Page 1

Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 4/2011

SRF DRS 1-Moderatorin Regi Sager im Porträt. Seite 7

Krisenberichterstattung am Limit. Seite 4

SRG SSR SRG-Programme sind infrage gestellt – die Trägerschaft bezieht Position. Seite 8

Publikumsrat Beobachtungen: SF 1 «Die grössten Schweizer Talente». SF zwei «Champions League». Seite 10

Ombudsstelle Durchblick bei Interessenkonflikten. Seite 12

Carte blanche Fabio Rondinelli: «Arena» gegen Wertezerfall? Seite 13

Ostschweiz Die Medienwelt unter kritischer Beobachtung. Diana Jörg: Rückkehr ins Bündnerland. Seite 15 Digitalisierung in Deutschland. Seite 16

Bild: zVg. Erwin Schmid

Seite 14


Bild: stock.xchng

SRG Ostschweiz

Die Medien – inklusive die SRG – werden vom Preisträger Rainer ­Stadler kritisch und ­differenziert beobachtet.

Radio- und Fernsehpreis der Ostschweiz 2011

Die Medienwelt unter Beobachtung Die SRG Ostschweiz verleiht den Radio- und Fernsehpreis 2011 der Ostschweiz dem NZZ-Medienredaktor Rainer Stadler. Der Preis wird von den Ostschweizer Kantonsregierungen gestiftet und ist mit 10 000 Franken dotiert.

Nach dem Studium war er zunächst Mitarbeiter in einem Pressebüro. Seit 1989 ist er Redaktor bei der NZZ, zuständig für Medienpolitik, Medienberichterstattung und medienethische Fragen sowie für die ­wöchentlich erscheinende Medienseite.

«In Medias Ras» – die Medienwelt kritisch hinterfragt Die NZZ ist mittlerweile die einzige Tageszeitung, die sich eine kontinuierliche Medienbeobachtung und Medienkritik leistet. Rainer Stadler widmet sich ausschliesslich Medienfragen; die Medien sind ihm nicht ein Gegenstand unter vielen. Immer dienstags erscheint in der NZZ die Medienseite mit Analysen, Berichten und Kommentaren. In seiner Kolumne «In Medias Ras» bringt er aufkommende Themen und Ent-

14

wicklungen auf den Punkt. «Ras» berichtet seit Jahren mit Kontinuität, Tiefe und Breite über die nationale und internationale Medienwelt. Dabei ist er kritischer Beobachter, lässt aber auch Meinungsvielfalt zu. Rainer Stadlers kritischer Journalismus – auch der SRG gegenüber – zeichnet sich durch einen hohen Grad an Differenziertheit aus.

Anlass erhalten Sie in der LINK-Ausgabe 5/2011 von Anfang Juli 2011. Arthur Oehler

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 1. September 2011, um 18.30 im Hofkeller in St. Gallen statt.

Dies ist in einer Zeit, in der wir zur Mediengesellschaft geworden sind, von nicht genug zu schätzendem Wert. Überdies ist es selten, dass die Medienzunft nicht nur Dritten, sondern auch sich selbst schonungslos den Spiegel vorhält, Rolle und Einfluss der Medien kritisch reflektiert und sogar journalistische Fehlleistungen benennt. Rainer Stadler leistet diese ­Arbeit, hartnäckig und unbestechlich.

Preisverleihung des Radio- und Fernsehpreises 2011 Die Preisverleihung findet am Donnerstag,­­ 1. September 2011, um 18.30 Uhr in St. Gallen statt. Weitere Informationen zur Preisverleihung und die Einladung zu diesem Ausgabe 4/2011

Rainer Stadler erhält den Radio- und ­Fernsehpreis 2011 der SRG Ostschweiz.

Bild: zVg.

Rainer Stadler wurde 1958 in Gossau (SG) geboren. Dort verlebte er auch seine Jugend, in St. Gallen besuchte er die Kantonsschule. Danach studierte er in Zürich und Paris Philosophie sowie französische Literatur und Linguistik. Seine Lizenziatsarbeit schrieb er über Theodor W. Adorno.


Sport im Fokus

Aus dem Regionalstudio Ostschweiz

An der Sitzung der Programmkommis­ sion vom 4. Mai 2011 stand der Sport im Regionaljournal als Beobachtungsschwerpunkt im Zentrum. Im Beisein der Sportredaktoren Fritz Bischoff und Richard Fischbacher wurde die Sportberichterstattung, welche sonntags um 17.50 Uhr ausgestrahlt wird, anhand eines Kriterienrasters von Redaktions­ leiter Thomas Weingart analysiert.

