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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 7/2011

SRG.D Mitgliederanlass bei den Swiss Indoors 2011: Möchten auch Sie dabei sein? Seite 7

SRG SSR Wahlen: Raymond Loretan wird knapp neuer SRG-Präsident. Seite 8

Publikumsrat «Schawinski»: Ein doppelter «Aeschbacher» in der halben Zeit. Seite 10 Ombudsstelle Politik statt Predigt? Beanstandung gegen «Wort zum Sonntag». Seite 12

Carte blanche Jürg Seiberth: Zerstreute ­Wahrnehmung. Seite 13

Preisverleihung an ­Rainer Stadler. Seite 14

Regionale News im I­nternet. Seite 15 Rückkehrer Thomas ­Zuberbühler. Seite 16

SRF macht Bundesbern greifbar Seite 4

Bild: ImagoPress / Patrick Lüthy

Ostschweiz


SRG Ostschweiz Radio- und Fernsehpreis 2011

Schwarz auf weiss bringt Preis Preisträger 2011 des Radio- und Fernsehpreises der Ostschweiz ist der Medienredaktor Rainer Stadler. Er erhielt den von den Ostschweizer Kantonsregierungen gestifteten Preis am 1. September im Hofkeller in Sankt Gallen. Rainer Stadler bei dieser Zeitung tätig. Ihm obliegt seit vielen Jahren die dienstags erscheinende Medienseite, die sich durch profunde Analysen und das Aufzeigen von Entwicklungen und Hintergründen auszeichnet. Kontinuierliche und fundierte Medienbeobachtung ist hierfür notwendige Voraussetzung. Fachkenntnisse aus Jahrzehnten fliessen bei den d ­ ifferenzierten Beurteilungen dabei ein. Weder die Relevanz des Mediums noch die Grösse des Unternehmens sind ausschlaggebende Kriterien für Medienkritik. Der «Kontrolle» unterliegen alle. Dazu jeweils Stadlers Kolumne: aufklärend und kritisch. «Seine Ironie, seine Kritik sind von der stilleren Art», hält Höpli in seiner Würdigung des Preisträgers fest. Und dennoch sind sie «träf».Voller Neugier und unvoreingenommen nähert sich der Gottlieb F. Höpli, ehemaliger Chefredaktor des «St. Galler Tagblattes» und Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz, würdigte in seiner Laudatio Rainer Stadler als einen der letzten Medienkritiker.

Die Vielzahl der Medien und Mediengattungen liefert uns Konsumentinnen und Konsumenten Dauerberieselung. Mit dem Wandel zur Mediengesellschaft schwinden Medienbeobachtung und Medienkritik. «Die journalistische Wahrnehmung des medialen Umfeldes, die genaue und kritische Ana­lyse fremder Medienleistungen hat im ­Verhältnis zur Explosion der Titel, Sender und Anbieter umgekehrt proportional ­abgenommen», bringt es Gottlieb F. Höpli, ehemaliger Chefredaktor des «St. Galler Tagblattes» und Präsident des Vereins ­Medienkritik Schweiz, in seiner Laudatio

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auf den Punkt. Zeitdruck, ökonomische Zwänge, fehlendes Verantwortungsbewusstsein oder mangelnde ­Zivilcourage sind medienkri­tischen und m ­ edienethischen Überlegungen kaum ­förderlich. Eine spitze Feder zu führen, will wohlüberlegt sein. Und wo in einer ­mediatisierten Welt gibt es Raum hierfür?

Konstant, fair und «träf» Es gibt auf diesem Gebiet nur wenige ­Konstanten. Eine davon ist bei der «Neuen Zürcher Zeitung» zu finden. Seit 1989 ist Ausgabe 7/2011

Die SRG SSR war durch Verwaltungsratspräsident Jean­vertreten.


Aus der Programm­ kommission: regionale News im Internet Die Programmkommission untersuchte anlässlich ihrer letzten Sitzung die Qualität der regionalen News im Internet.

Rainer Stadler zeichnet sich durch eine kontinuierliche und differenzierte Medienkritik aus.

gebürtige Ostschweizer Rainer Stadler der Medienszene. Distanz und Nähe sind austariert. Mit seiner Kolumne «In Medias Ras» hat er sich die Achtung und Anerkennung seiner Branche erworben.

