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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 8/2011

SRF Bandleader im ­tpc-Schaltraum: Techniker André ­Heiniger im Porträt. Seite 7

SRG SSR Digitalradio in zweiter Generation. Seite 8

Publikumsrat Die Leistungen von SRF bei den eidgenössischen Wahlen im Fokus. Seite 10

Ombudsstelle Vorwahlsendungen: Die Ombudsstelle zieht positive Bilanz. Seite 12

Carte blanche Niggi Ullrich: Carte ­jaune – eine Nachlese zur Wahl des SRG-Präsidiums. Seite 13

Anna Frei: Neue Stimme beim Regionaljournal. Seite 14 SRG-Tag an der Zuger Messe: Pointe an Pointe. Seite 16

Die Trägerschaft debattiert über ihren Platz in der Politik Seite 4

Bild: Keystone / Gaeton Bally

Zentralschweiz


SRG Zentralschweiz

Bild: Dany Schulthess

Anna Frei

Immer motiviert, am Mikrofon und in der sportlich geprägten Freizeit: Anna Frei.

«Hier gehöre ich hin» Eine neue Stimme im Regionaljournal Zentralschweiz: Die Luzernerin Anna Frei hat sich bestens eingelebt, obwohl sie auch noch einen ganz anderen Berufsplan hatte. Zum ­Journalismus fand sie dank Krücken – im wahrsten Sinne. Manchmal müssen Bänder reissen, damit sich Wege öffnen. So war es zumindest im Leben von Anna Frei. Während des Aufnahmetests zum Sportstudium rissen ihre Bänder, und sie konnte den Test nicht zu Ende führen. «Ich fasste das damals als Zeichen von oben auf», sagt Anna Frei.Vor dem Test stand sie nämlich innerlich auf der Kippe, ob sie nun Sportlehrerin oder Journalistin werden wollte. Anstatt Sport gab es nun aber Krücken, und Frei studierte unter anderem Publizistik und Politik – eine gute Basis für den Journalismus, zu dem sie sich schon länger hingezogen fühlte. Sie kommt aus einem Umfeld, das schon immer von Journalisten geprägt war. Wenn sie über das Quartier erzählt, in

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dem sie aufgewachsen ist, fallen etliche Namen, die man in der Medienszene ­Luzern gut kennt. «Ich habe zwar nicht zu jemandem aufgeschaut, aber beeinflusst haben mich all diese Menschen schon.»

«Schnellste Luzernerin» Aus dem Sport ist sich Frei eigentlich den schnellen Weg gewohnt, dreimal holte sie in ihrer Jugend den Titel der «schnellsten Luzernerin». Im Berufsleben und im Journalismus dauert aber alles etwas länger: Um im Journalismus Fuss zu fassen, unterbrach sie ihr Studium, arbeitete unentgeltlich ein halbes Jahr für Alternativradios (Kanal K und Toxic FM), bis sie schliessAusgabe 8/2011

lich zu Radio Central kam und dort auch neben dem Studium weiterhin jobbte. Nach insgesamt fünf Jahren schloss sie ihr Studium in Zürich mit dem Lizenziat ab und landete beim Schweizer Fernsehen. Von dort wiederum gelang ihr vor kurzem der Schritt zum Regionaljournal Zentralschweiz. «Als ich hier angefangen habe, dachte ich: Jetzt bin ich angekommen, hier gehöre ich hin», sagt die 31-Jährige. Aufgewachsen und gelebt hat sie immer in Luzern – ein Kurzaufenthalt in Paris ausgenommen. Auch während des Studiums, das sie in Zürich absolvierte, zog es Anna Frei nicht weg. Aus einem einfachen Grund: «Luzern


ist einfach schöner.» Anna Frei sagt das ohne kitschige Heimattreue. «Mein Umfeld war auch immer hier. In Luzern bin ich einfach daheim.»

Newsjunkie Hier weiss die Frau, die sich als Newsjunkie bezeichnet, was läuft, und sie kennt die Menschen. Und sowieso: Die Zentralschweiz sei eine der spannendsten Gegenden, über die man berichten könne. Die sechs Kantone seien derart unterschiedlich, «von ländlich bist städtisch», und wenn man über Regionales berichte, sei man zwangsläufig auch nahe an den Leuten. Doch hält es ein Newsjunkie, der schon vor dem Frühstück alle wichtigen Websites checkt, überhaupt aus in der beschaulichen Zentralschweiz? Frei lacht nur: «Auch hier muss man ein Newsjunkie sein, ich bin genauso gerne regional wie international auf dem Laufenden.» Abschalten davon kann Anna Frei am besten, indem sie läuft. Entweder in die Berge oder durch die Strassen und Wälder Luzerns. «Dreimal pro Woche trainiere ich Ausdauersport», sagt sie. Der Sport ist trotz der einschneidenden Erfahrung bei der Aufnahmeprüfung zum Studium ihr steter Begleiter geblieben. «Hartnäckigkeit, Disziplin und Ausdauer», das sind jene drei Fähigkeiten, die Frei im Sport gelernt hat und auch jetzt im Job einsetzen kann. Und der Job fordert einiges von ihr, auch den Verzicht: «Die Teilnahme am Lucerne Marathon Ende Oktober wäre durchaus ein Thema gewesen, leider komme ich vor lauter Arbeiten derzeit aber nicht dazu, mich genügend vorzubereiten», sagt Frei.

