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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 4/2011

SRF DRS 1-Moderatorin Regi Sager im Porträt. Seite 7

Krisenberichterstattung am Limit. Seite 4

SRG SSR SRG-Programme sind infrage gestellt – die Trägerschaft bezieht Position. Seite 8

Publikumsrat Beobachtungen: SF 1 «Die grössten Schweizer Talente». SF zwei «Champions League». Seite 10

Ombudsstelle Durchblick bei Interessenkonflikten. Seite 12

Carte blanche Fabio Rondinelli: «Arena» gegen Wertezerfall? Seite 13

Zentralschweiz

Kampfwahl an der DV in Lungern. Seite 15 Luga: Kein Wölkchen trübte den Eventtag. Seite 16

Bild: zVg. Erwin Schmid

Überraschung an GV der SRG Luzern. Seite 14


SRG Zentralschweiz Bild: pd

GV SRG Luzern

«Wir zahlen gerne mehr»

Steht SRG-Mitgliedern Rede und Antwort: André Marty, nach mehreren Jahren als SF-Kor­respondent nun «Tagesschau»-Moderator.

Überraschung an der GV der SRG Luzern, die am 12. April 2011 im Paraplegikerzentrum SPZ Nottwil statt fand: Die grosse Mehrheit beschloss eine grössere Erhöhung des Mitglieder­ beitrags, als es der Vorstand beantragt hatte. Der Aufmarsch war beachtlich. Knapp 80 Anwesende nahmen an der GV der SRG Luzern im SPZ Nottwil teil. Und sie zeigten sich engagiert. Die Versammlung votierte für eine Erhöhung des Mitgliederbeitrags per 2012 von 20 auf 30 Franken (Einzelpersonen und Vereine). Der Vorstand hatte nur eine Erhöhung auf 25 Franken vorgeschlagen. Der Antrag auf 30 Franken war aus der Versammlung gekommen, weil für einen doch bescheidenen Beitrag sehr viel geboten werde. Die Mehrheit sah das offenbar genauso und unterstützte den Vorstoss bei nur 16 Gegenstimmen. Grundsätzlich nötig wurde die Aufstockung der Mitgliederbeiträge, weil die Jahresrechnung 2010 mit Mehrausgaben von 2300 Franken abgeschlossen hat. Unverändert bleiben dagegen die Beiträge für Kollektivmitglieder von 80 beziehungsweise 150 Franken.

Unter dem Titel «Zwischen und hinter den Fronten» gibt der engagierte Jour­ nalist, mehrfache Preisträger und SF«Tagesschau»-Moderator André Marty am 20. Juni in Zug Einblicke in seinen Alltag vor und hinter der Kamera.

In der Fragerunde wurde aus der Versammlung der Wunsch nach vermehrter Aufklärung über die neuen DAB-Radiogeräte laut. DAB und DAB+ bringen bessere Empfangsqualität, nur lässt sich damit das Regionaljournal nicht empfangen. Zwar verfügen die meisten DAB-Geräte auch über FM (UKW), doch diese Umschaltmöglichkeit scheint zum einen zu wenig bekannt zu sein, und zum andern wird sie als mühsam empfunden. Ein Regi-Empfang via DAB ist aber noch nicht in Sicht.

Er berichtete von Kriegsgebieten ebenso kompetent und verständlich wie aus dem Vatikan. André Marty, seit 1996 beim Schweizer Fernsehen, erst als Reporter, dann Korrespondent in Italien und dem Mittleren Osten und schliesslich seit kurzer Zeit «Tagesschau»-Moderator. Heute wohnt er im Kanton Luzern, wo er bereits von 1988 bis 1993 für das «Luzerner Tagblatt» und die «LNN» gearbeitet hat.

Im Anschluss an die ordentlichen Geschäfte gab es einen Rundgang durchs SPZ, gefolgt vom Apéro mit musikalischer Begleitung der jungen Volksmusikanten Florian & Seppli aus Ballwil. HG

Bild: Dany Schulthess

Trat nach sechs Jahren aus dem Vorstand der SRG Luzern zurück: Diana Bruggmann-­Gamma.

