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Magazin der SRG Deutschschweiz Ausgabe 5/2013

Wer sind «Die Schweizer»?

SRG Region Basel 10 «Flussgespräche» über Anstand und Kommerz

SRG Zentralschweiz Fusion oder regionale Verankerung?

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SRG Ostschweiz 20 Powerup-Radio fördert Kinder – und erhält Medienpreis

Bild: SRF/ Daniel Ammann


edItoRIal

Ein Monat des Reflektierens

Bild: SRF / oscar alessio

Ziel des nationalen SRG-Themenschwerpunkts im November «Die Schweizer – Les Suisses – Gli Svizzeri – Ils Svizzers» ist, die Menschen in unserem Land anzuregen, sich mit ihrer Identität als Schweizerinnen und Schweizer auseinanderzusetzen. Kein kleines und auch kein einfaches Vorhaben angesichts der Heterogenität der Bevölkerung. Besonders wenn man bedenkt, dass etwa ein Fünftel der Bevölkerung aus einem anderen Land stammt und somit Teil einer anderen Geschichte ist. Aber auch diese Bevölkerungsgruppe bewegt sich in der Schweizer Gesellschaft und prägt sie mit.

Pernille Budtz.

Und genau darum geht es im Kern des nationalen Grossprojekts: verstehen und verstanden werden. Dazu gehört selbstverständlich die Geschichte der Schweiz, die in vier aufwändigen Doku-Fiktionsfilmen über historische Persönlichkeiten ausgelegt wird und das Hauptstück des Themenmonats darstellt. Wie sieht aber die Gegenwart aus, welches sind die Zukunftsperspektiven der Schweiz? Diese Brücke schlagen viele Sendungen aller Sprachregionen, die auf den drei Vektoren (TV, Radio, Internet) präsentiert werden. LINK tauchte in das Programm ein und sprach mit den Projektverantwortlichen. Lesen Sie den Bericht auf Seite 6 – 8.

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In Kürze

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SRG Insider / Forum Medientrends auf dem Mittagsteller /Twitter am TV: ja oder nein?

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Social Media / Wettbewerb Virtueller Einsitz in der PK SRG SSR «Die Schweizer»: Keine Zukunft ohne Vergangenheit SRG Deutschschweiz Rückblick auf den Mitgliederanlass am Einsiedler Welttheater

20 Bild: ImagoPress / Patrick lüthy

10 Bild: SRF / daniel ammann

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12 SRG Deutschschweiz Die SRG.D mit neuer Roadshow – an der Olma ist Premiere 14 Publikumsrat «Der Morgen» auf Radio SRF 1 löst unterschiedliches Echo aus SRF 1: «Jazz in der Schweiz» war eine amüsante, lehrreiche Reise Radio SRF 3: Brücken gebaut mit «Allegra Rumantschs» 16 Ombudsstelle SRF zwei beim Gurtenfestival: Zwischen Gaudi und Sexismus

10 SRG Region Basel «Flussgespräche» 2013: Journalistischer Balanceakt zwischen Anstand und Kommerz

18 SRG Zentralschweiz Grundsatzdiskussion an der Landsgemeinde: Fusion oder regionale Verankerung?

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LINK 5/2013

Bild: Powerup-Radio (Screenshot)

InHalt

19 SRG Bern Freiburg Wallis Reportage aus Hindelbank gewinnt Hauptpreis der Berner Stiftung für Radio und Fernsehen 19 Regional kreuz und quer 20 SRG Ostschweiz Pestalozzis Powerup-Radio wird für seine Arbeit mit Kindern ausgezeichnet 21 SRG Aargau Solothurn Solothurner «Radiologisch» fördert Jugendliche 22 SRG Zürich Schaffhausen Talkrunde über die SRF-Unterhaltung 23 Carte blanche Barbara Stöckli: Mail ins Studio 24 Agenda


In KÜRZe

Amira Hafner-Al Jabaji neu im RV der SRG.D

Hafner-Al Jabaji wohnt in Grenchen SO und hat an der Universität Bern Islamwissenschaften, neuere vorderorientalische Philologie und Medienwissenschaften studiert. Sie ist im In- und Ausland als Autorin, Referentin und Journalistin für die Themenbereiche Islam, «Muslime in der Schweiz», interreligiöser Dialog und «Frau und Islam» tätig. Die schweizerisch-irakische Doppelbürgerin ist zudem Gründungsmitglied und seit 2008 Präsidentin des «Interreligiösen

Think-Tank» und gehört seit 2005 als Vertreterin der ausländischen Wohnbevölkerung dem Publikumsrat der SRG.D an. Mit ihrem Einzug in den Regionalvorstand wird Hafner-Al Jabaji ihre Funktion im Publikumsrat zur Verfügung stellen. Diese wird neu ausgeschrieben und ebenfalls vom Regionalrat der SRG.D vergeben.

Amira Hafner-Al Jabaji.

Bild: SRG SSR

SRG Web-Only-Contest: Siegerprojekte gewählt

Mit dem Web-Only-Contest will die SRG SSR ihr Wissen erweitern und neue Wege ausprobieren.

Im Juni hat die SRG SSR einen Contest für die Produktion von Mini-Web-Serien lanciert, die ausschliesslich online gezeigt werden. Die Serien sollen sich speziell an ein junges Publikum richten. Eine SRG-Jury hat

Die SRG SSR muss ihre Fernsehprogramme über Satellit aus lizenzrechtlichen Gründen verschlüsselt ausstrahlen.Wer die Schweizer Programme direkt ab Satellit empfängt, braucht eine Sat-Access-Karte für die Entschlüsselung. Aus Sicherheitsgründen muss die SRG die Karten periodisch erneuern. Diese Erneuerung hat im Juli 2013 begonnen. Die SRG informiert die betroffenen Personen schriftlich. Sie können die Austauschkarten über Internet unter www.broadcast.ch bestellen und bezahlen (Kostenpunkt: CHF 20.– pro Karte). Bild: SRF / oscar alessio

Der Regionalvorstand der SRG Deutschschweiz ist wieder komplett: Mit dem Rücktritt von Bundesrichterin Alexia Heine auf Anfang dieses Jahres war ein Sitz im RV frei geworden. Nun wählte der Regionalrat die 41-jährige Islamwissenschafterin und Publizistin Amira Hafner-Al Jabaji ins Führungsgremium der SRG.D.

SRG erneuert ihre Sat-Access-Karten

nun aus über 180 Einsendungen gewählt: Ein bis zwei Web-Serien pro Sprachregion werden realisiert und ab Herbst 2013 auf den verschiedenen Internetplattformen der SRG gezeigt. Die Teilnahme am Wettbewerb stand sowohl externen Produzenten als auch SRG-Mitarbeitenden offen. Mit dem Web-Only-Contest erweitert die SRG ihr Know-how in einer noch jungen Disziplin. Denn nicht nur Erzählstil und Machart unterscheiden sich im Internet deutlich von jenen beim klassischen TV-Kanal, sondern auch die Verhaltensmuster des Publikums. Info unter www.srgssr.ch > Service public > Kultur > Webserien.

Basler SRG-Standort weiterhin gesucht Das Basler Studio von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) bleibt vorderhand auf dem Bruderholz.Verhandlungen um neue Studios im Bahnhof-Postgebäude sind gescheitert. Nach dem Verhandlungsrückzug der Post zeigte sich die SRG Region Basel enttäuscht. Nichtsdestotrotz steht für sie ausser Frage: «Der neue Standort Basel kommt (trotzdem)!» Begrüsst wird, dass der SRG-Verwaltungsrat weiterhin an der Entwicklung des SRG-Standorts in Basel festhält. Man warnt aber vor Aktionen, die die weitere Standortsuche beeinflussen könnten. So sollen nach Ansicht der SRG Region Basel am jetzigen Standort keine namhaften Investitionen getätigt werden. Jede Woche Aktuelles rund um die SRG: Abonnieren Sie den E-Newsletter «Inside SRG SSR» unter www.insidesrgssr.ch

ImPReSSum

Ausgabe 5/2013 (Oktober 2013), erscheint sechs Mal jährlich Verantwortlich: SRG Deutschschweiz, Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb) Redaktion: Pernille Budtz (pb), Jasmin Rippstein (jr) Erweiterte Redaktion: Ursula Brechbühl, Patricia Diermeier, Monika Gessler, Fabian Gressly, Daniela Palla, Maya Rose

Mitarbeitende dieser Ausgabe: Achille Casanova, Cornelia Diethelm, Oliver Fuchs, Alexandra Hänggi, Julia Konstantinidis, Thomas Merz, Fee Riebeling, Oliver Schaffner, Ueli Scheidegger, Barbara Stöckli Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich, Tel. 044 305 67 03, link@srgd.ch, www.srgd.ch Gestaltung/Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH LINK 5/2013

Druckvorstufe: Küenzi & Partner, Langnau/ZH Korrektorat: Ingrid Essig, Winterthur Druck: galledia ag, Berneck Auflage: 15 615 Expl. (WEMF-beglaubigt)

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SRG Insider

lour Bild: SRF / Co

box

«Media Snacks»: Kurzweilige Einblicke in die neusten Medientrends

Wie entwickeln sich TV, Radio und Online ­weiter? Die «Media Snacks» liefern Beispiele.

In regelmässigen Abständen treffen sich Mitarbeitende von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) aus allen Bereichen zum gemeinsamen Mittagessen und zum Blick über den medialen Tellerrand. SRG Insider, die junge Online-Plattform der SRG Deutschschweiz, ermöglichte zwei Mitgliedern einen exklusiven Besuch ­eines internen «Media Snacks». Wie sehen Fernsehen und Radio von ­morgen aus? Und was geschieht, wenn sich das Publikum ins Internet verlagert? Mitarbeitende von SRF kommen in ihrem Ar-

beitsalltag selten dazu, sich mit Fragen zur Zukunft ihres Mediums auseinanderzusetzen – denn auch das Tagesgeschäft will ­erledigt sein. Der «Media Snack» soll hier ­Abhilfe schaffen. Das Ziel: Information, Inspiration und ein kurzweiliges Mittagessen unter Berufskolleginnen und -kollegen. Anfangs September mischten sich die beiden SRG-Mitglieder Silvie Spiess und Martin ­Suter unter die Medienschaffenden.

Skurril, innovativ und sehenswert Dass das Konzept des «Media Snacks» ­ankommt, wurde beim Besuch der beiden sogleich deutlich. Rund 80 Personen drängten sich in den Konferenzraum. ­Einmal gerüstet mit Bagels und Getränken, richteten alle ihre Blicke auf die Leinwand. Nach einer kurzen Begrüssung ­folgten Hör- und Videoausschnitte von ­innovativen, internationalen Radio-, Fernseh- und Onlineformaten. Dieses Mal standen vor allem trimediale Inhalte im Fokus. Die Ausbeute präsentierte sich dabei mannigfaltig, teils skurril. In einer deutschen Radioquizsendung sollen Kandidaten Fragen beantworten, ohne zu wissen, dass sie

live an einem Quiz teilnehmen. Ein britischer Sender hingegen erfindet Lebenshilfe neu: Die Hörer rufen an, um ein Problem zu schildern, und der Sender lädt ganz England ein, Ratschläge zu erteilen.

