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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 5/2011

SRF Ausbildungschef Rémy Trummer im Porträt. Seite 7

SRG SSR DAB: Das Regi kommt! Seite 8

Publikumsrat Beobachtung: Themenschwerpunkt «Max Frisch». Seite 10 Ludwig Hasler am Publikumsratsseminar: «Kultur ist, was nicht von selbst läuft.» Seite 11

Ombudsstelle SRG.D Neue Aufgaben für den Ombudsmann. Seite 12

Carte blanche Isabel Gehrer: «Die grössten Schweizer Talente» – Fluch oder Segen? Seite 13

Neu beim Regi: Mirjam Mathis. Seite 14 Spannende Podiumsdiskussion mit André Marty. Seite 15 Mitwandern am 4. September. Seite 16

Die SRG SSR im Internet – wie weiter? Seite 4

Bild: iStockphoto.com

Zentralschweiz


SRG Zentralschweiz Mirjam Mathis

Bild: pd

Die neue Nidwaldner Stimme

Vom Lago de Nicaragua (Bild) an den Inseliquai Luzern: Mirjam Mathis, Stagiaire beim Regionaljournal.

Nach Mirjam Breu und Mirjam Eisner gibt es beim Regionaljournal Zentralschweiz nun eine dritte Mirjam: Stagiaire Mirjam Mathis. Ihr Kennzeichen: Nidwaldner Dialekt und viel Liebe zu ihrer Heimat.

Mirjam Mathis ist angekommen. Nach studienbedingten Aufenthalten in Madrid, Genf und Hamburg ist die 26-Jährige wieder zurück in der Innerschweiz. Seit knapp vier Monaten ist sie Stagiaire beim Regi. Und doch: Richtig daheim ist sie noch nicht. Momentan dominieren Kurse und Ausbildungen das Leben der jungen Frau aus Kehr­ siten. «Ich war bis jetzt effektiv nicht viel mehr als einen Monat im Studio Luzern», sagt Mirjam Mathis. Sogar unser Gespräch findet aus Termingründen im Zug statt, auf dem Geleise nach Zürich, wo Mirjam ausgebildet wird. Den Betrieb in Luzern kennt die aufgestellte Nidwaldnerin immerhin schon recht gut: Bereits vor der Stage war sie als freie Mitarbeiterin fürs Regionaljournal tätig, und sie machte auch ein Praktikum im Studio Luzern und bei der Nachrichtenredaktion in Bern.

durch Einsätze für die Neue Nidwaldner ­Zeitung. «Als ich dann ein Studium aussuchte, hiess es überall, ich solle nicht ­Publizistik wählen, da sich das als Einstieg nicht eigne.» Und so studierte sie erst einmal Internationale Beziehungen, anschliessend absolvierte sie den Lehrgang am Medienausbildungszentrum in Luzern. Dort wohnt sie mittlerweile auch grossmehrheitlich in der Wohnung ihres Freundes, der ebenfalls aus dem Kanton Nidwalden stammt. Ihre Wurzeln sind ihr wichtig. Sie gibt auch offen zu, dass es sie zurück in ­ihren Heimatkanton ziehe: «Ich bin ganz ­sicher kein Stadtkind», sagt sie lächelnd. Ob es ihr Heimatort Kehrsiten sein muss, ist aber offen. Und ­wegen des praktisch ­fehlenden öffentlichen Verkehrsmitteln sei das ­Pendeln von Kehrsiten aus auch ­alles ­andere als einfach.

