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VERPACKUNG REDUZIERT LEBENSMITTELMÜLL ETWA 30 % DES KLIMAFUSSABDRUCKS EINES DURCHSCHNITTLICHEN EUROPÄERS SIND MIT DER PRODUKTION UND DISTRIBUTION VON LEBENS­ MITTELN VERBUNDEN. WELTWEIT WERDEN 1,3 MILLIARDEN TONNEN LEBENSMITTEL PRO JAHR WEGGEWORFEN ODER GEHEN ENTLANG DER ­WERTSCHÖPFUNGSKETTE VERLOREN.

I

n Österreichs Haushalten landen jährlich bis zu 157.000 Tonnen Lebensmittel im Abfall. Damit geht ein beachtlicher Wertverlust einher: Pro Haushalt und Jahr werden in unserem Land Nahrungsmittel im Wert von durchschnittlich rund 300 Euro verschwendet und weggeworfen – bei der Ernte, beim Transport, bei der Lagerung, der Weiterverarbeitung und beim Konsum. Lebensmittelabfälle sind daher nicht nur ein ethisches, sondern ebenso ein ökologisches und ökonomisches Thema. Die Reduktion von Lebensmittelabfällen ist ein erklärtes Ziel. So findet sich im aktuellen Vorschlag zur Revision der EU-Abfallrahmenrichtlinie folgender Passus: Mitgliedstaaten sollen den Umfang der Lebensmittelabfälle in allen Sektoren auf vergleichbare Weise erfassen und melden, und nationale Pläne zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen erstellen, die darauf abzielen, das Aufkommen an Lebensmittelabfällen bis 2025 um 30 % zu verringern. Denn dort, wo Lebensmittel besser genutzt und weniger weggeworfen werden, entsteht ein spürbarer ökologischer Nutzen durch die eingesparten Produktionsaufwände und Emissionen.

CHRISTIAN MAYER, ARA AG

Aspekt von Lebensmittelverpackungen. Das Projektteam unter der Leitung von DI Mag. Harald Pilz untersuchte den Nutzen von optimierten Lebensmittelverpackungen und stellte diesen dem Aufwand gegenüber, der bei der Verpackungsproduktion anfällt. Fazit: Der Carbon Footprint von Verpackungen ist im Durchschnitt um einen Faktor 10– 100 kleiner als der Klima­fußabdruck der verpackten Lebensmittel. Verpackungen, die Lebensmittel (besser) schützen, erzeugen daher in der Regel einen Nutzen, der deutlich höher ist als der Aufwand ihrer Herstellung und Verwertung. Diese Thematik wurde häufig in qualitativer Weise beschrieben, es lagen bis dato

dazu jedoch wenig quantitative Daten vor – nicht in Österreich und auch nicht in Europa. Mit der Untersuchung von sechs konkreten Beispielen konnte die Datenbasis gestärkt werden. Die Studie diente damit der Objektivierung der Bewertung von Verpackungen, indem eine wesentliche Funktion, nämlich die des Produktschutzes, untersucht und aus ökologischer Sicht quantitativ bewertet wurde. Studienergebnisse Besserer Schutz von Lebensmitteln durch die bestmögliche Verpackung erzeugt fast immer klare ökologische Verbesserungen, weil der resultierende Nutzen von vermiedenen

©  RICHARD VILLALON

Studie zum Nutzen von Lebensmittelverpackungen Eine neue Studie der denkstatt GmbH, die im Auftrag der Altstoff Recycling Austria AG und zahlreichen weiteren Projektpartnern aus dem Handel sowie der Lebensmittel- und Verpackungsproduktion durchgeführt ­wurde, widmete sich dem ökologischen volume 39 | 02. 2015  ERNÄHRUNG | NUTRITION

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DIE ERNÄHRUNG VOLUME 39 | 02. 2015  

Österreichische Zeitschrift für Wissenschaft, Recht, Technik und Wirtschaft

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