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Nr. 2

Juni 2017

Para contact spv.ch


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Mit Leichtigkeit überzeugen Wer sich für einen Rollstuhl entscheidet, möchte sicher sein, dass seine persönlichen Anforderungen und Vorlieben berücksichtig werden. Neben den 17 attraktiven Farben, warten zahlreiche Antriebsradeinstellungen auf Ihre besonderen Ansprüche. Alle Kombinationsmöglichkeiten des Avantgarde und die Einsatzmöglichkeiten der jeweiligen Modelle zeigt Ihnen gerne Ihr Rehatechniker. Wünschen Sie Unterlagen oder die Adresse Ihres nächsten Fachhändlers? Kontaktieren Sie uns unter 041 455 61 71.

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Im­pres­sum Her­aus­ge­be­rin Schwei­zer Pa­ra­ple­gi­ker-Ver­ei­ni­gung Kan­tons­stras­se 40, CH-6207 Nott­wil Tel. 041 939 54 00, Fax 041 939 54 09 E-Mail spv@spv.ch Post­konto 60-12400-3 Chefredaktor: Dr. iur. Tho­mas Tro­ger Redaktion: Ruedi Spitzli, Urs Styger, Felix Schärer, Erwin Zemp, Evelyn Schmid, Gabi Bucher Lay­out und An­zei­gen­ver­wal­tung: Tina Achermann Fo­tos: SPV, SPS, fotolia.com, Hans-Jörg Arnold, Rehab Basel, Fabienne Bühler, ParaHelp, Peter Scherrer, Andreas Gautschi, Sepp Jakober, Martin Rhyner, Markus Binda, Urs Sigg, Esther Zürcher, Marcus Hartmann, WCF/Céline Stucki Druck: Brun­ner Medien AG, CH-6011 Kriens, www.bag.ch Re­dak­ti­ons­schluss näch­ste Aus­ga­be: 26. Mai 2017 Auflage: 8600 Ex­em­pla­re deutsch 4450 Ex­em­pla­re fran­zö­sisch 35. Jahr­gang, er­scheint je­den drit­ten Mo­nat

In­halts­ver­zeich­nis Editorial Vorbilder bewegen 5

Aus der Vereinigung Interview mit Hans-Jörg Arnold Zentralfest in Founex

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Rechts­be­ra­tung Unfallversicherung: Änderungen ab 1.1.2017

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Me­di­zin und Wis­sen­schaft Präsident Christian Betl Direktor Dr. iur. Tho­mas Tro­ger Telefon 041 939 54 00 Roll­stuhl­sport Schweiz Ruedi Spitzli, Bereichsleiter Telefon 041 939 54 11 Kul­tur und Frei­zeit Urs Styger, Bereichsleiter Telefon 041 939 54 15 In­sti­tut für Rechts­be­ra­tung Dr. iur. Michael Weissberg, Bereichsleiter Telefon 032 322 12 33 Zen­trum für Hin­der­nis­frei­es Bau­en Felix Schärer, Bereichsleiter Telefon 062 737 40 00 Lebensberatung Er­win Zemp, Bereichsleiter Telefon 041 939 54 04

Querschnittlähmung und Bluthochdruck

Lebensberatung Impulse geben für berufliche und alltägliche Fragen

Ein Ab­druck von un­ver­langt ein­ge­sen­de­ten Ma­nu­skrip­ten und Bü­chern ist nicht ge­währ­lei­stet. Für die mit Na­men oder Si­gna­tur des Ver­fas­sers ge­kenn­zeich­ne­ten Bei­trä­ge über­nimmt die ­Re­dak­ti­on le­dig­lich die pres­se­recht­li­che Ver­ant­wor­tung. ­Die in der Zeit­schrift ver­öf­fent­lich­ten Bei­trä­ge sind ur­he­ber­recht­lich ge­schützt. Nach­druck nur mit Ge­neh­mi­gung der ­Re­dak­ti­on. Na­ment­lich ge­­­­kenn­zeich­-­ ne­te Fremd­bei­trä­ge ge­ben nicht in je­dem Fall die Mei­nung der Re­dak­ti­on wie­der.

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Kul­tur und Frei­zeit Scherrers en route

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Erster Handbike-Tag: Rigi – Königin der Berge

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Roll­stuhl­sport Von Strasse, Bahn und Sporthalle 34 Junioren-WM: Medaillenträume

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Hin­der­nis­frei­es Bau­en Hindernisfreie Küchen – Kochen für alle

In dieser Publikation wird zur Vereinfachung die männliche Form stellvertretend für die weibliche und männliche Formulierung verwendet.

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Hin­wei­se und In­for­ma­tio­nen Wussten Sie schon …

Roger Getzmann mit Licia Mussinelli, der ersten Nachwuchsathletin der Sport Akademie.

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Editorial

Vorbilder bewegen

Vom 3. bis 6. August organisiert Rollstuhlsport Schweiz in Nottwil im Auftrage des International Paralympic Committee die 1. World Para Athletics Junior Championships in dieser Form. An diesen Junioren-Leichtathletik-WM werden sich 350 junge Athletinnen und Athleten im Wettkampf messen. Und sie eifern ihren sportlichen Vorbildern nach wie einer Manuela Schär oder einem Marcel Hug, die heute bei der Elite absolute Weltspitze sind. Ein solches sportliches Vorbild war mit dem Sieg im Riesenslalom an den Paralympics von Salt Lake City seinerzeit auch unser Interviewpartner Hans-Jörg Arnold.

Was er seit seinem Unfall 1990 alles in seinem Leben geleistet hat und seine natürliche, unkomplizierte und direkte Art machen ihn darüber hinaus auch zu einem Vorbild für alle Menschen. Er ist langjähriger Ressortchef Kultur und Freizeit im RC Oberwallis und die von ihm organisierten Feste sind legendär. Er ist Ehemann, Vater zweier Töchter, Familienmensch, betreibt mit zwei Kollegen ein Architekturbüro mit über einem Dutzend Mitarbeitenden in Zermatt und leistet seinen Beitrag für die Gesellschaft auch noch als Vizepräsident der Gemeinde Stalden und präsidiert zu guter Letzt den Panathlon Club Oberwallis. Und er ist dabei sich selbst geblieben. Er dient uns allen als Vorbild. Chapeau! Den Bereich Innovation und Entwicklung gibt es in vielen Unternehmen. Im Auftrage der Schweizer ParaplegikerStiftung haben wir nun eine solche Koordinationsstelle unter der Leitung von Bert Marti aufgebaut. Sie ist die zentrale Anlaufstelle in Nottwil für alle Personen, die innovative Ideen und Lösungsansätze für Alltagsprobleme für Querschnittgelähmte haben. Wenn sich aus solchen Ideen Projekte entwickeln, koordiniert diese Anlaufstelle den weiteren Ablauf, die Zusammenarbeit mit internen Partnern in Nottwil oder mit externen Firmen, Hochschulen, Forschern oder Kooperationspartnern und ist zuständig für die Unterstützungsanträge an die SPS. In diesen Fachbereich haben wir auch den Angewandten Wissenstransfer integriert. Neue Erkenntnisse aus Medizin und Forschung sollen in allgemein verständlicher Weise vermittelt und in Zusammenarbeit mit der Universität Luzern mit dem Seminar «Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik» kleinere Forschungsvorhaben lanciert werden. So entstand die 30-seitige und reichhaltig bebilderte Broschüre «Transfer von Personen im Rollstuhl». Die SPV hat in Kooperation mit der deutschen Manfred Sauer Stiftung das Projekt «Querschnittlähmung einfach erklärt» lanciert. Es ist ein Grundlagenwerk zu medizinischen und pflegerischen Fragen für Frischverletzte, Angehörige und Interessierte im gesamten deutschsprachigen 5 · Paracontact 2/2017

Raum. Das gut illustrierte Buch im Umfang von rund 200 Seiten basiert auf dem von Dr. Hans Georg Koch entwickelten medizinischen Teil im Rahmen unserer Sportfunktionärsausbildung. Darin wird auch der pflegerische Teil abgebildet sein. Das Werk soll in Buchform und elektronisch auf dem Web zur Verfügung stehen. Es soll am Kongress der Deutschsprachigen Medizinischen Gesellschaft für Paraplegie im Mai 2018 der Öffentlichkeit präsentiert werden. Es ist ein Erstlingswerk dieser Art im deutschsprachigen Raum und wird gemeinsam herausgegeben von der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung und der Manfred Sauer Stiftung. Paramama.ch ist unser nächstes Projekt – eine Plattform, auf der sich Rollstuhlfahrerinnen mit Kinderwunsch und Mamas im Rollstuhl ab Sommer informieren und austauschen können. Informationen findet man heute überall verstreut. Eine Plattform mit umfassenden Informationen für Schwangere und Mütter im Rollstuhl gibt es in dieser Art aber noch nicht. Diese Lücke wollen wir mit www.paramama.ch und einem interaktiven Forum schliessen. Die SPV wurde von der Schweizer Botschaft in Peking angefragt im Rahmen der vom Bundespräsident SchneiderAmmann und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping lancierten schweizerisch-chinesischen Zusammenarbeit für die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 in Peking beratende Unterstützung bezüglich Sportorganisation und Sportinfrastruktur zu leisten. Wir freuen uns, dass unsere Kompetenz auch hier gefragt ist. Sie sehen, liebe Leserin, lieber Leser, die Breite und Fülle der Aktivitäten, und es gäbe noch so vieles zu erwähnen und zu erzählen. Mehr finden Sie in unseren News auf spv.ch. Herzlichst

Dr. Thomas Troger, Direktor


Aus der Vereinigung

Hans-Jörg Arnolds Credo «Geit nit gits nit»

Name Hans-Jörg Arnold Geburtsdatum 31. März 1968 Behinderung Paraplegie seit 1990 Familie  verheiratet mit Marina seit 1995, zwei Kinder, Zoé (12) und Céline (17) Beruf  Dipl. Architekt ETH /SIA Hobbys  Skifahren, Velofahren, Reisen, Tanzen

Als wir uns telefonisch über einen möglichen Termin für das Interview unterhalten, macht mir Hans-Jörg Arnold den Eindruck eines sehr zuverlässigen, orga­ ni­sierten und trotzdem lockeren und unaufgeregten Mannes. Dies bestätigt sich am Tag des Interviews.

tauschen. Das ist aber das A und O in der Rehabilitation. Es braucht keinen Psychiater, es braucht Menschen, die selbst betroffen sind. Gegenseitig hilft man sich am besten! Darum entschieden wir dann, dass ich zur weiteren Rehabilitation nach Nottwil verlegt werde.

Zuverlässig: Beinahe überpünktlich, obwohl aus dem Wallis angereist, rollt er eine Minute vor dem vereinbarten Ter­min ins SPZ. Organisiert: Er profitiert von unserem Interview, um sein Bike in Nottwil «tunen» zu lassen, wie er es nennt. Locker und unaufgeregt: Wenn Hans-Jörg aus seinem Leben erzählt, scheint es für ihn kaum Barrieren oder Probleme zu geben.

Dein Studium konntest du ja wohl nach der Reha nicht mehr weiterführen? Nein, das war nicht möglich. Für den Abschluss als Forstingenieur brauchte man ein Wählbarkeitszeugnis und dafür musste man ein einjähriges Praktikum absolvieren. Das ging natürlich nicht. So habe ich ein neues Studium ange­ fangen. Ich schwankte aber eigentlich schon nach der Matura zwischen Forstingenieur und Architekt und entschied mich damals für die Natur. Nach meinem Austritt von Nottwil habe ich ein Praktikum bei einem Architekten gemacht und wusste sofort, dass dies mein nächstes Studium sein würde. So bin ich auf Umwegen Architekt geworden. Mit zwei Kollegen habe ich nach Abschluss des Studiums zu arbeiten begonnen, anfänglich waren wir noch etwas unsicher, ob das klappen würde. Wir gründeten das Architek­ turbüro arnold, perren, zurniwen – architektur & design, Zermatt (www.ad-zermatt.ch). Das ist nun schon 20 Jahre her und in unserem Büro in Zermatt arbeiten heute zwischen 12 und 16 Personen.

Um dich zu situieren: Wie bist du aufgewachsen? Ich bin mit meinen Eltern und meinem Bruder in Täsch auf­ gewachsen. Die obligatorischen Schuljahre habe ich in Täsch und Zermatt absolviert, dann das Kollegium in Brig besucht. Nach der Matura studierte ich in Zürich an der ETH Forst­ ingenieur. Mich interessierte die Vielfältigkeit dieses Berufes, da brauchte es Kenntnisse in Biologie, Chemie, Gene­ tik, Mathe. In der Freizeit stand ich sehr viel auf den Skiern, alpin und nordisch, machte Bergtouren und Berg­läufe. Im Militär war ich bei den Velofahrern. Sport war mir sehr wich­tig. Ich kam jedes Wochenende von Zürich nach Hause, um ins Gebirge zu gehen. Wann und wie kamst du in den Rollstuhl? Ich war 22 Jahre alt, als ich mit Kollegen von einem Fussballmatch nach Hause fuhr. Ich sass auf dem Rücksitz und wir hatten einen Unfall. Ich blieb anfänglich in Sion zur Re­ habilitation. Damals gab es die SUVA Klinik noch nicht, nur ein Rehabilitationszentrum kombiniert mit einem Altersheim. Die meisten Patienten waren da wegen Rückenproblemen wie z. B. Bandscheibenvorfall. Es hatte praktisch keine Jungen und vor allem keine «Gleichgesinnten», d. h. keine Querschnittgelähmten. Ich konnte mich nicht aus6 · Paracontact 2/2017

Sind eure Projekte mehrheitlich in Zermatt angesiedelt? 80–90 % unserer Bauten und Projekte sind in Zermatt. Frü­ her gabs viele Neubauten, heute sind es eher Sanierungen. Es gibt viele sanierungsbedürftige Bauten aus den 60erund 70er-Jahren und mit den neuen Vorschriften betreffend Energie und Leitungstechnik gibts viel zu tun. Zudem arbeiten wir sehr gerne im Hochgebirge, wie für Bauten für die Zermatt Bergbahnen, und haben uns spezialisiert auf SAC-Hütten! So durften wir zusammen mit der ETH Zürich die Monte-Rosa-Hütte und 2015 für die Burgergemeinde Zermatt die Hörnlihütte planen! Baustellenbesuche im Ge­


Aus der Vereinigung birge sind für mich eher schwierig. Ich liess es mir aber nicht entgehen, diese aussergewöhnlichen Bauten zu begutachten und war mehrmals mit dem Helikopter oben. Gibt es für dich Probleme als Rollstuhlfahrer im Berufsalltag? Probleme? Für mich bzw. für uns gibt es keine Probleme, es gibt nur Lösungen. Ganz nach meiner Einstellung «Geit nit gits nit» (geht nicht gibt es nicht), versuche ich stets positiv lösungsorientiert zu arbeiten. Es kann passieren, dass mal ein neuer Vertreter vorbeikommt, der scheint dann im ersten Moment etwas überrascht, wenn er mich sieht. Allgemein braucht ein Rollstuhlfahrer anfänglich vielleicht etwas mehr Überzeugungsarbeit. Der Skisport hat in deinem Leben auch eine sehr grosse Rolle gespielt. Ich bin von klein auf Ski gefahren und habe in der JO eini­ge Rennen absolviert, zudem war ich als Student ab und zu als Hilfsskilehrer tätig. Nach der Reha war für mich klar: Ich muss wieder auf die Piste. Der Monoskibob ist einfach ein anderes Gerät, die Bewegungsabläufe des Oberkörpers sind sehr ähnlich wie bei stehenden Skifahren.1994 bin ich direkt in die Schweizer Mannschaft (Swiss Paraylmpic Nationalteam) aufgenommen worden und war bis 2006 aktiv dabei.

Und dies ziemlich erfolgreich! Ich war an den Paralympics in Lillehammer, Nagano, Salt Lake City und Turin. Wobei ich in Lillehammer einen kurzen Einsatz hatte. Ich hab mir bei der Abfahrt nochmal den Rücken gebrochen. Bin ein bisschen schnell und weit gesprungen in einem kupierten Gelände und beim Aufprall im flachen Gelände ist ein Wirbelkörper gebrochen. Da gings halt wieder zurück nach Nottwil. Aber ich musste nicht operiert werden und nach zirka sechs Wochen war ich wie­ der draussen. 7 · Paracontact 2/2017

Und wieder auf der Piste? Ja, ich habe weiter trainiert für die Paralympics. In Salt Lake City habe ich Gold gewonnen im Riesenslalom und Silber im Slalom, in Nagano Bronze im Slalom. So habe ich grad einen ganzen Medaillen-Satz. Nagano hat mir sehr gut gefallen und die Leute dort sind sehr herzlich, aber vor allem pflichtbewusst. Wenn einer eine Aufgabe hatte, machte er sie die ganzen 14 Tage. Da gabs z. B. einen Posten, der uns zeigte, wie wir zur Rennpiste kommen. Nach dem ersten Tag wussten wir ja dann wie, aber der hat das die ganzen 14 Tage durchgezogen. So bist du dank dem Sport ziemlich herumgekommen in der Welt. Ja, das war toll. Ich bin zwar nicht alle Rennen gefahren wegen meines Studiums, aber wenns irgendwo einen Gross­ anlass gab, schaute ich, dass ich mich klassifizieren konnte, und das hat immer geklappt. Es war schon speziell mit all diesen Reisen. Wobei ich ja früher schon gereist bin. Auf unserer Hochzeitsreise haben wir in San Francisco ein Auto gemietet und ein Zelt gekauft und sind quer durch Amerika nach New York gefahren. Warst du schon im Rollstuhl? Hat alles geklappt? Ja, ich war bereits im Rollstuhl, und nein, wir hatten kei­ ­ne Probleme, welche mit dem Rollstuhl zu tun hatten. In Amerika ist praktisch alles rollstuhlgerecht, auch Camping­ plätze. Aber machen wir zuerst mit dem Skifahren fertig (Hans-Jörg ist und bleibt organisiert …). Was mir vor allem gefallen hat dabei, ist, dass ich wieder an Orte kam, wo ich sonst im Rollstuhl nicht mehr hingekommen wäre. Und ob stehend oder im Bob, beim Skifahren ist man gleich­ berech­tigt. Ich wollte eigentlich gar nicht unbedingt Rennen fah­ren, ich hatte einfach Spass an der Bewegung und ich bin da reingerutscht. Es war eine schöne Zeit, wir waren eine gute Mannschaft und ein tolles Team. Neben den Paralympics konnte ich auch an einigen Weltmeisterschaften teilnehmen. 2004 wurde ich Weltmeister im Super-G und gewann weitere sechs Bronzemedaillen an Welt­meisterschaften. Mein Motto war: «Wer bremst, verliert.» Nachdem ich den aktiven Skirennsport beendet hatte, bin ich noch ein- bis zweimal an Schweizer Meisterschaften gefahren, wenn ich etwas Heim­ ­weh hatte, jetzt fahre ich nur noch mit der Familie oder mit Kollegen Ski. Das Kapitel Skisport ist also abgeschlossen? An den Skilehrer-Schweizer-Meisterschaften stellt die SPV meistens ein Team zum Demofahren. Wenn ich Zeit habe,


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Aus der Vereinigung fahre ich mit. Wir fahren eine Figur und zeigen, wie man trotz verschiedenen Behinderungen Ski fahren kann. Dieses Jahr machte ich in Nendaz wieder mit (er macht eine Handbewegung). Was meinst du damit? Wir machten Slalom, ein bisschen wie unser Gespräch jetzt. Er lacht.

Nun bist du auch Kultur- und Freizeit-Verantwortlicher im Rollstuhlclub Oberwallis. Gleich nach meinem Austritt aus der Klinik Nottwil bin ich dem Rollstuhlclub beigetreten, habe aber wegen dem Studium und dem Sport wenig aktiv mitgemacht. Nachdem ich nicht mehr rennmässig Ski gefahren bin, habe ich die Leitung des Ressorts Kultur und Freizeit übernommen und mache das jetzt wohl so an die zehn Jahre. Ich habe ein gutes Team hinter mir, delegiere auch ab und zu, so bleibt der Aufwand im Rahmen. Vor allem die Feste sind jeweils sehr gefragt, da hat es «flott» Besucher, sicher so zwischen 40 und 50. Die Highlights sind das Sommerfest mit Grillplausch, Musik und Tanz und die Weihnachtsfeier. Du bist auch Vizepräsident der Gemeinde Stalden? Seit 2009 sitze ich im Gemeinderat und mache jetzt die zweite Periode als Vizepräsident. Die Arbeit bei der Gemeinde belastet schon ein bisschen, vor allem zeitlich. Da opfert man den grossen Teil seiner Freizeit. Trotzdem habe ich nochmal für eine weitere Periode zugesagt. Ich finde, jeder sollte einmal einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Zudem sammelt man sehr wertvolle Erfahrungen. Unser Gemeinderat politisiert nicht, wir arbeiten sachlich und sind ein sehr gutes Team. Wenn man unsachlich politisieren würde, hätte ich schon lange aufgehört. Klar braucht man ab und zu einen breiten Rücken. Ich lasse mich aber nicht so schnell aus der Ruhe bringen. 9 · Paracontact 2/2017

Und dann bist du auch noch Präsident des Panathlon Clubs. Wie bringst du das alles unter einen Hut? Hans-Jörg studiert eine Weile, er scheint es selber nicht wirklich zu wissen. Als ich angefragt wurde, diesem Club beizutreten, habe ich mit Freuden zugesagt. Panathlon ist ein Netzwerk für den Sport und Panathlon International ist Partner des Olympischen Committees. Panathlon Clubs gibts weltweit (Europa, Südamerika, Mexiko, Afrika). Im Oberwallis hat der Club momentan 54 Mitglieder, die alle irgendetwas mit Sport zu tun haben oder hatten: Sportjournalisten, Schützen, Bergsteiger, Velofahrer, Leichtathleten, Skifahrer usw. Eines der jüngsten Mitglieder ist Fränzi Aufdenblatten, das älteste Mitglied ist über 80 Jahre alt. Anlässlich der monatlichen Meetings werden jeweils sehr spannende Referate angeboten, Gesellschaft gepflegt und einiges über Sport ausgetauscht. Diesen Herbst wird übrigens die Präsidentenkonferenz des Panathlon Schweiz in Nottwil stattfinden zum Thema «Wie kann das Verhältnis zwischen Nichtbehinderten und Behinderten verbessert werden. Welchen Beitrag leistet der Panathlon Club?». Wo bleibt da die Freizeit, Familie? Durch die Woche ist es schon oft so, dass ich um 7.00 Uhr weggehe und erst um 22.00 Uhr wieder nach Hause komme. Aber einige Veranstaltungen mit der Gemeinde, dem Panathlon Club und die Anlässe mit dem Rollstuhlclub sind für mich Freizeit, auch wenn es noch etwas zu tun gibt. Die Wochenenden versuche ich mit der Familie zu verbringen. Ich hatte das Glück, vor 26 Jahren meine Frau Marina kennen und lieben zu lernen. Gemeinsam konnten wir eine Familie gründen. Der Rollstuhl war nie ein Hindernis in unserer Beziehung. Im Gegenteil, für unsere Kinder war er Spielgerät, Kinderwagenersatz und es wurde sogar gestritten, wer auf den Knien von Papa sitzend mitfahren darf. Mir war es wichtig, dass die Kinder Sportarten erlernen, welche ich auch ausüben kann. So sind wir oft zusammen unterwegs, auf den Skipisten oder mit den Velos. Mindestens einmal pro Jahr fahren wir alle zusammen in die Ferien. Meine Familie ist mir enorm wichtig. Es ist schön, eine tolle Partnerin und eine gut funktionierende Familie zu haben. Hans-Jörg Arnold, zuverlässig, organisiert und locker – er geht jetzt sein «getuntes» Bike abholen, damit er auch den Sommer über in Bewegung bleiben kann. Wir wünschen ihm weiterhin so viel Energie und danken ihm für dieses Gespräch. Gabi Bucher


Aus der Vereinigung

Gesund, glücklich

und vorbereitet ins Leben im Alter Jeder wünscht es sich für den Ruhestand: Glück, Gesundheit und finanzielle Sicherheit. Garantie dafür gibt es leider keine. Es gilt, schon früh mit den Vorbe­ reitungen auf die Pensionierung zu beginnen und den Pensioniertenalltag zu planen. Mit den «Generation Roldies»-Veranstaltungen «Treff vor Ort» und «Forum» unterstützen die ParaHelp und die SPV gemeinsam die­se Vorbereitungen.

men herausgepickt. Nach einem kurzen fachlichen Input können die Teilnehmenden sich informell dazu austauschen und diskutieren.

