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Magazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 4/2006

Service public im globalen medialen Dorf

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

Nationalratspräsident Claude Janiak zu den Herausforderungen in einer globalen Mediengesellschaft.

Medienplattform in neuem Look: Mitreden leicht gemacht!

Der SF-Chefredaktor nimmt für einmal Stellung zu einem Ombuds-Entscheid.

7 SRG.D

Lichtblicke am und Worte zum Sonntag.

GATS Thema an der Frühjahrstagung.

10 Publikumsrat Neue «Arena» am Freitagabend.

13 Carte blanche Konrad Schuler.

14 Zürich Schaffhausen Kreativität als Sauerstoff des Fernsehens. Radiofrau mit erotischer Stimme. Höhenrausch mit Otto C. Honegger.


Magazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 4/2006

Service public im globalen medialen Dorf

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

Nationalratspräsident Claude Janiak zu den Herausforderungen in einer globalen Mediengesellschaft.

Medienplattform in neuem Look: Mitreden leicht gemacht!

Der SF-Chefredaktor nimmt für einmal Stellung zu einem Ombuds-Entscheid.

7 SRG.D

Lichtblicke am und Worte zum Sonntag.

GATS Thema an der Frühjahrstagung.

10 Publikumsrat Neue «Arena» am Freitagabend.

13 Carte blanche Konrad Schuler.

14 Bern Freiburg Wallis Berner Regi bietet Wahl-Service-public. Karin Britsch gibt ihre Stimme. Regi-Studie bringt wenig Neues.


Magazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 4/2006

Service public im globalen medialen Dorf

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

14 Basel

Nationalratspräsident Claude Janiak zu den Herausforderungen in einer globalen Mediengesellschaft.

Medienplattform in neuem Look: Mitreden leicht gemacht!

Der SF-Chefredaktor nimmt für einmal Stellung zu einem Ombuds-Entscheid.

50 Jahre DRS 2: Nadja Fischer.

7 SRG.D

Lichtblicke am und Worte zum Sonntag.

13 Carte blanche

Neue Gesichter im Vorstand.

GATS Thema an der Frühjahrstagung.

10 Publikumsrat Neue «Arena» am Freitagabend.

Konrad Schuler.

Flussgespräche auf der MS Christoph Merian.


Magazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 4/2006

Service public im globalen medialen Dorf

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

14 Ostschweiz

Nationalratspräsident Claude Janiak zu den Herausforderungen in einer globalen Mediengesellschaft.

Medienplattform in neuem Look: Mitreden leicht gemacht!

Der SF-Chefredaktor nimmt für einmal Stellung zu einem Ombuds-Entscheid.

Interview mit Thomas Bucheli von SF Meteo.

7 SRG.D

Lichtblicke am und Worte zum Sonntag.

13 Carte blanche

DAB-Empfang in der Ostschweiz.

GATS Thema an der Frühjahrstagung.

10 Publikumsrat Neue «Arena» am Freitagabend.

Konrad Schuler.

RTVG aus regionaler Sicht.


Magazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 4/2006

Service public im globalen medialen Dorf

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

14 Zentralschweiz

Nationalratspräsident Claude Janiak zu den Herausforderungen in einer globalen Mediengesellschaft.

Medienplattform in neuem Look: Mitreden leicht gemacht!

Der SF-Chefredaktor nimmt für einmal Stellung zu einem Ombuds-Entscheid.

Regi-«Methusalem» Romano Cuonz.

7 SRG.D

Lichtblicke am und Worte zum Sonntag.

13 Carte blanche

Viel SRG-SSR-Präsenz am Musikfest.

GATS Thema an der Frühjahrstagung.

10 Publikumsrat Neue «Arena» am Freitagabend.

Konrad Schuler.

Förderpreis 2006 vergeben.


Magazin des Publikumsrates und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Ausgabe 4/2006

Service public im globalen medialen Dorf

4 SRG SSR

8 SRG.D

12 Ombudsstelle

14 Aargau Solothurn

Nationalratspräsident Claude Janiak zu den Herausforderungen in einer globalen Mediengesellschaft.

Medienplattform in neuem Look: Mitreden leicht gemacht!

Der SF-Chefredaktor nimmt für einmal Stellung zu einem Ombuds-Entscheid.

Der neue Regi-Chef.

7 SRG.D

Lichtblicke am und Worte zum Sonntag.

GATS Thema an der Frühjahrstagung.

10 Publikumsrat Neue «Arena» am Freitagabend.

13 Carte blanche Konrad Schuler.

Thema audiovisueller Service public. Die neue Präsidentin?


EDITORIAL RUBRIK Besondere Ehre für Link. Claude Janiak, in diesem Jahr Präsident des Nationalrats und demnach höchster Schweizer, kommt in unserer Zeitschrift zu Wort. Auch für ihn erschöpft sich der elektronische Service public nicht allein in der Versorgung. Dank technischen Errungenschaften kann das globale mediale Dorf überall sein, selbst in Splügen, wie das Titelbild dieser Link-Ausgabe zeigt.

Bild: Oscar Alessio / SF

Kampf der (Medien)-Kulturen

Christoph Vogel

Doch die Herausforderungen unserer Zeit reichen weiter. Claude Janiak fordert für alle neben der technischen eine qualitative Teilhabe am Mediensystem. Dabei wird nicht nur den Medien selbst eine inhaltliche Entwicklung zugestanden, auch die Mediennutzenden müssen befähigt sein, Schritt halten zu können. Janiak sieht hier den Kampf der Kulturen, die Kluft zwischen Medienkompetenz und medialem Analphabetismus. Zurück in die Schweiz: Die Politik hat mit dem neuen Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) Rahmenbedingungen geschaffen, unter denen die SRG SSR idée suisse unentbehrlich bleibt. Antworten auf die zahlreichen Herausforderungen muss indes die SRG SSR, auch gemäss dem höchsten Politiker, selbst finden. – Sie muss ihren Kampf selbst führen!

IN KÜRZE

La Welsch Music

50 Fussball-Tickets zu verschenken

Chansons, Pop und Rap aus der Westschweiz.

Bild: Christoph Merian Verlag

Keine WM-Tickets – aber immerhin verschenken wir an SRG-SSR-Mitglieder 50 Eintrittskarten für das Live-Spiel «Der Match» zwischen einem ProminentenTeam und ehemaligen Fussball-Grössen. Ende April 2006 startete die sechsteilige Fussballevent-Serie «Der Match» auf SF zwei. 18 Prominente trainierten unter Ex-Nationaltrainer Gilbert Gress für den Höhepunkt im St. Galler EspenmoosStadion, der am 1. Juni 2006 von SF zwei live übertragen wird.

50 Sitzplatzkarten der ersten Kategorie warten auf SRG-SSR-Mitglieder mit ihren Begleitpersonen. Interessierte melden sich bitte per Telefon 044 305 67 03 oder via E-Mail info@srgdeutschschweiz.ch. Die Anzahl der zu verschenkenden Karten ist beschränkt, pro Mitglied können nur zwei Karten abgegeben werden.

Mehr Infomationen finden Sie unter www.dermatch.sf.tv, wo auch weitere Tickets bestellt werden können.

SRG-SSR-Mitglieder erhalten das Buch, das ausserdem eine Musik-CD mit 15 Titeln enthält, zum Vorzugspreis von 39 Franken (Ladenpreis 49 Franken) zuzüglich Versandspesen. Beachten Sie bitte die dieser Link-Ausgabe beigelegte Bestellkarte.

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Das Prominenten-Team unter den Fittichen von Gilbert Gress beim Training für «Der Match».

Ausgabe 4/2006

Bild: Daniel Ammann / SF

Dieter Kohler, bis 2005 Westschweizer Korrespondent von Schweizer Radio DRS, porträtiert in seinem Buch die wichtigsten Vertreterinnen und Vertreter der aktuellen Musikszene der Romandie: Das Chanson erlebt eine Renaissance, französischer Pop und Rap sind in. Ohne Komplexe und lustvoll spielen sich die Romands durch alle Musikstile – la Welsch Music eben.


FORUM

WETTBEWERB

Zuviel des Guten: Applaus wirkt störend

Fernsehen im Bild Gala-Karten zu gewinnen!

Bild: Gonzalo Garcia / SF

Finden Sie heraus, welche Sendung vom Schweizer Fernsehen in der Illustration dargestellt wird und gewinnen Sie exklusiv zwei Karten für die Jubiläumsgala «75 Jahre SRG» am 7. Dezember 2006 im Berner Kursaal.

Mehr Seh- und Hörgenuss für alle.

Hans Fankhauser-Huber, Stansstad

Die Leserbrief-Autoren «schreiben mir aus dem Herzen». Sie äussern sich sehr zurückhaltend über die neue Unsitte beim Schweizer Fernsehen. Da bin ich halt nicht so «höfeli» und muss von Zumutung, ja Terror sprechen. Da taucht die Frage auf, welches Publikum der Publikumsrat vertritt? Benutzen die Damen und Herren für ihre ProgrammBewertung ein Spezial-Hörrohr? Oder sind es gar die Hüter des Service public, die weniger um Ton- und Bildqualität als vielmehr um ausreichende Versorgung des Fernsehpublikums mit peinlichen Bettszenen bemüht zu sein scheinen. Der Dienst am Volk scheint bei der Lautstärke zu enden. Gertrud Sommerhalder, Rüti/ZH

Der Publikumsrat hat sich zur Lachspur in der Sitcom «Schöni Uussichte» kritisch geäussert (vgl. Link 3/06). Redaktion

Schnapsidée suisse Ich danke Hans Gfeller für seinen Leserbrief in Link 3/06. Endlich spricht jemand aus, was ich auch schon lange dachte. Selbst bin ich ein «SRG-SSR-Basismitglied», wie ich der gleichen Link-Ausgabe entnehmen kann. Daneben gibt es aber offenbar auch einfache «SRG-SSR-Mitglieder», eine «SRG idée suisse Deutschschweiz» und eine «SRG idée suisse Region Basel». Es wäre wirklich heilsam, mit diesem schwer lesbaren Wirrwarr aufzuhören. Apropos «idée suisse»: Zählen dazu auch die vielen, meist sehr seichten Unterhaltungssendungen aus den USA am Fernsehen? Zur Ehrenrettung unseres Fernsehens sei immerhin festgehalten, dass dessen Qualität meiner Meinung nach immer noch besser ist als die Qualität im Durchschnitt der etwa 50 ausländischen Sender auf unserem Kabel. Hans Herzog-Schaffter, Pratteln

Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben Sie uns! Zuschriften bitte an: Redaktion Link, Leserbriefe, Postfach, 8052 Zürich, Fax: 044 305 67 10 oder E-Mail: info@srgdeutschschweiz.ch Ausgabe 4/2006

Illustration: Badoux

Ich schliesse mich der Meinung der Leserbriefschreiber in Link 2/06 voll und ganz an. Der viele Applaus stört mich und auch das Gelächter einzelner Teilnehmer bei «Genial daneben» über ihre eigene BlödelAntwort. Entgegen der Meinung des Publikumsrats finde ich es gut, dass wenigstens einer als ruhiger Pol wirkt nämlich Frank Baumann selbst. Auch bei «Eiger, Mönch und Maier» wird viel zu viel geklatscht. Die Zeit bei dieser Sendung ist ja immer kostbar; warum muss dann Frau Maier, wenn eine Teilnehmerin oder ein Teilnehmer eine glatte «Null» macht, das Publikum noch zum Beifallklatschen auffordern?

Auflösung und Gewinnerin aus Link 3/06 Weder die Kugeln aus «Benissimo» noch diejenigen zur Ziehung der Lottozahlen waren gemeint; auch nicht der Glamour aus «glanz & gloria». Die gesuchte Sendung «Rundschau» herausgefunden hat und ausgelost wurde Jasmin Bodmer aus Winterthur. Zusammen mit einer Begleitperson wird sie an der Jubiläumsgala «75 Jahre SRG» im Berner Kursaal dabei sein.

Talon bis 19. Mai 2006 einsenden an: Redaktion Link, Postfach, 8052 Zürich Die gesuchte Fernsehsendung heisst:

Name/Vorname: Strasse: PLZ/Ort:

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SRG SSR idée suisse Nationalratspräsident Claude Janiak:

Dafür brauchen wir die SRG SSR Bekenntnisse des höchsten Schweizers angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen in einer globalen Medienwelt.

eine Zeit grosser wirtschaftlicher Not. Es war eine Zeit gefährlicher politischer Verwerfungen, aber auch eine Zeit journalistisch-kultureller Vorzeigestücke. Als 1931 die Schweizerische Rundspruchgesellschaft, die heutige SRG SSR idée suisse, aus der Wiege gehoben wurde, war die Welt, aber auch das Verhältnis des Individuums zur Welt und waren die Medien im Umbruch begriffen. Die industrielle Massengesellschaft verdrängte die kleinräumige Agrargesellschaft endgültig, nicht zuletzt auch dank des Aufkommens von Funk und Film. Die neuen Medien eröffneten ungeahnte Möglichkeiten der Kommunikation und damit auch der Beeinflussung.

schwunden. Und doch, was heute so anders aussieht und so anders tönt, ist so völlig anders nicht. 2006 stehen Politik und Gesellschaft, stehen Mediensystem und SRG wiederum vor neuen, tief schürfenden Veränderungen. Wieder wandelt sich das Verhältnis des Individuums zur Umwelt grundlegend. Und wie schon damals haben die Medien und insbesondere die elektronischen Medien viel damit zu tun.

speichert und können gemäss individuellem Wunsch zusammengestellt und konsumiert werden. Im Bus und im Bett, durchs Handy oder den iPod: Die mediale Welt ist jederzeit nach Wunsch verfügbar und immer stärker von interaktiven Elementen geprägt. Die industrielle Massengesellschaft wandelt sich zur medial geprägten, virtuellen Individual- und Kommunikationsgesellschaft. Das tönt gut, aber wie jeder Umbruch ist auch dieser mit Risiken und Gefahren verbunden.

«Und doch, was heute so anders aussieht und so anders tönt, ist so völlig anders nicht.»

75 Jahre später hat sich die Welt so stark verändert, dass die Herren Rothenberger, Rambert, Zickendraht und Borella, die an

Die Welt ist dabei, zum sprichwörtlichen elektronischen Dorf zu werden. Zeitgleich kann heute irgendein mehr oder weniger relevantes Ereignis auf der anderen Seite des Globus bei uns in einer Unmittelbarkeit verfolgt werden, die oft dem realen Erleben nahe kommt und trotzdem virtuell bleibt. Medienkonsum kann heute jederzeit, in jeder Form erfolgen. Töne, Bilder und Texte werden auf kleinsten Datenträgern abge-

Bild: Regula Gerber

An der Ausstattung fehlt es im globalen medialen Dorf kaum.

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Qualitative Teilhabe am Mediensystem

Ausgabe 4/2006

Das globale mediale Dorf kennt, ähnlich wie die mittelalterlichen Städte, mündige Bürger und rechtlose Hintersassen.Wir in der Schweiz gehören zu den Bürgerinnen und Bürgern des globalen Dorfs. Flächendeckende Breitbandanschlüsse, Satelliten-TV, die Fähigkeit, Computer zu nutzen, das Geld für neuste elektronische Geräte, eine breite, selbstbewusste und freie Medienlandschaft, wir verfügen darüber. In weiten Teilen der Welt leben jedoch Milliarden von medialelektronischen Hintersassen. Es fehlt das Geld, es fehlt die elektronische Erschliessung, es fehlt die Medienerziehung, es fehlt ein freies, entwickeltes Mediensystem. Hier liegt eine der ganz grossen Herausforderungen der Gegenwart. Wenn die Welt erfolgreich in ein neues, mediales und individualisiertes Zeitalter treten soll, dann müssen alle daran teilhaben können. Mir geht es dabei nicht nur um die technische Teilhabe, um den so genannten digitalen Graben. Es geht vor allem auch um die qualitative Teilhabe, es geht um die inhaltliche Entwicklung der Medien, es geht um den Umgang mit Medien, man könnte sagen um medialen Alphabetismus. Medialen

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der Gründung der SRG beteiligt waren, sie kaum wieder erkennen würden. Die Röhrenradios und die lauten, verführerischen Stimmen aus Nord, Süd und Ost sind ver-

Bild R

Es war die Zeit der Röhrenradios, die als letzter Schrei der Technik im Zentrum der guten Stube standen. Es war eine Zeit ungehemmter Fortschrittsgläubigkeit, aber auch


Wider vorgegaukelte Realitäten

Nationalratspräsident Claude Janiak an der Jubiläums-GV «80 Jahre SRG idée suisse Region Basel» im SWISS Conference Center am Euro-Airport.