Wieder ganz zu Hause! Die Bündnerin Diana Jörg kehrte im Sommer 2010 in die Heimat zurück. Mit ihrer langjährigen Erfahrung ist sie eine Bereicherung für das Regionalstudio.

Diana Jörg schätzt es, sich mit den Themen «vor ihrer Haustüre» zu beschäftigen.

«Manch eine oder einer hat mich schon etwas schief angeschaut, als ich vor bald einem Jahr von DRS 1 in Zürich zum Regionaljournal Graubünden nach Chur gewechselt habe. Meine Kolleginnen und Kollegen sahen in diesem ­Entscheid wohl den endgültigen Karriereknick, für mich war er rein organisatorisch und energetisch ein logischer Schritt. Und ein lang ­gehegter Traum, der sich erfüllte.

Zurück zu den Steinböcken und Bündner Themen Vom Moment an, als meine Familie und ich nach über zehn Jahren nach Chur zurückkehrten, war mir klar: ‹Ich will mich wieder mehr mit den Themen vor meiner Haustüre beschäftigen.› Die Politik Graubündens, die wirtschaftlichen Veränderungen, Tendenzen und kulturelle Neuigkeiten: Das ist es, was mich interessiert. Nicht bloss mittendrin leben und konsumieren,

Bild: Charly Bieler

sondern einen Teil dazu beitragen, die Menschen zu informieren und Meinungen zu bilden. Mit meiner Arbeit beim Regionaljournal bin ich ausserdem in vielfacher Hinsicht privilegiert. Zum einen denke ich jeden Morgen daran, wie viele Menschen aus wirtschaftlichen Gründen die Züge ab Chur füllen. Eineinhalb Jahre lang gehörte ich auch zu ihnen. Jetzt arbeite ich in der Stadt, in der ich auch lebe. Ich brauche nicht mehr der Zeit hinterherzurennen und mich abgekämpft neben fremde Körper zu quetschen. Natürlich fahre ich immer noch Zug, meistens aber, um für eine Reportage an einen Ort zu gelangen. Wie unlängst, als ich für einen Beitrag zwei Stunden lang durch die Rheinschlucht wandern konnte. Ein weiteres Privileg! Die Arbeit mit dem Schönen verbinden zu können. Und als mein Blick auf die ­Felsformationen und den Rhein fiel, die ­Sonne mich in der Nase kitzelte, spürte ich: Ich bin wieder ganz zu Hause!» Diana Jörg

Diana Jörg ist in Domat/Ems aufgewachsen. Sie begann ihre journalistische Tätigkeit 1991 bei Radio Grischa als Redaktorin und Moderatorin. Von 1999 bis 2001 war sie bei Tele 24 als Videojournalistin und Moderatorin tätig. Danach wechselte sie zum Schweizer Fernsehen. Sie moderierte die «Tagesschau» und das «MittagsMagazin». Vor ihrer Rückkehr ins Bündnerland arbeitete sie für DRS 1 als Moderatorin des «Treffpunkt» und als Redaktorin der Abteilung «Reisen, Freizeit, Kultur», heute ­«Leben und Leute». Ausgabe 4/2011

Mit verlässlicher Anfangszeit wird das Sportgeschehen in der Ostschweiz kompakt, mit klarer Struktur durch einen Resultat- und Hintergrundblock vermittelt. Oft werden Nachrichten mit Originaltönen angereichert. Hintergrundberichte sind lebendig und abwechslungsreich. Relevante Sportereignisse mit überregionaler Ausstrahlung sowie lokale Sportveranstaltungen werden gleichermassen berücksichtigt. Besonders im Fokus stehen regionale Nachwuchstalente, die das Potenzial und die Vielfalt des Sports in der Region zeigen. Obwohl die Relevanz der Resultatvermittlung nicht immer nachvollziehbar ist, belegen Hörerzahlen, dass kompakte Zusammenfassungen von Sportresultaten aus der Ostschweiz geschätzt werden. Zusätzliche Erläuterungen könnten Anhaltspunkte für die Einordnung der Resultate liefern. Bei der Sprechhaltung ist die unterschiedliche Fachkompetenz zwischen Moderation und Fachredaktion ­vereinzelt hörbar, was durch vorgängige Absprache vermeidbar wäre. Die Sportredaktion verfügt über eine unabhängige Haltung und Distanz, doch scheint ab und zu eine gewisse «Fanhaltung» durch. LiveSchaltungen werden als die «Würze der Sendung» angesehen. Dabei auftretende Schwierigkeiten sind auf Infrastruktur­ probleme zurückzuführen. Die Empfehlung, Live-Schaltungen an den Anfang zu verschieben, wurde bereits umgesetzt. Die Herausforderung wird darin bestehen, ­aktuelle Sportberichterstattung und Hintergrundberichte richtig abzuwägen und ­wesentliche Informationen attraktiv zu verpacken. Monika Gessler

15


SRG Ostschweiz

Agenda

Die zwei Seiten der Digitalisierung

Bild: SRF /E. P. Studhalter

Der Countdown läuft Wer im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Österreich TV schaut, dem steht mit der Abschaltung der analogen Satellitenverbreitung in Deutschland eine weitere technische TV-Umstellung bevor: die Digitalisierung.