Von der Mattscheibe ins Netz Gezeigt wurden auch Beispiele, wie TVSendungen im Netz weitergesponnen ­werden können oder wie sich Online- von Fernsehformaten unterscheiden. So veröffentlichte ein amerikanischer Sender die Vorgeschichte zu seiner Dramaserie in Form eines Web-Comics, aufgemacht als ­Tagebucheinträge des Hauptprotagonisten. Und auch der britische Versuch, jungen Menschen Shakespeares Werk in Form von kurzen Web-Episoden näherzubringen, fand Gefallen. Besonderen Anklang fanden bei den zwei Mitgliedern Beispiele, die zeigten, wie die Wartezeit zwischen ­Serienstaffeln überbrückt und Sendungen interaktiv gestaltet werden können. ­Getreu dem Grundgedanken des «Snacks» fanden sie auf dieser medialen Rundreise nicht nur zahlreiche Insidertipps, sondern auch gute Unterhaltung. Oliver Fuchs

Forum

Immer häufiger werden Kommentare aus den Social Media – allen voran Twitter – direkt ins Radio- oder TV-Programm integriert. Dies ist jedoch immer wieder ­Gegenstand von Beanstandungen. Ein Zuschauer verlangte beispielsweise, dass die Einblendungen weggeschaltet werden können. LINK hakte im Mitglieder­­f­orum nach: Sind solche Einblender ein wichtiger Beitrag oder ein Störfaktor? Hier einige Kommentare: In den meisten Fällen ist es nur dummes Geschwätz, ohne jeglichen Unterhaltungswert. Das braucht es nicht! Werner Bischoff, Steckborn

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Die Einblendungen stören mich eigentlich nicht. Wenn ich jedoch sehe, was da getwittert wird, so muss ich sagen, dass man ohne Weiteres darauf verzichten kann. Peter Gadient, Oberlunkhofen

Ich verwende Twitter fast täglich. Dass man diesem im Fernsehen und Radio jedoch einen so hohen Stellenwert zuordnet, scheint mir bedenklich, da jeweils nur einige Meldungen herausgegriffen und unreflektiert präsentiert werden. Peter Berger, Zürich

Grundsätzlich finde ich die Medienkonvergenz etwas Positives, auch die Integrati-

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Bild: Colourbox

Twitter-Einspielungen: Sinnvolles Mitreden oder lästiger Störfaktor?

on von Social Media. Dass die Zuschauer wesentlich schneller mit der Redaktion in Verbindung treten können, ist zu begrüssen. Jedoch sollten nur solche Beiträge eingeblendet werden, die sich auch wirklich ernsthaft mit der Sendung oder deren Thema befassen. Emanuel Helmke, Uster


Social media

Wettbewerb

Zum virtuellen Einsitz in der Programmkommission eingeladen Diesen Sommer wagte die Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen ein Experiment: Sie rief erstmals alle Interessierten auf, sich über Social Media an der Beobachtung einer Sendung zu beteiligen.

Bilder: SRG.D / Screenshots

SRG.D bi «SRF bi de Lüt»

Probiert neue Medien und Wege aus: Unter der Leitung von Riccardo Pozzi (links) lud die ­Programmkommission der SRG Zürich Schaffhausen zur offenen Programmbeobachtung ein.

Die Sommerserie «SRF bi de Lüt – Live» startete dieses Jahr in die fünfte Runde. Die Sendung vom 27. Juli 2013 aus Neuhausen SH stand dabei unter Beobachtung der Programmkommission (PK) der SRG Zürich Schaffhausen. Erstmals waren auch alle interessierten Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen, sich an der Beobachtung zu beteiligen. Einbringen konnten sie ihre Meinungen via ­Facebook, Twitter, srginsider.ch oder E-Mail. Für diese offene Programmbeobachtung probierte die PK bewusst neue Medien und Wege aus. Denn: «Bisher haben wir stets hinter verschlossenen Türen mit den Programmschaffenden diskutiert. Das ist schade, denn unsere Arbeit interessiert sicher viele. Daher haben wir beschlossen, einen ganzen Beobachtungszyklus gewissermassen im Glashaus zu absolvieren», so Riccardo Pozzi, Leiter der Programmkommission. Bei der Programmbeobachtung gefragt waren insbesondere konstruktivkritische Rückmeldungen – und dies aus gutem Grund, wie Pozzi verdeutlichte: «Wir haben nicht die Kompetenz, Änderungen einer Sendung zu verlangen.Vielmehr müssen wir mit unseren Argumenten die Programmschaffenden überzeugen, um

eine Wirkung erzielen zu können.» Als ­ nleitung für die neuen Teilnehmerinnen A und Teilnehmer der Beobachtung wurden vorgängig der sonst PK-interne Beobachtungsauftrag inklusive Frageraster publiziert. Mitte August tauschte sich die PK dann mit den Programmverantwortlichen von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) aus und liess in diese Diskussion auch die Rückmeldungen der User mit «virtuellem Einsitz» einfliessen. Das Resultat der Diskussion war schliesslich dem Schlussbericht zu entnehmen. Obwohl die PK insgesamt nicht mit OnlineFeedback überhäuft wurde, wertet Pozzi die Aktion rückblickend als Erfolg. Er sei mit der Anzahl und insbesondere der Qualität der Rückmeldungen sehr ­zufrieden. Er könne sich vorstellen, dass solche offenen Programmbeobachtungen künftig auch in den PKs der anderen Regionen durchgeführt werden. Ein Beispiel also, das Schule machen könnte. Jasmin Rippstein

Alle Beiträge rund um die offene Programmbeobachtung inklusive Web-Video: www.srginsider.ch (abrufbar mit dem Suchbegriff Programmkommission) LINK 5/2013

Wettbewerb LINK 4/13: Während den Sommermonaten machte sich «SRF bi de Lüt – Live» auf die Reise quer durch die Schweiz. Unter den vielen Besuchenden, die sich vom SRG.DFotografen «abblitzen» lies­sen (siehe Fotogalerie unter www.mitglied.ch/foto), verloste die SRG.D eine exklusive Reise nach Berlin mit persönlichem Treffen des SRF-Auslandkorrespondenten Casper Selg. Glücklicher Gewinner ist ­Marco Marti aus Stans.

20 Jahre LINK! Karten für «Happy Day» vom 2. November 2013 zu gewinnen

Auflösung LINK 3/13: Der Schweizer Autor, der 1999 die Kurzgeschichte «In den Aussenquartieren» exklusiv für LINK schrieb, heisst Peter Stamm. Thomas Frank aus Thun gewinnt zwei Karten für die Live-Sendung «Happy Day». Frage: Schon 2002 wurde nach einem neuen Standort fürs Radiostudio in der Innenstadt Basel gesucht. Wie hiess damals der favorisierte Standort der SRG Region Basel? ­Suchen Sie die Antwort unter: www.linkmagazin.ch > Archiv 1993–2010

Talon bis 21.10.2013 einsenden an: SRG Deutschschweiz, Redaktion LINK, ­Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich Wie hiess der 2002 von SRG Region Basel favorisierte Basler Radiostudio-Standort? Name/Vorname: Strasse/Nr.: PLZ/Ort:


Bild: SRF

SRG SSR

Hat das Schweizervolk mitgeprägt, wie es heute lebt und denkt: Guillaume-Henri Dufour (dargestellt von Michel Voïta). Sein Leben und seine Taten zeigt SRF 1 am 21. November, 20.05 Uhr.

die Schweiz zum thema gemacht

Keine Zukunft ohne Vergangenheit Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Fragen wie diesen geht die SRG SSR vom 3. bis 30. November 2013 mit dem nationalen Themenschwerpunkt «Die Schweizer – Les Suisses – Gli Svizzeri – Ils Svizzers» auf den Grund. Dies auf abwechslungsreiche Weise.

«Es gibt keine Zukunft ohne Vergangenheit.» Mit diesen markigen Worten erklärt Roger de Weck in einem internen Papier, warum im November auf den Programmen der SRG alles im Zeichen der Schweizer Geschichte steht. Denn, so der Generaldirektor der SRG SSR weiter: «Wenn wir die Zukunftsperspektiven unseres Landes diskutieren, müssen wir uns zunächst fragen, wer wir gestern waren.» Deswegen werfe man während des Themenmonats gezielt einen Rückblick nach vorn. So wundert es nicht, dass bei «Die Schweizer – Les Suisses – Gli Svizzeri – Ils Svizzers» neben einem vollbepackten Programm

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(siehe Kasten) vier Fernsehfilme über historische Persönlichkeiten im Vordergrund stehen.

Alte Geschichte neu erzählt Die gesamte Geschichte der Eidgenossenschaft vollständig aufzuarbeiten, hätte sowohl den zeitlichen als auch den finanziellen Rahmen gesprengt. «Deshalb stehen nun jeweils zwei Filme für je eine Epoche, die entscheidend waren für die Entwicklung unseres Landes», sagt Niklaus Schlienger, der die viersprachige Produktion die letzten drei Jahre als LINK 5/2013

Projektleiter begleitet hat. Während Hans Waldmann und Niklaus von Flüe gemeinsam mit Werner Stauffacher für die Entstehung der Eidgenossenschaft stehen, repräsentieren Guillaume-Henri Dufour, General im Sonderbundskrieg, Kartograf und erster Präsident des IKRK, Stefano Franscini, erster Tessiner Bundesrat, und der Bahn- und Bankenpionier Alfred Escher den Wandel zur modernen Schweiz im 19. Jahrhundert. «Die Serie soll die Menschen dazu anregen, sich mit der Geschichte ihres Landes auseinanderzusetzen», so Schlienger. Schliesslich seien sie Teil davon.


Einzig für kleine Kinder ist die vierteilige Serie weniger geeignet. Deswegen hat man eigens für die 3- bis 6-Jährigen ein Programm-Highlight entwickelt. Die 26-teilige Trickfilmserie «Helveticus» erzählt ­ihnen auf altersgemässe Weise die Abenteuer des kleinen Helveticus und seiner Familie. En passant erfahren die Kleinen, wie die Schweiz früher war.

Verständins zwischen ­­ Landesteilen fördern Doch wer über die Zukunft sprechen will, darf nicht nur zurück blicken. Denn auch die Gegenwart hat Einfluss auf Kommendes. Das weiss man auch bei der SRG. «Deswegen haben wir um die vier Filme herum Sendungen programmiert, die sich mit der heutigen Schweiz auseinandersetzen», sagt Thomas Schäppi,Vertreter von SRF in der nationalen Arbeitsgruppe. Und so tauschen in der Sendung «2 Familien, 1 Schweiz», die entsprechend synchronisiert in allen ersten Radioprogrammen des Landes ausgestrahlt wird, zwei Familien aus verschiedenen Sprachregionen während einer Woche Wohnung, Arbeit und

Bild: SRF

Für die Umsetzung wählten die Verantwortlichen das Format Doku-Fiktion, das ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum stammt. Darin wechseln sich dramaturgische Spielszenen mit klassisch dokumentarischen Passagen, Statements von Historikern und computeranimierten ­Karten ab. Eine Off-Stimme verbindet die einzelnen Teile. Grund für diesen in der Schweiz neuen Weg: «Wir wollen keine ­Geschichtslektion erteilen, sondern Schweizer Geschichte auf unterhaltsame und spannende Weise erzählen», sagt Projektleiter Schlienger. Schliesslich soll das neue Format auch jene Zuschauer für die vergangenen Zeiten begeistern, die Ge-

«Helveticus» für die Kleinen

Bild: Shutterstock

«Familientausch» Radio SRF 1 4.– 8. November «Sinerzyt und hüt – Grenzgänge» SRF Musikwelle «Die Schweizer – bieder, freundlich, brav? Wie die Schweizer wirklich sind – eine Bildstudie» Radio SRF 2 Kultur, 11.– 24. November, Mo.– Fr. zwischen 6.00 und 20.00 Uhr, jeweils zwei bis drei Minuten.

schichte für Schnee von gestern halten. Damit die Filme auch wirklich alle erreichen, die es angeht, wurden sie für alle vier Sprachregionen synchronisiert. Gelebten Service public nennt man das.

Die Schweiz breit thematisiert auf allen Kanälen: zum Beispiel in «Familientausch» (Radio), mit «Helveticus» (Fernsehen) und vertieft/spielerisch unter srf.ch/dieschweizer LINK 5/2013

Alltag. «Ziel ist es, sowohl den teilnehmenden Familien als auch den Zuhörerinnen und Zuhörern einen anderen Landesteil näherzubringen und zu zeigen, wie unterschiedlich Leben in der Schweiz sein kann», so Schäppi. Bei Radio SRF 3 hingegen müssen die Hörerinnen und Hörer selber ran. Sie sind ­aufgefordert, per Smartphone-Video ihren Alltag zu dokumentieren und zu teilen.