Bild:Regula Gerber

Analphabeten fehlen entscheidende Fähigkeiten für den wirtschaftlichen Erfolg, mediale Analphabeten sind politisch-ideologisch manipulierbar, mediale Analphabeten werden de facto von der globalen Kommunikation ausgeschlossen.Wenn die Kluft zwischen geübten, selbst bestimmten Mediennutzern und den Medienanalphabeten nicht geschlossen werden kann, dann sind globale Verwerfungen mit unabsehbaren Folgen die Konsequenz, dann ist der Kampf der Kulturen, mit etwas anderen Vorzeichen, vielleicht tatsächlich kein blosses Schlagwort.

Einfluss nehmen und gestalten Die rasende Entwicklung hin zur quasi medial-virtuellen Welt hat auch bei uns gesellschaftlich problematische Konsequenzen,

oder könnte diese zumindest haben. Individualität ist gut,Vereinzelung hingegen nicht. Unterhaltung ist richtig, Blödsinn weniger. Information ist unabdingbar, kampagnenartiger Fastfood-Journalismus ein Ärgernis. Das Problem ist nicht der Trend hin zur medial-virtuellen Welt, sondern das, was wir damit machen, wie wir damit umgehen, wie wir Einfluss nehmen und gestalten. In diesem Zusammenhang sehe ich den wohl wichtigsten Daseinszweck der SRG SSR. Dass in jedem Tal der Schweiz Fernsehshows mit teils zweifelhaftem Niveau konsumiert werden können, dass jede Einwohnerin und jeder Einwohner dieses Landes mit standardisierter Musik beglückt wird; mit Verlaub, dafür brauchten wir die SRG SSR nicht. Ausgabe 4/2006

und ein klares Bekenntnis zur Meinungsund Medienfreiheit sind Grundvoraussetzungen, damit die schöne, neue Medienwelt auch nur ansatzweise ihre Versprechen halten kann. Ansonsten werden uns in der virtuellen Welt Realitäten vorgegaukelt, die es so nicht gibt und die wir nicht erkennen können. Es drohen wieder Missbrauch und Irreleitung, es könnten auch heute wieder gefährliche Massenphänomene und individuelle Orientierungslosigkeit das Resultat sein.» Die auf diesen Seiten abgedruckte Rede hielt Nationalratspräsident Claude Janiak am 21. März 2006 an der Jubiläums-Generalversammlung der 80-jährigen SRG idée suisse Region Basel.

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Bild: Andreas Zimmermann

«Eine wichtige Herausforderung ist eine, die nicht nur, aber auch die SRG SSR idée suisse betrifft. In einer Zeit, in der Medienkonsum unser Leben immer stärker bestimmt, in einer Zeit, in der neue, individualisierte Kommunikationsmuster die Gesellschaft prägen, in einer solchen Zeit ist es zwingend nötig, dass der Umgang mit Kommunikation und Medien auch gelernt und kritisch hinterfragt wird. Bewusste Publizistik, die Förderung der Kenntnisse über die Funktionsweise der Medien, eine zielgerichtete Medienpolitik


Die SRG SSR gibt uns die Chance, in einem Markt elektronischer Medien, der zunehmend von globalen Medienunternehmen bestimmt wird, eine starke nationale Anbieterin zur Verfügung zu haben, eine Anbieterin, auf die Einfluss auch ausserhalb rein ökonomischer Faktoren möglich ist. Die SRG SSR ist ein Medienunternehmen, das ausdrücklich der Gesellschaft verpflichtet ist. Einflussnahme ist auf politischer Ebene möglich, so wie wir es in Bern durch die Ver-

des interessierten Politikers, darlegen, wo ich die wichtigsten Herausforderungen sehe, die auf die SRG SSR zukommen. Antworten muss die SRG SSR, hoffentlich im Sinne der idée suisse, selbst finden. Die erste Herausforderung ist die Weiterentwicklung des labilen Gleichgewichts von Attraktivität und Qualität. Bei fehlender Attraktivität wird der Mediennutzende ganz einfach ausweichen, die Angebote der SRG SSR

Gefragt ist der richtige Mix.

Wir brauchen die SRG SSR jedoch, um die vorher erwähnten Entwicklungen beeinflussen zu können, wir brauchen sie zur Qualitätssicherung; wir brauchen sie, ganz im Sinne der idée suisse, um der Vereinzelung und dem gegenseitigen Unverständnis in diesem Land entgegenzuwirken. Damit will ich keineswegs sagen, dass die SRG SSR die elektronische Oberlehrerin der Schweiz sein sollte. Im Gegenteil, die SRG SSR sollte eher die gute Kollegin sein, die ein unwiderstehliches Angebot macht, ein Angebot mit dem richtigen Mix, ein Angebot voller unerwarteter Ideen, ein Angebot, auf das man sich auch qualitativ verlassen kann. Dazu gehören durchaus Unterhaltungsshows, auch wenn diese, die Bemerkung sei mir

Bild: Regula Gerber

«Antworten muss die SRG SSR, hoffentlich im Sinne der idée suisse, selbst finden.» abschiedung des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) gemacht haben, aber auch interessierte Bevölkerungskreise können Einfluss nehmen, etwa in den Regionalgesellschaften. Letztlich entscheiden auch die Medienkonsumentinnen und -konsumenten ganz konkret mit ihrem Nutzerverhalten. Die SRG SSR gibt uns in einem kleinen, mehrsprachigen Land einen medienpolitischen Spielraum, eine gewisse Qualitätsgarantie und ein Instrument, um übergeordnete Ziele wie den Zusammenhalt des Landes zu fördern. Die SRG SSR bietet uns eine Handhabe, die wir nutzen sollten.

Vermeintliche oder reale Lorbeeren? Und es besteht durchaus Handlungsbedarf. Ich denke beispielsweise an die so genannte idée suisse. Swissness ist in und wird gegenwärtig allüberall beschworen.Was aber heisst «idée suisse»? Politisch ist dieser Nachsatz zu SRG sicher klug. Im Rahmen des Service public hat die SRG SSR tatsächlich

«Die SRG SSR bietet uns eine Handhabe, die wir nutzen sollten.» erlaubt, die Gürtellinie auch einmal gegen oben überschreiten dürften; dazu gehört auch Musik, die dem Mainstream entspricht, dazu gehören vor allem Inhalte, die informieren, aber auch provozieren, dazu gehört Kultur von Klassik bis Grunge, dazu gehört das Hafenkonzert gleich wie der Podcast, dazu gehören «Samschtigjass» wie «Sternstunden Philosophie».

auch viel getan. Auf vermeintlichen oder realen Lorbeeren kann und darf aber auch die «idée suisse» nicht ausruhen. Ich will mich nicht als Medienkritiker aufspielen und eine Litanei über programmliche Unzulänglichkeiten wie den inflationären Dialektgebrauch im mehrsprachigen Land, Intelligenz beleidigende Realityshows und den Trend zur journalistischen Aufgeregtheit halten.Vielmehr möchte ich, aus der Optik

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würden zum Nonvaleur. Alternativen, individualisierte Unterhaltungs- und Informationsmöglichkeiten gibt es zuhauf. Die SRG SSR muss also attraktiv bleiben und darf gleichzeitig nicht an Qualität verlieren. Attraktivität und Qualität schliessen einander nicht aus; sie können, ja sie müssen miteinander kombiniert werden. Die zweite Herausforderung ist die Umsetzung der schweizerischen Idee. Mit Bekenntnissen zur Mehrsprachigkeit und mit Sendungen in allen Landessprachen ist es nicht getan. Zur Swissness gehören die Präsenz in den Landesteilen wie auch die starke Verwurzelung in den Regionen.Vielerorts sind es bereits heute SRG-SSR-Regionaljournale, welche die einzige ernsthafte publizistische Konkurrenz gegenüber starken Verlagshäusern bilden. Eine weitere Herausforderung liegt bei der Weiterentwicklung und Nutzung neuer Technologien. Ich bin überzeugt, dass die SRG SSR hier einen Auftrag hat, auch wenn Konflikte, wie aktuell mit den Zeitungsverlegern, nicht vermieden werden können.Wer heute den Anschluss verliert, der kann seinen Auftrag morgen nicht mehr wahrnehmen. 75 Jahre sind ein langer Weg, und doch stehen wir medial-gesellschaftlich vor ganz ähnlichen Grundfragestellungen wie damals vor 75 Jahren, als die Schweizerische Rundspruchgesellschaft aus der Wiege gehoben wurde. Claude Janiak, Nationalratspräsident


SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Frühjahrstagung in Zürich

GATS und WTO machen Angst Sollen die Erkenntnisse aus dem Waren- und Produkthandel auch für das geistige Eigentum und die Kommunikation der Wissens- und Kommunikationsgesellschaft gelten? Die Frühjahrstagung, hervorgegangen aus der traditionellen Lenzburger-Tagung, wurde am 25. März durch die SRG idée suisse Zürich Schaffhausen organisiert. 32 Mitglieder der Deutschschweizer SRGSSR-Gremien setzten sich im World Trade Center (WTC) in Zürich mit der Zukunft der öffentlichen Radio- und Fernsehanstalten im Spannungsfeld zwischen der UNESCO und der WTO auseinander.

Luzius Wasescha über die Tätigkeit von Regierungsdelegationen: «Wir haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Hunden – wir wollen überall Spuren hinterlassen.» Mit viel Humor und Sachverstand führte der Leiter der Schweizer WTODelegation die Tagungsteilnehmer in eine komplexe Materie des internationalen Rechts ein.

«Rundfunk ist Kultur und keine Handelsware», eröffnete Niggi Ulrich, Präsident der SRG idée suisse Region Basel, sein Referat und zeigte auf, dass die Schweiz für einmal kein Sonderfall darstellt in der Auseinandersetzung zwischen Europa und den USA und Asien. «Nicht welchen, sondern gibt es zukünftig noch einen Service public», ist für ihn die zentrale Frage. «Kulturelle Vielfalt ist für die Schweiz ein zentraler Wert», stellt Andrea Raschèr, Leiter der Kulturredaktion des Tages-Anzeigers, in seinem Referat fest. Für ihn steht Wirtschaft komplementär zu Kulturgütern, Freihandel zu Kultur. Natürlich üben die USA Druck auf die Schweiz aus. Dem gilt es zu widerstehen. Wir sind nicht wirkungslos in der UNESCO: «Man muss den Dinosaurier an der richtigen Stelle kitzeln – dann kann man etwas bewegen.»

Verankern, was möglich ist «Das Psychogramm eines Unterhändlers ist das Psychogramm eines Geisteskranken», so meint Luzius Wasescha, Leiter der

Bild: Walter Bachmann

Service public und kulturelle Vielfalt gefährdet

Schweizer WTO-Delegation, die Einschätzung seiner Position in der Öffentlichkeit wahrzunehmen. Ihm werde alles unterstellt, nur kein gesunder Menschenverstand. Er definiert Meinung als Produkt von Vorurteil und Fakten.Viele «Bewegte» würden sich gegenseitig Angst machen. Dadurch würden die Fakten zugunsten der Vorurteile verdrängt. Als Problem sieht Wasescha unsere Sichtweise: «Des Schweizers Welt ist die Schweiz. Die Welt empfinden wir als Gegenpol.» Die Globalisierung bringt uns in Sekunden Informationen von fast jedem Platz der Welt. Das nährt die Angst. Die Vereinbarungen in der UNESCO hätten Schutzwirkung und keine Blockierwirkung. Daher solle in der WTO verankert werden, was möglich sei; das gibt Rechtssicherheit. Ausgabe 4/2006

Wachsam bleiben Für Jean-Bernhard Münch, Präsident der SRG SSR idée suisse, kommt die grösste Gefahr für den Service public aus Brüssel. Die audiovisuellen Dienste sollen dem freien Wettbewerb ausgesetzt werden. Was dies bedeuten kann, zeigt eine Studie zur Lage des amerikanischen Nachrichtenjournalismus. An einem zufällig gewählten Tag, dem 11. Mai 2005, verzeichnete Google News, die Nachrichtenplattform der Suchmaschine, über 14 000 Meldungen, die sich aber auf nur 24 Ereignisse bezogen. Der freie Wettbewerb generiert in den USA immer mehr Plattformen, die immer weniger Nachrichten verbreiten. Jean-Bernhard Münch empfiehlt deshalb, wachsam zu bleiben – in Europa und in der Schweiz! Robert Spichiger

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SRG Idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ www.mitreden.ch

Meinungsplattform in neuem Look Seit die Meinungsplattform unter www.mitreden.ch im Mai 2004 aufgeschaltet wurde, haben sich über 1 600 Mitglieder registrieren lassen. Die Aktivität der Nutzerinnen und Nutzer nimmt ständig zu, ist aber immer noch steigerungsfähig.

Hier können Sie sich an Umfragen zu einem aktuellen Thema beteiligen. Nach Ablauf einer Umfrage sind unter dieser Rubrik auch deren Ergebnisse publiziert. Über die Option «ALLE» können die Ergebnisse früherer Umfragen eingesehen werden.

Die Meinungsplattform steht allen SRG-SSR-Mitgliedern zur Verfügung Wenn Sie bereits Mitglied der SRG SSR idée suisse sind, kann die Registration unter www.mitreden.ch erfolgen. Wählen Sie in der Rubrik «Kommunikation» die Meinungsplattform an, wo ein Direktlink zur Registration besteht. Neumitglieder, die sich unter www.mitreden.ch für eine Mitgliedschaft anmelden, können sich gleichzeitig für die Meinungsplattform registrieren lassen.

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Ausgabe 4/2006

Hier finden Sie alle veröffentlichten Beiträge nach Themen geordnet abgelegt. Durch das Anklicken der entsprechenden Rubrik sind sie abrufbar.


Hier können Sie aktuelle Beiträge von Mitgliedern lesen und dazu Stellung nehmen. eund Kommentare von Mitgliedern eingesehen werden. Hier können Sie eigene Fragen und Beiträge für die Publikation unter «AKTUELLE BEITRÄGE» auf der Plattform einspeisen. Alle Texte werden vor der Veröffentlichung inhaltlich geprüft, um Missbrauch zu verhindern. Das Ziel dieser Beiträge ist, Diskussionen innerhalb der Plattformgemeinschaft zu führen.

Haben wir Sie neugierig auf die neue Meinungsplattform gemacht?

Hier können Sie gezielt und schnell nach einem spezifischen Thema oder Stichwort suchen.

Ausgabe 4/2006

Dann überzeugen Sie sich doch gleich selbst von deren einfachen Handhabung und nehmen Sie an der aktuellen Meinungsumfrage zur Zeitschrift Link teil! Diese finden Sie unter www.mitreden.ch in der Rubrik «Kommunikation», wo ein Direktlink zur Startseite der Meinungsplattform besteht.

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PUBLIKUMSRAT «Sternstunden Religion»

Lichtblicke am Sonntagmorgen Die «Sternstunden Religion» bescheren Sternstunden, so der Publikumsrat. Fast durchs Band weg erhält die Sonntagmorgensendung gute Noten. dings dürfte die Mischung zwischen den Geschlechtern ausgewogener sein; momentan sind männliche Gäste eindeutig in der Mehrheit. Und wenn vermehrt auch Personen aus anderen Religionen, Traditionen und Kulturen berücksichtigt würden, umso besser!

«Sternstunden Religion»: Eine Vielfalt von religiösen und existenziellen Fragen werden behandelt.

Beinahe überrascht hat sich der Rat gezeigt: Wer hier gedacht hat, die «Sternstunden Religion» würden sich ausschliesslich an religiöse Leute richten und häufig einen Bezug zur Bibel suchen, der hat sich getäuscht.Von existenziellen Fragen über kirchliche und kirchenpolitische Themen bis hin zu aktuellen Inhalten wie dem Tsunami – all dies lässt sich in den «Sternstunden Religion» finden. Diese Themenvielfalt wird der Komplexität von Religion weit gehend gerecht und dürfte, wie Amira Hafner ergänzt, nicht nur religiöse Menschen ansprechen, sondern ebenfalls für an Religion interessierte Leute spannend sein. Auch für Hanspeter Keller war die breite Themenauswahl und der Aktualitätsbezug «wohltuend»: «Man erkennt, dass

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die Welt, das Weltgeschehen, praktisch durchwegs irgendeinen Bezug zu einer Religion hat.» Ausserdem wird die Vielfalt der religiösen Landschaften der Schweiz gut abgebildet, und über die verschiedenen Religionen, Konfessionen und Kirchen wird ausgewogen berichtet.

