

E

A

R

D

E

A

1

2

3

4

5

6

7

8

9

1◊ 11 12

R

R


ANMERKUNGEN UND QUELLEN 1

BESTANDSANALYSE [1–8] direkt übernommene Zeitungsartikel: Burnout-Syndrom: Die Krankheit der Leistunsgesellschaft Eva Kretz, Dipl. Vital- und Mentaltrainerin http://www.eva.kretz.at

2

SELBSTERKENNTNIS

1

Reheis, S.122

2

Begriff geprägt von Reheis, S.136ff

Diabetes – Ein Spiel mit dem Feuer SWR1 Rheinland-Pfalz :: Ratgeber :: Gesund & aktiv | SWR.de 29.◊3.12 22:56 http://www.swr.de/swr1/rp/tipps/gesund/-/id=44686◊/ vv=print/pv=print/nid=44686◊/did=88752◊2/1sknf2l/ index.html Seite 1 von 2

3

Reheis, S. 136

4

Reheis, S.125

5

Reheis, S.136

Ältere Studenten sind von Hirndoping betroffen sueddeutsche.de, 23.◊3.12 23:22 http://www.sueddeutsche.de/muenchen/2.22◊/ gespraech-ueber-arbeitssucht-ungesunderehrgeiz-1.1191345 17.11.2◊11, 17:◊2

6

Reheis, S.136ff

7

Kunsmuseum Wolfsburg, Die Kunst der Entschleunigung: Interview mit Hartmut Rosa, S. 1◊ff

8

Kunsmuseum Wolfsburg, Die Kunst der Entschleunigung: Interview mit Hartmut Rosa, S. 11

9

Kunsmuseum Wolfsburg, Die Kunst der Entschleunigung: Interview mit Hartmut Rosa, S. 11

1◊

Kunsmuseum Wolfsburg, Die Kunst der Entschleunigung: Interview mit Hartmut Rosa, S. 11

11

http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/4343.html (27.1◊.2◊◊5)

12

http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsgesellschaft (22.◊5.2◊12)

13

http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsgesellschaft (22.◊5.2◊12)

3

ZEITMESSUNG

1

Falsspöhler, S. 27

2

Falsspöhler, S. 27

3

Falsspöhler, S. 28

4

ANALYSE DER ZEIT

1

Levine, S.31ff

2

http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/4343.html (27.1◊.2◊◊5)

Konsumsucht und Überfluss: 1 Reheis, S.118ff

3

Robert Levine, S 37ff

2 Reheis, S.12◊

4

Werner, S.5ff

Internet-Benutzer verbringen die meiste Zeit auf Facebook 15. September, 2◊11 http://www.thomashutter.com/index.php/ 2◊11/◊9/social-media-die-welt-liebt-socialnetworks-blogs-nielsen-liefert-neue-insights/

5

Wallisch, S.11

6

Robert Levine, S 37ff

7

http://de.wikipedia.org/wiki/Biologischer_Rhythmus (11.◊5.12)

8

Werner, S.5ff

9

Levine, S.31ff

10

Levine, S 37ff

11

Levine, S 37ff

12

Levine, S 37

13

Levine, S 37

14

Levine, S. 41

15

Levine, S. 41

16

Levine, S. 48

17

Levine, S. 48

18

Levine, S. 48

19

Levine, S.5◊, 138FF, 2◊7FF

20

Richard Wiseman / British Council, August 2◊◊6

21

Richard Wiseman / British Council, August 2◊◊6

Stress im Beruf – Multitasking sueddeutsche.de, 18.◊2.12 15:44 http://www.sueddeutsche.de/karriere/2.22◊stress-imberuf-wir-alle-unterwerfen-uns-der-e-mail-1.695728 Ungesunder Ehrgeiz sueddeutsche.de, 23.◊3.12 23:22 http://www.sueddeutsche.de/muenchen/2.22◊/ gespraech-ueber-arbeitssucht-ungesunderehrgeiz-1.1191345 17.11.2◊11, 17:◊2 Interview: Beate Wild Erfolgreich auf Droge FOCUS-Online, 12.◊2.◊9, 17:1◊ · von Redakteurin Helwi Braunmiller http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/ news/leistungssteigerung-erfolgreich-auf-droge_ aid_37◊5◊7.html Hirndoping – Das Öl der Leistungsgesellschaft STERN.DE, 23.◊3.12 23:11 http://www.stern.de/gesundheit/leistungssteigerndemedikamente-gehirndoping-ist-ein-spiel-mit-demfeuer-1514494-print.html Seite 1 von 3 http://www.stern.de/gesundheit/leistungssteigerndemedikamente-gehirndoping-ist-ein-spiel-mit-demfeuer-1514494.html Schlank sein als Leistungsindikator: RODIN, J.: Die Körperfalle. In: Psychologie heute 7 (2◊), S. 2◊-23, 1993

Reheis, S.125

ENTSTEHUNG DER LEISTUNGSGESELLSCHAFT [1–4]

1

Reheis, S. 1◊8

2

Reheis, S. 1◊8

3

Reheis , S.1◊8

4

Reheis , S.1◊8ff

5

Reheis, S.1◊9ff

6

Reheis, S.1◊9

7

Kunstmuseum Wolfsburg, Feuilleton, S.1◊

8

Reheis, S.118ff

9

Reheis, S.12◊

1◊

Reheis, S.122

11

Reheis, S.125


5

ZEITWAHRNEHMUNG

1

Levine, S.68

2

Levine, S.69

3

Levine, S.7◊

4

Levine, S.71

5

Levine, S.72

6

Levine, S.73

7

Levine, S.75

Böhme Gernot (2010), Kritik der Leistungsgesellschaft, Bielefeld Reheis Fritz (2003), Entschleunigung. Abschied vom Turbokapitalismus, München Levine Robert (2007), Eine Landkarte der Zeit – Wie Kulturen mit Zeit umgehen, Verlag Pieper Werner Frank (2012), Zeit-Geschichten: Der Takt unseres Lebens, Niemeyer Verlag Flasspöhler Svenja (2011), Wir Genussarbeiter – Über Freiheit und Zwang in der Leistungsgesellschaft, München Kunstmuseum Wolfsburg (2012), Die Kunst der Entschleunigung Bewegung und Ruhe in der Kunst von Caspar David Friedrich bis Ai Wieweit, Verlag Hatje Cantz http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/4343.html (27.10.2005) http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsgesellschaft (22.05.2012)


Ein Dankeschön an meine Zeitgeber: an alle die mir dabei geholfen haben, dieses Buch fertigzustellen und besonders an…

Mag. Wilhelm Drach Gestalterische und seelische Unterstützung

Mag. Barbara Drach-Hübler und

Dr. Michael Schrems fürs Korrekturlesen

Birgit Graggaber hat diese hilfreiche Grafik verfasst

Roland Vorlaufer kritischer Blick

Nandor Zöldhegyi Inspiration

Mag. Martin Tiefenthaler und

Erich Monitzer Typografische Korrektur

Ernst Elsnic Druckexperte

©2012 Mag. Daniela Weiss daniela.jw@gmail.com www.ssiew.eu

Profile for Daniela Weiß

Das Eil-Syndrom - The Rush Syndrome  

This project deals with the societalphenomenon of rush and hurry in theeveryday life of an individual.

Das Eil-Syndrom - The Rush Syndrome  

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