DIE ERNÄHRUNG VOLUME 39 | 03/04 2015

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REGIONALITÄT IST DIE BASIS FÜR ERFOLGE IM EXPORT Oskar Wawschinek im Gespräch mit Mag. Walter Scherb

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ie Ernährung: Sehr ge­ ehrter Herr Mag. Scherb, welche Bedeutung hat der Export für Ihr Unter­ nehmen? Walter Scherb: Wir haben in unserer Unternehmensgruppe einen Exportanteil von 45–50%. Wir sehen den E ­ xport als zusätzliche Chance, Wachstum zu generieren. Daher hat der Export für uns höchste Priorität und große ­Bedeutung. Mit unseren Exportanstrengungen exportieren wir auch österreichische Rohstoffe und Wertschöpfung. Mit unseren Produkten sind wir in der EU, aber auch außerhalb der EU erfolgreich. Wir sind ein bodenständiges und vorsichtiges Unter­nehmen, haben uns aber Wachstumsziele gesetzt. Deshalb werden wir auch in Zukunft innerhalb Österreichs mehr tätig sein als jetzt. Welche Hürden und welche Chancen ­sehen Sie im Export in Zukunft? Scherb: In der EU haben wir mehr Chancen als Risiken. Allerdings sind die gesetzlichen Bestimmungen noch nicht überall vollständig angeglichen, aber es geht in die richtige Richtung. Mit der hohen Qualität unserer Produkte ­haben wir auch außerhalb der EU keine ­wesentlichen Hürden. Aber politische Risiken und

Währungs­risiken müssen wir außerhalb der ­Eurozone und der EU immer ­einkalkulieren. Was sind die wichtigsten Exportdestina­ tionen für Spitz? Scherb: Der wichtigste Markt für Spitz ist und wird Österreich sein. Von hier nehmen wir unsere Kraft und Kreativität. Als wichtigste Exportländer sehen wir die an Österreich angrenzenden Länder. Wir wollen unsere Kräfte konzentrieren und uns nicht verzetteln, daher sehen wir in diesen Märkten noch viel Potenzial. Was braucht der Industriestandort ­Österreich, um weiterhin erfolgreich zu sein? Scherb: Wir brauchen einen A ­ bbau von Bürokratie, mehr Effizienz in der Verwaltung, eine Steuerreduktion und schnellere Anpassung an g­ eänderte Rahmen­ b edingungen und flexible ­Arbeitszeitmodelle. Ist das Image österreichischer Lebens­ mittel im Ausland aus Ihrer Sicht ­generell hilfreich für die Exportanstren­ gungen? Scherb: Das Image der österreichischen Lebensmittel ist im In- und Ausland sehr hoch. Höchste Qualität und Genuss zeichnen österreichische Lebens-

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mittel aus. Wir freuen uns über diesen Rückenwind, stellen aber unsere eigenen Stärken in den Vordergrund. Wir kaufen Rohstoffe und Dienstleistungen, so gut es geht, regional ein. Da wir unser Werk in Oberösterreich in Attnang-­Puchheim haben, ist unser größter Beitrag zur ­R egionalität unsere regionale Wertschöpfung. Wie schätzen Sie die aktuellen Trends ein – wie z. B. Regionalität versus Bio, „moralisch korrekte Produkte“, vegan/ vegetarisch und generell die Tendenz, auf bestimmte Lebensmittel oder deren Bestandteile zu verzichten? Scherb: Wir setzen regionale Rohstoffe und Dienstleistungen ein. Wir leisten regional große Beiträge bei der Ausbildung und Schulung unserer Mitarbeiter sowie bei der Infrastruktur. Wir haben eine große Anzahl von Bioprodukten und haben Pläne, diese noch weiter auszubauen. Ganz wesentlich ist uns der Trend hin zur Natürlichkeit. Modernste Methoden, Verfahren und Anlagen haben es uns ermöglicht, bereits seit langem auf Hilfsmittel zur Haltbarmachung zu verzichten, die in der Öffentlichkeit kritisch gesehen ­werden. Ist ein stark diversifiziertes Unterneh­ men wie Spitz besser aufgestellt als spezialisierte Unternehmen? Wenn ja,


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