Im Inhalt versiert, im Auftreten engagiert Dazu dürften auch die jeweiligen Gäste ihren Beitrag liefern. Es handelt sich dabei um anerkannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik, die nicht nur kompetent Input liefern und ihr Wissen vermitteln, sondern auch als Personen interessant wirken und engagiert auftreten. AllerAusgabe 4/2006

Bild: SF

Nicht nur fragen, sondern auch Zeit für Antworten lassen Auch die Moderatorin Brigitta Rotach erhält gute Noten. So findet Miriam Wassmer, dass diese immer ausgezeichnet vorbereitet sei und sich die Themen ausführlich erarbeite. Jedoch, so wird bemängelt, lasse sie mitunter einfach zu wenig Raum für Gesprächspartnerinnen und -partner, ja, sie lasse diese manchmal nicht einmal ausreden! Doch, so räumt der Rat ein, schwierig sei es zweifellos, dass richtige Mass der Gesprächsführung zu finden. Insgesamt wird den «Sternstunden Religion» ein hohes, wenn auch dem Thema angemessenes Niveau attestiert, deren Inhalte bereichernd sind und die das eigene Denken und Argumentieren fördern.Walter Weibel hat festgestellt, dass es darum gehe, gesellschaftlich-religiöse Phänomene zu verstehen, und zwar im Prozess des Mitdenkens und Nachvollziehens, um dadurch zu eigenen vertieften Einsichten zu kommen. Eigentlich gibt es nur eine Sache, die bei den «Sternstunden Religion» nicht geschätzt beziehungsweise ausschliesslich kritisiert wird: Dabei handelt es sich um das Dekor, das durchwegs als düster, trüb und unschön empfunden wird und das Sternstundenhafte, den Höhepunkt, nicht zu vermitteln vermag. Andrea Haase


Näher zusammengerückt: die «Arena» am Freitagabend.

«Wort zum Sonntag»

Diskussionssendung «Arena» auf SF 1

Anpassung geglückt Der Publikumsrat hat die Konzeptanpassung der «Arena» von Anfang März 2006 zum Anlass genommen, die Diskussionssendung zu überprüfen. Das neue «Arena»-Konzept sieht eine Verkleinerung des Podiums auf normalerweise vier Personen vor. Dies bewirkt auch optisch eine Veränderung: Die Hauptgäste rücken in der Mitte näher zusammen und befinden sich jetzt an einem hufeisenförmigen Pult. Rein thematisch liegt der Schwerpunkt nach wie vor auf wirtschafts-, gesellschafts- und innenpolitischen Fragestellungen, stellt der Publikumsrat fest. Indem die «Arena» sich auf Aktuelles konzentriert, werden «keine Themen gesetzt, sondern bereits vorhandene vertieft», so ein Statement. Die hinter der Anpassung steckende Absicht, dass weniger Diskussionsteilnehmende schneller auf eingeworfene Argumente reagieren können, dürfte aufgegangen sein. Dank der Verkleinerung sei die Sendung dynamischer und temporeicher geworden, so das Urteil des Rats. Die Teilnehmenden könnten nun häufiger direkt miteinander interagieren, ohne dass der Moderator eingreifen müsse. Dies sei der richtige Schritt hin zu einer kontorversen Diskussion.

Trotz lebhafter Diskussion ein ruhigeres Umfeld Die Diskussion sei nun zwar intensiver, gleichzeitig wirke die Sendung jedoch weniger hektisch, da Moderator Urs Leuthard nicht mehr zwischen den Gästen hin- und herlaufen müsse. Ein Ratsmitglied bringt es auf den Punkt: «Er muss weniger die Hektik beruhigen und eine drohende Verzettelung der Diskussion abwenden, sondern er ist mehr der Diskussionleiter.» Und zwar ein souveräner, inhaltlich beschlagener und fairer Diskussionsleiter, wie der Rat durchwegs betont.

Mit dem Augenmerk auf die Wirkung des sich abwechselnden vierköpfigen Sprecherteams hat der Publikumsrat das «Wort zum Sonntag» beobachtet. Die vier unterschiedlichen Persönlichkeiten kommen gut an, so Natalia Gliott, seien sympathisch und kompetent, jedoch nicht autoritär oder belehrend. Dieser Meinung können sich die übrigen Mitglieder anschliessen: Die Sprecherinnen und Sprecher würden glaubwürdig und echt wirken, obgleich, so wird hinzugefügt, sich nicht alle gleichermassen wohl in ihrer Rolle fühlen würden. Vor allem bei den beiden Theologinnen seien die Vortragsweise und die Gestik mitunter etwas hölzern. Bemängelt wird allerdings, dass das Team zu homogen sei: Jüngere Sprecherinnen und Sprecher täten der Sendung gut! Den Einwand von Redaktorin Irene Gysel, dass es jüngeren Menschen an Lebenserfahrung fehlen würde, lässt der Rat nicht gelten: Jüngere Leute könnten

Bild: Merly Knörle / SF

Bild: Merly Knörle / SF

Kompetent und homogen das Team, realitätsbezogen der Inhalt

Das «Wort zum Sonntag»-Team: (v. l. n. r.) Regula Strobel, Ulrich Knellwolf, Marianne Vogel Kopp und Josef Riedener.

Wenn es Kritik gibt, so betrifft diese hauptsächlich die Länge, die an der oberen Grenze sei. Chefredaktor Ueli Haldimann kann da einen guten Grund nennen, weshalb die «Arena» nicht umfassender gestrafft wurde:Während der Sendung schalten immer mehr Zuschauerinnen und Zuschauer zur «Arena»; ein Beweis also, dass diese die Sendung wirklich bis zum Schluss mitverfolgen wollten.

durchaus eine eigene Perspektive einbringen. Bei der Themenauswahl wiederum kann der Rat einen aktuellen Bezug ausmachen. Die Themen würden sich sehr oft mit Gesellschaft, Kirche und Politik auseinander setzen und deshalb ein breiteres Publikum ansprechen. Allerdings werde dem Publikum ein bewusstes Hinhören abverlangt, doch das Gesagte rege zum Nachdenken an, sei ein kurzes Innehalten, eine Denkpause am Ende der Woche, so Rita Leuenberger.

Andrea Haase

ah

Die «Arena» dürfte kürzer sein

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OMBUDSSTELLE Gängiges Muster der TV-Berichterstattung

Ueli Haldimann, SF-Chefredaktor.

Eine als begründet beurteilte Beanstandung veranlasste SF-Chefredaktor Ueli Haldimann, das Gespräch mit dem Ombudsmann zu suchen. Eine provokative These in einem Filmbericht durch ein Studiogespräch auszugleichen ist ein gängiges Muster der Fernsehberichterstattung. Ist dies legitim? Wenn ja, wo sind die Grenzen? Diese Frage wurde in den letzten Wochen zwischen Chefredaktion und Ombudsstelle konstruktiv diskutiert.

Haben Filmberichte eine grössere Wirkung? Ausgangslage war eine durch die Ombudsstelle als begründet beurteilte Beanstandung betreffend das Thema Pensionskassen in der Sendung «Kassensturz» vom 31. Januar. Ein aktuelles und sozialpolitisch wichtiges Thema. Aber auch eine kontroverse und technisch schwierige Frage.

Wir haben den Filmbeitrag als unausgewogen beurteilt und den Eindruck gewonnen, das Ganze war so einseitig aufgebaut, um die formulierte These zu beweisen. In einem längeren Gespräch konnte Nationalrat Rechsteiner sich ausdrücken. Er konnte sagen, was im Film gezeigt wurde, «stimme eigentlich nicht», der «Film vermittelt einen falschen Eindruck» und dass die «Fakten so nicht stimmen». Dies genügte von uns aus aber nicht, um die Ausgewogenheit wiederherzustellen. Dies auch, «weil Aussagen in einem dramaturgisch gut ausgearbeiteten Filmbericht bei Zuschauerinnen und Zuschauern besser ankommen und eine grössere Wirkung zeigen als diejenigen in einem Interview.»

Unglücklicher Chefredaktor

In einem Filmbeitrag wurde die These vermittelt, wonach «die Erwerbstätigen mit ihren Beiträgen einen Teil der Renten der heutigen Pensionierten zahlen. Eine Umverteilung auf den Buckel der Familien, die sowieso schon knapp dran sind, zu Gunsten der Rentner». Als Beispiele wurden ein Rentnerehepaar (wobei beide eine eigene Pension erhalten) und die vierköpfige Familie eines LKW-Chauffeurs mit einem Einkommen von 4 500 Franken pro Monat porträtiert. Es wurde auch eine Statistik über die Vermögenslage der älteren Generationen gezeigt, ein Beweis für die These «den Alten gehe es besser als den Jungen», und trotzdem werden sie durch die Pensionskassenbeiträge von diesen unterstützt.

Vor allem diese Bemerkung hat Chefredaktor Ueli Haldimann veranlasst, für einmal seine Zurückhaltung bei der Kommentierung der Entscheide der Ombudsstelle zu verlassen und seine Sicht der Dinge zu erläutern. Zu Recht hat er mir mitgeteilt, dass das Bundesgericht vor einem Jahr die genau gleiche Situation beurteilt hatte. Dieses ist bei der Beurteilung eines Beitrags und eines anschliessenden Gesprächs in der «Rundschau» zum Schluss gekommen, dass das Gespräch den Filmbeitrag «in einen grösseren Zusammenhang» gestellt, «zum einseitigen Filmbeitrag einen Gegenpunkt» gesetzt habe, was es den Zuschauern erlaubte, «sich gesamthaft ein eigenes Bild zu machen».

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Das Bundesgericht habe somit einen Entscheid der unabhängigen Beschwerdeinstanz widerlegt. Aufgrund des Bundesgerichtsurteils hat das Fernsehen das Muster «provokative Aussage im Beitrag – kontroverses Gespräch» nicht aus seinem Sortiment gestrichen.

Grundsätzlich einig Ich teile grundsätzlich die Meinung von Chefredaktor Haldimann: Das gängige Muster «provokative These – ausgleichendes Gespräch» muss weiterhin möglich sein. Diese Praxis hat aber auch ihre Grenzen. Die journalistische Unvoreingenommenheit verbietet nicht, gewisse Hypothesen zu formulieren, aber nur solange der Zuschauende befähigt bleibt, sich auf Grund des Gezeigten eine eigene Meinung zu bilden; auf Grund des Filmbeitrags, aber auch auf Grund des Gesprächs. Dies war in der durch das Bundesgericht beurteilten Sendung eindeutig der Fall, denn auch im Filmbericht waren Beurteilungselemente vorhanden.Vielleicht auch, weil die angesprochene Frage viel komplizierter war, habe ich dies bei der «Kassensturz»-Sendung Ende Januar aber leider vermisst. Achille Casanova

Ombudsstelle DRS, Kramgasse 16, 3011 Bern

Bild: Andreas Eggenberger / SF

Provokativer Filmbericht – ausgleichendes Gespräch


CARTE BLANCHE

Pro «idée suisse» und Service public

«

Schweizerflagge, Landeshymne, Bundesbrief, Schweizer Armee,

gehört, werden immer wieder Anpassungen und Veränderungen

SBB, Post, Swisscom oder SRG SSR idée suisse: Steckt in diesen

unterworfen sein. Auftraggeber ist letztlich das Volk. Parlament

Labels eine Gemeinsamkeit? Haben sie etwas mit der ‹idée suis-

und Regierung haben den Willen des Souveräns umzusetzen.

se› und/oder dem Service public zu tun? Das neue Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) bestätigt die zentraDie Schweiz ist eine Willensnation. Unsere Vorfahren haben be-

le Rolle der SRG SSR im audiovisuellen Service public und si-

wusst ja gesagt zu einer mehrsprachigen und multikulturellen

chert damit die Grundvoraussetzungen für gleichwertige Pro-

Gesellschaft. Einige Labels und Symbole erinnern uns an diese

gramme in den Sprachregionen im Sinne der ‹idée suisse›. Der

selbst gewählte Daseinsform und übernehmen damit für die

Gesetzgeber bestätigt damit auch den medien-, staats- und ge-

Bürgerinnen und Bürger je nach Ansicht oder politischer Aus-

sellschaftlichen Auftrag der SRG SSR.

richtung eine mehr oder weniger stark ausgeprägte identitätsstifEin Beispiel gelebter ‹idée suisse›: Die Suisse romande, die Sviz-

tende Funktion in unserer Gesellschaft.

zera italiana und die Svizra rumantscha sind von ihrer BevölkeWir leben zunehmend in einer multimedialen, globalen Welt.

rungszahl her nicht in der Lage, mit ihren Gebührengeldern qua-

Neue Herausforderungen kommen im Bereich Kommunikation

litativ gleichwertige Radio- und Fernsehprogramme anzubieten.

auf uns zu. Kommunikation heisst eigentlich: Trage Sorge zur Ge-

Deshalb kommt die finanzielle ‹idée suisse› zum Zuge: Alle Ge-

meinschaft! Sind wir uns dessen im Alltagsgeschehen bewusst?

bühren- und Werbeeinnahmen kommen in einen nationalen Topf und werden den regionalen Unternehmenseinheiten nach

Und was ist eigentlich der Service public? Die Definitionen und

einer von der SRG SSR bestimmten Zauberformel zugewiesen.

noch ausgeprägter die Interpretationen des Begriffs sind äus-

So generieren beispielsweise die Deutschschweizer und Rätoro-

serst vielfältig. Unter Service public verstehen wir gemeinhin die

manen gemeinsam 71,1 Prozent der Gesamteinnahmen, erhalten

Versorgung der Bevölkerung mit allem Nötigen bei Radio und

jedoch nur 43,7 Prozent der Gesamteinnahmen des Topfs, wäh-

Fernsehen, in der Telekommunikation, bei der Post, im öffent-

rend bei den Italienischsprechenden das Verhältnis zwischen

lichen Verkehrswesen sowie in der Wasser- und

Einnahmen und Ausgaben 3,9 zu 22,3 Prozent beträgt. Auch die-

Energieversorgung. Allen Bevölkerungsschich-

ser Verteilschlüssel ist wohl nicht für immer und ewig in Granit

ten soll der Zugang zu diesen Leistungen zu

gemeisselt.

einem gleich günstigen Preis ermöglicht werden. Die Grundversorgung der Bevölke-

Ich freue mich, auch künftig bei bereichernden und span-

rung, welche die SRG SSR beispielsweise via

nenden Vorträgen, Kursen, Tagungen, Sitzungen und Diskussi-

Radio und Fernsehen erbringt, stellt so gese-

onen zur ‹idée suisse› und zum Service public mitreden zu dürfen. Die komplexen Herausforderungen für die SRG SSR

hen einen Beitrag zum Service public

und deren Trägerschaft werden weiterhin mein Interes-

dar. Die Definitionen selbst und

se wach halten. Die SRG SSR ist ein Verein und da-

was zum Service public

»

Bild: Dany Schulthess

mit ein Medienunternehmen, das ausdrücklich Konrad Schuler ist Präsident der Programmkommission, Mitglied des Vorstands und des leitenden Ausschusses der SRG idée suisse Zentralschweiz sowie Präsident der SRG idée suisse Schwyz.

der Gesellschaft verpflichtet ist.

