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Magazin des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 5/2009

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

25 Jahre 3sat/SRG SSR: «Es war eine gewagte Geschichte.»

SRG.D steuert ins Multimedia-Zeitalter.

«Das Kind, der Tod und die Wahrheit».

10 Publikumsrat

13 Carte blanche

7 SRG.D Die Leitung des Konvergenzprojekts SRG.D ist gewählt.

«Box Office»: Zu kurz, Jeannette Häsler schlechter Sendeplatz. Daffré: «Wer sind wir? Seminar zum Thema Was wollen wir?» «Unterhaltung».

Bild: 3sat

Ein Vierteljahrhundert Partnerschaft: 3sat und SRG SSR 14 Zürich

Schaffhausen

RFZ-Generalversammlung im Kino. Fastfood und GourmetMenüs – Gespräch mit dem neuen KOA-Leiter Andreas Melchior. Abschied: Herzlichen Dank, Alfred!


RFZ-Generalversammlung vom 14. Mai 2009

«Film ab» – für die GV ins Kino Über 300 Mitglieder fanden sich in der «Arena CineCenter Sihlcity» zur 85. Generalversammlung ein. Beim anschliessenden Stehbuffet nutzten sie die Gelegenheit, sich mit bekannten Radio- und TV-Grössen zu unterhalten. vor. Der Anwalt und frühere Richter der Schweizerischen Asylrekurskommission wurde ohne Gegenstimme gewählt. Es folgte die Verabschiedung von Alfred Fetscherin. Mehr dazu auf Seite 16.

Die GV aus dem Kinosessel verfolgen, das heisst bequem sitzen und freie Sicht aufs Podium.

Punkt 18.00 Uhr löschten im steil abfallenden Kinosaal die Lichter, nur das Podium erstrahlte noch im hellen Scheinwerferlicht. Präsidentin Evi Rigg begrüsste die Mitglieder sowie zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Radio und Fernsehen. Bevor die offiziellen Traktanden behandelt wurden, gab der Verwaltungsratspräsident der SRG idée suisse Deutschschweiz, Viktor Baumeler, einen kompakt zusammengefassten Einblick in die aktuellen Diskussionen rund um die Projekte «Medienkonvergenz» und «Strukturreform». Eine Zusammenfassung seines Referats bringen wir im nächsten LINK. Dann wurde der Abend offiziell. Jedes Traktandum wurde

Präsidentin Evi Rigg blickt auf ein erfolg­ und ereig­ nisreiches Jahr zurück.

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ausführlich behandelt und schliesslich von der Versammlung genehmigt. Die Stimmenzähler hatten leichte Arbeit, gab es doch bis Traktandum 9 lediglich ein paar, an einer Hand abzählbare Gegenstimmen, ansonsten herrschte stets Einigkeit zur Annahme.

Neue Gesichter im Grossformat Cinemaskopisch aufgelockert wurde die trockene Zahlenshow durch die Vorstellung der zur Wahl stehenden Ersatzkandidaten. So stellte sich Andreas Melchior, der neue Leiter der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit (KOA) wegen eines Auslandaufenthalts in einer sympathischen und kurzen Videobotschaft vor. Der frühere Radiomoderator und heutige PRBerater wurde gewählt und übernimmt das Amt des langjährigen bisherigen Leiters Alfred Fetscherin. Auf Antrag des Vorstands wurde Melchior auch als neuer RFZ-Vertreter in den Regionalrat gewählt. Die Sektion 3 der RFZ schlug Bernhard Hediger als ihren Vertreter in den Vorstand Ausgabe 5/2009

Bilder: André Springer

Kippt die Strukturreform? Bei Traktandum 9 wurden die fünf Stimmenzähler doch noch gefordert. RFZ-Mitglied Guido Wiederkehr, langjähriger Stellvertreter des früheren Radiodirektors, erläuterte eingehend, warum er die radikale Strukturreform für unnötig und realitätsfremd empfindet. Er forderte Präsidentin Evi Rigg auf, sich beim Verwaltungsrat der SRG Deutschschweiz für den Verzicht auf eine einheitliche Leitung von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen einzusetzen. Mit 168 zu 64 Stimmen wurde der Antrag jedoch abgelehnt. Bevor das reichhaltige Buffet gestürmt werden durfte, folgte die traktandierte Aussprache. Viele Genossenschaftlerinnen und Genossenschaftler nutzten trotz langsam knurrenden Mägen die Gelegenheit, Fragen zu stellen oder Meinungen einzubringen. Oliver Schaffner

Rund 70 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und liessen sich vor der GV Nutzen und Gebrauch von Podcasts erklären.


