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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 6/2011

SRG.D SRG.R: Im Dienste der Svizra Rumantscha. Seite 7

SRG.D TV-Trailers, Facebook, Internetseite und News­letter: neu gebaut und frisch gestrichen. Seite 8 Publikumsrat Zu Besuch bei «Die Hüttenbauern». Seite 10

Publikumsräte Stefania Stefanelli Biondi und Jürg ­Seiberth im Porträt. Seite 11 Ombudsstelle Neue Fakten, neue Beurteilung? Seite 12 Carte blanche Cornelia Diethelm: Von der Verführung. Seite 13

Zürich Schaffhausen

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«Kassensturz» – Ueli Schmezer polarisiert. Seite 16

Unterhaltung: SRF setzt auf Trend und Tradition Seite 4

Bild: SRF

Berlin: auch ein ­Medienzentrum. Seite 14 Kommissionen und ­Vorstand auf Reisen.


SRG Zürich Schaffhausen Mit der SRG Zürich Schaffhausen auf Bildungsreise

Berlin – Hauptstadt und Medienzentrum Unter der Leitung von Florian Schmid, Mitglied der Bildungskommission, reisten Ende Juni 20 Medieninteressierte für fünf Tage nach Berlin. Mit dabei waren drei Mitglieder der Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen. Aufgrund des grossen Erfolgs ist bereits eine nächste Medienbildungsreise in Planung. Im Herzen Berlins, in einem Hotel nahe Funkturm und Alexanderplatz untergebracht und mit ÖV-Wochenkarte ausgestattet, traf man sich nach der Ankunft im ­«Alten Fritz» zu einem deftigen Berliner ­Mittagessen. Anschliessend folgte eine über dreistündige, geführte Wanderung rund um die ehemalige Zonengrenze mit Start am «Tränenbahnhof» Friedrichsstrasse.

eines gleichschenkligen Dreiecks, mit Klinker- und Keramikplatten verkleidet, beherbergt neben unzähligen Büroräumen drei grosse Sendesäle, über zehn Aufnahmestudios sowie Proben- und Schalträume. Im Mai 2008 eröffnete der RBB den neuen ­Redaktions- und Sendekomplex von «Inforadio». Zusammen mit dem Nachrichtenprogramm entstehen dort

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Die Wochenmitte war der Politik gewidmet. Ein speziell geführter Besuch im Bundestag, von den unterirdischen Gängen bis in die Kuppel, brachten uns Architektur und Geschichte dieses einzigartigen Baus auf eindrückliche Art näher. Ein exklusiver Empfang und die Teilnahme an der Bundespressekonferenz inklusive anschliessendem Gespräch mit einem Mitglied des Vorstands gaben einen guten Einblick in die hektischen Tage vor dem Ferienbeginn. Schon früh am Donnerstagmorgen starteten wir zur Teilnahme am ZDF-«morgen-

Vor Beginn der Sendung «maybrit illner».

Der erste mediale Höhepunkt war der Besuch von Radio Berlin Brandenburg RBB, dessen Sendegebiet rund sechs Millionen Einwohner umfasst – fast schon vergleichbar mit Schweizer Verhältnissen. Neben dem RBB-Fernsehen, das auch der ARD zudient, unterhält der RBB sieben Radiosender («Radioberlin», «Antenne Brandenburg», «Radioeins», «Inforadio», «Kulturradio», den Jugendsender «Fritz» sowie das «Sorbische Programm».). Neben einem modernen Bau mit den Fernsehstudios ist der RBB im 1932 eröffneten Haus des Rundfunks in Charlottenburg untergebracht. In seiner Grösse und Ausstattung ist das Rundfunkhaus einzigartig in Europa. Ein massiver Ziegelbau von 155 Metern Länge, in Form

auch TV-, Online- und Videotextnachrichten – das multimediale Zeitalter hat auch hier Einzug gehalten. 2009 verschmolzen die bisher getrennten Direktionen für Hörfunk und Fernsehen. Die SRF- Zukunft wird dort also bereits gelebt.

Imposantes Studio des RBB.