Highlights TV «Ja, ich will! Heiraten in der Schweiz» (TV-Doku-Fiktion) SRF 1, 8./15./22./29. November und 6. Dezember, 21.00 Uhr ­«Helveticus» – Schweizer ­Geschichte für die Kleinen, SRF 1, Mo.– Fr., 17.30 Uhr «Die Schweizer»: Werner Stauffacher, SRF 1, 7. November, 20.05 Uhr Hans Waldmann / Niklaus von Flüe SRF 1, 14. November, 20.05 Uhr Guillaume-Henri Dufour SRF 1, 21. November, 20.05 Uhr Alfred Escher / Stefano Franscini SRF 1, 28. November, 20.05 Uhr

Bild: Shutterstock

Highlights Radio

Auch im Fernsehen widmet man sich im Rahmen von «Die Schweizer – Les Suisses – Gli Svizzeri – Ils Svizzers» aktuellen ­Themen. So begleitet die Dok-Serie «Ja, ich will! Heiraten in der Schweiz» vier Paare auf ihrem Weg zum Traualtar. Angesprochen werden unter anderem die so genannten binationalen Ehen. «Dies, weil hierzulande immer mehr Ehen zwischen Ausländern oder Schweizern und Ausländern geschlossen werden», erklärt Thomas Schäppi. Das zeuge von einem hohen Grad der Integration vieler Migrantinnen und Migranten. Was das für die Schweiz bedeutet, veranschaulichen die Vorbereitungen für das serbisch-orthodoxe Hochzeitsfest von Aldijana und Sreten, einem jungen Schweizer Paar mit serbischen

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SRg SSR

Doch wenn auch Nichtschweizer explizit Thema sind: Hätte man den Themenmonat nicht besser «Die Schweiz – La Suisse – La Svizzera – La Svizra» genannt? Thomas Schäppi verneint. Schliesslich entwickle sich kein Land von selbst weiter. Stattdessen seien es die Bewohnerinnen und Bewohner, die es wie ein Motor vorantrieben. Deshalb hat sich die SRG dazu entschlossen, im November ­keine abstrakte nationale Identität abzubilden, sondern die in der Schweiz lebenden Menschen in den Vordergrund zu stellen. «Von daher ist es nur konsequent, dass wir einen personifizierten Titel gewählt haben», so Schäppi. Auch online liegt der Fokus auf den Eid­ genossen selbst. Hier soll mit Hilfe der Web-Applikation «Wie klickt die Schweiz?» ergründet werden, für welche Werte die Menschen in der Schweiz stehen. Was denken sie über ihr Land? Was macht es aus? Was ist Klischee? Und was Realität? Wer die 30 Fragen der App beantwortet, leistet nicht nur einen Beitrag zum Grösserwerden des Projekts, sondern bekommt auch automatisch ein persönliches Profil erstellt, das anschliessend mit dem anderer Nutzer oder von historischen und zeitgenössischen Persönlichkeiten verglichen wird. Auch der Abgleich mit den Profilen ganzer Kantone wird möglich sein. «Auf diese spielerische Art und Weise erfährt der User, wo er steht», sagt Thomas Schäppi. Möglicherweise verhilft die App auch zu kleinen Aha-Erlebnissen. Denn wer weiss: Vielleicht findet ein Basler heraus, dass er wie ein Zürcher denkt. Die Schweiz zwischen gestern und heute: ­Schauspielerinnen und Statisten von «Hans Waldmann und Niklaus von Flüe: Haudegen und Heiliger» spazieren durch Rapperswil.

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«Die intensive Auseinandersetzung mit meiner Heimat hat auch mein Bild von der Schweiz und ihren Bewohnern verfeinert und erweitert», sagt Schlienger. Er nimmt an, dass es dem SRG-Publikum ebenso gehen werde.

Videobook «Die Schweizer» Die historischen Hintergründe der Doku-Fiktion werden interaktiv und vertiefend erschlossen. «Wie klickt die Schweiz?» Interaktives Spiel unter www.srf.ch/dieschweizer Porträtserie mit Landsleuten, die sich im Ausland niedergelassen haben. Den ganzen November über. Unter www.swissinfo.ch

Willensnation Schweiz Bereits jetzt, gut einen Monat vor der Lancierung des Themenmonats, zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden mit dem, was sie den SRG-Konsumenten im November präsentieren: Niklaus Schlienger beispielsweise ist stolz, ein so grosses und aufwändiges Projekt wie die vier DokuFiktion-Filme gemeinsam mit Kollegen aus den anderen Sprachregionen für die ­verschiedenen Landesteile gestemmt zu haben. Zudem schätzt er, dass er durch die Beschäftigung mit der Schweizer Geschichte auch dazulernen konnte. Nicht nur bezüglich der historischen Aspekte.

Bildlegende.

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Auch sein Kollege Thomas Schäppi attestiert «Die Schweizer – Les Suisses – Gli Svizzeri – Ils Svizzers» das Potenzial, die Sicht auf die Dinge zu verändern. Denn erst durch die enge Zusammenarbeit mit den welschen, Tessiner und rätoromanischen Kolleginnen und Kollegen habe er realisiert, dass abhängig von der Herkunft die Geschichten und Vorstellungen von der Schweiz andere sind. «Das zeigt, dass die Schweiz auch heute noch eine Willensnation ist», so der SRF-Mann. Um diese aufrechtzuerhalten, müssten sich die Bewohner – wie in jeder guten Beziehung – mit den jeweils anderen auseinandersetzen und sich gegenseitig ernst nehmen. Die Bereitschaft dazu will die SRG mit dem Themenmonat anstossen. Fee Anabelle Riebeling

Hinweis! Das ganze Programm finden Sie unter: www.srg.ch > «Die Schweizer»

Bild: SRF /Daniel Ammann

Die Menschen als Motor

Highlights Online

Bild:

Wurzeln. Dass eine grenzüberschreitende Liebe die Schweiz hingegen auch politisch fordern kann, zeigt das Beispiel Christian Reich: Denn weil seine Auserwählte in der Dominikanischen Republik zuhause ist, hat das Migrationsamt Einwände.


SRG deutSCHSCHWeIZ

mitgliederanlass am einsiedler Welttheater

Dank Los- und Wetterglück ein gelungener Abend

Bilder: thomas Züger

Ende Juni lud die SRG Deutschschweiz zum Mitgliederanlass am traditionsreichen Einsiedler Welttheater. Niklaus Zeier, Präsident der SRG Zentralschweiz, plädierte in diesem Rahmen für einen offenen und zeitgemässen Service public. Auch Heidi Ungerer, publizistische Leiterin Radio SRF 1, und «Persönlich»-Moderator Christian Zeugin bereicherten den Abend.

Eindrücke des diesjährigen Einsiedler Welttheaters. Bild Mitte: Christian Zeugin von Radio SRF 1 (Mitte) spielte live vor Ort mit SRG-Mitglied Hans Keller aus Wallisellen und der ehemaligen Präsidentin der SRG Zürich Schaffhausen, Evi Rigg, eine Runde «Morgenstund hat Gold im Mund».

Nach durchwegs verregneten Proben, einer nassen Premiere und einer durchzogenen ersten Woche war das Wetter den Mitgliedern der SRG Deutschschweiz beim Anlass am Einsiedler Welttheater wohlgesinnt. Nichtsdestotrotz waren die Temperaturen im Verlaufe des Abends auf unter zehn Grad Celsius prognostiziert. Und so erschienen die 200 Mitglieder, die dank Losglück vergünstigte Tickets ergattern konnten, trotz Sonnenschein und blauem Himmel dick eingepackt und mit Wolldecken beladen. Geladen wurde zur Aufführung des traditionsreichen Freilichtspiels «Das Grosse Welttheater», das seit 1924 auf dem Klos-

terplatz in Einsiedeln aufgeführt wird. In diesem Jahr widmete sich das Theater dem Dilemma des modernen Menschen, «der mehr Möglichkeiten hat, als er nutzen kann». Schriftsteller Tim Krohn hat hierfür auf der Vorlage des Barockdichters Pedro Calderón ein modernes Stück verfasst, das Regisseur Beat Fäh mit über 300 Laiendarstellern inszenierte. Beim vorgängigen Apéro riche betonte Niklaus Zeier, Präsident der SRG Zentralschweiz, die Brückenbauerfunktion der SRG zwischen Konsument und Programm und forderte die Anwesenden auf, Flagge zu zeigen für einen vielfältigen und zeitLINK 5/2013

gemässen Service public. Peter Kälin, Präsident der Welttheater Gesellschaft Einsiedeln, gewährte zudem einen Einblick in die Geschichte und die regionale Verankerung des Theaters. Heidi Ungerer, Publizistische Leiterin von Radio SRF 1, und «Persönlich»-Moderator Christian Zeugin wagten zum Schluss einen Ausblick auf die kommenden Programmhighlights und nutzten die Gelegenheit, vor Ort eine Runde «Morgenstund hat Gold im Mund» zu spielen. Jasmin Rippstein

Weitere Bilder des Anlasses: www.srgd.ch > Mitgliedschaft > Fotogalerie (mit Login)

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SRG REGiON baSEl

Zieht die Grenze, wenn die Medien zu persönlich werden: Alex Frei (links) im Gespräch mit Hansruedi Schär und Sarah Wyss.

«Wild und kaum zu bremsen»: Andreas Schefer sprach mit Mischa Hauswirth, Martina Rutschmann und Christian Keller über ihr Berufsverständnis (v. l.).

Flussgespräche 2013

Journalistischer Balanceakt zwischen Anstand und Kommerz «Wilde» Journalisten, die ihre elektronischen Klingen kreuzen und die Schmerzgrenzen der Protagonistinnen und Protagonisten ihrer Storys ausloten: Die vierte Ausgabe der Basler «Flussgespräche» versprach dem Publikum vertiefte Einblicke in die Medienarbeit. Zuhörerzahlen, Auflagenstärke oder die Anzahl Klicks auf Online-Portalen sind die Werte, an denen sich die Medien untereinander messen. Dieser Konkurrenzkampf wird nicht selten zur Gratwanderung zwischen gut recherchierten Inhalten und reisserischen Storys. An der vierten Ausgabe der «Flussgespräche» (siehe Kasten) auf der MS Christoph Merian wurden Ende August unter dem Motto «Harter Wettkampf, schmaler Grat – Medien in Bewegung» Absturzrisiken aufgespürt und das Arbeitsverständnis Medienschaffender untersucht. In zwei der insgesamt vier parallel durchgeführten Gesprächsrunden lag das Schwergewicht auf den elektronischen Medien, wobei einerseits der Konkurrenzkampf zwischen den Vertretern dieser Sparte in der Region Basel unter die Lupe genommen wurde. Andererseits ging man der Frage nach, ob und wie sich mit Online-Formaten Geld verdienen liesse.

täten in den Medien, deren Spektrum von Objektivität über Anwaltschaftlichkeit bis zum Bashing reicht. Dabei kamen auch zwei Direktbetroffene zu Wort: Unter der Leitung von Hansruedi Schär von der Regionalredaktion Baselland/Baselstadt diskutierten der ehemalige Schweizer Fussball-Nationalspieler Alex Frei und die Basler SP-Grossrätin Sarah Wyss, wo die Schmerzgrenze bei der Berichterstattung über öffentliche Personen liegt. Beide sind starke Persönlichkeiten und sagen ihre Meinung klar und deutlich darüber, was sie für die Medien interessant macht.

«In einer Phase meiner Karriere ging es nicht mehr um das Sportliche, sondern um meine Person. Das hat geschmerzt.» Alex Frei, ehem. Fussball-Nati-Spieler

Zwei weitere Diskussionsrunden beschäftigten sich mit den verschiedenen Tonali-

Sie betonten, von dieser Aufmerksamkeit auch schon profitiert zu haben. «Am Anfang ist man auf die Medien angewiesen, um seine politische Message zu transportieren», erklärte Wyss. Doch sowohl der Sportler wie auch die Politikerin bekamen

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Eigene Dynamik

von den Medien schon ihr Fett weg – auch auf persönlicher Ebene. «In einer Phase meiner Karriere ging es nicht mehr um das Sportliche, sondern um meine Person. Das hat geschmerzt», meinte Frei. Die Schmerzgrenze war bei ihm nach der Europameisterschaft in Portugal 2004 erreicht. Er hatte während einer Partie einen gegnerischen Spieler angespuckt und war deswegen vom Turnier ausgeschlossen worden. Die «Spuckaffäre» wurde danach noch wochenlang in den Medien thematisiert. Die Kritik an ihm habe sich auf seine Familie übertragen und eine unverhältnismässige Eigendynamik entwickelt: «Meine damals neunjährige Schwester wurde für das, was ich gemacht hatte, in der Schule so gehänselt, dass die Lehrerin eingreifen musste.»

