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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 5/2011

SRF Ausbildungschef Rémy Trummer im Porträt. Seite 7

SRG SSR DAB: Das Regi kommt! Seite 8

Publikumsrat Beobachtung: Themenschwerpunkt «Max Frisch». Seite 10 Ludwig Hasler am Publikumsratsseminar: «Kultur ist, was nicht von selbst läuft.» Seite 11

Ombudsstelle SRG.D Neue Aufgaben für den Ombudsmann. Seite 12

Carte blanche Isabel Gehrer: «Die grössten Schweizer Talente» – Fluch oder Segen? Seite 13

87. GV mit ­flammendem Appell. Seite 14 Roger de Weck zur ­Zukunft der SRG SSR. Seite 15

Die SRG auf den Tisch gepackt. Seite 16

Die SRG SSR im Internet – wie weiter? Seite 4

Bild: iStockphoto.com

Zürich Schaffhausen


SRG Zürich Schaffhausen 87. Generalversammlung der SRG Zürich Schaffhausen

Evi Rigg – Rücktritt oder doch nicht? Am 12. Mai 2011 eröffnete Präsidentin Evi Rigg im World Trade Center die 87. Generalversammlung der SRG Zürich Schaffhausen. Der offizielle Teil behandelte reibungslos alle Traktanden, die von den rund 300 Teilnehmern genehmigt wurden. Die offene Nachfolgefrage der zurücktretenden Präsidentin sowie das Referat von SRG-Generaldirektor Roger de Weck waren wohl die mit der grössten Spannung erwarteten Themen. vielfältigen und unabhängigen Service ­public. Helfen Sie mit, erklären Sie in Ihrem Umfeld die Bedeutung und Leistungen der SRG sowie die Mechanismen, mit denen die SRG infrage gestellt wird», so der Appell der Präsidentin an die Anwesenden.

Die Präsidentin Evi Rigg erklärt, warum sie doch bis zum Ende ihrer offiziellen Amtszeit bleibt. Mit im Bild zwei ihrer Vorstandskollegen, Robert Spichiger (l.) und Werner Marti.

Gekonnt führte Evi Rigg durch die ordentlichen Traktanden und die damit verbundenen Abstimmungen, die diskussionslos angenommen wurden. Durchdringend war auch ihre flammende Rede zum Widerstand gegen die derzeit laufende Kampagne gegen die SRG SSR: «Seit Beginn dieses Jahres führen rechtsbürgerliche Kreise, Printmedien, Zeitungsverleger sowie Teile der Kommunikationswirtschaft eine Kampagne gegen die SRG. Diese wird vor allem in der Deutschschweiz geführt und diskreditiert die SRG als ‹Gebührenmonster› und als ‹linken Laden›, dessen Programmschaffende einseitig und tendenziös berichten. Auch von den ­Politikern kommen grosse Töne – es ist ja schliesslich Wahljahr!»

Teil der SRG-Kampagne ist die Petition «Radio- und Fernsehgebühren: 200 Franken sind genug». Sie verlangt eine Senkung von 462 auf 200 Franken pro Jahr. Das wäre das Ende der SRG mit ihrem vielfältigen und viersprachigen Angebot, und Eigenproduktionen in den Landessprachen wären nicht mehr finanzierbar: Sportsendungen wie das Lauberhornrennen, Unterhaltungssendungen auf Dialekt, Reportagen, Hintergründe, eigene Filme. Eine Abwärtsspirale wäre unvermeidlich: Die Quoten würden fallen und die Werbung einbrechen. Nur noch handgestrickte SRG-Programme würden der internationalen Konkurrenz und dem Bezahl-Fernsehen in die Hände spielen. «Der Name ‹Trägerschaft› ist uns Verpflichtung. Wir treten ein für einen kompetenten, qualitativ starken,

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Ausgabe 5/2011

Bild: André Springer

Evi Rigg ein weiteres Jahr im Amt Im Jahresbericht wie auch im LINK wurde informiert, dass Evi Rigg den Rücktritt als Präsidentin der SRG Zürich Schaffhausen eingereicht hatte. Die Findungskommission hatte sich eigentlich für die Wahl eines Kandidaten ausgesprochen. Dieser zog jedoch seine anfängliche Zusage wieder zurück. Die letzte Absage eines sehr qualifizierten Interessenten kam Ende April. Evi Rigg: «Wir stehen also vor der Situation, Ihnen heute keine Kandidatur für das Präsidium präsentieren zu können. Nach Gesprächen mit dem Vorstand bin ich bereit, die Genossenschaft nochmals ein Jahr bis zum offiziellen ­Ablauf meiner Amtszeit zu führen, um die Kontinuität sicherzustellen.» Die Wahl ­wurde angenommen. Nach dem offiziellen Teil und dem Vortrag von Generaldirektor Roger de Weck folgte der Ausklang des Abends mit einem reichhaltigen Buffet und Unterhaltung durch die «SF Huusmusig» mit Dani Häusler und Team, bekannt aus der Sendung «SF bi de Lüt». Oliver Schaffner

Das Protokoll wird nach der Genehmigung des Vorstandes auf der Website www.rfz.ch zum Abrufen bereitgestellt.