Im 21. Jahrhundert hat das Leben im Alter einen neuen Stel­ lenwert. Menschen leben länger, sind gesünder und haben folglich auch höhere Ansprüche an den Ruhestand. Dies zeigt auch die Generali-Altersstudie 2017: So sei eine grosse Mehrheit der 65- bis 85-jährigen Deutschen zufrieden mit dem eigenen Leben. Was aber vor allem dann zutreffe, wenn auch die Bilanz der gesundheitlichen und materiellen Situation positiv ausfalle.

n Erfolgreiches Forum

Ein erstes Treffen hat im Mai 2017 im Gustav Benz Haus in Basel stattgefunden. Nach Urs Stygers Beitrag zum Thema Reisen im Rollstuhl haben die Teilnehmenden eigene Erfah­ rungen und Tipps ausgetauscht.

Die 21 Rollstuhlfahrer, welche am 22. April 2017 das Forum besuchten, haben sich Inputs zu den unterschiedlichen Ver­ änderungen im Alter geholt. Auch hier wurde die Wohnsituation und das Zusammenleben im Alter intensiv disku­ tiert. Interessant war, dass jüngere Senioren die bauliche Wohnqualität in den Vordergrund stellen, ältere Senioren hingegen das Angebot an Pflege und Unterstützung prio­ risieren. Fachpersonen und Betroffene waren sich einig, dass eine frühzeitig Planung die optimale Lösung begünstige. Dabei sei vor allem eine offene Kommunikation ausschlaggebend. Ruedi Hartmann (74) und Ralph Pfister (61) berichteten eindrücklich darüber, wie sie zu ihrer heutigen Wohnsituation gekommen sind. Regula Kraft von der Koordinationsstelle Alter und Wohnen sowie Organisatorin des Forums berät Senioren tagtäglich zum Thema Wohnen. Sie wird auf Wunsch der Teilnehmenden auch nächstes Jahr wieder eine spannende Veranstaltung organisieren. Eine detaillierte Zusammenfassung der verschiedenen Referate mit einem Tagesrückblick finden Sie auf www.parahelp.ch.

n Wohnangebote im Alter Rollstuhlfahrer, sagt eine andere Studie, sind hinsichtlich Lebensqualität und -erwartung nicht mehr weit von den Fussgängern entfernt. Auch sie werden älter, erfreuen sich besserer Gesundheit und sehen sich folglich mit den vielen altersbedingten Veränderungen konfrontiert. Eine davon ist die Wohnsituation. Die Koordinationsstelle Alter und Wohnen der ParaHelp engagiert sich stark dafür. Sie verfügt über ein Netzwerk an Partnerorganisationen, die Wohnformen mit spezifischen Dienstleistungen anbieten. Bei einem «Treff vor Ort», bei einem ausgewählten Partner, können sich Interessierte direkt über dessen Angebot informieren.

n Informeller Treff vor Ort Nicht nur die Wohnsituation beschäftigt die Senioren. Sie müssen sich auch mit medizinischen Aspekten, veränderten Finanzen, mit der Gestaltung des Alltags, der abnehmenden Mobilität oder der sich verändernden Partnerschaft und Sexualität auseinandersetzen. Bei den lockeren Treffen vor Ort bei den Partnern wird jeweils eines dieser The10 · Paracontact 2/2017

n Roldies-Treffen vor Ort – 24. August 2017, Tertianum Wismetpark in Weesen: «Gesund sein und bleiben im Alter» mit Dr. Hans Georg Koch, Leiter Angewandter Wissenstransfer, SPV – 21. November 2017, Senevita Westside Bern: «Tagesstruktur und Alltagsgestaltung nach der Pensionierung» mit Cordula Ruf, Leiterin Sozialberatung, Schweizer Paraple­giker-Zentrum Nottwil Weitere Infos und Anmeldung: www.parahelp.ch oder www.spv.ch Anmeldung an die ­Koordinationsstelle Alter und Wohnen, Tel. 041 939 60 60, info@parahelp.ch

Regula Kraft, Urs Styger


RSS: Roger Getzmann Vor etwas mehr als 11 Jahren sassen wir uns bereits gegenüber, Roger Getzmann und ich. Es ging darum, ihn in einem kurzen Bericht als neuen «Leiter Leistungs­ sport» vorzustellen. Die Stimmung war schon damals locker, einziger Unterschied zu heute: Wir sassen bei einem Glas Wein zusammen, aber es war ja auch aus­ serhalb der Arbeitszeit. Es ist viel gelaufen, seit Roger Getzmann im Januar 2006 seine Arbeit bei der SPV aufgenommen hat. Heute sitzt er mir als Leiter der Sport Akademie gegenüber. «Der Name ‹Sport Akademie› mag für Laien etwas irreführend sein», meint Roger. Sie bestehe physisch nicht, diese Akademie, sei keine Schule, «das wäre ja sinnlos mit den v­ ergleichsweise wenigen Athleten mit unterschiedlichen ­Behinderungen, in unterschiedlichen Sportarten und mit unterschiedlichen Lebenssituationen». Die Akademie verstehe sich als Unterstützerin und Förderin der jungen Athle­ten. «Ziel unseres Ver­bandes ist es, dass möglichst viele junge Sportler möglichst lange möglichst erfolgreich bleiben in ihrer Sportart.» Die Abteilung Rollstuhlsport habe lange daran gearbeitet, eine Lösung zur optimalen Förderung der Nachwuchssport­ ler zu finden. Diese seien zwar in der Primarschule und Ober­ stufe meist gut integriert, dann komme aber die Lehre und es habe Beispiele gegeben, wo Athleten mit Potenzial den Sport zu Gunsten ihrer Lehre zurückstecken mussten. «Wir wollen keine Sportler verlie­ren. Sie sollen ihr Schul- oder Ar­­beitspensum best­ möglich mit ihren Trainings vereinbaren.» Mit dem neuen Nachwuchstalent Licia Mussinelli habe das Projekt nun Gestalt angenommen. Bei ihr habe es sich gezeigt, dass die breite Unterstützung und För­­de­rung seitens des Ver­ bandes wirklich einem Bedürfnis entspreche, darum werde das Projekt nun auch von der Schweizer Paraplegiker-Stiftung unterstützt. Als Leiter der Akademie brauchte es jemanden, der gut vernetzt ist und den Rollstuhlsport kennt. Roger fand, es sei nach 10 ½ Jah­ ren an der Zeit, etwas Neues zu wagen, und somit ist er nun also Leiter dieses neuen Angebots seit Sommer 2016.

n Träume verwirklichen Etliches bleibe gleich in seiner neuen Funktion, erzählt er, aber der Arbeitsrhythmus habe sich geändert. Früher seien die Athleten mit ihren Fragen und Problemen zu ihm gekommen, jetzt sei er der aktive Part. «Ich nehme Kontakt auf mit den Sportlern und erkläre ihnen, was wir bieten können. Ich begleite und betreue sie, gehe auch mal mit 11 · Paracontact 2/2017

zum Krafttraining und schaue, ob es etwas zu ändern oder zu verbessern gibt. Ich vermittle auf Wunsch geeignete Fachkräfte wie z. B. Ernährungsberater. Ich kann auch kurzzeitig Trainings übernehmen, wenn mal ein Trainer fehlt.» Er sucht aber auch neue Athleten und macht sie aufmerksam auf das Projekt, und er ist in Kontakt mit Sport­ schulen. «Es heisst nicht, dass alle Sportler nach Nottwil kom­men müssen, und auch nicht unbedingt, dass der Trainingsaufwand erhöht werden sollte.» Das müsse situativ

angeschaut werden. Er empfiehlt allenfalls ergänzende Trainings oder Kraft- und Stabilisierungsprogramme. Zusammen mit den Athleten und deren Eltern sucht er eine optimale Trainingssituation. «Wir wollen nichts vorschreiben, auch nicht unbedingt etwas verändern, wenn die Kon­ ditionen gut sind. Ziel der Akademie ist es, die Athleten bestmöglich zu fördern, Lösungen zu suchen, vor Ort oder hier in Nottwil.» Was er besonders liebt an dieser Funktion: Es geht um Menschen, hier ganz spezifisch um junge Menschen mit Ambitionen und Zielen. «Sie saugen die Infor­ ma­tionen auf, sind motiviert, etwas zu verbessern, kämpfen gegen Widerstände an. Es macht sehr viel Freude, mit Men­schen zu arbeiten, welche Träume haben.» Und wenn die SPV einerseits zuständig ist, Selektionskriterien für Wettkämpfe aufzustellen, ist Roger auf der anderen Seite verantwortlich dafür, dass der Athlet diese Kriterien auch ­erfüllt. Er freut sich sehr auf die kommenden Herausforderungen mit den jungen Sportcracks. Eine von Rogers Eigenheiten hat in all den Jahren nicht geändert: Er liebt Süsses und sorgt dafür, dass es in den Pausen ab und zu was davon hat. Auch in dieser Funktion ist er eher unterstützend als ausführend: Er informiert alle neuen Mitarbeitenden postwendend über unser Znüni­ reglement! Gabi Bucher

Aus der Vereinigung

Was wir alles machen


Aus der Vereinigung

Zentralfest in Founex

Samstag, 16. September 2017 Der «Escalade»-Umzug (jährlich stattfindendes Fest zur Erinnerung an die erfolgreiche Verteidigung der Stadt Genf) ermöglicht es den Einwohnern der Region, sich jedes Jahr an ein Ereignis zu erinnern, welches sie ursprünglich gespalten hat. Die Besucher des Zentralfestes lernen diese Tradition näher kennen. Verschiedene Musikformationen unter der Leitung des bekannten Animateurs Daniel Juillerat begleiten den Anlass im Gemeindesaal von Founex.

Malateliers. Dazu kommt das lokale Engagement in Sachen hindernisfreies Bauen und Gleichberechtigung von Menschen mit einer Behinderung.

n Drei Clubs, die sich ergänzen

n Leben in der Region Genf

Die drei Clubs der westlichen Genferseeregion vereinen zirka 500 Aktiv- und 400 Passivmitglieder. Der älteste unter ihnen, der Rollstuhlclub de la Côte, entstand vor 32 Jahren aus dem Freundeskreis von Daniel Joggi. Wegen der Organisation von Sportanlässen für Menschen mit und ohne Behinderung weckte der Club von Anfang an das Interesse der Bevölkerung, der Wirtschaft und verschiedener lokaler Organisationen. Diese Begeisterung für Sportanlässe brachte Clubmitglieder bald schon ans andere Ende der Welt – an die Paralympics in Seoul 1988. Und sie führte zur Gründung der ersten Rugby-Mannschaft für Rollstuhlfahrer. Auch heute bietet der CFR de la Côte innovative Sportaktivitäten wie Powerchair Hockey.

Unsere drei Clubs vereinen Mitglieder, welche in ganz unterschiedlichen Gegenden wohnen. Die Region verfügt über 40 % Waldanteil. Zudem wird ein Drittel der Fläche landwirtschaftlich genutzt, was viele wunderbare Weine und köstliche Produkte hervorbringt.

Weil sich ein Teil der Mitglieder des CFR Genf sportlich auf Wettkampfebene betätigen wollte, gründete Franz Buchler vor 10 Jahren den CFR Carouge. Der Club organisiert diverse Wettkämpfe (auch auf internationaler Ebene), sportliche Aktivitäten und Trainingseinheiten für seine Mitglieder.

Die Region Genf ist in den letzten zehn Jahren doppelt so schnell gewachsen wie Zürich oder Lyon. 950 000 Einwohner leben, arbeiten und verbringen ihre Freizeit hier. Internationale Organisationen und eine hohe Lebensqualität ziehen Menschen aus der ganzen Welt an und verändern die westliche Genferseeregion laufend. In der pulsierenden Gegend wird die Mobilität für Menschen mit einer Behinderung je länger, je problematischer. Deshalb engagieren sich die Clubs für Fussgänger und Velofahrer bei Behörden, die in erster Linie nur an die Mobilität der Autos denken.

n Hotels Sie finden rollstuhlgängige Hotels in der Region auf der Webseite www.rollihotel.ch.

n Programm Angespornt durch die dynamischen Gründer des CFR de la Côte fanden sich vor 27 Jahren zirka 30 Personen rund um Jacques Dubois zusammen, um den CFR Genève zu gründen. Seit Beginn werden verschiedenste Aktivitäten, Tagesausflüge und Abendveranstaltungen angeboten, bei welchen man sich sportlich und freundschaftlich austauschen kann und neue Dinge erlebt. Um all dies bewältigen zu können, hat der Club ein professionelles Sekretariat aufgebaut, welches wichtige Aufgaben wahrnimmt und sich mittlerweile umfassende Kompetenzen angeeignet hat in Sachen Organisation von Events und Anlässen für mobilitätsbehinderte Menschen. Der Club organisiert heute jährlich gegen 200 Aktivitäten. Diese reichen von Ferienangeboten über Freizeitsport im Sommer und Winter bis hin zu Busausflügen und wöchentlichen Kunsthandwerk- und 12 · Paracontact 2/2017

11.00 Uhr

12.00 Uhr 12.30 Uhr

16.00 Uhr

Begrüssung und Aperitif mit Überraschungsprogramm und Ausstellungen Kinderprogramm (bitte Kinder um 12.30 Uhr abholen) Saalöffnung (freie Platzwahl) Mittagessen – Unterhaltung – «An der Escalade …» – Ausstellungen – Weinverkauf Ende des offiziellen Teils OK Zentralfest

Fotos: A. Viola (CFRGe), Luc Buscarlet, Marc Guillemin (Compagnie 1602)


Aus der Vereinigung n Menü 1

n Menü 2

Terrine vom Felchenfilet aus dem Genfersee, gemischter Salat, Brötchen aus dem Gros de Vaud

Gemischter grüner Salat mit Croutons, Apfel, Nüssen und Ei Brötchen aus dem Gros de Vaud

Schweinsbraten mit Rotweinjus, Saisongemüse, Schnittlauchkartoffeln

Gratiniertes Gemüse-Orzotto

AOP Greyerzer, Maréchal und Reblochon, Nussbrot

AOP Greyerzer, Maréchal und Reblochon, Nussbrot

Desserttrio: Törtchen mit eingedicktem Traubensaft, Salée Vaudoise à la Crème und Trauben-Pannacotta

Desserttrio: Törtchen mit eingedicktem Traubensaft, Salée Vaudoise à la Crème und Trauben-Pannacotta

n Anmeldetalon 35. Zentralfest der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Name

Vorname

Strasse

PLZ, Ort

E-Mail Datum

Unterschrift

Namen der Begleitpersonen Ich bestelle folgende Festkarten (diese werden zirka zwei Wochen vor der Veranstaltung versandt) Anzahl Festkarten Anzahl Kinder-Festkarten

machen am Kinderprogramm mit

Menüwahl Anzahl Menü 1

Anzahl Kinderportion Menü 1

Anzahl Menü 2

Anzahl Kinderportion Menü 2

Transport Bahnhof Genf Flughafen: Abfahrt Shuttlebus nach Founex (Reisezeit ca. 20 Minuten) Ich nehme den Bus um 10.00 Uhr

Ich nehme den Bus um 10.30 Uhr

Founex: Abfahrt Shuttlebus nach Bahnhof Genf Flughafen Ich nehme den Bus um 15.45 Uhr

Ich nehme den Bus um 16.10 Uhr

Ich komme mit dem Auto Anmeldefrist: 29. August 2017 Zurücksenden an: Schweizer Paraplegiker-Vereinigung, Kultur und Freizeit Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil, Tel. 041 939 54 24, kf@spv.ch 13 · Paracontact 2/2017

Alter:


Aus der Vereinigung

50 Jahre

REHAB Basel Das REHAB Basel ist eine national anerkannte hochspezialisierte Klinik für Neurorehabilitation und Paraplegiologie. Es wurde 1967 als Schweizerisches Paraplegikerzentrum (SPZ) vom Bürgerspital Basel gegründet und ist das älteste von vier spezialisierten Zentren für Para- und Tetraplegiker in der Schweiz. Unter Dr. Guido A. Zäch entwickelte es sich 1973 –1989 zur anerkannten Spezialklinik für die ganzheitliche Behandlung und Rehabilitation von querschnittgelähmten Menschen.

Neue

Mitarbeiterin

Tanja Müller Luzern 11. Februar 1986

n Kultur und Freizeit 1990 wurde Dr. Mark Mäder neuer Chefarzt. Unter ihm erfolgte 1992 die Erweiterung um die Rehabilitation von Menschen mit einer Hirnverletzung. 1997 wurde das SPZ Basel in die neu gegründete gemeinnützige REHAB Basel AG mit privater Trägerschaft überführt. 2002 wurde das von Herzog & de Meuron entworfene neue Klinikgebäude eröffnet und gleichzeitig die einzige Wachkomastation der Schweiz in Betrieb genommen. Zudem folgte die Erweiterung im Behandlungsangebot für Patienten mit verwandten Krankheitsbildern wie ALS, MS oder Cerebralparese. Die Klinik entwickelte sich zum anerkannten Zentrum für Querschnittgelähmte und Hirnverletzte. 2013 trat Dr. Mark Mäder in den Ruhestand und PD Dr. Margret HundGeorgiadis übernahm seine Nachfolge. 2016 wurde eine Station für schwer verhaltensauffällige Patienten eröffnet, 2017 die Überwachungsstation als Intermediate Care Unit (IMCU) anerkannt. Das REHAB Basel begleitet Menschen zurück ins Leben, seit 50 Jahren. Den anvertrauten schwer betroffenen Menschen die bestmögliche Rehabilitation zu bieten, bleibt heute und morgen die sinnstiftende Aufgabe.

Assistentin der Bereichsleitung (60%) Ich lebe mit meiner Familie in Luzern und geniesse die wunderbare Verbindung von Kleinstadturbanität und viel Natur tagtäglich. Die Sicht auf den Pilatus im Hintergrund, die Altstadt und der See im Vordergrund stehen sinnbildlich dafür, was sich in meinem Lebensrucksack befindet und womit ich meine Freizeit gerne verbringe. Aufgewachsen bin ich zusammen mit meiner Schwester, Hund und Katze als Tochter eines Lehrerehepaars im Seetal. Dass ich meine Freizeit gerne in der Natur verbringe, kommt also nicht von ungefähr. Ich kriege meinen Kopf am besten draussen beim Sport frei oder nutze diese Momente, um das Neuste von Freunden zu erfahren. Seit der Geburt meiner Tochter stehen natürlich auch ausgiebige Spaziergänge – inzwischen mit Halt auf dem Spielplatz – auf dem Programm. Ich liebe Marktsamstage und geniesse das Gewimmel und den anschliessenden Kaffee vor allem in der warmen Jahreszeit ganz besonders. Kleidet sich die Schweiz in Grau, reise ich am liebsten in den Süden.

n Tag der offenen Tür 10./11. Juni 2017, 11–17 Uhr, rehab.ch

14 · Paracontact 2/2017

Der Beruf meiner Eltern konnte mich keineswegs abschrecken: Ich habe meine Schulund Studienzeit in vollen Zügen genossen. Anschliessend war ich längere Zeit in der Sportbranche tätig, habe Abstecher in die Volksschulverwaltung und eine Werbeagentur gemacht und bin nun glücklich und stolz, Teammitglied der SPV zu sein.