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Sektion Limmattal

Im Eilzugstempo liess Präsidentin Barbara Angelsberger die Jahresversammlung der Sektion Limmattal über die Bühne gehen. Der Grossaufmarsch der Mitglieder machte es deutlich: Man wartete gespannt auf den geladenen Gast, Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre. Mit dem Titel ihres Referats «Das digitale Zeitalter in unserem Land hat begonnen» schien sich Ingrid Deltenre einer technischen Angelegenheit zu widmen. Eine trockene Materie? Bei weitem nicht! Schon vom ersten Augenblick an liess die Chefin des Schweizer Fernsehens den Funken überspringen. Mit viel Charme zog sie die aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörer in ihren Bann und überzeugte mit grossem Fachwissen und beeindruckenden Fakten. Gekonnt machte sie Werbung

in eigener Sache und zeigte die Herausforderungen des Schweizer Fernsehens auf: Alle beeinflussenden Faktoren wie Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Medien seien in Bewegung. Die Konkurrenz auf dem deutschsprachigen Fernsehmarkt sei gross – ein Vergleich der Budgetzahlen spreche eine deutliche Sprache. Das Schweizer Fernsehen erscheine da nur als kleines, graues Mäuschen. Dennoch, die Ziele seien hoch gesteckt. Die Glaubwürdigkeit stehe an oberster Stelle. Im Dienst der Öf-

Bild: Sandro Zimmerli / Limmattaler Tagblatt

«Kreativität ist unser Sauerstoff!» Ingrid Deltenre.

fentlichkeit sollen hohe Qualität und ein vielfältiges Programm angeboten werden. «Kreativität ist unser Sauerstoff!» Dies komme aber oft einem Spagat gleich und fordere von allen Seiten Toleranz. Der Blick in die Zukunft liess aufhorchen. Bereits im Jahr 2010 will das Schweizer Fernsehen seinen Zuschauern die Sendungen im modernsten Standard, HDTV, ins Wohnzimmer bringen. Fernsehen soll zum Kinoerlebnis werden. Wir sind gespannt! Manuela Stiefel

Sektion linkes Zürichseeufer

«Radiomachen ist spannend!» Als Gast der Sektionsversammlung in Wädenswil gewährte Gabriela Brönimann, Leiterin des Regionaljournals Zürich Schaffhausen, einen aufschlussreichen Einblick in ihre Arbeit. Auf die Frage, woher denn ihr grosses Interesse fürs Radio stamme, meinte die Medienfrau: «Wir hörten als Familie viel Radio. Zudem war ich von der Technik begeistert und habe als Jugendliche mehr als eines dieser Teufelsgeräte auseinander genommen.» Nach dem Journalistik-Studium in Fribourg arbeitete Gabi Brönimann unter anderem als Redaktorin bei DRS 3. Seit über vier Jahren ist sie nun Leiterin der Regionalredaktion Zürich/Schaffhausen. In dieser Funktion – immerhin sind da zwanzig Leute zu führen, wovon nur zwei eine 100 Prozent-Stelle belegen – hört man ihre Stimme nur noch selten. «Vor allem Führungs- und Administrativarbeiten seien an-

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gesagt», erklärt Brönimann. «Dennoch fühle ich mich ausserordentlich wohl und glücklich. Der Job ist sehr spannend.» Und was sind die Voraussetzungen für eine RadioReporter-Stelle? «Breites Allgemeinwissen, rasche Auffassungsgabe, radiophone Stimme und eine verständliche Sprache. Da offenbar Lehrpersonen viele dieser Begabungen mitbringen, findet sich diese Spezies bei uns gut vertreten.»

«Ihr seid ohnehin alles Linke» Den vor allem früher oft geäusserten Vorwurf der Linkslastigkeit kontert Brönimann: «Das ist ein Vorurteil, das in etwa so umAusgabe 4/2006

schrieben werden könnte: Alle, die kritisch sind, stehen automatisch für viele Hörerinnen und Hörer politisch links.» Politische Einseitigkeit könne sich ihre Redaktion aber unter keinen Umständen leisten. Die fünf täglichen Regionaljournals stehen nämlich nicht nur unter ständigem Aktualitäts-, sondern auch unter hartem Konkurrenzdruck der


Privatsender. Dass gelegentlich auch Fehlleistungen vorkommen, ist verständlich. Zu den schlimmsten gehört für Gabi Brönimann jene Sendung, «als wir über einen Erlenbacher Gemeindeangestellten berichteten, der Geld unterschlagen haben soll. Grosse Aufregung dann, als sich herausstellte, dass es sich um Erlenbach im Kanton Bern und nicht um die zürcherische Seegemeinde handelte.» Wieso hat Brönimann nie zum Fernsehen gewechselt? «Weil es mich nicht interessiert. Radiomachen genügt mir. Ich bin nicht kamerageil, obwohl ich nicht unterschlagen will, dass es so etwas wie Mikrofongeilheit durchaus auch geben kann.»

Sektion Zürcher Oberland

Flaue Sitzung mit einem grossen Aber Keine Wahlen, keine Diskussionen, keine Anträge, alle Traktanden genehmigt. Der Bericht über die Sektionsversammlung wäre schnell erledigt, wenn es da nicht ein grosses Aber gäbe.

Mit Erstaunen vernahmen die Anwesenden, dass es offenbar bei den Audiomedien, ähnlich den Printmedien, das Recht gibt, einen gesprochenen Beitrag vor der Ausstrahlung anzuhören. «Das spornt uns an, beste Arbeit zu leisten – zweifellos ein Grund für die uns bescheinigte hohe Glaubwürdigkeit. Es wird keine Nachricht ausgestrahlt, die nicht über eine Zweitquelle verifiziert wurde. So begegnen wir der Gefahr der Instrumentalisierung durch Drittkräfte.» Gibts beim Regionaljournal auch so etwas wie eine Saure-GurkenZeit? «Jawohl, das kennen wir ebenfalls. Wir ‹stopfen› sie, indem wir dann oft Erlebnisserien senden, Themen aus dem so genannten Softbereich.» Ein Sektionsmitglied wollte wissen, ob, gemessen an der Wohnbevölkerung, der Kanton Schaffhausen im Regionaljournal nicht zu stark berücksichtigt werde. «Damit sprechen Sie ein Dauerthema an», schmunzelt Brönimann. «Das beschäftigt uns unentwegt, durchaus aber auch im umgekehrten Sinne. Allgemein ist zu bemerken, dass unsere nördlichen Eidgenossen bestimmt nicht zu kurz kommen.» Hans Lenzi

Gabriela Brönimann schildert ihren Arbeitsalltag.

Bild: Kurt Riedberger

Das Recht zum Gegenhören

Sektionspräsident Kuno Schweizer bedankt sich bei Diana Jörg für den Besuch.

Dieses Aber heisst Diana Jörg und ist Moderatorin u. a. der Sendung «Treffpunkt» auf DRS 1. Im Anschluss an die Sitzung, die im Radiostudio Zürich stattfand, beantwortete sie die Frage, ob Radiomoderatorin ein Traumberuf sei, mit einem klaren, aber dezidierten Ja.

Nerven, Flexibilität und viel Energie Mit ihrer aufgestellten, fröhlichen Art, kombiniert mit ihrer charmanten Stimme – als Mann ist man versucht, von erotischer Stimme zu sprechen – und dem sympathischen Bündner Dialekt zog sie die zahlreichen Versammlungsgäste sofort in ihren Bann. Am Beispiel einer «Treffpunkt»-Woche erzählte Diana Jörg aus dem Radioalltag, von Begegnungen mit Menschen, von der Faszination der Themenplanung und der Vielfalt der Herausforderungen, mit denen man in diesem Job konfrontiert wird. Sie brachte ihre Liebe zum Radio deutlich zum Ausdruck, wies aber auch darauf hin, dass man Ausgabe 4/2006

als Moderatorin oft gute Nerven, Flexibilität und viel Energie benötigt. Diana Jörg am Radio zu hören, bereitet Freude.Wenn man live miterleben darf, wie sie mit glänzenden Augen begeistert aus ihrer Tätigkeit erzählt, dann ist das ein echtes Vergnügen.

Führung durch das modernste Radiostudio Europas Viele der Gäste nützten die Gelegenheit, sich vor der eigentlichen Jahresversammlung an einer Führung durch die neu eröffneten Radiostudios zu beteiligen.Via DRS Musigwälle über DRS 1 bis zu DRS 3 erhielt man interessante Einblicke in die verschiedenen Studios und von den anwesenden Moderatorinnen und Moderatoren ergänzende Erklärungen zu ihrer Arbeit. Eindrücklich war auch der Abstecher ins Archiv, wo vom historischen Tondokument bis zum aktuellen Hit alles zu finden ist. Fazit: Die Sektionsversammlung warf keine hohen Wellen, aber der Anlass war erstklassig! Kurt Riedberger

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AGENDA Sektion Zürcher Unterland

Das Schweizer Fernsehen im Höhenrausch

Mittwoch, 17. Mai, 19.15 Uhr Sektion Limmattal, Besuch der Sendung «Aeschbacher», Labor-Bar in Zürich 20.–28. Mai 22. Internationales Bachfest in Schaffhausen Sonntag, 28. Mai, 17.30 Uhr Sektion Zürcher Unterland, Besuch der Sendung «Sportpanorama», Fernsehstudio, Fernsehstrasse 1–4, Leutschenbach Mittwoch, 31. Mai, 19.00 Uhr Sektion Zürcher Unterland, Veranstaltung zum Thema «Schulfernsehen», Fernsehstudio, Fernsehstrasse 1–4, Leutschenbach Freitag, 2. Juni, 18.30 Uhr Sektion Zürcher Unterland, Besuch der Sendung «Arena», Fernsehstudio, Fernsehstrasse 1–4, Leutschenbach

Otto C. Honegger.

Bild: Albert Bachmann

Als Gast der diesjährigen Sektionsversammlung berichtete Otto C. Honegger, Redaktionsleiter für Dokumentarfilme beim Schweizer Fernsehen, über die Filmexpedition auf den 7 546 Meter hohen Muztagh-Ata in Westchina.

In seinem spannenden Filmvortrag schilderte der Referent die abenteuerliche Anreise über die Seidenstrasse, von Pakistan über den Kunjerab-Pass nach China.Von Pannen verfolgt, Lust und Frust miterlebt und während mehrerer Wochen den «Vater der Eisriesen» im Blickfeld. Schon das Basiscamp auf 4 400 Metern hätte die 64 Forschungsprobanden, Ärzte, Bergführer, Köche und Träger hart gefordert. Der eigentliche Härtetest stand aber noch bevor. Es galt, eine riesige

Materialmenge in drei Lager zu bringen und in Höhen von 7 000 Metern medizinische Tests zu bestehen. Die verschiedensten Varianten von Höhenkrankheiten hätte den Alpinisten zu schaffen gemacht. Auch das Filmteam blieb davon nicht verschont. Hart und lang sei der Aufstieg gewesen, einzigartig dafür der Aus- und Rundblick und herrlich die Abfahrten mit den Skis über die frisch verschneiten Abhänge. Glück und grosser Durchhaltewillen seien gefragt gewesen. Der Lohn dafür: unvergessliche Bilder.

RFZ-Generalversammlung 2006 Die 82. Generalversammlung der Radio- und Fernsehgenossenschaft Zürich Schaffhausen RFZ findet statt am Samstag, 20. Mai 2006, 09.30 Uhr in der Vogtei Herrliberg.

Im Anschluss an das spannende Referat folgte die kürzeste Sektionsversammlung der vergangenen 25 Jahre. Der fünfköpfige Vorstand bleibt ein weiteres Jahr im Amt. Eine Umfrage zu den «Fernsehgewohnheiten» von Hans Brühwiler wird noch ausgewertet.

Anschliessend: Diskussion zum Thema Journalismus – Spagat zwischen Qualität und Quoten, Gespräch mit dem neuen Chefredaktor von Schweizer Radio DRS, Rudolf Matter, und dem neuen NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann. Moderation: Alfred Fetscherin

Albert Bachmann

Sektion Winterthur/Weinland

IMPRESSUM

«Zwei starke Frauen im Gespräch», lautete das Motto der von DRS 1 am Palmsonntag im Casinotheater Winterthur produzierten Live-Sendung «Persönlich». Christine Hubacher konnte als Moderatorin zwei in der Tat «starke» Frauen zum Gespräch begrüssen: Agnes Vögele, Mitbegründerin der Bekleidungsfirma Charles Vögele AG, und Colette Gradwohl, vormals Leiterin der Informationsabteilung von Schweizer Radio DRS und seit Mitte April Chefredaktorin des Landboten. Persönlich im besten Sinne des Wortes berichteten sie über nachhaltig in Erinnerung gebliebene private und berufliche Erlebnisse. Namens der SRG idée suisse Zürich Schaffhausen lud Ulrich Aeschlimann, Präsi-

Ausgabe 4/2006, erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Andrea Haase (ah), Christoph Vogel (cv), SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Geschäftsstelle, Postfach, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 02, Fax: 044 305 67 10, E-Mail: christoph.vogel@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse ZÜRICH SCHAFFHAUSEN (Seiten 14–16): Alfred Fetscherin (AF), Bünishoferstrasse 87, 8706 Meilen. Tel./Fax: 044 392 17 17, E-Mail: info@fetscherin.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 18 528 Expl. (WEMF-beglaubigt) Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten

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(V. l. n. r.:) Christine Hubacher, Agnes Vögele und Colette Gradwohl.

dent der Sektion Winterthur/Weinland, nach der Sendung die prominenten Damen sowie alle Besucherinnen und Besucher zum Apéro ins Theaterfoyer ein. Ulrich Aeschlimann

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Bild: Ae.

Starke Frauen – ganz persönlich


Programmkommission zum Regi-«Wahlkampfverhalten»

Lockeres «Gericht» positiv beurteilt Umfassend, kompetent und hörerfreundlich. So hat das Regionaljournal seinen Service-public-Auftrag vor den Berner Wahlen erfüllt.

Das Regionaljournal Bern Freiburg Wallis hat nach Auffassung der Programmkommission RGB (PK) in den letzten Wochen einen wesentlichen Beitrag zur Information und Animation der Wählerinnen und Wähler geleistet. Die spielerisch-lockere Art im Stil einer Gerichtsverhandlung beurteilt die grosse Mehrheit der PK sehr positiv. Auf diese Weise sei es gelungen, auch den Zugang zu Hörerinnen und Hörern zu finden, die mit Politik und Wahlen wenig am Hut haben. Besonders gut geeignet habe sich die Form der Anklage und Verteidigung für die Befragung der Parteien. Hier sei es trotz des durch die Gerichtssituation eingeschränkten journalistischen Spielraums weit gehend gelungen, die Parteien und ihre Ziele in interessanten Beiträgen zu charakterisieren.

idée suisse Bern Freiburg Wallis vor allem, dass die «Kurzvorladungen» trotz des engen zeitlichen Rahmens doch ein gutes persönliches Bild der zur Wahl Stehenden vermittelten.

Lebendig und farbig

Wegen der grossen Zahl der zu befragenden Personen kam das spielerische Element bei der Befragung der Kandidatinnen und Kandidaten für ein Regierungsratsmandat etwas weniger gut zum Tragen. Positiv beurteilt die PK der SRG

Die PK vertritt auf Grund der Erfahrungen mit den Wahl-Veranstaltungen in Herzogenbuchsee, Lyss und Münsingen die Meinung, dass es gute Gründe für die Durchführung derartiger Anlässe durch das Regionaljournal gibt. So gehen die zur Wahl stehenden Kandidatinnen und Kandidaten an solchen Veranstaltungen eher aus sich heraus als in Studiogesprächen, was die am Radio ausgestrahlten «Berichte» lebendig und farbig macht. Die journalistische Auswertung der Wahl-Veranstaltungen im Regionaljournal wird durch die PK als sehr gut beurteilt, wobei man sich mehr Beiträge durchaus vorstellen könnte. Diskutiert wurde an der PK-Sitzung auch die Form von Livesendungen, die im Wahlkonzept des Regionaljournals zwar einen

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Ausgabe 4/2006

Überzeugt haben die Kommission auch die aufmerksame Art und Weise, wie das Regionaljournal den Wahlkampf begleitet hat, und der Regi-Internetauftritt, der als grosse Wahlhilfe bezeichnet wird. Die PK musste zur Kenntnis nehmen, dass die «anderen DRS-Medien» trotz der aussergewöhnlichen Ausgangslage bei den Regierungsratswahlen den Berner Wahlen nur wenig Interesse entgegenbrachten. An der PK-Sitzung durften Regi-Leiter Peter Brandenberger, Redaktorin Géraldine Eicher und Redaktor Jörg André Dank und Applaus für das grosse und professionelle Engagement in diesem wichtigen Service-public-Bereich entgegennehmen. Es wurde ihnen attestiert, den Wählerinnen und Wählern wertvolle Hilfestellung geleistet zu haben. hbt

Hodlers Krieger wacht über Radio und Fernsehen im Berner Rathaus.

Bild: pan.

