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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Ausgabe 4/2011

SRF DRS 1-Moderatorin Regi Sager im Porträt. Seite 7

Krisenberichterstattung am Limit. Seite 4

SRG SSR SRG-Programme sind infrage gestellt – die Trägerschaft bezieht Position. Seite 8

Publikumsrat Beobachtungen: SF 1 «Die grössten Schweizer Talente». SF zwei «Champions League». Seite 10

Ombudsstelle Durchblick bei Interessenkonflikten. Seite 12

Carte blanche Fabio Rondinelli: «Arena» gegen Wertezerfall? Seite 13

Lis Borner, Chefredaktorin Radio, an der Generalversammlung in Magglingen. Seite 14 Heimspiel für Generaldirektor Roger de Weck. Seite 16

Bild: zVg. Erwin Schmid

Bern Freiburg Wallis


Bilder: Patrick Lüthy / IMAGOpress

SRG Bern Freiburg wallis

Lis Borner, Chefredaktorin Radio, und Andreas Schefer, Präsident SRG Bern Freiburg Wallis, blicken trotz Anfeindungen gegenüber der SRG optimistisch in die ­Zukunft.

Generalversammlung vom 7. Mai 2011 in Magglingen

«Diese Kampagne bedroht die SRG in ihrer Existenz» Mit einem klaren Bekenntnis zu einem qualitativ starken und unabhängigen Service public und mit einer harschen Kritik an der Kampagne gegen die SRG eröffnete Präsident Andreas Schefer die Generalversammlung der SRG Bern Freiburg Wallis in Magglingen. Das Gastreferat von Lis Borner, Chefredaktorin Radio, gab zum Abschluss interessante Einblicke in die Radio-Information. Dazwischen wurden die statutarischen Geschäfte abgewickelt.

Die SRG SSR, die in allen Regionen der Schweiz mit ihren Radio- und Fernsehprogrammen ein breites Angebot von grossem Nutzen für die ganze Bevölkerung des Landes erbringt, müsse sich Kritik anhören und auch gefallen lassen, stellte RGB-Präsident Andreas Schefer in Ergänzung zum Jahresbericht der SRG Bern Freiburg Wallis

fest. «Nicht jede Kritik an der SRG ist ein Angriff auf die SRG.» Seit Anfang Jahr führten jedoch rechtsbürgerliche Kreise, Printmedien, Zeitungsverleger sowie Teile der Kommunikationswirtschaft vor allem in der Deutschschweiz eine eigentliche Kampagne gegen die SRG. «Diese Kampagne diskreditiert die SRG als ‹Gebührenmons-

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ter› und als ‹linken Laden›, wo Programmschaffende einseitig und tendenziös berichten», stellte Schefer fest. «Die SRG ist durch diese Kampagne und Angriffe infrage gestellt und in ihrer Existenz bedroht.» Die RGB als Mitbegründerin des Vereins SRG «wehrt sich gegen diese Bestrebungen», sagte Schefer. «Wir treten ein für ei-


nen kompetenten, qualitativ starken, vielfältigen und unabhängigen Service public.» Er ermunterte die Anwesenden, mitzudiskutieren und ihrem Umfeld die Bedeutung und Leistungen der SRG wie auch die Mechanismen, mit denen die SRG infrage gestellt wird, zu erläutern.

Regionaljournal als ­Markenzeichen von DRS 1 Die Regionaljournale sind mit ihren insgesamt 112 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die grösste Unternehmenseinheit der Radio-Information. «Ich bin stolz, dass die Regionaljournale organisatorisch wieder zur Chefredaktion gehören», stellte die neue Chefredaktorin Radio, Lis Borner, in ihrem Referat fest. Die Regis seien wichtig für die Meinungsvielfalt in den Regionen. Denn: «Die privaten Radios decken das Geschehen in Politik und Wirtschaft nicht wirklich ab.» Für Lis Borner ist klar: «Die Regionaljournale sind – in Ergänzung zum gesamten News-Angebot – ein Marken­ zeichen und ein unverzichtbarer Teil von DRS 1.» Das Regionaljournal Bern Freiburg Wallis ist das meistgehörte Regi. Gegen die sinkenden Hörerzahlen sind verschiedene Massnahmen eingeleitet worden (Verbesserung der Programme, Ausbau Online-Angebot, regionale Themen vermehrt auch auf DRS 3, Regis via DAB). Lis Borner stellte zudem fest, dass die Nutzung von Radio und Fernsehen generell sinkt. «Das spürt auch Schweizer Radio DRS – wenn auch auf hohem Niveau.» SR DRS hat insgesamt immer noch einen hohen Marktanteil von über 60 Prozent. Insgesamt 2,9 Millionen Menschen hören täglich SR DRS, davon 1,8 Millionen DRS 1.