Innovation und Entwicklung «Dafür sollte es eine Lösung geben!» Welcher Betrof­ fene hatte nicht auch schon diesen Gedanken? Seit Ja­ nuar 2017 gibt es bei der SPV die Koordinationsstelle Innovation und Entwicklung (KIE), welche inno­vative Ideen zur Lösung von Alltagsproblemen aufnimmt und deren Umsetzung koordiniert und kontrolliert. Technische Hilfsmittel für Menschen mit einer Querschnitt­ lähmung gibt es viele. Sie lösen die unterschiedlichsten All­ tagsprobleme. Nicht selten haben Betroffene diese selbst entwickelt oder ein bestehendes Gerät verbessert. Selten aber machen sie solche Entwicklungen einer breiteren Schicht von Betroffenen zugänglich. Und noch immer gibt es zahlreiche Knacknüsse – sei es in der Mobilität, im Arbeitsleben oder in der Freizeit –, für die es noch keine praktischen Lösungen auf dem Markt gibt. Hier schafft die Koordinationsstelle Innovation und Entwicklung Abhilfe.

ner sucht die Koordinationsstelle sowohl innerhalb der der Schweizer Paraplegiker-Gruppe (SPG) wie auch bei externen Organisationen (Fachhochschulen, Universitäten, ETH, Hilfsmittelproduzenten usw.).

n Unsere aktuellen Entwicklungen Ein laufendes Projekt, das von Orthopädie-Fachleuten der Orthotec angeregt wurde, ist die Entwicklung einer neuartigen Unterschenkelorthese. Diese soll inkomplett gelähmten Menschen ein effizienteres Laufen auf unebenem Terrain und beim Treppensteigen erlauben. Ein weiteres spannendes Projekt ist das Projekt «Smart Cushion». Heute sind die meisten Rollstuhl-Antidekubitus-Sitzpolster passive Kissen aus unterschiedlichsten Materialien. Seit einiger Zeit gibt es erste sogenannte aktive Kissen, welche in wenigen Kammern den Druck regulieren können. Das geplante Smart Cushion soll permanent die Druckverteilung auf der gesamten Sitzfläche messen und den Druck laufend und kleinräumig anpassen und so helfen, Druckstellen zu vermeiden. Die Koordinationsstelle fungiert bei solchen Entwicklungen nicht als Projektleiter, sondern sie begleitet die Innovation von der Idee bis zur Vermarktung und bringt die verschiedenen internen und externen Fachleute zusammen. Es wird jeweils ein Projektleiter mit der entsprechenden Fachkompetenz und den richtigen Fähigkeiten gesucht, der dann den Projektfortschritt an die KIE rapportiert. Dieses Vorgehen garantiert, dass die Ergebnisse einem hohen Qua­ litätsstandard entsprechen und dass die Mittel der Schweizer Paraplegiker-Stiftung effizient eingesetzt werden.

n Wer kann sich melden? n Wir schaffen Lösungen!

Melden kann sich grundsätzlich jeder, der ein für Men­ schen mit Querschnittlähmung relevantes Alltagsprob­ lem schildern möchte oder der bereits eine Lösungsidee für ein solches Problem hat. Nicht zuständig ist die KIE jedoch für die Empfehlung oder den Verkauf bereits existierender Produkte. Hierfür nehmen Sie bitte Kontakt mit einem Hilfsmittelfachhändler auf.

Die Koordinationsstelle ist Anlaufstelle für alle Personen, die innovative Ideen und Lösungsansätze für Alltagsprob­ leme für Querschnittgelähmte haben, seien dies Betroffene, Therapeuten, Ärzte, Angehörige oder Forscher und Entwickler. Sie nimmt auch Ideen entgegen, für die noch keine konkreten Lösungsvorschläge vorhanden sind. Wichtig ist einzig, dass die Problemstellung für einen grösseren Kreis von Menschen mit Querschnittlähmung relevant ist.

n Kontakt

Wurde eine Idee als relevant beurteilt, stellt die Koordina­ tionsstelle Anträge zur Finanzierung eines Projektes an die Schweizer Paraplegiker-Stiftung. Sie koordiniert die Zusam­ menarbeit von internen und externen Partnern, um eine Lösung beziehungsweise ein Produkt zu entwickeln. Part-

Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Innovation und Entwicklung Albert Marti Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil albert.marti@spv.ch Telefon 041 939 54 37

15 · Paracontact 2/2017

Aus der Vereinigung

Koordinationsstelle


«Publicare – der leistungsstarke Katheter-Lieferant. Die Nr. 1 in der Schweiz.» Cornel Villiger, Leistungssportler

n, a e i S n – e Rufe n r e g Sie n e z t ü t ers t n u 0. r i 0 w 5 1 4 056 48

Ihre Vorteile Die Lieferung erfolgt direkt zu Ihnen nach Hause: portofrei via A-Post und diskret verpackt. Alles aus einer Hand: Sie beziehen bei uns einfach und bequem die gewünschten Hilfsmittel. Die Abwicklung mit Ihrer Versicherung übernehmen wir. Einfach. Diskret. Bewährt.

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Aus der Vereinigung

paramama.ch

Für Mütter im Rollstuhl Kinderwunsch, Schwangerschaft, Baby – ein neues Leben und 1000 Fragen? Eine Antwort darauf: paramama.ch, die Plattform, auf der sich Rollstuhlfahrerinnen mit Kinderwunsch und Mamas im Rollstuhl ab Sommer informieren und austauschen können. Auch die restlichen 999 Fragen stellt sich garantiert jede Frau. Bei querschnittgelähmten Frauen kommen noch ein paar mehr hinzu: Brauche ich als Schwangere einen grösseren Rollstuhl? Welchen Einfluss hat die Schwangerschaft auf meine Blase? Wie merke ich, wenn die Wehen einsetzen? Kann ich natürlich gebären? Ist es möglich, als querschnittgelähmte Mutter zu stillen? Oder: Mit welchen Hilfsmitteln und Tricks meistere ich den Alltag im Rollstuhl mit einem Kind?

n Frauen informieren und vernetzen Mama werden und Mama sein ist für Frauen ein hochemotionales Thema. Hinzu kommen Ängste und Unsicherheiten, die man gerne aus dem Weg schaffen würde. Das Internet ist eine wichtige Quelle auf der Suche nach Rat und Antworten. Eine Plattform, welche umfassende Informationen für querschnittgelähmte Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und Mamis im Rollstuhl bereitstellt, gibt es in der Schweiz noch nicht. Die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung will diese Lücke füllen und plant eine informative Webseite mit einem interaktiven Forum. Sie wird den Namen paramama.ch erhalten und in Kürze aufgeschaltet werden (verfolgen Sie dazu unsere Newsmeldungen auf spv.ch, wo wir Sie auf dem Laufenden halten).

n Kinderklatsch

bei Kaffee und Kuchen

Ein Netzwerk in der «realen» Welt wollen wir über paramama.ch ebenfalls aufbauen. Das Ziel: Frauen tauschen sich untereinander aus. Das nicht nur digital, sondern in echt bei einem Kaffeekränzli oder einem Spaziergang. Sie sollen über Kinderthemen sprechen, sich gegenseitig Mut machen,

17 · Paracontact 2/2017

spüren, dass andere Schwangere oder Mütter mit denselben Herausforderungen kämpfen. Und sie sollen voneinander hören, was man tun kann, wenn das Kind zahnt, nicht schlafen kann oder kein Gemüse essen will. Wie sie reagieren können, wenn ein Kind wegläuft und man mit dem Rollstuhl nicht hinterher kann. Oder mit welchen Hilfsmitteln die Mama im Rollstuhl ihr Baby vom Boden aufheben kann. Tipps und Tricks auszutauschen und Sorgen zu teilen, kann Balsam für die Seele sein.

n Auch Papas profitieren Männer begleiten ihre Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und dann ihre Kinder durchs Leben. Ein Elternpaar muss als Team funktionieren und viel gegenseitigen Respekt und Verständnis aufbringen. Je mehr ein Mann über eine Schwangerschaft, die Geburt und das Leben mit einem Kind weiss, desto besser können Eltern diese wichtige Aufgabe gemeinsam erfüllen. Kinder gehen auch die Väter etwas an – darum ist paramama.ch auch für sie interessant!

n Treffen Sie sich mit uns! Damit paramama.ch auch wirklich eine rege genutzte und vernetzende Plattform wird, möchten wir uns mit Frauen, die einen Kinderwunsch hegen, Schwangeren und erfahrenen Mamis treffen. Wir wollen Ihre Wünsche hören, benötigen Ihre Inputs und kreativen Anregungen. Sind Sie interessiert? Dann melden Sie sich bei Antonia Tanner, Telefon 041 939 54 15 oder antonia.tanner@spv.ch.

Antonia Tanner


Rechtsberatung

Unfallversicherung

Änderungen ab 1. Januar 2017 Finanzierung der Pflege zu Hause, Rentenkürzung im Alter, Versicherungsdeckung, unfallähnliche Körperschädigung: Das sind die Stichworte der ersten vollumfänglichen Revision der Unfallversicherung. Diese ist am 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Neben der SUVA-Organisation hat das Parlament die Leistungen der Unfallversicherung angepasst. Die neue Rechts­ ­lage bringt sowohl Vorteile als auch Nachteile für die Versicherten mit sich. Wir empfehlen Ihnen, sich mit den Neuerungen auseinanderzusetzen.

Betroffen sind sowohl die Invalidenrenten als auch die Komplementärrenten. Die Kürzung erfolgt beim Erreichen des ordentlichen Rentenalters. Höhe der Rentenkürzung Die Kürzung wird nach dem Alter der versicherten Person zum Unfallzeitpunkt abgestuft. Wichtig dabei ist, dass eine Kürzung nur droht, wenn der Versicherte zum Unfallzeitpunkt älter als 45 Jahre ist. Der Invaliditätsgrad spielt eben­ falls eine Rolle.

n Zur Revision «Das Gesetz hat eine längere Leidensgeschichte», sagte einst alt Nationalrat Daniel Stolz. Sieben Jahre dauerte die ­parlamentarische Beratung der ersten Überprüfung des Un­ ­­fallversicherungsgesetzes. Hauptthemen waren die Über­­­­ entschädigung der kurz vor dem Pensionsalter verunfallten Personen sowie die Organisation der SUVA. Die An­pas­sun­ gen der Gesetzgebung sind per 1. Januar 2017 in Kraft getreten.

Invalidität: Kürzung:

40 % und mehr

weniger als 40 %

2 Prozent- 1 Prozentpunkte/Jahr punkt/Jahr für alle Jahre zwischen Rentenalter und Unfall, aber frühestens ab 45 Jahren

Max. Kürzung:

max. 40 %

max. 20 %

n Rentenkürzung im Alter Die Revision statuiert eine Rentenkürzung im Alter. Dahinter steckt das Ziel einer besseren Koordination zwischen Invalidenleistungen der obligatorischen Unfallversicherung und den Leistungen der zweiten Säule. Verhinderung einer Überentschä­digung Bei Personen, die kurz vor dem Erreichen des Rentenalters verunfallt sind, besteht das Risiko einer Überentschädigung. Weshalb? Die Renten der Unfallversicherung werden lebenslänglich ausgerichtet. Im Alter fliessen somit gleichzeitig eine AHV-Rente, eine Rente der Unfallversicherung und eine Rente der 2. Säule. Eine Person, welche bis zum Unfall lange eine Erwerbstätigkeit ausüben konnte, hatte grund­sätzlich die Möglichkeit, ein Vorsorgekapital aufzubauen. «Es darf nicht sein, dass jemand, der durch einen ­Unfall ar­­beitsunfähig wird und eine Rente erhält, im Alter finanziell bessergestellt ist, als wenn er bis zu seiner Pensionierung gearbeitet hätte», sagte National­ rätin Ruth Humbel Näf (CVP). Anders gesagt kann die Rentenkombination – von AHV, Unfallversicherung und beruf­ licher Vorsorge – über das Leistungsziel im Alter von etwa 60 % des letzten Lohnes (AHV + berufliche Vorsorge) hinausgehen. Aus diesem Grund wurde eine Rentenkürzung entschieden. Bei Personen, die in jüngerem Alter verunfallt sind, ist eine Besserstellung nicht zu erwarten, weil ihnen ein Teil der üblichen Lohnkarriere entgeht. 18 · Paracontact 2/2017

Beispiel: Herr X., geboren am 1.6.1965, verunfallt im August 2020 im Alter von 55 Jahren; sein Invaliditätsgrad be­trägt 45 %. Beim Erreichen des Pensionsalters am 1.6.2030 muss er mit einer Rentenkürzung von 18 % rechnen. Berechnung: 2 % für jedes volle Jahr zwischen August 2020 (Unfall) und Juni 2030 (Pensionierung) = 9 volle Jahre ➞ 9 Jahre × 2 % (weil Invaliditätsgrad von mehr als 40 %) = 18 %.

Wer ist von der Kürzung betroffen (Übergangsrecht)? Wer von dieser neu eingeführten Kürzung betroffen ist, regelt das Übergangsrecht. Es sieht drei Fallkonstellationen vor, je nachdem wann das Pensionsalter erreicht wird. Erreichen des Pensionsalters: – vor 1.1.2022: keine Rentenkürzung – ab 1.1.2029: Rentenkürzung nach neuem Recht – zwischen 1.1.2022 und 31.12.2028: pro Jahr: ¹/5 der vorgesehenen Rentenkürzung

n Finanzierung der Pflege zu Hause Ein wichtiges Thema in der Praxis ist die Finanzierung der Pflege zu Hause. Per 1. Januar 2017 ändert sich die Unfall­ versicherungsverordnung und damit der Artikel 18 über die Pflege zu Hause. Revisionsbedarf war vorhanden, da die


Rechtsberatung alte Regelung im Widerspruch zu internationalen Abkommen stand, die die Schweiz unterzeichnet hatte. Laut der Botschaft zur erfolgten Revision muss die Hauspflege aufgrund dieser Abkommen «übernommen werden, ohne dass der Versicherte sich an den Kosten beteiligen muss». Der Tenor dieser Abkommen lautet, dass die medizinische Betreuung die Krankenpflege umfassen muss, unabhängig davon, ob diese zu Hause, im Spital oder in einer anderen medizinischen Einrichtung erfolgt.

n Unfallähnliche Körperschädigungen

Konkret muss die Unfallversicherung fortan für folgende Leistungen aufkommen: – ärztlich angeordnete medizini­sche Pflege zu Hause, egal ob diese durch eine zuge­las­sene Person oder Organisation (z. B. Spitex) oder eine nicht zugelassene Person durchgeführt wird, sofern die­se Pflege fachgerecht ausgeführt wird; – nichtmedizinische Hilfe zu Hause, soweit diese nicht durch die Hilflosenentschädigung abgegolten ist.

Ab dem 1. Januar 2017 werden diese Verletzungen vermu­ tungs­weise als Unfall betrachtet. Diese Vermutung stellt einen Vorteil für die Versicherten dar. Jedoch kann sich die Versicherung von dieser Vermutung befreien, wenn sie beweist, dass die Körperschädigung vorwiegend auf Abnützung oder Krankheit zurückzuführen ist. Da nicht verlangt wird, dass die Abnützung oder Krankheit die klare Ursache der Körperschädigung ist («vorwiegend»), kann behauptet werden, dass diese Befreiungsmodalität einen Nachteil für die Versicherten darstellt.

Im Grundsatz ist die neue Regelung für die Pflegefinanzierung für die Versicherten umfassender und somit besser. Offene Fragen sind jedoch vorhanden. Welcher Anteil der Grundpflege zu Hause wird bereits über die Hilflosenentschädigung entschädigt? Ebenfalls fraglich ist der Wort­ laut der Verordnung, wonach die Versicherung einen «Beitrag» an die Pflege leisten muss. Dieser Wortlaut ist nicht eindeutig, vor allem nicht, wenn die Versicherten sich allgemein nicht an den Kosten beteiligen sollten. Schliesslich kann man sich fragen, ab wann diese Regelung gilt. Für eine grosszügige Anwendung der neuen Regelung spricht insbesondere, dass die alte Regelung mit den inter­nationalen Verpflichtungen der Schweiz nicht vereinbar ist.

n Versicherungsdeckung

(Beginn/Ende der Versicherung)

Unter neuem Recht beginnt die Deckung der Unfallversicherung ab dem Zeitpunkt, ab dem ein gültiger Arbeitsvertrag zu laufen beginnt (zuvor ab Stellenantritt). Sie endet 31 Tage nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses (zuvor 30 Tage). Grund für die Anpassung ist, dass die zeitliche Deckung der Unfallversicherung nach der alten Regelung unter Umständen nicht lückenlos war. Gab jemand beispiels­ weise am 30. Juni eine Stelle auf und trat per 1. August eine neue Stelle an, war sie oder er am 31. Juli (mehr als 30 Tage nach Ende des Arbeitsverhältnisses) sowie am 1. August (Feiertag) nicht versichert. Das neue Recht schliesst diese Deckungslücken. 19 · Paracontact 2/2017

(Muskelrisse usw.)

Unfall oder Krankheit? Unfallversicherung oder Krankenkasse? Diese Frage ist nicht immer einfach zu beantworten, wenn man das Beispiel der sogenannten unfallähnli­ chen Körperschädigungen nimmt. In diese Kategorie fallen Knochenbrüche, Verrenkungen von Gelenken, Meniskusrisse, Muskelrisse, Muskelzerrungen, Sehnenrisse, Bandläsionen und Trommelfellverletzungen.

n Organisation der SUVA Die Unfallversicherung wird von der SUVA (Teilmonopol) und von mehreren Privatversicherungen ausgeführt. Die Privatisierung der SUVA stand zur Debatte. Das duale System wurde jedoch beibehalten: Kosten-Nutzen-Analysen zeigen, dass dieses System sich bewährt hat und effi­ zient ist. Einige Anpassungen mussten jedoch in der Orga­ nisation der SUVA vorgenommen werden, um der modernen Betriebsführung gerecht zu werden. Unter anderem stand die Grösse des SUVA-Rates zur Diskussion.

n Fazit «Das Gesetz über die Unfallversicherung hat sich grund­sätzlich bewährt und die Finanzierung der Leistungen ist ge­währleistet», liess der Bundesrat in seiner Medienmittei­lung vom 19. September 2014 verlauten. Mit dieser ers­­ten Überprüfung der Unfallversicherungsgesetzgebung wur­de punk­to Leistungen jedoch Einiges geändert. Es ist vor allem zu hoffen, dass die Neuerungen im Bereich der Finanzierung der Pflege zu Hause und der unfallähnlichen Körperverletzungen für die Versicherten eine echte Erleichterung bedeuten werden.

n Mehr Informationen zum Thema www.bag.admin.ch Themen/Versicherungen/Unfallversicherung/ Revisionspro­­jekte/Abgeschlossene Revisionen Agnès von Beust, Rechtsanwältin


Medizin und Wissenschaft

Querschnittlähmung und Bluthochdruck Im letzten Paracontact haben wir uns mit den Auswir­ kungen des tiefen oder zu tiefen Blutdrucks bei Quer­ ­schnittgelähmten befasst. Daran denkt man immer zu­erst, weil der zu tiefe Blutdruck ein gefährliches Prob­lem der akuten Rückenmarkverletzung darstellt. Weniger bekannt ist aber, dass es im späteren Verlauf auch zu Hypertonie, einem zu hohen Blutdruck, kommen kann.

Eine niederländische Studie der Universität Utrecht aus dem Jahr 2016 hat die Hypertonie etwas detaillierter unter­ sucht (J. Adriaansen et al.). Dabei wurden 282 Querschnitt­ gelähmte (alle mehr als zehn Jahre gelähmt) überprüft und bei 21,5 % der Probanden wurde ein Bluthochdruck fest­ gestellt. 17 % waren deswegen bereits in Behandlung und 3.3 % mussten nach der Studie weiter abgeklärt werden.

Bei Personen mit tieferen Lähmungshöhen beobachtet man nach längerem Bestehen der Querschnittlähmung, dass sich der Blutdruck normalisiert und schliesslich sogar in eine Hyper­tonie (zu hoher Blutdruck) umschlagen kann. Bei ­Pa­­ra­plegikern kommt es, ähnlich wie bei Fussgängern, zu ­einem über die Jahre kontinuierlichen Blutdruckanstieg, je tiefer die Lähmung, desto eher entwickelt sich ein ­Blut­hoch­druck. Paraplegiker sind erstaunlicherweise sogar deut­lich häufi­ger von Hypertonie betroffen als die Normal­ bevölke­rung. Männer haben ein höheres Risiko als Frauen.

Definition Hypertonie Systolischer Blutdruck (oberer BD) ≥ 140 mmHg oder diastolischer Blutdruck (unterer BD) ≥ 90 mmHg im Mittel von mindestens zwei Mes­sungen im Sitzen bei mindestens zwei Arztbesuchen.

Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen

Phillips und Krassioukov haben 2015 festgestellt, dass das Risiko, eine kardiovaskuläre Erkrankung oder einen Hirn­ schlag zu erleiden, bei Querschnittgelähmten um ein Mehr­ ­faches höher ist als bei der Normalbevölkerung, auch wenn man die bekannten Risikofaktoren vermeidet, wie die Abbildung zeigt.

it ng nm u ne tlähm o rs it Pe chn ers u Übergewicht, Q

Diabetes, Infektionen, reduzierte körperliche Aktivität, andere Faktoren

Eintreten der Querschnittlähmung

ng

völkeru rmalbe

No

0 10 20 30 40 50 60 70 80 Alter (Jahre)

Es scheint, dass die Querschnittlähmung als solche einen negativen Einfluss auf verschiedene Körpersysteme und Organe hat. So kommt es in der Folge zur Abnahme der Elastizität der Arterien, zu einer Reduktion der Herzgrösse (vor allem bei hohen Lähmungen) und Störungen der Gehirndurchblutung. Warum dies so ist, ist nach wie vor Gegenstand der Diskussion. Bis heute gibt es auch noch keine klaren Konzepte, wie man dies verhindern könnte. 20 · Paracontact 2/2017

(Quelle: European Society of Hypertension)

Paraplegische Probanden mit einer Läsionshöhe unterhalb Th 6 hatten eine zehnmal höhere Chance, eine Hypertonie zu entwickeln, als tetraplegische Probanden. Tetraplegiker ha­ben demnach durch ihre höhere Lähmung einen gewissen Schutz vor Bluthochdruck. Die Untersuchung zeigte aber auch, dass je älter die Probanden sind, desto häufiger eine Hypertonie diagnostiziert wird – genau wie bei der Normalbevölkerung. Bei Querschnittlähmung wird die Gruppe der häufigsten Komplikationen, nämlich diejenigen des Urogenitalsystems, für die zunehmende Hypertonie mitverantwortlich gemacht. Durch die wiederholten Harnwegsinfekte kommt es auch zu Nierenerkrankungen wie Pyelonephritis (Nieren­ ­beckenentzündung), Nephritis (Nierenentzündung) und schliesslich zur Niereninsuffizienz.

n Essentielle Hypertonie Bei zwei Dritteln der Patienten ist es nicht möglich, ein körperliches Leiden oder eine Komplikation der Querschnitt­ lähmung als sekundäre Ursache (d. h. durch diese Krankheit beeinflusste Hypertonie) zu finden. Man spricht dann von einer primären, idiopathischen oder essentiellen Hypertonie. Weil Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor ist, um an einer kardiovaskulären Krankheit (z. B. Herzinfarkt, Hirnschlag, Aneurysma usw.) zu sterben, gilt es, bei den jährlichen Check-up-Untersuchungen im Ambulatorium auf einen erhöhten Blutdruck zu achten. Speziell gefährdet sind dabei vor allem ältere Personen (älter als 45-jährig) mit ei­ner Querschnittlähmung unterhalb Th 6, die mehr als 20 Jahre querschnittgelähmt sind und die im Labor zu hohe


n Korrekte Blutdruckmessung Ein korrekter Blutdruckwert kann nur durch eine technisch richtig durchgeführte Blutdruckmessung ermittelt werden. Im Stress und in der Hektik eines Arztbesuches sind die Randbedingungen dazu oft nicht gegeben. Der Patient muss sich vor der Blutdruckmessung einige Minuten entspannen können. Das Messgerät sollte zudem in regelmässigen Abständen geeicht werden. Die Breite der Manschette des Blutdruckmessgerätes sollte an den Umfang des Oberarmes angepasst sein (Manschettenbreite = ca. 40 % des Umfangs). Die Manschette soll auf Herzhöhe angelegt werden. Der Luftdruck muss während der Messung langsam abgelassen werden (2 mmHg/s). Nach der ersten Messung sollten die Patienten sitzen bzw. liegen bleiben. Nach ein bis zwei Minuten sollte ein zweites Mal gemessen werden.