Beharrlich und unbestechlich – wie ein Fels in der Brandung – widersetzt er sich der serbelnden Medienkritik. Da er dies stilsicher, abwägend und umsichtig dem Publikum vermittelt, wirkt es überzeugend und kommt an.

Serbelnde Medienkritik

Bernard Münch und Generaldirektor Roger de Weck

Bilder: Anna-Tina Eberhard, St. Gallen

Dass sich Rainer Stadler mit Tageszeitungen, elektronische Medien und Social Media gleichermassen kritisch auseinandersetzt, erhöht die Resonanz seines Schaffens.

Feierliche Preisübergabe Zur Preisübergabe im Hofkeller in St. Gallen waren neben zahlreichen Mitgliedern der SRG Ostschweiz Vertreter aus der Politik, der Ostschweizer Medien und Medienschaffende gekommen. Mit Jean-Bernard Münch,Verwaltungsratspräsident der SRG SSR, sowie SRG-Generaldirektor Roger de Weck war das grösste Schweizer Medienunternehmen an der feierlichen Preisübergabe vertreten. Die Grussworte der Ostschweizer Regierungen, die den Medienpreis von 10 000 Franken stiften, überbrachte der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth. Die Laudatio hielt mit Gottlieb F. Höpli ein ehemaliger Arbeitskollege bei der NZZ. Beide verband bereits 1989 das Thema Medienkritik. Während Höpli sich in den folgenden Jahren mehr der Medienpolitik verschrieb, konzentrierte sich Rainer Stadler mehr auf die medienspezifischen und programmlichen Aspekte. Gemeinsam ist ihnen die Förderung der Qualität. Ursel Kälin Ausgabe 7/2011

Das Regionaljournal Ostschweiz hat in den letzten Monaten seinen Nachrichtenservice im Internet kontinuierlich ausgebaut. Die Programmkommission kommt zum Schluss, dass Qualität, Vielfalt und Aktualität der Internetpräsenz im Vergleich zu früher verbessert wurden. Die Diskussion zeigte aber auf, dass sich die Verbesserungen insbesondere auf Inhalt und Aktualität beziehen und weniger auf gestalterische oder strukturelle Elemente. Zusatznutzen durch Internetpräsenz Regionale News im Internet sind hilfreich, um jederzeit möglichst schnell und gezielt relevante Informationen zu erhalten. Die Themen sind vielfältig und lebendig dargestellt. Diese beinhalten Text, Bilder und Hörfunktionen. Insgesamt bietet das Regionaljournal ein sehr gutes und kompaktes journalistisches Angebot. Dossiers, in denen einzelne Themen übersichtlich zusammengefasst werden, sind gute Orientierungshilfen. Verbesserungspotenzial Im Gegensatz zu den Dossiers ist die restliche Struktur nicht selbstredend. Es fehlen feste Orientierungspunkte. Die Suchfunktion, insbesondere nach Datum, ist verbesserungsfähig. Bezüglich der Dossiers wird vorgeschlagen, gezielter auf deren Vorzüge und auf die «Schätze» im Archiv aufmerksam zu machen. Hierfür sind die Icons für das Archiv, aber auch den Mailkontakt verständlicher und prominenter darzustellen. Zudem könnte die Übersicht durch Bündelung der Dossiers nach Kanton verbessert werden. Eine Überlegung wert ist die Einbindung von Fernsehbeiträgen im Internet. Noch zu prüfen ist der erleichterte Zugang für Hör- und Sehbehinderte. Diesen könnte man mit einer Zertifizierung kennzeichnen. Monika Gessler

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SRG Ostschweiz

Agenda

Thomas Zuberbühler vom Regionaljournal Ostschweiz

Alte Liebe rostet nicht

Thomas Zuberbühler kehrt in die Ostschweiz zurück.

«Sommer 2004. Das Wetter war schwül, die Themen heiss und meine journalistische Laufbahn noch jung. Als Praktikant beim Regionalstudio Ostschweiz lernte ich erste Interview-Tricks und die knappe und pointierte Nachrichten-Schreibe. Nach sieben Jahren bin ich nun zurück in der Ostschweiz. Dazwischen ist viel passiert. Noch vor und auch nach dem Abschluss meines Journalistik-Studiums an der Zürcher Fachhochschule Winterthur schrieb ich im Auftrag der Nachrichtenagentur AWP über Unternehmen der Schweizer Wirtschaft. Doch die Liebe zum Radio, die mich beim St. Galler Jugendsender Toxic.fm erfasst hatte, liess nicht ab. Als die Zeitungsannonce für die DRS 3-Stage erschien, sah ich meine Chance gekommen. Doch auf die Bewerbung folgte die Ernüchterung. «Diesmal nicht, wir behalten jedoch Ihre Unterlagen», hiess es immerhin. Reine Schweizer Freundlichkeit, dachte ich. Doch es sollte anders kommen.