tin), als Präsidentin der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit, als Initiantin der Bieler Tagung, als Freiburger Sektionsprä­ sidentin und in weiteren Funktionen ein. Erich Friedli vertrat während elf Jahren das Seeland im Vorstand und brachte dort auch sein Wissen als Finanzexperte ein. Urs Allemann wirkte lange Zeit in verschiedenen Gremien und Kommissionen, war in den letzten Jahren das juristische Gewissen des Vorstands und zudem Mitglied des Regionalrats. Als Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig Kathy Gerber Widmer (Kirchlindach) und Walter Langenegger (Zollikofen) in den Vorstand. Kathy Gerber ­Widmer ist Berufsschullehrerin in Bern und seit 2010 Mitglied des Publikumsrats SRG.D. Walter Langenegger ist Leiter des Informationsdiensts der Stadt Bern und seit 2008 Mitglied der RGB-Programmkommission. Die GV bestimmte ebenfalls einstimmig Hans Ueli Marti (bisher) und Ueli Scheidegger (neu) als Mitglieder des ­Regionalrats SRG.D. Schliesslich wurden die Revisionsstellen für die nächsten drei Jahre gewählt. Mit einem grossen Applaus verabschiedete die GV Geschäftsführerin Martha Bernasconi, die nach drei Jahren neue Aufgaben bei SR DRS übernimmt, und begrüsste nicht minder herzlich ihre Nachfolgerin Ursula Brechbühl. Den kulturellen Schwerpunkt der Mitgliederversammlung 2011 setzte das SoloQuartett «URBÄRN». Mit ihren Interpreta­ tionen alter Volkslieder aus der deutschen, französischen und italienischen Schweiz ernteten Simone Rychard, Anja Loosli, Nick Loosli und Matthjas Bieri beherzten Beifall.

Heitere Stimmung im Saal.

Insgesamt 115 Mitglieder wollten an der ­diesjährigen Versammlung mitreden.

Ueli Scheidegger

Neue Vorstandsmitglieder Die statutarischen Geschäfte (Protokoll, Jahresbericht, Jahresrechnung, Entlastung der Organe) wurden einstimmig genehmigt. Danach verabschiedete Präsident Andreas Schefer Lisa Humbert-Droz, Erich Friedli und Urs Allemann. Lisa HumbertDroz setzte sich während vieler Jahre im Vorstand (unter anderem als Vizepräsiden-

Viktor Baumeler (Präsident SRG.D), Willi Burkhalter (Zentralsekretär SRG SSR) und ­Lisa Humbert-Droz (scheidendes Gremien­mitglied) im Gespräch (v. l.).

Weitere Fotos befinden sich in der ­Fotogalerie im Mitgliederbereich auf www.mitreden.ch. Die nächste Generalversammlung der SRG Bern Wallis Freiburg (RGB) findet am ­Freitag, 4. Mai 2012, in Thun statt. Ausgabe 4/2011

Wechsel auf der Geschäftsstelle: Ursula Brechbühl (neu) und Martha Bernasconi (bisher).

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SRG Bern Freiburg wallis

Agenda

Radio- und Fernsehgesellschaft Freiburg FRF

Roger de Weck wehrt sich gegen Angriffe auf SRG Der neue Generaldirektor der SRG SSR, Roger de Weck, erklärte an der Generalversammlung der Freiburger Radio- und Fernsehgesellschaft FRF in Freiburg, warum die SRG trotz Kritik von rechten Politikern eine Erfolgsgeschichte ist. «In der Schweiz werden Institutionen gezielt schlechtgemacht», sagte Roger de Weck. Rechtsbürgerliche Kreise würden Politiker, die Justiz oder eben auch die SRG SSR ständig kritisieren, statt die Erfolgsgeschichten anzuerkennen. Dabei stehe gerade die SRG für Unabhängigkeit und Qualität. «Die Unabhängigkeit gewährleisten Sie», wandte sich der Freiburger an sein Publikum, «denn die Bevölkerung bestimmt bei uns mit.» In seinem Vortrag erklärte er, wie er die Qualität als Generaldirektor sichern will. «Im Zentrum steht der Service public», sagte er. Um diesen Auftrag zu erfüllen, will de Weck durchaus auch etwas bieten, was er «qualité popu­ laire» nennt. «Wir sind nah beim Volk, ma-