Mandat für Kanton Schwyz Gerade jetzt mitten im Wahlkampf (das Gespräch fand kurz vor den eidgenössischen Wahlen statt) sei es zuweilen hektisch im Beruf. «Aber mir gefällt das», sagt sie, «gerade wegen meines Politikstudium.» Sowieso, die Politik sei ihr Steckenpferd, so Frei, «doch eigentlich gibt es nichts, was ich beim Regi nicht gerne

­ ache.» Zugeteilt ist ihr im Team der Kanm ton Schwyz. «Ein spannender Kanton», findet sie, muss aber zugeben, dass sie sich derzeit doch noch ein bisschen besser auskennt in Luzern. «Aber ich bin ja noch nicht so lange hier und lerne täglich dazu», lacht sie. Auf weitere Pläne angesprochen, winkt Anna Frei ab: «Ich bin jetzt beim Regionaljournal Zentralschweiz, es gefällt mir gut, das Team ist super.» Sie fühle sich wie über die Ziellinie gekommen und jetzt ruhe sie sich gedanklich zuerst einmal aus, bevor sie allenfalls an eine nächste Herausforderung denke. Überhaupt: «Momentan fällt mir wirklich nichts ein, wo ich es besser haben könnte.» Das RegiTeam kannte sie bereits von einem Praktikum vor dem Studium: «Viele Leute sind immer noch die gleichen, und ich habe mich schon damals wohl gefühlt.»

Auch mal Videobeitrag Wie heute auch noch. Kein negatives Wort ist ihr zu entlocken, Anna Frei ist rundum zufrieden. Aber es gibt doch noch Steigerungspotenzial: Anna Frei hofft darauf, dass sie im Zuge der Konvergenzbestrebungen bei Radio und Fernsehen auch mal wieder einen Videobeitrag aus der Zentralschweiz machen kann. Entsprechende Erfahrung als stellvertretende Korrespondentin bei Schweizer Fernsehen hat sie bereits. «Hier sehe ich eine gute Chance in der Zusammenarbeit», kommentiert sie das intern nicht ganz unumstrittene Zusammenwachsen von SF und SR DRS. Anna Frei hat ihre Ziellinie im Journalismus anscheinend überquert. Mit einigen Umwegen und auch dank gerissener Bänden. Jetzt geht es im Endspurt auf den zweiten Durchgang der eidgenössischen Wahlen zu. Und dann? Durchschnaufen? «Nein», sagt Frei, «dann gehts erst richtig los. Wie im Sport: Nach dem Rennen ist vor dem Rennen.» HG

SRG Zug war Facebook-Pionier Seit Frühling dieses Jahres hat die SRG SSR eine eigene Facebook-Seite– wie seit dem Sommer übrigens auch die SRG Deutschschweiz. Nachzutragen ist an dieser ­Stelle, dass in Sachen ­Facebook die SRG Zug Pionier­arbeit geleistet hat. Sie ist bereits seit ­Anfang Jahr mit einer eigenen Seite unter www.facebook.com/ srg.zug online. «Damit wollten wir zeigen, dass wir als älteste Medienorganisation der Zentralschweiz in Sachen neue Medien die Nase vorne haben», sagt Patricia Diermeier, Präsidentin der SRG Zug, zugleich Initiantin und Betreuerin der Zuger Facebook-Seite. Anscheinend muss sich das zunächst einmal herumsprechen, denn noch sind die Fans nicht so zahlreich. Aber immerhin: Es werden zunehmend mehr. Und, so Diermeier: «Wenn man die Grösse unserer Sektion mit der nationalen SRG SSR vergleicht, deren Facebook-Seite noch nicht einmal 250 Fans hat, sind wir schon sehr zufrieden.» Auf der Zuger Facebook-Seite erfährt man vor allen anderen von Veranstaltungen und exklusiven Angeboten der SRG Zug, zudem sind Fotos der Events zu sehen. pd

Ehemaliger Regi-Leiter gestorben In Abtwil im Freiamt ist am 14. Oktober 2011 ­Alfons Croci-Schaffner im Alter von 71 Jahren gestorben. Er erlag einer schweren Krankheit. Alfons Croci war Sekundarlehrer und betätigte sich schon früh in der Medienarbeit, ab 1968 viele Jahre als Leiter der katholischen Arbeitsstelle für Radio und Fernsehen (ARF). Von 1990 bis 1992 war Alfons Croci als Nachfolger von Tino Arnold Leiter des Regionaljournals Innerschweiz. Nach 1992 arbeitete er in verschiedenen Beratungsbüros, ehe er in Sins ein eigenes Büro eröffnete. Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt. Die SRG Zentralschweiz entbietet den Angehörigen ihr herzliches Beileid. pd

Ausgabe 8/2011

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SRG Zentralschweiz

Agenda

SRG-Tag mit Sergio Sardella

Freitag, 11. November 2011 GV SRG Nidwalden

Gut lachen an der Zuger Messe

Nicht vergessen: An diesem Freitag findet im Hotel Engel in Stans die GV der SRG ­Nidwalden statt. Die Mitglieder sind ­rechtzeitig eingeladen worden.