Andreas Melchior, neuer Leiter der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit

Es braucht beides: Fastfood und Gourmet-Menüs

Andreas Melchior: «Das traditionelle Radio ist kein Auslaufmodell.»

Der 45-jährige Medienprofi und Kommunikationsberater, der als Chefredaktor lange Zeit Radio Z (heute Radio «Energy») mitprägte, blickt nicht nur auf ein bewegtes Leben zurück, sondern auch auf spannende Vorhaben voraus. Da lohnt es sich nachzufragen. Worin liegen Ihre Beweggründe, sich in der RFZ aktiv einzubringen? Die SRG SSR idée suisse ist der grösste und bedeutendste Player im Bereich der elektronischen Medien.Wer als Medienprofi hier in irgendeiner Form die Zukunft mitgestalten kann, sollte diese Chance nutzen. Was möchten Sie in Ihrem neuen Amt bewegen? Die RFZ vertritt die Interessen der Öffentlichkeit gegenüber Radio und Fernsehen. Dafür braucht es Einblick in die Medien, Kontakte mit Medienschaffenden,Verständnis für Vorgänge und Entwicklungen. Die Kommission für Öffentlichkeitsarbeit muss nach meinem Verständnis hier die nötigen Tools schaffen. Was sind Ihrer Meinung nach derzeit die grössten Herausforderungen für die SRG SSR?

Zum Schluss noch Ihr Tipp als langjähriger Radioredaktor und Moderator. Sie sind es sich gewohnt, vor Publikum zu sprechen. Welches ist Ihr Rat für weniger Scheu vor öffentlichen Auftritten? Grundsätzlich authentisch bleiben. Gut vorbereitet sein. Ein bisschen Nervosität wirkt glaubwürdig und hilft, sich zu konzentrieren. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass mir dies auch nicht immer gleich gut gelingt. Ein Patentrezept gibt es nicht. Sonst wären wir ja alle begnadete Moderatoren.

Dass die SRG SSR ihr Programm zu einem schönen Teil mit Gebühren finanzieren kann, ist Privileg und Bürde zugleich. Ihre Arbeit wird richtigerweise mit anderen Ellen gemessen, sie steht unter Dauerbeobachtung von allen Seiten. Gleichzeitig gibt es veränderte Grosswetterlagen in der Medienlandschaft und rasante technische Entwicklungen. Die grosse Herausforderung wird sein, in einem momentan schwierigen wirtschaftlichen Umfeld von den Strukturen her agil zu bleiben und beim Programmangebot die richtigen Akzente zu setzen.

Interview: Oliver Schaffner

Wie verändert sich unser Informations­ verhalten? Qualitativ guter Fastfood wird genauso nachgefragt wie das schöne Menü im Gourmettempel, je nach Situation, je nach Lust und Laune und vor allem fast rund um die Uhr. Das ist wie beim Essen. Man will heute alles.Wer diesem Bedürfnis nachkommen kann, hat gewonnen. Wie sieht das Radio der Zukunft aus? Ich glaube nicht, dass das traditionelle Radio mit einem guten Mix aus leicht bekömmlicher Musik und schnellen, gut recherchierten Informationen ein Auslaufmodell ist. Die Bedürfnisse werden sich da so schnell nicht ändern, das sehe ich an den eigenen Kindern. Gleichzeitig eröffnen sich aber mit der technischen Entwicklung ganz neue Möglichkeiten für massgeschnei­derte Programme. Jeder wird irgendwann sein eigenes Radioprogramm zusammenstellen können. Die Frage ist nur, wer Zeit und Lust hat, diese Möglichkeiten dann auch konsequent zu nutzen. Ausgabe 5/2009

Oliver Schaffner – neuer LINK-Redaktor

Bild: André Springer

Bild: zVg.

Mit seiner Wahl an der RFZ-Generalversammlung übernimmt Andreas Melchior nicht nur die Leitung der Kommission für Öffentlichkeitsarbeit, er wird auch Mitglied des RFZ-Vorstands und des Regionalrats der SRG Deutschschweiz.