Géraldine Eicher im Zentrum! Neben ihr Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer, links SP-Präsidentin Irène Marti Anliker, rechts Hermann Weyeneth (Präsident SVP) und Johannes Matyassy (Präsident FDP).

Bild: pan.

«Ausnahmefall» darstellen, dem aber als politisches Forum grosse Bedeutung beigemessen wird.


machen. Beim Regionaljournal könne sie zu den Leuten gehen, könne selbst recherchieren, nachfragen, Geschichten erzählen, das sei eben auch sehr schön. Im Internationalen versuche sie die Übersicht zu bewahren, im Lokalen wolle sie die Details aufspüren.

Das Gesicht zur Stimme: Karin Britsch.

Neu im Regi-Team: Karin Britsch

Bild: pan.

«Augen und Ohren offen»

«Meine Stimme geben» Karin Britsch erwartet nicht, dass ihr etwas geschenkt wird, sondern sie ist selbst aktiv. Doch sie ist so vielseitig interessiert, dass es ihr Leid tut, dass sie nicht alles sofort machen kann. Ihr Leben beginnt in Termen, einem kleinen Dorf oberhalb von Brig. «Schön» sei es dort, sagt Karin Britsch – mehr zunächst nicht. Die Schulen besucht Karin in ihrem Heimatdorf, doch zur Berufsausbildung kommt sie nach Bern; an der BFF lernt sie Damenschneiderin, bildet sich danach in Zürich zur Theaterschneiderin weiter. Es folgen sechs Jahre an der Kostümabteilung des Berner Stadttheaters, wo sie zur Arbeit Radio hört: «Das Radio faszinierte mich, aber auch das Theater», meint sie. Und sie habe immer kämpfen müssen, dass sie DRS 3 hören konnte, die Privaten hatten eine starke Lobby im Atelier.

bei diversen Zeitungen und Zeitschriften in verschiedenen Ressorts – eine echte Allrounderin. An der Uni besuchte sie praktische Radiokurse, war fasziniert von diesem Medium. Sie stieg sachte ein, mit dem Sonntagssport im Regionaljournal, mit Presseschauen, mit Nachrichtendiensten. Nach dem Studienabschluss erhielt sie eine feste Stelle bei der Nachrichtenredaktion im Studio Bern – das war vor eineinhalb Jahren. Bis im Regionaljournal etwas frei wurde, musste sie sich noch etwas gedulden.

Sachter Einstieg ins Radiomachen

Heute hat Karin Britsch zwei 50%-Stellen: eine beim Regionaljournal und eine bei den Nachrichten. Es sei zwar manchmal etwas schwierig, wenn man «zu den Themen rausfällt», meint sie, aber grundsätzlich sei es «spannend, bei zwei Medien zu arbeiten»: Bei den international und national relevanten Themen gefalle ihr die Vielfalt; interessant sei auch, aus manchmal Abstraktem etwas Verständliches zu

Schliesslich genügte es nicht mehr, Radio zu hören, Karin Britsch wollte selbst in den Journalismus. Deshalb studierte sie in Freiburg Medien, Zeitgeschichte und Journalismus: «Theaterwissenschaft wurde in Freiburg nicht angeboten. Es war ein pragmatischer Entscheid», meint sie heute. Das Studium verdiente sie sich als Journalistin

In zwei Medien arbeiten

Ausgabe 4/2006

Ideen zu Geschichten seien oft nicht einfach zu finden. Darum hält Karin Britsch immer Augen und Ohren offen: «Wer nicht unterwegs ist, erfährt nichts.» Ein Schreibseminar bei Donna Leon, das sie besuchte, gab schliesslich noch eine Radiogeschichte. Noch vieles würde sie gern machen. Sie fahre «extrem gern» Ski, erzählt sie, und findet dann, mal eine Saison als Skilehrerin, das wäre doch was ... «Es ist schlimm, wenn man ‹entweder-oder› sagen muss, ich habe viel lieber ‹sowohl-als-auch›!»

Puzzlestücke zusammenfügen Doch im Moment ist das Radio im Zentrum: «Ich will hier das Handwerk lernen, Routine kriegen.» Im Regionaljournal, wo sie als Allrounderin und Wallis-Spezialistin arbeitet, könne man eben auch moderieren, das interessiere sie, «genial» wäre es, wenn sie ein «Regionaljournal mit nationalen Themen» machen könnte. Und tausend neue Ideen kommen ihr, sie möchte gerne bei einem Hörspiel mitmachen, «jemandem meine Stimme geben», aus dem Off, sie brauche nicht in Erscheinung zu treten. Gerne dürfte es etwas Historisches sein – oder etwas mit Musik, meint die Hobby-Pianistin. Ins Wallis geht sie oft und gern: «Die Walliser haben etwas Echtes, deshalb gehe ich gern zu den Wurzeln zurück – ich könnte mir aber auch New York vorstellen ...» Da ist es wieder, das «Sowohl-als-auch». Sie geht zu den Leuten und taucht genau so gern für ein paar Stunden ins Archiv ab: «Das ist es, was Geschichten interessant macht: Puzzlestücke zusammenbringen.» pan.

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Regionaljournal-Studie des Medienwissenschaftlichen Instituts

Forschung für die Praxis

Zehn Empfehlungen fürs Regi Die Studie der Universität Bern zu den SR-DRSRegionaljournalen wurde offiziell vorgestellt.

Bild: pan.

Dicke Post: die 350-seitige Studie der Uni.

Aufgrund der Forschungsergebnisse werden in der Studie zehn Empfehlungen formuliert. So wird «mehr Wirtschaft und Politik» gefordert, insbesondere mehr eigeninitiierte Politberichterstattung; es sollen vermehrt «eigene Themen» gesetzt werden, was anderseits «Mut zur Lücke» verlangt; die «Akteure sollen mehr Profil» erhalten; die kantonale und kommunale Ebene soll gestärkt werden; es wird mehr Vielfalt bei den Darstellungsformen gefordert; an Abstimmungssonntagen werden mehr Analysen und Kommentare gewünscht; die gestalterischen Mittel, also Hinter- und Vordergrundtöne, sollen mit mehr Variationsbreite eingesetzt werden; es soll vermehrt auf externe Recherche gesetzt werden; eine «aktualisierte Hörerforschung» soll den Regi-Leiterinnen und -Leitern bei der Optimierung der Arbeit helfen, und schliesslich soll auf eine stärkere Corporate Identity geachtet und vermehrt Werbung betrieben werden.

«Ernsthaft und fleissig» Was zieht man nun aus der Studie für einen Schluss? Etwa diesen: Die Empfehlungen sollen vor allem im Abendjournal umgesetzt werden und aus diesem eine Art «Echo der Region» machen (vgl. Communiqué der

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PK RGB vom 12. Mai 2005, nachzulesen unter: www.srgbern.ch). Peter Brandenberger, Leiter des Regionaljournals Bern Freiburg Wallis, lobte bei der Präsentation der Studie die «beeindruckenden 350 Seiten», die auf «ernsthafter und fleissiger» Arbeit beruhten. Der Anspruch, das «elektronische Referenzmedium der Region» zu sein, kollidiere mit dem geforderten «Mut zur Lücke». Für ihn bestätigt die Studie, dass «im Alltag gute Arbeit geleistet wird» (auch zu diesem Schluss ist die Programmkommission schon gekommen). Die Stärkung der Wirtschaftsthemen ist im Regionaljournal Bern Freiburg Wallis bereits eingeleitet, während Brandenberger im Bereich Politik keinen Handlungsbedarf sieht. Dagegen möchte er künftig vermehrt «Themen Karriere machen lassen», da das Publikum im Verlauf eines Tages immer wieder ändere. Die Forderung nach Konzentration auf kantonale und kommunale Themen wirke für ihn «klärend», bekannte er. Die Forderung nach «mehr Vielfalt» dagegen renne offene Türen ein. Es sei auch erkannt, dass «mehr Analyse» eine Bereicherung wäre, doch brauche die Umsetzung dieser Forderung Zeit. Im Ganzen sieht Brandenberger, dass Retouchen «möglich und nötig» sind, aber ohne zusätzliche Mittel «wird der alltägliche Versuch, das Unmögliche möglich zu machen, noch schwieriger».

Die grosse Linie ist gut Als Chef der Regionaljournale ist Iso Rechsteiner der Hauptadressat der Studie. Für ihn war diese «Röntgenaufnahme» dringend nötig. Sie zeige, dass die grosse Linie gut sei, mache aber auch Verbesserungsmöglichkeiten. Es werde allerdings schwierig sein, zusätzliche Mittel zu bekommen, schränkte er übertriebene Erwartungen gleich ein. pan.

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Das Uni-Institut ist in einem Dilemma: Forschung betreiben kann es der beschränkten Mittel wegen fast nur, wenn diese Forschung von externer Stelle bezahlt wird. Die Forschenden möchten danach meistens breiter informieren als die Auftraggeber. Der Ausweg ist dosierte Information: Die Resultate werden referiert, der Volltext der Studie bleibt unter Verschluss. Es war erstes Ziel, ein Stärke-SchwächeProfil zu erstellen, um auf dieser Basis Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Während die Programmkommissionen der Mitgliedgesellschaften und der Publikumsrat ihre Beobachtung kontinuierlich, aber nur punktuell betreiben, stiegen die ForscherInnen der Universität für beschränkte Zeit en détail ins Programm aller Regionaljournale ein und sammelten einen Wust von Daten. Das Ergebnis differiert nicht sehr: «Es ist schwierig, ein allgemeines Urteil abzugeben», bekannten die Forscherinnen, und die Schlüsse, welche die Radioverantwortlichen zogen, waren ansatzweise schon in den Communiqués der Programmkommission nachzulesen … pan.

IMPRESSUM Ausgabe 4/2006, erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Andrea Haase (ah), Christoph Vogel (cv), SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Geschäftsstelle, Postfach, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 02, Fax: 044 305 67 10, E-Mail: christoph. vogel@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse BERN FREIBURG WALLIS (Seiten 14–16): Hermann Battaglia, Bürgstrasse 16, 3700 Spiez, Tel.: 033 654 15 03, Fax: 033 654 15 37, E-Mail: hbt@elocom.ch Geschäftsstelle SRG idée suisse BERN FREIBURG WALLIS, Schwarztorstrasse 21, 3007 Bern, Tel.: 031 388 91 11, E-Mail: info@srgbern.ch, Internet: www.srgbern.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 18 528 Expl. (WEMF-beglaubigt) Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten


Porträtserie zum Jubiläum «50 Jahre DRS 2»

«Ich brauche den Kick» Die Stimmen der Moderatorinnen und Moderatoren kennt man gut. Doch was für Gesichter gehören zu ihnen? Und wer arbeitet hinter den Kulissen eines Radiosenders? Link rückt zum 50. Geburtstag von DRS 2 einige Mitarbeitende ins Scheinwerferlicht.

Bild: SRG idée suisse Region Basel

terzugeben – das ist sehr schön. Und auch sehr intensiv.

Nadja Fischer, «DRS 2 aktuell».

«Als Mädchen wollte ich Tierärztin werden. Radio machen war also nicht schon immer mein Traumberuf. Doch als ich nach der Matura ein Praktikum im Radiostudio Basel machen konnte, hat es mir den Ärmel reingenommen: die inspirierende Atmosphäre, das Arbeiten unter Zeitdruck, die Spannung bei Livesendungen, all das hat mir damals sehr imponiert. Und genau das befriedigt mich auch heute noch täglich an meiner Arbeit.

ich erst Germanistik und Französisch, bevor ich zu Medienwissenschaften und Politologie wechselte. Das Französisch allerdings behielt ich als Studienfach bei.

Spannend am Radiojournalismus finde ich, dass ich etwas nicht nur mit Worten, sondern mit der Stimme und mit Tönen gestalten kann. Schreiben allein wäre für mich zu einseitig, denke ich. Denn ich moderiere auch sehr gerne: Stimme, Sprache und Musik haben mich schon immer fasziniert. Seit klein auf singe ich in einem Chor, erst im Kinderchor und heute in einem Frauenchor – mittlerweile sind es rund 25 Jahre! Und weil ich Freude an Sprachen hatte, studierte

Von Natur aus bin ich sehr neugierig und vielseitig interessiert. Das muss ich auch sein, denn bei «DRS 2 aktuell» sind wir als Allrounder und nicht als Fachjournalistinnen angestellt. Unser Themenspektrum ist sehr breit: Wir informieren über kulturelle und gesellschaftliche Anlässe und erläutern die Hintergründe. Das kann beispielsweise eine Reportage über eine Kunstausstellung in Delémont sein oder ein Bericht über das Schweizer Verlagswesen. Es gibt kaum ein Thema, über das ich nicht gerne eine Sendung machen würde. Recherchieren, tolle Veranstaltungen besuchen und spannende Menschen kennen lernen: All das gefällt mir an meinem Job. Aber auch den Zuhörerinnen und Zuhörern davon zu erzählen und etwas von der eigenen Faszination wei-

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Darin könnte möglicherweise auch eine Schattenseite meiner Arbeit liegen. Ich kann mir vorstellen, dass es über die Jahre hinweg nicht immer leicht sein wird, mit derselben unverbrauchten Neugierde an ein Thema heranzugehen. Mit der Frische, die es braucht, um einen spannenden Beitrag zu machen. Noch ist es bei mir überhaupt nicht so. Auch mit dem Produktionsstress, der zuweilen herrscht, kann ich gut umgehen. Man könnte sogar sagen: Ich brauche den Kick, live auf Sendung zu sein. Zu wissen: jetzt, in diesem Moment, musst du alles geben, jetzt kommts drauf an. Als Ausgleich zum Job bin ich oft draussen in der Natur. Ich reite gerne und habe im Elsass mein eigenes Pferd. Es tut gut, nach der Arbeit total abschalten zu können. Das kann ich auch, wenn ich – selten zwar – in die Tasten meines Flügels greife. Was ich mir für DRS 2 wünsche? Dass wir die grosse Freiheit bezüglich Themen und Sendeformaten beibehalten können. Und dass Radiomachen und -hören nach wie vor etwas Lustvolles bleiben.Vielleicht wünschte ich mir ab und zu eine Spur mehr Leichtigkeit. Eine Spur mehr Romandie.» Aufzeichnung: Katharina Truninger

Nadja Fischer ist 32 Jahre alt und moderiert seit Anfang 2004 bei «DRS 2 aktuell». Zuvor arbeitete sie während sechs Jahren als freie Mitarbeiterin beim Regionaljournal Basel. Aufgewachsen ist sie in Riehen bei Basel.


Illustration: Philip Schwindl, Basel

Begegnungen auf dem Rhein

Unter dem Motto «im Fluss, in Fluss, Einfluss» laden die SR-DRS-Regionalredaktion und die SRG idée suisse Region Basel am 8. Juni 2006 zu Flussgesprächen auf die MS Christoph Merian. Ein lauer Sommerabend, sanftes Schaukeln der Wellen, hochkarätige Gäste und spannende Gespräche – das die Idealvorstellung der Veranstaltung «Flussgespräche», für welche die Vorbereitungen zurzeit auf Hochtouren laufen. Der gemeinsame Anlass von der Regionalredaktion Basel/ Baselland und der SRG idée suisse Region Basel geht auf eine Initiative von Schweizer Radio DRS zurück: Die Aussenauftritte der Regionalredaktionen sollen in engerer Zusammenarbeit mit den Mitgliedgesellschaften über die Bühne gehen. Die jeweiligen Projekte werden paritätisch getragen, sowohl inhaltlich wie finanziell. Erklärtes Ziel ist es, eine wirkungsvolle Plattform zu schaffen, die es beiden Seiten – der Regionalredaktion und der Trägerschaft – ermöglicht, ihr Arbeitsfeld und insbesondere ihr Engagement für den Service Public in der Region einer breiten Öffentlichkeit zu vergegenwärtigen.