Austeilen und einstecken Sarah Wyss nimmt in Kauf, dass ihre politischen Aktionen in den Medien nicht nur positiv besprochen werden: «Ich teile viel aus und muss dafür viel einstecken.» Die Grenze des guten Geschmacks war für sie jedoch mit einem Zeitungsartikel über ihr


bilder: imagoPress/Patrick lüthy

Kurz brach die Sonne durch die Wolkendecke: eine Gelegenheit, auf dem Schiffsdeck den Kopf zu lüften und Energie zu tanken.

Dekolleté überschritten. «Wie ich mich kleide, geht niemanden etwas an. Ausserdem ist es nicht relevant für meine politische Arbeit.» Einig waren sich der Sportler und die Politikerin darin, dass die Berichterstattung in beiden Sparten heute stark personifiziert wird. Sarah Wyss sieht das im Zusammenspiel mit den neuen Medien

«Ich teile viel aus und muss dafür viel einstecken. Wie ich mich kleide, geht (aber) niemand etwas an.» Sarah Wyss, Basler SP-Grossrätin

als gesellschaftliche Entwicklung: «Man fängt selber auch an, über Twitter oder Facebook so zu kommunizieren.» Alex Frei hingegen vermutet, die verstärkte Personifizierung liege – zumindest im Sport – an der Qualität des Schweizer Journalismus. «In Frankreich und Deutschland sind die Spielberichte fundierter und sachlicher.»

Grob, gut und ambitioniert Es wäre spannend gewesen, Frei und Wyss mit Martina Rutschmann von der «Tageswoche», BaZ-Redaktor Mischa Hauswirth und Christian Keller von Tele Basel darüber diskutieren zu lassen. Denn Andreas Schefer, Präsident der SRG Bern Freiburg Wallis, befragte das Trio im Gespräch mit dem Titel «Wild und kaum zu bremsen» zu seinem Berufsverständnis. Die Rollen waren rasch verteilt: Hauswirth ist als «Mann fürs Grobe» bekannt, Rutschmann für an-

Seit 2006 organisiert die SRG Region Basel die «Flussgespräche» auf dem Rhein mit hochkarätigen Medien-Playern.

waltschaftliche Geschichten und Keller als ambitionierter Produzent von Lokalreportagen. Hauswirth beklagte sich über das Etikett, das ihm anhaftet: «Es ist eine Schubladisierung, mit der man versucht Leute, zu diffamieren.»

Eine Frage des Anstands Bevor es zum gefürchteten «BaZ-Bashing» kommen konnte, wechselte der Moderator geschickt das Thema und wollte wissen, wie hartnäckig seine Gesprächspartner ihre Storys verfolgen. Einig waren sich die Journalistin und ihre Kollegen darin, dass sie sich ungern bremsen lassen, wenn sie eine Geschichte in petto haben. Trotzdem wird Keller bisweilen von seinem Chef gestoppt. Damit habe er aber gelernt umzugehen: «Es ist gut, wenn man sich immer wieder hinterfragt und auch hinterfragt wird.» Für Rutschmann wiederum gibt es keine Gründe, eine Story nicht zu publizieren: «Man kann jede Geschichte erzählen, die Frage ist nur wie.» Ihr Rezept, auch in kleinräumigen Verhältnissen kritisch und dennoch nicht verletzend Journalismus zu

«Man kann jede Geschichte erzählen, die Frage ist nur wie.» Martina Rutschmann, «Tageswoche»

betreiben, ist einfach: «Man darf sich nicht in den Filz hineinziehen lassen und muss anständig bleiben.» Um den Anstandsbegriff zu definieren, reichte die GesprächsLINK 5/2013

zeit allerdings nicht mehr. Wie schwierig die Gratwanderung zwischen Anstand und Kommerz ist, konnten die rund 150 Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung mit den Podiumsgästen später aber während der abendlichen Fahrt auf dem Rhein in informellen Gesprächen weiter vertiefen. Julia Konstantinidis

Mediengespräche auf dem Wasser Die «Flussgespräche» als Publikumsanlass der SRG Region Basel wurden erstmals 2006 und seither in loser Folge weitere drei Male durchgeführt. Während der Fahrt auf dem Rhein werden mehrere Gesprächsrunden zu virulenten Medienthemen durchgeführt. Das Regionaljournal Basel Baselland ist als Veranstaltungspartner an der Entwicklung der Gesprächsrunden beteiligt und übernimmt mehrheitlich die Moderation der Gespräche. Die Audio-Aufzeichnungen der Gespräche können hier nachgehört werden: www.mitglied.ch > Mitgliedschaft > SRG Region Basel > «Flussgespräche 2013». Die Fotos der Veranstaltung sind in der Fotogalerie unter www.mitglied.ch verfügbar.

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bild: teamstratenwerth GmbH

SRG DEutSCHSCHWEiZ

«Trickreiche Begegnung mit Momenten aus dem audiovisuellen Gedächtnis der Schweiz»: das Spiegelkabinett der SRG Deutschschweiz (Modell).

Neue Roadshow der SRG Deutschschweiz

Überraschungen und Erkenntnisse im Spiegelgarten «Spiegel der Schweiz» heisst das neu entwickelte Jahrmarktkabinett der SRG Deutschschweiz, das die Bedeutung von Radio und Fernsehen sinnlich erlebbar macht. An der Olma ist Premiere. Ausstellungsmacher Christoph Stratenwerth verrät, was hinter und in dem schillernden Kabinett steckt. LINK: Mit einem Spiegelkabinett will die SRG Deutschschweiz künftig an Publikumsmessen präsent sein. Wie denn das?

2013 beigezogen wurde, ging es zunächst darum, in einer Serie von Workshops das Format und die Botschaft zu klären.

Christoph Stratenwerth: Der Entscheid des Regionalvorstands der SRG Deutschschweiz, eine zeitgemässe Roadshow für Publikumsmessen zu schaffen, bildet die Grundlage des Projekts. Als ich im Frühling

Lassen sich denn Format und Botschaft trennen? Meine Firma und ich persönlich machen normalerweise keine Werbung und auch keine Messeauftritte. Im ersten Schritt habe ich das Format untersucht und mir

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die Muba in Basel mehrmals angeschaut. Es zeigte sich, dass ein Messestand in verschiedenen Vertiefungsgraden wirken muss: auf den ersten Blick, beim näheren Hinschauen und mit einem verborgenen Geheimnis im Zentrum. Und wie kommt die Botschaft ins Spiel? Die Absicht ist, die Trägerschaft SRG und nicht die Sender und Sendungen in den


Vordergrund zu stellen. Die Leistung der Trägerschaft wird auch aus meiner Sicht oft zu Unrecht verkannt. Wir haben uns auf zwei Arbeitsthesen geeinigt: «Die SRG ist mehr als die Summe ihrer Unternehmen.» Denken Sie an die lange Tradition, den Auftrag, die demokratische Legitimation, die Informationskultur als Teil des Service public. Die einzelnen Unternehmen können sich verändern, fusionieren, sich aufsplitten – im Hintergrund bildet die Trägerschaft die Konstante. Die andere Kernformel lautet: «SRG – Spiegel der Schweiz». Die Schweiz zeichnet sich durch ihre Polyperspektivität aus, die eine Vielzahl von Blickwinkeln ermöglicht, ob als Deutschschweizer, Romand, Tessiner oder Migrant, ob mit städtischem oder ländlichem Hintergrund. Das ist eine gros­ se Qualität der Schweiz und auch der SRG. Und das alles in einem einzigen Messestand? Eine Publikumsmesse hat ihre Wurzeln in den grossen Markttagen, die immer auch Schausteller anzogen: Karussells, Kuriositätenkabinette und Tierdompteure. Unser Spiegelkabinett spielt mit diesem Hintergrund und visualisiert auf Anhieb, worum es geht: Das Spiegelhafte, das Abbildende von Radio und Fernsehen.Von meiner Arbeit an der Expo.02 wusste ich, wie wichtig es ist, die Besucher als Teil des Gesamtbilds zu inszenieren. Das funktioniert beim Spiegelkabinett bestens: Von draussen sehe ich die andern, wie sie sich da drin bewegen. Wer drin ist, sieht sich auch selbst. Ist das Teil der Idee? Selbstverständlich. Man sieht zunächst sich selbst ­gespiegelt neben lebensgros­sen

­ ersönlichkeiten der Schweizer Medien­ P geschichte, die einen Mix aus Politik, Film, ­Unterhaltung, Sport und Wirtschaft repräsentieren. Salopp formuliert könnte man ­sagen: «Wir sind alle SRG.» Was findet auf einer weiteren Ebene statt? Im Inneren des Kabinetts gibt es einen ­glühenden Leuchtkasten, eine Art Erinnerungsmaschine, mit Bildern zu nationalen Schlüsselthemen und Ereignissen, die die Berichterstattung des Fernsehens und des Radios geprägt haben. Zum Beispiel der Gottharddurchstich, Schwingfeste, das WEF, die erste Mondlandung, Fussball, das Swissair-Grounding oder die Diskussion über die Minarett-Initiative. Ist das SRG-Kabinett ganz klassisch als Irrgarten angelegt? Wie in jedem Spiegellabyrinth gibt es Sackgassen auf dem Weg ins Innere, wo den Besucher eine Überraschung erwartet. Ich will nicht zu viel verraten. Nur so viel: Es ist eine sehr trickreiche und spezielle Begegnung mit Momenten aus dem audiovisuellen Gedächtnis der Schweiz. Passiert am neuen Stand auch live etwas? Zum Pavillon gehört ein Empfangsdesk, der jeweils von der regionalen Trägerschaft betrieben wird. Geplant sind Wettbewerbe, Mitgliederwerbung und kleine Attraktionen. Was nehme ich als Besucherin im Idealfall mit? Das Kabinett soll verdeutlichen, wie tief die elektronischen Medien in Alltag, Politik und Gesellschaft eingreifen, ob in der Gegenwart oder als Erinnerungsspeicher. Der Messeauftritt

unterstreicht die ­Wertigkeit der SRG. Denn trotz ­allem Quotendenken gibt es noch ­immer eine sicht­bare Trennungslinie zwischen den ­öffentlichen Sendern, die eine Perspektivenvielfalt zulassen, und den ­Privatkanälen. Nochmals die Frage: Weshalb an so breit angelegten Messen präsent sein? Ganz einfach: Hier ist das TV- und RadioPublikum. Es soll an die Leistungen, die die SRG im Dienst der Öffentlichkeit erbringt, erinnert werden. Interview: Alexandra Hänggi

Ausstellungsmacher – ­Ausstellungsdaten Christoph Stratenwerth arbeitete als Dramaturg und Regisseur in der Schweiz und in Deutschland, war ­Direktor eines internationalen Theaterfestivals sowie Chefdramaturg am Zürcher Theater Neumarkt. An der Expo.02 realisierte er den viel beachteten Pavillon der Migros. Seine Firma Teamstratenwerth GmbH mit Sitz in Basel konzipiert und realisiert Ausstellungen und Dokumentarfilme, unter anderem die Ausstellungsmedien für das MercedesBenz-Museum in Stuttgart. Kürzlich ­gewann die Firma den internationalen Wettbewerb für die Neukonzeption des Jüdischen Museums in Frankfurt, das 2015 eröffnet wird. Den «Spiegel der Schweiz» realisiert die Teamstratenwerth GmbH im Auftrag des Regionalvorstands der SRG Deutschschweiz. Die Ausstellungsgestaltung ­übernimmt Space4 / Stuttgart, die ­Medienplanung Tweaklab AG / Basel. Das Spiegelkabinett feiert Premiere an der Olma in St. Gallen, die vom 10. bis zum 20. Oktober 2013 dauert. Nächstes Jahr ist der «Spiegel der Schweiz» an der Luga in Luzern zu erleben.

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Publikumsrat

«Der Morgen» bei Radio SRF 1

Bild: SRG.D / Pernille Budtz

Morgensendung löst unterschiedliches Echo aus Radio SRF 1 hat die Morgensendung zwischen 5 und 9 Uhr überarbeitet. Die neue Form der Begleitung in den Tag wird vom Publikumsrat geschätzt, manche Teile aber beurteilt er kontrovers. Zum Aufwachen, unter der ­Dusche, beim ersten Morgenkaffee, im Auto unterwegs, am Arbeitsplatz: Das alles machen viele Leute in Begleitung. Zum Beispiel von ­Radio SRF 1. Die Arbeitsgruppe Radio SRF 1 des Publikumsrats hat im Juni 2013 die Morgensendung von 5 bis 9 Uhr beobachtet.