Ab Sommer zeichnet Oliver Schaffner für den RFZ-Teil im LINK verantwortlich. Schaffner ist ein bewährter Profi in den Bereichen PR, Werbung und Journalismus. Er arbeitete für verschiedene Unternehmen als Berater, Konzepter und Wer­betexter. Während Jahren war er Herausgeber und Chefredaktor des Stadtmagazins «Uster Report». Neben der Leitung seiner Firma «Schaffner Kommunikation» fungiert er als Chefredaktor der Schweizer Ausgabe des Magazins «Der Rotarier», der Mitgliederzeitschrift des ältesten Service-Clubs der Welt. Ich wünsche Oliver Schaffner viel Freude bei der Leitung unseres Mitglieder-Magazins LINK. Alfred Fetscherin

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AGENDA Openair-Sommer Die RFZ in Zusammenarbeit mit DRS 3 verlost Tickets für die folgenden Openairs 2009: 16.–19. Juli Gurtenfestival 24.–25. Juli Open Air Val Lumnezia 7.–9. August Heitere Open Air 13.–16. August Openair Gampel Interessierte Mitglieder können sich mel­ den: Telefon 044 366 15 44, www.rfz.ch

Verabschiedung von Alfred Fetscherin

Herzlichen Dank, Alfred! «Wir verlieren eine wichtige Stütze in unserem Vorstand und natürlich auch ein wenig unser telegenes Aushängeschild!», meinte Evi Rigg, als sie Alfred Fetscherin an der GV verabschiedete.

Evi Rigg über­ reicht Alfred Fetscherin das kleine Dankes­ geschenk, das grosse folge noch, liess ihn die Präsidentin verheissungs­ voll wissen.

Bild: André Springer

Donnerstag, 9. Juli 2009, 20.00 Uhr Alle Sektionen «Donnschtig-Jass» Live­Sendung aus Richterswil/ZH mit musikalischer Darbietung aus der Region. Platzreservation: Telefon 044 305 66 11 (Abteilung Quiz und Spiele), www.sf.tv/ sendungen/donnschtigjass/index.php

Alfred Fetscherin blickt auf eine langjährige Karriere in der Medienwelt zurück. In seiner Laufbahn war er unter anderem Redaktor und Reporter bei Schweizer Radio DRS. Redaktor und Moderator beim Schweizer Fernsehen (für Sendungen wie «Antenne», «Heute Abend in ...», «Rundschau» und «Tagesschau»). Er war auch Mitglied der Chefredaktion der «Tagesschau», Chef des Radio- und Pressedienstes sowie Stabschef des Regionaldirektors von Radio und Fernsehen DRS. Schliesslich war er Mitgründer und Chefredaktor von Radio Z, bis er 1991 eine eigene PR- und Beratungsfirma gründete. Evi Rigg: «Ich kann mich noch an seine Vorstandswahl in Zumikon im Jahr 1995 erinnern, als einige der damals eher links gefärbten Votanten fanden, einen solchen freisinnig ‹Rechten› könne man im Vorstand der RFZ nicht brauchen.» Er wurde doch gewählt, und blickt man zurück, wird dies in all den Jahren auch niemand bereut haben, ganz im Gegenteil. Als Vorstandsmitglied hat sich Alfred Fetscherin mit un-

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geheuer viel Engagement für die Anliegen der RFZ eingesetzt. Er führte das Ressort Öffentlichkeitsarbeit sehr professionell, hat unzählige Podien organisiert und moderiert, Beiträge für das Magazin LINK geschrieben oder redigiert, die RFZ in der Marketing- und Herausgeberkommission vertreten und sich nicht zuletzt als Regional- und Delegiertenrat mit den unzähligen Strukturreformen und Statutenänderungen herumgeschlagen. Eine besondere Würdigung verdient Alfred Fetscherin auch als Teamkollege sowie als steter Freund und Helfer. Dazu Evi Rigg: «Alfred war für mich als Präsidentin ein toller Vizepräsident und Gesprächspartner! Er war derjenige, der jeweils mit kühlem Kopf und überzeugenden Argumenten Situationen beruhigen konnte, wenn mein Nervenkostüm mal nicht so dick war. Er hat es immer wieder verstanden, mit Ruhe und Gelassenheit Positionen zu klären und zu bereinigen. Auf seinen Nachfolger wartet also ein hartes Stück Arbeit.» Oliver Schaffner Ausgabe 5/2009

Freitag, 14. August 2009, 20.00–22.00 Uhr Alle Sektionen «Zoogä-n-am Boogä» Livesendung aus Schleitheim/SH (Alp Restaurant Babental). Redaktion und Moderation: Beat Tschümperlin. Platzreservation: Telefon 052 680 12 72, www.babental.ch

IMPRESSUM Ausgabe 5/2009 (Juni 2009), erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Denise Looser (dl), Christa Arnet (cha), Pernille Budtz (pb), Tel.: 044 305 67 03, E-Mail: pernille.budtz@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse ZÜRICH SCHAFFHAUSEN (Seiten 14–16): Alfred Fetscherin (AF), Tel.: 044 392 17 17, E-Mail: info@fetscherin.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Korrektorat: KLARtext, Joachim G. Klar, Luzern Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 14 774 Expl. (WEMF-beglaubigt) Für LINK-Adressänderungen: Tel.: 044 366 15 44 Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten

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