«Bin kein Stadtkind» «Journalismus hat mich schon früh gereizt», sagt Mirjam Mathis. Ins Geschäft rutschte sie

Zumindest musikalisch ist Mirjam Mathis ihrer näheren Heimat ganz treu. Sie spielt Klarinette im Musikverein Hergiswil, wo sie auch ihren Freund kennenlernte. «Ei-

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gentlich gehört Kehrsiten ja zu Stansstad, doch musikalisch zog es mich nach ­Hergiswil.» Die Musik ist denn auch ihr grosses Hobby, für weitere Freizeitbeschäftigungen bleibt aktuell keine Zeit mehr: «Ich komme oft völlig erledigt nach Hause, und wenn ich überhaupt noch etwas unternehmen mag, treffe ich am liebsten Kollegen», sagt sie. Und natürlich sei da auch noch ihr Freund, mit dem sie Zeit verbringen wolle.

«Ergänzen uns bestens» Die Konzentration gelte ihrer neuen Aufgabe beim Radio. Sie merke deutlich, dass sie jetzt auch eine grössere Verantwortung trage und sich auch ideal einbringen könne: «Ich bin ja die einzige Nidwaldnerin im Team, da kann ich schon einige Inputs liefern.» Sie schätzt an ihrem Job die ­Breite – von Politik über Sport bis zur Wirtschaft müsse man alles abdecken. Lob gibt es auch für das RegiTeam: «Wir er­gänzen uns bestens, und die Diskussionen sind spannend.»


Austauschjahr in Madrid Dass sie trotz Studium in internationaler Politik jetzt bei einem regionalen Medium gelandet ist, ist für sie kein Abstieg: «Politik ist überall interessant, auf nationaler, kantonaler oder eben regionaler Ebene. Die

Zusammenhänge sind immer ähnlich.» Hier kenne man die Menschen, über die man berichte, und man sei näher dran – zwei Punkte, die Mathis schätzt. «Früher wollte ich immer Auslandkorrespondentin werden», sagt sie, «doch mittlerweile habe ich gemerkt, dass das wohl nichts ist für mich.» Allein in einer grossen Stadt zu sein, das sei nicht ihr Ding. Journalistische Erfahrungen im Ausland hat sie indes schon gemacht: Vor der Stage absolvierte sie in ­Nicaragua ein Praktikum bei einer Zeitung. Dabei kamen ihr ihre Kenntnisse der spanischen Sprache zugute, die sie sich bei ihrem Erasmus-Austausch in ­Madrid angeeignet hat. Wo genau es sie später hinziehen wird, kann sie noch nicht sagen. Neben dem Regi hat es ihr die Info-Redaktion angetan. Schweizer Radio und Fernsehen sei ein guter Ort, um sich weiterzuentwickeln, sagt sie. «Vorläufig habe ich aber zu viel um die ­Ohren, um mir gross Gedanken über die Zeit nach meiner Ausbildung zu machen». ­Unser Zug fährt in Zürich ein. M ­ irjam ­Mathis ist angekommen. MG

Regionaljournal-Serien 2011 Die Regionalredaktionen von SR DRS lancieren unter dem Titel «schneller – lüüter – schöner» eine gemeinsame dreiwöchige Sommerserie. Pro Woche liefert jede Region einen Beitrag zum je­ weiligen Thema. Jede Redaktion ent­ scheidet selber, wie sie es umsetzt. Schräge Ideen und fantasievolle Ansätze sollen möglich sein und sind auch aus­ drücklich erwünscht. Die Beiträge aus der Zentralschweiz werden voraussicht­ lich an den folgenden Daten ausge­ strahlt: 18. Juli («schneller»), 26. Juli («lüüter»), 4. August («schöner»).

Im Herbst wird sich das Regional­ journal Zentralschweiz vom 5. bis 9. September intensiv mit den bevor­ stehenden eidgenössischen Wahlen beschäftigen. Redaktorinnen und Re­ daktoren werden eine Woche lang durch die Zentralschweiz ziehen und die Abendsendungen immer aus ei­ nem anderen Kanton und einem ande­ ren Restaurant senden. Zu den Live­ Sendungen werden politische Akteure eingeladen, aber auch Leute von der Strasse sind herzlich willkommen. pd