Acht Leute, die was zu sagen haben In diesem Sinne haben sich Vertreterinnen und Vertreter des hiesigen Regi und der SRG Region Basel zu einer Projektgruppe zusammengeschlossen und nach einer für die Region geeigneten Veranstaltungsform gesucht. Das Resultat dieser Bestrebungen

präsentiert sich nun am 8. Juni: An einem hoffentlich stimmungsvollen Frühsommerabend laden die Gastgeber zu Flussgesprächen auf die MS Christoph Merian. Maximal 200 Personen werden die Mixtur aus moderierten Gesprächen mit Persönlichkeiten aus Industrie,Verwaltung, Kultur und Politik der Region und geselliger Schifffahrt auf dem Rhein miterleben können. Zu den illustren Gästen der insgesamt vier Gesprächspaarungen zählen unter anderem die Alt-Regierungsräte Peter Schmid, heutiger Präsident des Fachhochschulrats Nordwestschweiz, und Ueli Vischer, der mittlerweile dem Universitätsrat Basel vorsitzt. Die anspruchsvolle Moderation der vier Flussgespräche liegt in den Händen der Profis des Regionaljournals.

gegensätzlichen Personen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsbereichen – «in Fluss» zu bringen. Im Zuge der sich verstärkenden Polarisierung unserer Gesellschaft sei es von Relevanz, nach Grundsätzen und Motivation von Personen zu fragen, die sich in ihrem Umfeld in aussergewöhnlicher Weise für die Gemeinschaft beziehungsweise Gesellschaft einsetzen. Mit Spannung erwarten das Team des Regionaljournals und die Verantwortlichen der SRG Region Basel den 8. Juni 2006. Denn das Mass des Erfolgs dieser bisher einzigartigen Abendfahrt wird ausschlaggebend sein dafür, ob in den kommenden Jahren vergleichbare Projekte lanciert werden. Daniela Palla

«Ein-Fluss-Reich» Der Entscheid, «aufs Wasser zu gehen», bot sich in mehrfacher Hinsicht an, so Alexandra Hänggi,Vizepräsidentin der SRG Region Basel und OK-Mitglied. Eine Schifffahrt auf dem Rhein ermögliche den Gästen nicht nur, das Wirkungsgebiet des Regionaljournals und der SRG Region Basel an einem einzigen Abend zu erleben, sondern sie passe auch symbolisch zum Leitgedanken der Veranstaltung: Gespräche – zwischen Ausgabe 4/2006

Flussgespräche auf der MS Christoph Merian Donnerstag, 8. Juni 2006 Abfahrt Basel Schifflände: 18.30 Uhr Ankunft Basel Schifflände: ca. 21.15 Uhr Die Mitglieder der SRG idée suisse Region Basel erhalten eine persönliche Einladung mit der Option, sich einen der rund 60 für die Mitglieder reservierten Plätze zu sichern.

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AGENDA Ersatzwahlen anlässlich der Generalversammlung 2006

Neue Gesichter im Vorstand

Hörspielpreis 2006 der Stiftung Radio Basel Am 4. und 5. Mai tagt die Hörspielpreis-Jury unter dem Vorsitz von Karl Seiler.

An der 80. Generalversammlung wurden Claudia Pantellini und Miriam Wassmer in den Vorstand der SRG idée suisse Region Basel gewählt.

Claudia Pantellini.

Vorname/Name: Miriam Wassmer Wohnhaft in: Basel Jahrgang: 1973 Gremien: Vorstandsmitglied, Präsidentin der Programmkommission und Mitglied des Publikumrats der SRG idée suisse Deutschschweiz Berufliche Tätigkeit: Projektleiterin in PR-Agentur, angehende PR-Beraterin Mein Radio-Highlight: «Apéro» auf DRS 2, der ideale Einstieg in den Feierabend Meine bevorzugte Fernsehsendung: «Sternstunden» am Sonntagmorgen auf SF 1 Warum ich mich für die SRG idée suisse Region Basel engagiere: «Mein grosses Interesse an den Medien, am Medienschaffen, an der Sprache, der Kommunikation und an Veränderungen in der Informationsverarbeitung wie auch -verbreitung, die Rolle der Medien in der Gesellschaft und vor allem in der Region bilden die Basis und Motivation für mein Engagement für die SRG Region Basel.»

Vorname/Name: Claudia Pantellini Wohnhaft in: Basel Jahrgang: 1968 Gremien: Vorstandsmitglied Berufliche Tätigkeit: Kommunikationsbeauftragte/Kulturschaffende Mein Radio-Highlight: Eindeutig: «Echo der Zeit» Meine bevorzugte Fernsehsendung: Bei den News: «Schweiz Aktuell», Unterhaltung: Da schau ich gerne in den Serienabend auf SF 2 am Montag. Warum ich mich für die SRG idée suisse Region Basel engagiere: «Beklagt wird allerorten eine Verflachung der Inhalte in Politik, Kultur, Gesellschaft – welche Rolle spielen die Medien dabei? Sie werden unter dem Schlagwort der ‘Boulevardisierung’ gerne dafür mitverantwortlich gemacht. Mich interessieren diese Prozesse und mich beschäftigt, ob dem tatsächlich so ist und was dem entgegenzuhalten wäre. Und weil mit Klagen nichts getan ist, möchte ich mich für die SRG Region Basel engagieren.»

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Bild: zVg,

Miriam Wassmer.

Bild: Oscar Alessio / SF

Flussgespräche – 8. Juni 2006 Unter dem Motto «im Fluss, in Fluss, Einfluss» laden die SR-DRS-Regionalredaktion Basel/Baselland und die SRG idée suisse Region Basel auf die MS Christoph Merian. Teilnahme auf Einladung (siehe auch Artikel auf Seite 15 in dieser Link-Ausgabe). Hörspielpreis der Stiftung Radio Basel – 14. Juni 2006 Verleihung des Hörspielpreises 2006 der Stiftung Radio Basel. Ort: Eingangshalle des Studios Basel, Novarastrasse 2, Beginn: 18.00 Uhr

IMPRESSUM Ausgabe 4/2006, erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Andrea Haase (ah), Christoph Vogel (cv), SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Geschäftsstelle, Postfach, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 02, Fax: 044 305 67 10, E-Mail: christoph.vogel@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse REGION BASEL (Seiten 14–16): Daniela Palla (dp), Geschäftsstelle, Novarastrasse 2, Postfach, 4002 Basel, Tel.: 061 365 32 53, Fax: 061 365 32 50, E-Mail: rfb@srdrs.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 18 528 Expl. (WEMF-beglaubigt) Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten


Meteo: TV-Wetterprognosen

Show oder Wissenschaft? Thomas Bucheli, Redaktionsleiter der SF-Wetterredaktion, referiert an der Mitgliederversammlung zu Aufgaben und Übermittlung von Wetterinformationen.

Thomas Bucheli, hätten Sie sich während Ihres Geografie-Studiums an der ETH vorstellen können, dass Sie dereinst das Wetter auf einem Hochhausdach präsentieren? Ich bin kein Hellseher, daher hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich dereinst beim Schweizer Fernsehen als Meteorologe und Moderator tätig sein würde. Von einer Dach-Moderation ganz zu schweigen! Ist es in der Schweiz wegen der Kleinräumigkeit schwieriger, gute Vorhersagen zu machen? Eine Prognose für die stark gekammerte Schweiz ist für Meteorologen immer eine spezielle Herausforderung. Fundierte Kenntnisse der eigenen Region und möglichst umfangreiche Erfahrung sind gute Voraussetzungen. Aber jede Prognose ist und bleibt letztlich eine Näherung an die Realität. Die Prävention vor Naturphänomenen gewinnt an Stellenwert. Wie ist Meteo in diese Programme eingebunden? Auch wir müssen vermehrt mit Extremund Unwetter rechnen. Frühzeitige Unwetter-Erkennung und rasche Information erfolgen über unsere Plattformen SF oder die Radios sowie über weitere Verbreitungskanäle wie Internet und Mobile-Angebote. Mit den kantonalen Gebäudeversicherungen haben wir den «Wetteralarm» lanciert: Die Schweiz ist in 46 Wetterregionen eingeteilt. Bei aufziehender Gefahr setzen unsere Meteorologen via SMS regionenspezifische

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Das «Meteo»-Team: Thomas Bucheli, Cécile Bähler, Christoph Siegrist und Sandra Boner.

Wetteralarme ab und informieren unmittelbar über drohende Unwetter. Die Unwetterschäden in der Schweiz sind ein beträchtlicher wirtschaftlicher Faktor. Kann die Wettervorhersage optimiert werden? Ja, durch noch feinmaschigere Prognosemodelle – und auch durch eine engere Zusammenarbeit mit Hydrologen und Geologen, denn Meteorologen sind Spezialisten für Fragen wie z. B. wann wie viel Regen fällt. Wie ist die Aufgabenteilung mit der Schweizerischen Meteorologischen Anstalt? In der Schweiz ist die MeteoSchweiz für die Warnung der Behörden zuständig. Diese wiederum stützen sich bei Entscheiden hinsichtlich Alarmierung oder der Ausgabe von Verhaltensanweisungen an die Bevölkerung Ausgabe 4/2006

auf alle ihnen zu Verfügung stehenden Informationen. SF Meteo wird konsultiert. In vielen Ländern Europas ist – im Gegensatz zu den USA – die Trennung zwischen unabhängigem nationalem Wetterdienst und privaten Wetterbüros leider (noch) nicht vollzogen. Daher besteht in der Tat die Gefahr, dass Warnungen von beiden Seiten als Vehikel im Kampf um Marktanteile und Promotion missbraucht werden. SF Meteo hat ein sehr gutes Image und zählt zu den Quotenrennern. Warum? Ich glaube sagen zu dürfen, dass unser Team aus sehr kompetenten und engagierten Mitgliedern besteht.Wir erarbeiten qualitativ hoch stehende Wetterprognosen und moderieren professionell. Dazu kommt ein gesunder Mix aus seriöser Information mit Showelementen – Letzteres aber nie auf Kosten der fachlichen Glaubwürdigkeit. Interview: Ursel Kälin

Bild: Oscar Alessio / SF

Immer den Überblick bewahren – sei es vom Dach oder über Unmengen von Daten: Meteorologe Thomas Bucheli und sein Team inszenieren die Wetterprognosen und machen sie zum Quotenrenner.


Drei Aspekte zum RTVG

RTVG – zum Letzten Als Trägerschaft haben wir uns jahrelang mit der Erarbeitung des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen (RTVG) beschäftigen müssen. Das Gesetz ist nun von den Räten verabschiedet worden. Das Ergebnis ist wenig erfreulich. Unser Land ist föderalistisch organisiert: Die öffentlichen Aufgaben werden quantitativ zu je ungefähr einem Drittel auf den Ebenen des Bundes, der Kantone und der Gemeinden erfüllt. Man dürfte eigentlich erwarten, dass die öffentliche Versorgung mit Leistungen der elektronischen Medien diesem Umstand Rechnung trüge. Allerdings wurde lediglich zur Sicherstellung der nationalen und der sprachregionalen Bedienung ein Service public eingerichtet und mit dessen Ausübung die SRG SSR idée suisse beauftragt.Trotz der verfassungsmässigen Verpflichtung, auch «die Bedürfnisse der Kantone» zu berücksichtigen, wurde es der SRG SSR hingegen untersagt, den regionalen Service public zu gewährleisten. Nur gerade im Bereich des Radios darf es mit gütiger Bewilligung des zuständigen Departements bei den gegenwärtigen Regionaljournalen bleiben. Die SRG-SSR-Leitung hat sich dagegen nicht vehement gewehrt; ihr ging es vor allem darum, ihren nationalen und sprachregionalen Auftrag ins Trockene zu bringen. Was diese Regelung für den Föderalismus bedeutet, hat vor allem den Ständerat offensichtlich nicht stark beschäftigt. Gegen den ursprünglichen Widerstand des Nationalrats drückte er diese für die Regionen, somit auch für die Kantone empfindliche Beschränkung durch. Er sorgte dafür, dass das Gesetz den regionalen Service «public» im Wesentlichen den privaten Sendern mit ihren sehr beschränkten Mitteln überlässt. Dafür soll ihnen neu ein geringer Anteil an den Gebührengeldern zustehen. Oder in Zahlen ausgedrückt: Während für den nationalen und sprachregionalen Service public in der Deutschschweiz rund 500 Mio. Franken an Gebührengeldern zur Verfü-

gung stehen, sind es für den regionalen kümmerliche 30 Mio. Franken. Auch mit den Ausgaben für die Radioregionalstudios und die Regionalkorrespondenten des Fernsehens der SRG SSR sind es immer noch weit unter 50 Mio. Auch wenn sich die Privaten mit Werbeeinnahmen anreichern dürfen bzw. müssen, liegt der Unterschied immer noch bei rund einem Faktor 10. Daher ist es den privaten Veranstaltern bei aller anerkennenswerten Anstrengung mit ihren beschränkten Mitteln unmöglich, qualitativ und quantitativ einen mit SRG SSR vergleichbaren Standard zu halten.

Konzessionen mit Gebührenanteil an Private Die Verteilung der Konzessionen an Private mit einem Anspruch auf Anteil an den Gebühren wird dem Gutdünken der Verwaltung anheim gestellt. So sollen dem Vernehmen nach 12 bis 14 TV-Konzessionen mehr oder weniger gleichmässig über das ganze Land verteilt werden. Das bedeutet nichts anderes, als dass in der Südschweiz oder in der Romandie zum Service public régional, den die SRG SSR aufgrund der Grössenverhältnisse dort mit ihrem gehobenen Standard zusätzlich anbietet, auch noch private Anbieter in einem ohnehin zu kleinen Markt zugelassen werden sollen. Dafür mutet man etwa den Ostschweizer Veranstaltern TeleTop und TeleOstschweiz eine Fusion zu, wiewohl beide heute Gebiete abdecken, die weit über das Einwohnerpotenzial der Südschweiz hinausgehen. Und wie ein entsprechend grosses Gebiet noch vernünftige Regionalangebote zusammenbasteln soll, wird auch nicht erklärt. Es wird Sache der Kantonsregierungen sein, hier in ihren Vernehmlassungen zur Ausgabe 4/2006

Konzessionsordnung wieder die richtigen Proportionen herzustellen. Aber dennoch: Wen vermag es zu wundern, wenn unser Föderalismus im Bewusstsein der Bevölkerung kaum mehr systematisch präsent ist, wenn einer seiner Grundpfeiler, nämlich die Kantone bzw. ganze Gruppen davon, in den elektronischen Medien, namentlich im Fernsehen, kaum mehr ein Podium haben (dürfen)?

Trägerschaftliche Fragen Dieses merkwürdige Verständnis von Föderalismus wirft nicht nur staatspolitische Fragen auf; es stellen sich auch solche der SRG-SSR-Trägerschaft: Womit lässt sich eine regional gegliederte Trägerschaft rechtfertigen, wenn der SRG SSR gar kein regionaler Programmauftrag zugebilligt wird? Müsste nunmehr versucht werden, die SRG idée suisse Deutschschweiz zur eigentlichen Trägerschaft in unserer Sprachregion umzufunktionieren, auch wenn sie gar keine natürlichen Personen als Mitglieder hat, sondern «nur» die heutigen Mitgliedgesellschaften? Ist überhaupt unter solchen Umständen der körperschaftliche Gedanke noch sinnvoll? Oder wäre jetzt der Schritt zur Aktiengesellschaft nahe liegend, nachdem das RTVG dem Verein SRG SSR aktienrechtliche Grundsätze für Leitung, Überwachung und Kontrolle sowie für die Aktivitäten ihrer Organe vorschreibt – und dennoch durch Einsitz einer bundesrätlichen Vertretung im Verwaltungsrat und durch Schaffung zahlreicher Einwirkungsmöglichkeiten der Verwaltung die Verantwortung nach Kräften intransparent macht? Aber offenbar haben wir die (neue) «idée suisse» einfach noch nicht begriffen ... Dieter J. Niedermann

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AGENDA Digital Audio Broadcasting

Mitgliederversammlung

Die Radio-Revolution kommt!

Das zweiteilige Programm unserer Mitgliederversammlung vom Samstag, 20. Mai 2006, um 10.00 Uhr, im Kunsthaus in Glarus:

Erstmals lud die SRG idée suisse Ostschweiz im April zu öffentlichen Informationsveranstaltungen zum Thema DAB ein.

Larissa Erismann von Swiss Satellite Radio.