Kontrovers diskutiert Auch wenn sich die Ratsmitglieder durch die Sendung mehrheitlich angenehm begleitet fühlen, wird «Der Morgen» an der Publikumsratssitzung vom 22. August 2013 kontrovers beurteilt. «Wir sind nicht mehr das alte DRS 1 – auf SRF 1 sprechen wir neu auch ein leicht jüngeres Publikum an», sagt Heidi Ungerer, publizistische Leiterin Radio SRF 1, und ergänzt: «Es ist ein Spagat, diese Aufgabe gut zu erfüllen.» Auch Publikumsrat Stefan Z’Graggen, der bis anhin vor allem Radio SRF 3 hörte, hat fest­gestellt: «Der Sender meiner Eltern ist ­jünger geworden.»

me, freundliche Moderation finden Anklang. Einzelne Ratsmitglieder empfinden die Morgensendung jedoch als zu geschwätzig. Bei den Informationen von «HeuteMorgen» sind Kompetenz und Relevanz praktisch unbestritten, bei den Regionaljournalen hingegen wird die fehlende Aktualisierung der 6.30-Uhr-Ausgabe für 8.30 Uhr bemängelt. Unterschiedlich wahrgenommen wird die neueste Programmanpassung mit dem «Morgengast» von «gut, meist spannend» bis zu «Schwachpunkt des Morgens». Auch die «Morgengeschichte» wird einerseits geliebt («absolutes Kopfkino») und andererseits steht in einem Einzelbericht: «Jede Glosse in der Tagespresse ist besser.» Einen mehrheitlich festen Hör-Platz kann neben dem ­Nachrichtenbulletin und dem Wetter die Sendung «Espresso» verbuchen.

ausgewogen und akzeptabel. «Bei der ­Musik soll man durchatmen können», ­betont Michael Schuler, Leiter Fachre­ daktion Musik SRF. Auf die Frage von Emil Mahnig, Arbeitsgruppenleiter ­Radio, wie SRF 1 weiter entwickelt wird, antwortet Michael Schuler: «Die Repertoirepflege wird auch in den nächsten Jahren weitergehen. Zurzeit beschäftigen wir uns intensiv mit dem Ausbau der Schweizer Musik auf Radio SRF 1.» Tobias Schneider, Leiter Morgenteam Radio SRF 1 und publizistischer Tagesleiter, fügt hinzu, dass die Redaktion sich weiterhin bemüht, die Inhalte mehr zu verschränken und beim «Morgengast» aktueller zu werden. Und Heidi Ungerer meint: «Die Morgensendung wird noch besser aus einem Guss kommen.» Cornelia Diethelm

Durchatmen mit Musik

Die umfassende, relevante und kompetente Vermittlung vielfältiger Inhalte, die positive Einstimmung auf den Tag und die angeneh-

Nicht überraschend gibt es auch zur ­Musikprogrammierung am Morgen im ­Publikumsrat viel zu diskutieren: zu viele Schnulzen, zu wenig Schweizer Musik, oft zu hektische Musik, finden einige Ratsmitglieder. Andere beurteilen die Musik als

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Der Publikumsrat setzt sich aus 26 Mitgliedern zusammen. Durch Feststellun­gen und An­re­gun­gen begleitet er im Austausch mit den Verantwortlichen die Programmarbeiten von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) (vgl. auch www.publikumsrat.ch).


«Jazz in der Schweiz» auf SRF 1 bild: SRF

Eine amüsante, lehrreiche Reise Eine dreiteilige Dokumentation erzählt Jazz-Geschichte. Der Publikumsrat fühlt sich durch die Filmausschnitte und die Musik aus den letzten hundert Jahren gut unterhalten. «Muss Jazz bei Dunkelheit stattfinden?», fragte ein Publikumsrat in seinem Beobachtungsbericht zur dreiteiligen Filmreihe «Jazz in der Schweiz». Die drei Sendungen waren am 26. Mai, 2. und 9. Juni 2013 jeweils nachts um 23.15 Uhr angesetzt. Immerhin konnten sie dank SRF-Player auch zeitversetzt im Internet angeschaut werden. Damit musste niemand am Folgetag übermüdet zur Arbeit. Inhaltlich ist sich die Arbeitsgruppe Kultur einig, dass die drei Filme von hoher Qualität und als zeitgeschichtliche Dokumentation von Bedeutung sind. Der Leiter der Arbeitsgruppe Walter Weibel schrieb in seinem Gesamtbericht: «Bei den Beobachtenden entstand der Eindruck einer amüsanten, lehrreichen Reise durch das letzte und das angefangene Jahrhundert mit zahlreichen Erkenntnissen.» Zufrieden mit «Jazz in der Schweiz» sind auch die Verantwortlichen von SRF selber. An der Diskussion am 27. Juni im Publikumsrat nahmen Barbara Gysi, Bereichsleiterin Musik, Christian Eggenberger, Redaktionsleiter und Produzent Musik und Events, und Peter Bürli, Redaktionsleiter Jazz, teil.

Brücken gebaut mit «Allegra Rumantschs»

Ganz ohne Kritik blieben die Gespräche aber doch nicht. Der Anteil an Musikbeispielen, an Mitschnitten von Konzerten sei zu klein, hiess es etwa an der Sitzung. Publikumsrätin Petra Meier betonte: «Gerade von unbekannteren, zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern hätte ich gerne einen Höreindruck bekommen.» Christian Eggenberger gab zu bedenken, dass der Fokus der Dokumentation darauf lag, die Geschichte des Jazz in der Schweiz zu erzählen: «Mit längeren Musikausschnitten verliert sich schnell der rote Faden.»

Der Publikumsrat äusserte sich positiv über die Spezialwoche rund um die rätoromanische Schweiz auf Radio SRF 3.

«Wir waren mit viel Leidenschaft dabei», sagte Pascal Scherrer, publizistischer Leiter Radio SRF 3 an der Publikumsratssitzung vom 27. Juni 2013 zur Spezialwoche «Allegra Rumantschs». Diese Leidenschaft war für die Mitglieder der Arbeitsgruppe Radio SRF 3 hörund spürbar, betonte der Arbeitsgruppenleiter Roberto Colonnello. SRF 3 und RTR bauten mit «Allegra Rumantschs» Brücken in die kleinste Sprachregion der Schweiz. Die Spezialwoche war unterhaltsam, informativ und machte Freude. Die Moderations-Duos Mario Torriani / Livio Foffa und Anic Lautenschlager / David Spinnler führten locker und professionell durch die Sendungen. Die Deutschschweiz konnte viel über die Menschen und die Sprache der rätoromanischen Schweiz erfahren und SRF 3 konnte beweisen, dass es die Vorgabe des Bundesrats ernst nimmt, aus anderen Sprachregionen zu berichten.

Die drei Teile der zeitgeschichtlichen Dokumentationsreihe wurden wegen des grossen Arbeitsaufwandes von drei verschiedenen Filmern gedreht. Das fiel aber kaum auf – im Gegenteil: Ein Ratsmitglied empfand Erzählsprache, Interview-Konstellationen, Kameraführung und Schnitt als allzu ähnlich, «leider auch ähnlich konventionell und etwas langweilig». Die Mehrheit des Publikumsrats fühlte sich aber gut unterhalten, so dass Walter Weibel sich bei den SRF-Verantwortlichen mit den Worten verabschiedete: «Ich sage ein Dankeschön für die Unterhaltung, liebe Kultur.»

Bild aus der dritten Folge «Zwischen Aufbruch und Tradition» mit Kolsimcha.

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bild: SRF

Cornelia Diethelm

Auch wenn die fünf rätoromanischen Idiome nur noch von einigen Tausend Personen gesprochen werden, zeigte «Allegra Rumantschs», dass die Sprache lebt, dass sie gebraucht und geliebt wird. Die Bündner Publikumsrätin Eliane Boner bemerkte: «Man hatte das Gefühl, dass die Leute im Graubünden ständig am Radiohören waren und Freude hatten, dass sie thematisiert wurden.» Das Schlusswort zur Diskussion sprach der rätoromanische Publikumsrat Michael Spescha in seinem Idiom Sursilvan. Er empfahl (frei übersetzt): «Geh mit einem Lächeln durch die Welt und besuch einen Romanisch-Sprachkurs.» cd

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OMbuDSStEllE

«brustvermessungs-Fall» auf SRF zwei

Zwischen Gaudi und Sexismus Bei ihrer Beurteilung, ob eine Sendung die geltenden Programmvorschriften verletzt hat oder nicht, verfügt die Ombudsstelle über einen nicht zu unterschätzenden Spielraum. Es ist deshalb mehr als selbstverständlich, wenn ihre Bewertungen nicht immer von allen geteilt werden können. Dies ist kürzlich geschehen, und sogar der Präsident des Publikumsrats konnte die Schlussfolgerungen der Ombudsstelle überhaupt nicht teilen.

Rohrer hatte eine Minute Zeit und kümmerte sich sofort um das weibliche Publikum. Eine Frau lehnte seine Avancen ab, eine zweite war nicht üppig genug. Schliesslich kam Sarah und sie liess sich vermessen: «Auf den Nippel genau» – so Andi Rohrer – hatte sie die verlangten 90 Zentimeter.

Brustmessungsszene: Glatte Unterhaltung für Junge oder peinliche Programm-Fehlleistung?

Es ging um eine Beanstandung gegen eine Sendung von SRF zwei. Im Rahmen der Liveübertragung des Berner Gurtenfestivals veranstaltete SRF ein Spiel, um für das neue Strassenspiel «Don’t say it – bring it!» zu werben. Das Spielkonzept: Moderator Andi Rohrer stellt eine Frage, welche die Kandidatinnen und Kandidaten nicht verbal beantworten dürfen, sondern als Gegenstand in vorgeschriebener Zeit beschaffen müssen.

bild: SRF/ Screenshot

Sexismus und Suff Mit den Worten «Sexismus und Suff» kommentierte die Boulevardzeitung «Blick» (22.8.13) die als «Grapsch-Tour bei Konzertbesucherin» beschriebene Szene. «Blick» betonte dabei, dass dies für SRF «offenbar kein Problem» sei. Mit ausdrücklichem Hinweis auf diesen Artikel beanstandete ein TVZuschauer den Vorgang und fragte, ob ein derartiges Spiel den «hohen qualitativen und ethischen Anforderungen» der Konzession genügen würde und ob die vom Radiound Fernsehgesetz verlangte Beachtung der Menschenwürde sowie das Gebot der «Nichtdiskriminierung» verletzt worden seien.

Unterhaltung und Auflockerung

«Virus»-Mann Andi Rohrer sollte deshalb eine Person mit 90 Zentimeter Brustumfang suchen und zu Moderator Robin Rehmann bringen. Begründung: Das 30-jährige Gurtenfestival mal drei gibt 90.

Der zwei Minuten lange Beitrag sei «für Unterhaltung und Auflockerung» einer 90-Minuten-Livesendung für ein «junges Zielpublikum» konzipiert und umgesetzt worden, unterstreicht Michael Schuler, Leiter SRF Fachredaktion Musik Pop/Rock, in seiner Stellungnahme zur eingereichten Reklamation. Dieses Spielelement sei natürlich eine blöde Aufgabe gewesen, doch die qualitativen und ethischen An-

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forderungen der SRG seien vollumfänglich berücksichtigt worden. Die Messung hätte über den Kleider stattgefunden und nur nach expliziter Einwilligung. Die im «Blick»-Beitrag gezeigte Festivalbesucherin hätte einen Tag nach Erscheinen des Zeitungsartikels versichert, dass sie sich weder belästigt noch «begrapscht» gefühlt habe. Michael Schuler gibt lediglich zu, dass es ein redaktioneller Fehler war, nur weibliche Oberweitenmessungen zu zeigen. «Die auch gemachten, aber nicht ausgestrahlten Bilder mit männlichen Festivalbesuchern hätten dem Beitrag die Wahrnehmungsmöglichkeit vollends genommen, dass hier männliche Bemessung ausschliesslich weiblicher Oberweiten quasi als Gaudi veranstaltet wird». Diese Unterlassung bedauert er.