Der Tagesverlauf des Blutdruckes lässt sich mit einem 24-Stunden-Blutdruckmessgerät aufzeichnen. Der Patient führt parallel dazu ein Tagebuch, in welchem er seine Aktivitäten während dieser Zeit festhält. Damit lassen sich Phasen mit hohem Blutdruck (Schmerz, Spastik, volle Blase, Schlafapnoe usw.) und solche mit zu tiefem Blutdruck (Stehtraining, Schlaf, vagale Synkope (plötzlicher Bewusstseinsverlust) usw.) im Tagesverlauf erkennen. Normalerweise ist der Blutdruck tagsüber um 10–20 % höher als nachts. Bei kompletten Tetraplegikern ist dieser Unterschied nicht mehr vorhanden, da die autonomen Systeme, die den Blutdruck erhöhen, unterbrochen sind.

n Welche Präventionsmöglichkeiten

gibt es?

Zuerst versucht man, die allgemein bekannten Risikofaktoren zu beseitigen, die für den Bluthochdruck verantwortlich sein könnten. Eine entscheidende Rolle für den Erfolg spielen lebensstiländernde Massnahmen. 21 · Paracontact 2/2017

Hierzu gehören unter anderem: – Einschränkung der Kochsalzzufuhr auf 5–6 g pro Tag – Beschränkung des Alkoholkonsums: nicht mehr als 20–30 g Alkohol pro Tag bei Männern, nicht mehr als 10–20 g Alkohol pro Tag bei Frauen – Erhöhter Konsum von Gemüse, Früchten und Milchprodukten – Gewichtsreduktion auf einen BMI unter 25 kg/m² oder einen Taillenumfang von weniger als 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen (ob der Taillenumfang bei Querschnittgelähmten als verwertbares Mass herhalten kann, ist nicht erwiesen) – Regelmässige Bewegung von mindestens 30 Minuten, ideal ist ein moderates dynamisches Training an 5–7 Tagen pro Woche – Nikotinverzicht

n Welche Therapiemöglichkeiten

gibt es?

Diuretika (wasserabführende Medikamente), die früher in erster Linie für die Behandlung der Hypertonie eingesetzt wurden, sind zuerst den Betablockern und danach den ACEHemmern und den AT1-Antagonisten gewichen. Diuretica senken den Blutdruck durch vermehrte Wasserausscheidung über die Nieren. Die Blase muss häufiger geleert werden und als Querschnittgelähmter muss man eventuell häufiger katheterisieren. Bei Diuretica ist immer auf den Elektrolythaushalt (Salzhaushalt) zu achten, weil nicht nur Wasser, sondern auch Natrium oder Kalium ausgeschieden werden. Betablocker reduzieren die Herzleistung und senken dadurch den Blutdruck, sie machen aber viele Patienten müde und schlapp. Am besten verträglich und auch gut wirksam sind die AT1-Rezeptor-Antagonisten. Sie können auch gut mit Diuretica kombiniert werden. In Kombination mit Medikamenten gegen Spastik wird die blutdrucksenkende Wirkung möglicherweise zusätzlich verstärkt. Eine korrekte Behandlung der Hypertonie senkt das Risiko von Herzinfarkt, Hirnschlag und Gefässkrankheiten nicht nur bei Fussgängern. Dr. med. Hans Georg Koch Phillips A, Krassioukov A: Contemporary Cardiovascular Concerns after Spinal Cord Injury: Mechanisms, Maladaptations and Management. Journal of Neurotrauma 32:1927-1942 (December 15, 2015) Jacinthe J. E. Adriaansen et al.: Prevalence of hypertension and associated risk factors in people with long-term spinal cord injury living in the Netherlands (2016) Curt A, Nitzsche B, Rodic B, Schurch B, Diez V: Assessment of autonomic dysreflexia in patients with spinal cord injury. J. Neurol. Neurosurg. Psychiatry 62, 473-477 (1997)

Medizin und Wissenschaft

Blutfettwerte haben (Hypercholesterinämie). Für eine genaue Abklärung einer Hypertonie sind neben einer Laboruntersuchung von Blut und Urin auch ein EKG und eine 24-Stunden-Blutdruckmessung angezeigt.


Lebensberatung

Impulse geben für

berufliche und alltägliche Fragen Eine gute Arbeitsstelle zu finden, ist schwierig. Für Men­schen mit einer Beeinträchtigung sogar besonders schwierig. Seit dem Jahr 2011 unterstützt der Verein Impulse Basel Arbeitssuchende mit einem Men­ to­ring-­Programm. Impulse Basel hilft beeinträchtigten Menschen aber auch bei der Erreichung von persönlichen Zielen. Mit dem Alpen­ protokoll bietet Impulse die Möglichkeit, aus dem Alltag auszubrechen und neue Perspektiven für die eigene Zukunft zu finden. Aber zurück zur Jobsuche. Subagesh Karunakaran weiss, wie beschwerlich die Suche nach einer Stelle sein kann. Der 23-jährige Mann aus Langenthal wurde mit einer Halbseitenlähmung geboren. Er ist ein sogenannter Mentee, der durch einen erfahrenen Mentor begleitet und unterstützt wird.

Subagesh und seine Mentorin Wann und wo hast du das erste Mal etwas über das Mentoring von Impulse vernommen? Das war in meinem Lehrbetrieb, nach meiner Ausbildung. Leider konnte ich dort nicht länger bleiben und erhielt keine Unterstützung bei der Jobsuche. Mir war bewusst, dass es schwierig ist, eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt zu finden. Im Internet gab ich die Stichworte «Behinderung» und «Jobsuche» ein. So stiess ich zum ersten Mal auf die Homepage von Impulse. Mein Schwager, der mich damals etwas unterstützte, begleitete mich zum Erstgespräch nach Basel. Welche Ausbildung hast du gemacht? Ich bin gelernter Büro-Assistent EBA. Wo hast du deine Ausbildung absolviert? Im Schulungs- und Arbeitszentrum für Behinderte in Burg­ dorf. Dies ist eine Institution mit einer Werkstatt und Wohn­ möglichkeit für Personen mit einer Beeinträchtigung. 22 · Paracontact 2/2017

Warum hast du dich für das Mentoring entschieden? Primär wegen des Supports bei der Stellensuche, denn ich wollte trotz meiner Beeinträchtigung in den ersten Arbeits­ markt. Auch mit einer abgeschlossenen Ausbildung steht mir meine Halbseitenlähmung im Wege. Viele Arbeitgeber sind nicht sensibilisiert, dass Personen mit einer Behinderung arbeiten wollen und ihre Leistung erbringen können. Dank der IV erhielt ich die Möglichkeit, einen Arbeitsversuch in der Stammdatenverwaltung der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Hauptabteilung Mehrwertsteuer zu ma­ ­chen. Impulse war damals schon involviert. Nach einem weiteren dreimonatigen durch die IV vermittelten Praktikum konnte ich bei Impulse einen Arbeitsversuch starten. Seit anderthalb Jahren bin ich nun bei Impulse tätig. Die Arbeit gefällt mir und ich lerne viel dabei. Rückblickend hat sich die Unterstützung auch auf meine private Situation ausgewirkt. Wenn ich damals nicht mit dem Mentoring-Programm begonnen hätte, würde es mir sicher schlechter gehen – nicht nur beruflich, auch sozial. Kannst du aufzeigen, wie ein solches Mentoring abläuft? Die Programmleitung führt die ersten Gespräche. Hier geht es ums Kennenlernen und darum, herauszufinden, wo der Schuh am meisten drückt. Gemeinsam werden dann die Ziele definiert und erste konkrete Teilschritte ins Auge gefasst. Je nach Zielsetzung wird entschieden, einen Mentor mit an Bord zu nehmen. Die Mentoren engagieren sich eh­ renamtlich und unterstützen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung die Mentees. Und oft kann man vom Netzwerk der Mentoren profitieren. Ich selbst habe das Glück, gleich zwei Mentoren an meiner Seite zu wissen. Bei meiner Mentorin Nadine Rohner lerne ich zum Beispiel, wie man gute Kundengespräche am Telefon führt. Ich habe als junge Person gedacht, wenn ich eine Lehre und eine Anstellung habe, kann und weiss ich alles. In der Zwischenzeit habe ich festgestellt, dass dem nicht so ist. Seine Persönlichkeit muss jeder laufend weiterentwickeln, das ist auch bei mir noch lange nicht zu Ende. Konntest du deinen Mentor selber auswählen? Nein. Die Programmleitung schätzt bei der Zielfindung ab, welcher Mentor das notwendige Netzwerk hat, um die jeweilige Person zu unterstützen. Sie hat ein gutes Gespür dafür, welcher Mentor zu einem Mentee passt. Der «zukünftige» Mentor wird angefragt, die Kapazität geklärt und anschliessend findet ein Kennenlerngespräch statt.


Mentor und Mentee entscheiden sich innerhalb von drei Ta­ gen, ob sie den Weg gemeinsam gehen möchten oder nicht. Hast du einen guten Bezug zu deinen Mentoren? Ja, das habe ich wirklich. Ich kenne Mentoren und Mentee, die pflegen den Kontakt, auch wenn das Mentoring schon länger beendet wurde. Es können Verbindungen für ein ganzes Leben entstehen. Was kostet das Mentoring? Seit 2017 wird ein sogenannter Solidaritätsbeitrag von 50 Franken pro Jahr erhoben. Dies ist wenig und jeder kann sich die Dienstleistung leisten. Empfiehlst du ein solches Mentoring weiter? Ja, sicher, unbedingt. Man lernt sehr viel von seinem Mentor. Nicht nur, dass die Person einen unterstützt und begleitet, um eine neue Anstellung zu finden. Die Tandembezie­ hung kann eine wertvolle Unterstützung für die persönliche Entwicklung sein. Mir jedenfalls gibt sie Ansporn und Motivation. Ich konnte viel profitieren. Chikha Benallal

n Das Alpenprotokoll – ein Angebot für

motivierte Menschen mit Handicap

Raus aus dem Alltag, hinauf auf die Alp! Fernab von den Routinen und der Hektik des Alltags ermöglicht Impulse Menschen mit Behinderung einen ganz neuen Blick auf ihre persönliche Situation. Im Fokus steht dabei die Erweite­ rung des persönlichen Wohlbefindens und der Lebenszufriedenheit.

Die SPV bietet in der Uniklinik Balgrist, Forchstras­ ­se 340 in Zürich, regelmässig eine Informationsveranstaltung, den sogenannten SPV-Höck, an.

n Offene Runde: Stammtisch Mitarbeitende Lebensberatung SPV Donnerstag, 29. Juni 2017, 16.00 –18.00 Uhr Die Gesprächsgruppe «Mit Querschnittlähmung leben» trifft sich monatlich in Balgrist und diskutiert und informiert jeweils zu verschiedenen Themen. Interessier­te treffen sich im Restaurant der Uni­klinik Balgrist. In ­einer lockeren und unkomplizierten Gesprächsrunde kön­­nen Erfahrungen und Ideen ausgetauscht werden. Ein Mitarbeitender der Lebensberatung ist anwesend.

n ParaHelp stellt sich vor Mitarbeitende ParaHelp und SPV Donnerstag, 31. August 2017, 16.00 –18.00 Uhr ParaHelp ist spezialisiert auf pflegerische Bedürfnisse von querschnittgelähmten Menschen und ihren Ange­ hörigen. Sie sucht zusammen mit den Betroffenen nach individuellen und praktischen Lösungen, die helfen sollen, die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu verbessern und lähmungsbedingte Komplikationen zu ver­meiden. Eine Mitarbeiterin der ParaHelp informiert Sie über die Dienstleistungen und beantwortet gerne Ihre Fragen.

n Offene Runde: Stammtisch Mitarbeitende Lebensberatung SPV Donnerstag, 7. September 2017, 16.00 –18.00 Uhr Die Veranstaltung findet im gleichen Rahmen wie jene vom Juni statt.

n Mobilität – Fahrzeugumbau Mitarbeitende Lebensberatung SPV Montag, 16. Oktober 2017, 18.00 –20.00 Uhr

Zurück im «Tal» unterstützt das Alpenprotokoll-Team von Impulse die Teilneh­ menden während eines Jahres bei der Umsetzung der individuellen Ziele. Mehr über Impulse und seine Projekte auf www.impulse.swiss.

Die Planung und Ausführung von Fahrzeugumbauten trägt dazu bei, die Mobilität von Menschen mit einer körperlichen Einschränkung zu verbessern, und gibt den Betroffenen ein Stück Lebensqualität und Unabhängigkeit. Wir geben Ihnen gerne Informationen rund ums Auto und Autofahren sowie hilfreiche Tipps für die Benützung des öffentlichen Verkehrs usw. Über die weiteren Themen können Sie sich im nächsten Paracontact oder auf www.spv.ch informieren.

23 · Paracontact 2/2017

Lebensberatung

SPV-Höck


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Anstellung bei der Spitex Angehörige leisten in der Schweiz den grössten Teil der Betreuungs- und Pflegeaufgaben zu Hause. Viele davon sind im erwerbsfähigen Alter und müssen dafür oft Lohneinbussen in Kauf nehmen. Die Anstellung bei einer Spitexorganisation kann für einige eine Lösung sein. 2014 schätzte das Bundesamt für Gesundheit die Arbeit, die pflegende Angehörige leisten, auf einen Wert von über 9,5 Milliarden Franken (BAG-Bulletin 36/2014). Über 80 Prozent der Pflegebedürftigen in der Schweiz werden von

n Anstellung bei einer Spitex­

organisation

Das Erwerbsmodell, sich von einer Spitexorganisation für die pflegerischen Tätigkeiten anstellen zu lassen, ist nicht neu. Es wird bereits seit längerer Zeit von lokalen Organisa­ tionen angeboten und umgesetzt. Für einige Angehörige im erwerbsfähigen Alter kann dies eine Lösung sein. Neben einer entsprechenden Entlöhnung für die geleisteten Pflegestunden ergeben sich viele weitere Vorteile. Durch die Einbettung in eine professionelle Organisation profitiert die betreffende Person durch eine soziale Absiche­rung der AHV-Beiträge, es ergibt sich eine Teamintegra­tion und ein Austausch mit anderen Pflegenden in der Organi­sation, eine Stellvertretungsregelung bei Krankheit oder Abwesenheit und die Teilnahme an Fort­bildungen ist möglich. Das Bedürfnis von Angehörigen von Querschnittgelähmten, sich bei einer Spitexorganisation anstellen zu lassen, ist der SPG schon länger bekannt. Durch die regionalen Un­ter­ schiede in den Angeboten haben jedoch viele keine lokale Organisation gefunden. ParaHelp bietet nun zusammen mit der privaten Spitexorganisation Permed in einigen Regio­ nen der Schweiz das Erwerbsmodell an. Das Pilotprojekt wird in den Regionen Basel, Zürich und Luzern durchgeführt. Wenn das Interesse da ist und die Erfahrun­gen posi­ tiv sind, ist die Erweiterung auf weitere Regionen geplant.

ihren Angehörigen betreut. Dies zeigt deutlich auf, dass das Zusammenspiel von Erwerbstätigkeit und Pflege von Angehörigen keine Seltenheit ist. Allein im Erwerbsalter von 16 bis 65 Jahren wird von 330 000 Personen ausgegangen, die regelmässig Betreuungs- und Pflegeaufgaben über­­neh­ men. Der Bund hat erkannt, dass diese Unterstützung benötigen und formulierte im Aktionsplan «Gesundheit 2020» vier Handlungsfelder. Ein Handlungsfeld betrifft die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege (work  &  care). In der Umsetzung sind die Kantone, Gemein­ den und private Organisationen in der Verantwortung. Ein davon bereits umgesetztes Projekt ist die Infoplattform www.info-workcare.ch. Dort erhalten pflegende Angehörige wertvolle Informationen und Tipps rund um Erwerbs­ tätigkeit und Pflege.

n Studie zu pflegenden Angehörigen

der SPF

Uns alle interessiert im Speziellen, wie genau die Situation und die Verhältnisse von pflegenden Angehörigen der Quer­ schnittgelähmten sind. Dies ist momentan Gegenstand einer umfassenden, schweizweiten Studie der Schweizer Paraplegiker-Forschung. Die ersten Ergebnisse dazu werden im Sommer 2017 erwartet. 25 · Paracontact 2/2017

n Voraussetzung für die Anstellung Folgende Voraussetzungen müssen von den interessierten Personen erfüllt sein: – Sie leisten zu Hause Pflegestunden im Bereich der Grundpflege oder sind bereit, diese zu übernehmen. – Sie sind im erwerbsfähigen Alter. – Sie verfügen über einen Abschluss des Lehrgangs «Pflegehelfer/-in» des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) oder sind bereit, diesen zu absolvieren (weiterführende Infos: www.redcross-edu.ch)

Um die Qualitätssicherung einer Spitexorganisation sicher­ zustellen, ist der Lehrgang «Pflegehelfer/-in» eine unumgängliche Voraussetzung. Für die Details beraten wir Sie gerne in einem Gespräch. Je nach Situation ist eine gemein­ same Beratung mit der Lebensberatung der SPV hilfreich.

n Kontakt ParaHelp, Nadja Münzel, Guido A. Zäch-Str. 1, 6207 Nottwil, info@parahelp.ch, www.parahelp.ch

Lebensberatung

Pflegende Angehörige –


Kultur und Freizeit

Scherrers en route

Peter Scherrer, Paraplegiker, ist wieder unterwegs. Er und seine Frau Margrit starteten Ende 2016 durch das südöstliche Europa. Die Reise führt sie nach Iran, weiter durch Turkmenistan, die Mongolei bis ins nordöstlichste Sibirien. Im Winter 2017/2018 wollen sie durch Südkorea und Japan reisen und ab April 2018 soll es durch Russland, die Mongolei und Kasachstan zurück nach Europa gehen. Am 28. Dezember machen wir uns auf unsere 2-jährige Reise mit unserem zum Reisemobil umgebauten Duro und fahren schon mal bis Chiasso. Um rascher in Slowenien anzukommen, benutzen wir die Autobahn bis Gorica. Danach lassen wir das Navi eine Strecke über die Berge nach Cerkno suchen. Diese ist ganz nach unserem Geschmack. Steil, eng, wunderbare Aussicht, kein Verkehr. Überall hat es Schilder, die auf Schneekettenpflicht hinweisen, aber von Schnee ist weit und breit nichts zu sehen. Silvester verbringen wir in Idrija, besuchen das Stadtmuseum und nehmen anschliessend an einer Führung durch ein stillgelegtes Bergwerk teil. Peter darf im Rollstuhl ein ganzes Stück mit in den Stollen, bis dann eine Treppe weiter in die Tiefe führt.

n Stürmische Zeiten Am 1. Januar treffen wir in Pivka im Süden Sloweniens ein. Beim Militärmuseum nisten wir uns auf einem schönen Stellplatz ein. Plötzlich entdecken wir unter unserem Duromotor Wassertropfen. Beunruhigt suchen wir nach deren Herkunft und senden unserem Mechaniker zu Hause Fotos davon. Nach weiteren Untersuchungen in einer lokalen Werkstatt entscheiden wir uns, die Reparatur in unserer Duro-Werkstatt zu Hause machen zu lassen. So fahren wir am 3. Januar auf schnellstem Weg die 660 km zurück in die Schweiz. Der Duro wird fachgerecht repariert, die abgenutzten Teile ersetzt, am 15. Januar starten wir ein zweites 26 · Paracontact 2/2017

Mal und erreichen um 19 Uhr bereits wieder «unseren» Übernachtungsplatz in Pivka. Danach gehts zügig weiter nach Kroatien. Dort bläst die Bora, ein trockener, kalter und böiger Fallwind, zwischen Triest, der kroatischen und der montenegrinischen Adriaküste. Die Strasse entlang der Küste ist wegen des Sturmes gesperrt. Wir bleiben in der Umgebung von Rijeka. Zwei Tage später sind die Strassen noch immer gesperrt, auf der Brücke zur Insel Krk werden Windgeschwindigkeiten von 217 km/h gemessen. Erst nach vier Tagen lässt die Bora endlich nach und wir können weiterfahren. Am Vormittag gibts zwar noch heftigen Seitenwind, im Laufe des Tages lässt dieser dann aber nach und wir erreichen Dubrovnik mit seiner schönen Altstadt. Auch hier wurden im Krieg von 1991 sinnlos Gebäude zerstört und Menschen getötet. Noch eindrücklicher sehen wir die Kriegsfolgen kurze Zeit später in Kupari. Eine grosse ehemalige Hotelanlage ist nur noch eine zerschossene Ruine, die Erde rundherum aufgerissen, wahrscheinlich vom Räumen der Minen.