Roger de Weck zur Zukunft der SRG SSR

Von lokal bis «glokal» – die neue Medienwelt An der Generalversammlung der SRG Zürich Schaffhausen beleuchtete der Generaldirektor der SRG SSR Roger de Weck seinen Blickwinkel in die sich verändernde Medienwelt und deren Auswirkungen. Wie gewohnt sanft und doch eindringlich appellierte er an die traditionelle Schweizer Offenheit und an ein Bündnisdenken, um Kräfte zu bündeln.

Die Zukunft der SRG SSR werde stark geprägt werden durch die sich massiv verändernden Bedingungen in der Schweizer Medienlandschaft, begann Roger de Weck sein Referat. «Die Diskussionen darüber laufen aber, als fände die Globalisierung nicht statt», sagte er. Dabei habe diese längst alle Bereiche der Wirtschaft erfasst, auch die Medien. Gemeinsam mit den technologischen Neuerungen erlebe die Medienwelt Veränderungen in einem bisher nicht gekannten Ausmass. Beeinflusst werde auch der Werbemarkt. Im Online-Bereich – den ­Neuen Medien – werde dieser sich in ­Zukunft zu zwei Drittel bei Google und F ­ acebook abspielen, «einer Grösse, der zu begegnen schwierig werden wird.»

korrespondenten beschäftigen. Dabei, so de Weck, «muss die Schweiz das Ausland verstehen, damit wir uns selber verstehen. Vielleicht versteht uns dann auch das Ausland besser». Die Schweiz sei wohl eines der Länder, das am meisten von der Globalisierung profitiert habe, nicht zuletzt dank der Tradition der Öffnung. Als Beispiele seien die Geschichte der Alpenpässe, der Gründungen bedeutender Schweizer Unternehmen und Organisationen wie Nestlé, BBC (heutige ABB) oder der ETH erwähnt, die alle durch Ausländer der ersten oder zweiten Generation erfolgten. De Weck appellierte daran, auch im Medienbereich diese Tradition der Öffnung aufzunehmen, um so die Stärken bewahren

oder gar ausbauen zu können. Ausgerechnet die SRG sei schweizweit das Unternehmen, das der Konkurrenz, die über mehr Mittel und somit Macht verfüge (RTL, SAT.1 usw.), am stärksten ausgesetzt sei. Was geschieht, wenn der Service public abgebaut werden müsste, lasse sich anschaulich in den USA beobachten. Dort gebe es ihn nicht mehr. «Geht es deswegen den privaten Medien besser? Nein. Und in der Schweiz schliessen die Privaten immer noch gut ab», so de Weck. Wie auch immer, ob in gemeinsamer Strategie aller Medienunternehmen oder nicht, «die SRG wird auch in Zukunft Service public bieten, das muss das Ziel sein». Oliver Schaffner

In der Schweiz habe jeder Angst, die SRG nehme den Privaten etwas weg. Doch müsste man nicht eher zusammenfinden unter dem Motto «L’union fait la force», statt am Ende nur Brosamen aufzusammeln? Denn laut De Weck sind Mitbewerber aus dem nahen Ausland stark und jeder Franken, der zu Pro7 und SAT.1 fliesst, kommt nicht mehr dem Schweizer Journalismus zugute. Er würde begrüssen, wenn zum ­Beispiel Ringier Unterhaltungssendungen produzieren würde. So entstünde in der Schweiz eine Art eigene Branche mit ­einem gewissen Gegenpol zur ausländischen Konkurrenz.

Die SRG biete heute einen unabhängigen Service public in hoher Qualität, wie man ihn in immer weniger Ländern in Europa findet. So würden etwa neben der SRG nur noch ARD/ZDF und BBC eigene Auslands-

SRG-Generaldirektor Roger de Weck: «Die SRG wird auch in Zukunft Service public bieten, das muss das Ziel sein.»

Ausgabe 5/2011

Bild: André Springer

Appell an die Offenheit

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Agenda

SRG Zürich Schaffhausen

Sonntag, 10. Juli, 10.00 Uhr Sendung «Persönlich». Ritterhaus, Bubikon. Türöffnung 9 Uhr. Eintritt frei. Info: www.drs1.ch, Tel. 0848 80 80 80

Tischmesse Schaffhausen

Die SRG auf den Tisch gepackt

Dienstag, 23. August, 18.30 Uhr «Auf einmal stehst Du voll im Rampenlicht». After work-Talk mit jungen TV-Persönlichkeiten über den schwierigen Karriereschritt vor der Kamera. SF Lounge, Fernsehstudio Leutschenbach, Zürich. Öffentlich, ohne Anmeldung.