Peinlich und blöd, aber nicht entwürdigend Diese Erklärungen haben die Ombudsstelle nicht überzeugt. Zwar wurde die Suche nach einem 90-Zentimeter Brustumfang geschlechtsneutral angekündigt, doch Rohrer hat sich explizit auf Frauen konzentriert. Moderator Robin Rehmann hat dies selber unterstrichen, als er ankündigte, dass sein Kollege «grosse Probleme hat, Frauen anzusprechen». Es liegt deshalb auf der Hand, dass die ganze Übung auf «die Vermessung der Frau» angelegt war, wie der «Tages-Anzeiger» titelte. Wurden aber die Grenzen des Zulässigen überschritten? Kann man von Sexismus sprechen? Wurden die Konzession und


Doch auch wenn eine Boulevardzeitung daraus eine pikante Geschichte gemacht hat, sollte man bei der Bewertung dieser peinlichen Fehlleistung nicht übertreiben. Es gilt zu berücksichtigen, dass es sich um eine Unterhaltungssendung handelte. Auch wenn die Ombudsstelle diese Sequenz als alles andere als lustig, ja sogar als geschmackslos und fragwürdig, erachtet, ist sie der Meinung, dass die geltenden rechtlichen Bestimmungen – vorliegend die Menschenwürde – nicht verletzt wurden.

Kritische Reaktion des Publikumsrats Die Medien haben zur Beurteilung der Ombudsstelle sehr unterschiedlich berichtet. Die Titel gingen von «Ombudsmann heisst ‹Grapsch-Aktion› gut» bis «Ombudsmann rügt Busenmessung auf SRF». Klarer war dagegen die Reaktion von Manfred Pfiffner, dem Präsidenten des ­Publikumsrats SRG Deutschschweiz. Für ihn sei es absolut tabu, dass ein Journalist einer Frau die Brust vermesse, und zwar auch dann, wenn die Frau dem Unterfangen zustimme. Dass es sich wie im vorliegenden Fall um eine Unterhaltungssendung handle, sei dabei nicht relevant, wohl aber, dass sie durch SRF produziert werde. SRF stehe für Glaubwürdigkeit und stelle ein vertrauenswürdiges Label dar. In diesem Fall aber zu Unrecht, meint Pfiffner: «Andi Rohrers Auftrag lautete, mittelgrosse Brüste zu suchen, und es sollten Frauen angesprochen werden. Bereits beim Auftrag wird klar, dass Frauen klassifiziert ­werden.» So sei ein Brustumfang von 90 Zentimetern Rohrers Ansicht nach «mittel-

Dass die Aufgabe sexistisch gewesen sei, lasse sich nach Pfiffner an einem kleinen Gedankenexperiment leicht zeigen: «Stellt man sich die Aufgabe nochmals vor, vertauscht dabei aber die Geschlechterrollen und das zu vermessende Geschlechtsmerkmal, wird die Situation vollends absurd.»

Bild: SRF / Screenshot

gross». «Dass das ­Unterfangen nicht einfach harmlos oder nur blöd ist, wird kurz darauf klar, als ein anderer Mann mit orangefarbenem Hut eine junge Frau festhält, diese sich aber ­um­gehend wieder losmacht», hält der Publikumsratspräsident fest. Rohrer wird schliesslich doch fündig und kommentiert die öffentliche Schlussvermessung der ­«willigen» Frau mit den Worten: «Jetzt wird’s kurz unangenehm» und zieht die Brüste der Frau mit dem Messband auf die gesuchten 90 Zentimeter zusammen. «Die junge Frau kann sich wohl nicht ausdenken, welche Botschaft sie mit ihrer Bereitwilligkeit aussendet, und welche Wirkung diese vielleicht auch noch in einigen Jahren ­haben kann», gibt Pfiffner zu bedenken.

«Bschiss» bei Gewinnspiel im «Donnschtig-Jass»? «Bschiss», klagte ein Zuschauer über ein Telefon-Gewinnspiel im «Donnschtig-Jass» vom 8. August 2013. Dessen Ziel war es, den Ausgang einer Promi-Wette vorherzusagen. Problematisch: Das Resultat war schon vor der Sendung im «Blick am Abend» zu lesen. SRF bedauerte dies; das Blatt habe sich nicht an den vereinbarten Publikationstermin gehalten. Ombudsmann Achille Casanova gab dem Beanstander Recht. Da der Anruf kostenpflichtig war, setzten solche Pannen nicht nur die Glaubwürdigkeit von SRF aufs Spiel. Er mahnte zu mehr Vorsicht mit Vertraulichkeitsvereinbarungen.

Bild: SRF / Archivbild «Tagesschau»

s­ ogar das RTVG verletzt? Die Ombudsstelle ist zur Auffassung gelangt, wonach es vermessen wäre, zu solchen Schlussfolgerungen zu kommen. Gewiss: Die Bemessung weiblicher Oberweiten wurde «quasi als Gaudi» veranstaltet und die Spielanlage war einfach blöd und sogar peinlich. In diesem Sinne entsprach sie dem Wortlaut von Art. 3 der SRG-Konzession über die Programmqualität sicher nicht.

Journalisten sollen über die Bücher gehen Manfred Pfiffner hat seine Argumentation dem von ihm präsidierten Publikumsrat vorgetragen und zu Protokoll gegeben. Sein Ziel sei es, dass die Journalisten von SRF auch nach dem Schlussbericht der Ombudsstelle nochmals über die Bücher gehen und sich klarmachen, welche Verantwortung sie tragen. Bei diesem wichtigen Ziel sind sich Publikumsrat und Ombudsstelle einig. Nach eigenen Aussagen haben auch die Verantwortlichen der ­Sendung den Abschnitt bereits kritisch ­besprochen, analysiert und die entsprechenden Massnahmen für zukünftige Spielelemente festgelegt. Achille Casanova

Ombudsstelle SRG.D, Kramgasse 16, 3011 Bern, ombudsstelle@srgd.ch Weitere Beanstandungen finden Sie unter www.ombudsstellesrgd.ch LINK 5/2013

«Stimmungsmache gegen Israel» in «Echo der Zeit»? Am 20. August 2013 berichtete «Echo der Zeit» über den Entscheid der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats, die Kandidatur von Jean Ziegler als Experte des UNO-Menschenrechtsrats zu bekämpfen. Die Sendung sprach von «jüdischen Kreisen», die sich zuerst gegen Ziegler gestellt hätten, und zitierte dabei die Gesellschaft Schweiz-Israel. Diese sei keine «jüdische» Organisation, monierte ein Hörer. Er sah in dieser Aussage einen anti-israelischen Hintergrund. Auch der Ombudsmann war der Meinung, es wäre besser gewesen, von «israel-freundlicher» Organisation zu sprechen. Doch von Stimmungsmache gegen Israel könne keine Rede sein. Kern des Berichts sei der Kommissionsentscheid gewesen, jüdische Animosität gegen Ziegler sei nur am Rande erwähnt worden.

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SRG zentRalSchweiz

Grundsatzdiskussionen an der landsgemeinde der SRG zentralschweiz

Fusion oder regionale Verankerung?

Sehr engagiert debattierten die Gremienmitglieder an der Landsgemeinde der SRG.Z über Vor- und Nachteile einer Fusion, zum Beispiel Publikumsrat und Vorstandsmitglied Emil Mahnig (links) und Vorstandsmitglied Barbara Stöckli.

«Die Anforderungen werden immer grös­ ser», erinnerte Niklaus Zeier, Präsident der SRG Zentralschweiz. Mit Vorstössen zur Ab­ schaffung der Gebühren, den Diskussionen rund um die Revision des Radio­ und Fern­ sehgesetzes und nicht zuletzt aufgrund medienpolitischer Auseinandersetzungen weht der SRG ein rauer Wind entgegen. «Auf diesen Wind müssen wir noch dyna­ mischer und flexibler reagieren können.» Bereits zum zweiten Mal trafen sich deshalb die Gremienmitglieder der SRG Zentralschweiz zu einer sogenannten Landsgemeinde, um über die Sektionsgren­ zen hinaus gemeinsame Strategien zu ent­ wickeln. Ging es vor einem Jahr noch um die Optimierung der Zusammenarbeit, so stand am 24. August 2013 in Flüeli­Ranft die Zukunft der kantonalen Sektionen im Mit­ telpunkt: Sind sechs Sektionen noch zeitge­ mäss oder liegt die Zukunft in der Fusion?

Vereinsarbeit fordert

Bilder: thomas züger

Die Herausforderungen an die Trägerschaft steigen ständig. Verlangt wird immer mehr Professionalität und Flexibilität. An ihrer zweiten Landsgemeinde suchte die SRG Zentralschweiz nach Lösungen, um ihre sechs Sektionen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

war unter anderem auch die Tatsache, dass es immer schwieriger ist, motivierte Perso­ nen für die Gremien zu finden. So suchen derzeit gleich zwei Sektionen ein neues Präsidium und diverse Posten in den ver­ schiedensten Gremien sind unbesetzt. Eine Fusion der Sektionen wäre eine Möglich­ keit, den personellen Engpass zu lösen. Doch die rund 30 Gremienmitglieder wa­ ren sich rasch einig, dass eine Fusion nicht aus einer Not heraus anvisiert werden darf.

Schlagkraft habe – sowohl gegenüber der SRG und SRF, aber auch gegenüber ande­ ren Medien und der Öffentlichkeit.

Gemeinsam stark vs. Nähe zur Bevölkerung

Einig über die Zukunft ihrer Sektionen wurden sich die Zentralschweizer auch in der Schlussdebatte nicht. Zumal ein grundsätzliches Problem zum Vorschein kam, je tiefer die Diskussionen gingen: Was ist der Sinn und Zweck der Trägerschaft und wo will die SRG gesamtschweizerisch hin? Hier warten die Gremien gespannt auf die nationale Vereinsstrategie. Die Zentralschweiz wird die Diskussion aber weiterführen, bestimmt vor der dritten Landsgemeinde, die in zwei Jahren wieder stattfinden wird.

Rund die Hälfte der Teilnehmenden möchte an der regionalen Verankerung der Kantonssektionen festhalten: Die Nähe zur Bevölkerung und eine tiefe Vernetzung sind die Basis für eine erfolg­ reiche Mitgliederrekrutierung. Dank der grossen Themenkenntnisse der Gremien­ mitglieder können SRG und SRF auch optimal unterstützt werden.

Ausgangspunkt für die engagiert und emotional geführten Gruppengespräche

Die Fusionsbefürworter hingegen argumen­ tierten, dass eine vereinte Sektion mehr

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Gleichzeitig könnten Ressourcen gespart werden. Heute hat nämlich jede Sektion einen Vorstand, macht ihren eigenen Ver­ sand, ihre eigene Buchhaltung. Nach der Fusion würden die engagierten Leute in Kommissionen und Arbeitsgruppen effizi­ enter eingesetzt, was die Trägerschaft pro­ fessioneller werden liesse.

Patricia Diermeier


SRG BeRn FReiBURG walliS

ReGiOnal KReUz Und QUeR

Berner Stiftung für Radio und Fernsehen

Die Verleihung des Medienpreises der SRG Zentralschweiz steht wieder an: Alle vier Jahre würdigt die SRG Zentralschweiz eine herausragende Medienleistung. Gewann den Medienpreis So wurden seit 2008: Gisela Widmer. 1954 unter andeLinks im Bild: Niklaus Zeier, rem Pater Roman SRG.Z-Präsident. Bannwart, Tino Arnold oder Gisela Widmer mit dem mit 8000 Franken dotierten Medienpreis geehrt. 2014 soll wiederum eine Person oder Gruppe für ihre «ausserordentlichen kulturellen oder journalistischen Leistungen in den Medien» beziehungsweise für «medienpädagogisch oder medienwissenschaftlich hervorragende Arbeiten», die einen Bezug zur Zentralschweiz haben, ausgezeichnet werden. Bild: dany Schulthess

Reportage aus Hindelbank gewinnt Hauptpreis Mit einer Reportage über die Schliessung der Frauenstrafanstalt Hindelbank auf Radio SRF 1 holte sich der Journalist Peter Maurer den Hauptpreis 2013 der Berner Stiftung für Radio und Fernsehen. Der Fernsehpreis ging an das Wirtschaftsmagazin «ECO». Es ist kein Zufall, dass der Berner Radio­ journalist und Inlandredaktor Peter Maurer erneut mit einem Preis geehrt wurde. In diesem Jahr erhielt er den mit 5000 Fran­ ken dotierten Hauptpreis für den beste Radiobeitrag. Peter Maurer hat für die Sen­ dung «Rendez­vous» von Radio SRF 1 die tagesaktuelle Reportage «Hindelbank ver­ liert sein Frauengefängnis» produziert, die höchste Ansprüche an die journalisti­ schen Inhalte und die radiofonische Ge­ staltung erfüllt. Gemäss der Jury sprechen die vielfältigen Originaltöne alle Sinne an und sind eingebettet in ausgezeichnete, gut recherchierte und auch überraschende Informationen.