n Dunkle Vergangenheit Noch immer sind die Temperaturen nachts um die 0 Grad. So entscheiden wir uns, südwärts zu fahren. Im albanischen Shkodra übernachten wir zum ersten Mal in einem Camping. Die Betreiberin ist Englischlehrerin, ihr Mann Kunstmaler. Von ihnen erfahren wir viel über das Land und die Region. Wir besuchen das Memorial Museum, welches ein dunkles Kapitel der jüngeren albanischen Geschichte zeigt. Insbesondere die Menschen im christlichen Shkodra waren stark betroffen von den Gräueltaten der Kommunisten von 1944 bis Anfang der 90er-Jahre. Im ehemaligen Gefängnis wird gezeigt, wie das Regime nach dem Zweiten Weltkrieg den Diktaturstaat betrieb und Kritiker hinrichten liess. Auch unser Campingplatzbetreiber und seine Verwandten sassen im Gefängnis. Weiter geht es nach Durrës, in Kuçovë sehen wir die Überreste einer grossen Erdöl- und Erdgasraffinerie. Auf dem Übernachtungsplatz treffen wir einen Mann, welcher recht gut Englisch spricht. Er erzählt uns, dass er als Asylbewerber in der Schweiz, Deutschland, Belgien und England war und schliesslich ausgeschafft wurde. Am nächsten Abend lädt uns ein Mann auf seinen leeren Campingplatz in Vlorë ein. Einzige Gegenleistung: Wir sollen seine Visitenkarten anderen Reisenden geben, die wir treffen. Und bereits sind wir im siebten Land unserer Reise, in Griechenland. Als erstes steuern wir Ioannina an. Hier wollen wir die Beschaffung der Visa für den Iran und Turkmenistan einleiten. Beim Campingplatz am See stehen wir vor ver-


Kultur und Freizeit schlossener Barriere. Wir lassen den Duro auf dem Parkplatz und gehen in die Stadt. Bei unserer Rückkehr ist die Barriere offen, aber niemand anwesend. Wir richten uns ein. Auch am nächsten Morgen ist niemand vom Camping da, aber die Barriere ist wieder geschlossen. Just als wir aufbrechen wollen, fährt ein PW vor. Der Fahrer hat zwar nichts mit dem Camping zu tun, öffnet uns aber trotzdem die Barriere.

das griechische Festland von der Halbinsel Peloponnes trennt. Der Kanal wird heute noch von rund 30 Schiffen pro Tag befahren. Entlang der westlichen Küste besuchen wir einen Vulkan, prähistorische Höhlen und, wie es sich für Griechenland gehört, jede Menge Museen, einige davon teilweise rollstuhlgängig, und Ruinen aus den verschie­ denen Epochen der bewegten griechischen Geschichte. Der Wetterbericht kündigt für die nächsten Tage wärmere Temperaturen an, wir verlassen den Peloponnes. Margrit, interessiert an Läufen, will sich den Ort Marathon nicht entgehen lassen. Am 12. September 490 v. Chr. schlug hier das zahlenmässig schwächere athenische Heer die angreifenden Perser. Athen schmückte die Schlacht mit zahl­lo­ sen Legenden und Mythen. Dazu gehört auch die Legen­de vom Marathon-Läufer, der die Kunde des Sie­ges mit den Worten «Nenikekamen – wir haben gesiegt!» 42,5 km weit nach Athen überbracht haben und dann tot zusammengebrochen sein soll.

n Spannende Begegnungen

Unterwegs zur Vikos Gorge nördlich von Ioannina treffen wir auf 1300 m auf teilweise schneebedeckte Strassen. Die Angaben über die maximale Tiefe der Schlucht schwanken zwischen 600 m und knapp 1000 m. Im Guinness-Buch der Rekorde ist sie gar als tiefste Schlucht der Welt eingetragen. Auf der Weiterfahrt südwärts, bei einer Tankstelle mit Werkstatt, erledigt ein Mechaniker fachgerecht und gratis ein paar Wartungsarbeiten. Mit dem Auftanken können wir ihm etwas «zurückzahlen». Wir fahren nach Zalongo. Der Ort ist bekannt durch den gleichnamigen Tanz der Frauen (Souliotisses). Auf der Flucht von Ali Pasha ent­ schie­den sich 57 Frauen, eher in Freiheit zu sterben, als in Knechtschaft weiterzuleben. Sie warfen ihre Kinder in den Abgrund und sprangen tanzend hintennach.

n Museen, Höhlen, Ruinen Am nächsten Tag erreichen wir den Peloponnes. Auf dem Campingplatz treffen wir wie vereinbart Lisi, welche wir in ­Kroa­tien kennengelernt haben. Sie ist mit ihren zwei Hunden und einer Katze unterwegs. Wir nutzen die Möglichkei­ ten zum Waschen und beheben ein Problem mit einem un­ ­dichten Schlauch bei unserem Trinkwassertank. Am Sonn­­­tag steht ein Ausflug mit der Schmalspurbahn nach Kalavarita auf dem Programm. Diese feiert gerade ihr 120-Jahre-Jubi­ läum. Unsere weitere Route wählen wir so, dass wir zwei Mal über den spektakulären Kanal von Korinth fahren, der 27 · Paracontact 2/2017

Wir lernen immer wieder neue Reisende kennen, so z. B. die Deutsche Angelika, welche seit 20 Jahren hier wohnt. Von ihr erfahren wir viel Interessantes und erhalten Tipps für die Weiterreise. Richtung Volvos fahren wir nun über ei­ nen 1200 m hohen Pass mit hohen Schneemauern. Wir sind in einem griechischen Skigebiet angekommen. Am Abend sind wir aber bereits wieder am Meer, am Fusse des 2918 m hohen Olymp. Wir besuchen die eindrücklichen MeteoraKlöster bei der Stadt Kalambaka. Sie sind auf hohen Sandsteinfelsen gebaut und waren bei der Gründung im 14. Jahrhundert nur mit Seilwinden erreichbar. Heute gibt es Strassen, aber zum Kloster selber führt eine Treppe, also muss Peter auf Margrits Rückmeldungen warten. Wir erleben komische, manchmal auch schwierige Situationen. In jedem Land versuchen wir, uns mit den herrschen­ den Sitten und Gebräuchen vertraut zu machen. So haben wir uns in Griechenland schon gut daran gewöhnt, dass Sicherheitslinien etwas anderes bedeuten als in der Schweiz, und was bei uns ein Halteverbot ist, bedeutet hier «Gratis­ parkplatz». Noch nicht im Klaren sind wir uns über die Bedeutung der runden Schilder mit rotem Rand und einer Zahl in der Mitte. Wir sind jetzt in der Nähe von Thessaloniki. Bereits haben wir das Visum für den Iran in den Pässen und das für Turkmenistan ist ebenfalls terminiert. Weiter führt uns die Reise nun in die Türkei.

Peter und Margrit Scherrer


Kultur und Freizeit

UL-Flug in

Fournet-Blancheroche Der Flugtag im französischen Jura mit den Ultraleichtflugzeugen gehört zum festen Bestandteil unseres Programms. Die gemeinsamen Stunden, welche wir mit dem erfahrenen UL-Piloten Norbert Bächler auf dem kleinen Flugplatz mitten im Grünen verbringen, bleiben allen jeweils lange in bester Erinnerung. Fliegen kann man mit dem roten Trike. Das ist Abenteuer pur, denn man sitzt wie auf einem Stuhl in der Luft. So lässt sich aber die wunderschöne Landschaft des Juras am besten geniessen. Und sollte ein mulmiges Gefühl aufkommen, spürt das Norbert meist, bevor man sich per Funk bei ihm melden kann. Dann gibt es die Möglichkeit des Gyrokopters, eines geschlossenen Gerätes, das ein bisschen aussieht wie ein Insekt oder ein Überraschungsei. Darin ist man geschützt vor dem Wind. Dies gilt ebenfalls für das Trial, ein geschlossenes Kleinflugzeug. Geflogen wird max. eine Stunde, weniger ist ebenfalls möglich. Ein Höhepunkt ist jeweils auch das gemeinsame Mittagessen, einfach aber gemütlich, mit Bratwurst und Salat.

Swiss-Trac Romandie

Nach dem erfolgreichen Swiss-Trac-Einführungstag im letzten Jahr können wir von neuem auf die Mitarbeit von Michel Torny zählen für einen SwissTrac-Plauschtag im Waadtländer Mittelland. Folgendes Programm ist vorgesehen: Datum Zeit Ort

Treffpunkt Kosten Anmelden Dienstag, 22. August 2017 (Verschiebedatum 24. August 2017) Ort Fournet-Blancheroche (F), 20 km ausserhalb von La Chaux-de-Fonds Zeit ab 9.30 Uhr bis etwa 17.00 Uhr Kosten CHF 150.–/Stunde Flug mit dem Trike CHF 170.–/Stunde mit dem Gyrokopter CHF 210.–/Stunde mit dem Trial Kaffee/Gipfeli und Mittagessen inkl. Teilnehmende mind. 4, max. 8 Personen Anmeldung bis spätestens 7. August 2017 Anforderungen Möglichkeit zu transferieren, Gewicht nicht über 100 kg Datum

n Infos und Anmeldungen Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Kultur und Freizeit Tel. 041 939 54 24, kf@spv.ch 28 · Paracontact 2/2017

Samstag, 8. Juli 2017 10.00 –16.30 Uhr Sentier Handicap & Nature bei Villars-Tiercelin (siehe www.handicapnature.ch, Plan parcours) Parking Chalet-à-Gobet keine, Picknick zu Lasten der Teilnehmenden bis 30. Juni 2017

Der Tourleiter Michel Torny erwartet Sie auf dem grossen Parkplatz von Chalet-à-Gobet, da der Park etwas schwierig zu finden ist. Gemeinsam begeben Sie sich dann zum Ausgangspunkt der Tour. Dort gibt es speziell reservierte Parkplätze für Mobilitätsbehinderte und eine rollstuhlgängige Toilette (Eurokey). Jede(r) bringt sein/ihr eigenes Picknick mit. Bei unsicherer Wetterlage informieren wir am Freitag, 7. Juli über die Durchführung über Telefon 041 939 54 24.


in Pforzheim

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Unter diesem Motto stehen jeweils unsere Frühlingstreffen der Kul­ tur- und Freizeitverantwortlichen der Rollstuhl­clubs, auch jenes vom 18./19. März dieses Jahres. Ziel unse­ res Ausflugs war das Hohenwart Forum in Pforzheim-­ Hohenwart. Wussten Sie übrigens, dass Pforzheim etwas mit Rom um 312 zu tun hat? Aber mehr dazu später. Als ich am Morgen des 18. März in Nottwil eintraf, stand der SPV-Bus bereits auf unserem Parkplatz und Giuseppina packte fleissig die verschiedenen Dinge ein, welche wir für dieses Wochenende brauchen würden, unter anderem leider auch Regenschirme. Ein Teil der Gruppe stieg bereits in Nottwil zu, die anderen trafen wir beim Hotel Mövenpick in Egerkingen, dann war unsere Reisegruppe mit 25 Perso­ nen komplett und wir konnten die Fahrt Richtung Deutsch­ land beginnen.

n Bretzeln gegen den Heisshunger Die diversen Themen der Sitzung werden jeweils im Bus behandelt. Das lässt mehr Zeit fürs Vergnügen nach der Ankunft. Pforzheim-Hohenwart, unser Ziel, liegt ein paar Kilometer ausserhalb der Stadt selber und ist etwas abge­ legen. Zur allgemeinen Stärkung nach dem Zimmerbezug erhielten wir einen Begrüssungsapéro. Gerhard Hötger, der Leiter des Forums, hatte ein paar Häppchen bereitgestellt. Er war davon ausgegangen, dass wir unterwegs ein ausgiebiges Mittagessen eingenommen hatten und war nicht wirklich auf den Heisshunger der Gäste vorbereitet. Er rüstete aber sofort nach mit feinen Brezeln.

die römische Geschichte. Da Pforzheim als römische Gründung «Portus» einen Bezug zum römischen Weltreich hat, wird das monumentale 360-Grad-Panorama «ROM 312» des Künstlers und Architekten Yadegar Asisi gezeigt. Die Führung an sich war interessant, aber das Panorama war schlicht überwältigend. Das 3-D-Bild ist mit unglaublich viel Liebe zum Detail gefertigt worden. Die diversen Lichteffekte zogen uns total in ihren Bann, so stark sogar, dass beim Status «Nacht» alle Besucher nur noch flüsterten. Einige aus unserer Gruppe waren so fasziniert von diesem Spektakel, dass sie die Abfahrt des Busses beinahe verpassten.

n Bobrun über dem Waldboden Am Sonntagmorgen stand der Besuch eines Baumwipfelpfads auf dem Programm. Trotz schlechter Wetterprognose – Wind und Regen waren angesagt – entschieden wir uns für den Besuch. Mit einer Gesamtlänge von 1250 Metern und einer Höhe von bis zu 20 Metern über dem Waldboden schlängelt sich der Pfad durch Buchen, Tannen und Fichten des imposanten Bergmischwaldes. Höhepunkt ist der 40 Meter hohe, architektonisch einmalige Aussichtsturm. Trotz des Nieselregens genossen wir diesen Steg, der ein bisschen einer Bobbahn gleicht. Der Aufstieg war schweiss­ ­treibend, die Aussicht hätte einen dafür entschädigen sollen, nur war sie leider an diesem Tag kaum vorhanden. «Pa dam, pa dam», tönte es, als ich wieder unten stand und nach oben schaute: Die einen oder anderen Rollifahrer genossen die Abfahrt auf diesem «Bobrun» sehr.

n Spartanisch, aber zeitgemäss Das Hohenwart Forum wird durch den Freundeskreis Hohenwart Forum e. V. ideell und materiell unterstützt. Die Ins­ titution gehört zur evangelischen Landeskirche. Die Teil­neh­ menden zeigten sich teilweise etwas erstaunt ob der eher spartanischen Einrichtung der Zimmer. «Ein Zimmer ohne Fernseher, das habe ich schon lange nicht mehr gesehen», meinte einer. Herr Hötger relativierte: «Einige Zim­mer haben TV, aber was ja viel wichtiger ist heutzutage, WLAN haben sie alle.» Die Führung durch das Hauptgebäude vermittelte einen Einblick in die Philosophie des Zentrums. Beeindruckend auch die Kunst, die überall präsent ist.

n Rom in Pforzheim Nun stand der Besuch des 360-Grad-Panoramas im Gaso­ meter Pforzheim auf dem Programm. Unser Bus brachte uns in knapp 20 Minuten dorthin. Die Führung gab Einblick in die Vergangenheit des Ortes und gleichzeitig auch in 29 · Paracontact 2/2017

Es war ein unvergessliches Wochenende, bei dem trotz nicht gerade gutem Wetter eine tolle Stimmung herrschte. Einen besonderen Dank sprechen wir Gerhard Hötger aus, der ein tolles Rahmenprogramm geboten hatte, und Giuseppina Napolitano, die ihr erstes KF-Treffen tadellos organisiert hat. Urs Styger

Kultur und Freizeit

Die KF-Verantwortlichen


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Rigi – Königin der Berge Andreas Gautschi, Handbike-Fan, regte eines Tages an, zusammen mit der SPV einen Handbike-Tag anzubieten. Ich winkte ab und erklärte ihm, der Bereich Kultur und Freizeit organisiere keine Sportanlässe.

konnten wir die Rigibahnen gewinnen, obwohl diese normalerweise keine Fahrräder mitnehmen. Deshalb hier schon mal ein grosses Dankeschön für die Flexibilität der Bahnbetreiber.

Andi meinte dann aber, es solle auch kein Sportevent sein, sondern wirklich ein Freizeitanlass. Natürlich brauche es für dieses Vorhaben sportliche Rollifahrer, aber es seien keine Spitzen-, sondern Hobbysportler gefragt. Wir einigten uns also, das Projekt zusammen anzugehen. Austragungsort sollte die Rigi sein mit Start in Goldau und Ziel auf Rigi Kulm. Die Rigi ist ein wunderbarer Voralpenberg und wenn man mal oben ist, ist die Rundumsicht atemberaubend. Im oberen Teil habe es zwar eine kurze Strecke mit einer Steigung von 16 Prozent, meinte Andi. Bereits die Vorstellung brachte mich zum Schwitzen, aber Andi ver­ sicherte mir, dass er diese Strecke selber gemeistert habe.

n Unser Tag auf der Rigi

n Selbst-Erfahrung am Berg Andi Gautschi erinnert sich an seine erste «Befahrung» der Rigi: «Ich dachte mir damals, dass man es doch mit dem Handbike schaffen sollte.» Er habe den Weg unter seine Räder genommen und zum eigenen Erstaunen die Tour geschafft. Klar habe es Schweisstropfen gegeben. «Aber der Erfolg hat mich motiviert, andere Rollifahrer zu begeistern dafür.» Die Fahrt auf die Rigi wird jemand ohne Training nicht schaffen, aber wir haben die Möglichkeit, bis zu fünf elektrisch unterstützte Handbikes zu organisie­ ren, welche wir den Teilnehmenden kostenlos zur Verfügung stellen können. So wird die Fahrt auch für weniger trainierte Fahrer realistisch. Bitte melden Sie sich per Mail an giuseppina.napolitano@spv.ch. Und sollte der Tag erfolgreich werden, meint Andi, könnte man eine nächste Tour ausarbeiten. Fürs Erste bleiben wir aber bei der Rigi. Nun ging es darum, einerseits Begleitpersonen und andererseits eine Materialtransport-Möglichkeit zu finden. Für den Transport 31 · Paracontact 2/2017

Tourablauf: Wir starten von Goldau und bewegen uns zum höchsten Punkt der Berner­höhe. Dort zweigt eine kleine, verkehrsarme Asphaltstrasse rechts ab. Von da an wählen wir immer jenen Weg, der auf­wärts führt. Erst geht es an satten, grünen Wiesen vorbei, mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht über den Lauer­zersee und den Schwyzer Talkessel imposanter. Später, auf etwa 900 m ü. M., verläuft die Strasse durch den kühlen Wald. Zwischen­durch öffnet sich der Blick auf den Zugersee. Kurz vor der Bahn­sta­tion «Fruttli» der Goldau-­Rigi-Zahnradbahn wech­selt der Unter­ grund auf Schotter und wir verlassen den Wald. Noch ein paar Höhenmeter auf der rechten Talseite, und Rigi-Klösterli ist erreicht. Wer es sich nicht zutraut, bis auf Rigi-Kulm zu fahren, steigt hier mitsamt Handbike auf den Zug um. Wir fahren jetzt auf einer Beton­strasse bis Rigi-Staffel. Be­ reits hier verzückt uns das unglaubliche Panorama. Der Sen­ deturm scheint zum Greifen nahe, davon lassen wir uns nicht beirren, denn bis Kulm sind es noch fast 200 steile Höhen­meter. Die gewaltige Fern­­sicht, das feine Mittagessen und das gesellige Zusammensein entschädigen für die Mühen. Wer noch nicht genug hat, geniesst die Abfahrt zum Ausgangspunkt. Alle anderen nehmen für die Tal­fahrt die Bahn. Auch die Alltagsrollstühle werden wieder hinun­ ter­transportiert. Wer sich für diesen Tag anmelden möchte, kann bereits jetzt mit dem Trainieren beginnen.

n Programm Datum 1. Juli 2017 (Verschiebedatum 8. Juli) 8.30 Uhr Besammlung Parkplatz A4 oder Goldau Eichmatt (Entscheid wo ist offen) 9.00 Uhr Einladen des Materials (u. a. Tages­rollstühle) und Start der Tour 11.30 Uhr Ankunft Rigi Klösterli 12.00 Uhr Fahrt mit der Bahn nach Rigi Kulm (Weiterfahrt mit Handbike oder Zug) 12.15 Uhr Ankunft auf Rigi Kulm danach Handbiker fahren nach Goldau Parkplatz A4 16.05 Uhr Abfahrt des Zugs nach Goldau Parkplatz A4 16.50 Uhr Zug und Handbiker erreichen Goldau Kosten CHF 40.– pro Person (ohne Verpflegung) Anmelden bis am 16. Juni 2017 bei giuseppina.napolitano@spv.ch

Kultur und Freizeit

Erster Handbike-Tag


Kultur und Freizeit

Vorankündigung und Erinnerung n Fototreff und Lancierung

Ferienkatalog 2018

Notieren Sie sich das Datum vom 5. November 2017. Da wird der traditionelle Fototreff stattfinden und der Ferienkatalog 2018 lanciert werden. Diese Veranstaltung ist öffentlich und wir freuen uns auf Reiseinteressierte, Begleitpersonen und Helfende. Im ersten Teil des Tref­fens schauen wir zurück auf die im vergange­ nen Jahr durchgeführten Reisen, im zweiten Teil werden die neuen Destinationen vorgestellt. Vor dem Tref­ fen gibt es wiederum die Möglichkeit, am einstündigen medi­zinischen Vortrag zum Thema Reisen von Hans Georg Koch teilzunehmen. Der Anlass wird gesponsert von der Firma Hollister AG.

n Weihnachtsmarkt 2017 Sie können sich bereits jetzt anmelden, wenn Sie am Weihnachtsmarkt Ihre kulinarischen Köstlichkeiten oder handwerklichen Objekte ausstellen und verkaufen möchten. Wir stellen Ihnen ein bis zwei Tische zur Verfügung, für die Dekoration und die Präsenz am Stand sind Sie selber zuständig. Dieses Angebot ist in erster Li­nie Roll­stuhlfahrern vor­ behalten. Die Anzahl der Stände ist limitiert, dieses Jahr vor allem auch, weil der Markt wegen des Umbaus des SPZ im Aula-Gang stattfinden wird. Anmeldungen werden nach ihrem Eingang berücksichtigt. Datum Samstag, 25. und Sonntag, 26. November 2017 Ort SPZ, Aula-Gang Zeit jeweils von 11.00 –17.00 Uhr

n Mobilitätskurs

Sonntag, 5. November 2017 10.00 Uhr Medizinischer Vortrag zum Thema Reisen von Hans Georg Koch ab 11.00 Uhr Apéro 12.00 Uhr Mittagessen  13.45 Uhr Eintreffen der Gäste ohne Mittagessen 14.00 Uhr Vorstellen der neuen Destinationen Kosten CHF 40.–/inkl. Apéro und Mittagessen Anmelden bis 20. Oktober 2017 Datum Zeit

n Infos und Anmeldungen Schweizer Paraplegiker-Vereinigung Kultur und Freizeit Kantonsstrasse 40, 6207 Nottwil Tel. 041 939 54 24, kf@spv.ch

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Es hat noch freie Plätze für den Mobilitätskurs vom 18./19. August 2017. Der Kurs vermittelt Techniken und Tipps für mehr Sicherheit im Rollstuhl. Am Freitag­ nachmittag wird im SPZ geübt, am Samstag wird das Gelernte beim Ausflug nach Luzern angewendet. Kursdaten 18./19. August 2017 Zeit Freitag: 14.00 –18.00 Uhr Samstag: 8.45 –17.00 Uhr Kursort SPZ Nottwil Kurskosten CHF 260.–/Person im Doppelzimmer, inkl. Frühstück, Nachtessen am Freitag, Zugfahrt nach Luzern, Foxtrail und Parkkosten SPZ. Einzelzimmerzuschlag CHF 38.–; Kurskosten ohne Übernachtung: CHF 190.–/Person Teilnehmende mind. 5/max. 8 Rollstuhlfahrer plus Begleitpersonen Anmeldung bis spätestens 4. August 2017


Rollstuhlsport Schweiz

Achtung, fertig, «move on»

Eine perfekte Infrastruktur, verschiedene Sportarten, kompetente Trainer, aufgestellte Mitarbeitende von Rollstuhlsport Schweiz sowie viele motivierte Rollstuhlsportler: Dies sind die Hauptzutaten für das Sportcamp «move on», welches vom 9.–14. Oktober 2017 in Nottwil stattfindet. Das Ziel der «move on»-Woche ist, möglichst viele Sportarten kennenzulernen und sich in der einen oder anderen Disziplin zu vertiefen. Während drei Tagen wird am Morgen in der ausgewählten Hauptsportart trainiert. Nachmittags kann jeweils eine andere Schnuppersportart ausprobiert werden. Wer eine ganze Woche am Camp teilnimmt, hat somit die Chance, acht verschiedene Sportarten zu testen. Es ist auch möglich, nur eine Wochenhälfte zu besuchen. Voraussetzung für die Teilnahme ist nebst der Freude an der Bewegung die Selbständigkeit in der Kommunikation und im Alltag. Das Mindestalter beträgt 10 Jahre.