Bild: Marco Zemp

Während ihrer zweijährigen Stagiaire-Ausbildung ist sie aber nicht nur fürs Regi im Einsatz: Konvergenz ist auch in der Ausbildung das neue Zauberwort. Neben der klassischen Radioausbildung bekommt Mirjam Mathis Einblicke in den Onlineund den Fernsehjournalismus. Sie werde sicher noch zur «Tagesschau»-Online gehen und wohl auch zur «Rundschau», sagt sie. Ihr Jahrgang ist gleichzeitig der erste, der trimedial ausgebildet wird. Einen Nachteil gebe es dadurch nicht: «Die meisten Kurse gab es ja auch schon vorher, jetzt kommen einfach die anderen Abteilungen hinzu.» Zusammen mit den anderen Stagiaires gehe es zuweilen laut zu und her, berichtet sie mit einem Schmunzeln, doch gearbeitet werde selbstverständlich auch, fügt sie an, sogar sehr viel.

André Marty mit Patricia Diermeier.

Toller Anlass mit André Marty Anderthalb Stunden Podium mit profunden Informationen und vielen Fragen aus dem Publikum: Der von der SRG Zug organisierte Auftritt von «Tagesschau»-Moderator und Ex-SF-Korrespondent André Marty am 20. Juni 2011 war ein Grosserfolg. 75 Besucherinnen und Besucher – unter ihnen Zuger Regierungsrat Joachim Eder – hatten sich im «Legends Club» der Bossard Arena eingefunden und lauschten gebannt den Ausführungen von Marty. In dem von Patricia Diermeier, Präsidentin SRG Zug, gekonnt moderierten Gespräch berichtete der TV-Mann unter anderem darüber, wie schwierig es vor allem während seiner Zeit als Nahost-Korrespondent gewesen sei, den Propagandamaschinerien zu widerstehen und sie überhaupt erst einmal durchschauen zu können. Marty unterhielt in Tel Aviv einen Ein-Mann-Betrieb, während etwa die ARD mit 35 Leuten präsent war. Zwei Rucksäcke für Technik Andererseits sei im Korrespondentenalltag dank Internet auch einiges einfacher geworden: «Heute braucht man keine Satellitenschüssel mehr, das ganze Material hat in zwei Rucksäcken Platz», erzählte Marty. Der 45-Jährige blickte auch zurück auf seine journalistischen Anfänge beim Luzerner Tagblatt und bei den LNN. Und er rief den Anwesenden in Erinnerung, dass es in ihrer Hand liege, ob man in der Schweiz auch künftig noch gut recherchierte und wertfreie Berichte zu lesen und zu sehen bekomme, denn sein Lohn und der seiner Kolleginnen und Kollegen bei den SRG-Medien werde von den ­Gebührenzahlenden finanziert. HG

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SRG Zentralschweiz

Agenda Sonntag, 17. Juli 2011 «Persönlich» aus Lungern Radio-Talkshow von 10–11 Uhr live aus dem Haus St. Josef, Bahnhofstrasse 24, Lungern.

Sonntag, 4. September 2011

Wandern Sie mit!

Freitag, 29. Juli 2011 «Zoogä-n-am Boogä» aus Oberarth DRS Musikwelle sendet ab 20.00 Uhr aus dem Restaurant Schöntal in Oberarth. ­Thema: «100 Jahre Rees Gwerder».

Wanderparadies für Jung und Alt: Klewenalp.

Einst gab es sie Woche für Woche, die legendären Radiowanderungen. 1961 – vor 50 Jahren – von Radio Beromünster ins Leben gerufen, im Jahr 2002 als Auslaufmodell beerdigt. In Hoch-Zeiten liefen Hunderte mit, am Ende waren es bestenfalls noch zwei, drei Dutzend Unentwegte. Nun aber boomt Wandern wieder. Man zeigt sich gerne auf den gelb markierten Wegen und freut sich über das Erlebnis in der Natur, das sportliche Betätigung und entspannende Erholung gleichzeitig bietet.