Zum zweiten Mal verlieh die Stiftung ei­ nen Förderpreis (1000 Franken), diesmal an das Berner Oberländer Lokalradio Radio BEO für die Sonntagabendsendung «Bergführer – Beruf oder Berufung?» von Tobias Kilchör.

Auch Mitglieder können Vorschläge bis 16. Dezember 2013 an SRG Zentralschweiz, Medienpreis, Postfach 4069, 6002 Luzern einreichen. Über die Vergabe entscheidet der Vorstand auf Antrag der Jury.

Die Berner Stiftung für Radio und Fernse­ hen – 1981 von der RGB (heute SRG Bern Freiburg Wallis) gegründet – zeichnet seit über 30 Jahren Radio­ und Fernsehsen­ dungen aus, die Themen aus den Kanto­ nen Bern, Freiburg und Wallis in besonde­ rer Qualität behandeln oder einen wichtigen Beitrag zum Verständnis zwi­ schen der Deutschschweiz und der Romandie leisten. Die Preise werden aus dem Ertrag des Stiftungskapitals und von der SRG Bern Freiburg Wallis finanziert.

Details und weitere Infos unter www.srgd.ch > Mitgliedschaft > SRG Zentralschweiz > Medienpreise.

Ueli Scheidegger

Seit August verstärkt Michael Breu das Team des Regionaljournals Ostschweiz. Der 42-jährige St. Galler arbeitete zuletzt als Ostschweiz-Korrespondent für die «Basler Zeitung». Michael Breu. Zuvor war Michael Breu als Wissenschaftsredaktor für Schweizer Fernsehen und 3sat im Einsatz. Der studierte Umweltwissenschaftler ist seit 20 Jahren Journalist und wohnhaft in St. Gallen. Er ersetzt Thomas Zuberbühler, der vom Regionaljournal Ostschweiz nach Bern wechselte. Zuberbühler produziert neu die Sendung «Rendez-vous» auf Radio SRF 1.

Die Preisträger: Bruno Bonometti und Silvan Lerch (Fernsehpreis), Peter Maurer (Hauptpreis) und Tobias Kilchör (Förderpreis).

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Bild: imagoPress / Patrick lüthy

Bild: zVg.

Den Fernsehpreis (3000 Franken) holte sich das SRF­Wirtschaftsmagazin «ECO» mit der vierteiligen Serie «Wirtschaftsstar­ ke Romandie». Nach Beurteilung der Jury haben die Macher mit drei Beispielen gelungene Einblicke in die dynamische Westschweizer Wirtschaft vermittelt und die Serie mit einem informativen und unterhaltenden Porträt über den Walliser

Unternehmer Christian Constantin abge­ rundet. Bruno Bonometti und Silvan Lerch ist es damit gelungen, das Verständnis zwischen der Romandie und der Deutsch­ schweiz zu fördern.

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Bild: Powerup-Radio/ Screenshot

SRG ostschweiz

Powerup-Radio bringt auf kreative Art und Weise der jungen Generation das Radio-Machen und -Hören näher. Fotos der Preisverleihung: www.srgd.ch > SRG Ostschweiz > Fotogalerie.

Radio- und Fernsehpreis der SRG Ostschweiz

Kinder und Radio – da liegt noch viel Potenzial Seit über zehn Jahren lanciert und begleitet Powerup-Radio der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi spannende Radioprojekte und zeigt, welche Chancen dieses Medium für Schülerinnen und Schüler bietet. Nun erhielt es dafür den Radio- und Fernsehpreis 2013 der SRG Ostschweiz. Für Florian Karrer, Leiter der Radioprojekte, ist der Preis Wertschätzung und Motivation zugleich.

Anfangs wurden die Sendungen im Radio­ studio des Kinderdorfs Pestalozzi in Tro­

gen produziert. Seit 2006 tourt der Sender zusätzlich mit einem mobilen Radiobus durch die gesamte Schweiz. Mehrere tau­ send Kinder und Jugendliche profitierten bisher davon. Sie werden direkt in die re­ daktionelle und technische Radioarbeit integriert und können ihre Themen und Anliegen in die Sendungen einbringen, die übers Internet empfangen werden können. «Gerade das», so Karrer, «macht die Radioarbeit so attraktiv. Die Schülerin­ nen und Schüler produzieren Sendungen, die nicht nur in der Klasse gehört werden, sondern ein grosses Publikum erreichen.» Dieses echte Publikum führe denn auch zu konzentrierter Arbeit und damit zu be­ sonders intensiven Lernerfahrungen. Zu­ dem sei Radioarbeit immer auch Team­ arbeit, womit stets auch die Förderung der Sozialkompetenz ein wichtiger Aspekt sei.

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Schon in seiner Schulzeit war Florian ­Karrer begeistert vom Medium Radio. Bei seiner Bildungsarbeit im Kinderdorf ­Pestalozzi ergab sich die Möglichkeit, zwei ­Leidenschaften zu kombinieren. «Genau darin liegt ja das Potenzial des Mediums Radio», sagt er, «wir machen einerseits Ra­ dio – und das allein fasziniert die Schüle­ rinnen und Schüler. Anderseits setzen wir uns bei diesen Projekten mit Kernthemen der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi ausein­ ander.» So werden Kinderrechte, Men­ schenrechte oder auch die Begegnung von Kindern aus verschiedenen Ländern zum Thema der Beiträge.

Echtes Zielpublikum

Auch die Eltern werden erreicht Powerup-Radio begleitet übers Jahr hin­ weg zahlreiche Projekte vom Radiotag in einer Schulklasse bis zum grossen Wo­ chenprojekt mit ganzen Schulhäusern. «Wenn wir so mit 150 bis 200 Schülerin­ nen und Schülern arbeiten, können wir sogar ein Vollprogramm realisieren.» Die Freude von Florian Karrer ist offen­ sichtlich, wenn er von den Projekten er­ zählt. Neben der Begeisterung der Schüle­ rinnen und Schüler freut er sich auch über Rückmeldungen der Lehrpersonen. Diese gäben eine klare Bestätigung, wie wertvoll die Arbeit in vielerlei Hinsicht sei. Die Radioarbeit bringe ja nicht nur die Schulklassen mit den Themen in Kontakt, sondern auch ihr Umfeld, die Eltern und


Verwandten, die Hörerinnen und Hörer. Genau das erlebte auch Regula Späni, Kommunikationsfachfrau mit langjähriger Erfahrung bei Schweizer Radio und Fernse­ hen (SRF). Sie hielt die Laudatio an der Preisverleihung und hat als Mutter verfolgt, wie ihr Sohn tolle Schultage mit Powerup­ Radio erleben durfte. So ist das Radioprojekt für Karrer auch bes­ tens integriert in die Stiftung. «In unserem aktuellen Projekt haben rund Dreiviertel der Schülerinnen und Schüler Migrations­ hintergrund», so Karrer. «Wenn es hier mit Radiobeiträgen gelingt, zu einer Auseinan­ dersetzung mit den Herausforderungen und Chancen dieser Situation nachzuden­ ken, ist das sehr wertvoll.»

Schüler blühen oft richtig auf Besonders schön sei, dass die Radioarbeit andere Fähigkeiten erfordere als jene, die in der Schule sonst im Zentrum stehen. «Powerup­Radio,» so Regula Späni, «das sind praxisnahe Schultage, in der Kinder kaum merken, wie viel sie lernen. Ohne Prüfung, ohne Noten, einfach weil es Spass macht.» So kommt es immer wieder vor, dass Lehrpersonen staunen über einzelne Schülerinnen oder Schüler. «Das hätte ich dieser oder jener Schülerin nie zugetraut, diese konzentrierte Arbeit und diesen sou­ veränen Auftritt vor dem Mikrofon.» Solche Rückmeldungen erhält Karrer immer wie­ der von Lehrpersonen – und sie machen einen wichtigen Teil seiner Motivation aus. Denn immer wieder gibt es Schülerinnen und Schüler, die in einer solchen Woche richtig aufblühen – etliche behalten die Begeisterung fürs Medium, bewerben sich später für Praktika. «Und es gibt einige», führt Karrer aus, «die mittlerweile tatsäch­ lich in den Journalismus eingestiegen sind.»

Neue Technik bringt Chancen Die SRG Ostschweiz wollte mit der Preis­ verleihung gleichermassen das langjährige Engagement des Projekts anerkennen wie auch die weitere Arbeit fördern. Zudem

sollte auf das Potenzial des Mediums für die Schule aufmerksam gemacht werden. Insbesondere die neue Technik macht die Radioarbeit in der Schule gegenüber frü­ her deutlich einfacher. Schnittprogramme sind heute kostenlos erhältlich (siehe Kasten) und mit ihren Smartphones besitzen im­ mer mehr Schülerinnen und Schüler Ton­ aufnahmegeräte. Damit kann das Potenzial viel einfacher genutzt werden – Lernpoten­ zial, das auch Regula Späni hoch ein­ schätzt: «Die Kinder lernen, gezielt nach einem Thema zu recherchieren, sich zu überlegen, wie sie die Informationen auf­ bereiten, damit es spannend wird und die Leute dranbleiben. Sie lernen, sich in ande­ re hineinzuversetzen, indem sie eine Spra­ che wählen, die die Empfänger verstehen.» Damit führt die Radioarbeit für Karrer auch dazu, dass Schülerinnen und Schüler an­ ders, kritischer und kompetenter Medien selbst nutzen. «Sie haben erlebt, wie eine Sendung entsteht, was man bei der Produk­ tion eines Beitrags alles entscheiden muss, wie viel man weglassen muss … Da hört man fremde Beiträge ganz anders.» Thomas Merz

Tipps zur Radioarbeit Merkblatt zum Thema Audio/Radio in der Schule zum Download unter: www.linkmagazin.ch > Aktuelle Ausgabe Durchführung von Radioprojekten mit einzelnen Klassen oder ganzen Schulen: Powerup-Radio der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, Trogen: www.powerup.ch/radio Besuch im Regionalstudio SRF Ostschweiz, St. Gallen: Tel. 071 243 22 11. ostschweiz@srf.ch Hinweise auf kostenlose Schnittprogramme und Anleitungen der Medienwerkstatt der PH Thurgau: www.phtg.ch/medienzentrum/medienwerkstatt/schulung-undberatung/ LINK 5/2013

Bild: zVg.

SRG aaRGaU SOlOthURn

Im Studio von Radiologisch.

Solothurner «Radiologisch» wieder «on air» Seit fünf Jahren produziert ein jugendliches Team jeweils im Oktober ein alternatives Radioprogramm. Der Sender deckt in Solothurn eine Nische ab.

Diesen Oktober sendet in der Region Solothurn auf der Frequenz 94,8 MHz wieder das Solothurner Alternativradio Radiologisch. Bereits seit fünf Jahren ist der nichtkommerzielle Sender jeweils für einen Monat in Betrieb und sendet von Wiedlisbach (BE) bis Grenchen und von Oberdorf bis Gerlafingen – oder je nach Verhältnissen bis kurz vor Lyssach (BE). Sieben Radiomacher, die beruflich eigentlich in ganz anderen Bereichen tätig sind, bilden das Kernteam des Senders. Sie bieten interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigene Sendungsidee vorzuschlagen und dann selbst auch gleich am Mikro umzusetzen. «Die Leute sollen sich in einer Form verwirklichen, in der sie es sonst nicht können», so Roland Frey, Präsident des Vereins hinter dem Sender. Coachings machen dies sogar für Unerfahrene möglich. Oft sind die RadiologischStunden auch erste Erfahrungen für einen späteren Job bei einem anderen Radiosender. Das Programm setzt auf regionale Kultur und Musik – teils mit Livekonzerten aus der Kulturfabrik Kofmehl in Solothurn. Den Sendebetrieb ermöglicht eine BAKOM-Konzession, die Jugendliche jeweils im Rahmen eines zeitlich beschränkten Projekts erhalten. Radiologisch gewann in seinem ersten Jahr, 2009, den Jugendförderpreis des Kantons Solothurn. Die Beiträge gibts auch online (www.radiologisch.ch). Fabian Gressly

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SRG zÜRich SchaFFhaUSen

talkrunde der Unterhaltungsmacher

«Lampenfieber, meine lebenslange Therapie» Wie bewegen sich Newcomer und Cracks auf dem Grat zwischen Erfolg und Scheitern? Kathrin Hönegger, Kurt Aeschbacher, René Rindlisbacher sowie Christoph Gebel stellten sich in der Talkrunde der SRG Zürich Schaffhausen den Fragen von Andi Melchior.