Auch dieses Jahr haben wir ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Detaillierte Informationen sind in der Ausschreibung auf unserer Webseite www.spv.ch (Breitensport) zu finden. Bei Fragen gibt Martina Meyer (martina.meyer@spv.ch, 041 939 54 30) gerne Auskunft. Interesse geweckt? Dann «move on» und noch heute anmelden! Martina Meyer

Prêt – allez! Box!

Konzentration, Koordination und Kondition. Oder um die Sportarten beim Namen zu nennen: Boxen und Fechten. Am 7. Mai machten zwölf interessierte Teilnehmende erste Erfahrungen mit diesen beiden Kampfsportarten. Maître Gabriel Nielaba eröffnete den Morgen mit Fechten. Nach einer kurzen Theorie schlüpften die «Lehrlinge» in ihre Fechtmonturen. Dazu gehören Brustschutz, Handschuh, Fechtanzug, Schürze, Maske sowie ein Degen. Mit «prêt» (bereit) und «allez» (los), beginnen die Wettkämpfe. Im Laufe des Vormittages wurden spannende und bereits strategische Duelle ausgetragen. Nach der wohlverdienten Mittagspause ging es zurück in die «Kampfarena». Dass man sich beim Boxen richtig auspowern kann, aber gleichzeitig sehr viel Taktik dahinter steckt, spürten die Teilnehmenden bald. Nach dem Aufwärmen verteilte Pascal Brawand von «Boxen zur Bildung» die Boxhandschuhe. Auf das Kommando «Box» wurden intensiv Angriff und Verteidigung geübt. Blutige Zähne gab es übrigens – anders als sich das der 9-jährige Aaron zu Beginn des Kurses vorgestellt hatte – keine. Dafür viele Schweissperlen und strahlende Gesichter.

n Zusatzkurs Aufgrund der grossen Nachfrage bieten wir am Samstag, 30. September 2017 einen Zusatzkurs an. Mehr dazu steht im Sommerprogramm auf www.spv.ch (Breitensport) oder gibt es auf unserer Bildergalerie zu sehen. Martina Meyer

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Rollstuhlsport Schweiz

Von Strasse,

Bahn und Sporthalle n Leichtathletik-WM

in London

Im Sommer 2017 findet der grösste globale Sportevent des Jahres im Queen Elizabeth Olympic Park in London statt. Während zehn Wettkampftagen vom 14.–23. Juli 2017 wird die Kapitale Englands zunächst zum Mekka der Leichtathletik im Behindertensport. In den Wochen danach wird an derselben Wettkampfstätte die WM der Fussgängerathleten durchgeführt. London Stadion in neuem Glanz Seit den paralympischen Spielen von 2012 erfuhr das Stadion in Stratford (East London) bemerkenswerte Veränderungen. Ein neues, doppelt so grosses Dach bietet den 60 000 Zuschauern gedeckte Sitzplätze und ermöglicht eine fantastische Stimmung. Vierzehn Beleuchtungsmasten, Europas grösste Videoleinwände und flexible Sitzreihen bringen die sportlichen Emotionen noch näher zu den Fans. Angrenzend zum Stadion entstand ein Aufwärmstadion, welches den Athleten ermöglicht, nach dem Warm-up direkt in die Katakomben des Stadions zu gelangen. Somit können die besten Athleten der Welt von besten infrastrukturellen Gegebenheiten profitieren. Qualifikationsrennen in der Schweiz Auch in diesem Jahr wird die Leichtathletik-Rennserie in der Schweiz durchgeführt. Mit dem Daniela Jutzeler Memorial und den 44. Schweizer Meisterschaften in Arbon stehen Ende Mai Rennen auf der weltschnellsten Bahn auf dem Programm. Neben den Rollstuhlathleten bietet das Organisationskomitee zum ersten Mal in ihrer Geschichte auch Wettkämpfe für die stehenden Athleten an und hofft auf grosses Interesse. Eine Woche später finden die bewährten ParAthletics (World Para Athletics Grand Prix) in Nottwil statt. Für die zahlreichen Schweizer Athleten be-

34 · Paracontact 2/2017

stehen somit gute Möglichkeiten, auf den beiden schnellen Bahnen und in gewohntem Umfeld Spitzenzeiten zu fahren und sich für die WM in London zu qualifizieren. Formkurve Manuela Schär und Marcel Hug bewiesen bereits an den ersten Rennen des Jahres in Dubai, dass auch dieses Jahr mit ihnen zu rechnen ist. Obwohl die Saison noch jung ist, widerspiegeln diese Resultate die Ambitionen unserer Aushängeschilder. Neben den beiden Topathleten haben sich auch Alexandra Helbling und Patricia Keller bereits in guter Form präsentiert. Weiter rechnen sich auch Beat Bösch und Bojan Mitic berechtigte Hoffnungen auf Spitzenklassierungen an der WM aus. Gespannt verfolgen wir die Entwicklung in den nächsten Wochen weiter, drücken unseren Athleten die Daumen für die Qualifikationsrennen und wünschen bereits jetzt viel Erfolg an der WM in London. Andreas Heiniger

n Para-cycling-WM

in Pietermaritzburg

Erstmals findet die UCI Para-cycling-Strassen-WM in Südafrika statt. Vom 31. August bis 3. September 2017 messen sich die Topathleten in Pietermaritzburg. Erfahrener Veranstalter Pietermaritzburg ist die Hauptstadt der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal, einer der neun Provinzen des Landes. Seit 2009 wurden an dieser Stätte bereits zehn Weltcuprennen und sechs Weltmeisterschaften der Fussgänger durchgeführt. Die Tatsache, dass der grösste Teil des aktuellen Organisationskomitees an allen diesen Events mitgearbeitet hat, zeigt, welch immenser Erfahrungsschatz in der Durchführung von Radrennen besteht. Nachdem die


Rollstuhlsport Schweiz Veranstalter in den letzten beiden Jahren zwei Para-cyclingWeltcups durchführen konnten, begrüsst Pietermaritzburg Ende August die besten Athleten der Welt zur Paracycling-Strassen-WM.

nutzen, um sich für die WM zu qualifizieren. Wir wünschen dem Para-cycling Swiss Team eine erfolgreiche Premiere unter dem neuen Nationaltrainer! Andreas Heiniger

Para-cycling Swiss Team Rollstuhlsport Schweiz und PluSport haben zum ersten Mal einen gemeinsamen Trainer im Para-cycling angestellt. Mit dem Engagement von Daniel Hirs verfolgen wir das Ziel, ein medaillenstarkes Team für die Paralympics 2020 in Tokio aufzubauen. Daniel Hirs hat die Geschicke als Nationaltrainer per Anfang Mai übernommen und wir sind erfreut, dass bereits nach dieser kurzen Zeit seine Handschrift deutlich zu erkennen ist. Mit dem neuen Schwung im Rücken reist das Para-cycling Swiss Team unter der Führung von Daniel Hirs nach Südafrika und hegt grosse Ambitionen.

n Rollstuhlbasketball-EM auf Teneriffa

Medaillenanwärter Die ersten beiden Tage der WM sind für die Strassenrennen vorgesehen und finden im Stadtzentrum von Pietermaritzburg statt. Das Zeitfahren an den darauffolgenden beiden Tagen führt die Athleten an den diversen Sehenswürdigkeiten der Region Midmar Dam vorbei. Für die Besichtigung der Region wird allerdings wenig Zeit bleiben, gilt der Fokus doch voll und ganz den Wettkämpfen. Alle Athleten des Para-cycling Swiss Team haben bereits an einem Weltcup in Pietermaritzburg teilgenommen, kennen somit die Bedingungen bestens und können sich gezielt auf die Wettkämpfe vorbereiten. Die Weltmeisterschaften Ende August sind für alle Athleten gleichbedeutend mit dem Saisonhöhepunkt. Neben Tobias Fankhauser und Heinz Frei gehören Sandra Graf, Sandra Stöckli, Benjamin Früh und Roger Bolliger zu den Anwärtern auf Spitzenplatzierungen. Wir erhoffen uns weiter, dass auch unsere Nachwuchstalente die Chance

Die Schweizer Basketball-Nationalmannschaft reist im Juni für zwei Wochen nach Teneriffa. Die grösste Insel des Kanarenarchipels ist 2017 Austragungsort der Rollstuhlbasketball-Europameisterschaft Division A (ECMA). Die letzte Europameisterschaft der Division A fand 2015 in Worcester, Grossbritannien statt. Die Schweizer Nationalmannschaft beendete diesen Wettkampf mit dem zehnten Schlussrang und sicherte sich so die Direktqualifikation für das Turnier 2017! Als einziges Team, das nicht vollständig aus Profis besteht, hat es die Schweiz unter die besten zehn geschafft. Zusammen mit den beiden Aufsteigern Frankreich und Litauen kämpfen nun zwölf Teams um den Europameistertitel. Spanien hat die Ehre, die EM 2017 zu organisieren. Als Silbermedaillengewinner der Paralympics brennen die Spanier natürlich auf den Europameistertitel. Die Schweiz trifft auf folgende Gegner: Gruppe A : ESP, NED, ITA, POL, SUI, FRA Gruppe B: GBR, TUR, GER, ISR, SWE, LTU WM im Visier Die Schweiz wird das Eröffnungsspiel am 21. Juni 2017 gegen Spanien bestreiten. Bevor es aber so weit ist, sind mehrere Vorbereitungsturniere mit den anderen Teams aus ihrer Gruppe geplant. So können die jeweiligen Gegner beobachtet und die eigene Strategie im Hinblick auf die hart umkämpften Endspiele verbessert werden. Aufgrund des professionellen europäischen Niveaus ist für die Schweiz das Erreichen eines Top-Sieben-Platzes und somit die Qualifikation für die WM 2018 in Hamburg schwierig. Dennoch bestehen durchaus Chancen, denn im Gegensatz zu früheren WM-Austragungen stehen für europäische Teams sieben Plätze anstelle von fünf wie bisher zur Verfügung. Auch mit nur drei Profis im Team wird das Schweizer Team mit viel Leidenschaft alles daran setzen, die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Wir wünschen ihnen dabei viel Glück und alles Gute! Hopp Schwiiz! Tamara Strasser

35 · Paracontact 2/2017


Rollstuhlsport Schweiz

Junioren-WM Medaillenträume Sie haben Grosses vor, eifern erfolgreichen Vorbildern nach und investieren viel in ihre Sportkarriere. Die Teilnehmenden der Junioren-WM vom 3. bis 6. August in Nottwil träumen von Medaillen, Paralympics und sportlichem Erfolg.

vor knapp drei Jahren durch einen Unfall eine Querschnittlähmung erlitt und seit zwei Jahren regelmässig trainiert, hat Chancen auf gute Resultate. Wayra Huber und Dario Studer, 15 und 13 Jahre alt, sind zwei junge Talente, die das Potenzial für eine Selektion aufweisen.

In Nottwil treten sie gegen Gleichaltrige an, messen sich mit 350 Talenten aus aller Welt. Die Rede ist von den vier Schweizer Talenten, die sich seit Monaten auf die Heim-WM vorbereiten und die Qualifikation bestreiten. Ihre Vorbilder sind Marcel Hug und Manuela Schär. Auch deren Karrieren haben mit Junioren-Wettkämpfen begonnen. Heute kennt man ihre Namen weit über die Landesgrenzen hinaus und sie gehören zu den weltbesten Leichtathleten.

n Hoffnungsquartett

Junioren im Rampenlicht

Nachwuchstrainer Paul Odermatt trainiert seit mehr als 20 Jahren junge Leichtathleten im Rollstuhl. Beispielsweise die 16-jährige Licia Mussinelli, die schon länger an ihren Träumen arbeitet: «Bei den letzten IWAS World Junior Games, dem Vorläufer dieser Weltmeisterschaften, habe ich vier Goldmedaillen gewonnen. Ich möchte auch an der Heim-WM erfolgreich sein. Und irgendwann will ich an Paralympischen Spielen teilnehmen – dafür trainiere ich jeden Tag.» Auch der 15-jährige Andrin Deschwanden, der erst

Frühe Erfolge sind eine wichtige Motivationsspritze für die Athleten zwischen 14 und 20 Jahren, die ihr Leben dem Sport verschreiben müssen, um schon früh bei der Elite mithalten zu können. Dessen ist sich auch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bewusst. Es hat daher die Junioren-WM neu geschaffen und Rollstuhlsport Schweiz beauftragt, die ersten beiden Austragungen 2017 und 2019 durchzuführen. Das ist eine Ehre und eine Verpflichtung.

n Das Programm

www.nottwil2017.ch

Donnerstag 3. August 2017

Freitag 4. August 2017

Samstag 5. August 2017

Sonntag 6. August 2017

12.00 Uhr Eröffnungsfeier

9.30 –12.00 Uhr Wettkämpfe

9.30 –12.00 Uhr Wettkämpfe

9.30 –12.00 Uhr Wettkämpfe

16.30 – 19.00 Uhr Wettkämpfe

16.30 – 19.00 Uhr Wettkämpfe

16.30 –19.00 Uhr Wettkämpfe 13.00 –16.00 Uhr Ballonkünstler 14.00 –17.00 Uhr Gratis Airbrush-Tattoos

16.30 –19.00 Uhr Wettkämpfe 13.00 –16.00 Uhr Ballonkünstler 14.00 –17.00 Uhr Gratis Airbrush-Tattoos

Ab 19.30 Uhr Marc Sway DJ ZsuZsu

Ab 19.30 Uhr Dodo Cookie the Herbalist

Ab 19.30 Uhr Party in der Beachbar mit DJ Butjes

Ganzer Tag Kids- & Family-Park by Funnyhouse REGA-Hüpfburg

Ganzer Tag Kids- & Family-Park by Funnyhouse REGA-Hüpfburg

Ganzer Tag Kids- & Family-Park by Funnyhouse REGA-Hüpfburg

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um Runde n Fest der Jugend Die 350 Athletinnen und Athleten reisen aus knapp 40 Län­ dern nach Nottwil. Sie erleben hier nicht nur sportliche Hö­ he­punkte, sondern profitieren – wie auch die Zuschauer – ­von einem reichhaltigen Rahmenprogramm. Unter dem Motto «Sport trifft Musik» finden direkt in der Leichtathletikanlage Konzerte statt. Schweizer Musikgrössen wie Dodo mit seinem Hit «HippieBus», der monatelang in den Charts lief, und Marc Sway sor­gen für Openair-Stimmung und zusätzliches Publikum. Die Stars verzichten auf einen grossen Teil ihrer Gage und er­mög­lichen zwei spannende Abende für Jung und Alt. Ergänzt werden die Hitparadenstürmer von DJ ZsuZsu, die Klas­siker aus den 50er-Jahren mit elektronischen Beats mischt. Cookie the Herbalist begeistert mit Reggae-Songs, Rap und Dancehall. Die Konzerte sind gratis für alle, die vor 18.00 Uhr in der Sport Arena Nottwil eintreffen und die Ath­ leten anfeuern. Für alle anderen gibts Tickets an der Abend­ kasse (Erwachsene: CHF 25.–; Kinder bis 16 Jahre: CHF 5.–).

Es ist das Highlight des Donnerstagabend-Rennens: Heinz Frei tritt im Tissot Velodrom in Grenchen mit einem eigens dafür angefertigten Handbike den Kampf gegen die Stoppuhr an. Zahlreiche Freunde des Velosports haben sich am Donnerstagabend, 16. März 2017 im Tissot Velodrom in Grenchen eingefunden, um neben den diversen Velorennen das Grossereignis «Stundenweltbestleistung von Heinz Frei» mitzuerleben.

n Spezial-Handbike Auf der Radrennbahn Grenchen soll die erste Stundenweltbestleistung eines Schweizers mit einem Bahn-Handbike aufgestellt werden. Mit einem herkömmlichen Handbike konnte Heinz Frei nicht auf der Bahn antreten, denn auf der Radrennbahn sind nur Bikes mit Starrlauf erlaubt (also ohne Gangschaltung und separate Bremsen). Damit die Stundenbestleistung anerkannt werden kann, hat Kilian Oertli, Mechaniker bei Swiss Cycling, einen Handbike-Prototyp mit starrer Nabe hergestellt.

n Stunde der Wahrheit

n Familienausflug? Kostenlos ist ab Freitag, 4. August, der Kids- & Family-Park mit Karussell, Hüpfburgen, Bullriding, Kletterwand und einer Hindernisbahn der Firma Funnyhouse. Am Samstag und Sonntag werden die Kinder gratis mit Airbrush-Tattoos in Tiger, Schmetterlinge oder Fabelwesen verwandelt. Ruedi Spitzli, OK-Präsident der WM, freut sich auf das Programm: «Wir wollen sowohl den Besuchern – insbesondere solchen mit Familie – als auch den Athleten unvergessliche Erlebnisse ermöglichen. Spannende Wettkämpfe auf der Bahn, den Sprung- und Wurfanlagen und danach noch ein Konzert – ein Besuch lohnt sich also doppelt.» Kommen Sie mit Freunden, Bekannten und der Familie in Nottwil vorbei. Die jungen Talente stecken viel Zeit, Energie und Hoffnung in den Sport. Sie alle haben es verdient, vom Publikum zu Bestleistungen angespornt zu werden. Evelyn Schmid 37 · Paracontact 2/2017

Sobald Heinz Frei einmal mit Kurbeln begonnen hat, ist er nicht mehr zu stoppen. Wenn also jemandem eine Stundenweltbestleistung auf der Radrennbahn ge­ lingen kann, dann ist das Heinz Frei! Runde um Runde fährt der 59-jährige Solothurner mit der Regelmässig­ keit eines Taktmessers. Mit jeder verstrichenen Minute steigt die Spannung im Velodrom. Die letzten drei Minuten wird Frei mit einer Standing Ovation seitens des Publikums angefeuert. Schliesslich zeigt die Leinwand das Resultat nach einer Stunde an: 40,821 Kilometer. Heinz Frei hat damit die erste Stundenweltbestleistung in der Disziplin Bahn-Handbike aufgestellt.

n Motivation für andere Die Bestleistung wurde noch nicht vom Weltradsportverband (UCI) anerkannt. Denn offiziell gibt es noch keine Handbike-Rennen auf der Bahn. Frei ist sich dessen bewusst und wollte mit dieser Aktion eine Marke setzen, andere motivieren, es ihm gleichzutun und allenfalls seine Bestleistung zu toppen. Rollstuhlsport Schweiz gratuliert Heinz Frei zu dieser ausserordentlichen Leistung! Linda Wiprächtiger

Rollstuhlsport Schweiz

Runde


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Kids Day –

Freude herrscht! «Wann können wir wiederkommen?», ruft mir Zoé zu, bevor sie ihren Elektrorollstuhl mit über 10 km/h dem Ausgang zusteuert. Am 5. März 2017 fand in Bulle der erste Sporttag der Romandie für Kinder im Rollstuhl und deren Geschwister statt. Ob Genf, Wallis, Lausanne oder Freiburg: Aus der ganzen Romandie sind die Familien angereist.