Mehrere Dutzend Personen – unter ihnen auch Händler von Radiogeräten – konnten im Hofkeller in St. Gallen resp. im Hotel Post in Sargans begrüsst werden. Larissa Erismann und Pietro Ribi von Swiss Sa-

Bild: pfi

tellite Radio gelang es, anhand ihrer anschaulichen Präsentationen Hintergründe und Vorteile dieser revolutionären Technologie, wie beispielsweise grössere Programmvielfalt und zeitversetzte Nutzung, aufzuzeigen. Im Raum Ostschweiz sind derzeit elf SRG-SSR-Radiostationen mobil auf DAB empfangbar, auf UKW dagegen nur deren fünf. Weniger gut sieht die Situation für DAB bei den privaten Radiostationen aus. Die Fachleute von Swiss Satellite Radio empfehlen, nur ein Radiogerät zu kaufen, das beide Technologien empfangen kann.

Traktanden: 1. Wahl der Stimmenzählerinnen und Stimmenzähler 2. Protokoll der Mitgliederversammlung vom 21. Mai 2005 in Walzenhausen 3. Jahresbericht und Jahresrechnung 2005 4. Festlegung des Jahresbeitrags 2007 5. Anträge von Mitgliedern 6. Allgemeine Umfrage Nach dem anschliessenden Apéro, offeriert von der Regierung des Kantons Glarus und dem Gemeinderat Glarus, referiert Wetterexperte Thomas Bucheli, Leiter SF Meteo.

Am Ende der Veranstaltungen verloste die SRG idée suisse Ostschweiz jeweils ein DAB-Radiogerät, sodass die am Anlass erworbenen Informationen noch am selben Abend praktisch angewendet werden konnten.

Die Einladungen mit den Unterlagen zur Mitgliederversammlung 2006 sind Anfang April versandt worden.

Patricia Fisch

Die SRG idée suisse Ostschweiz freut sich auf zahlreiche Anmeldungen.

Neumitglieder-Besuch im Regi

Beim anschliessenden Apéro wurde die Möglichkeit, Fragen an den Präsidenten

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Dieter Niedermann, der Trägerschaft und ihre Ziele näher vorstellte, und an die stv. Studioleiterin Katja Schmid zu stellen, intensiv genutzt. Mit mehr Wissen über das «Konstrukt» SRG SSR und mit Vorfreude über die kommenden Mitgliederanlässe verliessen die Teilnehmenden den Silberturm.

IMPRESSUM

Patricia Fisch

Unsere Neumitglieder nutzten intensiv die Fragerunde.

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Bild: pfi

Die SRG idée suisse Ostschweiz bot Neumitgliedern am 6. und 18. April 2006 Gelegenheit, das Regionalstudio Ostschweiz in St. Gallen zu besichtigen. Das Angebot stiess auf reges Interesse. Rund 30 Personen fanden den Weg zum Silberturm. Einen Rundgang durch das Studio und das Abend-Regionaljournal live mit zu erleben bildeten für die Neumitglieder den Höhepunkt dieses Informations-Anlasses. Iso Schmalz als Moderator der Sendung für einmal nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen, war für viele faszinierend. Der Technikraum mit den vielen Knöpfen und Schalthebeln wurde ebenso bewundert wie das Zusammenspiel mit den SR-DRSRadiostudios in Zürich und Bern.

Ausgabe 4/2006, erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Andrea Haase (ah), Christoph Vogel (cv), SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Geschäftsstelle, Postfach, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 02, Fax: 044 305 67 10, E-Mail: christoph.vogel@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse OSTSCHWEIZ (Seiten 14–16): Patricia Fisch (pfi), Geschäftsstelle, Rorschacher Strasse 150, 9006 St. Gallen, Tel.: 071 243 22 14, Fax: 071 243 22 20 E-Mail: sekretariat@srgideesuisseostschweiz.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 18 528 Expl. (WEMF-beglaubigt) Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten


Romano Cuonz

Der jung gebliebene «Methusalem» des Regionaljournals: Romano Cuonz im Studio am Inseliquai Luzern.

Dany Schulthess

Vielseitiger Vielschaffer

Romano Cuonz ist seit 28 Jahren bei Schweizer Radio DRS. Trotzdem ordnet man den «Ur-Obwaldner» oft der falschen Schublade zu. Dabei gibts für ihn gar keine Schublade. Wenn man ihn so hört am Radio, wenn man seine Mundart-Lyrik liest, wenn man unter www.cuonz.ch einen Blick auf sein Schaffen wirft, dann besteht fast kein Zweifel: Romano Cuonz ist Obwaldner durch und durch. Ganz klar. Ganz klar falsch. Natürlich, Cuonz ist seit Jahrzehnten in Sarnen zu Hause, beim Regionaljournal Zentralschweiz ist er so etwas wie die Stimme Ob- und Nidwaldens, und er schreibt «Sprich» in Obwaldner Mundart (siehe Kasten). Mehr als nur «Sprich»: Das Hörspiel, das nächstes Jahr in der Reihe «Chnebelgrinde» von DRS 1 ausgestrahlt wird, heisst «Ä Baan ufs Stanserhorn – zLäid und zTrotz», und das Szenespiel, das er zum Jubiläum «100 Jahre Hammetschwandlift» geschrieben hat, trägt den Titel «Hotelpioniere früher und heute – Der Fürscht vom Bürgästock und der Luzärner Hotelmanager» (Aufführung am 10. Juni 2006).

Bündner Geschlecht.Aus Zernez, dem Tor zum Schweizerischen Nationalpark, der zu den liebsten Reisezielen von Romano Cuonz gehört (sein Urgrossonkel war Parkwärter). Dass er aber jederzeit vom Obwaldner in den Bündner Dialekt umschalten könnte, hat einen anderen Grund: Seine ersten Lebensjahre hat er in Chur verbracht. Dorthin hat es seine Eltern gezogen, nachdem sie zuvor im Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft gearbeitet hatten. Vater Cuonz war Küchenchef, die Mutter, eine geborene Britschgi, Gouvernante. In Chur führten sie gemeinsam ein Hotel.

Doch auch wenn all dies wiederum mit Obund auch Nidwalden zu tun hat, so ist Romano Cuonz nicht auf die Urschweiz zu reduzieren.Allein der Name verrät es: Cuonz ist ein

Wegen einer Krankheit der Mutter ging es dann zurück in die Innerschweiz,Arth und Sarnen waren Stationen, ehe nach der Genesung der Mutter ins Tessin gewechselt wurde. Die Eltern Cuonz führten eine Ferienanlage in Sessa. Romano, der Gymnasium und Lehrerseminar in Internaten absolvierte, war so oft wie möglich ennet dem Gotthard und bezeichnet die Tessiner Jahre als «die glücklichsten meines Lebens».Vor allem, weil er dort mit 16 Jahren seine erste Liebe kennen lernte. Seine grosse Liebe. Die Liebe seines Lebens. Ruth Rothenbühler ist Tochter einer Malterser Pfar-

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Wurzeln in Zernez

rersfamilie, und diese Familie machte Ferien in Sessa. Romano, sportlich auf der Höhe, betätigte sich hin und wieder als Gästeanimator. Im Zuge einer solchen Spielerei trat Ruth Rothenbühler barfuss in eine stachelige Kastanie. Und wer hat erste Hilfe geleistet? Erraten!

Kleine, grosse Welt Romano und Ruth Cuonz-Rothenbühler haben zwei erwachsene Kinder, Sohn Daniel und Tochter Christina, beide haben sich dem Studium der Sprachen verschrieben, beide leben in Zürich. «Sie wählten bewusst den schwierigeren Weg», sagt Cuonz. Obwalden sei eine kleine Welt. «Hier ist einer schnell einmal ein Star, wenn aber einer in Zürich dasselbe macht, ist er ein Nobody.» Er selbst fühle sich in Obwalden wohl und geborgen, er werde geschätzt, das gebe einem Heimat und eine gewisse Selbstsicherheit. Doch gerade als Journalist weiss Cuonz auch um die Gefahren der Kleinräumigkeit: «Wo jeder jeden kennt, wird es schwieriger, kritische Distanz zu halten, und wenn man es trotzdem macht, geraten Auseinandersetzungen schnell auf eine persönliche Ebene.»

Premiere beim «Kafichränzli» Seit 1978 arbeitet Cuonz für Schweizer Radio DRS. Begonnen hat er als schreibender Journalist, unter anderem als Welschlandkorrespondent fürs Luzerner Tagblatt wäh-


AGENDA

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rend seiner Studienzeit in Lausanne (Zürich und Florenz waren weitere Studienorte). Doch ihn interessierte neben dem geschriebenen auch das gesprochene Wort, neben Texten auch Bilder. Zu ersten Kontakten mit dem Radio kam es, als Cuonz der legendären Elisabeth Schnell für deren Sendung «Kafichränzli» auf gut Glück einen Beitrag über eine Frau von der MelchseeFrutt zuschickte. Das Band wurde abgespielt. Als es 1978 ein tägliches Regionaljournal gab und neben Tino Arnold und Kurt Zurfluh neue Mitarbeiter gesucht wurden, stiess mit Elsbeth Balmer und Edmund Amstad auch Romano Cuonz zum Team. Ein Team, dessen Mitglieder damals an einer geografisch längeren Leine gehalten wurden: Anders als heute war es fast erwünscht, dass man über den Gartenhag hinausdrängte und neben dem Regi andere Sendungen für DRS 1 und DRS 2 gestaltete. Zwischen 1984 und 1990 war Cuonz Moderator der Morgensendung «Palette», von Wunschkonzerten,Volksmusiksendungen oder Live-Übertragungen am Samstagmorgen.

Arbeit auch am Wochenende Heute ist Romano Cuonz, der im August 61 Jahre alt wird, der «Methusalem» im RegiTeam, und auch wenn der Job ziemlich anders geworden ist («man ist viel weniger draussen, die Arbeit eines Journalisten hat sich von der Beiz an den PC verlagert»), so ist er gleichwohl mit Lust und Freude dabei. Auch, weil die Radioarbeit ein willkommener Ausgleich zu seiner zweiten Haupttätigkeit ist, dem Lehrerberuf. Dem hatte er sich auch mal ganz verschrieben, konnte dann aber doch nicht ohne Radio sein, und auch Zeiten mit «nur» Radio hat es gegeben, doch auch da fehlte etwas. Heute arbeitet Cuonz als Lehrer und Radioredaktor. Dabei muss das Wochenende oft dran glauben. Überlastet fühlt sich der Vielschaffer aber keineswegs, obwohl ihn letztes Jahr eine ernste Krankheit, verbunden mit zwei Operationen, dazu gezwungen hat, in verschiedener Hinsicht über die Bücher zu gehen.

Doch der Tatendrang ist geblieben, und auch als Lehrer verspürt Cuonz, anders als viele Berufskollegen in seinem Alter, keine Burnout-Symptome. Er habe immer gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, und überhaupt, Lehrer sei «nach wie vor einer der schönsten Berufe», wenn man das ganze Drum und Dran mit den vielen Sitzungen und der mühsamen Teamarbeit ausklammere. Zudem sei für ihn das Teilpensum beim Radio für die Tätigkeit als Lehrer enorm wichtig und hilfreich: «Jeder Lehrer sollte einen Zweitjob in der Erwachsenenwelt haben.»

Liebe zur Natur Journalist, Lehrer – aber es gibt ja auch noch den Freizeit-Schriftsteller Cuonz, den Hobby-Fotografen Cuonz, den Naturbeobachter Cuonz. Diverse Publikationen zeugen von seinen Leidenschaften. Ihn finde man nie irgendwo an einem Strand, sagt er, weit eher im Nationalpark, in der geliebten Camargue, im Bayerischen Wald, in den Dolomiten, an den Plitvicer Seen in Kroatien. Oder an einem Innerschweizer Bergbach. «Die Natur ist für mich extrem wichtig», sagt er. Dokumentiert ist das unter anderem in Tonbildschauen, die er zusammen mit Studiokollege und Weggefährte Othmar Bommeli gestaltet hat. Mehr im Vordergrund stehen heute Musse und aktive Erholung: Fliegenfischen ist ein grosses Hobby geworden, Pilze suchen,Vögel beobachten, Sport treiben. Nicht mehr ganz so wie einst im Mai. Cuonz war Fussballgoalie, schaffte es in Zug und Tresa bis in die 1. Liga, gehörte zudem der Uni-Mannschaft an, und auch mal aktuell waren Zehnkampf oder Volleyball. Jetzt aber stehen Schwimmen im hauseigenen Pool und vor allem (Nordic) Walken auf dem Programm. Täglich, mindestens eine halbe Stunde, meist in Begleitung seiner Ruth. Und wenn in nicht mehr allzu ferner Zukunft der zeitliche Rahmen grosszügiger gesteckt werden kann, warten zwei alte Träume auf ihre Verwirklichung: eine Safari und ein Indian Summer in Kanada. HG

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Sonntag, 21. Mai «Persönlich» vom Schloss Heidegg Die Radio-Talkshow «Persönlich» von DRS 1 kommt zwischen 10.00 und 11.00 Uhr live vom Schloss Heidegg, Gelfingen (Wiederholung: gleichentags, 22.00 Uhr). Gastgeberin ist Esther Schneider. Ihre Gäste sind noch nicht bekannt. 9. bis 11. Juni Heirassa-Festival in Weggis Vom 9. bis 11. Juni findet in Weggis das 2. Heirassa-Festival statt. Schweizer Radio DRS zeichnet einzelne Volksmusikkonzerte auf. Ausstrahlung der Sendung ist am Freitag, 15. September, von 21.00–22.00 Uhr. Nähere Informationen unter www.heirassa-festival.ch oder Tel. 041 390 11 55. 9. bis 11. Juni, Openair Hoch-Ybrig Das Schweizer Fernsehen und Schweizer Radio DRS sind während des ganzen Openairs Hoch-Ybrig vom 9. bis 11. Juni vor Ort. Geplant ist bei SF eine Liveübertragung am Samstagabend von 22.00 bis ca. 02.00 Uhr. Alle anderen Konzerte werden aufgezeichnet und im Verlauf des Jahres auf SF 1 ausgestrahlt.

Sprüche von Romano Cuonz Mit seinem «Sprich» in Obwaldner Mundart führt Cuonz eine von Mundartautor Julian Dillier und dem Kernser Pfarrer Karl Imfeld begründete Tradition weiter. Der Wäg zur Hell sig mid guätä Vorsätz pflaschteräd, sägids. Wenn das waar isch, gits fir diä, wo i Himmäl wend,numä eis: Mid dä Laschter wyyters faarä. Im Vorbyygaa abgspild wiä vomä Tonband, diä paar gwanetä Flosklä: Scheeni Word. Da chäisch de uber dyy äigät Schattä springä, wenn fir dich d Sunnä niä schyynd. Diä nyyw Vorschrift im Chärwald: Achtung Hunde! Wild bitte an der Leine führen.

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AGENDA

Bild: Nickey Brändli-Nieuwenhuijze

«Persönlich» in Erstfeld Im Zuge der österlichen Live-Berichterstattung von DRS 1 aus dem Kanton Uri wurde die Talkshow «Persönlich» aus dem Hotel Hof in Erstfeld gesendet. Moderatorin Esther Schneider (im Bild rechts) befragte Regierungsrätin Heidi Z‘graggen (sitzend) und den ehemaligen Altdorfer Pfarrer Noldi Furrer. Links im Bild ist Edith Baumann Renner, Präsidentin der SRG idée suisse Uri. Die überaus lebendige und witzige Talkrunde war ein Highlight der SR-DRSGrosspräsenz, die in anderen Kantonen zur Nachahmung empfohlen ist. HG

Förderpreis 2006 an Christof Hirtler und Geri Dillier Die SRG idée suisse Zentralschweiz verleiht ihren mit 4 000 Franken dotierten Förderpreis 2006 an den Urner Fotografen Christof Hirtler und den Obwaldner Radiomann und Autor Geri Dillier. Christof Hirtler (1955) verwirklicht immer wieder Projekte in und über Obwalden. Der Porträtband «Menschenbilder» oder die Bildbände «Einst in Obwalden» und «Katastrophen-Sepp» sind nur einige Beispiele. Geri Dillier (1949) realisiert für Schweizer Radio DRS Hörspiele, und an seinen Produktionen machen oft Zentralschweizer Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Autorinnen und Autoren mit. Auslöser für die Verleihung des Förderpreises war für die Jury (Programmkommission der SRG idée suisse Zentralschweiz unter dem Vorsitz von Konrad Schuler, SRG Schwyz) aber das gemeinsame Projekt «Vo Gschicht zu Gschicht». Im Jahr 2000 starb der bekannte Obwaldner Sagenforscher und Geschichtenerzähler Hanspeter Niederberger. Damit die Tradition des Geschichtenerzählens in Obwalden weiterlebt, luden Dillier und Hirtler eine Autorin und drei Autoren in die Krone nach Giswil ein. Speziell

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für diesen Abend schrieb Heidy Gasser eine Geschichte, übergab sie an Max Huwyler, Jürg Schubiger übernahm, und Otto Höschle machte sich an den Schlussspurt, genau wie bei einer Stafette im Sport. Seither schreiben jedes Jahr vier Autorinnen oder Autoren eine Geschichte, nur für Giswil, und die Reihe «Vo Gschicht zu Gschicht» in der jeweils prallvollen Krone hat sich zu einem unverwechselbaren literarischen Treffpunkt etabliert.