Das «Persönlich»-Team (v. l. n. r.): Christian Zeugin, Karin Frei, Daniel Hitzig, Katharina Kilchenmann.

Das analoge Satellitenzeitalter geht zu Ende: In den nächsten 14 Monaten wird europaweit auf digitalen Empfang umgestellt.

Wenn Sie Nutzer oder Nutzerin von Kabel, DVB-TV oder Internetfernsehen sind, betreffen Sie folgende Zeilen nicht. Sie können die Vorzüge des digitalen Fernsehens, nämlich bessere Bild- und Tonqualität und grössere Programmvielfalt – so die Werbung –, voll geniessen. Anders sieht es bei Satellitenhaushalten aus. Sie werden, auch wenn Sie weit ins Ländle schauen können, ausgegrenzt.

Wohnsitz für TV-Empfang ­erforderlich Die Umstellung auf digitales Fernsehen in Österreich beispielsweise beendete den nachbarschaftlichen Empfang selbst im Bodenseeraum. Nur wer über einen ORFtauglichen Receiver und eine ORF-SATKarte, die an einen Wohnsitz in Österreich gebunden ist, verfügt, kann die aus urheberrechtlichen Gründen verschlüsselten ORF-Programme empfangen. Mit Ver- und Entschlüsselung wird die Grenzüberschreitung der ORF-Programme ausgehebelt. Nachbarn bleiben aussen vor.

16

Analoges Zeitalter passé Das analoge Satellitenzeitalter geht in den nächsten 14 Monaten in Europa nun endgültig zu Ende. Als vorletztes Land schaltet Frankreich 2011 die analoge Satellitenverbreitung ab. Im Jahr 2012 folgt dann Deutschland. Dort sind gegenwärtig etwa noch ein Drittel aller Satellitenhaushalte – insbesondere in ländlichen Regionen – betroffen. Sie müssen den Umstieg auf ­digitales Fernsehen jetzt planen, denn ab 30. April 2012, ab 3 Uhr morgens bleiben sonst die Bildschirme schwarz. Wird die analoge Verbreitung über Satellit eingestellt, benötigt der Zuschauer auch hier ein digitales Empfangsgerät, einen Receiver. Die Umrüstung auf digitalen Empfang können die Satellitenhaushalte auch im Dreiländereck nicht hinausschieben. Weitere Informationen zur Umstellung auf digitales Fernsehen in Deutschland sind zu finden unter: www.klardigital.de oder www.tv-plattform.de. Ursel Kälin Ausgabe 4/2011

Bild: Ursel Kälin

Die Radio-Talksendung «Persönlich» ist am 12. Juni 2011 zu Gast im Steigenberger Grandhotel Belvédère in Davos. Sie sind herzlich eingeladen, ab 10.00 Uhr live ­dabei zu sein. Die aktuellen Gäste können Sie ­unter www.drs1.ch oder per Radiofon 0848 80 80 80 abfragen.

Weitere Termine «Persönlich» am 26. Juni 2011 im Kloster ­Fischingen TG «Persönlich» am 3. Juli 2011 im Hotel ­Belvédère in Scuol GR Preisverleihung des Radio- und ­Fernsehpreises 2011 der Ostschweiz Donnerstag, 1. September 2011, 18.30 Uhr im Hofkeller St. Gallen

Impressum Ausgabe 4/2011 (Mai 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Denise Looser Barbera (dlb), Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Florian Blumer, Janina Labhardt, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1–4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Ostschweiz (S. 14–16): Geschäftsstelle, Rorschacher Strasse 150, 9006 St. Gallen, Tel.: 071 243 22 14, Fax: 071 243 22 20, E-Mail: info@srgostschweiz.ch Adressänderung an: SRG Ostschweiz, Postfach 128, 9006 St. Gallen Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Susanne Lötscher, transkorrekt, Zollikofen Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011051203 (swissclimate.ch)

LINK 4/11 - SRG Ostschweiz  

LINK 4/11 - SRG Ostschweiz