Ausgabe 6/2011


Am Nachmittag besuchten wir die bedrückende Gedenkstätte Hohenschönhausen, das frühere Stasi-Gefängnis, mit Führung durch Rainer Dellmuth, einen ehemaligen Insassen.Von der Aussenwelt hermetisch abgeschnitten und von Mitgefangenen meist streng isoliert, wurden hier während der DDR-Zeit die Gefangenen durch gut ausgebildete Vernehmer oft monatelang

Bilder: Robert Spichiger

magazin», aufgenommen im Hof des ZDFHauptstadtstudios im Berliner Zollernhof. Das Studio ist sowohl vom Gebäude als auch vom Sendevolumen her das grösste und wichtigste Studio ausserhalb der Sendezentrale in Mainz. Hier werden «Berlin direkt», «maybrit illner», «Frontal21», «morgenmagazin», «aspekte», «nachtstudio», «Was nun?» und «ZDF spezial» produziert. Neben dem ebenerdigen 300 m2 grossen Studio 1 wird auch 17 Meter unter der Erde in zwei weiteren Studios Fernsehen gemacht. Auf dem Dach, in 40 Metern Höhe, nimmt eine um 360 Grad schwenkbare Kamera das pulsierende Leben von Berlin und speziell vom Brandenburger Tor auf, Bilder, die wohl jeder schon einmal gesehen hat.

In der Bundespressekonferenz.

verhört, um sie zu belastenden Aussagen zu bewegen. Statt mit physischer Gewalt wurden die Häftlinge mit psychischen ­Methoden zermürbt. Über den Ort ihrer Haft liess man sie ­bewusst im Unklaren. Unglaublich, was ­Menschen Menschen ­antun können. Zu später Stunde zurück im ZDF Studio, besuchten wir die Live-Sendung von Maybrit Illner, eine politische Gesprächsrunde. Interessant, wie wir Publikumsteilnehmer sorgfältig platziert wurden, teil­ weise auch umplatziert, bis das Bild farblich und nach allen anderen mögli-

chen Gesichtspunkten passte. Wie schon in der Früh, wurde das Publikum instruiert und eingestimmt, wie das eben so ­üblich ist. Neben all den geführten Aktivitäten blieb genügend Zeit für eigene kulturelle Ausflüge und es kam nur ganz am Schluss etwas Hektik auf, als der Bus zum Flughafen im Freitagabendverkehr stecken blieb. Fazit: Wer sich für mehr als «glanz & gloria» oder «Traders» interessiert, dem ist diese Studienreise wärmstens zu empfehlen. Eine nächste Medienbildungsreise ist bereits in Planung. Robert Spichiger

Kommissionen und Vorstand auf Reisen

«Willkommen an Bord.» Präsidentin Evi Rigg begrüsst ihre Gäste.

Exakt zum Sommeranfang fand der traditionelle Sommeranlass der Vorstände und Kommissionen der SRG Zürich Schaffhausen statt. Die alljährliche Entschädigung für die vielen geleisteten Stunden für Sitzungen, Workshops und Projektarbeiten fand dieses

Für beste Unterhaltung sorgte der Komiker Flurin Caviezel.

Jahr auf dem Rhein statt.Von und nach Eglisau ging die Fahrt Strom auf und ab, begleitet von humorvollen Einlagen des Komikers Flurin Caviezel. Caviezel – bekannt auch durch die DRS-«Morgengeschichten» – reiste extra aus dem Bündner- ins Unterland Ausgabe 6/2011

Bilder: Oliver Schaffner

Viel Spass Rhein auf und ab

Die Witze und Spässchen aus dem ­Bünderland kamen sichtlich an.

und sorgte für spassige Stimmung an Bord. Beim anschliessenden Landgang gab es ­gemütlich viel Zeit, um all die Witze, Spässe und ein hervorragendes Nachtessen zu ­verinnerlichen. Oliver Schaffner

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Agenda

SRG Zürich Schaffhausen Von der Programmkommission beurteilt

Samstag, 17. September, ganzer Tag Tagesseminar mit Workshops «Altes Radio – Neue Medien». Mitglieder aller Sektionen. Pädagogische Hochschule Zürich, Kantonsschulstr. 3, Zürich. Info/Anmeldung: SRG ZH SH, Tel. 044 366 15 44 oder www.rfz.ch

«Kassensturz» – Ueli Schmezer ­polarisiert «Kassensturz» bringt dem Zuschauer einen hohen Nutzwert. Die Sprecher reagieren in der Regel schlagfertig, manchmal etwas zu aggressiv oder zu schnell, insgesamt wird der ­Konsumentensendung aber ein gutes Bild zugesprochen.