Freitag, 16. Juni «Zoogä-n-am Boogä» aus Luzern Die volkstümliche Sendung von DRS 1 live kommt vom Eidgenössischen Musikfest im Pavillon am See in Luzern. Gäste sind willkommen. Zeit: 20.30–22.00 Uhr. Moderation: Beat Tschümperlin. Samstag, 17. Juni SF am Musikfest Luzern Das Schweizer Fernsehen ist anlässlich des Eidgenössischen Musikfestes Luzern mit einer Livesendung von 18.10–19.10 Uhr live vor Ort (vor der Jesuitenkirche). Ein Querschnitt des Eidgenössischen Musikfestes wird am 25.6. auf SF 1 um 13.05 Uhr (Länge 110 Minuten) ausgestrahlt. Samstag, 17. Juni DRS 1 am Musikfest Luzern Schweizer Radio DRS 1 überträgt in einer Direktsendung von 14.00–16.00 Uhr verschiedene Musikformationen aus der ganzen Schweiz. Ort: grosse (gedeckte) Bühne am Europaplatz. Weitere Live-Termine von DRS 1: Freitag, 23. Juni, 21.00– 22.00 Uhr (Blasmusik vom Europaplatz, gedeckte Tribüne). Samstag, 24. Juni, 14.00–16.00 Uhr (vom Europaplatz). Moderation: Regi Sager und Beat Tschümperlin.

IMPRESSUM 2003 erschien mit «Das fünfte Zimmer» die erste Sammlung der Geschichtenreihe in der «edition magma» des Brunner Verlags in Luzern. Dieser ermöglichte ein Honorar für die Autorinnen und Autoren sowie für die Musiker, er übernahm das Defizit und den Druck des ersten Buchs. Im Herbst 2006 wird bereits der zweite Band der Reihe erscheinen, und die Geschichten-Stafette geht weiter. Die Übergabe des Förderpreises erfolgt am Freitag, 10. November 2006, im Rahmen der sechsten Folge von «Vo Gschicht zu Gschicht» in der Krone in Giswil. PD

Ausgabe 4/2006

Ausgabe 4/2006, erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Andrea Haase (ah), Christoph Vogel (cv), SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Geschäftsstelle, Postfach, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 02, Fax: 044 305 67 10, E-Mail: christoph.vogel@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse ZENTRALSCHWEIZ (Seiten 14–16): Therese Rauch, Geschäftsstelle, Postfach 4069, 6003 Luzern, Tel./Fax: 041 227 24 00, E-Mail: therese.rauch@srdrs.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 18 528 Expl. (WEMF-beglaubigt) Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten


Regionaljournal Aargau Solothurn

Die Liebe zum Radio und zum Regionalen Am Tag der Arbeit übernimmt Andreas Capaul die Redaktionsleitung des Regionaljournals Aargau Solothurn. Link wollte wissen, wer der neue Chef ist, der seit zehn Jahren beim Regi arbeitet.

Andreas Capaul heisst der neue Redaktionsleiter des Regionaljournals Aargau Solothurn.

«Radio als Medium empfinde ich als sinnlich, schnell und unmittelbar; es ist viel direkter als der Printjournalismus», beschreibt der neue Redaktionsleiter Andreas Capaul (53) seine Liebe zum Radio. Unter enormem Zeitdruck gilt es sehr zielgerichtet zu recherchieren, um die richtigen O-Töne zu erhalten und innerhalb von eineinhalb Minuten die Geschichte auf den Punkt zu bringen. Vor seiner Zeit als Radiomacher arbeitete Capaul jahrelang als Journalist bei verschiedenen Medien wie u. a. als Ressortleiter

Bild: Tello Frutiger / www.videoone.ch

«Region» beim Aargauer Volksblatt, beim Sport und beim Limmattaler Tagblatt. «Das Radio lässt jedoch mehr Bilder im Kopf entstehen als das Lesen der Zeitung», erläutert Capaul seine Liebe zum Radio. Privat reist Andreas Capaul gerne in die Ferne, im beruflichen Alltag reizt ihn das «Naheliegende», die regionalen Geschehnisse. Die Arbeit als Regionalredaktor empfindet er als vielfältig und auch anspruchsvoll. «Die Glaubwürdigkeit setzt man in der regionalen Berichterstattung rascher aufs Spiel also anderswo.» Bei Recherchen vor der Haustüre der Zuhörenden und bei Interviews mit immer wiederkehrenden Gesprächspartnern aus Politik, Wirtschaft und Kultur werde einem genau auf die Finger geschaut. Diese Art von Druck sieht Capaul als Chance: «Seriosität ist oberstes Gebot.»

Eine neue Herausforderung nach zehn Jahren Was reizt den langjährigen Redaktor, nun beim Regionaljournal Aargau Solothurn die Leitung zu übernehmen? «Nach zehn Jahren war eine neue Herausforderung angesagt», sagt Andreas Capaul. Zurück in den Printjournalismus war für ihn keine Alternative. Auch ein anderer Job bei Schweizer Radio DRS, der ihn interessiert hätte, war nicht in Sicht. «Deshalb war diese Stellenausschreibung zu diesem Zeitpunkt für mich ein Glücksfall.» Denn Andreas Capaul liebt das Radio und das Regionale.

Die erste grosse Hürde im neuen Leitungsjob dürfte es sein, so rasch als möglich mehrere Stellen neu zu besetzen. Einige der langjährigen Regi-Mitarbeitenden haben innerhalb von SR DRS neue Aufgaben übernommen (siehe Link 1/06). «Ab Mai wird es personell knapp auf unserer Redaktion», ist sich Capaul bewusst. Als «Überbrückungshilfen» haben sich Inlandredaktor Remy Bütler und «Espresso»-Redaktorin Christine Ruf temporär zur Verfügung gestellt – beides erfahrene ehemalige RegiKräfte. Erstes Ziel des neuen Leiters ist es, das hohe Niveau des Regionaljournals auch angesichts dieser Umstände zu halten, gleichzeitig aber die Basis für eine erfolgreiche Weiterentwicklung zu legen. Ursula Siegenthaler

Ein Bündner im Aargau Andreas Capaul ist Bürger von Lumbrein (GR), hat aber stets im Aargau gewohnt und gearbeitet. Aufgewachsen ist er in Hägglingen und Baden. Nach der Ausbildung zum Primarlehrer am damaligen Lehrerseminar Wettingen unterrichtete er an diversen Schulen und auf verschiedenen Stufen, zuletzt in Niederrohrdorf als Realschullehrer und Rektor. In der Freizeit spielt der Sport (aktiv und passiv: Fussball und Rad) eine Rolle im Leben von Andreas Capaul. Die letzten Jahre leitete er das Sportteam beim Regi. Musikalisch lässt er sich gern von Opern, Chormusik, aber auch von alter Rockmusik wie Led Zeppelin, von Jazz oder Volksmusik wie der Appenzeller Streichmusik inspirieren. Er gärtnert und reist gerne; zu seinen Lieblingsländern zählen die Schweiz, Italien und Indien. Andreas Capaul ist verheiratet. Seine Frau ist Chefredaktorin eines Krankenkassenmagazins. Tochter Anna besucht die Kantonsschule Wettingen. Und Sohn Iwan studiert in Freiburg Medien- und Kommunikationswissenschaft, Wirtschaft sowie Psychologie und arbeitet in einem kleinen Pensum als Sportjournalist ebenfalls beim Regionaljournal Aargau Solothurn. sie

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Ausgabe 4/2006


Karikatur: Igor Kravarik

Seminar für Gremienmitglieder

Audiovisueller Service public für die Regionen Mitglieder der Programmkommission und des Vorstands diskutierten Ende März mögliche Auswirkungen des eben verabschiedeten Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG). Service public – was ist das schon wieder? Nein, es wurde in diesem Weiterbildungsseminar kein Versuch gemacht, den Service public für unsere Region neu zu erfinden! Warum das Parlament auf eine abschliessende Definition des Begriffs verzichtete und keine detaillierten Leistungsaufträge formulierte, war den Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmern bei der Beobachtung der parlamentarischen Beratungen längst klar geworden. Bei der Analyse des Leistungsauftrags an die SRG SSR idée suisse interessierte, wie über Art. 93 der Bundesverfassung, das geltende RTVG und die Verordnung dazu der konkrete Auftrag in der Konzession entstanden ist. Die Vielfalt an Leistungen, welche die SRG SSR auf Grund der Konzession zu erbringen hat, beeindruckte einmal mehr. Längst geht es nicht nur um

Programme in allen Landesteilen und deren Inhalte, sondern auch um die Programmherstellung, um die Verbreitung, um technische Standards, um Zusammenarbeitsmodelle, um Integrationsauflagen, um Kulturförderung, um die Berücksichtigung der Auslandschweizer, um die Präsenz der Schweiz im Ausland.

Pole-Position für Tele M1 im Aargau 28 Millionen Franken Gebührengelder werden für das kommerzielle Regionalfernsehen in der Schweiz nach dem Willen der Mehrheit des Parlaments künftig zur Ausschüttung gelangen. Ein Teil davon wird für spezielle Leistungen in unserer Region zur Verfügung stehen. In der Pole-Position für eine Konzession mit Gebühren steht dabei im Kanton Aargau Tele M1. Ausgabe 4/2006

Wer Gebühren erhält, schuldet der Öffentlichkeit eine Gegenleistung in Form eines publizistischen Mehrwerts. Die qualitativen Ansprüche an die Regionalinformation müssen sich mit den Ansprüchen an ein journalistisches und publizistisches Qualitätsmedium decken, wurde in der Diskussion festgehalten. Zum Kerngeschäft gehören – wie bei der SRG SSR, aber mit Fokus auf das regionale Geschehen – die Politik, die Wirtschaft, die Kultur und der Regionalsport. Sollte Tele M1 im Kanton Aargau das Rennen machen, würden vermehrt Hintergrundberichte und Reportagen erwartet. Reduziert werden sollten die Auslandmeldungen sowie 3B-Themen der Gattung «Blech, Brand und Blut». Wichtig wäre auch eine vermehrte Aktualisierung. Für die Unabhängigkeit der Redaktion und für die Vielfalt der Meinungen und Ansichten müsste ein Redaktionsstatut garantieren.

Offene Ausgangslage in Solothurn Bei der Aufteilung der Sendegebiete haben die Verleger bereits ihre Ansprüche angemeldet. Auch in unserer Region dürfte die Gebietsaufteilung noch zu reden geben. Insbesondere für den Kanton Solothurn ist die Ausgangslage offen, ein lokales Fernsehen konnte sich in der Vergangenheit bekanntlich nicht etablieren.Wie schwierig auch in unserem Sendegebiet die Kriterien für die Gebietsabgrenzungen sein werden, zeigte sich in der Diskussion unter den Seminarteilnehmenden, deren Lebensräume sich nicht unbedingt mit den Kantonsgrenzen decken. Es ist für die Solothurnerinnen und die Aargauer aber wichtig und in unserer föderalistischen Demokratie zwingend, dass die kantonale Politik im Regionalfernsehen dargestellt wird. Kathrin Matter

Öffentliches Podium am 28. Juni Die Diskussion über das Gebührensplitting und den regionalen Service public wird am 28. Juni 2006 in einem öffentlichen Podiumsgespräch mit prominenten Teilnehmern in Aarau fortgeführt (vgl. Agenda auf Seite 16).

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AGENDA People

Gebühren für den regionalen Service public

Neue Präsidentin?

Podiumsdiskussion

Lotty Fehlmann Stark wird als Präsidentin der SRG idée suisse Aargau Solothurn an der kommenden Generalversammlung zur Wahl vorgeschlagen.

Lotty Fehlmann Stark.

Die 42-jährige Lotty Fehlmann Stark aus Aarau wird den Mitgliedern der SRG idée suisse Aargau Solothurn an der nächsten Generalversammlung am Samstag, 10. Juni 2006, in Turgi als neue Präsidentin vorgeschlagen. Lotty Fehlmann Stark gehört seit 2004 dem Vorstand der SRG Aargau Solothurn an: «Als politisch interessierter Mensch sind mir medienpolitische Fragen wichtig, denn die Medien spielen eine zunehmend wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft. Damit übernehmen sie eine hohe Verantwortung, der sie mit entsprechender Qualität gerecht werden müssen.»

Bild: zVg.

Apropos Politik, einigen der Link-Leserinnen und -Lesern dürfte Lotty Fehlmann Stark auch als Mitglied des Einwohnerrats Aarau und als Mitglied der SP-Geschäftsleitung des Kantons Aargau bekannt sein. Im Herbst 2003 kandidierte sie für den Nationalrat. Ihr berufliches Know-how bringt die Juristin in verschiedenen Ämtern als Vorsitzende der Schlichtungsstelle für Gleichstellungsfragen des Kantons Aargau, als stellvertretende Präsidentin des Arbeitsgerichts Aarau und als Präsidentin der Schlichtungskommission für Personalfragen des Kantons Aargau ein.

Teilnehmende: • Roger Blum, Direktor des Instituts für Kommunikations- und Medienwissen schaften der Universität Bern (ikmb) • Florenz Schaffner, Leiter Elektronische Medien bei den AZ Medien • Doris Stump, Nationalrätin und Verwaltungsratsmitglied der SRG idée suisse Deutschschweiz • Josef Trappel, Medienwissenschaftler am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ) • Bundesamt für Kommunikation (BAKOM), Biel

Lotty Fehlmann Stark ist verheiratet und Mutter von vier Kindern. Mit ihrer Familie lebt sie in Aarau. In ihrer Freizeit spielt sie Klavier, singt in einem Chor oder es zieht sie in die Natur (wandern,Velo fahren, Skitouren). Ursula Siegenthaler

IMPRESSUM

20% Rabatt auf spezielle Angebote des Radiokiosks sowie das gesamte Angebot des SF Shops für alle Mitglieder einer Mitgliedgesellschaft der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ!

GV in Turgi

Bestellungen Radiokiosk: Radiokiosk, Postfach, 8401 Winterthur Tel: 0848 840 800, Fax: 052 204 07 86 http://www.radiokiosk.ch

Die Generalversammlung der SRG idée suisse Aargau Solothurn findet am Samstag, 10. Juni 2006, 9.30 Uhr (Türöffnung ab 9.00 Uhr), im Bauernhaus an der Limmat in Turgi AG statt.

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am Mittwoch, 28. Juni 2006, 19.30 Uhr, im Naturama Aargau, Aarau

Bestellungen SF Shop: SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Postfach, 8052 Zürich, Tel: 01 305 67 03 E-Mail: Ruth.Halter@sfdrs.ch www.sfdrs-shop.ch

Ausgabe 4/2006

Ausgabe 4/2006, erscheint neun Mal jährlich Herausgeberschaft: Publikumsrat der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ – die institutionalisierte Publikumsvertretung von Schweizer Radio DRS und des Schweizer Fernsehens – und Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ Redaktion (Seiten 1–13): Kurt Nüssli (kn), Andrea Haase (ah), Christoph Vogel (cv), SRG idée suisse DEUTSCHSCHWEIZ, Geschäftsstelle, Postfach, 8052 Zürich, Tel.: 044 305 67 02, Fax: 044 305 67 10, E-Mail: christoph.vogel@sf.tv, Internet: www.srgdeutschschweiz.ch Redaktion SRG idée suisse AARGAU SOLOTHURN (Seiten 14–16): Ursula Siegenthaler (sie), E-Mail: sie@prfuersie.ch Gestaltung und Produktion: Medianovis AG, Kilchberg/ZH Druckvorstufe: Küenzi & Partner mediacheck, Adliswil Druck: rdv Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck Auflage: 18 528 Expl. (WEMF-beglaubigt) Nachdruck: mit Quellenangabe, Belegexemplar erbeten

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