Bei DRS 3 dazugelernt 2007 war es so weit. DRS 3 bot mir eine befristete Anstellung an. Zuschlagen und das Risiko eingehen oder abwarten und auf das nächste Angebot warten? Damals war

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Bild: Monika Gessler

Thomas Zuberbühler kehrt nach einigen Jahren bei DRS 3 in Zürich zu seinen journalistischen Anfängen ins Regionalstudio Ostschweiz zurück. der Übermut stärker und ich bereue es nicht. Sodann arbeitete ich als Reporter im DRS 3-Team und erhielt – später auch unbefristet – die Möglichkeit, das Radiohandwerk auf unkonventionelle Weise zu erlernen. Das Highlight dieser Zeit erlebte ich im Herbst 2008. Die USA waren im ObamaVorwahlfieber. DRS 3 suchte nach einem nicht alltäglichen Sendekonzept. Ich reiste in den Bundesstaat Pennsylvania im Nordosten des Landes und versuchte während einer Woche, die Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern aufzuzeigen. Dazu zog ich für jeweils drei Tage in die Häuser der politisch unterschiedlichen Familien ein und erlebte so deren Alltag hautnah. Neben den Reporter-Einsätzen produzierte ich bei DRS 3 schliesslich auch die Nachmittags- und Vorabendsendungen. Dabei gefiel mir nebst der Interaktion mit den Moderatoren und den anderen SRF-Stellen, dass ich das Programm selbst mitgestalten konnte. Da mich vor allem politische und (volks)wirtschaftliche Themen interessieren, war ich be­ geistert, als ich im Sommer 2010 und 2011 jeweils für drei Wochen in der Wirtschaftsredaktion aushelfen konnte.

Zurück in der Ostschweiz Nun fragen sich einige, weshalb ich vom «grossen» Zürich wieder ins «beschauliche» St. Gallen gewechselt habe. Der Grund ist einfach. Hier treffe ich alles an, was ich für meine berufliche Weiterentwicklung brauche: Themen im Spannungsfeld zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und die Chance, mein Handwerk beim Moderieren, Schreiben und Produzieren zu ­verfeinern.» Thomas Zuberbühler Ausgabe 7/2011

Mitgliederanlass der SRG Deutschschweiz Der nächste grosse Mitgliederanlass findet am 6. November 2011 in Basel anlässlich des Finals der Swiss Indoors 2011 statt. Die Ausschreibung finden Sie auf Seite 7.

«Persönlich» aus der Lokremise St. Gallen Die Radio-Talksendung «Persönlich» ist am 20. November 2011 zu Gast in der ­Lokremise St. Gallen. Sie sind herzlich ­eingeladen, ab 10.00 Uhr live dabei zu sein. Die aktuellen Gäste können Sie unter www.drs1.ch oder per Radiofon unter 848 80 80 80 abfragen.

Studioführungen in St. Gallen Am Mittwoch, 9. November 2011, und ­Dienstag, 22. November 2011, um 17.00 Uhr lädt die SRG Ostschweiz alle Neumitglieder zur Führung durch das Regionalstudio Ostschweiz ein. Nach einem Rundgang und der Livesendung des Regionaljournals wird ein Aperitif offeriert. Interessierte ­Mitglieder können sich gerne bei der Geschäftsstelle melden.

Impressum Ausgabe 7/2011 (Oktober 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Jasmin Rippstein (jr), Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Fee Riebeling, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Ostschweiz (S. 14–16): Geschäftsstelle, Rorschacher Strasse 150, 9006 St. Gallen, Tel.: 071 243 22 14, Fax: 071 243 22 20, E-Mail: info@srgostschweiz.ch Adressänderung an: SRG Ostschweiz, Postfach 128, 9006 St. Gallen Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Ingrid Essig, Winterthur Druckvorstufe: Küenzi&Partner, Langnau/Zürich Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011092605 (swissclimate.ch)

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