Lokale Unternehmen aller Art, aus allen Branchen, mehrheitlich aus dem KMUUmfeld, aber auch aus Bildung und vielen anderen Bereichen nutzten Mitte Mai die Schaffhauser Tischmesse, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren und vor allem um neue Kontakte zu knüpfen. Lediglich ein einfacher Tisch stand dabei jedem Aussteller zur Verfügung. Unbegrenzt war dafür die Kreativität, wie dieser gestaltet, geschmückt oder ausgerüstet werden sollte. Mit einem Wettbewerb wurden denn auch die Besucher gebeten, den sympathischsten Tisch zu bestimmen. Leider war derjenige der SRG Zürich Schaffhausen nicht dabei. Dafür sei aber die Beteiligung der SRG Zürich Schaffhausen, so Edi Looser von der Bildungskommission, ein schöner Erfolg gewesen: «Die SRG Zürich Schaffhausen war das erste Mal dabei, und sie wird in zwei Jahren wieder mit­ machen. Es ist zu empfehlen, dass sie auch an weiteren vergleichbaren Ausstellungen dieser Art im gesamten geografischen ­Einzugsgebiet auftritt, denn trotz guter Werbung und Kommunikation scheint es nämlich, dass der überwiegende Teil ­unserer Bevölkerung kaum Kenntnisse über die SRG SSR und ihre Mitgliedgesellschaften hat.»

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Samstag, 27. August, 13.00 Uhr Sendung «Traders» inkl. Studioführung. ­Mitglieder Sektion 1. Anmeldung: Oliver Meili, 8442 Hettlingen, oliver.meili@tango-it.ch

Erstmals präsentierte sich auch die SRG ZH SH an einer Tischmesse.

Messeleiter Marcus Cajacob von der Schaffhauser Wirtschaftsförderung unterstrich das grosse Interesse an der diesjährigen Ausstellung und versicherte, dass die Schaffhauser Wirtschaftsförderung 2013 wieder eine Tischmesse organisieren werde. Die Messevorbereitungen seien für die Teilnehmer vergleichsweise gering und die Kosten von 650 Franken für den Tisch angesichts der breiten Resonanz eine lohnende Investition. Hätten anfangs vorwiegend Gewerbetreibende an der Tischmesse teilgenommen, so nutzten heute zunehmend auch andere Organisationen wie eben die SRG Zürich Schaffhausen die Möglichkeit, sich an der Messe zu präsentieren. Gegenüber den Medien meinte ­Cajacob zudem, dass die im Zweijahresrhythmus stattfindende Messe einige Nachahmer in anderen Regionen der Schweiz gefunden habe. Im Gegensatz zur Schaffhauser Ausgabe seien deren Erfolge jedoch meistens bescheiden geblieben. Für Cajacob wie auch für Looser liegen die Schaff­ hauser Erfolgsfaktoren in der kompakten ­Grösse des Kantons mit seiner feinen, ­innovativen und persönlichen Note. «Wie Schaffhausen eben ist», doppelt der gebürtige Schaffhauser Edi Looser nach. Oliver Schaffner Ausgabe 5/2011

Bild: Edi Looser

Über 150 Teilnehmende verzeichnete die Schaffhauser Tischmesse dieses Jahr.

Bild: Wirtschaftsförderung Kt. Schaffhausen, Trix Brunner

Erstmals präsentierte sich die SRG Zürich Schaffhausen an der Schaffhauser Tischmesse. Mit Erfolg, wie Edi Looser, Mitorganisator und Mitglied der Bildungskommission, meint, und er spricht schon von der Beteiligung im Jahr 2013.

Dienstag, 6. September, 18.00 – 21.00 Uhr Basisseminar Geschichte und Tätigkeit der SRG Zürich Schaffhausen. Fernsehstudio ­Zürich. Info/Anmeldung: SRG ZH/SH, Tel. 044 366 15 44, www.rfz.ch Samstag, 17. September, ganzer Tag «Altes Radio – Neue Medien». Radio, TV, Web, Smartphones & Co. wachsen ­zusammen. Weiterbildungstagung mit ­Workshops. Pädagogische Hochschule ­Zürich. Info/Anmeldung: SRG ZH/SH, Tel. 044 366 15 44, www.rfz.ch

Impressum Ausgabe 5/2011 (Juli 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Jasmin Rippstein (jr) Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Roger Blum, Fee Riebeling, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Zürich Schaffhausen (S. 14–16): Oliver Schaffner (os), Tel.: 044 994 16 61, E-Mail: schaffner@blaurot.ch Adressänderung an: SRG Zürich Schaffhausen, Postfach, 8042 Zürich Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Susanne Lötscher, transkorrekt, Zollikofen Druckvorstufe: Küenzi&Partner, Langnau/Zürich Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011062704 (swissclimate.ch)

LINK 5/11 SRG Zürich Schaffhausen  

Die SRG SSR im Internet - wie weiter? Split Bern, Freiburg, Wallis

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