Erfreulich: Der Mitgliederbestand der SRG Luzern ist letztes Jahr ganz leicht gestiegen, auf gut 920.Vizepräsident Willy Koch

Der aktuelle Vorstand der SRG Luzern: ­Mirjam Infanger, Emmenbrücke (Präsidentin), Willy Koch, Wolhusen (Vizepräsident), Jean-Paul Anderhub, Luzern. Christian Macek, Luzern (Programmkommission), Sara Schmuckat, Ebikon (Quästorin). ­Hansjörg Eicher, Luzern (Protokoll), Pascal Ludin, Adligenswil.

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Ausgabe 4/2011

Mehr Mitglieder

Podiumsgespräch in Zug mit André Marty

gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit verstärkten Bemühungen diese Trendumkehr akzentuiert werden kann.

Diana Bruggmann verabschiedet Zweites wichtiges Traktandum an der von Präsidentin Mirjam Infanger geleiteten GV war die Verabschiedung von Diana Bruggmann-Gamma, die aus familiären und beruflichen Gründen nach sechs Jahren aus dem Vorstand zurücktritt. Diana Bruggmann hat die SRG Luzern mit grossem Einsatz in der Kommission Öffentlichkeitsarbeit vertreten. Ihr Nachfolger im Vorstand ist Pascal Ludin aus Adligenswil, der wegen beruflicher Unabkömmlichkeit nicht an der GV dabei sein konnte.

20. Juni 2011

Gratis-Eintritt André Marty ist ein Vollblutjournalist, wie man ihn heute nur noch selten trifft. Was treibt den 46-jährigen Vater einer siebenjährigen Tochter an, sich den Gefahren im Gaza-Streifen oder in Libyen auszusetzen? Und wie erlebte der «Reporter des Jahres 2006» des Magazins «Schweizer Journalist» und der Träger des «Katholischen Medienpreises 2009» der Schweizer Bischofskonferenz die Vereinnahmung durch die Interessenvertreter, sei es im politischen, wirtschaftlichen oder kirchlichen Bereich? Antworten auf diese Fragen gibt es am zweiten Podiumsgespräch der SRG Zug mit Gast André Marty. Zeit und Ort: Montag, 20. Juni 2011, 19.00 Uhr, «Legends Club» Bossard-Arena Zug. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Mitglieder der SRG Zentralschweiz sind anschlies­send zum Apéro mit André Marty eingeladen (Anmeldung auf zug@srgzentralschweiz.ch). pad


Delegiertenversammlung SRG Zentralschweiz

Stanserin folgt auf Stanserin

Blumen zum Abschied und zum Start: Als Nachfolgerin von Marlène Wirthner-Durrer (links) wählten die Delegierten Petra Meier Marbacher in den SRG-Publikumsrat.

Die gastgebende Sektion Obwalden mit ihrem Präsidenten Fabio Rondinelli hatte für die Durchführung der DV der SRG Zentral­ schweiz einen stimmigen Ort ausgewählt. Zwar weckt der Name Brünig Indoor – Schiess-Sport-Zentrum möglicherweise die Vorstellung einer etwas miefigen und gewehrfettdurchtränkten SchützenhausAtmosphäre. Doch die riesige, in den Berg gehauene Anlage auf dem Gelände der Gasser Felstechnik AG in Lungern ist weit mehr als eine unterirdische Schiessanlage – sie ist ein topmodernes Tagungszentrum mit gepflegter G ­ astronomie. Nebst vielsei­ tigen Übungsanlagen für den Schiesssport bietet sie in anderen Kavernen Trainingsmöglichkeiten für den Brandschutz.