Foto Claude Haymoz

Zusätzlich zum besonderen Sportangebot für Mitglieder von Rollstuhlclubs organisiert die SPV auch zwei Sportwochenenden und eine Sportwoche. Das zweitägige Kids Camp richtet sich an 6- bis 12-jährige Kinder und deren Geschwis-

ter. Das Camp «fun for wheelies» hingegen bietet Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren die Möglichkeit, an einem Wochenende eine andere Region der Schweiz kennenzulernen. Dabei werden sie von Gesundheitsfachleuten und Trainern betreut. Dieses Camp findet ohne Eltern statt, damit die Jugendlichen lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Im Oktober wird dann das Sportcamp «move on» in Nottwil durchgeführt, wo Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren verschiedene Sportarten entdecken können.

n Der Tagesbericht von Claude Jaquet Woher kam die Idee, einen Sporttag für Kinder im Rollstuhl zu organisieren? Die Idee entstand aus mehreren Erlebnissen: Während meines ersten Besuches im Kids Camp in Nottwil stellte ich fest, wie gerne die Kinder miteinander spielten und sich dabei austobten. Unter ihnen gab es auch einige Romands. Zudem wurde in Bulle ein neuer Fitnessraum mit Parkettboden gebaut. Und schliesslich ein zufälliges Treffen mit dem 9-jährigen Romain, der im Tenniszentrum von Bulle gerade zu Mittag ass. Ich fragte ihn, ob er Lust hätte, bei den «Bambinos» mitzumachen: zwei Stunden Tennis mit vier Betreuern, vier verschiedenen Posten und 16 weiteren Kindern. 39 · Paracontact 2/2017

Leider bieten die Rollstuhlclubs der Romandie kein Sportprogramm, das auf die Bedürfnisse von Kindern oder Jugendlichen angepasst wäre. So sind die meisten von ihnen aufgrund ihrer wenig trainierten Muskulatur vom bestehenden Sportangebot ausgeschlossen und haben kaum die Gelegenheit, die Bandbreite der möglichen Rollstuhlaktivitäten zu entdecken. Der Kids Day soll folglich als Ergänzung zum bestehenden Sportangebot verstanden werden. Die SPV organisierte den Tag zusammen mit dem Rollstuhlclub Gruyère. Die Idee dazu stammte von Claude Jaquet, Präsident und Sportchef des Rollstuhlclubs Gruyère. Gleiche Vorstellungen und eine gute Zusammenarbeit waren Wegbereiter zur Organisation. Dabei war es den Organisatoren wichtig, den Jugendlichen Aktivitäten zu zeigen, die sie auch während des Jahres ausführen können. So wurde die Zirkusschule von Lausanne-Renens an den Kids Day eingeladen. Gleichgewicht, Beweglichkeit, Trapezakrobatik, Jonglieren: All dies können die Kinder im Kurs «handicirque» jeden Freitagnachmittag trainieren (www.ecoledecirque.ch). Langfristiges Ziel des Rollstuhlclubs Gruyère ist die Gründung einer Kinder- und Jugendgruppe, wie es sie in Bern, St. Gallen und in der Zentralschweiz gibt. Tamara Strasser

n Nicht verpassen! Kids Camp 2017 in Nottwil (6–12 Jahre): 10./11.6.2017 fun for wheelies in Fiesch (13–20 Jahre): 1.–3.9.2017 move on (ab 10 Jahren) in Nottwil: 9.–14.10. 2017 Weitere Informationen unter: www.spv.ch (unter Breitensport)

Obwohl er als Einziger im Rollstuhl sass, war er sofort mit Begeisterung dabei. Dies war eine tolle Erfahrung für alle, für die Betreuer wie auch für die Kinder. Welches Fazit ziehst du nach diesem Tag? Ich bin sehr zufrieden. Die Kinder möchten gerne wieder einen solchen Tag erleben. Wir organisierten ein vielfältiges Angebot, bei dem sich die Kinder mit ihren Geschwistern austoben konnten. Hast du noch weitere Pläne? Ja, eventuell könnten wir dieses Jahr nochmals einen solchen Tag organisieren. Und später vielleicht sogar einen Sporttag pro Monat.


Rollstuhlsport Schweiz

PyeongChang 2018 Nahezu bereit

Sie werden aus aller Welt anreisen, um sich mit den Besten der Besten messen zu können. Für die Wintersport-Athleten ist es DER Anlass. Vom 9. bis 18. März 2018 findet in der südkoreanischen Stadt und gleichnamigen Provinz PyeongChang die Austragung der 12. Paralympischen Winterspiele statt. An den Winter-Paralympics 2014 im russischen Sotschi gelang es nur einem Schweizer Athleten, Edelmetall zu holen: der Monoskibobfahrer Christoph Kunz gewann Gold im Riesenslalom. Die Schweizer Delegation bestand aus lediglich acht alpinen Skirennfahrern und war daher «nur» in einer der sechs Sportarten vertreten. Verglichen mit anderen Nationen war die Schweiz somit ein «Mini-Team». Das wird auch 2018 kaum anders sein.

n Schweizer Hoffnungen Welche Athleten für die Schweiz starten dürfen, ist noch nicht klar. Klar ist aber, dass bereits Quotenplätze gesichert wurden. Ruedi Spitzli, Bereichsleiter Rollstuhlsport Schweiz sagt: «Wir gehen davon aus, dass Skirennfahrer sowie ein Rollstuhlcurling-Team mit dabei sind. Die Quotenplätze sind bereits geholt, jetzt stehen noch die internen Qualifikationen an.» Wenn die Athleten also die internen Voraussetzungen erfüllen und sich somit für PyeongChang 2018 qualifizieren, stehen für die Schweiz Skirennfahrer und eine Rollstuhlcurling-Mannschaft am Start. Die selektionierten Schweizer Athleten werden Anfang Dezember 2017 (Curling) bzw. Anfang Februar 2018 (Ski alpin) bekannt gegeben.

n Von Bergen und Küste Nach zwei erfolglosen Bewerbungen konnte sich PyeongChang 2011 klar gegen Annecy (F) und München (D) durchsetzen. Für Südkorea ist es 30 Jahre nach den Sommerspielen 1988 in Seoul die zweite Austragung von Olympischen und Paralympischen Spielen. Die nahegelegenen Wettkampfstätten waren sicher eines der Siegerkriterien. Die Austragungsorte werden in ein «Mountain Cluster» sowie ein 40 · Paracontact 2/2017

«Coastal Cluster» unterteilt. Vom Mountain Cluster aus sind alle Wettkampfstätten mit dem öffentlichen Verkehr in rund 40 Minuten zu erreichen. Im Mountain Cluster PyeongChang befindet sich neben dem Paralympischen Dorf auch das 35 000 Zuschauer fassende Olympic Stadium, wo die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie die Siegerehrungen abgehalten werden. Die Schneeregion eignet sich besonders, um Wettkämpfe in den Sportarten Ski alpin, Skilanglauf, Snowboard und Biathlon auszutragen. Im Coastal Cluster Gangneung liegen die Eishalle und das Hockeycenter, wo sich Rollstuhlcurling- und Sledgehockey-Mannschaften messen werden.

n Mit Rekordteilnahme gerechnet Laut Hochrechnungen des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) wird mit über hundert Athleten mehr als 2014 gerechnet. Somit sollen rund 670 Athleten aus 50 Nationen an den Winterspielen 2018 teilnehmen. Besonders erfreulich ist, dass verglichen mit Sotschi 2017 ein Anstieg des Frauenanteils von 44 Prozent erwartet werden darf. 130 Kilometer von der südkoreanischen Hauptstadt Seoul entfernt wird an drei Wettkampfstätten in 80 Wettbewerben – aufgeteilt auf sechs Sportarten – um die begehrten Medaillensätze gekämpft. Erstmals werden die SnowboardEvents nicht mehr als Teil des Ski-alpin-Programms geführt, sondern als eigene Sportart.

Die Aufteilung der Wettbewerbe auf die Sportarten sieht wie folgt aus: Ski alpin: 30 Wettbewerbe Biathlon: 18 Wettbewerbe Skilanglauf: 20 Wettbewerbe Snowboard: 10 Events Rollstuhlcurling: 1 Wettbewerb Sledge-Eishockey: 1 Wettbewerb

Während die Curlinghalle bereits steht, müssen für die Skidisziplinen noch einige Pisten und Skilifte gebaut werden. Die Bauarbeiten sollen noch bis Ende Jahr andauern.


Rollstuhlsport Schweiz n Koreanische Luft geschnuppert Zur Vorbereitung auf die Winterspiele 2018 haben unsere Rollstuhlcurler und Skifahrer Anfang Jahr die Austragungsstätten in PyeongChang besucht. Vom 26. Februar bis 12. März 2017 fand im Gangneung Curling Center die Rollstuhlcurling-Weltmeisterschaft 2017 statt. Nationaltrainer Stephan Pfister ist sehr zufrieden mit dem Austragungsort. «Der Zustand des Eises in der Curlinghalle war nahezu perfekt. Präpariert wurde das Eis von den weltbesten Eismeistern», schwärmt er. Besonders gefreut hat die Schweizer, dass die Organisatoren die Steine für die Rollstuhlcurler speziell schleifen liessen. «Der Wettkampf-Schliff für Fussgänger ist viel aggressiver zum Spielen und eignet sich fürs Rollstuhlcurling nicht, da man bei diesen Steinen wischen können muss. Die Steine in Südkorea waren so präpariert, dass man den Griff drehen und so auf der weniger aggressiven Seite spielen konnte», sagt Nationaltrainer Stephan Pfister.

Auch das Swiss Paralympic Ski Team (SPST) hat die Austragungsstätte der Winterspiele 2018 vor Ort begutachtet. Vom 8. bis 19. März 2017 fand der Weltcup-Final in PyeongChang statt. Dieser wurde vor allem als Testevent für die Paralympics angesehen. Auf die Frage, ob es denn viel Schnee in PyeongChang gab, antwortete Nadja Hartmann, Assistenztrainerin SPST: «Wir hatten vor allem Kunstschnee und davon jede Menge. Die Piste war etwa zwei Meter dick und sehr gut präpariert. Somit waren die Bedingungen besser als erwartet.»

n Gut behauptet, aber noch

offene Baustellen

Beide Trainer sind der Meinung, dass sich die Organisatoren in Südkorea gut behauptet haben. «Organisatorisch ist alles gut gegangen», findet Nadja Hartmann. Stephan Pfister kann dem beipflichten. Beide weisen jedoch darauf hin, dass die Koreaner nicht Nein sagen können. «Alle Koreaner waren sehr freundlich und hilfsbereit – aber auch sehr beflissen. Diese Kombination war nicht immer gut. Stellte 41 · Paracontact 2/2017

man eine Frage, worauf sie keine Lösung hatten, war die Antwort ‹Let me check›. Leider geschah daraufhin nichts mehr. Beim Koreaner gibt es kein Nein oder das geht nicht», erklärt Stephan Pfister. Eine weitere Hürde war die Verständigung. «Kaum einer sprach Englisch. Auch war alles in koreanischer Schrift angeschrieben», erzählt Nadja Hartmann. Dennoch sind sich beide sicher, dass PyeongChang bis zum Start der Winter-Paralympics bereit sein wird.

n Passion verbindet «Passion. Connected.» So lautet der Slogan für die Winterspiele 2018. «Passion» symbolisiert PyeongChang als Austragungsort, wo sich Menschen aus der ganzen Welt treffen und den olympischen und paralympischen Geist miterleben können – umgeben von der koreanischen Gastfreundschaft. «Connected» bedeuted die Offenheit PyeongChangs für alle Generationen, welche jederzeit und überall durch Spitzentechnologie miteinander verbunden sind. Die Wortkombination «Passion. Connected.» soll PyeongChangs Vision, die Begeisterung für und die Teilnahme am Wintersport einem breiteren Publikum in Asien zugänglich machen und dadurch neue Horizonte für den Wintersport und die Winterspiele eröffnen. Das Miteinander-verbunden-Sein zeigt sich auch im Logo der Paralympics 2018. Der einzelne koreanische Buchstabe symbolisiert Schnee, Eis und die paralympischen Athleten. Beide Buchstaben zusammen, platziert Seite an Seite und in den olympischen Farben, sollen ein grosses Fest für die Athleten zusammen mit dem Publikum rund um den Globus zeigen und die Gleichstellung und Individualität aller hervorheben. Wir sind gespannt, mehr über die Paralympics 2018 zu erfahren! Weitere Infos zu den Winterspielen 2018 in PyeongChang finden Sie unter www.pyeongchang2018.com.

n Zahlen und Fakten 2. Paralympische Spiele in Südkorea (nach 1988) 10 Wettkampftage 6 Sportarten 80 Medaillenentscheidungen 4 Wettkampfstätten 670 Athleten 50 Nationen Linda Wiprächtiger Fotos: M. Hartmann, Swiss Paralympic, E. Zürcher, WCF/Céline Stucki


Rollstuhlsport Schweiz

Vorfreude

auf die Winterspiele Rund 250 Athleten, Trainer und Betreuer stimmten sich in Nottwil auf die Winter-Paralympics und Olympischen Spiele 2018 in PyeongChang ein.

«Es gab einige Schwachstellen, aber wir gehen davon aus», so die gebürtige Bündnerin, «dass unsere Vorschläge geprüft und alles für einen reibungslosen Verlauf getan wird.»

Der Olympia-Treff von Swiss Olympic und Swiss Paralympic ist für die angehenden Teilnehmer an den Weltspielen zu einer Plattform für den Austausch von Informationen und Er­fahrungen geworden. Es handle sich jeweils um eine Schlüs­seletappe bei den detaillierten Vorbereitungen, er­ klär­te Ralph Stöckli, Chef de Mission von Swiss Olympic.

In Nottwil erhielten die paralympischen Alpinen, Nordischen und Curling-Teammitglieder durch das Leitungs­team Informationen über das Olympische Dorf, die Wettkampforte, An- und Rückreise, die medizinische Versorgung und die Logistik. Ein Teil der Skirennfahrer (Weltcup) und die Curling-­ Equipe (WM) schnupperten im Winter 2016/17 Pyeong­ Chang-Luft. Die Curler fanden schon ein Jahr zuvor eine perfekte Infrastruktur vor.

Erfreulicherweise wurden die «Paralympiker» als Partner ins Geschehen einbezogen. So ist in einem gemeinsamen Video zu erfahren, wer der grösste Fan von Iouri Podladtchikov, Wendy Holdener oder Beat Hefti, aber auch von Christoph Kunz (Frau und Kinder), Thomas Pfyl (Frau) oder Michael Brügger (Familie/Mutter) ist.

Am Olympia- und Paralympics-Treff waren Kaderleute dabei, die vielleicht aufgrund von Verletzungen oder nicht er­reichter Limiten kaum selektioniert werden können. Leader wird beim einzigartigen Erlebnis wie schon in Vancouver 2010 und Sotschi 2014 Paralympics-Sieger und Weltmeister Christoph Kunz sein. Neben ihm dürfte das Swiss Team zwi­schen neun und elf Aktiven umfassen. Eingeschlos­ sen fünf Curler.

n Geschichte und Küche

Die Delegationsleiter Luana Bergamin und Ralph Stöckli informieren die Schweizer Athleten. Luana Bergamin, Chef de Mission von Swiss Paralympic, misst dem Treffen zwischen Sportlern mit und ohne Handi­ cap im Hinblick auf die grosse Herausforderung nicht zuletzt wegen der gegenseitigen Kontakte und Akzeptanz ei­ nige Bedeutung zu. «Am Olympia-Treff wollten wir den Stand der Vorbereitungen und die bisherigen Erkenntnisse an unsere Athleten weitergeben, sie einstimmen, ihnen im Hinblick auf die Qualifikationsphase eine zusätzliche Motivation verschaffen.» Dieses Ziel wurde erreicht, die Vorfreude geweckt.

n Mängel bei Testevents Beim Besuch in PyeongChang konnte sich Luana Bergamin bei Testevents einen Eindruck über den Stand der Arbeiten verschaffen. Die vor Ort gesammelten Erfahrungen werden in die Planung einbezogen. Die Schweiz informierte das OK mit anderen Nationen zusammen schriftlich über Mängel, die bei der Rekognoszierung festgestellt wurden. 42 · Paracontact 2/2017

Allen werden die Ausführungen von Jean-Jacques Joss, dem früheren Schweizer CISM-Verantwortlichen und Chef der Schweizer Delegation bei der neutralen Waffenstillstands-­ Überwachungskommission in Korea, helfen. Er brachte den Sportlern am Olympia-Treff die Geschichte, Kultur und Küche des Gastgeberlands Süd­korea näher. Das einheimische Essen schien nicht überall Gourmet-Gelüste auszulösen. Anlässlich der Podiumsdiskussion «Was führt zum Erfolg bei Olympischen/Paralympischen Spielen?» fand ein Austausch unter Athletinnen und Athleten statt. Swiss Paralympic war durch Sprinterin Abassia Rahmani (Vierte von Rio) ver­ treten, Swiss Olympic durch Bobpilot Beat Hefti und die Som­ mer-Olympiamedaillengewinner Nicola Spirig (Tri­athlon) und Simon Schürch (Rudern). Klar wurde: Unabhän­gig der Sportart sind die gleichen Qualitäten gefragt, um (para) olym­pischen Erfolg zu haben. Talent allein genügt nicht. Die Olympischen Spiele in PyeongChang finden vom 9. bis 25. Februar 2018 statt, die Paralympischen Spiele vom 9. bis 18. März 2018. Im griechischen Olympia wird am 24. Okto­ ber 2017 die olympische Fackel entzündet. 100 Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele erreicht die Fackel südkoreanischen Boden. Die Reise führt die Flamme durch 17 Städte und Provinzen. Urs Huwyler Fotos: PPR/Manuel Lopez


Ausbildung

Haben Sie auch schon einem Leichtathletik-Event in der Sport Arena in Nottwil beigewohnt? Ihnen sind dabei die zahlreichen Personen in den blauen Poloshirts aufgefallen? Möchten Sie Genaueres zu ihrer Funktion wissen? Gerne gewähren wir Ihnen einen kleinen Blick hinter die Kulissen.

Im Herbst ist Hochsaison für diverse RSS-Ausbildungen. Auf allen Ausbildungsstufen werden Module angeboten, die die Weiterbildungspflicht erfüllen und gleichzeitig weitere Schritte der Trainerkarriere ergeben. Sind Sie auf der Suche nach dem passenden Modul? In unseren Kursen hat es noch Platz!

in Blau

im Herbst

Um einen Leichtathletik-Event vorzubereiten und durchführen zu können, braucht es ein schlagkräftiges Organisationskomitee, eine gute Infrastruktur, zahlreiche Helfer und die Unterstützung von RSS. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei den Schiedsrichtern, Startern und Kampfrichtern zu. Sie zeigen sich für die Einhaltung des Regelwerks verantwortlich und bilden somit die Grundvoraussetzung, dass Athleten aus dem In- und Ausland überhaupt starten und ihre erreichten Zeiten gewertet werden können.

n Fortbildungskurs und Zusatz-

ausbildung in Nottwil

Damit ein Kampfrichter bei Rollstuhlsport-Events zum Einsatz kommen kann, lässt er sich vom Schweizer Turnverband oder von Swiss Athletics zum Kampfrichter ausbilden. Nach drei Jahren Praxistätigkeit kann die Zusatzausbildung zum Kampfrichter Rollstuhlsport Schweiz absolviert werden. Unter fachkundiger Leitung der Schiedsrichter-Expertengruppe und von RSS nahmen am Samstag, 8. April 2017 30 Kampfrichter am Fortbildungskurs teil, und zwei Personen liessen sich zum Kampfrichter RSS weiterbilden. Neben theoretischen Inputs zu Rollstuhlleichtathletik, aktuellen Regeländerungen und der Analyse von Wettkampfsituationen am Morgen wurde am Nachmittag der Praxisteil in der Sport Arena Nottwil unter Mithilfe unserer Leichtathletik-Nachwuchs- und Kaderathleten durchgeführt.

n Lust, Kampfrichter zu werden? Für die zahlreichen Rollstuhlleichtathletik-Events in der Schweiz sind wir auf der Suche nach weiteren interessierten Kampfrichtern. Unter www.spv.ch erhalten Sie weitere Infos zu unseren zahlreichen Aktivitäten. Gerne können Sie uns auch direkt kontaktieren via rss@spv.ch.

Alle Ausgebildeten ab Stufe 2 sind gemäss Richtlinien der Ausbildung aufgefordert, bis am 31. Dezember 2017 ein Ausbildungs-Update zu besuchen. Durch diese Weiterbildung wird auch die esa-Anerkennung (Erwachsenensport Schweiz) vergeben. Damit kann sich ein Absolvent der Weiterbildung als esa-Leiter mit der Qualifikation «Rollstuhlsport» bezeichnen und erhält somit ein Qualitätslabel, das im Rahmen der Sportförderung des Bundes erarbeitet wurde. Seit diesem Jahr bietet Rollstuhlsport Schweiz auf der Stufe 1 «Vorbildung» die nötigen Module an einem Wochenende an. So kann zeitnah die erste Ausbildungsstufe abgeschlossen werden.

n Stufe 1 (Vorbildung) Basismodul 2. Dezember: AWB401 Praxismodul esa-MF «Beraten im partnerschaftlichen Dialog» 3. Dezember: AWB403 n Stufe 2 (Grundausbildung) esa-Einführungskurs für Trainer Stufe 2 Ausgebildete (d/f) 20.–21. Oktober: AWB409 (Refresher für langjährige Leitende) esa-Fachausbildung (d/f) 20.–22. Oktober: AWB408

n Stufe 3 (Weiterbildung 1) esa-MV WB1: Physis 28.–29. Oktober: AWB410 esa-MV WB1: Sport+Gesundheit 9.–10. Dezember: AWB411

Andreas Heiniger Die Ausbildungsverantwortlichen von RSS freuen sich auf Ihre Anmeldung und Teilnahme. Weitere Infos zu den Angeboten finden Sie auf www.spv.ch (unter Rollstuhlsport, Ausbildung). Thomas Hurni 43 · Paracontact 2/2017

Rollstuhlsport Schweiz

Helden


Hindernisfreies Bauen

Hindernisfreie Küchen – Kochen für alle

Körperbehinderte und betagte Menschen sind in ihrem Alltag mit einer Vielzahl von Hindernissen konfrontiert. Neben dem primären Bedürfnis der Zugäng­ lichkeit mit einem Rollstuhl steht als oberstes Ziel jeder Planung, der betroffenen Person die Möglichkeit zu einer selbständigen und unabhängigen Lebens­ führung einzuräumen. Die Küche nimmt dabei eine zentrale Rolle ein. Sie ist nicht nur der Arbeitsplatz, wo die Nahrung zubereitet wird, sondern auch Aufenthalts- und Begegnungsort. Jedermann kann durch Un­ fall, Alter oder Krankheit behindert werden und soll sich auch dann in seiner vertrauten Umgebung weiterhin möglichst selbständig versorgen können. Investoren und Hauseigentümer sind bei der Wohnungsplanung frei, inwieweit sie den Bedürfnissen von behinder­ ten und betagten Menschen im Küchenbereich gerecht wer­den wollen. Es gibt in der Schweiz kein Gesetz darüber, wie die Küche in einer Wohnung «ab Stange» behinderten­ gerecht geplant werden muss. Dabei wären nur wenige Punkte zu beachten, damit keine Benutzergruppen ausgeschlossen und eine Küche den Grundanforderungen für eine spätere individuelle Anpassung gerecht werden kann.

