Page 27

27

© ILLUSTREZ-VOUS

technik technology

VERPACKUNGEN SIND EINE HERAUSFORDERUNG VERANTWORTUNG ALLER UNTERNEHMER GEMÄSS DEM FCMUND ALLGEMEINEN LEBENSMITTEL-RECHT MIN.-RAT DR. H. DIETMAR ÖSTERREICHER

D

ie Konstruktion des EU-Lebensmittelrechts setzt auf das Verantwortungsbewusstsein des Unternehmers. Diesen Ansatz verfolgt auch das FCM-Recht (Food Contact Materials – Lebensmittelkontaktmaterialien), das mit dem Lebensmittel-Recht voll kompatibel ist: Die Grundsätze des Allgemeinen Lebensmittel-Rechts gelten sinngemäß auch für alle FCM (Hinweis Erwägungsgrund 11 der VO (EG) Nr. 178/2002). Als Beispiele auch: Erwägungsgrund 11 und 23 sowie Artikel 2, 17 und 24 der VO (EG) Nr.1935/2004. Daran geknüpft ist eine besondere Verantwortung des Lebensmittelunternehmers auch für die beabsichtigte Verpackung. Und das hat seinen Grund: der Verpackungshersteller weiß in der

Mehrzahl der Fälle nicht, wofür und unter welchen Begleitumständen und Zielvorstellungen sein Produkt eingesetzt wird. Oft ist sogar die Lebensmittel-Anwendung nur ein zusätzlicher Aspekt einer Verpackung, die Lebensmittel -berührende Verwendung also nicht zwingend der bedeutendste. Gewöhnungsprozess nicht ohne Widerstände Das öffentliche Bewusstsein – und dazu zählen auch die Medien, die ja nicht nur als Berichterstatter auftreten, sondern auch eine erhebliche Rolle in der Meinungsbildung spielen – neigt zur Skandalisierung von Zuständen, die sie nicht oder nicht richtig verstehen. Wenn etwas „nicht geheuer“ ist, wie das leider meist schon bei wissenschaftlichen Grundlagen beobachtet wird, dann schafft das ein Gefühl der Unsicherheit.

Das ist das Terrain, auf dem sich einige NGOs recht geschickt bewegen und in dem sich sogar manchmal Angstreaktionen („Totalverbot“) abspielen. Jegliche Industrie steht unter Generalverdacht und auch an den Behörden wird meist kein gutes Haar gelassen. Dabei sind gerade diese aufgrund ihrer immer angespannteren Personalsituation (Spargedanke) schon zeitlich nicht in der Situation, öffentliche Aufklärungsarbeit zu betreiben. Diese Aufgabe kann man durchaus bei den Unternehmen angesiedelt sehen sowie in koordinierender Art und Weise bei ihren Dachverbänden. Das mag zwar bei der zuvor erwähnten prinzipiellen Reserviertheit der Bevölkerung gegenüber Industrieverbänden sehr schwierig, vielleicht auch als Geduldsspiel erscheinen, ist aber ein guter Weg:

volume 39 | 01. 2015  ERNÄHRUNG | NUTRITION

Profile for SPV-Verlag

DIE ERNÄHRUNG VOLUME 39 | 01. 2015  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft

DIE ERNÄHRUNG VOLUME 39 | 01. 2015  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft

Advertisement

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded

Recommendations could not be loaded