chen populäre Sendungen und bringen Qualität», sagte er. Das Schweizer Fern­ sehen könne nicht nur Sendungen wie «Sternstunde Philosophie» zeigen.

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Individuelle Anreise nach Zürich. Treffpunkt: 16.50 Uhr beim Besucher­ eingang Fernsehstudio Leutschenbach. 17.00 –18.50 Uhr Führung mit ­Snackpause. Ab 19.15 Uhr Sendung «1 gegen 100». Die Teilnehmerzahl ist auf 22 Personen beschränkt. Eine verbindliche Anmeldung ist bis spätestens Montag, 6. Juni 2011, ­erforderlich. Telefon: 031 388 94 72 oder ­E-Mail an info@srgbern.ch. Die Teilnehmer erhalten eine schriftliche Bestätigung. Das Mindestalter für den ­Besuch ist 14 Jahre.

Minderheiten berücksichtigen Wichtig ist dem Freiburger auch, dass alle Landesteile von den SRG-Programmen profitieren können. «Der grösste Teil der Gebühren, den sie zahlen, ist ein Solidaritätsbeitrag. So können auch die französisch-, italienisch- und romanischsprachigen Zuschauer ein breites Angebot geniessen», erklärte Roger de Weck. So sei etwa das Angebot an Fussballspielen bei den Schweizer Fernsehsendern dank der Gebühren grös­ser als in anderen Ländern. Minderheiten zu berücksichtigen und die Landesteile einander näherzubringen, sind Roger de Weck wichtige Anliegen. «Sie als Deutschfreiburger wissen ja, wie man sich als Minderheit fühlt», sagt er zu seinem ­Publikum.

Bild: Sibylle Werndli

Trotz grosser Konkurrenz aus dem Ausland habe sich die SRG stets behauptet, meinte de Weck. Ziel sei es, nun schwarze Zahlen zu schreiben. An der Erfolgsgeschichte ­könne weitergearbeitet werden, so de Weck, «wenn man uns nur machen lässt». Allerdings machte er diesen Einwurf nicht ohne Grund. Denn wegen des Ausbaus des Internetangebots der SRG gab es bereits grosse Proteste der Verleger.

Heimspiel für Generaldirektor ­Roger de Weck an der FRF-Generalver­sammlung.

Freitag, 17. Juni 2011, 17.00 Uhr Führung im Fernsehstudio Zürich mit Sendebesuch «1 gegen 100».

In den statutarischen Geschäften wählte die FRF Sibylle Werndli aus Kerzers als neues Vorstandsmitglied. Bernadette Lehmann Ausgabe 4/2011

Impressum Ausgabe 4/2011 (Mai 2011), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat und Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz Redaktion (S. 1–13): Kurt Nüssli (kn), Pernille Budtz (pb), Denise Looser Barbera (dlb), Christa Arnet (cha) Mitarbeitende dieser Ausgabe (S. 1–13): Florian Blumer, Janina Labhardt, Achille Casanova Kontakt: SRG Deutschschweiz, Fernsehstrasse 1–4, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: link@srf.ch, Internet: www.srgd.ch Redaktion SRG Bern Freiburg Wallis (S. 14–16): Martha Bernasconi (mbe), Geschäftsstelle SRG Bern Freiburg Wallis, Schwarztorstrasse 21, 3007 Bern, Tel.: 031 388 91 11, E-Mail: info@srgbern.ch, Internet: www.srgbern.ch Adressänderung an: SRG Bern Freiburg Wallis, Schwarztorstrasse 21, 3007 Bern Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: Susanne Lötscher, transkorrekt, Zollikofen Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 15 186 Expl. (WEMF-beglaubigt)

SC2011051203 (swissclimate.ch)


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