Bild: pd

Die von der SRG Zentralschweiz wiederbelebte Tradition der Radiowanderungen geht in die dritte Runde: Am Sonntag, 4. September 2011, führt der Weg von der Klewenalp zur Stockhütte. Mitglieder der SRG Zentralschweiz erhalten das Rund­reisebillett für Bergbahnen und Postauto zum Schnäppchenpreis. Die SRG Zentralschweiz hat diesen Trend 2009 aufgenommen und eine Herbstwanderung für alle Mitglieder ausgeschrieben. Zur Premiere ging es ins Entlebuch, letztes Jahr auf den Zugerberg – und diesmal, am 4. September, ist der Kanton Nidwalden das Ziel: Von Beckenried überwindet die Luftseilbahn mehr als 1000 Höhenmeter – hinauf auf die Klewenalp (1593 Meter ü. M.) mit ihrem «Murmelipark» gleich bei der Bergsta­ tion. Rund anderthalb Stunden dauert die aussichtsreiche Wanderung zur Stockhütte (1286 Meter ü. M.). Der Weg ist kinderwagengängig. Bei der Stockhütte wird sich die von TV- und Radiomoderator Kurt Zurfluh angeführte SRG.Z-Familie nach und nach einfinden.Verpflegen kann man sich zu Klängen des Ländlertrios «Stöckli-Buebä» aus dem eigenen Rucksack oder im Restaurant (auf eigene Kosten).Von der Stockhütte kann man die neue ­6er-Gondelbahn nach Emmetten benutzen (Fussmarsch: eine Stunde), und von ­Emmetten geht es mit dem Postauto ­zurück nach Beckenried. HG

Programm am Sonntag, 4. September 2011 10.00 Uhr: Treffpunkt Bergstation ­Klewenalp, anschliessend Wanderung zur Stockhütte. 12.30 Uhr: Mittagsrast Stockhütte bei musikalischer Unterhaltung und Spielen. Danach individuelle Rückkehr mit Gon­ delbahn und Postauto nach Emmetten bzw. Beckenried.

Kosten Rundreisebilletts für SRG-­Mitglieder: Fr. 10.– (mit Halbtax), Fr. 20.– (ohne Halbtax). Nicht-SRG-­ Mitglieder: Normalpreise, Billetts am Schalter erhältlich. Anmeldung (erwünscht) bitte per ­E-Mail an kg@karlgraf.ch oder an SRG Nidwalden, Postfach 341, 6362 Stansstad

Sonntag, 31. Juli 2011 «Persönlich» aus Schwyz Radio-Talkshow von 10–11 Uhr live aus dem Bundesbriefmuseum, Schwyz. Montag, 8. August 2011 «Älplerwunschkonzert» Zwischen 20.00 und 22.00 Uhr live vom ­Urnerboden auf DRS 1 und DRS Musikwelle. Rahmenprogramm vor Ort ab 13.30 Uhr. Freitag, 19. August 2011 «Zoogä-n-am Boogä» aus Stans DRS Musikwelle überträgt ab 20.00 Uhr live aus dem Restaurant Allmendhuisli. Samstag, 20. August 2011 «SF bi de Lüt» aus Luzern Nik Hartmann beehrt mit seiner letzten Sendung 2011 die Stadt Luzern (Mühlenplatz).

Impressum Ausgabe 5/2011 (Juli 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Jasmin Rippstein (jr), Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Roger Blum, Fee Riebeling, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Zentralschweiz (S. 14–16): Therese Rauch, Geschäftsstelle, Postfach 3669, 6002 Luzern, Tel.: 041 227 24 00, Fax: 041 227 24 20, E-Mail: therese.rauch@srf.ch Adressänderung an: SRG Zentralschweiz, Postfach 3669, 6002 Luzern Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Susanne Lötscher, transkorrekt, Zollikofen Druckvorstufe: Küenzi&Partner, Langnau/Zürich Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011062704 (swissclimate.ch)

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