Entscheid im ersten Wahlgang Die 75 angereisten Delegierten und weitere Gäste der SRG.Z waren angetan vom DV-Schauplatz. Und im übertragenen Sinne war ja effektiv ein wenig Feuerlöschen

angesagt. Hitzige (Wort-)Gefechte gab es nicht, aber die Ersatzwahl in den SRGPublikumsrat Deutschschweiz hatte ungewöhnliche Wellen geschlagen. Grund: Es gab zwei Bewerber und eine Bewerberin für die Nachfolge von Marlène WirthnerDurrer (Stans), die nach zwölf Jahren demissioniert hatte. Die Sektion Schwyz trat mit ihrem Präsidenten Koni Schuler (Unteriberg) an, die Sektion Luzern mit dem PR-Fachmann Thomas Pfyffer ­(Luzern) und die Sektion Nidwalden mit der 42-jährigen Anwältin Petra Meier Marbacher aus Stans. Sie schaffte, etwas überraschend, gleich im ersten Wahlgang das absolute Mehr von 38 Stimmen. Die Delegierten sorgten so dafür, dass die Sektion Nidwalden, mit 1200 Mitgliedern die grös­s­te der SRG.Z, weiterhin im Publikumsrat vertreten ist. Diesem gehört als zweiter Vertreter der SRG.Z Emil Mahnig (Adligenswil) an. Unbestritten war die Wiederwahl der drei Mitglieder des Regionalrats der SRG Ausgabe 4/2011

Bilder: Dany Schulthess

An der 57. DV der SRG Zentralschweiz vom 14. Mai 2011 in Lungern machte Petra Meier Marbacher das Rennen um den Sitz im SRG-Publikumsrat. Die Kampfwahl war der umstrittenste, aber nicht der einzige spannende Programmpunkt. Deutschschweiz: Niklaus Zeier (Präsident SRG.Z), Patricia Diermeier Reichardt (Präsidentin SRG Zug) und Roby Gamma (Vorstandsmitglied SRG.Z). Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde Fabio Rondinelli in den Vorstand der SRG.Z gewählt. Die Jahres­ berichte 2010 des Präsidenten und der verschiedenen Kommissionen wie auch die praktisch ausgeglichene Jahresrechnung von Hanspeter Krummenacher wurden einstimmig genehmigt. Niklaus Zeier unterstrich in seinem Referat die Bedeutung ­einer starken SRG. Bestrebungen, die ­Gebühren massiv zu senken, müssten mit ­guten und plausiblen Argumenten bekämpft werden.

Hat gut lachen: Fabio Rondinelli, Präsident der gastgebenden Sektion Obwalden.

Erfreulich, dass in Lungern der neue SRGGeneraldirektor Roger de Weck den Zentralschweizer Delegierten die Ehre erwies. Er stellte in Aussicht, dass die SRG SSR bald wieder schwarze Zahlen schreiben werde. Zudem plädierte er unter anderem für ein verstärktes Engagement im Onlinebereich, um auch künftig konkurrenzfähig zu sein. Doch bei aller Zukunftsmusik: Auch für ­Roger de Weck ist und bleibt die Trägerschaft eine zentrale Säule der SRG – was der Generaldirektor allein schon mit seiner Präsenz in Lungern untermauerte. Hans Graber

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SRG Zentralschweiz

Agenda

SRG-Eventtag

Sonntag, 17. Juli 2011 «Persönlich» aus Lungern An diesem Sonntag wird die Radio-Talkshow «Persönlich» live aus dem Haus St. Josef, Bahnhofstrasse 24, in Lungern übertragen. Gastgeber und Gäste waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Die Sendung ist öffentlich, Publikum ist willkommen. «Persönlich» gehört zu den beliebtesten Talk-Sendungen von Schweizer Radio DRS.

Heisse Show an der Luga

Bild: Dany Schulthess

Bei der siebenten Auflage des SRG-Eventtages an der Luzerner Frühjahrsmesse Luga hatte Petrus endlich ein Einsehen: Es war ein strahlender Tag mit viel Publikum und tollen Darbietungen.

Ganz glatte Sache: Sängerin Monique sorgte ­während ihrer drei Shows für beste Stimmung.