Übungsküche in Nottwil, höhenverstellbar. Die Schweizer Norm «Hindernisfreie Bauten» SIA 500 aus dem Jahr 2009 beschränkt sich auf unabdingbare all­ gemein­gültige Forderungen, was bislang erst einzelne Kan­ tone und Städte dazu bewogen hat, diese für den Bau von Mehrfa­milienhäusern als obligatorisch zu erklären. Folgen­ ­de Vorgaben sind festgehalten: – Einfronten- und L-förmige Küchen müssen eine Freifläche von mind. 140 × 170 cm vor dem Spülbecken und Koch­herd vorweisen, um eine 180-Grad-Drehung mit einem Rollstuhl zu ermöglichen. Der Abstand zwischen den Fronten muss minimal 1,20 m betragen. – Der Bereich zwischen Spülbecken und Kochherd muss als Arbeitsfläche ausgebildet sein. Dessen Breite muss mind. 25 cm und max. 90 cm betragen. – Ausserhalb des Einbaubereichs muss eine unterfahrbare Arbeitsfläche von mind. 60 × 110 cm vorhanden sein. 44 · Paracontact 2/2017

Handfestere Anhaltspunkte für die Planung einer hindernisfreien und anpassbaren Küche findet man im Merkblatt «Küchen im Wohnungsbau anpassbar» aus dem Jahr 1991 der Schweizerischen Fachstelle für behinderten­ gerechtes Bauen, Zürich. Zusätzlich zur Norm wird auf die einzelnen Funktionsbereiche einer Küche eingegangen. Eine Schema­zeichnung erläutert weitere wichtige Anforderungen. – Eine Küchenkombination sollte mind. fünf volle Einbauelemente umfassen, um unterschiedlichste Anpassungsmöglichkeiten zu gewährleisten. – Der Küchenzugang muss schwellenlos ausgestaltet werden. Lichtmass der Türbreite mind. 80 cm, Schwellenhö­he max. 25 mm. – Für eine allfällige Unterfahrbarmachung sollten unter der Abstellfläche zwischen Kochherd und Spüle keine Lei­ tun­gen im Sockelbereich durchgezogen werden und keine Schub­laden und Auszüge eingebaut werden. – Es sollte die Freifläche für ein bis zwei weitere Möbel vor­ ­gesehen werden, dies als Kompensation für unerreichbare oder weg­fallende Stauräume (z. B. bei einer nach­träg­ lichen Un­­terfahrbarmachung), was bei knappen Platzverhältnissen auch ausserhalb der Küche möglich ist. – Die Einbaumöglichkeit eines Geschirrspülers sollte einge­ plant sein. – Spüle und Kochfeld sollten nicht direkt an einer Seitenwand oder in der Ecke angeordnet sein. Im Merkblatt der Fachstelle wird im Besonderen auf die notwendige Bewegungsfläche im Küchenraum hingewiesen. Diese lässt sich bei gebauten Küchen im Bedarfsfall nicht mehr korrigieren, was bei notwendigen individuellen Anpassungen zwangsmässig zu einer kostspieligen Raum­ ver­grösserung oder zu einschneidenden Kompromissen für Roll­stuhlnutzer führt. Einbaumöbel lassen sich durch die modulare Bauweise heutiger Küchen ohne grössere Um­ bauten bewerkstelligen. Zwangsweise Raumvergrösserungen haben hingegen einen Eingriff in den Rohbau und den Ersatz einer ganzen Kücheneinrichtung zur Folge. Weitere Hinweise zur Planung einer Küche finden sich auch in der Richtlinie für behinderten- und altersgerechte Wohn­bauten und in den Planungsrichtlinien für alters­ gerechte Wohnbauten, beides erhältlich bei der Fachstelle für behin­dertengerechtes Bauen in Zürich. Das Zentrum für hindernisfreies Bauen ZHB der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung hat in Zusammenarbeit mit der Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS ein Buch unter dem Titel «Hindernisfreies Bauen» veröffentlicht.


Hindernisfreies Bauen Es ist das Extrakt einer langjährigen und intensiven Erfahrung mit der Planung und Realisierung von individuellen Um- und Neu­bauten für körperbehinderte Menschen. Neben einer Zusammenfassung der Mindestanforderungen für Küchen findet man im über 200-seitigen Werk detaillierte Planungs­richtlinien für die einzelnen Teilbereiche einer Küche. Im Gegensatz zur Schweizer Norm die Mindestanforderungen kostenlos im Internet auf der Website www.spv.ch eingesehen werden. Sie dienen als Entscheidungs- und Informationshilfe für Bauherren, Planer und weitere Fachleute, welche sich mit der Gestaltung von hindernisfreien Küchen befassen. Das Buch kann beim ZHB oder bei der SPS bezogen werden.

gangslage erreicht werden kann. Küchen seien oft überla­ den mit Küchenutensilien und Geschirr, welche selten oder gar nie gebraucht würden. Mit der Beschränkung aufs We­ sentliche könne mit wenig, aber gut erreichbarem Stauraum sehr gut mit dem Rollstuhl in der Küche gearbeitet werden. Wichtig sei eine unterfahrbare Arbeitsfläche, an der Rüst- und Vorbereitungsarbeiten im Rollstuhl erledigt wer­ den könnten. Meist reicht dazu schon ein zusätzlicher klei­ ner Tisch. Höhenverstellbare Arbeitsflächen, so wie sie in den Übungsküchen in Nottwil vorzufinden sind, dienen nur zu Übungszwecken und werden im privaten Umfeld kaum eingesetzt. Man optimiert zu Hause das bereits Installierte und verzichtet auf kostspieligen Hightech. Gekocht werde daheim oft sehr einfach, sodass Patienten auf eine Unter­ fahrbarmachung des Einbaubereichs zugunsten des vorhandenen Stauraums in vielen Fällen bewusst verzichten. Das Tiefersetzen einer eingebauten Arbeitsfläche im Wohn­ umfeld wird nur dann in Erwägung gezogen, wenn der Patient die Küche für sich alleine nutzt. Übereinstimmend mit der Aussage der geltenden Norm und Richtlinien sind in den Augen der Ergotherapie genügend Manövrier- und Stellflächen die wichtigste Grundvoraussetzung, dass Küchen den veränderten Bedürfnissen einer körperlich behinderten oder einer betagten Person mit wenig Aufwand angepasst werden können. 

n Die massgeschneiderte Individuell massgeschneiderte Küche, Primärarbeitsbereich unterfahrbar.

n Erfahrungen der Ergotherapie

bei Wohnungs­anpassungen

Die Ergotherapie des Schweizer Paraplegiker-Zentrums in Nottwil hat eigens zu Übungszwecken eingerichtete Küchen, in welchen querschnittgelähmte Patienten während ihrer Reha auf ihren Alltag zu Hause vorbereitet werden. Bei einem ersten Übungskochen geht es darum, in ungezwungener Atmosphäre auszuprobieren, wie weit die selbständige Nutzung der Küche nach dem Klinikaustritt wieder möglich sein wird und wo zu Hause Anpassungsbedarf besteht. Das erste Probekochen mit einem Patienten findet oft erst Wochen nach der Wohnungsbegehung statt, wo die notwendigen Bauanpassungen zusammen mit Architekten des Zentrums für hindernisfreies Bauen und Hilfsmittelberatern bereits abgeklärt und festgelegt wurden. Auf bauliche Anpassungen im Küchenbereich wird in den meisten Fällen bewusst verzichtet. Die Ergotherapeutinnen sind der Ansicht, dass vielfach bereits mit Umräumen eine gute Aus­ 45 · Paracontact 2/2017

behindertengerechte Küche

Massgeschneiderte Lösungen kommen dann zum Einsatz, wenn eine neue Küche – meist im Wohneigentum – von einer Person mit körperlichen Einschränkungen individuell in Auftrag gegeben wird. Hier bestimmt das Kostenbudget den möglichen Lösungsumfang. Es gilt dabei zu beachten, dass sich der Grad der körperlichen Einschränkung verändern kann und damit auch die Küche den sich verändernden Be­dürfnissen gerecht werden muss. Eine behinderten­ ge­rech­­te Küche unterscheidet sich komfortmässig und räum­­lich nicht von einer «normalen» Küche. Wie in jeder Küche sollte auch dem Bedürfnis nach Gestaltungsspielraum und Kom­munikation Rechnung getragen werden, zumal Kü­chen oft von Menschen mit und ohne Behinderungen gleich­zeitig benutzt werden. Das Zentrum für hindernisfreies Bauen ZHB in Muhen pflegt einen engen Kontakt zum Branchenverband «Küche Schweiz». In Sensibilisierungsworkshops für Küchenplaner und -verkäufer gibt das ZHB Einblick in sein Wirken und vermittelt wertvolle Tipps und Tricks. Markus Widmer, Architekt ZHB


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und Leidenschaft Claude-Alain Hofer ist bekannt als Skilehrer und ist Gründer der Organisation «Handiconcept». Für den Wintersport ist «Handiconcept» für Menschen mit einer Behinderung das Westschweizer Pendant zum Sörenberg.

Rehabilitationsklinik in Palanga gebracht. Eine ganze Karawane war da jeweils unterwegs. Die Übergabe in Palanga sei hochemotional gewesen. «Die Menschen dort sind unglaublich herzlich und grosszügig, obwohl sie rein gar nichts haben», erinnert er sich.

Was viele aber nicht wissen: Lange bevor Claude-Alain mit den Rollifahrern die Skipisten hinunterflitzte und ihnen rasante Fahrten mit adaptierten Rollstühlen ermöglichte, war er in den 90er-Jahren als Carchauffeur, Gruppenleiter und Helfer für die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung unterwegs.

Ende 1999 verliess er die SPV und gründete zusammen mit dem Rollstuhlfahrer Raphael Sottas im Juni 2000 die NonProfit-Organisation «Handiconcept» in Gryon (www.handiconcept.ch). Diese ermöglicht Menschen mit jeglicher Art von Behinderung, Sport zu betreiben, mehrheitlich im Winter mit dem Tandem-, dem Dual- oder dem Uniski. Im Sommer bietet er Talfahrten an mit speziell adaptierten geländegängigen Rollstühlen. In den vergangenen Jahren hat er sich ein treues Stammpublikum aufgebaut. Zwischen 200 und 250 Gäste, viele aus dem Ausland, buchen im Winter seine Kurse. Der Verein zählt mittlerweile sieben Teilzeitangestellte und Claude-Alain arbeitet längst wieder mit der SPV zusammen. Er organisiert zusammen mit dem Rollstuhlsport jährlich sieben Ski-Schnuppertage in Villars und Morgins und einen Wochen-Skikurs in Zinal.

n Legendäre Trekkings Bereits vor seiner Anstellung bei der SPV begleitete er jeweils an Ostern eine Gruppe mobilitätsbehinderter Menschen als Helfer. Als diese ihn fragten, wo man einen adaptierten Bus mieten könnte, wandte er sich an die SPV. Dort traf er auf den damaligen Abteilungsleiter Kultur und Freizeit Jean-Richard Salamin. Dieser suchte gerade einen Buschauffeur für die Westschweiz und packte die Gelegenheit – und Claude-Alain – beim Schopf. Kurze Zeit später war die Anstellung geregelt und Claude-Alain begleitete die Rollstuhlclubs der Romandie auf ihren Vereinsreisen. Er war als Gruppenleiter, Chauffeur und Helfer bei den SPV-Gruppenreisen mit dabei. Zudem unterstützte die SPV damals das Genfer Rote Kreuz: Dessen Bus war ausgebrannt, so übernahm Claude-Alain mit dem SPV-Bus Fahrten mit Gästen aus Altersheimen der Romandie. Im Winter, wenn wenig los war, wartete er die Busse, die damals noch im Hangar beim SPZ standen. Ab und zu half er auch im Büro aus. Mit Ursula Joss und Jean-Richard Salamin begleitete er zudem die legendären Trekkings: Neben Bergwandern im TrekkingStuhl wurde auch abgeseilt, Kanu gefahren und sogar Bungee-Jumping aus einer Seilbahnkabine war angesagt! «Ich sehe noch heute vor mir, wie die Rollifahrer sich aus ihren Stühlen direkt ins Leere fallen liessen», erinnert sich ClaudeAlain. Geschlafen wurde in Berghütten und im Stroh mit Schlafsäcken. Anlässlich eines Wintertrekkings mit Daniel Joggi, Peter Gilomen und Liliane Muther diente ein Fondue als Wärmequelle im Stall, wo sie übernachteten. «Nein», lacht er, «rollstuhlgängig war da rein gar nichts.»

n Spezielle Reise ins Baltikum Auch bei der Car- und Autoübergabe in Litauen war er dabei. Umgebaute Occasions-Personenwagen, ein alter SPVBus, Rollstühle, Medikamente und Hilfsmittel wurden in die 47 · Paracontact 2/2017

Im Goms hat er dieses Jahr auch das Langlaufen wieder aufgenommen. Einmal im Jahr ermöglicht er zudem ein bis zwei Rollifahrern eine Bergtour der speziellen Art: Studenten ziehen die Rollis teilweise im hohen Schnee bis auf den Gipfel, danach folgt die Abfahrt, je nach Lähmungshöhe begleitet oder selbstständig. Ein Abenteuer, das wohl kein Teilnehmer je vergisst.

n Mit viel Herzblut dabei Claude-Alain Hofer hat seine Berufung gefunden. Herzblut und Leidenschaft brauche es schon, meint er. Dass er das hat, spürt man, wenn man ihm zuhört. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön für die gute Zusammenarbeit. Gabi Bucher

Hinweise und Informationen

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48 · Paracontact 2/2017


Glosse

Im Mai 2017 hat die Schweizer Paraplegiker-Gruppe die Online-Community von paraplegie.ch neu lanciert. Das frühere Paraforum wurde durch eine neue, verbesserte Plattform ersetzt, die übersichtlich gestaltet ist und einfach navigiert werden kann. Die neue Com­ munity macht den Erfahrungsaustausch untereinander dadurch noch leichter.

n Sommerzeit –

Community

«Wir begleiten Querschnittgelähmte. Ein Leben lang.» So lautet das Credo der Schweizer Paraplegiker-Gruppe. Die neu lancierte Online-Community auf community.paraplegie.ch trägt einen weiteren Teil dazu bei, dieses Versprechen einzu­ lösen. Sie verbindet Rollstuhlfahrer über geographische Dis­ tanzen hinweg und unterstützt sie im Alltag. Die Plattform bietet ein Forum zum direkten Austausch untereinan­der, zum Beispiel in den Bereichen «Leben mit Querschnitt­läh­ mung», «Hilfsmittel & Technologie» sowie «Rehabilitation­ ­& Therapie». Im Expertenforum beantwortet «Dr. Online» medizinische Fragen von Nutzern. Zudem finden sich in einem Blog interessante Berichte, Porträts und Kolumnen. Ein sogenanntes Wiki bietet mit Wissensbeiträgen Aufklä­ rung rund um das Thema Rückenmarksverletzung. Alle sind herzlich eingeladen, sich in der Community anzumelden.

Die neue Plattform wurde für Rollstuhlfahrer, Angehörige, Experten und Interessierte entwickelt und lebt von einem aktiven Austausch und Diskussionen. Nutzer können selbst bestimmen, welche Themen für sie wichtig und relevant sind. Sie finden ein offenes Ohr, Austausch, Tipps und Ratschläge von anderen Menschen, deren Leben durch den Rollstuhl geprägt ist. Voneinander lernen steht im Mittelpunkt, Geschichten erzählen und erzählt bekommen ist wich­tig. Weil jede Geschichte Betroffenen und Angehöri­ gen hilft, bessere Entscheidungen zu fällen. So entwickelt sich die Online-Community durch ihre Mitglieder weiter. Diskutieren Sie mit auf community.paraplegie.ch. 49 · Paracontact 2/2017

Hinweise und Informationen

Online-

eine verdiente Wohltat

Das Telefon klingelt. Die Assistentin meiner Zahnärztin erinnert freundlich daran, dass seit der letzten Den­ ­talhygiene wieder sechs Monate verstrichen sind. Sie erwartet mich kommenden Dienstag um 11 Uhr. Ich schlucke leer, stimme aber zu. Danach hole ich die Post. Darunter ein Brief des Schweizer ParaplegikerZentrums Nottwil mit dem Titel «Zweites Aufgebot zur ambu­lanten Kontrolle». Telefonisch vertröste ich sie auf den Juli und öffne den nächsten Brief. Er ist von der SVA Basel-Landschaft, also der IV. Sie sprechen mir einen Assistenz­beitrag zu. Ich frohlocke. Die Madame aus dem Elsass, die bei uns zweimal wö­chentlich das Haus kehrt, ist fortan offeriert und liegt mir nicht mehr auf der Tasche. Da läutet das Telefon wieder: «Lecks­chutzkontrolle! Morgen um halb acht kommen wir, ist gesetzlich vorgeschrieben. Der Öltank muss dicht sein.» «Ja halt», antworte ich verärgert. Zum Glück wird Madame da sein. Sie kennt die schon. Jetzt wende ich mich wieder der Verfügung zu: Sie stützt sich auf Artikel 42quater IVG, also G wie Gesetz. Darunter ist IVV, V wie Verordnung, und im behördlichen Alltag klärt ein Kreisschreiben noch die letzten Zweifelsfälle. Über dem Gesetz ist ATSG, der allgemeine Teil des Sozialver­ sicherungsrechts. BV, unsere Bundesverfassung, bildet die Krone des Baums. Gäbe es dort nicht Artikel 112, hätten die Alten, Hinterlassenen und Invaliden (AHV) das Nachsehen. Er ist die Mutter aller Gesetze, die uns in bemutternde Gesetze setzen. Daneben bemuttern uns jahraus, jahrein viele andere Mütter, zuweilen auch Väter ungefragt auf ihre Weise. Das alles ist so schön, dass es zuweilen ebenso schön ist, sich dieser Anteilnahme auch mal entziehen zu dür­fen. Die bevorstehenden Sommerwochen sind die Gelegenheit dazu. Alle lehnen sich wohlig zurück. In Nottwil herrscht im Juli Ferienzeit, lasse ich mich ermahnen, und die vom Leckschutz machen ganz dicht: Betriebsferien. Mir wird warm ums Herz. Ich wünsche euch allen eine ungestörte und unbeschwerte Sommerzeit. Fritz Vischer


Hinweise und Informationen

Wussten Sie schon, dass …

n die SPV erstmals eine Übersicht aller Sportangebote

n anlässlich des «testRIDES» in der Lenzerheide vom

in den Rollstuhlclubs mit Angabe der Adresse des Ressortchefs Sport des jeweiligen Clubs bietet? Die Übersicht gibt es in Form eines Faltflyers und bald auch auf spv.ch. Dort erhält ein Besucher eine rasche Übersicht, welche Sportart in welchen Clubs betrieben wird.

15. bis 17. September 2017 neue Handbikes ausprobiert werden können? Die Firma Défisport zeigt das dreirädrige Mountainbike-Handbike «Explorer» mit optionaler Elektro-Unterstützung. Infos: www.testride.ch.

n durch das Projekt «Hotel-Barrierefreiheit Schweiz» ben dank der guten Beziehungen der SPV der Olympia-Treff von Swiss Olympic für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 in Pyoengchang von Magglingen nach Nottwil geholt wurde? In Anwesenheit des Sportministers Guy Parmelin wurden wichtige Informationen vermittelt und die Kleiderkollektion präsentiert.

n die SPV via Swiss Olympic von der Schweizer Botschaft in Peking angefragt wurde, beratende Unterstützung für die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking zu leisten? Im Zentrum stehen die Themen Sportorganisation und Sportinfrastruktur. n Manuela Schär am Boston Marathon die 42 km mit der schnellsten je von einer Frau gefahrenen Zeit zurückgelegt hat? Am London Marathon hat sie in der gleichen Woche einen Streckenrekord aufgestellt. Die SPV gratuliert herzlich.

n in der zweiten Maiwoche der jährliche ESCIF-Kongress in Piran in Slowenien stattfindet? Die SPV führt das Sekretariat und ist damit massgeblich an der Durchführung des Kongresses beteiligt, an dem die 26 Mitgliedernationen vertreten sind. Ein Blick auf www.escifcongress.org lohnt sich.

n Alois Schmid am Wochenende vom 5./6. August 2017 ein Rollstuhltreffen auf der Bettmeralp organisiert? Teilnehmen können alle Rollstuhlfahrer. Anmelden kann man sich per E-Mail bis spätestens 31. Juli 2017 bei alois.schmid@gmx.ch.

reits 300 Hotels auf ihre Rollstuhlgängigkeit geprüft wurden? Die SPV beteiligt sich über die Bereitstellung der Hoteldaten von www.rollihotel.ch daran. Weitere Informationen unter www.hotel-accessibility.ch.

n die Reise nach Valencia 2017 ein so grosser Erfolg war, dass wir sie 2018 nochmals anbieten? Wer also keinen Platz ergattert hat, bekommt so eine zweite Chance für die Reise.

n 2017 drei Einlagerennen bei grossen LeichtathletikEvents gefahren werden? Unsere Athleten sind am 6. Juli 2017 an der Athletissima in Lausanne, am 11. Juli 2017 an der Spitzen Leichtathletik Luzern und am 24. August 2017 an der Weltklasse Zürich zu bewundern.

n die zweite Austragung des interdisziplinären Moduls von J&S «Wege zum gemeinsamen Sport» ausgebucht war? Es wurde von Rollstuhlsport Schweiz durchgeführt. 2018 werden vom BASPO am 14./15. April in Nottwil und am 24./25. November in Magglingen weitere Kurse angeboten.

n dank Programmanpassungen mit individueller Anfahrt die Swiss-Trac-Woche in Sörenberg vom 2. bis 9. September 2017 CHF 350.– günstiger angeboten wird? Entdecken Sie mit uns den Klassiker Swiss-Trac Sörenberg auf eine neue Art. Der Höhepunkt dieser Tourenwoche ist der Ausflug mit der Luftseilbahn aufs Brienzer Rothorn.

n das Paracontact nach rund 15 Jahren ein neues Erschein der Rollstuhlclub Genf seit einigen Jahren über ein Trike Poirier YW5 aus dem Jahr 1955 verfügte? Dieses war von Mitgliedern des Clubs restauriert worden. Am 29. April 2017 wurde es anlässlich der «Road Days» dem Verkehrshaus Luzern übergeben. 22 Mitglieder des Rollstuhlclubs Genf sowie Urs Styger als Vertreter der SPV waren dazu angereist.

nungsbild erhält? Der Auftritt wird in den kommenden Monaten überarbeitet und modernisiert.

n der Fototreff am 5. November 2017 stattfinden wird? Am Anlass können Sie nicht nur Erinnerungen an vergangene Reisen austauschen, sondern sich auch für Ihre Ferien im Jahr 2018 inspirieren lassen.

n das «fun for wheelies» vom 1. bis 3. September 2017

n das ZHB in Muhen oftmals Fahrzeuge bei Mobility mie-

in Fiesch stattfindet? Auf dem Programm steht beispielsweise ein rollstuhlgängiger Seilpark.

tet, um grosse Anfahrtswege zu vermeiden und Kosten zu sparen?

50 · Paracontact 2/2017


Katheteranwender/innen leiden an

ø 2,7

HWIs pro Jahr*

* Quelle: ISK Anwenderumfrage (Länder: US, UK, DE, NL, FR, IT), Januar 2016 (n = 2942)

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