Kurt Aeschbacher würde gerne den Papst in seine Sendung einladen.

«Ich rede zuhause genauso viel wie im Radio», gesteht Kathrin Hönegger. Die junge, fröhliche Moderatorin von Radio SRF 3 hat ihr Faible fürs Vielreden zum Beruf gemacht. Und weil man es nie allen recht machen kann, wünscht sie sich ab und an eine dickere Haut. Neben ihr das Fossil unter den Entertainern, Kurt Aeschbacher. Er, der sich selbst so nennt, zählt seit über 30 Jahren zum Urge­ stein der Fernsehunterhaltung. Fossil be­ deute aber nicht gleich, ein dickeres Fell zu haben, offenbart der so souverän wirkende «Aeschbi» und outet sich gar als extrem scheuer Mensch. Schon in den Studien­Vorlesungen habe er Angst davor gehabt, aufgerufen zu werden. «Es ist mir selbst ein Rätsel, wie ich es geschafft habe.» Auch heute noch gehöre sehr, sehr viel Lam­

penfieber zu jedem Auftritt. Doch das sieht Aeschbacher als «lebenslange Therapie».

Sei dich selbst Als Unterhalter geboren wird keiner, doch Talent mitbringen müsse man schon und das wolle gefördert werden, bestätigt René Rindlisbacher. Wichtig sei, sich selbst zu bleiben. Wäre etwa Kurt Aeschbacher nicht auch privat der sensible, ethisch ver­ antwortungsvolle Mensch, so hätte er mit Sicherheit keine so erfolgreiche Fernseh­ geschichte geschrieben. Und dennoch, trotz viel Talent steckt immer auch jahre­ lange harte Arbeit hinter jeder Karriere als Unterhaltungsmacher. Allein schon der Umgang mit der vielen Technik oder den zwischenrufenden Regieanweisungen im Ohr muss gelernt und geübt werden.

Bilder: thomas züger

Von Feedbacks profitieren Aeschbacher erhält rund 20 Briefe, dop­ pelt so viele Mails und ein paar Anrufe jede Woche. Die meisten Zuschauerreakti­ onen seien «gschpürig» und fundiert – alle werden handschriftlich verdankt. Eine Ge­ nerationenfrage? Kathrin Hönegger er­ reicht man via Social Media. Auch sie ant­ wortet persönlich. Aber die meisten der monatlich rund 10 000 Reaktionen gelan­ gen via Callcenter zu SRF, werden ausge­ wertet und weitergeleitet. Christoph Gebel, Abteilungsleiter Unterhaltung, greift ein, wenn Eskalation droht oder wenn Politiker Kritik üben. Dann müsse die Antwort «Blick»­fest sein, denn allzu oft lande sie schwarz auf weiss in solch auflagestarken Medien.

Und die Unterhaltungszukunft? Zurzeit fehlen neue Talente, vor allem Frauen. Man habe zwar vielversprechende Pfeiler im Köcher, allerdings braucht es rund zehn Jahre Erfahrung, um vom Vor­ abendprogramm zur Prime Time aufzu­ steigen. Bei den Castingshows zeichne sich eine Sättigung ab, Comedy könnte die Zukunft sein. Für SRF kündigt Gebel je­ denfalls mehr Eigenproduktionen an: «Wir probieren aus, suchen aber keine Sendun­ gen, die 25 Jahre bestehen.» Oliver Schaffner

Auf dem Podium diskutierten: Andi Melchior (Moderation), René Rindlisbacher, Kathrin Hönegger, Christoph Gebel (v. l. n. r.).

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Carte blanche

«

Mail ins Studio Ein Zungenbrecher! Unmöglich! Das wird niemals akzeptiert und

­unüblichen Schritt gezwungen. Auslöser waren der ‹Kriminaltango›

überhaupt … Wie kann man nur! So einig war sich die Radioge­

Hazy Osterwalds am frühen Morgen und später Freddy Quinns

meinde noch nie. Über die Wortanteile im Programm kann man

‹Junge komm bald wieder› mit ‹W. Nuss vo Bümplitz› von Patent

sich streiten, über die Musik sowieso, aber einen gut eingeführten

Ochsner gleich anschliessend (zweimal 60er Jahre, einmal 90er).

Begriff wie Radio DRS in Radio SRF umbenennen? Das ist, wie wenn man der Reuss befehlen würde, aufwärts zu fliessen.

Ausschalten? Umschalten? Ich schrieb ein Mail ins Studio! Ich schilderte meine Verzweiflung über einen solch wilden Mix der

Und nun? Ein knappes Jahr später? SRF hat sich (fast) durch­

Musikstile. SRF 1 ja, Infos ja, aber diese Musik! Da ist die Möglich­

gesetzt, sogar bei jüngeren Hörerinnen und Hörern, wie ich in

keit, sofort zu reklamieren, eine praktische Einrichtung und Mail

­einem Kurs bei den Studierenden feststellte. Diese Namensände­

ins Studio tönt nach subito, wird sofort zur Kenntnis genommen.

rung war mutig! Nun hat sich auf Radio SRF 1 ja nicht nur der Name geändert, auch das Programm hat ein Facelifting erfahren.

Am nächsten Tag meldet sich der Kundendienst, äusserte sein

Für mich am auffälligsten am Morgen. Und mit dem Morgen hat

Bedauern und bemerkte, das Mail werde weitergeleitet. Seither

sich neulich auch der Publikumsrat auseinandergesetzt. In der

sind einige Monate vergangen. Ich finde, die Musik ist etwas aus­

Medienmitteilung der SRG Deutschschweiz lese ich dazu: ‹Die

geglichener, der Mix moderater. Ich bilde mir allerdings nicht ein,

Wortlastigkeit wird hingenommen (…) und auch die Musik po­

dass SRF 1 alles unternimmt, um eine verzweifelte Hörerin zu

larisiert.› Eine Aussage, die ich nur zum Teil teile. Die Wortlastig­

halten. Doch wünschte ich mir etwas mehr Mut in der Musik­

keit nehme ich nicht hin, kann aber während dem Kaffeekochen

programmierung. Bei der Namensänderung hat es auch geklappt.

und Müeslizubereiten gut weghören.

»

Kommentare zur Carte blanche: link@srgd.ch Doch bei der Musik ist das schwieriger. Die Musik polarisiert, das

Bild: zVg. MAZ Luzern

ist wahr, und dies hat mich vor einiger Zeit zu einem für mich

Barbara Stöckli, Studienleiterin MAZ – Die Schweizer Journalistenschule und Vorstandsmitglied der SRG Zentralschweiz. LINK 5/2013

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Agenda

SRF-Plattform: Streifzug durch die ­Internetseite von SRF

Mediensymposium: «Neue Medien in der Politik – muss man, soll man?»

Radio SRF 1-Sendung «Persönlich» live aus Windisch AG

Die diesjährigen Veranstaltungen sind ausgebucht. Der Kurs wird 2014 wieder angeboten. Für Warteliste: info@srgzhsh.ch

Dienstag, 22. Oktober 2013, 18 Uhr, in der Aula des Fachhochschulzentrums St. Gallen. Der Anlass ist öffentlich.

Sonntag, 27. Oktober 2013, 10 Uhr, im Restaurant Kurve. Der Anlass ist öffentlich.

Medienkritisches Seminar

Führung durch das Bundeshaus und das Medienzentrum in Bern

SRG-Feierabend-Gespräch Mittwoch, 30. Oktober 2013, 18 bis 21 Uhr, im Radiostudio Brunnenhof in Zürich. Anmeldung an: info@srgzhsh.ch

Donnerstag, 31. Oktober 2013, 9 bis 17 Uhr, inklusive Treffen mit Ostschweizer Parlamentariern.

Radio SRF 1-Sendung «Persönlich» live aus Zürich

Besuch der Sendung «Aeschbacher»

Sonntag, 10. November 2013, 10 Uhr, im Theater am Hechtplatz.

Donnerstag, 14. November 2013, 18.45 Uhr, in der Labor-Bar in Zürich. (Mindestalter: 16 Jahre, Teilnehmerzahl beschränkt.)

Besuch des SRG-SSRMedienzentrums in Chur Führung durch das Medienzentrum Bundeshaus in Bern

Führung durch das Medienzentrum Bundeshaus in Bern Dienstag, 12. November 2013, 15 Uhr, ­inklusive Apéro. Anmeldung bis 5. November an: info@srgagso.ch (Platzzahl beschränkt, Teilnahme wird bestätigt).

Bild: Medienzentrum Bundeshaus

Donnerstag, 28. November 2013, 17.15 bis 20 Uhr, mit Vertretern des Vereins SRG SSR, RTR und SRF Programmschaffenden sowie RTR-Direktor Mariano Tschuor.

Freitag, 15. November 2013, 17.30 bis 19 Uhr. Anmeldung bis 3. November 2013 an: info@srgbern.ch oder 031 388 94 72 (Teilnahme wird bestätigt).

Anmeldungen für alle Veranstaltungen bis 20. Oktober 2013 an: monika.gessler@srf.ch oder 071 243 22 14

«Stammtisch»: Mundart in den SRFProgrammen – notwendig oder passé?

Führung durch das Regionalstudio Aarau

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 18 bis 19.30 Uhr, in der Schlüsselzunft in Basel, mit SRF-Programmentwickler Thomas Schäppi. Keine Anmeldung erforderlich.

SRG Luzern: Regionalstudio-Besuch

«Exkursion II»: Workshops am MAZ

Radio SRF 1-Sendung «Persönlich» live aus Altbüron LU

Dienstag, 12. November 2013, 17 bis 19 Uhr. Mitglieder der SRG Luzern erhalten eine Einladung.

Donnerstag, 31. Oktober 2013, 17 bis 21 Uhr, in Luzern. Mitglieder erhalten eine persönliche Einladung Anfang Oktober.

Sonntag, 17. November 2013, 10 Uhr, im Bau 4 des Werkplatzes Schaerholzbau. Der Anlass ist öffentlich, der Eintritt frei.

Bild: MAZ Luzern (zVg.)

SRG Nidwalden: Generalversammlung mit Sportmoderatorin Steffi Buchli

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Montag, 28. Oktober 2013, 18 bis 20.30 Uhr, im Velodrome Suisse in Grenchen, zum Thema «Sport in Radio und Fernsehen – zu viel, zu wenig oder gerade richtig?». Der Anlass ist öffentlich. Anmeldungen bis 21. Oktober an: info@srgagso.ch

Mittwoch, 20. November 2013, 19.30 bis 22.30 Uhr, im Hotel Engel in Stans. Gast nach den ordentlichen Traktanden ist SRFSportmoderatorin Steffi Buchli. Mitglieder der SRG.NW erhalten eine Einladung. LINK 5/2013

Mittwoch, 13. November 2013, ab 17 Uhr. Anmeldung an: info@srgagso.ch

Fernsehstudio-Führung und Besuch der Sendung «Aeschbacher» Dienstag, 26. November 2013, 16.15 Uhr, in Zürich. Anmeldung bis 11. November an: info@srgagso.ch (Platzzahl beschränkt, Teilnahme wird bestätigt.)

Radio SRF 1-Sendung «Persönlich» live aus Baden AG Sonntag, 8. Dezember 2013, 10 Uhr, in der Villa Boveri. Der Anlass ist öffentlich.

Einen Überblick über alle Veranstaltungen der SRG.D und weitere Informationen ­finden Sie unter: www.srgd.ch/agenda

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