Wirklich schlecht war es ja nie, in keiner Hinsicht. Aber das Wetter trübte in den letzten Jahren doch so einige der SRGEventtage an der Luga. Zu kalt, zu regnerisch, zu windig, zu unsicher – irgendetwas drückte immer auf die Stimmung. Nicht so dieses Mal. Am Samstag, 7. Mai, stimmte alles von A bis Z. Überwiegend heiter war es, in jeder Hinsicht. Das Luga-Publikum honorierte mit grossem Aufmarsch und viel Applaus, was das OK ­(Richi Odermatt und Therese Rauch) auf die Beine gestellt hatte. Ob Sängerin und Stimmungskanone ­Monique oder der witzige Ballon-Komö­ diant Tobi van Deisner, ob die schmissige Blaskapelle Rigispatzen oder die rührenden Chnöpflidrücker aus Hergiswil ­b.Willisau – und einmal mehr ganz zu schweigen von Wettermissionar Martin Horat: Das Publikum wurde glänzend unterhalten, machte mit, schunkelte, klatschte, lachte aus vollem Herzen, animiert auch von Kurt ­Zurfluh, der abermals gekonnt durchs ­Programm führte.

Emil Mahnig als «Klagemauer» Es war einfach nur schön und mit fortschreitendem Nachmittag auch heiss, hochsommerliche 28 Grad. Zu heiss wohl

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auch, um böse Frage zu stellen: Obwohl sich die Botschafterinnen der SRG Zen­ tralschweiz gewappnet hatten, um beispielsweise zu den in gewissen Kreisen umstrittenen SRG-Gebühren profund argumentieren zu können, wurden sie praktisch nicht mit solchen Anliegen konfrontiert. Stattdessen gab es viel Lob fürs Gebotene.

Freitag, 29. Juli 2011 «Zoogä-n-am Boogä» aus Oberarth Die DRS Musikwelle ist mit ihrer «Zoogä-­nam Boogä»-Sendung vor Ort im Restaurant Schöntal in Oberarth. Thema der Sendung ist «100 Jahre Rees Gwerder». Die Sendung spricht ein breit interessiertes Volksmusikpublikum an und wird einmal im Monat live ausgestrahlt. Sie beginnt um 20.00 Uhr und dauert bis 22.00 Uhr. Platzreservation unter Tel. 041 855 11 88. Redak­ tion und Moderation: Beat Tschümperlin. Sonntag 31. Juli 2011 «Persönlich» aus Schwyz An diesem Sonntag wird die Radio-Talkshow «Persönlich» live aus dem Bundesbriefmuseum in Schwyz übertragen. Gastgeber und Gäste waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Die Sendung ist öffentlich, Publikum ist willkommen.

Impressum Ganz ohne Kritik ging es aber dann doch nicht: Emil Mahnig,Vizepräsident der Programmkommission der SRG.Z und Publikumsrat der SRG Deutschschweiz, war von Kurt Zurfluh beiläufig und nicht ganz ernst gemeint als «der Mann, bei dem man übers TV- und Radioprogramm reklamieren kann» vorgestellt worden. Das haben sich anscheinend einige Leute gemerkt: «Auf meinem Luga-Rundgang bin ich anschliessend x-fach angesprochen worden», erzählt Mahnig, der aber die Rolle der wandelnden Klagemauer klaglos ertragen hat. «Es gibt halt immer Sendungen, die diesem oder jener nicht passen, aber unflätig wurde es nie. Im Gegenteil, die Leute waren friedlich und versöhnlich. Selbstverständlich aber habe ich ihre Anliegen ­gespeichert, und ihre Inputs nehmen wir ernst.» HG Ausgabe 4/2011

Ausgabe 4/2011 (Mai 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Denise Looser Barbera (dlb), Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Florian Blumer, Janina Labhardt, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1–4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG Zentralschweiz (S. 14–16): Therese Rauch, Geschäftsstelle, Postfach 3669, 6002 Luzern, Tel.: 041 227 24 00, Fax: 041 227 24 20, E-Mail: therese.rauch@srf.ch Adressänderung an: SRG Zentralschweiz, Postfach 3669, 6002 Luzern Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Susanne Lötscher, transkorrekt, Zollikofen Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011051203 (swissclimate.ch)


LINK 4/11 - SRG Zentralschweiz