Es war der grosse Wahlsonntag – und zugleich SRG-Tag an der Zuger Messe. Comedian Sergio Sardella unterhielt das Publikum deshalb auch gleich mit aktuellen Pointen.

Montag, 14. November 2011 GV SRG Obwalden Drei Tage nach den Nidwaldnern haben auch die Obwaldner ihre GV: 20.15 Uhr, ­Mattlisaal, Sachseln.

Sonntag, 27. November 2011 «Persönlich» live aus Luzern An diesem Sonntag sendet die Radio-Talkshow «Persönlich» zwischen 10.00 und 11.00 Uhr live aus dem Hotel Seeburg in ­Luzern. Gastgeber und Gäste waren bei ­Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Die Sendung ist öffentlich, Gäste sind ­willkommen.

Schweiz zu Italien: Beide Länder haben ­einen SB – hier ist es Sepp Blatter, der die Mafia regiert, und dort Silvio Berlusconi, der Italien regiert.

Dass der abgewählte Zuger Nationalrat Jo Lang halt eben «(z)lang» in Bern war und Steve Jobs sein Erfolgsrezept von iPhone, iPad und Co. in iTalien (sprich «Ai-Talien») abgekupfert hat, das kann wohl nur einem iTaliener mit Schweizer Pass einfallen. Mit aktuellen und überraschenden Pointen faszinierte Sergio Sardella am SRG-Tag das Publikum der Zuger Messe.

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Mittwoch, 30. November 2011 SRG Zug bei «Aeschbacher» Die SRG Zug besucht an diesem Tag mit ­ihren Mitgliedern die SF-Sendung ­«Aeschbacher». Kurt Aeschbacher amtet ­dabei als Moderator und Gastwirt, der nach der Aufzeichnung der Sendung einen Apéro offeriert.

Beste Pointen dank SRG Dank seiner Fähigkeit, schnell auf aktuelle Ereignisse und sein Publikum einzugehen, hatte der in Emmenbrücke wohnhafte ­Sergio Sardella mit seinen zwei Vorführungen an der Zuger Messe die Lacher auf seiner Seite. Und nicht zuletzt erklärte er mit kokettierendem Schmus auf die Frage, woher er all die Pointen nehme: «Ja, die kommen von euch, von der SRG: Ihre ­Programme bescheren die mir die besten ­Ideen.»

Bild: Ruedi Wicki

Sardella ist Secondo und «Tschingg», wie es im Buche steht: Seine Gestik südländisch, sein Akzent süss und seine Sprache so schnell, dass man sehr gut zuhören muss, will man nichts verpassen. Mal kritisch, mal augenzwinkernd, aber nie platt schlug der Sohn eines Neapolitaners und einer Emmentalerin den Bogen von der

Sympathischer Secondo-Humor: Sergio Sardella am SRG-Tag.

Bild: pd

Auch sie hatten ihr helle Freude, das Team der Botschafterinnen und Botschafter der SRG ­Zentralschweiz (v. l. n. r.): Roby Diermeier, Margrith Tomasina, Trudy Wahlen, Patricia ­Diermeier ­(Präsidentin SRG Zug), Ruedi Wicki.

Waren nach dem intensiven Programm von Sergio Sardella noch Fragen zur SRG und den SRF-Programmen offen, so wurden sie von den vier kompetenten Botschaftern am SRG-Stand beantwortet. Hier konnte man auch eine Wettbewerbskarte ausfüllen und nebst tollen «Bhaltis» exklusive Preise gewinnen, die an Ort und Stelle verlost wurden. pad Ausgabe 8/2011

Impressum Ausgabe 8/2011 (November 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Jasmin Rippstein (jr), Olivia Guler (og) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Markus Knöpfli, Florian Blumer,Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Zentralschweiz (S. 14–16): Therese Rauch, Geschäftsstelle, Postfach 3669, 6002 Luzern, Tel.: 041 227 24 00, Fax: 041 227 24 20, E-Mail: therese.rauch@srf.ch Adressänderung an: SRG Zentralschweiz, Postfach 3669, 6002 Luzern Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Ingrid Essig, Winterthur Druckvorstufe: Küenzi&Partner, Langnau/Zürich Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 132 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011102707 (swissclimate.ch)

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