Montag, 19. September, 19.15 Uhr Live-Aufzeichnung «Literaturclub» auf SF 1, Papiersaal Sihlcity, Zürich. Alle Mitglieder. Tickets: Tel. 044 305 66 11 oder ­ www.literaturclub.sf.tv

Redaktionsleiter Wolfgang Wettstein (links) und der «schnellste Berner», Moderator Ueli Schmezer.

In kaum einer Beobachtung wurde die ­Moderation so zum Hauptthema wie bei «Kassensturz». Zwischen April und Mai ­wurden die Sendungen von Ueli Schmezer präsentiert. Seine Moderation war den ­einen zu lässig bis schnoddrig oder bis­sig und überheblich, andere finden ihn toll. Aber, wie der Publikumsrat bereits 2009 feststellte, sei das Sprechtempo zu hoch. «Ueli Schmezer ist vermutlich der schnellste Berner, sehr taff, er denkt und agiert schnell», stellt Redaktionsleiter ­Wolfgang Wettstein fest. Die Sendung habe eine sehr hohe Informationsdichte, das Tempo gilt daher als Markenzeichen. Dass dies bewusst gefördert wird, findet bei ­älteren Mitgliedern der Programmkommis­ sion kein Verständnis. Anders sieht das ­jedoch die Jugend, die man auch gerne gewinnen möchte. Auf die Frage, warum Schmezer die Studiogäste oft nicht ausreden lasse, meint Wettstein: «Es ist auch seine Aufgabe, zu unterbrechen, da er es oft mit geschulten Interviewpartnern zu tun hat, die ihre ­PR-Sätze loswerden wollen.» Er findet, Schmezer gelinge diese Gratwanderung gut, die Zuschauerreaktionen seien in

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­ rdnung. Kathrin Winzenried unterbreche O die Gesprächspartner etwa im gleichen Ausmass, wirke als Frau aber weniger ­aggressiv.

Bild: SRF / Merly Knörle

Mittwoch, 21. September, 18.00 Uhr Führung durch das Fernsehstudio Zürich. Mitglieder Sektion 4 (SH/ZH Unterland/ Winterthur). Anmeldung: Rolf Dietiker, Tel. 044 869 21 19, oder s4-rfz@ewf.ch Sonntag, 2. Oktober, 10.00 Uhr Sendung «Persönlich». Mitglieder aller Sektionen. Restaurant Terroir, Zürich. ­Türöffnung ab 9 Uhr. Eintritt frei. Infos: www.drs1.ch oder Radiofon 0848 80 80 80. Mittwoch, 26. Oktober, 18.00 –21.00 Uhr Geschichte und Tätigkeitsgebiet der SRG Zürich Schaffhausen. Fernsehstudio Leutschenbach, Zürich. Mitglieder aller Sektionen. Info/Anmeldung: SRG ZH SH, Tel. 044 366 15 44 oder www.rfz.ch

Internet und «K-Tipp» Wenn auch Expertenchats und ergänzende Infos im Internet grossen Zusatznutzen bringen, so sind Zuschauer ohne Internet ausgeschlossen. Das dürfte vor allem die Zuschauer ab etwa 60 Jahren betreffen. Dazu Wettstein: «Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass zusehends auch ältere Menschen Möglichkeiten finden, dass ­ihnen jemand im Internet Informationen zusammensucht. Auch ­lassen sich Infos bei der Redaktion an­fordern.» Und warum besteht keine Zusammenarbeit mehr mit dem «K-Tipp»? Es war hilfreich, Teile der Sendung nachlesen zu können. Wettstein begründet den erneuten Ausstieg aus der Zusammenarbeit mit dem aktiven politischen Engagement des «K-Tipp», von dem sich SRF distanzieren müsse.

Impressum Ausgabe 6/2011 (September 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Jasmin Rippstein (jr), Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Fee Riebeling, Cornelia Diethelm, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Zürich Schaffhausen (S. 14–16): Oliver Schaffner (os), Tel.: 044 994 16 61, E-Mail: schaffner@blaurot.ch Adressänderung an: SRG Zürich Schaffhausen, Postfach, 8042 Zürich Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Ingrid Essig, Winterthur Druckvorstufe: Küenzi&Partner, Langnau/Zürich Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

Robert Spichiger

Originalbericht unter www.rfz.ch Ausgabe 6/2011

SC2011083003 (swissclimate.ch)

LINK 6/11 - SRG Zürich Schaffhausen  

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